Phosphor

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Hennig Brand entdeckte 1669 den weißen Phosphor, als er Urin bis zur Trockene eindampfte (Illustration von Joseph Wright of Derby, 1771)
Strukturformel von Adenosintriphosphat
Roter Phosphor

Phosphor (von griechisch φως-φορος phosphoros „lichttragend“) mit dem Symbol P ist ein chemisches Element, das aufgrund seiner hohen Reaktivität in der Natur nicht gediegen, sondern nur in chemischen Verbindungen, hauptsächlich in Phosphaten, vorkommt. Am Aufbau der Erdkruste ist Phosphor zu etwa 0,09 % beteiligt[1]. Die wesentlichsten Phosphat-Mineralien sind die Apatite Ca5(PO4)3(F,Cl,OH). Der Fluorapatit, der auch im Zahnschmelz vorkommt, und der mit Calciumcarbonat durchsetzte Phosphorit werden in großen Mengen abgebaut. Weitere phosphorhaltige Mineralien sind der Wavellit Al3(PO4)(F,OH) · 5 H2O, der Vivianit Fe3(PO4)2 · 8 H2O und der Türkis CuAl6[(PO4)(OH2)]4 · 4 H2O.

Die geistigen und seelischen Wirkungen des Phosphors

Der Phosphor befeuert die Willenstätigkeit und ist in Form des Adenosintriphosphats (ATP) der universelle Energieträger im tierischen und menschlichen Organismus. Täglich werden im menschlichen Körper bis zu 80 kg ATP produziert - und ebenso schnell auch wieder verbraucht. Im Willen wirkt das Ich und der Phosphor ist der Ich-Träger, der diese Willenstätigkeit vermittelt. Allerdings, durch überschüssigen Phosphor „fängt der Wille an zu zappeln.“

"Und wenn wir einfach zu viel Phosphor in uns haben, das heißt, zu feurige Speisen essen, dann werden wir ein furchtbarer Zappelfritz, der alles angreifen will, der immer wollen will. Dadurch, daß wir den Phosphor haben, ist der Wille da. Und wenn wir zu viel Phosphor haben, dann fängt dieser Wille an zu zappeln. Und wenn dann der Organismus so ist, daß er überhaupt durch seine ganze Zusammensetzung zu viel Phosphor in den Kopf hinaufschickt, dann fängt der Mensch nicht nur an zu zappeln, und wie man sagt, nervös - das hat nichts mit den Nerven, sondern mit dem Phosphor zu tun - herumzuzappeln in der Welt, sondern er fängt an zu toben und wird ein Verrückter, wird tobsüchtig. Wir müssen ein klein wenig Phosphor in uns haben, damit wir überhaupt wollen können. Aber wenn wir zu viel Phosphor machen in uns selber, dann werden wir verrückt." (Lit.: GA 347, S. 114)

Der Phosphor befreit den Astralleib und das Ich von den Fesseln des physischen Leibs und fördert dadurch den Schlaf. Das geschieht aber erst, nachdem er zuvor die bewusste Tätigkeit des Menschen angeregt hat. Der Phosphor hat nämlich im menschlichen Organismus, im Gegensatz zum Schwefel, eine starke Neigung zur Salzbildung als Phosphat. Die Salze bilden aber die Grundlage für das kristallklare Denken, auf das sich das Selbstbewusstsein gründet. Der Schlaf tritt hier gewissermaßen als gesunde Folge der Ermüdung ein, die aus der bewussten Tätigkeit resultiert. Der Schwefel, der im Organismus nur wenig zur Salzbildung neigt, dämpft hingegen das Bewusstsein, indem er die ätherische Tätigkeit anregt. Dadurch fördert er zwar auch den Schlaf, aber ohne zuvor das Bewusstsein zu befeuern.

Der unmittelbare Gegenspieler des Phosphors ist der Kalk. Den zentrifugalen Kräften des Kalks tritt der Phosphor mit seiner zentripedalen Tendenz entgegen. Im Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen wirkt der Kalk austreibend auf die Flüssigkeiten, im Rhythmischen System auf die Luft, d.h. er ist die treibende Kraft der Ausatmung, und im Nerven-Sinnessystem wirkt er austreibend auf die Wärme, er bewirkt gleichsam eine Art Abkühlung der Nerven-Sinnesorganisation. Im Unterleib ist auch das Silber ein Gegenspieler des Phosphors. Das Silber unterstützt durch seine zentrifugale Tendenz ähnlich dem Kalk die Ausscheidungsprozesse und wirkt namentlich formbildend und -differenzierend in der Embryonalentwicklung. Dem tritt der Phosphor vom Uterus und dem Chorion (Fruchthülle) aus formauslöschend durch seine zentripedalen Kräfte entgegen (Lit.: GA 319, S. 113ff).

Der Phosphor wirkt hingegen im Stoffwechsel-Gliedmassensystem anziehend auf die Flüssigkeiten bzw. besser auf das Feste in aufgelöster Form, im Rhythmischen System bewirkt er die Einatmung und er bringt das Luftige so in den Organismus, dass es die Nerven-Sinnesorganisation durchwärmt.

Sehr wesentlich ist der Phosphor an der Bildung des Innenskeletts beteiligt. Die Knochen des Körperskeletts bestehen zu etwa 50 % aus Hydroxylapatit (Ca5(PO4)3(OH)), das Zahnbein zu etwa 70% und der Zahnschmelz sogar zu etwa 97%. In den Röhrenknochen der Gliedmaßen tritt sehr deutlich die lichtverwandte strahlige Formbildungstendenz des Phosphors hervor, während der Schädel, der ja im Grunde ein Außenskelett ist, die rundende Formkraft des Kalks offenbart. Dafür sind die fettartigen erstarrten Phospholipoide (vor allem die Kephaline – von gr. kephalos = Kopf), an denen die fast tote weiße Gehirnsubstanz sehr reich ist, eine wesentliche Grundlage für die Bewusstwerdung des Denkens. Diese salzartigen Substanzen sind durchlässig für das Geistige und offenbaren es in Form kristallklarer Gedanken. Vermittelt durch den Phosphor leuchtet hier das geistige Licht in Gedankenform auf. Die Gedanken sind dabei als das in definierten Formen erstarrte tote Endprodukt des lebendigen Denkens zu verstehen. Der eigentliche lebendige Denkprozess spielt sich hingegen in dem im Atemrhythmus auf- und abschwingenden Gehirnwasser ab und greift von hier aus auf die reichlich durchblutete und daher noch verhältnismäßig lebendige graue Gehirnrinde über.

Anmerkungen

  1. Holleman, Wiberg:Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 91.–100. Auflage,de Gruyter, Berlin, 1985. ISBN 3-11-007511-3 (S.928–931)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Anthroposophische Menschenerkenntnis und Medizin, GA 319 (1994) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Die Erkenntnis des Menschenwesens nach Leib, Seele und Geist. Über frühe Erdzustände, GA 347 (1995), ISBN 3-7274-3470-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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