Elisabeth Förster-Nietzsche

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Elisabeth Förster-Nietzsche um 1894

Therese Elisabeth Alexandra Nietzsche (* 10. Juli 1846 in Röcken bei Lützen (Nähe Leipzig); † 8. November 1935 in Weimar), bekannt als Elisabeth Förster-Nietzsche, Schwester von Friedrich Nietzsche

Förster-Nietzsche verspottete ihren Bruder durch Taten und in Schriften und während seiner Umnachtung auch durch Schaustellungen, verbarg das aber gerissen hinter einer Fassade von Lügen, die sich bis zu Sagen auswachsen konnten.

Kurz war sie mit einem Anführer der antisemitischen Bewegung, dem geschassten Berliner Gymnasiallehrer Bernhard Förster, verheiratet. Mit ihm ging sie nach Paraguay, um dort eine rein germanischstämmige Siedlung aufzubauen. Schon nach wenigen Jahren kehrte sie zurück – das Unternehmen war durch Korruption und Geldmangel gescheitert, ihr Mann hatte sich das Leben genommen.

Nun pflegte sie ihren Bruder und wurde Alleininhaberin des Naumburger Nietzsche-Archivs. Sie führte Rudolf Steiner bei dessen erstem Besuch darin ans Bett des Kranken.

Mit dem Archiv übersiedelte sie nach Weimar. Dort ließ sie sich von Steiner Stunden über das Werk ihres Bruders geben; der Lehrer musste aber gleich feststellen, dass sie für Philosophie keinen Nerv besaß.

Sie hat zahlreiche Aufzeichnungen ihres Bruders entfernt, der sie in Briefen teils sehr unfreundlich beurteilte ("rachsüchtige antisemitische Gans"). Dem Philologen Fritz Koegel gegenüber signalisierte sie fälschlich, sie habe Steiner für eine Herausgabe von Nietzsches Werken gewonnen. Dadurch brachte sie den Goetheforscher, der Koegel gegenüber auf Loyalität bedacht war, in beträchtliche Verlegenheit.

Zahlreiche prominente Gäste hat sie in ihrem Archiv empfangen: Stefan George, Richard Dehmel, Thomas Mann, Gerhart Hauptmann, zuletzt auch den von ihr sehr geschätzten Hitler.