Planetenmetalle

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Die sieben Planetenmetalle sind jene Metalle, die nach altem okkultem Wissen den 7 mit bloßem Auge sichtbaren Planeten zugeordnet wurden, wobei auch Sonne und Mond als Wandelsterne angesehen wurden. Die Planetenmetalle spiegeln charakteristische Eigenschaften der jeweiligen Planetengottheit wider; so das Waffenmetall Eisen den Kriegsgott Mars oder das warm rötlich getönte Kupfer die Liebes- und Schönheitsgöttin Venus. Die nachstehende Tabelle folgt der okkulten Reihenfolge der Planeten im geozentrischen System:

Planet Metall Wochentag Organ Baum Chakra Hierarchie Erzengel Symbol Unicode
Mond Silber Montag Gehirn, Reproduktion Kirsche Wurzelchakra (4-blättrig) Engel Gabriel Letztes Viertel U+263E
Merkur Quecksilber Mittwoch Lunge Ulme Sakralchakra (6-blättrig) Erzengel Raphael Merkur U+263F
Venus Kupfer Freitag Nieren Birke Nabelchakra (10-blättrig) Urengel Anael Venus U+2640
Sonne Gold Sonntag Herz Esche Herzchakra (12-blättrig) Elohim Michael Sonne U+2609
Mars Eisen Dienstag Galle, Kehlkopf Eiche Halschakra (16-blättrig) Dynameis Samael Mars U+2642
Jupiter Zinn Donnerstag Leber Ahorn Stirnchakra (2-blättrig) Kyriotetes Zachariel Jupiter U+2643
Saturn Blei Samstag Milz Buche, Tanne, Zypresse Scheitelchakra (1000-blättrig) Throne Oriphiel Saturn U+2644

Die sieben Planetenmetallen haben urbildhaften Charakter und alle anderen Metalle lassen sich als Modifikationen bzw. Kombinationen dieser sieben archetypischen Metallitäten begreifen. Die Planetenmetalle waren bis in die frühe Neuzeit wichtiger Bestandteil alchemistischer und astrologischer Lehren. Auch in den darauf gegründeten Arbeiten des Paracelsus spielen sie eine wesentliche Rolle und nach den Anregungen Rudolf Steiners werden sie gegenwärtig, homöopathisch dosiert, in der anthroposophischen Medizin verwendet. In siebentägigen "Metallkuren" wird dabei u.a. die Verbindung zwischen den Planetengottheiten und den diesen zugeordneten Wochentagen hergestellt.

"Die gesamte Metallität der Erde, die gesamten Metalle sind nicht aus irgendwelchen Kräften aus dem Erdinneren heraus im wesentlichen gebildet, sondern sie werden wirklich vom Kosmos herein in die Erde eingesetzt. Wir können nun diese Kräfte, die da durch den Äther wirken – nicht etwa von den Planeten aus, da würden sie wiederum zentral wirken, die Planeten sind gerade dazu da, um sie zu modifizieren, die Planetensphäre ist es –, diese Kräfte können wir die Bildungskräfte nennen, die von außen her wirkenden Bildungskräfte. Ihnen stehen diejenigen Kräfte entgegen, welche beim Menschen und in der Erde diese Bildungskräfte aufnehmen und befestigen, sie gewissermaßen um einen Mittelpunkt herum versammeln, so daß eben die Erde entstehen kann". (Lit.: GA 313, S. 155f)

Die sieben Planetenmetalle entsprechen den reinen Planetenwirkungen, während alle anderen Metalle durch das Zusammenwirken verschiedener Planetenkräfte entstehen.

"Man kann also nicht anders, als die irdischen Substanzen in Zusammenhang bringen mit den Kräften, die aus der Umgebung der Erde auf die Erde hereinwirken. Da ergibt das Studium namentlich der Metalle, wenn es so getrieben wird, wie ich es Ihnen auch in diesen Vorträgen andeuten will, eben ganz bestimmte Zusammenhänge, so daß wir zuordnen müssen zum Beispiel das Blei vorzugsweise den durch anderes nicht gestörten Saturn Wirkungen, das Zinn den durch anderes nicht gestörten Jupiterwirkungen, das Eisen den durch anderes nicht gestörten Mars Wirkungen, das Kupfer den durch anderes nicht gestörten Venuswirkungen, das Quecksilber, wie wir es heute in der Chemie so bezeichnen, den durch anderes nicht gestörten Merkurwirkungen — die Alten haben deshalb den Merkur und das Merkur gleich bezeichnet — und wir werden eine Verwandtschaft erkennen müssen zwischen allem Silbrigen — ich sage hier ausdrücklich Silbrigen — und demjenigen, was ungestörte Mondwirkungen sind. Es ist wirklich sehr nett, wenn man in der heutigen Literatur liest, daß in älteren Zeiten die Verwandtschaft des Silbers mit dem Mond konstatiert worden ist dadurch, daß der Mond silberglänzend aussieht, und daß man sich rein nach dieser äußeren Eigenschaft gerichtet hätte. Wer weiß, wie in ihrer Art allerdings sorgfältig die Studien über die einzelnen Metalle waren, die da gemacht worden sind, der wird einem solchen Irrtum nicht unterliegen können. Allein, Sie sehen daraus, daß reichlich Gelegenheit geboten ist nun zu anderen Substanzen. Denn das, was ich Ihnen genannt habe: Blei, Zinn, Eisen, Kupfer, Quecksilber und Silber, sind ja nur die ausgezeichnetsten Substanzen. Es ist reichlich Gelegenheit geboten zu anderen Substanzen dadurch, daß allerlei andere planetarische Wirkungen mit den angedeuteten nun eben in Konkurrenz treten, daß also zum Beispiel in die Linie der Saturnwirkung hineinfallen die Linien der Marswirkung und so weiter. Dadurch entstehen eben die weniger repräsentativen Metalle. Jedenfalls aber haben wir in der Metallwelt der Erde das Ergebnis außertellurischer Kräftewirkungen zu sehen." (Lit.: GA 312, S. 131f)

Abweichende Zuordnung der Planetenmetalle nach Celsus

Laut dem Bericht des Origenes hat Celsus (2. Jahrhundert) mit Berufung auf persische Geheimlehren bzw. den Mithras-Kult eine abweichende Zuordnung der Metalle zu den Planeten angegeben:

„Im folgenden will Celsus seine große Gelehrsamkeit zeigen und führt deshalb in seinem gegen uns verfaßten Buche auch einige Geheimlehren der Perser an, wobei er sagt: «Von diesen Dingen findet sich auch in der Lehre der Perser und in dem Geheimdienst des Mithras, der bei ihnen eingeführt ist, eine dunkle Andeutung. Wir haben dort nämlich eine sinnbildliche Darstellung der zwei Kreisläufe am Himmel, nämlich des Kreislaufs der Fixsterne und des den Planeten zugewiesenen Umlaufs, und des Durchgangs der Seele durch diese. Von solcher Art ist das Sinnbild; eine Leiter mit sieben Toren, und an ihrer Spitze ein achtes Tor. Das erste Tor ist von Blei, das zweite von Zinn, das dritte von Bronze, das vierte von Eisen, das fünfte von gemischtem Metall, das sechste von Silber und das siebente von Gold. Das erste eignen sie dem Kronos[1] zu und bezeugen durch das Blei die Langsamkeit dieses Sternes; das zweite der Aphrodite[2] , indem sie mit ihr den Glanz und die Weichheit des Zinns vergleichen; das dritte, das eine eherne Schwelle hat und fest ist, dem Zeus[3] ; das vierte dem Hermes[4], denn beide, sagen sie, Hermes und das Eisen, sind ausdauernd in allen Arbeiten, schaffen Gewinn und können vieles ertragen; das fünfte, das wegen der Metallmischung ungleich und buntfarbig ist, dem Ares[5]; das sechste, das von Silber, dem Mond; das siebente, das von Gold, der Sonne, wobei sie ihre Farben nachbilden.»“

Origenes: Gegen Celsus (Contra Celsum) 6,22 [1]

Anmerkungen

  1. Saturn
  2. Venus
  3. Jupiter
  4. Merkur
  5. Mars

Literatur

  1. Wilhelm Pelikan: Sieben Metalle. Vom Wirken des Metallwesens in Kosmos, Erde und Mensch., 5. Aufl., Verlag am Goetheanum, Dornach 1996, ISBN 372350955X
  2. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaft und Medizin, GA 312 (1999), ISBN 3-7274-3120-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte zur Therapie, GA 313 (2001)
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