Perichoresis

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Perichoresis (griech. περιχώρησις „herumschwingen“ von περι „herum“ und χώρηα „schwingen“; lat. Circumincessio) ist ein vor allem in der christlichen Dogmatik gebräuchlicher Begriff, der die vollständige, aber ohne Verschmelzung zur Einheit führende, gegenseitige Durchdingung bezeichnet. Er wurde erstmals von Gregor von Nazianz (* um 329; †390) gebraucht, um die dynamische Einheit der drei Hypostasen der göttlichen Trinität zu beschreiben, beginnend mit dem Vater, „von dem die anderen ausgehen und zu dem sie zurückkehren, nicht um sich zu vermischen, sondern so, dass sie verbunden sind“[1]. Maximus Confessor (* um 580; † 662) verwendete diesen Begriff, um zu zeigen, dass die Einheit der Person Jesu Christi mit der Zweiheit seiner beiden Naturen als wahrer Mensch und als wahrer Gott zu vereinbaren ist, weil sich ähnlich wie die beiden so unterschiedlichen Naturen von Feuer und Eisen in einem glühenden Schwert wechselseitig vollständig durchdringen, ohne miteinander zu verschmelzen[2].

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Gregor von Nazianz, Or. 42, 15-16
  2. Maximus Confessor, Disp. c. Pyrrho. MPG 91, 337 CD