Positivitätsübung

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Ein hilfreicher und lebenspraktischer Weg, um Positivität im Alltag zu üben, ist die Positivitätsübung, die Rudolf Steiner in den sogenannten Nebenübungen formulierte.

"Unbefangenheit (Positivität). Das (...) ist, was man als Unbefangenheit bezeichnen kann. Das ist diejenige Eigenschaft, die in allen Dingen das Gute sieht. Sie geht überall auf das Positive in den Dingen los. Als Beispiel können wir am besten eine persische Legende anführen, die sich an den Christus Jesus knüpft: Der Christus Jesus sah einmal einen krepierten Hund am Wege liegen. Jesus blieb stehen und betrachtete das Tier, die Umstehenden aber wandten sich voll Abscheu weg ob solchen Anblicks. Da sagte der Christus Jesus: Oh, welch wunderschöne Zähne hat das Tier! - Er sah nicht das Schlechte, das Häßliche, sondern fand selbst an diesem eklen Kadaver noch etwas Schönes, die weißen Zähne. Sind wir in dieser Stimmung, dann suchen wir in allen Dingen die positiven Eigenschaften, das Gute, und wir können es überall finden. Das wirkt in ganz mächtiger Weise auf den physischen und Ätherleib ein." (Lit.: GA 95, S. 117ff)

"Ich bringe das Denken in das Fühlen hinein. Ich bringe Licht in das Fühlen, das sich wandeln kann, hinein, und dadurch entsteht Positivität." (Paul Mackay, Aus dem Nichts schöpfen. In: Das Goetheanum, Nr. 7-8 vom 13. Februar 2015, S. 8 - 10, hier: S. 10)


Hermann Keimeyer formulierte die Positivitätsübung als Mantram:

Positivitätsübung (Mantram)

Ringe, trage, dulde
Stunde um Stunde
Schmerzen, Schmach und Schande,
Welche aus des Karmas dunklen Schoße
Täglich Dir bereitet werden mögen.

Wenn Du Christus finden darfst in Dir –
Durch die Gnade Deiner Engelväter,
Durch Dein eigenes Ringen und Bemühen
In der stillen, tiefen Einkehr,-

Dann wird jede Deiner Lasten,
Dann wird jede Deiner Qualen
Dir zu Stufen in das Geisterreich,
Wird zu Kraft in Dir, welche aufwärtsführet:

Neuverwandelt,
Geistgeboren,
Lichterkoren –
Wirst Du aufwärts Dich erkraften.

Wenn auch a l l e gegen Dich – trauere nicht!
Wenn n u r der Meister mit Dir sein mag!
Wenn S e i n e Schwingung mit Dir ficht!
Wenn E r nur Dich überschatten mag!

Das sei Dir Trost und Kraft zugleich.


(aus: Hermann Keimeyer, Wie findet man die Meister
in höheren Welten?, S. 82)