Monade

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John Dees Monas-Glyphe, deren Bedeutung er in seinem Werk „Monas Hieroglyphica“ erläutert.

Der Begriff Monade oder Monas (griech. μονάς monás, die Einzelheit oder Einheit) wird in geisteswissenschaftlichen Zusammenhängen zumeist auf den geistige Wesenskern des Menschen, also auf sein Ich, seine Individualität, bezogen, die ihren Ursprung auf dem Nirvanaplan hat.

Monade und Karma

"Der Mensch tritt in der Mitte der lemurischen Zeit auf der Erde auf und schafft zum ersten Male eigenes Karma; früher hatte er kein individuelles Karma geschaffen -, so müssen wir nun fragen: Woher kann dieses Karma nur kommen, da es als etwas Neues hereinwirkte? - Es kann nur aus dem Nirvana kommen. Damals mußte etwas hereinwirken in die Welt, das aus dem Nirvana kam, aus dem, wo aus dem «Nichts» heraus geschaffen wird. Die Wesen, die damals die Erde befruchteten, mußten bis ins Nirvana hinaufreichen. Was die vierfüßigen Wesen befruchtete, so daß sie Menschen wurden, waren Wesen, die vom Nirvanaplan herunterkamen. Sie nennt man Monaden. Das ist der Grund, warum damals Wesen dieser Art vom Nirvanaplan herunterkommen mußten. Vom Nirvanaplan ist das Wesen, das in uns, im Menschen ist, die Monade." (Lit.: GA 093a, S. 125)

Die Monas-Hieroglyphe des John Dee

Ein Porträt von John Dee (16. Jh.), Künstler unbekannt. Angeblich zeigt es Dee im Alter von 67 Jahren. Es gehörte seinem Enkel Rowland Dee und später Elias Ashmole, der es der Oxford Universität vermachte.

1564 verfasste John Dee (1527-1608), ein bekannter englischer Mathematiker, Astronom, Astrologe, Geograph, Mystiker und Berater von Königin Elisabeth I., die hermetische Arbeit „Monas Hieroglyphica“ („Die Hieroglyphische Monade“), in der er an Hand der Monas-Hieroglyphe, die auch in der Chymischen Hochzeit des Christian Rosenkreutz erwähnt wird, eine erschöpfende kabbalistische Darstellung der mystischen Einheit der gesamten Schöpfung versucht. Diese Arbeit wurde von vielen Zeitgenossen Dees hoch geschätzt, ist aber durch den Verlust der geheimen mündlichen Überlieferung aus Dees Umfeld heute schwer zu interpretieren.

Leibniz und die Monadologie

Im philosophischen Sinn wurde das Ich vor allem von Leibniz als Monade aufgefasst. In seiner 1714 veröffentlichten Monadologie schreibt er:

„§. 1. Die Monaden[1] / wovon wir allhier reden werden / sind nichts anders als einfache Substanzen / woraus die zusammen gesetzten Dinge oder composita bestehen. Unter dem Wort / einfach / verstehet man dasjenige / welches keine Teile hat.“

Leibniz: Monadologie

Siehe auch

Anmerkungen

  1. "Das Worte Monade oder Monas, hat bekanntermaßen seinen Ursprung aus dem Griechischen, und bedeutet eigentlich Eines. Man hat das Wort behalten, weil man vornehme Gelehrte zu Vorgänger hat, die die Kunst-Wörter der Kürze wegen behalten und mit einer teutschen Endigung nach der Gewohnheit der Engelländer und Franzosen gleichsam naturalisieren. Wenn man die Worte Serenaden, Cantaten, Elemente und dergleichen unzählige mehr in der teutschen Sprache beibehält, ohngeachtet es frembde Wörter sind; so habe ich geglaubet, daß es nicht inconvenient gehandelt sei, wenn ich mich um der Kürze willen des Worts, Monade, und anderer dergleichen Kunst-Wörter bediente. Viele Dinge scheinen Anfangs ungereimet, weil sie noch nicht gewöhnlich sind; ich halte aber davon, daß das ungewöhnliche, wenn es eine vernünftige Ursache zum Grunde hat, nicht für ungereimt könne gehalten werden."

Literatur


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