Zerstörungsherd

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Ein Zerstörungsherd wirkt im Inneren des Menschen, damit er sein Ich entwickeln und erhärten kann. Hier wird die Materie ins Chaos gestürzt und aufgelöst. Dieser Zerstörungsherd, der über den ganzen menschlichen Organismus ausgebreitet ist, aber sein leibliches Zentrum im Schwerpunkt des Menschen in der Stoffwechselregion hat, ist dem Bewusstsein normalerweise nicht zugänglich, da er jenseits des Erinnerungsspiegels liegt. Ohne dass es uns bewusst wird, dringen unsere Gedanken unter den Erinnerungsspiegel hinunter in jenen Bereich des Ätherleibs, der dem Wachstum, aber auch der Entstehung der Willenskräfte zugrunde liegt. Dieser Teil des Ätherleibs bewirkt dann im physischen Leib die Auflösung der Materie. Nur durch entsprechende geistige Schulung kann das Bewusstsein in diesen Bereich vordringen. Eine strenge moralische Selbsterziehung muss damit verbunden sein, denn wenn diese Kräfte nach außen dringen, werden sie zu einer furchtbaren Quelle des Bösen bis hin zu schwarzmagischen Praktiken. Anderseits werden durch alle moralischen Impulse hier bereits die Keime für das künftige Jupiterdasein gebildet, das in der Apokalypse des Johannes als das Neue Jerusalem beschrieben wird.

Das Ich und die Quelle des Bösen

"Dieses Ich, wodurch entsteht es? Dadurch, daß das Menschenwesen in ein Chaos der Zerstörung eintauchen kann, bildet sich dieses Ich. Dieses Ich muß gestählt und erhärtet werden in derjenigen Welt, die im Inneren des Menschen als die Welt eines Zerstörungsherdes ist. Mit diesem Ich kann man nicht jenseits der Sphäre der äußeren Sinneswek leben.

Stellen wir uns schematisch den Zerstörungsherd im Inneren des Menschen vor (siehe Zeichnung, rot). Er ist über den ganzen menschlichen Organismus ausgebreitet. Was ich da schildere, ist intensiv, nicht extensiv aufzufassen, aber ich werde es schematisch zeichnen. Da ist

Tafel 2

der Zerstörungsherd, da ist die menschliche Hülle. Wenn das, was im Inneren ist, über die ganze Welt verbreitet würde, was würde in der Welt leben durch den Menschen? Das Böse! Das Böse ist nichts anderes, als das nach außen geworfene, im Inneren des Menschen notwendige Chaos. Und in diesem Chaos, in dem, was im Menschen sein muß, aber auch in ihm bleiben muß als ein Herd des Bösen, in dem muß das menschliche Ich, die menschliche Egoität erhärtet werden." (Lit.: GA 207, S. 25f)

"Nun können wir aber auch nach der andern Seite hinunter in unser (Pfeile) eigentliches Wesen steigen. Das geschieht dann, wenn die in uns selbst liegenden, zerstörenden Sterbekräfte uns mehr erfassen, als sie das gewöhnlich tun; besser gesagt, wenn sie bewußt werden. Geradeso wie wir herausdringen können jenseits der Grenze des Sinneslebens, so können wir auch durch dasjenige, was ich okkulte Schulung nenne, hinunterdringen.

Was aber da erlebt wird, das muß nun, wenn es nicht in einer gewissen Weise krankhaft auftreten soll, durchaus im Inneren des Menschen bleiben. Der Mensch darf es nicht in sein gewöhnliches Bewußtsein herauflassen. Er muß dieses Gebiet unten lassen, da, wo es sonst unbewußt ist. Das heißt, der Mensch darf dieses Gebiet, das ja im Ätherleib liegt, nicht heraufströmen lassen in sein gewöhnliches Bewußtsein, sondern er muß sein gewöhnliches Bewußtsein hinunterleiten in den Ätherleib. Es darf also nicht dasjenige, was da unten ist, etwa hereindringen in das gewöhnliche Vorstellen, sondern es muß das gewöhnliche Vorstellen da hinunterdringen [...]

In diesem Gebiete wurzelt nämlich all dasjenige vom menschlichen Seelen-Leibesleben, was im gewöhnlichen Sinne sich eigentlich nicht in dem äußeren Gebaren des Menschen entwickeln darf. Es wurzelt da das menschliche Böse.

Sie sehen daraus eine sehr bemerkenswerte Tatsache. Dieser Quell des Bösen, er ist eigentlich fortwährend in uns. Wir dürfen uns keinen Augenblick der Illusion hingeben, daß der Quell des Bösen nicht in uns wäre. Er ist, wenn ich so sagen darf, unterhalb des Vorstellungslebens gelegen. Er darf nur nicht das Vorstellungsleben infizieren, sonst werden die Vorstellungen Motive zum Bösen; er muß unten bleiben. Und derjenige, der ihn da beschauen will, muß moralisch so stark sein, daß er ihn nicht heraufläßt, daß er wirklich nur das Bewußtsein hinunterschickt." (Lit.: GA 206, S. 164f)

Das Denken als Ursache der Zerstörungskräfte

"Unser Inneres ist ja wirklich wie ein Spiegel. Wir schauen die Außenwelt an. Hier sind die äußeren Sinneseindrücke. Daran knüpfen wir, Vorstellungen. Dann werden diese Vorstellungen von dem Inneren gespiegelt. Wir kommen, indem wir nach dem Inneren hineinschauen, nur zu diesem Spiegel im Inneren (siehe Zeichnung Seite 20, rot). Wir sehen das, was in dem Erinnerungsspiegel zurückgeworfen wird (rote Pfeile). Wir können mit diesem gewöhnlichen Bewußtsein geradesowenig in das Innere des Menschen hineinschauen, wie man, ohne ihn zu zerbrechen, hinter den Spiegel schauen kann [...]

Tafel 1

Was sieht man denn da im Inneren des Menschen? Da sieht man, wie da allerdings von der Kraft des Wahrnehmens und Denkens, die sich entwickelt vor dem Erinnerungsspiegel, etwas hineindringt bis unter den Erinnerungsspiegel. Die Gedanken dringen unter diesen Erinnerungsspiegel hinunter und wirken in dem menschlichen Ätherleib, in demjenigen Teil des menschlichen Ätherleibes, der dem Wachstum, der aber auch der Entstehung der Willenskräfte zugrunde liegt. Indem wir hinausblicken in den sonnendurchhellten Raum, indem wir überblicken alles das, was uns aus den Sinneseindrücken kommt, strahlt etwas in unser Inneres, das ja allerdings auf der einen Seite zu den Erinnerungsvorstellungen wird, das aber doch durchsickert durch den Erinnerungsspiegel; was uns ebenso durchdringt, wie uns durchdringen, sagen wir, die Vorgänge der Ernährung, des Wachstums und so weiter. Die Gedankenkräfte durchdringen ja zunächst den Ätherleib, und dieser von den Gedankenkräften durchdrungene Ätherleib, der wirkt in einer ganz besonderen Weise nun auf den physischen Leib. Da entsteht im physischen Leib eine vollständige Umwandelung des materiellen Daseins, das im physischen Leib des Menschen ist. In der Außenwelt wird Materie nirgends vollständig zerstört. Daher sprechen die neuere Philosophie und Naturwissenschaft für die Außenwelt von der Erhaltung der Materie. Aber dieses Gesetz der Erhaltung der Materie gilt nur für die Außenwelt. Im Inneren des Menschen wird Materie vollständig zurückverwandelt in das Nichts. Vollständig wird die Materie da in ihrem Wesen zerstört [...]

Wir alle tragen unter unserem Erinnerungsspiegel, gerade zum Behufe der Entwickelung des menschlichen gedankenvollen Ich, die Zerstörungswut, die Auflösungswut der Materie gegenüber. Es gibt keine menschliche Selbsterkenntnis, die nicht auf dieses innere menschliche Faktum in aller Intensität hinweist [...]

Der Mensch ist innerhalb der westlichen Zivilisation die Umhüllung eines Zerstörungsherdes, und eigentlich können die Niedergangskräfte in die Aufgangskräfte nur übergeführt werden, wenn der Mensch sich bewußt wird, daß er die Umhüllung eines Zerstörungsherdes ist.

Was würde geschehen, wenn der Mensch durch Geisteswissenschaft nicht auf dieses Bewußtsein hingeführt würde? Nun, wir sehen bereits in der Entwickelung der heutigen Zeit, was geschehen würde. Das, was gewissermaßen isoliert, abgesondert im Menschen ist und nur im Menschen wirken sollte, diese einzige Stelle haben sollte, wo Materie in ihr Chaos zurückgeworfen wird, das dringt heraus, das dringt in die äußeren menschlichen Instinkte. Das wird überhaupt westliche und Erdenzivilisation werden. Das zeigt sich in alledem, was an zerstörungswütigen Kräften heute zum Beispiel im Osten Europas und so weiter auftritt. Das ist die aus dem Inneren in das Äußere hineingeworfene Zerstörungswut, und der Mensch kann sich in der Zukunft gegenüber dem, was da eigentlich in seinen Instinkt übergeht, nur zurechtfinden durch etwas, was in ihm sein muß, wenn wiederum wirkliche Menschenerkenntnis eintritt, wenn wir wiederum aufmerksam gemacht werden auf diesen menschlichen Zerstörungsherd im Inneren, der aber da sein muß um der Entwickelung des menschlichen Denkens willen. Denn jene Stärke des Denkens, die der Mensch haben muß, damit der Mensch seine der heutigen Zeit angemessene Weltanschauung haben kann, diese Stärke des Denkens, die da vor dem ErinnerungsSpiegel sein muß, die bewirkt die Fortsetzung des Denkens in den Ätherleib hinein, und dieser vom Denken durchdrungene Ätherleib, der wirkt eben in dieser Weise zerstörend auf den physischen Leib. Es ist einmal in dem modernen Menschen des Westens dieser Zerstörungsherd. Die Erkenntnis macht nur darauf aufmerksam. Und viel schlimmer ist es, wenn der Herd da ist, ohne daß der Mensch mit seinem Bewußtsein darauf hinweisen kann, als wenn der Mensch mit vollem Bewußtsein von diesem Zerstörungsherd Kenntnis nimmt und sich von diesem Gesichtspunkte aus in die moderne Zivilisationsentwickelung hineinbegibt." (Lit.: GA 207, S. 19ff)

Zerstörungskräfte und Wille

Die Zerstörungskräfte haben ihr Zentrum knapp unterhalb des Zwerchfells im Schwerpunkt des Menschen. Von allen Menschen gemeinsam gehen hier Wirkungen aus, die die wirkliche Ursache für das sind , was zum großen Teil im mineralischen, im pflanzlichen und tierischen Reiche auf der Erde an Auflösungsprozessen vor sich geht. Der Wille hängt mit den auflösenden Kräften unseres Planeten zusammen. Diese Kräfte wirken im Wachzustand des Menschen.

"Sie haben alle in sich dasjenige, was man den Schwerpunkt Ihrer eigenen physischen Person nennen kann. Dieser Schwerpunkt ist beim wachenden Menschen etwas höher gelegen, er liegt unterhalb des Zwerchfelles, beim schlafenden Menschen ist er etwas tiefer gelegen, aber er ist da. Es seien also eintausendfünfhundert Millionen solcher Schwerpunkte da über die Erde hin. Diese geben eine Gesamtwirkung. Und was von dieser Gesamtwirkung ausgeht, das gibt die wirkliche Ursache für das, was zum großen Teil im mineralischen, im pflanzlichen und tierischen Reiche auf der Erde vor sich geht. Was Sie also um sich sehen an Luftwirkungen, an Wasserwirkungen, was Sie sehen an anderen mineralischen Vorkommnissen, das wird nur dann, wenn man eine falsche Wissenschaft zugrunde legt, auf mineralische Ursachen zurückgeführt; das liegt in Wirklichkeit seiner wahren Ursache nach im Inneren der Menschen...

Die auf der Erde herumwandelnde Menschheit trägt in sich eigentlich die Ursache für dasjenige, was geschieht. So daß eigentlich Mineralogie, Botanik, Zoologie nicht getrieben werden können ohne Anthropologie, ohne beim Menschen anzufragen. Die Wissenschaft spricht Ihnen von chemischen, von physikalischen, mechanischen Kräften. Innig verwandt sind diese physischen, chemischen, mechanischen Kräfte mit der menschlichen Willenskraft, mit derjenigen menschlichen Willenskraft, die eigentlich im Schwerpunkt des Menschen konzentriert ist. Wenn man von der Erde redet und will die Wahrheit treffen, muß man nicht von irgendeiner abstrakten Erde sprechen, wie es die Geologen tun, sondern man muß von der Erde so sprechen, daß man die Menschheit zu der Erde hinzurechnet. Das sind die Wahrheiten, die sich enthüllen jenseits der Schwelle. Alles dasjenige, was diesseits der Schwelle gewußt werden kann, gehört eigentlich in das Reich der Erkenntnisillusionen, gehört nicht in das Reich der Erkenntniswahrheiten.

Nun entsteht die Frage: Welcher Zusammenhang ist denn nun eigentlich für die heutige Menschheit - und von ihr reden wir ja zunächst - zwischen den Willenskräften des Menschen, die in seinem Schwerpunkt konzentriert sind, und zwischen den äußerlichen physikalischen und chemischen Kräften? - Bei dem normalen Leben äußert sich diese Beziehung nur in den menschlichen Stoffwechselvorgängen. Wenn der Mensch in sich aufnimmt die Stoffe der Außenwelt, so ist es eigentlich sein Wille, der diese Stoffe verdaut, verarbeitet. Und wenn nichts anderes wirken würde als dieser Wille, dann würde dasjenige, was von außen aufgenommen wird in den Menschen, bloß zersetzt werden. Der menschliche Wille hat die Kraft, alle übrigen Stoffe und Kräfte zu zersetzen, aufzulösen, und der Zusammenhang zwischen dem Menschen und der übrigen mineralischen, pflanzlichen und tierischen Natur ist heute ein solcher, daß sein Wille zusammenhängt mit den auflösenden Kräften unseres Planeten, mit den zerstörenden Kräften unseres Planeten." (Lit.: GA 191, S. 230f)

Auflösung der Materie im Mittelpunkt der Erde

Die Schwerpunkte aller Menschen, von denen die Auflösungskräfte ausgehen, haben ihr gemeinsames Zentrum im Mittelpunkt der Erde, wodurch auch hier die Materie aufgelöst wird. Sie geht aus dem dreidimensionalen Raum heraus in eine andere Dimension über. Doch genau in demselben Maß, mit dem sie im Mittelpunkt verschwindet, tritt sie vom Umkreis her wieder in den dreidimensionalen Raum herein, allerdings so, dass jetzt alles, was der urspünglichen Materie an Formen aufgeprägt wurde, nun in die innere Struktur dieser neuen Materie hineingearbeitet ist. So gab es am Anfang der siebenstufigen Entwicklung unseres Planetensystems, ehe noch der alte Saturn gebildet worden war, außerhalb des Tierkreises den sog. Kristallhimmel, in dem die Taten der Wesen einer vorangegangenen Evolutionsreihe enthalten waren.

"Sehen Sie, ein Planet wird in der Tat im Laufe seiner Entwickelung immer kleiner und kleiner, er zieht sich zusammen. Das ist so das Schicksal der Materie des Planeten; aber das ist nicht alles, das ist nur etwas, was sozusagen das physische Auge und physische Instrumente am Planeten betrachten können. Es gibt eine Entwickelung auch des Materiellen über diesen Punkt hinaus.

Und jetzt wollen wir diese Entwickelung des Materiellen über diesen Punkt hinaus einmal ins Auge fassen, und ich komme auf das, wovon ich gesagt habe, daß es für einen Gegenwartsverstand schwer, vielleicht gar nicht begreiflich ist. Es ist nun so, daß die Erde sich fortwährend zusammenzieht. Dadurch drängt sich die Materie von allen Seiten nach dem Mittelpunkte. Und jetzt sage ich, selbstverständlich mit vollem Bewußtsein, daß es ein Gesetz von der Erhaltung der Kraft gibt, aber auch im vollen Bewußtsein der jedem Okkultisten bekannten Tatsachen: Es drängt sich die Materie gegen den Mittelpunkt immer mehr und mehr zusammen, und das Eigenartige ist, daß die Materie im Mittelpunkte verschwindet.

Um es ganz anschaulich zu machen: Denken Sie sich, Sie hätten ein Stück Materie, das würde immer mehr und mehr in den Mittelpunkt hineingedrängt - im Mittelpunkt verschwindet es; es wird nicht nach der anderen Seite hinübergedrängt, es verschwindet tatsächlich im Mittelpunkt in nichts! So daß Sie sich vorstellen können, daß die ganze Erde einstmals, indem sich die materiellen Teile gegen den Mittelpunkt zusammendrängen, in den Mittelpunkt hinein verschwindet. Das ist aber nicht alles. In demselben Maße, wie das in den Mittelpunkt hinein verschwindet, in demselben Maße erscheint es im Umkreise. Da draußen tritt es wieder auf. An einer Stelle des Raumes verschwindet die Materie, und von außen tritt sie wieder auf. Alles, was in den Mittelpunkt hinein verschwindet, kommt vom Umkreise wiederum herein, wird herangezogen, und zwar so, daß hineingearbeitet ist jetzt in diese Materie alles das, was die Wesen, die auf dem Planeten gearbeitet haben, der Materie eingeprägt haben; natürlich nicht in seiner heutigen Form, aber in einer Form, wie sie ihm eben durch diese Umwandlung gegeben wird. Sie werden so den Kölner Dom, indem seine materiellen Teilchen in den Mittelpunkt hinein verschwinden, von der anderen Seite wieder ankommen sehen. Nichts, nichts geht verloren von dem, was gearbeitet wird auf einem Planeten, sondern es kommt wieder von der anderen Seite her.

Dasjenige, was da angekommen war im Beginne unserer Erdenentwickelung vor der Saturnentwickelung, das müßten wir auswärts setzen, außerhalb des Tierkreises. Die Urweltweisheit hat es genannt den Kristallhimmel, und in diesem Kristallhimmel waren deponiert die Taten der Wesen einer früheren Evolution. Sie bildeten sozusagen dasjenige, auf Grund dessen die neuen Wesenheiten zu schaffen begannen." (Lit.: GA 110, S. 157f)

Aufbaukräfte

Im Schlafzustand wirken hingegen aufbauende Kräfte in uns, die auch in die Natur hinauswirken.

"Aber die Erde würde, wie ich schon gesagt habe, eine traurige Zukunft haben, wenn nicht der andere Pol der Menschen da wäre, der aufbauende. Geradeso wie die Ursachen für alles Zerstörende im menschlichen Willen liegen, der im Schwerpunkt des Menschen konzentriert ist, so liegen die aufbauenden Kräfte in derjenigen Sphäre, die die Menschen betreten während ihres Schlafes. Vom Einschlafen bis zum Aufwachen ist der Mensch mit seinem Ich und seinem astralischen Leib in einem Zustande, den wir gewöhnlich dadurch bezeichnen, daß wir figürlich sagen: Das Ich und der astralische Leib sind außerhalb des physischen Leibes. Aber da ist der Mensch eben durchaus ein geistig-seelisches Wesen, und da entwickelt er die Kräfte, die gerade wirksam werden zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Und während dieser Zeit steht er durch diese Kräfte in Beziehung zu alldem, was den Erdenplaneten aufbaut, was zu den zerstörenden Kräften die aufbauenden Kräfte hinzubringt. Wenn Sie auf der Erde niemals herumgehen würden, so würden die zerstörenden Kräfte, die eigentlich von Ihrem Willen ausgehen, nicht innerhalb des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches auf der Erde wirken. Wenn Sie auf der Erde niemals schlafen würden, so würde von Ihrer Intelligenz nicht dasjenige ausgehen, was die Erde immer wiederum aufbaut. Auch die eigentlich aufbauenden Kräfte unseres Erdenplaneten liegen in der Menschheit selbst. Ich sage nicht: Im einzelnen Menschen. - Ich habe ausdrücklich vorher gesagt, wie diese einzelnen Ursachen zusammenhängen. Aber in der ganzen Menschheit liegen die Kräfte auch für den Aufbau, und zwar in dem intelligenten Pol des menschheitlichen Wesens; aber nicht bei der Tagesintelligenz. Die Tagesintelligenz ist etwas, was sich wie ein Totes hineinstellt in das Erdenwerden. Die Intelligenz des Menschen, die für ihn unbewußt während des Schlafens wirkt, ist eigentlich dasselbe, was den Erdenplaneten fortwährend aufbaut." (Lit.: GA 191, S. 233)

In diesen Aufbaukräften wirken jene Geister, die im Schöpfungsbericht der Bibel Laj'lah (hebr. לילה, Nacht) genannt werden. Sie sind in ihrer Entwicklung zurückgebliebene Urengel (Geister der Persönlichkeit) und haben sich gewisse Eigenschaften aus dem alten Saturndasein bewahrt, wo es noch kein Licht gab und die ganze Welt in Finsternis getaucht war. Wenn die Laj'lah allerdings ihre wohltuenden, lebensspendenden Kräfte, die bis in die tiefsten Gründe des physischen Leibes wirken, missbrauchen, werden sie zu Asuras - zu den gefährlichsten Widersachern, die wir kennen. Auch der Geist der Schwere gehört ihrem Reich an und bildet die geistige Ursache der Schwerkraft. Seine wesentliche und für unser Erdenleben unerlässliche Aufgabe besteht darin, unser Ich und unseren Astralleib beim Erwachen wieder in den physischen Leib zurückzuführen. (Lit.: GA 266b, S. 49ff) Durch die guten Asuras wurde schon auf dem alten Saturn der Anlage des physischen Menschenleibes der Keim des Ich-Bewusstseins und des Ich-Gefühls eingepflanzt. Die bösen Asuras sind die unmittelbaren Widersacher des Vatergottes, der der Herr der alten Saturnentwicklung war. Die bösen Asuras sind Geister des allerstärksten Egoismus, die den Menschen zur schwarzen Magie verführen. Sexuelle Riten spielen dabei eine große Rolle. (Lit.: GA 266a, S. 169) Im Zusammenhang damit steht auch der Sonnendämon Sorat (hebr. סורת), der zugleich der Erdendämon ist, der die für die Zukunft intendierte Wiedervereinigung der Erde mit der Sonne verhindern[1] und den Menschen dauerhaft an die dann zurückbleibende Erdenschlacke, die sog. achte Sphäre, binden will[2]. Er wird damit zum größten Gegner des Christus, der sich durch das Mysterium von Golgatha mit der Erde verbunden hat, um eben diese Wiedervereinigung einzuleiten und den Menschen zu befähigen, an der damit verbundenen Vergeistigung teilzunehmen.

"Für den Menschen ist einfach wahr, daß in ihm ein Herd ist, wo alles Materielle, das er zu sich nimmt, ins Nichts verwandelt wird, wo Materie vernichtet, wo Materie aufgelöst wird. Indem wir unsere reinen Gedanken unserem Ätherleib einverleiben und diese Gedanken durch unseren Ätherleib auf unseren physischen Leib wirken, wird Materie in unserem physischen Leib vernichtet. Wir haben in uns einen Ort, an dem Materie vernichtet wird. (Während der folgenden Ausführungen wird an die Tafel gezeichnet. Die Original-Tafelzeichnung liegt nicht mehr vor.) Ich zeichne schematisch, es ist intensiv über den ganzen Menschen ausgebreitet, ich zeichne es so, als wenn es ein Teil wäre. Dieser Ort, wo Materie vernichtet wird, dieses Stück des Menschen, wo Materie vernichtet wird, das ist zu gleicher Zeit der Ort, wo Materie wieder entsteht, wenn moralisch, wenn religiös Empfundenes uns durchglüht. Und dasjenige, was hier entsteht, einfach dadurch, daß wir religiöse, moralische Ideale erleben, das wirkt so wie ein Keim für künftige Welten. Wenn die materielle Welt von jetzt zugrundegegangen sein wird, wenn die materielle Welt von jetzt dem Wärmetod verfallen sein wird, dann wird diese Erde sich verwandeln in einen anderen Weltenkörper, und dieser Weltenkörper wird aus demjenigen bestehen, was sich als eine aus den moralischen Idealen entstandene neue Materialität bildet." (Lit.: GA 343a, S. 66f)

Zerstörungskräfte und Transsubstantiation

Im Bereich der Zerstörungskräfte, die jenseits des Erinnerungsspiegels liegen, findet eine vollständige Transsubstantiation der Materie statt, die wir durch die Ernährung zu uns nehmen.

"Unsere Physiologie betrachtet die Ernährung ja durchaus falsch. Unsere Physiologie meint, wir nehmen die Nahrung zu uns. Wir sondern aus der Nahrung dasjenige aus, was für uns geeignet ist und stoßen das andere ab. So ist es aber nicht. Daß wir das Substantielle aufnehmen, ist bloß Begleiterscheinung. Der Lebensprozeß besteht durchaus darin, daß wir uns eigentlich fortwährend gegen dasjenige wehren, was durch die Einnahme eines Nahrungsmittels in uns bewirkt wird. Wir essen, wir trinken — dadurch geschieht etwas, was wahrhaftig sehr tief unter unserem Bewußtsein, unter unserem bewußten Seelenleben liegt. Dasjenige, was da geschieht, ist ein fortwährendes Abwehren. Und in diesem physisch-physiologischen Prozeß des Abwehrens liegt der eigentliche Lebensprozeß der Ernährung. Der Lebensprozeß der Ernährung ist ein Abwehrprozeß.

Erst wenn man einsehen wird, wie der Organismus darauf hinorganisiert ist, die Anregung zu einer Abwehr zu erhalten - damit er die Abwehr haben kann, muß natürlich die Anregung dazu da sein -, erst wenn man einsehen wird, daß in der Abwehr einer von außen kommenden [Substanz die] Anregung zu dem Lebensprozeß der Ernährung liegt, wird man die Ernährung richtig verstehen können. Man hat es beim Ernähren mit einem Abwehrprozeß zu tun, bei dem das Aufnehmen von Substanzen nur als eine Begleiterscheinung [anzusehen ist], durch die in die feinsten Verfaserungen des Wesens des Menschen von außen die Anregungen zu Widerständen geleitet werden, damit bis in die äußeren Peripheriegebiete [des Organismus] diese Abwehr Platz greifen kann. Erst in diesem Abwehren liegt der wirkliche Lebensprozeß der Ernährung, so daß dasjenige, was der gewöhnliche irdische Ernährungsprozeß des Menschen ist, eigentlich ein Abwehren des Irdischen ist. Das Irdische dringt als Nahrungsmittel in den Menschen ein, der Mensch muß es aufnehmen, aber es ist dies ein Prozeß des Abwehrens.

Das ist die Wirklichkeit, aber so sieht der Mensch in der Wissenschaft das Ganze eigentlich nicht an. Was geschieht aber in diesem Abwehren? Da geschieht etwas, was ganz außerhalb des menschlichen Bewußtseins liegt. Wenn nämlich der Mensch die Nahrung aufnimmt, so ist ja die Nahrung eigentlich ein Prozeß [der Außenwelt]. Jeder Stoff ist eigentlich ein konzentrierter, gedrosselter Weltenprozeß. Prozesse der Außenwelt nehmen wir in uns auf, wir wehren sie ab, aber indem wir sie abwehren, entsteht ja der Gegenprozeß: Der Prozeß der Außenwelt wird in etwas ganz anderes verwandelt und dieses Verwandeln geschieht in uns. Das äußere Materielle wird in uns verwandelt. Und was wird daraus? Es wird in uns ein Geistiges. Das ist es, was gewöhnlich nicht gesehen wird, daß der Mensch eigentlich in seinem Verdauungsprozeß in der Verwandlung der Außenwelt bis zu der Vergeistigung der äußeren materiellen Prozesse geht. In der äußeren Natur spielen sich eben die Weltenprozesse ab, es spielen sich die Weltenprozesse im Fragment ab, sagen wir, bis zur Entstehung des Kornes, bis zur Entstehung der anderen Dinge, die als Nahrungsmittel aufgenommen werden. Dasjenige, was da in der Außenwelt entsteht, das wird erst verwandelt im Innern des Menschen, das ist dadurch auf dem Wege nach dem Geistigen hin. In der Außenwelt kann es sich nicht bis zum Geistigen hin verwandeln, erst im Innern des Menschen kann es sich bis zum Geistigen hin verwandeln. Das ist einfach eine objektive Tatsache, die ich Ihnen hier erzähle, nichts anderes. Aber das, was ich Ihnen da auseinandersetze, spielt sich außerhalb der menschlichen Gedankenwelt ab. Es spielt sich in den tieferen Regionen des menschlichen Wollens und nur teilweise in den Gefühlsregionen ab. Nur gewisse Partien des Gefühlslebens und das Wollen nehmen teil an dem [Ernährungs]-prozeß, den ich eben geschildert habe. Der Gedankenprozeß nimmt daran nicht teil, der geht gerade den entgegengesetzten Weg, durch das Wort geht er hinunter in die Gestaltung. Hier unten haben wir, wieder von außen kommend und in der entgegengesetzten Richtung drängend wie der Gedankenprozeß weg, den Verwandlungsprozeß.

Will man den Verwandlungsprozeß so hinstellen vor den Menschen, daß der Mensch ihn anschaut, wie er die äußere Welt anschaut, so muß man in die äußere Welt etwas hinstellen, was in der äußeren Welt sonst nicht geschieht, sondern nur im Menschen sich abspielt. Damit aber hat man in die äußere Welt eine sakramentale Handlung hingestellt, etwas, was nicht in Naturerscheinungen verläuft, was aber im Menschen als des Menschen Geheimnis sich abspielt. Will man dasjenige, was zum innersten Wesen des Menschen gehört, auf dem Gebiet, das wir eben charakterisiert haben, vor den Menschen hinstellen, so hat man die Wandlung, die Wandlung des Brotes und des Weines in Leib und Blut [Christi], man hat die Transsubstantiation. Die Transsubstantiation ist nicht eine Erfindung innerhalb der äußeren Welt, die Transsubstantiation ist das Hinausstellen desjenigen in die Außenwelt, was im tiefsten menschlichen Innern wirklich sich vollzieht. Wir schauen in der Transsubstantiation dasjenige, was wir nicht in der Außenwelt schauen können, weil die Außenwelt ein Fragment des Daseins ist, nicht eine Totalität; und wir fügen im Sakramente dasjenige zu der Außenwelt hinzu, was im Reiche der Natur erst vollzogen wird innerhalb des Menschen.

Das, meine lieben Freunde, ist der ursprüngliche Begriff des Sakramentes, daß zu dem Phänomen der Außenwelt hinzugefügt wird dasjenige, was im Innern des Menschen nicht zum Bewußtsein kommt, weil der Mensch es nicht erkennt, sondern [unbewußt] erlebt, was aber im Zeichen in die Außenwelt hineingestellt werden kann. Und so muß der Mensch, indem er die Transsubstantiation vollzieht, etwas, was mit dem innersten Wesen seines Selbst unbewüßt zusammenhängt, im Zeichen mitempfinden. Er bahnt in der Tat den Verkehr an mit dem Geiste der Außenwelt dadurch, daß er die Verwandlung, welche sich sonst hinter dem Schleier des Erinnerungsvermögens in seinem Innern vollzieht, als Sakrament hinstellt.

Damit aber haben wir noch nicht dasjenige erfaßt, was nun im Menschen als Höchstes sich vollzieht, wir haben nur erfaßt das Geistigwerden des Materiellen im Menschen, die Verwandlung, die Transsubstantiation. Dasjenige, was da im Menschen als objektiver Vorgang geschieht, das vollzieht sich, ich möchte sagen, nur durch einen dünnen Schleier von unserem Bewußtsein getrennt, hinter unserem Bewußtsein. Denn von dieser Seite her wird in jedem Augenblick unseres Lebens unser Ich angefacht. Wir tauchen unter in diese verwandelte Materie, und indem wir die Stoffe der Außenwelt aufnehmen und unser Lebensprozeß darin besteht, sie zu verwandeln, indem wir mit unserem Geistig-Seelischen untertauchen in diese Verwandlung der Außenwelt, hat unser Ich fortwährend Nahrung, wird unserem Ich fortwährend nahegelegt die Vereinigung mit der durch diesen Prozeß verwandelten Substanz. Die Vereinigung mit der Substanz nach ihrer Verwandlung stellt die Ichwerdung des uns im Menschen zugänglichen Geistigen dar. Nehmen wir auch dies sakramental. Stellen wir es sakramental vor uns hin, so ist es das Sakrament, an dem der Mensch teilnimmt, wenn die Materie so vorgestellt wird, daß sie nur Zeichen ist; wenn sie transsubstantiiert ist, vereinigt sich der Mensch mit ihr, und wir haben damit das vierte Glied desjenigen, was im Kultus als sakramentales Zeichen den Zusammenhang des Menschen mit der Welt darstellen kann." (Lit.: GA 343a, S. 42ff)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, GA 96 (1989), ISBN 3-7274-0961-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt, GA 110 (1991), ISBN 3-7274-1100-7 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis, GA 191 (1989), ISBN 3-7274-1910-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Zweiter Teil, GA 206 (1991), ISBN 3-7274-2060-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  6. Rudolf Steiner: Anthroposophie als Kosmosophie – Erster Teil, GA 207 (1990), ISBN 3-7274-2070-7 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  7. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909, GA 266/1 (1995) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  8. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912, GA 266/2 (1996), ISBN 3-7274-2662-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  9. Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II, GA 343a (1993), ISBN 3-7274-3430-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org


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Anmerkungen

  1. (Lit.: GA 96, S. 314)
  2. (Lit.: GA 104a, S. 128)