Seelenwanderung

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Die Seelenwanderung (griech. μετεμψύχωσις, Metempsychosis), die in fast allen orientalischen Mysterien, im Hindiusmus, Buddhismus, aber auch in der jüdischen Kabbala als Gilgul Neschamot und ähnlich von Pythagoras gelehrt wurde, darf nicht mit der Wiedergeburt der menschlichen Individualität, mit der Reinkarnation des Geistes, verwechselt werden. Die alten Eingeweihten wussten, dass die unverwandelten Begierden des Menschen nach dem Tod im Kamaloka dem Astralleib eine tierische Gestalt geben. Ähnlich geschieht es auch, wenn der Astralleib im Zuge des geistigen Schulungswegs herausgehoben wird. Um das zu verhindern, musste der Geistesschüler zuvor streng auf eine entsprechende seelische Läuterung (Katharsis) hinarbeiten. Im Zusammenhang damit steht auch das Doppelgänger-Erlebnis. In der jüdischen Geheimlehre wird auch beschrieben, wie sich diese Astralgestalten vorübergehend als gute (Ibbur) oder böse Seele (Dibbuk) in einem irdisch verköperten Menschen inkorporieren kann.

"[In der Astralwelt nehmen] die Triebe und Leidenschaften tierische Gestalten an. Solange der Mensch im physischen Körper verkörpert ist, so lange richtet sich sein Astralleib in der Gestalt etwas nach diesem physischen Leib. Wenn aber der äußere Leib weg ist, dann kommen die Triebe, Begierden und Leidenschaften, so wie sie in ihrer tierischen [Natur] sind, in ihrer eigenen Gestalt zur Geltung, zum Durchbruch. So ist also der Mensch in der Astralwelt ein Abbild seiner Triebe und Leidenschaften.

Weil sich diese Astralwesen anderer Körper bedienen können, deshalb ist es gefährlich, Medien in Trance kommen zu lassen, wenn nicht ein Hellseher dabei ist, der Böses abwenden kann.

Der Löwe ist in der physischen Welt ein plastischer Ausdruck bestimmter Leidenschaften, der Tiger ist ein Ausdruck von anderen Leidenschaften, die Katze wieder von anderen. Es ist interessant zu sehen, wie jedes Tier der plastische Ausdruck einer Leidenschaft, eines Triebes ist.

Im Astralischen, im Kamaloka, ist also der Mensch durch seine Leidenschaften annähernd ähnlich [der Tier-Natur]. Daher kommt das Mißverständnis, das man den ägyptischen und indischen Priestern und Weisheitslehrern entgegengebracht hat in bezug auf die Lehre von der Seelenwanderung. Ihr sollt so leben, daß ihr nicht im Tiere verkörpert werdet, sagt diese Lehre. Niemals spricht diese Lehre aber vom physischen Leben, sondern von dem höheren Leben und das, was sie wollte, war nichts anderes, als die Menschen auf der Erde zu einem solchen Leben zu bewegen, daß sie nach dem Tode im Kamaloka nicht ihre tierische Gestalt ausbilden müssen. Wer das Charakteristische einer Katze ausbildet, erscheint im Kamaloka als Katze. Daß man auch im Kamaloka als Mensch erscheint, das ist der Sinn der Vorschriften der Lehre von der Seelenwanderung. Die wahren Lehren haben die Gelehrten nicht verstanden, sie haben nur eine absurde Vorstellung davon." (Lit.: GA 324a, S. 40f)

Auch auf Fleischnahrung sollte man verzichten, denn bei Fleischernährung werden die astralen Kräfte aufgenommen, die herrschten, als das betreffende Tier aus der Fortentwicklung herausfiel:

"Der Mensch ist ein außerordentlich kompliziertes Gebilde. Wenn ein Mensch anfängt, vegetarisch zu leben, so ist dabei mancherlei zu bedenken. Bei allem, was wir verzehren, Tier, Pflanze, Mineral, nehmen wir die geistigen Kräfte, die sie gebildet haben, mit in uns auf. Wenn wir zum Beispiel einen Stier (Kuh, Rind) essen, so ziehen die Kräfte mit in uns ein, die damals an den Wesen wirkten, als der Stier herausfiel aus der Reihe der fortschreitenden Wesenheiten. Die Tiere sind vor der Zeit herausgefallene Wesen, in denen sich die Kraft, die zu der Zeit des Abschwenkens an den Wesen wirkte, verhärtet hat; die Tiere sind auf dem damaligen Standpunkt der Entwicklung stehengeblieben. So wirkten zu der Zeit, als der Stier herausfiel, die Kräfte in der Weise, daß ein kleines Gehirn und eine vorstehende Schnauze gebildet wurden. Wer nun Stiere, also Rinder verzehrt, nimmt in sich auf diese Kräfte, die das kleine Gehirn und die vorstehende Schnauze hervorbringen. Das ist nicht so aufzufassen, daß man physisch einem Stier ähnlich wird, daß man eine vorstehende Schnauze und so weiter bekommt, sondern man nimmt in seinen Astralleib diese Kräfte auf, die da in der Weise verhärtend wirken. Nach dem Tode, wenn der Astralleib frei wird, nimmt er diese Formen an. Das kann man auf dem Astralplan beobachten. Diese Tatsache liegt dem Gedanken der «Seelenwanderung» zugrunde." (Lit.: GA 266a, S. 470f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die vierte Dimension, GA 324a (1995) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909, GA 266/1 (1995) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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