Achte Sphäre

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Die achte Sphäre, über die Rudolf Steiner in verschiedenen Zusammenhängen gesprochen hat, ist von entscheidender Bedeutung für die Erd- und Menschheitsentwicklung. Sie ist begrifflich nicht leicht zu fassen, denn sie bezeichnet einerseits die Sphäre des irdischen Wirkens der Schöpfergötter, der Elohim, andererseits ist sie aber geradezu identisch mit dem, was in den verschiedenen religiösen Überlieferungen als die «Hölle» schlechthin genannt wird.


Inhaltsverzeichnis

Die achte Sphäre und die planetarischen Weltentwicklungsstufen

Allein ein Blick auf die geistigen Hintergründe der Menschheitsentwicklung kann klärendes Licht auf das Rätsel der achten Sphäre werfen. Der Mensch hat sich durch die aufeinanderfolgenden planetarischen Weltensphären Saturn, Sonne und Mond entwickelt und steht gegenwärtig auf der Erde in seiner 4. Entwicklungsstufe. Man darf sich diese Sphären aber nicht bloß nacheinander denken, sondern ihre Evolutionsweisen und ihre Entwicklungsfrüchte durchdringen sich in der gegenwärtigen Zeit. Es gibt Wesen, die heute auf der Saturnstufe stehen, es gibt solche, die jetzt die Sonnenentwicklung durchmachen usw. Sogar der Mensch selbst steht mit Teilen seines Wesens auch heute noch in diesen Sphären, wir tragen einen Saturnmenschen, einen Sonnenmenschen und einen Mondenmenschen in uns. Die über den Menschen hinausragenden, aber mit ihm in Verbindung stehenden geistigen Hierarchien wirken jetzt bereits in höheren Sphären, die der Mensch erst künftig durch seine Fähigkeitserweiterungen erringen wird. Trotzdem kann man sagen, daß der Mensch gemäß seiner Gesamtanlage auch heute schon, aber keimhaft Anteil an diesen Sphären hat:

Angeloi 5. Sphäre (Jupiter)
Archangeloi 6. Sphäre (Venus)
Archai 7. Sphäre (Vulkan)
Exusiai 8. Sphäre

Jede dieser Entwicklungsstufen ist mit einem bestimmten Bewusstseinszustand verbunden. In der 4. Sphäre lebt der Mensch auf der mineralisch festen Erde, die er mit seinen Sinnen wahrnimmt und mit seinem äußeren Denken umspannt. Und nur diese Weltensphäre ist überhaupt sinnlich wahrnehmbar - alle anderen Sphären sind nur einer höheren Erkenntnis zugänglich. Die gegenständlich-sinnliche Wahrnehmung und der damit verbundene Intellekt sind die Basis für das Selbstbewusstsein und die Freiheit des Menschen.

In der sinnlichen Welt lebt der Mensch eigentlich nur durch seinen Kopf. Und nur der Kopf entstammt der geraden Entwicklungslinie durch die der Mensch jetzt auf der 4. Entwicklungsstufe steht. Die Sinne selbst wurden bereits auf dem alten Saturn veranlagt. Der Kopf verweist uns auf die Vergangenheit. Das gilt im Kleinen, indem der Kopf in seiner Form auf die vorige Inkarnation verweist, und das gilt im Großen, indem er durch die planetarischen Entwicklungsstufen hindurchgegangen ist. Wenn man, wie es heute üblich geworden ist, von einer Abstammung des Menschen vom Tier spricht, dann ist das - allerdings auch nur in sehr eingeschränktem Sinn - für unseren Kopf gültig, nicht für unseren restlichen Organismus. Mit dieser Sphäre hat Michael zunächst nicht unmittelbar etwas zu tun, der Kopf ist die Domäne Luzifers. Durch Luzifer wurden unsere Sinne aufgetan, er hat uns die Freiheit gebracht und die Erkenntnis des Guten und des Bösen.

Anders ist es mit dem restlichen Menschen, mit der Brust- und Gliedmaßenentwicklung. Namentlich die Gliedmaßen sind erst mit der Erdentwicklung ganz neu hinzugekommen. Darin wirken vornehmlich die Geister der Form (Exusiai, Elohim), die eigentlichen Schöpfergötter unserer Erde, die ihrerseits bereits in der 8. Sphäre wirken. Und so leben wir eigentlich nur mit dem Kopf in der 4. Sphäre, mit dem restlichen Organismus leben wir in der 8. Sphäre. Wir waten eigentlich, bildlich gesprochen, mit unserem ganzen unteren Organismus in der 8. Sphäre wie in einem Meer, aus dem nur der Kopf herausragt.

Dass Luzifer in unseren Köpfen waltet ist eine Tat Michaels. Er hat die geistige Welt von den luziferischen Mächten befreit und den Drachen auf die Erde gestürzt - in unsere Köpfe. Das ist der Sturz der Geister des Lichts, des luziferischen Drachens.

In der 4. Sphäre, also in unserer eigentlichen Erdenwelt, leben wir gemeinsam mit Luzifer. Er bringt uns die Weisheit und alle unsere sinnliche Tages-Erkenntnis hat luziferischen Charakter und kann uns über die eigentliche göttliche Welt keine Auskunft geben. Luzifer will uns so wie wir jetzt sind - mit all unseren Unvollkommenheiten - vergeistigen. Er will uns über unseren Kopf hinaus von der Erde wegheben in seine Weisheitssphäre, der aber die Liebe mangelt.

Der untere Mensch sollte ein Abbild der höheren Hierarchien sein. Er sollte auf der Erde leben, um hier seinen Entwicklungsweg zu gehen, aber in einer ganz feinen ätherischen Leiblichkeit. Infolge des luziferischen Einschlags wurde der Leib bis zur sinnlichen Sichtbarkeit verdichtet - und zwar zum Heil der Menschen. Zu diesem Zweck wurde der Mond aus der Erde herausgezogen, und die achte Sphäre liefert jene Anziehungskräfte, die den Mond in einer bestimmten Nähe zur Erde festhalten. Das sind aber zugleich die Kräfte, die den Menschen vor einer zu frühen Vergeistigung durch Luzifer bewahren. In diesem Sinn ist die achte Sphäre das Gegengewicht zu Luzifer. Sie gibt dem Menschen mehr Schwere und Erdverbundenheit, sie bindet ihn an seinen unteren Organismus, an Fleisch und Blut - namentlich durch die Fortpflanzungskräfte, durch die sinnlich-irdische Liebe. Und so ist das Gebot Jahves: Seid fruchtbar und mehret euch! Bis zum Mysterium von Golgatha geht es um die Fleischwerdung des Geistes:

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns (Joh 1,14)

"Die achte Sphäre besteht ja darinnen, in einem ihrer Aspekte, daß der Mensch einen solchen Zug und Hang bekommt zu seiner niedrigen Natur, daß Luzifer nicht die höhere Natur aus dieser niederen Natur herausholen kann. Jedesmal, wenn Luzifer in alten Zeiten wiederum seine Anstrengungen gemacht hat, die Menschen zu vergeistigen, da waren die Menschen zu sehr gewöhnt an das Fleisch, um zu folgen dem Luzifer. Hätten sie nicht den Hang gehabt zum Fleische, zu der physischen Natur, sie wären dem Luzifer gefolgt. Sehen Sie, das ist eines der großen Geheimnisse des Weltendaseins, daß eigentlich ein Göttliches eingepflanzt worden ist der menschlichen Natur, damit diese menschliche Natur gleichsam größere Schwere hat, als sie gehabt hätte, wenn dieses Göttliche nicht eingepflanzt worden wäre, das Göttlich-Notwendige. Wenn es nicht eingepflanzt worden wäre, hätten die menschlichen Seelen dem Luzifer Folge geleistet. Wenn wir zurückgehen in alte Zeiten, finden wir überall, daß die Religionen es darauf anlegen, daß die Menschen verehren dasjenige, was irdisch ist, was irdischen Zusammenhang gibt, was in Fleisch und Blut lebt, damit der Mensch schwer genug ist, nicht hinausgeführt zu werden in das Weltenall. Und da für solche Dinge, wo es sich schon um das Menschliche und Kosmische gemeinschaftlich handelt, nicht nur eine irdische Einrichtung da ist, sondern auch überall die kosmische Einrichtung da sein muß, so geschah dasjenige, was Sie ja auch in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» dargestellt finden; es geschah das, daß in einer gewissen Zeit, wie Sie wissen, nicht nur die Erde gestaltet wurde und die Erde in ihrer Bahn um die Sonne herumging, sondern daß die Erde als ihren Trabanten den Mond bekam. Was heißt denn das: die Erde bekommt den Mond als Trabanten? Die Erde bekommt den Mond als Trabanten heißt nichts anderes als: die Erde bekam eine Kraft, durch welche sie den Mond in ihrer Nähe halten kann, ihn anziehen kann. Würde die Erde diese Kraft zum Anziehen des Mondes nicht haben, dann würde das geistige Korrelat dieser Kraft auch nicht den Menschen an seine niedere Natur fesseln; denn von dem Geistigen aus gesehen ist dieselbe Kraft, die den Menschen an seine niedere Natur fesselt, diejenige Kraft, mit welcher die Erde den Mond anzieht. So daß man sagen kann: Der Mond ist in das Weltenall gesetzt als Gegner des Luzifer, um das Luziferische zu verhindern." (Lit.: GA 172, S 207f)

Diese positive Bedeutung der Mondenkräfte unter Leitung Jahves und ihr Verhältnis zur achten Sphäre wurde als Folge der irrigen Darstellung von A.P. Sinnett in theosophischen Kreisen vielfach verkannt und ins Gegenteil verzerrt, woraus eine Ablehnung Jahves und in der Folge auch eine tendentiell achristliche Haltung resultierte, auf die Rudolf Steiner sehr deutlich hingewiesen hat. (Lit.: GA 254)

Die göttliche Welt offenbart sich nur aus unserem unteren Organismus. Das war zunächst eine Nacht-Erkenntnis, denn nur der Kopf hat das wache Tagesbewusstsein. Jahve sprach zu den Menschen in Träumen und traumartigen Visionen, zu denen die Menschen durch Michael - das Antlitz Jahves - geführt wurden. So bei Moses, so bei den Propheten. Das ist die erste Michael-Offenbarung, zu der auch der Sturz des Drachen gehört.

Heute müssen wir allerdings lernen, die Erkenntnis der göttlichen Welt mit dem tagwachen Selbstbewusstsein zu verbinden. Der Führer zu diesem neuen Geistbewusstsein ist wieder Michael. Die rechte Pflege der Gedächtniskraft kann dabei hilfreich sein. Darauf weisen die Worte des Christus beim letzten Abendmahl: "Dies tut zu meinem Angedenken". Durch das Gedächtnis tragen wir die sinnlichen Erfahrungen, die wir mit unserem Kopf machen, in die Tiefe des restlichen Organismus hinunter, wo sie durch die göttlich-geistigen Kräfte neu belebt werden, und holen sie so verwandelt in der Erinnerung wieder in das helle Tagesbewusstsein herauf. So gestärkt durch die Michael-Christus-Kraft, darf der Mensch seiner Vergeistigung entgegengehen:

"Die Fleischwerdung des Wortes ist die erste Michael-Offenbarung, die Geistwerdung des Fleisches muss die zweite Michael-Offenbarung sein." (Lit.: GA 194, S 44)

Die achte Sphäre als Ort der Verdammnis

Damit kommt aber auch der 8. Sphäre eine völlig neue Bedeutung zu. Sie wird zu einem entscheidenden Hemmschuh der Entwicklung, wenn sie jetzt noch in alter Weise weiterwirkt. In der Tiefe der achten Sphäre lauern neue Gefahren und sie zeigen sich ganz besonders seit der Zeit der zweiten Michael-Offenbarung, nach dem Sturz der Geister der Finsternis, immer deutlicher. Hier entfaltet nämlich Ahriman schon lange verborgen seine Wirkungen als Widersacher der rechtmäßigen göttlich-geistigen Wesen. Hier will er sich sein eigenes unterirdisches Reich schaffen, das sich aus der regelrechten Weltentwicklung ausgliedert und in das er möglichst viele Menschenseelen hineinziehen möchte. Hier ist zwar nicht die Gluthölle Luzifers, aber hier entsteht die finstere eisige Unterwelt, das Reich der ahrimanischen Schatten, die wahre, die eigentliche «Hölle» als Ort ewiger Verdammnis, von der viele religiöse Überlieferungen sprechen.

So wie in gewissem Sinn unser heutiger Mond die zurückgelassene Schlacke des alten Mondendaseins ist, in dem sich all jene Kräfte verdichteten, die die weitere reguläre Entwicklung zum gegenwärtigen Erdendasein nicht mehr mitmachen konnten, so wird ähnlich auch von unserer Erdenentwicklung eine Schlacke zurückbleiben, die aus der fortschreitenden Entwicklung herausfällt, und genau das bereitet sich heute schon in Form der achten Sphäre vor, die von den ahrimanischen Mächten durchdrungen ist.

Sehr klar muss festgehalten werden, dass unser heutiger Mond keineswegs identisch mit der achten Sphäre ist, wie das in theosophischen Kreisen fälschlich behauptet wurde, sondern gerade das notwendige heilsame Gegengewicht zu der von ahrimanischen Kräften durchdrungenen 8. Sphäre bildet (-> siehe unten). (Lit.: GA 254)

"Nun kann aber ein Wesen verwachsen mit dem, was eigentlich als Schlacke zurückbleiben soll. Es muß von der Erde etwas zurückbleiben, was später das sein soll, was heute der Mond ist. Das muß der Mensch überwinden. Aber der Mensch kann das gern haben, dann verbindet er sich damit. Ein Mensch, der tief verwoben ist mit dem bloß Sinnlichen, dem bloß Triebhaften, der verbindet sich immer mehr mit dem, was Schlacke werden soll. Das wird dann sein, wenn die Zahl 666 erfüllt sein wird, die Zahl des Tieres. Dann kommt der Moment, wo sich die Erde herausbewegen muß aus der fortlaufenden Evolution der Planeten. Wenn dann der Mensch sich zu sehr verwandt gemacht hat mit den sinnlichen Kräften, die heraus sollen, dann geht das, was damit verwandt ist und nicht den Anschluß gefunden hat, um zum nächsten Globus hinüberzugehen, mit der Schlacke mit und wird Bewohner dieser Schlacke, so wie jetzt solche Wesen Bewohner des heutigen Mondes sind.

Da haben wir den Begriff von der achten Sphäre. Der Mensch muß durch sieben Sphären hindurchgehen. Die sieben Planeten entsprechen den sieben Körpern:

  • Der Saturn entspricht dem physischen Körper
  • Die Sonne entspricht dem Ätherkörper
  • Der Mond entspricht dem Astralkörper
  • Die Erde entspricht dem Ich
  • Der Jupiter entspricht dem Manas
  • Die Venus entspricht der Buddhi
  • Der Vulkan entspricht dem Atma.

Daneben gibt es eine achte Sphäre, wo alles dasjenige hingeht, was sich nicht dieser fortlaufenden Entwickelung anschließen kann. Das bildet sich in der Anlage auch schon im devachanischen Zustande. Wenn der Mensch das Leben auf der Erde nur dazu benützt, zu sammeln, was ihm allein dient, um nur eine Erhöhung seines eigenen egoistischen Selbstes zu erfahren, so führt das im Devachan in den Zustand des Avitchi. Der Mensch, der nicht aus der Sonderheit heraus kann, kommt nach Avitchi. Alle diese Avitchi-Menschen werden einmal Bewohner der achten Sphäre. Avitchi ist die Vorbereitung zur achten Sphäre. Die anderen Menschen werden Bewohner der fortlaufenden Evolutionskette. Die Religionen haben aus diesem Begriffe die «Hölle» formuliert." (Lit.: GA 93a, S 112)

Die achte Sphäre als Schlacke der Mineralwelt

"In der ersten Hälfte der vierten Runde erwirbt der Mensch erst die Fähigkeit, seine Sinne zu dem Mineralreich in Beziehung zu setzen; in der zweiten Hälfte der vierten Runde erlöst er das Mineralreich. Aber ein Teil desselben bleibt zurück, wird ausgeschieden, da er für den Menschen nicht mehr brauchbar ist. Das bildet die sogenannte achte Sphäre, die für die Menschenentwicklung nicht mehr brauchbar ist, sondern nur für höhergeartete Wesenheiten. Diesen kann sie später als Material dienen, wenn sie zu Weitenstaub aufgelöst und zur Neubildung von anderen Welten verwendet wird. Es wird einbezogen in andere Entwicklungsströme, der Mensch kann es nicht in sich einbeziehen." (Lit.: GA 89, S 152)

Achte Sphäre und Buddhi-Plan

Alles, was aus der regulären Entwicklung der siebengliedrigen Planetenkette herausgeworfen werden musste, wird zum Weltenstaub, als einem Ort der Verbannung, der erst wieder mit dem Beginn einer völlig neuen Evolutionsreihe durch das schöpferische Bewusstsein des ersten Logos, wenn es durch die achte Sphäre hindurchgeht und dabei zur schöpferischen Naturkraft wird, aufgelöst werden kann und dann als unterstes Wesen in der neuen Evolution mitgenommen wird.

Die 7 Plane und die achte Sphäre.

"Der Budhiplan ist die absolute, liebevolle Hingabe an das Göttliche. Es hat zu seinem Gegenteil die absolute Abkehr von allem Göttlichen. Hat der Budhiplan etwas Beseligendes, so sein Gegenteil die absolute Unseligkeit. Das ist der achte Plan, die achte Sphäre.

Man denke sich, irgendein Wesen hätte sich auf irgendeinem Plan in der Evolution von der Entwicklung abgekehrt, wäre eigene Wege gegangen, dann fiele es in die achte Sphäre und müßte dort warten, bis die ganze Entwicklung herumgegangen ist. Es könnte erst bei der nächsten Evolution wieder mitgenommen werden als unterstes Wesen. In dieser kosmischen Windrose kommen die Gegenteile gut zum Ausdruck. - Wenn wir auf dem Nirvanaplan angelangt sind, ist das Wesen an dem Punkt angelangt, daß sein Atma ganz nach außen liegt. Wir haben es dann zu tun mit einem solchen Logos, den wir als die Sieben bezeichnet haben. Es sind die sieben schöpferischen Geister, deshalb haben wir auch sieben verschiedene Rassen, [die sogenannten Wurzelrassen mit ihren je sieben Unterrassen].

Die sieben verschiedenen Geister gehören dem Nirvanaplan an. Wenn wir dann den Paranirvanaplan und den Mahaparanirvanaplan durchlaufen, kommen wir zum ersten und zweiten Logos selbst. Auf dem Paranirvanaplan entsteht der zweite Logos und auf dem Mahaparanirvanaplan der erste Logos. Auf dem Nirvanaplan wird das Weltsystem von den 7 mal 3 = 21 Prajapatis vollendet. Der letzte von ihnen ist abc, der dritte Logos selbst. Erst der erste Logos kann das, was in die achte Sphäre gefallen ist, wieder mitnehmen. Er nimmt es mit mit dem Weltenstaub. Hinaufgeworfen werden aus der Entwicklung heißt sein Leben verketten mit etwas, was unbedingt zurückbleibt, und darin warten, bis die Evolution wieder auf den betreffenden Zustand trifft. Ein Wilder, der von der Seele eines Wilden bewohnt wird, ist relativ glücklich; aber denken Sie sich ein entwickeltes Wesen im Körper eines Wilden oder eines Hundes, dann ist es in der Tat Verbannung. Die höhere Seele ist den Weg in eine niedere Manifestation gegangen. Tatsächlich heißt «in die achte Sphäre gehen»: nicht mit der Evolution fortschreiten, nicht mitmachen zu können die Entwicklung der andern, sondern auf niedere Stufe zurückgeworfen zu werden.

Das Bewußtsein ist zuerst ein Erkenntnisbewußtsein bis zum Nirvanaplan. Vom Nirvanaplan an ist es nicht mehr ein bloßes Erfassen, sondern ein innerliches Schaffen. Auf dem Paranirvanaplan ist es ein Schaffen nach außen. Auf dem Mahaparanirvanaplan ist es das schöpferische Bewußtsein des Logos. Von da geht das Bewußtsein des Logos durch die achte Sphäre auf den physischen Plan über und wird dort zu schöpferischen Naturkräften. In Wahrheit sind sie der Ausdruck göttlicher Gedanken, die uns als Kräfte erscheinen, weil wir sie nicht überschauen." (Lit.: GA 89, S 202ff)

Die achte Sphäre, Ahriman und die Asuras

Ahriman wirkt aus der achten Sphäre und versucht in die Wunsch- und Willensnatur des Menschen den Egoismus, das bloß persönliche Interesse, hineinzutragen und impft dadurch dem Organismus die Todeskräfte ein. (Lit.: GA 194, S 45ff)

In engem Zusammenhang mit der achten Sphäre stehen auch die Asuras. Die Asuras, die schon auf dem alten Saturn ihr Entwicklungsziel verfehlt haben

"sind die Wesenheiten, die der achten Sphäre zustreben. Sie wollen die Materie immer mehr verdichten, zusammenpressen, so dass sie nicht wiederum vergeistigt, d. h. ihrem Urzustand zugeführt werden kann. Sie sind der Bodensatz der ganzen Planetenentwicklung..." (Lit.: GA 266/1, S 205)

Tiere und Pflanzen mit einer Beziehung zur achten Sphäre

Tiere mit verhorntem Außenskelett, wie Käfer und Spinnen, haben eine Beziehung zur achten Sphäre und unter den Pflanzen insbesonders die Mistel.

"Über die Entwicklung hinausgestoßen sind zum Beispiel die Tiere, die ein Skelett außen tragen, die eingehüllt sind in ihr Skelett. Ihre Innenentwicklung hat sich aufgelöst, und von außen umgeben sie sich mit einer Hornschicht (Käfer, Kerbtiere). Sie bereiten sich vor für das Abfluten in die achte Sphäre. Der alte Mond hat auch eine achte Sphäre gehabt, einen Nebenmond. Diese Wesen sind damals fertig geworden, sie sind über ihre Entwicklung hinausgegangen und sind jetzt gleich einer überreifen Frucht. In die achte Sphäre gehören zum Beispiel die Spinnen, und unter den Pflanzen die Mistel. Das Reich der Spinnen und Fliegen schreibt Goethe deshalb dem Mephisto zu." (Lit.: GA 89, S 134)

Der Zusammenhang zwischen achter Sphäre und Mondensphäre

"Über die sogenannte achte Sphäre zu sprechen, über welche Mr. Sinnett eigentlich zuerst, man darf nicht sagen, Mitteilungen gemacht hat, denn die Mitteilungen waren eben in einen Irrtum getaucht, sondern deren er Erwähnung getan hat, über diese achte Sphäre zu sprechen, ist eigentlich recht schwierig. Und Sie können die Gründe leicht einsehen, warum es schwierig ist, darüber zu sprechen; denn auch da muß wieder gesagt werden: Unsere Sprache ist selbstverständlich für die äußere Sinnenwelt geschaffen, und in dieser äußeren Sinnenwelt wurde diese achte Sphäre so lange als ein Geheimnis betrachtet, bis Mr. Sinnett ihrer Erwähnung tat.

Daher sind selbstverständlich nicht viele Worte geprägt, die man für eine Charakteristik dieser achten Sphäre leicht anwenden könnte. Auch daraus wird es Ihnen klar sein, was das Sprechen über die achte Sphäre bedeutet, da man ja so lange vermieden hat, über diese achte Sphäre zu sprechen. Sie werden also auch das, was ich heute aphoristisch zu sagen habe, als eine Art vorläufiger Auseinandersetzung aufnehmen müssen, als das Hinwerfen von ein paar Charakteristiken, die zunächst nur wenig über die Sache geben können. Es werden sich aber hoffentlich Gelegenheiten finden, noch weiter darüber zu sprechen. Ich werde versuchen, auf Grundlage dessen, was ich gestern und teilweise auch früher erörtert habe, eine Charakteristik über diese achte Sphäre zu geben, damit wir darauf fußen können und einiges zu sagen vermögen über die Entwickelung der spirituellen Bewegung im 19. und im Beginne des 20. Jahrhunderts.

Das werden Sie schon ersehen haben aus den gestrigen Auseinandersetzungen, daß die achte Sphäre nicht etwas sein kann, was innerhalb der sinnlichen Welt lebt, denn ich habe es gerade als das am meisten Irrtümliche an der Sinnettschen Behauptung hingestellt, daß der äußere physische Mond irgend etwas Direktes mit der achten Sphäre zu tun haben soll, daß er unmittelbar etwas damit zu tun haben soll. Und ich habe versucht, begreiflich zu machen, daß gerade das Materialistische,gerade der Umstand, daß damit auf etwas Materiell-Physisches hingewiesen wurde, die Grundlage des Irrtums eigentlich bildet.

Daraus werden Sie schon, wenn auch nicht entnehmen, so doch ahnen können, daß dasjenige, was man die achte Sphäre nennt, unmittelbar nichts mit etwas zu tun haben kann, was innerhalb der sinnlichen Welt liegt: das heißt, ausgeschlossen von der achten Sphäre ist gerade alles das, was mit den Sinnen des Menschen wahrgenommen werden kann und was auf Grundlage der sinnlichen Wahrnehmung gedacht werden kann. Also irgendwo in der sinnlichen Welt werden Sie die achte Sphäre zunächst nicht suchen können.

Nun werden Sie auch in gewissem Sinne eine Art von Weg haben, auf dem man in Begriffen sich einer Vorstellung der achten Sphäre nähern kann. Ich habe gesagt, diese achte Sphäre hat etwas zu tun mit dem, was als Rest, als Überbleibsel allerdings, von dem alten Monde und seiner Entwickelung herrührt. Das können Sie schon aus den verschiedenen Auseinandersetzungen, die wir im Laufe der Zeit gepflogen haben, entnehmen, daß die achte Sphäre etwas zu tun haben müsse mit dem, was vom Monde und seiner Entwickelung, als dem Vorgänger der Erde, zurückgeblieben ist. Ich habe gestern versucht, begreiflich zu machen, daß auf dem Monde die richtige Anschauung des Menschen die visionär-imaginative war, so daß alles Substantielle, das man in der achten Sphäre suchen könnte, wird gefunden werden müssen da, wo man imaginativ-visionär etwas entdecken kann; das heißt, man wird also voraussetzen können, daß die achte Sphäre zu entdecken ist auf dem Wege visionärer Imaginationen.

Warum gebraucht man denn überhaupt den Ausdruck achte Sphäre? Die achte Sphäre sagt man, weil es sieben Sphären gibt, die Sie längst kennen: Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan. In diesen sieben Sphären schreitet die menschliche Entwickelung in der Weise, wie ich es öfter angedeutet habe, weiter fort. Wenn es außer diesen sieben Sphären noch etwas gibt - und wir wollen zunächst voraussetzen, daß es etwas gibt - und daß dieses in irgendeiner Beziehung zur Erde steht, so kann man dies mit einem gewissen Recht die achte Sphäre nennen. Es ist notwendig zu denken, daß dieses außerhalb der sieben Sphären liegt und in einer Beziehung zur Erde steht. Ich will es so andeuten. Wir würden also hier, graphisch-schematisch gezeichnet, ein Weltengebilde vorauszusetzen haben, das nur imaginativ-visionär zu sehen ist, und das als ein achtes Weltgebilde neben den sieben Weltgebilden steht, die wir als das Gebiet der regelmäßigen Menschheitsevolution bezeichnen müssen. Nur ist alles solches Zeichnen selbstverständlich schematisch: man zeichnet gewissermaßen auseinander, was man ineinander nur beobachten kann. Denn Sie werden aus den verschiedenen Auseinandersetzungen, die gepflogen worden sind, längst haben ahnen können, daß man innerhalb des Sinnlichen, innerhalb der sinnlichen Beobachtung, wenn man mit dem Verstande denkt und mit den Sinnen beobachtet, in der vierten Sphäre steht. Aber wenn man es dahin bringt durch die Entwickelung der Seele, die dritte Sphäre, die Mondsphäre zu sehen, dann fliegt man ja nicht dem Räume nach in der Welt weit fort. Man beobachtet, aber nicht von einem anderen Orte, sondern man beobachtet, physisch genommen, räumlich genommen, von demselben Orte aus. Also müßte man diese sieben Sphären ineinander zeichnen. Sie sind aufeinanderfolgende Entwickelungszustände; und im Grunde genommen ist das Schema, das man auf diese Weise zeichnet, von keinem anderen Wert, als wenn man sagen würde: die Menschen entwickeln sich von der Geburt bis zum siebenten Jahre in einem ersten Stadium, vom siebenten bis zum vierzehnten Jahre in einem zweiten Stadium und so weiter. Da ist es auch nicht so, daß der Mensch, der sich vom ersten bis zum siebenten Jahre entwickelt hat, neben den Menschen, der sich vom siebenten bis zum vierzehnten Jahre entwickelt, hingestellt werden kann. Geradeso wie es beim Menschen nicht so der Fall ist, so ist es auch nicht der Fall, wenn man die sieben aufeinanderfolgenden Stufen der Erdenentwickelung, nebeneinander hingestellt, betrachtet.

Daraus werden Sie aber ahnen, daß die achte Sphäre beobachtet wird innerhalb der Erdensphäre. Man kann sie also nicht oben und nicht unten zeichnen, sondern man müßte sie in die Erde hineinzeichnen. Ich habe oft das grobe Beispiel gewählt: Wie um uns die physische Luft ist, so ist um uns herum auch alles Geistige. Bis in unser Physisches hinein haben wir alles Geistige in unserer Umgebung zu suchen. Also es würde vorauszusetzen sein, daß, so wie alles übrige Geistige um uns herum ist, wir auch die achte Sphäre in unserer Umgebung zu suchen haben; das heißt, es müßte dem Menschen ein Organ aufgehen, welches für die achte Sphäre so geeignet ist, wie die physischen Sinne für die Erde. Dann würde er klar bewußt in der achten Sphäre sein können. Aber eigentlich ist er unbewußt immer darinnen. Geradeso wie man immer in der Luft ist, wenn man auch nichts weiß von ihr, so ist die achte Sphäre auch immer da, und wenn man sich ein Organ für sie entwickelt, dann ist sie bewußt um uns herum da. So daß also, wenn wir sie charakterisieren wollen, wir selbstverständlich etwas zu beschreiben haben, in dem wir fortwährend darinnen leben, in dem wir fortwährend darinnen sind.

Nun kann ich, wie gesagt, zunächst bei diesen vorläufigen Betrachtungen nur etwas wie eine Art von Mitteilung machen. Das Weitere wird sich bei den Besprechungen schon ergeben. Das, was darin lebt in der achten Sphäre, besteht im folgenden. Zunächst können Sie wissen, ahnen, daß das, was uns da umgibt als achte Sphäre, dem imaginativ-visionären Hellsehen erreichbar ist. Es ist also unmöglich, imaginatives Hellsehen zu entwickeln, ohne von der achten Sphäre etwas zu wissen. Weil gegenwärtig bei so wenig Menschen wirklich deutliches und zu Unterscheidungen führendes Hellsehen vorhanden ist, deshalb ist es so schwierig, über solche Dinge wie die achte Sphäre zu sprechen. Also Imaginationen haben wir dort, und nicht ist in dieser achten Sphäre dasjenige, was gerade das Wesentliche der Erdenentwickelung, also der vierten Sphäre ausmacht. Das Wesentliche der vierten Sphäre macht, wie ich gestern schon angedeutet habe, die mineralische Imprägnierung des Weltenbildes aus. Daß wir auf der Erde leben, wird dadurch zustande gebracht, daß dieser vierte Weltkörper mineralisch imprägniert ist, daß wir immer umgeben sind von dem Mineralischen, das heißt, daß durch die Sinne wahrgenommen und daß das sinnlich Wahrgenommene durch den Verstand kombiniert werden kann. Dieses Mineralische müssen Sie sich aber wegdenken von der achten Sphäre. Dieses Mineralische ist in der achten Sphäre ganz und gar nicht vorhanden.

Wenn wir das also wegdenken, dann bleibt uns selbstverständlich nichts anderes übrig als nur eine spätere Entwickelungsstufe des alten Mondes, denn, wo sollte denn etwas anderes herkommen? Die Dinge entwickeln sich aber weiter, und so etwas, was substantiell wahrnehmbar ist durch das imaginativ-visionäre Hellsehen, was aber nichts anderes wäre als ein Überbleibsel des alten Mondes, das wäre noch keine achte Sphäre. Dann würde man nur sagen können, die dritte Sphäre hat etwas zurückgelassen.

Um nun ein wenig ahnend zu verstehen, wie es sich mit der achten Sphäre verhält, halten wir das Folgende fest. Indem sich der Mond, die dritte Sphäre, regulär entwickelt hat, ist diese dritte Sphäre zur vierten Sphäre geworden, das heißt, es ist ein Übergang des dritten Elementarreiches - so müssen wir das bezeichnen - zum Mineralreich eingetreten. Also das Mineralische ist dazugekommen. Sonst müßten wir uns den alten Mond als eine Summe von imaginativ vorstellbarer Sub-stantialität denken. So wird man also anzunehmen haben: das reguläre Fortgehen vom Mond zur Erde, von der dritten Sphäre zur vierten Sphäre, besteht darin, daß das, was nur imaginativ wahrnehmbar war, sinnlich wahrnehmbar wird, das heißt, sich mineralisch umgestaltet. Als achte Sphäre bleibt zunächst das Mondhafte, aber dieses Mondhafte wird zu etwas anderem dadurch, daß etwas Bestimmtes geschieht. Wir wissen, was geschieht, damit aus der dritten die vierte Sphäre entstehen kann. Das ist deutlich beschrieben in der «Geheimwissenschaft im Umriß», da, wo zu den Geistern der Bewegung die Geister der Form dazukommen und die ganze Umwandlung besorgen. Also wir können sagen, die vierte Sphäre entsteht aus der dritten dadurch, daß die Geister der Form zu den Geistern der Bewegung hinzukommen.

Würden nun die Geister der Form alles, was in ihrer eigenen Natur lebt, erreichen wollen und erreichen können, so würde natürlich in dem Momente, wo die Sphäre Drei ihre Aufgabe im Weltall erfüllt hat, nichts anderes aus ihr entstehen als Sphäre Vier. Das ist selbstverständlich. Daß nun luziferische und ahrimanische Geister vorhanden sind, das wissen wir. Die halten für sich etwas von der Mondsubstantialität zurück. Darin haben wir ihr Wesentliches zu sehen, daß sie etwas zurückhalten von der Mondsubstantialität. Das entreißen sie gleichsam den Geistern der Form. Es kommt also, indem die Sphäre Drei weiterschreitet, hinzu, daß den Geistern der Form etwas entrissen wird von Luzifer und Ahriman. In diesen Teil, der da entrissen wird den Geistern der Form, kommen jetzt, statt der Geister der Form, Luzifer und Ahriman hinein. Die kommen zu den Geistern der Bewegung dazu, und dadurch entsteht Acht aus Drei.

Also wir sagten, es muß etwas anderes da sein als der bloße alte Mond. Und dieses andere, was nun da ist, was da entsteht außer der Sphäre Vier, das ist, daß das Mineralische, indem es entsteht, entrissen wird im Momente des Entstehens, im Status nascendi, der vierten Sphäre. Also indem aus dem Imaginativen das Mineralische entsteht, wird in dem Momente des Entstehens das Mineralische von Luzifer und Ahriman entrissen und wird in die Imagination hineingebracht. Statt daß aus dem übriggebliebenen Mondhaften eine Erde entsteht, wird ein Weltkörper geprägt, der dadurch entsteht, daß in das vom Monde Herübergekommene das der Erde substantiell Entrissene hineingebracht wird.

Nun stellen Sie sich vor, wie ich die Verhältnisse des alten Mondes in der «Geheimwissenschaft» beschrieben habe. Diese Dinge des alten Mondes kommen dadurch zustande, daß noch nichts Mineralisches da ist. Wäre das vorhanden, so wäre es eine Erde und kein Mond. Indem Mineralisches entsteht, entsteht die Sphäre Vier. Indem Luzifer und Ahriman kommen und aus der Sphäre Vier das Mineralische herausreißen und in die Sphäre Drei dieses Mineralische hineinprägen, wird der Mond noch einmal wiederholt, aber mit dem Material, das eigentlich der Erde gehört.

Also merken Sie wohl: statt daß bloße Imaginationen da wären, werden die Imaginationen verdichtet mit dem, was der Erde an Mineralischem entrissen wird. Damit werden sie verdichtet, und es werden so verdichtete Imaginationen geschaffen. Wir sind also eingespannt in eine Welt von verdichteten Imaginationen, die dadurch nur keine mondhaften Imaginationen sind, daß sie durch das Material der Erde verdichtet sind. Das aber sind die Gespenster, das heißt, hinter unserer Welt ist eine Welt von Gespenstern, geschaffen von Luzifer und Ahriman.

Mondgebilde

Ich könnte es Ihnen schematisch so darstellen: Auf dem alten Monde waren irgendwelche Bilder vorhanden. Die hätten auf die Erde übergehen sollen als etwas, was man überall auf der Erde wahrnimmt. Aber Luzifer und Ahriman haben sie sich zurückbehalten. Sie entreißen der Erde Erdbestandteile und füllen das mit Imaginationen aus, so daß diese Erdsubstanzen nicht zu irdischen Gebilden, sondern zu Mondgebilden werden. Wir haben also eingeschlossen in unsere vierte Sphäre eine solche Sphäre, die eigentlich Mondsphäre ist, die aber ganz ausgefüllt ist mit Erdenmaterial, also eine total falsche Sache im Weltall. Zu den sieben Sphären haben wir eine achte Sphäre dazugefügt, die gegen die fortschreitenden Geister gemacht ist. Daraus aber entsteht die Notwendigkeit, daß um jedes substantielle Teilchen, das zum Mineralischen werden kann, die Geister der Form auf der Erde kämpfen müssen, damit es ihnen nicht entrissen wird von Luzifer und Ahriman und in die achte Sphäre hineingebracht wird.

Also in Wahrheit liegt die Sache so, daß unsere Erde, die vierte Sphäre, gar nicht das ist, als was sie sich äußerlich darstellt. Wenn sie wirklich aus Atomen bestehen würde, würden alle diese Atome noch imprägniert sein von den Gebilden der achten Sphäre, die nur dem visionären Hellsehen wahrnehmbar sind. Es stecken diese Gebilde überall darinnen, und der Inhalt der achten Sphäre ist überall gespenster-haft vorhanden, kann also wahrgenommen werden, wie richtige Gespenster wahrgenommen werden. Darinnen also steht im Grunde genommen alles Erdensein. Fortwährend bemühen sich Luzifer und Ahri-man, aus der Erdensubstanz herauszubekommen, was sie nur erhäschen können, um ihre achte Sphäre zu formen, die dann, wenn sie genügend weit gekommen ist, von der Erde losgelöst wird und mit Luzifer und Ahriman ihre eigenen Weltwege einschlagen wird. Selbstverständlich würde dann die Erde sich gleichsam nur als Torso zum Jupiter hinüber entwickeln. Nun ist der Mensch aber, wie Sie sehen, voll hineingestellt in diese ganze Erdenentwickelung, denn das Mineralische durchdringt ihn ja ganz, er steht fortwährend darinnen. Der mineralische Prozeß geht überall durch uns hindurch, und der mineralische Prozeß ist überall in diesen Kampf hineingezogen, so daß ihm fortwährend Teilchen dieser Substanz entrissen werden können. Also wir selber sind durchdrungen davon. Luzifer und Ahriman kämpfen gegen die Geister der Form, und uns soll überall entrissen werden mineralische Substanz.

Das ist aber in den verschiedenen Gegenden unseres Organismus verschieden stark. Wir sind verschieden ausgebildet, wir haben vollkommenere und unvollkommenere Organe. Am vollkommensten ist unser Denkorgan, unser Gehirn und unser Schädel, und darinnen ist gerade der Kampf, den ich eben angedeutet habe, am allerstärksten. Und zwar ist er da deshalb am allerstärksten, weil dieser menschliche Schädel, dieses menschliche Gehirn so gebildet ist, wie es ist; und es ist deshalb so gebildet, wie es ist, weil es Luzifer an dieser Stelle unseres Leibes am meisten gelungen ist - und auch Ahriman - uns mineralische Substanz zu entreißen. Da ist die physische Substanz am allermeisten durchgeistigt. Unsere Schädelbildung ist dadurch entstanden, daß uns da am allermeisten entrissen worden ist. Dadurch können wir gerade mit unserem Kopfe uns am meisten befreien von unserem Organismus. Wir können in Gedanken uns erheben, können das Gute und Böse unterscheiden. Und dadurch eben ist es am allermeisten Luzifer und Ahriman gelungen, Substantialität zu entreißen, weil sie am meisten wegreißen konnten von der mineralisierten Substantialität gerade bei dem sogenannten edelsten Organ des Menschen. Es ist das so der Fall, daß da am meisten die mineralische Substanz herausgelöst ist. Diese Alchimie, daß mineralische Substanz in die achte Sphäre hinüberbefördert wird, findet fortwährend hinter den Kulissen unseres Daseins statt. Ich gebe zunächst Mitteilungen; die Belege dafür werden sich immer mehr ergeben.

Wenn nun alles glatt abginge für Luzifer und Ahriman, wenn alles klappte, wenn Luzifer und Ahriman immer so viel entreißen könnten, wie sie dem Organ des Kopfes entreißen, dann würde die Erdenentwickelung bald an einem Punkte ankommen, wo es Luzifer und Ahriman gelingt, unsere Erde zu vernichten und die ganze Weltenentwicke-lung hinüberzuleiten in die achte Sphäre, so daß die ganze Erdenentwickelung einen anderen Gang nehmen würde. Deshalb ist auch das Streben Luzifers, an dem angreifbarsten Punkte des Menschen, an seinem Kopfe, seine allergrößte Kraft zu entfalten. Das ist die Festung, die für ihn am allerleichtesten einnehmbar ist: der menschliche Kopf. Und alles das, was dem menschlichen Kopf in bezug auf die Verteilung des Mineralischen ähnlich ist, so daß es aufgesogen werden kann, das ist ebenso der Gefahr ausgesetzt, in die achte Sphäre hineingezogen zu werden. Nichts Geringeres steht bevor nach dieser Intention Luzifers und Ahrimans, als die ganze Menschheitsentwickelung verschwinden zu lassen in die achte Sphäre, so daß sie einen anderen Gang nehmen würde.

Wir sehen: es liegt die Tatsache vor, daß seit dem Beginn der Erdenentwickelung es die Intention Luzifers und Ahrimans war, die ganze Erdenentwickelung verschwinden zu lassen in die achte Sphäre. Dagegen mußten diejenigen Geister, die zu den Geistern der Form gehören, ein Gegengewicht schaffen. Das äußere Gegengewicht, das sie geschaffen haben, besteht darin, daß sie gleichsam in den Raum der achten Sphäre hinein etwas gestellt haben, was dem entgegenwirkt.

Nun müssen wir, wenn wir ganz richtig zeichnen wollen, die Sache so darstellen, daß, wenn wir da die Erde haben, wir die achte Sphäre hier zeichnen müssen. Sie ist hier als dasjenige, was zu unserer physischen Erde gehört. Wir sind überall im Grunde umgeben von den Imaginationen, in die fortwährend hineingezogen werden soll Mineralisches, Materielles. Daher hat eben das Opfer stattgefunden, die Aussonderung der Mondenkräfte durch Jahve oder Jehova, die mit einer viel dichteren Substanz erfolgt ist als die sonstige mineralisierte physische Substanz und die Jahve als Mond dahin gesetzt hat, als Gegenwirkung. Das war eine sehr derbe Substanz - und diese Derbheit hat insbesondere Sinnett beschrieben -, eine viel physischere, mineralischere Substanz, als sie auf der Erde irgendwo vorhanden ist, damit Luzifer und Ahriman sie nicht auflösen können in ihre imaginative Welt hinein.

Also dieser Mond kreist herum als eine derbe Materie - glasig, derb, dicht, unzerschlagbar. Selbst die physischen Beschreibungen des Mondes werden Sie in Übereinstimmung damit finden, wenn Sie sie genügend aufmerksam lesen. Da wurde alles, was verfügbar war auf der Erde, herausgezogen und da hineingestellt, damit genügend physische Materie vorhanden war, die nicht aufgesogen werden kann. Wenn wir den Mond betrachten, so sehen wir, daß im Weltall ein viel mineralischeres, dichteres, physisch viel dichteres Material vorhanden ist als irgendwo auf der Erde. So daß wir Jahve oder Jehova ansprechen müssen als diejenige Wesenheit, die schon auf dem physischen Gebiete dafür gesorgt hat, daß nicht alles Materielle aufgesogen werden kann von Luzifer und Ahriman. Dann wird zur richtigen Zeit von demselben Geiste dafür gesorgt werden, daß der Mond wieder hineingeht in die Erde, wenn die Erde stark genug sein wird, ihn wieder aufzunehmen, wenn die Gefahr beseitigt ist durch die entsprechende Evolution.

Das ist auf dem äußerlichen physisch-mineralischen Gebiete. Auf dem menschlichen Gebiete mußte aber auch der Intention, die gegenüber dem menschlichen Kopfe bestand, ein Gegengewicht geschaffen werden. Geradeso wie draußen Materie verdichtet werden mußte, damit Luzifer und Ahriman sie nicht auflösen können durch ihre Alchimie, so mußte im Menschen etwas entgegengesetzt werden dem Organ, das am allermeisten attackiert werden kann von Luzifer und Ahriman. Es mußte also Jehova auch dafür sorgen, wie er auf dem äußerlichen mineralischen Gebiete dafür gesorgt hat, daß nicht alles der Attacke des Luzifer und Ahriman verfallen kann.

Es mußte dafür gesorgt werden, daß beim Menschen nicht alles Luzifer und Ahriman verfallen kann, was vom Kopfe ausgeht. Es mußte dafür gesorgt werden, daß nicht alles beruht auf Kopfarbeit und äußerer sinnlicher Wahrnehmung, denn dann würden Luzifer und Ahriman gewonnenes Spiel haben. Es mußte auf dem Gebiete des Erdenlebens ein Gegengewicht geschaffen werden. Es mußte etwas da sein im Menschen, das vom Kopfe richtig unabhängig war. Und das wurde dadurch erreicht, daß durch die Arbeit der guten Geister der Form dem Vererbungsprinzip der Erde das Prinzip der Liebe eingepflanzt wurde, das heißt, daß im Menschengeschlechte jetzt etwas lebt, was unabhängig vom Kopfe ist, was übergeht von Generation zu Generation, und was in der physischen Natur des Menschen seine unterste Anlage hat.

Achte Sphäre und Mondensphäre

Alles das, was mit der Fortpflanzung und mit der Vererbung zusammenhängt, alles das, was vom Menschen unabhängig ist so, daß er mit seinem Denken nicht hinein kann, alles das, was der Mond am Himmelsgewölbe ist, das ist im Menschen dasjenige, was, Fortpflanzung und Vererbung durchdringend, von dem Prinzip der Liebe vorhanden ist. Daher dieser wütende Kampf von Luzifer und Ahriman, der durch die Geschichte hindurchgeht, gegenüber allem, was aus diesem Gebiete kommt. Luzifer und Ahriman wollen dem Menschen immer die ausschließliche Herrschaft des Kopfes aufdrängen und richten ihre Attacken auf dem Umwege des Kopfes gegen alles, was äußerliche, rein natürliche Verwandtschaft ist. Denn alles, was Vererbungssubstanz auf der Erde ist, das kann nicht von Luzifer und Ahriman genommen werden. Was der Mond am Himmel ist, ist auf der Erde unter den Menschen die Vererbung. Alles, was auf Vererbung beruht, alles, was der Mensch nicht durchdenkt, was zusammenhängt mit der physischen Natur, das ist Jahve-Prinzip. Das Jahve-Prinzip ist am tätigsten da, wo die sozusagen natürliche Natur wirkt; da hat er am meisten seine natürliche Liebe ausgegossen, um ein Gegengewicht zu schaffen gegen die Lieblosigkeit, gegen die Tendenz der bloßen Weisheit von Luzifer und Ahriman.

Man müßte nun gewisse Kapitel, die von ganz anderen Gesichtspunkten in letzter Zeit erörtert worden sind, gründlich durchgehen, um zu zeigen, wie in dem Monde und in der menschlichen Vererbung von den Geistern der Form Barrikaden gegen Luzifer und Ahriman geschaffen worden sind. Wenn Sie tiefer über diese Dinge nachdenken, so werden Sie finden, daß mit diesen Andeutungen etwas außerordentlich Wichtiges gesagt ist.

Nun muß man, um wenigstens einiges davon zu verstehen, die Sache noch von einem etwas anderen Gesichtspunkt betrachten. Wenn Sie nach unserer «Geheimwissenschaft» die Entwickelung des Menschen nehmen, so wie sie geschritten ist durch Saturn, Sonne und Mond, so werden Sie sehen, daß auf dem Saturn, auf der Sonne und auf dem Monde von einer Freiheit nicht die Rede sein kann. Da ist der Mensch in ein Gewebe von Notwendigkeit eingesponnen. Da ist alles notwendig. Dem Menschen mußte die mineralische Natur eingegliedert werden, er mußte ein vom Mineralischen durchzogenes Wesen werden, um für die Freiheit reif zu werden, so daß der Mensch zur Freiheit nur erzogen werden kann innerhalb der irdischen, sinnlichen Welt.

Das ist schon eine ungeheuer wichtige Bedeutung der irdisch-sinnlichen Welt: das, was die Menschheit sich erwerben soll, die Freiheit des Willens, das kann sie sich nur erwerben während der Erdenentwickelung. Auf dem Jupiter, auf der Venus und auf dem Vulkan werden die Menschen diese Freiheit brauchen. Man betritt also, wenn man die Freiheit ins Auge faßt, ein ganz bedeutungsvolles Gebiet, denn man erkennt, daß die Erde die Erzeugerin der Freiheit ist, gerade dadurch, daß sie den Menschen mit Physischem, Mineralischem imprägniert.

Daraus werden Sie aber erkennen, daß dasjenige, was aus dem freien Willen stammt, gerade im Irdischen erhalten werden muß. Man kann es, wenn man sich hellseherisch weiterentwickelt, vom Irdischen hinauftragen in spätere Entwickelungen, aber man darf es nicht hineintragen in die Sphäre Drei, Zwei und Eins. In ihnen ist das, was von dem Freiheitsprinzip stammt, nicht möglich. Die sind ihrer Natur nach unmöglich für die Freiheit. Luzifer und Ahriman haben aber das Bestreben, gerade des Menschen freien Willen hereinzuzerren in ihre achte Sphäre; gerade alles das, was aus des Menschen freiem Willen stammt, nicht daraus stammen zu lassen, sondern es hineinzuzerren in ihre achte Sphäre. Das heißt, der Mensch ist fortwährend der Gefahr ausgesetzt, daß ihm sein freier Wille entrissen und hineingezerrt werde in die achte Sphäre.

Das geschieht dann, wenn das freie Willenselement zum Beispiel umgewandelt wird in visionäres Hellsehen. Da ist der Mensch schon darinnen in der achten Sphäre. Und das ist etwas, was man so ungern von selten der Okkultisten sagt, weil es eigentlich eine furchtbare Wahrheit ist: In dem Augenblick, wo der freie Wille umgewandelt wird zu visionärem Hellsehen, ist dasjenige, was sich im Menschen entwickelt, ein Beutestück von Luzifer und Ahriman. Das wird sofort eingefangen von Luzifer und Ahriman und wird für die Erde dadurch zum Verschwinden gebracht. Daraus können Sie sehen, wie durch die Bindung des freien Willens gleichsam die Gespenster der achten Sphäre geschaffen werden. Fortwährend sind Luzifer und Ahriman damit beschäftigt, den freien Willen des Menschen zu binden und ihm allerlei Dinge vorzugaukeln, um dann das, was ihm vorgegaukelt wird, ihm zu entreißen und in der achten Sphäre verschwinden zu lassen. Und das, was so naivgläubige, aber doch abergläubische Menschen an allerlei Hellsehen entwickeln, ist oftmals so, daß da ihr freier Wille hineinimprägniert wird. Dann schafft es Luzifer gleich hinweg, und während die Menschen dann etwas von der Unsterblichkeit zu erreichen glauben, schauen sie in Wahrheit in ihren Visionen zu, wie ein Stück oder ein Produkt ihres Seelenwesens herausgerissen und für die achte Sphäre präpariert wird.

Sie können sich daher denken, wie schwer jene Menschen berührt gewesen sein müssen, welche durch Kompromiß übereingekommen waren, auf dem Wege des Mediumismus den Menschen allerlei Wahrheiten von der geistigen Welt beizubringen, und dann erlebt haben, wie die Medien glaubten, daß die Toten zu ihnen sprächen. Die Okkultisten haben aber dann gewußt: das, was zwischen Medien und lebendigen Menschen vorgeht, besteht darin, daß der Strom des freien Willens hineingeht in die achte Sphäre. Statt an das Ewige anzuknüpfen, brachten sie gerade das zutage, was fortwährend in die achte Sphäre hinein verschwand.

Daraus können Sie auch ersehen, daß Luzifer und Ahriman eine Gier danach haben, soviel als möglich in die achte Sphäre hereinzubringen. Da hat Goethe, wenn er auch Luzifer und Ahriman durcheinandergemischt hat, doch gut geschildert, wie eine Seele entrissen wird dem Mephistopheles-Ahriman! Denn das wäre die stärkste Beute, wenn es jemals Luzifer und Ahriman gelingen könnte, eine ganze Seele für sich zu gewinnen, eine ganze Seele hinwegzuschnappen; denn dadurch würde eine solche Seele für die Erdenentwickelung in die achte Sphäre hinein verschwunden sein. Der größte Sieg also wäre es für Luzifer und Ahriman, wenn sie einmal sagen könnten, daß in ihr Reich möglichst viele tote Menschen eingegangen wären. Das wäre ihr größter Sieg. Und es gibt einen Weg, das zu erreichen. Nämlich Luzifer und Ahriman können so sagen: Die Menschen wollen doch nun eigentlich etwas wissen über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Sagen wir ihnen also, daß sie von den Toten etwas erfahren, dann werden sie zufrieden sein, und dann werden sie ihr Gefühl nach dem Reiche, aus dem ihnen etwas als von den Toten kommend verkündigt wird, hinwenden. Wollen wir also, daß die Gemüter der Menschen nach der achten Sphäre gelenkt werden, dann sagen wir den Menschen: Wir erzählen euch etwas von den Toten. - Wir fangen die Menschen ein, indem wir vorgeben, bei uns seien die Toten.

Diesen teuflischen Plan - denn wir reden jetzt von dem Teufel -brachten Luzifer und Ahriman zur Geltung, als der Okkultismus darauf hineingefallen war, durch den Mediumismus etwas machen zu wollen. Sie inspirierten alle die Medien, durch die sie die ganze Sache arrangiert haben, damit die Menschen zu dem Reiche, aus dem die Toten sprechen sollen, hingelenkt werden, und Luzifer und Ahriman jetzt die Seelen erhäschen können. Das erschreckte die Okkultisten, als sie sahen, welchen Gang die Sache genommen hatte, und sie sannen, wieder abzukommen von diesem Weg. Selbst die von der Linken sahen das ein, und sie sagten daher: Machen wir etwas anderes! - Dazu bot sich dann Gelegenheit durch das Hereintreten einer so ganz merkwürdigen Persönlichkeit wie H. P. Blavatsky war. Es handelte sich für Luzifer und Ahriman darum, nun, nachdem der Plan durchschaut war, da sozusagen die Okkultisten der Erde nicht mehr ihre Hand dazu boten, diesen Plan zu verwirklichen, auf eine andere Weise zu Rande zu kommen.

Nun war also in selbstverständlicher Entwickelung der Erde der Materialismus hereingekommen. Man mußte daher, um die mineralische Entwickelung als solche ins Auge zu fassen, die Aufmerksamkeit nur auf das Materielle hinlenken. Das ist aber der Materialismus! Die Okkultisten, die Sonderzwecke hatten, die sagten sich: Also rechnen wir einmal mit dem Materialismus. Wenn man den bloßen irdischen Materialismus nimmt, dann muß der Mensch doch einmal durch sein Denken dahinterkommen, daß es keine Atome gibt. Da kann man nicht viel Grünes pflanzen, wenn man bloß beim irdischen Materialismus bleibt. Aber sicher kann man des Menschen Denken verderben, wenn man den Materialismus okkult macht. Und dazu ist die beste Gelegenheit, daß man den Mond, der als Gegensatz zur achten Sphäre geschaffen werden mußte, als achte Sphäre hinstellt! Denn wenn die Menschen glauben, die Materie, die als Gegengewicht geschaffen werden mußte zur achten Sphäre, sei die achte Sphäre, dann überbietet man jeden irdischen und denkbaren Materialismus. - Und jeder irdische Materialismus wird überboten durch diese Behauptung von Sinnett. Da wird der Materialismus auf das okkulte Gebiet getragen, da wird der Okkultismus Materialismus. Aber über kurz oder lang hätten die Menschen dahinterkommen müssen. H. P. Blavatsky, die tief hineinsah in dieses Erdenwerden, ahnte etwas davon, nachdem sie hinter die Schliche jener merkwürdigen Individualität gekommen war, von der ich schon in den letzten Stunden gesprochen habe. Sie sagte sich: Das kann nicht so weitergehen, das muß anders gemacht werden. - Das sagte sie aber unter dem Einflüsse der indischen Okkultisten des linken Pfades: Es muß anders gemacht werden, aber es muß doch irgendwie etwas geschaffen werden, worauf man nicht so leicht kommt.

Um nun ihrerseits etwas zu schaffen, was über das Sinnettsche hinausging, war sie auf die Vorschläge der sie inspirierenden indischen Okkultisten eingegangen. Diese hatten nichts anderes im Auge, da sie Anhänger des linken Pfades waren, als ihre indischen Sonderinteressen. Sie hatten im Auge, über die Erde hin ein Weisheitssystem zu begründen, aus dem der Christus ausgeschlossen war, und aus dem auch Jahve, Jehova ausgeschlossen war. Es mußte also etwas hineingeheimnißt werden in die Theorie, was nach und nach Christus und Jahve eliminierte.

Da wurde das Folgende beschlossen. Man sagte: Seht einmal Luzifer an. - Von Ahriman sprach man nicht, man erkannte ihn so wenig, daß man den einen Namen für beide gebrauchte. - Dieser Luzifer ist eigentlich der große Wohltäter der Menschheit. Der bringt den Menschen alles, was die Menschen durch ihr Haupt, durch ihren Kopf haben: Wissenschaft, Kunst, kurz allen Fortschritt. Das ist der wahre Lichtgeist, das ist derjenige, an den man sich halten muß. Und Jahve, was hat der eigentlich getan? Die sinnliche Vererbung hat er über die Menschen ausgegossen! Er ist ein Mondgott, der das Mondhafte hineingebracht hat.- Daher die Behauptung der «Geheimlehre»: an Jahve dürfe man sich nicht halten, denn der sei nur der Herr der Sinnlichkeit und alles niedrigen Irdischen, der wahre Wohltäter der Menschheit sei Luzifer. - Die ganze «Geheimlehre» ist so eingerichtet, daß das hindurchleuchtet, und es ist auch deutlich darin ausgesprochen. Daher mußte H. P. Blavatsky zu einem Christus-Jahve-Hasser präpariert werden aus okkulten Gründen heraus. Denn auf okkultem Gebiete bedeutet jener Ausspruch genau dasselbe, was auf dem Sinnettschen Gebiete der Ausspruch bedeutet: der Mond ist die achte Sphäre.

Solchen Dingen kommt man nur durch Erkenntnis bei, richtig nur durch Erkenntnis kommt man ihnen bei. Daher mußte schon, als wir unsere Zeitschrift «Luzifer-Gnosis» begannen, der erste Artikel über Luzifer handeln, damit man ihn richtig ins Auge faßte, damit man sieht, daß er durch das, was er tut, ein Wohltäter der Menschheit ist, indem er die Kopfarbeit bringt. Aber das Gegengewicht muß auch da sein: als Gegengewicht mußte die Liebe da sein. Das war schon in dem ersten Artikel in «Luzifer» geschrieben, weil an diesem Punkte überhaupt eingesetzt werden mußte.

Sie sehen, die Dinge sind ziemlich verwickelt. Im Grunde genommen war auch, was man durch H.P.Blavatsky erreichen wollte, dieses: die Menschen zum Glauben an die achte Sphäre zu verführen. Man konnte sie am leichtesten zum Glauben an die achte Sphäre verführen, wenn man ihnen in der «Geheimlehre» etwas Falsches als die achte Sphäre vorführte. - Natürlich wurden die Menschen zur geistigen Welt hingelenkt. Dieses große Verdienst hat die «Geheimlehre» von H. P. Blavatsky, daß die Menschen durch sie zur geistigen Welt hingelenkt worden sind. Aber der Weg war ein solcher, welcher Sonderinteressen verfolgte, nicht die Interessen der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Alle diese Dinge müssen wir dringend ins Auge fassen, wenn wir uns ganz klar werden wollen, welches der heilsame Weg ist. Wir dürfen nicht ohne Belege leere Worte hinnehmen, wenn wir einen wirklichen Okkultismus haben wollen. Wir müssen schon die Dinge klar sehen wollen. Insbesondere in dem jetzigen Zeitpunkte unserer Entwickelung mußte ich einige Andeutungen gerade über diese Dinge machen, Andeutungen, die ein anderes Mal noch durch bedeutungsvollere Sachen ergänzt werden können. Ich mußte sie Ihnen aus dem Grunde machen, weil, wenn Sie diese Dinge richtig ins Auge fassen, Sie sehen werden, wie von dem Beginne unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung an unser Schiff gesteuert worden ist; so gesteuert worden ist, daß gerechnet wird mit all den Abwegen, die genommen werden können, und mit alledem, was gewissermaßen der geistigen Entwickelung der Menschheit drohte.

Es durfte nicht blind, nicht irgendwie aus einer Schwärmerei heraus ein Weg in die geistige Welt angedeutet werden. Daher mußte ständig immer wieder und wieder die Ermahnung unter Sie, meine lieben Freunde, gestreut werden, daß es notwendig, dringend notwendig ist, sich nicht betören zu lassen durch das, was den Menschen hinführt zur achten Sphäre. Und wenn immer wieder geredet worden ist davon, man solle vorsichtiger sein auf dem Gebiete des visionären Hellsehens, man solle dasjenige Hellsehen allein als richtig gelten lassen, welches Luzifer und Ahriman ausschließt und in die höheren Welten hinaufführt, dann sieht man, daß ausgemerzt werden sollte, was die Seele mit der achten Sphäre in Gemeinschaft zu bringen vermag. Wenn immer wieder die Tendenz auftritt, den freien Willen zu binden und zu fesseln an das Gebiet des visionären Hellsehens, so ist das ein Zeichen, daß im Grunde genommen den klaren Bestrebungen innerhalb unserer Bewegung Widerstand geleistet worden ist aus der Liebe zu der Bindung des freien Willens in das visionäre Hellsehen hinein.

Wie froh waren manche, wenn sie diesen freien Willen nur binden konnten! Das zeigte sich daran, wieviel von denjenigen Bewegungen, die ich gekennzeichnet habe, von außen hereingetragen worden ist in unsere Bewegung. Nicht von Blavatsky und nicht von außen, sondern durch unsere Mitglieder selber wurde beständig Bresche geschlagen in das, was erreicht werden sollte. Und das geschah und geschieht dadurch, daß man immer wieder bewundert, was von visionären Hellsehern herangebracht wird! Wenn man bewunderte, was von visionären Hellsehern herangebracht wurde, dann war das ein solches Brescheschlagen, und dann war das ein Ausdruck der perversen Liebe zur achten Sphäre. Und wenn der oder jener gesagt hat: Der Doktor hat gesagt, daß es gemacht werden soll -, dann bedeutet das, daß ein solcher den freien Willen fremden Einflüssen überliefern wollte, daß er ihn nicht durch sich, sondern durch etwas anderes bestimmen lassen wollte; er wollte, der andere solle in die physische Welt eine Geneigtheit tragen, den freien Willen binden zu lassen. Auch jedesmal, wenn die Menschen sich auf Fatalismus verlassen, statt durch ihre Urteilskraft zu entscheiden, zeigen sie ihre Neigung zu der achten Sphäre; und alles, was wir für die achte Sphäre erleben, verschwindet von der Erdenentwickelung, geht nicht mit der Erdenentwickelung in der rechten Weise vorwärts." (Lit.: GA 254, Dornach, 18. Oktober 1915)

Literatur

  1. A.P. Sinnett: Esoteric Buddhism,London, Chapman and Hall Ltd (1885)
  2. Rudolf Steiner: Bewußtsein – Leben – Form , GA 89 (2001) [1]
  3. Rudolf Steiner: Grundelemente der Esoterik, GA 93a (1976), S 112, XIV, Berlin, 9. Oktober 1905
  4. Rudolf Steiner: Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben, GA 172 (1980), Dornach, Zehnter Vortrag, 27. November 1916
  5. Rudolf Steiner: Die Sendung Michaels, GA 194 (1983), Zwölf Vorträge, Dornach, 21. November bis 15. Dezember 1919
  6. Rudolf Steiner: Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltkultur, GA 254 (1986), Vierter und fünfter Vortrag, Dornach, 17. und 18. Oktober 1915
  7. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909, GA 266/1 (1995)
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Weblinks

  1. Rudolf Steiner über den Zusammenhang der achten Sphäre mit der Mondensphäre
  2. Adobepdf small.gif A.P. Sinnett: Esoteric Buddhism
  3. Arfst Wagner: Das Geheimnis der achten Sphäre
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