Zarathustra

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Zarathustra (avest. Zaraθuštra; griech. Ζωροάστηρ Zōroastēr, Zoroaster „Goldstern“, „Stern des Glanzes“[1]; mittelpers. Zerdutsch[2] oder Zerduscht[3]; pers. زَردُشت Zardošt / زَرتُشت Zartošt, paschtunisch زردښت Zardaxt, kurdisch Zerdeşt) war der legendäre Initiator der urpersischen Kultur, deren Völkerschaften dem nördlichen Auswanderungsstrom aus der alten Atlantis angehörten. Im Gegensatz zu den urindischen Völkern, die ihre geistigen Erkenntnisse durch mystische Versenkung suchten, zeigte Zarathustra den Weg, wie man durch den äußeren Sinnesschleier (Maya) zur geistigen Welt durchdringen kann.

"Zarathustra lehrte, den Gott draußen, den großen Kosmos geistig zu begreifen und geistig zu durchdringen. Buddha lenkte den Blick auf die Innerlichkeit und sagte: Wenn sich der Mensch entwickelt, so treten aus dem Nichtwissen allmählich auf die «sechs Organe», die wir aufgezählt haben als die fünf Sinnesorgane und das Manas. - Alles aber, was im Menschen ist, ist aus der großen Welt herausgeboren. Wir hätten kein lichtempfindendes Auge, wenn das Licht nicht das Auge aus dem Organismus herausgeboren hätte. «Das Auge ist am Lichte für das Licht geschaffen», sagt Goethe. Das ist eine tiefe Wahrheit. Aus gleichgültigen Organen, die einst im Menschenleibe waren, hat das Licht das Auge herausgebildet. Ebenso bilden alle geistigen Kräfte in der Welt am Menschen. Was in ihm innerlich ist, das ist zuerst aus den göttlich-geistigen Kräften zusammenorganisiert. Für alles Innerliche findet sich daher ein Äußerliches. Es strömen von außen die Kräfte in den Menschen ein, die dann in ihm sind. Und Zarathustra hatte die Aufgabe, auf das hinzuweisen, was Äußeres ist, was in der Umgebung des Menschen ist. Daher sprach er zum Beispiel von den Amshaspands, von den großen Genien, von denen er zunächst sechs aufzählte - eigentlich sind es zwölf, aber die anderen sechs sind verborgen. Diese Amshaspands wirken von außen organisierend als die Bildner und Gestalter der Organe des Menschen. Zarathustra zeigte, wie hinter den Sinnesorganen des Menschen die Schöpfer des Menschen stehen. Auf die großen Genien, auf die Kräfte, die wir außer uns finden, wies Zarathustra hin. Was als Kräfte im Menschen wirkt, was verborgene Kräfte im Menschen sind, darauf wies Buddha hin. Zarathustra aber wies dann auf diejenigen Kräfte und Wesenheiten, die unter den Amshaspands stehen, die er die achtundzwanzig Izards oder Izeds nannte, und die wieder von außen in den Menschen hineinwirken, um mit an seiner inneren Organisation zu arbeiten. Also wieder auf das Geistige im Kosmos, auf die äußeren Zusammenhänge wies Zarathustra hin. Und während der Buddha auf die eigentliche Denksubstanz hinwies, woraus die Gedanken aus der menschlichen Seele aufsteigen, wies Zarathustra zu den Farohars oder Feruers oder Frawarschai hin, zu den weltschöpferischen Gedanken, die uns umgeben, die überall in der Welt zerstreut sind. Denn was der Mensch an Gedanken hat, das ist überall in der Welt draußen vorhanden.

So hatte Zarathustra eine Weltanschauung zu verkünden, die sich mit der Entzifferung, mit der Zergliederung der äußeren Welt zu befassen hatte. Er hatte eine Weltanschauung für ein Volk zu liefern, das äußerlich Hand anzulegen, das die äußere Welt zu bearbeiten hatte. Ganz im Einklang ist die Mission des Zarathustra mit den Charaktereigentümlichkeiten des urpersischen Volkes. So könnten wir auch sagen, daß es dem Zarathustra beschieden war, Kraft und Tüchtigkeit in der äußeren Weltenwirkung heranzuerziehen, wenn dies auch zunächst in einer vielleicht für den heutigen Menschen abstoßenden Weise zum Ausdruck kam. Kraft und Tüchtigkeit und Sicherheit für das äußere Wirken zu erzeugen durch das Wissen, daß der Mensch nicht nur in seinem Innern geborgen ist, sondern daß er im Schöße einer göttlichgeistigen Welt ruht, das war die Mission des Zarathustra - hinzuweisen darauf, daß der Mensch sich sagt: Wo du auch immer im Weltall stehst, du stehst nicht allein, du stehst in einem durchgeistigten Kosmos und bist ein Teil der Weltengötter und Weltengeister, du bist herausgeboren aus dem Geiste und ruhst darinnen. Mit jedem Atemzuge saugst du göttlichen Geist ein, mit jedem Atemzuge magst du dem großen Geiste ein Opfer bringen, indem du ausatmest. - Daher mußte auch die Einweihung des Zarathustra entsprechend seiner Mission eine andere sein als die der anderen großen Missionare der Menschheit." (Lit.: GA 114, S. 99ff)

Das erste Auftreten Zarathustras in der nachatlantischen Zeit fällt nach Angaben Rudolf Steiners in das 7. vorchristliche Jahrtausend, liegt also noch vor der eigentlichen urpersischen Zeit, die erst 5067 v.Chr. begann. Auch nach Angaben einiger griechischer und römischer Schriftsteller habe Zarathustra 6000 Jahre vor dem Tod Platons (347 v. Chr.) gelebt (so Eudoxos, Aristoteles, Hermodoros, Plinius der Ältere). Andere, wie etwa Diogenes Laertios, sprachen hingegen von 6000 Jahren vor dem zweiten Feldzug des Xerxes im Jahre 480 v. Chr.[4], oder auch, wie etwa Plutarch, von 5000 Jahren vor dem Trojanischen Krieg. Die äußere historische Forschung schließt sich dieser Ansicht derzeit nicht an und verlegt sein Wirken in viel spätere Zeiten (mehr dazu unter Zarathustra).

„Der Zarathustra, der in Persien in der Sonnenaura den Gott der Sonne erblickte, hatte sich in früheren Verkörperungen wohl vorbereiten müssen, um diesen Gott erblicken zu können. Er hatte schon in der Zeit, die noch erfüllt war von den Lehren der heiligen Rishis, hohe, erhabene Inkarnationserlebnisse hinter sich. Er war eingeweiht in die Lehren der heiligen Rishis. Er hatte sie nach und nach empfangen in sieben aufeinanderfolgenden Inkarnationen. Dann wurde er geboren in einem Leibe, der blind und taub war und möglichst wenig Beziehung zur Außenwelt hatte. Als ein Mensch, der geradezu unempfänglich war für äußere Sinneseindrücke, mußte Zarathustra geboren werden; und da kam ihm aus seinem Innern heraus die Erinnerung an die Lehre der heiligen Rishis, die er einstmals empfangen hatte. Und gerade da konnte der große Sonnengott etwas in ihm anzünden, was über die Lehre der Rishis hinausging. Das erstand wieder bei der nächsten Inkarnation und da war es, wo Ahura Mazdao sich von außen dem Zarathustra offenbarte.“ (Lit.:GA 109, S. 138)

Nach Plinius soll Zarathustra der einzige Mensch gewesen sein, der schon am Tag seiner Geburt lächelte. Auch soll als Vorzeichen seiner späteren Weisheit sein Gehirn so stark pulsiert haben, dass die Hand zurückgestossen wurde, wenn man sie auf den Kopf legte[5].

Zostrianos, eine gnostische Schrift der Sethianer aus dem 3. Jahrhundert, die als Pseudepigraph dem Zostrianos (= Zarathustra) zugeschrieben wird, schildert die Himmelsreise des Zostrianos durch die Welt der Äonen. Der teilweise stark zerstörte Text ist die längste der überlieferten Nag-Hammadi-Schriften (NHC VIII,1).

Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde Zarathustra als Nazarathos oder Zarathas wiedergeboren und war in dieser Inkarnation der Lehrer des Pythagoras:

"Zarathustra konnte auch der größte Lehrer der vierten nachatlantischen Kulturperiode werden. Als Zarathas oder Nazarathos, im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt in Vorderasien lebend, war er der Lehrer der wichtigsten griechischen Lehrer und Eingeweihten, als Lehrer zum Beispiel des Pythagoras." (Lit.: GA 104a, S. 74)

Zarathustra gab eine kosmische Lehre von Licht und Finsternis, von Gut und Böse, die noch nicht den Begriff der menschlichen Schuld enthielt, der erst durch das hebräische Volk entwickelt wurde. Aus Zeruana Akarana, der unerschaffenen Zeit, die äußerlich durch den Zodiak, den Tierkreis repräsentiert wird, sind die zwei Prinzipien von Licht und Finsternis hervorgetreten: Ahura Mazdao und Ahriman. Die sieben Sternbilder vom Widder bis zur Waage repräsentieren das lichte Prinzip, die fünf vom Skorpion bis zu den Fischen die Finsternis. Der Tierkreis ist das kosmische Zeichen für die zyklisch in sich selbst zurückkehrende Zeit, und damit zugleich ein Bild für die Ewigkeit, aus der der Christus, der Ich-Bin, in die Zeitlichkeit herabsteigt. Der Zodiak ist aber in dieser Form auch ein äußeres Bild für das menschliche Ich, das in der Ewigkeit wurzelt, wie es ähnlich auch durch die Uroboros-Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt, symbolisiert wird.

Ahura Mazdao, die machtvolle Sonnenaura, tritt als lichtvolle Kraft dem finsteren Ahriman entgegen, der seine Festung in den Erdentiefen baut. Mit dem durchlichteten Ahura Mazdao verwies Zarathustra auf den Christus, spricht von ihm aber auch als dem Schöpfungswort Honover, das aus der unerschaffenen Zeit hervorgegangen ist und seitdem in dem Lichtleib der Sonne lebt. Zarathustra verkündete, dass dieses Sonnenwort einstmals auf die Erde herabsteigen werde, um diese zu durchlichten.

Zarathustra war schon auf der alten Atlantis durch den großen Sonnen-Eingeweihten und Führer des atlantischen Sonnenorakels eingeweiht worden und in der nachatlantischen Zeit bereits so hochentwickelt, dass er über einen vollkommen geläuterten Astralleib und einen ganz durchlichteten Ätherleib verfügte. Dadurch war er befähigt, die Tiere zu zähmen und die Pflanzen zu kultivieren. Er setzte die neolithische Revolution in Gang und begründete Ackerbau und Viehzucht und wurde damit zum Begründer der äußeren Kultur überhaupt, denn alle Kultur begann mit der Agrikultur.

Wenn ein hoher Eingeweihter wie Zarathustra die Schwelle des Todes überschreitet, lösen sich seine geläuterten ätherischen und astralen Wesensglieder nicht auf, wie das normalerweise nach dem Tod der Fall ist, sondern bleiben im Sinne einer spirituellen Ökonomie erhalten. Zarathustra konnte daher seinen Astralleib und seinen Ätherleib an seine beiden hervorragendsten Schüler für deren spätere Inkarnation in der ägyptisch-chaldäisch-hebräischen Kultur übergeben. Hermes Trismegistos, der in die Mysterien des Raumes eingeweiht war, erhielt den Astralleib des Zarathustra und wurde Inaugurator der ägyptischen Kultur. Moses, der die Mysterien der Zeit kennen gelernt hatte, wurde der Ätherleib Zarathustras verliehen und er wurde dadurch befähigt, den geistigen Blick auf die Schöpfungsgeschichte zu richten.

Zarathustra bereitete sich darauf vor, in einer späteren Inkarnation auch den physischen Leib hinopfern zu können als irdisches Gefäß für den aus kosmischen Sphären herabsteigenden Christus. Zur Zeitenwende wurde er als salomonischer Jesusknabe wiedergeboren und lebte in diesem Leib bis zu seinem 12. Lebensjahr. Dann ging er in den Leib des nathanischen Jesusknaben über und wurde dadurch frei von allen Blutsbanden. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, dass er im 30. Lebensjahr mit der Jordan-Taufe diesen Leib an den Christus hingeben konnte. Die Geburts-Geschichte des salomonischen Jesusknaben erzählt uns das Matthäus-Evangelium. Zoroaster, die griechische Umschreibung des Namens Zarathustras, bedeutet Goldstern. Ihm folgten die Weisen aus dem Morgenland, die aus den chaldäischen Weisheitsschulen stammten und dort Schüler des Zarathustra gewesen waren, um ihm bei seiner Wiedergeburt als Jesus von Nazareth Gold, Weihrauch und Myrrhe als Symbole für Denken, Fühlen und Wollen darzubringen.

Nachdem das Ich des Zarathustra mit der Jordan-Taufe den Leib des Jesus verlassen hatte, baute er sich später zusammen mit dem erhalten gebliebenen veredelten Ätherleib des nathanischen Jesusknaben einen neuen physischen Leib auf und inkarniert sich seitdem in dieser Gestalt immer wieder als Meister Jesus auf Erden und wirkt als Inspirator der christlichen Geistesströmung.

Anmerkungen

  1. vgl. GA 114, S. 103
  2. vgl. z.B. http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Zoroaster?hl=zoroaster oder http://www.zeno.org/Brockhaus-1837/A/Zoroaster?hl=zoroaster
  3. vgl. z.B. http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834/A/Zoroaster?hl=zoroaster oder http://www.zeno.org/Brockhaus-1809/A/Zoroaster?hl=zoroaster
  4. Diogenes Laertius schreibt [1]:

    „The date of the Magians, beginning with Zoroaster the Persian, was 5000 years before the fall of Troy, as given by Hermodorus the Platonist in his work on mathematics; but Xanthus the Lydian reckons 6000 years from Zoroaster to the expedition of Xerxes, and after that event he places a long line of Magians in succession, bearing the names of Ostanas, Astrampsychos, Gobryas, and Pazatas, down to the conquest of Persia by Alexander.“

    Diogenes Laertius: Lives of Eminent Philosophers, 1. Buch (Prolog)
  5. Plinius schreibt [2]:

    „We find it stated that Zoroaster was the only human being who ever laughed on the same day on which he was born. We hear, too, that his brain pulsated so strongly that it repelled the hand when laid upon it, a presage of his future wisdom.“

    Plinius der Ältere: Nat. 7.15

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiederverkörperungsfragen, GA 109 (2000), ISBN 3-7274-1090-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Das Lukas-Evangelium, GA 114 (2001), ISBN 3-7274-1140-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Weblinks

  1. Adobepdf small.gif Rudolf Steiner: Zarathustra - Vortrag in Berlin, 19. Januar 1911