Physiognomie

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Als Physiognomie (von griech. φύσις, physis = "Natur, Gestalt, Körper" und γνώμη, gnōmē = "Erkenntnis, Wissen") wird die äußere Erscheinung des Menschen bezeichnet, insbesondere die charakteristische individuelle Formung seiner Gesichtszüge. So wie die ganze Gestalt des Schädels, so ist auch die Physiognomie sehr wesentlich durch die vorige irdische Inkarnation geprägt. Gelegentlich wird der Begriff «Physiognomie» auch auf die ganze Körpergestalt bezogen, für die allerdings ganz andere Gesetzmäßigkeiten als für das menschliche Haupt gelten.

"Das Haupt, das, was das menschliche Haupt formt, die Formungskräfte des menschlichen Hauptes, das wird im wesentlichen hereingetragen aus der vorigen Inkarnation, und da ist nur eine lose Verbindung zwischen diesem feingewobenen Geistig-Seelischen und dem Körperhaften, das eigentlich von der vorigen Inkarnation zusammengehalten wird. Ihre Physiognomie tragen Sie ja eigentlich nach Ihren Verrichtungen und Eigenschaften in der vorigen Inkarnation. Und derjenige, der sich gut versteht auf Deutungen von Menschen, der sieht gerade durch das Physiognomische des Hauptes hindurch; nicht durch dasjenige, was von dem luziferischen Inneren stammt, sondern mehr durch die Anpassung an das Universum. Man muß ja die Physiognomie so sehen, als wenn sie in den Menschen hineingedrückt wäre. Nicht so sehr, als ob sie herausginge, sondern man muß gewissermaßen das Negativ des Seelischen sehen; das sieht man in diesem Negativ des Gesichts. Wenn Sie einen Abdruck machen würden von jedem Gesicht, da würden Sie eigentlich die Physiognomie sehen, die ein furchtbar starker Verräter ist desjenigen, was Sie in der vorigen Inkarnation angestellt haben. Dagegen ist alles, was ich da unten wie nur zusammenhängend mit dem wogenden Meere des Geistig-Seelischen der Welt skizziert habe, was so aufzufassen ist, daß es des Menschen Unterbewußtem oder Unbewußtem entspricht, stark verwandt mit der Körperlichkeit; das durchsetzt die Körperlichkeit. Diese Körperlichkeit, die verbindet sich so mit dem Geistigen, daß das Geistige als Geistiges gar nicht erscheinen kann. Daher würde man, wenn man hinunterschaute, dieses Ineinanderbrodeln von Geistigem und Leiblichem schauen, was hinter der Schwelle der Erinnerung liegt. Das ist das, was vorbereitet das Haupt der nächsten Inkarnation, das ist das, was sich metamorphosieren will zu dem, was in der Zukunft erst feste materielle Form bekommt, erst Haupt sein wird in der nächsten Inkarnation. Denn das Haupt des Menschen ist ein über das Maß seiner Entwickelung Hinausgeschrittenes. Daher ist das Haupt - wie Sie sich erinnern aus den früheren Vorträgen, die ich hier gehalten habe - eigentlich mit dem siebenundzwanzigsten, achtundzwanzigsten Jahre des Menschen in seiner Entwickelung schon abgeschlossen. Da ist schon Überbildung des Menschen, in der Hauptesform." (Lit.: GA 183, S. 41f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Wissenschaft vom Werden des Menschen, GA 183 (1990), ISBN 3-7274-1830-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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