Das rosa Nordfenster des ersten Goetheanums

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Das rosa Norfenster des ersten Goetheanums nach dem Entwurf Rudolf Steiners, das die Erlebnisse zeigt, die die Seele durchlebt, wenn sich das Äthersehen auf das menschliche Innere richtet..

Das rosa Nordfenster des ersten Goetheanums schildert die Erfahrungen, die die Menschenseele durchlebt, wenn sich das neue Äthersehen auf das menschliche Innere richtet. Der Erkenntnispfad, den die Glasfenster schildern und der bis hinunter in die irdisch-physische Welt führte, geht nun wieder hinauf in die Ätherwelt, aber in neuer und höherer Art, als das in den Motiven des violetten Südfensters gezeigt wurde.

In beiden Seitenfenstern ist Golgatha mit den drei Kreuzen zu sehen. Im linken Fenster sieht man eine von der Erde fortstrebende luziferische Gestalt als Bild für die luziferischen Kräfte, die in der eigenen Seele walten. Durch die Christusgestalt, in der sich die bereits durchchristeten Teile der menschlichen Seele ausdrücken, und durch drei Strömungen, die aus der Erde, auf der die drei Kreuze stehen, kommen, wird diese luziferische Gestalt aber daran gehindert, sich völlig von der Erde zu lösen. Die drei Strömungen sind eine objektive Wirkung des Mysteriums von Golgatha, das für alle Menschen auf Erden geschehen ist. Die Christusgestalt in den beiden Seitenfenstern steht für die Kräfte, die man dadurch erhält, dass man sich bewusst aus Freiheit mit dem Christus verbindet.

Unter dem linken Seitenfenster steht im Entwurf Rudolf Steiners: So wird er fromm.

Das rechte Bild zeigt eine ahrimanische Gestalt. Die Menschenseele schaut darin das Bild der ahrimanischen Kräfte, die in ihr walten. Diese ahrimanische Gestalt wird durch die Sonnenstrahlen, die von oben kommen, gefesselt und so wirksam gefangen gehalten. Auch das ist eine objektive Wirkung des Mysteriums von Golgatha. Daneben steht wieder die Christusgestalt als Bild der durchchristeten Menschenseele.

Das rechte Seitenfenster trägt im Entwurf den Untertitel: Die Frommheit wirkt.

Im mittleren Bild ist links unten die Menschengestalt zu sehen, dahinter die den Menschen leitende Engelwesenheit, die in ihm das neue Äthersehen erregt, das als eine natürliche Fähigkeit des Menschen künftig immer häufiger auftreten wird. Die Menschengestalt streckt die Arme ihrem eigenen Ätherbild entgegen, das von den Strahlen der Sonne beleuchtet, umhüllt und belebt wird. Die neuen Lebenskräfte, die dadurch im Menschen erwachen, die die Kräfte des Baums des Lebens sind, werden durch die Pflanzenformen angedeutet, die rechts zu sehen sind. Über allem walten die kosmischen Kräfte der Planetensphären, eben die Sonne selbst, der Mond und auch die fünf anderen Planeten, die als Sterne gezeigt sind.

In Steiners Entwurf trägt das Mittelfenster den Untertitel: DIE WELT WEHT FROMMSEIN.

Siehe auch

Literatur

  1. Georg Hartmann: Goetheanum-Glasfenster, Verlag Am Goetheanum, Dornach 2002, ISBN 3-7235-0049-8