Mineralreich

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weißer Orthoklas (Kalifeldspat) mit durchsichtigen Quarzkristallen
Olivin vom Mount Erebus, Ross Insel, Antarktis
Diamanten im Brillantschliff
Würfelförmige, ineinander verwachsene Pyritkristalle aus Navajún, La Rioja, Spanien
Eisblumen - Eiskristalle in pflanzenähnlicher Form

Minerale (von lat. aes minerale „Grubenerz“) sind durch natürliche geologische Prozesse gebildete, in der Regel kristalline chemische Elemente (z.B. Diamant, Schwefel, Gold) oder chemische Verbindungen mit definierter Struktur und Zusammensetzung, die aber gegebenenfalls durch Bildung homogener Mischkristalle innnerhalb gewisser Grenzen variieren kann[1]. Meist handelt es sich dabei um anorganische, in seltenen Fällen auch um organische Verbindungen, wie z.B. Mellit (Honigstein) oder Evenkit (Tetracosan C24H50). Gegenwärtig sind etwa 5000 eigenständige Minerale bekannt[2]. Über 90% aller Minerale (Quarz eigeschlossen) sind Silikate. Die häufigsten Silikatminerale sind die Feldspate, die etwa 59,5% aller Minerale umfassen[3]. Flüssigkeiten, mit Ausnahme des Quecksilbers, werden nicht zu den Mineralen gerechnet; so gilt etwa Wasser nicht als Mineral, wohl aber das kristalline Eis. Die Mineralogie dient der wissenschaftlichen Erforschung der Entstehung, der Eigenschaften und der Verwendbarkeit der Minerale.

Mineralreich

Das Mineralreich, das in der Apokalypse des Johannes (4,6) als das gläserne Meer bezeichnet wird, ist das unterste der vier Naturreiche. Die Grundlage des Mineralreiches wurde bereits auf dem alten Saturn geschaffen, bestand aber damals ausschließlich aus reiner Wärmesubstanz. Es hat sich seit dem durch vier Stufen weiterentwickelt und in dem kristallinen Erdelement seine bisher höchste Form erreicht, die mit jenen höchsten kosmischen Kräften zusammenhängt, die in den mittelalterlichen Mysterien zurecht als Kristallhimmel bezeichnet wurden. Heute liegen die meisten Mineralien als Kristalle vor. Als tätige Wesenheiten stehen hinter den Kristallformen die Geister der Form, die Exusiai, die dem Menschen auch das Ich gegeben haben. Die Geister der Form sind jene geistigen Kräfte, die aus dem Raumlosen das Räumliche gestalten und die geistigen Kräfte aus der Ewigkeit in die zeitliche Entwicklung hinüberleiten (Lit.: GA 184, S. 207ff). Von allen irdischen Stoffen ist der Kohlenstoff, vor allem in seiner reinsten Form als Diamant, am besten geeignet, diese Gestaltungskräfte aufzunehmen und auch in seiner äußeren Erscheinung widerzuspiegeln. Er wird daher von Rudolf Steiner zurecht als der wahre Stein der Weisen bezeichnet.

Erst mit der heutigen Form des Mineralreichs konnte die materielle Basis für einen menschlichen Leib geschaffen werden, der fähig war, das Ich in sich aufzunehmen und dem Menschen während seiner irdischen Verkörperung die Möglichkeit zu bieten, dieses Ich eigenständig weiterzuentwickeln. Dabei muss der Mensch Mineralisches, das er mit der Nahrung aufnimmt, bis in seine Eigenwärme, bis in seinen Wärmeäther übernehmen, um für die gestaltbildenden kosmischen Kräfte aufnahmefähig zu werden. Gelingt das nicht, entstehen Krankheiten, im Falle des mineralischen Zuckers z.B. Diabetes (Lit.: GA 230, S. 186ff). In der Zukunft wird sich der Mensch rein mineralisch ernähren.

Wie alle Naturreiche ist durch den Sündenfall auch das Mineralreich unter den Einfluss der Widersacher gekommen. Durch seine irdische Tätigkeit arbeitet der Mensch an der Erlösung des Mineralreiches mit; was nicht erlöst werden kann, geht in die sog. Achte Sphäre über.

Das Mineral scheint ein Musterbild des toten erstarrten Stoffes zu sein - und doch ist es längst nicht so starr, wie es zuerst erscheint. Hätte es die innere Beweglichkeit völlig verloren, müsste es aufgrund seiner übersteigerten Sprödigkeit bei der geringsten Erschütterung zu Staub zerfallen. Im Mineral, so empfinden wir mit gewissem Recht, waltet kein Leben und wirkt kein Bewusstsein – und doch sind Leben und Bewusstsein für sein Werden, für seinen Bestand und für sein Vergehen von größter Bedeutung. Dass das Leben das Mineral umspielt und an seiner Bildung mitwirkt, kann man sehr leicht beobachten, wenn man den Kristallisationsprozess durch mangelnde Stoffzufuhr hemmt. Dann entstehen sogenannte Mangelkristalle, wie man sie sehr gut bei den Eisblumen an den winterlichen Fenstern beobachten kann. Sie zeigen ganz deutlich pflanzenhaft anmutende Wachstumsformen. Tatsächlich wirken hier genau die selben Lebenskräfte, die selben Wachstumsgesetze, die in der Natur auch die Pflanzen gestalten. Die fertige, streng geometrische Form des Minerals ist nur das Endprodukt eines lebendigen Wachstumsprozesses. Und auch ein Bewusstsein wirkt an der Entstehung und Formung der Mineralien mit. Es ist ein unglaublich weitreichendes Bewusstsein, ein wahrhaftes Allbewusstsein, durch das das Mineral in gewissem Sinn zum stillen Mitwisser der lebendigen Geschehnisse im ganzen Kosmos wird, bis in die tiefsten Tiefen des Weltalls hinein. Allerdings ist es ein sehr dumpfes Bewusstsein, ein Bewusstsein, das nicht als inneres seelisches Bild erlebt wird - denn das gibt es nur bei Wesen, die einen Astralleib in sich tragen, und es hat auch kein Wissen von sich selbst, kein Selbstbewusstsein. Ein inneres Bild erlebt das Mineral nicht, aber es bildet seine ganze Gestalt innerlich und äußerlich nach dem Wissens, das es vom Weltall empfängt. Jedes Mineral kann uns so durch seine streng geformte Gestalt zu einem geheimen Tor werden, das uns mit dem Kosmos verbindet.

Nach radiometrischer Altersbestimmung sind Zirkone die ältesten Minerale der Erde und des Mondes. Erste Exemplare dürften schon in der Frühphase der Erdentwicklung vor etwa 4,4 Milliarden Jahren auskristallisiert sein.

Mineralreich und physischer Leib

Die Gesamtheit der Gesetzmäßigkeiten der physisch-mineralischen Welt bilden den physischen Leib des Menschen.

„Wenn Sie den physischen Leib wirklich sehen wollten, so müßten Sie - ähnlich wie man aus einer chemischen Zusammensetzung, die aus vier Stoffen besteht, drei beseitigt und einen zurückbehält - aus dem menschlichen Wesen beseitigen können Ich, Astralleib und Ätherleib; dann würden Sie zurückbehalten den physischen Leib. Das ist aber unter den heutigen Bedingungen des Erdendaseins nicht möglich. Sie werden vielleicht meinen, das geschieht ja jedesmal, wenn ein Mensch stirbt. Das ist aber nicht richtig. Denn was beim Tode eines Menschen zurückbleibt, ist nicht der physische Leib des Menschen, sondern das ist der Leichnam. Mit den Gesetzen, die dann im physischen Leibe tätig sind, wenn der Tod eingetreten ist, könnte der physische Leib nicht leben. Das sind nicht seine ureigenen Gesetze, sondern das sind Gesetze, die der äußeren Welt angehören. Wenn Sie also diese Gedanken verfolgen, werden Sie sich sagen müssen, daß das, was man gewöhnlich den physischen Leib des Menschen nennt, eine Maya ist, ein Truggebilde, und was wir in der Geisteswissenschaft bezeichnen als den physischen Leib, das ist jene Gesetzmäßigkeit, jener Gesetze-Organismus, der innerhalb unserer mineralischen Welt den physischen Leib des Menschen so schafft, wie das Kristallisationsgesetz des Quarzes oder das des Smaragdes den Quarz oder Smaragd schafft. Diese in der mineralisch-physischen Welt wirksame Menschenorganisation, das ist eigentlich der physische Leib des Menschen.“ (Lit.:GA 124, S. 93)

Siehe auch

Anmerkungen

  1. The Definition of a Mineral, Nickel 1995
  2. IMA/CNMNC List of Mineral Names (Dezember 2014, PDF, 1,5 MB)
  3. Cloos (1958), S. 139

Literatur

  1. E. H. Nickel: The Definition of a Mineral. The Canadian Mineralogist, Vol. 33, S. 689–690 (1995) (PDF, 270 kB)
  2. Johann Wolfgang von Goethe, Dankmar Bosse (Hrsg.): Die Metamorphose des Granits. Substanz- und Gestaltbildung des Erdorganismus, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1994 (Hrsg.) ISBN 978-3772505485
  3. Walther Cloos: Lebensstufen der Erde. Beiträge zu einer organischen Gesteins- und Mineralkunde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1984 ISBN 978-3772504853
  4. Helmut Knauer: Erdenantlitz und Erdenstoffe, Verlag am Goetheanum, Dornach 1961, ISBN 978-3723500705
  5. Wolfhard Wimmenauer: Zwischen Feuer und Wasser: Gestalten und Prozesse im Mineralbereich, Urachhaus Verlag, Stuttgart 1992 ISBN 978-3878389453
  6. Dankmar Bosse: Die gemeinsame Evolution von Erde und Mensch: Entwurf einer Geologie und Paläontologie der lebendigen Erde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgat 2002, ISBN 978-3772515934
  7. Dankmar Bosse: Die Lebenssphäre der Erde: Ihre Evolution in den geologischen Phänomenen, Rudolf Steiners Forschungen und in Goethes Studien, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2012. ISBN 978-3905919370
  8. Dankmar Bosse: Goethes Initiation und die Ursphäre der Erde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1995 ISBN 978-3772500701
  9. Dankmar Bosse: Die Evolution der Minerale zwischen Kosmos und Erde: Entwurf einer Mineralogie und Kristallografie der lebendigen Erde, Verlag des Ita Wegman Instituts, Arlesheim 2015, ISBN 978-3905919684
  10. Rudolf Steiner: Exkurse in das Gebiet des Markus-Evangeliums, GA 124 (1995), ISBN 3-7274-1240-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  11. Rudolf Steiner: Die Polarität von Dauer und Entwickelung im Menschenleben, GA 184 (1983)
  12. Rudolf Steiner: Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes, GA 230 (1993), Dornach, 9. November 1923
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