Vergangenheit

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Die Vergangenheit ist jener Teil der Zeit, der nach unserem irdischen Erleben bereits vorüber, nicht mehr da ist. Er zeigt sich in dem Toten, Abgestorbenen, Leichnamhaften, nicht mehr Entwicklungsfähigen in der Natur. Was derart vergangen ist, bleibt aber dem Weltengedächtnis, der Akasha-Chronik, unverlierbar eingeschrieben.

"Wir wissen, daß das, was einmal geschehen ist oder vorgeht im Verlaufe der Weltentwickelung, gewissermaßen zu lesen ist wie durch eine Eintragung in eine feine geistige Substanz, in die Akasha-Substanz. Von allem, was sich abgespielt hat, gibt es eine solche Eintragung, aus welcher entnommen werden kann, wie die Dinge einmal waren." (Lit.: GA 132, S. 10)

Der Blick der Naturwissenschaft ist zunächst nur auf das bereits Fertige, Gewordene, gegenwärtig Fassbare, im äußeren Sinn bereits Vergangene gerichtet.

"Die historische Forderung der Naturwissenschaft läßt sich in die Worte fassen: Die Naturwissenschaft ist dazu gekommen, das Leichnamhafte an der Natur zu betrachten. Die anthroposophische Geisteswissenschaft muß zu diesem Leichnamhaftigen hinzufinden die Anfangszustände, die nur im Menschen selber erhalten sind und einstmals in älteren Epochen der Weltentwickelung, der Erdenentwickelung, auch äußerlich reale waren. Einstmals waren ganz andere Prozesse Naturprozesse, Prozesse, die auch ihren Anfang in sich hatten. Heute gehen wir auf den Leichnamen desjenigen herum, was anfangs war. Aber im unteren Menschen sind uns Anfangszustände bewahrt. Da kann man finden bis zum Saturnzustand hinauf, was einstmals war." (Lit.: GA 326, S. 141)

So ist die Erdenvergangenheit etwa real gegenwärtig in unserem Verdauungsprozess. Wir nehmen mit der Nahrung zunächst die toten Stoffe auf, so wie sie im Zuge der Erdentwicklung eben geworden sind. Um sie im Inneren unseres Organismus zu beleben und uns so anzueignen, werden sie aber in einen so bildsamen Zustand versetzt, wie er am Erdenanfang war. Erst mit der Ausscheidung fallen sie wieder in den gegenwärtigen Zustand zurück.

"... wenn wir auf den Zustand, in dem diese äußere Natur einmal war, hinschauen und etwas ähnliches finden wollen, dann müssen wir in unseren eigenen Organismus hineinschauen. Da ist noch der Erdenanfang drinnen. Jedesmal, wenn wir essen, kommen die Eßmaterialien im Inneren durch die Verwandelung, die sie durchmachen, in einen Zustand, in dem die ganze Erde einmal war. Und die Erde hat im Laufe langer Zeiträume sich weiter entwickelt, ist das geworden, was sie heute ist. Wir haben dasjenige, was im Menschen vorhanden ist als ein Zustand seiner verzehrten Nahrungsmittel, die sich entwickeln bis zu den Ausscheidungen. In dieser Entwicklung eines kurzen Zeitraumes liegt, kurz wiederholt, der ganze Erdenprozeß." (Lit.: GA 234, S. 30f)

Durch Meditation kann das, was so bereits im äußeren Erleben vergangen ist, zum Gegenstand der geistigen Betrachtung werden.

"Dasjenige, was auf diese Art an dem Menschen noch vorhanden ist, was die Erde nicht mehr hat, kann aber dennoch vor der menschlichen Beobachtung auftreten. Und das geschieht dadurch, daß der Mensch zu dem greift, was man meditieren nennen kann." (Lit.: GA 234, S. 32)

Durch die Meditation wird die geistige Anschauung zunächst bis zur Imagination verdichtet. Dadurch kann der eigene Ätherleib in seiner Tätigkeit erlebt werden. Gelingt es, die Imagination durch Willenskraft wieder aus dem Bewusstsein fortzuschaffen, dieses also leer zu machen, strömt die Inspiration ein und bringt uns zum Erleben des eigenen Astralleibs, der uns in eine noch fernere Vergangenheit zurück führt.

"Lerne ich nun durch dasjenige, was ich früher gesagt habe, zurückschauen in der Erdenentwickelung, lerne ich dasjenige, was kurz wiederholt wird auf die Art, wie ich es beschrieben habe, anwenden auf die große Entwickelung, da stellt sich mir dann das Folgende heraus:

Tafel 3

Ich habe den heutigen Erdenzustand (siehe Zeichnung). Ich gehe zurück zu einer Äthererde. In der finde ich noch nicht dasjenige, was da durch mich entfesselt wird im umliegenden Äther. Ich muß noch weiter zurückgehen und komme zu einem noch früheren Erdenzustand, in dem die Erde gleich meinem eigenen Astralleib war, in dem die Erde astralisch war, in dem die Erde ein Wesen war, wie mein dritter Mensch selber ist. Und dieses Wesen, ich muß es suchen in längst vergangenen Zeiten, in viel mehr vergangenen Zeiten, als diejenigen sind, in denen die Erde eine Äthererde war. Aber indem ich da weit zurückgehe in der Zeitenentwickelung, ist es wirklich nicht anders, als wenn ich im Raume einen fernen Gegenstand sehe, meinetwillen ein Licht, das bis hierher leuchtet. (Es wird gezeichnet.) Es ist dort, es leuchtet bis hierher, entwickelt Bilder, geht bis hierher. Hier habe ich es verlassen; hier habe ich für den Raum nur die Zeit. Dasjenige, was meinem eigenen Astralleib gleich ist, war in uralten Zeiten vorhanden, aber es ist immer noch da. Die Zeit hat nicht aufgehört zu sein, sie ist noch da. Und wie im Raume das Licht bis hierher leuchtet, so wirkt dasjenige, was in einer längst vergangenen Zeit liegt, in die heutige Gegenwart herein. Es ist also im Grunde genommen die ganze Zeitentwickelung noch da. Es ist nicht verschwunden, was einmal da war, wenn es so etwas ist, wie dasjenige, was im äußeren Äther meinem eigenen astralischen Leibe ähnlich ist.

Ich komme da also zu etwas, was im Geiste vorhanden ist und die Zeit zum Raume macht." (Lit.: GA 234, S. 38f)

"Der Mensch fühlt in sich, wenn er sich das auch nicht klarmacht - heute macht es ja nicht einmal die Wissenschaft sich klar -, der Mensch fühlt in sich, daß er ein Ätherisches hat, das die Speisen umwandelt und wiederum zurückverwandelt. Er findet das in den Steinen nicht, sondern die Steine waren in uralten Zeiten noch vorhanden als allgemeiner Äther. Aber in diesem allgemeinen Äther ist wirksam dasjenige, was noch weiter zurückliegt. Der Mensch trägt also eine uralte Vergangenheit schon, wie wir sehen, in zweifacher Weise in sich: eine spätere Vergangenheit in seinem Ätherleib und eine noch weiter zurückreichende Vergangenheit in seinem Astralleibe." (Lit.: GA 234, S. 39f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Evolution vom Gesichtspunkte des Wahrhaftigen, GA 132 (1999), ISBN 3-7274-1320-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Anthroposophie – Eine Zusammenfassung nach einundzwanzig Jahren, GA 234 (1994), ISBN 3-7274-2342-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Der Entstehungsmoment der Naturwissenschaft in der Weltgeschichte und ihre seitherige Entwickelung, GA 326 (1977), ISBN 3-7274-3260-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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