Zirbeldrüse

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Ort der Zirbeldrüse (pineal gland) im Gehirn.

Die Zirbeldrüse (dt. nach der Zirbelkiefer und der Form ihrer Zapfen) oder Epiphyse bzw. Epiphysis (cerebri) (gr.-klinisch επίφυση, wörtlich „der Auf-Wuchs“, „das aufsitzende Gewächs“ mit dem lateinischen Zusatz cerebri - des Gehirns, da auch die Knochenenden der langen Röhrenknochen als Epiphysen bezeichnet werden), seltener Zirbel genannt, ist ein kleines Organ im Epithalamus, einem Teil des Zwischenhirns). In der Zirbeldrüse wird das Hormon Melatonin produziert. Die Hormonproduktion findet überwiegend nachts statt. Über das Melatonin werden der Schlaf-Wach-Rhythmus und andere zeitabhängige Rhythmen des Körpers gesteuert. Bei Missfunktion bewirkt sie - außer einem gestörten Tagesrhythmus - entweder sexuelle Frühreife oder Vergrößerung bzw. Hemmung der Geschlechtsentwicklung.

Es gibt Spekulationen, dass unter bestimmten Bedingungen in der Zirbeldrüse endogen das stark hallizunogene Tryptamin-Alkaloid Dimethyltryptamin (DMT) ausgeschüttet wird. Nach Strassmann fördert DMT die Bewegung der Seele in den Körper hinein und aus ihm heraus und spielt eine wesentliche Rolle bei der Erzeugung von Träumen, Nahtoderfahrungen und den Erlebnissen während der Meditation. (Lit.: Strassman)

Die Entwicklung der Zirbeldrüse aus anthroposophischer Sicht

Die Zirbeldrüse ist eine Metamorphose des Wärmewahrnehmungs- und Befruchtungsorgans des lemurischen Menschen. In der frühen lemurischen Zeit, vor der Mondenabtrennung, gab es das feste Erdelement noch nicht. Der Mensch lebte als noch ungeschlechtliches Wesen im luftig-flüssigen wärmedurchdrungenen Element, wie es sehr ähnlich schon die Atmosphäre des alten Mondes gebildet hat und von den Alchymisten als Feuerluft (Ruach) bezeichnet wurde. Davon spricht die biblische Schöpfungsgeschichte etwa dort, wo es heißt:

"... ruach elohim m'rachephet 'al p'ne hammájim (... und der Geist Gottes schwebte über den Wassern)" (1. Moses 1,2)

was man noch treffender übersetzen könnte mit:

"... der Geist der Elohim brütete über der Stoffesfinsternis"

Über den "Wassern", d.h. über der finsteren, dichteren flüssigen Stoffesmasse breitet sich die durchgeistigte, beseelte und lebendige Atmosphäre der Feuerluft, Ruach, aus, die Rudolf Steiner in anderem Zusammenhang auch als Ur-Eiweiß-Atmosphäre bezeichnet (dieselben chemischen Elemente C, N, O, H, die heute das Eiweiß aufbauen, sind auch noch in unserer gegenwärtigen Atmosphäre zu finden).

In dieser Atmosphäre lebt zunächst der obere Mensch als reine, den Sonnenkräften noch ganz geöffnete Lichtgestalt. Diese Lichtgestalt senkt sich herunter in den aus den dunklen Stoffesmassen gebildeten unteren Menschen. Während der obere Mensch völlig ungeschlechtlich ist, beginnt sich im unteren Menschen bereits langsam die Zweigeschlechtlichkeit auszubilden. Zunächst ist der Mensch aber noch insgesamt ein eingeschlechtliches Wesen.

Zur Zeit der Mondentrennung war der untere Mensch bis zu den Geschlechtsorganen herauf ausgebildet. Die Sonne stand damals im Sternbild des Skorpions. Kurz zuvor, als die Sonne noch im Schützen stand, war das Verhältnis von unterem und oberem Menschen so, dass es treffend durch das Bild des Kentauren beschrieben wird.

Der Rest dieser oberen Lichtgestalt ragt dann später nur mehr als leuchtende Laterne über den noch offenen Kopf hinaus und bildet sich zum ersten irdischen Sinnesorgan aus. Dieses Polyphemauge ist eigentlich kein Auge im äußeren Sinn, sondern ein Organ zur Wahrnehmung der Wärmeströmungen in der Nähe und Ferne. Es ist aber zugleich ein mächtiges Hellseherorgan, dass die geistige Seite der Welt in Imaginationen wahrnimmt; es ist also zwar kein physisches, aber ein geistiges Auge. Der Mensch hatte damals noch vorwiegend ein traumartiges imaginatives Bilderbewusstsein. Der letzte Rest dieser oberen Lichtgestalt ist heute die Zirbeldrüse:

"Durch dieses Organ nahm der Mensch diejenigen Kräfte aus seiner Umgebung in sich auf, die ihn befähigten, seinesgleichen hervorzubringen. Und in einer bestimmten Zeit war es sogar so, und zwar als der Mond sich noch nicht von der Erde abgeschieden hatte, daß die Atmosphäre der Erde besonders fähig wurde, bei einer bestimmten Sonnenstellung diejenige Substanz abzugeben, welche dieses Organ zu besonderem Aufleuchten brachte. Es gab wirklich solche Zeiten - und gewisse Meertiere, die zu Zeiten eine Leuchtkraft entfalten, erinnern heute noch daran -, in denen eine allgemeine Befruchtung eintrat; Zeiten, in denen durch eine besondere Sonnenstellung der damals noch völlig ungeschlechtliche Mensch eine Befruchtung erfuhr, so daß er seinesgleichen hervorbringen konnte. Sinneswahrnehmung und Befruchtung, Ernährung und Atmung stehen in urferner Vergangenheit in innigem Zusammenhange.

Und so differenzierten sich die Organe allmählich, und nach und nach erst nahm der Mensch diejenige Gestalt an, die er heute zeigt. Dadurch aber wurde er immer mehr fähig, sein eigener Herr zu werden, das zu entwickeln, was wir in dem Ich-Bewußtsein ausgedrückt haben. In der eben geschilderten Zeit, da er, angeleitet durch seine Wärmeempfindung, sich in dieser Erdatmosphäre bewegte, waren es durchaus noch höhere Wesenheiten, die auf ihn einwirkten. Vorzugsweise waren es die Kräfte der bereits aus der Erde herausgegangenen Sonne, die so auf die Erdatmosphäre wirkten, daß dieses Organ angeregt wurde. Dagegen wurde durch die Mondkräfte - vor und nach dem Hinausgehen des Mondes - ein anderes Organ besonders angeregt; es sitzt an einer anderen Stelle des Gehirns und wird gewöhnlich die Schleimdrüse genannt. Es ist das ein Organ, dem heute keine rechte Aufgabe zukommt. Die Schleimdrüse war früher der Regulator der niederen Verrichtungen, der Ernährungs- und Atmungsvorgänge, die damals noch eines waren. Damit hing alles das zusammen, was von diesem Organ aus reguliert wurde: die inneren Kräfte des Menschen, wodurch er sich aufblasen, sich die verschiedensten Gestalten geben konnte -, alles was in seiner Gestalt in seine Willkür gegeben war, das hing zusammen mit diesem Organ, mit der Schleimdrüse; das, was weniger willkürlich war, hing von dem anderen Organ ab, von der Zirbeldrüse." (Lit.: GA 105, S. 116f)

Bei den Menschen der atlantischen Zeit ragte der Ätherkopf noch weit über den physischen Kopf hinaus. Dieser Ätherkopf hate ein besonderes Wahrnehmungszentrum. Im Laufe der Entwicklung zog sich der Ätherkopf, und damit auch dieses Wahrnehmungszentrum, immer mehr in den physischen Kopf zurück. Jetzt haben wir an dem entsprechenden Punkt mit der Zirbeldrüse das Organ, dessen weitere Entwicklung den Menschen wieder die Hellsichtigkeit zurückgeben wird.

Bei Durchgang durch das Leben zwischen Tod und Wiedergeburt wandelt sich kräftemäßig das Herz der vorangegangenen Inkarnation in die Zirbeldrüse der folgenden Inkarnation um.

Die Zirbeldrüse spielt heute während des irdischen Lebens eine wesentliche Rolle bei der Gedächtnisbildung.

Die künftige Bedeutung der Zirberdrüse für die Erneuerung des verbrauchten Blutes

"Der gewöhnliche Atmungsprozeß ist ein Töten mit der Luft, die ausgeatmet wird.

Mensch
Tier
  Pflanze
atmet aus Kohlensäure
atmet ein Sauerstoff.
atmet aus Sauerstoff, atmet ein
Kohlensäure, und baut sich aus
Kohlenstoff ihren Körper auf.

Dies ist der Kreislauf zwischen animalischem und Pflanzenleben, zwischen Mensch, Tier und Pflanze. Der Mensch atmet Sauerstoff ein und baut sich davon seinen Körper, seine richtige Blutsbeschaffenheit auf. Der rhythmische Atmungsprozeß nun muß derjenige sein, der den Tötungsprozeß nach und nach verändern soll, das überwinden, was als Steinkohle, als Leichnam der Pflanzen, in der Erde liegt. Wir wollen einmal den menschlichen und den Pflanzenleichnam als ein Ganzes betrachten. Diesen selben Prozeß, den heute der Mensch mit Hilfe der Pflanze vollzieht in der Einatmung und der Ausatmung, diesen Aufbau wird er in Zukunft in sich selbst vollziehen. Wenn der Mensch imstande sein wird, aus Kohlenstoff seinen eigenen Leib aufzubauen, dann hat er seinen Zukunftszustand erreicht. Der Kohlenstoff, die Kohle entspricht dem, was die okkulte Literatur den Stein der Weisen, lapis philosophorum, nannte. Wer die Rosenkreuzerei kennt, der weiß, was der Ausspruch bedeutet, daß der Mensch sich aus Kohlenstoff einen durchsichtigen Körper aufbauen wird, gleich dem aus der Kohle sich bildenden Diamanten. Das wird geschehen.

In der Zukunft wird der Mensch imstande sein, sein blaues Blut durch die Lymphdrüsen, die dann eine sehr wichtige Rolle spielen werden, umzubilden, und sich damit, wie jetzt mit dem brauchbaren roten Blut, seinen Körper zu gestalten. Die Zirbeldrüse wird in der Zukunft ein innerlicher Apparat sein für den Prozeß der Umwandlung des verbrauchten Blutes in brauchbares Blut.

Eng damit verknüpft ist die Rhythmisierung des Atmens. Der Atmungsprozeß birgt daher die zukünftige Umgestaltung des menschlichen Organismus." (Lit.: GA 094, S. 279f)

Gehirnsand - Ich-Bewusstsein - Geistesmensch

Hauptartikel: Gehirnsand

Die Zirbeldrüse sondert in kleinen Mengen kristalline Calcium- und Magnesiumsalze ab, den sog. Gehirnsand. Rudolf Steiner hat auf die Bedeutung dieses Gehirnssands für die Ausbildung des Ich-Bewusstseins und des höchsten geistigen Wesensgliedes, des Geistesmenschen (Atma) hingewiesen.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Kosmogonie, GA 94 (1979), München, 4. November 1906
  2. Rudolf Steiner: Welt, Erde und Mensch, GA 105 (1983), Siebenter Vortrag, Stuttgart, 11. August 1908
  3. Rick Strassman: DMT - Das Molekül des Bewusstseins: Zur Biologie von Nahtod-Erfahrungen und mystischen Erlebnissen, At-Verlag 2004, ISBN 3855029679 / ISBN 0892819278 [englisch]
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