Wahrhaftigkeit

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Wahrhaftigkeit ist eine ethische Grundhaltung, die in allem Denken und Tun nach der Wahrheit strebt, die streng den Tatsachen entspricht, und sich auch in schwierigen Situationen jeder Lüge enthält. Absolute Wahrhaftigkeit ist eine unabdingbare Vorausetzung für die Geistesschülerschaft.

„Im Okkultismus ist Wahrhaftigkeit eine unbedingt notwendige Bedingung. Nicht nur glauben, daß etwas wahr ist, darf man, sondern untersuchen muß man vorher erst, dann erst darf man etwas darüber aussagen.“ (Lit.:GA 266b, S. 172)

„Dann muß das Bestreben herrschen, die Wahrhaftigkeit, die man sich zuerst angeeignet hat an den äußeren sinnlichen Tatsachen, wirklich hinaufzutragen in das Gebiet des geistigen Erkennens. Wer sich nicht angewöhnt hat, in der physischen Sinnenwelt bei den Tatsachen zu bleiben und auf Tatsachen sich zu stützen, der gewöhnt sich auch, wenn er vom Geiste spricht, nicht Wahrhaftigkeit an. Denn in der geistigen Welt kann man sich nicht mehr die Wahrhaftigkeit angewöhnen, die muß man mitbringen.“ (Lit.:GA 220, S. 148)

„Ein Zweites, das man im esoterischen Leben lernen muß, ist die Wahrhaftigkeit. Wer sie im physischen Leben nicht schon gelernt hat, wird große Mühe haben bei seinem Aufstieg in die geistige Welt, da er ja auch sein logisches Denken und alles, was an den Verstand gebunden ist, zurücklassen muß und in der geistigen Welt nicht korrigiert wird durch die Tatsachen wie hier in der physischen Welt. Die guten Götter haben gerade dadurch den Menschen erziehen wollen zur Wahrhaftigkeit, daß sie ihn versetzt haben in die physische Welt, wo eine jede Unwahrheit - d. h. alles, was nicht den Tatsachen entspricht - korrigiert wird durch die Tatsachen. Die Neigung zur Wahrhaftigkeit kann nur in der physischen Welt erworben werden, nicht erst in der geistigen Welt.“ (Lit.:GA 266c, S. 246)

„Auf diesem Gebiet muß schon immer wiederum darauf hingewiesen werden, daß man Wahrhaftigkeit im Übersinnlichen für die Erkenntnis nur erzielen kann, wenn man sich erzieht, hier in der gewöhnlichen Sinneswelt möglichst nur dasjenige darzustellen, was unmittelbare Tatsache ist. Und nur auf diesem Wege, indem er sich zur Tatsachenanschauung erzieht, kann der Mensch die luziferischen Einflüsse überwinden, die in sein Denken hereinfließen.“ (Lit.:GA 197, S. 19)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Gegensätze in der Menschheitsentwickelung, GA 197 (1989), ISBN 3-7274-1970-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Lebendiges Naturerkennen. Intellektueller Sündenfall und spirituelle Sündenerhebung, GA 220 (1982), ISBN 3-7274-2200-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912, GA 266/2 (1996), ISBN 3-7274-2662-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band III: 1913 und 1914; 1920 – 1923, GA 266/3 (1998), ISBN 3-7274-2663-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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