Oriphiel (Erzengel)

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Oriphiel, den Rudolf Steiner auch den Engel des Zorns nennt, ist einer der 7 führenden Erzengel, die über die Planetensphären herrschen. Sein Herrschaftsgebiet ist die Saturnsphäre. Oriphiel steht auch in engem Zusammenhang mit den Kräften des alten Saturn, auf dem die Keime unserer Sinnesorgane veranlagt wurden und wirkt darum auch stark auf die Sinnlichkeit des Menschen.

Oriphiel und die Geheimnisse der Saturnsphäre

Die Geheimnisse der Saturnsphäre, über die Oriphiel herrscht, vermag man allerdings erst zu schauen, wenn man das 63. Lebensjahr überschritten hat.

"Es gibt ja gewisse Geheimnisse der Weltenanschauung, die nur zu durchschauen sind, wenn man ein ziemlich hohes Alter erreicht hat. Die einzelnen Lebensalter lassen den Menschen, wenn man im Besitze der Initiationswissenschaft ist, hinschauen auf die einzelnen Geheimnisse des Daseins. So kann man zwischen dem einundzwanzigsten und zweiundvierzigsten Lebensjahre hineinschauen in die Sonnenverhältnisse - vorher nicht. So kann man zwischen dem zweiundvierzigsten und neunundvierzigsten Jahre in die Marsgeheimnisse hineinschauen; so zwischen dem neunundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre in die Jupitergeheimnisse. Will man aber die Weltengeheimnisse im Zusammenhange schauen, dann muß man das dreiundsechzigste Lebensjahr überschritten haben. Daher würde ich gewisse Dinge, die ich jetzt unverhohlen ausspreche, vorher nicht haben sagen können, bevor ich eben in dieser Lage war. Denn will man das durchschauen, was sich gerade auf die Michael-Geheimnisse bezieht, was ja von der geistigen Region der Sonne aus wirkt, dann muß man von der Erde aus in die Weltengeheimnisse hinaufschauen durch die Saturnweisheit. Dann muß man jene Dämmerung in der geistigen Welt verspüren können, in ihr leben können, die von dem den Saturn beherrschenden Oriphiel herrührt, der zur Zeit des Mysteriums von Golgatha der führende Erzengel war und der wieder der führende Erzengel sein wird, nachdem die Michael-Zeit abgelaufen sein wird." (Lit.: GA 240, S. 194f)

Oriphiel als Führer der Planetenintelligenzen

Seit dem 8. Jahrhundert haben sich die planetarischen Intelligenzen unter der Führung Oriphiel zunehmend von der Sonnenintelligenz Michaels emanzipiert und sind in Opposition zu ihm getreten.

"Nur als diese Jahrhunderte heraufkamen, das 8., 9., 10. Jahrhundert, da geschah es eben, daß die planetarischen Intelligenzen Rechnung trugen dem Umstände, daß die Erde sich verändert hatte, daß auch die Sonne sich verändert hatte. Ja, das, was da draußen vor sich geht, was die Astronomen beschreiben, das ist nur die Außenseite. Sie wissen: Alle elf Jahre ungefähr haben wir eine Sonnenfleckenperiode; die Sonne scheint so auf die Erde, daß gewisse Stellen dunkel sind, daß gewisse Stellen fleckig sind. Das war nicht immer so. Die Sonne glänzte in sehr alten Zeiten als eine gleichförmige Scheibe herunter, Sonnenflecken waren nicht da. Und die Sonne wird nach Tausenden und Tausenden von Jahren wesentlich viel mehr Flecken haben als heute, sie wird immer fleckiger. Das ist immer die äußere Offenbarung dessen, daß die Michael-Kraft, die kosmische Kraft der Intelligenz immer mehr abnimmt. In dem Vermehren der Sonnenflecken durch die kosmische Entwickelung zeigt sich der Verfall der Sonne; immer mehr zeigt sich das Matterwerden, das Altwerden der Sonne im Kosmos. Und an dem Auftreten einer genügend großen Anzahl von Sonnenflecken erkannten die anderen planetarischen Intelligenzen, daß sie nicht mehr von der Sonne beherrscht sein wollen. Sie nahmen sich vor, die Erde nicht mehr von der Sonne abhängig sein zu lassen, sondern direkt vom gesamten Kosmos. Das geschieht durch die planetarischen Ratschlüsse der Archangeloi. Namentlich unter der Führung des Oriphiel geschieht diese Emanzipierung der planetarischen Intelligenz von der Sonnenintelligenz. Es war ein vollständiges Trennen von bis dahin zusammengehörigen Weltgewalten. Die Sonnenintelligenz des Michael und die planetarischen Intelligenzen gerieten nach und nach in kosmische Opposition zueinander." (Lit.: GA 237, S. 170f)

Oriphiel-Zeitalter

Die letzte Erzengel-Regentschaft Oriphiels währte laut Rudolf Steiner von 200 v. Chr. - 150 n. Chr. Etwa um 2300 oder 2400 n. Chr. wird er mit einem neuen Oriphiel-Zeitalter die gegenwärtige Regentschaft Michaels ablösen. Oriphiel-Zeitalter sind stets durch dramatische und für die Menschheitsentwicklung sehr entscheidende Ereignisse geprägt. Oriphiel bringt den Zorn Gottes (Lit.: GA 266a, S. 263).

"Nach dem michaelischen kommt das Zeitalter Oriphiels. Das wird ein böses, schlimmes Zeitalter sein, in dem alle furchtbaren Kräfte des Egoismus, der Härte, der Roheit und Lieblosigkeit entfesselt sein werden. Das Häuflein spiritualisierter Seelen hat die Aufgabe, in diesem schlimmen Zeitalter einfließen zu lassen die reine Wahrheit, Liebe und Güte und es so zu reinigen und so die Welt voranzubringen, dem sechsten Schöpfungstag entgegen, in dessen Morgenröte wir jetzt stehen." (Lit.: GA 266a, S. 258)

"Im Zeitalter des Ori­phiel wurde Christus geboren; wenn Oriphiel wieder an die Herrschaft kommt (in einigen Jahrhunderten), dann muß das geistige Licht, das von Christian Rosenkreutz gebracht wurde und nun verbreitet wird, auch eine Schar hellsichtiger Menschen er­zeugt haben, die zielbewußt arbeitende Pioniere sind. Das wird hervorrufen die Trennung in zwei Hauptströmungen, eine Rasse der Guten und eine Rasse der Bösen. Die fünfte Wurzelrasse wird durch das Böse untergehen." (Lit.: GA 266a, S. 170)

"Die Strahlenherrschaft Michaels wird wiederum abgelöst werden von einem finstern, schrecklichen Zeitalter, das ums Jahr 2400 seinen Anfang nimmt. Schon heute hat zugleich mit Michael ein finsterer Gott seine Herrschaft angetreten: der Gott Mammon.

Der Mammon ist für den Okkultismus nicht nur der Gott des Geldes. Er ist vielmehr der Führer aller niedrigen, schwarzen Kräfte. Und seine Heerscharen greifen nicht nur die Menschenseelen an, sondern auch die physischen Leiber der Menschen, um sie zu zerfressen und zu verderben. Man redet heute nicht deshalb so viel von Bazillen, weil man mehr davon weiß, sondern deswegen, weil sie wirklich heute eine ganz besondere Gestalt angenommen haben. Und in Zukunft werden sie in erschreckender Weise überhandnehmen. Wenn jenes schwarze Zeitalter naht, dann werden Bruderzwist und Bruderkrieg in grauenvoller Weise wüten, und die armen Menschenleiber werden in furchtbarer Art von Krankheiten und Seuchen befallen dahinsiechen. Das Brandmal der Sünde wird für jedermann sichtbar den Menschenkörpern aufgedrückt sein. Dann hat ein anderer Erzengel die Herrschaft: Oriphiel. Er muß kommen, um die Menschen aufzurütteln, durch grausame Qualen aufzurütteln zu ihrer wahren Bestimmung. Und damit das in richtiger Weise geschehen kann, muß heute schon ein kleines Häuflein Menschen vorbereitet werden, damit es dann in vier- bis sechshundert Jahren im schwarzen Zeitalter das esoterische Leben verbreiten und die Menschheit leiten könnte. Wer heute unter Michaels Herrschaft den Drang in sich fühlt, mit teilzunehmen am geistigen Leben, der ist berufen, dem Erzengel Michael zu dienen und unter ihm zu lernen, damit er einst reif sei, auch dem furchtbaren Oriphiel in rechter Weise zu dienen. Ein Opfer wird verlangt von denen, die sich einem höheren Leben weihen wollen. Nur unter der Voraussetzung soll man das geistige Leben empfangen und die Erweckung erleben wollen, wenn man dafür später sich selbst, seinen Willen, alles nur im Dienste der Menschheit anwenden will.

In vier- bis sechshundert Jahren wird das Häuflein Menschen, das heute dazu vorbereitet wird, dem Gotte Oriphiel dienen, damit die Menschheit errettet werde. Wenn in jenem Zeitalter solche Menschen die geistige Führung übernehmen wollten, die nicht vorbereitet worden sind, standzuhalten in allen Stürmen und Trotz zu bieten den Scharen des Mammon, so würden sie nicht in der richtigen Weise dem Erzengel Oriphiel dienen können, und die Menschheit würde nicht aus ihrem Elend emporgehoben werden. Damit dies aber geschehe, müssen wir heute mit allem Ernste arbeiten, um unsere Aufgaben dann in rechter Weise erfüllen zu können.

Aber wenn die finsteren Mächte am schrecklichsten wüten, so leuchtet auch das hellste Licht. Schon einmal hat Oriphiel seine Herrschaft innegehabt. Das war zur Zeit, als der Christus auf Erden erschien. Damals herrschten überall auf Erden schlimme Mächte des Verfalls und der Dekadenz. Und nur mit grausamen Mitteln konnte das Menschengeschlecht emporgerüttelt werden. Oriphiel wird der Engel des Zornes genannt, der mit starker Hand die Menschheit reinigt.

Einen tiefen Sinn hat die Erzählung der Bibel, daß Christus die Geißel schwingt, um den Tempel von den Wechslern zu reinigen. Damals, als es am dunkelsten war auf Erden, erschien der Christus als Retter der Menschheit. 109 Jahre nach Christi Erscheinen war die Herrschaft Oriphiels zu Ende und ward abgelöst durch Anael. Dann folgte Zachariel, dann Raphael. Zur Zeit der Renaissance herrschte Samael, vom 16. Jahrhundert ab bis zum November 1879 Gabriel. Dann trat Michael die Herrschaft an, und um das Jahr 2400 wird wiederum Oriphiel, der furchtbare Engel des Zorns, die Leitung übernehmen. Und wie einst wird dann auch das geistige Licht hell und strahlend in die Dunkelheit leuchten: der Christus wird wiederum auf Erden erscheinen, wenn auch in anderer Gestalt als damals. Ihn zu empfangen, Ihm zu dienen, dazu sind wir berufen." (Lit.: GA 266a, S. 283ff)

Oriphiels Wirkung auf Sinnlichkeit und Sexualität

Die Impulse Oriphiels wirken auf die Sinnlichkeit des Menschen und namentlich auf die Sexualität. Diese Kräfte sind schon heute wirksam, werden sich aber im kommenden Oriphel-Zeitalter noch bedeutsam verstärken.

"Die Erde steht jetzt (periodenweise) unter dem Einfluß der Saturnkräfte der Erde, das heißt der Kräfte, die die Erde beibehalten hat von dem alten Saturn her, auf dem die ersten Anfänge zu unseren Organen gebildet wurden. (Die Aufgabe des Saturns bestand darin, die ersten Keime zu unseren physischen Sinnesorganen zu entwickeln.)

Die Erde steht periodenweise unter dem Einfluß der Kräfte der Planeten, deren Zustand wir durchgemacht haben. Und so stehen wir jetzt unter dem Einfluß der Saturnkräfte der Erde. Die Saturnkräfte wirken auf die Sinnesorgane, die bis zu einer früher nicht erreichten Höhe ausgebildet sind. Daraus erklärt es sich, daß das Streben und Trachten der Menschheit in so hohem Maße auf das Sinnenfällige gerichtet ist.

Oriphiel bekommt seine Kräfte aus dem heutigen Saturn. Nach vierhundert Jahren wird er seine Herrschaft wieder antreten. Wenn dann die irdischen Saturnkräfte sich mit den Kräften des heutigen Saturn vereinen, wird es auf der Erde noch viel schlimmer werden. Die furchtbaren Entartungen, die wir schon heute in geschlechtlichen Dingen sehen, werden noch ein viel höheres Maß erreichen; sie könnten überhaupt nicht existieren, wenn nicht der Saturn die Erde beherrschte." (Lit.: GA 266a, S. 261f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Dritter Band: Die karmischen Zusammenhänge der anthroposophischen Bewegung, GA 237 (1982)
  2. Rudolf Steiner: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Sechster Band, GA 240 (1992), ISBN 3-7274-2401-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909, GA 266/1 (1995), ISBN 3-7274-2661-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org


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