Noach

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William Turner: The Morning after the Deluge (1843)

Noach (auch Noah, Noé oder Noe; hebr.  נח „Ruhe“, arab. نوح Nuh, DMG Nūḥ) war nach dem biblischen Bericht der Genesis der zehnte Urvater nach Adam.

Noah und seine Söhne Sem, Ham und Jafet

„28 Lamech war hundertzweiundachtzig Jahre alt, da zeugte er einen Sohn 29 und nannte ihn Noach (Ruhe). Dabei sagte er: Er wird uns aufatmen lassen von unserer Arbeit und von der Mühe unserer Hände um den Ackerboden, den der Herr verflucht hat. 30 Nach der Geburt Noachs lebte Lamech noch fünfhundertfünfundneunzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 31 Die gesamte Lebenszeit Lamechs betrug siebenhundertsiebenundsiebzig Jahre, dann starb er. 32 Noach zeugte im Alter von fünfhundert Jahren Sem, Ham und Jafet.“

1 Mos 5,28-32 EU

Seine drei Söhne Sem, Ham und Jafet wurden laut Bibel die Stammväter der Semiten, Hamiten und Jafetiten (Gen 10,1-32 EU; 1 Chr 1,5-23 EU).

Manu, der große Sonneneingeweihte, und die Arche Noah

Athanasius Kircher, Bau der Arche Noahs
Noah in der Arche, Wandmalerei in den Priscilla-Katakomben, Rom (2. Jh.)

Nach Rudolf Steiner ist Noach identisch mit dem Manu, dem großen Eingeweihten und Führer des atlanischen Sonnenorakels, der die Völker von der mit der Sintflut untergehenden Atlantis nach Osten führte und von dort aus die nachatlantische Kultur begründete (Lit.: GA 094, S. 162). Dazu sollte Noach seine Arche bauen:

„14 Mach dir eine Arche aus Zypressenholz! Statte sie mit Kammern aus, und dichte sie innen und außen mit Pech ab! 15 So sollst du die Arche bauen: Dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch soll sie sein. 16 Mach der Arche ein Dach und hebe es genau um eine Elle nach oben an! Den Eingang der Arche bring an der Seite an! Richte ein unteres, ein zweites und ein drittes Stockwerk ein!“

1 Mos 6,14-16 EU

Die Seitenverhältnissen der Arche Noah sind ein Bild für die physische Leibesform, in die der Mensch in der nachatlantischen Zeit hineinwachsen sollte, während die Maße des Salomonischen Tempels bereits die Formgestalt der Menschen der künftigen sechsten Wurzelrasse[1] symbolisieren, die allerdings wesentlich stärker vergeistigt als unsere gegenwärtige sein wird (Lit.: GA 101, S. 231).

"Die Arche Noah ist erbaut worden, damit sich der Mensch hinüberretten konnte in den jetzigen Zustand seines Daseins. Vor Noah lebte der Mensch in der atlantischen und lemurischen Zeit. Da hatte er noch nicht das Schiff gebaut, mit dem er über die Wasser des Astralen in das irdische Dasein kommen konnte. Von den Wassern des Astralen ist der Mensch gekommen, die Arche Noah trägt ihn hinüber. Die Arche stellt das Gebäude dar, welches die unbewußten göttlichen Kräfte gebaut hatten. Es gibt Abmessungen, wonach die Maße der Arche übereinstimmen mit den Maßen des menschlichen Körpers und mit den Maßen des Salomonischen Tempels auch wieder. Aus der Arche Noah ist der Mensch hinausgewachsen, und nun soll er selbst das höhere Ich mit einem Haus umgeben, das durch seinen Geist, durch seine Weisheit, durch salomonische Weisheit geschaffen worden ist." (Lit.: GA 093, S. 145)

Noah, der erste Weintrinker

Noach war der erste Weinbauer.

Nach dem Bericht der Bibel war Noach nicht nur der erste Ackerbauer, er pflanzte auch den ersten Weinberg und wurde der erste Weintrinker (1 Mos 5,20-21 EU). Auch darin liegt ein tieferer Sinn. Der Alkohol hatte in der nachatlantischen Zeit die Mission, den menschlichen Leib von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt abzuschneiden und das alte atavistische Hellsehen auszulöschen. Der Glaube an die geistige Welt sollte das unmittelbare Schauen ersetzen. Darum wurde der Wein immer mehr für den kultischen Gebrauch eingesetzt. Durch den Alkohol sollte der einzelne Mensch auf sich selbst gestellt werden, zunächst auf das eigene Ego. Die Blutsbande mussten sich allmählich lösen und auch die Erkenntnis von Reinkarnation und Karma musste für eine gewisse Zeit unterdrückt werden, damit sich der Mensch ganz in dieses eine Erdenleben hineinfindet, auf das sich das Ego beschränken muss. Durch das Mysterium von Golgatha, das zur Zeitenwende geschehen ist, kann der Mensch heute den nächsten Schritt machen und sein individuelles Ich bewusst entwickeln, indem er das bloße Ego überwindet. Dadurch findet er wieder den Anschluss an die geistige Welt und ein Bewusstsein für die wiederholten Erdenleben.

"Daher wird in der Bibel gesagt, daß Noah, der Urvater der neuen nachsintflutlichen Rasse, zunächst berauscht wird durch den Wein. Durch einen mineralisch-chemischen Prozeß wird etwas hergestellt aus dem Pflanzenreich. Der Wein spielt dann in der ganzen fünften Wurzelrasse eine bestimmte Rolle. Alle Initiierten vom Anfang der fünften Wurzelrasse haben ihre Traditionen noch herübergenommen aus der Zeit der atlantischen Rasse, als es noch keinen Wein gab: Die indischen, persischen und ägyptischen Initiierten brauchten keinen Wein. Was bei den heiligen Handlungen eine Rolle spielte, war lediglich Wasser.

Mit der fünften Wurzelrasse kam also der Wein herauf, bei dem die mineralische Behandlung der Pflanze mitwirken muß. Die drei ersten Unterrassen waren Wiederholungen von Früherem. Die vierte Unterrasse entwickelte zuerst das Neue, was mit der fünften Wurzelrasse heraufgekommen war. Sie nahm eine gewisse Heiligkeit für den Wein in Anspruch. Daher treten Kulthandlungen auf, bei denen der Wein eine Rolle spielt (Dionysoskultur). Es entsteht sogar ein Weingott.

Nach und nach hat sich das in der Menschheit vorbereitet. Zunächst tritt die Weinkultur bei den Persern auf. Da ist der Wein aber noch etwas ganz Weltliches. Erst nach und nach findet er auch Eingang im Kultischen, im Dionysoskult. Die vierte Unterrasse ist diejenige, die zuerst das Christentum hervorbringt und auch diejenige, die siebenhundert Jahre vorher ihre Mission ankündigt durch die Dionysosspiele. Sie nehmen zunächst den Wein auf in den Kultus. Diese Tatsache hat in wunderbarer Weise derjenige Evangelist dargestellt, der am meisten vom Christentum gewußt hat: Johannes. Er bespricht gleich anfangs die Verwandlung des Wassers in Wein, denn das Christentum ist zunächst für die vierte Unterrasse der fünften Wurzelrasse gekommen. Eine Lehre brauchte man, welche heiligt, was auf den physischen Plan herauskommen muß. Der Wein schneidet den Menschen von allem Spirituellen ab. Wer Wein genießt, kann nicht zum Spirituellen kommen. Er kann nichts wissen von Atma, Buddhi, Manas, von dem was bleibt, was sich wiederverkörpert. Das mußte sein. Der ganze Gang der Menschheitsentwickelung ist ein absteigender und ein aufsteigender. Der Mensch mußte einmal bis zum tiefsten Punkt herabsteigen. Und damit er ganz auf den physischen Plan herunterkommt, darum tritt der Dionysoskult ein. Der menschliche Körper mußte präpariert werden zum Materialismus durch die Dionysoskultur, deshalb mußte eine Religion auftreten, die das Wasser in Wein verwandelt. Früher herrschte strenges Weinverbot für die Priester; sie konnten Atma, Buddhi, Manas erfahren. Es mußte nun eine Religion geben, die ganz herunterführte auf den physischen Plan, sonst wären die Menschen nicht ganz heruntergestiegen. Diese Religion, die sie da herunterführte, mußte eine äußere Offenbarung haben, eine solche Offenbarung, daß abgesehen wird von Atma, Buddhi und Manas, von der Reinkarnation, und nur den Hinweis auf das Allgemeine hat. Das nächste ist, daß der Wein wieder in Wasser verwandelt wird." (Lit.: GA 093, S. 245f)

Anmerkungen

  1. Rudolf Steiner hat wiederholt darauf hingewiesen, dass der Begriff «Rasse» in der nachatlantischen Zeit eigentlich nicht mehr berechtigt ist, da nun nicht mehr die körperliche, sondern die seelisch-geistige Entwicklung in den Vordergrund rückt. Die Gliederung der Menschheit in Rassen wird allmählich völlig überwunden werden. Die Begriffe «Wurzelrasse» und «Unterrasse» entstammen noch der damals gebräuchlichen Terminologie der Theosophischen Gesellschaft und wurden später von Rudolf Steiner kaum mehr verwendet (Lit.: GA 099, S. 144).

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Tempellegende und die Goldene Legende , GA 93 (1991)
  2. Rudolf Steiner: Kosmogonie, GA 94 (2001), ISBN 3-7274-0940-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99, Dreizehnter Vortrag, München, 5. Juni 1907
  4. Rudolf Steiner: Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole, GA 101 (1992)


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