Nornen

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J.L. Lund (1777-1867): Nornir

Die Nornen (von altnord. nornir) sind in der germanischen Mythologie Wesen, von denen einige von Göttern, andere von Zwergen oder Elben abstammen sollen. Mit Namen genannt werden aber nur die drei Schicksalsfrauen, die das persönlich gedachte fatum verkörpern. Sie heißen Urd (das Gewordene), Verdandi (das Werdende) und Skuld (das Werdensollende), d. h. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Name der letzten Norne, "Skuld" (wörtlich = "Schuld", bzw. "skal" = sollen) ist auch bekannt als der Name einer Walküre.

Sie wohnen an der Wurzel der Weltenesche Yggdrasil an einem Brunnen, dem Schicksalsquell, aus dem sie den heiligen Weltenbaum begießen und der nach der ältesten Norne Urdarbrunnen heißt. Sie lenken die Geschicke der Menschen und Götter, indem sie die Fäden des Schicksals spinnen und weben. Manche Sagen erzählen, Urd sitzt allein am Urdaborn, während ihre Schwestern in der Gestalt schneeweißer Schwäne auf dem Wasser des Quells schwimmen; andere Sagen berichten, dass Schwäne den Göttern der Nornen Botschaft überbringen. Die Nornen sind auch Gottheiten des Wetters. Den Menschen bringen sie Heil und Unheil. Oft wird berichtet, dass zwei von ihnen dem Neugeborenen Glück und Begabung in die Wiege legen, während die dritte durch ihren Spruch diesem Glück eine Grenze setzt. Diese Grenze ist der Tod, und die, die ihn vorbestimmt, die jüngste der Nornen, die Skuld. Sie teilen allen Wesen Schicksal und Lebensspanne zu. Oft werden die Nornen mit den Walküren verwechselt. Manchmal werden sie auch mit den Schutzgeistern Fylgjur (Fylgja) sowie den weisen Frauen volur und spåkonur vermischt. Die Dreiheit von Göttinnen des Schicksals ist ebenfalls in der römischen (Parzen), in der griechischen (Moiren) und der slawischen Mythologie (Zorya) bekannt.

Siehe auch

Weblinks

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