Wirbeltiere

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Vertreter der fünf klassischen Gruppen der Wirbeltiere.
Links: Feuersalamander (Amphibien), Mondfisch (Fische), Rotschulter-Rüsselhündchen (Säuger).
Rechts: Leistenkrokodil (Reptilien), Helmkasuar (Vögel).

Die Wirbeltiere oder Vertebraten (von lat. vertebratus „gelenkig“[1]) sind vielzellige Tiere, die über eine Wirbelsäule verfügen. Im Gegensatz dazu stehen die wirbellosen Tiere.

Die Vertebraten gliedern sich in fünf große Gruppen: in die Fische (Knochen- und Knorpelfische) und in die Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere, die zusammen als Landwirbeltiere - oder wegen ihrer vier Gliedmaßen als Tetrapoda (griech. τέτρα tetra ‚vier‘ und πόδ- pod- ‚Fuß‘) - bezeichnet werden.

Bevorzugt werden sie heute auch Schädeltiere (lat. Craniota) genannt, da alle über ein verknöchertes oder knorpeliges Schädelskelett, aber nicht alle über eine eigentliche Wirbelsäule, sondern nur über einen Rückenmarksstab - die Chorda dorsalis („Rückensaite“; von lat. chorda bzw. griech. chorde „Darm“, „Darmsaite“ und lat. dorsum „Rücken“) - verfügen (Schleimaale).

Zeichnung aus GA 95, S. 157

Entgegen der vorherrschenden Interpretation der Evolution stammt nicht der Mensch von den Tieren ab, sondern es ist aus anthroposophischer Sicht genau umgekehrt. Der Mensch - natürlich noch nicht in seiner heutigen Gestalt - hat die Tiere, während der Erdentwicklung insbesondere die Wirbeltiere, im Zuge seiner Entwicklung aus sich herausgesetzt.

„Das gesamte Tierreich war einstmals im Menschen darinnen, das heißt der Mensch stand auf einer Stufe zwischen dem heutigen Tierreich und Menschenreich. Um sich weiter entwickeln zu können, mußte er die Teile aus sich ausscheiden, die seine Entwickelung nicht mitmachen konnten. Er schied damals das aus, was dann heute unser Tierreich bildet. Ursprünglich also waren die Tiere weit weniger vom Menschen unterschieden als jetzt. Sie degenerierten dann allmählich. Nun ging das Ausscheiden des Tierreiches aber nicht plötzlich vor sich, sondern ganz allmählich. Erst die Fische, dann Reptilien und Amphibien, dann Vögel und Säugetiere. Und bei diesen Gruppen gab es ja auch wieder nur ein allmähliches Ausscheiden. So wurden die Raubtiere zum Beispiel früher ausgeschieden als die Affen. Als nun die Löwen ausgeschieden wurden, da nannte man das Sternbild, in dem die Sonne stand, Löwe, und als der Mensch die Stiernatur ausschied, nannte man das Sternbild Stier. Die Namen der vier apokalyptischen Tiere in der Offenbarung des Johannes deuten auf dasselbe hin. Sie heißen Adler, Löwe, Stier, Mensch.“ (Lit.:GA 95, S. 157f)

„Es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen all denjenigen tierischen Lebewesen, welche eine Wirbelsäule haben, und denjenigen, welche, wie die Käfer, Mollusken, Würmer und so weiter, keine Wirbelsäule haben. Das ganze Tierreich zerfällt in die Hauptabteilungen der Wirbeltiere und der Wirbellosen. Bei den wirbellosen Tieren kann man sich nun die Frage vorlegen: Wo haben diese Tiere ihre Nerven? - Denn der Hauptnervenstrang geht sonst durch die Wirbelsäule hindurch. Die Wirbellosen haben aber auch ein Nervensystem, und zwar findet es sich ebenso beim Menschen wie bei den Wirbeltieren. Bei diesen verläuft es außen, längs der Wirbelsäule, bis es sich in der Leibeshöhle ausbreitet. Dies nennt man das sympathische Nervensystem mit dem Sonnengeflecht. Es ist dasselbe System, welches auch die wirbellosen Tiere besitzen, nur daß es bei den Wirbeltieren und beim Menschen weniger Bedeutung hat. Dieses System steht in einem viel engeren Zusammenhang mit der übrigen Welt als das Nervensystem in Kopf und Rückenmark des Menschen. Man kann die Tätigkeit der letzteren im Trancezustand auslöschen, dann tritt das sympathische Nervensystem in Tätigkeit. So geschieht es zum Beispiel bei den Somnambulen. Das somnambule Bewußtsein erstreckt sich auf das ganze Leben der Umgebung und geht über in die anderen Wesen um uns her. Die Somnambulen fühlen die Dinge in sich. Der Lebensäther ist nun das Element, das uns überall umströmt. Im Sonnengeflecht hat er seine Vermittlung. Könnten wir nur mit dem Sonnengeflecht wahrnehmen, so würden wir in einer intimen Gemeinschaft mit der ganzen Welt leben. Diese intime Gemeinschaft ist bei den wirbellosen Tieren vorhanden. Ein solches Tier fühlt zum Beispiel eine Blume in sich. Das wirbellose Tier ist im Erdensystem etwas Ähnliches wie beim Menschen Auge und Ohr. Es ist ein Teil des Organismus. Es gibt tatsächlich einen gemeinschaftlichen geistigen Organismus, welcher durch die wirbellosen Tiere wahrnimmt, sieht, hört und so weiter. Der Erdengeist ist ein solcher gemeinschaftlicher Organismus. Alles was wir so um uns haben, ist ein Körper für diesen gemeinschaftlichen Geist. Wie sich unsere Seele Augen und Ohren schafft, um die Welt wahrzunehmen, so schafft sich diese gemeinschaftliche Erdenseele die wirbellosen Tiere als Augen und Ohren, um in die Welt hineinzusehen und hineinzuhören.

In der Entwickelung der Erde kam nun ein Zeitpunkt, wo in dem gemeinsamen Leben und Weben des Erdengeistes eine Besonderung eintrat. Es schloß sich ein Teil ab, wie in ein Rohr hinein. Erst als dieser Zeitpunkt eintrat, war es überhaupt möglich, daß Wesen entstehen, die auch Sonderwesen werden können. Die anderen sind Glieder einer Erdenseele. Jetzt erst beginnt ein besonderer Grad von Sonderung. Jetzt beginnt erst die Möglichkeit, daß einmal etwas zu sich «Ich» sagen kann. Diese Tatsache, daß zwei Epochen auf der Erde sind, erstens die Epoche, in der es auf der Erde noch keine Tiere gab mit einem in ein Knochenrohr eingeschlossenen Nervensystem, zweitens die Epoche, in welcher dann solche entstanden, wird in allen Religionen besonders ausgedrückt. Die Schlange schließt zuerst das selbstlose, ungesonderte Schauen des Erdengeistes in ein Rohr ein, und bildet so den Grund zur Ichheit. Das prägten die esoterischen Lehrer den Schülern ein, so daß sie es empfinden konnten: Seht ihr die Schlange an, so seht ihr das Merkzeichen für euer Ich. - Dabei mußten sie lebhaft empfinden, daß das zusammengehört, das selbständige Ich und die Schlange.“ (Lit.:GA 93a, S. 17ff)

„Aus dem, was feste Erde geworden ist, kommt dann später auch das heraus, was schon früher auf dem Monde eine Entwickelung durchgemacht hatte. Das hat die Anlage zu den niederen Reichen bis zu den ersten Wirbeltieren, bis zur Schlange. Was an Tieren darauf folgt bei den Wirbeltieren, das war auf dem Monde noch nicht da, das kam erst auf der Erde hinzu. Die wirbellosen Tiere kamen also aus der Erde heraus, als sie sich zur physischen Erde verdichtete, auch die Pflanzen und das Steinreich. Zu der Zeit, als sich das alles herausgegliedert hatte, waren die Menschen in die lemurische Zeit gekommen. Der immer dichter werdende Mensch entwickelte sich von der ersten, der polarischen Rasse hinüber zur zweiten, der Rasse der Hyperboräer. Darauf folgte die lemurische Zeit; da setzt die Entwickelung der Wirbeltiere ein, die sich erst von da an entwickelt haben.“ (S. 78)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Grundelemente der Esoterik, GA 93a (1987), ISBN 3-7274-0935-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Vor dem Tore der Theosophie, GA 95 (1990), ISBN 3-7274-0952-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org


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Einzelnachweise

  1. Der Begriff wurde 1801 von dem französischen Biologen Jean-Baptiste de Lamarck geprägt.