Seelenleben

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Das Seelenleben, das sich in der Seele des heutigen Menschen entfaltet, gliedert sich in drei grundlegende Seelenkräfte:

Ursprünglich waren diese drei Seelenkräfte sehr eng miteinander verbunden, aber sie haben sich im Zuge der Menschheitsentwicklung immer deutlicher voneinander differenziert und diese Entwicklung wird weitergehen, so dass Denken, Fühlen und Wollen künftig völlig unabhängig voneinander werden und nur durch die freie Tat des Ich zusammengehalten werden können. Erst dann wird das menschliche Ich die vollständige Herrschaft über das Seelenleben gewonnen haben. Durch entsprechende geistige Schulung wird etwas von dieser künftigen Entwicklung vorweggenommen.

Das hängt auch zusammen mit der Entwicklung der drei seelischen Wesensglieder des Menschen. In der Empfindungsseele sind Denken, Fühlen und Wollen noch sehr stark ineinander verwoben. In der Verstandes- oder Gemütsseele setzt sich das Wollen bereits deutlich ab, während Denken und Fühlen noch eng miteinander verbunden sind. Erst mit der Bewusstseinsseele beginnt die vollständige Trennung aller drei Seelenkräfte.

Die drei Seelenkräfte sind mit sehr unterschiedlichen Bewusstseinsgraden verbunden. Nur im Denken sind wir gegenwärtig vollständig wach und nur im Denken können wir daher gegenwärtig wirklich völlige Freiheit erringen, denn die freie Herrschaft des Ich ist an das Wachbewusstsein gebunden. Im Gefühlsleben träumen wir hingegen beständig und was unser eigentliches Wollen ausmacht, hat keinen helleren Bewusstseinsgrad als unser Tiefschlafbewusstsein. Schon im Träumen verliert das Ich erfahrungsgemäß weitgehend die Herrschaft über das Seelenleben und die eigentliche Willensfreiheit des Menschen ist heute entgegen einer weitverbreiteten Meinung erst sehr wenig ausgebildet. Tatsächlich ist der menschliche Wille heute nur insofern indirekt frei, als er sich durch das bewusste Denken bestimmen lässt. Dadurch schöpfen wir aber nur den aller geringsten Teil unseres Willenspotentials aus.

Die dreifaltige Struktur des menschlichen Seelenlebens spiegelt sich äußerlich wider in der Dreigliederung des menschlichen Organismus, indem das Nerven-Sinnessystem das physische Werkzeug des Denkens ist, das Fühlen sich auf das rhythmische System stützt und das Wollen sich auf das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem gründet.