Thomas S. Kuhn

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Thomas S. Kuhn

Thomas Samuel Kuhn (* 8. Juli 1922 in Cincinnati, Ohio; † 17. Juni 1996 in Cambridge, Massachusetts) war einer der bedeutensten Wissenschaftstheoretiker und Wissenschaftshistoriker des 20. Jahrhunderts.

Sein Hauptwerk «The Structure of Scientific Revolutions» (dt. Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen) beschreibt die Entwicklung der Wissenschaften als eine Abfolge von ruhigeren Phasen, die durch ein bestimmtes normatives Paradigma geprägt sind, und revolutionären Umbrüchen, die durch einen radikalen Paradigmenwechsel gekennzeichnet sind.

Ein Paradigma funktioniert nach Kuhn,

„... indem es dem Wissenschaftler sagt, welche Entitäten es in der Natur gibt und welche nicht, und wie sie sich verhalten. Durch diese Informationen entsteht eine Landkarte, deren Einzelheiten durch reife wissenschaftliche Forschung aufgehellt werden. Und da die Natur viel zu komplex und vielfältig ist, um auf gut Glück erforscht zu werden, ist diese Landkarte genauso wichtig für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Wissenschaft wie Beobachtung und Experiment.“

Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, S. 121

Kuhn wandte sich damit auch gegen die von Karl Popper Falsifizierbarkeit als absoulutem Kriterium für die Wissenschaftlichkeit einer Theorie, da deren Gültigkeit immer nur in Relation zu einem bestimmten vorausgesetzten Paradigmas gegeben sei.

Siehe auch

Schriften

  • The Copernican Revolution: Planetary Astronomy in the Development of Western Thought. Harvard University Press, Cambridge 1957.
  • The Structure of Scientific Revolutions. University of Chicago Press, Chicago 1962.
    • deutsch: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967.
  • The Essential Tension: Selected Studies in Scientific Tradition and Change. University of Chicago Press, Chicago 1977, ISBN 0-226-45806-7.
    • deutsch: Die Entstehung des Neuen: Studien zur Struktur der Wissenschaftsgeschichte. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-518-07836-4.
  • Black-Body Theory and the Quantum Discontinuity 1894–1912. Clarendon, Oxford 1978, ISBN 0-19-502383-8.
  • The Road Since Structure: Philosophical Essays 1970–1993. With an autobiographical interview. University of Chicago Press, Chicago 2000, ISBN 0-226-45798-2.

Literatur

  • Helmut Kiene: Grundlinien einer essentialen Wissenschaftstheorie. Die Erkenntnistheorie Rudolf Steiners im Spannungsfeld moderner Wissenschaftstheorien, Urachhaus Vlg., Stuttgart 1984
  • Daniela Bailer-Jones, Cord Friebe: Thomas Kuhn. Mentis, Paderborn 2009.
  • Alexander Bird: Thomas Kuhn. Acumen, Chesham 2000.
  • Steve Fuller: Thomas Kuhn: A Philosophical History for Our Times. University of Chicago Press, Chicago 2000.
  • Steve Fuller: Kuhn vs. Popper: the struggle for the soul of science. Icon, Duxford 2003 (Studie über den wissenschaftstheoretischen Streit zwischen Popper und Kuhn).
  • Paul Hoyningen-Huene: Die Wissenschaftstheorie Thomas S. Kuhns. Rekonstruktion und Grundlagenprobleme. Vieweg, Braunschweig 1989 (engl.: Reconstructing Scientific Revolutions: Thomas Kuhn’s Philosophy of Science. University of Chicago Press, 1993). (Download, Buch Nr. 3)
  • Paul Hoyningen-Huene: Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen (The Structure of Scientific Revolutions, 1962). In: Interpretationen. Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert. Reclam, Stuttgart 1992, S. 314–334.
  • Paul Hoyningen-Huene: Thomas S. Kuhn. In: Journal for General Philosophy of Science. Band 28, 1997, S. 235–256. (online; PDF; 2,2 MB). Abgerufen am 2. März 2013
  • James A. Marcum: Thomas Kuhn’s revolution: an historical philosophy of science. Continuum, London 2005.
  • Thomas Nickles (Hrsg.): Thomas Kuhn (Contemporary Philosophy in Focus). Cambridge University Press, Cambridge 2003.
  • Uwe Rose: Thomas S. Kuhn: Verständnis und Mißverständnis. Zur Geschichte seiner Rezeption. (PDF; 2,8 MB). Dissertation. Universität Göttingen, 2004.
  • David C. Stove: Scientific Irrationalism: Origins of a Postmodern Cult. Transaction Publishers, New Brunswick 2001.
  • K. Brad Wray: Kuhn’s Evolutionary Social Epistemology. Cambridge University Press, Cambridge 2011.

Weblinks

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