Paralemptor

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Paralemptoren (griech. παραλήμτορες paralemptores oder παραλήμται paralemptai; Ez. παραλήμτες paralemptes „Empfänger“) erscheinen in manchen gnostischen Schriften, wie der Pistis Sophia oder dem Apokryphon des Johannes, als Lichtwesen, die das „Göttliche Licht“ empfangen. Sie führen die Seelen der Toten, die auf Erden durch die zweite und dritte Stufe der Mysterien geschritten sind, nach ihrer Läuterung durch alle Äonen hinauf zum „Göttlichen Licht“. Als Anführer der Paralemptoren gilt Melchisedek.

„Und ferner führen jene Paralemptai jene Seele zu der Lichtjungfrau, und jene Seele giebt der Lichtjungfrau die Siegel und den Ruhm der Hymnen. Und die Lichtjungfrau und die sieben andern Lichtjungfrauen prüfen sämtlich jene Seele und finden sämtlich ihre Zeichen an ihr und ihre Siegel und ihre Taufen und ihre Salbe. Und die Lichtjungfrau besiegelt jene Seele und die Paralemptai des Lichtes taufen jene Seele und geben ihr die geistige Salbe, und eine jede der Lichtjungfrauen besiegelt sie mit ihren Siegeln. Und ferner übergeben die Paralemptai des Lichtes sie dem grossen Sabaoth, dem Guten, der an dem Thore des Lebens im Orte derer von der Rechten ist, der »Vater« genannt wird, und jene Seele giebt ihm den Ruhm seiner Hymnen und seine Siegel und seine Apologien, und Sabaoth, der Grosse und Gute, besiegelt sie mit seinen Siegeln. Und die Seele giebt ihre Kenntnis und den Ruhm der Hymnen und die Siegel dem ganzen Orte derer von der Rechten; es besiegeln sie alle mit ihren Siegeln, und Melchisedek, der grosse Paralemptes des Lichtes, der in dem Orte derer von der Rechten, besiegelt jene Seele, und die Paralemptores des Melchisedek besiegeln jene Seele und führen sie zum Lichtschatze. Und sie giebt den Ruhm und die Ehre und das Lob der Hymnen und alle Siegel allen Örtern des Lichtes. Und alle die vom Orte des Lichtschatzes besiegeln sie mit ihren Siegeln, und sie geht in den Ort des Erbes.“

Pistis Sophia: Kapitel 112[1]

Anmerkungen

  1. C. Schmidt: Die Pistis Sophia, S 188f

Literatur

  • Carl Schmidt (Hrsg.): Koptisch-gnostische Schriften. Bd. I. Die Pistis Sophia. Die beiden Bücher des Jeû. Unbekanntes altgnostisches Werk, Leipzig 1905. 4., um d. Vorw. erw. Auflage, Berlin 1981 (Koptisch-gnostische Schriften; Bd. 1: Die griechischen christlichen Schriftsteller der ersten Jahrhunderte). Erste deutsche Übersetzung.
  • Carl Schmidt: Pistis Sophia neu herausgegeben mit Einleitung nebst griechischem und koptischem Wort- und Namenregister. Gyldendalsk Boghandel-Nordisk Forlag, Hauniae 1925. (deutsches Vorwort, koptischer Text)