Zeitgefühl

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Ein besonderes Zeitgefühl entwickelt der Geistesschüler, wenn sich im Laufe des Schulungswegs sein Ätherleib soweit verändert hat, dass er das Leben des äußeren Äthers mitempfindet. Er beginnt dann etwa die unterschiedlichen Qualitäten der Jahreszeiten viel deutlicher zu empfinden, als das früher der Fall war.

"Je mehr sich der Ätherleib des Menschen verändert unter dem Einfluß einer esoterischen Entwicklung, desto mehr bekommt der Mensch dasjenige, was man nennen möchte ein Zeitgefühl. Unter diesem Zeitgefühl soll verstanden werden ein Gefühl für das Miterleben der Aufeinanderfolge der Tatsachen und Ereignisse in der Zeit. Gewöhnlich ist ja im äußeren Leben der Mensch ohne dieses ausgesprochene Zeitgefühl. Nun habe ich schon ein wenig angedeutet, wie dieses Zeitgefühl sogar schon durch die Veränderung des physischen Leibes auftritt, indem man durch eine esoterische Entwicklung empfindlicher wird gegenüber — sagen wir — dem Sommer und dem Winter. Aber durch die Veränderung des Ätherleibes wird das Miterleben des äußeren Wandels der Ereignisse ein noch viel lebendigeres, ein viel empfindlicheres. Und derjenige, der eine Zeitlang versucht hat, mit allem Ernst seine Seele vorwärtszubringen, der wird einen deutlichen Unterschied wahrnehmen zunächst einmal zwischen den verschiedenen Jahreszeiten, ja sogar zwischen Teilen der Jahreszeiten, er wird einen großen Unterschied allmählich innerlich erleben lernen zwischen Sommer und Winter, zwischen Frühling, Sommer und Herbst, aber auch noch viel kleinere Zeitabschnitte im Jahreslaufe werden empfunden werden. Die Zeit wird gewissermaßen etwas in ihrem Fortschritt Lebendiges. Man merkt nach und nach, daß man im Verlaufe der Zeit differenziertes Leben wahrnimmt. So wie im physischen Leibe die einzelnen Organe sich differenziert zeigen, wie sie innerlich lebendiger und unabhängiger voneinander werden, so werden die Teile der fortlaufenden Zeitenfolge gewissermaßen selbständiger voneinander, unabhängiger. Und das ist damit in Verbindung, daß man mit der Entwicklung des eigenen Ätherleibes miterlebt das Leben im äußeren Äther, der uns ja überall umgibt." (Lit.: GA 145, S. 62)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen (physischer Leib, Ätherleib, Astralleib) und sein Selbst?, GA 145 (2005), ISBN 3-7274-1450-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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