Scheol

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mittelalterliche Darstellung der Hölle von Hieronymus Bosch

Scheol (hebr. שאול) ist die hebräische Bezeichnung für das Jenseits im Sinne der Unterwelt, das "Unwahrnehmbare", aber auch für Grab, Gruft oder Totenreich. Es kann jedoch auch «fragen» und «bitten» bedeuten. Erwähnung findet der Begriff im Alten und Neuen Testament, wie auch in den Apokryphen und zahlreichen anderen Überlieferungen. Das Neue Testament verwendet das griechische Wort "Hades" (Aιδες = ohne Sehen dahindämmern (vgl. Apostelgeschichte. 2,27, Psalm 16,10) und belegt den Begriff mit Eigenschaften aus der eigenen, wie auch der griechischen Mystik.

Übersetzungen und Verquickung mit mittelalterlichen Vorstellungen

Martin Luther übersetzte das hebräische Wort "Scheol", dem Verständnis seiner Zeit entsprechend:

Fünfmal mit "Hölle" u.A. (Mat. 16,18) (...)"auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen."

Zweimal mit "Toten" u.A. (Psalm 9,18) "Die Gottlosen sollen zu den Toten fahren"(...)

Zwei Mal mit "Totenwelt"

Ein Mal mit "Sein Reich"

Auslegung und Verständnis

Mittelalterliche Darstellung des Eingangs zur Hölle

Im Scheol zu sein bedeutet, einen zeitlich begrenzten Zustand des hoffens, bittens und fragens ausgesetzt zu sein:

Generalität der Aussage: "Welcher Mann lebt und wird den Tod nicht sehen, wird seine Seele befreien von der Gewalt des Scheols? (...)" (Ps 89,49 EU)

Zeitliche Begrenzung: "Jehova tötet und macht lebendig; er führt in den Scheol hinab und führt herauf" (1 Sam 2,6 EU)

Damit verbundene Hoffnung: "Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen, wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe." (Ps 16,10 EU) "Denn deine Güte ist groß gegen mich, und du hast meine Seele errettet aus dem untersten Scheol." (Ps 86,13 EU)

Der Scheol ist kein Ort der ewigen Verdammnis, ein Ort des Schreckens und der Qual, schon gar nicht ein Ort in dem böse Mächte spuken und Satan herrscht. In den Scheol gehen die Seelen aller Menschen, ob gläubig oder nicht, gerecht oder nicht ein.

Weitere Stellen: Joh. 5,28-29, Hiob 3,11-19, 14,13, Hes. 32,18-32, Ps. 31,17, Dan. 12,2

Scheol in der Bibel

Diese Darstellung des Jenseits kommt der urbiblischen Idee näher. Hieronymus Bosch

 1. Mose 37,33-35;
 1. Mose 42,37-38;
 1. Mose 44,27-31;
 4. Mose 16,23-33;
 5. Mose 32,22;

 1. Samuel 2,6;
 2. Samuel 22,5.6;
 1. Könige 2,6;
 1. Könige 2,9;

 Hiob 7,9.10;
 Hiob 11,7.8;
 Hiob 14,11-14;
 Hiob 17,13-16;
 Hiob 21,13;
 Hiob 24,19;
 Hiob 26,6;

 Psalm 6,5;
 Psalm 9,17;
 Psalm 16,10;
 Psalm 18,4.5;
 Psalm 30,3;
 Psalm 31,17;
 Psalm 49,14.15;
 Psalm 55,15;
 Psalm 86,13;
 Psalm 88,3;
 Psalms 89,48;
 Psalm 116,3;
 Psalm 139,8;
 Psalm 141,7;
 Sprüche 1,11.12;
 Sprüche 5,5;
 Sprüche 7,27;
 Sprüche 9,18;
 Sprüche 15,11;
 Sprüche 15,24;
 Sprüche 23,14;
 Sprüche 27,20;
 Sprüche 30,16;
 Kohelet 9,10;

 Jesaja 5,14;
 Jesaja 7,11;
 Jesaja 14,11;
 Jesaja 14,15;
 Jesaja 28,15;
 Jesaja 28,18;
 Jesaja 38,10;
 Jesaja 38,18;
 Jesaja 57,9;
 Hesekiel 31,15-17;
 Hesekiel 32,21;
 Hesekiel 32,27;
 Hosea 13,14;
 Amos 9,2;
 Jona 2,2;
 Habakuk 2,5

Weblinks

Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Scheol aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.