Planet

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Protoplanetare Scheibe um den etwa 450 Lichtjahre entfernten jungen Stern HL Tauri im Sternbild Stier.
NeptunUranusJupiterMarsErdeVenusMerkurSaturnSaturnSaturnSonnePlaneten des Sonnensystems
Über dieses Bild
Maßstabsgetreue Darstellung der Planeten des Sonnensystems

1 – Merkur
2 – Venus
3 – Erde
4 – Mars
5 – Jupiter
6 – Saturn
7 – Uranus
8 – Neptun

abgeplattetes Rotationsellipsoid

Ein Planet (griech. πλανήτης planētēs „Wandelstern“, von πλανάομαι planáomai „umherirren, umherschweifen“) ist im okkulten Sinn mehr als der sinnlich wahrnehmbare physische Himmelskörper. Er umfasst als ätherische Planetensphäre den ganzen Bereich, der sich von der Sonne bis zur Umlaufbahn des physischen Planeten erstreckt. Aus okkulter Sicht werden dabei auch Sonne und Mond zu den klassischen sieben Planeten gerechnet, die mit freiem Auge sichtbar sind.

Ätherische Planetensphären

Hauptartikel: Planetensphären

Die ätherische Planetensphäre zeigt sich der geistigen Schau als linsenförmig abgeplatteter Raum, der von feiner ätherischer Substanz ganz spezifischer Qualität erfüllt ist.

„Derjenige, der noch im wahrnehmenden Sinne das ptolemäische Weltensystem vor sich hatte, der sagte nicht: Der Mond steht da oben. Das sagte er eben nicht, das interpretiert man nur jetzt hinein ins Weltensystem. Er sagte eben nicht: Der Mond ist da oben, denn da hätte er die Erscheinung bloß auf das Auge bezogen. Das tat er nicht, er bezog die Erscheinung auf den ganzen Menschen und meinte das so: Hier stehe ich auf der Erde, und ebenso wahr wie ich auf der Erde stehe, stehe ich auch im Mond drinnen, denn der Mond, das ist das da (Fig. 1, S. 254 schraffierte Fläche). Das ist die Erde und das Ganze ist der Mond, der ja viel größer ist als die Erde. Der ist nämlich im Radius so groß, wie dasjenige ist, was wir jetzt nennen die Entfernung des Mondes, ich kann nicht sagen des Mondmittelpunktes, von dem Erdenmittelpunkt. So groß ist der Mond im Sinne des ptolemäischen Weltensystems, wie es ursprünglich ausgebildet worden ist. Und dieser Körper, der sonst überall unsichtbar ist, der entwickelt an dem einen Ende einen Vorgang, durch den dieses kleine Stückchen sichtbar wird. Alles andere ist unsichtbar und ist außerdem von solcher Substantialität, daß man drinnen leben kann, daß man von ihm durchdrungen wird. Nur an diesem einen Ende, da wird es sichtbar. Und im Verhältnis zur Erde dreht sich diese ganze Sphäre, die übrigens nicht eine Sphäre ist, sondern ein Rotations-Ellipsoid, und

Zeichnung aus GA 323, S. 254 (Fig. 1)

damit dreht sich dasjenige, was da das sichtbare Stückchen ist, also dasjenige, was der sichtbare Mond ist. Das ist nur ein Teil der vollen Wirklichkeit, mit der man es hier zu tun hat.“ (Lit.:GA 323, S. 253f)

Die einzelnen ätherischen Planetensphären des Planetensystems durchdringen sich, ohne einander zu stören. Begrenzt werden diese ätherischen Planeten durch die Geister der Form, die in der Sonne ihren Wohnsitz haben, ihre innere Bewegung wird geregelt durch die Dynameis und die Kyriotetes bilden ihr niederstes Bewusstsein, vergleichbar unserem Astralleib. Die Throne sorgen für die Bewegung im Raum, die durch die Cherubim in den rechten Zusammenklang (→ Sphärenharmonie) mit dem ganzen Planetensystem gebracht wird. Durch die Seraphim kommuniziert der Planet mit anderen Himmelskörpern. Diesen Tätigkeiten der höheren Hierarchien entsprechen im mikrokosmischen Maßstab die menschlichen Wesensglieder vom physischen Leib über Ätherleib und Astralleib bis zu den drei seelischen Wesensgliedern (Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewusstseinsseele). Die höheren geistigen Wesensglieder des Menschen - Manas, Buddhi und Atman - werden im kosmischen Maßstab durch die Trinität repräsentiert, die sich im Insgesamt des Kosmos ihre äußere Hülle schafft.

„Wie wir etwas Geformtes im physischen Leib des Menschen als sein unterstes Glied haben, und wie in diesem Geformten, das in Wahrheit, so wie es uns entgegentritt, selbstverständlich eine Maja ist, aber eben das lebt, was Geist der Form ist, so ist das, was uns erscheint, wenn wir den Blick hinausrichten in den Weltenraum und im Weltenraum einen Planeten erblicken — Merkur, Venus, Mars, Jupiter —, die äußere Form des Geistes der Form, das, was zu diesem Wesen, von dem wir jetzt gesprochen haben, gehört, wie der physische Leib des Menschen zu dem Menschen gehört. Wenn ein Mensch vor uns steht, dann drückt uns diese Form aus, was als höhere Glieder, als ätherischer Leib, astralischer Leib, Empfindungsseele und so weiter, in dem Menschen lebt; wenn wir einen Planeten sehen, drückt uns diese Form aus, was die Form der Geister der Form ausmacht. Und wie hinter der menschlichen Form, hinter dem physischen Leib der ätherische Leib, der astralische Leib, die Empfindungsseele und so weiter sind, so ist hinter dem Planeten als zu ihm gehörig dasjenige, was wir ansprechen als Geister der Bewegung, der Weisheit, des Willens, Seraphim, Cherubim und so weiter. Wenn wir also im Sinne der Geisteswissenschaft das vollständige Wesen eines Planeten uns vorhalten wollen, dann müssen wir sagen: Uns begegnet im Weltenraum für unsere Wahrnehmung der Planet, indem er uns sein Physisches, das der Geist der Form ihm gegeben hat, entgegenleuchtet, und er verbirgt, wie der Mensch seine höheren Glieder dem physischen Bück verbirgt, dasjenige, was als Wesenheiten der höheren Hierarchien in dem Planeten und um ihn waltet. Wir stellen uns also einen solchen Planeten wie den Mars oder den Merkur richtig vor, wenn wir ihn uns zunächst seiner physischen Form nach vorstellen und ihn umgeben und durchdrungen denken von einer geistigen Atmosphäre, die ins Endlose ausgreift, die in dem physischen Planeten eben ihre physische Form, die Schöpfung der Geister der Form, hat und die in ihrem geistigen Umkreis die Wesenheiten der anderen Hierarchien hat.“ (Lit.:GA 136, S. 90)

„Wir haben eine Vorstellung davon gewonnen, was alles an einem Planeten beteiligt ist, und wir haben gesehen, wie der Planet seine Form erhält, also seine abgeschlossene Gestalt, dadurch, daß da wirken die Geister der Form. Wir haben ferner gesehen, daß das innere Leben, die innere Beweglichkeit des Planeten eine Wirkung ist der Tätigkeit der Geister der Bewegung. Dasjenige, was wir das niederste Bewußtsein des Planeten nennen können, das wir vergleichen können mit dem Bewußtsein, das beim Menschen in seinem astralischen Leibe vorhanden ist, das haben wir zuzuteilen den Geistern der Weisheit. Jene Impulse, durch die der Planet nicht feststehend im Raum ist, sondern im Raum seinen Ort ändert, wir haben sie zuzuteilen den Geistern des Willens oder den Thronen. Dasjenige, was den Planeten eingliedert in sein ganzes System, wodurch er sozusagen nicht seinen eigenen Weg im Raume geht, sondern so schreitet, daß seine Bewegungsimpulse im Einklang sind mit den Bewegungsimpulsen seines ganzen Planetensystems, zu dem er gehört, das, was also die Einzelbewegung eines Planeten im Zusammenhang mit dem ganzen Planetensystem regelt, das ist eine Wirkung der Cherubim. Und endlich dasjenige, was wir nennen können das innere seelische Leben des Planeten, wodurch der Planet gleichsam in Verbindung tritt mit den anderen Himmelskörpern, wie der Mensch durch seine Sprache etwa mit anderen Menschen in Verbindung tritt, das schreiben wir den Seraphim zu.“ (S. 95)

Die 7 klassischen Planeten

Sieben Planeten bauen nach okkulter Auffassung gemeinsam mit der Erde, die das Zentrum des ganzen Systems bildet (→ Geozentrisches Weltbild), unser gegenwärtiges Planetensystem auf, das außen vom Tierkreis umgeben ist. Mit dem Übergang zum heliozentrischen kopernikanischen Sytem wurde die Reihung der Planeten Venus und Merkur miteinander vertauscht, womit sich, von der Erde aus betrachtet, folgende Okkulte Reihenfolge der Planeten dieser 7 Planeten ergibt:

  1. Mond
  2. Merkur
  3. Venus
  4. Sonne
  5. Mars
  6. Jupiter
  7. Saturn

Diese 7 Planeten dürfen nicht mit den gleichnamigen sogenannten okkulten Planeten verwechselt werden, die verschiedene frühere und spätere Entwicklungsstadien (→ Weltentwicklungsstufen) unseres Planetensystems darstellen. Unser gegenwärtiges Planetensystem hat bereits drei Inkarnationen hinter sich und steht nun auf der vierten Entwicklungsstufe. Drei weitere Wiederverkörperungen werden noch folgen, ehe eine völlig neue Entwicklung beginnt, die in keiner Weise mehr karmisch ursächlich mit der gegenwärtigen verbunden ist.

Entstehung der physischen Planeten

Luziferische und reguläre Geister der Form bilden gemeinsam den physischen Planeten

Der am Himmel sichtbare physische Planet entsteht dadurch, dass ein luziferischer Geist der Form von außen her dem normalen Geist der Form entgegenwirkt, wodurch sich an der Peripherie eine Einstülpung bildet, die schließlich zu einer Abschnürung führt. Der physische Planet ist eigentlich ein Loch in der ätherischen Planetensphäre, wo die ätherische Form zerbrochen und dadurch sichtbare physische Materie entstanden ist. Durch die Abschnürung verfügt der Planet über geraubtes Eigenlicht, das er seinen Naturreichen zukommen lässt, während das ihm von der Sonne durch die Seraphim und Cherubim zugesandte Licht, das er aufnehmen sollte, durch die luziferischen Geister zurückgeworfen, reflektiert wird. In dem geraubten Eigenlicht des Planeten haben die ahrimanischen Geister ihren Wohnsitz.

Die Bildung eines physischen Planeten durch Einstülpung der ätherischen Planetensphäre.

"Nehmen wir einmal an, wir hätten hier an diesem Punkt den Mittelpunkt des geistigen Kollegiums der Geister der Form; es würde derjenige Geist der Form, welcher auf den Saturn hin wirkt, hervorrufen diese Ätherkugel, so daß durch diesen Geist der Form eine solche abgeplattete Ätherkugel entstünde. An einem äußersten Punkt dieser Ätherkugel wirkt nun entgegen diesem Geist der Form, der aus dem Mittelpunkt der Sonne heraus wirkt, der Rebell, derjenige, der eine Art luziferischer Geist der Form ist. Der wirkt ihm von außen herein entgegen. So daß wir den normalen Geist der Form von der Sonne nach außen, zentrifugal, wirksam haben; der bewirkt den okkulten Saturn, welcher da als eine mächtige Ätherkugel mit dem Mittelpunkt in der Sonne anzusehen ist. An der Peripherie wirkt aus dem Weltenraum herein ein abnormer Geist der Form, welcher sich abgeschnürt hat von den Wesen der normalen Geister der Form, und durch das Zusammenwirken dessen, was aus dem Weltenraum hereinwirkt, und dessen, was von der Sonne hinauswirkt, entsteht hier eine Einstülpung, die zuletzt zu einer wirklichen Abschnürung wird, und das ist der physische Planet Saturn. So daß wir uns vorzustellen haben, daß da, wo das Auge den physischen Planeten Saturn sieht, zwei Kräfte zusammenwirken: die eine, normale Kraft des Geistes der Form, die von der Sonne nach auswärts wirkt, und ihr entgegen in einem bestimmten Punkt der abgespaltene Geist der Form. Dadurch entsteht dort eine Einstülpung, der Äther wird eingestülpt, und diese Einstülpung, die sieht das physische Auge als den physischen Saturn. Und ebenso verhält es sich mit dem physischen Jupiter, dem physischen Mars.

Sie sehen hier an diesem besonderen Beispiel, wie eigentlich in den einzelnen Fällen das zustande kommt, was wir die Maja nennen, die große Illusion. In Wahrheit ist an der Stelle, wohin man in der physischen Astronomie einen Planeten versetzt, ein Zusammenwirken von zwei Kräften, und nur dadurch, daß in Wahrheit eigentlich ein großer, mächtiger ätherischer Himmelskörper da ist, der durch eine entgegenwirkende Kraft ein Loch bekommt, an einer Seite eingestülpt wird, dadurch entsteht der Schein des physischen Planeten [...] Unsere Erde selber, insofern sie physische Massenanhäufung ist, ist ein Loch im Weltenraum, eine Einbohrung im Weltenraum. Alle physische Materie kommt nämlich dadurch zustande, daß sich Kräfte begegnen, die von den Geistern der Form herrühren. So haben wir hier die Begegnung von Kräften der normalen Geister der Form und von Kräften der abnormen Geister der Form. Die prallen aufeinander. Es entsteht in Wahrheit eine Einstülpung, und damit zugleich an dieser Stelle ein Zerbrechen der Form, aber eben nur der Form. Die Form zerbricht, und es entsteht diese Einbohrung. Und zerbrochene Form, zersplitterte Form, das ist in Wahrheit Materie. Materie im physischen Sinne gibt es nur da, wo Formen zersplittert werden. So sind auch die Planeten draußen zersplitterte Formen.

Der Planet als Reflektor des Sonnenlichts

In unserem Planetensystem haben die Geister der Form, wie ja aus dem ganzen Geist der bisherigen Betrachtungen hervorgeht, Hilfen. Sie stellen die Grenzen her, wie wir das eben beschrieben haben. Aber über den Geistern der Form stehen die Geister der Bewegung, über diesen die Geister der Weisheit, über diesen die Geister des Willens, über ihnen die Cherubim und über den Cherubim die Seraphim. Für alle diese geistigen Wesenheiten gibt es auch solche, welche sich vergleichen lassen mit dem, was wir beschrieben haben als die iuziferischen Geister. So daß wir je am äußersten Rande, da, wo ein Planet sich bildet, nicht bloß die Geister der Form zusammenwirkend haben, sondern daß sich da immer etwas so abspielt, daß von der Sonne aus die Wirksamkeit der normalen Hierarchien geht und von außen nach innen die der abnormen, der rebellischen Hierarchien.

Die Seraphim und die Cherubim, das sind diejenigen Hierarchien, die ebenso zu dem ganzen Spiel der Kräfte hier gehören wie die Geister der Form. Die haben die Aufgabe, aus dem Mittelpunkt des Planetensystems, aus dem Sonnenmittelpunkt her nach außen zu tragen die Kraft des Lichtes. Indem die Wesenheiten der höheren Hierarchien, Cherubim und Seraphim, Träger des Lichtes werden, haben sie nun dasselbe Verhältnis zu dem Licht, wie die Kräfte der Geister der Form es zu der Äthersubstanz haben. Wie die Kräfte der normalen Geister der Form nach außen gehen und ihnen die abnormen entgegenwirken und dadurch eine Einbohrung entsteht, so wirken auch die Kräfte, weiche das Licht tragen, ausfüllend den ganzen Ätherraum, aber da wirken ihnen die abnormen entgegen, so daß der Planet das Licht aufhält. Ebenso wie er aufhält die Kräfte der Geister der Form, so hält er das Licht auf, wirft es zurück und erscheint damit als ein Reflektor, als ein Zurückwerfer des Lichtes, das ihm die Geister, die wir als Cherubim und Seraphim bezeichnen, von der Sonne aus zutragen. Daher haben die Planeten auch kein Eigenlicht, weil sie die Kraft des Lichtes, die ihnen als Wesenheiten zukommen würde, wenn sie sich gegenüber den normalen Cherubim und Seraphim öffnen würden, für sich in Anspruch nehmen, weil sie sich einhüllen, abschnüren von dem Ganzen. Jeder Planet hat auch solch eingeschnürtes, abgesondertes Licht. Es ist nicht richtig, daß die Planeten nur erborgtes Licht von der Sonne haben. Jeder Planet hat sein Eigenlicht, nur hat er dieses Licht abgeschnürt, hält es in sich selber verborgen, entwickelt es zu einem selbständigen inneren Lichtleben. Wir werden sehen, daß sie es nur ihren eigenen Wesenheiten der Naturreiche mitteilen, die auf dem betreffenden Planeten sind. Dasjenige Licht aber, dem sie sich öffnen sollen, das sie aufnehmen sollen von außen, das ihnen von der Sonne durch die Cherubim und Seraphim zugetragen wird, dem verschließen sie sich, das werfen sie zurück. Daher sind sie für den Weltenraum Sterne, die nicht mit eigenem Licht ausgestattet sind. Also in dem Licht, das von der Sonne hinfließt, wird gleichsam eine Einstülpung gemacht, und der Planet wirft sich entgegen dem von der Sonne hinflutenden Licht, hält es auf, wirft es zurück." (Lit.: GA 136, S. 105ff)

Materie als zerbrochene geistige Form

Im geisteswissenschaftlichen Sinn ist alle Materie, wie oben schon angedeutet, als zebrochene, zerstörte geistige Form aufzufassen; sie ist gleichsam der Trümmerhaufen des Geistes. Wenn die einige und einzige geistige Form, das ätherische Urbild, „zerbricht“, manifestiert bzw. realisiert es sich in unzähligen einzelnen räumlich und zeitlich physikalisch fassbaren gleichartigen physischen Erscheinungen, die alle dem selben ätherischen Bildungsgesetz gehorchen, von den noch strahlungsartigen Elementarteilchen, über die Atome, Moleküle und Kristalle hinauf bis zu den komplexeren physischen Gebilden.

Materie als zerborchene geistige Form

"Sehen Sie, wenn nämlich ein Prozeß im Weltenall fortgeschritten ist bis zur Form, die noch ganz im Geistig-Seelischen ist, die noch keine Raumesform ist, wenn der Prozeß fortgeschritten ist bis zu dieser übersinnlichen Form, dann ist der nächste Schritt nur noch möglich dadurch, daß die Form als solche zerbricht. Und das ist nämlich das, was sich dem okkulten Anblick darbietet: Wenn gewisse Formen, die unter dem Einfluß der Geister der Form geschaffen sind, sich bis zu einem gewissen Zustand entwickelt haben, dann zerbrechen die Formen. Und wenn Sie nun ins Auge fassen zerbrochene Formen, etwas, was also dadurch entsteht, daß Formen, die noch übersinnlich sind, zerbrechen, dann haben Sie den Übergang von dem Übersinnlichen in das Sinnliche des Raumes. Und das, was zerbrochene Form ist, das ist Materie. Materie, wo sie im Weltenall auftritt, ist für den Okkultisten nichts anderes als zerbrochene, zerschellte, zerborstene Form. Wenn Sie sich vorstellen könnten, diese Kreide wäre als solche unsichtbar und sie hätte diese eigentümliche parallelepipedische Form, und als solche wäre sie unsichtbar, und jetzt nehmen Sie einen Hammer und schlagen rasch das Stück Kreide an, daß es zerstiebt, daß es in lauter kleine Stücke zerbirst, dann haben Sie die Form zerbrochen. Nehmen Sie an, in diesem Augenblicke, in dem Sie die Form zerbrechen, würde das Unsichtbare sichtbar werden, dann haben Sie ein Bild für die Entstehung der Materie. Materie ist solcher Geist, der sich entwickelt hat bis zur Form und dann zerborsten, zerbrochen, in sich zusammengefallen ist.

Materie ist ein Trümmerhaufen des Geistes. Es ist außerordentlich wichtig, daß man gerade diese Definition ins Auge faßt, daß Materie ein Trümmerhaufen des Geistes ist. Materie ist also in Wirklichkeit Geist, aber zerbrochener Geist." (Lit.: GA 134, S. 72f)

Die Sonderstellung des Erdplaneten

Verglichen mit der Erde haben die anderen Planeten laut Rudolf Steiner einen weitaus flüssigeren Charakter, d.h. sie zeigen weniger kristalline, sondern mehr amorphe Strukturen, die im geisteswissenschaftlichen Sinn dem Wasserelement zugerechnet werden. Sie sind dadurch offener für die Einflüsse des ganzen Planetensystems als die Erde.

"Wir müßten, wenn wir irgendwo in alten Schriften den Ausdruck «Wasser» sehen, ihn übersetzen mit Flüssigkeit, wenn wir den Ausdruck «Erde» sehen, mit festen Körpern. Nur dadurch würden wir richtig die alten Schriften übersetzen. Aber darin liegt etwas sehr Bedeutsames. Dadurch, daß der feste Zustand - wie gesagt, wir wollen das in den nächsten Tagen aus der Sache selbst heraus finden, ich will heute nur durch diesen historischen Exkurs zu ihrem Verständnis den Zugang gewinnen -, dadurch, daß der feste Zustand mit Erde bezeichnet wurde, drückte man insbesondere aus, daß dieser feste Zustand allein gebunden ist an die Gesetzmäßigkeit unseres irdischen Planeten. Man bezeichnete das Feste deshalb als Erde, weil man dadurch ausdrücken wollte: Wenn ein Körper fest wird, so gerät er ganz und gar unter den Einfluß der irdischen Gesetzmäßigkeit. Wenn dagegen ein Körper Wasser wird, dann steht er nicht mehr bloß unter dem Einfluß der irdischen Gesetzmäßigkeit, sondern unter dem Einfluß des ganzen Planetensystems. Die Kräfte, die sich geltend machen in einem flüssigen Körper, in dem Wasser, die sind nicht bloß von der Erde herrührend, sondern von dem Planetensystem. Da wirken hinein die Kräfte von Merkur, Mars und so weiter in das, was flüssig ist. Aber sie wirken so, daß sie gewissermaßen von den Richtungen her, in denen diese Planeten stehen, eben wirken, und eine Art Resultierende in jeder Flüssigkeit werden." (Lit.: GA 321, S. 43)

Tatsächlich unterscheidet sich die Erde durch die Gliederung in eine kontinentale und ozeanische Kruste nach heutigem Wissenstand von allen anderen Planeten und Monden unseres Sonnensystems, die über keine kontinentale Kruste und damit auch über keine Plattentektonik verfügen. Ihre oberste Schicht gleicht weitgehend der ozeanischen Kruste der Erde. In ihrer mineralischen Zusammensetzung entspricht die kontinentale Kruste der Erde überwiegend dem Granit bzw. dem Gneis als dessen metamorphem Umwandlungsprodukt. Der dadurch angedeutete höhere Entwicklungsgrad der Erde dürfte eine wesentliche Voraussetzung für die Entfaltung des irdischen Lebens gewesen sein.

Schrumpfung der Planeten durch Auflösung der Materie im Mittelpunkt

Im Laufe seiner Entwicklung wird jeder Planet immer kleiner, indem sich seine Materie von allen Seiten dem Mittelpunkt zudrängt und dort verschwindet. Sie geht dort aus dem dreidimensionalen Raum heraus in eine andere Dimension über. Genau in demselben Maß, mit dem sie im Mittelpunkt verschwindet, tritt sie vom Umkreis her wieder in den dreidimensionalen Raum herein, allerdings so, dass jetzt alles, was der urspünglichen Materie an Formen aufgeprägt wurde, nun in die innere Struktur dieser neuen Materie hineingearbeitet ist. So gab es am Anfang der siebenstufigen Entwicklung unseres Planetensystems, ehe noch der alte Saturn gebildet worden war, außerhalb des Tierkreises den sog. Kristallhimmel, in dem die Taten der Wesen einer vorangegangenen Evolutionsreihe enthalten waren.

"Um es ganz anschaulich zu machen: denken Sie sich, Sie hätten ein Stück Materie, das würde immer mehr und mehr in den Mittelpunkt hineingedrängt — im Mittelpunkt verschwindet es; es wird nicht nach der anderen Seite hinübergedrängt, es verschwindet tatsächlich im Mittelpunkt in nichts! So daß Sie sich vorstellen können, daß die ganze Erde einstmals, indem sich die materiellen Teile gegen den Mittelpunkt zusammendrängen, in den Mittelpunkt hinein verschwindet. Das ist aber nicht alles. In demselben Maße, wie das in den Mittelpunkt hinein verschwindet, in demselben Maße erscheint es im Umkreise. Da draußen tritt es wieder auf. An einer Stelle des Raumes verschwindet die Materie, und von außen tritt sie wieder auf. Alles, was in den Mittelpunkt hinein verschwindet, kommt vom Umkreise wiederum herein, wird herangezogen, und zwar so, daß hineingearbeitet ist jetzt in diese Materie alles das, was die Wesen, die auf dem Planeten gearbeitet haben, der Materie eingeprägt haben; natürlich nicht in seiner heutigen Form, aber in einer Form, wie sie ihm eben durch diese Umwandlung gegeben wird. Sie werden so den Kölner Dom, indem seine materiellen Teilchen in den Mittelpunkt hinein verschwinden, von der anderen Seite wieder ankommen sehen. Nichts, nichts geht verloren von dem, was gearbeitet wird auf einem Planeten, sondern es kommt wieder von der anderen Seite her." (Lit.: GA 110, S. 157f)

Planeten als Wohnorte geistiger Wesenheiten

Jeder existierende Planet, genauer gesagt die ihm zugehörige Planetensphäre (→ Herrschaftsgebiete der Hierarchien), ist von Wesenheiten bevölkert. Wurde im antiken Griechenland und im antiken Rom durch Okkultisten von einem Planeten gesprochen, war damit die Gesamheit der Geister gemeint, welche diesen bewohnt. So ist der Mond die Heimat der Angeloi, der Merkur die der Archangeloi, die Venus wird von den Archai bewohnt, die Sonne von den Gewalten, der Mars von den Mächten und der Jupiter von den Herrschaften. Der Begriff Saturn war identisch mit demjenigen für die Wesen, die unter anderem als Throne deklariert werden.

Planetarische Entwicklungsstufen

Planeten durchlaufen wie alle Wesen verschiedene Entwicklungsstufen und nicht alle Planeten unseres Sonnensystems stehen auf der gleichen Entwicklungsstufe. Zwischen den einzelnen Stufen liegt ein rein geistiges Dasein, ein sog. Pralaya. Danach steigt der Planet wieder in höherer und reiferer Form durch alle Lebens- und Formzustände aus der geistigen Welt über die Astralwelt bis zum ätherisch-physischen Dasein herab. Das Prinzip der Reinkarnation ist in diesem Sinn universell und gilt nicht nur für Einzelwesen, sondern auch für ganze Welten. Unsere Erde durchschreitet im Zuge ihrer Entwicklung sieben planetare Entwicklungsstufen, von denen drei bereits in der Vergangenheit liegen. Rudolf Steiner bezeichnet diese alten Planeten als alter Saturn, alte Sonne und alter Mond. Gegenwärtig steht die Erde auf ihrer vierten Entwicklungsstufe. Drei weitere Verkörperungen werden in der Zukunft noch folgen, ein neuer Jupiter, eine neue Venus und der sogenannte Vulkanzustand. Die gleichnamigen Planeten unseres heutigen Planetensystems sind zwar nicht mit diesen alten Entwicklungszuständen unserer Erde identisch, stehen aber auf einer vergleichbaren Entwicklungsstufe. So steht etwa der heutige Saturn auf einer vergleichbaren Stufe wie die Erde, als sie noch als alter Saturn ganz am Anfang ihrer Entwicklung stand.

„Es verhält sich der heutige Saturn zu der Erde wie ein Knabe zu einem Greis. Dieselben Lebensverhältnisse, die der Saturn heute durchmacht, hat unsere Erde früher durchgemacht. Daher spricht man im wirklichen Okkultismus nicht von dem Saturn, von der Sonne und so weiter, sondern von einem Saturn, einer Sonne und so weiter. Unsere Erde ist ein älter gewordener Saturn.“ (Lit.:GA 284, S. 58)

Die heutige Venus hingegen nimmt bereits eine Entwicklungsstufe voraus, die Erde erst später erreichen wird.

„Wenn Sie aber die heutige Venus betrachten, so stellt sie uns einen Zukunftszustand der Erde dar. Die Erde wird einmal in einem solchen Zustand sein. Die Venus ist nicht irgendein Himmelskörper, den der Mensch einmal bewohnen wird, sondern die Erde wird auch einmal Venus sein. Das sind Gattungsnamen, die die betreffenden Stadien eines Planeten darstellen.“ (Lit.:GA 96, S. 241)

Alles, was der Entwicklung eines Planeten hinderlich ist, scheiden sie in Form der Monde aus ihrem Wesen aus. Die Monde sind gleichsam die zurückgebliebene Schlacke der planetarischen Entwicklung, sie sind die Leichname des Sonnensystems.

Hat ein Planet einen entsprechenden Reifegrad erreicht, steigt er zum Fixstern auf. So war es auch mit unserer Sonne. Als die Erde das Stadium der alten Sonne durchlief, hatte die Sonne erst den Rang eines (fortgeschrittenen) Planeten. Heute ist sie zum Fixstern aufgestiegen und kann dadurch höheren geistigen Wesenheiten, namentlich den Wesenheiten der zweiten Hierarchie, den geeigneten Schauplatz für ihre Entwicklung bieten.

Auch damit ist die Entwicklung noch nicht fertig. Zuletzt steigt ein Fixstern zum Tierkreis auf, also zu einem ganzen umfassenden Fixsternsytem, von dem aus die Cherubim und Seraphim unter Leitung der Trinität ein völlig neues Planetensystem schöpferisch hervorbringen.

„Wenn ein Planet sich zum Fixstern entwickelt, steigen auch die Wesenheiten, die auf diesem Planeten verkörpert sind, höher hinauf. Die besten Kräfte und Wesenheiten der früheren Sonne sind zum Fixstern Sonne geworden. Wenn unsere Erde den Jupiterzustand durchgemacht haben wird und als Venus schon nahezu Sonne ist, dann wird auch unsere Menschenwesenheit ähnlich sein den hocherhabenen Wesenheiten, die heute die Sonne bewohnen. Und was wird dann aus einer Sonne? Aus einer Sonne wird ein Tierkreis. Wenn eine Sonne ihren Reifezustand erreicht hat, dann bildet sich das Gebilde, das wir einen Tierkreis nennen. Auch ein Tierkreis entsteht und vergeht. Von einem Tierkreis herunter wirken noch gewaltigere, erhabenere Wesenheiten als von einer Sonne. Die Sonne, die heute auf uns herabscheint, wird einstmals herunterleuchten als die Sterne eines neuen Tierkreises. Schöpferische Wesen in höchster Entwicklung werden sein die Geistwesen dieses neuen Tierkreises: schöpferische Seelen.“ (Lit.:GA 266a, S. 208)

Wirkungen der Planeten auf den physischen Leib und den Ätherleib des Menschen

Die sonnennahen Planeten wirken mehr auf die festen, flüssigen und luftförmigen physischen Elemente, während die sonnenfernen Planeten stärker auf die ätherischen Kräfte des Menschen Einfluss nehmen. Die Sonne trennt beide Bereiche voneinander:

"... die sonnennahen Planeten haben es mehr zu tun mit demjenigen, was im Menschen physische Elemente sind: das Feste, das Flüssige, das Luftförmige. Die Sonnenfernen Planeten, die haben es mehr zu tun mit dem, was im Menschen Ätherelemente sind. Die Sonne selbst trennt beides voneinander. Merkur-, Venus-, Mondenkräfte bringen den Menschen heran an das Feste, Flüssige und Luftförmige. Mars-, Jupiter-, Saturnkräfte bewahren ihn davor, daß er in das Warme, in das Lichtvolle, in das Chemisch-Wirksame ausfließt. Sie sehen, es sind polarische Wirkungen. Und zwischenhinein, damit die beiden nicht durcheinander wirken, stellt sich das sonnenhafte Element. Würden die Marskräfte ohne weiteres wirken können - die Marskräfte würden ja zum Beispiel ohne weiteres auf die Mondenkräfte wirken können -, würden sich nicht die Sonnenkräfte mitten hineinstellen, so daß da gleichsam eine Scheidewand ist, die sie nicht einfach zusammenkommen läßt, so würden die Marskräfte, die den Menschen im Wärmeelement verselbständigen, ihn wohl bewahren vor dem Verfließen im Wärmeelement; aber was sich da verselbständigte, müßte sogleich von der Luft Besitz ergreifen, und der Mensch würde ein Luftgespenst werden. Daß das beides getrennt vor sich gehen kann, daß der Mensch sowohl von seinem luftförmig-organisch Gestalteten Besitz ergreifen kann, aber auf der anderen Seite auch wiederum im Wärmeelement selbständig leben kann, dazu müssen die beiden voneinander getrennt sein. Und da ist das Sonnenhafte dazwischen." (Lit.: GA 213, S. 60f)

Durch die Merkurkräfte kann der Mensch Besitz ergreifen vom Festen seines Körpers, durch die Venuskräfte vom Flüssigen und durch die Mondenkräfte vom Luftförmigen. Die Marskräfte bewahren uns vor dem Verfließen im Wärmeelement, die Jupiterkräfte vor dem Verfließen im Lichtelement und die Saturnkräfte vor dem Verfließen im chemischen Äther (vgl. GA 213, S. 57ff).

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, GA 96 (1989), ISBN 3-7274-0961-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt, GA 110 (1981), Zehnter Vortrag, Düsseldorf, 18. April 1909, abends pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen, GA 136 (1984) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Menschenfragen und Weltenantworten, GA 213 (1987), ISBN 3-7274-2130-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909, GA 266/1 (1995), ISBN 3-7274-2661-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  6. Rudolf Steiner: Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongreß Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen., GA 284 (1993), ISBN 3-7274-2840-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  7. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Impulse zur Entwickelung der Physik, II, GA 321 (2000), ISBN 3-7274-3210-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  8. Rudolf Steiner: Das Verhältnis der verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebiete zur Astronomie, GA 323 (1997), ISBN 3-7274-3230-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org

Weblinks

  1. GA 110: Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt - Der gesamte Vortragszyklus online.