Moses

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Moses (Mose, hebr. מֹשֶׁ֔ה Mosheh, griechisch: Moyses, arabisch: Musa, jiddisch: Moische) ist der in den 5 Büchern Mose vorkommender Prophet Jehovas, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs und der Anführer des israelischen Volkes auf seiner Wanderung aus der Sklaverei in Ägypten ins verheißene Land (Auszug aus Ägypten, etwa im 13. Jahrhundert v. Chr.). Diese Befreiung aus der Gefangenschaft feiern die Juden jedes Jahr mit dem Pesachfest. Im Islam gilt Moses (Musa) als bedeutender Prophet; besonders die Geschichte seiner Konfrontation mit dem Pharao und dessen Hofmagiern erscheint öfters im Koran.

Nach Angaben Rudolf Steiners war Moses in einer früheren Inkarnation zusammen mit Hermes Schüler des Zarathustra gewesen. Er war in die Mysterien der Zeit eingeweiht und hatte zur Erfüllung seiner Mission für sein neues Erdenleben als Moses den Ätherleib des Zarathustra verliehen bekommen. Dadurch war er befähigt, mit geistigen Sinnen auf die Schöpfungsgeschichte zurückzublicken bis in jene Zeit, wo sich die Erde von der Sonne getrennt hatte.

Die Darstellung des Moses mit zwei Hörnern in manchen älteren christlichen Kunstwerken (wie hier in der Darstellung des Michelangelo) geht auf einen Schreibfehler in der lateinischen Bibel (cornuta, gehörnt, statt coronata, gekrönt) zurück. Die Korona, der Heiligenschein, deutet auf die hellsichtigen Fähigkeiten des Moses. Doch auch die Darstellung mit den beiden Hörnern ist aus geisteswissenschaftlicher Sicht durchaus berechtigt, denn sie sind ein Hinweis auf die zweiblättrige Lotosblume, die als Hellseherorgan bei Moses stark entwickelt war.


Leben

Die wunderbare Errettung

Der Bibel zufolge war Moses ein Israelit aus dem Stamm der Leviten. Sein Vater war der Sklave Amram, seine Mutter die Sklavin Jochebed. Er hatte zwei ältere Geschwister: den Bruder Aaron und die Schwester Miriam. Moses wurde nach seiner Geburt in einem "Kästlein von Rohr" am Ufer des Nils ausgesetzt, denn der Pharao Ramses II. hatte befohlen, alle männlichen Nachkommen der Hebräer aufgrund ihrer ihm bedrohlich erscheinenden Fruchtbarkeit umzubringen. Es drückt sich in diesem Bild zugleich symbolisch aus, dass mit Moses ein Eingeweihter geboren wird, abgeschlossen von den Eindrücken der Sinneswelt und hingegeben an die lebendig strömende Ätherwelt selbst.

Aus den Fluten des Nils wird Moses von einer Tochter des Pharaos, also von einer ägyptischen Prinzessin, gerettet. Sie repräsentiert zugleich die Seelenkräfte des ägyptischen Volkes, in die Moses jetzt eingeweiht werden sollte. Zunächst bestellte sie Moses' leibliche Mutter als Amme, später nahm sie ihn als ihren eigenen Sohn auf und er wuchs heran am Hof des Pharaos. Sie nannte ihn Mose, ägyptisch: "der Sohn"; die Deutung des Wortes als hebräisches Verb "herausziehen" in dem Satz "Denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen" (2.Mose 2,10) ist nachträglicher Natur, weist aber wohl auf die Erziehung inmitten des Zentrums der ägyptischen Kultur, wo Moses in die ägyptischen Mysterien, und damit in die Geheimnisse der Astralwelt, eingeweiht wurde.

Das Exil

Mit Schmerzen erfüllt sah Moses die Knechtschaft, die das hebräische Volk unter der ägyptischen Herrschaft erlitt. Nachdem er einen ägyptischen Sklavenaufseher im Zorn erschlagen hatte, als dieser einen Israeliten misshandelte, floh er ins Exil nach Midian, wo er dem hohen Eingeweihten Jethro begegnete. An einem Brunnen - wieder ein Bild für die lebendig hervorquellenden Ätherkräfte - trifft er zunächst auf sieben Jungfrauen, die Töchter des Jethro. In den sieben Jungfrauen symbolisieren sich zugleich sieben Seelenkräfte, wie man sie auch noch im Mittelalter durch 7 Jungfrauen dargestellt findet, die den sieben freien Künsten zugeordnet sind.

Moses verfügte noch über das alte traumbewusste Hellsehen, sollte aber die Einweihung in die Verstandeskräfte suchen, mit denen zugleich erst die klare Ich-Empfindung aufleuchten kann. Er musste sich also mit jener Seelenkraft verbinden, die dieser Verstandeskraft entspricht. Er heiratet eine der Töchter des Jethro, Zippora, eine kuschitische (d. h. vermutlich: äthiopische oder allgemein schwarzafrikanische Frau. Sie gebar ihm zwei Söhne, Gerschom und Elieser.

Der brennende Dornbusch

Einige Jahre später hatte er eine Begegnung mit Jehova als er gerade die Schafe seines Schwiegervaters hütete. Er kam am Gottesberg Horeb vorbei und erlebte, wie aus einem Dornenbusch Flammen schlugen, der Busch jedoch nicht verbrannte. Jehova ist das mondenhafte Spiegelbild des Christus. Er gibt sich dem Moses als der Ich-Bin zu erkennen: Ich bin der Ich-Bin (hebräisch: Ejeh asher ejeh), der allerdings noch nicht im individuellen Menschen, sondern in dem durch die fortlaufenden Generationen rollenden Blut wirkt. (2 Mos 3,1-22 EU). Moses wird nach Ägypten zurückgesandt, um das Volk Israel aus der Sklaverei zu führen.

Der Auszug (Exodus) aus Ägypten

Moses hat von Jahve den Auftrag bekommen, das Volk Israel aus Ägypten in ein Land zu führen, in dem Milch und Honig fließen. Gott: "Aber ich weiß, dass euch der König von Ägypten nicht ziehen lassen wird, es sei denn, er werde gezwungen. Darum werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten mit all meinen Wundertaten schlagen." (2.Mose 3,19ff)

Eine wichtige Rolle spielt Moses Bruder Aaron, der als begnadeter Redner und auch Magier bekannt ist. Einmal schleudert er vor dem Pharao einen Stab auf den Boden, der sich in eine Schlange verwandelt. Die Stab und insbesondere die Schlange ist ein Symbol für die sich aufrichtende Ich-Kraft. Dies sollte den den Pharao überzeugen, die Israeliten ziehen zu lassen. (2.Mos 7,8) Ein anderes Mal verwandelt er mit dem selben Stab die Gewässer Ägyptens in eine stinkende, rote Flut.

Die zehn Plagen ziehen über das Land. Nachdem der Pharao dadurch endlich überzeugt ist - bei der letzten Plage verlieren alle Ägypter, auch der Pharao, ihren erstgeborenen Sohn - lässt er die Israeliten ziehen.

Vor dem Auszug und den Plagen befiehlt Gott aber noch, die Ägypter zu bestehlen. Die Israeliten sollten sich bei den Ägypten diverse Kleidungsstücke und Schmuck ausleihen, um so die Ägypten zu berauben. (2.Mose 3,21 und 12, 35-37)

Die Israeliten, laut Bibel etwa 600.000 Personen, Kinder nicht mitgezählt, ziehen los auf einen Weg, der sie 40 Jahre durch die Wüste führen sollte. (2.Mos 12, 37-38) Damit sie die Richtung wissen, "zieht der Herr vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten." (2.Mos 13,21)

Das Volk Israel ist aber unzufrieden mir ihrem neuen Gott und mit Moses und Aaron. Damit sie wieder glauben, läßt Gott einige Wunder geschehen. In einem trocknet er einen Streifen des Meeres aus - damit der gesamte israelische Tross durch das Meer ziehen konnte - um dann später das gesamte ägyptische Verfolgerheer darin ertrinken zu lassen. (2.Mos 14,26) Da die Kinder Israels aber nach einer Weile wieder unzufrieden waren und nicht daran glaubten, es mit einem göttlichen Wesen zu tun zu haben (2.Mose 15,24), ließ ihnen Gott in der Wüste Manna vom Himmel fallen. [2.Mose 16,13)

Die zehn Gebote

Moses zerschlägt die Gesetzestafeln, Rembrandt van Rijn

Der Höhepunkt des Exodus ist, als Moses von Jahve am Berg Sinai die Gesetzestafel erhält und ihm die ganze Thora für sein Volk gegeben wird. Die gesamte Region um den Berg war abgesperrt und als heiliges Gebiet erklärt worden. Der Berg Sinai war in Rauch gehüllt und erbebte stark. Niemand durfte sich dem Berg nähern. (2.Mos 19,16ff) Der Mosesberg Sinai könnte auf der ägyptischen Halbinsel Sinai gelegen sein, vielleicht aber auch in der saudi-arabischen Provinz Asir. Denn die Israeliten mussten bei ihrer Wanderung mehrmal den Fluss Jordan überqueren - obwohl sie noch nicht das heilige Land erreicht hatten. Der Jordan liegt in Israel, aber ein gleichnamiger Fluss liegt eben auch in Saudi Arabien.

Mit den zehn Geboten (2.Mose 20,1ff) sollte unmittelbar das menschliche Ich angesprochen werden, allerdings noch nicht das individuelle einzelne Ich, sondern so, wie es mit dem Blut durch die aufeinanderfolgenden Generationen strömte. Damit unterscheiden sich die zehn Gebote von allen äußerlich ähnlich erscheinenden früheren Gebotssammlungen, etwa des Hammurabi, die noch ganz suggestiv auf das Astralische des Menschen wirkten. Da dem Ich nichts in der physischen, ätherischen und astralen Welt entspricht, sollten sich die Israeliter als erstes Gebot kein Bild des Göttlichen machen. Die ersten drei Gebote behandeln das Verhältnis des Menschen zu dem Göttlichen, das vierte Gebot fordert auf, sich in rechter Weise in den Generationenstrom zu stellen. Das fünfte, sechste und siebente Gebot regelt das äußere Verhältnis zu den Mitmenschen, während die letzten drei Gebote dazu auffordern, dem anderen Ich Respekt zu zollen. Es wird hier erstmals die individuelle moralische Verantwortung des Menschen angesprochen. In der kosmologisch fundierten dualistischen Lehre von Gut und Böse, die einstmals Zarathustra gegeben hatte, konnte davon noch nicht die Rede sein.

Nachdem Moses die 10 Gebote erhalten hatte, aber noch nicht vom Berg heruntergekommen war, wächst abermals die Unruhe im Volk Isarael, denn Moses war 40 Tage auf dem Berg und das Volk dachte, dass er nicht mehr zurückkehren würden. Das gemeine Volk schmilzt auf Geheiß Aarons allerhand Schmuck und Gold und baut sich ein goldenes Kalb, welches als neuer Gott angebetet wird. Moses ist erbost darüber, zerschlägt die Gesetzestafeln und befielt 3000 Mann zu töten. (2.Mos 32,1ff)

Ein anderes Mal lehnen sich 250 Leviten, die hohen Priester, die die Bundeslade betreuten, gegen Moses und den Herrn auf. "Feuer ging vom Herrn aus, und er verzehrte die 250 Männer." (4.Mos 16,35)

Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes des Priesters Aaron, brachte die Israeliten vom Baal-Kult ab. In ihm lebte der selbe Geist, der sich später in Naboth-Elias und weiters in Johannes dem Täufer wiederverkörpern sollte. (4.Mos 25ff.)

Das gelobte Land

Kurz vor dem gelobten Land angekommen, stellt der Herr den Israeliten als Stellvertreter einen Engel zur Verfügung, der die dort ansässigen Völker vertrieb. "Und ich will einen Engel vor dir hersenden und die Kanaaniter, Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Hewiter und Jebuster vertreiben." (2.Mos 33,2)

Moses führte das Volk während der Wüstenwanderzeit an, zusammen mit seinem älteren Bruder Aaron, den er zum ersten Hohepriester salbte. Moses wurde von Jahwe verwehrt, das Land Israel selbst zu betreten, da er sich selbst einmal gegen seinen Herrn aufgelehnt hat; er starb kurz vor der Überquerung des Jordans auf dem Berg Nebo im Gebiet des heutigen Jordanien. Seine Nachfolge als Volksführer trat nicht einer seiner Söhne an, sondern sein Mitarbeiter Josua aus dem Stamm Ephraim.

Über das weitere Schicksal von Moses' direkten Nachkommen finden sich nur zwei kurze Notizen in der Bibel: Laut dem Buch der Richter dienten einige von ihnen -- entgegen dem jüdischen Gesetz -- als Priester für den Stamm Dan, laut dem 1. Buch der Chronik verwalteten andere von ihnen in späterer Zeit die Schatzkammer des Jerusalemer Tempels.

Das karmische Richteramt des Moses

Für eine große Anzahl von Menschen war es Moses, als Bote des Christus, der ihnen nach dem Tod und vor dem Eintritt ins Kamaloka ihr karmisches Konto vorhielt; in unserer Zeit geht das karmische Richteramt auf den Christus selbst über.

Weblinks

  1. Rudolf Steiner: Moses - Vortrag in Berlin, 9. März 1911
  2. Friedrich Schiller: Die Sendung Moses
Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Moses aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.