Organismus

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Ein Organismus ist ganz allgemein ein strukturiertes Ganzes, in dem sich sämtliche, hierarchisch gegliederte Teile wechselseitig in ihrer Gestalt und Funktion nicht nur aufeinander beziehen, sondern entscheidend vom Ganzen selbst geprägt werden. Im Organismus liegen die Teile des Ganzen nicht nur äußerlich nebeneinander, wie in einem toten mechanistischen Gebilde, sondern sie hängen innerlich mit dem Ganzen zusammen und vermitteln dadurch einen einheitlichen Prozeß, der sich auf das Ganze selbst bezieht. Der Begriff „Organismus“ wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von Georg Ernst Stahl geprägt als Gegenbegriff zum Mechanismus.

In Goethes «Faust-Tragödie» heißt es dazu bekanntlich sehr treffend:

Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben,
Sucht erst den Geist herauszutreiben,
Dann hat er die Teile in seiner Hand,
Fehlt, leider! nur das geistige Band.
Encheiresin naturae[1] nennts die Chemie,
Spottet ihrer selbst und weiß nicht wie.

Goethe: FAUST I, Studierzimmer

Literatur

  1. Ernst-Michael Kranich: Der innere Mensch und sein Leib: Eine Anthropologie, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2003, ISBN 978-3772518652
  2. Ernst-Michael Kranich: Anthropologische Grundlagen der Waldorfpädagogik, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1999, ISBN 978-3772517815
  3. Johannes W. Rohen: Morphologie des menschlichen Organismus, 4. Aufl., Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2016, ISBN 978-3772519987
  4. Johannes W. Rohen: Eine funktionelle und spirituelle Anthropologie: unter Einbeziehung der Menschenkunde Rudolf Steiners, 1. Aufl., Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2009, ISBN 978-3772520983

Anmerkungen

  1. lat. „Handhabung der Natur“