Wolfgang Garvelmann

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Dr. Wolfgang Garvelmann (* 19. Oktober 1924 in Düsseldorf; † 11. März 2012 in Gaienhofen-Horn) war ein anthroposophischer Arzt und Heilpädagoge.

Leben

Bereits früh kam Garvelmann mit dem Werk Rudolf Steiners in Kontakt, dessen Anthroposophie er zeitlebens verbunden blieb. Nach dem Abitur 1943 wurde Garvelmann zum Arbeitsdienst eingezogen und kam in ein Arbeitslager in Lönnewitz nahe Dresden, wo mit bloßen Schaufeln ein Flugplatz angelegt werden sollte. Als 1945 die Front zusammenbrach, flüchteten die Wachmannschaften und die internierten Arbeitskräfte kamen frei. Garvelmann wollte sich nach Düsseldorf durchschlagen, wurde aber in Hildesheim von marodierenden SS-Einheiten gefangen genommen und sollte zusammen mit anderen Gefangenen erschossen werden, doch im letzten Moment rief jemand: „Der Junge gehört nicht dazu!“ Garvelmann wurde freigelassen und kam schließlich doch nach Düsseldorf zu seinen Eltern. Nach dem Krieg studierte er Medizin.

1951 lernte Garvelmann an der Kinderklinik seine spätere Gattin Sigrid kennen und empfahl ihr, eine heilpädagogische Ausbildung zu machen, die sie in den Niederlanden bei Bernard Lievegoed absolvierte. Wolfgang Garvelmann besuchte sie in den Niederlanden, wo er sowohl mit dem heilpädagogischen Ansatz Bernard Lievegoeds, als auch mit dem anthroposophisch-christosophischen Wirken von Valentin Tomberg vertraut wurde. Dessen anschließende Konversion zur katholischen Kirche vollzog er nicht mit, sondern begründete nach seiner Arztausbildung ein heilpädagogisches Heim in Gaienhofen-Horn am Bodensee, genannt "Haus Höri". In dessen Führung und Leitung war er fast vierzig Jahre zusammen mit seiner Frau Sigrid, die ausgebildete Heilpädagogin ist, aktiv.

Im Rahmen der ELIAS-Initiativgemeinschaft setzte sich Wolfgang Garvelmann ab 1994 für ein besseres Verständnis des geistigen Testaments von Bernard Lievegoed ein, welcher in seinem letzten Werk "Über die Rettung der Seele", der Anthroposophischen Bewegung ein reichhaltiges und vielgestaltiges esoterisches Aufgabenfeld aufgezeigt hatte. Nachdem er sich aus der unmittelbaren Verantwortung für "Haus Höri" allmählich zurückzuziehen begann, engagierte sich Garvelmann schließlich für das Werk Judith von Halles.

Am 11. März 2012 verstarb Dr. Wolfgang Garvelmann ganz überraschend an einem Schlaganfall.

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Zur Beeinflussung der Frühgeburtenanämie durch Eisengaben, (med. Dissertation), Düsseldorf 1951
  • "Valentin Tomberg, ein Versuch, ihm gerecht zu werden". In Zeitschrift „Info3“ Nr. 5 / 1988
  • Soziale Gestaltung am Beispiel heilpädagogischer Einrichtungen: Eine Vortragsfolge von Bernardus C. Lievegoed, übersetzt und herausgegeben von Wolfgang Garvelmann, INFO3-Verlag, Frankfurt a.M. 1994
  • Ich bin bei euch. Christuserfahrung heute. Zeugnisse und Wege christlicher Offenbarung, Mystik und esoterische Schulung, Vlg. Die Pforte im Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1994
  • Sie sehen Christus. Anna Katharina Emmerick - Therese Neumann - Judith von Halle. Erlebnisberichte von der Passion und der Auferstehung Christi. Eine Konkordanz, Verlag für Anthroposophie, Dornach 2011, ISBN 978-3037690093
  • Ganz Auge und Ohr : Wortgefechte in der Ermittlung nach Anthroposophie (von Jostein Saether). Mit einem Interview von Wolfgang Garvelmann, Ch. Möllmann Vlg., Borchen 2011

Weblinks

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