Putrefactio

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Der vierte Schlüssel des Basilius Valentinus - die mortificatio

Die mortificatio (lat. Abtötung) und die putrefactio (lat. Fäulnis, Verwesung oder Gärung) sind wichtige alchemistischer Prozesse, durch die der Ausgangsstoff des Großen Werkes in geeigneter Weise vorbereitet wird. Damit der Stoff später in erneuerter und erhöhter Form als Stein der Weisen wiedergeboren werden kann, muss er zuvor abgetötet, d.h. von dem in ihm waltenden Geist befreit und zur Verwesung gebracht werden. Der Geist kehrt dadurch in seine eigentliche überirdische Heimat zurück, wo er sich erneuern kann, während zugleich unten das stoffliche Substrat gereinigt und von den Folgen des Sündenfalls befreit wird. Durch die morteficatio und putrefactio wird die Substanz zur Schwärzung (nigredo) gebracht. Das Gefäß mit der Substanz wird dazu in Pferdemist eingepackt und für mehrere Wochen (meist etwa 40 Tage) im "Bauch der Erde" vergraben. Als Symbol für die eintretende Schwärzung wird oft der schwarze Rabe gebraucht. Durch die anschließende Reinigung wird der verweste Stoff zur Weißung (albedo) geführt. Die darauf folgende reductio verbindet den in den himmlischen Sphären erneuerten Geist wieder mit der Materie.

Bei Basilius Valentinus heißt es:

"Alles Fleisch gebohren auß der Erden / muß zerstöret / und wieder zur Erden werden / wie er zuvor auch Erden gewesen / Alsdann gibt das irdische Saltz eine neue Geburt durch die Himmlische Erweckung / Denn wo erstlich kein Erden wird / da kan auch kein Aufferstehung folgen in unserm Werck / Dann in den Erden stecket der natürliche Balsam / und das Saltz derer / so da gesucht haben die Wissenschaft aller Dinge. Am letzten End-Urtheil der Welt / wird die Welt durch das Feuer gerichtet werden / das zuvor auß nichts durch den Meister gemacht / wiederumb durchs Feur zu Aschen werden muß / Auß derselben Aschen wird der Phoenix seine Jungen endlich wieder herfür bringen / Denn in solcher Aschen steckt warhafftig der rechte Tartarus / welcher muß auffgelöset werden / und nach seiner Solution kan das feste Schloß des köngiglichen Gemachs eröffnet werden. Neue Himmel und Erden wird gemacht werden nach der Verbrennung / und der neue Mensch wird viel herzlicher erscheinen / denn er zuvor in der ersten Welt gewesen / denn er ist verkläret worden." (Lit.: Valentinus, 4. Schlüssel)

Literatur

  1. Basilius Valentinus: Zwölf Schlüssel Fratris Bisilii Valentini, Hamburg / In Verlegung Johann Naumans und Georg Wolff. Anno M.DC.LXXVII.

Weblinks

  1. Adobepdf small.gif Die 12 Schlüssel des Basilius Valentinus