Ragnarök

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Die Ragnarök (altnord. „Schicksal der Götter“; aus regin, gen. pl. ragna = Gott + rök = Ursache, Sinn des Ursprungs) bezeichnet die Geschichte und den Untergang der Götter (Weltuntergang) in der Nordischen Mythologie, wie sie in der Völuspá prophezeit wird.

Der Begriff wird im Deutschen oft als „Götterdämmerung“ übersetzt, was aber nur bedingt richtig ist und auf eine Fehlinterpretation von Snorri Sturluson zurückgeht. Denn während in der älteren Lieder-Edda von Ragnarök, dem „Schicksal der Götter“ die Rede ist, schreibt Snorri in der von ihm verfassten Prosa-Edda stets ragna rökr, „Götterdämmerung“ (vgl. anord. røkkr - Dunkelheit).

Der letzte Teil des Ragnarök entstand vermutlich erst unter christlichem Einfluss, wobei die Art des Einflusses noch nicht vollständig geklärt ist.

Inhalt

Ragnarök ist der Endkampf der Götter und Riesen, in dessen Folge die ganze Welt untergeht.

Ragnarök kündigt sich durch drei Jahre heftiger Kämpfe an, gefolgt von einem drei Jahre dauernden Winter.

In der Sage wird der Wolf Skalli, der die Sonne verfolgt, diese verschlingen, und der Wolf Hati, der den Mond verfolgt, (einer anderen Überlieferung nach Managarm) diesen verschlingen. Daraufhin werden Sterne vom Himmel fallen.

Dies hat zur Folge, dass die Erde zu beben beginnt und alle Bäume entwurzelt und alle Berge einstürzen werden. Durch diese Beben kann sich der Fenriswolf von seiner Kette lösen und die Midgardschlange betritt das Land. Ebenso wird das Land überflutet.

Durch die Überschwemmung wird das Schiff Naglfar flott, welches aus den Finger- und Zehennägeln der Toten gemacht ist. Der Fenriswolf spuckt Feuer und die Midgardschlange versprüht ihr Gift, wodurch Luft und Meer entzündet werden. Muspells Söhne kommen durch diesen Tumult hervorgeritten - Surtr allen voran. Sie versuchen, über die Brücke Bifröst zu reiten, welche aber zusammenstürzt. Daraufhin ziehen sie zur Ebene Wigrid, wo sie sich mit dem Fenriswolf, der Midgardschlange, Loki, Hrym (dem Steuermann von Naglfar), allen Hrimthursen und Hels Gefolge treffen. Dort nehmen sie die Schlachtordnung ein.

Heimdall erhebt sich und stößt aus aller Kraft in sein Gjallarhorn, ein Rufhorn, und weckt damit alle Götter, die sich beraten. Odin reitet zu Mimirs Brunnen, um Rat zu holen. Die Asen und alle Einherjer, d. h. die in Schlachten gefallenen Toten aus Walhall, wappnen sich danach zum Kampf. An der Spitze reitet Odin mit seinem Speer Gungnir, seinem Goldhelm und seinem schönen Harnisch. In der folgenden Schlacht kämpft Freyr gegen Surtr, wobei Freyr erliegt, weil der in einem anderen Mythos sein Schwert Skirnir gegeben hatte. Der Hund Garm, der Wächter der Unterwelt, greift Tyr an. Beide töten sich gegenseitig. Thor gelingt es, die Midgardschlange zu besiegen. Doch kaum ist er neun Schritte von der Schlange weggegangen, stirbt er an ihrem Gift. Odin, der gegen den Fenriswolf antritt, wird von diesem verschlungen. Deshalb steckt Vidar dem Wolf seinen Fuß ins Maul und reißt dessen Rachen entzwei. Loki kämpft gegen Heimdall, auch sie erschlagen sich gegenseitig. Schließlich schleudert Surtr Feuer über die ganze Welt, woraufhin alles zerstört wird (==> Weltenbrand).

Die Asen versammeln sich. Flammen und Rauch werden zum Himmel schießen.

Durch den Ausgleich von Ordnung und Chaos wird ein Gleichgewicht entstehen, das dem Allvater Fimbultyr verhilft, eine neue Welt zu schaffen.

Die Asen einen sich am Idafelde. Alles Böse bessert sich.

"Da reitet der Mächtige zum Rat der Götter, der Starke von oben, der alles steuert. Den Streit entscheidet er, schlichtet Zwiste und ordnet ewige Satzungen an"

Thors Söhne Magni und Modi treffen sich mit Odins Sohn Vidar und Vali im ehemaligen Asgard. Baldur und Hödur kehren aus Hel zurück.

Den Abschluß von Ragnarök kann man daran erkennen, wenn Nidhöggur der Menschenwürger, der die entseelten Leiber aussaugt stirbt.

"Nun kommt der dunkle Drache geflogen, die Natter hernieder aus Nidafelsen. Das Feld überfliegend, trägt er auf den Flügeln, Nidhöggur, Leichen - und nieder senkt er sich"

Verarbeitung des Stoffes in der Kunst

Richard Wagner behandelt das Thema in seiner Oper Götterdämmerung, dem vierten Teil der Tetralogie Der Ring des Nibelungen.

Der Komponist Johannes Fuss und die deutsche Rockband Helangår vertonten 2003 die Ragnaröksage in ihrer CD "Evening in Valhalla". Der Stoff wird außerdem immer wieder von sogenannten Viking Metal-Bands vertont. Es gibt auch ein jährlich stattfindendes deutsches Musikfestival namens Ragnarök Festival

Weblinks

Commons-logo.png Commons: Ragnarök - Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema

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