GA 128

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Eine okkulte Physiologie

Neun Vorträge, Prag 20. bis 28. März 1911, mit einem Sondervortrag vom 28. März 1911 (Zyklus OP)

Rudolf Steiner charakterisiert die Aufgabe dieses Vortragszyklus selbst wie folgt: «Man nennt ja die Lehre von den Lebensvorgängen des Menschen ‹Physiologie›. Diese Lehre soll hier nicht in der Weise betrachtet werden, wie es in der äußeren Wissenschaft geschieht, sondern so, wie sie dem geistigen Auge sich darbietet, so daß wir von den äußeren Gestaltungen des Menschen, von der Form und den Lebensvorgängen seiner Organe immer hinblicken auf die geistige, übersinnliche Grundlage der Organe, der Lebensformen, der Lebensprozesse.

Inhalt

Erster Vortrag, Prag, 20. März 1911

Zur Erkenntnis des menschlichen Wesens ist Ehrfurcht vor der menschlichen Natur als einer Offenbarung des Weltengeistes nötig. Die Darlegungen sind von seiten des Geistesforschers gemacht. Die Zweiheit des Menschen seiner Form und Gestalt nach. Gehirn und Rückenmark im Verhältnis zum Knochensystem. Wirbeltheorie des Schädels von Oken und Goethe. Umwandlungen im Gebiete von Gehirn und Rückenmark; Hirn ist umgewandeltes Rückenmark, älter als dieses. Gehirn: waches, überlegendes Denken. Rückenmark: traumähnlich, überlegungslos funktionierend. Das im Gehirn verborgene Rückenmark. Die Aura von Gehirn und Rückenmark.

Zweiter Vortrag, 21. März 1911

Das andere Glied der menschlichen Zweiheit, der Ernährungsapparat: System der Stoffverarbeitung. Lymphsystem, Blutgefäßsystem, Herz, oberer, Gehirn und Sinnesorgane umschließender, unterer, Milz, Leber und Galle umfassender Kreislauf. Veränderung des Blutes durch die Sinneseindrücke und durch die Tätigkeit von Milz, Leber, Galle als zu Organen verdichteten Weltprozessen: Saturn, Jupiter und Mars. Nervensystem: Werkzeug des Astralleibes, Blut: Werkzeug des Ich. Nervensystem differenziert, Blut einheitlich. Verhältnis der äußeren Eindrücke und der Seelenereignisse auf Blut und Ich. Unmittelbare Wirkung der Nerven auf das Ich. Abtrennung der Nervenwirkung vom Blut durch innere Konzentrationsübungen; Ausschalten des Blutes durch Zurückwerfen der Nerventätigkeit ins Innere.

Dritter Vortrag, 22. März 1911

Folgen der seelischen Konzentrationsübungen. Wirkung der Sinneswelt und der inneren Organwelt auf das Blut. Das sympathische Nervensystem als Vermittler der Wirkungen der inneren Welt, das Gehirn- und Rückenmark-Nervensystem derjenige der äußeren Welt. Mystische Versenkung in das eigene Innere schafft stärkere Verbindung zwischen Blut und sympathischem Nervensystem. Wesen der mystischen Versenkung. Rhythmisierende Funktion der Milz führt zum inneren Eigenrhythmus. Saturnwirkung im Kosmos. Notwendigkeit des wieder in Einklangbringens der Eigenrhythmen mit den Weltenrhythmen; die Kronossage. Physiologische Bedeutung von Mythenbildern.

Vierter Vortrag, 23. März 1911

Milz. Organe als Ausdruck von geistigen Wirkungen. Umrhythmisierung der Nahrung und ihre Anpassung an die menschliche Organisation durch Milz, Leber, Galle. Beziehung zur Außenwelt durch Atmung und Blut. Begegnung dieser zwei Weltenkraftssysteme im Herzen. Harmonisierung der Systeme durch das Nierensystem. Herz und Blutsystem als Mitte des Organismus. Das innere Weltsystem und das Blut als Werkzeug des Ich. Beziehungen des Ich zu Atmung und Wahrnehmung. Verhältnis der immateriellen zu den materiellen Prozessen. Überleitung der Seelenerlebnisse auf den Ätherleib. Bildung der Gedächtnisvorstellungen. Bedeutung von Epiphyse und Hypophyse.

Fünfter Vortrag, 24. März 1911

Über Wesen und Begriff des Organs; der übersinnliche Organismus. Betrachtung des Ätherleibes und der Wirkungen des Astralleibes und des Ich. Unterschiede in den Zusammenwirkungen der Kraftsysteme. Der physische Leib als Kraftsystem. Der Begriff des Gesamtorgans. Das Widerstandfinden als Anlaß zur Selbstwahrnehmung; das Absondern als ein inneres Widerstandfinden. Das Erleben des Ich durch Veränderung des Blutes. Die Gestalt des Menschen und die menschlichen Fähigkeiten. Die hautbildenden, von innen nach außen dringenden, formbildenden Kräfte. Widerstand gegen die durch Nahrung aufgenommenen Stoffe durch Umänderung von deren Regsamkeit: Bewegungskräfte. Gegensatz von Gehirn-Rückenmark-Nervensystem und sympathischem Nervensystem: Funktion von Epiphyse und Hypophyse.

Sechster Vortrag, 26. März 1911

Die Haut als Ausdruck des Ich und das menschliche Bewußtsein. Das Blutsystem als das Ich in die ganze Organisation tragend. Unterschied zwischen Lebensprozeß und dem Stoffumlagerungsvorgang. Das Sich-Gewahrwerden des Organismus durch die Absonderung der Stoffe in das Innere des Organismus. Organisationskräfte des menschlichen Leibes als Gesetze zur Gestaltung des Blutkreislaufes; Einfügung der Organe in denselben. Das Blutsystem als das durch Ich-Erlebnisse bestimmbarste System unter den Organen. Das Knochensystem, die älteste Art des Ernährungsprozesses in der Entwicklung. Die Unbestimmbarkeit des Knochensystems; Blutsystem im Gegensatz dazu. Knochensystem: im Sinne des Ich wirkend, aber von ihm unbestimmbar. Blutsystem: Ich-Prozesse regsam aufnehmend. Zur Phrenologie.

Siebenter Vortrag, 27. März 1911

Blut als Werkzeug des Ich. Gehirn-Rückenmark-Nervensystem: bewußtes Leben. Sympathisches Nervensystem: zurückhalten des Bewußtseins vom Leben des inneren Weltsystems. Knochensystem, menschliche Form für das Ich-Leben; Unabhängigkeit des Inneren von Außenwelt, Konstanz und Unabhängigkeit der Blutwärme. Materielle Vorgänge durch alle Prozesse des Seelenlebens: Denkvorgang, Fühlen, Willensprozeß. Bewußte und unbewußte Ich-Organisation: Knochensystem und Ich. Das innere Weltsystem und der Astralleib. Die zwei grundlegenden Vorgänge des Denkens. Knochensystem und Salzablagerung. Gefühlsprozesse und Quellungsvorgänge. Willensvorgänge und Erwärmungsprozesse. Das Blut als das unabhängigste Organsystem und als Schützer der anderen Organsysteme. Die roten Blutkörperchen. Eigentümlichkeit des Blutes. Therapeutische Ausblicke.

Achter Vortrag, 28. März 1911

Das übersinnliche Kraftsystem: die menschliche Form. Eingliederung der Nahrungsstoffe in den Lebensprozeß; Umwandlung derselben durch das innere Weltsystem. Das allem Organbilden zugrundeliegende Gewebe: Pflanzenprozeß. Vom Leben zum Erleben: Absonderung ins Lymphsystem ergibt dumpfes Bewußtsein. Ich-Bewußtsein durch Aufschließen nach außen. Ich, Blut, Gallenbildungsprozeß dem Ernährungsstrom begegnend. Herz sich aufschließend nach außen durch Lunge. Absonderung von Kohlensäure und von den harnfähigen Substanzen. Herz als Mittelpunktsorgan. Planetensystem und inneres Weltsystem; Metalle und Organe. Salze und leicht oxydierbare Stoffe als regulierende Mittel. Wirksamkeit pflanzlicher Stoffe. Umwandlung früherer in spätere Organformen; auf- und absteigende Entwicklung. Bedeutung des weiblichen und des männlichen Anteils, an der Entstehung des Menschenbildes. Verwandlung der Organtätigkeit durch das Blut bis zum Erwärmungsprozeß, unter dessen Einfluß bis zum Mitgefühl. Verwandlung der Wärme in Mitgefühl als Erdenmission.

Sondervortrag, 28. März 1911

Aphorismen über die Beziehung von Theosophie und Philosophie Eine Betrachtung zu den Vorträgen über «Okkulte Physiologie» Die Notwendigkeit präziser philosophischer Formulierungen. Während sich die heutige Philosophie im Abstrakten bewegt, schlägt die Theosophie eine Brücke vom Geistigen zum Tatsächlichen. Begriffe, die an der äußeren Wahrnehmung gebildet werden, müssen sich mit den Begriffen die aus der geistig-übersinnlichen Wahrnehmung gewonnen werden, auf dem Begriffsfelde treffen. Der Bezug des Bewußtseinsinhaltes zur Realität. Das Ich ist umfassender als die Sphäre der Subjektivität. Der Satz, es könne nichts von dem Transsubjektiven in das Subjektive hineinkommen, hat nur eine begrenzte Geltung. Maskierter Materialismus in der konventionellen Erkenntnistheorie. Die Pflicht zum Erkennen.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Eine okkulte Physiologie, GA 128 (1991), ISBN 3-7274-1281-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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