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Version vom 1. Oktober 2017, 19:53 Uhr

Joachim Stiller in seiner Wohnung (um 2012)

Joachim Stiller (* 24. Juli 1968 in Beckum) ist ein deutscher Künstler, Philosoph und Schriftsteller. Außerdem ist er ein kritischer Anthroposoph[1] und Neomanichäer.

Leben und Wirken

Joachim Stiller: Regie' 68 (1996)
Joachim Stiller: Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! (1999)

Stiller ist seit seinem 21. Lebensjahr psychisch behindert. Er ließ sich 2003 berenten und verwirklicht sich seitdem selbst. Stiller versteht sich als Künstler, Philosoph und Schriftsteller, aber auch als anthroposophisch orientierter Sozial-, Wirtschafts- und Naturwissenschaftler. Er ist reiner Autodidakt. Er hat Feldstudien zu fast allen Bereichen der systematischen und historischen Philosophie betrieben. Stiller publiziert in erster Linie im Internet. So hat er seine sämtlichen Arbeiten und Schriften auf seiner Homepage veröffentlicht.

Um die Jahrtausendwende war Stiller regelmäßiger Tagungsteilnehmer im Internationalen Kulturzentrum in Achberg. Stiller hat bei Wilfried Heidt über zwei Konstitutionsprobleme gearbeitet, das des sozialen Organusmus und das der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft der Weihnachtstagung (AAG), ein damals viel diskutiertes Thema. Er hat auch die Entwicklung miterlebt, die zum Medianum-Bauimpuls geführt hat. Allerdings distanziert er sich heute unbedingt von diesem Projekt, das er für nicht zeilführend hält.

Stiller wohnt seit 2000 in Münster. Er führt dort das Leben eines Eremiten, der sich nach der Achberger Enttäuschung weitestgehend aus dem gesellschafltichen Leben zurückgezogne hat.

Auffällig bei Stiller ist die mangelnde Rezeption seines künstlerischen und philosophischen Werkes durch die Öffentlichkeit.

Werke

Joachim Stiller: Solidarität mit Chile (1986) - Die Erdkundalini bewegt sich von Tibet weg. Chile wird das neue spirituelle Zentrum der Welt.
Joachim Stiller:Ich bin nicht aus Pappe (1996)
Joachim Stiller:Alptraum (1997)
Joachim Stiller:Perpetuum mobile - Der Fortschritt ist eine Schnecke (1996)
Joachim Stiller: Sonnenblume (1988)
Joachim Stiller: Okkulte Physiologie (2002-2017)
Joachim Stiller: Kosmologie und Architektur: Blasenbau (1988)
Joachim Stiller: Beuyssche Schultafel (2001) mit dem Tafelbild 1: Was ist der Mensch?
Joachim Stiller: Rose für Direkte Demokratie (2005-2013)

Das Gesamtwerk von Joachim Stiller gliedert sich in sieben Bereiche:

Das aphoristische Werk

Das aphoristische Werk umfasst weit über 14 000 Aphorismen (ab 1998). Hier eine kleine Auswahl:

  • "Denken = Freiheit."
  • "Kreativität = Kapital."
  • "Soziale Kunst = Interaktion."
  • "Gewürze müssen immer handgreiflich sein."
  • "Ich glaube an die Macht der Träume."
  • "Die Zeit kommt immer von oben und fließt nach unten."
  • "Ich habe meine Seele an das Kreuz dieser Gesellschaft geschlagen." -
  • "Das Bauwerk muss sein wie die Musik, wie eine Symphonie, wie ein Konzert, wie eine Melodie."
  • "Phänomenologie heißt nichts anderes, als Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen."
  • "In der Psychiatrie gilt das Münchhausenprinzip: Man muss sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen."
  • "Gehen heißt ein Schritt nach dem anderen."
  • "Cogito ergo liber sum." (Ich denke, also bin ich frei.)
  • "Der weise Mann ist wie der Sämann, er sät, aber er erntet nicht."
  • "Ich bin ein Prophet des Antichristen."
  • "Lebe immer im Einklang mit Dir selbst, dann lebst Du auch im Einklang mit Deinem Schicksal."
  • "Bürger aller Länder, vereinigt Euch!"
  • "Zeit meines Lebens war ich Freidenker, Humanist und Menschenfreund. Und doch glaube ich an Gott. Für mich steht das nicht im Widerspruch zueinander."
  • "Politik ist Opium fürs Volk."
  • "Ich glaube an die Wandlung der katholischen Kirche."

Das lyrische Werk

Das lyrische Werk umfasst über 1000 Gedichte (1998-2012). Eines von Stillers schönsten Gedichten lautet: "Fels in der Brandung" (2002-03):

    
        Ich möcht' ein Fels in der Brandung sein,
        Die Wellen, sie peitschen gegen mich ein,
        Ich trotz' dem Wasser und auch dem Wind,
        Bis alle Wellen gebrochen sind.

Das erzählerische Werk

Das erzählerische Werk umfast zwei Erzählbände (Dachwitz - Kriminalerzählungen[2] 2004 und Mythen, Legenden, Märchen[3] 2007-2013), zwei Kinderbücher (Paul sucht die Zeit[4] 2004 und Paul hat ein Geheimnis[5] 2004) und eine experimentelle Autobiographie (bis 2016).

Das sozialwissenschaftliche Werk

Stiller hat die "Soziale Fünfgliederung"[6] entwickelt (bis 2017) und wichtige Beiträge zur "Dynamischen Wirtschaftstheorie" geliefert. Außerdem hat er eine "Neue klassische Theorie"[7] (2017) entwickelt.

Das philosophische Werk

Stiller hat praktisch zu allen wichtigen Themen der Philosophie gearbeitet. Sein bisheriges Hauptwerke, das nur im Internet veröffentlicht ist, ist der „Grundriss der Philosophie“.


Spirituelle Anthropologie

Stiller entwickelte in seiner "Spirituellen Anthropologie" ein neues Paradigma des Menschen, dass er den "Anthropos" nennt. Er fand 12 Formen des Denkens, praktisch beliebig viele Gefühlsnuancen, 12 Formen des Willens, 12 Empfindungsformen und 24 transzendentalen, regulative Ideen der Vernunft. Außerdem entwickelte Stiller ein ganz neues System der 24 Sinne. Er stellt dies in seinem "Grundriss der Philosophie I - Spirituelle Anthropologie"[8] (bis 2012) ausführlich dar.


Naturphilosophie

Stillers Naturphilosophie versteht sich durchaus als "spirituelle" Naturphilosophie. Er knüpft dabei an der Naturphilosophie der Anthroposophie mit ihren vier Naturreichen an, entwickelt darüber hinaus aber ein neues System der vier Elemente, das er in nun geänderer Weise mit der Lehre der vier Temperamente in Verbindung bringt. Er stellt dies in seinem "Grundriss der Philosophie II - Naturphilosophie"[9] (bis 2012) ausführlich dar.


Metaphysik

Im Rahmen seiner Metaphysik vertritt Stiller einen "gemäßigten" Pluralismus und einen "gemäßigten" Relativismus. Das setzt natürlich einen Individualismus zwingend voraus. Diesen Individualismus teilt Stiller mit der Anthroposophie Steiners.

Im Rahmen einer Metaphysik des Raumes und der Zeit entwickelte Stiller eine eigene Mystik der Zeit. Er sagt:

"Die Zeit kommt immer von oben und fließt nach unten."

Diese Mystik der Zeit wurde von Stiller paradigmatisch nicht zuletzt auch für seine "Neubegründung der Relativitätstheorie". Er ist der Meinung, dass die an sich invariante Ortszeit anders nicht verstanden werden könne.

Am Ende klärt Stiller noch den Begriff des Sinns als einem zweiseitigen Begriff. Sinn hat einerseits die Bedeutung von Bedeutung (Wikipedia:Bedeutungstheorie|Bedeutungstheorie) und andererseits die Bedeutung von Zweck (Handlungstheorie). Stiller stellt dies alles in seinem "Grundriss der Philosophie III - Metaphysik"[10] (bis 2012) ausführlich dar.


Ontologie

Der aristotelische Substanzbegriff und der Wesensbegriff fallen für Stiller weitestgehend zusammen. Grundlegende Eigenschaften der Dinge können entweder akzidentiell (accidentia) oder essentiell (essentia) sein.

Stiller stellt dies in seinem "Grundriss der Philosophie IV - Ontologie"[11] (bis 2012) ausführlich dar. Es kommen darin aber auch noch weitere Themen rund um die aristotelische Metaphysik zur Sprache. So unterscheidet Stiller strikt zwischen Seinsontologie, Prozessontologie und Substanz- bzw. Wesensmetaphysik. Es gibt aber auch noch ein Kapitel zur der von Stiller so genannten "Sprachontologie" mit der er eigentlich die Philosophie Hiedeggers zu charakterisieren versucht.


"Sein" als Kategorie des Denkens

"Sein" ist für Stiller keine bloße Koppola, wie für Aristoteles, Kant und Heidegger, sondern eine echte Kategorie des Denkens. Die drei genannten Philosophen hätten sich hier grundelgend geirrt. Stiller klärt dieses Problem in seiner Fundamentalonologie[12] von 2014. Darin findet sich auch seine neue Kategorienlehre mit einer Tafel von 32 Kategorien in einem revolutionären Quadrupelschema. Stiller stellt dies aber auch in seiner Kategorienschrifft[13] (2012-2016) und in der gleich zu besprechenden Logik auführlich dar.


Logik

Stiller definiert den Begriff Logik als Synthese von Kant und Tugendhat so:

"Logik ist die Kunst des formal richtigen Denkens und Schließens."

Er ist allerdings der Meinung, dass sich die formale Logik immer weiter von der eigentlichen Sprachlogik entfernt hat und daher unbrauchbar für die Philosophie geworden ist.

Stiller fand als erster die Pardoxien der materialen Replikation. Er stellt seine logischen Untersuchungen und Ideen u.a. in seinem "Grundriss der Philosophie V - Logik"[14] (bis 2012) ausführlich dar.


Erkenntnistheorie

Steiner definiert das Denken als das "Sich-Verbinden mit der Welt". Aber wie geht das von statten? Das Denken kann sich entweder mit der Wahrnehmung oder mit den Vorstellungen oder mit den Ideen verbinden. Dieses sind die vier Säulen der Erkenntnis. Darüber hinaus unterscheidet Stiller vier transzendentale Differenzen. Er vertritt einen Kritischen Realismus, der über Nicolai Hartmann, Eduard von Hartmann und John Locke bis zu Demokrit zurückreicht.

Bei Stillers neuer Erkenntnistheorie handelt es sich um eine grundsätzliche Erweiterung der Lehren von Thomas von Aquin, Kant und Steiner. Stiller stellt sie in seinem "Grundriss der Philosophie VI - Erkenntnistheorie"[15] (bis 2012) ausführlich dar.


Negative Ethik

Stiller entwickelte ohne Kenntnis bereits vorhandener ähnlicher Bestrebungen bei Henning Ottmann und in der gerade auch in Münster besonders starken Medizinethik eine sich als universelle Ethik verstehende "Negative Ethik", mit der er sich sowohl vom Utilitarismus Benthams und Mills, wie auch von der Deontologie Kants abzugrenzen Versucht. Zentral für diese negarive Etkik ist das sogenannte "Nichtschadensprinzip" (nonmaleficence):

"Gut ist, was niemandem schadet."

Der dazugehörige (neue)Kategorische Imperativ (KI) lautet:

"Handle immer so, dass Du nach Möglichkeit niemandem schadest."

Stiller glaube nicht nur, mit dieser neuen Ethik die Widersprüche der Kantschen Ethik lösen, sondern auch, Moralität letztbegründen zu könne. Er stellt dies in seinem "Grundriss der Philosophie VII - Negative Ethik"[16] (bis 2016) ausführlich dar.


Ästhetik

In der Ästhetik vertritt Stiller einen radikalen ästhetischen Subjektivismus. Stiller glaubt nachweisen zu können, dass dieser radikale ästhetische Subjektivismus bereits bei Plotin voll ausgebildet ist. Auch Plotin spircht nicht nur von einem reinen Geschmacksurteil, sondern macht dieses am eigenen, an sich subjektiven Gefallen fest. In Anlehnung an Plotin formuliert Stiller den radikalen ästehetischen Subjektivismus wie folgt:

"Schön ist, was gefällt."

Mehr lässt sich über das Schöne nicht sagen, so Stillers Überzeugung. Er stellt dies in seinem "Grundriss der Philosophie VIII - Ästhetik"[17] (bis 2016) ausführlich dar.

Dies sind die wichtigsten Theman aus dem "Grundriss der Philosophie" von Joachim Stiller.


Sonstiges

Stiller entwickelte über seinen "Grundriss" hinaus eine neue Handlungstheorie[18] (2014) und eine neue Sprechakttheorie[19] (2017). Außerdem arbeitete Stiller eine Widerlegung der Handlungstheorie von Davidson[20] (2014) und eine Widerlegung der Gerechtigkeitstheorie von Harsanyi und Rawls[21] (2017) aus.

Das naturwissenschaftliche Werk

Stiller hat eine Neubegründung der Relativitätstheorie[22][23][24] (2008-16) ausgearbeitet, aber auch über die Kosmologie[25] im Allgemeinen (2009-17) und die Dunkle Materie[26] im Besonderen (2012-2016) geforscht und gearbeitet. Er entwickelte das "Kosmologische Trilemma"[27] (2012-2016) als neues kosmologisches Frageparadigma im Zusammenhang mit der Modellierung des Weltalls. Außerdem glaubt Stiller nachweisen zu könne, dass es keine Dunkle Energie (DE) gibt. Er stellt dies ebenfalls in seiner Kosmologie dar.

Das künstlerische Werk

Stiller hat vor allem Objekte (ca. 200) und Zeichnungen (ca. 300) geschaffen. Dabei hat er sich vor allem an Joseph Beuys orientiert, von dem er als von „seinen großen Lehrer“ spricht. Stiller versteht sich als Beuys-Schüler in der zweiten Generation.

Einzelausstellungen

  • 2000 Berufsförderungswerk Hamm (BfW)

Schriften (eine Auswahl)

Joachim Stiller:Spirituelle Anthropologie

Print-Ausgaben sind nicht erhältlich.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Joachim Stiller: Projekt Kritische Anthroposophie
  2. Joachim Stiller: Dachwitz - Kriminalerzählungen (2004)
  3. Joachim Stiller: Mythen, Legenden, Märchen (2007-2013)
  4. Joachim Stiller: Paul sucht die Zeit - Kinderbuch 1 (2004)
  5. Joachim Stiller: Paul hat ein Geheimnis - Kinderbuch 2 (2004)
  6. Joachim Stiller: Die soziale Fünfgleiderung (bis 2017)
  7. Joachim Stiller: Neue klassische Theorie (2017)
  8. Joachim Stiller: Grundriss der Philosophie I - Spirituelle Anthropologie (bis 2012)
  9. Joachim Stiller: Grundriss der Philosophie II - Naturphilosophie (bis 2012)
  10. Joachim Stiller: Grundriss der Philosophie III - Metaphysik (bis 2012)
  11. Joachim Stiller: Grundriss der Philosophie IV - Ontologie (bis 2012)
  12. Joachim Stiller: Fundamentalontologie (2014)
  13. Joachim Stiller: Über die Urteile udn Kategorien (2012-2016)
  14. Joachim Stiller: Grundriss der Philosophie V - Logik (bis 2012)
  15. Joachim Stiller: Grundriss der Philosophie VI - Erkenntnistheorie (bis 2012)
  16. Joachim Stiller: Grundriss der Philosophie VII - Negative Ethik (bis 2016)
  17. Joachim Stiller: Grundriss der Philosophie VIII - Ästhetik (bis 2016)
  18. Joachim Stiller: Neue Handlungstheorie (2014)
  19. Joachim Stiller: Neue Sprechakttheorie (2017)
  20. Joachim Stiller: Donald Davidson: Handlungen, Gründe, Ursachen (2014)
  21. Joachim Stiller: Die Widerlegung von Harsanyi und Wawls (2017)
  22. Joachim Stiller: Zur Neubegründung der Relativitätstheorie I (2008-2012)
  23. Joachim Stiller: Zur Neubegründung der Relativitätstheorie II (2009)
  24. Joachim Stiller: Zur Neubegründung der Relativitätstheorie III (2013-2016)
  25. Joachim Stiller: Zur Kosmologie des Weltalls (2008-2017)
  26. Joachim Stiller: Zur Wasserstoffhypothese der Dunklen Materie (2012-2016))
  27. Joachim Stiller: Kosmologisches Trilemma (2012-2016))