Adept

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Als Adept oder Magier bezeichnet man den Geistesschüler, der bewusst bis in seinen physischen Leib hinab verwandelnd wirken kann. Das ist der höchste und am schwersten zu erreichende Einweihungsgrad.

"Die höchste Gabe, die der Mensch auf dieser Erde erreichen kann, ist, daß er in seinen physischen Leib hinunterarbeitet. Das ist das Allerschwerste. Auf den physischen Leib arbeiten heißt, seinen Atem beherrschen lernen, seinen Blutumlauf bearbeiten, die Nervenarbeit verfolgen, auch den Denkprozeß regeln. Derjenige, der auf dieser Stufe steht, heißt in theosophischer Sprache ein Adept, und dieser hat dann das, was man Atma nennt, an sich ausgebildet." (Lit.: GA 95, S. 18)

Der Adept steht höher als der Eingeweihte, indem er die Gesetzmäßigkeiten der geistigen Welt nicht nur zu erkennen, sondern auch wirksam - im Sinne einer recht verstandenen Magie - zu handhaben vermag.

"Sie können sich ein Bild machen von dem Unterschied zwischen einem Adepten und einem Eingeweihten, wenn Sie sich folgendes vorstellen: Denken Sie sich eine Gegend, wo es Eisenbahnen gibt, und Sie haben diese gesehen. Ich frage nun, werden Sie, der Sie durch eigenes Schauen die positive Überzeugung bekommen haben, daß es so etwas gibt wie eine Eisenbahn, auch schon eine bauen können? Um sie bauen zu können, ist Übung und noch manches andere notwendig. Derjenige nun, der sich durch Übungen, von denen der Mensch heute kaum eine Vorstellung hat, nicht nur anschauende Kenntnisse in der geistigen Welt, sondern auch Übung erworben hat im Handhaben der geistigen Kräfte, die der äußeren sinnlichen Welt zugrunde liegen, der ist im Gegensatz zum Hellseher ein Adept. Dazu gehört eine viel längere Vorbereitung als selbst zum Hellseher. Außerdem ist unsere gegenwärtige Kulturentwickelung dem Unterricht in der Handhabung der geistigen Kräfte noch viel feindlicher als dem Bestreben, durch die Erkenntnis in die geistige Welt einzudringen." (Lit.: GA 56, S. 27f)

"Nun unterscheidet sich aber sowohl vom Hellseher als auch vom Eingeweihten der Magier. Für den, der selbst in die höheren Welten hineinschauen kann, folgt noch lange nicht, daß er die in die sinnliche Welt hineinwirkenden Kräfte auch schon beherrschen und anwenden kann. Oder glauben Sie, daß ein Mensch, der in eine Gegend die Kenntnis von der Lokomotive, dem Dampfschiff und der Dampfmaschine gebracht hat, nun auch gleich eine solche Maschine bauen könnte ? Er kann ihnen erzählen, wie solche Dinge ausschauen, aber er wird nicht gleich verstehen, sie zu bauen. Daß der Hellseher selbst hineinsehen kann in die höheren Welten, daraus folgt noch nicht, daß er auch die Kräfte, die her ein wirken in die Sinnesweit, zu beherrschen und anzuwenden versteht. Der erst ist Magier oder Adept, der die höheren Kräfte, von denen alles physische Geschehen ein Ausdruck ist, in der Welt hier anzuwenden versteht, der also imstande ist, nicht nur die physischen Kräfte und die physischen Mächte zu Rate zu ziehen, wenn es sich um irgend etwas bei seinem Tun handelt, sondern der die höheren Kräfte spielen lassen kann. Das ist in unserer Zeit eigentlich keine Kleinigkeit, Magier oder Adept zu sein. Es gibt keine Zeit in der Menschheitsentwickelung, die dem Magiertum oder Adeptentum so durchaus entgegengesetzt war, wie unsere heutige es ist. Und man dient heute der Menschheit unter gewissen Verhältnissen am besten dadurch, daß man sich darauf beschränkt, die Erkenntnisse der höheren Welten zu verbreiten, und selbst - vielleicht mit blutendem Herzen - auch in Fällen, wo die Anwendung magischer Kräfte vielleicht am Platze wäre, darauf verzichtet. Denn das heutige öffentliche Leben ist so fremd dem Begriffe des Magiertums, daß unter Umständen der Einfluß höherer Welten auf diese unsere Welt einen Rückschlag bedeuten würde, wenn unmittelbar magische Kräfte angewendet würden. Wer eine gewisse Übung in der Anwendung der Kräfte hat, und zu den Kenntnissen sich auch den Mechanismus angeeignet hat, der muß in gewissen Fällen sich enthalten, diese Kräfte anzuwenden, aus dem einfachen Grunde, weil es unmöglich ist, heute gegen die Strömung der Zeit in der Welt anzulaufen. Zum Magier gehört nicht nur Hellsehen und Einweihung, zum Magier gehört auch Übung. Das ist es, um was es sich handelt. Der Magier muß entsagungsvoll durch lange Zeiten hindurch gewisse Verrichtungen sich aneignen, er muß sich üben." (Lit.: GA 101, S. 125f)

Adepten, sind im Gegensatz zu Hellsehern und Eingeweihten, solche Personen, die das jeweilige Gebiet, also etwa den Okkultismus, souverän zu handhaben wissen.

"Was ist ein Adept? Solche gibt es auf allen Gebieten. (...) Wenn einmal die Menschen wissen werden, wie eine solche (menschliche) Entwicklung vor sich geht, dann wird sich zeigen, was das für einen Einfluß haben wird auf die Erziehung. Ich habe eine Schilderung davon gegeben in meiner Schrift Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft. In dieser Broschüre haben Sie alle Regeln, die diesfalls zu berücksichtigen sind. Nun, sehen Sie, ein Lehrer, der dieses System beherrschen würde, ein solcher wäre auf dem Gebiet der Erziehung ein Adept." (Lit.: GA 98, S. 18f)

Zur Bedeutung des Begriffs bei H. P. Blavatsky und Horst E. Miers, siehe unter Adepten.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Erkenntnis der Seele und des Geistes, GA 56 (1985), ISBN 3-7274-0560-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Vor dem Tore der Theosophie, GA 95 (1990), ISBN 3-7274-0952-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Natur und Geistwesen - ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt (GA 98), Vortrag vom 5.11.1907, Dornach b. Basel 1996
  4. Rudolf Steiner: Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole, GA 101 (1992), ISBN 3-7274-1010-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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