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	<title>AnthroWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Nordische_Mysterien&amp;diff=626687</id>
		<title>Nordische Mysterien</title>
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		<updated>2026-10-04T17:15:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;nordischen Mysterien&#039;&#039;&#039;, die vor allem von [[Wikipedia:Liste der germanischen Stämme|germanischen Stämmen]] im Norden [[Europa]]s, von denen auch [[Wikipedia:Tacitus|Tacitus]] berichtet, und namentlich in [[Wikipedia:Skandinavien|Skandinavien]] gepflegt wurden, waren anders geartet als die südlichen Mysterien. Während sich das [[Bewusstsein]] in den südlichen Mysterien unmittelbar in die [[Kosmos|kosmischen Weiten]] richtete, erlebte man in den nordischen Mysterien - ganz besonders in der Winterzeit - die in den Tiefen der [[Erde (Planet)|Erde]] wirkenden kosmischen Kräfte. Wie sich der [[Makrokosmos]] mit der Erde verbindet und in ihr wirkt, erforschten die [[Einweihung|Eingeweihten]] des Nordens. In den südlichen Mysterien wurde ein Weg für das Verständnis des kosmischen [[Christus]] gebahnt, wie es vor allem auch in vielen Strömungen der [[Gnosis]], die mit dem [[Urchristentum]] eng verwoben waren, gesucht wurde. Weniger Verständnis konnte man allerdings in den südlichen Mysterien für die reale [[Inkarnation]] Christi entwickeln. Dafür den Boden zu bereiten, war Aufgabe der nordischen Mysterien. Hier konnte man tiefer das Geheimnis des [[Jesus]] erfassen, in dem sich der Christus inkarnieren sollte. Von hier aus empfing darum auch das Erleben und Gestalten des [[Weihnachtsfest]]es seine wesentlichsten Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Heute ist das nicht mehr der Fall, aber in älteren Zeiten war&lt;br /&gt;
es, namentlich in den nordischen und westlichen Gegenden Europas,&lt;br /&gt;
auch in unserer Gegend, der Entwickelung der in diesen Gegenden&lt;br /&gt;
wohnenden Menschen durchaus angemessen, durch eine Art&lt;br /&gt;
Ekstase in die Geheimnisse der großen Welt eingeführt zu werden.&lt;br /&gt;
Aber damit waren sie auch ausgesetzt dem, was man Verlust des Ich&lt;br /&gt;
nennen könnte. Doch war dieser Zustand nicht so gefährlich für die&lt;br /&gt;
damaligen Menschen, weil sie mit einer gewissen ursprünglichen elementaren,&lt;br /&gt;
gesunden Kraft behaftet waren und noch nicht so geschwächt&lt;br /&gt;
waren in bezug auf ihre ursprünglichen Seelenkäfte, wie es&lt;br /&gt;
die gegenwärtige Menschheit durch ihre hochgradige Intellektualität&lt;br /&gt;
ist. So wie diese Menschen waren, haben sie alle diese gesteigerten&lt;br /&gt;
Gefühle, die Hoffnungen des Frühlings, das Aufjauchzen des Sommers,&lt;br /&gt;
die Wehmut des Herbstes, die Todesschauer des Winters&lt;br /&gt;
durchmachen können und haben dennoch bis zu einem gewissen&lt;br /&gt;
Grade ihr Ich behalten. Es mußte aber Vorsorge getroffen werden&lt;br /&gt;
für diejenigen, welche Lehrer werden sollten für die heutige&lt;br /&gt;
Menschheit, daß die Einweihung, das Hineinführen in den Makrokosmos&lt;br /&gt;
in einer anderen Weise noch geschehen konnte. Worauf es&lt;br /&gt;
ankommt, werden Sie begreifen können, wenn Sie sich vorstellen,&lt;br /&gt;
daß ja die Hauptsache bei diesem Hinausleben in den Makrokosmos&lt;br /&gt;
der Verlust des Ich ist. Das Ich wird immer schwächer und schwächer;&lt;br /&gt;
der Mensch kommt schließlich in einen Zustand, wo er sich&lt;br /&gt;
selber als menschliche Wesenheit verliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was mußte geschehen, damit der Mensch sich nicht verlor? Es&lt;br /&gt;
mußte ihm gerade die Kraft zugeführt werden, die man als die Kraft&lt;br /&gt;
des Ich bezeichnet. Die Kraft, die schwächer wurde in seiner eigenen&lt;br /&gt;
Seele, die Kraft des Ich, die mußte von außen zugeführt werden.&lt;br /&gt;
Und das geschah dadurch, daß diese nordischen Mysterien immer&lt;br /&gt;
so verliefen, daß derjenige, der eingeweiht werden sollte, die&lt;br /&gt;
Unterstützung genoß von Gehilfen, die den einweihenden geistigen&lt;br /&gt;
Führer unterstützten. Ein geistiger Führer mußte da sein, aber es&lt;br /&gt;
mußten auch Gehilfen da sein, die diesen geistigen Führer unterstützten.&lt;br /&gt;
Und diese Gehilfen kamen auf folgende Weise zustande. Es&lt;br /&gt;
wurden Menschen besonders erzogen, besonders vorbereitet in der&lt;br /&gt;
Art, daß der eine Mensch zum Beispiel diejenigen inneren Erlebnisse&lt;br /&gt;
und Empfindungen besonders stark durchmachte, die man durchmacht,&lt;br /&gt;
wenn man sich hingibt alle dem, was man nennen kann die&lt;br /&gt;
aufsprießende Natur des Frühlings. Es ist früher gesagt worden, daß&lt;br /&gt;
der Einzuweihende das nicht in genügend starkem Maße selber tun&lt;br /&gt;
kann. Deshalb wurden Menschen besonders erzogen, welche alle&lt;br /&gt;
ihre Seelenkräfte so in den Dienst dieser nordischen Mysterien&lt;br /&gt;
stellen mußten, daß sie auf alles übrige verzichteten, also auf das,&lt;br /&gt;
was Herbst, Sommer und Winter erleben lassen. Sie sollten alle ihre&lt;br /&gt;
Seelenkräfte dazu verwenden, um die Eigenart der aufsprießenden&lt;br /&gt;
Frühlingsnatur gefühlsmäßig zu erleben. Andere wurden wiederum&lt;br /&gt;
dazu veranlaßt, zu erleben das volle Leben des Sommers, andere&lt;br /&gt;
wurden veranlaßt, zu erleben das volle Leben des Herbstes, andere&lt;br /&gt;
dasjenige des Winters. Es wurde also auf verschiedene Menschen das&lt;br /&gt;
verteilt, was ein Mensch im Laufe des Jahres erleben kann. Dadurch&lt;br /&gt;
hatte man Menschen, die ihr Ich in der verschiedensten Weise gestählt,&lt;br /&gt;
gestärkt hatten. Sie hatten dadurch, daß sie dieses Ich verstärkt&lt;br /&gt;
einseitig hatten, Überfluß an Ich-Kraft. Und nun wurden sie&lt;br /&gt;
nach gewissen Regeln mit demjenigen, der eingeweiht werden sollte,&lt;br /&gt;
so in Verbindung gebracht, daß sie ihre überschüssige Ich-Kraft ihm&lt;br /&gt;
hingaben, daß diese auf ihn zuströmte. So daß der Einzuweihende,&lt;br /&gt;
der den Jahreslauf durchmachen sollte, das Jahr so durchlebte, daß&lt;br /&gt;
er zu gewissen höheren Erkenntnissen des Makrokosmos hinaufgeführt&lt;br /&gt;
wurde, während seinem Ich die Ich-Kräfte des Einweihungspriesters&lt;br /&gt;
und seiner Gehilfen zuströmten. Es ergoß sich in die Seele&lt;br /&gt;
des Einzuweihenden das, was die anderen ihm geben konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man einen solchen Vorgang verstehen will, dann muß man&lt;br /&gt;
sich allerdings einen Begriff davon machen können, mit welcher&lt;br /&gt;
Hingabe und Aufopferung in jenen alten Zeiten in den Mysterien&lt;br /&gt;
gearbeitet worden war. Von jener Hingabe, von jener Aufopferung&lt;br /&gt;
ist in der heutigen exoterischen Welt nicht viel zu finden. Früher&lt;br /&gt;
haben sich Menschen willig dazu hergegeben, einseitig ihr Ich zu&lt;br /&gt;
verstärken, damit sie die Kraft dieses Ich abgeben konnten an den&lt;br /&gt;
einen, der eingeweiht werden sollte und von ihm dann erfahren&lt;br /&gt;
konnten, was er erlebt hatte, indem er hinaufstieg in eine Ekstase,&lt;br /&gt;
die aber jetzt keine Ekstase mehr war, weil ihm fremde Ich-Kräfte&lt;br /&gt;
zugeströmt sind, sondern es war ein bewußtes Hinaufsteigen in den&lt;br /&gt;
Makrokosmos. Es waren zwölf Menschen, drei Frühlings-, drei&lt;br /&gt;
Sommer-, drei Herbst-, drei Wintermenschen notwendig, welche&lt;br /&gt;
verschieden ausgebildete Ich-Kräfte dem Einzuweihenden zusandten,&lt;br /&gt;
der sich so in die höheren Welten hinauflebte und der dann aus&lt;br /&gt;
den Erfahrungen heraus, die er da machte, mitteilen konnte, wie es&lt;br /&gt;
in den höheren Welten aussieht.|119|153ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Durch den Verlust des Ich würde der Mensch also im&lt;br /&gt;
Hinausdringen in den Makrokosmos sein ganzes astralisches Wesen&lt;br /&gt;
hingießen an solche Wesenheiten, welche die elementarische Welt&lt;br /&gt;
als schlechte Wesenheiten durchsetzen. Und die Folge davon würde&lt;br /&gt;
sein, daß der Mensch, weil er mit diesen Wesen zusammenkommt,&lt;br /&gt;
aber schwächer ist als diese Wesen - denn er hat ja sein Ich verloren,&lt;br /&gt;
diese haben aber ein starkes Ich -, ihnen Nahrung zuführt mit&lt;br /&gt;
seinen Eigenschaften, wofür sie ihn in negativem Sinne belohnen&lt;br /&gt;
würden. Er gibt ihnen geradezu Nahrung aus seinem astralischen&lt;br /&gt;
Wesen, sie aber geben ihm, was ihnen von seinen Eigenschaften besonders&lt;br /&gt;
eigen ist; und daß er in ihnen gelebt hat, das zeigt sich, wenn&lt;br /&gt;
beim Erwachen sein Ich zurückkehrt, in einem verstärkten Hang&lt;br /&gt;
zum Schlechten, zum Bösen.|119|161f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Daher wurden einem Menschen, der zugelassen werden&lt;br /&gt;
sollte zu solcher Mysterieneinweihung, Prüfungen auferlegt, durch&lt;br /&gt;
die er alle möglichen Widerwärtigkeiten des Lebens schon im physischen&lt;br /&gt;
Dasein überwinden sollte. Starke Gefahren wurden ihm in&lt;br /&gt;
den Weg gebracht, und durch die Überwindung dieser Gefahren&lt;br /&gt;
sollte er seinen Willen stärken. Ein Überwinder sollte er werden,&lt;br /&gt;
der von starker Seele ist und dadurch vorbereitet, daß er dann, wenn&lt;br /&gt;
diese Wesenheiten ihm gegenübertreten, stark genug ist, um keine&lt;br /&gt;
Anfechtungen zu erleben, um sie zurückdrängen zu können und&lt;br /&gt;
nicht sich an sie zu verlieren.|119|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dann, wenn der Betreffende dadurch, daß er längere Zeit solche&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt hatte, fähig geworden war einzusehen, daß alles,&lt;br /&gt;
was er wahrnehmen kann in der äußeren Sinneswelt, Erde, Wasser,&lt;br /&gt;
Luft und Feuer, Offenbarungen sind von geistigen Wesenheiten, die&lt;br /&gt;
dahinter sind, wenn er gelernt hatte, diese Dinge zu unterscheiden,&lt;br /&gt;
in der elementarischen Welt sich zurechtzufinden, dann konnte er&lt;br /&gt;
um eine Stufe weitergeführt werden, geführt werden dazu, nun kennenzulernen,&lt;br /&gt;
wie das aussieht, was hinter diesen Elementen der elementarischen&lt;br /&gt;
Welt steckt. Und da wurde der Einzuweihende dann&lt;br /&gt;
geführt in die eigentliche geistige Welt. In der geistigen Welt, die&lt;br /&gt;
hinter der elementarischen ist, in dieser geistigen Welt, in die man&lt;br /&gt;
hineinreift, nachdem man die elementarische Welt eine Zeitlang so&lt;br /&gt;
kennengelernt hat, daß man Unterscheidungsvermögen in ihr gewonnen&lt;br /&gt;
hat, da erlebt man nun - das kann ja wiederum nur als Mitteilung&lt;br /&gt;
der Erlebnisse der Eingeweihten geschildert werden -, daß&lt;br /&gt;
tatsächlich Wesenheiten da sind, die hinter unserer sinnlichen und&lt;br /&gt;
hinter der elementarischen Welt stehen. Aber diese Wesenheiten, in&lt;br /&gt;
deren Welt man sich da hineinlebt, sind ganz unähnlich den Wesenheiten,&lt;br /&gt;
die wir als unseresgleichen, als Menschen kennen. Während&lt;br /&gt;
die Menschen auf der Erde in sozialen Ordnungen, in bestimmten&lt;br /&gt;
gesellschaftlichen Verhältnissen zusammenleben, vollkommenen&lt;br /&gt;
oder unvollkommenen, lebt sich der Einzuweihende ein in eine geistige&lt;br /&gt;
Welt, in der geistige Wesenheiten sind, die selbstverständlich&lt;br /&gt;
keine äußeren Körper haben, sondern geistige Wesenheiten sind, die&lt;br /&gt;
miteinander in Beziehung stehen durch Ordnung und Harmonie.&lt;br /&gt;
Und nun wird dem Einzuweihenden gezeigt, daß er dasjenige, was&lt;br /&gt;
da an Ordnung und Harmonie in dieser geistigen Welt ist, nur verstehen&lt;br /&gt;
kann, wenn er für das, was die geistigen Wesenheiten tun, als&lt;br /&gt;
einen äußeren Ausdruck nimmt die Welt der Gestirne, namentlich&lt;br /&gt;
die Bewegungen der Planeten in unserem Sonnensystem. Wie sich&lt;br /&gt;
die Planeten zur Sonne stellen und wie sie in ihren Bewegungen&lt;br /&gt;
und Stellungen zueinander sich verhalten, dadurch drücken sie aus,&lt;br /&gt;
was die Wesenheiten der geistigen Welten tun.|119|163f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Mysterien der Ingaevonen und der Nerthus-Kult ===&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Nerthus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Menschengeheimnis in seinem Zusammenhang&lt;br /&gt;
mit allen Geheimnissen des Kosmos, wie es sich abspielt,&lt;br /&gt;
wenn der Mensch hier auf der physischen Erde in sein physisches Dasein&lt;br /&gt;
tritt, das liegt in einer gewissen Zeit der Erdenentwickelung so tief, wie&lt;br /&gt;
sonst nirgends diesen alten nordischen Mysterien, zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber man muß weit zurückgehen, ungefähr bis in das 3. Jahrtausend,&lt;br /&gt;
vielleicht noch weiter zurück, um das zu verstehen, was in den Gemütern&lt;br /&gt;
lebte, welche später die Jesus-Empfindung aufnahmen. Dort&lt;br /&gt;
ungefähr, wo die jütische Halbinsel mit dem heutigen Dänemark ist, da&lt;br /&gt;
war das Zentrum, von dem in jenen alten Zeiten bedeutende Mysterienimpulse&lt;br /&gt;
ausgingen. Und diese Mysterienimpulse hingen damit zusammen&lt;br /&gt;
- das mag der heutige Verstand beurteilen, wie er will -, daß noch&lt;br /&gt;
im 3. Jahrtausend vor unserer christlichen Zeitrechnung in diesem&lt;br /&gt;
Norden bei bestimmten Stämmen nur derjenige als ein wirklich erdenwürdiger&lt;br /&gt;
Mensch angesehen wurde, der in gewissen Wochen der Winterszeit&lt;br /&gt;
geboren war. Das kam daher, daß von jener geheimnisvollen&lt;br /&gt;
Mysterienstätte auf der jütischen Halbinsel unter den Stämmen, die&lt;br /&gt;
sich damals die [[Ingävonen]] nannten, oder von den Römern wenigstens,&lt;br /&gt;
von &#039;&#039;Tacitus&#039;&#039;, die Ingävonen genannt wurden, der Tempelpriester den&lt;br /&gt;
Impuls gab, daß nur zu einer bestimmten Zeit - im ersten Viertel des&lt;br /&gt;
Jahres - die geschlechtliche Verbindung der Menschen stattfinden sollte.&lt;br /&gt;
Jede geschlechtliche Verbindung der Menschen außer der Zeit, die von&lt;br /&gt;
dieser Mysterienstätte aus verfügt wurde, war verpönt; und derjenige&lt;br /&gt;
war ein minderwertiger Mensch innerhalb dieses Stammes der Ingävonen,&lt;br /&gt;
der nicht in der Zeit der finstersten Nächte, in der kältesten Zeit,&lt;br /&gt;
gegen unser Neujahr hin geboren wurde. Denn der Impuls von jener&lt;br /&gt;
Mysterienstätte ging aus in der Zeit, in welcher der erste Vollmond&lt;br /&gt;
nach der Frühlingssonnenwende war. Da nur durfte unter jenen Menschen,&lt;br /&gt;
die sich wirklich verbunden glauben sollten mit den geistigen&lt;br /&gt;
Welten, so wie es des Menschen würdig war, in dieser Zeit allein durfte&lt;br /&gt;
eine geschlechtliche Verbindung stattfinden. Dadurch, daß die Kräfte,&lt;br /&gt;
die in eine solche geschlechtliche Verbindung hineingehen, in der ganzen&lt;br /&gt;
übrigen Zeit für die Kraftentwickelung des Menschen aufgespart&lt;br /&gt;
wurden, wurde jene eigentümliche Stärke entwickelt, welche - wenigstens&lt;br /&gt;
noch in den Nachklängen - Tacitus zu bewundern hatte, der&lt;br /&gt;
ein Jahrhundert nach dem Stattfinden des Mysteriums von Golgatha&lt;br /&gt;
schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erlebten jene, die dem Stamme der Ingävonen angehörten, in besonders&lt;br /&gt;
intensiver Weise - die andern germanischen Stämme in abgeschwächter&lt;br /&gt;
Art - in der ersten Vollmondzeit nach der Frühlingssonnenwende&lt;br /&gt;
den Vorgang der Empfängnis: nicht im Wachbewußtsein, sondern&lt;br /&gt;
in einer Art von Traumverkündung. Sie wußten jedoch, was das&lt;br /&gt;
zu bedeuten hat im Zusammenhange des Menschengeheimnisses mit den&lt;br /&gt;
Himmelsgeheimnissen. Ein geistiges Wesen erschien der Empfangenden&lt;br /&gt;
und verkündete ihr wie in einem Gesichte den Menschen, der durch sie&lt;br /&gt;
auf die Erde kommen sollte. Kein Bewußtsein gab es, sondern nur ein&lt;br /&gt;
Halbbewußtsein in der Sphäre, welche die Menschenseelen erlebten,&lt;br /&gt;
wenn das Hereintreten des Menschen in die physisch-irdische Welt sich&lt;br /&gt;
vollzieht. Unterbewußt wußte man sich regiert von Göttern, die dann&lt;br /&gt;
den Namen der «Wanen» erhielten, was zusammenhängt mit «wähnen»,&lt;br /&gt;
mit demjenigen, was nicht bei äußerem vollen intellektuellen Bewußtsein&lt;br /&gt;
verläuft, sondern in «wissendem Traumesbewußtsein».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was zu einer Zeit da war, und was für diese Zeit angemessen&lt;br /&gt;
war, das erhält sich oftmals in späteren Zeiten in äußeren Symbolen.&lt;br /&gt;
Und so hat die Tatsache, daß in diesen alten Zeiten das heilige&lt;br /&gt;
Geheimnis der Menschwerdung ins Unterbewußte gehüllt war und dazu&lt;br /&gt;
geführt hat, daß alle Geburten zusammengedrängt waren in einen bestimmten&lt;br /&gt;
Teil der Winterszeit, so daß es wie sündhaft angesehen wurde,&lt;br /&gt;
wenn auch zu einer andern Zeit ein Mensch geboren wurde, sich gewissermaßen&lt;br /&gt;
erhalten in dem, wovon im Grunde genommen nur Splitter&lt;br /&gt;
in das spätere Bewußtsein übergegangen sind, Splitter, deren Sinn&lt;br /&gt;
bisher keine Gelehrsamkeit enthüllt hat. Ja, diese gesteht offen ihre&lt;br /&gt;
Ohnmacht ein, sie zu enthüllen. Splitter haben sich erhalten in der&lt;br /&gt;
sogenannten Herta- oder Erda- oder [[Nerthus|Nertus-Sage]]. Denn im Grunde genommen&lt;br /&gt;
ist alles, was man in äußerer Beziehung über die Nertus-Sage&lt;br /&gt;
weiß, mit Ausnahme einiger Notizen, im Tacitus enthalten, der über&lt;br /&gt;
den Nertus- oder Herta-Dienst das Folgende berichtet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Die Reudigner, Avionen, Angeln, Variner, Eudosen, Suardonen,&lt;br /&gt;
Nuithonen - deutsche Völker zwischen Flüssen und Wäldern wohnend» - das sind ungefähr die einzelnen Stämme, die zu den Ingävonen&lt;br /&gt;
gehören - «verehren insbesondere die Nertus, das ist: die&lt;br /&gt;
Mutter Erde, und glauben, daß sie sich in die menschlichen Dinge&lt;br /&gt;
mischt und zu den Völkern gefahren kommt.»|173|230f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Vieles von diesem Mysterienwesen lebte, wenn man die Sache richtig&lt;br /&gt;
versteht, gerade in den skandinavischen Mysterien weiter. Dort gibt&lt;br /&gt;
es statt der Nerta einen Gott Friggo, der seiner Symbolik nach - aber&lt;br /&gt;
man muß es zuerst aus der Geisteswissenschaft wissen - geradezu zum&lt;br /&gt;
Verräter wird dessen, was da eigentlich zugrunde lag.&lt;br /&gt;
Und noch eines war da, das erwähnt sein soll in bezug auf diese&lt;br /&gt;
Mysterienbräuche. Sie können sich denken: Wenn seit der Zeit des&lt;br /&gt;
Frühlingsvollmondes bis in die Winterszeit hinein also die Menschenfrucht&lt;br /&gt;
herangereift war, gab es in der Regel ein solches Menschenwesen,&lt;br /&gt;
das als erstes in der Heiligen Nacht geboren wurde. Dieses Menschenwesen,&lt;br /&gt;
das als erstes in der Heiligen Nacht geboren wurde unter den&lt;br /&gt;
Stämmen der Ingävonen - in ältesten Zeiten war dies in jedem dritten&lt;br /&gt;
Jahre der Fall -, das wurde zum Führer auserkoren, wenn es dreißig&lt;br /&gt;
Jahre alt geworden war, und es sollte drei Jahre Führer bleiben, nur&lt;br /&gt;
drei Jahre. Was dann mit ihm geschah, darf ich vielleicht in späterer&lt;br /&gt;
Zeit einmal mitteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forscht man ganz genau nach, so ist nicht nur Frigg, Frei, Freia&lt;br /&gt;
gewissermaßen bloß eine Art Nebenbedeutung für die Nertus, ebenso&lt;br /&gt;
wie der nordische Nört, sondern es ist auch der Name Ing selber, von&lt;br /&gt;
dem her die Ingävonen sich nennen, ein Nebenname für die Nertus.&lt;br /&gt;
Die mit diesem Mysterium Verbundenen, sie nannten sich die zum Gotte&lt;br /&gt;
oder zur Göttin Ing Gehörigen: Ingävonen. In der äußeren Welt sind&lt;br /&gt;
eben nur Splitter geblieben von dem, was da eigentlich lebte. Einer der&lt;br /&gt;
Splitter sind die Worte des Tacitus, die ich Ihnen mitgeteilt habe. Ein&lt;br /&gt;
anderer Splitter ist das berühmte angelsächsische Runenlied, welches&lt;br /&gt;
nur wenige Zeilen enthält. Diese berühmten Zeilen, die heute jeder Philologe&lt;br /&gt;
der Germanistik studiert, kennt, deren Sinn aber keiner versteht,&lt;br /&gt;
lauten etwa so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ing wurde zuerst bei den Männern der Ostdänen gesehen. Später&lt;br /&gt;
ging er nach Osten. Über die Wogen schritt er, und der Wagen rollte&lt;br /&gt;
ihm nach.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem angelsächsischen Runenlied ist ein Nachklang dessen enthalten,&lt;br /&gt;
was geschehen war: was man in dem alten Mysterienbrauch&lt;br /&gt;
hatte von der Osterempfängnis im Hinblick auf die Weihnachtsgeburtszeit.&lt;br /&gt;
Was da geschah in der geistigen Welt, man wußte es vor allen&lt;br /&gt;
Dingen auf der dänischen Halbinsel. Daher sagt das Runenlied mit&lt;br /&gt;
Recht: «Ing wurde zuerst bei den Männern der Ostdänen gesehen.»&lt;br /&gt;
Dann kamen immer mehr und mehr die Zeiten, wo dieses alte Wissen&lt;br /&gt;
in die Korruption verfiel, wo nur Nachklänge, Symbolik vorhanden&lt;br /&gt;
war, wo überhaupt innerhalb der Menschheitsentwickelung mehr das&lt;br /&gt;
aus den warmen Ländern Stammende sich verbreitete. Und aus den&lt;br /&gt;
warmen Ländern stammt dasjenige, was nicht, wie in den kalten Ländern,&lt;br /&gt;
damit zusammenhängt, daß die Jahreszeit eine innige Beziehung&lt;br /&gt;
hat zu dem, was der Mensch in seinem Innern erlebt. Es kam die Ausstreuung&lt;br /&gt;
der Menschenfrucht über das ganze Jahr hin, die selbstverständlich&lt;br /&gt;
in diesen Gegenden auch schon da war im alten atavistischen&lt;br /&gt;
Hellsehen, wenn auch noch von den alten Prinzipien durchdrungen,&lt;br /&gt;
als in der kalten Gegend die Wanengötter herrschten und in den südlichen&lt;br /&gt;
Gegenden die Tempelmysterien schon längst an die Stelle der&lt;br /&gt;
Naturmysterien getreten waren. Es kam das schon nach Norden, noch&lt;br /&gt;
vermischt mit dem Alten, als die Wanengötter ersetzt wurden durch die&lt;br /&gt;
Asengötter. Wie die Wanengötter zusammenhängen mit dem «wähnen»,&lt;br /&gt;
so die Asengötter mit dem Sein, das heißt mit dem Sein in der äußeren,&lt;br /&gt;
der materiellen Welt, das der äußere Verstand ergreifen will. Und als&lt;br /&gt;
die nordischen Menschen eingetreten waren in ein Zeitalter, in welchem&lt;br /&gt;
der Verstand des einzelnen anfing, sich geltend zu machen, als die Äsen&lt;br /&gt;
an die Stelle der Wänen, der Wanen getreten waren, da korrumpierte&lt;br /&gt;
sich die alte Mysteriensitte. Sie zog hinüber in einzelne verstreute&lt;br /&gt;
Mysteriengemeinschaften des Ostens. Und nur einer noch - derjenige,&lt;br /&gt;
in dem erneuert werden sollte der ganze Sinn der Erde - , nur einer, in&lt;br /&gt;
dem der Christus wohnen sollte, der sollte das in sich vereinigen, was&lt;br /&gt;
einstmals Inhalt der nordischen Mysterien war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher müssen wir, wenn uns im Lukas-Evangelium die Erzählung&lt;br /&gt;
von dem Erscheinen des Erzengels Gabriel bei der Maria entgegentritt,&lt;br /&gt;
deren Ursprung in den wahren Visionen suchen, die auftraten in dem,&lt;br /&gt;
was sich einst in dem Nertus-Symbol der alten Nertus-Mysterien spiegelte.&lt;br /&gt;
Hinübergezogen war dies nach dem Osten. Die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
enthüllt es uns heute, und sie allein gibt dem angelsächsischen&lt;br /&gt;
Runenlied einen Sinn. Denn Nertus und Ing sind dasselbe. Und von&lt;br /&gt;
Ing wird ja gesagt: «Ing wurde zuerst bei den Männern der Ostdänen&lt;br /&gt;
gesehen, später ging er nach dem Osten. Über die Wogen schritt er, und&lt;br /&gt;
der Wagen rollte ihm nach.» Über die Wogen der Wolken selbstverständlich,&lt;br /&gt;
so wie die Nerta über die Wogen der Wolken schritt. Was&lt;br /&gt;
allgemein gewesen war in den Gegenden der kälteren Zone, das wurde&lt;br /&gt;
singulär, wurde ein Einzelnes. Das trat als ein Singuläres, als ein Einzelnes&lt;br /&gt;
auf und tritt uns wieder entgegen in der Schilderung des Lukas-Evangeliums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was aber einmal da ist und sich eingelebt hat, sich verankert hat in&lt;br /&gt;
der Auffassung des Gemüts, das bleibt dann im Gemüte, sitzt in der&lt;br /&gt;
Seele. Und als man im Norden vom alten römischen Süden her die&lt;br /&gt;
Kunde des Christentums erhielt, empfing man damit etwas, was zusammenhing&lt;br /&gt;
mit einem nicht mehr im vollen Bewußtsein, sondern im&lt;br /&gt;
Unterbewußtsein lebenden und deshalb nur gefühlten alten Mysterienbrauch.&lt;br /&gt;
Daher konnte sich dort die Empfindung für den Jesus&lt;br /&gt;
besonders stark entwickeln. Ins Unterbewußtsein war schon hinuntergezogen,&lt;br /&gt;
was im alten Nertus-Mysterium lebte; doch im Unterbewußtsein&lt;br /&gt;
war es vorhanden, wurde gefühlt und empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn einst in alter Zeit die Familien zusammenkamen im hohen&lt;br /&gt;
Norden, als die Erde noch von Wäldern bedeckt war, in denen noch&lt;br /&gt;
der Auerochs und das Elentier hausten, wenn sie sich in ihren eingeschneiten&lt;br /&gt;
Hütten bei brennenden Lichtern um das neugeborene Kind&lt;br /&gt;
versammelten und davon sprachen, daß ihnen mit diesem neuen Leben&lt;br /&gt;
jenes neue Licht gebracht sei, welches der Himmel ihnen verkündet&lt;br /&gt;
hatte in der Vorfrühlingszeit, so war dies das alte Weihnachten. Da&lt;br /&gt;
wurde denen, zu welchen die Kunde vom Christentum einstmals kommen&lt;br /&gt;
sollte, erzählt, es sei einer in der besonders heiligen Stunde geboren,&lt;br /&gt;
der zu Großem ausersehen sei. Das war derjenige, der als der erste nach&lt;br /&gt;
der zwölften Stunde in der als heilig bezeichneten Nacht geboren&lt;br /&gt;
wurde. Darüber besaß man nicht mehr das alte Wissen, aber das alte&lt;br /&gt;
Fühlen regte sich noch, als die Kunde kam, daß so einer im fernen Asien&lt;br /&gt;
geboren sei, in welchem der Christus lebte, der von der Sternenwelt zur&lt;br /&gt;
Erde heruntergekommen war.|173|234ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|... das Christus-Verständnis der Gnosis&lt;br /&gt;
verglomm; das Jesus-Verständnis entwickelte sich im Zusammenhange&lt;br /&gt;
mit dem alten Nertus-Dienst nur unbewußt. In der Zukunft aber wird&lt;br /&gt;
die Menschheit die beiden unbewußten Strömungen sich zum Bewußtsein&lt;br /&gt;
bringen und sie verbinden müssen. Dann wird immer mehr und&lt;br /&gt;
mehr ein Christus-Verständnis auf der Erde Platz greifen können, das&lt;br /&gt;
die Verbindung sein wird der Mysterienerkenntnis mit einer erneuerten&lt;br /&gt;
großen Gnosis.|173|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|So kam es, daß im Süden die Gnosis, ich möchte sagen, das Ostermysterium,&lt;br /&gt;
das Christus-Mysterium mehr begriff. Nur wurde der Begriff&lt;br /&gt;
davon, wie ich angedeutet habe, durch die Dogmatik ausgerottet.&lt;br /&gt;
Im Norden hingegen faßte man mehr, wenn auch nicht in den Vorstellungen,&lt;br /&gt;
die ja nicht mehr lebten, aber in den Empfindungen, die die&lt;br /&gt;
Vorstellungen überdauern, das Jesus-Mysterium, die Empfindung von&lt;br /&gt;
dem Kinde, das in die Welt hereinkommt zur Erlösung der Menschheit.&lt;br /&gt;
Und das konnte man erfassen, eben weil die Empfindung der alten Einrichtungen&lt;br /&gt;
fortwirkte. So kam es, daß während es im Süden die Aufgabe&lt;br /&gt;
der Kirche war, das Christus-Mysterium auszurotten, es im Norden&lt;br /&gt;
ihre Aufgabe wurde, das Weihnachtsmysterium auszurotten und es&lt;br /&gt;
mehr, ich möchte sagen, in das Harmlose zu verwandeln, wodurch&lt;br /&gt;
später im Mittelalter als Weihnachtsvorstellung das herauskam, was&lt;br /&gt;
wirklich in vieler Beziehung rechnet, ich möchte sagen, mit dem immer&lt;br /&gt;
mehr und mehr für die materialistische Zeit heraufdämmernden Biedermeiertum&lt;br /&gt;
der neueren Zeit. Denn alles Biedermeierische ist durchaus&lt;br /&gt;
eine Parallelerscheinung des Materialismus. Aber wir müssen uns schon&lt;br /&gt;
vorstellen, daß größere, bedeutungsvollere Begriffe in der Form von&lt;br /&gt;
Empfindungen bis ins 8., 9., wohl auch bis ins 10. Jahrhundert in Mitteleuropa&lt;br /&gt;
lebten, weil sich diese Empfindungen eben anknüpften an das,&lt;br /&gt;
was von den alten Einrichtungen noch vorhanden war: an Umzüge&lt;br /&gt;
und dergleichen, die sich im Volksgebrauch erhalten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese alten Einrichtungen will ich Ihnen kurz noch einmal skizzieren.&lt;br /&gt;
Sie bestanden darin, daß bei den Ingävonen von den bezeichneten&lt;br /&gt;
Mysterienstätten aus das Leben der Menschen insofern streng geregelt&lt;br /&gt;
wurde, als die Zeit besonders bestimmt war, in welcher für die Fortpflanzung&lt;br /&gt;
gesorgt werden durfte: Die Verbindung des Mannes mit dem&lt;br /&gt;
Weibe durfte nur in den Frühlingstagen stattfinden, ungefähr in den&lt;br /&gt;
Tagen, wenn nach der Frühlingssonnenwende der erste Vollmond war.&lt;br /&gt;
Es war ungefähr die Zeit, die wir jetzt die Osterzeit nennen. Die übrige&lt;br /&gt;
Zeit des Jahres war verpönt für die menschliche Fortpflanzung, und&lt;br /&gt;
derjenige wurde gewissermaßen als nicht ganz ehrlicher Mensch angesehen,&lt;br /&gt;
welcher zu einer solchen Zeit geboren wurde, daß er nicht in&lt;br /&gt;
der bezeichneten Zeit empfangen sein konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch fielen die Geburten der richtig empfangenen Menschen&lt;br /&gt;
alle in die Winterszeit, nach unserer jetzigen Weihnachtszeit, so daß&lt;br /&gt;
dazumal derjenige, der als ein vollwertiger Mensch unter den Ingävonen&lt;br /&gt;
angesehen werden sollte, in dieser Zeit geboren werden mußte.&lt;br /&gt;
Die Geburten mußten also in die Zeit der finsteren Wintertage fallen,&lt;br /&gt;
in die Zeit, wo draußen der Schnee die Bäume bedeckte, die Menschen&lt;br /&gt;
in ihren Heimstätten, ihren primitiven Wohnungen waren. Und in einer&lt;br /&gt;
gewissen Weise, wenn wir die heutige Sprechart anwenden, war jedes&lt;br /&gt;
Kind ein Weihnachtskind, ein Wintersonnenwendekind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses wirkte auf die ganze Gemütsverfassung, auf die Seelenverfassung&lt;br /&gt;
der Menschen. Dadurch, daß von Fortpflanzungswesen nichts&lt;br /&gt;
vorhanden war in den andern Zeiten des Jahres, dadurch konnte sich&lt;br /&gt;
das alte traumhafte Hellsehen erhalten. Und wenn die Zeit der Empfängnis,&lt;br /&gt;
also die entsprechenden Frühlingstage, heranrückte, dann stellten&lt;br /&gt;
sich die Unbewußtheitszustände ein. Die Empfängnis wurde durchaus&lt;br /&gt;
im Unbewußtheitszustand, nicht im Tagesbewußtsein, zustande&lt;br /&gt;
gebracht. Dadurch aber war real bewußt für die Empfangende die Erscheinung,&lt;br /&gt;
die visionäre Erscheinung des Herabkommens einer Geistgestalt&lt;br /&gt;
aus den geistigen Welten, welche ankündigte das kommende&lt;br /&gt;
Kind. Ja, bei den Frauen war es so, daß sie wohl auch das Gesicht des&lt;br /&gt;
kommenden Kindes voraussahen. Und diese Verkündigung, haben wir&lt;br /&gt;
gesehen, klingt nach in der Zeit des Lukas-Evangeliums in der Verkündigung&lt;br /&gt;
an Maria durch den Erzengel Gabriel. Wir haben gesehen, daß&lt;br /&gt;
sogar in einem angelsächsischen Runenliede ein Fragment vorhanden&lt;br /&gt;
ist desjenigen, was im alten Bewußtsein vorhanden war, daß wirklich&lt;br /&gt;
auf der jütischen Halbinsel diese Einrichtungen gelebt haben, daß sie&lt;br /&gt;
nach dem Osten hinübergezogen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist die Menschheit natürlich in Entwickelung. Entwickelung&lt;br /&gt;
ist in der Menschheit. Und diese Einrichtung konnte nur in recht alten&lt;br /&gt;
Zeiten bestehen, denn hätte sie fortbestanden, es hätte sich nicht jenes&lt;br /&gt;
Bewußtsein, jene Bewußtseinsart entwickeln können, welche dann die&lt;br /&gt;
Aufgabe der vierten, der fünften nachatlantischen Entwickelungszeit&lt;br /&gt;
war. Die Einrichtung selbst wird für hellseherisches Bewußtsein in&lt;br /&gt;
den nördlichen Gegenden, in denen sie verbreitet war und unter den&lt;br /&gt;
verschiedenen Stämmen gelebt hat, schon im 2. Jahrtausend kaum&lt;br /&gt;
noch gefunden werden und nimmt vollständig ab gegen das 1. Jahrtausend&lt;br /&gt;
hin, wo eben das menschliche Empfangen- und Geborenwerden&lt;br /&gt;
gewissermaßen über das ganze Jahr verteilt wird, wo nicht&lt;br /&gt;
mehr gewußt wird von dem Herabkommen aus der kosmischen Welt&lt;br /&gt;
durch die Sternkonstellationen, und daß für das Geborenwerden&lt;br /&gt;
des Menschen auf der Erde, für sein Schicksal, viel abhängt davon,&lt;br /&gt;
daß er unter einer gewissen Sternkonstellation herabkommt. Das&lt;br /&gt;
Empfangenwerden und Geborenwerden des Menschen ist auf das&lt;br /&gt;
ganze Jahr verteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Parallelerscheinung damit ist das Heraufkommen des neueren&lt;br /&gt;
Bewußtseins, das Heraufkommen der Freiheitsmöglichkeit für den&lt;br /&gt;
Menschen und so weiter. - Ein Letztes ist nun aber geblieben, indem&lt;br /&gt;
dasjenige, was in der Gegend des heutigen Dänemark bestanden hat,&lt;br /&gt;
von Stamm zu Stamm gezogen ist, hinübergezogen ist nach dem Osten,&lt;br /&gt;
und in einem Leib, der noch in einem solchen Zusammenhange gedacht&lt;br /&gt;
wurde, dann verkörpert sein sollte: die Christus-Wesenheit. Derjenige,&lt;br /&gt;
der der Erstling wurde unter vielen Brüdern, wurde gewissermaßen als&lt;br /&gt;
der Letztling geboren unter denjenigen, die mit der kosmischen Sternkonstellation&lt;br /&gt;
zusammen gedacht waren. Immer verbindet sich in der&lt;br /&gt;
Evolution dasjenige, was übrigbleibt aus dem Alten, mit dem Neuen.&lt;br /&gt;
Aber weil man in nördlichen Gegenden jene Empfindungen entwickelt&lt;br /&gt;
hatte, daß in der Weihezeit der Mensch auf der Erde erscheine, konnte&lt;br /&gt;
auch in diesen nördlichen Gegenden - ich möchte sagen unter dem atavistischen&lt;br /&gt;
Nachklang jener Empfindungen - insbesondere die Jesus-Empfindung sich ausbilden. Daher werden Sie finden, daß man in diesen&lt;br /&gt;
nördlichen Gegenden vorzugsweise für das Lukas-Evangelium die&lt;br /&gt;
nötige Empfindung, das bessere Verständnis hatte, daß da das Weihnachtsmysterium&lt;br /&gt;
mehr wirkte als das Ostermysterium, das ja in die&lt;br /&gt;
Geheimnisse der Kirche eingeschlossen war, während das Weihnachtsmysterium&lt;br /&gt;
allgemein wurde.|173|244ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schauen der Sonne um Mitternacht ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Schauen der Sonne um Mitternacht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Während der Mystiker in sein Inneres&lt;br /&gt;
hinuntergeführt wird, wird derjenige, der den entgegengesetzten&lt;br /&gt;
Weg gehen will, hinausgeführt in den Kreislauf der großen Natur&lt;br /&gt;
und so erzogen, daß er miterlebt die Ereignisse der großen Natur.&lt;br /&gt;
Seine Seele wird so behandelt, daß er dasjenige, was man im gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Leben schwach fühlt im Frühling, lernt, allmählich in&lt;br /&gt;
starkem Maße zu fühlen, so daß er mitzuempfinden lernt das ganze&lt;br /&gt;
Aufsprießen der Vegetation im Frühling. Wenn er sich da ganz hineinzuversetzen&lt;br /&gt;
vermag, sich selbst zu vergessen vermag und mit der&lt;br /&gt;
Frühlingsnatur mitzuerleben vermag, dann wird dieses Erleben&lt;br /&gt;
gegen den Sommer hin etwas ganz Besonderes. Es wird von der erwachenden&lt;br /&gt;
Hoffnung im Frühling zu einem völligen inneren Aufjauchzen&lt;br /&gt;
im Sommer. Dazu wird derjenige, der sozusagen ein umgekehrter&lt;br /&gt;
Mystiker ist, erzogen. Und wiederum, wenn der Mensch so&lt;br /&gt;
weit ist, daß er in Selbstvergessenheit, ins höchste gesteigert, die&lt;br /&gt;
Wehmut des Herbstes zu erleben gelernt hat, dann kann er auch fähig&lt;br /&gt;
werden, die Steigerung des Gefühls zu erleben von der Wehmut&lt;br /&gt;
des Herbstes bis zum Mitempfinden des Todes der ganzen Natur in&lt;br /&gt;
der Wintermitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurden unter anderem erzogen diejenigen Schüler, welche&lt;br /&gt;
mitgemacht haben den Empfindungsunterricht in den alten nordischen&lt;br /&gt;
Mysterien, die heute der Außenwelt schon nur mehr der Tradition&lt;br /&gt;
nach, nur äußerlich bekannt sind. Da wurden die Schüler so&lt;br /&gt;
erzogen, daß sie durch besondere Methoden lernten, den jährlichen&lt;br /&gt;
Gang der Natur in ihrem Empfinden, in ihrer Seele mitzumachen.&lt;br /&gt;
Und alles das, was der Schüler im Sommer zur Zeit der Johannisnacht&lt;br /&gt;
erlebte, das bedeutete ein Mit jauchzen mit der ganzen Natur.&lt;br /&gt;
Die Feuer der Johannisnacht waren etwas wie ein Andeuten der&lt;br /&gt;
Steigerung des Hoffnungsgefühls im Frühling zu einem Mit jauchzen&lt;br /&gt;
mit der Natur im Sommer, wenn man den den ganzen Kosmos&lt;br /&gt;
durchziehenden Lebenshauch miterlebte. Und in der Wintersonnenwende&lt;br /&gt;
empfand der Schüler in tiefster Seele mit das Hinsterben&lt;br /&gt;
der Natur, unendlich steigernd das Wehmutsgefühl des Herbstes bis&lt;br /&gt;
zum Mitempfinden des Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren die Empfindungserlebnisse, die in der Tat in dieser Stärke&lt;br /&gt;
kaum mehr von dem heutigen Menschen erlebt werden können.&lt;br /&gt;
Denn der heutige Mensch ist durch die Fortschritte des intellektuellen&lt;br /&gt;
Lebens der letzten Jahrhunderte im wesentlichen unfähig zu&lt;br /&gt;
jenen großen, gewaltigen Erlebnissen, welche die Seele der ursprünglichen&lt;br /&gt;
Naturvölker des europäischen Festlandes, namentlich der&lt;br /&gt;
nördlichen und mittleren Gebiete Europas, durchmachten. Dann&lt;br /&gt;
aber, wenn so etwas durchgemacht worden war, zeigte sich in der&lt;br /&gt;
Tat für diejenigen Menschen, die so ihre inneren Seelenerlebnisse&lt;br /&gt;
gesteigert hatten, etwas sehr Eigentümliches. Sie erlangten eine bestimmte&lt;br /&gt;
Fähigkeit. Wie der Mystiker die Fähigkeit hat, in sein eigenes&lt;br /&gt;
Inneres hinunterzusteigen, so erlangten sie die Fähigkeit - so sonderbar&lt;br /&gt;
das auch klingt, es ist aber der Fall, ich schildere nur Dinge, welche&lt;br /&gt;
unzählige Menschen erlebt haben und noch erleben können -,&lt;br /&gt;
sie erlangten die Fähigkeit, die Materie zu durchschauen, das heißt,&lt;br /&gt;
sie konnten nicht bloß das sehen, was man als Oberfläche wahrnimmt,&lt;br /&gt;
sondern sie konnten durch diese hindurchschauen, vor allen&lt;br /&gt;
Dingen vermochten sie in der Zeit von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang&lt;br /&gt;
durch unsere Erde hindurchzuschauen, und durch die durchsichtige&lt;br /&gt;
Erde hindurch erglänzte ihnen lebendig die Sonne. Das&lt;br /&gt;
nannte man in den alten Mysterien das Schauen der Sonne um Mitternacht.&lt;br /&gt;
Allerdings konnte die Sonne in ihrer größten Fülle und&lt;br /&gt;
Herrlichkeit nur dann geschaut werden, wenn man sich mit seiner&lt;br /&gt;
Seele in der Zeit der Wintersonnenwende jenem Zustande genähert&lt;br /&gt;
hatte, wo der ganze äußere Sinnesteppich abgestorben war. Dann&lt;br /&gt;
hatte man die Fähigkeit errungen, die Sonne zu schauen, jetzt nicht&lt;br /&gt;
als eine blendende Wesenheit, wie sie bei Tag erscheint, sondern alles&lt;br /&gt;
Blendende an der Sonne war abgeschwächt; man sah die Sonne nicht&lt;br /&gt;
mehr als physisches Wesen draußen, sondern als geistiges Wesen. Man&lt;br /&gt;
schaute den Sonnengeist. Was als physische Wirkung wie eine Blendung&lt;br /&gt;
wirkte, war ausgelöscht durch die Materie der Erde. Diese war&lt;br /&gt;
durchsichtig geworden, und sie ließ nur das Geistige der Sonne durch.&lt;br /&gt;
Aber mit diesem Schauen der Sonne war etwas wesentlich anderes&lt;br /&gt;
verbunden, mit diesem Schauen der Sonne zeigte sich jetzt etwas&lt;br /&gt;
höchst Merkwürdiges. Es zeigte sich nämlich jetzt in seiner Wahrheit&lt;br /&gt;
dasjenige, worauf wir gestern in abstrakter Weise hingedeutet&lt;br /&gt;
haben, daß tatsächlich eine lebendige Wechselwirkung besteht zwischen&lt;br /&gt;
all dem, was zu unserem Sonnensystem gehört als Planeten,&lt;br /&gt;
und der Sonne selber, dadurch, daß fortdauernd Ströme gehen von&lt;br /&gt;
den Planeten zur Sonne und von der Sonne zu den Planeten. Kurz,&lt;br /&gt;
es zeigte sich da draußen geistig etwas, was sich vergleichen läßt mit&lt;br /&gt;
etwas im Leben, was jeder kennt, nämlich mit dem Zirkulieren des&lt;br /&gt;
Blutes im menschlichen Leibe. Wie das Blut von dem Herzen zu den&lt;br /&gt;
Organen geht und von den Organen wiederum zurück zum Herzen&lt;br /&gt;
in lebendigem Kreislauf, wie dieser lebendige Blutkreislauf, so zeigt&lt;br /&gt;
sich die Sonne als der Mittelpunkt lebendiger Geistesströmungen,&lt;br /&gt;
welche von der Sonne zu den Planeten und von den Planeten zurück&lt;br /&gt;
zur Sonne fließen. Das ganze Sonnensystem zeigt sich als lebendiges&lt;br /&gt;
geistiges System; wir erblicken in der Tat unser Sonnensystem als&lt;br /&gt;
Geistiges, von dem das Äußere wirklich nur ein Gleichnis ist.|119|97ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Makrokosmos und Mikrokosmos&#039;&#039;, [[GA 119]] (1988), ISBN 3-7274-1192-9 {{Vorträge|119}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 173]] (1978), ISBN 3-7274-1730-7 {{Vorträge|173}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Nordische und mitteleuropäische Geistimpulse&#039;&#039;, [[GA 209]] (1982), ISBN 3-7274-2090-1 {{Vorträge|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysterien]] [[Kategorie:Nordische Mysterien|!]] [[Kategorie:Germanische Mythologie]] [[Kategorie:Nordische Mythologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
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		<title>Bastiaan Baan</title>
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		<updated>2026-08-18T15:52:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Werke (Auswahl) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bastiaan Baan.jpg|mini|Bastiaan Baan]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bastiaan Baan&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:1949|1949]] in [[Wikipedia:Haarlem|Haarlem]], [[Wikipedia:Niederlande|Niederlande]]) ist ein niederländischer [[Waldorflehrer]], Priester der [[Christengemeinschaft]] und [[Wikipedia:Autor|Autor]] zahlreicher Bücher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baan arbeitete nach seiner Lehrerausbildung etliche Jahe als Lehrer in [[Wikipedia:Los Angeles|Los Angeles]], in Gandhi-Schulen in [[Wikipedia:Indien|Indien]], als [[Waldorflehrer]] in den [[Wikipedia:Niederlande|Niederlande]]n. 1981 wurde er zum Priester geweiht und arbeitete in der [[Christengemeinschaft]] in den Niederlanden. Seit 2013 leitet er das Priesterseminar der Christengemeinschaft in [[Nordamerika]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* Johann Valentin Andreä: &#039;&#039;Die Chymische Hochzeit des Christian Rosencreutz&#039;&#039;, gedeutet und kommentiert von Bastiaan Baan, Verlag Urachhaus, Stuttgart 2001&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mit dem Herzen sehen lernen&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 1998&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Alte und neue Mysterien&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2010&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Christliche Meditation&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2008&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Herr der Elemente - Naturwesen in christlicher Sicht&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2006&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Urquellen des Christentums - Petrus, Paulus und Johannes&#039;&#039; (zusammen mit Christine Gruwez und John van Schaik), Urachhaus Vlg., Stuttgart 2011&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Von der Naturreligion zum Sakrament - Kultusformen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2012&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kultus: Ursprung, Gegenwart, Zukunft&#039;&#039; (zusammen mit Verena Stael von Holstein), Flensburger Hefte Vlg., Flensburg 2010&lt;br /&gt;
* Bastiaan Baan: &#039;&#039;Die Zukunft der Erde - Unsicheren Zeiten mit Zuversicht begegnen&#039;&#039;, Verlag Urachhaus, 2026, ISBN-103825154424&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Baan, Bastiaan}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposoph (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposoph (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geistlicher (Christengemeinschaft)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Anthroposophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1949]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Essener&amp;diff=626419</id>
		<title>Essener</title>
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		<updated>2026-08-16T19:56:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Geisteswissenschaftliche Forschung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Essener&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Essäer&#039;&#039;&#039; ([[Aramäische Sprachen|aramäisch]] chasya, &#039;&#039;Heiliger&#039;&#039;, von {{He|חזן}} &#039;&#039;ḥāzên&#039;&#039; „rein, heilig“; {{HeS|אִסִּיִים|Isiyim}}; {{ELSalt|Ἐσσηνοί}}, {{lang|grc|Ἐσσαῖοι}} oder {{lang|grc|Ὀσσαῖοι}} &#039;&#039;Essenoi, Essaioi, Ossaioi&#039;&#039;) waren eine [[mystik|mystische]] religiöse Gruppierung innerhalb des [[Juden|Judentums]] der [[Antike]]. Sie haben sich vermutlich um 165 v. Chr. gegründet und bildeten bis 70 n. Chr. neben den [[Pharisäer]]n ({{HeS|פְּרוּשִׁים|peruschim}} „Abgesonderte“) und den [[Sadduzäer]]n ({{HeS|צְדוֹקִים|Ṣəḏōqīm}} „Anhänger der Lehre Zaddoks“) eine dritte bedeutende jüdische Gemeinschaft zur Zeit des [[Zweiter Tempel|Zweiten Tempels]]. Wie die Pharisäer sind sie aus der endzeitlich orientierten [[Chassidim]]-Bewegung ({{HeS|חסידים|Chassidim}} „die Frommen“) hervorgegangen, die um etwa 300 bis 175 v. Chr. auf der Suche nach Recht und Gerechtigkeit ihre Wohnsitze verließen und in die Wüste zogen, um den religionspolitischen Zwangsmaßnahmen der [[w:Seleukiden|Seleukiden]] zu entgehen {{Bibel|1.Makkabäer|2|29-38|LUT}}. Durch die Absonderung von der übrigen Bevölkerung suchten sie auch den ihnen verderblich erscheinenden Einfluss des [[Hellenismus]] von sich fernzuhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==  &lt;br /&gt;
[[Wikipedia:Pinchas Lapide|Pinchas Lapide]] leitet hypothetisch Essener vom verstümmelten Ossé (Ha-Torah) ab, welches als die Bezeichnung der Leute von Qumran überliefert worden sein soll. Dieses Ossé wurde zu Ossenes und später zu Essener. Auch [[Epiphanius von Salamis]] wusste von ihnen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- &lt;br /&gt;
== Die Quellen ==&lt;br /&gt;
Josephus und Philo sollten hier genau in ihrer Aussage umrissen werden. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Die Essener bildeten bis [[Wikipedia:70|70 n. Chr.]] neben den [[Pharisäer]]n und den [[Sadduzäer]]n die dritte bedeutende jüdische Gruppe der Römerzeit (Pharisäer, Sadduzäer, Essener und Zeloten). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Essener (griech. &#039;&#039;hosios&#039;&#039;, &#039;&#039;esenios&#039;&#039;; aram. &#039;&#039;chasya&#039;&#039;) waren wie die Pharisäerpartei aus der [[Wikipedia:Chassidim|Chassidim]]-Bewegung (griech. asideanos; Frommer) herausgewachsen. Um etwa 165 v. Chr. fand die Trennung statt. Gründer der Essenerpartei war der &#039;&#039;Wahre Meister&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie versuchten durch eine räumliche Trennung von der übrigen Bevölkerung, den verderblichen Einfluss des [[Hellenismus]] von sich fernzuhalten. Die Essener gliederten sich wahrscheinlich in&lt;br /&gt;
zwei Untergruppen. Die eine Untergruppe lebte im [[Wikipedia:Zölibat|Zölibat]] und war als Orden organisiert. Ihr spirituelles Zentrum war möglicherweise das Kloster [[Qumran]], wobei umstritten ist, worum es sich um die in Qumran gefundenen Ruinen handelt. Ableger gab es auch in [[Wikipedia:Jerusalem|Jerusalem]] (Südwesthügel) und in der Batanäa [[Wikipedia:Judäa|Judäa jenseits des Jordan]]s. Die zweite Untergruppe der Essener lebte nicht zölibatär. Die Mitglieder hatten Familie und gingen einem normalen Handwerk nach. Dieser Zweig lebte vor allem in [[Wikipedia:Judäa|Judäa jenseits des Jordan]] und wahrscheinlich auch in [[Wikipedia:En Gedi|En Gedi]]. s.&amp;lt;ref&amp;gt;Bargil Pixner (1991). Essener und Nazoräer. In: Wege des Messias und Stätten der Urkirche, Reiner Riesner, Brunnen-Verlag, Gießen. ISBN 3-7655-9802-X.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie führten ein Leben der stetigen Heiligung. Zentral war dabei das spirituelle Wasserbad, die [[Wikipedia:Mikwe|Mikwe]]. Welche Einstellung sie zu den Tieropfern hatten, kann noch nicht schlüssig beantwortet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Judith von Halle berichtet ausführlich von den Essäern der Zeitenwende: &amp;quot;Die Essäer verfolgten (...) eine asketische Lebensform, und sie hatten auch ein Bewusstsein von der [[Reinkarnation]]. Vornehmlich diese beiden Aspekte hatten sie aus der Lehre Buddhas übernommen. Wenn man heute jüdische Theologen nach den Essäer-Gemeinden fragt, so bestätigen diese, dass es sich bei der Weltanschauung der Essäer um eine Art jüdischen Buddhismus oder um ein buddhistisches Judentum handelte. Dies kam durch die Anlehnung der Essäer an die Mysterien der dritten nachatlantischen Kulturepoche zustande; sie pflegten ein starkes kosmisches Element in ihren Schulen.&amp;quot; (Lit.: Judith von Halle, S. 142)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] und nach [[Judith von Halle]] lebte Jesus von Nazareth einige Jahre unter den Essäern, und zwar für die Jahre unmittelbar vor der [[Jordan-Taufe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl von [[Wikipedia:Josephus Flavius|Josephus Flavius]] als auch von [[Wikipedia:Philo von Alexandria|Philo von Alexandria]] erwähnt, spielen sie im [[Neues Testament|Neuen Testament]] und in den [[Talmud|talmudischen Schriften]] keine prominente Rolle. In den Evangelien finden die Essener Erwähnung als &#039;&#039;Söhne des Lichts&#039;&#039; {{Bibel|Lukas|16|8|LUT}} und im Zusammenhang mit dem &#039;&#039;Zölibat&#039;&#039; {{Bibel|Matthäus|19|10-12|LUT}}. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewisse Autoren unterscheiden zwischen den Essenern im allgemeinen und der [[Wikipedia:Qumran-Sekte|Qumran-Sekte]] im speziellen. Sie verstehen die Qumran-Sekte nicht als Zweig der Essenerbewegung. Nach dem heutigen Stand der Forschung kann diese Frage noch nicht schlüssig beantwortet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pinchas Lapide wiederum bringt Qumran und die Essener in die Nähe der Wüste als heilsbringender theologischer Verheißungsort der jüdischen Religion und Geschichte ins Gespräch. Im Hebräischen wurde diese Wüste [[Wikipedia:Araba (Wüste)|Araba]] genannt, die sich genau dort, wo Qumran liegt, am Westrand des Toten Meeres, befindet, und seit [[Wikipedia:Jesaja|Jesaja]] als heilsträchtig bekannt ist. Die Qumranschriften nennen weder die Bezeichnung Qumran noch das Wort Essener. Sektenschriften aus Qumran sprechen vom „Haus Juda“ oder einfach nur „Juda“, aber auch als „Verbannte der Steppe“. Damaskus galt vermutlich als Chiffre für Qumran in apokalyptischen Kreisen. In den Schriften, u.a. der Damaskus-Rolle, ist von „[[Wikipedia:Damaskus in der Wüste|Damaskus in der Wüste]]“ die Rede. Auch manche biblisch-jüdische Quelle nennt dieses Wüstendamaskus (Elia in 1.Kön 19,15f.). Nach Lapide ging Paulus mit dem bekannten Auftrag auch nicht nach Damaskus in Syrien, was politisch-rechtlich gar nicht möglich gewesen wäre, sondern eben nach Qumran. Er sagt im Brief an die Galater, dass er „von Arabien nach Damaskus“ ging, was sich dieser Deutung nach (Araba - Damaskus in der Wüste) in unmittelbarer Nähe befand. Jesus von Nazareth hatte (laut Neuem Testament) Berührung mit einigen Essenern, er übernimmt vermutlich Ideen und Lehren aus Qumran, verwirft dafür wieder andere vehement. Er könnte nach der Bar Mitzwa und vor seinem 30. Lebensjahr in Qumran gewesen sein, wofür inhaltliche Parallelen und Auseinandersetzungen sprechen würden. Pinchas führt des Weiteren die Bezeichnung Qumran auf das biblische [[Wikipedia:Gomorrha|Gomorrha]] zurück, ebenfalls ein in der Wüste Araba gelegener Ort ([[Wikipedia:Genesis|Gen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nach Aram/Damaskus zu gelangen musste man zwar durch die Wüste Baschan ziehen, die oberhalb des Sees Kinnereth (See Genezareth) beginnt, aber selbst war es in hellenistischer und römischer Zeit eine blühende Stadt in einer blühenden Landschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Essener&#039;&#039; können als Vorläufer späterer [[Wikipedia:Mönchsorden|Mönchsorden]] angesehen werden, die es aber im jüdischen Selbstverständnis damals noch nicht gab. Nach den antiken Quellen lebten sie getrennt vom offiziellen [[Wikipedia:Tempeljudentum|Tempeljudentum]] und in Anlehnung an Jeremia 31,31-34 als [[Wikipedia:Neuer Bund|Neuer Bund]] in klösterlicher Einsamkeit. Sie forderten [[Wikipedia:asketisch|asketisch]]e Ordensgemeinschaft mit Gütergemeinschaft, ähnlich den ägyptischen [[Therapeutae]] bei [[Wikipedia:Alexandria|Alexandria]], bei denen es auch weibliche Mitglieder gab. Wie die &#039;&#039;Pharisäer&#039;&#039; wandten sie sich gegen die Ernennung [[Wikipedia:Jonathan (Hasmonäer)|Jonatan]]s zum [[Wikipedia:Hohenpriester|Hohenpriester]] und widersetzten sich seiner Führung. Das Priesterkönigtum der [[Wikipedia:Hasmonäer|Hasmonäer]] verabscheuten sie und  &amp;lt;!-- &amp;lt;genaue Zeitbestimmung nötig&amp;gt; --&amp;gt; folgten damit einem gewissen Fundamentalismus.&amp;lt;!--Es sollten hier noch einmal genau die antiken Quellen zitiert werden, damit dieses Fazit geprüft werden kann.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theologische Glaubensinhalte ==&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Essener&#039;&#039; lebten in dem Bewusstsein, die letzten wahren Gläubigen ihrer Zeit und somit auch die letzten Gläubigen am Ende der Zeit zu sein. Charakteristisch für ihr streng geregeltes Leben waren die täglichen [[Wikipedia:Waschung|Waschung]]en (Taufe = Selbsttaufe), die aber natürlich auf der jüdischen [[w:Mikwe|Mikwe]] basieren, das tägliche [[Wikipedia:Kultmahl|Kultmahl]] und die genau festgelegte Rangordnung. Die Glieder der Gemeinschaft brachten ihr persönliches Eigentum in den Besitz der Gemeinde ein, in der alle Güter geteilt wurden. Über deren Verwendung hatten von der Gemeinschaft gewählte Verwalter zu bestimmen. Wollte jemand der Gemeinschaft beitreten, so musste er den Angehörigen der Gemeinschaft einen „furchtbaren“ Eid schwören, dass er die Gottheit ehren, seine Pflichten gegenüber den Menschen erfüllen, niemanden aus eigenem Antrieb oder auf Befehl Schaden zufügen, stets die Ungerechten hassen und den Gerechten beistehen, sowie er Treue gegen jedermann und besonders gegen die Vorgesetzten üben wolle. Zu ihrer [[Endzeit]]lehre gehörte unter anderem die Vorstellung von der [[Auferstehung des Fleisches]]. Von Ideen aus dem [[iran]]ischen Raum beeinflusst, erwarteten sie einen welterschütternden Kampf zwischen den Mächten des Guten und den von [[Satan]], dem Fürst der Finsternis, angeführten Heeren des Bösen als Vorzeichen der Endzeitkatastrophe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem warteten die Essener nach den Qumranschriften auf einen zweifachen [[Messias]]: einen priesterlichen aus dem Hause Aaron und einen königlichen aus dem Hause Davids oder Juda. Sie zählten zur Zeit Jesu etwa 4000 Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem [[Christentum]] haben sie lt. Wikipedia allerdings nichts zu tun. Sie scheinen auch stark in ihren Glaubensinhalten von der Jerusalemer Urgemeinde abzuweichen. Einige Autoren, darunter auch der 1997 verstorbene jüdische Theologe [[Wikipedia:Pinchas Lapide|Pinchas Lapide]] versuchten aber zu belegen, dass sowohl [[Jesus von Nazareth]] als auch [[Paulus]] Kontakte mit Essenern hatten. Er versuchte außerdem plausibel zu machen, dass beide auch in [[Qumran]] waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen weitverbreiteter Mißverständnisse kamen Jesus von Nazareth, ebenso wie [[Johannes der Täufer]] durchaus in intensiven Kontakt mit den Essäern. Sie lebten jeweils für einige Zeit unter ihnen. Es glaubten die Essäer an die [[Reinkarnation]] und an die Unsterblichkeit des Menschen, wie [[Judith von Halle]] gut belegt. Es ist dennoch wohl falsch die Essäer einfach mit den urchristlichen Gemeinden zu identifizieren, obwohl es zwischen den Urchristen und den Essäern vielfache Kontakte und Verbindungen gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der sogenannte Essäerbrief ==&lt;br /&gt;
Bei dem [[Wikipedia:Essäerbrief|Essäerbrief]] handelt es sich um eine historische Fälschung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Brief tauchte 1847 das erste Mal auf und gibt sich als Übersetzung einer lateinischen Vorlage. Der Verfasser selbst ist unbekannt. Sein Anliegen ist, Jesus aus seinem jüdischen Kontext herauszulösen, indem Jesus zum Kind eines Esseners erklärt wird. Hintergrund ist die historische Fiktion einer Arisierung der ägyptischen Essener, wie dies im 19. Jahrhundert populär war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Aufgabe der Essäer- und Therapeuten-Gemeinden ==&lt;br /&gt;
{{GZ|Die eigentlichen Essäergemeinden waren dem tieferen Lehrgehalt&lt;br /&gt;
nach - davon können Sie sich auch durch die äußere Geschichte überzeugen&lt;br /&gt;
- verhältnismäßig bald verschwunden, nachdem das Christus-&lt;br /&gt;
Ereignis sich auf der Erde abgespielt hatte. Daher wird es nicht gar so&lt;br /&gt;
unglaublich erscheinen, wenn ich sage, daß im Grunde die Therapeuten-&lt;br /&gt;
und Essäergemeinden wesentlich dazu eingerichtet waren, um&lt;br /&gt;
aus den geistigen Regionen, aus den Sphären der Bodhisattvas dasjenige&lt;br /&gt;
heruntergelangen zu lassen, was man brauchte, um das große, bedeutsame&lt;br /&gt;
Ereignis der Christus-Erscheinung zu begreifen. Die wichtigsten&lt;br /&gt;
Lehren, die der Menschheit zugekommen sind, um das Christus-&lt;br /&gt;
Ereignis zu begreifen, stammten aus den Therapeuten- und Essäergemeinden.|123|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Essener-Einweihung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jünger  der Essener-Gemeinschaft pflegten einer besonderen Art der [[Einweihung]], die [[Rudolf Steiner]] ausführlich in seinen Vorträgen über das [[Matthäusevangelium]] geschildert hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Wesentliche, worauf es bei diesen Gemeinden ankam, die also&lt;br /&gt;
ein Jahrhundert vor dem Christus-Ereignis blühten, um es durch Lehre&lt;br /&gt;
vorzubereiten, war die Art, wie bei denen, die Mitglieder der Therapeuten&lt;br /&gt;
und Essäer waren, die Einweihung bewirkt wurde. Sie machten eine Einweihung durch, die ganz besonders geeignet sein sollte,&lt;br /&gt;
ein Verständnis, ein Verständnis durch hellseherische Anschauung&lt;br /&gt;
hervorzurufen von der Bedeutung des Hebräismus, des Abrahamismus&lt;br /&gt;
für das Christus-Ereignis. Das war geradezu ein Mysterium der&lt;br /&gt;
Therapeuten- und Essäergemeinden. Ihre Bekenner wurden dazu eingeweiht,&lt;br /&gt;
gerade den hiermit bezeichneten Zusammenhang hellseherisch&lt;br /&gt;
genauer einzusehen.|123|94f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lichte dieser Aufgabe resp. der Voraussetzung der Einweihung der Mitglieder der Essäer- und Therapeutengemeinden sind auch die asketischen Vorschriften und Exerzitien zu sehen, in denen sich die Jünger übten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Also sagte sich ein Essäer der damaligen Zeit: Was eigentlich das&lt;br /&gt;
hebräische Volk bilden konnte, wodurch es der Träger der Christus-&lt;br /&gt;
Mission werden konnte, das wurde zuerst in der Anlage bewirkt durch&lt;br /&gt;
jenes geheimnisvolle Wesen, das man nur finden kann, wenn man durch&lt;br /&gt;
die ganze Generationenfolge hinaufsteigt bis zu Abraham, wo es gleichsam&lt;br /&gt;
hineingeschlüpft ist in die innere Organisation des Abraham, um&lt;br /&gt;
dann durch das Blut hindurch als eine Art von Volksgeist im hebräischen&lt;br /&gt;
Volke zu wirken. Will man also dieses sozusagen letzte Geheimnis&lt;br /&gt;
der Menschheitsevolution verstehen, so muß man zu diesem&lt;br /&gt;
Geiste hinaufsteigen, der jene Anlage verpflanzt hat, und ihn dort aufsuchen,&lt;br /&gt;
wo er noch nicht in die Organisation des Abraham hineingeschlüpft&lt;br /&gt;
war. Deshalb sagte der Essäer: Wenn der Mensch zu diesem&lt;br /&gt;
eigentlich inspirierenden oder inaugurierenden Geist des hebräischen&lt;br /&gt;
Volkes hinaufsteigen will und ihn in seiner Reinheit erkennen will, so&lt;br /&gt;
muß er als Essäer oder Therapeut eine gewisse Entwickelung durchmachen,&lt;br /&gt;
wodurch er sich von alledem reinigt, was seit dem Abraham-&lt;br /&gt;
Ereignis aus der physischen Welt an die menschliche Seele herangekommen&lt;br /&gt;
ist. Denn der Essäer sagte sich: Das geistige Wesen, das der&lt;br /&gt;
Mensch in sich trägt, und alle die geistigen Wesenheiten, die mitwirken&lt;br /&gt;
an dem Menschheitswerden, sind in ihrer Reinheit nur in der geistigen&lt;br /&gt;
Welt zu schauen; wie sie in uns selbst wohnen, sind sie verunreinigt&lt;br /&gt;
durch die Kräfte der physisch-sinnlichen Welt.&lt;br /&gt;
Nun hatte nach Anschauung der Essäer - und das ist natürlich auf&lt;br /&gt;
einem gewissen Gebiet der Erkenntnis absolut richtig - ein jeder&lt;br /&gt;
Mensch, der damals lebte, alles das in sich, was in vorausgegangenen&lt;br /&gt;
Zeiten in die menschliche Seele hineingekommen war an Verunreinigungen,&lt;br /&gt;
was den freien Blick auf das geistige Wesen trübte, das jene&lt;br /&gt;
charakterisierte Anlage in Abraham gelegt hatte. Es mußte demnach&lt;br /&gt;
eine jede Essäerseele sich reinigen von dem, was in die Anlage hineingekommen&lt;br /&gt;
war und was sozusagen den Blick auf jenes Wesen trübte,&lt;br /&gt;
das im Blute dieser Generationen wohnte; erst dann konnte es richtig&lt;br /&gt;
geschaut werden. Alle Reinigungen seelischer Art, alle Exerzitien des&lt;br /&gt;
Essäers waren darauf berechnet, die Seele frei zu bekommen von den&lt;br /&gt;
durch die Generationen herunter vererbten Einflüssen und vererbten&lt;br /&gt;
Merkmalen, welche den Blick auf das den Abraham inspirierende&lt;br /&gt;
geistige Wesen trüben konnten; denn der Mensch hat ja nicht bloß&lt;br /&gt;
sein innerstes geistig-seelisches Wesen in sich, sondern er hat es getrübt&lt;br /&gt;
und verunreinigt in sich durch die vererbten Merkmale.|123|96f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 42 Stufen der Exerzitien entsprechen den 42 Generationen von Jesus von Nazareth bis zu Abraham hinauf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Daher waren die&lt;br /&gt;
Reinigungen der Essäer darauf berechnet, alles aus dem Inneren durch&lt;br /&gt;
innere Exerzitien, durch sorgfältige Schulung herauszuarbeiten, was&lt;br /&gt;
durch zweiundvierzig Generationen hindurch an Verunreinigungen&lt;br /&gt;
in die Seele hineingekommen war. Deshalb mußte jeder Essäer schwere&lt;br /&gt;
innere Exerzitien, schwere mystische Wege durchmachen; die führten&lt;br /&gt;
ihn durch zweiundvierzig Stufen dazu, seine Seele zu reinigen. In der&lt;br /&gt;
Tat waren es zweiundvierzig genau definierbare Stufen, die er in sich&lt;br /&gt;
durchmachen mußte; dann wußte er sich frei von allen Einflüssen der&lt;br /&gt;
Sinnenweit, von allem, was durch Vererbung an Verunreinigung seines&lt;br /&gt;
inneren Wesens entstanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stieg der Essäer hinauf durch zweiundvierzig Stufen so weit, daß&lt;br /&gt;
er seine innerste Wesenheit, den Zentralkern seines Wesens verwandt&lt;br /&gt;
fühlte mit dem Göttlich-Geistigen. Deshalb sagte er sich: Ich steige&lt;br /&gt;
bis zu dem Gotte hinauf, auf den es mir ankommt, indem ich diese&lt;br /&gt;
zweiundvierzig Stufen durchmache. Es hatte der Essäer eine gute Anschauung&lt;br /&gt;
davon, wie man zu einem noch nicht in die Materie untergetauchten&lt;br /&gt;
Gotteswesen aufsteigt. Er kannte den Weg hinauf. Das&lt;br /&gt;
wußte er aus eigener Erfahrung. Unter all denen, die damals auf der&lt;br /&gt;
Erde lebten, waren die Therapeuten und Essäer die einzigen, die mit&lt;br /&gt;
Bezug auf ein solches Ereignis, wie es das Abraham-Ereignis war, das&lt;br /&gt;
Richtige wußten. Sie wußten es, insofern es auf die Vererbung durch&lt;br /&gt;
die Generationen ankommt. Sie wußten: Will man hinaufsteigen zu&lt;br /&gt;
einem Wesen, das in die Vererbungslinie hineingekommen ist, und&lt;br /&gt;
will man an dem Ort ankommen, wo es noch nicht in die Materie&lt;br /&gt;
untergetaucht ist, dann muß man durch zweiundvierzig Stufen, die den&lt;br /&gt;
zweiundvierzig Generationen entsprechen, hinaufsteigen, dann findet&lt;br /&gt;
man es.|123|97f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Richtung von Abraham bis zu Jesus von Nazareth erkannten die Essäer und Therapeuten durch ihre Einweihung das entsprechende: Wie dieser Gott in die Menschheit hinabstieg durch 42 Generationen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Aber die Essäer kannten noch etwas anderes. Sie wußten:&lt;br /&gt;
Ebenso wie der Mensch durch zweiundvierzig Stufen, welche die Entsprechungen&lt;br /&gt;
sind der zweiundvierzig Generationen, hinaufsteigen&lt;br /&gt;
muß, um zu diesem göttlichen Wesen zu kommen, so muß dieses göttliche&lt;br /&gt;
Wesen, wenn es bis in das menschliche Blut hinunterdringen will,&lt;br /&gt;
durch zweiundvierzig Stufen hinuntersteigen, muß also den umgekehrten&lt;br /&gt;
Weg machen. Braucht der Mensch zweiundvierzig Stufen,&lt;br /&gt;
um zu dem Gotte hinaufzusteigen, so braucht der Gott zweiundvierzig&lt;br /&gt;
Stufen, um herunterzusteigen, um Mensch unter Menschen zu&lt;br /&gt;
werden.|123|98}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sadduzäer, Pharisäer und Essäer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich wohnt in jedem Menschen ein [[Sadduzäer]], ein [[Pharisäer]] und ein Essäer. Dafür sollte man als geistig strebender Mensch ein deutliches Gefühl entwickeln. Der innere Sadduzäer wirkt in der [[Bewusstseinsseele]], der innere Pharisäer in der [[Verstandes- oder Gemütsseele|Verstandesseele]] und der inner Essäer in der [[Empfindungsseele]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Vorherrschen der Bewußtseinsseele wird im Okkultismus der «innere Sadduzäer» genannt. Er zeigt sich, wenn der Mensch festumrissene Begriffe von der Wahrheit hat, ein kleines Feld für das Allumfassende hält und meint, daß diese Wahrheiten unveränderlich sind, wie zum Beispiel die Menschen der Wissenschaft, die nicht zugeben wollen, daß jede Wahrheit ihre Zeit und ihren Ort hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Überwiegen der Verstandesseele heißt der «innere Pharisäer». Das tritt auf, wenn der Mensch eine Wahrheit erlebt hat und diese bei anderen Menschen auch als eine objektive Wahrheit durchsetzen will; wenn jemand meint, daß dasjenige, was er für sich selber als Wahrheit eingesehen hat, auch für alle anderen Menschen gelten müsse. Daher ist immer eine gewisse Unaufrichtigkeit im Spiel sich selbst gegenüber und den anderen Menschen gegenüber, die man davon überzeugen will, daß dasjenige, was man persönlich erlebt hat, die einzig geltende Wahrheit sei. Daher macht diese Seelenverfassung immer den Eindruck einer Heuchelei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Überwiegen der Empfindungsseele wird «Essäer» genannt. Zwar waren die Essäer ein Orden, der für seine Zeit viel Gutes getan hat, aber man kann trotzdem von dem «inneren Essäer» im Menschen sprechen. Das ist das Ausschließlich-in- die-eigene-Seele-sich-Vertiefen, das Sich-Zurückziehen-von-anderen, die Askese - in Erwartung der Offenbarungen aus höheren Welten. Für unsere Zeit wäre es ein Sich-Berufen auf Tauler, Meister Eckhart und dergleichen und die Mystik überhaupt. Das Ablehnen, das Nicht-Lernenwollen von all demjenigen, was für die Erkenntnis der höheren Welten im Kosmos und in der Natur notwendig ist, das kennzeichnet den inneren Essäer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das hält nicht vor dem Hüter der Schwelle stand, das muß innerlich bekämpft werden.|266b|406f}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir sollen nun diese drei in uns wohnenden Menschen, den Sadduzäer, den Pharisäer und den Essäer, untereinander in ein Verhältnis bringen, denn jeder allein für sich ist etwas Schädliches. Der Pharisäer soll dem Sadduzäer dienen und diese beiden zusammen dem Essäer. Dieser soll über die zwei herrschen, aber allein für sich darf er nicht herrschen. Wir sollen als Esoteriker es wirklich ins Gefühl bekommen, daß wir diese drei in uns haben, denn wenn wir an den Hüter der Schwelle kommen, werden wir sie sehr deutlich spüren; denn wir werden sie zurücklassen müssen als etwas Vergängliches, was nicht in die geistigen Welten gehört. Wenn man sagt, ein Essäer beschäftige sich ja gerade mit den geistigen Welten, so muß geantwortet werden, daß er sich mit ihnen in seiner ihm angemessenen Art in der physischen Welt beschäftigt, aber daß eben sein ganzer Orden für die physische Welt und für einen bestimmten Punkt der Erde gegründet wurde und daß in den geistigen Welten von anderen Gesichtspunkten ausgegangen wird.|266b|399}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gibt Menschen, die wie eingeschlossen sind in einem bestimmten&lt;br /&gt;
Gesichtskreis, innerhalb dessen sie sehr zu Hause sein&lt;br /&gt;
können und Bedeutendes zu leisten vermögen. Solche Menschen&lt;br /&gt;
schließen sich gleichsam ab gegen alles, was von außen in ihren&lt;br /&gt;
Gesichtskreis hereindrängen möchte, oder sie formen es so, daß&lt;br /&gt;
es in ihren Bewußtseinshorizont eingespannt wird. Das sind&lt;br /&gt;
Menschen, die vorwiegend in ihrer Bewußtseinsseele leben, bei&lt;br /&gt;
denen die Bewußtseinsseele die übrigen Seelenglieder stark überwiegt.&lt;br /&gt;
Sehr aktive Menschen, Willensnaturen gehören dazu. Für&lt;br /&gt;
diese Menschen hat der Okkultist einen Ausdruck: Sadduzäer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann gibt es Menschen, die alles erklären möchten und alles&lt;br /&gt;
erklärlich finden möchten. Solche Menschen kommen, auch&lt;br /&gt;
wenn sie aus starkem Wahrheitstrieb heraus handeln, doch leicht&lt;br /&gt;
dazu, es mit der Wahrheit letzten Endes nicht so genau zu nehmen.&lt;br /&gt;
Denn eine absolute Wahrheit gibt es nicht. Die Wahrheit&lt;br /&gt;
ist ein Relatives, ein Wandelbares, und muß sich dem Geiste der&lt;br /&gt;
Zeit anpassen und dem Individuellen im Menschen [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Menschen sind von ihrer Verstandesseele beherrscht.&lt;br /&gt;
Der Okkultist gebraucht für diese Art von Menschen den Ausdruck&lt;br /&gt;
Pharisäer [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gibt es aber auch Menschen, die sich in einer anderen&lt;br /&gt;
Art abschließen und darin unter Umständen Bedeutendes leisten&lt;br /&gt;
und in ihrer Weise angenehme, liebe Leute sein können. Das&lt;br /&gt;
sind Naturen, die ganz in ihrer eigenen Empfindung leben, die&lt;br /&gt;
sich wie ein Johannes Tauler oder Meister Eckhart auf ihr inneres&lt;br /&gt;
Selbst zurückziehen und ganz darin aufgehen. Die wie Einsiedler&lt;br /&gt;
in einer eigenen Welt leben, in der sie Hohes, Schönes,&lt;br /&gt;
tief innerlich Empfundenes erleben und auch von sich geben&lt;br /&gt;
können, das aber doch in gewisser Weise wieder so ist, daß,&lt;br /&gt;
wenn es ein anderer liest oder nachempfindet, es eigentlich nicht&lt;br /&gt;
mehr ganz dasselbe ist. So wie sie es erleben und von sich geben,&lt;br /&gt;
ist es eigentlich nur für sie selber ganz richtig. Alle bloßen&lt;br /&gt;
Mystiker und unklaren Schwärmer, aber auch viele bedeutende&lt;br /&gt;
Dichter aller Zeiten gehören dazu. Auch in unserer Zeit gibt es&lt;br /&gt;
viele derartige Künstlernaturen. In gewissem Sinne kann man&lt;br /&gt;
diese Art des inneren Erlebens geradezu die Grundstimmung&lt;br /&gt;
der künstlerisch und ästhetisch empfindenden Menschen unserer&lt;br /&gt;
Zeit nennen. - Auch unter den Theosophen gibt es viele solcher&lt;br /&gt;
Naturen, die sich so abschließen und sich dabei für etwas Besonderes&lt;br /&gt;
halten. Diese Stimmung ist auch ganz erklärlich, denn&lt;br /&gt;
diese Art von innerer Veranlagung entspringt aus dem Überwiegen dessen, was das Stärkste in uns sein sollte und was wir als&lt;br /&gt;
die Empfindungsseele bezeichnen. Der Okkultist bezeichnet&lt;br /&gt;
derartige Naturen mit dem Worte Essäer.|266b|400ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
[[Jeshu ben Pandira]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[wikipedia:Essener|Essener]] &#039;&#039;(Akuelle Wikipedia-Version im Unterschied zu der von 2007, die diesem Artikel zugrunde liegt.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaftliche Forschung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Judith von Halle]]: &#039;&#039;Vom Leben in der Zeitenwende und seinen spirituellen Hintergründen&#039;&#039;, Vlg. für Anthroposophie, Dornach 2009&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Matthäus-Evangelium&#039;&#039;, [[GA 123]] (1988), ISBN 3-7274-1230-5 {{Vorträge|123}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie kann die Menschheit den Christus wiederfinden?&#039;&#039;, [[GA 187]] (1995), ISBN 3-7274-1870-2 {{Vorträge|187}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912&#039;&#039;, [[GA 266/2]] (1996), ISBN 3-7274-2662-4 {{Schule|266b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung. Das Fünfte Evangelium, [[GA 148]] (1913)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Text-Quellen===&lt;br /&gt;
*[[Wikipedia:Flavius Josephus|Flavius Josephus]]: &#039;&#039;Geschichte des Jüdischen Krieges.&#039;&#039; Fourier, Wiesbaden 1994. ISBN 3-921695-00-7&lt;br /&gt;
* Johann Maier: &#039;&#039;Die Qumran-Essener. Die Texte vom Toten Meer&#039;&#039;. 3 Bde. Ernst Reinhardt, München/Basel 1995-1996. (wissenschaftliche deutsche Quellenausgabe der Qumrantexte)&lt;br /&gt;
**Bd. 1: &#039;&#039;Die Texte der Höhlen 1-3 und 5-11&#039;&#039;. [[Wikipedia:Uni-Taschenbücher|Uni-Taschenbücher]] (UTB). Bd 1862. München 1995. ISBN 3-497-01352-8&lt;br /&gt;
**Bd. 2: &#039;&#039;Die Texte der Höhle 4&#039;&#039;. UTB. Bd 1863. München 1995. ISBN 3-497-01353-6&lt;br /&gt;
**Bd. 3: &#039;&#039;Einführung, Zeitrechnung, Register und Bibliographie&#039;&#039;. UTB. Bd 1916. München 1996. ISBN 3-8252-1916-X&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wissenschaftliche Studien===&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Günter Stemberger|Günter Stemberger]]: &#039;&#039;Pharisäer, Sadduzäer, Essener.&#039;&#039; Stuttgart 1991.  ISBN 3-460-04441-1&lt;br /&gt;
* Lena Cansdale: &#039;&#039;Qumran and the Essenes. A Re-Evaluation of the Evidence&#039;&#039;. Texte und Studien zum antiken Judentum. Bd 60. Mohr, Tübingen 1990.  ISBN 3-16-146719-1&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Florentino García Martínez|Florentino García Martínez]], Julio Trebolle Barrera: &#039;&#039;The People of the Dead Sea Scrolls. Their Writings, Beliefs and Practices&#039;&#039;. Brill, Leiden 1995.  ISBN 90-04-10085-7&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Rainer Riesner|Rainer Riesner]]: &#039;&#039;Essener und Urgemeinde in Jerusalem. Neue Funde und Quellen&#039;&#039;. Biblische Archäologie und Zeitgeschichte. Bd 6. Brunnen-Verl., Gießen 1998 (2. erw. Aufl.).  ISBN 3-7655-9806-2&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Hartmut Stegemann|Hartmut Stegemann]]: &#039;&#039;Die Essener, Qumran, Johannes der Täufer und Jesus&#039;&#039;. Freiburg im Breisgau 1999 (9. Aufl.).  ISBN 3-451-04128-6 (Eine Einführung in die Geschichte und Archäologie der Essenergemeinde von Qumran) &lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Geza Vermes|Geza Vermes]]: &#039;&#039;Scrolls, Scriptures and Early Christianity&#039;&#039;. Library of Second Temple Studies. Bd 56. T. &amp;amp; T. Clark Intl., London 2005.  ISBN 0-567-08387-X&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Pinchas Lapide|Pinchas Lapide]]: &#039;&#039;Paulus zwischen Damaskus und Qumran.&#039;&#039; Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1993, &amp;lt;sup&amp;gt;4&amp;lt;/sup&amp;gt;2001, S.104ff.  ISBN 3-579-01425-0&lt;br /&gt;
* Bargil Pixner. Unravelling the Copper Scroll Code: A Study on the Topography of 3Q15, RQ11 (1983) 323-366(350-353).&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Schonfield|Schonfield]] H. 1995. El enigma de los esenios. Editorial EDAF, SA, Madrid. ISBN 84-7640-886-2. Übersetzung von „The Essene Odyssey“ © Schonfield, 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literarische Rezeption===&lt;br /&gt;
* Cay Rademacher: &#039;&#039;Das Geheimnis der Essener. Ein historischer Kriminalroman aus dem antiken Rom&#039;&#039;. Nymphenburger, München 2003.  ISBN 3-485-00959-8&lt;br /&gt;
*Anne und Daniel Meurois-Givaudan: &#039;&#039;Im Lande Kal. Der Weg der Essener&#039;&#039;. München 1994.  ISBN 3-880-34765-4 (mythologisch-esoterisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essener|!]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Anthroposophische_Gesellschaft_in_%C3%96sterreich&amp;diff=625738</id>
		<title>Anthroposophische Gesellschaft in Österreich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Anthroposophische_Gesellschaft_in_%C3%96sterreich&amp;diff=625738"/>
		<updated>2026-04-30T14:06:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Anthroposophische Gesellschaft in Österreich&#039;&#039;&#039; mit Hauptsitz in [[Wikipedia:Wien|Wien]] und Zweigen und Arbeitsgruppen in fast allen [[Wikipedia:Bundesland (Österreich)|Bundesländern]] [[Wikipedia:Österreich|Österreich]]s wurde [[Wikipedia:1950|1950]] als österreichische Landesgesellschaft der internationalen [[Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft|Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft]] als [[Verein]] nach [[Wikipedia:österreich|österreich]]ischem [[Recht]] begründet, nachdem sich die noch von [[Rudolf Steiner]] inaugurierte [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] in Österreich [[Wikipedia:1938|1938]] nach dem Einmarsch [[Wikipedia:Adolf Hitler|Hitlers]] selbst aufgelöst hatte, um dem drohenden Verbot zu entgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer nach langen Konflikten errungenen freundschaftlichen Zusammenarbeit mit der Landesgesellschaft besteht in Österreich daneben als unabhängige Organisation die [[Anthroposophische Gesellschaft in Österreich (1913)]] mit Sitz in [[Wikipedia:Wien|Wien]] [[Wikipedia:Hietzing|Hietzing]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adresse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Anthroposophische Gesellschaft in Österreich&lt;br /&gt;
Tilgnerstrasse 3&lt;br /&gt;
AT-1040 Wien&lt;br /&gt;
Tel. +43 1 505 34 54&lt;br /&gt;
Fax +43 1 505 34 54&lt;br /&gt;
[mailto:buero@anthroposophie.or.at buero@anthroposophie.or.at]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.anthroposophie.or.at www.anthroposophie.or.at] - Homepage der Anthroposophischen Gesellschaft in Österreich&lt;br /&gt;
* https://www.anthroposophie.or.at/veranstaltungen/&amp;lt;nowiki/&amp;gt;- Gemeinsamer Veranstaltungskalender der anthroposophischen und waldorfpädagogischen Einrichtungen in Österreich.&lt;br /&gt;
* https://www.anthroposophie.or.at/wegweiser/ - Der &#039;&#039;Wegweiser Anthroposophie&#039;&#039; ist die offizielle Zeitschrift der Landesgesellschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophische Gesellschaft|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophische Gesellschaft in Österreich|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Heiliger_Gral&amp;diff=625704</id>
		<title>Heiliger Gral</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Heiliger_Gral&amp;diff=625704"/>
		<updated>2026-04-21T18:57:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Fachwissenschaftliche Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Tafelrunde.jpg|miniatur|Der Gral in der Mitte von Artus’ [[Tafelrunde]], französische [[Wikipedia:Manuskript|Handschrift]] des 14. Jhs.]]&lt;br /&gt;
Die Legende vom &#039;&#039;&#039;Heiligen Gral&#039;&#039;&#039; erscheint im späten [[Wikipedia:12. Jahrhundert|12. Jahrhundert]] in vielgestaltiger Form in der mittelalterlichen Erzählliteratur im Umkreis der [[Artus]]sage. Ihren geistigen Hintergund bildet die von [[Rudolf Steiner]] geschilderte [[Grals-Imagination]], die sich durch den geistigen Rückblick auf den [[Ätherleib]] des [[Mensch]]en enthüllt. In einem überlieferten Gespräch mit [[Johanna Gräfin Keyserlingk]] zeigt Steiner auch die Verbindung der [[Gralsburg]] zum dem in der [[Apokalypse des Johannes]] als Zukunftsvision geschilderten [[Neues Jerusalem|Neuen Jerusalem]] auf: Die Gralsburg existiere wirklich in der ätherischen Welt. Das neue Jerusalem sei das Urbild, wie es in Zukunft&lt;br /&gt;
sein werde.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Koberwitz 1924&#039;&#039;, herausgegeben v. Adalbert Graf Keyserlingk Stuttgart 1974, S 82&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herkunft des Wortes &#039;&#039;Gral&#039;&#039; ist nicht restlos geklärt: Am wahrscheinlichsten ist die Herleitung aus [[Wikipedia:Okzitanische Sprache|okzitanisch]] &#039;&#039;grazal&#039;&#039;, altfranzösisch &#039;&#039;graal&#039;&#039; „Gefäß, Schüssel“, das vermutlich [[Wikipedia:Etymologie|etymologisch]] auf griechisch &#039;&#039;[[Wikipedia:Krater (Gefäß)|krater]]&#039;&#039; „Mischgefäß“ (über [[latein]]isch &#039;&#039;cratalis/gradalis&#039;&#039;) zurückgeht. Im Altspanischen ist &#039;&#039;grial&#039;&#039; ebenso wie im Altportugiesischen &#039;&#039;gral&#039;&#039; ein gängiger Begriff für einen &#039;&#039;[[Wikipedia:Mörser (Werkzeug)|Mörser]]&#039;&#039; oder ein &#039;&#039;mörserförmiges Trinkgefäß&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Heilige Gral und der Edelstein aus der Krone Luzifers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Edelstein, der aus der Krone [[Luzifer]]s entfiel, und in gewisser Beziehung nichts anderes ist als die volle Kraft des menschlichen [[Ich]]s, wurde der Heilige Gral. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eine wunderbare,&lt;br /&gt;
herrliche Sage der Menschheit spricht davon, daß dem Luzifer,&lt;br /&gt;
als er vom Himmel auf die Erde herunterstürzte, ein Edelstein aus&lt;br /&gt;
seiner Krone fiel. Aus diesem Edelstein - so sagt uns die Sage - wurde&lt;br /&gt;
jenes Gefäß, in welchem der Christus Jesus mit seinen Jüngern das&lt;br /&gt;
Abendmahl genommen hat; jenes Gefäß, in dem aufgefangen worden&lt;br /&gt;
ist das Blut Christi, das vom Kreuze floß; jenes Gefäß, das von Engeln&lt;br /&gt;
in die westliche Welt gebracht worden ist und in der westlichen Welt&lt;br /&gt;
von denen aufgenommen wird, welche zum wahren Verständnis des&lt;br /&gt;
Christus-Prinzips vordringen wollen. Es wurde aus dem Stein, der&lt;br /&gt;
entfiel der Krone Luzifers, der heilige Gral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist der heilige Gral? Sie alle wissen, daß der Mensch, so wie er&lt;br /&gt;
heute ist, viergliedrig ist, den physischen, ätherischen, astralischen Leib&lt;br /&gt;
und das Ich hat, daß dieses Ich im Verlaufe des menschlichen Fortschrittes&lt;br /&gt;
entgegenschreiten muß einer immer mehr und mehr es erfüllenden&lt;br /&gt;
Vollkommenheit, daß es immer höher und höher steigen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer, dem im Orient herrschenden, gefallenen, ihm entfiel der Edelstein&lt;br /&gt;
aus der Krone; jener Edelstein ist in gewisser Beziehung nichts&lt;br /&gt;
anderes als &#039;&#039;die volle Kraft&#039;&#039; des menschlichen Ichs. Dieses menschliche&lt;br /&gt;
Ich muß erst in der Finsternis vorbereitet werden, um in einer neuen&lt;br /&gt;
würdigen Art den Stern Luzifers innerhalb des Christus-Lichtes erglänzen&lt;br /&gt;
zu sehen. Dieses Ich mußte sich hinauferziehen an dem Christus-&lt;br /&gt;
Prinzipe, heranreifen zu dem Edelstein, der nun nicht mehr dem Luzif er&lt;br /&gt;
gehört, der seiner Krone entfallen ist; das heißt, es mußte heranreifen&lt;br /&gt;
durch Weisheit, um wieder die Fähigkeit zu haben, das Licht, das uns&lt;br /&gt;
nicht von außen zufließt, das uns dann scheint, wenn wir selbst das&lt;br /&gt;
Nötige dazu tun können, zu ertragen. So ist geisteswissenschaftliche Arbeit&lt;br /&gt;
die Arbeit am menschlichen Ich, um es zum Gefäß zu machen, das&lt;br /&gt;
wiederum fähig ist, das Licht zu empfangen, das da ist, wo heute für&lt;br /&gt;
die äußeren Augen, für den äußeren menschlichen Verstand Finsternis&lt;br /&gt;
und Nacht ist. Eine alte Sage sagt, daß die Nacht die ursprüngliche&lt;br /&gt;
Herrscherin war. Diese Nacht ist aber wieder da; sie ist in allem, was&lt;br /&gt;
heute von Finsternis erfüllt ist. Erfüllen wir uns aber selbst mit jenem&lt;br /&gt;
Lichte, das uns aufgehen kann, wenn wir begreifen den Stern, den der&lt;br /&gt;
Lichtträger, der andere Geist, Luzif er verloren hat; dann wird uns jene&lt;br /&gt;
Nacht zum Tage. Die Augen hören auf zu schauen, wenn das äußere&lt;br /&gt;
Licht die Gegenstände nicht beleuchtet; der Verstand versagt, wenn es&lt;br /&gt;
sich darum handelt, hinter die äußere Natur der Dinge zu dringen; der&lt;br /&gt;
Stern, der uns wird, wenn die zugleich klare und gutgesinnte Forschung&lt;br /&gt;
spricht, der erleuchtet uns das, was nur scheinbar Nacht ist, macht es&lt;br /&gt;
uns zum Tage. Das aber ist es auch, was uns alle ertötenden und lähmenden&lt;br /&gt;
Zweifel nimmt.|113|21f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonne, Erde, Gral und Herz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Mit dem Ereignis auf Golgatha, als das Blut floß aus den Wunden&lt;br /&gt;
des großen Erlösers, als das kosmische Herzensblut die Erde durchdrang&lt;br /&gt;
und seine Kräfte sich bis in den Mittelpunkt ergossen, da wurde&lt;br /&gt;
die Erde leuchtend, von innen heraus strahlte Licht aus in ihre Umgebung.&lt;br /&gt;
Da wurde auch die Möglichkeit gegeben für jede menschliche&lt;br /&gt;
Individualität, in sich selber dieses Licht zu erleben. Als die&lt;br /&gt;
Erde der Leib des großen Sonnengeistes wurde, indem er sie mit seinen&lt;br /&gt;
Geisteskräften durchdrang, da wurden alle Wesen auf Erden&lt;br /&gt;
ebenso mit diesen Kräften begabt. Es war der Keim gelegt zur Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
von Sonne und Erde. Der physische Leib des Jesus&lt;br /&gt;
von Nazareth war der Vermittler, durch welchen die Kräfte aus dem&lt;br /&gt;
Kosmos sich mit der Erdenaura verbanden. Und als das Blut aus diesem&lt;br /&gt;
Leibe floß auf Golgatha, da wurde die Erde wieder in die Sonnenkraft&lt;br /&gt;
aufgenommen. Seitdem strahlt diese Christus-Kraft von&lt;br /&gt;
ihrem Mittelpunkte in die Umgebung hinaus, und aus der Sonne&lt;br /&gt;
strahlt die Christus-Kraft in die Erde hinein. Der Mensch kann diese&lt;br /&gt;
Kraft, dieses Licht erleben in sich selber als Erdenmensch, wenn er&lt;br /&gt;
sich erkennt als einen Teil der Erde, die als physischer Leib des&lt;br /&gt;
Christus durchdrungen ist von seiner Wesenheit. Dann leuchtet in&lt;br /&gt;
ihm das weiße Licht aus seinem Innern entgegen, wie es aus dem&lt;br /&gt;
Mittelpunkt der Erde herausstrahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann der Mensch die Christus-Kraft und das Christus-Licht&lt;br /&gt;
auch so erleben, wie es von außen herantretend ihn bestrahlt und&lt;br /&gt;
durchdringt mit höherem Leben. Dann umgibt und durchdringt es&lt;br /&gt;
ihn, wie es, aus der Sonne hineinstrahlend, die Erde durchlebt. Dann&lt;br /&gt;
fühlt sich der Mensch im Geiste vereint mit dieser Sonnenkraft, er&lt;br /&gt;
empfindet sich wie von seinem Herzen heraus zusammenwachsend&lt;br /&gt;
mit dem großen kosmischen Herzen. Als ein höheres Wesen, lebend&lt;br /&gt;
in dieser geistigen Sonne, erkennt er sein wahres Selbst, so verbunden&lt;br /&gt;
mit ihr, wie er als Erdenmensch mit der Erde selber verbunden&lt;br /&gt;
ist. Und wie die Sonnenkräfte die Erde durchleuchten und beleben,&lt;br /&gt;
so durchleuchtet und durchlebt dieses höhere Wesen den Erdenmenschen&lt;br /&gt;
mit seinen Kräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Tempel des menschlichen Leibes befindet sich ein Heiligstes&lt;br /&gt;
vom Heiligen. Viele Menschen leben in dem Tempel, ohne etwas&lt;br /&gt;
davon zu wissen. Aber die, welche es ahnen, erhalten dadurch&lt;br /&gt;
die Kraft, sich so zu läutern, daß sie in dieses Heiligste hineingehen&lt;br /&gt;
dürfen. Da befindet sich das heilige Gefäß, welches durch Zeitepochen&lt;br /&gt;
hindurch vorbereitet wurde, auf daß, wenn die Zeit käme, es&lt;br /&gt;
fähig sein könne, das Christus-Blut, das Christus-Leben in sich zu&lt;br /&gt;
enthalten. Wenn der Mensch hineingegangen ist, so hat er auch den&lt;br /&gt;
Weg gefunden zu dem Allerheiligsten in dem großen Erdentempel.&lt;br /&gt;
Auch da leben viele auf der Erde, ohne davon zu wissen; aber wenn&lt;br /&gt;
der Mensch in seinem innersten Heiligtum sich gefunden hat, so&lt;br /&gt;
wird er auch da hineintreten dürfen und finden den Heiligen Gral.&lt;br /&gt;
Wie aus wunderbar glitzernden Kristallen geschliffen, welche Symbole&lt;br /&gt;
und Buchstaben formen, wird sich ihm das Gefäß zunächst zeigen,&lt;br /&gt;
bis er allmählich den heiligen Inhalt empfindet, so daß er für&lt;br /&gt;
ihn leuchtet im goldenen Glanze. In die Mysterienstätte seines eigenen&lt;br /&gt;
Herzens steigt ein Mensch hinein, dann geht ein göttliches&lt;br /&gt;
Wesen aus dieser Stätte hervor und verbindet sich mit dem Gott&lt;br /&gt;
draußen, mit dem Christus-Wesen. Es lebt in dem geistigen Lichte,&lt;br /&gt;
welches hineinstrahlt in das Gefäß und dieses dadurch heiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil der Mensch so lebt als zweifaches Wesen, kann er die geistige&lt;br /&gt;
Sonnenkraft in die Erde hineingießen und ein Bindeglied sein zwischen&lt;br /&gt;
Sonne und Erde. Wie aus dem Lebenszentrum, dem Herzen&lt;br /&gt;
heraus, das belebende Blut fließt und sich ergießt durch den ganzen&lt;br /&gt;
physischen Organismus bis in das Knochensystem hinein, welches&lt;br /&gt;
man - als äußere Verfestigung und Erstarrung im Organismus - als&lt;br /&gt;
Gegensatz auffassen kann des lebendigen, immer regsamen Herzens,&lt;br /&gt;
so muß eine jede menschliche Individualität werden ein Kanal für&lt;br /&gt;
das aus dem kosmischen Lebenszentrum fließende Blut, das die verfestigte&lt;br /&gt;
Erde mit Leben durchdringt. Wie ein kosmisches Knochensystem&lt;br /&gt;
kann die Erde gedacht werden. Sie würde ganz und gar verknöchert&lt;br /&gt;
und vertrocknet sein, wenn nicht das kosmische Herz&lt;br /&gt;
durch einen menschlichen Leib sein Lebensblut ausgeströmt und sie&lt;br /&gt;
dadurch auf das neue belebt hätte.|265|417f|418}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Legende der Gralssuche ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram von Eschenbach3.jpg|miniatur|hochkant|Der Burggraf von Patelamunt reitet Gahmuret, den er am Wappen erkannt hat, entgegen (UB Heidelberg, [[Wikipedia:Codex Palatinus Germanicus|Cod. Pal. germ.]] 339, Blatt 34r)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram von Eschenbach2.jpg|miniatur|hochkant|Gahmuret verlässt seine Heimat mit einem Begleiter (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, Blatt 5v)]]&lt;br /&gt;
Es gibt keine einheitliche oder originale Fassung der Gralslegende, aber die Überlieferungen haben viele gemeinsame Elemente:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen Überlieferungen ist gemeinsam, dass sie den Gral als ein wundertätiges [[Wikipedia:Gefäß (Behälter)|Gefäß]] in Form einer [[Wikipedia:Schale (Gefäß)|Schale]], eines [[Wikipedia:Kelch (Gefäß)|Kelchs]] oder eines Steines (&#039;&#039;lapis&#039;&#039;) beschreiben. Zusammen mit einer rätselhaften blutenden [[Wikipedia:Lanze|Lanze]] wird er in einer unzugänglichen Burg von Gralskönig und Gralsrittern bewacht. Er soll Glückseligkeit, ewige Jugend und Speisen in unendlicher Fülle bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses wunderkräftige und heilige Gefäß, das ewige Lebenskraft spendet, ist jedoch umgeben von einer Gemeinschaft, die unter einem Mangel leidet. Dieser Mangel drückt sich in verschiedenen Bildern aus: dem Siechtum des Königs, der Unfruchtbarkeit des Reiches (Motiv der &#039;&#039;terre gaste&#039;&#039;, des „Öden Lands“), der Sterilität der Gralsgemeinschaft. Daher wartet die Gralsgemeinschaft auf einen Helden, der den Gralskönig erlösen und ablösen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Held, [[Parzival]] (auch: Perceval Peredur, Perlesvaus), [[Gawain]], [[W:Galahad|Galahad]] oder [[W:Bors (Artussage)|Bors]], der in sich größten Heldenmut und eine [[Wikipedia:unschuld|unschuld]]ige Reinheit vereint, wächst abseits der Welt auf. Ihm fehlt der Sinn für die Wirklichkeit, ein Fehler, den er jedoch durch seine Unschuld oder Naivität wieder ausgleicht, weshalb er auch „tumber Tor“ oder „großer Narr“ genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held verlässt sein behütetes Zuhause und wünscht sich, der bedeutendste [[Wikipedia:Ritter|Ritter]] seiner Zeit zu werden. Am Hof von König [[Artus]] wird schließlich seine Bestimmung erkannt, und obwohl er sich häufig als dummer Narr erweist, wird er zum Ritter geschlagen und in die Gemeinschaft der [[Tafelrunde]] aufgenommen. Der Held erwirbt sich Ansehen, erst durch seinen tollkühnen Umgang mit Waffen und dann durch seine naive Art, als er sich einfach auf den „Platz der Gefahr“ setzt, der als [[Wikipedia:tabu|tabu]] gilt und stets für den [[Wikipedia:Auserwählter|Auserwählten]] freigehalten wurde. Damit wird deutlich, dass es sich bei dem Narren nur um den erwarteten Auserwählten handeln kann. In der Artus-Sage ist dieser &#039;&#039;Platz der Gefahr&#039;&#039; ein Ort im Wald, an dem ein Amboss steht, in dem ein Schwert steckt, das nur vom legitimen Thronerben des Königs herausgezogen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handlungsstränge einzelner Gralslegenden gehen nun etwas auseinander: Entweder reitet der Held alleine los, um sich auf die Suche zu begeben, oder der Heilige Gral erscheint als strahlende [[Erscheinung|Vision]] am Tisch der [[Tafelrunde]], so dass sich alle Ritter bereit erklären, gemeinsam auf die Suche nach dessen Geheimnis zu gehen. Im Folgenden werden in diversen Variationen die Abenteuer der Ritter geschildert, die verschiedene Aufgaben lösen müssen. Der Held muss sich immer wieder neuen [[Wikipedia:Rätsel|Rätsel]]n stellen, beispielsweise die richtige Frage stellen, sich selbst treu bleiben, eine Burg erobern oder Unrecht rächen. Da in einigen Gralslegenden der Zauberer [[Merlin|Merlin]] als eigentlicher Initiator der Suche nach dem Gral angesehen wird, erscheint er jeweils um helfend einzugreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritter, die mit einem Makel behaftet sind, scheitern bei der Gralssuche. Der Held verändert sich während der Gralssuche, er erwirbt sich zu seinem Mut und seiner Unschuld auch Erfahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt gelingt es den Rittern gemeinsam oder dem Helden allein, das Geheimnis des Heiligen Grals zu enthüllen. Durch die Taten des Helden wird der Hüter des Grals, der verletzt oder krank ist, geheilt, und das zerstörte Land erblüht wieder zu einem Paradies. Der Held wird der Nachfolger des Gralshüters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprünge und Elemente der Legende ==&lt;br /&gt;
Im Gralsmythos laufen verschiedene Traditionen zusammen. Es handelt sich um eine Mischung aus [[Wikipedia:Kelten|keltischen]], [[Christentum|christlichen]] und [[Orient|orientalischen]] Sagen und Mythen. Im hochmittelalterlichen Gralsmythos vermischen sich Anliegen des Laienchristentums und des Feudaladels sowie Versatzstücke der christlichen [[Wikipedia:Liturgie|Liturgie]] ([[Wikipedia:Abendmahlskelch|Abendmahlskelch]]) und des Reliquienkultes ([[Heilige Lanze]]) mit den archetypischen Bildern und generationenlangen mündlichen Überlieferungen keltischer und orientalischer Herkunft (z.B. der Kessel der [[Ceridwen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordfrankreich war über mehrere Jahrhunderte hin ein Schmelztiegel gallisch-keltischer, romanischer, fränkischer und normannischer Bevölkerungsgruppen und ihrer Traditionen. In diesem Umfeld entstand die [[Artus]]-Sage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pilger- und Kriegszüge ins [[Wikipedia:Heiliges Land|Heilige Land]], die dort gesuchten Reliquien und Orte der Passionsgeschichte, die ständige Gefährdung der christlichen Herrschaft in [[Wikipedia:Königreich Jerusalem|Jerusalem]], die Gründung von Ritterorden wie den [[Wikipedia:Templerorden|Templern]] zum Schutz dieser Herrschaft trugen Stoff zu der Legende bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christliche Elemente ===&lt;br /&gt;
Außerhalb der Gralsromane gibt es eine kirchliche Überlieferung, die [[Josef von Arimathäa]] mit dem Kelch in Verbindung bringt. Diese geht auf den Bischof [[W:Amalarius|Amalarius von Metz]] zurück († um 850), der anfing, die Abendmahlsfeier [[Allegorie|allegorisch]] zu interpretieren. Der Altar wird hier das Grab Christi, das Altartuch das Leichentuch etc. Fassbar wird diese Überlieferung in Theologen des 12. und 13. Jahrhunderts wie [[Wikipedia:Rupert von Deutz|Rupert von Deutz]], [[Wikipedia:Hildebert von Tours|Hildebert von Tours]] und [[Wikipedia:William Durand|William Durand]]. Von diesen wiederum hat [[Wikipedia:Robert de Boron|Robert de Boron]] sein Gralsmaterial übernommen (vgl. Allen Cabaniss: &#039;&#039;Studies in English&#039;&#039;, 1963). In der Figur des Josef von Arimathäa kommt eine christliche Strömung zum Ausdruck, die abseits der offiziellen Glaubensrichtung steht. Er repräsentiert ein fernes Echo des [[Urchristentum]]s, das ohne Amtskirche auskam, und das im Bild der Gralsgemeinde und ihrer Kulthandlung um das Gralsgefäß weiterlebt. Um seine Person herum verkörperte sich die neu aufkommende Strömung der [[Wikipedia:Mysterienfrömmigkeit|Mysterienfrömmigkeit]] (etwa seit dem [[Wikipedia:8. Jahrhundert|8. Jahrhundert]]), die erst zur Zeit ihrer Unterdrückung durch die offizielle Kirche in die literarischen Zeugnisse eingegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr früh verband sich der Gral mit der christlichen Tradition der [[Eucharistie]]: Der Gral wurde als der [[Kelch (Gefäß)|Kelch]] verstanden, den Christus beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern benutzt hat und in dem Josef von Arimathäa das Blut Christi unter dessen Kreuz aufgefangen hat, wie schon früh in [[Wikipedia:apokryphen|apokryphen]] [[Wikipedia:Evangelium (Buch)|Evangelientexten]] erzählt wurde. Der Gral stellt sich damit als eine der zahlreichen mittelalterlichen Blut-Christi-[[Wikipedia:Reliquie|Reliquie]]n dar ([[Heilige Lanze|Longinuslanze]], [[Wikipedia:Turiner Grabtuch|Turiner Grabtuch]], [[Wikipedia:Schweißtuch der Veronika|Schweißtuch der Veronika]], [[Wikipedia:Eucharistiewunder von Lanciano|Eucharistie-Wunder]] von [[Wikipedia:Lanciano|Lanciano]], Blutwunder des [[Wikipedia:Januarius|Januarius]] in [[Wikipedia:Neapel|Neapel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie diese Traditionen gehört die Entstehung der Gralslegende [[Wikipedia:Mentalitätsgeschichte|mentalitätsgeschichtlich]] in die Entwicklung der zunehmenden Abendsmahlsfrömmigkeit des 12./13. Jahrhunderts. In dieselbe Zeit fallen auch die Formulierung und [[Wikipedia:Dogma|Dogma]]tisierung der [[Transsubstantiationslehre]] auf dem [[Wikipedia:Viertes Laterankonzil|Vierten Laterankonzil]] (1215), die Entstehung des [[W:Fronleichnam|Fronleichnamfestes]] (1264 von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben) und die Verdrängung der [[Kelchkommunion]] durch Laien (verboten erst 1415 auf dem Konzil von Konstanz, aber schon im Mittelalter zunehmend den Priestern vorbehalten, um die Gefahr versehentlichen Verschüttens des Blutes Christi zu vermeiden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in Gralslegende, Transsubstantiationslehre, Fronleichnam (Fest der leibhaften Gegenwart Christi im Altarsakrament) und Priesterkelch sich ausdrückende Vorstellung von der substanzhaften Gegenwart des Blutes Christi im Abendmahl und seiner Heilswirkung ist geistesgeschichtlich von der [[Scholastik|scholastischen]] Hauptkontroverse im Streit zwischen „Realismus“ und „Nominalismus“ bestimmt, dem sog. „[[Universalienproblem|Universalienstreit]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Keltische Elemente ===&lt;br /&gt;
Wie in die [[Artus]]romane sind auch in die Gralslegende alte keltische Motive eingeflossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es existiert eine enge Verbindung zwischen dem Mythos des Heiligen Grals und den verschiedenen Legenden, die sich um König [[Artus]] und die [[Wikipedia:Ritter|Ritter]] der [[Tafelrunde]] ranken. Die Geschichte um das verlorene Paradies und die folgende Gralssuche als der Versuch, das Paradies wieder zu erlangen, stehen häufig im Mittelpunkt der Artuslegenden. Sie bilden oft den Hintergrund für zahlreiche andere Legenden, so z. B. auch für die Geschichte des Zauberers [[Merlin|Merlin]], die Lebensgeschichte [[W:Lancelot|Lancelots]] oder die Erzählungen von der Fraueninsel [[Avalon|Avalon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Speisewunder des Grals wird auf Vorstellungen von einem magischen Trink- oder [[Wikipedia:Füllhorn|Füllhorn]] in der [[Wikipedia:Keltische Mythologie|keltischen Mythologie]] zurückgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orientalische Elemente ===&lt;br /&gt;
Die Vorstellung von [[Wolfram von Eschenbach]], der im Gral einen heiligen Stein sieht, lässt sich an orientalische [[Wikipedia:Steinkult|Steinkult]]e anschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Phönix|Phönix]]-ähnliche Wiedergeburt ist ein orientalisches Legendenmotiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Gral in der mittelalterlichen Dichtung ==&lt;br /&gt;
Das Motiv des Gral taucht in der europäischen Literatur erstmals zu Ende des 12. Jahrhunderts auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chrétien de Troyes ===&lt;br /&gt;
Die älteste bekannte Gralserzählung ist der unvollendete mystisch-religiöse [[Wikipedia:Li Contes del Graal|Perceval]]-Versroman (&#039;&#039;Le Conte du Graal&#039;&#039;) des französischen Dichters [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]] (vor [[Wikipedia:1150|1150]] - um [[Wikipedia:1190|1190]]), für den Grafenhof von Flandern zwischen 1179 und 1191 abgefasst. Auf welche Vorformen der Sage er sich stützen konnte, ist unbekannt, sicher ist nur, dass sich Chretien auf eine zuvor existierende Quelle, ein &#039;&#039;Buch&#039;&#039; in der Bibliothek des Grafen von Flandern, beruft. So kann man auch nur mutmaßen, ob schon vor Chrétien der Gral mit der Figur des Perceval und der Artussage verbunden war oder ob Chrétien diese Bausteine selbständig zusammenfügte. Chrétien und seine Zeitgenossen kannten die [[Artus]]legenden, die die so genannte „Matière de Bretagne“, den britannischen [[Sagenkreis]] bildeten. Die Legenden dieses Sagenkreises waren durchwoben von Begegnungen mit dem Übernatürlichen und mit magischen und mystischen Mächten. Es wird vermutet, dass Chrétien auch die irischen &#039;&#039;echtrai&#039;&#039; oder Aventüren, die ersten von Flüchtlingen auf das europäische Festland mitgebrachten keltischen Legenden, kennenlernte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Parziv cgm19 50v.jpg|miniatur|hochkant|Der Gral wird von Repanse de Schoye auf einem Tuch präsentiert, Bildausschnitt aus einer &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;-Handschrift des 13. Jhs.]]&lt;br /&gt;
Bei Chrétien ist der Gral eine mit kostbaren Edelsteinen verzierte Goldschale, in der dem Vater des leidenden Gralskönigs (er wird &#039;&#039;Roi Pêcheur&#039;&#039;, der &#039;&#039;[[Fischerkönig]]&#039;&#039;, genannt) in einer feierlichen Prozession eine geweihte Hostie zugetragen wird, die seine einzige Nahrung darstellt. Perceval ist die Aufgabe auferlegt, seinen Onkel, den [[Lahmer König|gelähmten Gralskönig]] zu erlösen. Er unterlässt es jedoch, die Frage zu stellen, und scheitert; der Roman bricht ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Robert de Boron ===&lt;br /&gt;
Die Herkunft und Bedeutung des Grals, die bei Chrétien in mysteriösem Dunkel verbleiben, hat erstmals [[Wikipedia:Robert de Boron|Robert de Boron]] am Ende des 12. Jahrhunderts mit [[Christentum|christlichen]] Aspekten ausgestattet: Der Gral sei der Kelch, der beim letzten [[Abendmahl]] verwendet wurde und in dem [[Josef von Arimathäa]] das Blut [[Christi]] vom Kreuze aufgefangen habe, wie es im [[Nikodemus-Evangelium]] berichtet wird. Später sei er dann vor den [[Wikipedia:Römisches Reich|Römern]] mit dem Gral nach [[Wikipedia:England|England]] geflüchtet. Die Lebensdaten von Robert de Boron sowie der Zeitpunkt des von ihm verfassten &#039;&#039;Roman de l&#039;estoire dou Graal&#039;&#039; sind heute nicht mehr eindeutig bestimmbar. Es wird vermutet, dass er ihn annähernd gleichzeitig mit Chrétien de Troyes schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr aufschlussreich ist das ebenfalls von Robert de Boron stammende Werk &#039;&#039;Joseph d&#039;Arimathie&#039;&#039;, das Textkritiker zeitlich vor dem &#039;&#039;Roman de l&#039;estoire dou Graal&#039;&#039; setzen und das damit das erste Werk ist, das den Gral als den Abendmahlskelch festlegt. Textkritische Untersuchungen an diesem Werk zeigen, dass es auf den [[Acta Pilati]], seit dem Mittelalter oft auch als Nikodemusevangelium bezeichnet, basiert. Wahrscheinlich war der Inhalt der in Byzanz verbreiteten Acta Pilati über zitierende Quellen wie &#039;&#039;Vindicta Salvatoris&#039;&#039; oder &#039;&#039;Cura sanitatis Tiberii&#039;&#039; in den Westen gekommen.&lt;br /&gt;
Ein Textvergleich zeigt, dass an den Stellen, wo in den Acta Pilati ein linnenes Grabtuch erwähnt ist, de Boron dieses durch den Abendmahlskelch ersetzt hat. Insbesondere die Stelle, wo [[Joseph von Arimathia]] durch Christus besucht wird und von ihm einen Gegenstand überreicht bekommt, ist in beiden Werken mit ähnlichen Worten wiedergegeben, mit dem Unterschied, dass der Gegenstand in den Acta Pilati das [[Wikipedia:Grabtuch|Grabtuch]] und im &#039;&#039;Joseph d&#039;Arimathie&#039;&#039; der Abendmahlskelch ist. In den Acta Pilati, 15:6, wird neben dem Grabtuch auch ein Schweißtuch erwähnt, während de Boron schreibt, Joseph von Arimathia hätte durch den Kelch überlebt und wäre dann durch [[Wikipedia:Vespasian|Vespasian]] befreit worden, welchen das [[Wikipedia:Schweißtuch der Veronika|Schweißtuch der Veronika]] geheilt hätte, d.h. das Schweißtuch ist von de Boron unverändert aus den Quellen übernommen worden, das Grabtuch dagegen in den Abendmahlskelch umgewandelt worden.&lt;br /&gt;
Die etwa 1225 geschriebene &#039;&#039;Vulgate Queste&#039;&#039;, die ihrerseits eine Variante der Werke Robert de Borons ist, lässt aus dem Gral einen unbekleideten Christus erscheinen, was kaum beim Gral als Kelch, sehr wohl aber beim Gral als Grabtuch vorstellbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wolfram von Eschenbach ===&lt;br /&gt;
In die deutschsprachige Literatur kommt das Thema etwa zwischen 1200 und 1210 durch [[Wolfram von Eschenbach|Wolframs von Eschenbach]] Übersetzungsbearbeitung von Chrétiens Roman &#039;&#039;[[Parzival]]&#039;&#039;. Wolfram erweitert die Erzählung allerdings durch unzählige zusätzliche Quellen. Nicht nur knüpft er aus eigener Initiative und mit großem Nachdruck seinen Helden an das anglonormannische Herrscherhaus [[Wikipedia:Anjou|Anjou]] ([[Wikipedia:Plantagenet|Plantagenet]]) und zieht eine zweite Linie vom Gral zur Fürstensippe [[Wikipedia:Gottfried von Bouillon|Gottfrieds]] und [[Wikipedia:Balduin I. (Jerusalem)|Balduins von Bouillon]], sondern nennt auch, um Verwirrung zu stiften oder um eines literarischen Spiels willen, einen Dichter namens „Kyot, den Provenzalen“ (wahrscheinlich [[Wikipedia:Guiot de Provins|Guiot de Provins]], ca. 1140/50-1210) als seine Hauptquelle. Sein „Ur-Parzival“ sei auch das mysteriöse Buch in der Bibliothek des Grafen von Flandern, auf das sich Chretien de Troyes berief, der aber vieles missverstanden habe. Kyot wiederum soll in [[Wikipedia:Toledo|Toledo]] ein „heidnisches“ Manuskript entdeckt und übersetzt haben, das von einem [[Juden|jüdischen]] [[Wikipedia:Astronomie|Astronomen]] namens [[Wikipedia:Flegetanis|Flegetanis]] geschrieben worden sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der Gral bei Chrétien ein Gefäß, so wird er bei Wolfram als Stein oder Steingefäß bezeichnet, das den Namen &#039;&#039;lapis exillis&#039;&#039; trägt, den Gralsrittern Speise und Trank spendet, Verbrennen und Wiedergeburt des [[Phönix|Phönix]] bewirkt, allein durch seinen Anblick eine Woche vor Tod und vor Alter schützt und Ungetauften unsichtbar ist. Seine Kräfte verdankt er einer an jedem Karfreitag von einer Taube vom Himmel gebrachten Hostie, eine eindeutig eucharistische Symbolik. Auf dem Stein erscheinen die Namen der zum Gral Berufenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Helinandus ===&lt;br /&gt;
[[W:Helinandus Frigidimontis|Helinandus Frigidimontis]] (um [[W:1160|1160]] - [[W:1229|1229]]) berichtet in seiner Chronik von vor [[1204]], dass ein in Britannien lebender Einsiedler eine Vision von dem Hüter eines Kelches, [[Joseph von Arimathia]], hatte. Mit diesem Kelch soll Joseph von Arimathia das [[Blut]] [[Christi]] am Kreuz aufgefangen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gralsburg – Identifizierungsversuche ==&lt;br /&gt;
Es gibt keinen sicheren Hinweis darauf, dass der Mythos einer Gralsburg von einer bestimmten historischen Festung ausgegangen ist. In den Legenden wird sie als versteckt und nahe einem Fluss oder See gelegen geschildert. Nach dem Eintritt der Verwüstung des Landes kann sie nur von einem Menschen reinen Herzens gesehen werden. Das Innere der Burg ist in einigen späten Versionen reich mit Juwelen und Edelsteinen geschmückt. Es existieren zahlreiche alte, als heilig geltende Orte und Gebäude, auf die die Beschreibungen zum Teil zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Gralsburg wurde und wird immer wieder von neuem als real existierende historische Stätte gesucht. Vorwiegend werden Kirchen, Türme, Burgen und Festungsruinen in [[England]] und [[W:Wales|Wales]] mit der Gralsburg in Verbindung gebracht, aber auch an einige Orte in den spanischen und französischen Pyrenäen knüpfen sich Gralssagen. Die spätere (vor allem englische) Verschmelzung von Artus- und Gralssage führt dazu, dass der Gral auch an Orten gesucht wird, zu denen Artus eine besondere Beziehung hat (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Glastonbury]], [[W:Winchester Castle|Winchester Castle]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Orte werden oft genannt:&lt;br /&gt;
* Die gesamte Umgebung von [[Glastonbury]] im Südwesten Englands, wo in der [[Glastonbury Abbey|Abtei]] noch heute zur Weihnachtszeit ein wundersamer Dornenstrauch blühen soll und wo angeblich [[W:1190|1190]] die sterblichen Überreste von [[Artus]] und [[W:Guinevere|Guinevere]] entdeckt wurden. An der Stelle der im selben Ort befindlichen &#039;&#039;St. Mary&#039;s Chapel&#039;&#039; soll der Überlieferung nach von Joseph von Arimathia die erste Kirche Europas erbaut worden sein. Der [[Glastonbury Tor]] gilt heute noch als der heiligste Ort Britanniens bzw. als die Verkörperung [[Avalon (Mythologie)|Avalons]]. An seinem Fuß befindet sich der [[Chalice Well]] (Kelchbrunnen), der bekannteste aller Brunnen, die je mit dem Gral in Verbindung gebracht wurden. Dass der Brunnen seit Menschengedenken noch nie versiegt ist, soll damit zusammenhängen, dass einst der Heilige Gral in ihm versteckt wurde.&lt;br /&gt;
* Winchester Castle in Südengland, in dem heute ein runder Tisch aus dem 13. Jahrhundert gezeigt wird, der mindestens seit dem 16. Jahrhundert als derjenige der [[Tafelrunde]] König Artus&#039; galt.&lt;br /&gt;
* St. Michael&#039;s Mount in [[W:Cornwall|Cornwall]], Südengland.&lt;br /&gt;
* [[W:Burg Montségur|Montségur]] in den [[Frankreich|französischen]] [[W:Pyrenäen|Pyrenäen]], die letzte Rückzugsfestung der [[Katharer]]-Ritter, die [[1244]] im [[W:Albigenserkreuzzug|Albigenserkreuzzug]] eingenommen wurde. Es gibt ein Gerücht, dass einige der belagerten Zitadelle entfliehen und dabei „den Schatz der Katharer“ retten konnten. Tatsächlich basiert diese u.a. von [[Otto Rahn]] vertretene Hypothese aber nur auf einem schwachen etymologischen Argument, denn der unübersehbare Montségur hat nichts gemein mit der versteckten Gralsburg und galt auch den Katharern erst als Zuflucht, als Wolfram den „Parzival“ bereits geschrieben hatte.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Munsalvaesche&#039;&#039; (okzitan. &#039;&#039;Montsalvasch&#039;&#039;, „Heilsberg“, oder &#039;&#039;Montsauvage&#039;&#039;, „Wilder Berg“) nennt Wolfram die Gralsburg. Es ist ungeklärt, ob dies mit einem Ort in den [[Spanien|spanischen]] Pyrenäen zu identifizieren ist. Einer anderen Spekulation zufolge könnte das Vorbild für die Gralsburg die [[W:Burg Wildenberg (Kirchzell)|Burg Wildenberg]] im [[W:Odenwald|Odenwald]] sein, an deren Kamin [[Wolfram von Eschenbach]] gerne zu Gast war und dort angeblich sogar Teile seines [[Parzival]] vorgetragen, wenn nicht gar geschrieben hat, denn er spielt an einer Stelle seiner Dichtung auf den riesigen Kamin an, der noch heute zu besichtigen ist.&lt;br /&gt;
[[Datei:Felsenkloster San Juan de la Pena.jpg|thumb|San Juan de la Peña, wo laut Legende der Heilige Gral aufbewahrt wurde]]&lt;br /&gt;
* [[San Juan de la Peña]], ein Bergkloster in den spanischen Pyrenäen, das versteckt unter riesigen überhängenden Felsen am Boden eines tief eingeschnittenen Flusstales liegt und nur von Ortskundigen zu finden war. Laut den Überlieferungen und zeitgenössischen Klosterurkunden, deren älteste aus dem Jahre 1134 stammt, verehrten dort im Mittelalter Pilger die Reliquie des &#039;&#039;Santo Cáliz&#039;&#039; (heute in Valencia) als den Heiligen Gral. Wie Hans-Wilhelm Schäfer in &#039;&#039;Kelch und Stein&#039;&#039; und Michael Hesemann in &#039;&#039;Die Entdeckung des Heiligen Grals&#039;&#039; aufzeigen, gibt es tatsächlich auffällige Parallelen zwischen den Beschreibungen der Gralsburg und San Juan de la Peña, das zu Füßen des &#039;&#039;Mons Salvatoris&#039;&#039; liegt, der in der okzitanischen Landessprache Aragons auch &#039;&#039;Mont Salvatge&#039;&#039; hieß. Auch den Gralskönig &#039;&#039;Amfortas&#039;&#039; gibt es hier in Gestalt des aragonischen Königs Alfonso I. „el Batallador“, in der Landessprache &#039;&#039;Anforts&#039;&#039; genannt, der 1134 zum Sterben in das Kloster gebracht wurde. Sein treuester Gefährte war der französische Ritter &#039;&#039;Rotrou Perche de Val&#039;&#039;, den [[W:Michael Hesemann|Michael Hesemann]] als den historischen &#039;&#039;Perceval&#039;&#039; identifizierte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Gral.jpg|mini|Der Santo Caliz im Dom von Valencia (linkes Seitenschiff)]]&lt;br /&gt;
* In der Kathedrale von [[W:Valencia|Valencia]] wird in einer Seitenkapelle ein Kelch aus [[Achat]] (&#039;&#039;Santo Cáliz&#039;&#039;) als Reliquie aufbewahrt, der von den Gläubigen als der Heilige Gral verehrt wird. Er trägt tatsächlich eine arabische Inschrift, die unterschiedlich interpretiert wird. Der spanische Archäologe Antonio Beltrán las &#039;&#039;li-z-zāḥira&#039;&#039;, Schäfer dagegen &#039;&#039;al-labṣit aṣ-ṣilliṣ&#039;&#039;, was mit der wolframschen Angabe „lapsit exillis“ übereinstimme. Letzteres ist allerdings vom arabischen Vokabular her sinnlos, „lapsit exillis“ ist vermutlich ein von dem des Lateinischen nicht mächtigen Wolfram korrumpiertes &#039;&#039;lapis ex coelis&#039;&#039; - „Stein aus dem Himmel“.&amp;lt;br /&amp;gt;Experten datieren den mörserförmigen Steinbecher in das 1. Jahrhundert vor Christus. Auch Hesemann trägt die Hypothese vor, der in Valencia aufbewahrte Kelch sei der Abendmahlskelch Jesu, der in frühchristlicher Zeit von den Päpsten in Rom aufbewahrt wurde und von dort nach Spanien gelangte. Bei einem Besuch [[Benedikt XVI.|Benedikts XVI.]] in Valencia im Juli 2006 wurde der „Santo Cáliz“ dem Papst präsentiert, der am nächsten Tag mit ihm vor einer Million Menschen eine hl. Messe feierte.&lt;br /&gt;
* Die spätantike [[W:Achatschale|Achatschale]], eines der beiden „unveräußerlichen Erbstücke des Hauses [[W:Habsburg|Habsburg]]“, befindet sich in der [[W:Schatzkammer (Hofburg)|Schatzkammer]] des [[W:Kunsthistorisches Museum|Kunsthistorischen Museums]] in der [[Wien]]er [[W:Hofburg|Hofburg]]. Sie wurde lange Zeit für den Heiligen Gral gehalten, da sie eine feine Äderung besitzt, die als geheimnisvolle Schrift interpretiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Gral in der Kunst ==&lt;br /&gt;
=== Musik ===&lt;br /&gt;
Grals- und Parzivalmotive tauchen seitdem in der europäischen Literatur und Kunst in vielerlei Variationen auf. Eine der bekanntesten künstlerischen Darstellungen mit bedeutender Nachwirkung ist das 1882 als &#039;&#039;Bühnenweihfestspiel&#039;&#039; in [[W:Bayreuther Festspiele|Bayreuth]] uraufgeführte Werk [[Parsifal]] von [[Richard Wagner]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen, Verweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliographie (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Quellentexte ===&lt;br /&gt;
* Philippe Walter &amp;amp; Daniel Poirion (Hrsg.): &#039;&#039;Le Livre du Graal. tome I, Joseph d&#039;Arimathie – Merlin – Les Premiers Faits du roi Arthur&#039;&#039;, 2001, [[Wikipedia:Bibliothèque de la Pléiade|Bibliothèque de la Pléiade]] ISBN 2-07-011342-6&amp;lt;br /&amp;gt;(Erster von voraussichtlich drei Bänden. Außergewöhnlich gut ausgestattete Neuausgabe; ausführlich kommentiert, zweisprachig Original und Neufranzösisch)&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]]: &#039;&#039;Le Roman de Perceval ou Le Conte du Graal. Der Percevalroman oder Die Erzählung vom Gral&#039;&#039;, übersetzt und herausgegeben von Felicitas Olef-Krafft, Stuttgart (Reclam) 1991, ISBN 3-15-008649-3&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]]: &#039;&#039;Perceval: Altfranzösisch / Deutsch&#039;&#039;, Reclam Verlag, 1990, ISBN 978-3150086490&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Perceval, oder die Geschichte vom Gral&#039;&#039;, 7. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1991, ISBN 978-3723508572&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Gauwain sucht den Gral&#039;&#039; (Erste Fortsetzung des &amp;quot;Perceval&amp;quot; von Chrestien de Troyes), 4. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1986, ISBN 978-3723508541&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Irrfahrt und Prüfung des Ritters Perceval&#039;&#039; (Zweite Fortsetzung von Chrestien de Troyes&#039; &amp;quot;Perceval&amp;quot;), Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1960&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Perceval der Gralskönig&#039;&#039; (Ende der zweiten und dritte (Manessier-) Fortsetzung von Chrestien de Troyes&#039; Perceval), 3. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1983, ISBN 978-3723508565&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Thomas Malory|Thomas Malory]]: &#039;&#039;Die Geschichte von König Artus und den Rittern seiner Tafelrunde&#039;&#039;, Übersetzung von H. Findeisen nach K. Lachmann, Frankfurt / Main 1977&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Wolfram von Eschenbach|Wolfram von Eschenbach]], „Parzival“, Reclam ISBN 3-15-007451-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fachwissenschaftliche Literatur ===&lt;br /&gt;
* Richard Barber: &#039;&#039;Der heilige Gral. Geschichte und Mythos&#039;&#039;, Düsseldorf und Zürich 2004 ISBN 3-538-07203-5&lt;br /&gt;
* Adolf Birch-Hirschfeld: &#039;&#039;Die Sage vom Gral – Ihre Entwicklung und dichterische Ausbildung in Frankreich und Deutschland im 12. und 13. Jahrhundert, eine literarhistorische Untersuchung&#039;&#039;, Wiesbaden 1969&lt;br /&gt;
* [[W:Konrad Burdach|Konrad Burdach]]: &#039;&#039;Der Gral. Forschungen über seinen Ursprung und seinen Zusammenhang mit der Longinuslegende&#039;&#039;, Darmstadt 1974, ISBN 3-534-06808-4 (zuerst Stuttgart 1938)&lt;br /&gt;
* Roger S. Loomis: &#039;&#039;The Grail. From Celtic Myth to Christian Symbol&#039;&#039;, 1963&lt;br /&gt;
* Volker Mertens: &#039;&#039;Der Gral. Mythos und Legende&#039;&#039;, Stuttgart 2003, Reclam, ISBN 3-15-018261-1&lt;br /&gt;
* Schäfer, Hans-Wilhelm: &#039;&#039;Kelch und Stein. Untersuchungen zum Werk Wolframs von Eschenbach.&#039;&#039; Frankfurt/Main 1983.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Orient im Lichte des Okzidents&#039;&#039;, [[GA 113]] (1982), ISBN 3-7274-1130-9 {{Vorträge|113}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule von 1904 bis 1914&#039;&#039;, [[GA 265]] (1987), ISBN 3-7274-2650-0 {{Vorträge|265}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Welträtsel und die Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 54]] (Zweiundzwanzig Öffentliche Vorträge, gehalten zwischen dem 5. Oktober 1905und dem 3. Mai 1906 im Architektenhaus zu Berlin)  Parzival und Lohengrin, S. 430&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, Griechische und germanische Mythologie Richard Wagner im Lichte der Geisteswissenschaft&#039;&#039; (Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907, Hörernotizen) [[GA 92]] &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Tempellegende und die Goldene Legende als symbolischer Ausdruck vergangener und zukünftiger Entwickelungsgeheimnisse des Menschen&#039;&#039; - Aus den Inhalten der Esoterischen Schule (Zwanzig Vorträge, gehalten in Berlin zwischen dem 23. Mai 1904 und dem 2. Januar 1906) [[GA 93]] &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das christliche Mysterium - Die Wahrheitssprache der Evangelien, Luzifer und Christus - Alte Esoterik und Rosenkreuzertum, Erkenntnisse und Lebensfrüchte der Geisteswissenschaft.&#039;&#039; (Notizen von einunddreißig Vorträgen mit sechs Fragenbeantwortungen, gehalten zwischen dem 9. Februar 1906 und 17. März 1907 in verschiedenen Städten) [[GA 97]]  Das Gralsgeheimnis im Werk Richard Wagners Landin (Mark), 29. Juli 1906, S. 258  Die Musik des «Parzival» als Ausdruck des Übersinnlichen, Kassel, 16. Januar 1907, S. 269 (Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 [Hörernotizen]) &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mysterien des Morgenlandes und des Christentums&#039;&#039; (Vier Vorträge, gehalten in Berlinvom 3. bis 6. Februar 1913) [[GA 144]]  Gral als westliche Mysterienströmung; Verbindung zu Rosenkreuzertum, Berlin, 1913, 4. Vortrag, S. 61&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen (physischen Leib, Ätherleib, Astralleib) und sein Selbst?&#039;&#039; (Ein Zyklus von zehn Vorträgengehalten in Den Haag vom 20. bis 29. März 1913)  [[GA 145]]  Die Paradieses- und die Gralslegende, S. 99&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung - Das Fünfte Evangelium&#039;&#039; (Achtzehn Vorträge, gehalten 1913 und 1914 in verschiedenen Städten) [[GA 148]]   Christus-Ereignis/Parzival-Ereignis ab S. 161&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Christus und die geistige Welt - Von der Suche nach dem heiligen Gral&#039;&#039; (Ein Zyklus von sechs Vorträgen, gehalten in Leipzig vom 28. Dezember 1913 bis 2. Januar 1914) [[GA 149]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Holy Grail|Heiliger Gral}}&lt;br /&gt;
* [http://www.faz.net/s/Rub7F4BEE0E0C39429A8565089709B70C44/Doc~E0933F77EBF3241CB827812D1342565FD~ATpl~Ecommon~Scontent.html Tilman Spreckelsen: Hoffentlich wird er nie gefunden. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31. Mai 2009]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysterium von Golgatha]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christliche Insigne|401]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abendmahl Jesu]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karfreitag]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreuzigung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger Gral|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gralskelch|!]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Heiliger_Gral&amp;diff=625703</id>
		<title>Heiliger Gral</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Heiliger_Gral&amp;diff=625703"/>
		<updated>2026-04-21T18:55:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Fachwissenschaftliche Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Tafelrunde.jpg|miniatur|Der Gral in der Mitte von Artus’ [[Tafelrunde]], französische [[Wikipedia:Manuskript|Handschrift]] des 14. Jhs.]]&lt;br /&gt;
Die Legende vom &#039;&#039;&#039;Heiligen Gral&#039;&#039;&#039; erscheint im späten [[Wikipedia:12. Jahrhundert|12. Jahrhundert]] in vielgestaltiger Form in der mittelalterlichen Erzählliteratur im Umkreis der [[Artus]]sage. Ihren geistigen Hintergund bildet die von [[Rudolf Steiner]] geschilderte [[Grals-Imagination]], die sich durch den geistigen Rückblick auf den [[Ätherleib]] des [[Mensch]]en enthüllt. In einem überlieferten Gespräch mit [[Johanna Gräfin Keyserlingk]] zeigt Steiner auch die Verbindung der [[Gralsburg]] zum dem in der [[Apokalypse des Johannes]] als Zukunftsvision geschilderten [[Neues Jerusalem|Neuen Jerusalem]] auf: Die Gralsburg existiere wirklich in der ätherischen Welt. Das neue Jerusalem sei das Urbild, wie es in Zukunft&lt;br /&gt;
sein werde.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Koberwitz 1924&#039;&#039;, herausgegeben v. Adalbert Graf Keyserlingk Stuttgart 1974, S 82&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herkunft des Wortes &#039;&#039;Gral&#039;&#039; ist nicht restlos geklärt: Am wahrscheinlichsten ist die Herleitung aus [[Wikipedia:Okzitanische Sprache|okzitanisch]] &#039;&#039;grazal&#039;&#039;, altfranzösisch &#039;&#039;graal&#039;&#039; „Gefäß, Schüssel“, das vermutlich [[Wikipedia:Etymologie|etymologisch]] auf griechisch &#039;&#039;[[Wikipedia:Krater (Gefäß)|krater]]&#039;&#039; „Mischgefäß“ (über [[latein]]isch &#039;&#039;cratalis/gradalis&#039;&#039;) zurückgeht. Im Altspanischen ist &#039;&#039;grial&#039;&#039; ebenso wie im Altportugiesischen &#039;&#039;gral&#039;&#039; ein gängiger Begriff für einen &#039;&#039;[[Wikipedia:Mörser (Werkzeug)|Mörser]]&#039;&#039; oder ein &#039;&#039;mörserförmiges Trinkgefäß&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Heilige Gral und der Edelstein aus der Krone Luzifers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Edelstein, der aus der Krone [[Luzifer]]s entfiel, und in gewisser Beziehung nichts anderes ist als die volle Kraft des menschlichen [[Ich]]s, wurde der Heilige Gral. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eine wunderbare,&lt;br /&gt;
herrliche Sage der Menschheit spricht davon, daß dem Luzifer,&lt;br /&gt;
als er vom Himmel auf die Erde herunterstürzte, ein Edelstein aus&lt;br /&gt;
seiner Krone fiel. Aus diesem Edelstein - so sagt uns die Sage - wurde&lt;br /&gt;
jenes Gefäß, in welchem der Christus Jesus mit seinen Jüngern das&lt;br /&gt;
Abendmahl genommen hat; jenes Gefäß, in dem aufgefangen worden&lt;br /&gt;
ist das Blut Christi, das vom Kreuze floß; jenes Gefäß, das von Engeln&lt;br /&gt;
in die westliche Welt gebracht worden ist und in der westlichen Welt&lt;br /&gt;
von denen aufgenommen wird, welche zum wahren Verständnis des&lt;br /&gt;
Christus-Prinzips vordringen wollen. Es wurde aus dem Stein, der&lt;br /&gt;
entfiel der Krone Luzifers, der heilige Gral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist der heilige Gral? Sie alle wissen, daß der Mensch, so wie er&lt;br /&gt;
heute ist, viergliedrig ist, den physischen, ätherischen, astralischen Leib&lt;br /&gt;
und das Ich hat, daß dieses Ich im Verlaufe des menschlichen Fortschrittes&lt;br /&gt;
entgegenschreiten muß einer immer mehr und mehr es erfüllenden&lt;br /&gt;
Vollkommenheit, daß es immer höher und höher steigen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer, dem im Orient herrschenden, gefallenen, ihm entfiel der Edelstein&lt;br /&gt;
aus der Krone; jener Edelstein ist in gewisser Beziehung nichts&lt;br /&gt;
anderes als &#039;&#039;die volle Kraft&#039;&#039; des menschlichen Ichs. Dieses menschliche&lt;br /&gt;
Ich muß erst in der Finsternis vorbereitet werden, um in einer neuen&lt;br /&gt;
würdigen Art den Stern Luzifers innerhalb des Christus-Lichtes erglänzen&lt;br /&gt;
zu sehen. Dieses Ich mußte sich hinauferziehen an dem Christus-&lt;br /&gt;
Prinzipe, heranreifen zu dem Edelstein, der nun nicht mehr dem Luzif er&lt;br /&gt;
gehört, der seiner Krone entfallen ist; das heißt, es mußte heranreifen&lt;br /&gt;
durch Weisheit, um wieder die Fähigkeit zu haben, das Licht, das uns&lt;br /&gt;
nicht von außen zufließt, das uns dann scheint, wenn wir selbst das&lt;br /&gt;
Nötige dazu tun können, zu ertragen. So ist geisteswissenschaftliche Arbeit&lt;br /&gt;
die Arbeit am menschlichen Ich, um es zum Gefäß zu machen, das&lt;br /&gt;
wiederum fähig ist, das Licht zu empfangen, das da ist, wo heute für&lt;br /&gt;
die äußeren Augen, für den äußeren menschlichen Verstand Finsternis&lt;br /&gt;
und Nacht ist. Eine alte Sage sagt, daß die Nacht die ursprüngliche&lt;br /&gt;
Herrscherin war. Diese Nacht ist aber wieder da; sie ist in allem, was&lt;br /&gt;
heute von Finsternis erfüllt ist. Erfüllen wir uns aber selbst mit jenem&lt;br /&gt;
Lichte, das uns aufgehen kann, wenn wir begreifen den Stern, den der&lt;br /&gt;
Lichtträger, der andere Geist, Luzif er verloren hat; dann wird uns jene&lt;br /&gt;
Nacht zum Tage. Die Augen hören auf zu schauen, wenn das äußere&lt;br /&gt;
Licht die Gegenstände nicht beleuchtet; der Verstand versagt, wenn es&lt;br /&gt;
sich darum handelt, hinter die äußere Natur der Dinge zu dringen; der&lt;br /&gt;
Stern, der uns wird, wenn die zugleich klare und gutgesinnte Forschung&lt;br /&gt;
spricht, der erleuchtet uns das, was nur scheinbar Nacht ist, macht es&lt;br /&gt;
uns zum Tage. Das aber ist es auch, was uns alle ertötenden und lähmenden&lt;br /&gt;
Zweifel nimmt.|113|21f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonne, Erde, Gral und Herz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Mit dem Ereignis auf Golgatha, als das Blut floß aus den Wunden&lt;br /&gt;
des großen Erlösers, als das kosmische Herzensblut die Erde durchdrang&lt;br /&gt;
und seine Kräfte sich bis in den Mittelpunkt ergossen, da wurde&lt;br /&gt;
die Erde leuchtend, von innen heraus strahlte Licht aus in ihre Umgebung.&lt;br /&gt;
Da wurde auch die Möglichkeit gegeben für jede menschliche&lt;br /&gt;
Individualität, in sich selber dieses Licht zu erleben. Als die&lt;br /&gt;
Erde der Leib des großen Sonnengeistes wurde, indem er sie mit seinen&lt;br /&gt;
Geisteskräften durchdrang, da wurden alle Wesen auf Erden&lt;br /&gt;
ebenso mit diesen Kräften begabt. Es war der Keim gelegt zur Wiedervereinigung&lt;br /&gt;
von Sonne und Erde. Der physische Leib des Jesus&lt;br /&gt;
von Nazareth war der Vermittler, durch welchen die Kräfte aus dem&lt;br /&gt;
Kosmos sich mit der Erdenaura verbanden. Und als das Blut aus diesem&lt;br /&gt;
Leibe floß auf Golgatha, da wurde die Erde wieder in die Sonnenkraft&lt;br /&gt;
aufgenommen. Seitdem strahlt diese Christus-Kraft von&lt;br /&gt;
ihrem Mittelpunkte in die Umgebung hinaus, und aus der Sonne&lt;br /&gt;
strahlt die Christus-Kraft in die Erde hinein. Der Mensch kann diese&lt;br /&gt;
Kraft, dieses Licht erleben in sich selber als Erdenmensch, wenn er&lt;br /&gt;
sich erkennt als einen Teil der Erde, die als physischer Leib des&lt;br /&gt;
Christus durchdrungen ist von seiner Wesenheit. Dann leuchtet in&lt;br /&gt;
ihm das weiße Licht aus seinem Innern entgegen, wie es aus dem&lt;br /&gt;
Mittelpunkt der Erde herausstrahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann der Mensch die Christus-Kraft und das Christus-Licht&lt;br /&gt;
auch so erleben, wie es von außen herantretend ihn bestrahlt und&lt;br /&gt;
durchdringt mit höherem Leben. Dann umgibt und durchdringt es&lt;br /&gt;
ihn, wie es, aus der Sonne hineinstrahlend, die Erde durchlebt. Dann&lt;br /&gt;
fühlt sich der Mensch im Geiste vereint mit dieser Sonnenkraft, er&lt;br /&gt;
empfindet sich wie von seinem Herzen heraus zusammenwachsend&lt;br /&gt;
mit dem großen kosmischen Herzen. Als ein höheres Wesen, lebend&lt;br /&gt;
in dieser geistigen Sonne, erkennt er sein wahres Selbst, so verbunden&lt;br /&gt;
mit ihr, wie er als Erdenmensch mit der Erde selber verbunden&lt;br /&gt;
ist. Und wie die Sonnenkräfte die Erde durchleuchten und beleben,&lt;br /&gt;
so durchleuchtet und durchlebt dieses höhere Wesen den Erdenmenschen&lt;br /&gt;
mit seinen Kräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Tempel des menschlichen Leibes befindet sich ein Heiligstes&lt;br /&gt;
vom Heiligen. Viele Menschen leben in dem Tempel, ohne etwas&lt;br /&gt;
davon zu wissen. Aber die, welche es ahnen, erhalten dadurch&lt;br /&gt;
die Kraft, sich so zu läutern, daß sie in dieses Heiligste hineingehen&lt;br /&gt;
dürfen. Da befindet sich das heilige Gefäß, welches durch Zeitepochen&lt;br /&gt;
hindurch vorbereitet wurde, auf daß, wenn die Zeit käme, es&lt;br /&gt;
fähig sein könne, das Christus-Blut, das Christus-Leben in sich zu&lt;br /&gt;
enthalten. Wenn der Mensch hineingegangen ist, so hat er auch den&lt;br /&gt;
Weg gefunden zu dem Allerheiligsten in dem großen Erdentempel.&lt;br /&gt;
Auch da leben viele auf der Erde, ohne davon zu wissen; aber wenn&lt;br /&gt;
der Mensch in seinem innersten Heiligtum sich gefunden hat, so&lt;br /&gt;
wird er auch da hineintreten dürfen und finden den Heiligen Gral.&lt;br /&gt;
Wie aus wunderbar glitzernden Kristallen geschliffen, welche Symbole&lt;br /&gt;
und Buchstaben formen, wird sich ihm das Gefäß zunächst zeigen,&lt;br /&gt;
bis er allmählich den heiligen Inhalt empfindet, so daß er für&lt;br /&gt;
ihn leuchtet im goldenen Glanze. In die Mysterienstätte seines eigenen&lt;br /&gt;
Herzens steigt ein Mensch hinein, dann geht ein göttliches&lt;br /&gt;
Wesen aus dieser Stätte hervor und verbindet sich mit dem Gott&lt;br /&gt;
draußen, mit dem Christus-Wesen. Es lebt in dem geistigen Lichte,&lt;br /&gt;
welches hineinstrahlt in das Gefäß und dieses dadurch heiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil der Mensch so lebt als zweifaches Wesen, kann er die geistige&lt;br /&gt;
Sonnenkraft in die Erde hineingießen und ein Bindeglied sein zwischen&lt;br /&gt;
Sonne und Erde. Wie aus dem Lebenszentrum, dem Herzen&lt;br /&gt;
heraus, das belebende Blut fließt und sich ergießt durch den ganzen&lt;br /&gt;
physischen Organismus bis in das Knochensystem hinein, welches&lt;br /&gt;
man - als äußere Verfestigung und Erstarrung im Organismus - als&lt;br /&gt;
Gegensatz auffassen kann des lebendigen, immer regsamen Herzens,&lt;br /&gt;
so muß eine jede menschliche Individualität werden ein Kanal für&lt;br /&gt;
das aus dem kosmischen Lebenszentrum fließende Blut, das die verfestigte&lt;br /&gt;
Erde mit Leben durchdringt. Wie ein kosmisches Knochensystem&lt;br /&gt;
kann die Erde gedacht werden. Sie würde ganz und gar verknöchert&lt;br /&gt;
und vertrocknet sein, wenn nicht das kosmische Herz&lt;br /&gt;
durch einen menschlichen Leib sein Lebensblut ausgeströmt und sie&lt;br /&gt;
dadurch auf das neue belebt hätte.|265|417f|418}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Legende der Gralssuche ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram von Eschenbach3.jpg|miniatur|hochkant|Der Burggraf von Patelamunt reitet Gahmuret, den er am Wappen erkannt hat, entgegen (UB Heidelberg, [[Wikipedia:Codex Palatinus Germanicus|Cod. Pal. germ.]] 339, Blatt 34r)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wolfram von Eschenbach2.jpg|miniatur|hochkant|Gahmuret verlässt seine Heimat mit einem Begleiter (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, Blatt 5v)]]&lt;br /&gt;
Es gibt keine einheitliche oder originale Fassung der Gralslegende, aber die Überlieferungen haben viele gemeinsame Elemente:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen Überlieferungen ist gemeinsam, dass sie den Gral als ein wundertätiges [[Wikipedia:Gefäß (Behälter)|Gefäß]] in Form einer [[Wikipedia:Schale (Gefäß)|Schale]], eines [[Wikipedia:Kelch (Gefäß)|Kelchs]] oder eines Steines (&#039;&#039;lapis&#039;&#039;) beschreiben. Zusammen mit einer rätselhaften blutenden [[Wikipedia:Lanze|Lanze]] wird er in einer unzugänglichen Burg von Gralskönig und Gralsrittern bewacht. Er soll Glückseligkeit, ewige Jugend und Speisen in unendlicher Fülle bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses wunderkräftige und heilige Gefäß, das ewige Lebenskraft spendet, ist jedoch umgeben von einer Gemeinschaft, die unter einem Mangel leidet. Dieser Mangel drückt sich in verschiedenen Bildern aus: dem Siechtum des Königs, der Unfruchtbarkeit des Reiches (Motiv der &#039;&#039;terre gaste&#039;&#039;, des „Öden Lands“), der Sterilität der Gralsgemeinschaft. Daher wartet die Gralsgemeinschaft auf einen Helden, der den Gralskönig erlösen und ablösen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Held, [[Parzival]] (auch: Perceval Peredur, Perlesvaus), [[Gawain]], [[W:Galahad|Galahad]] oder [[W:Bors (Artussage)|Bors]], der in sich größten Heldenmut und eine [[Wikipedia:unschuld|unschuld]]ige Reinheit vereint, wächst abseits der Welt auf. Ihm fehlt der Sinn für die Wirklichkeit, ein Fehler, den er jedoch durch seine Unschuld oder Naivität wieder ausgleicht, weshalb er auch „tumber Tor“ oder „großer Narr“ genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Held verlässt sein behütetes Zuhause und wünscht sich, der bedeutendste [[Wikipedia:Ritter|Ritter]] seiner Zeit zu werden. Am Hof von König [[Artus]] wird schließlich seine Bestimmung erkannt, und obwohl er sich häufig als dummer Narr erweist, wird er zum Ritter geschlagen und in die Gemeinschaft der [[Tafelrunde]] aufgenommen. Der Held erwirbt sich Ansehen, erst durch seinen tollkühnen Umgang mit Waffen und dann durch seine naive Art, als er sich einfach auf den „Platz der Gefahr“ setzt, der als [[Wikipedia:tabu|tabu]] gilt und stets für den [[Wikipedia:Auserwählter|Auserwählten]] freigehalten wurde. Damit wird deutlich, dass es sich bei dem Narren nur um den erwarteten Auserwählten handeln kann. In der Artus-Sage ist dieser &#039;&#039;Platz der Gefahr&#039;&#039; ein Ort im Wald, an dem ein Amboss steht, in dem ein Schwert steckt, das nur vom legitimen Thronerben des Königs herausgezogen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handlungsstränge einzelner Gralslegenden gehen nun etwas auseinander: Entweder reitet der Held alleine los, um sich auf die Suche zu begeben, oder der Heilige Gral erscheint als strahlende [[Erscheinung|Vision]] am Tisch der [[Tafelrunde]], so dass sich alle Ritter bereit erklären, gemeinsam auf die Suche nach dessen Geheimnis zu gehen. Im Folgenden werden in diversen Variationen die Abenteuer der Ritter geschildert, die verschiedene Aufgaben lösen müssen. Der Held muss sich immer wieder neuen [[Wikipedia:Rätsel|Rätsel]]n stellen, beispielsweise die richtige Frage stellen, sich selbst treu bleiben, eine Burg erobern oder Unrecht rächen. Da in einigen Gralslegenden der Zauberer [[Merlin|Merlin]] als eigentlicher Initiator der Suche nach dem Gral angesehen wird, erscheint er jeweils um helfend einzugreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritter, die mit einem Makel behaftet sind, scheitern bei der Gralssuche. Der Held verändert sich während der Gralssuche, er erwirbt sich zu seinem Mut und seiner Unschuld auch Erfahrung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt gelingt es den Rittern gemeinsam oder dem Helden allein, das Geheimnis des Heiligen Grals zu enthüllen. Durch die Taten des Helden wird der Hüter des Grals, der verletzt oder krank ist, geheilt, und das zerstörte Land erblüht wieder zu einem Paradies. Der Held wird der Nachfolger des Gralshüters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprünge und Elemente der Legende ==&lt;br /&gt;
Im Gralsmythos laufen verschiedene Traditionen zusammen. Es handelt sich um eine Mischung aus [[Wikipedia:Kelten|keltischen]], [[Christentum|christlichen]] und [[Orient|orientalischen]] Sagen und Mythen. Im hochmittelalterlichen Gralsmythos vermischen sich Anliegen des Laienchristentums und des Feudaladels sowie Versatzstücke der christlichen [[Wikipedia:Liturgie|Liturgie]] ([[Wikipedia:Abendmahlskelch|Abendmahlskelch]]) und des Reliquienkultes ([[Heilige Lanze]]) mit den archetypischen Bildern und generationenlangen mündlichen Überlieferungen keltischer und orientalischer Herkunft (z.B. der Kessel der [[Ceridwen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordfrankreich war über mehrere Jahrhunderte hin ein Schmelztiegel gallisch-keltischer, romanischer, fränkischer und normannischer Bevölkerungsgruppen und ihrer Traditionen. In diesem Umfeld entstand die [[Artus]]-Sage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pilger- und Kriegszüge ins [[Wikipedia:Heiliges Land|Heilige Land]], die dort gesuchten Reliquien und Orte der Passionsgeschichte, die ständige Gefährdung der christlichen Herrschaft in [[Wikipedia:Königreich Jerusalem|Jerusalem]], die Gründung von Ritterorden wie den [[Wikipedia:Templerorden|Templern]] zum Schutz dieser Herrschaft trugen Stoff zu der Legende bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christliche Elemente ===&lt;br /&gt;
Außerhalb der Gralsromane gibt es eine kirchliche Überlieferung, die [[Josef von Arimathäa]] mit dem Kelch in Verbindung bringt. Diese geht auf den Bischof [[W:Amalarius|Amalarius von Metz]] zurück († um 850), der anfing, die Abendmahlsfeier [[Allegorie|allegorisch]] zu interpretieren. Der Altar wird hier das Grab Christi, das Altartuch das Leichentuch etc. Fassbar wird diese Überlieferung in Theologen des 12. und 13. Jahrhunderts wie [[Wikipedia:Rupert von Deutz|Rupert von Deutz]], [[Wikipedia:Hildebert von Tours|Hildebert von Tours]] und [[Wikipedia:William Durand|William Durand]]. Von diesen wiederum hat [[Wikipedia:Robert de Boron|Robert de Boron]] sein Gralsmaterial übernommen (vgl. Allen Cabaniss: &#039;&#039;Studies in English&#039;&#039;, 1963). In der Figur des Josef von Arimathäa kommt eine christliche Strömung zum Ausdruck, die abseits der offiziellen Glaubensrichtung steht. Er repräsentiert ein fernes Echo des [[Urchristentum]]s, das ohne Amtskirche auskam, und das im Bild der Gralsgemeinde und ihrer Kulthandlung um das Gralsgefäß weiterlebt. Um seine Person herum verkörperte sich die neu aufkommende Strömung der [[Wikipedia:Mysterienfrömmigkeit|Mysterienfrömmigkeit]] (etwa seit dem [[Wikipedia:8. Jahrhundert|8. Jahrhundert]]), die erst zur Zeit ihrer Unterdrückung durch die offizielle Kirche in die literarischen Zeugnisse eingegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr früh verband sich der Gral mit der christlichen Tradition der [[Eucharistie]]: Der Gral wurde als der [[Kelch (Gefäß)|Kelch]] verstanden, den Christus beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern benutzt hat und in dem Josef von Arimathäa das Blut Christi unter dessen Kreuz aufgefangen hat, wie schon früh in [[Wikipedia:apokryphen|apokryphen]] [[Wikipedia:Evangelium (Buch)|Evangelientexten]] erzählt wurde. Der Gral stellt sich damit als eine der zahlreichen mittelalterlichen Blut-Christi-[[Wikipedia:Reliquie|Reliquie]]n dar ([[Heilige Lanze|Longinuslanze]], [[Wikipedia:Turiner Grabtuch|Turiner Grabtuch]], [[Wikipedia:Schweißtuch der Veronika|Schweißtuch der Veronika]], [[Wikipedia:Eucharistiewunder von Lanciano|Eucharistie-Wunder]] von [[Wikipedia:Lanciano|Lanciano]], Blutwunder des [[Wikipedia:Januarius|Januarius]] in [[Wikipedia:Neapel|Neapel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie diese Traditionen gehört die Entstehung der Gralslegende [[Wikipedia:Mentalitätsgeschichte|mentalitätsgeschichtlich]] in die Entwicklung der zunehmenden Abendsmahlsfrömmigkeit des 12./13. Jahrhunderts. In dieselbe Zeit fallen auch die Formulierung und [[Wikipedia:Dogma|Dogma]]tisierung der [[Transsubstantiationslehre]] auf dem [[Wikipedia:Viertes Laterankonzil|Vierten Laterankonzil]] (1215), die Entstehung des [[W:Fronleichnam|Fronleichnamfestes]] (1264 von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben) und die Verdrängung der [[Kelchkommunion]] durch Laien (verboten erst 1415 auf dem Konzil von Konstanz, aber schon im Mittelalter zunehmend den Priestern vorbehalten, um die Gefahr versehentlichen Verschüttens des Blutes Christi zu vermeiden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in Gralslegende, Transsubstantiationslehre, Fronleichnam (Fest der leibhaften Gegenwart Christi im Altarsakrament) und Priesterkelch sich ausdrückende Vorstellung von der substanzhaften Gegenwart des Blutes Christi im Abendmahl und seiner Heilswirkung ist geistesgeschichtlich von der [[Scholastik|scholastischen]] Hauptkontroverse im Streit zwischen „Realismus“ und „Nominalismus“ bestimmt, dem sog. „[[Universalienproblem|Universalienstreit]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Keltische Elemente ===&lt;br /&gt;
Wie in die [[Artus]]romane sind auch in die Gralslegende alte keltische Motive eingeflossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es existiert eine enge Verbindung zwischen dem Mythos des Heiligen Grals und den verschiedenen Legenden, die sich um König [[Artus]] und die [[Wikipedia:Ritter|Ritter]] der [[Tafelrunde]] ranken. Die Geschichte um das verlorene Paradies und die folgende Gralssuche als der Versuch, das Paradies wieder zu erlangen, stehen häufig im Mittelpunkt der Artuslegenden. Sie bilden oft den Hintergrund für zahlreiche andere Legenden, so z. B. auch für die Geschichte des Zauberers [[Merlin|Merlin]], die Lebensgeschichte [[W:Lancelot|Lancelots]] oder die Erzählungen von der Fraueninsel [[Avalon|Avalon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Speisewunder des Grals wird auf Vorstellungen von einem magischen Trink- oder [[Wikipedia:Füllhorn|Füllhorn]] in der [[Wikipedia:Keltische Mythologie|keltischen Mythologie]] zurückgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orientalische Elemente ===&lt;br /&gt;
Die Vorstellung von [[Wolfram von Eschenbach]], der im Gral einen heiligen Stein sieht, lässt sich an orientalische [[Wikipedia:Steinkult|Steinkult]]e anschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Phönix|Phönix]]-ähnliche Wiedergeburt ist ein orientalisches Legendenmotiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Gral in der mittelalterlichen Dichtung ==&lt;br /&gt;
Das Motiv des Gral taucht in der europäischen Literatur erstmals zu Ende des 12. Jahrhunderts auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chrétien de Troyes ===&lt;br /&gt;
Die älteste bekannte Gralserzählung ist der unvollendete mystisch-religiöse [[Wikipedia:Li Contes del Graal|Perceval]]-Versroman (&#039;&#039;Le Conte du Graal&#039;&#039;) des französischen Dichters [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]] (vor [[Wikipedia:1150|1150]] - um [[Wikipedia:1190|1190]]), für den Grafenhof von Flandern zwischen 1179 und 1191 abgefasst. Auf welche Vorformen der Sage er sich stützen konnte, ist unbekannt, sicher ist nur, dass sich Chretien auf eine zuvor existierende Quelle, ein &#039;&#039;Buch&#039;&#039; in der Bibliothek des Grafen von Flandern, beruft. So kann man auch nur mutmaßen, ob schon vor Chrétien der Gral mit der Figur des Perceval und der Artussage verbunden war oder ob Chrétien diese Bausteine selbständig zusammenfügte. Chrétien und seine Zeitgenossen kannten die [[Artus]]legenden, die die so genannte „Matière de Bretagne“, den britannischen [[Sagenkreis]] bildeten. Die Legenden dieses Sagenkreises waren durchwoben von Begegnungen mit dem Übernatürlichen und mit magischen und mystischen Mächten. Es wird vermutet, dass Chrétien auch die irischen &#039;&#039;echtrai&#039;&#039; oder Aventüren, die ersten von Flüchtlingen auf das europäische Festland mitgebrachten keltischen Legenden, kennenlernte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Parziv cgm19 50v.jpg|miniatur|hochkant|Der Gral wird von Repanse de Schoye auf einem Tuch präsentiert, Bildausschnitt aus einer &#039;&#039;Parzival&#039;&#039;-Handschrift des 13. Jhs.]]&lt;br /&gt;
Bei Chrétien ist der Gral eine mit kostbaren Edelsteinen verzierte Goldschale, in der dem Vater des leidenden Gralskönigs (er wird &#039;&#039;Roi Pêcheur&#039;&#039;, der &#039;&#039;[[Fischerkönig]]&#039;&#039;, genannt) in einer feierlichen Prozession eine geweihte Hostie zugetragen wird, die seine einzige Nahrung darstellt. Perceval ist die Aufgabe auferlegt, seinen Onkel, den [[Lahmer König|gelähmten Gralskönig]] zu erlösen. Er unterlässt es jedoch, die Frage zu stellen, und scheitert; der Roman bricht ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Robert de Boron ===&lt;br /&gt;
Die Herkunft und Bedeutung des Grals, die bei Chrétien in mysteriösem Dunkel verbleiben, hat erstmals [[Wikipedia:Robert de Boron|Robert de Boron]] am Ende des 12. Jahrhunderts mit [[Christentum|christlichen]] Aspekten ausgestattet: Der Gral sei der Kelch, der beim letzten [[Abendmahl]] verwendet wurde und in dem [[Josef von Arimathäa]] das Blut [[Christi]] vom Kreuze aufgefangen habe, wie es im [[Nikodemus-Evangelium]] berichtet wird. Später sei er dann vor den [[Wikipedia:Römisches Reich|Römern]] mit dem Gral nach [[Wikipedia:England|England]] geflüchtet. Die Lebensdaten von Robert de Boron sowie der Zeitpunkt des von ihm verfassten &#039;&#039;Roman de l&#039;estoire dou Graal&#039;&#039; sind heute nicht mehr eindeutig bestimmbar. Es wird vermutet, dass er ihn annähernd gleichzeitig mit Chrétien de Troyes schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr aufschlussreich ist das ebenfalls von Robert de Boron stammende Werk &#039;&#039;Joseph d&#039;Arimathie&#039;&#039;, das Textkritiker zeitlich vor dem &#039;&#039;Roman de l&#039;estoire dou Graal&#039;&#039; setzen und das damit das erste Werk ist, das den Gral als den Abendmahlskelch festlegt. Textkritische Untersuchungen an diesem Werk zeigen, dass es auf den [[Acta Pilati]], seit dem Mittelalter oft auch als Nikodemusevangelium bezeichnet, basiert. Wahrscheinlich war der Inhalt der in Byzanz verbreiteten Acta Pilati über zitierende Quellen wie &#039;&#039;Vindicta Salvatoris&#039;&#039; oder &#039;&#039;Cura sanitatis Tiberii&#039;&#039; in den Westen gekommen.&lt;br /&gt;
Ein Textvergleich zeigt, dass an den Stellen, wo in den Acta Pilati ein linnenes Grabtuch erwähnt ist, de Boron dieses durch den Abendmahlskelch ersetzt hat. Insbesondere die Stelle, wo [[Joseph von Arimathia]] durch Christus besucht wird und von ihm einen Gegenstand überreicht bekommt, ist in beiden Werken mit ähnlichen Worten wiedergegeben, mit dem Unterschied, dass der Gegenstand in den Acta Pilati das [[Wikipedia:Grabtuch|Grabtuch]] und im &#039;&#039;Joseph d&#039;Arimathie&#039;&#039; der Abendmahlskelch ist. In den Acta Pilati, 15:6, wird neben dem Grabtuch auch ein Schweißtuch erwähnt, während de Boron schreibt, Joseph von Arimathia hätte durch den Kelch überlebt und wäre dann durch [[Wikipedia:Vespasian|Vespasian]] befreit worden, welchen das [[Wikipedia:Schweißtuch der Veronika|Schweißtuch der Veronika]] geheilt hätte, d.h. das Schweißtuch ist von de Boron unverändert aus den Quellen übernommen worden, das Grabtuch dagegen in den Abendmahlskelch umgewandelt worden.&lt;br /&gt;
Die etwa 1225 geschriebene &#039;&#039;Vulgate Queste&#039;&#039;, die ihrerseits eine Variante der Werke Robert de Borons ist, lässt aus dem Gral einen unbekleideten Christus erscheinen, was kaum beim Gral als Kelch, sehr wohl aber beim Gral als Grabtuch vorstellbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wolfram von Eschenbach ===&lt;br /&gt;
In die deutschsprachige Literatur kommt das Thema etwa zwischen 1200 und 1210 durch [[Wolfram von Eschenbach|Wolframs von Eschenbach]] Übersetzungsbearbeitung von Chrétiens Roman &#039;&#039;[[Parzival]]&#039;&#039;. Wolfram erweitert die Erzählung allerdings durch unzählige zusätzliche Quellen. Nicht nur knüpft er aus eigener Initiative und mit großem Nachdruck seinen Helden an das anglonormannische Herrscherhaus [[Wikipedia:Anjou|Anjou]] ([[Wikipedia:Plantagenet|Plantagenet]]) und zieht eine zweite Linie vom Gral zur Fürstensippe [[Wikipedia:Gottfried von Bouillon|Gottfrieds]] und [[Wikipedia:Balduin I. (Jerusalem)|Balduins von Bouillon]], sondern nennt auch, um Verwirrung zu stiften oder um eines literarischen Spiels willen, einen Dichter namens „Kyot, den Provenzalen“ (wahrscheinlich [[Wikipedia:Guiot de Provins|Guiot de Provins]], ca. 1140/50-1210) als seine Hauptquelle. Sein „Ur-Parzival“ sei auch das mysteriöse Buch in der Bibliothek des Grafen von Flandern, auf das sich Chretien de Troyes berief, der aber vieles missverstanden habe. Kyot wiederum soll in [[Wikipedia:Toledo|Toledo]] ein „heidnisches“ Manuskript entdeckt und übersetzt haben, das von einem [[Juden|jüdischen]] [[Wikipedia:Astronomie|Astronomen]] namens [[Wikipedia:Flegetanis|Flegetanis]] geschrieben worden sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der Gral bei Chrétien ein Gefäß, so wird er bei Wolfram als Stein oder Steingefäß bezeichnet, das den Namen &#039;&#039;lapis exillis&#039;&#039; trägt, den Gralsrittern Speise und Trank spendet, Verbrennen und Wiedergeburt des [[Phönix|Phönix]] bewirkt, allein durch seinen Anblick eine Woche vor Tod und vor Alter schützt und Ungetauften unsichtbar ist. Seine Kräfte verdankt er einer an jedem Karfreitag von einer Taube vom Himmel gebrachten Hostie, eine eindeutig eucharistische Symbolik. Auf dem Stein erscheinen die Namen der zum Gral Berufenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Helinandus ===&lt;br /&gt;
[[W:Helinandus Frigidimontis|Helinandus Frigidimontis]] (um [[W:1160|1160]] - [[W:1229|1229]]) berichtet in seiner Chronik von vor [[1204]], dass ein in Britannien lebender Einsiedler eine Vision von dem Hüter eines Kelches, [[Joseph von Arimathia]], hatte. Mit diesem Kelch soll Joseph von Arimathia das [[Blut]] [[Christi]] am Kreuz aufgefangen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Gralsburg – Identifizierungsversuche ==&lt;br /&gt;
Es gibt keinen sicheren Hinweis darauf, dass der Mythos einer Gralsburg von einer bestimmten historischen Festung ausgegangen ist. In den Legenden wird sie als versteckt und nahe einem Fluss oder See gelegen geschildert. Nach dem Eintritt der Verwüstung des Landes kann sie nur von einem Menschen reinen Herzens gesehen werden. Das Innere der Burg ist in einigen späten Versionen reich mit Juwelen und Edelsteinen geschmückt. Es existieren zahlreiche alte, als heilig geltende Orte und Gebäude, auf die die Beschreibungen zum Teil zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Gralsburg wurde und wird immer wieder von neuem als real existierende historische Stätte gesucht. Vorwiegend werden Kirchen, Türme, Burgen und Festungsruinen in [[England]] und [[W:Wales|Wales]] mit der Gralsburg in Verbindung gebracht, aber auch an einige Orte in den spanischen und französischen Pyrenäen knüpfen sich Gralssagen. Die spätere (vor allem englische) Verschmelzung von Artus- und Gralssage führt dazu, dass der Gral auch an Orten gesucht wird, zu denen Artus eine besondere Beziehung hat (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Glastonbury]], [[W:Winchester Castle|Winchester Castle]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Orte werden oft genannt:&lt;br /&gt;
* Die gesamte Umgebung von [[Glastonbury]] im Südwesten Englands, wo in der [[Glastonbury Abbey|Abtei]] noch heute zur Weihnachtszeit ein wundersamer Dornenstrauch blühen soll und wo angeblich [[W:1190|1190]] die sterblichen Überreste von [[Artus]] und [[W:Guinevere|Guinevere]] entdeckt wurden. An der Stelle der im selben Ort befindlichen &#039;&#039;St. Mary&#039;s Chapel&#039;&#039; soll der Überlieferung nach von Joseph von Arimathia die erste Kirche Europas erbaut worden sein. Der [[Glastonbury Tor]] gilt heute noch als der heiligste Ort Britanniens bzw. als die Verkörperung [[Avalon (Mythologie)|Avalons]]. An seinem Fuß befindet sich der [[Chalice Well]] (Kelchbrunnen), der bekannteste aller Brunnen, die je mit dem Gral in Verbindung gebracht wurden. Dass der Brunnen seit Menschengedenken noch nie versiegt ist, soll damit zusammenhängen, dass einst der Heilige Gral in ihm versteckt wurde.&lt;br /&gt;
* Winchester Castle in Südengland, in dem heute ein runder Tisch aus dem 13. Jahrhundert gezeigt wird, der mindestens seit dem 16. Jahrhundert als derjenige der [[Tafelrunde]] König Artus&#039; galt.&lt;br /&gt;
* St. Michael&#039;s Mount in [[W:Cornwall|Cornwall]], Südengland.&lt;br /&gt;
* [[W:Burg Montségur|Montségur]] in den [[Frankreich|französischen]] [[W:Pyrenäen|Pyrenäen]], die letzte Rückzugsfestung der [[Katharer]]-Ritter, die [[1244]] im [[W:Albigenserkreuzzug|Albigenserkreuzzug]] eingenommen wurde. Es gibt ein Gerücht, dass einige der belagerten Zitadelle entfliehen und dabei „den Schatz der Katharer“ retten konnten. Tatsächlich basiert diese u.a. von [[Otto Rahn]] vertretene Hypothese aber nur auf einem schwachen etymologischen Argument, denn der unübersehbare Montségur hat nichts gemein mit der versteckten Gralsburg und galt auch den Katharern erst als Zuflucht, als Wolfram den „Parzival“ bereits geschrieben hatte.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Munsalvaesche&#039;&#039; (okzitan. &#039;&#039;Montsalvasch&#039;&#039;, „Heilsberg“, oder &#039;&#039;Montsauvage&#039;&#039;, „Wilder Berg“) nennt Wolfram die Gralsburg. Es ist ungeklärt, ob dies mit einem Ort in den [[Spanien|spanischen]] Pyrenäen zu identifizieren ist. Einer anderen Spekulation zufolge könnte das Vorbild für die Gralsburg die [[W:Burg Wildenberg (Kirchzell)|Burg Wildenberg]] im [[W:Odenwald|Odenwald]] sein, an deren Kamin [[Wolfram von Eschenbach]] gerne zu Gast war und dort angeblich sogar Teile seines [[Parzival]] vorgetragen, wenn nicht gar geschrieben hat, denn er spielt an einer Stelle seiner Dichtung auf den riesigen Kamin an, der noch heute zu besichtigen ist.&lt;br /&gt;
[[Datei:Felsenkloster San Juan de la Pena.jpg|thumb|San Juan de la Peña, wo laut Legende der Heilige Gral aufbewahrt wurde]]&lt;br /&gt;
* [[San Juan de la Peña]], ein Bergkloster in den spanischen Pyrenäen, das versteckt unter riesigen überhängenden Felsen am Boden eines tief eingeschnittenen Flusstales liegt und nur von Ortskundigen zu finden war. Laut den Überlieferungen und zeitgenössischen Klosterurkunden, deren älteste aus dem Jahre 1134 stammt, verehrten dort im Mittelalter Pilger die Reliquie des &#039;&#039;Santo Cáliz&#039;&#039; (heute in Valencia) als den Heiligen Gral. Wie Hans-Wilhelm Schäfer in &#039;&#039;Kelch und Stein&#039;&#039; und Michael Hesemann in &#039;&#039;Die Entdeckung des Heiligen Grals&#039;&#039; aufzeigen, gibt es tatsächlich auffällige Parallelen zwischen den Beschreibungen der Gralsburg und San Juan de la Peña, das zu Füßen des &#039;&#039;Mons Salvatoris&#039;&#039; liegt, der in der okzitanischen Landessprache Aragons auch &#039;&#039;Mont Salvatge&#039;&#039; hieß. Auch den Gralskönig &#039;&#039;Amfortas&#039;&#039; gibt es hier in Gestalt des aragonischen Königs Alfonso I. „el Batallador“, in der Landessprache &#039;&#039;Anforts&#039;&#039; genannt, der 1134 zum Sterben in das Kloster gebracht wurde. Sein treuester Gefährte war der französische Ritter &#039;&#039;Rotrou Perche de Val&#039;&#039;, den [[W:Michael Hesemann|Michael Hesemann]] als den historischen &#039;&#039;Perceval&#039;&#039; identifizierte.&lt;br /&gt;
[[Datei:Gral.jpg|mini|Der Santo Caliz im Dom von Valencia (linkes Seitenschiff)]]&lt;br /&gt;
* In der Kathedrale von [[W:Valencia|Valencia]] wird in einer Seitenkapelle ein Kelch aus [[Achat]] (&#039;&#039;Santo Cáliz&#039;&#039;) als Reliquie aufbewahrt, der von den Gläubigen als der Heilige Gral verehrt wird. Er trägt tatsächlich eine arabische Inschrift, die unterschiedlich interpretiert wird. Der spanische Archäologe Antonio Beltrán las &#039;&#039;li-z-zāḥira&#039;&#039;, Schäfer dagegen &#039;&#039;al-labṣit aṣ-ṣilliṣ&#039;&#039;, was mit der wolframschen Angabe „lapsit exillis“ übereinstimme. Letzteres ist allerdings vom arabischen Vokabular her sinnlos, „lapsit exillis“ ist vermutlich ein von dem des Lateinischen nicht mächtigen Wolfram korrumpiertes &#039;&#039;lapis ex coelis&#039;&#039; - „Stein aus dem Himmel“.&amp;lt;br /&amp;gt;Experten datieren den mörserförmigen Steinbecher in das 1. Jahrhundert vor Christus. Auch Hesemann trägt die Hypothese vor, der in Valencia aufbewahrte Kelch sei der Abendmahlskelch Jesu, der in frühchristlicher Zeit von den Päpsten in Rom aufbewahrt wurde und von dort nach Spanien gelangte. Bei einem Besuch [[Benedikt XVI.|Benedikts XVI.]] in Valencia im Juli 2006 wurde der „Santo Cáliz“ dem Papst präsentiert, der am nächsten Tag mit ihm vor einer Million Menschen eine hl. Messe feierte.&lt;br /&gt;
* Die spätantike [[W:Achatschale|Achatschale]], eines der beiden „unveräußerlichen Erbstücke des Hauses [[W:Habsburg|Habsburg]]“, befindet sich in der [[W:Schatzkammer (Hofburg)|Schatzkammer]] des [[W:Kunsthistorisches Museum|Kunsthistorischen Museums]] in der [[Wien]]er [[W:Hofburg|Hofburg]]. Sie wurde lange Zeit für den Heiligen Gral gehalten, da sie eine feine Äderung besitzt, die als geheimnisvolle Schrift interpretiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Gral in der Kunst ==&lt;br /&gt;
=== Musik ===&lt;br /&gt;
Grals- und Parzivalmotive tauchen seitdem in der europäischen Literatur und Kunst in vielerlei Variationen auf. Eine der bekanntesten künstlerischen Darstellungen mit bedeutender Nachwirkung ist das 1882 als &#039;&#039;Bühnenweihfestspiel&#039;&#039; in [[W:Bayreuther Festspiele|Bayreuth]] uraufgeführte Werk [[Parsifal]] von [[Richard Wagner]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen, Verweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibliographie (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Quellentexte ===&lt;br /&gt;
* Philippe Walter &amp;amp; Daniel Poirion (Hrsg.): &#039;&#039;Le Livre du Graal. tome I, Joseph d&#039;Arimathie – Merlin – Les Premiers Faits du roi Arthur&#039;&#039;, 2001, [[Wikipedia:Bibliothèque de la Pléiade|Bibliothèque de la Pléiade]] ISBN 2-07-011342-6&amp;lt;br /&amp;gt;(Erster von voraussichtlich drei Bänden. Außergewöhnlich gut ausgestattete Neuausgabe; ausführlich kommentiert, zweisprachig Original und Neufranzösisch)&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]]: &#039;&#039;Le Roman de Perceval ou Le Conte du Graal. Der Percevalroman oder Die Erzählung vom Gral&#039;&#039;, übersetzt und herausgegeben von Felicitas Olef-Krafft, Stuttgart (Reclam) 1991, ISBN 3-15-008649-3&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Chrétien de Troyes|Chrétien de Troyes]]: &#039;&#039;Perceval: Altfranzösisch / Deutsch&#039;&#039;, Reclam Verlag, 1990, ISBN 978-3150086490&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Perceval, oder die Geschichte vom Gral&#039;&#039;, 7. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1991, ISBN 978-3723508572&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Gauwain sucht den Gral&#039;&#039; (Erste Fortsetzung des &amp;quot;Perceval&amp;quot; von Chrestien de Troyes), 4. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1986, ISBN 978-3723508541&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Irrfahrt und Prüfung des Ritters Perceval&#039;&#039; (Zweite Fortsetzung von Chrestien de Troyes&#039; &amp;quot;Perceval&amp;quot;), Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1960&lt;br /&gt;
* Chrétien de Troyes, Konrad Sandkühler (Übers.): &#039;&#039;Perceval der Gralskönig&#039;&#039; (Ende der zweiten und dritte (Manessier-) Fortsetzung von Chrestien de Troyes&#039; Perceval), 3. Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 1983, ISBN 978-3723508565&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Thomas Malory|Thomas Malory]]: &#039;&#039;Die Geschichte von König Artus und den Rittern seiner Tafelrunde&#039;&#039;, Übersetzung von H. Findeisen nach K. Lachmann, Frankfurt / Main 1977&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Wolfram von Eschenbach|Wolfram von Eschenbach]], „Parzival“, Reclam ISBN 3-15-007451-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fachwissenschaftliche Literatur ===&lt;br /&gt;
* Richard Barber: &#039;&#039;Der heilige Gral. Geschichte und Mythos&#039;&#039;, Düsseldorf und Zürich 2004 ISBN 3-538-07203-5&lt;br /&gt;
* Adolf Birch-Hirschfeld: &#039;&#039;Die Sage vom Gral – Ihre Entwicklung und dichterische Ausbildung in Frankreich und Deutschland im 12. und 13. Jahrhundert, eine literarhistorische Untersuchung&#039;&#039;, Wiesbaden 1969&lt;br /&gt;
* [[W:Konrad Burdach|Konrad Burdach]]: &#039;&#039;Der Gral. Forschungen über seinen Ursprung und seinen Zusammenhang mit der Longinuslegende&#039;&#039;, Darmstadt 1974, ISBN 3-534-06808-4 (zuerst Stuttgart 1938)&lt;br /&gt;
* Roger S. Loomis: &#039;&#039;The Grail. From Celtic Myth to Christian Symbol&#039;&#039;, 1963&lt;br /&gt;
* Volker Mertens: &#039;&#039;Der Gral. Mythos und Legende&#039;&#039;, Stuttgart 2003, Reclam, ISBN 3-15-018261-1&lt;br /&gt;
* Schäfer, Hans-Wilhelm: &#039;&#039;Kelch und Stein. Untersuchungen zum Werk Wolframs von Eschenbach.&#039;&#039; Frankfurt/Main 1983.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Orient im Lichte des Okzidents&#039;&#039;, [[GA 113]] (1982), ISBN 3-7274-1130-9 {{Vorträge|113}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule von 1904 bis 1914&#039;&#039;, [[GA 265]] (1987), ISBN 3-7274-2650-0 {{Vorträge|265}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Welträtsel und die Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 54]] (Zweiundzwanzig Öffentliche Vorträge, gehalten zwischen dem 5. Oktober 1905und dem 3. Mai 1906im Architektenhaus zu Berlin) Parzival und Lohengrin, S. 430&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, Griechische und germanische Mythologie Richard Wagner im Lichte der Geisteswissenschaft&#039;&#039; (Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907, Hörernotizen) [[GA 92]] &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Tempellegende und die Goldene Legende als symbolischer Ausdruck vergangener und zukünftiger Entwickelungsgeheimnisse des Menschen&#039;&#039; - Aus den Inhaltender Esoterischen Schule (Zwanzig Vorträge, gehalten in Berlin zwischen dem 23. Mai 1904 und dem 2. Januar 1906) [[GA 93]] &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das christliche Mysterium - Die Wahrheitssprache der Evangelien, Luzifer und Christus - Alte Esoterik und Rosenkreuzertum, Erkenntnisse und Lebensfrüchte der Geisteswissenschaft.&#039;&#039; (Notizen von einunddreißig Vorträgen mit sechs Fragenbeantwortungen, gehalten zwischen dem 9. Februar 1906 und 17. März 1907 in verschiedenen Städten) [[GA 97]] Das Gralsgeheimnis im Werk Richard Wagners Landin (Mark), 29. Juli 1906, S. 258 Die Musik des «Parzival» als Ausdruck des Übersinnlichen, Kassel, 16. Januar 1907, S. 269 Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 (Hörernotizen) &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mysterien des Morgenlandes und des Christentums&#039;&#039; (Vier Vorträge, gehalten in Berlinvom 3. bis 6. Februar 1913) [[GA 144]] Gral als westliche Mysterienströmung; Verbindung zu Rosenkreuzertum, Berlin, 1913, 4. Vortrag, S. 61&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen (physischen Leib, Ätherleib, Astralleib) und sein Selbst?&#039;&#039; (Ein Zyklus von zehn Vorträgengehalten in Den Haag vom 20. bis 29. März 1913)  [[GA 145]] Die Paradieses- und die Gralslegende, S. 99&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung - Das Fünfte Evangelium&#039;&#039; (Achtzehn Vorträge, gehalten 1913 und 1914 in verschiedenen Städten) [[GA 148]]  Christus-Ereignis/Parzival-Ereignis ab S. 161&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Christus und die geistige Welt - Von der Suche nach dem heiligen Gral&#039;&#039; (Ein Zyklus von sechs Vorträgen, gehalten in Leipzig vom 28. Dezember 1913 bis 2. Januar 1914) [[GA 149]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Holy Grail|Heiliger Gral}}&lt;br /&gt;
* [http://www.faz.net/s/Rub7F4BEE0E0C39429A8565089709B70C44/Doc~E0933F77EBF3241CB827812D1342565FD~ATpl~Ecommon~Scontent.html Tilman Spreckelsen: Hoffentlich wird er nie gefunden. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31. Mai 2009]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysterium von Golgatha]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christliche Insigne|401]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abendmahl Jesu]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karfreitag]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreuzigung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger Gral|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gralskelch|!]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Rudolf_Steiner_Gedenkst%C3%A4tte_Brunn_am_Gebirge&amp;diff=625702</id>
		<title>Rudolf Steiner Gedenkstätte Brunn am Gebirge</title>
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		<updated>2026-04-21T17:29:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Brunner Heimathaus.jpg|thumb|300px|Das Brunner Heimathaus: Das Kämmerchen im 1. Stock direkt über dem Torbogen war Rudolf Steiners Arbeitszimmer, im anschließenden Erkerzimmer befand sich das Wohnzimmer der Familie Steiner.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner Gedenkstätte Brunn am Gebirge&#039;&#039;&#039; befindet sich im 1. Stock des &#039;&#039;&#039;Brunner Heimathauses&#039;&#039;&#039;, dem sog. &#039;&#039;&#039;Gliedererhof&#039;&#039;&#039;, in der [[Wikipedia:Marktgemeinde|Marktgemeinde]] [[Wikipedia:Brunn am Gebirge|Brunn am Gebirge]] im [[Wikipedia:Bezirk Mödling|Bezirk Mödling]] in [[Wikipedia:Niederösterreich|Niederösterreich]], unweit der Stadtgrenze [[Wien]]s. In dem unmittelbar an der [[Wikipedia:Südbahn (Österreich)|Südbahn]] gelegenen Ort wohnte die Familie [[Rudolf Steiner]]s von [[1882]] bis [[1887]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pfarrkirche Brunn Grundriss.gif|thumb|left|Grundriss der Brunner Pfarrkirche mit der markanten Achterform, über deren Schnittpunkt sich der hohe Kirchturm erhebt und die als ideelle Bauform auch dem [[Erstes Goetheanum|ersten Goetheanum]] Rudolf Steiners zu Grunde liegt.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf Steiner Gedenkstätte Brunn.jpg|thumb|Rudolf Steiner Gedenkstätte Brunn am Gebirge]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gliedererhof.jpg|thumb|Der Gliedererhof vor der Renovierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der Initiative des [[Tierarzt]]es und [[Anthroposoph]]en [[Ludwig Müllner]], der unmittelbar benachbart des Gliedererhofes lebte, zu verdanken, dass diese frühe Wirkensstätte Steiners entdeckt und erhalten wurde. Der Entdeckung Müllners wurde zunächst mit großer Skepsis begegnet, da keine Dokumente den zeitweiligen Wohnsitz Steiners in Brunn am Gebirge zu bestätigen schienen. Erst zur Weihnachtszeit [[1958]] erhielt Müllner Nachricht von [[Emil Bock]], dass sich in [[Wikipedia:Eisenach|Eisenach]] 38 Briefe und Postkarten Steiners an [[Joseph Kürschner|Professor Kürschner]] gefunden hätten, die alle in Brunn am Gebirge zwischen 1882 und 1886 geschrieben worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Gotik|spätgotische]] Bau des Gliedererhofes aus dem [[Wikipedia:15. Jahrhundert|15. Jahrhundert]], der schon dem Verfall preisgegeben schien, wurde schließlich durch die Gemeinde Brunn vom letzten Besitzer, &#039;&#039;August Gliederer&#039;&#039;, angekauft und [[1960]] unter Denkmalschutz gestellt und in den Jahren von [[1965]] bis [[1969]] aufwändig restauriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] schrieb hier während seiner Studentenzeit an den [[Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften]] für [[Joseph Kürschner]]s &#039;&#039;„Deutsche Nationalliteratur“&#039;&#039; sowie die [[Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung]]. Hier mag Steiner auch erste Anregungen für den späteren Bau des [[Erstes Goetheanum|ersten Goetheanums]] in [[Dornach SO|Dornach]] gefunden haben, denn der Grundriss der &#039;&#039;Brunner Kirche&#039;&#039; mit seiner charakteristischen Achterform weist, wie schon Ludwig Müllner erkannte, bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit dem des ersten Goetheanums auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Damit ist nicht gesagt oder auch nur gemeint, Rudolf Steiner habe beim Bau des Goetheanums an die Brunner Kirche gedacht! Das ist ebensowenig der Fall, als seine Forschungsergebnisse Wiederholung dessen sind, was Goethe in seinen Schriften niedergelegt hat [...] Rudolf Steiners Goetheanum liegt Ideelles zugrunde, das sich in der Brunner Kirche wiederfindet. Beide Bauten manifestieren in der Gesamtgestaltung umfassende Lebensgesetze, die Goethe am Werden und am Bau der Pflanze erstmalig aufgezeigt hat.|Ludwig Müllner|&#039;&#039;Rudolf Steiner und Brunn am Gebirge bei Wien&#039;&#039;, S 46f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1969 eröffnete &#039;&#039;Brunner Heimathaus&#039;&#039; mit der &#039;&#039;Rudolf Steiner Gedenkstätte&#039;&#039; wird heute von dem &#039;&#039;Verein Brunner Heimathaus&#039;&#039; und dem [[Rudolf Steiner Gedenkstättenkomitee]] betreut. Das Brunner Heimathaus ist heute die Heimstätte zahlreicher Brunner Vereine und es finden regelmäßig Ausstellungen, künstlerische Veranstaltungen und Vorträge statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudolf Steiner - Der Denker aus Brunn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf Steiner 1882.jpg|mini|[[Rudolf Steiner]] (1882)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Steiner 1919.jpg|mini|Rudolf Steiner (1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Bedeutung [[Rudolf Steiner]]s, der in Brunn nicht nur die Grundlinien von [[Goethe]]s Weltanschauung erhellte, sondern auch die seines eigenen Denkens entwickelte, schreibt [[Karl Rössel-Majdan]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Unsere Zeit ist durch einen eigenartigen Gegensatz,&lt;br /&gt;
einen inneren Widerspruch gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
Noch nie waren die Menschen so intellektuell,&lt;br /&gt;
noch nie sahen sie im Wissen so sehr den&lt;br /&gt;
Zweck der Menschenbildung, noch nie mußte&lt;br /&gt;
auch der letzte der Hilfsarbeiter und Bauerknecht&lt;br /&gt;
so sehr praktisch, zweckmäßig, technisch&lt;br /&gt;
denken - und dennoch gilt gerade in dieser&lt;br /&gt;
Zeit die Philosophie, das reine Denken&lt;br /&gt;
selbst, als schwer, als fad und trocken , als tot.&lt;br /&gt;
Über alles Materielle wird nachgedacht, nur&lt;br /&gt;
nicht über das Denken selbst, über Sinn und&lt;br /&gt;
Wesen von Mensch, Gemeinschaft und Welt,&lt;br /&gt;
über das, was die Kultur gegenüber der Natur&lt;br /&gt;
auszeichnet, den menschlichen Geist. Rudolf&lt;br /&gt;
Steiner, der Student aus Brunn am Gebirge, der&lt;br /&gt;
von hier aus nach Weimar berufen und in den&lt;br /&gt;
Neunzigerjahren zum berühmten [[Goethe]]forscher&lt;br /&gt;
wurde, hatte diese Kluft überbrückt. Sein&lt;br /&gt;
Beitrag für die Kultur- und Geistesgeschichte&lt;br /&gt;
der Menschheit ist daher nicht mehr wegzudenken,&lt;br /&gt;
ganz gleich, wie man zu dieser oder jener&lt;br /&gt;
seiner Lehren stehen mag. Natur und Geist sind&lt;br /&gt;
in der Schau, in der Weltanschauung Rudolf&lt;br /&gt;
Steiners nichts unverständlich Getrenntes, sondern&lt;br /&gt;
Erscheinung desselben, und gerade im&lt;br /&gt;
Menschen ist diese Verbindung erkennbar. Es&lt;br /&gt;
ist wert, sich einfach mit gesundem Hausverstand,&lt;br /&gt;
ohne Angst vor den üblichen Denkschnörkseln&lt;br /&gt;
und Abstraktionen vertrockneter&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaften in diese Gedankengänge&lt;br /&gt;
einführen zu lassen. Nach Rudolf Steiner ist die&lt;br /&gt;
Geschichte der Menschheit nicht ein immer raffinierterer&lt;br /&gt;
Kampf ums Dasein, sondern ein Weg&lt;br /&gt;
zum Selbstverständnis des Menschen und damit&lt;br /&gt;
zum Verständnis von Natur und Geist in der&lt;br /&gt;
Welt. Das [[Denken]] ist das Mittel, um zu sich zu&lt;br /&gt;
kommen, zum Selbstbewußtsein zu erwachen.&lt;br /&gt;
„[[Wahrheit und Wissenschaft]]“, die „[[Rätsel der Philosophie]]“ und die „[[Philosophie der Freiheit]]“&lt;br /&gt;
sind neben anderen grundsätzliche philosophische&lt;br /&gt;
Werke Rudolf Steiners, die von jedem&lt;br /&gt;
ernstgenommen werden können und sollen, auch&lt;br /&gt;
wenn er den Gedankengängen im späteren und&lt;br /&gt;
weltanschaulichen Werke nicht folgen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Griechen wurde Seele und Körper&lt;br /&gt;
noch in wunderbarer Harmonie gesehen und&lt;br /&gt;
geschult, und erst allmählich haben sich Kunstanschauung und Philosophie getrennt und spezialisiert.&lt;br /&gt;
Warum die heutige Olympiade mit der&lt;br /&gt;
griechischen außer dem Namen kaum etwas zu&lt;br /&gt;
tun hat, lernt man aus dem Werke Dr. Steiners&lt;br /&gt;
verstehen. Also ist es hochaktuell. Wir lernen&lt;br /&gt;
auch verstehen, wie aus dem einfachen Schauen,&lt;br /&gt;
das noch im Sinneserlebnis gleichzeitig&lt;br /&gt;
stark durchseelt war, im „videin“ die „Idee“,&lt;br /&gt;
die platonische Innenschau wurde. Wir entdecken&lt;br /&gt;
dann auch mit Dr. Steiner die Bedeutung&lt;br /&gt;
des [[Christentum]]s, das jedes Erkennen dem&lt;br /&gt;
göttlichen Funken im Menschen zuschreibt. Und&lt;br /&gt;
dann folgen wir Dr. Steiner bei seiner Wiederentdeckung&lt;br /&gt;
der [[Scholastik]], durch die der Gedanke&lt;br /&gt;
almählich als ein Erzeugnis der menschlichen&lt;br /&gt;
Seele aufgefaßt wurde. Und schließlich&lt;br /&gt;
kommen mit der Neuzeit die Philosophien vom&lt;br /&gt;
Ich, die in der deutschen Klassik gipfeln. Der&lt;br /&gt;
Mensch hat ein [[Ich]], von dem das Denken ausgeht,&lt;br /&gt;
und man beschäftigt sich damit, was dieses&lt;br /&gt;
Ich, was das eigentlich Menschliche sei. Bei&lt;br /&gt;
den Goetheanisten, und darauf aufbauend im&lt;br /&gt;
weiteren Werke Rudolf Steiners wird durch&lt;br /&gt;
gleichzeitige Innen- und Außenbeobachtung versucht&lt;br /&gt;
zu zeigen, wie dieses menschliche Ich im&lt;br /&gt;
Bewußtseinsakt Geist und Natur verbindet.&lt;br /&gt;
Geist wird dabei als etwas Objektives und so&lt;br /&gt;
Vielgestaltiges aufgefaßt, wie die Natur. Dadurch&lt;br /&gt;
rechtfertigt Steiner das Christentum und&lt;br /&gt;
und die alten Religionen, und lehrt eine Toleranz&lt;br /&gt;
gegenüber allen Philosophien, die aus dem Gesichtspunkt&lt;br /&gt;
der jeweiligen Entwicklung verstanden&lt;br /&gt;
werden können. Der Mensch rückt in den&lt;br /&gt;
Mittelpunkt des Weltverstehens, und das nannte&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner mit einem Lehnwort aus dem&lt;br /&gt;
Griechischen: [[Anthroposophie]]. Durch seine Philosophie&lt;br /&gt;
wurde Rudolf Steiner der Überwinder&lt;br /&gt;
eines einseitigen Materialismus und der Verfechter&lt;br /&gt;
hoher moralischer Werte, denn durch&lt;br /&gt;
[[Intuition]], in dem, was der Heide noch eine bildhafte&lt;br /&gt;
Natur- und Götterwelt ohne Unterscheidung&lt;br /&gt;
zwischen innen und außen nannte, was für&lt;br /&gt;
das Christentum die Menschwerdung des Göttlichen&lt;br /&gt;
und der göttliche Funke im Menschen&lt;br /&gt;
wurde, aus dem Ich, das über den Egoismus&lt;br /&gt;
hinauswächst, entspringt der „Einfall“, die Idee,&lt;br /&gt;
die Erkenntnis in selbstbewußter und damit&lt;br /&gt;
freier Weise, und es entspringt von dort aus die&lt;br /&gt;
nicht erzwungene, sondern freie moralische Tat.&lt;br /&gt;
Dadurch wird auch die Berechtigung der dichterischen&lt;br /&gt;
Phantasie, wird der Erkenntniswert der&lt;br /&gt;
Kunst und der religiösen Mythologie verstanden,&lt;br /&gt;
und die Bedeutung der Dichter und Denker.&lt;br /&gt;
Nimmt es wunder, daß Steiner also Goethes&lt;br /&gt;
Farbenlehre, die zum Unterschied von Newton&lt;br /&gt;
physikalisch und seelisch zugleich war, neu&lt;br /&gt;
entdecken konnte? Daß er die Morphologie&lt;br /&gt;
Goethes für eine Heilkunde, für die Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
nutzbar machen konnte, die Morphologie,&lt;br /&gt;
die da sagt, man solle nicht bloß die&lt;br /&gt;
Stoffe, sondern die gestaltbildenden Kräfte, die&lt;br /&gt;
sogenannten Bilderkräfte ansehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner war Student der Technik und&lt;br /&gt;
hatte das Doktorat. Technik ist eine ausgesprochene&lt;br /&gt;
Erfahrungswissenschaft. Die Bedeutung&lt;br /&gt;
des Denkers Rudolf Steiner liegt darin, daß er&lt;br /&gt;
die Philosophie aus Verschrobenheit und Abstraktion herausführte und in Anschluß an die&lt;br /&gt;
großen Dichter und Denker die Geisteswissenschaft,&lt;br /&gt;
die schon auf dem Wege war, zu einer&lt;br /&gt;
Scheinnaturwissenschaft, zu einer Nervenwissenschaft&lt;br /&gt;
zu degenerieren, auch zu einer Erfahrungswissenschaft eigener Art machte. Das&lt;br /&gt;
Denken und das seelische Erleben erhalten für&lt;br /&gt;
das Menschentum eine neue Bedeutung und&lt;br /&gt;
werden zur bewußten Methode der Erkenntnis...|[[Karl Rössel-Majdan]]|&#039;&#039;Rudolf Steiner - Der Denker aus Brunn&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Rössel-Majdan]]: &#039;&#039;Rudolf Steiner - Der Denker aus Brunn&#039;&#039;, in: &#039;&#039;Mitteilungen des Vereins Brunner Heimathaus&#039;&#039;, Dezember 1972, S. 6f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführungsvorträge zur Anthroposophie Rudolf Steiners ==&lt;br /&gt;
[[Datei:AG-1913.gif|right|320px|link=https://ag1913.anthroposophie.net|Anthroposophische Gesellschaft in Österreich (1913) - Homepage mit Veranstaltungskalender]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Brunn Vortragssaal.jpg|thumb|Einführungsvorträge zur Anthroposophie im Brunner Heimathaus.]]&lt;br /&gt;
In unregelmäßigen Abständen werden durch die [[Anthroposophische Gesellschaft in Österreich (1913)]] im Brunner Heimathaus Einführungsvorträge von &#039;&#039;Wolfgang Peter&#039;&#039; zur [[Anthroposophie]] Rudolf Steiners gehalten, die hier teilweise als Audio-Mitschnitt oder Manuskript abgerufen werden können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[https://odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Vortraege/Goethes_Farbenlehre.pdf Goethes Farbenlehre mit praktischen Beispielen] - Eine Einführung. (8.3.2007)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Metamorphosen_der_Stoffeswelt_2007-11-27.mp3 Metamorphosen der Stoffeswelt] - Eine goetheanistische Betrachtung zur Chemie. (27.11.2007)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Das_Wunder_des_Lebens_2008-12-11.mp3 Das Wunder des Lebens] - Die moderne Biologie im Lichte der Anthroposophie Rudolf Steiners. (11.12.2008)&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Rudolf_Steiner_Brunn_2009-03-26.WMA Rudolf Steiner – Begründer der Waldorfpädagogik] - Eine Einführung in Leben und Werk Rudolf Steiners. (26.3.2009)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Vom_Wesen_der_menschlichen_Seele_Brunn_2009-10-01.WMA Vom Wesen der menschlichen Seele] - Psychologische und theologische Aspekte der Seelenlehre im Lichte der Anthroposophie Rudolf Steiners. (1.10.2009)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Die_Einzigartigkeit_des_Menschen_Brunn_2009-10-22.mp3 Die Einzigartigkeit des Menschen] - Der göttliche Funke im Menschen aus anthroposophischer Sicht. (22.10.2009)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Zukunftsimpulse_Rudolf_Steiners_Brunn_2010-02-23.WMA Zukunftsimpulse Rudolf Steiners] - Lebenspraktische Anregungen für Pädagogik, Landwirtschaft, Medizin, Kunst, Wissenschaft und soziales Leben. (23.2.2010)&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Was_ist_Anthroposophie_Brunn_2010-05-06.mp3 Was ist Anthroposophie?] - Eine Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners. (6.5.2010)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Christentum_und_Wiedergeburtslehre_Brunn_2011-04-28.mp3 Christentum und Wiedergeburtslehre] - Reinkarnation und Karma als Triebkräfte der menschlich-menschheitlichen Entwicklung aus der Sicht Rudolf Steiners. (28.4.2011)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Die_Evolution_des_Menschlichen_Brunn_2011-06-28.mp3 Die Evolution des Menschlichen] - Vortrag zur Ausstellung «Kosmos-Erde-Mensch» 2011. (28.6.2011)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Wege_der_geistigen_Erkenntnis_Brunn_2011-10-06.mp3 Wege der geistigen Erkenntnis] - Bildhaftes Denken als Grundlage geistigen Schauens. (6.10.2011)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Stirb_und_werde_Brunn_2011-11-10.mp3 Stirb und werde] - Einblicke in das Leben nach dem Tod aus der Sicht Rudolf Steiners. (10.11.2011)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Wiederholte_Erdenleben_Brunn_2012-03-29.mp3 Wiederholte Erdenleben und das Schicksal des Menschen] - Gedanken Rudolf Steiners zu Reinkarnation und Karma. (29.3.2012)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Einblicke_in_die_geistige_Welt_Brunn_2012-05-24.mp3 Einblicke in die geistige Welt] - Einführung in die Methode der anthroposophischen Geistesforschung. (24.5.2012)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Mensch_und_Natur_Brunn_2012-10-11.mp3 Mensch und Natur] - Der Mensch als Mikrokosmos und seine Beziehung zu den Naturreichen. (11.10.2012)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Das_Ich_als_geistiger_Wesenskern_des_Menschen_Brunn_2012-11-29.mp3 Das Ich als geistiger Wesenskern des Menschen] - Der Mensch im Spannungsfeld von Individualismus und Egoismus. (29.11.2012)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Christentum_und_Anthroposophie_Brunn_2013-03-21.mp3 Christentum und Anthroposophie] - Gedanken Rudolf Steiners zur geistigen Bedeutung des Christentums und insbesondere des Ostergeschehens. (21.3.2013)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Europa_als_Bruecke_zwischen_Ost_und_West_Brunn_2013-05-23.mp3 Europa als Brücke zwischen Ost und West] - Die spirituelle Aufgabe Europas aus anthroposophischer Sicht. (23.5.2013) [https://www.youtube.com/watch?v=pkKcbrgCPEo YouTube]&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Individuum_und_Gemeinschaft_Brunn_2014-03-27.mp3 Individuum und Gemeinschaft] - Rudolf Steiners Ideen zur Dreigliederung des sozialen Organismus und die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Herausforderungen unserer Zeit. (27.3.2014)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Mikrokosmos_und_Makrokosmos_Brunn_2014-05-22.mp3 Mikrokosmos und Makrokosmos] - Die kosmischen Dimensionen des Menschen. (22.5.2014)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Mensch_und_Kosmos_Brunn_2015-01-22.mp3 Mensch und Kosmos] - Anthroposophie als Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte. (22.1.2015)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Spuren_des_Geistes_Brunn_2015-04-09.mp3 Spuren des Geistes] - Die Wirkungen geistiger Wesenheiten in Mensch, Natur und Kosmos. (9.4.2015)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Christentum-Islam-Judentum_Brunn_2015-05-28.mp3 Christentum, Islam und Judentum] - Trennendes und Verbindendes aus geisteswissenschaftlicher Sicht. (28.5.2015)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Fernoestliche_Religionen_und_Christentum_Brunn_2015-10-29.mp3 Fernöstliche Religionen und Christentum] - Buddhismus, Hinduismus, Taoismus und Zoroastrismus in ihrem Verhältnis zum Christentum. (29.10.2015)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Die_Botschaft_des_Schicksals_Brunn_2016-01-21.mp3 Die Botschaft des Schicksals] - Lebenskrisen als Entwicklungschance. Reinkarnation und Karma im Licht der Anthroposophie. (21.1.2016)&lt;br /&gt;
*[https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Einzelschicksal-Voelkerschicksal-Menschheitsschicksal_Brunn_2016-06-09.mp3 Einzelschicksal - Völkerschicksal - Menschheitsschicksal] - Die geistige Aufgabe Europas und insbesondere Mitteleuropas in den kommenden Zeiten globaler Völkermischung. (9.6.2016)&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Himmel_und_Hoelle_Brunn_2016-11-10.mp3 Himmel und Hölle] - Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Seele, die der Schattenwurf der geistigen Entwicklungsmöglichkeiten des heutigen Menschen ist. (10.11.2016)&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Anthroposophie_als_Lebenskunst_Brunn_2019-05-02.mp3 Anthroposophie als Lebenskunst] (2.5.2019)&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Audio/Vortraege/Rudolf_Steiner_heute_Brunn_2019-10-24.mp3 Rudolf Steiner heute] - Anregungen für ein Lebendiges Denken. (24.10.2019) [https://www.youtube.com/watch?v=Zb2GBNUUBbg YouTube]&lt;br /&gt;
* [[aw:Anregungen_für_ein_Lebendiges_Denken|Anregungen für ein Lebendiges Denken]]  - (24. Oktober 2019 ), Audiodoku&lt;br /&gt;
* [[aw:Rudolf_Steiner_und_die_Welt_der_Farben_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2025|Rudolf Steiner und die Welt der Farben]] - Ein Vortrag zum Thema „Die Welt der Farben“ aus der Sicht Rudolf Steiners. (9. November 2025) [[aw:Rudolf_Steiner_und_die_Welt_der_Farben_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2025|YouTube]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonderausstellung «Kosmos - Erde - Mensch» 2011 ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kosmos-Erde-Mensch.jpg|thumb|Die Ausstellung &amp;quot;Kosmos - Erde - Mensch&amp;quot; im Brunner Heimathaus]]&lt;br /&gt;
In der Zeit vom 25. Juni bis 30. September 2011 fand in den Räumen des Heimathauses mit Unterstützung des [http://www.rudolf-steiner.com Rudolf Steiner Archivs] eine Sonderausstellung anlässlich des 150. Geburtsjahrs Rudolf Steiners statt. Am Beispiel von 10 [[Wikipedia:Faksimilie|Faksimilie]]s ausgewählter [[Wandtafelzeichnungen]] zur [[Kosmologie]] Rudolf Steiners wurde hier der [[Mensch]] im Spannungsfeld von [[Kosmos]] und [[Erde (Planet)|Erde]] als Bürger zweier Welten gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA 354 30.6.1924.jpg|thumb|Die ersten 4 planetarischen Weltentwicklungsstufen: [[Alter Saturn]] - [[Alte Sonne]] - [[Alter Mond]] - [[Erde (Planet)|Erde]]; [[Wandtafelzeichnung]] aus [[GA 354]], ein Teil der Sonderausstellung «Kosmos - Erde - Mensch» im Brunner Heimathaus (Die Farben dienen nur der besseren Veranschaulichung und haben keine tiefere symbolische Bedeutung).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiner-Gedenkstätte&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leopold Gattringer-Straße 34&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2340 Brunn am Gebirge ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat während seiner Vorträge oftmals an die Tafel geschrieben oder gezeichnet. Auf die Initiative Emma Stolles hin wurden die Tafeln ab 1919 mit schwarzem Karton bespannt, um die Tafelzeichnung aufbewahren zu können. Auf diese Weise kamen im Laufe der folgenden Jahre über 1000 Zeichnungen zusammen, die in den letzten Jahren innerhalb der [[Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] ([[GA]]) in handlicher Form zugänglich gemacht wurden und seit 1992 in Museen weltweit ausgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Wandtafelzeichnungen sind ein noch unausgeschöpfter Fundus kreativen Denkens und Zeichnens, der wohl noch viele Künstler und hoffentlich ein wachsendes Kunstpublikum zu jenen &#039;höheren Formen menschlicher Kreativität&#039; anregen wird, die - nach R. Steiner und J. Beuys - Imagination, Inspiration und Intuition sind&amp;quot;|Guido Magnaguagno|&#039;&#039;Direktor Tinguely Museum Basel&#039;&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adresse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Rudolf Steiner-Gedenkstätte&lt;br /&gt;
Leopold Gattringer-Straße 34&lt;br /&gt;
AT-2340 Brunn am Gebirge &lt;br /&gt;
Austria&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ludwig Müllner: &#039;&#039;Rudolf Steiner und Brunn am Gebirge bei Wien&#039;&#039;, Anna Pichler Verlag, Wien 1997 ISBN 3-901087-70-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.brunnamgebirge.at/themen/kunst-kultur/heimathaus/ Brunner Heimathaus - Gliedererhof]&lt;br /&gt;
* [https://www.brunnamgebirge.at/wp-content/uploads/2019/02/2.2_Rudolf_Steiner_Gedenkstaette.pdf Rudolf Steiner Gedenkstätte]&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Brunner_Heimathaus/Rudolf_Steiner-Der_Denker_aus_Brunn_KRM_1972.pdf Karl Rössel-Majdan: &#039;&#039;Rudolf Steiner - Der Denker aus Brunn&#039;&#039;], in: Mitteilungen des Vereins Brunner Heimathaus, Dezember 1972&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Video&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.youtube.com/watch?v=9I8x0Mn42AY Rudolf Steiner Express in Brunn am Gebirge]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Steiner, Rudolf}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Veranstaltungsort|T]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophischer Veranstaltungsort]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625114</id>
		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-10T18:02:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Moabiter-Sonette&#039;&#039;&#039; wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den [[Nationalsozialismus]]. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie|&#039;&#039;Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;[[aw:Goethes_Märchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025|Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten]]&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] Michael Rheimheimer „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie|&#039;&#039;Goethes&#039;&#039; &#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;]]&#039;&#039;”&#039;&#039; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von [[Rudolf Steiner]] interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der [[Menschenweihehandlung]] und dem Lebensweg Jesu von [[Palmsonntag]] bis [[Pfingsten]] ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird [[Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsches]] Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen [[Kreuzigung Christi]] im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: Recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspark_Ehemaliges_Zellengef%C3%A4ngnis_Moabit&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag Michael Rheinheimers: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-10T18:01:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Vortrag von Michael Rheinheimer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Moabiter-Sonette&#039;&#039;&#039; wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den [[Nationalsozialismus]]. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie|&#039;&#039;Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;[[aw:Goethes_Märchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025|Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten]]&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] Michael Rheimheimer „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie|&#039;&#039;Goethes&#039;&#039; &#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;]]&#039;&#039;”&#039;&#039; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von [[Rudolf Steiner]] interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der [[Menschenweihehandlung]] und dem Lebensweg Jesu von [[Palmsonntag]] bis [[Pfingsten]] ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird [[Friedrich Nietzsche|Friedrich Nietzsches]] Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen [[Kreuzigung Christi]] im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: Recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspark_Ehemaliges_Zellengef%C3%A4ngnis_Moabit&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T21:16:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Moabiter-Sonette&#039;&#039;&#039; wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspark_Ehemaliges_Zellengef%C3%A4ngnis_Moabit&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T21:13:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspark_Ehemaliges_Zellengef%C3%A4ngnis_Moabit&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625107</id>
		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T21:10:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Literatur: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T21:10:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Das Christus-Erlebnis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T21:09:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: /* Literatur: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
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		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T21:08:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625103</id>
		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T21:08:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedenkstätten in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gedenktafel in Alt-Moabit, Alt‑Moabit 101, 10559 Berlin&lt;br /&gt;
* Straße der Erinnerung, Berlin, Büste von Albrecht Haushofer, geschaffen von Josef Nálepa (2002)&lt;br /&gt;
* Mahn- und Gedenkstätte im NS Dokumentationszentrum Berlin. Die &#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039; sind Bestandteil der Dauerausstellung des NS‑Dokumentationszentrums (seit 2015).&lt;br /&gt;
* In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. &lt;br /&gt;
* In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzählung ist nicht vollständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Moabiter_Sonette&amp;diff=625102</id>
		<title>Moabiter Sonette</title>
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		<updated>2026-01-09T20:55:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ElkeJura: Die Seite wurde neu angelegt: „Die Moabiter-Sonette wurden von Albrecht Haushofer, einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dies…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Moabiter-Sonette wurden von [[Albrecht Haushofer]], einem deutschen Widerstandskämpfer, im Gefängnis geschrieben – eindringliche Gedichte und  Reflexionen über Schuld, Versagen und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nachdem Albrecht Haushofer in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 durch ein Kommando der SS erschossen worden war, fand sein Bruder bei dem Toten ein Manuskript, das dieser in seiner Manteltasche verborgen hatte. Dieses Manuskript enthielt jene 80 Sonette, die nach dem Ort benannt worden sind, an dem sie einst geschrieben wurden: dem Zellengefängnis der Gestapo-Sonderabteilung in der Lehrter Straße 3 in Berlin-Moabit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursprung des Sonetts ===&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Sonett&#039;&#039;&#039; (Plural: Sonette, von lateinisch &#039;&#039;sonare&#039;&#039; ‚tönen, klingen‘, &#039;&#039;sonus&#039;&#039; ‚Klang, Schall‘ und italienisch &#039;&#039;sonetto&#039;&#039;) ist eine Gedichtform aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen, die in unterschiedlich lange Abschnitte eingeteilt ist. Der Name bedeutet „kleines Tonstück“ (vgl. „Sonate“) und wurde im deutschen Barock als „Klinggedicht“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Sonetts liegt in Italien, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es wurde im Umfeld des staufischen Kaisers Friedrich II. vor 1250 durch die Sizilianische Dichterschule aus der Kanzonenstrophe entwickelt. Ein Sonett ist eine der klassischsten und kunstvollsten Gedichtformen der europäischen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Albecht Haushofer ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albrecht Georg Haushofer&#039;&#039;&#039; (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde in den letzten Kriegstagen auf Hitlers Befehl in der Nähe des Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Trupp der SS ermordet. Dort fand ihn später sein Bruder Heinz Haushofer, der ebenfalls in der Lehrter Straße eingesessen hatte, aber freigelassen worden war. In der Manteltasche Albrecht Haushofers fanden sich 80 Gedichte, die er in der Haft verfasst hatte. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Wilsnacker Straße bei der Moabiter Johanniskirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden 1946 posthum unter dem Titel &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Moabiter Sonette&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe weitere biografische Infos: [[Albrecht Haushofer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonette sind Teil der Austellung in der 2015 neuen Mahn- und Gedenstätte NS-Dokumentationszentrum. In Berlin-Heiligensee ist die Albrecht-Haushofer-Schule nach ihm benannt, an der sich auch eine Gedenkstele befindet. In Hildesheim und Leverkusen gibt es eine „Albrecht-Haushofer-Straße“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Zitate aus Albrecht Haushofers &#039;&#039;Moabiter Sonetten&#039;&#039; im Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit:&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern“&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Christus-Erlebnis ===&lt;br /&gt;
In den schweren Tagen der Haft hatte Albrecht Haushofer ein &#039;&#039;&#039;Christus-Erlebnis&#039;&#039;&#039;, das im 15. Sonett deutlich zum Ausdruck kommt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.anthro.world/Michael_Rheinheimer Michael Rheinheimer], Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] sagt, dass Sonette spirituelle Formen sind, die auch immer eine liturgische Handlung haben. Im 15. Sonett von Albrecht Haushofer spiegeln sich vier Schritte der Weihehandlung [&amp;lt;nowiki/&amp;gt;[[Menschenweihehandlung]]] wieder, vier Stufen, die wir aus dem Goethe&#039;schen Märchen und aus dem Kultus Michaels kennen. Er hält dieses Sonett auch für ein Miniaturbild des Goethe&#039;schen Märchens: „[[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In tausend Bildern habe ich ihn gesehen,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Weltenrichter zornig und erhaben,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;als Dorngekrönten, als Madonnenknaben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;keines konnte ganz in ihm bestehen,&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[dichtet er über das Auferstehungsbild Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Jetzt fühle ich, dass nur eines gültig ist,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;wie sich dem Meister Mathis er gezeigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;Nicht der Fahle, der zum Tod sich neigt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;der Lichtumflossene, dieser ist der Christ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;das Haupt von goldenem Leuchten ringsumwebend,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;von allen Farben geisterhaft umstrahlt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;noch immer Wesen, dennoch grenzenlos&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Michael-Schule ===&lt;br /&gt;
Haushofers Sonette zeigen, dass der Kultus Michaels in den geistigen Welten ein Impuls ist, der seine ätherischen Wirkungen in den Sehnsüchten der Menschen, die den Impuls nach Anthroposophie auf die Erde bringen, uns allen in immer neuer Weise auch weiter wirken kann [Michael Rheinheimer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vortrag von Michael Rheinheimer ===&lt;br /&gt;
In einem Vortrag zum Thema &amp;quot;&#039;&#039;Goethes Märchen und der Kultus Michaels in den geistigen Welten&#039;&#039;&amp;quot;, gehalten am 4. 12. 2025 in Essen, erörtert der Pfarrer der Christengemeinschaft Michael Rheimheimer Goethes &amp;quot;&#039;&#039;Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie&#039;&#039;&amp;quot; als ein Miniaturbild des Michael-Kultus in den geistigen Welten, wie es von Rudolf Steiner interpretiert wurde. Ein zentrales Thema ist die Verbindung von irdischen und geistigen Reichen und die liturgische Struktur des Märchens, die der Menschenweihehandlung und dem Lebensweg Jesu von Palmsonntag bis Pfingsten ähnelt. Er betont die historische Bedeutung von Berlin-Moabit, wo Steiner seinen ersten geisteswissenschaftlichen Vortrag hielt und dieser Ort, der durch die Hugenotten und die Moabiter Sonette Albrecht Haushofers geprägt ist, als „Urzelle der Anthroposophie“ und Schwelle für neue spirituelle Impulse betrachtet wird. Zudem wird Friedrich Nietzsches Schicksal als „Märtyrer der Erkenntnis“ mit einer geistigen Kreuzigung Christi im 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt, was dem nachfolgenden Vortrag Steiners über Goethes Märchen als „Auferstehung“ gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)&lt;br /&gt;
* Anna Opel: recherche HAUSHOFER. Annäherung an den Autor der Moabiter Sonette. Berlin 2020&lt;br /&gt;
* Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002&lt;br /&gt;
* Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett&lt;br /&gt;
* https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/deutsches-seminar/abteilungen/neuere-deutsche-literatur/mitarbeitende/lehrstuhl-braungart/team/tabea-junker/forschung/&lt;br /&gt;
* https://www.muenchenwiki.de/wiki/Albrecht_Haushofer&lt;br /&gt;
* Vortrag von Michael Rheinheimer: https://anthro.world/Goethes_M%C3%A4rchen_und_der_Kultus_Michaels_in_den_geistigen_Welten_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2025&lt;br /&gt;
* Videolink zum Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=zdDkKXGcTig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>ElkeJura</name></author>
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