Polarische Zeit

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Die polarische Zeit, nach veralteter theosophischer Tradition auch als erste Wurzelrasse[1] bezeichnet, ist das erste der sieben Hauptzeitalter, in die sich die eigentliche Erdentwicklung, die 4. Runde der gesamten Erdentwicklung, gliedert[2]. Der Name dieser Entwicklungsepoche leitet sich davon ab, dass sich diese ursprünglichen Erdenverhältnisse der polarischen Zeit am längsten um den Nordpol herum bewahrt haben. Dem polarischen Zeitalter folgte die hyperboräische Zeit, in der sich Erde und Sonne voneinander trennten. Nach einer allerdings nur mangelhaft überlieferten Aussage Rudolf Steiners fällt die Polaris in die Zeit der „Primitivform“, in der die ersten „Urgebirge“ entstanden (Lit.: GA 300a, S. 107). Auf der gegenwärtigen geologischen Zeitskala entspräche das der Zeit vom Beginn des Hadaikum vor 4.600 Millionen Jahren bist etwa in die Mitte des Archaikums[3][4]. Die Sonne hatte damals ihre volle Leuchtkraft noch nicht erreicht. Aus astrophysikalischer Sicht setzte der Kernfusionsprozess, das sog. Wasserstoffbrennen, vermutlich erst in der hyperboräischen Zeit nach der Abspaltung der Erde und der anderen Planeten ein.

Am Ende der dritten Runde der Erdentwicklung war die ganze Erde in ein rein geistiges Dasein, in ein sog. kleines Pralaya übergetreten. Jetzt, am Beginn der vierten Runde, stieg sie zunächst wieder zum astralen Formzustand herab. Der Mensch hatte sich damals aus den früheren Entwicklungszuständen den physischen Leib, den Ätherleib und den Astralleib mitgebracht. All das erschien nun zuerst in astraler Form. Der Mensch war also ein Wesen mit physischen, ätherischen und astralischen Gesetzmäßigkeiten, die aber in rein seelischer Form vorlagen, und die ganze, im Astrallicht leuchtende Weltkugel, die sich nun formte, bestand ausschließlich aus diesen astralen Menschengebilden.

„Alles, was vom Menschen in diesem Zeitraume vorhanden ist, hat noch seine astrale Form. Besondere Aufmerksamkeit sollte man für das Verständnis dieses Menschheitszustandes darauf legen, daß der Mensch in sich hat physischen Leib, Lebensleib und Astralleib, daß aber sowohl der physische wie auch der Lebensleib nicht in physischer und ätherischer, sondern eben in astralischer Form vorhanden sind. Was da den physischen Leib zum physischen macht, ist nicht die physische Form, sondern die Tatsache, daß er, obzwar ihm die astralische Form eignet, doch die physischen Gesetze in sich hat. Er ist ein Wesen mit physischer Gesetzmäßigkeit in seelischer Form. Ähnliches gilt für den Lebensleib.“ (Lit.:GA 13, S. 220f)

„Wenn wir innerhalb dieses Werdens der Erde weit zurückblicken, dann können wir uns sagen, daß unsere Erde nicht immer so aussah wie heute. Sie hatte nicht den festen mineralischen Grund wie heute, das Mineralreich war nicht so wie heute, auch trug sie nicht solche Pflanzen und Tiere wie heute, und die Menschen waren nicht in einem fleischlichen Leibe wie heute, der Mensch hatte kein Knochensystem. Das hat sich alles erst später gebildet. Je weiter wir zurückschauen, desto mehr nähern wir uns einem Zustand, den wir, wenn wir ihn aus den Weltenfernen hätten betrachten können, gesehen haben würden nur wie einen Nebel, wie eine feine, ätherische Wolke. Dieser Nebel würde zwar viel größer gewesen sein als unsere heutige Erde, denn dieser Nebel würde gereicht haben bis in die Fernen der äußersten Planeten unseres Sonnensystems und darüber hinaus. Das alles hätte umfaßt eine weitreichende Nebelmasse, worin nicht allein das war, woraus sich unsere Erde gebildet hat, sondern alle Planeten, auch die Sonne selbst waren darin. Und wenn wir diese Nebelmasse genauer hätten untersuchen können - vorausgesetzt, der Beschauer hätte sich ihr nähern können -, so würde sie für uns so ausgesehen haben, wie wenn sie aus lauter feinen ätherischen Punkten zusammengesetzt gewesen wäre. Wenn wir einen Mückenschwarm von ferne ansehen, dann erscheint dieser uns wie eine Wolke, in der Nähe aber sehen wir die einzelnen Tierchen. So etwa hätten wir damals die Masse der Erde in urferner Vergangenheit gesehen, die damals nicht materiell war in unserem Sinne, sondern bis zum ätherischen Zustande verdichtet war. Diese Erdenbildung bestand also aus einzelnen Ätherpunkten, aber mit diesen Ätherpunkten war etwas ganz Besonderes verbunden [...]

Wenn nun der Hellseher ... sich gegenüberstellte einem solchen ätherischen Staubpunkte der Ursubstanz, so würde für ihn aus diesem ätherischen Staubkorn, ganz in ähnlicher Weise wie aus dem Samenkorn, eine Lichtgestalt herauswachsen, eine prächtige Gestalt, die in Wirklichkeit nicht da ist, die schlummernd in diesem Staubkorn ruht. Und was ist es denn, was da als eine Gestalt der Seher sehen kann, rückblickend auf dieses Urerdenatom? Was ist es denn, was da herauswächst? Das ist eine Gestalt, die wiederum verschieden ist - so verschieden wie das Urbild der Pflanze von der sinnlichen Pflanze - von dem physischen Menschen: Es ist das Urbild der heutigen Menschengestalt [...]

In der urfernen Vergangenheit waren mit unserer Erde alle Planeten verbunden. Wir wollen jedoch zunächst einmal Sonne, Mond und Erde betrachten, die uns ja auch heute besonders interessieren. Unsere Sonne, unser Mond und unsere Erde waren damals auch nicht allein, sondern sie waren beisammen. Wenn wir diese drei heutigen Körper zusammenrühren würden wie zu einem Brei in einem großen Weltentopfe, und wir uns das als einen Weltenkörper denken würden, so würden wir das bekommen, was die Erde in ihrem Urzustand war, nämlich: Sonne plus Erde plus Mond. Natürlich konnte da der Mensch nur in einem geistigen Zustande leben.“ (Lit.:GA 106, S. 24ff)

„Die Seelen- oder Astralvorfahren des Menschen wurden in die feine oder Aethererde hereinversetzt. Sie sogen den feinen Stoff gleichsam — wie ein Schwamm, um grob zu sprechen — in sich auf. Indem sie sich so mit Stoff durchdrangen, bildeten sie sich ätherische Leiber. Dieselben hatten eine länglich elliptische Form, doch waren durch zarte Schattierungen des Stoffes Gliedmaßen und andere später zu bildende Organe bereits veranlagt. Der ganze Vorgang in dieser Masse war aber ein rein physisch-chemischer; nur war er geregelt und beherrscht von der Seele. — Hatte eine solche Stoffmasse eine bestimmte Größe erreicht, so spaltete sie sich in zwei, von denen eine jede dem Gebilde ähnlich war, aus dem sie entstanden war, und in der auch dieselben Wirkungen sich vollzogen wie in jenem. — Es war ein jegliches solches neue Gebilde wieder so seelenbegabt wie das Mutterwesen. Das rührte davon her, daß nicht etwa nur eine bestimmte Anzahl von Menschenseelen den irdischen Schauplatz betrat, sondern gleichsam ein Seelenbaum, der ungezählte Einzelseelen aus seiner gemeinsamen Wurzel hervorgehen lassen konnte. Wie eine Pflanze aus unzähligen Samenkörnern immer aufs neue ersprießt, so das seelische Leben in den zahllosen Sprossen, die sich aus den fortdauernden Spaltungen ergaben. (Allerdings war vom Anfang an eine engbegrenzte Zahl von Seelenarten vorhanden, wovon später gesprochen werden soll. Doch innerhalb dieser Arten ging die Entwickelung in der beschriebenen Weise vor sich. Jede Seelenart trieb ungezählte Sprossen.)“ (Lit.:GA 11, S. 101f)

Dann verdichtete sich inmitten dieses Seelengebildes eine physisch-ätherische Feuerform, wie es sie ähnlich auf dem alten Saturn in seinem dichtesten Zustand gegeben hatte. Die aus den Menschengebilden bestehende Erde trat damit allmählich in den physischen Formzustand über. Diese Feuerform wurde durchwoben und differenziert von den Wirkungen verschiedenster geistiger Wesenheiten, wobei sich die Menschenwesenheiten noch fast ganz im unverdichteten astralischen Umkreis der Erde aufhielten. Nur in einem Punkt berührten sie die physisch-ätherische Feuererde mit ihrer eiförmigen Seelenform, die dadurch wie von Lebenswärme umspielt erschien. Wie die Eichelfrucht in ihrem Becher ruhte die menschliche Seelenform in diesem Feuergebilde. Und die äußere Wärme erregte inneres Leben im Menschen, indem sich die astrale Form, in der der Ätherleib bislang vorlag, zum Lebensäther verdichtete. Dem Astralleib gliederte sich dadurch die Anlage zur Empfindungsseele ein. Und im Feuer und in der Empfindungsseele wirkten die Archai. Die Menschenwesenheit bestand damals also aus der Empfindungsseele, dem Astralleib, einem aus Lebensäther gewobenen Ätherleib und einem physischen Leib aus Feuer.

Sonne, Mond, Erde und alle anderen Planeten bildeten noch einen gemeinsamen ätherischen Himmelskörper, der sinnlich noch nicht wahrgenommen werden konnte. Die Feuererde verdichtete sich nun weiter zum Luftzustand. Sie glich einem Nebel aus lauter feinen ätherischen Keimpunkten, von denen jeder das geistige Urbild der Menschengestalt in sich trug, das dem Seher als prächtige Lichtgestalt erscheint. Umgeben war das ganze Gebilde von der Geistatmosphäre, die die künftigen Menschenseelen in sich trug. Es gab noch keine physische Fortpflanzung und Vermehrung der ätherischen Menschenkeime, doch wurden sie von den aus dem Umkreis wirkenden geistigen Kräften immer stärker durchformt.

Von den 9 Schichten des Erdinneren bildeten sich jetzt erst die drei innersten Schichten (aus heutiger Sicht die 7., 8. und 9. Schicht) heraus (Lit.:GA 94, S. 108). Diese 3 innersten Schichten sind der Erdspiegel, der alle Eigenschaften in ihr Gegenteil verwandelt; weiters der Zersplitterer, durch den alles zerstückelt und bis ins Unendliche vervielfacht erscheint und schließlich der Erdkern, der der Sitz des Erdgehirns und des Erdgeists wird und den Dante in seiner «Göttlichen Komödie» als Eishölle beschrieben hat. In diesen drei Schichten konzentrieren sich die allerstärksten antimoralischen Kräfte. Hier entsteht der Wohnort der zurückgebliebenen Archai, der Asuras, die zu den stärksten Widersachermächten werden. Die stärksten antimoralischen Kräfte, die sich im Erdkern konzentrieren, stehen zugleich in engem Zusammenhang mit dem Zerstörungsherd im Inneren des Menschen. Hier wird die Materie ins Chaos gestürzt und aufgelöst. Dieser Zerstörungsherd, der über den ganzen menschlichen Organismus ausgebreitet ist, aber sein leibliches Zentrum im Schwerpunkt des Menschen in der Stoffwechselregion hat, ist dem Bewusstsein normalerweise nicht zugänglich, da er jenseits des Erinnerungsspiegels liegt. Gegenwärtig drängen diese Kräfte aber immer mehr an die Oberfläche. Eine strenge moralische Selbsterziehung muss darum künftig immer mehr dafür sorgen, dass diese Kräfte nicht nach außen dringen und dadurch zu einer furchtbaren Quelle des Bösen bis hin zur schwarzen Magie werden.

Der Menschenleib bestand damals aus einem feinen von Licht durchstrahlten Gasleib in Gestalt einer Art Blütenkrone. Geistig wurzelte der Mensch noch ganz in den höheren geistigen Wesenheiten; sein eigenes Bewusstsein glich dem einer Pflanze, es war noch ein reines Schlafbewusstsein. Äußerlich waren diese Menschengebilde noch immer nicht sichtbar und es gab damals auch noch kein äußeres Licht. So wie die Wärme im Menschen das innere Leben entzündet hatte, so erregte die ihn umspielende Luft nun in ihm den geistigen Ton. Ein Teil des Lebensäthers verdichtete sich zum Klangäther. Die Gebilde waren nun tönend in ihrem Ätherleib und gliederten sich nach ihrem Grundton in sieben Arten auf. Gleichzeitig wurde dem Astralleib die erste Anlage zur Verstandes- oder Gemütsseele eingegliedert. In der Luft und in der Verstandesseele wirkten die Erzengel.

„Dann müssen wir bedenken, daß der Mensch, der das niederste von den höheren Wesen war, damals schon im Keim vorhanden war als das neue Kind der Erde, getragen und gehegt von diesen hohen Wesen, im Schoße dieser göttlichen Wesen lebend. Der Mensch, der in jener Zeit lebte, in welcher wir jetzt mit unseren Betrachtungen in der Erdenevolution stehen, mußte, weil er noch im Schöße dieser Wesenheiten war, auch damals einen viel feineren Leib haben. Und da ergibt sich dem hellsehenden Bewußtsein, daß der Leib des damaligen Menschen nur bestanden hat aus einer feinen Dunst- und Dampfform, einem Luft- oder Gasleib, einem vom Lichte ganz durchstrahlten, ganz durchsetzten Gasleib. Denken wir uns eine regelmäßig gestaltete Wolke, wie eine nach oben sich erweiternde, kelchartige Bildung, und denken wir uns diesen Kelch durchglüht und durchleuchtet von dem inneren Lichte, und wir haben die damaligen Menschen, die eben erst anfangen in dieser Erdenentwickelung ein dumpfes Bewußtsein zu haben, ein Bewußtsein, wie es heute die Pflanzenwelt hat. Nicht wie die Pflanzen im heutigen Sinne waren die Menschen; sie waren durchleuchtete und durchwärmte Wolkenmassen in Kelchesform und ohne feste Grenzen, nicht durch feste Grenzen getrennt von der Gesamterdenmasse.

Das war einmal die Gestalt des Menschen, eine Gestalt, die ein physischer Lichtleib war, teilhaftig noch der Kräfte des Lichtes. Deshalb konnten sich, wegen der Feinheit des Leibes, nicht nur hineinsenken ein eigener Ätherleib und Astralleib, nicht nur das Ich in den ersten Anfängen, sondern auch die höheren geistigen Wesenheiten, die mit der Erde verbunden waren. Damals wurzelte der Mensch noch sozusagen nach oben in den göttlich-geistigen Wesen, und diese durchdrangen ihn. Es ist wirklich nicht leicht, die Herrlichkeit der Erde von damals zu schildern und eine Vorstellung zu geben von jener Zeit. Wir müssen uns die Erde als eine lichtdurchglänzte Kugel vorstellen, von lichttragenden Wolken umstrahlt, wunderbare Lichterscheinungen von wunderbarem Farbenspiel erzeugend. Wenn man eine fühlende Hand hätte hineinstrecken können in diese Erde, man hätte Wärmeerscheinungen wahrgenommen, auf und ab wogend die durchglühten, durchleuchteten Massen, darin alle heutigen Menschenwesen, umwebt und umwogt von all den geistigen Wesenheiten, nach außen hin in grandioser Mannigfaltigkeit strahlendes Licht aussendend! Außen der Erdenkosmos in seiner großen Mannigfaltigkeit, innen der lichtumflossene Mensch, in Verbindung mit den göttlichgeistigen Wesenheiten, von ihnen ausgehend und Ströme von Licht in die äußere Lichtsphäre strahlend. Der Mensch hing wie an einer aus dem Göttlichen entspringenden Nabelschnur an diesem Ganzen, an dem Lichtschoß, dem Weltenschoß unserer Erde. Ein gemeinsamer Weltenschoß war es, in dem die Lichtpflanze Mensch damals lebte, sich eins fühlend mit dem Lichtmantel der Erde. So war der Mensch in dieser feinen Dunstpflanzenform wie an der Nabelschnur der Erdenmutter hängend, so war er gehegt und gepflegt von der ganzen Mutter Erde. Wie in einem gröberen Sinne heute das Kind gehegt und gepflegt ist im mütterlichen Leibe als Kindeskeim, so war damals gehegt und gepflegt der Menschenkeim. So lebte der Mensch damals in der urfernen Erdenzeit.“ (Lit.:GA 106, S. 68f)

Nicht alle Menschenseelen konnten diese Verdichtung zum Luftelement ertragen. Darum wurde der Saturn als eigenständiger Himmelskörper aus dem gemeinsamen Gebilde herausgelöst, um für sie einen geeigneten Wohnplatz zu schaffen.

Nun gab es aber als Überbleibsel der alten Mondenentwicklung auch solche Astralwesen, die weiter zurückgeblieben waren als die niedersten Menschenseelen. Sie sind die Vorfahren des Tierreichs. Die so entstandenen Tiere hatten allerdings Seelen, die nicht in dem einzelnen Tier wohnen konnten, sondern als Gruppenseele wirken mussten.

So gestaltete sich allmählich aus dem Uräthernebel ein physisch sichtbarer, von Wärme, Luft und Licht durchdrungener Dunstball heraus, der wie eine Sonne sein Licht in den Kosmos hinausstrahlte. In diesem Licht lebten noch alle Hierarchien bis hinauf zu den Seraphim gemeinsam mit der Erde und das Licht, das die Erde durchdrang, war die Kraft der Liebe. Liebe. Die Seraphim, auch Geister der All-Liebe genannt, sind, als höchste der geistigen Hierarchien, erhabene geistige Wesenheiten, die den unmittelbaren Anblick der Gottheit, der Trinität, haben und niemals aus sich selbst heraus handeln, sondern treue Vollstrecker des göttlichen Willens sind. Damit wurde aber bereits zur nächsten Epoche, zur hyperboräischen Zeit übergeleitet.

„Die Erde war, als sie noch Sonne und Mond in sich hatte, nur eine Art großer ätherischer Dunstnebel von gewaltiger Ausdehnung, und darinnen waren triebkräftig die Menschenkeime, schlafend aber die Keime der anderen Wesen: Tiere, Pflanzen und Mineralien. Deshalb, weil nur Menschenkeime da waren, aber noch keine Augen, konnte auch kein Auge äußerlich diese Vorgänge sehen, so daß die hier gegebene Beschreibung nur sichtbar werden kann im Rückblick für den hellsehenden Menschen. Diese Beschreibung wird unter der hypothetischen Voraussetzung gemacht, daß das einer gesehen hätte, wenn er damals auf einem Punkt des Weltenraums sich hätte befinden und zuschauen können. Auch auf dem alten Saturn hätte ein physisches Auge gar nichts bemerkt. Damals, im Urzustand, war die Erde nur ein Dunstnebel, der nur als Wärme empfunden worden wäre. Aus dieser Masse, aus diesem Uräthernebel gliederte sich allmählich ein leuchtender Dunstball, der schon hätte gesehen werden können, wenn es damals ein Auge gegeben hätte. Und wenn man mit einem Gefühlssinn sozusagen hätte hineindringen können, wäre er erschienen wie ein erwärmter Raum; etwa wie das Innere eines Backofens würde er sich ausgenommen haben. Sehr bald aber wurde diese Nebelmasse leuchtend. Und dieser Dunstball, der sich da herausgebildet hatte, der hatte in sich alle die Keime, von denen eben gesprochen worden ist. Wir müssen uns klar sein, daß in diesem Dunstnebel nicht etwas vorlag wie ein heutiger Nebel oder wie heutige Wolkengebilde, sondern alle heute fest gewordenen und flüssigen Substanzen waren darinnen aufgelöst. Alle Metalle, alle Mineralien, alles, alles war in Dunst- und Nebelform, in einer sehr durchsichtigen Form, in einer durchleuchteten Dunstform darin vorhanden. Durchleuchteter Dunst war da, von Wärme und Licht durchdrungen. Denken Sie sich da hinein. Das was aus dem ätherischen Nebel geworden war, das war ein durchleuchtetes Gas. Und dieses hellte sich immer mehr und mehr auf, und gerade durch die Verdichtung der Gase wurde das Licht immer stärker, so daß in der Tat einmal dieser Dunstnebel wie eine große Sonne erschien, die in den Weltenraum hinausleuchtete.

Diesen Zeitpunkt gab es durchaus einmal, als die Erde noch die Sonne in sich hatte, als sie noch lichtdurchglänzt und durchstrahlt war und in den Weltenraum ihr Licht hinausstrahlte. Dieses Licht aber machte es möglich, daß nicht nur der Mensch in jener ursprünglichen Anlage mit der Erde lebte, sondern daß in der Fülle des Lichtes lebten alle anderen höheren Wesen, die nicht einen physischen Leib annahmen, aber mit der Entwickelung des Menschen verbunden sind: Engel, Erzengel, Urkräfte. Aber nicht nur diese waren darin; in der Lichtfülle lebten auch noch höhere Wesenheiten: die Gewalten oder Exusiai oder Geister der Form, die Mächte oder Dynamis oder Geister der Bewegung, die Herrschaften oder Kyriotetes oder Geister der Weisheit und jene Geister, die genannt werden die Throne oder Geister des Willens, und endlich in loserer Verbindung mit der Lichtfülle, sich immer mehr von ihr losringend, die Cherubim und die Seraphim. Ein von einer ganzen Hierarchie niederer und höchster, erhabenster Wesenheiten bevölkerter Weltenkörper war die Erde. Und das, was als Licht hinausstrahlte in den Raum, das Licht, womit der Erdenkörper durchdrungen wurde, das war nicht nur Licht, sondern auch das, was später die Erdenmission war: das war die Kraft der Liebe. Das hatte das Licht als seinen wichtigsten Bestandteil in sich. Wir müssen uns also vorstellen, daß nicht nur Licht ausgestrahlt wird, nicht nur physisches Licht, sondern daß dieses Licht durchseelt, durchgeistigt ist mit der Kraft der Liebe.“ (Lit.:GA 106, S. 65ff)

Anmerkungen

  1. Der Begriff Wurzelrasse entstammt der damals gebräuchlichen Terminologie der Theosophischen Gesellschaft und wurde von Rudolf Steiner später ebenso wie der Begriff «Unterrasse» nicht mehr verwendet. Steiner hat wiederholt darauf hingewiesen, dass der Begriff «Rasse» in der nachatlantischen Zeit eigentlich nicht mehr berechtigt ist, da nun nicht mehr die körperliche, sondern die seelisch-geistige Entwicklung in den Vordergrund rückt. Die Gliederung der Menschheit in Rassen wird allmählich völlig überwunden werden und ist schon heute für die geistige Entwicklung der Menschheit bedeutungslos.
  2. Die eigentliche Erdentwicklung beginnt in der vierten und mittleren der sieben sog. Runden, während der sich das Erdendasein entfaltet. In den ersten drei Runden wurden frühere Verkörperungszustände der Erde, nämlich der alte Saturn, die alte Sonne und der alte Mond, in abgekürzter Form wiederholt, um die Früchte dieser früheren Daseinsformen für die eigentliche Erdentwicklung reif zu machen. Auf die eigentliche Erdentwicklung, die vierte Runde, werden noch drei weitere Runden folgen, in denen künftige neue Verkörperungen der Erde in gewissem Sinn andeutungsweise vorweggenommen werden.
  3. vgl. die Tabelle in Bosse 2002, S. 57
  4. Alle Zeitangaben sind dabei mit großer Vorsicht zu nehmen, worauf auch Rudolf Steiner deutlich hinweist:

    „Man kann nicht sprechen von der Totalität der Silurperiode bei der Erde, sondern da muß man die Silurperiode mit einer anderen [erdgeschichtlichen Periode] zu einem Totalitätssystem zusammenfassen. Ebensowenig kann ich von einem Menschenkopf sprechen als von einer Totalität, da gehört das andere dazu.

    In der Geologie beschreiben wir [je] eine Periode [für sich genommen] nach der anderen, als wenn sie so eine Wirklichkeit wäre. Sie ist es nicht. Sie ist nur eine Wirklichkeit mit dem Ganzen der Erde, und zwar so, wie ein Organismus eine Wirklichkeit ist, wo ich nicht eines herausreißen darf. Es käme vielmehr darauf an, statt unsere Vorgänge zu beziehen auf Koordinatenachsensysteme, sie auf ihre eigene innere Wirklichkeit zu beziehen, dann würden wir zu Totalitätssystemen kommen. Und dann würden wir müssen zu einer Art von Monadismus zurückkommen.“ (Lit.:GA 324a, S. 144)

    Vgl. dazu auch (Lit.: Bosse 2002, S 38ff)

Literatur

  1. Dankmar Bosse: Die gemeinsame Evolution von Erde und Mensch: Entwurf einer Geologie und Paläontologie der lebendigen Erde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgat 2002, ISBN 978-3772515934
  2. Dankmar Bosse: Die Lebenssphäre der Erde: Ihre Evolution in den geologischen Phänomenen, Rudolf Steiners Forschungen und in Goethes Studien, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2012. ISBN 978-3905919370
  3. Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Chronik, GA 11 (1986), ISBN 3-7274-0110-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß, GA 13 (1989), ISBN 3-7274-0130-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Kosmogonie, GA 94 (2001), ISBN 3-7274-0940-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  6. Rudolf Steiner: Ägyptische Mythen und Mysterien, GA 106 (1992), ISBN 3-7274-1060-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  7. Rudolf Steiner: Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924, GA 300 a-c (1995), ISBN 3-7274-3000-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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