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	<title>AnthroWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Anthroposophische_Gesellschaft_in_%C3%96sterreich&amp;diff=625738</id>
		<title>Anthroposophische Gesellschaft in Österreich</title>
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		<updated>2026-04-30T14:06:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Anthroposophische Gesellschaft in Österreich&#039;&#039;&#039; mit Hauptsitz in [[Wikipedia:Wien|Wien]] und Zweigen und Arbeitsgruppen in fast allen [[Wikipedia:Bundesland (Österreich)|Bundesländern]] [[Wikipedia:Österreich|Österreich]]s wurde [[Wikipedia:1950|1950]] als österreichische Landesgesellschaft der internationalen [[Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft|Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft]] als [[Verein]] nach [[Wikipedia:österreich|österreich]]ischem [[Recht]] begründet, nachdem sich die noch von [[Rudolf Steiner]] inaugurierte [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] in Österreich [[Wikipedia:1938|1938]] nach dem Einmarsch [[Wikipedia:Adolf Hitler|Hitlers]] selbst aufgelöst hatte, um dem drohenden Verbot zu entgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer nach langen Konflikten errungenen freundschaftlichen Zusammenarbeit mit der Landesgesellschaft besteht in Österreich daneben als unabhängige Organisation die [[Anthroposophische Gesellschaft in Österreich (1913)]] mit Sitz in [[Wikipedia:Wien|Wien]] [[Wikipedia:Hietzing|Hietzing]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adresse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Anthroposophische Gesellschaft in Österreich&lt;br /&gt;
Tilgnerstrasse 3&lt;br /&gt;
AT-1040 Wien&lt;br /&gt;
Tel. +43 1 505 34 54&lt;br /&gt;
Fax +43 1 505 34 54&lt;br /&gt;
[mailto:buero@anthroposophie.or.at buero@anthroposophie.or.at]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.anthroposophie.or.at www.anthroposophie.or.at] - Homepage der Anthroposophischen Gesellschaft in Österreich&lt;br /&gt;
* https://www.anthroposophie.or.at/veranstaltungen/&amp;lt;nowiki/&amp;gt;- Gemeinsamer Veranstaltungskalender der anthroposophischen und waldorfpädagogischen Einrichtungen in Österreich.&lt;br /&gt;
* https://www.anthroposophie.or.at/wegweiser/ - Der &#039;&#039;Wegweiser Anthroposophie&#039;&#039; ist die offizielle Zeitschrift der Landesgesellschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophische Gesellschaft|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophische Gesellschaft in Österreich|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Heiliger_Gral&amp;diff=625704</id>
		<title>Heiliger Gral</title>
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		<updated>2026-04-21T18:57:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Fachwissenschaftliche Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Tafelrunde.jpg|miniatur|Der Gral in der Mitte von Artus’ [[Tafelrunde]], französische [[Wikipedia:Manuskript|Handschrift]] des 14. Jhs.]]&lt;br /&gt;
Die Legende vom &#039;&#039;&#039;Heiligen Gral&#039;&#039;&#039; erscheint im späten [[Wikipedia:12. Jahrhundert|12. Jahrhundert]] in vielgestaltiger Form in der mittelalterlichen Erzählliteratur im Umkreis der [[Artus]]sage. Ihren geistigen Hintergund bildet die von [[Rudolf Steiner]] geschilderte [[Grals-Imagination]], die sich durch den geistigen Rückblick auf den [[Ätherleib]] des [[Mensch]]en enthüllt. In einem überlieferten Gespräch mit [[Johanna Gräfin Keyserlingk]] zeigt Steiner auch die Verbindung der [[Gralsburg]] zum dem in der [[Apokalypse des Johannes]] als Zukunftsvision geschilderten [[Neues Jerusalem|Neuen Jerusalem]] auf: Die Gralsburg existiere wirklich in der ätherischen Welt. Das neue Jerusalem sei das Urbild, wie es in Zukunft&lt;br /&gt;
sein werde.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Koberwitz 1924&#039;&#039;, herausgegeben v. Adalbert Graf Keyserlingk Stuttgart 1974, S 82&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herkunft des Wortes &#039;&#039;Gral&#039;&#039; ist nicht restlos geklärt: Am wahrscheinlichsten ist die Herleitung aus [[Wikipedia:Okzitanische Sprache|okzitanisch]] &#039;&#039;grazal&#039;&#039;, altfranzösisch &#039;&#039;graal&#039;&#039; „Gefäß, Schüssel“, das vermutlich [[Wikipedia:Etymologie|etymologisch]] auf griechisch &#039;&#039;[[Wikipedia:Krater (Gefäß)|krater]]&#039;&#039; „Mischgefäß“ (über [[latein]]isch &#039;&#039;cratalis/gradalis&#039;&#039;) zurückgeht. Im Altspanischen ist &#039;&#039;grial&#039;&#039; ebenso wie im Altportugiesischen &#039;&#039;gral&#039;&#039; ein gängiger Begriff für einen &#039;&#039;[[Wikipedia:Mörser (Werkzeug)|Mörser]]&#039;&#039; oder ein &#039;&#039;mörserförmiges Trinkgefäß&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Heilige Gral und der Edelstein aus der Krone Luzifers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Edelstein, der aus der Krone [[Luzifer]]s entfiel, und in gewisser Beziehung nichts anderes ist als die volle Kraft des menschlichen [[Ich]]s, wurde der Heilige Gral. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eine wunderbare,&lt;br /&gt;
herrliche Sage der Menschheit spricht davon, daß dem Luzifer,&lt;br /&gt;
als er vom Himmel auf die Erde herunterstürzte, ein Edelstein aus&lt;br /&gt;
seiner Krone fiel. Aus diesem Edelstein - so sagt uns die Sage - wurde&lt;br /&gt;
jenes Gefäß, in welchem der Christus Jesus mit seinen Jüngern das&lt;br /&gt;
Abendmahl genommen hat; jenes Gefäß, in dem aufgefangen worden&lt;br /&gt;
ist das Blut Christi, das vom Kreuze floß; jenes Gefäß, das von Engeln&lt;br /&gt;
in die westliche Welt gebracht worden ist und in der westlichen Welt&lt;br /&gt;
von denen aufgenommen wird, welche zum wahren Verständnis des&lt;br /&gt;
Christus-Prinzips vordringen wollen. Es wurde aus dem Stein, der&lt;br /&gt;
entfiel der Krone Luzifers, der heilige Gral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist der heilige Gral? Sie alle wissen, daß der Mensch, so wie er&lt;br /&gt;
heute ist, viergliedrig ist, den physischen, ätherischen, astralischen Leib&lt;br /&gt;
und das Ich hat, daß dieses Ich im Verlaufe des menschlichen Fortschrittes&lt;br /&gt;
entgegenschreiten muß einer immer mehr und mehr es erfüllenden&lt;br /&gt;
Vollkommenheit, daß es immer höher und höher steigen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer, dem im Orient herrschenden, gefallenen, ihm entfiel der Edelstein&lt;br /&gt;
aus der Krone; jener Edelstein ist in gewisser Beziehung nichts&lt;br /&gt;
anderes als &#039;&#039;die volle Kraft&#039;&#039; des menschlichen Ichs. Dieses menschliche&lt;br /&gt;
Ich muß erst in der Finsternis vorbereitet werden, um in einer neuen&lt;br /&gt;
würdigen Art den Stern Luzifers innerhalb des Christus-Lichtes erglänzen&lt;br /&gt;
zu sehen. Dieses Ich mußte sich hinauferziehen an dem Christus-&lt;br /&gt;
Prinzipe, heranreifen zu dem Edelstein, der nun nicht mehr dem Luzif er&lt;br /&gt;
gehört, der seiner Krone entfallen ist; das heißt, es mußte heranreifen&lt;br /&gt;
durch Weisheit, um wieder die Fähigkeit zu haben, das Licht, das uns&lt;br /&gt;
nicht von außen zufließt, das uns dann scheint, wenn wir selbst das&lt;br /&gt;
Nötige dazu tun können, zu ertragen. So ist geisteswissenschaftliche Arbeit&lt;br /&gt;
die Arbeit am menschlichen Ich, um es zum Gefäß zu machen, das&lt;br /&gt;
wiederum fähig ist, das Licht zu empfangen, das da ist, wo heute für&lt;br /&gt;
die äußeren Augen, für den äußeren menschlichen Verstand Finsternis&lt;br /&gt;
und Nacht ist. Eine alte Sage sagt, daß die Nacht die ursprüngliche&lt;br /&gt;
Herrscherin war. Diese Nacht ist aber wieder da; sie ist in allem, was&lt;br /&gt;
heute von Finsternis erfüllt ist. Erfüllen wir uns aber selbst mit jenem&lt;br /&gt;
Lichte, das uns aufgehen kann, wenn wir begreifen den Stern, den der&lt;br /&gt;
Lichtträger, der andere Geist, Luzif er verloren hat; dann wird uns jene&lt;br /&gt;
Nacht zum Tage. Die Augen hören auf zu schauen, wenn das äußere&lt;br /&gt;
Licht die Gegenstände nicht beleuchtet; der Verstand versagt, wenn es&lt;br /&gt;
sich darum handelt, hinter die äußere Natur der Dinge zu dringen; der&lt;br /&gt;
Stern, der uns wird, wenn die zugleich klare und gutgesinnte Forschung&lt;br /&gt;
spricht, der erleuchtet uns das, was nur scheinbar Nacht ist, macht es&lt;br /&gt;
uns zum Tage. Das aber ist es auch, was uns alle ertötenden und lähmenden&lt;br /&gt;
Zweifel nimmt.|113|21f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonne, Erde, Gral und Herz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Mit dem Ereignis auf Golgatha, als das Blut floß aus den Wunden&lt;br /&gt;
des großen Erlösers, als das kosmische Herzensblut die Erde durchdrang&lt;br /&gt;
und seine Kräfte sich bis in den Mittelpunkt ergossen, da wurde&lt;br /&gt;
die Erde leuchtend, von innen heraus strahlte Licht aus in ihre Umgebung.&lt;br /&gt;
Da wurde auch die Möglichkeit gegeben für jede menschliche&lt;br /&gt;
Individualität, in sich selber dieses Licht zu erleben. Als die&lt;br /&gt;
Erde der Leib des großen Sonnengeistes wurde, indem er sie mit seinen&lt;br /&gt;
Geisteskräften durchdrang, da wurden alle Wesen auf Erden&lt;br /&gt;
ebenso mit diesen Kräften begabt. Es war der Keim gelegt zur Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
von Sonne und Erde. Der physische Leib des Jesus&lt;br /&gt;
von Nazareth war der Vermittler, durch welchen die Kräfte aus dem&lt;br /&gt;
Kosmos sich mit der Erdenaura verbanden. Und als das Blut aus diesem&lt;br /&gt;
Leibe floß auf Golgatha, da wurde die Erde wieder in die Sonnenkraft&lt;br /&gt;
aufgenommen. Seitdem strahlt diese Christus-Kraft von&lt;br /&gt;
ihrem Mittelpunkte in die Umgebung hinaus, und aus der Sonne&lt;br /&gt;
strahlt die Christus-Kraft in die Erde hinein. Der Mensch kann diese&lt;br /&gt;
Kraft, dieses Licht erleben in sich selber als Erdenmensch, wenn er&lt;br /&gt;
sich erkennt als einen Teil der Erde, die als physischer Leib des&lt;br /&gt;
Christus durchdrungen ist von seiner Wesenheit. Dann leuchtet in&lt;br /&gt;
ihm das weiße Licht aus seinem Innern entgegen, wie es aus dem&lt;br /&gt;
Mittelpunkt der Erde herausstrahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann der Mensch die Christus-Kraft und das Christus-Licht&lt;br /&gt;
auch so erleben, wie es von außen herantretend ihn bestrahlt und&lt;br /&gt;
durchdringt mit höherem Leben. Dann umgibt und durchdringt es&lt;br /&gt;
ihn, wie es, aus der Sonne hineinstrahlend, die Erde durchlebt. Dann&lt;br /&gt;
fühlt sich der Mensch im Geiste vereint mit dieser Sonnenkraft, er&lt;br /&gt;
empfindet sich wie von seinem Herzen heraus zusammenwachsend&lt;br /&gt;
mit dem großen kosmischen Herzen. Als ein höheres Wesen, lebend&lt;br /&gt;
in dieser geistigen Sonne, erkennt er sein wahres Selbst, so verbunden&lt;br /&gt;
mit ihr, wie er als Erdenmensch mit der Erde selber verbunden&lt;br /&gt;
ist. Und wie die Sonnenkräfte die Erde durchleuchten und beleben,&lt;br /&gt;
so durchleuchtet und durchlebt dieses höhere Wesen den Erdenmenschen&lt;br /&gt;
mit seinen Kräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Tempel des menschlichen Leibes befindet sich ein Heiligstes&lt;br /&gt;
vom Heiligen. Viele Menschen leben in dem Tempel, ohne etwas&lt;br /&gt;
davon zu wissen. Aber die, welche es ahnen, erhalten dadurch&lt;br /&gt;
die Kraft, sich so zu läutern, daß sie in dieses Heiligste hineingehen&lt;br /&gt;
dürfen. Da befindet sich das heilige Gefäß, welches durch Zeitepochen&lt;br /&gt;
hindurch vorbereitet wurde, auf daß, wenn die Zeit käme, es&lt;br /&gt;
fähig sein könne, das Christus-Blut, das Christus-Leben in sich zu&lt;br /&gt;
enthalten. Wenn der Mensch hineingegangen ist, so hat er auch den&lt;br /&gt;
Weg gefunden zu dem Allerheiligsten in dem großen Erdentempel.&lt;br /&gt;
Auch da leben viele auf der Erde, ohne davon zu wissen; aber wenn&lt;br /&gt;
der Mensch in seinem innersten Heiligtum sich gefunden hat, so&lt;br /&gt;
wird er auch da hineintreten dürfen und finden den Heiligen Gral.&lt;br /&gt;
Wie aus wunderbar glitzernden Kristallen geschliffen, welche Symbole&lt;br /&gt;
und Buchstaben formen, wird sich ihm das Gefäß zunächst zeigen,&lt;br /&gt;
bis er allmählich den heiligen Inhalt empfindet, so daß er für&lt;br /&gt;
ihn leuchtet im goldenen Glanze. In die Mysterienstätte seines eigenen&lt;br /&gt;
Herzens steigt ein Mensch hinein, dann geht ein göttliches&lt;br /&gt;
Wesen aus dieser Stätte hervor und verbindet sich mit dem Gott&lt;br /&gt;
draußen, mit dem Christus-Wesen. Es lebt in dem geistigen Lichte,&lt;br /&gt;
welches hineinstrahlt in das Gefäß und dieses dadurch heiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil der Mensch so lebt als zweifaches Wesen, kann er die geistige&lt;br /&gt;
Sonnenkraft in die Erde hineingießen und ein Bindeglied sein zwischen&lt;br /&gt;
Sonne und Erde. Wie aus dem Lebenszentrum, dem Herzen&lt;br /&gt;
heraus, das belebende Blut fließt und sich ergießt durch den ganzen&lt;br /&gt;
physischen Organismus bis in das Knochensystem hinein, welches&lt;br /&gt;
man - als äußere Verfestigung und Erstarrung im Organismus - als&lt;br /&gt;
Gegensatz auffassen kann des lebendigen, immer regsamen Herzens,&lt;br /&gt;
so muß eine jede menschliche Individualität werden ein Kanal für&lt;br /&gt;
das aus dem kosmischen Lebenszentrum fließende Blut, das die verfestigte&lt;br /&gt;
Erde mit Leben durchdringt. Wie ein kosmisches Knochensystem&lt;br /&gt;
kann die Erde gedacht werden. Sie würde ganz und gar verknöchert&lt;br /&gt;
und vertrocknet sein, wenn nicht das kosmische Herz&lt;br /&gt;
durch einen menschlichen Leib sein Lebensblut ausgeströmt und sie&lt;br /&gt;
dadurch auf das neue belebt hätte.|265|417f|418}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Legende der Gralssuche ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram von Eschenbach3.jpg|miniatur|hochkant|Der Burggraf von Patelamunt reitet Gahmuret, den er am Wappen erkannt hat, entgegen (UB Heidelberg, [[Wikipedia:Codex Palatinus Germanicus|Cod. Pal. germ.]] 339, Blatt 34r)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram von Eschenbach2.jpg|miniatur|hochkant|Gahmuret verlässt seine Heimat mit einem Begleiter (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, Blatt 5v)]]&lt;br /&gt;
Es gibt keine einheitliche oder originale Fassung der Gralslegende, aber die Überlieferungen haben viele gemeinsame Elemente:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen Überlieferungen ist gemeinsam, dass sie den Gral als ein wundertätiges [[Wikipedia:Gefäß (Behälter)|Gefäß]] in Form einer [[Wikipedia:Schale (Gefäß)|Schale]], eines [[Wikipedia:Kelch (Gefäß)|Kelchs]] oder eines Steines (&#039;&#039;lapis&#039;&#039;) beschreiben. Zusammen mit einer rätselhaften blutenden [[Wikipedia:Lanze|Lanze]] wird er in einer unzugänglichen Burg von Gralskönig und Gralsrittern bewacht. Er soll Glückseligkeit, ewige Jugend und Speisen in unendlicher Fülle bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses wunderkräftige und heilige Gefäß, das ewige Lebenskraft spendet, ist jedoch umgeben von einer Gemeinschaft, die unter einem Mangel leidet. Dieser Mangel drückt sich in verschiedenen Bildern aus: dem Siechtum des Königs, der Unfruchtbarkeit des Reiches (Motiv der &#039;&#039;terre gaste&#039;&#039;, des „Öden Lands“), der Sterilität der Gralsgemeinschaft. Daher wartet die Gralsgemeinschaft auf einen Helden, der den Gralskönig erlösen und ablösen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Held, [[Parzival]] (auch: Perceval Peredur, Perlesvaus), [[Gawain]], [[W:Galahad|Galahad]] oder [[W:Bors (Artussage)|Bors]], der in sich größten Heldenmut und eine [[Wikipedia:unschuld|unschuld]]ige Reinheit vereint, wächst abseits der Welt auf. Ihm fehlt der Sinn für die Wirklichkeit, ein Fehler, den er jedoch durch seine Unschuld oder Naivität wieder ausgleicht, weshalb er auch „tumber Tor“ oder „großer Narr“ genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held verlässt sein behütetes Zuhause und wünscht sich, der bedeutendste [[Wikipedia:Ritter|Ritter]] seiner Zeit zu werden. Am Hof von König [[Artus]] wird schließlich seine Bestimmung erkannt, und obwohl er sich häufig als dummer Narr erweist, wird er zum Ritter geschlagen und in die Gemeinschaft der [[Tafelrunde]] aufgenommen. Der Held erwirbt sich Ansehen, erst durch seinen tollkühnen Umgang mit Waffen und dann durch seine naive Art, als er sich einfach auf den „Platz der Gefahr“ setzt, der als [[Wikipedia:tabu|tabu]] gilt und stets für den [[Wikipedia:Auserwählter|Auserwählten]] freigehalten wurde. Damit wird deutlich, dass es sich bei dem Narren nur um den erwarteten Auserwählten handeln kann. In der Artus-Sage ist dieser &#039;&#039;Platz der Gefahr&#039;&#039; ein Ort im Wald, an dem ein Amboss steht, in dem ein Schwert steckt, das nur vom legitimen Thronerben des Königs herausgezogen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handlungsstränge einzelner Gralslegenden gehen nun etwas auseinander: Entweder reitet der Held alleine los, um sich auf die Suche zu begeben, oder der Heilige Gral erscheint als strahlende [[Erscheinung|Vision]] am Tisch der [[Tafelrunde]], so dass sich alle Ritter bereit erklären, gemeinsam auf die Suche nach dessen Geheimnis zu gehen. Im Folgenden werden in diversen Variationen die Abenteuer der Ritter geschildert, die verschiedene Aufgaben lösen müssen. Der Held muss sich immer wieder neuen [[Wikipedia:Rätsel|Rätsel]]n stellen, beispielsweise die richtige Frage stellen, sich selbst treu bleiben, eine Burg erobern oder Unrecht rächen. Da in einigen Gralslegenden der Zauberer [[Merlin|Merlin]] als eigentlicher Initiator der Suche nach dem Gral angesehen wird, erscheint er jeweils um helfend einzugreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritter, die mit einem Makel behaftet sind, scheitern bei der Gralssuche. Der Held verändert sich während der Gralssuche, er erwirbt sich zu seinem Mut und seiner Unschuld auch Erfahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt gelingt es den Rittern gemeinsam oder dem Helden allein, das Geheimnis des Heiligen Grals zu enthüllen. Durch die Taten des Helden wird der Hüter des Grals, der verletzt oder krank ist, geheilt, und das zerstörte Land erblüht wieder zu einem Paradies. Der Held wird der Nachfolger des Gralshüters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprünge und Elemente der Legende ==&lt;br /&gt;
Im Gralsmythos laufen verschiedene Traditionen zusammen. Es handelt sich um eine Mischung aus [[Wikipedia:Kelten|keltischen]], [[Christentum|christlichen]] und [[Orient|orientalischen]] Sagen und Mythen. Im hochmittelalterlichen Gralsmythos vermischen sich Anliegen des Laienchristentums und des Feudaladels sowie Versatzstücke der christlichen [[Wikipedia:Liturgie|Liturgie]] ([[Wikipedia:Abendmahlskelch|Abendmahlskelch]]) und des Reliquienkultes ([[Heilige Lanze]]) mit den archetypischen Bildern und generationenlangen mündlichen Überlieferungen keltischer und orientalischer Herkunft (z.B. der Kessel der [[Ceridwen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordfrankreich war über mehrere Jahrhunderte hin ein Schmelztiegel gallisch-keltischer, romanischer, fränkischer und normannischer Bevölkerungsgruppen und ihrer Traditionen. In diesem Umfeld entstand die [[Artus]]-Sage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pilger- und Kriegszüge ins [[Wikipedia:Heiliges Land|Heilige Land]], die dort gesuchten Reliquien und Orte der Passionsgeschichte, die ständige Gefährdung der christlichen Herrschaft in [[Wikipedia:Königreich Jerusalem|Jerusalem]], die Gründung von Ritterorden wie den [[Wikipedia:Templerorden|Templern]] zum Schutz dieser Herrschaft trugen Stoff zu der Legende bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christliche Elemente ===&lt;br /&gt;
Außerhalb der Gralsromane gibt es eine kirchliche Überlieferung, die [[Josef von Arimathäa]] mit dem Kelch in Verbindung bringt. Diese geht auf den Bischof [[W:Amalarius|Amalarius von Metz]] zurück († um 850), der anfing, die Abendmahlsfeier [[Allegorie|allegorisch]] zu interpretieren. Der Altar wird hier das Grab Christi, das Altartuch das Leichentuch etc. Fassbar wird diese Überlieferung in Theologen des 12. und 13. Jahrhunderts wie [[Wikipedia:Rupert von Deutz|Rupert von Deutz]], [[Wikipedia:Hildebert von Tours|Hildebert von Tours]] und [[Wikipedia:William Durand|William Durand]]. Von diesen wiederum hat [[Wikipedia:Robert de Boron|Robert de Boron]] sein Gralsmaterial übernommen (vgl. Allen Cabaniss: &#039;&#039;Studies in English&#039;&#039;, 1963). In der Figur des Josef von Arimathäa kommt eine christliche Strömung zum Ausdruck, die abseits der offiziellen Glaubensrichtung steht. Er repräsentiert ein fernes Echo des [[Urchristentum]]s, das ohne Amtskirche auskam, und das im Bild der Gralsgemeinde und ihrer Kulthandlung um das Gralsgefäß weiterlebt. Um seine Person herum verkörperte sich die neu aufkommende Strömung der [[Wikipedia:Mysterienfrömmigkeit|Mysterienfrömmigkeit]] (etwa seit dem [[Wikipedia:8. Jahrhundert|8. Jahrhundert]]), die erst zur Zeit ihrer Unterdrückung durch die offizielle Kirche in die literarischen Zeugnisse eingegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr früh verband sich der Gral mit der christlichen Tradition der [[Eucharistie]]: Der Gral wurde als der [[Kelch (Gefäß)|Kelch]] verstanden, den Christus beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern benutzt hat und in dem Josef von Arimathäa das Blut Christi unter dessen Kreuz aufgefangen hat, wie schon früh in [[Wikipedia:apokryphen|apokryphen]] [[Wikipedia:Evangelium (Buch)|Evangelientexten]] erzählt wurde. Der Gral stellt sich damit als eine der zahlreichen mittelalterlichen Blut-Christi-[[Wikipedia:Reliquie|Reliquie]]n dar ([[Heilige Lanze|Longinuslanze]], [[Wikipedia:Turiner Grabtuch|Turiner Grabtuch]], [[Wikipedia:Schweißtuch der Veronika|Schweißtuch der Veronika]], [[Wikipedia:Eucharistiewunder von Lanciano|Eucharistie-Wunder]] von [[Wikipedia:Lanciano|Lanciano]], Blutwunder des [[Wikipedia:Januarius|Januarius]] in [[Wikipedia:Neapel|Neapel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie diese Traditionen gehört die Entstehung der Gralslegende [[Wikipedia:Mentalitätsgeschichte|mentalitätsgeschichtlich]] in die Entwicklung der zunehmenden Abendsmahlsfrömmigkeit des 12./13. Jahrhunderts. In dieselbe Zeit fallen auch die Formulierung und [[Wikipedia:Dogma|Dogma]]tisierung der [[Transsubstantiationslehre]] auf dem [[Wikipedia:Viertes Laterankonzil|Vierten Laterankonzil]] (1215), die Entstehung des [[W:Fronleichnam|Fronleichnamfestes]] (1264 von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben) und die Verdrängung der [[Kelchkommunion]] durch Laien (verboten erst 1415 auf dem Konzil von Konstanz, aber schon im Mittelalter zunehmend den Priestern vorbehalten, um die Gefahr versehentlichen Verschüttens des Blutes Christi zu vermeiden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in Gralslegende, Transsubstantiationslehre, Fronleichnam (Fest der leibhaften Gegenwart Christi im Altarsakrament) und Priesterkelch sich ausdrückende Vorstellung von der substanzhaften Gegenwart des Blutes Christi im Abendmahl und seiner Heilswirkung ist geistesgeschichtlich von der [[Scholastik|scholastischen]] Hauptkontroverse im Streit zwischen „Realismus“ und „Nominalismus“ bestimmt, dem sog. „[[Universalienproblem|Universalienstreit]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Keltische Elemente ===&lt;br /&gt;
Wie in die [[Artus]]romane sind auch in die Gralslegende alte keltische Motive eingeflossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es existiert eine enge Verbindung zwischen dem Mythos des Heiligen Grals und den verschiedenen Legenden, die sich um König [[Artus]] und die [[Wikipedia:Ritter|Ritter]] der [[Tafelrunde]] ranken. Die Geschichte um das verlorene Paradies und die folgende Gralssuche als der Versuch, das Paradies wieder zu erlangen, stehen häufig im Mittelpunkt der Artuslegenden. Sie bilden oft den Hintergrund für zahlreiche andere Legenden, so z. B. auch für die Geschichte des Zauberers [[Merlin|Merlin]], die Lebensgeschichte [[W:Lancelot|Lancelots]] oder die Erzählungen von der Fraueninsel [[Avalon|Avalon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Speisewunder des Grals wird auf Vorstellungen von einem magischen Trink- oder [[Wikipedia:Füllhorn|Füllhorn]] in der [[Wikipedia:Keltische Mythologie|keltischen Mythologie]] zurückgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orientalische Elemente ===&lt;br /&gt;
Die Vorstellung von [[Wolfram von Eschenbach]], der im Gral einen heiligen Stein sieht, lässt sich an orientalische [[Wikipedia:Steinkult|Steinkult]]e anschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Phönix|Phönix]]-ähnliche Wiedergeburt ist ein orientalisches Legendenmotiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Gral in der mittelalterlichen Dichtung ==&lt;br /&gt;
Das Motiv des Gral taucht in der europäischen Literatur erstmals zu Ende des 12. Jahrhunderts auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chrétien de Troyes ===&lt;br /&gt;
Die älteste bekannte Gralserzählung ist der unvollendete mystisch-religiöse [[Wikipedia:Li Contes del Graal|Perceval]]-Versroman (&#039;&#039;Le Conte du Graal&#039;&#039;) des französischen Dichters [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]] (vor [[Wikipedia:1150|1150]] - um [[Wikipedia:1190|1190]]), für den Grafenhof von Flandern zwischen 1179 und 1191 abgefasst. Auf welche Vorformen der Sage er sich stützen konnte, ist unbekannt, sicher ist nur, dass sich Chretien auf eine zuvor existierende Quelle, ein &#039;&#039;Buch&#039;&#039; in der Bibliothek des Grafen von Flandern, beruft. So kann man auch nur mutmaßen, ob schon vor Chrétien der Gral mit der Figur des Perceval und der Artussage verbunden war oder ob Chrétien diese Bausteine selbständig zusammenfügte. Chrétien und seine Zeitgenossen kannten die [[Artus]]legenden, die die so genannte „Matière de Bretagne“, den britannischen [[Sagenkreis]] bildeten. Die Legenden dieses Sagenkreises waren durchwoben von Begegnungen mit dem Übernatürlichen und mit magischen und mystischen Mächten. Es wird vermutet, dass Chrétien auch die irischen &#039;&#039;echtrai&#039;&#039; oder Aventüren, die ersten von Flüchtlingen auf das europäische Festland mitgebrachten keltischen Legenden, kennenlernte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Parziv cgm19 50v.jpg|miniatur|hochkant|Der Gral wird von Repanse de Schoye auf einem Tuch präsentiert, Bildausschnitt aus einer &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;-Handschrift des 13. Jhs.]]&lt;br /&gt;
Bei Chrétien ist der Gral eine mit kostbaren Edelsteinen verzierte Goldschale, in der dem Vater des leidenden Gralskönigs (er wird &#039;&#039;Roi Pêcheur&#039;&#039;, der &#039;&#039;[[Fischerkönig]]&#039;&#039;, genannt) in einer feierlichen Prozession eine geweihte Hostie zugetragen wird, die seine einzige Nahrung darstellt. Perceval ist die Aufgabe auferlegt, seinen Onkel, den [[Lahmer König|gelähmten Gralskönig]] zu erlösen. Er unterlässt es jedoch, die Frage zu stellen, und scheitert; der Roman bricht ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Robert de Boron ===&lt;br /&gt;
Die Herkunft und Bedeutung des Grals, die bei Chrétien in mysteriösem Dunkel verbleiben, hat erstmals [[Wikipedia:Robert de Boron|Robert de Boron]] am Ende des 12. Jahrhunderts mit [[Christentum|christlichen]] Aspekten ausgestattet: Der Gral sei der Kelch, der beim letzten [[Abendmahl]] verwendet wurde und in dem [[Josef von Arimathäa]] das Blut [[Christi]] vom Kreuze aufgefangen habe, wie es im [[Nikodemus-Evangelium]] berichtet wird. Später sei er dann vor den [[Wikipedia:Römisches Reich|Römern]] mit dem Gral nach [[Wikipedia:England|England]] geflüchtet. Die Lebensdaten von Robert de Boron sowie der Zeitpunkt des von ihm verfassten &#039;&#039;Roman de l&#039;estoire dou Graal&#039;&#039; sind heute nicht mehr eindeutig bestimmbar. Es wird vermutet, dass er ihn annähernd gleichzeitig mit Chrétien de Troyes schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr aufschlussreich ist das ebenfalls von Robert de Boron stammende Werk &#039;&#039;Joseph d&#039;Arimathie&#039;&#039;, das Textkritiker zeitlich vor dem &#039;&#039;Roman de l&#039;estoire dou Graal&#039;&#039; setzen und das damit das erste Werk ist, das den Gral als den Abendmahlskelch festlegt. Textkritische Untersuchungen an diesem Werk zeigen, dass es auf den [[Acta Pilati]], seit dem Mittelalter oft auch als Nikodemusevangelium bezeichnet, basiert. Wahrscheinlich war der Inhalt der in Byzanz verbreiteten Acta Pilati über zitierende Quellen wie &#039;&#039;Vindicta Salvatoris&#039;&#039; oder &#039;&#039;Cura sanitatis Tiberii&#039;&#039; in den Westen gekommen.&lt;br /&gt;
Ein Textvergleich zeigt, dass an den Stellen, wo in den Acta Pilati ein linnenes Grabtuch erwähnt ist, de Boron dieses durch den Abendmahlskelch ersetzt hat. Insbesondere die Stelle, wo [[Joseph von Arimathia]] durch Christus besucht wird und von ihm einen Gegenstand überreicht bekommt, ist in beiden Werken mit ähnlichen Worten wiedergegeben, mit dem Unterschied, dass der Gegenstand in den Acta Pilati das [[Wikipedia:Grabtuch|Grabtuch]] und im &#039;&#039;Joseph d&#039;Arimathie&#039;&#039; der Abendmahlskelch ist. In den Acta Pilati, 15:6, wird neben dem Grabtuch auch ein Schweißtuch erwähnt, während de Boron schreibt, Joseph von Arimathia hätte durch den Kelch überlebt und wäre dann durch [[Wikipedia:Vespasian|Vespasian]] befreit worden, welchen das [[Wikipedia:Schweißtuch der Veronika|Schweißtuch der Veronika]] geheilt hätte, d.h. das Schweißtuch ist von de Boron unverändert aus den Quellen übernommen worden, das Grabtuch dagegen in den Abendmahlskelch umgewandelt worden.&lt;br /&gt;
Die etwa 1225 geschriebene &#039;&#039;Vulgate Queste&#039;&#039;, die ihrerseits eine Variante der Werke Robert de Borons ist, lässt aus dem Gral einen unbekleideten Christus erscheinen, was kaum beim Gral als Kelch, sehr wohl aber beim Gral als Grabtuch vorstellbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wolfram von Eschenbach ===&lt;br /&gt;
In die deutschsprachige Literatur kommt das Thema etwa zwischen 1200 und 1210 durch [[Wolfram von Eschenbach|Wolframs von Eschenbach]] Übersetzungsbearbeitung von Chrétiens Roman &#039;&#039;[[Parzival]]&#039;&#039;. Wolfram erweitert die Erzählung allerdings durch unzählige zusätzliche Quellen. Nicht nur knüpft er aus eigener Initiative und mit großem Nachdruck seinen Helden an das anglonormannische Herrscherhaus [[Wikipedia:Anjou|Anjou]] ([[Wikipedia:Plantagenet|Plantagenet]]) und zieht eine zweite Linie vom Gral zur Fürstensippe [[Wikipedia:Gottfried von Bouillon|Gottfrieds]] und [[Wikipedia:Balduin I. (Jerusalem)|Balduins von Bouillon]], sondern nennt auch, um Verwirrung zu stiften oder um eines literarischen Spiels willen, einen Dichter namens „Kyot, den Provenzalen“ (wahrscheinlich [[Wikipedia:Guiot de Provins|Guiot de Provins]], ca. 1140/50-1210) als seine Hauptquelle. Sein „Ur-Parzival“ sei auch das mysteriöse Buch in der Bibliothek des Grafen von Flandern, auf das sich Chretien de Troyes berief, der aber vieles missverstanden habe. Kyot wiederum soll in [[Wikipedia:Toledo|Toledo]] ein „heidnisches“ Manuskript entdeckt und übersetzt haben, das von einem [[Juden|jüdischen]] [[Wikipedia:Astronomie|Astronomen]] namens [[Wikipedia:Flegetanis|Flegetanis]] geschrieben worden sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der Gral bei Chrétien ein Gefäß, so wird er bei Wolfram als Stein oder Steingefäß bezeichnet, das den Namen &#039;&#039;lapis exillis&#039;&#039; trägt, den Gralsrittern Speise und Trank spendet, Verbrennen und Wiedergeburt des [[Phönix|Phönix]] bewirkt, allein durch seinen Anblick eine Woche vor Tod und vor Alter schützt und Ungetauften unsichtbar ist. Seine Kräfte verdankt er einer an jedem Karfreitag von einer Taube vom Himmel gebrachten Hostie, eine eindeutig eucharistische Symbolik. Auf dem Stein erscheinen die Namen der zum Gral Berufenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Helinandus ===&lt;br /&gt;
[[W:Helinandus Frigidimontis|Helinandus Frigidimontis]] (um [[W:1160|1160]] - [[W:1229|1229]]) berichtet in seiner Chronik von vor [[1204]], dass ein in Britannien lebender Einsiedler eine Vision von dem Hüter eines Kelches, [[Joseph von Arimathia]], hatte. Mit diesem Kelch soll Joseph von Arimathia das [[Blut]] [[Christi]] am Kreuz aufgefangen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gralsburg – Identifizierungsversuche ==&lt;br /&gt;
Es gibt keinen sicheren Hinweis darauf, dass der Mythos einer Gralsburg von einer bestimmten historischen Festung ausgegangen ist. In den Legenden wird sie als versteckt und nahe einem Fluss oder See gelegen geschildert. Nach dem Eintritt der Verwüstung des Landes kann sie nur von einem Menschen reinen Herzens gesehen werden. Das Innere der Burg ist in einigen späten Versionen reich mit Juwelen und Edelsteinen geschmückt. Es existieren zahlreiche alte, als heilig geltende Orte und Gebäude, auf die die Beschreibungen zum Teil zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Gralsburg wurde und wird immer wieder von neuem als real existierende historische Stätte gesucht. Vorwiegend werden Kirchen, Türme, Burgen und Festungsruinen in [[England]] und [[W:Wales|Wales]] mit der Gralsburg in Verbindung gebracht, aber auch an einige Orte in den spanischen und französischen Pyrenäen knüpfen sich Gralssagen. Die spätere (vor allem englische) Verschmelzung von Artus- und Gralssage führt dazu, dass der Gral auch an Orten gesucht wird, zu denen Artus eine besondere Beziehung hat (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Glastonbury]], [[W:Winchester Castle|Winchester Castle]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Orte werden oft genannt:&lt;br /&gt;
* Die gesamte Umgebung von [[Glastonbury]] im Südwesten Englands, wo in der [[Glastonbury Abbey|Abtei]] noch heute zur Weihnachtszeit ein wundersamer Dornenstrauch blühen soll und wo angeblich [[W:1190|1190]] die sterblichen Überreste von [[Artus]] und [[W:Guinevere|Guinevere]] entdeckt wurden. An der Stelle der im selben Ort befindlichen &#039;&#039;St. Mary&#039;s Chapel&#039;&#039; soll der Überlieferung nach von Joseph von Arimathia die erste Kirche Europas erbaut worden sein. Der [[Glastonbury Tor]] gilt heute noch als der heiligste Ort Britanniens bzw. als die Verkörperung [[Avalon (Mythologie)|Avalons]]. An seinem Fuß befindet sich der [[Chalice Well]] (Kelchbrunnen), der bekannteste aller Brunnen, die je mit dem Gral in Verbindung gebracht wurden. Dass der Brunnen seit Menschengedenken noch nie versiegt ist, soll damit zusammenhängen, dass einst der Heilige Gral in ihm versteckt wurde.&lt;br /&gt;
* Winchester Castle in Südengland, in dem heute ein runder Tisch aus dem 13. Jahrhundert gezeigt wird, der mindestens seit dem 16. Jahrhundert als derjenige der [[Tafelrunde]] König Artus&#039; galt.&lt;br /&gt;
* St. Michael&#039;s Mount in [[W:Cornwall|Cornwall]], Südengland.&lt;br /&gt;
* [[W:Burg Montségur|Montségur]] in den [[Frankreich|französischen]] [[W:Pyrenäen|Pyrenäen]], die letzte Rückzugsfestung der [[Katharer]]-Ritter, die [[1244]] im [[W:Albigenserkreuzzug|Albigenserkreuzzug]] eingenommen wurde. Es gibt ein Gerücht, dass einige der belagerten Zitadelle entfliehen und dabei „den Schatz der Katharer“ retten konnten. Tatsächlich basiert diese u.a. von [[Otto Rahn]] vertretene Hypothese aber nur auf einem schwachen etymologischen Argument, denn der unübersehbare Montségur hat nichts gemein mit der versteckten Gralsburg und galt auch den Katharern erst als Zuflucht, als Wolfram den „Parzival“ bereits geschrieben hatte.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Munsalvaesche&#039;&#039; (okzitan. &#039;&#039;Montsalvasch&#039;&#039;, „Heilsberg“, oder &#039;&#039;Montsauvage&#039;&#039;, „Wilder Berg“) nennt Wolfram die Gralsburg. Es ist ungeklärt, ob dies mit einem Ort in den [[Spanien|spanischen]] Pyrenäen zu identifizieren ist. Einer anderen Spekulation zufolge könnte das Vorbild für die Gralsburg die [[W:Burg Wildenberg (Kirchzell)|Burg Wildenberg]] im [[W:Odenwald|Odenwald]] sein, an deren Kamin [[Wolfram von Eschenbach]] gerne zu Gast war und dort angeblich sogar Teile seines [[Parzival]] vorgetragen, wenn nicht gar geschrieben hat, denn er spielt an einer Stelle seiner Dichtung auf den riesigen Kamin an, der noch heute zu besichtigen ist.&lt;br /&gt;
[[Datei:Felsenkloster San Juan de la Pena.jpg|thumb|San Juan de la Peña, wo laut Legende der Heilige Gral aufbewahrt wurde]]&lt;br /&gt;
* [[San Juan de la Peña]], ein Bergkloster in den spanischen Pyrenäen, das versteckt unter riesigen überhängenden Felsen am Boden eines tief eingeschnittenen Flusstales liegt und nur von Ortskundigen zu finden war. Laut den Überlieferungen und zeitgenössischen Klosterurkunden, deren älteste aus dem Jahre 1134 stammt, verehrten dort im Mittelalter Pilger die Reliquie des &#039;&#039;Santo Cáliz&#039;&#039; (heute in Valencia) als den Heiligen Gral. Wie Hans-Wilhelm Schäfer in &#039;&#039;Kelch und Stein&#039;&#039; und Michael Hesemann in &#039;&#039;Die Entdeckung des Heiligen Grals&#039;&#039; aufzeigen, gibt es tatsächlich auffällige Parallelen zwischen den Beschreibungen der Gralsburg und San Juan de la Peña, das zu Füßen des &#039;&#039;Mons Salvatoris&#039;&#039; liegt, der in der okzitanischen Landessprache Aragons auch &#039;&#039;Mont Salvatge&#039;&#039; hieß. Auch den Gralskönig &#039;&#039;Amfortas&#039;&#039; gibt es hier in Gestalt des aragonischen Königs Alfonso I. „el Batallador“, in der Landessprache &#039;&#039;Anforts&#039;&#039; genannt, der 1134 zum Sterben in das Kloster gebracht wurde. Sein treuester Gefährte war der französische Ritter &#039;&#039;Rotrou Perche de Val&#039;&#039;, den [[W:Michael Hesemann|Michael Hesemann]] als den historischen &#039;&#039;Perceval&#039;&#039; identifizierte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Gral.jpg|mini|Der Santo Caliz im Dom von Valencia (linkes Seitenschiff)]]&lt;br /&gt;
* In der Kathedrale von [[W:Valencia|Valencia]] wird in einer Seitenkapelle ein Kelch aus [[Achat]] (&#039;&#039;Santo Cáliz&#039;&#039;) als Reliquie aufbewahrt, der von den Gläubigen als der Heilige Gral verehrt wird. Er trägt tatsächlich eine arabische Inschrift, die unterschiedlich interpretiert wird. Der spanische Archäologe Antonio Beltrán las &#039;&#039;li-z-zāḥira&#039;&#039;, Schäfer dagegen &#039;&#039;al-labṣit aṣ-ṣilliṣ&#039;&#039;, was mit der wolframschen Angabe „lapsit exillis“ übereinstimme. Letzteres ist allerdings vom arabischen Vokabular her sinnlos, „lapsit exillis“ ist vermutlich ein von dem des Lateinischen nicht mächtigen Wolfram korrumpiertes &#039;&#039;lapis ex coelis&#039;&#039; - „Stein aus dem Himmel“.&amp;lt;br /&amp;gt;Experten datieren den mörserförmigen Steinbecher in das 1. Jahrhundert vor Christus. Auch Hesemann trägt die Hypothese vor, der in Valencia aufbewahrte Kelch sei der Abendmahlskelch Jesu, der in frühchristlicher Zeit von den Päpsten in Rom aufbewahrt wurde und von dort nach Spanien gelangte. Bei einem Besuch [[Benedikt XVI.|Benedikts XVI.]] in Valencia im Juli 2006 wurde der „Santo Cáliz“ dem Papst präsentiert, der am nächsten Tag mit ihm vor einer Million Menschen eine hl. Messe feierte.&lt;br /&gt;
* Die spätantike [[W:Achatschale|Achatschale]], eines der beiden „unveräußerlichen Erbstücke des Hauses [[W:Habsburg|Habsburg]]“, befindet sich in der [[W:Schatzkammer (Hofburg)|Schatzkammer]] des [[W:Kunsthistorisches Museum|Kunsthistorischen Museums]] in der [[Wien]]er [[W:Hofburg|Hofburg]]. Sie wurde lange Zeit für den Heiligen Gral gehalten, da sie eine feine Äderung besitzt, die als geheimnisvolle Schrift interpretiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Gral in der Kunst ==&lt;br /&gt;
=== Musik ===&lt;br /&gt;
Grals- und Parzivalmotive tauchen seitdem in der europäischen Literatur und Kunst in vielerlei Variationen auf. Eine der bekanntesten künstlerischen Darstellungen mit bedeutender Nachwirkung ist das 1882 als &#039;&#039;Bühnenweihfestspiel&#039;&#039; in [[W:Bayreuther Festspiele|Bayreuth]] uraufgeführte Werk [[Parsifal]] von [[Richard Wagner]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen, Verweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliographie (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Quellentexte ===&lt;br /&gt;
* Philippe Walter &amp;amp; Daniel Poirion (Hrsg.): &#039;&#039;Le Livre du Graal. tome I, Joseph d&#039;Arimathie – Merlin – Les Premiers Faits du roi Arthur&#039;&#039;, 2001, [[Wikipedia:Bibliothèque de la Pléiade|Bibliothèque de la Pléiade]] ISBN 2-07-011342-6&amp;lt;br /&amp;gt;(Erster von voraussichtlich drei Bänden. Außergewöhnlich gut ausgestattete Neuausgabe; ausführlich kommentiert, zweisprachig Original und Neufranzösisch)&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]]: &#039;&#039;Le Roman de Perceval ou Le Conte du Graal. Der Percevalroman oder Die Erzählung vom Gral&#039;&#039;, übersetzt und herausgegeben von Felicitas Olef-Krafft, Stuttgart (Reclam) 1991, ISBN 3-15-008649-3&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]]: &#039;&#039;Perceval: Altfranzösisch / Deutsch&#039;&#039;, Reclam Verlag, 1990, ISBN 978-3150086490&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Perceval, oder die Geschichte vom Gral&#039;&#039;, 7. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1991, ISBN 978-3723508572&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Gauwain sucht den Gral&#039;&#039; (Erste Fortsetzung des &amp;quot;Perceval&amp;quot; von Chrestien de Troyes), 4. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1986, ISBN 978-3723508541&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Irrfahrt und Prüfung des Ritters Perceval&#039;&#039; (Zweite Fortsetzung von Chrestien de Troyes&#039; &amp;quot;Perceval&amp;quot;), Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1960&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Perceval der Gralskönig&#039;&#039; (Ende der zweiten und dritte (Manessier-) Fortsetzung von Chrestien de Troyes&#039; Perceval), 3. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1983, ISBN 978-3723508565&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Thomas Malory|Thomas Malory]]: &#039;&#039;Die Geschichte von König Artus und den Rittern seiner Tafelrunde&#039;&#039;, Übersetzung von H. Findeisen nach K. Lachmann, Frankfurt / Main 1977&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Wolfram von Eschenbach|Wolfram von Eschenbach]], „Parzival“, Reclam ISBN 3-15-007451-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fachwissenschaftliche Literatur ===&lt;br /&gt;
* Richard Barber: &#039;&#039;Der heilige Gral. Geschichte und Mythos&#039;&#039;, Düsseldorf und Zürich 2004 ISBN 3-538-07203-5&lt;br /&gt;
* Adolf Birch-Hirschfeld: &#039;&#039;Die Sage vom Gral – Ihre Entwicklung und dichterische Ausbildung in Frankreich und Deutschland im 12. und 13. Jahrhundert, eine literarhistorische Untersuchung&#039;&#039;, Wiesbaden 1969&lt;br /&gt;
* [[W:Konrad Burdach|Konrad Burdach]]: &#039;&#039;Der Gral. Forschungen über seinen Ursprung und seinen Zusammenhang mit der Longinuslegende&#039;&#039;, Darmstadt 1974, ISBN 3-534-06808-4 (zuerst Stuttgart 1938)&lt;br /&gt;
* Roger S. Loomis: &#039;&#039;The Grail. From Celtic Myth to Christian Symbol&#039;&#039;, 1963&lt;br /&gt;
* Volker Mertens: &#039;&#039;Der Gral. Mythos und Legende&#039;&#039;, Stuttgart 2003, Reclam, ISBN 3-15-018261-1&lt;br /&gt;
* Schäfer, Hans-Wilhelm: &#039;&#039;Kelch und Stein. Untersuchungen zum Werk Wolframs von Eschenbach.&#039;&#039; Frankfurt/Main 1983.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Orient im Lichte des Okzidents&#039;&#039;, [[GA 113]] (1982), ISBN 3-7274-1130-9 {{Vorträge|113}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule von 1904 bis 1914&#039;&#039;, [[GA 265]] (1987), ISBN 3-7274-2650-0 {{Vorträge|265}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Welträtsel und die Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 54]] (Zweiundzwanzig Öffentliche Vorträge, gehalten zwischen dem 5. Oktober 1905und dem 3. Mai 1906 im Architektenhaus zu Berlin)  Parzival und Lohengrin, S. 430&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, Griechische und germanische Mythologie Richard Wagner im Lichte der Geisteswissenschaft&#039;&#039; (Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907, Hörernotizen) [[GA 92]] &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Tempellegende und die Goldene Legende als symbolischer Ausdruck vergangener und zukünftiger Entwickelungsgeheimnisse des Menschen&#039;&#039; - Aus den Inhalten der Esoterischen Schule (Zwanzig Vorträge, gehalten in Berlin zwischen dem 23. Mai 1904 und dem 2. Januar 1906) [[GA 93]] &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das christliche Mysterium - Die Wahrheitssprache der Evangelien, Luzifer und Christus - Alte Esoterik und Rosenkreuzertum, Erkenntnisse und Lebensfrüchte der Geisteswissenschaft.&#039;&#039; (Notizen von einunddreißig Vorträgen mit sechs Fragenbeantwortungen, gehalten zwischen dem 9. Februar 1906 und 17. März 1907 in verschiedenen Städten) [[GA 97]]  Das Gralsgeheimnis im Werk Richard Wagners Landin (Mark), 29. Juli 1906, S. 258  Die Musik des «Parzival» als Ausdruck des Übersinnlichen, Kassel, 16. Januar 1907, S. 269 (Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 [Hörernotizen]) &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mysterien des Morgenlandes und des Christentums&#039;&#039; (Vier Vorträge, gehalten in Berlinvom 3. bis 6. Februar 1913) [[GA 144]]  Gral als westliche Mysterienströmung; Verbindung zu Rosenkreuzertum, Berlin, 1913, 4. Vortrag, S. 61&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen (physischen Leib, Ätherleib, Astralleib) und sein Selbst?&#039;&#039; (Ein Zyklus von zehn Vorträgengehalten in Den Haag vom 20. bis 29. März 1913)  [[GA 145]]  Die Paradieses- und die Gralslegende, S. 99&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung - Das Fünfte Evangelium&#039;&#039; (Achtzehn Vorträge, gehalten 1913 und 1914 in verschiedenen Städten) [[GA 148]]   Christus-Ereignis/Parzival-Ereignis ab S. 161&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Christus und die geistige Welt - Von der Suche nach dem heiligen Gral&#039;&#039; (Ein Zyklus von sechs Vorträgen, gehalten in Leipzig vom 28. Dezember 1913 bis 2. Januar 1914) [[GA 149]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Holy Grail|Heiliger Gral}}&lt;br /&gt;
* [http://www.faz.net/s/Rub7F4BEE0E0C39429A8565089709B70C44/Doc~E0933F77EBF3241CB827812D1342565FD~ATpl~Ecommon~Scontent.html Tilman Spreckelsen: Hoffentlich wird er nie gefunden. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31. Mai 2009]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysterium von Golgatha]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christliche Insigne|401]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abendmahl Jesu]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karfreitag]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreuzigung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger Gral|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gralskelch|!]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Heiliger_Gral&amp;diff=625703</id>
		<title>Heiliger Gral</title>
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		<updated>2026-04-21T18:55:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Fachwissenschaftliche Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Tafelrunde.jpg|miniatur|Der Gral in der Mitte von Artus’ [[Tafelrunde]], französische [[Wikipedia:Manuskript|Handschrift]] des 14. Jhs.]]&lt;br /&gt;
Die Legende vom &#039;&#039;&#039;Heiligen Gral&#039;&#039;&#039; erscheint im späten [[Wikipedia:12. Jahrhundert|12. Jahrhundert]] in vielgestaltiger Form in der mittelalterlichen Erzählliteratur im Umkreis der [[Artus]]sage. Ihren geistigen Hintergund bildet die von [[Rudolf Steiner]] geschilderte [[Grals-Imagination]], die sich durch den geistigen Rückblick auf den [[Ätherleib]] des [[Mensch]]en enthüllt. In einem überlieferten Gespräch mit [[Johanna Gräfin Keyserlingk]] zeigt Steiner auch die Verbindung der [[Gralsburg]] zum dem in der [[Apokalypse des Johannes]] als Zukunftsvision geschilderten [[Neues Jerusalem|Neuen Jerusalem]] auf: Die Gralsburg existiere wirklich in der ätherischen Welt. Das neue Jerusalem sei das Urbild, wie es in Zukunft&lt;br /&gt;
sein werde.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Koberwitz 1924&#039;&#039;, herausgegeben v. Adalbert Graf Keyserlingk Stuttgart 1974, S 82&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herkunft des Wortes &#039;&#039;Gral&#039;&#039; ist nicht restlos geklärt: Am wahrscheinlichsten ist die Herleitung aus [[Wikipedia:Okzitanische Sprache|okzitanisch]] &#039;&#039;grazal&#039;&#039;, altfranzösisch &#039;&#039;graal&#039;&#039; „Gefäß, Schüssel“, das vermutlich [[Wikipedia:Etymologie|etymologisch]] auf griechisch &#039;&#039;[[Wikipedia:Krater (Gefäß)|krater]]&#039;&#039; „Mischgefäß“ (über [[latein]]isch &#039;&#039;cratalis/gradalis&#039;&#039;) zurückgeht. Im Altspanischen ist &#039;&#039;grial&#039;&#039; ebenso wie im Altportugiesischen &#039;&#039;gral&#039;&#039; ein gängiger Begriff für einen &#039;&#039;[[Wikipedia:Mörser (Werkzeug)|Mörser]]&#039;&#039; oder ein &#039;&#039;mörserförmiges Trinkgefäß&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Heilige Gral und der Edelstein aus der Krone Luzifers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Edelstein, der aus der Krone [[Luzifer]]s entfiel, und in gewisser Beziehung nichts anderes ist als die volle Kraft des menschlichen [[Ich]]s, wurde der Heilige Gral. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eine wunderbare,&lt;br /&gt;
herrliche Sage der Menschheit spricht davon, daß dem Luzifer,&lt;br /&gt;
als er vom Himmel auf die Erde herunterstürzte, ein Edelstein aus&lt;br /&gt;
seiner Krone fiel. Aus diesem Edelstein - so sagt uns die Sage - wurde&lt;br /&gt;
jenes Gefäß, in welchem der Christus Jesus mit seinen Jüngern das&lt;br /&gt;
Abendmahl genommen hat; jenes Gefäß, in dem aufgefangen worden&lt;br /&gt;
ist das Blut Christi, das vom Kreuze floß; jenes Gefäß, das von Engeln&lt;br /&gt;
in die westliche Welt gebracht worden ist und in der westlichen Welt&lt;br /&gt;
von denen aufgenommen wird, welche zum wahren Verständnis des&lt;br /&gt;
Christus-Prinzips vordringen wollen. Es wurde aus dem Stein, der&lt;br /&gt;
entfiel der Krone Luzifers, der heilige Gral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist der heilige Gral? Sie alle wissen, daß der Mensch, so wie er&lt;br /&gt;
heute ist, viergliedrig ist, den physischen, ätherischen, astralischen Leib&lt;br /&gt;
und das Ich hat, daß dieses Ich im Verlaufe des menschlichen Fortschrittes&lt;br /&gt;
entgegenschreiten muß einer immer mehr und mehr es erfüllenden&lt;br /&gt;
Vollkommenheit, daß es immer höher und höher steigen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer, dem im Orient herrschenden, gefallenen, ihm entfiel der Edelstein&lt;br /&gt;
aus der Krone; jener Edelstein ist in gewisser Beziehung nichts&lt;br /&gt;
anderes als &#039;&#039;die volle Kraft&#039;&#039; des menschlichen Ichs. Dieses menschliche&lt;br /&gt;
Ich muß erst in der Finsternis vorbereitet werden, um in einer neuen&lt;br /&gt;
würdigen Art den Stern Luzifers innerhalb des Christus-Lichtes erglänzen&lt;br /&gt;
zu sehen. Dieses Ich mußte sich hinauferziehen an dem Christus-&lt;br /&gt;
Prinzipe, heranreifen zu dem Edelstein, der nun nicht mehr dem Luzif er&lt;br /&gt;
gehört, der seiner Krone entfallen ist; das heißt, es mußte heranreifen&lt;br /&gt;
durch Weisheit, um wieder die Fähigkeit zu haben, das Licht, das uns&lt;br /&gt;
nicht von außen zufließt, das uns dann scheint, wenn wir selbst das&lt;br /&gt;
Nötige dazu tun können, zu ertragen. So ist geisteswissenschaftliche Arbeit&lt;br /&gt;
die Arbeit am menschlichen Ich, um es zum Gefäß zu machen, das&lt;br /&gt;
wiederum fähig ist, das Licht zu empfangen, das da ist, wo heute für&lt;br /&gt;
die äußeren Augen, für den äußeren menschlichen Verstand Finsternis&lt;br /&gt;
und Nacht ist. Eine alte Sage sagt, daß die Nacht die ursprüngliche&lt;br /&gt;
Herrscherin war. Diese Nacht ist aber wieder da; sie ist in allem, was&lt;br /&gt;
heute von Finsternis erfüllt ist. Erfüllen wir uns aber selbst mit jenem&lt;br /&gt;
Lichte, das uns aufgehen kann, wenn wir begreifen den Stern, den der&lt;br /&gt;
Lichtträger, der andere Geist, Luzif er verloren hat; dann wird uns jene&lt;br /&gt;
Nacht zum Tage. Die Augen hören auf zu schauen, wenn das äußere&lt;br /&gt;
Licht die Gegenstände nicht beleuchtet; der Verstand versagt, wenn es&lt;br /&gt;
sich darum handelt, hinter die äußere Natur der Dinge zu dringen; der&lt;br /&gt;
Stern, der uns wird, wenn die zugleich klare und gutgesinnte Forschung&lt;br /&gt;
spricht, der erleuchtet uns das, was nur scheinbar Nacht ist, macht es&lt;br /&gt;
uns zum Tage. Das aber ist es auch, was uns alle ertötenden und lähmenden&lt;br /&gt;
Zweifel nimmt.|113|21f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonne, Erde, Gral und Herz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Mit dem Ereignis auf Golgatha, als das Blut floß aus den Wunden&lt;br /&gt;
des großen Erlösers, als das kosmische Herzensblut die Erde durchdrang&lt;br /&gt;
und seine Kräfte sich bis in den Mittelpunkt ergossen, da wurde&lt;br /&gt;
die Erde leuchtend, von innen heraus strahlte Licht aus in ihre Umgebung.&lt;br /&gt;
Da wurde auch die Möglichkeit gegeben für jede menschliche&lt;br /&gt;
Individualität, in sich selber dieses Licht zu erleben. Als die&lt;br /&gt;
Erde der Leib des großen Sonnengeistes wurde, indem er sie mit seinen&lt;br /&gt;
Geisteskräften durchdrang, da wurden alle Wesen auf Erden&lt;br /&gt;
ebenso mit diesen Kräften begabt. Es war der Keim gelegt zur Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
von Sonne und Erde. Der physische Leib des Jesus&lt;br /&gt;
von Nazareth war der Vermittler, durch welchen die Kräfte aus dem&lt;br /&gt;
Kosmos sich mit der Erdenaura verbanden. Und als das Blut aus diesem&lt;br /&gt;
Leibe floß auf Golgatha, da wurde die Erde wieder in die Sonnenkraft&lt;br /&gt;
aufgenommen. Seitdem strahlt diese Christus-Kraft von&lt;br /&gt;
ihrem Mittelpunkte in die Umgebung hinaus, und aus der Sonne&lt;br /&gt;
strahlt die Christus-Kraft in die Erde hinein. Der Mensch kann diese&lt;br /&gt;
Kraft, dieses Licht erleben in sich selber als Erdenmensch, wenn er&lt;br /&gt;
sich erkennt als einen Teil der Erde, die als physischer Leib des&lt;br /&gt;
Christus durchdrungen ist von seiner Wesenheit. Dann leuchtet in&lt;br /&gt;
ihm das weiße Licht aus seinem Innern entgegen, wie es aus dem&lt;br /&gt;
Mittelpunkt der Erde herausstrahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann der Mensch die Christus-Kraft und das Christus-Licht&lt;br /&gt;
auch so erleben, wie es von außen herantretend ihn bestrahlt und&lt;br /&gt;
durchdringt mit höherem Leben. Dann umgibt und durchdringt es&lt;br /&gt;
ihn, wie es, aus der Sonne hineinstrahlend, die Erde durchlebt. Dann&lt;br /&gt;
fühlt sich der Mensch im Geiste vereint mit dieser Sonnenkraft, er&lt;br /&gt;
empfindet sich wie von seinem Herzen heraus zusammenwachsend&lt;br /&gt;
mit dem großen kosmischen Herzen. Als ein höheres Wesen, lebend&lt;br /&gt;
in dieser geistigen Sonne, erkennt er sein wahres Selbst, so verbunden&lt;br /&gt;
mit ihr, wie er als Erdenmensch mit der Erde selber verbunden&lt;br /&gt;
ist. Und wie die Sonnenkräfte die Erde durchleuchten und beleben,&lt;br /&gt;
so durchleuchtet und durchlebt dieses höhere Wesen den Erdenmenschen&lt;br /&gt;
mit seinen Kräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Tempel des menschlichen Leibes befindet sich ein Heiligstes&lt;br /&gt;
vom Heiligen. Viele Menschen leben in dem Tempel, ohne etwas&lt;br /&gt;
davon zu wissen. Aber die, welche es ahnen, erhalten dadurch&lt;br /&gt;
die Kraft, sich so zu läutern, daß sie in dieses Heiligste hineingehen&lt;br /&gt;
dürfen. Da befindet sich das heilige Gefäß, welches durch Zeitepochen&lt;br /&gt;
hindurch vorbereitet wurde, auf daß, wenn die Zeit käme, es&lt;br /&gt;
fähig sein könne, das Christus-Blut, das Christus-Leben in sich zu&lt;br /&gt;
enthalten. Wenn der Mensch hineingegangen ist, so hat er auch den&lt;br /&gt;
Weg gefunden zu dem Allerheiligsten in dem großen Erdentempel.&lt;br /&gt;
Auch da leben viele auf der Erde, ohne davon zu wissen; aber wenn&lt;br /&gt;
der Mensch in seinem innersten Heiligtum sich gefunden hat, so&lt;br /&gt;
wird er auch da hineintreten dürfen und finden den Heiligen Gral.&lt;br /&gt;
Wie aus wunderbar glitzernden Kristallen geschliffen, welche Symbole&lt;br /&gt;
und Buchstaben formen, wird sich ihm das Gefäß zunächst zeigen,&lt;br /&gt;
bis er allmählich den heiligen Inhalt empfindet, so daß er für&lt;br /&gt;
ihn leuchtet im goldenen Glanze. In die Mysterienstätte seines eigenen&lt;br /&gt;
Herzens steigt ein Mensch hinein, dann geht ein göttliches&lt;br /&gt;
Wesen aus dieser Stätte hervor und verbindet sich mit dem Gott&lt;br /&gt;
draußen, mit dem Christus-Wesen. Es lebt in dem geistigen Lichte,&lt;br /&gt;
welches hineinstrahlt in das Gefäß und dieses dadurch heiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil der Mensch so lebt als zweifaches Wesen, kann er die geistige&lt;br /&gt;
Sonnenkraft in die Erde hineingießen und ein Bindeglied sein zwischen&lt;br /&gt;
Sonne und Erde. Wie aus dem Lebenszentrum, dem Herzen&lt;br /&gt;
heraus, das belebende Blut fließt und sich ergießt durch den ganzen&lt;br /&gt;
physischen Organismus bis in das Knochensystem hinein, welches&lt;br /&gt;
man - als äußere Verfestigung und Erstarrung im Organismus - als&lt;br /&gt;
Gegensatz auffassen kann des lebendigen, immer regsamen Herzens,&lt;br /&gt;
so muß eine jede menschliche Individualität werden ein Kanal für&lt;br /&gt;
das aus dem kosmischen Lebenszentrum fließende Blut, das die verfestigte&lt;br /&gt;
Erde mit Leben durchdringt. Wie ein kosmisches Knochensystem&lt;br /&gt;
kann die Erde gedacht werden. Sie würde ganz und gar verknöchert&lt;br /&gt;
und vertrocknet sein, wenn nicht das kosmische Herz&lt;br /&gt;
durch einen menschlichen Leib sein Lebensblut ausgeströmt und sie&lt;br /&gt;
dadurch auf das neue belebt hätte.|265|417f|418}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Legende der Gralssuche ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram von Eschenbach3.jpg|miniatur|hochkant|Der Burggraf von Patelamunt reitet Gahmuret, den er am Wappen erkannt hat, entgegen (UB Heidelberg, [[Wikipedia:Codex Palatinus Germanicus|Cod. Pal. germ.]] 339, Blatt 34r)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram von Eschenbach2.jpg|miniatur|hochkant|Gahmuret verlässt seine Heimat mit einem Begleiter (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, Blatt 5v)]]&lt;br /&gt;
Es gibt keine einheitliche oder originale Fassung der Gralslegende, aber die Überlieferungen haben viele gemeinsame Elemente:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen Überlieferungen ist gemeinsam, dass sie den Gral als ein wundertätiges [[Wikipedia:Gefäß (Behälter)|Gefäß]] in Form einer [[Wikipedia:Schale (Gefäß)|Schale]], eines [[Wikipedia:Kelch (Gefäß)|Kelchs]] oder eines Steines (&#039;&#039;lapis&#039;&#039;) beschreiben. Zusammen mit einer rätselhaften blutenden [[Wikipedia:Lanze|Lanze]] wird er in einer unzugänglichen Burg von Gralskönig und Gralsrittern bewacht. Er soll Glückseligkeit, ewige Jugend und Speisen in unendlicher Fülle bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses wunderkräftige und heilige Gefäß, das ewige Lebenskraft spendet, ist jedoch umgeben von einer Gemeinschaft, die unter einem Mangel leidet. Dieser Mangel drückt sich in verschiedenen Bildern aus: dem Siechtum des Königs, der Unfruchtbarkeit des Reiches (Motiv der &#039;&#039;terre gaste&#039;&#039;, des „Öden Lands“), der Sterilität der Gralsgemeinschaft. Daher wartet die Gralsgemeinschaft auf einen Helden, der den Gralskönig erlösen und ablösen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Held, [[Parzival]] (auch: Perceval Peredur, Perlesvaus), [[Gawain]], [[W:Galahad|Galahad]] oder [[W:Bors (Artussage)|Bors]], der in sich größten Heldenmut und eine [[Wikipedia:unschuld|unschuld]]ige Reinheit vereint, wächst abseits der Welt auf. Ihm fehlt der Sinn für die Wirklichkeit, ein Fehler, den er jedoch durch seine Unschuld oder Naivität wieder ausgleicht, weshalb er auch „tumber Tor“ oder „großer Narr“ genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held verlässt sein behütetes Zuhause und wünscht sich, der bedeutendste [[Wikipedia:Ritter|Ritter]] seiner Zeit zu werden. Am Hof von König [[Artus]] wird schließlich seine Bestimmung erkannt, und obwohl er sich häufig als dummer Narr erweist, wird er zum Ritter geschlagen und in die Gemeinschaft der [[Tafelrunde]] aufgenommen. Der Held erwirbt sich Ansehen, erst durch seinen tollkühnen Umgang mit Waffen und dann durch seine naive Art, als er sich einfach auf den „Platz der Gefahr“ setzt, der als [[Wikipedia:tabu|tabu]] gilt und stets für den [[Wikipedia:Auserwählter|Auserwählten]] freigehalten wurde. Damit wird deutlich, dass es sich bei dem Narren nur um den erwarteten Auserwählten handeln kann. In der Artus-Sage ist dieser &#039;&#039;Platz der Gefahr&#039;&#039; ein Ort im Wald, an dem ein Amboss steht, in dem ein Schwert steckt, das nur vom legitimen Thronerben des Königs herausgezogen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handlungsstränge einzelner Gralslegenden gehen nun etwas auseinander: Entweder reitet der Held alleine los, um sich auf die Suche zu begeben, oder der Heilige Gral erscheint als strahlende [[Erscheinung|Vision]] am Tisch der [[Tafelrunde]], so dass sich alle Ritter bereit erklären, gemeinsam auf die Suche nach dessen Geheimnis zu gehen. Im Folgenden werden in diversen Variationen die Abenteuer der Ritter geschildert, die verschiedene Aufgaben lösen müssen. Der Held muss sich immer wieder neuen [[Wikipedia:Rätsel|Rätsel]]n stellen, beispielsweise die richtige Frage stellen, sich selbst treu bleiben, eine Burg erobern oder Unrecht rächen. Da in einigen Gralslegenden der Zauberer [[Merlin|Merlin]] als eigentlicher Initiator der Suche nach dem Gral angesehen wird, erscheint er jeweils um helfend einzugreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritter, die mit einem Makel behaftet sind, scheitern bei der Gralssuche. Der Held verändert sich während der Gralssuche, er erwirbt sich zu seinem Mut und seiner Unschuld auch Erfahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt gelingt es den Rittern gemeinsam oder dem Helden allein, das Geheimnis des Heiligen Grals zu enthüllen. Durch die Taten des Helden wird der Hüter des Grals, der verletzt oder krank ist, geheilt, und das zerstörte Land erblüht wieder zu einem Paradies. Der Held wird der Nachfolger des Gralshüters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprünge und Elemente der Legende ==&lt;br /&gt;
Im Gralsmythos laufen verschiedene Traditionen zusammen. Es handelt sich um eine Mischung aus [[Wikipedia:Kelten|keltischen]], [[Christentum|christlichen]] und [[Orient|orientalischen]] Sagen und Mythen. Im hochmittelalterlichen Gralsmythos vermischen sich Anliegen des Laienchristentums und des Feudaladels sowie Versatzstücke der christlichen [[Wikipedia:Liturgie|Liturgie]] ([[Wikipedia:Abendmahlskelch|Abendmahlskelch]]) und des Reliquienkultes ([[Heilige Lanze]]) mit den archetypischen Bildern und generationenlangen mündlichen Überlieferungen keltischer und orientalischer Herkunft (z.B. der Kessel der [[Ceridwen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordfrankreich war über mehrere Jahrhunderte hin ein Schmelztiegel gallisch-keltischer, romanischer, fränkischer und normannischer Bevölkerungsgruppen und ihrer Traditionen. In diesem Umfeld entstand die [[Artus]]-Sage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pilger- und Kriegszüge ins [[Wikipedia:Heiliges Land|Heilige Land]], die dort gesuchten Reliquien und Orte der Passionsgeschichte, die ständige Gefährdung der christlichen Herrschaft in [[Wikipedia:Königreich Jerusalem|Jerusalem]], die Gründung von Ritterorden wie den [[Wikipedia:Templerorden|Templern]] zum Schutz dieser Herrschaft trugen Stoff zu der Legende bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christliche Elemente ===&lt;br /&gt;
Außerhalb der Gralsromane gibt es eine kirchliche Überlieferung, die [[Josef von Arimathäa]] mit dem Kelch in Verbindung bringt. Diese geht auf den Bischof [[W:Amalarius|Amalarius von Metz]] zurück († um 850), der anfing, die Abendmahlsfeier [[Allegorie|allegorisch]] zu interpretieren. Der Altar wird hier das Grab Christi, das Altartuch das Leichentuch etc. Fassbar wird diese Überlieferung in Theologen des 12. und 13. Jahrhunderts wie [[Wikipedia:Rupert von Deutz|Rupert von Deutz]], [[Wikipedia:Hildebert von Tours|Hildebert von Tours]] und [[Wikipedia:William Durand|William Durand]]. Von diesen wiederum hat [[Wikipedia:Robert de Boron|Robert de Boron]] sein Gralsmaterial übernommen (vgl. Allen Cabaniss: &#039;&#039;Studies in English&#039;&#039;, 1963). In der Figur des Josef von Arimathäa kommt eine christliche Strömung zum Ausdruck, die abseits der offiziellen Glaubensrichtung steht. Er repräsentiert ein fernes Echo des [[Urchristentum]]s, das ohne Amtskirche auskam, und das im Bild der Gralsgemeinde und ihrer Kulthandlung um das Gralsgefäß weiterlebt. Um seine Person herum verkörperte sich die neu aufkommende Strömung der [[Wikipedia:Mysterienfrömmigkeit|Mysterienfrömmigkeit]] (etwa seit dem [[Wikipedia:8. Jahrhundert|8. Jahrhundert]]), die erst zur Zeit ihrer Unterdrückung durch die offizielle Kirche in die literarischen Zeugnisse eingegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr früh verband sich der Gral mit der christlichen Tradition der [[Eucharistie]]: Der Gral wurde als der [[Kelch (Gefäß)|Kelch]] verstanden, den Christus beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern benutzt hat und in dem Josef von Arimathäa das Blut Christi unter dessen Kreuz aufgefangen hat, wie schon früh in [[Wikipedia:apokryphen|apokryphen]] [[Wikipedia:Evangelium (Buch)|Evangelientexten]] erzählt wurde. Der Gral stellt sich damit als eine der zahlreichen mittelalterlichen Blut-Christi-[[Wikipedia:Reliquie|Reliquie]]n dar ([[Heilige Lanze|Longinuslanze]], [[Wikipedia:Turiner Grabtuch|Turiner Grabtuch]], [[Wikipedia:Schweißtuch der Veronika|Schweißtuch der Veronika]], [[Wikipedia:Eucharistiewunder von Lanciano|Eucharistie-Wunder]] von [[Wikipedia:Lanciano|Lanciano]], Blutwunder des [[Wikipedia:Januarius|Januarius]] in [[Wikipedia:Neapel|Neapel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie diese Traditionen gehört die Entstehung der Gralslegende [[Wikipedia:Mentalitätsgeschichte|mentalitätsgeschichtlich]] in die Entwicklung der zunehmenden Abendsmahlsfrömmigkeit des 12./13. Jahrhunderts. In dieselbe Zeit fallen auch die Formulierung und [[Wikipedia:Dogma|Dogma]]tisierung der [[Transsubstantiationslehre]] auf dem [[Wikipedia:Viertes Laterankonzil|Vierten Laterankonzil]] (1215), die Entstehung des [[W:Fronleichnam|Fronleichnamfestes]] (1264 von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben) und die Verdrängung der [[Kelchkommunion]] durch Laien (verboten erst 1415 auf dem Konzil von Konstanz, aber schon im Mittelalter zunehmend den Priestern vorbehalten, um die Gefahr versehentlichen Verschüttens des Blutes Christi zu vermeiden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in Gralslegende, Transsubstantiationslehre, Fronleichnam (Fest der leibhaften Gegenwart Christi im Altarsakrament) und Priesterkelch sich ausdrückende Vorstellung von der substanzhaften Gegenwart des Blutes Christi im Abendmahl und seiner Heilswirkung ist geistesgeschichtlich von der [[Scholastik|scholastischen]] Hauptkontroverse im Streit zwischen „Realismus“ und „Nominalismus“ bestimmt, dem sog. „[[Universalienproblem|Universalienstreit]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Keltische Elemente ===&lt;br /&gt;
Wie in die [[Artus]]romane sind auch in die Gralslegende alte keltische Motive eingeflossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es existiert eine enge Verbindung zwischen dem Mythos des Heiligen Grals und den verschiedenen Legenden, die sich um König [[Artus]] und die [[Wikipedia:Ritter|Ritter]] der [[Tafelrunde]] ranken. Die Geschichte um das verlorene Paradies und die folgende Gralssuche als der Versuch, das Paradies wieder zu erlangen, stehen häufig im Mittelpunkt der Artuslegenden. Sie bilden oft den Hintergrund für zahlreiche andere Legenden, so z. B. auch für die Geschichte des Zauberers [[Merlin|Merlin]], die Lebensgeschichte [[W:Lancelot|Lancelots]] oder die Erzählungen von der Fraueninsel [[Avalon|Avalon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Speisewunder des Grals wird auf Vorstellungen von einem magischen Trink- oder [[Wikipedia:Füllhorn|Füllhorn]] in der [[Wikipedia:Keltische Mythologie|keltischen Mythologie]] zurückgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orientalische Elemente ===&lt;br /&gt;
Die Vorstellung von [[Wolfram von Eschenbach]], der im Gral einen heiligen Stein sieht, lässt sich an orientalische [[Wikipedia:Steinkult|Steinkult]]e anschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Phönix|Phönix]]-ähnliche Wiedergeburt ist ein orientalisches Legendenmotiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Gral in der mittelalterlichen Dichtung ==&lt;br /&gt;
Das Motiv des Gral taucht in der europäischen Literatur erstmals zu Ende des 12. Jahrhunderts auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chrétien de Troyes ===&lt;br /&gt;
Die älteste bekannte Gralserzählung ist der unvollendete mystisch-religiöse [[Wikipedia:Li Contes del Graal|Perceval]]-Versroman (&#039;&#039;Le Conte du Graal&#039;&#039;) des französischen Dichters [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]] (vor [[Wikipedia:1150|1150]] - um [[Wikipedia:1190|1190]]), für den Grafenhof von Flandern zwischen 1179 und 1191 abgefasst. Auf welche Vorformen der Sage er sich stützen konnte, ist unbekannt, sicher ist nur, dass sich Chretien auf eine zuvor existierende Quelle, ein &#039;&#039;Buch&#039;&#039; in der Bibliothek des Grafen von Flandern, beruft. So kann man auch nur mutmaßen, ob schon vor Chrétien der Gral mit der Figur des Perceval und der Artussage verbunden war oder ob Chrétien diese Bausteine selbständig zusammenfügte. Chrétien und seine Zeitgenossen kannten die [[Artus]]legenden, die die so genannte „Matière de Bretagne“, den britannischen [[Sagenkreis]] bildeten. Die Legenden dieses Sagenkreises waren durchwoben von Begegnungen mit dem Übernatürlichen und mit magischen und mystischen Mächten. Es wird vermutet, dass Chrétien auch die irischen &#039;&#039;echtrai&#039;&#039; oder Aventüren, die ersten von Flüchtlingen auf das europäische Festland mitgebrachten keltischen Legenden, kennenlernte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Parziv cgm19 50v.jpg|miniatur|hochkant|Der Gral wird von Repanse de Schoye auf einem Tuch präsentiert, Bildausschnitt aus einer &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;-Handschrift des 13. Jhs.]]&lt;br /&gt;
Bei Chrétien ist der Gral eine mit kostbaren Edelsteinen verzierte Goldschale, in der dem Vater des leidenden Gralskönigs (er wird &#039;&#039;Roi Pêcheur&#039;&#039;, der &#039;&#039;[[Fischerkönig]]&#039;&#039;, genannt) in einer feierlichen Prozession eine geweihte Hostie zugetragen wird, die seine einzige Nahrung darstellt. Perceval ist die Aufgabe auferlegt, seinen Onkel, den [[Lahmer König|gelähmten Gralskönig]] zu erlösen. Er unterlässt es jedoch, die Frage zu stellen, und scheitert; der Roman bricht ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Robert de Boron ===&lt;br /&gt;
Die Herkunft und Bedeutung des Grals, die bei Chrétien in mysteriösem Dunkel verbleiben, hat erstmals [[Wikipedia:Robert de Boron|Robert de Boron]] am Ende des 12. Jahrhunderts mit [[Christentum|christlichen]] Aspekten ausgestattet: Der Gral sei der Kelch, der beim letzten [[Abendmahl]] verwendet wurde und in dem [[Josef von Arimathäa]] das Blut [[Christi]] vom Kreuze aufgefangen habe, wie es im [[Nikodemus-Evangelium]] berichtet wird. Später sei er dann vor den [[Wikipedia:Römisches Reich|Römern]] mit dem Gral nach [[Wikipedia:England|England]] geflüchtet. Die Lebensdaten von Robert de Boron sowie der Zeitpunkt des von ihm verfassten &#039;&#039;Roman de l&#039;estoire dou Graal&#039;&#039; sind heute nicht mehr eindeutig bestimmbar. Es wird vermutet, dass er ihn annähernd gleichzeitig mit Chrétien de Troyes schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr aufschlussreich ist das ebenfalls von Robert de Boron stammende Werk &#039;&#039;Joseph d&#039;Arimathie&#039;&#039;, das Textkritiker zeitlich vor dem &#039;&#039;Roman de l&#039;estoire dou Graal&#039;&#039; setzen und das damit das erste Werk ist, das den Gral als den Abendmahlskelch festlegt. Textkritische Untersuchungen an diesem Werk zeigen, dass es auf den [[Acta Pilati]], seit dem Mittelalter oft auch als Nikodemusevangelium bezeichnet, basiert. Wahrscheinlich war der Inhalt der in Byzanz verbreiteten Acta Pilati über zitierende Quellen wie &#039;&#039;Vindicta Salvatoris&#039;&#039; oder &#039;&#039;Cura sanitatis Tiberii&#039;&#039; in den Westen gekommen.&lt;br /&gt;
Ein Textvergleich zeigt, dass an den Stellen, wo in den Acta Pilati ein linnenes Grabtuch erwähnt ist, de Boron dieses durch den Abendmahlskelch ersetzt hat. Insbesondere die Stelle, wo [[Joseph von Arimathia]] durch Christus besucht wird und von ihm einen Gegenstand überreicht bekommt, ist in beiden Werken mit ähnlichen Worten wiedergegeben, mit dem Unterschied, dass der Gegenstand in den Acta Pilati das [[Wikipedia:Grabtuch|Grabtuch]] und im &#039;&#039;Joseph d&#039;Arimathie&#039;&#039; der Abendmahlskelch ist. In den Acta Pilati, 15:6, wird neben dem Grabtuch auch ein Schweißtuch erwähnt, während de Boron schreibt, Joseph von Arimathia hätte durch den Kelch überlebt und wäre dann durch [[Wikipedia:Vespasian|Vespasian]] befreit worden, welchen das [[Wikipedia:Schweißtuch der Veronika|Schweißtuch der Veronika]] geheilt hätte, d.h. das Schweißtuch ist von de Boron unverändert aus den Quellen übernommen worden, das Grabtuch dagegen in den Abendmahlskelch umgewandelt worden.&lt;br /&gt;
Die etwa 1225 geschriebene &#039;&#039;Vulgate Queste&#039;&#039;, die ihrerseits eine Variante der Werke Robert de Borons ist, lässt aus dem Gral einen unbekleideten Christus erscheinen, was kaum beim Gral als Kelch, sehr wohl aber beim Gral als Grabtuch vorstellbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wolfram von Eschenbach ===&lt;br /&gt;
In die deutschsprachige Literatur kommt das Thema etwa zwischen 1200 und 1210 durch [[Wolfram von Eschenbach|Wolframs von Eschenbach]] Übersetzungsbearbeitung von Chrétiens Roman &#039;&#039;[[Parzival]]&#039;&#039;. Wolfram erweitert die Erzählung allerdings durch unzählige zusätzliche Quellen. Nicht nur knüpft er aus eigener Initiative und mit großem Nachdruck seinen Helden an das anglonormannische Herrscherhaus [[Wikipedia:Anjou|Anjou]] ([[Wikipedia:Plantagenet|Plantagenet]]) und zieht eine zweite Linie vom Gral zur Fürstensippe [[Wikipedia:Gottfried von Bouillon|Gottfrieds]] und [[Wikipedia:Balduin I. (Jerusalem)|Balduins von Bouillon]], sondern nennt auch, um Verwirrung zu stiften oder um eines literarischen Spiels willen, einen Dichter namens „Kyot, den Provenzalen“ (wahrscheinlich [[Wikipedia:Guiot de Provins|Guiot de Provins]], ca. 1140/50-1210) als seine Hauptquelle. Sein „Ur-Parzival“ sei auch das mysteriöse Buch in der Bibliothek des Grafen von Flandern, auf das sich Chretien de Troyes berief, der aber vieles missverstanden habe. Kyot wiederum soll in [[Wikipedia:Toledo|Toledo]] ein „heidnisches“ Manuskript entdeckt und übersetzt haben, das von einem [[Juden|jüdischen]] [[Wikipedia:Astronomie|Astronomen]] namens [[Wikipedia:Flegetanis|Flegetanis]] geschrieben worden sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der Gral bei Chrétien ein Gefäß, so wird er bei Wolfram als Stein oder Steingefäß bezeichnet, das den Namen &#039;&#039;lapis exillis&#039;&#039; trägt, den Gralsrittern Speise und Trank spendet, Verbrennen und Wiedergeburt des [[Phönix|Phönix]] bewirkt, allein durch seinen Anblick eine Woche vor Tod und vor Alter schützt und Ungetauften unsichtbar ist. Seine Kräfte verdankt er einer an jedem Karfreitag von einer Taube vom Himmel gebrachten Hostie, eine eindeutig eucharistische Symbolik. Auf dem Stein erscheinen die Namen der zum Gral Berufenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Helinandus ===&lt;br /&gt;
[[W:Helinandus Frigidimontis|Helinandus Frigidimontis]] (um [[W:1160|1160]] - [[W:1229|1229]]) berichtet in seiner Chronik von vor [[1204]], dass ein in Britannien lebender Einsiedler eine Vision von dem Hüter eines Kelches, [[Joseph von Arimathia]], hatte. Mit diesem Kelch soll Joseph von Arimathia das [[Blut]] [[Christi]] am Kreuz aufgefangen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gralsburg – Identifizierungsversuche ==&lt;br /&gt;
Es gibt keinen sicheren Hinweis darauf, dass der Mythos einer Gralsburg von einer bestimmten historischen Festung ausgegangen ist. In den Legenden wird sie als versteckt und nahe einem Fluss oder See gelegen geschildert. Nach dem Eintritt der Verwüstung des Landes kann sie nur von einem Menschen reinen Herzens gesehen werden. Das Innere der Burg ist in einigen späten Versionen reich mit Juwelen und Edelsteinen geschmückt. Es existieren zahlreiche alte, als heilig geltende Orte und Gebäude, auf die die Beschreibungen zum Teil zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Gralsburg wurde und wird immer wieder von neuem als real existierende historische Stätte gesucht. Vorwiegend werden Kirchen, Türme, Burgen und Festungsruinen in [[England]] und [[W:Wales|Wales]] mit der Gralsburg in Verbindung gebracht, aber auch an einige Orte in den spanischen und französischen Pyrenäen knüpfen sich Gralssagen. Die spätere (vor allem englische) Verschmelzung von Artus- und Gralssage führt dazu, dass der Gral auch an Orten gesucht wird, zu denen Artus eine besondere Beziehung hat (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Glastonbury]], [[W:Winchester Castle|Winchester Castle]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Orte werden oft genannt:&lt;br /&gt;
* Die gesamte Umgebung von [[Glastonbury]] im Südwesten Englands, wo in der [[Glastonbury Abbey|Abtei]] noch heute zur Weihnachtszeit ein wundersamer Dornenstrauch blühen soll und wo angeblich [[W:1190|1190]] die sterblichen Überreste von [[Artus]] und [[W:Guinevere|Guinevere]] entdeckt wurden. An der Stelle der im selben Ort befindlichen &#039;&#039;St. Mary&#039;s Chapel&#039;&#039; soll der Überlieferung nach von Joseph von Arimathia die erste Kirche Europas erbaut worden sein. Der [[Glastonbury Tor]] gilt heute noch als der heiligste Ort Britanniens bzw. als die Verkörperung [[Avalon (Mythologie)|Avalons]]. An seinem Fuß befindet sich der [[Chalice Well]] (Kelchbrunnen), der bekannteste aller Brunnen, die je mit dem Gral in Verbindung gebracht wurden. Dass der Brunnen seit Menschengedenken noch nie versiegt ist, soll damit zusammenhängen, dass einst der Heilige Gral in ihm versteckt wurde.&lt;br /&gt;
* Winchester Castle in Südengland, in dem heute ein runder Tisch aus dem 13. Jahrhundert gezeigt wird, der mindestens seit dem 16. Jahrhundert als derjenige der [[Tafelrunde]] König Artus&#039; galt.&lt;br /&gt;
* St. Michael&#039;s Mount in [[W:Cornwall|Cornwall]], Südengland.&lt;br /&gt;
* [[W:Burg Montségur|Montségur]] in den [[Frankreich|französischen]] [[W:Pyrenäen|Pyrenäen]], die letzte Rückzugsfestung der [[Katharer]]-Ritter, die [[1244]] im [[W:Albigenserkreuzzug|Albigenserkreuzzug]] eingenommen wurde. Es gibt ein Gerücht, dass einige der belagerten Zitadelle entfliehen und dabei „den Schatz der Katharer“ retten konnten. Tatsächlich basiert diese u.a. von [[Otto Rahn]] vertretene Hypothese aber nur auf einem schwachen etymologischen Argument, denn der unübersehbare Montségur hat nichts gemein mit der versteckten Gralsburg und galt auch den Katharern erst als Zuflucht, als Wolfram den „Parzival“ bereits geschrieben hatte.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Munsalvaesche&#039;&#039; (okzitan. &#039;&#039;Montsalvasch&#039;&#039;, „Heilsberg“, oder &#039;&#039;Montsauvage&#039;&#039;, „Wilder Berg“) nennt Wolfram die Gralsburg. Es ist ungeklärt, ob dies mit einem Ort in den [[Spanien|spanischen]] Pyrenäen zu identifizieren ist. Einer anderen Spekulation zufolge könnte das Vorbild für die Gralsburg die [[W:Burg Wildenberg (Kirchzell)|Burg Wildenberg]] im [[W:Odenwald|Odenwald]] sein, an deren Kamin [[Wolfram von Eschenbach]] gerne zu Gast war und dort angeblich sogar Teile seines [[Parzival]] vorgetragen, wenn nicht gar geschrieben hat, denn er spielt an einer Stelle seiner Dichtung auf den riesigen Kamin an, der noch heute zu besichtigen ist.&lt;br /&gt;
[[Datei:Felsenkloster San Juan de la Pena.jpg|thumb|San Juan de la Peña, wo laut Legende der Heilige Gral aufbewahrt wurde]]&lt;br /&gt;
* [[San Juan de la Peña]], ein Bergkloster in den spanischen Pyrenäen, das versteckt unter riesigen überhängenden Felsen am Boden eines tief eingeschnittenen Flusstales liegt und nur von Ortskundigen zu finden war. Laut den Überlieferungen und zeitgenössischen Klosterurkunden, deren älteste aus dem Jahre 1134 stammt, verehrten dort im Mittelalter Pilger die Reliquie des &#039;&#039;Santo Cáliz&#039;&#039; (heute in Valencia) als den Heiligen Gral. Wie Hans-Wilhelm Schäfer in &#039;&#039;Kelch und Stein&#039;&#039; und Michael Hesemann in &#039;&#039;Die Entdeckung des Heiligen Grals&#039;&#039; aufzeigen, gibt es tatsächlich auffällige Parallelen zwischen den Beschreibungen der Gralsburg und San Juan de la Peña, das zu Füßen des &#039;&#039;Mons Salvatoris&#039;&#039; liegt, der in der okzitanischen Landessprache Aragons auch &#039;&#039;Mont Salvatge&#039;&#039; hieß. Auch den Gralskönig &#039;&#039;Amfortas&#039;&#039; gibt es hier in Gestalt des aragonischen Königs Alfonso I. „el Batallador“, in der Landessprache &#039;&#039;Anforts&#039;&#039; genannt, der 1134 zum Sterben in das Kloster gebracht wurde. Sein treuester Gefährte war der französische Ritter &#039;&#039;Rotrou Perche de Val&#039;&#039;, den [[W:Michael Hesemann|Michael Hesemann]] als den historischen &#039;&#039;Perceval&#039;&#039; identifizierte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Gral.jpg|mini|Der Santo Caliz im Dom von Valencia (linkes Seitenschiff)]]&lt;br /&gt;
* In der Kathedrale von [[W:Valencia|Valencia]] wird in einer Seitenkapelle ein Kelch aus [[Achat]] (&#039;&#039;Santo Cáliz&#039;&#039;) als Reliquie aufbewahrt, der von den Gläubigen als der Heilige Gral verehrt wird. Er trägt tatsächlich eine arabische Inschrift, die unterschiedlich interpretiert wird. Der spanische Archäologe Antonio Beltrán las &#039;&#039;li-z-zāḥira&#039;&#039;, Schäfer dagegen &#039;&#039;al-labṣit aṣ-ṣilliṣ&#039;&#039;, was mit der wolframschen Angabe „lapsit exillis“ übereinstimme. Letzteres ist allerdings vom arabischen Vokabular her sinnlos, „lapsit exillis“ ist vermutlich ein von dem des Lateinischen nicht mächtigen Wolfram korrumpiertes &#039;&#039;lapis ex coelis&#039;&#039; - „Stein aus dem Himmel“.&amp;lt;br /&amp;gt;Experten datieren den mörserförmigen Steinbecher in das 1. Jahrhundert vor Christus. Auch Hesemann trägt die Hypothese vor, der in Valencia aufbewahrte Kelch sei der Abendmahlskelch Jesu, der in frühchristlicher Zeit von den Päpsten in Rom aufbewahrt wurde und von dort nach Spanien gelangte. Bei einem Besuch [[Benedikt XVI.|Benedikts XVI.]] in Valencia im Juli 2006 wurde der „Santo Cáliz“ dem Papst präsentiert, der am nächsten Tag mit ihm vor einer Million Menschen eine hl. Messe feierte.&lt;br /&gt;
* Die spätantike [[W:Achatschale|Achatschale]], eines der beiden „unveräußerlichen Erbstücke des Hauses [[W:Habsburg|Habsburg]]“, befindet sich in der [[W:Schatzkammer (Hofburg)|Schatzkammer]] des [[W:Kunsthistorisches Museum|Kunsthistorischen Museums]] in der [[Wien]]er [[W:Hofburg|Hofburg]]. Sie wurde lange Zeit für den Heiligen Gral gehalten, da sie eine feine Äderung besitzt, die als geheimnisvolle Schrift interpretiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Gral in der Kunst ==&lt;br /&gt;
=== Musik ===&lt;br /&gt;
Grals- und Parzivalmotive tauchen seitdem in der europäischen Literatur und Kunst in vielerlei Variationen auf. Eine der bekanntesten künstlerischen Darstellungen mit bedeutender Nachwirkung ist das 1882 als &#039;&#039;Bühnenweihfestspiel&#039;&#039; in [[W:Bayreuther Festspiele|Bayreuth]] uraufgeführte Werk [[Parsifal]] von [[Richard Wagner]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen, Verweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliographie (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Quellentexte ===&lt;br /&gt;
* Philippe Walter &amp;amp; Daniel Poirion (Hrsg.): &#039;&#039;Le Livre du Graal. tome I, Joseph d&#039;Arimathie – Merlin – Les Premiers Faits du roi Arthur&#039;&#039;, 2001, [[Wikipedia:Bibliothèque de la Pléiade|Bibliothèque de la Pléiade]] ISBN 2-07-011342-6&amp;lt;br /&amp;gt;(Erster von voraussichtlich drei Bänden. Außergewöhnlich gut ausgestattete Neuausgabe; ausführlich kommentiert, zweisprachig Original und Neufranzösisch)&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]]: &#039;&#039;Le Roman de Perceval ou Le Conte du Graal. Der Percevalroman oder Die Erzählung vom Gral&#039;&#039;, übersetzt und herausgegeben von Felicitas Olef-Krafft, Stuttgart (Reclam) 1991, ISBN 3-15-008649-3&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]]: &#039;&#039;Perceval: Altfranzösisch / Deutsch&#039;&#039;, Reclam Verlag, 1990, ISBN 978-3150086490&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Perceval, oder die Geschichte vom Gral&#039;&#039;, 7. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1991, ISBN 978-3723508572&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Gauwain sucht den Gral&#039;&#039; (Erste Fortsetzung des &amp;quot;Perceval&amp;quot; von Chrestien de Troyes), 4. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1986, ISBN 978-3723508541&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Irrfahrt und Prüfung des Ritters Perceval&#039;&#039; (Zweite Fortsetzung von Chrestien de Troyes&#039; &amp;quot;Perceval&amp;quot;), Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1960&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Perceval der Gralskönig&#039;&#039; (Ende der zweiten und dritte (Manessier-) Fortsetzung von Chrestien de Troyes&#039; Perceval), 3. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1983, ISBN 978-3723508565&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Thomas Malory|Thomas Malory]]: &#039;&#039;Die Geschichte von König Artus und den Rittern seiner Tafelrunde&#039;&#039;, Übersetzung von H. Findeisen nach K. Lachmann, Frankfurt / Main 1977&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Wolfram von Eschenbach|Wolfram von Eschenbach]], „Parzival“, Reclam ISBN 3-15-007451-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fachwissenschaftliche Literatur ===&lt;br /&gt;
* Richard Barber: &#039;&#039;Der heilige Gral. Geschichte und Mythos&#039;&#039;, Düsseldorf und Zürich 2004 ISBN 3-538-07203-5&lt;br /&gt;
* Adolf Birch-Hirschfeld: &#039;&#039;Die Sage vom Gral – Ihre Entwicklung und dichterische Ausbildung in Frankreich und Deutschland im 12. und 13. Jahrhundert, eine literarhistorische Untersuchung&#039;&#039;, Wiesbaden 1969&lt;br /&gt;
* [[W:Konrad Burdach|Konrad Burdach]]: &#039;&#039;Der Gral. Forschungen über seinen Ursprung und seinen Zusammenhang mit der Longinuslegende&#039;&#039;, Darmstadt 1974, ISBN 3-534-06808-4 (zuerst Stuttgart 1938)&lt;br /&gt;
* Roger S. Loomis: &#039;&#039;The Grail. From Celtic Myth to Christian Symbol&#039;&#039;, 1963&lt;br /&gt;
* Volker Mertens: &#039;&#039;Der Gral. Mythos und Legende&#039;&#039;, Stuttgart 2003, Reclam, ISBN 3-15-018261-1&lt;br /&gt;
* Schäfer, Hans-Wilhelm: &#039;&#039;Kelch und Stein. Untersuchungen zum Werk Wolframs von Eschenbach.&#039;&#039; Frankfurt/Main 1983.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Orient im Lichte des Okzidents&#039;&#039;, [[GA 113]] (1982), ISBN 3-7274-1130-9 {{Vorträge|113}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule von 1904 bis 1914&#039;&#039;, [[GA 265]] (1987), ISBN 3-7274-2650-0 {{Vorträge|265}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Welträtsel und die Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 54]] (Zweiundzwanzig Öffentliche Vorträge, gehalten zwischen dem 5. Oktober 1905und dem 3. Mai 1906im Architektenhaus zu Berlin) Parzival und Lohengrin, S. 430&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, Griechische und germanische Mythologie Richard Wagner im Lichte der Geisteswissenschaft&#039;&#039; (Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907, Hörernotizen) [[GA 92]] &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Tempellegende und die Goldene Legende als symbolischer Ausdruck vergangener und zukünftiger Entwickelungsgeheimnisse des Menschen&#039;&#039; - Aus den Inhaltender Esoterischen Schule (Zwanzig Vorträge, gehalten in Berlin zwischen dem 23. Mai 1904 und dem 2. Januar 1906) [[GA 93]] &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das christliche Mysterium - Die Wahrheitssprache der Evangelien, Luzifer und Christus - Alte Esoterik und Rosenkreuzertum, Erkenntnisse und Lebensfrüchte der Geisteswissenschaft.&#039;&#039; (Notizen von einunddreißig Vorträgen mit sechs Fragenbeantwortungen, gehalten zwischen dem 9. Februar 1906 und 17. März 1907 in verschiedenen Städten) [[GA 97]] Das Gralsgeheimnis im Werk Richard Wagners Landin (Mark), 29. Juli 1906, S. 258 Die Musik des «Parzival» als Ausdruck des Übersinnlichen, Kassel, 16. Januar 1907, S. 269 Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 (Hörernotizen) &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mysterien des Morgenlandes und des Christentums&#039;&#039; (Vier Vorträge, gehalten in Berlinvom 3. bis 6. Februar 1913) [[GA 144]] Gral als westliche Mysterienströmung; Verbindung zu Rosenkreuzertum, Berlin, 1913, 4. Vortrag, S. 61&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen (physischen Leib, Ätherleib, Astralleib) und sein Selbst?&#039;&#039; (Ein Zyklus von zehn Vorträgengehalten in Den Haag vom 20. bis 29. März 1913)  [[GA 145]] Die Paradieses- und die Gralslegende, S. 99&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung - Das Fünfte Evangelium&#039;&#039; (Achtzehn Vorträge, gehalten 1913 und 1914 in verschiedenen Städten) [[GA 148]]  Christus-Ereignis/Parzival-Ereignis ab S. 161&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Christus und die geistige Welt - Von der Suche nach dem heiligen Gral&#039;&#039; (Ein Zyklus von sechs Vorträgen, gehalten in Leipzig vom 28. Dezember 1913 bis 2. Januar 1914) [[GA 149]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Holy Grail|Heiliger Gral}}&lt;br /&gt;
* [http://www.faz.net/s/Rub7F4BEE0E0C39429A8565089709B70C44/Doc~E0933F77EBF3241CB827812D1342565FD~ATpl~Ecommon~Scontent.html Tilman Spreckelsen: Hoffentlich wird er nie gefunden. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31. Mai 2009]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysterium von Golgatha]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christliche Insigne|401]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abendmahl Jesu]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karfreitag]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreuzigung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger Gral|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gralskelch|!]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Rudolf_Steiner_Gedenkst%C3%A4tte_Brunn_am_Gebirge&amp;diff=625702</id>
		<title>Rudolf Steiner Gedenkstätte Brunn am Gebirge</title>
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		<updated>2026-04-21T17:29:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Brunner Heimathaus.jpg|thumb|300px|Das Brunner Heimathaus: Das Kämmerchen im 1. Stock direkt über dem Torbogen war Rudolf Steiners Arbeitszimmer, im anschließenden Erkerzimmer befand sich das Wohnzimmer der Familie Steiner.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner Gedenkstätte Brunn am Gebirge&#039;&#039;&#039; befindet sich im 1. Stock des &#039;&#039;&#039;Brunner Heimathauses&#039;&#039;&#039;, dem sog. &#039;&#039;&#039;Gliedererhof&#039;&#039;&#039;, in der [[Wikipedia:Marktgemeinde|Marktgemeinde]] [[Wikipedia:Brunn am Gebirge|Brunn am Gebirge]] im [[Wikipedia:Bezirk Mödling|Bezirk Mödling]] in [[Wikipedia:Niederösterreich|Niederösterreich]], unweit der Stadtgrenze [[Wien]]s. In dem unmittelbar an der [[Wikipedia:Südbahn (Österreich)|Südbahn]] gelegenen Ort wohnte die Familie [[Rudolf Steiner]]s von [[1882]] bis [[1887]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pfarrkirche Brunn Grundriss.gif|thumb|left|Grundriss der Brunner Pfarrkirche mit der markanten Achterform, über deren Schnittpunkt sich der hohe Kirchturm erhebt und die als ideelle Bauform auch dem [[Erstes Goetheanum|ersten Goetheanum]] Rudolf Steiners zu Grunde liegt.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf Steiner Gedenkstätte Brunn.jpg|thumb|Rudolf Steiner Gedenkstätte Brunn am Gebirge]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gliedererhof.jpg|thumb|Der Gliedererhof vor der Renovierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der Initiative des [[Tierarzt]]es und [[Anthroposoph]]en [[Ludwig Müllner]], der unmittelbar benachbart des Gliedererhofes lebte, zu verdanken, dass diese frühe Wirkensstätte Steiners entdeckt und erhalten wurde. Der Entdeckung Müllners wurde zunächst mit großer Skepsis begegnet, da keine Dokumente den zeitweiligen Wohnsitz Steiners in Brunn am Gebirge zu bestätigen schienen. Erst zur Weihnachtszeit [[1958]] erhielt Müllner Nachricht von [[Emil Bock]], dass sich in [[Wikipedia:Eisenach|Eisenach]] 38 Briefe und Postkarten Steiners an [[Joseph Kürschner|Professor Kürschner]] gefunden hätten, die alle in Brunn am Gebirge zwischen 1882 und 1886 geschrieben worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Gotik|spätgotische]] Bau des Gliedererhofes aus dem [[Wikipedia:15. Jahrhundert|15. Jahrhundert]], der schon dem Verfall preisgegeben schien, wurde schließlich durch die Gemeinde Brunn vom letzten Besitzer, &#039;&#039;August Gliederer&#039;&#039;, angekauft und [[1960]] unter Denkmalschutz gestellt und in den Jahren von [[1965]] bis [[1969]] aufwändig restauriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] schrieb hier während seiner Studentenzeit an den [[Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften]] für [[Joseph Kürschner]]s &#039;&#039;„Deutsche Nationalliteratur“&#039;&#039; sowie die [[Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung]]. Hier mag Steiner auch erste Anregungen für den späteren Bau des [[Erstes Goetheanum|ersten Goetheanums]] in [[Dornach SO|Dornach]] gefunden haben, denn der Grundriss der &#039;&#039;Brunner Kirche&#039;&#039; mit seiner charakteristischen Achterform weist, wie schon Ludwig Müllner erkannte, bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit dem des ersten Goetheanums auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Damit ist nicht gesagt oder auch nur gemeint, Rudolf Steiner habe beim Bau des Goetheanums an die Brunner Kirche gedacht! Das ist ebensowenig der Fall, als seine Forschungsergebnisse Wiederholung dessen sind, was Goethe in seinen Schriften niedergelegt hat [...] Rudolf Steiners Goetheanum liegt Ideelles zugrunde, das sich in der Brunner Kirche wiederfindet. Beide Bauten manifestieren in der Gesamtgestaltung umfassende Lebensgesetze, die Goethe am Werden und am Bau der Pflanze erstmalig aufgezeigt hat.|Ludwig Müllner|&#039;&#039;Rudolf Steiner und Brunn am Gebirge bei Wien&#039;&#039;, S 46f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1969 eröffnete &#039;&#039;Brunner Heimathaus&#039;&#039; mit der &#039;&#039;Rudolf Steiner Gedenkstätte&#039;&#039; wird heute von dem &#039;&#039;Verein Brunner Heimathaus&#039;&#039; und dem [[Rudolf Steiner Gedenkstättenkomitee]] betreut. Das Brunner Heimathaus ist heute die Heimstätte zahlreicher Brunner Vereine und es finden regelmäßig Ausstellungen, künstlerische Veranstaltungen und Vorträge statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudolf Steiner - Der Denker aus Brunn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf Steiner 1882.jpg|mini|[[Rudolf Steiner]] (1882)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Steiner 1919.jpg|mini|Rudolf Steiner (1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Bedeutung [[Rudolf Steiner]]s, der in Brunn nicht nur die Grundlinien von [[Goethe]]s Weltanschauung erhellte, sondern auch die seines eigenen Denkens entwickelte, schreibt [[Karl Rössel-Majdan]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Unsere Zeit ist durch einen eigenartigen Gegensatz,&lt;br /&gt;
einen inneren Widerspruch gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
Noch nie waren die Menschen so intellektuell,&lt;br /&gt;
noch nie sahen sie im Wissen so sehr den&lt;br /&gt;
Zweck der Menschenbildung, noch nie mußte&lt;br /&gt;
auch der letzte der Hilfsarbeiter und Bauerknecht&lt;br /&gt;
so sehr praktisch, zweckmäßig, technisch&lt;br /&gt;
denken - und dennoch gilt gerade in dieser&lt;br /&gt;
Zeit die Philosophie, das reine Denken&lt;br /&gt;
selbst, als schwer, als fad und trocken , als tot.&lt;br /&gt;
Über alles Materielle wird nachgedacht, nur&lt;br /&gt;
nicht über das Denken selbst, über Sinn und&lt;br /&gt;
Wesen von Mensch, Gemeinschaft und Welt,&lt;br /&gt;
über das, was die Kultur gegenüber der Natur&lt;br /&gt;
auszeichnet, den menschlichen Geist. Rudolf&lt;br /&gt;
Steiner, der Student aus Brunn am Gebirge, der&lt;br /&gt;
von hier aus nach Weimar berufen und in den&lt;br /&gt;
Neunzigerjahren zum berühmten [[Goethe]]forscher&lt;br /&gt;
wurde, hatte diese Kluft überbrückt. Sein&lt;br /&gt;
Beitrag für die Kultur- und Geistesgeschichte&lt;br /&gt;
der Menschheit ist daher nicht mehr wegzudenken,&lt;br /&gt;
ganz gleich, wie man zu dieser oder jener&lt;br /&gt;
seiner Lehren stehen mag. Natur und Geist sind&lt;br /&gt;
in der Schau, in der Weltanschauung Rudolf&lt;br /&gt;
Steiners nichts unverständlich Getrenntes, sondern&lt;br /&gt;
Erscheinung desselben, und gerade im&lt;br /&gt;
Menschen ist diese Verbindung erkennbar. Es&lt;br /&gt;
ist wert, sich einfach mit gesundem Hausverstand,&lt;br /&gt;
ohne Angst vor den üblichen Denkschnörkseln&lt;br /&gt;
und Abstraktionen vertrockneter&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaften in diese Gedankengänge&lt;br /&gt;
einführen zu lassen. Nach Rudolf Steiner ist die&lt;br /&gt;
Geschichte der Menschheit nicht ein immer raffinierterer&lt;br /&gt;
Kampf ums Dasein, sondern ein Weg&lt;br /&gt;
zum Selbstverständnis des Menschen und damit&lt;br /&gt;
zum Verständnis von Natur und Geist in der&lt;br /&gt;
Welt. Das [[Denken]] ist das Mittel, um zu sich zu&lt;br /&gt;
kommen, zum Selbstbewußtsein zu erwachen.&lt;br /&gt;
„[[Wahrheit und Wissenschaft]]“, die „[[Rätsel der Philosophie]]“ und die „[[Philosophie der Freiheit]]“&lt;br /&gt;
sind neben anderen grundsätzliche philosophische&lt;br /&gt;
Werke Rudolf Steiners, die von jedem&lt;br /&gt;
ernstgenommen werden können und sollen, auch&lt;br /&gt;
wenn er den Gedankengängen im späteren und&lt;br /&gt;
weltanschaulichen Werke nicht folgen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Griechen wurde Seele und Körper&lt;br /&gt;
noch in wunderbarer Harmonie gesehen und&lt;br /&gt;
geschult, und erst allmählich haben sich Kunstanschauung und Philosophie getrennt und spezialisiert.&lt;br /&gt;
Warum die heutige Olympiade mit der&lt;br /&gt;
griechischen außer dem Namen kaum etwas zu&lt;br /&gt;
tun hat, lernt man aus dem Werke Dr. Steiners&lt;br /&gt;
verstehen. Also ist es hochaktuell. Wir lernen&lt;br /&gt;
auch verstehen, wie aus dem einfachen Schauen,&lt;br /&gt;
das noch im Sinneserlebnis gleichzeitig&lt;br /&gt;
stark durchseelt war, im „videin“ die „Idee“,&lt;br /&gt;
die platonische Innenschau wurde. Wir entdecken&lt;br /&gt;
dann auch mit Dr. Steiner die Bedeutung&lt;br /&gt;
des [[Christentum]]s, das jedes Erkennen dem&lt;br /&gt;
göttlichen Funken im Menschen zuschreibt. Und&lt;br /&gt;
dann folgen wir Dr. Steiner bei seiner Wiederentdeckung&lt;br /&gt;
der [[Scholastik]], durch die der Gedanke&lt;br /&gt;
almählich als ein Erzeugnis der menschlichen&lt;br /&gt;
Seele aufgefaßt wurde. Und schließlich&lt;br /&gt;
kommen mit der Neuzeit die Philosophien vom&lt;br /&gt;
Ich, die in der deutschen Klassik gipfeln. Der&lt;br /&gt;
Mensch hat ein [[Ich]], von dem das Denken ausgeht,&lt;br /&gt;
und man beschäftigt sich damit, was dieses&lt;br /&gt;
Ich, was das eigentlich Menschliche sei. Bei&lt;br /&gt;
den Goetheanisten, und darauf aufbauend im&lt;br /&gt;
weiteren Werke Rudolf Steiners wird durch&lt;br /&gt;
gleichzeitige Innen- und Außenbeobachtung versucht&lt;br /&gt;
zu zeigen, wie dieses menschliche Ich im&lt;br /&gt;
Bewußtseinsakt Geist und Natur verbindet.&lt;br /&gt;
Geist wird dabei als etwas Objektives und so&lt;br /&gt;
Vielgestaltiges aufgefaßt, wie die Natur. Dadurch&lt;br /&gt;
rechtfertigt Steiner das Christentum und&lt;br /&gt;
und die alten Religionen, und lehrt eine Toleranz&lt;br /&gt;
gegenüber allen Philosophien, die aus dem Gesichtspunkt&lt;br /&gt;
der jeweiligen Entwicklung verstanden&lt;br /&gt;
werden können. Der Mensch rückt in den&lt;br /&gt;
Mittelpunkt des Weltverstehens, und das nannte&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner mit einem Lehnwort aus dem&lt;br /&gt;
Griechischen: [[Anthroposophie]]. Durch seine Philosophie&lt;br /&gt;
wurde Rudolf Steiner der Überwinder&lt;br /&gt;
eines einseitigen Materialismus und der Verfechter&lt;br /&gt;
hoher moralischer Werte, denn durch&lt;br /&gt;
[[Intuition]], in dem, was der Heide noch eine bildhafte&lt;br /&gt;
Natur- und Götterwelt ohne Unterscheidung&lt;br /&gt;
zwischen innen und außen nannte, was für&lt;br /&gt;
das Christentum die Menschwerdung des Göttlichen&lt;br /&gt;
und der göttliche Funke im Menschen&lt;br /&gt;
wurde, aus dem Ich, das über den Egoismus&lt;br /&gt;
hinauswächst, entspringt der „Einfall“, die Idee,&lt;br /&gt;
die Erkenntnis in selbstbewußter und damit&lt;br /&gt;
freier Weise, und es entspringt von dort aus die&lt;br /&gt;
nicht erzwungene, sondern freie moralische Tat.&lt;br /&gt;
Dadurch wird auch die Berechtigung der dichterischen&lt;br /&gt;
Phantasie, wird der Erkenntniswert der&lt;br /&gt;
Kunst und der religiösen Mythologie verstanden,&lt;br /&gt;
und die Bedeutung der Dichter und Denker.&lt;br /&gt;
Nimmt es wunder, daß Steiner also Goethes&lt;br /&gt;
Farbenlehre, die zum Unterschied von Newton&lt;br /&gt;
physikalisch und seelisch zugleich war, neu&lt;br /&gt;
entdecken konnte? Daß er die Morphologie&lt;br /&gt;
Goethes für eine Heilkunde, für die Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
nutzbar machen konnte, die Morphologie,&lt;br /&gt;
die da sagt, man solle nicht bloß die&lt;br /&gt;
Stoffe, sondern die gestaltbildenden Kräfte, die&lt;br /&gt;
sogenannten Bilderkräfte ansehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner war Student der Technik und&lt;br /&gt;
hatte das Doktorat. Technik ist eine ausgesprochene&lt;br /&gt;
Erfahrungswissenschaft. Die Bedeutung&lt;br /&gt;
des Denkers Rudolf Steiner liegt darin, daß er&lt;br /&gt;
die Philosophie aus Verschrobenheit und Abstraktion herausführte und in Anschluß an die&lt;br /&gt;
großen Dichter und Denker die Geisteswissenschaft,&lt;br /&gt;
die schon auf dem Wege war, zu einer&lt;br /&gt;
Scheinnaturwissenschaft, zu einer Nervenwissenschaft&lt;br /&gt;
zu degenerieren, auch zu einer Erfahrungswissenschaft eigener Art machte. Das&lt;br /&gt;
Denken und das seelische Erleben erhalten für&lt;br /&gt;
das Menschentum eine neue Bedeutung und&lt;br /&gt;
werden zur bewußten Methode der Erkenntnis...|[[Karl Rössel-Majdan]]|&#039;&#039;Rudolf Steiner - Der Denker aus Brunn&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Rössel-Majdan]]: &#039;&#039;Rudolf Steiner - Der Denker aus Brunn&#039;&#039;, in: &#039;&#039;Mitteilungen des Vereins Brunner Heimathaus&#039;&#039;, Dezember 1972, S. 6f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführungsvorträge zur Anthroposophie Rudolf Steiners ==&lt;br /&gt;
[[Datei:AG-1913.gif|right|320px|link=https://ag1913.anthroposophie.net|Anthroposophische Gesellschaft in Österreich (1913) - Homepage mit Veranstaltungskalender]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Brunn Vortragssaal.jpg|thumb|Einführungsvorträge zur Anthroposophie im Brunner Heimathaus.]]&lt;br /&gt;
In unregelmäßigen Abständen werden durch die [[Anthroposophische Gesellschaft in Österreich (1913)]] im Brunner Heimathaus Einführungsvorträge von &#039;&#039;Wolfgang Peter&#039;&#039; zur [[Anthroposophie]] Rudolf Steiners gehalten, die hier teilweise als Audio-Mitschnitt oder Manuskript abgerufen werden können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[https://odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Vortraege/Goethes_Farbenlehre.pdf Goethes Farbenlehre mit praktischen Beispielen] - Eine Einführung. (8.3.2007)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Metamorphosen_der_Stoffeswelt_2007-11-27.mp3 Metamorphosen der Stoffeswelt] - Eine goetheanistische Betrachtung zur Chemie. (27.11.2007)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Das_Wunder_des_Lebens_2008-12-11.mp3 Das Wunder des Lebens] - Die moderne Biologie im Lichte der Anthroposophie Rudolf Steiners. (11.12.2008)&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Rudolf_Steiner_Brunn_2009-03-26.WMA Rudolf Steiner – Begründer der Waldorfpädagogik] - Eine Einführung in Leben und Werk Rudolf Steiners. (26.3.2009)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Vom_Wesen_der_menschlichen_Seele_Brunn_2009-10-01.WMA Vom Wesen der menschlichen Seele] - Psychologische und theologische Aspekte der Seelenlehre im Lichte der Anthroposophie Rudolf Steiners. (1.10.2009)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Die_Einzigartigkeit_des_Menschen_Brunn_2009-10-22.mp3 Die Einzigartigkeit des Menschen] - Der göttliche Funke im Menschen aus anthroposophischer Sicht. (22.10.2009)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Zukunftsimpulse_Rudolf_Steiners_Brunn_2010-02-23.WMA Zukunftsimpulse Rudolf Steiners] - Lebenspraktische Anregungen für Pädagogik, Landwirtschaft, Medizin, Kunst, Wissenschaft und soziales Leben. (23.2.2010)&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Was_ist_Anthroposophie_Brunn_2010-05-06.mp3 Was ist Anthroposophie?] - Eine Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners. (6.5.2010)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Christentum_und_Wiedergeburtslehre_Brunn_2011-04-28.mp3 Christentum und Wiedergeburtslehre] - Reinkarnation und Karma als Triebkräfte der menschlich-menschheitlichen Entwicklung aus der Sicht Rudolf Steiners. (28.4.2011)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Die_Evolution_des_Menschlichen_Brunn_2011-06-28.mp3 Die Evolution des Menschlichen] - Vortrag zur Ausstellung «Kosmos-Erde-Mensch» 2011. (28.6.2011)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Wege_der_geistigen_Erkenntnis_Brunn_2011-10-06.mp3 Wege der geistigen Erkenntnis] - Bildhaftes Denken als Grundlage geistigen Schauens. (6.10.2011)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Stirb_und_werde_Brunn_2011-11-10.mp3 Stirb und werde] - Einblicke in das Leben nach dem Tod aus der Sicht Rudolf Steiners. (10.11.2011)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Wiederholte_Erdenleben_Brunn_2012-03-29.mp3 Wiederholte Erdenleben und das Schicksal des Menschen] - Gedanken Rudolf Steiners zu Reinkarnation und Karma. (29.3.2012)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Einblicke_in_die_geistige_Welt_Brunn_2012-05-24.mp3 Einblicke in die geistige Welt] - Einführung in die Methode der anthroposophischen Geistesforschung. (24.5.2012)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Mensch_und_Natur_Brunn_2012-10-11.mp3 Mensch und Natur] - Der Mensch als Mikrokosmos und seine Beziehung zu den Naturreichen. (11.10.2012)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Das_Ich_als_geistiger_Wesenskern_des_Menschen_Brunn_2012-11-29.mp3 Das Ich als geistiger Wesenskern des Menschen] - Der Mensch im Spannungsfeld von Individualismus und Egoismus. (29.11.2012)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Christentum_und_Anthroposophie_Brunn_2013-03-21.mp3 Christentum und Anthroposophie] - Gedanken Rudolf Steiners zur geistigen Bedeutung des Christentums und insbesondere des Ostergeschehens. (21.3.2013)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Europa_als_Bruecke_zwischen_Ost_und_West_Brunn_2013-05-23.mp3 Europa als Brücke zwischen Ost und West] - Die spirituelle Aufgabe Europas aus anthroposophischer Sicht. (23.5.2013) [https://www.youtube.com/watch?v=pkKcbrgCPEo YouTube]&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Individuum_und_Gemeinschaft_Brunn_2014-03-27.mp3 Individuum und Gemeinschaft] - Rudolf Steiners Ideen zur Dreigliederung des sozialen Organismus und die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Herausforderungen unserer Zeit. (27.3.2014)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Mikrokosmos_und_Makrokosmos_Brunn_2014-05-22.mp3 Mikrokosmos und Makrokosmos] - Die kosmischen Dimensionen des Menschen. (22.5.2014)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Mensch_und_Kosmos_Brunn_2015-01-22.mp3 Mensch und Kosmos] - Anthroposophie als Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte. (22.1.2015)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Spuren_des_Geistes_Brunn_2015-04-09.mp3 Spuren des Geistes] - Die Wirkungen geistiger Wesenheiten in Mensch, Natur und Kosmos. (9.4.2015)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Christentum-Islam-Judentum_Brunn_2015-05-28.mp3 Christentum, Islam und Judentum] - Trennendes und Verbindendes aus geisteswissenschaftlicher Sicht. (28.5.2015)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Fernoestliche_Religionen_und_Christentum_Brunn_2015-10-29.mp3 Fernöstliche Religionen und Christentum] - Buddhismus, Hinduismus, Taoismus und Zoroastrismus in ihrem Verhältnis zum Christentum. (29.10.2015)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Die_Botschaft_des_Schicksals_Brunn_2016-01-21.mp3 Die Botschaft des Schicksals] - Lebenskrisen als Entwicklungschance. Reinkarnation und Karma im Licht der Anthroposophie. (21.1.2016)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Einzelschicksal-Voelkerschicksal-Menschheitsschicksal_Brunn_2016-06-09.mp3 Einzelschicksal - Völkerschicksal - Menschheitsschicksal] - Die geistige Aufgabe Europas und insbesondere Mitteleuropas in den kommenden Zeiten globaler Völkermischung. (9.6.2016)&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Himmel_und_Hoelle_Brunn_2016-11-10.mp3 Himmel und Hölle] - Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Seele, die der Schattenwurf der geistigen Entwicklungsmöglichkeiten des heutigen Menschen ist. (10.11.2016)&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Anthroposophie_als_Lebenskunst_Brunn_2019-05-02.mp3 Anthroposophie als Lebenskunst] (2.5.2019)&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Rudolf_Steiner_heute_Brunn_2019-10-24.mp3 Rudolf Steiner heute] - Anregungen für ein Lebendiges Denken. (24.10.2019) [https://www.youtube.com/watch?v=Zb2GBNUUBbg YouTube]&lt;br /&gt;
* [[aw:Anregungen_für_ein_Lebendiges_Denken|Anregungen für ein Lebendiges Denken]]  - (24. Oktober 2019 ), Audiodoku&lt;br /&gt;
* [[aw:Rudolf_Steiner_und_die_Welt_der_Farben_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2025|Rudolf Steiner und die Welt der Farben]] - Ein Vortrag zum Thema „Die Welt der Farben“ aus der Sicht Rudolf Steiners. (9. November 2025) [[aw:Rudolf_Steiner_und_die_Welt_der_Farben_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2025|YouTube]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonderausstellung «Kosmos - Erde - Mensch» 2011 ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kosmos-Erde-Mensch.jpg|thumb|Die Ausstellung &amp;quot;Kosmos - Erde - Mensch&amp;quot; im Brunner Heimathaus]]&lt;br /&gt;
In der Zeit vom 25. Juni bis 30. September 2011 fand in den Räumen des Heimathauses mit Unterstützung des [http://www.rudolf-steiner.com Rudolf Steiner Archivs] eine Sonderausstellung anlässlich des 150. Geburtsjahrs Rudolf Steiners statt. Am Beispiel von 10 [[Wikipedia:Faksimilie|Faksimilie]]s ausgewählter [[Wandtafelzeichnungen]] zur [[Kosmologie]] Rudolf Steiners wurde hier der [[Mensch]] im Spannungsfeld von [[Kosmos]] und [[Erde (Planet)|Erde]] als Bürger zweier Welten gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA 354 30.6.1924.jpg|thumb|Die ersten 4 planetarischen Weltentwicklungsstufen: [[Alter Saturn]] - [[Alte Sonne]] - [[Alter Mond]] - [[Erde (Planet)|Erde]]; [[Wandtafelzeichnung]] aus [[GA 354]], ein Teil der Sonderausstellung «Kosmos - Erde - Mensch» im Brunner Heimathaus (Die Farben dienen nur der besseren Veranschaulichung und haben keine tiefere symbolische Bedeutung).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner-Gedenkstätte&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leopold Gattringer-Straße 34&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2340 Brunn am Gebirge ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat während seiner Vorträge oftmals an die Tafel geschrieben oder gezeichnet. Auf die Initiative Emma Stolles hin wurden die Tafeln ab 1919 mit schwarzem Karton bespannt, um die Tafelzeichnung aufbewahren zu können. Auf diese Weise kamen im Laufe der folgenden Jahre über 1000 Zeichnungen zusammen, die in den letzten Jahren innerhalb der [[Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] ([[GA]]) in handlicher Form zugänglich gemacht wurden und seit 1992 in Museen weltweit ausgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Wandtafelzeichnungen sind ein noch unausgeschöpfter Fundus kreativen Denkens und Zeichnens, der wohl noch viele Künstler und hoffentlich ein wachsendes Kunstpublikum zu jenen &#039;höheren Formen menschlicher Kreativität&#039; anregen wird, die - nach R. Steiner und J. Beuys - Imagination, Inspiration und Intuition sind&amp;quot;|Guido Magnaguagno|&#039;&#039;Direktor Tinguely Museum Basel&#039;&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adresse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Rudolf Steiner-Gedenkstätte&lt;br /&gt;
Leopold Gattringer-Straße 34&lt;br /&gt;
AT-2340 Brunn am Gebirge &lt;br /&gt;
Austria&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ludwig Müllner: &#039;&#039;Rudolf Steiner und Brunn am Gebirge bei Wien&#039;&#039;, Anna Pichler Verlag, Wien 1997 ISBN 3-901087-70-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.brunnamgebirge.at/themen/kunst-kultur/heimathaus/ Brunner Heimathaus - Gliedererhof]&lt;br /&gt;
* [https://www.brunnamgebirge.at/wp-content/uploads/2019/02/2.2_Rudolf_Steiner_Gedenkstaette.pdf Rudolf Steiner Gedenkstätte]&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Brunner_Heimathaus/Rudolf_Steiner-Der_Denker_aus_Brunn_KRM_1972.pdf Karl Rössel-Majdan: &#039;&#039;Rudolf Steiner - Der Denker aus Brunn&#039;&#039;], in: Mitteilungen des Vereins Brunner Heimathaus, Dezember 1972&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Video&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.youtube.com/watch?v=9I8x0Mn42AY Rudolf Steiner Express in Brunn am Gebirge]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Steiner, Rudolf}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Veranstaltungsort|T]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophischer Veranstaltungsort]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625114</id>
		<title>Moabiter Sonette</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625114"/>
		<updated>2026-01-10T18:02:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Moabiter-Sonette&#039;&#039;&#039; wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den [[Nationalsozialismus]]. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie|&#039;&#039;Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;[[aw:Goethes_Märchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025|Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten]]&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] Michael Rheimheimer „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie|&#039;&#039;Goethes&#039;&#039; &#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;]]&#039;&#039;”&#039;&#039; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von [[Rudolf Steiner]] interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der [[Menschenweihehandlung]] und dem Lebensweg Jesu von [[Palmsonntag]] bis [[Pfingsten]] ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird [[Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsches]] Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen [[Kreuzigung Christi]] im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: Recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspark_Ehemaliges_Zellengef%C3%A4ngnis_Moabit&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag Michael Rheinheimers: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-10T18:01:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Vortrag von Michael Rheinheimer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Moabiter-Sonette&#039;&#039;&#039; wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den [[Nationalsozialismus]]. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie|&#039;&#039;Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;[[aw:Goethes_Märchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025|Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten]]&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] Michael Rheimheimer „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie|&#039;&#039;Goethes&#039;&#039; &#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;]]&#039;&#039;”&#039;&#039; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von [[Rudolf Steiner]] interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der [[Menschenweihehandlung]] und dem Lebensweg Jesu von [[Palmsonntag]] bis [[Pfingsten]] ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird [[Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsches]] Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen [[Kreuzigung Christi]] im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: Recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspark_Ehemaliges_Zellengef%C3%A4ngnis_Moabit&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625109</id>
		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T21:16:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Moabiter-Sonette&#039;&#039;&#039; wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspark_Ehemaliges_Zellengef%C3%A4ngnis_Moabit&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T21:13:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspark_Ehemaliges_Zellengef%C3%A4ngnis_Moabit&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Literatur: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625106</id>
		<title>Moabiter Sonette</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625106"/>
		<updated>2026-01-09T21:10:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Das Christus-Erlebnis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625105</id>
		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T21:09:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Literatur: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625104</id>
		<title>Moabiter Sonette</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625104"/>
		<updated>2026-01-09T21:08:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: Die Seite wurde neu angelegt: „Die Moabiter-Sonette wurden von Albrecht Haushofer, einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dies…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonette sind Teil der Austellung in der 2015 neuen Mahn- und Gedenstätte NS-Dokumentationszentrum. In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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