Zeus

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Zeus-Relief, römische Kopie aus dem 2. Jh. nach einem griechischen Original aus dem 5.Jh. v. Chr., Palazzo Altemps, Rom.

Zeus (griech. Ζεύς; lat. Jupiter; abgeleitet von der indogerman. Wurzel *diu, „hell“, „Tag“), ein Sohn des Titanen Kronos und seiner Gattin Rhea, ist der oberste olympische Gott der griechischen Mythologie. Nach Rudolf Steiner ist er in gewissem Sinn das makrokosmische Gegenbild des menschlichen Astralleibs.

"Zeus ist ein Wort, ein Name, der schwankend ist, wenn er gebraucht wird in älteren Zeiten. Man gebraucht ihn für geistige Individualitäten auf den verschiedensten Stufen der Entwickelung. Diejenigen aber, die im älteren Griechenland etwas gewußt haben von Einweihung, die haben in Zeus gesehen den ihnen erkennbaren Anführer der Sonnengeister. Zeus ist dasjenige, was lebt in den Wirkungen, die von der Sonne auf die Erde ausgeübt werden." (Lit.: GA 113, S. 81)

"Und wenn wir in die griechische Zeit kommen, also schon in das achte, siebente, fünfte Jahrhundert und so weiter vor dem Mysterium von Golgatha, da sah man nicht mehr in die Geheimnisse der Sonne, da sah man nur noch dasjenige, was sich um die Erde herum als Wirkung der Sonne zeigte. Da sah man gewissermaßen nur die Wirkung der Sonne in dem Äther, der den Raum um die Erde herum erfüllt. Und das, was sich als Äther um die Erde herum ausbreitet, was auch den Menschen durchdringt, das bezeichneten die griechischen Initiierten - nicht das Volk, aber die griechischen Initiierten - als den Zeus." (Lit.: GA 211, S. 181)

"Der alte Grieche fühlte, daß da in seinem Innern zum Beispiel die Kräfte wirkten, die den Gedanken aufblitzen ließen, und daß das dieselben Kräfte waren, die da draußen den Regenbogen organisieren. - Das empfand er. Er fragte sich nun: Wenn da drinnen die Seelenkräfte sind, die den Gedanken aufblitzen lassen, was ist es denn draußen, was ist in den Raumesweiten Geistiges verbreitet: oben und unten, rechts und links, vorne und hinten? Was ist da ausgebreitet im ganzen Raum? So wie die Seelenkräfte im Innern sind, wie sie drinnen den Gedanken aufblitzen lassen, wie sie draußen den Regenbogen aufblitzen lassen, die Morgen- und die Abendröte, den Glanz und Schein der Wolken, - was ist es da draußen im Raum? - Oh, da war es für den alten Griechen ein geistiges Wesen, das herausgebar aus dem gesamten universellen Äther alle diese Erscheinungen, die Morgen- und Abendröte, den Regenbogen, den Glanz und Schein der Wolken, den Blitz und Donner. Und aus diesem Gefühl, das, wie gesagt, nicht intellektuelle Erkenntnis geworden ist, sondern elementarisches Gefühl war, da entstand die Anschauung: Das ist Zeus. - Und man bekommt keine Vorstellung und noch weniger eine Empfindung von dem, was die griechische Seele als Zeus empfand, wenn man sich nicht auf dem Wege unserer geisteswissenschaftlichen Anschauungsweise dieser Empfindung und diesem Gefühle nähert. Zeus war ein unmittelbar fest gestaltetes Wesen, aber man konnte es sich nicht vorstellen, wenn man nicht ein Gefühl hatte, daß die Kräfte, die in uns den Gedanken aufblitzen lassen, auch im äußeren Blitze wie im Regenbogen und so weiter wirken. Wir aber sagen heute auf anthroposophischem Boden, wenn wir in den Menschen hineinschauen und uns von den Kräften unterrichten wollen, welche in uns so etwas hervorrufen wie den Gedanken, wie die Vorstellung, wie alles das, was da aufleuchtet und aufblitzt innerhalb unseres Bewußtseins: Alles das umfaßt, was wir den menschlichen Astralleib nennen. - Und da haben wir das Mikrokosmisch-Substantielle, den Astralleib, und können nun die Frage, die wir eben aufgeworfen haben in bildlicher Form, in einer mehr geisteswissenschaftlichen Form aufwerfen und können sagen: Mikrokosmisch ist der astralische Leib in uns. Was entspricht dem astralischen Leib in den Raumesweiten draußen, was erfüllt alle Räume, rechts und links, vorne und hinten, oben und unten? - Gerade so wie der astralische Leib in unserem Mikrokosmos ausgebreitet ist, so sind die Raumesweiten, so ist der universelle Äther durchzogen vom makrokosmischen Gegenbilde unseres astralischen Leibes. Und wir können auch sagen: Das, was der alte Grieche unter Zeus sich vorstellte, ist das makrokosmische Gegenbild unseres astralischen Leibes. In uns ist der astralische Leib, er bewirkt das Aufleuchten der Erscheinungen des Bewußtseins. Außer uns ist die Astralität ausgebreitet, die aus sich heraus wie aus dem Weltenschoß gebiert den Regenbogen, die Morgen- und die Abendröte, den Blitz und Donner, Wolken, Schnee und so weiter. Der heutige Mensch hat nicht einmal eine Wortbezeichnung für das, was der alte Grieche sich unter Zeus dachte und was das makrokosmische Gegenbild unseres astralischen Leibes ist." (Lit.: GA 129, S. 59ff)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Der Orient im Lichte des Okzidents, GA 113 (1982), ISBN 3-7274-1130-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen, GA 129 (1992), ISBN 3-7274-1290-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung, GA 211 (1986), ISBN 3-7274-2110-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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