Herzberg und Naga: Unterschied zwischen den Seiten

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Auf dem '''Herzberg''' im [[Wikipedia:österreich|österreich]]schen [[Wikipedia:Burgenland|Burgenland]] soll nach [[Rudolf Steiner]] die [[Mysterien]]stätte gelegen haben soll, in der im dritten vorchristlichen Jahrtausend [[Gilgamesch]] seine [[Einweihung]] empfangen hat.
[[Datei:Göttin Manasa in Lehm.jpg|thumb|Nagagöttin Manasa, besonders verehrt in [[Wikipedia:Bengalen|Bengalen]]]]
[[Datei:Naga Cult Kanchipuram.jpg|thumb|Naga-Kultstätte in Kanchipuram, [[Wikipedia:Tamil Nadu|Tamil Nadu]], Indien]]
[[Datei:Buddha sukhothainagbrok.jpg|thumb|150px|Buddha von Nagas beschirmt]]
[[Datei:Naka.jpg|thumb|Naga am Eingang zum Wat Phra Puttha Baht Si Roi, Mae Rim, [[Wikipedia:Chiang Mai (Provinz)|Provinz Chiang Mai]], Nordthailand]]


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'''Naga''' ([[Sanskrit]], m., नाग, {{IAST|nāga}}, [[Schlangen|Schlange]]) bezeichnet in der [[Wikipedia:Indische Mythologie|indischen Mythologie]] ein Schlangenwesen oder eine Schlangengottheit. Es gibt verschiedene Darstellungsformen: Entweder mit vollständiger Schlangengestalt, als Mensch mit Schlangenkopf oder mit menschlichem Körper, der in einer Schlangengestalt ausläuft. Häufig sind auch Darstellungen mit mehrköpfigen Schlangen, beziehungsweise einer mehrköpfigen Kobrahaube.
"Er traf
in einer Gegend, die etwa in demselben Gebiete liegt, von dem in
der neueren Zeit viel die Rede war, das aber in bezug auf seine
sozialen Zustände natürlich sich sehr geändert hat, er traf in dem
Gebiete des sogenannten Burgenlandes, über das gestritten worden
ist, ob es zu Zisleithanien oder zu Ungarn gehören sollte, in einem
Gebiet also des Burgenlandes, ein altes Mysterium. Der Oberpriester
dieses Mysteriums wird im Gilgamesch-Epos [[Xisuthros]] genannt.
Er traf ein altes Mysterium, das eine echte Mysterien-Nachform
der alten atlantischen Mysterien war, natürlich in einer Metamorphose,
wie das in einer so späten Zeit der Fall sein konnte.


Und in der Tat, in dieser Mysterienstätte wußte man die Erkenntnisfähigkeit
== Nagas in der indischen Mythologie ==
des Gilgamesch zu beurteilen, zu würdigen. Man wollte
Nagas sind als Wesen mit [[Magie|magischen]] Fähigkeiten bekannt und können jederzeit menschliche Gestalt annehmen. Gelegentlich sollen sie ihr Reich verlassen und sich unter die Menschen mischen. Sie gelten als Wächter von Übergängen, Schwellen und Türen, besonders auch im symbolischen Sinn. Erzfeind der Nagas ist [[Garuda]], das Begleittier von [[Vishnu]]. Darstellungen des Riesenvogels zeigen diesen oft mit Nagas in seinen Klauen.
ihm entgegenkommen. Es wurde ihm eine Prüfung auferlegt, die
dazumal vielen Schülern der Mysterien auferlegt worden ist. Die
Prüfung bestand darin, gewisse Exerzitien zu machen bei vollem
Wachsein durch sieben Tage und sieben Nächte. Das ging für ihn
nicht. Und so unterwarf er sich denn nur dem Surrogat einer solchen
Prüfung. Und dieses Surrogat bestand darin, daß ihm gewisse Substanzen
zubereitet wurden, die er in sich aufnahm und durch die er
in der Tat eine gewisse Erleuchtung bekam, wenn auch, wie es auf
diesem Felde immer der Fall ist, wenn nicht gewisse Ausnahmebedingungen
garantiert sind, diese in gewissem Sinne zweifelhaft
waren. Aber eine gewisse Erleuchtung war nun bei Gilgamesch vorhanden,
eine gewisse Einsicht in die Weltenzusammenhänge, in das
geistige Gefüge der Welt. So daß, als Gilgamesch diese Wanderung
vollendet hatte und wiederum zurückkehrte, in ihm in der Tat eine
hohe geistige Einsicht vorhanden war." {{Lit|{{G|233|52f}}}}
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Den Namen «Herzberg» dürfte Steiner aus dem Roman «Die Kinder der Liebe» von ''Karl Ivelin'' übernommen haben, der Steiner teilweise auch als Vorlage für die mittelalterlichen Szenen in seinem [[Mysteriendrama]] «[[Die Prüfung der Seele]]» gedient hatte:
Sehr oft werden die Wörter für Schlangen, Schlangendämonen, Nagas, halb-menschlichen, halb-schlangenhaften Wesen nicht unterschieden. Mehrere wichtige Schlangen jedoch tragen Namen. In der hinduistischen Mythologie etwa ist es [[Shesha]] („der Bleibende, der Rest“), der die Erde trägt, ein anderes Wort ist Ananta („der Unendliche“), die auf dem Wasser liegende Schlange, auf welcher [[Vishnu]] in seiner Form als [[Narayana|Narayan]] in kosmischem Schlaf ruht.
In der buddhistischen Mythologie hingegen beschützte der Nagakönig Mucalinda den [[Buddha]] in seiner mehrere Wochen dauernden Meditation vor Regen und Unwetter, indem er seine vielen Köpfe wie einen Schirm über ihn breitete.


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In der [[Wikipedia:Indische Volksreligion|südindischen Volksreligiosität]] werden Nagas, die als [[Chthonische Götter|chthonische Gottheiten]] vorhinduistischer religiöser Traditionen zu verstehen sind, häufig zum Gegenstand kultischer Verehrung. Diese Kulte fügen sich mehr oder weniger stark in die klassisch-hinduistischen Traditionen ein, beispielsweise räumlich-institutionell wie auf der nebenstehenden Abbildung: Diese Kultstätte, die am Fuß eines verwachsenen Baumes angelegt wurde, liegt auf dem Gelände des [[Wikipedia:Vishnuismus|vishnuitischen]] [[Vishnu|Vaigunda-Perumal]]-Tempels in [[Wikipedia:Kanchipuram|Kanchipuram]] und wird offenbar auch von dessen Priestern gepflegt.
"Wenn man die von Wiener-Neustadt über Kirchschlag nach Ungarn führende Straße in Kirchschlag verläßt, um über Bernstein auf einem kürzeren, wenn auch steileren, aber ob der anziehenden Gegend lohnenderen Gebirgsweg ins Bad Tatzmannsdorf zu gelangen, erreicht man in einer Wegstunde oberhalb des Gebirgsdorfes Redlschlag eine der höchsten Gebirgsspitzen des Eisenburger Komitats, den sogenannten ''"Herzberg"'' oder die ''"Redlschlager Höhe"'', wo die Blicke unwillkürlich gefesselt werden durch das Landschaftsbild, das der westliche Teil des Eisenburger Komitats hier bietet, das Land der Hienzen genannt, das durch seine Großartigkeit zu den schönsten Gebirgslandschaften zählt.


Nach allen Seiten ist die Aussicht gegen Österreich, Steiermark, Krain, Kroatien und das tiefe Ungarn unbeschränkt, und der Genuß, den der Anblick dieser wildromantischen Umgebung gegen Norden, der anmutigen Gefilde mit sanftgedehnten Hügelketten gegen Süden gewährt, entschädigt für die Mühe, die das Ersteigen dieses Gebirgsweges gekostet hat." {{Lit|Ivelin, S 7}}
In Südindien zeichnen Frauen oft verschlungene Muster vor die Türen, sogenannte [[Wikipedia:Kolam|Kolam]]s. Zu deren Zweck gehört, die Schlangengottheit Naga einzuladen, ihre schützende, glück- und fruchtbarkeitverheißende Kraft für die Hausbewohner zu entfalten.
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Der Berg liegt am Westrand der [[Wikipedia:Pannonische Tiefebene|pannonischen Tiefebene]], wenige Kilometer nördlich von [[Wikipedia:Bernstein (Burgenland)|Bernstein]] bei [[Wikipedia:Redlschlag|Redlschlag]] in den Ausläufern der [[Wikipedia:Bucklige Welt (Niederösterreich)|Buckligen Welt]]. Der Name «Herzberg» ist zwar in der Gegend weitgehend unbekannt und auch auf alten Karten nicht verzeichnet, konnte aber mittlerweile mit dem an der Landesstraße L104 gelegenen „Steinstückl“ identifiziert werden<ref>Jürg-Hinrich Volkmann: ''Templer im Burgenland'', in ''Das Goetheanum'', Jg. 1992, Seite 568</ref>. Eine gute Sicht auf den Herzberg (833 m) eröffnet sich, wenn man von dem künstlich angelegten „Scheahaufen“ (814 m), der an der Straße zwischen Bernstein und [[Wikipedia:Kirchschlag in der Buckligen Welt|Kirchschlag]] liegt, Richtung Bernstein blickt<ref>[http://pannonien.tv/wandertipp-mystische-hugel-rund-um-bernstein/2009/ Wandertipp: Mystische Hügel rund um Bernstein]</ref>.
Durch den Kulturaustausch zwischen [[Wikipedia:Tibet|Tibet]] und Indien im Rahmen der Verbreitung des Buddhismus wurden Nagas ebenfalls in die tibetische Mythologie integriert. Dort sind sie unter dem Namen "Klu" bekannt. Sie zählen zu den acht Grundformen der Geister und Dämonen und gehören zu den ältesten dieser Formen. Der größte See Tibets, der [[Wikipedia:Yamzhog Yumco|Yamzhog Yumco]], gilt als eine Wohnstätte der Naga-Könige.


== Literatur ==
== Südostasien ==
* Karl Ivelin: ''Die Kinder der Liebe: bewegtes Leben unter der Erde : historisch-romantische Sage aus Bernsteins alten Tagen'', Parzival-Verlag, 1992, ISBN 978-3-9520080-6-5
Nagas sind auch in [[Wikipedia:Südostasien|Südostasien]] bekannt, wohin sie mit der Ausbreitung der [[Wikipedia:Hinduismus|hinduistischen]] Religion spätestens im 6. Jahrhundert gelangt sind. In der [[Wikipedia:Thailand|thailändischen]] Mythologie sind die unzähligen horizontalen Ebenen des mythischen Berges [[Meru]], der Achse des Universums, die Wohnstatt von himmlischen, irdischen und unterirdischen Wesen. Dort hausen in der Unterwelt neben den [[Yaksha]]s, den dämonischen Wächtern, auch Nagas, die als Schlangen und zugleich als [[Drache|Drachen]] verstanden werden. In unserer Welt sollen sie auf dem Grund von Flüssen, Seen und Meeren großartige Paläste bewohnen, reich geschmückt mit Perlen und Edelsteinen. Sie werden auch als Beschützer geistiger Schätze angesehen.
* Rudolf Steiner: ''Die Weltgeschichte in anthroposophischer Beleuchtung und als Grundlage der Erkenntnis des Menschengeistes'', [[GA 233]] (1991), ISBN 3-7274-2331-5 {{Vorträge|233}}
 
Bei dem in der [[Wikipedia:Indonesischer Archipel|malaiischen]] Inselwelt weit verbreiteten [[Wikipedia:Kris|Kris]], einem gewellten zeremoniellen Dolch, wird die Verbindung zur mythischen Schlange häufig durch einen Schlangenkopf, gelegentlich auch Elefantenkopf am Schaft ''(ganja)'' deutlich. Die Art, wie der Kris getragen wird, zeigt den gesellschaftlichen Rang seines Besitzers. Auf [[Wikipedia:Java (Insel)|Java]] und besonders [[Wikipedia:Bali|Bali]] wird der Kris als Träger übernatürlicher Kräfte in Zeremonien eingesetzt. Die balinesische Welt ruht auf einer Schildkröte ''(Bedawang)'' und den beiden Schlangen ''Anantabhoga'' und ''Basuki.'' Holzskulpturen zeigen eine gekrönte Nagaschlange auf dem Rücken einer Schildkröte und obenauf die Reisgöttin Devi Sri.<ref>Urs Ramseyer: ''Kultur und Volkskunst in Bali.'' Atlantis Verlag, Zürich 1977, S. 67,101, 161. ISBN 3-7611-0525-8</ref>
 
In den [[Kosmogonie|kosmogonischen]] Mythen [[Wikipedia:Indonesien|Indonesien]]s sind die Symboltiere der Unterweltgottheiten meist weiblich und stehen in Gegensatz zu den oberweltlichen männlichen Symbolen wie dem [[Wikipedia:Nashornvögel|Nashornvogel]] oder Hahn. Die im Westen [[Wikipedia:Sumatra|Sumatra]]s liegende Insel [[Wikipedia:Nias|Nias]] wird wie Bali nach indisch-mythologischem Vorbild von einer Naga getragen.
 
Über die ehemals hinduistisch beeinflussten Kulturen sind mythologische Vorstellungen von Nagas in die [[Wikipedia:Naturreligion|naturreligiösen]] Glaubensformen mehrerer Ethnien auf den östlichen indonesischen Inseln gelangt. Andere hinduistische Elemente sind dort selten. Auch die örtlichen Bezeichnungen für die mythischen Schlangen gehen nur gelegentlich auf das Sanskritwort ''naga'' oder das [[Wikipedia:Malaiische und indonesische Sprache|indonesische]] ''ular'' („Schlange“) zurück.
 
=== Nagas bei den Dayak ===
Bei den Tuman-[[Wikipedia:Dayak|Dayak]] in [[Wikipedia:Borneo|Borneo]], an der Westgrenze der indonesischen Provinz [[Wikipedia:Kalimantan Tengah|Kalimantan Tengah]], werden beim traditionellen Totenritual ''(tiwah)'' verschiedene Tiermasken getragen, darunter ist eine ''luha nago'' (Naga). Auf einem Pfosten steht eine Nagafigur mit einem Nashornvogel an der Spitze. Wenn während des rituellen Tanzes zu Beginn der Beerdigungszeremonie der hölzerne Sarg aufgedeckt wird, kommt an der Spitze des Sarges, an der die Füße des Verstorbenen liegen, ein großer Nagakopf zum Vorschein. Das hintere Ende wird durch einen gewundenen Nagaschwanz verlängert. Nagas, die für die Elemente Erde und Wasser stehen, überragen oft den [[Wikipedia:Bug (Schiff)|Bug]] an großen Booten. Eine besondere Darstellung der Nagaköpfe bei den Tuman-Dayak belegt möglicherweise deren behauptete Abstammung von den [[Wikipedia:Minangkabau|Minangkabau]] auf [[Wikipedia:Sumatra|Sumatra]]. Die Oberkiefer sind immer ähnlich einem Elefantenstoßzahn weit nach vorn verlängert. Ein musealer Kopf an einem Kanu aus Sumatra stellt eine Mischform aus einer Naga und dem indischen Elefantengott [[Ganesh]] dar.<ref>Herwig Zahorka: [http://www.thefreelibrary.com/A+Tumon+Dayak+burial+ritual+(Ayah+Besar):+description+and...-a093533241 ''A Tumon Dayak burial ritual (Ayah Besar): description and interpretation of its masks, disguises, and ritual practices. (Research Notes).'' Borneo Research Council, 2001]</ref>
 
=== Nagas auf den Kleinen Sunda-Inseln ===
Nagas besaßen in der traditionellen Kultur einiger ostindonesischen [[Wikipedia:Kleine Sunda-Inseln|Kleinen Sunda-Inseln]] (besonders [[Wikipedia:Alor|Alor]] und [[Wikipedia:Pantar (Insel)|Pantar]]) eine Schutzfunktion an Gemeinschaftshäusern ([[Wikipedia:Adat|Adat]]-Häusern). Der Glauben an die magischen Kräfte der Nagas ging zum großen Teil durch die Christianisierung verloren. Naga-Darstellungen finden sich noch an einer im Stil eines traditionellen Hauses errichteten [[Wikipedia:Moschee|Moschee]] in Lerabaing (Alor) und verweisen auf die Übernahme alter Geistervorstellungen in den [[islam]]ischen Glauben.<ref>Susanne Rodemeier: [http://www.journal-ethnologie.de/Deutsch/Schwerpunktthemen/Schwerpunktthemen_2008/Welterbe/Von_Schlangendrachen_und_Rankennagas/index.phtml ''Von Schlangendrachen und Rankennagas.'' Museum der Weltkulturen, Frankfurt 2008]</ref>
 
Anfang des 20. Jahrhunderts verbrannten Missionare alle schlangenähnlichen Holzfiguren, die nicht rechtzeitig von der Bevölkerung versteckt wurden. Dadurch sollte die Machtlosigkeit dieser Schutzgeister demonstriert werden. Auf der Insel Alor waren die hölzernen Nagas mit einem sakralen Stein zu Füßen auf dem zentralen Dorfplatz (Festplatz) aufgestellt und wurden ''ulenai'' genannt. Da auch der ''Lego lego''-Tanz verboten wurde, konnten die traditionellen Begräbniszeremonien nicht mehr richtig stattfinden, was dazu führte, dass die [[Wikipedia:Ahnenkult|Ahnen]] aus dem Jenseits ebenso wenig wie die verschwundenen Nagas unterstützend eingreifen konnten und die Bevölkerung nicht wusste, wie sie sich vor dem Einfluss der fremden Nagas schützen sollte.


{{GA}}
Die eigene Naga kann vor den übelwollenden Nagas anderer Menschen schützen. Die Ursache für diese Kraft liegt im Schöpfungsmythos der ersten Menschen begründet. Der Urahn ''Manimoti'' versuchte in zwei Anläufen, Menschen zu erschaffen. Auf Anweisung des obersten Schöpfergottes ''Lahatala'' schnitzte er zwei Naga-Holzfiguren und legte sie unter einen Steinhaufen. Als Lahatala ihnen Atem gab, fingen sie an zu summen, regten sich aber ansonsten nicht. Erst der zweite Versuch verlief erfolgreich. Dabei formte er die ersten Menschen, drei Männer und drei Frauen, aus Reis- und Maismehl, das mit Wachs und Wasser vermischt wurde. [[Wikipedia:Gong|Gong]]-Musik erweckte sie zum Leben. Nagas sind laut diesem Mythos eng mit den Menschen verbunden, es sind unvollendete Menschen, die durch den Atem zwar eine Seele erhalten haben, denen aber die Fähigkeit, selbständig leben zu können noch fehlt.


== Weblinks ==
Ernst Vatter fand um 1930 zwei Arten von Nagas auf den Kleinen Sunda-Inseln:<ref>Ernst Vatter: ''Ata Kiwan. Unbekannte Bergvölker im tropischen Holland. Ein Reisebericht.'' Bibliographisches Institut, Leipzig 1932</ref> naturalistische Holzfiguren und abstrahierte „Rankennagas“, bei denen die Schlangenform noch annähernd zu erkennen war. Die naturalistischen Figuren besaßen ein weit geöffnetes Maul mit spitzen Zähnen, unterhalb war ein Schälchen für Opfergaben aus dem Holz geformt, das bei den Rankennagas fehlte. Der Schwanz der naturalistischen Nagas endete manchmal in einer Vogelfigur, der in der indonesischen Mythologie häufig anzutreffenden Verbindung Schlange–Vogel.<ref>Susanne Rodemeier: [http://www.opus-bayern.de/uni-passau/volltexte/2007/87/pdf/Rodemeier_Mag_1993_2006.pdf ''Lego-lego Platz und naga-Darstellung. Jenseitige Kräfte im Zentrum einer Quellenstudie über die ostindonesische Insel Alor.'' (Magisterarbeit 1993) Universität Passau 2007]</ref>


* [https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=1CsJDDEx1yuDoIoT1bfq0mYX6m9g&om=1&ie=UTF8&hl=de&msa=0&spn=0.047789%2C0.078878&t=m&z=14&vpsrc=6&iwloc=0004b5a72f81579249c2e&ll=47.43397000000002%2C16.273909000000003 Lageplan des Herzbergs]
== Literatur ==
* Alexander M. Dubianski: ''Ritual and Mythological Sources of the Early Tamil Poetry.'' Egbert Forsten, Groningen 2000, ISBN 90-6980-110-8 (''Gonda Indological Studies'' 8), (Übersetzung von: ''Ритуально-мифологические истоки древнетамильской лирики.'' Наука, Москва 1989, ISBN 5-02-016976-5).
* Heiner Uber, Papu Pramod Mondhe: ''WeltSchlangen SchlangenWelten. Auf den Spuren eines Reptils durch Mythos und Magie.'' Frederking & Thaler, München 2002, ISBN 3-89405-399-2.
* [[Wikipedia:Heinrich Zimmer (Indologe)|Heinrich Zimmer]]: ''Indische Mythen und Symbole.'' Diederichs, Düsseldorf 1981, ISBN 3-424-00693-9.


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>


[[Kategorie:Gilgamesch-Epos]] [[Kategorie:Mysteriendrama]]
[[Kategorie:Indische Mythologie]]
[[Kategorie:Buddhistische Gottheit]]
[[Kategorie:Thailändische Mythologie]]
[[Kategorie:Mythische Schlange]]
[[Kategorie:Mythologischer Drache]]
 
{{Wikipedia1|Naga_(Mythologie)}}

Version vom 26. März 2012, 01:14 Uhr

Nagagöttin Manasa, besonders verehrt in Bengalen
Naga-Kultstätte in Kanchipuram, Tamil Nadu, Indien
Buddha von Nagas beschirmt
Naga am Eingang zum Wat Phra Puttha Baht Si Roi, Mae Rim, Provinz Chiang Mai, Nordthailand

Naga (Sanskrit, m., नाग, nāga, Schlange) bezeichnet in der indischen Mythologie ein Schlangenwesen oder eine Schlangengottheit. Es gibt verschiedene Darstellungsformen: Entweder mit vollständiger Schlangengestalt, als Mensch mit Schlangenkopf oder mit menschlichem Körper, der in einer Schlangengestalt ausläuft. Häufig sind auch Darstellungen mit mehrköpfigen Schlangen, beziehungsweise einer mehrköpfigen Kobrahaube.

Nagas in der indischen Mythologie

Nagas sind als Wesen mit magischen Fähigkeiten bekannt und können jederzeit menschliche Gestalt annehmen. Gelegentlich sollen sie ihr Reich verlassen und sich unter die Menschen mischen. Sie gelten als Wächter von Übergängen, Schwellen und Türen, besonders auch im symbolischen Sinn. Erzfeind der Nagas ist Garuda, das Begleittier von Vishnu. Darstellungen des Riesenvogels zeigen diesen oft mit Nagas in seinen Klauen.

Sehr oft werden die Wörter für Schlangen, Schlangendämonen, Nagas, halb-menschlichen, halb-schlangenhaften Wesen nicht unterschieden. Mehrere wichtige Schlangen jedoch tragen Namen. In der hinduistischen Mythologie etwa ist es Shesha („der Bleibende, der Rest“), der die Erde trägt, ein anderes Wort ist Ananta („der Unendliche“), die auf dem Wasser liegende Schlange, auf welcher Vishnu in seiner Form als Narayan in kosmischem Schlaf ruht. In der buddhistischen Mythologie hingegen beschützte der Nagakönig Mucalinda den Buddha in seiner mehrere Wochen dauernden Meditation vor Regen und Unwetter, indem er seine vielen Köpfe wie einen Schirm über ihn breitete.

In der südindischen Volksreligiosität werden Nagas, die als chthonische Gottheiten vorhinduistischer religiöser Traditionen zu verstehen sind, häufig zum Gegenstand kultischer Verehrung. Diese Kulte fügen sich mehr oder weniger stark in die klassisch-hinduistischen Traditionen ein, beispielsweise räumlich-institutionell wie auf der nebenstehenden Abbildung: Diese Kultstätte, die am Fuß eines verwachsenen Baumes angelegt wurde, liegt auf dem Gelände des vishnuitischen Vaigunda-Perumal-Tempels in Kanchipuram und wird offenbar auch von dessen Priestern gepflegt.

In Südindien zeichnen Frauen oft verschlungene Muster vor die Türen, sogenannte Kolams. Zu deren Zweck gehört, die Schlangengottheit Naga einzuladen, ihre schützende, glück- und fruchtbarkeitverheißende Kraft für die Hausbewohner zu entfalten.

Durch den Kulturaustausch zwischen Tibet und Indien im Rahmen der Verbreitung des Buddhismus wurden Nagas ebenfalls in die tibetische Mythologie integriert. Dort sind sie unter dem Namen "Klu" bekannt. Sie zählen zu den acht Grundformen der Geister und Dämonen und gehören zu den ältesten dieser Formen. Der größte See Tibets, der Yamzhog Yumco, gilt als eine Wohnstätte der Naga-Könige.

Südostasien

Nagas sind auch in Südostasien bekannt, wohin sie mit der Ausbreitung der hinduistischen Religion spätestens im 6. Jahrhundert gelangt sind. In der thailändischen Mythologie sind die unzähligen horizontalen Ebenen des mythischen Berges Meru, der Achse des Universums, die Wohnstatt von himmlischen, irdischen und unterirdischen Wesen. Dort hausen in der Unterwelt neben den Yakshas, den dämonischen Wächtern, auch Nagas, die als Schlangen und zugleich als Drachen verstanden werden. In unserer Welt sollen sie auf dem Grund von Flüssen, Seen und Meeren großartige Paläste bewohnen, reich geschmückt mit Perlen und Edelsteinen. Sie werden auch als Beschützer geistiger Schätze angesehen.

Bei dem in der malaiischen Inselwelt weit verbreiteten Kris, einem gewellten zeremoniellen Dolch, wird die Verbindung zur mythischen Schlange häufig durch einen Schlangenkopf, gelegentlich auch Elefantenkopf am Schaft (ganja) deutlich. Die Art, wie der Kris getragen wird, zeigt den gesellschaftlichen Rang seines Besitzers. Auf Java und besonders Bali wird der Kris als Träger übernatürlicher Kräfte in Zeremonien eingesetzt. Die balinesische Welt ruht auf einer Schildkröte (Bedawang) und den beiden Schlangen Anantabhoga und Basuki. Holzskulpturen zeigen eine gekrönte Nagaschlange auf dem Rücken einer Schildkröte und obenauf die Reisgöttin Devi Sri.[1]

In den kosmogonischen Mythen Indonesiens sind die Symboltiere der Unterweltgottheiten meist weiblich und stehen in Gegensatz zu den oberweltlichen männlichen Symbolen wie dem Nashornvogel oder Hahn. Die im Westen Sumatras liegende Insel Nias wird wie Bali nach indisch-mythologischem Vorbild von einer Naga getragen.

Über die ehemals hinduistisch beeinflussten Kulturen sind mythologische Vorstellungen von Nagas in die naturreligiösen Glaubensformen mehrerer Ethnien auf den östlichen indonesischen Inseln gelangt. Andere hinduistische Elemente sind dort selten. Auch die örtlichen Bezeichnungen für die mythischen Schlangen gehen nur gelegentlich auf das Sanskritwort naga oder das indonesische ular („Schlange“) zurück.

Nagas bei den Dayak

Bei den Tuman-Dayak in Borneo, an der Westgrenze der indonesischen Provinz Kalimantan Tengah, werden beim traditionellen Totenritual (tiwah) verschiedene Tiermasken getragen, darunter ist eine luha nago (Naga). Auf einem Pfosten steht eine Nagafigur mit einem Nashornvogel an der Spitze. Wenn während des rituellen Tanzes zu Beginn der Beerdigungszeremonie der hölzerne Sarg aufgedeckt wird, kommt an der Spitze des Sarges, an der die Füße des Verstorbenen liegen, ein großer Nagakopf zum Vorschein. Das hintere Ende wird durch einen gewundenen Nagaschwanz verlängert. Nagas, die für die Elemente Erde und Wasser stehen, überragen oft den Bug an großen Booten. Eine besondere Darstellung der Nagaköpfe bei den Tuman-Dayak belegt möglicherweise deren behauptete Abstammung von den Minangkabau auf Sumatra. Die Oberkiefer sind immer ähnlich einem Elefantenstoßzahn weit nach vorn verlängert. Ein musealer Kopf an einem Kanu aus Sumatra stellt eine Mischform aus einer Naga und dem indischen Elefantengott Ganesh dar.[2]

Nagas auf den Kleinen Sunda-Inseln

Nagas besaßen in der traditionellen Kultur einiger ostindonesischen Kleinen Sunda-Inseln (besonders Alor und Pantar) eine Schutzfunktion an Gemeinschaftshäusern (Adat-Häusern). Der Glauben an die magischen Kräfte der Nagas ging zum großen Teil durch die Christianisierung verloren. Naga-Darstellungen finden sich noch an einer im Stil eines traditionellen Hauses errichteten Moschee in Lerabaing (Alor) und verweisen auf die Übernahme alter Geistervorstellungen in den islamischen Glauben.[3]

Anfang des 20. Jahrhunderts verbrannten Missionare alle schlangenähnlichen Holzfiguren, die nicht rechtzeitig von der Bevölkerung versteckt wurden. Dadurch sollte die Machtlosigkeit dieser Schutzgeister demonstriert werden. Auf der Insel Alor waren die hölzernen Nagas mit einem sakralen Stein zu Füßen auf dem zentralen Dorfplatz (Festplatz) aufgestellt und wurden ulenai genannt. Da auch der Lego lego-Tanz verboten wurde, konnten die traditionellen Begräbniszeremonien nicht mehr richtig stattfinden, was dazu führte, dass die Ahnen aus dem Jenseits ebenso wenig wie die verschwundenen Nagas unterstützend eingreifen konnten und die Bevölkerung nicht wusste, wie sie sich vor dem Einfluss der fremden Nagas schützen sollte.

Die eigene Naga kann vor den übelwollenden Nagas anderer Menschen schützen. Die Ursache für diese Kraft liegt im Schöpfungsmythos der ersten Menschen begründet. Der Urahn Manimoti versuchte in zwei Anläufen, Menschen zu erschaffen. Auf Anweisung des obersten Schöpfergottes Lahatala schnitzte er zwei Naga-Holzfiguren und legte sie unter einen Steinhaufen. Als Lahatala ihnen Atem gab, fingen sie an zu summen, regten sich aber ansonsten nicht. Erst der zweite Versuch verlief erfolgreich. Dabei formte er die ersten Menschen, drei Männer und drei Frauen, aus Reis- und Maismehl, das mit Wachs und Wasser vermischt wurde. Gong-Musik erweckte sie zum Leben. Nagas sind laut diesem Mythos eng mit den Menschen verbunden, es sind unvollendete Menschen, die durch den Atem zwar eine Seele erhalten haben, denen aber die Fähigkeit, selbständig leben zu können noch fehlt.

Ernst Vatter fand um 1930 zwei Arten von Nagas auf den Kleinen Sunda-Inseln:[4] naturalistische Holzfiguren und abstrahierte „Rankennagas“, bei denen die Schlangenform noch annähernd zu erkennen war. Die naturalistischen Figuren besaßen ein weit geöffnetes Maul mit spitzen Zähnen, unterhalb war ein Schälchen für Opfergaben aus dem Holz geformt, das bei den Rankennagas fehlte. Der Schwanz der naturalistischen Nagas endete manchmal in einer Vogelfigur, der in der indonesischen Mythologie häufig anzutreffenden Verbindung Schlange–Vogel.[5]

Literatur

  • Alexander M. Dubianski: Ritual and Mythological Sources of the Early Tamil Poetry. Egbert Forsten, Groningen 2000, ISBN 90-6980-110-8 (Gonda Indological Studies 8), (Übersetzung von: Ритуально-мифологические истоки древнетамильской лирики. Наука, Москва 1989, ISBN 5-02-016976-5).
  • Heiner Uber, Papu Pramod Mondhe: WeltSchlangen SchlangenWelten. Auf den Spuren eines Reptils durch Mythos und Magie. Frederking & Thaler, München 2002, ISBN 3-89405-399-2.
  • Heinrich Zimmer: Indische Mythen und Symbole. Diederichs, Düsseldorf 1981, ISBN 3-424-00693-9.

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Naga_(Mythologie) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.