Skandhas

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die fünf Skandhas (skrt. pañca upādānaskandhāḥ, Pāli khandha „Anhäufung“), in deutscher Übersetzung auch die fünf Ansammlungen genannt, sind nach buddhistischer Auffassung die grundlegenden Aspekte, die die Persönlichkeit ausmachen: Leib (Form, Rupa), Empfindung (Gefühl, Vedana), Denken (Unterscheidung, Wahrnehmen, Sanjna), Wille (Geistfaktoren, Begehren, Sanskara) und Bewusstsein (Vijnana). Das damit verbundene «Anhaften am Glauben an eine feste Persönlichkeit» (skrt. attavādupādāna) bildet im Buddhismus eine der «vier Gruppen der Anhaftung» (skrt. upadana), durch die wir der sinnlichen Außenwelt anhaften.

Nach Rudolf Steiner sind die fünf Skandhas im Wesentlichen identisch mit dem Karma:

"Durch alle Handlungen rufen wir Gegenhandlungen hervor als Karma, weil wir in die intuitive Welt eingreifen: Rupa. Durch alle Worte greifen wir ein in die Welt der schaffenden Gefühle, um damit Gegengefühle um uns zu schaffen: Vedana. Mit dem, was wir über die Wahrnehmungen denken, greifen wir ein in die ganze Welt der Gedanken draußen: Sanjna.

Das was wir um uns herum wahrnehmen, wird nicht mehr sein, wenn wir wieder erscheinen auf der Erde. Daher wird auf die künftige Inkarnation alles, was wir über die Wahrnehmungswelt denken, gar keinen Einfluß ausüben können, nur in dieser Inkarnation wird es eine karmabildende Kraft haben. Der Gedanke wirkt auf unseren jetzigen Charakter.

Was aus dem Gefühl heraus entspringt, das was mit unserer Umgebung wesentlich zu tun hat, was in die Welt der Imagination hineingeht, das kommt uns zurück in der nächstfolgenden Inkarnation, so daß es in uns selbst erscheint als Neigungen und außer uns als Gelegenheiten. Durch die Neigungen ruft man also die Gelegenheiten der Welt herbei, die das Schicksal bilden, durch Neigungen, die karmisch veranlagt sind. Die Gedanken formen den Charakter, die Neigungen führen karmisch die Gelegenheiten herbei. Die Handlungen führen das äußere Schicksal herbei, die ganzen leiblichen Umstände, unter denen der Mensch geboren wird. Was wir mit Rupa, unserer Leiblichkeit, wirklich ausführen, das ist unser wirkliches Schicksal, das kommt uns karmisch zurück.

Der Mensch kann bewußt nur Neigungen schaffen für künftige Inkarnationen, wenn er sich jetzt zur Imagination aufschwingt. Darin liegt das Geheimnis, wie die großen Religionsstifter über ihre Zeit hinaus gewirkt haben. Die Bilder, die sie den Menschen gegeben haben, haben Neigungen ausgelöst für folgende Inkarnationen. Jedes Bild, das sie in die Seele senken, tritt in der ganzen Gefühlswelt des Menschen hervor. Entweder erwirbt sich der Mensch selber solche Imaginationen, oder er bekommt sie von einem Führer. Selbst haben wir sie, wenn wir unser ganzes Gefühlsleben in die Hand genommen haben; das ist beim Geheimschüler der Fall. Er fühlt so, wie er es sich vornimmt; für die übrige Menschheit wird gesorgt durch die Religionsstifter. Eine Religion ist die Gefühlswelt künftiger Rassen; sie kann daher äußerlich untergehen, denn sie lebt in den Neigungen nach. Heute kommen die Neigungen heraus, die im 13. und 14. Jahrhundert der Menschheit eingepflanzt worden sind. Es ist wichtig, daß nicht die materialistischen Bilder der Gegenwart in den Menschenherzen Platz greifen, denn sie würden die Menschen in den zukünftigen Zeiten mit den brutalsten Neigungen ausstatten, die bloß auf die Sinnenwelt gerichtet sind, wenn es nicht wettgemacht wird durch geistige Vorstellungen. Diejenigen Begierden und Wünsche leben im Menschen, die aus der Imagination hervorgehen. Das ist sein Begehren = Sanskara. Alles das, was intuitiv in den Menschen ist, die großen Impulse, die sie empfangen von den höchsten Eingeweihten, die sind eigentlich das, was das Tatsachenkarma überwindet. Wer sich zu den eigentlichen Intuitionen erhebt, der dringt durch die physische Welt zu dem Vatergeist empor. Wer intuitives Erkennen hat, kann auf das tatsächliche Karma wirken. Er fängt an, sein Karma bewußt einzuschränken.

Dem gewöhnlichen Menschen erscheinen nur die Wesen als verständlich, die auch bewußt sind. Kommt er zur Imagination, so wird ihm auch das Leben verständlich; kommt er zur Intuition, so kann er vordringen bis zu den intuitiven Kräften.

So viel der Mensch wirken kann auf sein Karma, so viel muß er selbst haben an Intuition, oder er muß solche von den großen Eingeweihten haben als die großen Pflichtgebote. Vijnana nennt man das Bewußtsein, was notwendig ist zur Überwindung des Karma. Und nun denke man sich den Menschen mitten in der Welt lebend, handelnd, sterbend. Wenn er nun gestorben ist, so bleibt aber doch etwas von ihm da in dieser Welt, was er hineingewoben hat in diese Welt. Das sind: Rupa, Vedana, Sanjna, Sanskara und Vijnana. Diese fünf Dinge sind sein Konto: das persönliche Schicksal als Rupa; das Schicksal des Volkes, in dem er geboren wird, als Vedana; daß er überhaupt geboren wird auf dieser Erde, als Sanjna. Ferner wirken mit Sanskara, das Begehren, und Vijnana, das Bewußtsein. Das sind die fünf Skandhas.

Was man in die Welt hinausgibt, bleibt als die fünf Skandhas in der Welt. Die sind die Grundlage des neuen Daseins. Sie sind stufenweise weniger wirksam, wenn der Mensch eines von den letzten bewußt entwickelt hat. Je mehr er Vijnana bewußt in der Gewalt hat, desto mehr bekommt er es in seine Gewalt, sich bewußt im physischen Leibe zu verkörpern. Die Skandhas sind eigentlich im wesentlichen identisch mit dem Karma.

  1. Rupa - Leiblichkeit, Handlungen
  2. Vedana - Gefühl
  3. Sanjna - Wahrnehmen
  4. Sanskara - Begehren
  5. Vijnana - Bewußtsein, das notwendig ist zur Überwindung des Karma." (Lit.: GA 93a, S. 134ff)

„Alle Handlungen sind begleitet von astralen Wesenheiten. Das sind unsere Skandhas, die unser Karma vollziehen. Aber auch alle physischen Tatsachen lassen astrale Wesenheiten im Astralen zurück. So zum Beispiel entspricht auch dem Kölner Dom eine ganz bestimmte Wesenheit auf dem Astralplan. Durch alles, was auf der Erde geschieht, wenn alle physische Materie umgearbeitet ist und die Erde sich auflöst, wird von selbst der nächste astrale Globus gebildet. Er ist einfach da als die astralen Wesenheiten, als die Wirkungen aller früheren physischen Vorgänge. Darum muß der Mensch fortwährend im Karma wirken. Er muß die grotesken astralen Wesenheiten, die er verpfuscht hat, im nächsten Leben wieder zurechtbringen, sonst wären diese als sinnlose Geschöpfe für den nächsten Globus da. Das ist Karma, das der Mensch ausbessern muß. Was da im Großen vorgeht auf der Erde, das geht beim Menschen auch im Kleinen vor. Man denke sich ein Kind. Man erzieht es falsch, man verzieht es durch Leckereien und so weiter. Das zieht nicht nur Vorgänge im physischen Körper nach sich, sondern das teilt sich dem Astralen fortwährend mit, so daß man tatsächlich den Astralkörper mitverändert. Was man dem Säugling beibringt, physisch, das geht in seinen Astralkörper über, das ist da in Form von bestimmten Gebilden vorhanden. Was so hineingearbeitet ist, wird aber stufenweise wieder herausgearbeitet. In der Zeit des höheren Alters rächen sich die Sünden, die an dem Kinde begangen worden sind. Diese Sünden bleiben durch die ganze Lebenszeit hindurch und sind von großer Wichtigkeit gerade für den letzten Lebensabschnitt des Menschen. Nach dem mittleren Zeitpunkt des Lebens geschieht eine Art von Umkehr; das Astrale wirkt dann in den physischen Plan hinein. Der Mensch legt in der Kindheit im Astralen den Grund zu dem, was er im Alter haben wird. Wenn der Mensch einsieht, was an ihm gesündigt worden ist und er daraufhin an sich selbst arbeitet, dann kann er die Schäden im Astralleib wieder ausmerzen, sonst wird er im Alter unter denselben Schwächen seiner Kindheit zusammenbrechen. Auf den Astralkörper wirkt aber nur dasjenige ausgleichend, was man bewußt hineinarbeitet. Wenn man später nicht bewußt die entgegengesetzten Eigenschaften hervorruft, kann man die Fehler nicht ablegen.“ (Lit.:GA 93a, S. 220ff)

Die fünf Skandhas sind eng verflochten bzw. überschneiden sich mit den ebenfalls in der buddhistischen Lehre beschriebenen sog. 12 Gliedern abhängigen Enstehens, den Zwölf Karmakräften (skrt. Nidanas).

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Grundelemente der Esoterik, GA 93a (1976), Berlin, 12. Oktober 1905 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Weblinks

  1. Die fünf Ansammlungen - Skandhas