Schrift

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Die Schrift ist eine in Zeichen bewahrte Form der Sprache, die für den Menschen nach ausreichender Übung - meist visuell oder haptisch - lesbar ist. Ihre elementaren Einheiten sind die Schriftzeichen, die in ihrem Gesamtumfang den Zeichensatz der jeweiligen Schrift bilden.

Bilderschrift

Bilderschriften sind wort- bzw. begriffsorientiert, aber weitgehend unabhängig vom gesprochenen Wort, d.h. von seinem Lautbestand. Sie bestehen in der Regel aus einer sehr großen und stets veränderlichen Anzahl von Schriftzeichen; so gibt es etwa nach dem bisher umfangreichsten historischen Zeichenwörterbuch Zhōnghuá Zìhǎi 中華字海 / 中华字海 aus dem Jahr 1994 rund 87.000 verschiedene chinesische Schriftzeichen, von denen aber etwa 85 Prozent heute nicht mehr benutzt werden[1]. Etwa 3000 chinesische Schriftzeichen reichen aus, um die meisten Texte lesen zu können; durchschnittliche Wörterbücher listen etwa 10.000 Zeichen.

Buchstabenschrift

Buchstabenschriften, auch alphabetische Schriften oder Alphabetschriften genannt, sind lautorientiert und verfügen nur über einen sehr kleinen Zeichensatz, dessen Elemente, die Buchstaben (+ Zahlzeichen und Sonderzeichen), aber praktisch unbegrenzt kombiniert werden können, um damit alle verwendeten Wörter der gesprochenen Sprache festzuhalten. Der Gesamtumfang der Buchstaben bildet das Alphabet der jeweiligen Schrift. Das Wort Buchstabe leitet sich vermutlich von den germanischen Runenstäbchen ab, die als Los geworfen wurden und oft aus dem harten Buchenholz gefertigt waren, in das die entsprechenden Zeichen eingeritzt wurden.

Lautschrift

Das Internationale Phonetische Alphabet (IPA), das in den meisten Wörterbüchern verwendet wird, ist das bekannteste Beispiel für eine reine Lautschrift, die sich unmittelbar auf die im Sprachtrakt des Menschen artikulierten Phoneme der gesprochenen Sprache stützt.

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Karl-Heinz Best, Jinyang Zhu: Ein Modell für die Zunahme chinesischer Schriftzeichen. In: Glottometrics. Nr. 20, 2010, S. 29–33.