Präexistenz

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Die Präexistenz (von lat. prä ‚vor‘ und exsistere ‚hervortreten‘) bezeichnet

  1. die Lehre, Jesus Christus habe als Logos Gottes -- allerdings nicht als Mensch -- bereits vor seinem sterblichen Leben ca. 4 v.Chr. - 30 AD (Anno Domini) existiert. Die Lehre von der Präexistenz Christi ist Bestandteil der meisten christlichen Glaubensbekenntnisse.
  2. die Lehre beim Philosophen Platon und seinen Anhängern, beim Kirchenschriftsteller Origenes, den Gnostikern und bei der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen"), die besagt, dass alle Menschen im vorirdischen Dasein als Geister schon vor der Erschaffung der Erde existiert haben und da ihre Bestimmung für die Zeit auf der Erde bekommen haben. Dieses "Leben vor der Zeugung" ist dem Leben nach dem Tod ähnlich. Die meisten jüdischen, christlichen und islamischen Konfessionen lehnen diese Vorstellung ab. In der Anthroposophie Rudolf Steiners ist diese Vorstellung aber im Rahmen einer entwicklungsgeschichtlich gedachten Lehre von Wiederverkörperung und Karma obligatorisch.
  3. die Eigenschaft im objektiven Idealismus, die einer Idee, dem Begriff u.a. zugeschrieben wird, aus denen dann die wirkliche Welt abgeleitet wird. So sind präexistent die Ideenwelt Platons und die absolute Idee bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel.
  4. das Existieren, Vorhandensein der Welt als Idee im Gedanken Gottes vor ihrer stofflichen Erschaffung

Literatur

  • Rudolf Steiner: Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung (GA 9), Dornach b. Basel 2003
  • Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriss (GA 13), Dornach b. Basel 1989
  • Anton Hügli / Poul Lübcke (Hg.): Philosophielexikon, Rowohlts Enzyklopädie, TB, Reinbek b. Hamburg 2005, S. 514

Weblinks

Siehe auch:

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