Unordnung im Karma

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Unordnung im Karma entstand dadurch, dass im Lauf der Menschheitsentwicklung die kosmische Intelligenz auf die Erde herabgestiegen ist und hier zur Grundlage des menschlichen Intellekts wurde, der immer mehr zum Raub Ahrimans zu werden droht.

Die Gesamtheit der kosmischen Intelligenz stand unter der Verwaltung des Erzengels Michael. Doch seit dem Herabstieg des Christus auf die Erde sah Michael, wie ihm die Herrschaft über die kosmische Intelligenz allmählich entfiel. Dass die kosmische Intelligenz aus dem Sonnenreich auf die Erde herabgestiegen ist, blieb nicht ohne Folgen für die höheren Hierarchien. (Lit.: GA 130, 29. Januar 1911) Es kam zu einer Scheidung der Geister im Reich der Hierarchien, von der insbesondere auch die Engel betroffen waren, die unsere unmittelbaren geistigen Führer sind. Die eine Schar blieb der Michael-Sphäre treu. Eine andere Schar wandte sich der Erdenintelligenz und damit zugleich der planetarischen Intelligenz zu. Das Erschütternde daran ist aber, dass das nicht eine so ganze freie Entscheidung des einzelnen Engels ist, sondern dass das sehr wesentlich vom Verhalten des Menschen abhängt. Menschen, die ganz im Irdischen verhaftet sind und keine zeitgemäße geistige Entwicklung anstreben, zwingen auch den sie leitenden Engel in ein viel stärker erdgebundenes Dasein hinein, während geistig Strebende ihren Engel entlasten, indem sie mehr und mehr geistige Aufgaben übernehmen, die früher ihr leitender Engel zu verwalten hatte.

Unser Engel überblickt die ganze Kette unserer aufeinanderfolgenden irdischen Verkörperungen, solange wir selbst noch nicht dazu fähig sind. Er leitet, zwar mithilfe noch viel höherer Hierarchien, aber doch in letzter Instanz, unseren Schicksalsweg gemeinsam mit den anderen leitenden Engeln unserer Mitmenschen. Wenn es nun zu einer immer stärkeren Scheidung der Geister im Reiche der Angeloi kommt, so kann das nicht ohne Folgen für das Karma bleiben. Der karmische Ausgleich gerät in Unordnung. Namentlich zwischen ganz materiell verhafteten Menschen einerseits, und geistig Strebenden anderseits. Wir können aber als Menschheit insgesamt und auch als einzelnes Individuum unsere Erdenaufgabe nur in rechter Weise erfüllen, wenn bis zum Ende unserer irdischen Verkörperungen, das nicht mehr gar so ferne liegt, unsere karmische Schuld ausgeglichen ist. Es wird wesentlicher Impulse geistig strebenden Menschen bedürfen, um dieses Ziel zu erreichen. Anthroposophie soll uns helfen, uns in rechter Weise geistig voll bewusst mit dem Christus zu verbinden, der uns allein durch seine freie Liebestat aus dieser Unordnung des Karmas erlösen kann. Aus anthroposophischer Sicht ist der Karmagedanke daher untrennbar mit dem christlichen Gedanken der Erlösung durch göttliche Gnade verbunden.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit, GA 130 (1987)