Sündenvergebung

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Durch die Sündenvergebung nimmt der Christus die objektiven Folgen unserer Sünden, die sich dem Weltgedächtnis, der Akasha-Chronik, einschreiben, auf sich. Das gilt für alle menschlichen Verfehlungen, auch für die, die in die Zeit vor dem Erdenleben des Christus fallen und ist auch unabhängig davon, ob sich der Mensch dem Christus zuwendet oder nicht. Sie sind in der Akasha-Chronik dann aber nur mehr dem sichtbar, der sich mit dem Christus-Impuls verbunden hat.

Die Sündenvergebung enthebt den Menschen allerdings keineswegs davon, die karmischen Rückwirkungen seiner Verfehlungen auf seine eigene Wesenheit im Zuge des Reinkarnationsgeschehens auszugleichen.

"Die Schuld, die wir auf uns laden, die Sünde, die wir auf uns laden, die ist ja nicht bloß unsere Tatsache, sondern das ist eine objektive Weltentatsache, sie ist etwas auch für die Welt. Dasjenige, was wir verbrochen haben, das gleichen wir in unserem Karma aus; aber daß wir einem die Augen ausgestochen haben, das ist geschehen, das hat sich wirklich vollzogen, das bleibt für den objektiven Weltengang bestehen. Den Makel, den wir uns selbst zugefügt haben, gleichen wir im Karma aus, aber die objektive Weltentatsache, die bleibt bestehen, die können wir nicht auslöschen dadurch, daß wir von uns selbst die Unvollkommenheit nehmen. Wir müssen unterscheiden die Folgen einer Sünde für uns selbst, und die Folgen einer Sünde für den objektiven Weltengang. Wenn man anblickt die Zeit der Menschheitsentwickelung seit dem Mysterium von Golgatha, und man kommt, ohne durchdrungen zu sein mit der Christus-Wesenheit, an die Akasha-Chronik heran, so wird man sehr leicht irre – sehr leicht wird man irre. Denn in dieser Akasha-Chronik zeigen sich Aufzeichnungen, die sehr häufig nicht stimmen mit dem, was man in der karmischen Evolution der einzelnen Menschen findet. Nehmen wir an, im Jahre 733 meinetwillen habe irgendein Mensch gelebt und habe dazumal eine schwere Schuld auf sich geladen. Nun untersucht man die Akasha-Chronik, zunächst ohne daß man irgend etwas von einer Verbindung hat mit dem Christus. Und siehe da, man kann die betreffende Schuld nicht finden in der Akasha-Chronik. Geht man aber jetzt auf den Menschen ein, der weitergelebt hat, und untersucht sein Karma, dann findet man: Ja, auf dieses Menschen Karma ist noch etwas, was er abzutragen hat; das müßte an einem bestimmten Zeitpunkt in der Akasha-Chronik darinnen stehen; es steht aber nicht darinnen. Das kommt davon her, daß der Christus tatsächlich auf sich genommen hat die objektive Schuld. In dem Augenblick, wo ich mich mit dem Christus durchdringe, wo ich mit dem Christus die Akasha-Chronik durchforsche, finde ich die Tatsache. Christus hat sie in sein Reich genommen und trägt sie als Wesenheit weiter. Es bleibt bestehen die karmische Gerechtigkeit, aber in bezug auf die Wirkungen einer Schuld in der geistigen Welt tritt der Christus ein, der diese Schuld in sein Reich hinübernimmt und weiterträgt, und das hat nicht nur eine Bedeutung für die Zeit nach dem Mysterium von Golgatha, sondern auch für die Zeit vor dem Mysterium von Golgatha. Es ist keine bloße Legende, daß der Christus wirklich nach dem Tode zu den Toten heruntergegangen ist. Dadurch hat er aber auch etwas getan für die Seelen, die Schuld und Sünde in vorhergehenden Zeiten auf sich geladen haben." (Lit.: GA 155, S. 183ff)

Die Sündenvergebung des Christus ist ein freiwilliges Gnadengeschenk, das der Christus durch seine Opfertat auf Golgatha der Menschheit dargebracht hat und ohne dieses könnte sich die Erde nicht in rechter Weise in ihren nächsten Entwicklungszustand, den künftigen Jupiter, verwandeln.

"Gedenken wir des Erdenendes einmal, gedenken wir der Zeit, wann die Menschen ihre irdischen Inkarnationen werden durchgemacht haben. Die menschlichen Seelen werden ihr Karma in einer gewissen Weise ausgeglichen haben müssen. Aber stellen wir uns einmal vor, daß alle Schuld bestehen geblieben wäre in der Erde, daß alle Schuld wirken würde in der Erde. Dann würden am Ende der Erdenzeit die Menschen ankommen mit ihrem ausgeglichenen Karma, aber die Erde wäre nicht bereit, sich zum Jupiter hinüberzuentwickeln und die ganze Erdenmenschheit wäre da ohne Wohnplatz, ohne die Möglichkeit, sich hinüberzuentwickeln zum Jupiter. Daß die ganze Erde sich mitentwickelt mit den Menschen, das ist die Folge der Tat des Christus. Alles dasjenige, was für die Erde sich anhäufen würde als Schuld, das würde die Erde in die Finsternis stoßen, und wir würden keinen Planeten haben zur Weiterentwickelung. Für uns selbst können wir im Karma sorgen, nicht aber für die ganze Menschheit und nicht für dasjenige, was in der Erdenevolution mit der ganzen Menschheitsevolution zusammenhängt. Dadurch, daß der Christus auf Golgatha gestorben ist, wird der Mensch nicht sehen seine Schuldentafeln, sondern er wird den sehen, der sie übernommen hat; sehen wird er vereinigt in der Wesenheit des Christus alles dasjenige, was sonst ausgebreitet wäre in der Akasha-Chronik. Der Christus steht statt der Akasha-Chronik vor ihm.

Und wenn der Christus denjenigen, die in seinem Geiste wirken, gewissermaßen den Auftrag gegeben hat, Sünden zu vergeben, so ist damit nie und nimmer gemeint, Karma zu beeinträchtigen, wohl aber ist damit gemeint, daß gerettet wird das Erdenreich für denjenigen, der mit dem Christus in Beziehung steht, vor den Folgen, den geistigen Folgen der Schuld und Sünde, die objektive Tatsachen sind, auch wenn sie im späteren Karma ausgeglichen worden sind." (Lit.: GA 155, S. 186ff)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Christus und die menschliche Seele, GA 155 (1994)
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
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