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	<title>AnthroWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Feste&amp;diff=615254</id>
		<title>Feste</title>
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		<updated>2024-03-25T14:04:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Korrektur hebr. Buchstabe&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den biblischen Begriff «Feste» (Firmamentum). Für „Feste“ im Sinn von Feierlichkeiten im Jahreslauf siehe ⇒ [[Jahresfeste]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Feste&#039;&#039;&#039; ([[Latein|lat.]] &#039;&#039;firmamentum&#039;&#039;, {{HeS|רקיע}}, &#039;&#039;&#039;Rakía&#039;&#039;&#039;, von den [[Kabbala|Kabbalisten]] auch {{He|גַּלְגַּל}} &#039;&#039;&#039;Galgal&#039;&#039;&#039; „Rad“ genannt), die später äußerlich als [[Himmelsgewölbe]] ([[Firmament]]) erscheint, wird nach dem [[Schöpfung]]sbericht der [[Bibel]] am zweiten [[Schöpfungstag]] erschaffen. Sie entspricht nach mittelalterlicher Anschauung dem [[Kristallhimmel]], der zugleich das [[Primum Mobile]] ist und als neunte himmlische Sphäre die [[Fixstern]]sphäre des [[Tierkreis]]es umschließt, der die [[sieben]] [[Planetensphären]] umgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Und es sprachen die Elohim: Es sei eine Feste inmitten der Wasser und scheide Wasser von Wasser.&amp;lt;br/&amp;gt; {{HeS|וַיֹּ֣אמֶר אֱלֹהִ֔ים יְהִ֥י רָקִ֖יעַ בְּתֹ֣וךְ הַמָּ֑יִם וִיהִ֣י מַבְדִּ֔יל בֵּ֥ין מַ֖יִם לָמָֽיִם׃|wajomär Elohim je&#039;hi raqía a be&#039;toch hamájim wi&#039;hi mabvil ben májim la&#039;májim}}|Genesis|{{B|1 Mos|1|6|LUT}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Feste, dem Firmamentum, darf man sich nichts gegenständlich Gegebenes vorstellen. Es ist ausschließlich aufzufassen als die geistige Kraft, die niederes Seelisches von höherem scheidet und dadurch die Entwicklung vorantreibt. Das betont auch [[Rudolf Steiner]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wollen wir also das, was weiter geschah, charakterisieren, so müssen wir sagen: Die Elohim bewirkten durch ihr kosmisches Sinnen, daß in dem tohu wabohu eine Scheidung eintrat von zwei elementarischen Zuständen. Der eine hatte die Tendenz, nach aufwärts zu dringen, dampfförmig zu werden, das ist Wäßriges in Gasiges sich umbildend. Der andere hatte die Tendenz, nach unten sich zu ergießen, das ist Wäßriges, das immer dichter und dichter sich zusammenschließt. - Das ist der Tatbestand, der gewöhnlich in den modernen Sprachen dadurch ausgedrückt wird, daß man zum Beispiel im Deutschen sagt: «Die Götter machten etwas zwischen den Wassern oben und den Wassern unten.» Ich habe Ihnen eben jetzt geschildert, was die Götter machten. Sie bewirkten innerhalb der Wasser, daß das eine Elementare die Tendenz hatte, nach aufwärts zu kommen, und das andere die Tendenz, nach innen zum Mittelpunkt zu gelangen. Mit dem, was dazwischen ist, ist nichts gemeint, was man mit der Hand anfassen kann, sondern es ist eine Scheidung vollzogen in bezug auf zwei Kraftcharaktere, die ich Ihnen eben charakterisiert habe. Will man einen äußeren Vergleich dafür haben, so kann man sagen: Die Elohim bewirkten, daß die Wasser nach der einen Seite nach aufwärts gingen, nach Wolkenform strebten, in den Weltenraum hinausstrahlen wollten, und daß sie nach der anderen Seite sich sammeln wollten auf der Erdoberfläche. - Die Scheidung war also eine Art ideelle. Deshalb ist das Wort, das in der Genesis steht für diese Scheidung, auch ideell aufzufassen. Sie wissen ja, daß die lateinische Bibel das Wort Firmamentum an dieser Stelle hat. Dafür steht in der Genesis das Wort rakia. Dieses Wort bezeichnet durchaus nicht etwas, was man in äußerer sinnenfälliger Weise deuten soll, sondern es bezeichnet eben die Auseinanderscheidung zweier Kraftrichtungen.&amp;quot; {{Lit|{{G|122|69f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Sechstagewerk]] schildert nicht Ereignisse der äußeren [[Sinnliche Welt|sinnlichen Welt]], sondern beschreibt die schrittweise Ausgestaltung der [[Makrokosmos|makrokosmischen]] [[Seelenwelt]] ([[Astralwelt]]). Rakía ist die scheidende Kraft, die diese Astralwelt gliedert. Das wird auch in dem Bild angedeutet, das sich aus den [[Konsonant]]en diese Wortes formen lässt. {{He|ר}} ([[Resch]]) zeigt eine starke innere seelische Regsamkeit an. Durch {{He|ק}} ([[Qoph]]), das wie das {{He|כּ}} ([[Kaph]] mit [[Dagesch]]) als [[K]] gesprochen wird, bildet sich eine scharf geschnittene Form heraus, die die Astralsphären voneinander scheidet, wodurch die seelische Grundlage der Planetensphären geschaffen wird. {{He|י}} ([[Jod (Hebräisch)|Jod]]) steht für die schaffende Ich-Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Rakía wird das erdverwandte niedere Seelische, das nach Egoismus und Vereinzelung strebt, von dem höheren Seelischen geschieden, das nach der Vereinigung mit der ganzen kosmischen Seelenwelt strebt. Nach Ansicht der [[Kabbala|Kabbalisten]] ist das eine Folge des &#039;&#039;strengen Gerichts Gottes&#039;&#039; [[Din]] ({{HeS|דין|„Gericht“, „Recht“; „die strafende und richtende Macht Gottes“}}), der Macht zu trennen und zu scheiden, ohne die überhaupt keine Schöpfung hätte entstehen können, die zugleich aber auch die Wurzel des [[Das Böse|Bösen]] ist. Alles, was hier in der Entwicklung angestoßen wird, ist nicht ein singuläres Ereignis, sondern ein fortlaufender, stufenweiser Prozess und das äußere Spiegelbild dieser seelischen Entwicklung sind die [[Planetensphären]]. Die Differenzierung der Seelenwelt ist erst gegen Ende des 4. Schöpfungstages, wenn auch das große und das kleine Licht (Sonne und Mond) geschaffen werden, soweit fortgeschritten, dass dann am 5. Tag die ersten Tiere als beseelte Lebewesen erschaffen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die seelische Anlage der Planetensphären, die hier nach und nach geschaffen wird, dürfen nicht als räumliche Gebilde missverstanden werden. Von der Größe oder Weite dieser Sphären kann da nur vergleichsweise gesprochen werden. Die Größe deutet hier nur den seelischen Reichtum und die innere seelische Beweglichkeit an, die in ihnen beschlossen sind, und die Leichtigkeit, mit der sie sich dadurch den einströmenden schöpferischen geistigen Impulsen öffnen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der christlichen Überlieferung wurde der Begriff des [[Kristallhimmel]]s, wie ihn später auch Dante in seine Göttlichen Komödie beschrieben hat, von dieser Stelle der Genesis abgeleitet. Und dieser Kristallhimmel ist es, der jetzt am 2. Schöpfungstag entsteht, und die anderen Sphären folgen dann nach und nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Sphäre des Kristallhimmels stammen auch die Kräfte, die dann in der Folge das feste [[Kristall|kristalline]] [[Erdelement]] bilden – das „Trockene“, wie es in der Genesis genannt wird. Das tritt folgerichtig am 3. Schöpfungstag hervor. Da werden die Meere von dem Trockenen geschieden und auf dem Trockenen können auch die ersten Pflanzen entstehen – noch nicht äußerlich, aber als seelisches Urbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Weltbild von [[Dante]]s «[[Göttliche Komödie|Göttlicher Komödie]]» bildet der Kristallhimmel nach den sieben Planetensphären und dem Sternenkreis die 9. himmlische Sphäre und ist damit das genaue Gegenbild zur Eishölle, dem 9. und tiefsten Kreis der Hölle. So wie dort alles Leben in der ahrimanischen Eiseskälte erstarrt, so ist hier im Kristallhimmel die heilsame Quelle aller lebendigen Bewegung und zugleich die Quelle der Zeit. Nicht irgendwo im Raum ist der Kristallhimmel zu finden, sondern er ruht einzig in Gottes Geist. Von hier aus setzt gleichsam der Unbewegte Beweger die Welt, das Insgesamt der Schöpfung, in Schwung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|align=&amp;quot;center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;Sieh hier des Zirkellaufs Natur begonnen, &lt;br /&gt;
Durch die der Mittelpunkt in Ruhe weilt, &lt;br /&gt;
Und alles rings umher den Flug gewonnen. &lt;br /&gt;
In diesem Himmel, der am schnellsten eilt, &lt;br /&gt;
Wohnt Gottes Geist nur, der die Lieb’ entzündet, &lt;br /&gt;
Die ihn bewegt – die Kraft, die er verteilt. &lt;br /&gt;
Ein Kreis von Licht und Liebesglut umwindet &lt;br /&gt;
Ihn, wie die andern er; allein verstehn &lt;br /&gt;
Kann diesen Kreis nur er, der ihn gerundet. &lt;br /&gt;
Nichts läßt das Maß von seinem Lauf uns sehn; &lt;br /&gt;
Nach ihm nur mißt sich der der andern Sphären, &lt;br /&gt;
Wie man nach Hälft’ und Fünfteil mißt die Zehn. &lt;br /&gt;
Wie sich in diesem Kreis die Wurzeln nähren &lt;br /&gt;
Der Zeit, wie ihr Gezweig zu ändern strebt, &lt;br /&gt;
Das kannst du jetzt dir selber leicht erklären. &lt;br /&gt;
         (Paradiso, XXVII. Gesang, Strophe 36 - 40)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber gelagert ist noch als 10. Sphäre das [[Empyreum]] als der eigentliche Sitz Gottes und der Seligen. Das Empyreum oder Empyrion ([[lat.]] &#039;&#039;empyreus&#039;&#039;, &amp;quot;im Feuer&amp;quot;, abgeleitet von griech. pyr = Feuer) ist nach der antiken und mittelalterlichen Kosmologie die vom göttlichen Feuer erfüllte, noch über dem Kristallhimmel gelagerte, äußerste und höchste himmlische Sphäre. Von hier aus wurde die Entwicklung unserer ganzen Planetenkette, beginnend mit dem [[Alter Saturn|alten Saturn]], angestoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kristallhimmel bildet eine Grenze, jenseits derer die Taten geistiger Wesenheiten aufbewahrt sind, deren Ursprung bereits jenseits unserer planetarischen Entwicklungskette liegt, die also einer anderen – „früheren“ - Evolutionsreihe entspringen. Der Ausdruck „früher“ darf aber hier nur in sehr übertragenem Sinn genommen werden, denn der uns gewohnte Zeitbegriff hat hier keine Bedeutung mehr. Die Zeit in unserem Sinn ist erst mit dem alten Saturn entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Dasjenige, was da angekommen war im Beginne unserer Erdenentwickelung vor der Saturnentwickelung, das müßten wir auswärts setzen, außerhalb des Tierkreises. Die Urweltweisheit hat es genannt den Kristallhimmel, und in diesem Kristallhimmel waren deponiert die Taten der Wesen einer früheren Evolution. Sie bildeten sozusagen dasjenige, auf Grund dessen die neuen Wesenheiten zu schaffen begannen.&amp;quot; {{Lit|{{G|110|158}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Wesenheiten, die von jenseits des Kristallhimmels kommen, zählen, neben allen über ihnen stehenden geistigen [[Hierarchien]], insbesondere auch die [[Elohim]], die ihre Menschheitsstufe, d.h. die Phase ihrer [[Ich-Entwicklung]], bereits „vor“ dem alten Saturn vollendet haben und die dadurch gewonnenen Schöpferkräfte von dorther in unsere planetarische Entwicklungskette mitbringen. Und da unser menschliches Ich eine Gabe der Elohim ist, indem diese ihre Ich-Kraft an uns hingegeben haben, so hat auch unser Ich einen Ursprung, der jenseits unserer ganzen Planetenkette liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem, was geistige Wesenheiten jenseits – „vor“ – der alten Saturnentwicklung getan haben, geht kein Weltenkarma herüber in unsere Planetenkette; diese entsteht daher mit der Opfertat der Throne auf dem alten Saturn völlig frei aus einem neuen Ursprung. &lt;br /&gt;
Was während unserer planetarischen Entwicklungsreihe vom [[Alter Saturn|alten Saturn]], über die [[alte Sonne]] und den [[Alter Mond|alten Mond]] bis hin zu unserer gegenwärtigen Erdentwicklung geschehen ist, hat allerdings neues Weltenkarma hervorgerufen, mit dem auch die Elohim bei ihrer Schöpfertätigkeit zu rechnen haben. Sie schaffen nicht in einen völligen Leerraum hinein, aber was sie als Neues in die Entwicklung hineintragen – und eben das ist ihre eigentliche schöpferische Leistung – ist freien Ursprungs und nicht durch Früheres bedingt. Und ähnlich ist es im ganz Kleinen auch mit den wirklich schöpferischen Leistungen des Menschen, der den göttlichen [[Ich-Funke]]n der Elohim in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt&#039;&#039;, [[GA 110]] (1991), ISBN 3-7274-1100-7 {{Vorträge|110}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte&#039;&#039;, [[GA 122]] (1984), ISBN 3-7274-1220-8 {{Vorträge|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronomie]] [[Kategorie:Bibel]] [[Kategorie:Altes Testament]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Opferfeier&amp;diff=614891</id>
		<title>Opferfeier</title>
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		<updated>2024-03-05T06:00:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; */ Glättung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[freier Religionsunterricht|freien Religionsunterrichtes]] an der [[Waldorfschule]] hat [[Rudolf Steiner]] Kultushandlungen für die Schüler eingerichtet. Ihm war es wichtig, dass die Kinder neben dem Unterricht auch ins religiöse Erleben geführt wurden. Bei der Einrichtung von Kultus in der Schule achtete er sehr genau darauf, wer die Handlungen halten und wer daran teilnehmen durfte. In Bezug auf Kultus betonte Rudolf Steiner wiederholt den nötigen Ernst und die Verantwortlichkeit, die damit verbunden sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die Sonntagshandlung für die Kinder der Klassen 1 bis 8 eingerichtet, dann folgte die Jugendfeier für die Schüler ab der Klasse 8 zu Ostern für zwei Jahre.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Opferfeier fand erstmalig am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Kritik|Der freie christliche Impuls]] den Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; und den Unterabschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern [[Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft]] zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird die Opferfeier als Zentralsakrament bezeichnet. Gemeinsam mit anderen eindeutig unrechtmäßig angeeigneten Kultushandlungen der [[Christengemeinschaft]] soll nach Ansicht der Vertreter des Impulses von Rudolf Steiner ein laienpriesterlicher Kultusstrom in der anthroposophischen Bewegung intendiert worden sein. Die Opferfeier soll gegenüber der Menschenweihehandlung der Christengemeinschaft &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; sein. Dieser ganze Ansatz ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
[[Freier Religionsunterricht]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Christengemeinschaft|Die Christengemeinschaft]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Der freie christliche Impuls]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<updated>2024-03-05T05:56:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Geschichte */ Ergänzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[freier Religionsunterricht|freien Religionsunterrichtes]] an der [[Waldorfschule]] hat [[Rudolf Steiner]] Kultushandlungen für die Schüler eingerichtet. Ihm war es wichtig, dass die Kinder neben dem Unterricht auch ins religiöse Erleben geführt wurden. Bei der Einrichtung von Kultus in der Schule achtete er sehr genau darauf, wer die Handlungen halten und wer daran teilnehmen durfte. In Bezug auf Kultus betonte Rudolf Steiner wiederholt den nötigen Ernst und die Verantwortlichkeit, die damit verbunden sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die Sonntagshandlung für die Kinder der Klassen 1 bis 8 eingerichtet, dann folgte die Jugendfeier für die Schüler ab der Klasse 8 zu Ostern für zwei Jahre.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Opferfeier fand erstmalig am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Kritik|Der freie christliche Impuls]] den Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; und den Unterabschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern [[Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft]] zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird die Opferfeier als Zentralsakrament bezeichnet. Gemeinsam mit anderen eindeutig unrechtmäßig angeeigneten Kultushandlungen insb. der [[Christengemeinschaft]] soll nach Ansicht der Vertreter von Rudolf Steiner ein laienpriesterlicher Kultusstrom in der anthroposophischen Bewegung intendiert worden sein. Die Opferfeier soll gegenüber der Menschenweihehandlung der Christengemeinschaft &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; sein. Dieser ganze Ansatz ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
[[Freier Religionsunterricht]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Christengemeinschaft|Die Christengemeinschaft]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Der freie christliche Impuls]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Opferfeier&amp;diff=614886</id>
		<title>Opferfeier</title>
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		<updated>2024-03-05T05:14:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; */ Stil&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[freier Religionsunterricht|freien Religionsunterrichtes]] hat Rudolf Steiner Kultushandlungen für die Schüler eingerichtet. Dabei achtete er sehr genau darauf, wer die Handlungen halten und wer daran teilnehmen durfte. In Bezug auf Kultus betonte Rudolf Steiner wiederholt den nötigen Ernst und die Verantwortlichkeit, die damit verbunden sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die Sonntagshandlung für die Kinder der Klassen 1 bis 8 eingerichtet, dann folgte die Jugendfeier für die Schüler ab der Klasse 8 zu Ostern für zwei Jahre.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Opferfeier fand erstmalig am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Kritik|Der freie christliche Impuls]] den Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; und den Unterabschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern [[Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft]] zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird die Opferfeier als Zentralsakrament bezeichnet. Gemeinsam mit anderen eindeutig unrechtmäßig angeeigneten Kultushandlungen insb. der [[Christengemeinschaft]] soll nach Ansicht der Vertreter von Rudolf Steiner ein laienpriesterlicher Kultusstrom in der anthroposophischen Bewegung intendiert worden sein. Die Opferfeier soll gegenüber der Menschenweihehandlung der Christengemeinschaft &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; sein. Dieser ganze Ansatz ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
[[Freier Religionsunterricht]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Christengemeinschaft|Die Christengemeinschaft]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Der freie christliche Impuls]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Bestattung&amp;diff=614880</id>
		<title>Bestattung</title>
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		<updated>2024-03-03T07:38:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Umgang mit dem Leichnam aus anthroposophischer Sicht */ Ergänzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit der &#039;&#039;&#039;Bestattung&#039;&#039;&#039; wird der [[Leichnam]] eines [[Verstorbener|Verstorbenen]], gegebenenfalls auch eines [[Tier]]es, der [[Erde (Planet)|Erde]] übergeben. Üblicherweise ist die Bestattung von einem [[Ritual|Bestattungsritual]] bzw. einer weltlichen oder religiösen &#039;&#039;&#039;Trauerfeier&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Trauerzeremonie&#039;&#039;&#039; begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestattungsarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich ist eine &#039;&#039;&#039;Erdbestattung&#039;&#039;&#039; (auch als &#039;&#039;&#039;Begräbnis&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Beerdigung&#039;&#039;&#039; bezeichnet) oder eine &#039;&#039;&#039;Feuerbestattung&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Kremation&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Einäscherung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Brandbestattung&#039;&#039;&#039; oder früher &#039;&#039;&#039;Leichenverbrennung&#039;&#039;&#039;) möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Erdbestattung wird der Leichnam in der Regel in Tücher gehüllt oder in in einen [[Sarg]] gebettet, der in einem [[Grab]] in die Erde versenkt oder in einer [[Gruft]] aufbewahrt wird. Die [[Asche]] des [[Tote]]n wird üblicherweise in einer &#039;&#039;&#039;Urne&#039;&#039;&#039; gesammelt oder über der Erde oder dem Wasser verstreut. Das ebenfalls gebräuchliche Wort &#039;&#039;&#039;Beisetzung&#039;&#039;&#039; bezieht sich im eigentlich Sinn auf das Setzen der Urne, also die &#039;&#039;&#039;Urnenbeisetzung&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten nachgewiesenen, vermutlich bereits bewusst vollzogenen Bestattungen fanden schon vor etwa 90.000 bis 120.000 Jahren in den Höhlen von [[w:Qafzeh|Qafzeh]] und [[w:Skhul|Skhul]] in [[Israel]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudolf Steiners Handhabung der Bestattungsfrage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] betonte wiederholt, dass der jeweilige Vertreter der Religion des Verstorbenen das Ritual zu halten habe. Oftmals hat Rudolf Steiner bei Anthroposophen aber eine Gedenkansprache gehalten. Bei Anthroposophen, die nicht konfessionell beheimatet waren, verwies Rudolf Steiner zeitweise auf den christkatholischen Priester und Anthroposophen [[Hugo Schuster]], der das Ritual halten und er selbst eine Ansprache halten wolle. Später insb. ab 1923 verwies er oft an Priester der Christengemeinschaft, die man bitten möge, das Ritual zu halten (vgl. auch den entsprechenden Abschnitt im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen|Der freie christliche Impuls]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ritual für Aussegnung und Bestattung durch Rudolf Steiner ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Rudolf Steiner]] wurde ein erneuertes Bestattungsritual 1919 dem christkatholischen Priester und Anthroposophen [[Hugo Schuster]] zur Verwendung gegeben, nachdem dieser bis dahin mit dem christkatholischen Ritual Anthroposophen bestattet hatte und Rudolf Steiner dieses Ritual &amp;quot;gar zu kläglich&amp;quot; fand. Das erneuerte Bestattungsritual wurde dann von Rudolf Steiner im Zuge der Gründung der [[Christengemeinschaft]] der Priesterschaft der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Ritual ist zweiteilig und Beschließt die Zeit der Aufbahrung (Teil I) und begleitet die Übergabe des Leichnams an die Elemente (Teil II) bei der Erdbestattung oder vor(!) der Kremation.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sogenannten &amp;quot;[[Der freie christliche Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird dieses Ritual unabhängig von der Christengemeinschaft beworben und verwendet. Dies scheint allerdings eine auf einem Missverständnis beruhende unrechtmäßige Aneignung zu sein, worauf inzwischen veröffentlichte Aussagen und Handlungen Rudolf Steiners sehr deutlich hinweisen (vgl. entsprechenden Abschnitt im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Zur_Frage_der_vermeintlichen_freien_Verfügbarkeit_der_Taufe,_Bestattung_und_Trauung|Freier christlicher Impuls]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umgang mit dem Leichnam aus anthroposophischer Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Verstorbene sich erst allmählich vom Leib löst, ist eine Aufbahrungszeit von etwa drei Tagen vom Tod an gerechnet sinnvoll. Hier können Angehörige Abschied nehmen und der Verstorbene hat Ruhe für diesen sensiblen nachtodlichen Prozess. Wegen unterschiedlicher gesetzlicher Möglichkeiten ist hier die frühzeitige Absprache mit einem erfahrenen Bestatter und dem Geistlichen, der die Bestattung vollziehen soll, sinnvoll. Oftmals gibt es gesonderte Aufbahrungsräume in anthroposophischen Einrichtungen, Kirchen der Christengemeinschaft oder bei Bestattungsinstituten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Bestattung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestattung|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Bestattung&amp;diff=614879</id>
		<title>Bestattung</title>
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		<updated>2024-03-03T07:37:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Steiners Handhabung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit der &#039;&#039;&#039;Bestattung&#039;&#039;&#039; wird der [[Leichnam]] eines [[Verstorbener|Verstorbenen]], gegebenenfalls auch eines [[Tier]]es, der [[Erde (Planet)|Erde]] übergeben. Üblicherweise ist die Bestattung von einem [[Ritual|Bestattungsritual]] bzw. einer weltlichen oder religiösen &#039;&#039;&#039;Trauerfeier&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Trauerzeremonie&#039;&#039;&#039; begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestattungsarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich ist eine &#039;&#039;&#039;Erdbestattung&#039;&#039;&#039; (auch als &#039;&#039;&#039;Begräbnis&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Beerdigung&#039;&#039;&#039; bezeichnet) oder eine &#039;&#039;&#039;Feuerbestattung&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Kremation&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Einäscherung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Brandbestattung&#039;&#039;&#039; oder früher &#039;&#039;&#039;Leichenverbrennung&#039;&#039;&#039;) möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Erdbestattung wird der Leichnam in der Regel in Tücher gehüllt oder in in einen [[Sarg]] gebettet, der in einem [[Grab]] in die Erde versenkt oder in einer [[Gruft]] aufbewahrt wird. Die [[Asche]] des [[Tote]]n wird üblicherweise in einer &#039;&#039;&#039;Urne&#039;&#039;&#039; gesammelt oder über der Erde oder dem Wasser verstreut. Das ebenfalls gebräuchliche Wort &#039;&#039;&#039;Beisetzung&#039;&#039;&#039; bezieht sich im eigentlich Sinn auf das Setzen der Urne, also die &#039;&#039;&#039;Urnenbeisetzung&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten nachgewiesenen, vermutlich bereits bewusst vollzogenen Bestattungen fanden schon vor etwa 90.000 bis 120.000 Jahren in den Höhlen von [[w:Qafzeh|Qafzeh]] und [[w:Skhul|Skhul]] in [[Israel]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudolf Steiners Handhabung der Bestattungsfrage ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] betonte wiederholt, dass der jeweilige Vertreter der Religion des Verstorbenen das Ritual zu halten habe. Oftmals hat Rudolf Steiner bei Anthroposophen aber eine Gedenkansprache gehalten. Bei Anthroposophen, die nicht konfessionell beheimatet waren, verwies Rudolf Steiner zeitweise auf den christkatholischen Priester und Anthroposophen [[Hugo Schuster]], der das Ritual halten und er selbst eine Ansprache halten wolle. Später insb. ab 1923 verwies er oft an Priester der Christengemeinschaft, die man bitten möge, das Ritual zu halten (vgl. auch den entsprechenden Abschnitt im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen|Der freie christliche Impuls]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ritual für Aussegnung und Bestattung durch Rudolf Steiner ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Rudolf Steiner]] wurde ein erneuertes Bestattungsritual 1919 dem christkatholischen Priester und Anthroposophen [[Hugo Schuster]] zur Verwendung gegeben, nachdem dieser bis dahin mit dem christkatholischen Ritual Anthroposophen bestattet hatte und Rudolf Steiner dieses Ritual &amp;quot;gar zu kläglich&amp;quot; fand. Das erneuerte Bestattungsritual wurde dann von Rudolf Steiner im Zuge der Gründung der [[Christengemeinschaft]] der Priesterschaft der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Ritual ist zweiteilig und Beschließt die Zeit der Aufbahrung (Teil I) und begleitet die Übergabe des Leichnams an die Elemente (Teil II) bei der Erdbestattung oder vor(!) der Kremation.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sogenannten &amp;quot;[[Der freie christliche Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird dieses Ritual unabhängig von der Christengemeinschaft beworben und verwendet. Dies scheint allerdings eine auf einem Missverständnis beruhende unrechtmäßige Aneignung zu sein, worauf inzwischen veröffentlichte Aussagen und Handlungen Rudolf Steiners sehr deutlich hinweisen (vgl. entsprechenden Abschnitt im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Zur_Frage_der_vermeintlichen_freien_Verfügbarkeit_der_Taufe,_Bestattung_und_Trauung|Freier christlicher Impuls]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umgang mit dem Leichnam aus anthroposophischer Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Verstorbene sich erst allmählich vom Leib löst, ist eine Aufbahrungszeit von etwa drei Tagen vom Tod an gerechnet sinnvoll. Hier können Angehörige Abschied nehmen und der Verstorbene hat Ruhe für diesen sensiblen nachtodlichen Prozess. Wegen unterschiedlicher gesetzlicher Möglichkeiten ist hier die frühzeitige Absprache mit einem erfahrenen Bestatter und dem Geistlichen, der die Bestattung vollziehen soll, sinnvoll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Bestattung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestattung|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<updated>2024-03-03T07:13:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Ritual für Aussegnung und Bestattung durch Rudolf Steiner */ Stil&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit der &#039;&#039;&#039;Bestattung&#039;&#039;&#039; wird der [[Leichnam]] eines [[Verstorbener|Verstorbenen]], gegebenenfalls auch eines [[Tier]]es, der [[Erde (Planet)|Erde]] übergeben. Üblicherweise ist die Bestattung von einem [[Ritual|Bestattungsritual]] bzw. einer weltlichen oder religiösen &#039;&#039;&#039;Trauerfeier&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Trauerzeremonie&#039;&#039;&#039; begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestattungsarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich ist eine &#039;&#039;&#039;Erdbestattung&#039;&#039;&#039; (auch als &#039;&#039;&#039;Begräbnis&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Beerdigung&#039;&#039;&#039; bezeichnet) oder eine &#039;&#039;&#039;Feuerbestattung&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Kremation&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Einäscherung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Brandbestattung&#039;&#039;&#039; oder früher &#039;&#039;&#039;Leichenverbrennung&#039;&#039;&#039;) möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Erdbestattung wird der Leichnam in der Regel in Tücher gehüllt oder in in einen [[Sarg]] gebettet, der in einem [[Grab]] in die Erde versenkt oder in einer [[Gruft]] aufbewahrt wird. Die [[Asche]] des [[Tote]]n wird üblicherweise in einer &#039;&#039;&#039;Urne&#039;&#039;&#039; gesammelt oder über der Erde oder dem Wasser verstreut. Das ebenfalls gebräuchliche Wort &#039;&#039;&#039;Beisetzung&#039;&#039;&#039; bezieht sich im eigentlich Sinn auf das Setzen der Urne, also die &#039;&#039;&#039;Urnenbeisetzung&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten nachgewiesenen, vermutlich bereits bewusst vollzogenen Bestattungen fanden schon vor etwa 90.000 bis 120.000 Jahren in den Höhlen von [[w:Qafzeh|Qafzeh]] und [[w:Skhul|Skhul]] in [[Israel]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ritual für Aussegnung und Bestattung durch Rudolf Steiner ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Rudolf Steiner]] wurde ein erneuertes Bestattungsritual 1919 dem christkatholischen Priester und Anthroposophen [[Hugo Schuster]] zur Verwendung gegeben, nachdem dieser bis dahin mit dem christkatholischen Ritual Anthroposophen bestattet hatte und Rudolf Steiner dieses Ritual &amp;quot;gar zu kläglich&amp;quot; fand. Das erneuerte Bestattungsritual wurde dann von Rudolf Steiner im Zuge der Gründung der [[Christengemeinschaft]] der Priesterschaft der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sogenannten &amp;quot;[[Der freie christliche Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird dieses Ritual unabhängig von der Christengemeinschaft beworben und verwendet. Dies scheint allerdings eine auf einem Missverständnis beruhende unrechtmäßige Aneignung zu sein, worauf inzwischen veröffentlichte Aussagen und Handlungen Rudolf Steiners sehr deutlich hinweisen (vgl. entsprechenden Abschnitt im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Zur_Frage_der_vermeintlichen_freien_Verfügbarkeit_der_Taufe,_Bestattung_und_Trauung|Freier christlicher Impuls]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Bestattung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestattung|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Bestattung&amp;diff=614877</id>
		<title>Bestattung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Bestattung&amp;diff=614877"/>
		<updated>2024-03-03T07:11:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Ritual für Aussegnung und Bestattung durch Rudolf Steiner */ Stil&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit der &#039;&#039;&#039;Bestattung&#039;&#039;&#039; wird der [[Leichnam]] eines [[Verstorbener|Verstorbenen]], gegebenenfalls auch eines [[Tier]]es, der [[Erde (Planet)|Erde]] übergeben. Üblicherweise ist die Bestattung von einem [[Ritual|Bestattungsritual]] bzw. einer weltlichen oder religiösen &#039;&#039;&#039;Trauerfeier&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Trauerzeremonie&#039;&#039;&#039; begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestattungsarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich ist eine &#039;&#039;&#039;Erdbestattung&#039;&#039;&#039; (auch als &#039;&#039;&#039;Begräbnis&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Beerdigung&#039;&#039;&#039; bezeichnet) oder eine &#039;&#039;&#039;Feuerbestattung&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Kremation&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Einäscherung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Brandbestattung&#039;&#039;&#039; oder früher &#039;&#039;&#039;Leichenverbrennung&#039;&#039;&#039;) möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Erdbestattung wird der Leichnam in der Regel in Tücher gehüllt oder in in einen [[Sarg]] gebettet, der in einem [[Grab]] in die Erde versenkt oder in einer [[Gruft]] aufbewahrt wird. Die [[Asche]] des [[Tote]]n wird üblicherweise in einer &#039;&#039;&#039;Urne&#039;&#039;&#039; gesammelt oder über der Erde oder dem Wasser verstreut. Das ebenfalls gebräuchliche Wort &#039;&#039;&#039;Beisetzung&#039;&#039;&#039; bezieht sich im eigentlich Sinn auf das Setzen der Urne, also die &#039;&#039;&#039;Urnenbeisetzung&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten nachgewiesenen, vermutlich bereits bewusst vollzogenen Bestattungen fanden schon vor etwa 90.000 bis 120.000 Jahren in den Höhlen von [[w:Qafzeh|Qafzeh]] und [[w:Skhul|Skhul]] in [[Israel]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ritual für Aussegnung und Bestattung durch Rudolf Steiner ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Rudolf Steiner]] wurde ein erneuertes Bestattungsritual 1919 dem christkatholischen Priester und Anthroposophen [[Hugo Schuster]] zur Verwendung gegeben, nachdem dieser bis dahin mit dem christkatholischen Ritual Anthroposophen bestattet hatte und Rudolf Steiner dieses Ritual &amp;quot;gar zu kläglich&amp;quot; fand. Das erneuerte Bestattungsritual wurde dann von Rudolf Steiner im Zuge der Gründung der [[Christengemeinschaft]] der Priesterschaft der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sogenannten &amp;quot;[[Der freie christliche Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird dieses Ritual unabhängig von der Christengemeinschaft beworben und verwendet. Dies scheint allerdings eine auf einem Missverständnis beruhende unrechtmäßige Aneignung zu sein, worauf inzwischen veröffentlichte Aussagen und Handlungen Rudolf Steiners sehr deutlich hinweisen (vgl. Abschnitt zur Bestattung im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Zur_Frage_der_vermeintlichen_freien_Verfügbarkeit_der_Taufe,_Bestattung_und_Trauung|Freier christlicher Impuls]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Bestattung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestattung|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<title>Opferfeier</title>
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		<updated>2024-03-03T07:02:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Geschichte */ Glättung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[freier Religionsunterricht|freien Religionsunterrichtes]] hat Rudolf Steiner Kultushandlungen für die Schüler eingerichtet. Dabei achtete er sehr genau darauf, wer die Handlungen halten und wer daran teilnehmen durfte. In Bezug auf Kultus betonte Rudolf Steiner wiederholt den nötigen Ernst und die Verantwortlichkeit, die damit verbunden sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die Sonntagshandlung für die Kinder der Klassen 1 bis 8 eingerichtet, dann folgte die Jugendfeier für die Schüler ab der Klasse 8 zu Ostern für zwei Jahre.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Opferfeier fand erstmalig am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Kritik|Der freie christliche Impuls]] den Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; und den Unterabschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern [[Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft]] zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird die Opferfeier als Zentralsakrament bezeichnet. Mit ihr und anderen eindeutig unrechtmäßig angeeigneten Kultushandlungen insb. der [[Christengemeinschaft]] soll nach Ansicht der Vertreter von Rudolf Steiner ein laienpriesterlicher Kultusstrom in der anthroposophischen Bewegung intendiert worden sein. Die Opferfeier soll gegenüber der Menschenweihehandlung der Christengemeinschaft &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; sein. Dieser ganze Ansatz ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
[[Freier Religionsunterricht]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Christengemeinschaft|Die Christengemeinschaft]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Der freie christliche Impuls]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<title>Opferfeier</title>
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		<updated>2024-03-03T07:01:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Siehe auch */ Korrektur Relevanz&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[freier Religionsunterricht|freien Religionsunterrichtes]] hat Rudolf Steiner Kultushandlungen für die Schüler eingerichtet. Dabei achtete er sehr genau darauf, wer die Handlungen halten und wer daran teilnehmen durfte. In Bezug auf Kultus betonte Rudolf Steiner wiederholt den nötigen Ernst und die Verantwortlichkeit, die damit verbunden sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die Sonntagshandlung für die Kinder der Klassen 1 bis 8 eingerichtet, dann folgte die Jugendfeier für die Schüler ab der Klasse 8 zu Ostern für zwei Jahre.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Opferfeier fand erstmalig am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Kritik|Der freie christliche Impuls]] den Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; und den Unterabschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern [[Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird die Opferfeier als Zentralsakrament bezeichnet. Mit ihr und anderen eindeutig unrechtmäßig angeeigneten Kultushandlungen insb. der [[Christengemeinschaft]] soll nach Ansicht der Vertreter von Rudolf Steiner ein laienpriesterlicher Kultusstrom in der anthroposophischen Bewegung intendiert worden sein. Die Opferfeier soll gegenüber der Menschenweihehandlung der Christengemeinschaft &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; sein. Dieser ganze Ansatz ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
[[Freier Religionsunterricht]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Christengemeinschaft|Die Christengemeinschaft]]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Der freie christliche Impuls]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<title>Opferfeier</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[freier Religionsunterricht|freien Religionsunterrichtes]] hat Rudolf Steiner Kultushandlungen für die Schüler eingerichtet. Dabei achtete er sehr genau darauf, wer die Handlungen halten und wer daran teilnehmen durfte. In Bezug auf Kultus betonte Rudolf Steiner wiederholt den nötigen Ernst und die Verantwortlichkeit, die damit verbunden sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die Sonntagshandlung für die Kinder der Klassen 1 bis 8 eingerichtet, dann folgte die Jugendfeier für die Schüler ab der Klasse 8 zu Ostern für zwei Jahre.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Opferfeier fand erstmalig am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Kritik|Der freie christliche Impuls]] den Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; und den Unterabschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern [[Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird die Opferfeier als Zentralsakrament bezeichnet. Mit ihr und anderen eindeutig unrechtmäßig angeeigneten Kultushandlungen insb. der [[Christengemeinschaft]] soll nach Ansicht der Vertreter von Rudolf Steiner ein laienpriesterlicher Kultusstrom in der anthroposophischen Bewegung intendiert worden sein. Die Opferfeier soll gegenüber der Menschenweihehandlung der Christengemeinschaft &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; sein. Dieser ganze Ansatz ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Religion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Opferfeier&amp;diff=614873</id>
		<title>Opferfeier</title>
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		<updated>2024-03-03T06:55:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Geschichte */ Ergänzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[freier Religionsunterricht|freien Religionsunterrichtes]] hat Rudolf Steiner Kultushandlungen für die Schüler eingerichtet. Dabei achtete er sehr genau darauf, wer die Handlungen halten und wer daran teilnehmen durfte. In Bezug auf Kultus betonte Rudolf Steiner wiederholt den nötigen Ernst und die Verantwortlichkeit, die damit verbunden sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die Sonntagshandlung für die Kinder der Klassen 1 bis 8 eingerichtet, dann folgte die Jugendfeier für die Schüler ab der Klasse 8 zu Ostern für zwei Jahre.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Opferfeier fand erstmalig am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Artikel [[Der freie christliche Impuls#Kritik|Der freie christliche Impuls]] den Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; und den Unterabschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird die Opferfeier als Zentralsakrament bezeichnet. Mit ihr und anderen eindeutig unrechtmäßig angeeigneten Kultushandlungen insb. der [[Christengemeinschaft]] soll nach Ansicht der Vertreter von Rudolf Steiner ein laienpriesterlicher Kultusstrom in der anthroposophischen Bewegung intendiert worden sein. Die Opferfeier soll gegenüber der Menschenweihehandlung der Christengemeinschaft &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; sein. Dieser ganze Ansatz ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Religion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Opferfeier&amp;diff=614872</id>
		<title>Opferfeier</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Opferfeier&amp;diff=614872"/>
		<updated>2024-03-03T06:44:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; */ Klärung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[freier Religionsunterricht|freien Religionsunterrichtes]] hat Rudolf Steiner auch Kultushandlungen für die Schüler eingerichtet. Zunächst wurde die Sonntagshandlung für die Kinder der Klassen 1 bis 8 eingerichtet, dann folgte die Jugendfeier für die Schüler ab der Klasse 8 zu Ostern für zwei Jahre.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Opferfeier fand erstmalig am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; wird die Opferfeier als Zentralsakrament bezeichnet. Mit ihr und anderen eindeutig unrechtmäßig angeeigneten Kultushandlungen insb. der [[Christengemeinschaft]] soll nach Ansicht der Vertreter von Rudolf Steiner ein laienpriesterlicher Kultusstrom in der anthroposophischen Bewegung intendiert worden sein. Die Opferfeier soll gegenüber der Menschenweihehandlung der Christengemeinschaft &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; sein. Dieser ganze Ansatz ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Religion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<title>Opferfeier</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Geschichte */ Ergänzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des [[freier Religionsunterricht|freien Religionsunterrichtes]] hat Rudolf Steiner auch Kultushandlungen für die Schüler eingerichtet. Zunächst wurde die Sonntagshandlung für die Kinder der Klassen 1 bis 8 eingerichtet, dann folgte die Jugendfeier für die Schüler ab der Klasse 8 zu Ostern für zwei Jahre.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Opferfeier fand erstmalig am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Diese Ansicht ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Religion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<title>Opferfeier</title>
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		<updated>2024-02-28T10:21:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Quellen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die [[Opferfeier]] wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Diese Ansicht ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Religion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<title>Opferfeier</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Entwurf 2, Überarbeitung Abschnitt Geschichte folgt bald&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die [[Opferfeier]] wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Opferfeier und der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Diese Ansicht ist umstritten. Vergleiche den Hauptartikel zum &amp;quot;[[freier christlicher Impuls|freien christlichen Impuls]]&amp;quot; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Religion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Religion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Opferfeier&amp;diff=614855</id>
		<title>Opferfeier</title>
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		<updated>2024-02-28T09:21:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Entwurf&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die [[Opferfeier]] wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=614854</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
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		<updated>2024-02-28T09:20:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Rituale des Freien Religionsunterrichtes */ Link&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die [[Opferfeier]] wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen ===&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende ===&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen ===&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung ===&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen ===&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. &#039;&#039;&#039;So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus ===&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder wendet dazu ein: &amp;quot;Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ===&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922 ===&lt;br /&gt;
Der Vortrag Rudolf Steiners vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vortrag23011923&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es war ja zunächst von Dr. Rittelmeyer schon darauf aufmerksam gemacht worden, daß doch noch gewisse Schwierigkeiten bestehen in der Auffassung des Verhältnisses dieser christlich-religiösen Bewegung zur Anthroposophie. Diese Schwierigkeiten sind ja solche, die man eigentlich nicht gerade, ich möchte sagen, durch eine Definition versuchen soll zu bewältigen, sondern die sich eigentlich nur bewältigen lassen durch die Praxis, und dann auch durch ein gewisses Studium der Seelenverhältnisse der gegenwärtigen Menschheit.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-25&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 25, https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=25&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Sehen Sie, diese seit Jahrhunderten angestrebte, auch innere Trennung des Wissenschaftlichen und des Religiösen, diese Trennung kann eben eine noch so starke rein religiöse Bewegung gar nicht irgendwie bewältigen. Denn eine religiöse Bewegung muß, ebenso wie eine wissenschaftliche Bewegung, vor allen Dingen innerlich wahr sein. Nun könnte es vielleicht sogar trivial erscheinen, wenn wir jetzt, nachdem wir so vieles miteinander besprochen haben, was der religiösen Bewegung Inhalt gibt, wieder zurückkommen auf das Elementare: die Bewegung muß wahr sein. Aber wir dürfen nicht unterschätzen, wie stark heutzutage die Unwahrheit, die innere, die unbewußte Unwahrheit zivilisatorischer Impulse geworden ist.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-26&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 26, https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=26&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Für den, der heute auf dem Boden einer religiösen Erneuerung stehen will, ist es daher notwendig, sich klar darüber zu sein, daß er zugleich einig sein muß mit einer Erkenntnisrichtung, welche den Geist wiederum in das Naturwissen hineinträgt, die den Geist geltend macht innerhalb des Naturwissens, so daß bis in die Physik hinunter der Geist geltend gemacht wird. Das ist ja richtig angestrebt worden, indem die religiöse Bewegung auf Anthroposophie baut. Aber dieses Bauen auf die Anthroposophie muß ein ganz innerliches, wahrhaftiges sein. Deshalb ist es nötig, daß man sich das Verhältnis zwischen der religiösen Erneuerung und der Anthroposophie auch in der richtigen Weise vorstellt.&amp;lt;br&amp;gt;Nicht wahr, die Anthroposophie will und kann nicht anders, als eine Erkenntnisbewegung sein. Sie muß, so sehr dadurch auch das Verhältnis zu ihren Anhängern leidet, in allen Einzelheiten vollbewußt so arbeiten, daß sie eine Erkenntnisbewegung ist. Die religiöse Erneuerung ist eben eine religiöse Bewegung mit dem entsprechenden religiösen Kultus. Und wenn beide Bewegungen aus ihren eigenen Impulsen arbeiten, so kann ja nichts anderes Zustandekommen als eine gegenseitige Befruchtung. Es kann im Grunde genommen niemals eine Störung auftreten. Man muß allerdings, auch wenn man sich klar ist, daß ja im großen und ganzen eine Störung nicht auftreten kann, die Zeitverhältnisse gründlich berücksichtigen. Die anthroposophische Bewegung hat natürlich heute deshalb einen schwierigen Stand, weil sehr viele Menschen, die lechzen nach einer Vergeistigung der Weltanschauung, auch erkenntnismäßig eigentlich doch auf eine leichtere und bequemere Weise zu ihren Erkenntnissen kommen möchten, als Anthroposophie sie ihnen geben kann. Man möchte nicht gern jene intensive innere Mitarbeit haben, welche in der Anthroposophie notwendig ist, und dadurch treten zuweilen wirklich recht absurde Anschauungen und Gedanken auf. [...] Was aber gibt Gemeinschaft? Menschliche Gemeinsamkeit des Denkens und Empfindens! Man kann sich kaum denken, daß die Leute, wenn der anthroposophische Impuls in ihnen ehrlich arbeitet, sich nicht in einer solchen Gemeinsamkeit fühlen, wie sie überhaupt noch nicht da war in der Welt. Denn so gründlich brauchte man noch nie umzudenken, selbst nicht in den alten Mysterien; da war noch vieles ähnlicher dem populären Denken. Es ist ein so starkes Band da, daß alles Rufen und Schreien nach Gemeinsamkeit, das namentlich unter den Jüngeren vielfach auftritt, im Grunde genommen schon einen Zug von Absurdität hat. Aber vergessen Sie nicht, daß wir nicht in einem Atelier sind und uns aus Plastilin Menschen formen können, sondern daß die Menschen da sind mit all ihren Absurditäten, die man absolut berücksichtigen muß, über die man nicht hinaus kann, wenn man real wirken will.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-28&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 28f., https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=28&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„So tritt der Impuls auf, gemeinschaftsbildend zu sein innerhalb der anthroposophischen Bewegung. Erkenntnisbewegung ist die anthroposophische Bewegung. Auf Gemeinsamkeit des Wollens, Fühlens und Denkens ist sie gegründet. So daß man eigentlich denken könnte, die religiöse Bewegung würde einfach das, was auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung da ist, aufnehmen und nun in der Art, die ja nun einmal für die religiöse Bewegung gegeben ist, dies wiederum aus den ureigensten Impulsen weiterbilden.&amp;lt;br&amp;gt;Als es noch keine religiöse Bewegung gegeben hat, haben Menschen, die in der anthroposophischen Bewegung standen, noch einen Ersatz gesucht dafür in allerlei esoterischen Kreisen, die aber so aufgebaut waren, daß sie im wesentlichen Erkenntniskreise waren, und das, was da kultusähnlich war, diente auch nur der Erkenntnis. [...] Dagegen ist die Sache bei der religiösen Bewegung so, daß im Kult selbst schon ein unmittelbarer Inhalt liegt, und zwar in jeder Kulthandlung, so daß auch derjenige, der zum Beispiel es ablehnt, vom Kult aus nach einer Erkenntnis zu streben, doch in der Teilnahme am Kult ein entsprechendes Leben hat, weil der Kult, wie er in dieser religiösen Bewegung wirken soll, unmittelbar die Sprache der geistigen Welt ist, heruntergetragen in irdische Form, so daß die Teilnahme am Kultus etwas ganz Positives ist.“&#039;&#039; &amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-30&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 30f., https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=31&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann. [...] Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-34-35&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-35&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da gestanden hat, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja gerichtet an die Anthroposophen, nicht an die religiöse Erneuerung. Solche Dinge gingen davon aus, dass zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, um ihre Teilnahme an der religiösen Erneuerung zu entscheiden.&#039;&#039; [...] &#039;&#039;Man darf aber nicht sagen, man könne zur Anthroposophie nur kommen durch die religiöse Bewegung, das wäre sehr falsch. Mein damaliger Vortrag war an die Anthroposophen gerichtet. Also es ist doch selbstverständlich, daß die Anthroposophen, wie sie in der letzten Zeit geworden sind, Ratgeber beim Kultus sein können. Das andere wiederum ist Gift für die Anthroposophie: wenn man sagt, man könne nicht zu anthroposophischem Verständnis [des Christus] kommen, wenn man nicht durch den Kult dazu kommt. Es ist nötig, daß man das dazunimmt, daß diese Rede an die Anthroposophen gerichtet war. Das Mißverständnis bestand darin, daß beide Seiten Auffassungsfehler gemacht haben in der Handhabung. Es waren in der religiösen Bewegung viele, die nicht wußten, wie sie sich verhalten sollten.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-40f&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt;teilweise zitiert nach Flensburger Hefte: Wortgetreu und unverfälscht? Haben wir in der Gesamtausgabe Texte Rudolf Steiners? (Sonderheft 20), Flensburg 2002&amp;lt;br&amp;gt;vgl. hierzu die Stellungnahme des Rudolf Steiner Verlags im ArchivMagazin 12, Dornach/Basel Oktober 2022, Seite 99ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-42f&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
*&amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*&amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*[[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<title>Bestattung</title>
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		<updated>2024-01-01T14:42:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Ritual für Aussegnung und Bestattung durch Rudolf Steiner */ Link&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit der &#039;&#039;&#039;Bestattung&#039;&#039;&#039; wird der [[Leichnam]] eines [[Verstorbener|Verstorbenen]], gegebenenfalls auch eines [[Tier]]es, der [[Erde (Planet)|Erde]] übergeben. Üblicherweise ist die Bestattung von einem [[Ritual|Bestattungsritual]] bzw. einer weltlichen oder religiösen &#039;&#039;&#039;Trauerfeier&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Trauerzeremonie&#039;&#039;&#039; begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestattungsarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich ist eine &#039;&#039;&#039;Erdbestattung&#039;&#039;&#039; (auch als &#039;&#039;&#039;Begräbnis&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Beerdigung&#039;&#039;&#039; bezeichnet) oder eine &#039;&#039;&#039;Feuerbestattung&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Kremation&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Einäscherung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Brandbestattung&#039;&#039;&#039; oder früher &#039;&#039;&#039;Leichenverbrennung&#039;&#039;&#039;) möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Erdbestattung wird der Leichnam in der Regel in Tücher gehüllt oder in in einen [[Sarg]] gebettet, der in einem [[Grab]] in die Erde versenkt oder in einer [[Gruft]] aufbewahrt wird. Die [[Asche]] des [[Tote]]n wird üblicherweise in einer &#039;&#039;&#039;Urne&#039;&#039;&#039; gesammelt oder über der Erde oder dem Wasser verstreut. Das ebenfalls gebräuchliche Wort &#039;&#039;&#039;Beisetzung&#039;&#039;&#039; bezieht sich im eigentlich Sinn auf das Setzen der Urne, also die &#039;&#039;&#039;Urnenbeisetzung&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten nachgewiesenen, vermutlich bereits bewusst vollzogenen Bestattungen fanden schon vor etwa 90.000 bis 120.000 Jahren in den Höhlen von [[w:Qafzeh|Qafzeh]] und [[w:Skhul|Skhul]] in [[Israel]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ritual für Aussegnung und Bestattung durch Rudolf Steiner ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Rudolf Steiner]] wurde ein erneuertes Bestattungsritual 1919 dem christkatholischen Priester und Anthroposophen [[Hugo Schuster]] zur Verwendung gegeben, nachdem dieser bis dahin mit dem christkatholischen Ritual Anthroposophen bestattet hatte und Rudolf Steiner dieses Ritual &amp;quot;gar zu kläglich&amp;quot; fand. Das erneuerte Bestattungsritual wurde dann im Zuge der Gründung der [[Christengemeinschaft]] von Rudolf Steiner der Priesterschaft der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Der freie christliche Impuls|freien christlichen Impuls]] wird dieses Ritual unabhängig von der Christengemeinschaft beworben und verwendet. Dies scheint allerdings eine auf einem Missverständnis beruhende unrechtmäßige Aneignung zu sein, worauf inzwischen veröffentlichte Aussagen und Handlungen Rudolf Steiners sehr deutlich hinweisen (vgl. Abschnitt zur Bestattung der [[Der freie christliche Impuls#Zur_Frage_der_vermeintlichen_freien_Verfügbarkeit_der_Taufe,_Bestattung_und_Trauung|Kritik am freien christlichen Impuls]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Bestattung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestattung|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<title>Bestattung</title>
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		<updated>2024-01-01T14:38:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Format Einzelnachweise&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit der &#039;&#039;&#039;Bestattung&#039;&#039;&#039; wird der [[Leichnam]] eines [[Verstorbener|Verstorbenen]], gegebenenfalls auch eines [[Tier]]es, der [[Erde (Planet)|Erde]] übergeben. Üblicherweise ist die Bestattung von einem [[Ritual|Bestattungsritual]] bzw. einer weltlichen oder religiösen &#039;&#039;&#039;Trauerfeier&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Trauerzeremonie&#039;&#039;&#039; begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestattungsarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich ist eine &#039;&#039;&#039;Erdbestattung&#039;&#039;&#039; (auch als &#039;&#039;&#039;Begräbnis&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Beerdigung&#039;&#039;&#039; bezeichnet) oder eine &#039;&#039;&#039;Feuerbestattung&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Kremation&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Einäscherung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Brandbestattung&#039;&#039;&#039; oder früher &#039;&#039;&#039;Leichenverbrennung&#039;&#039;&#039;) möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Erdbestattung wird der Leichnam in der Regel in Tücher gehüllt oder in in einen [[Sarg]] gebettet, der in einem [[Grab]] in die Erde versenkt oder in einer [[Gruft]] aufbewahrt wird. Die [[Asche]] des [[Tote]]n wird üblicherweise in einer &#039;&#039;&#039;Urne&#039;&#039;&#039; gesammelt oder über der Erde oder dem Wasser verstreut. Das ebenfalls gebräuchliche Wort &#039;&#039;&#039;Beisetzung&#039;&#039;&#039; bezieht sich im eigentlich Sinn auf das Setzen der Urne, also die &#039;&#039;&#039;Urnenbeisetzung&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten nachgewiesenen, vermutlich bereits bewusst vollzogenen Bestattungen fanden schon vor etwa 90.000 bis 120.000 Jahren in den Höhlen von [[w:Qafzeh|Qafzeh]] und [[w:Skhul|Skhul]] in [[Israel]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ritual für Aussegnung und Bestattung durch Rudolf Steiner ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Rudolf Steiner]] wurde ein erneuertes Bestattungsritual 1919 dem christkatholischen Priester und Anthroposophen [[Hugo Schuster]] zur Verwendung gegeben, nachdem dieser bis dahin mit dem christkatholischen Ritual Anthroposophen bestattet hatte und Rudolf Steiner dieses Ritual &amp;quot;gar zu kläglich&amp;quot; fand. Das erneuerte Bestattungsritual wurde dann im Zuge der Gründung der [[Christengemeinschaft]] von Rudolf Steiner der Priesterschaft der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Der freie christliche Impuls|freien christlichen Impuls]] wird dieses Ritual unabhängig von der Christengemeinschaft beworben und verwendet. Dies scheint allerdings eine auf einem Missverständnis beruhende unrechtmäßige Aneignung zu sein, worauf inzwischen veröffentlichte Aussagen und Handlungen Rudolf Steiners sehr deutlich hinweisen (vgl. [[Der freie christliche Impuls#Kritik|Kritik am freien christlichen Impuls]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Bestattung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestattung|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Bestattung&amp;diff=611314</id>
		<title>Bestattung</title>
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		<updated>2024-01-01T14:37:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Formulierungen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit der &#039;&#039;&#039;Bestattung&#039;&#039;&#039; wird der [[Leichnam]] eines [[Verstorbener|Verstorbenen]], gegebenenfalls auch eines [[Tier]]es, der [[Erde (Planet)|Erde]] übergeben. Üblicherweise ist die Bestattung von einem [[Ritual|Bestattungsritual]] bzw. einer weltlichen oder religiösen &#039;&#039;&#039;Trauerfeier&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Trauerzeremonie&#039;&#039;&#039; begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestattungsarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich ist eine &#039;&#039;&#039;Erdbestattung&#039;&#039;&#039; (auch als &#039;&#039;&#039;Begräbnis&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Beerdigung&#039;&#039;&#039; bezeichnet) oder eine &#039;&#039;&#039;Feuerbestattung&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Kremation&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Einäscherung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Brandbestattung&#039;&#039;&#039; oder früher &#039;&#039;&#039;Leichenverbrennung&#039;&#039;&#039;) möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Erdbestattung wird der Leichnam in der Regel in Tücher gehüllt oder in in einen [[Sarg]] gebettet, der in einem [[Grab]] in die Erde versenkt oder in einer [[Gruft]] aufbewahrt wird. Die [[Asche]] des [[Tote]]n wird üblicherweise in einer &#039;&#039;&#039;Urne&#039;&#039;&#039; gesammelt oder über der Erde oder dem Wasser verstreut. Das ebenfalls gebräuchliche Wort &#039;&#039;&#039;Beisetzung&#039;&#039;&#039; bezieht sich im eigentlich Sinn auf das Setzen der Urne, also die &#039;&#039;&#039;Urnenbeisetzung&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten nachgewiesenen, vermutlich bereits bewusst vollzogenen Bestattungen fanden schon vor etwa 90.000 bis 120.000 Jahren in den Höhlen von [[w:Qafzeh|Qafzeh]] und [[w:Skhul|Skhul]] in [[Israel]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ritual für Aussegnung und Bestattung durch Rudolf Steiner ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Rudolf Steiner]] wurde ein erneuertes Bestattungsritual 1919 dem christkatholischen Priester und Anthroposophen [[Hugo Schuster]] zur Verwendung gegeben, nachdem dieser bis dahin mit dem christkatholischen Ritual Anthroposophen bestattet hatte und Rudolf Steiner dieses Ritual &amp;quot;gar zu kläglich&amp;quot; fand. Das erneuerte Bestattungsritual wurde dann im Zuge der Gründung der [[Christengemeinschaft]] von Rudolf Steiner der Priesterschaft der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Der freie christliche Impuls|freien christlichen Impuls]] wird dieses Ritual unabhängig von der Christengemeinschaft beworben und verwendet. Dies scheint allerdings eine auf einem Missverständnis beruhende unrechtmäßige Aneignung zu sein, worauf inzwischen veröffentlichte Aussagen und Handlungen Rudolf Steiners sehr deutlich hinweisen (vgl. [[Der freie christliche Impuls#Kritik|Kritik am freien christlichen Impuls]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Bestattung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestattung|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Bestattung&amp;diff=611312</id>
		<title>Bestattung</title>
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		<updated>2024-01-01T14:05:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Ritual durch Rudolf Steiner&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit der &#039;&#039;&#039;Bestattung&#039;&#039;&#039; wird der [[Leichnam]] eines [[Verstorbener|Verstorbenen]], gegebenenfalls auch eines [[Tier]]es, der [[Erde (Planet)|Erde]] übergeben. Üblicherweise ist die Bestattung von einem [[Ritual|Bestattungsritual]] bzw. einer weltlichen oder religiösen &#039;&#039;&#039;Trauerfeier&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Trauerzeremonie&#039;&#039;&#039; begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestattungsarten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich ist eine &#039;&#039;&#039;Erdbestattung&#039;&#039;&#039; (auch als &#039;&#039;&#039;Begräbnis&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Beerdigung&#039;&#039;&#039; bezeichnet) oder eine &#039;&#039;&#039;Feuerbestattung&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Kremation&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Einäscherung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Brandbestattung&#039;&#039;&#039; oder früher &#039;&#039;&#039;Leichenverbrennung&#039;&#039;&#039;) möglich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Erdbestattung wird der Leichnam in der Regel in Tücher gehüllt oder in in einen [[Sarg]] gebettet, der in einem [[Grab]] in die Erde versenkt oder in einer [[Gruft]] aufbewahrt wird. Die [[Asche]] des [[Tote]]n wird üblicherweise in einer &#039;&#039;&#039;Urne&#039;&#039;&#039; gesammelt oder über der Erde oder dem Wasser verstreut. Das ebenfalls gebräuchliche Wort &#039;&#039;&#039;Beisetzung&#039;&#039;&#039; bezieht sich im eigentlich Sinn auf das Setzen der Urne, also die &#039;&#039;&#039;Urnenbeisetzung&#039;&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten nachgewiesenen, vermutlich bereits bewusst vollzogenen Bestattungen fanden schon vor etwa 90.000 bis 120.000 Jahren in den Höhlen von [[w:Qafzeh|Qafzeh]] und [[w:Skhul|Skhul]] in [[Israel]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestattungsritual durch Rudolf Steiner ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Rudolf Steiner]] wurde ein erneuertes Bestattungsritual zunächst dem christkatholischen Priester [[Hugo Schuster]], später bei der Gründung dann der Priesterschaft der [[Christengemeinschaft]] für ihre Arbeit übergeben. Im [[Der freie christliche Impuls|freien christlichen Impuls]] wird dieses Ritual unabhängig von der Christengemeinschaft beworben. Dies ist allerdings eine auf einem Missverständnis beruhende unrechtmäßige Aneignung, wie inzwischen veröffentlichte Aussagen Rudolf Steiners explizit belegen (vgl. [[Der freie christliche Impuls#Kritik|Kritik am freien christlichen Impuls]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Bestattung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestattung|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=608962</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
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		<updated>2023-12-14T21:29:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Links zu GA-Quellen aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen ===&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende ===&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen ===&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung ===&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen ===&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. &#039;&#039;&#039;So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus ===&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder wendet dazu ein: &amp;quot;Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ===&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922 ===&lt;br /&gt;
Der Vortrag Rudolf Steiners vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vortrag23011923&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es war ja zunächst von Dr. Rittelmeyer schon darauf aufmerksam gemacht worden, daß doch noch gewisse Schwierigkeiten bestehen in der Auffassung des Verhältnisses dieser christlich-religiösen Bewegung zur Anthroposophie. Diese Schwierigkeiten sind ja solche, die man eigentlich nicht gerade, ich möchte sagen, durch eine Definition versuchen soll zu bewältigen, sondern die sich eigentlich nur bewältigen lassen durch die Praxis, und dann auch durch ein gewisses Studium der Seelenverhältnisse der gegenwärtigen Menschheit.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-25&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 25, https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=25&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Sehen Sie, diese seit Jahrhunderten angestrebte, auch innere Trennung des Wissenschaftlichen und des Religiösen, diese Trennung kann eben eine noch so starke rein religiöse Bewegung gar nicht irgendwie bewältigen. Denn eine religiöse Bewegung muß, ebenso wie eine wissenschaftliche Bewegung, vor allen Dingen innerlich wahr sein. Nun könnte es vielleicht sogar trivial erscheinen, wenn wir jetzt, nachdem wir so vieles miteinander besprochen haben, was der religiösen Bewegung Inhalt gibt, wieder zurückkommen auf das Elementare: die Bewegung muß wahr sein. Aber wir dürfen nicht unterschätzen, wie stark heutzutage die Unwahrheit, die innere, die unbewußte Unwahrheit zivilisatorischer Impulse geworden ist.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-26&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 26, https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=26&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Für den, der heute auf dem Boden einer religiösen Erneuerung stehen will, ist es daher notwendig, sich klar darüber zu sein, daß er zugleich einig sein muß mit einer Erkenntnisrichtung, welche den Geist wiederum in das Naturwissen hineinträgt, die den Geist geltend macht innerhalb des Naturwissens, so daß bis in die Physik hinunter der Geist geltend gemacht wird. Das ist ja richtig angestrebt worden, indem die religiöse Bewegung auf Anthroposophie baut. Aber dieses Bauen auf die Anthroposophie muß ein ganz innerliches, wahrhaftiges sein. Deshalb ist es nötig, daß man sich das Verhältnis zwischen der religiösen Erneuerung und der Anthroposophie auch in der richtigen Weise vorstellt.&amp;lt;br&amp;gt;Nicht wahr, die Anthroposophie will und kann nicht anders, als eine Erkenntnisbewegung sein. Sie muß, so sehr dadurch auch das Verhältnis zu ihren Anhängern leidet, in allen Einzelheiten vollbewußt so arbeiten, daß sie eine Erkenntnisbewegung ist. Die religiöse Erneuerung ist eben eine religiöse Bewegung mit dem entsprechenden religiösen Kultus. Und wenn beide Bewegungen aus ihren eigenen Impulsen arbeiten, so kann ja nichts anderes Zustandekommen als eine gegenseitige Befruchtung. Es kann im Grunde genommen niemals eine Störung auftreten. Man muß allerdings, auch wenn man sich klar ist, daß ja im großen und ganzen eine Störung nicht auftreten kann, die Zeitverhältnisse gründlich berücksichtigen. Die anthroposophische Bewegung hat natürlich heute deshalb einen schwierigen Stand, weil sehr viele Menschen, die lechzen nach einer Vergeistigung der Weltanschauung, auch erkenntnismäßig eigentlich doch auf eine leichtere und bequemere Weise zu ihren Erkenntnissen kommen möchten, als Anthroposophie sie ihnen geben kann. Man möchte nicht gern jene intensive innere Mitarbeit haben, welche in der Anthroposophie notwendig ist, und dadurch treten zuweilen wirklich recht absurde Anschauungen und Gedanken auf. [...] Was aber gibt Gemeinschaft? Menschliche Gemeinsamkeit des Denkens und Empfindens! Man kann sich kaum denken, daß die Leute, wenn der anthroposophische Impuls in ihnen ehrlich arbeitet, sich nicht in einer solchen Gemeinsamkeit fühlen, wie sie überhaupt noch nicht da war in der Welt. Denn so gründlich brauchte man noch nie umzudenken, selbst nicht in den alten Mysterien; da war noch vieles ähnlicher dem populären Denken. Es ist ein so starkes Band da, daß alles Rufen und Schreien nach Gemeinsamkeit, das namentlich unter den Jüngeren vielfach auftritt, im Grunde genommen schon einen Zug von Absurdität hat. Aber vergessen Sie nicht, daß wir nicht in einem Atelier sind und uns aus Plastilin Menschen formen können, sondern daß die Menschen da sind mit all ihren Absurditäten, die man absolut berücksichtigen muß, über die man nicht hinaus kann, wenn man real wirken will.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-28&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 28f., https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=28&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„So tritt der Impuls auf, gemeinschaftsbildend zu sein innerhalb der anthroposophischen Bewegung. Erkenntnisbewegung ist die anthroposophische Bewegung. Auf Gemeinsamkeit des Wollens, Fühlens und Denkens ist sie gegründet. So daß man eigentlich denken könnte, die religiöse Bewegung würde einfach das, was auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung da ist, aufnehmen und nun in der Art, die ja nun einmal für die religiöse Bewegung gegeben ist, dies wiederum aus den ureigensten Impulsen weiterbilden.&amp;lt;br&amp;gt;Als es noch keine religiöse Bewegung gegeben hat, haben Menschen, die in der anthroposophischen Bewegung standen, noch einen Ersatz gesucht dafür in allerlei esoterischen Kreisen, die aber so aufgebaut waren, daß sie im wesentlichen Erkenntniskreise waren, und das, was da kultusähnlich war, diente auch nur der Erkenntnis. [...] Dagegen ist die Sache bei der religiösen Bewegung so, daß im Kult selbst schon ein unmittelbarer Inhalt liegt, und zwar in jeder Kulthandlung, so daß auch derjenige, der zum Beispiel es ablehnt, vom Kult aus nach einer Erkenntnis zu streben, doch in der Teilnahme am Kult ein entsprechendes Leben hat, weil der Kult, wie er in dieser religiösen Bewegung wirken soll, unmittelbar die Sprache der geistigen Welt ist, heruntergetragen in irdische Form, so daß die Teilnahme am Kultus etwas ganz Positives ist.“&#039;&#039; &amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-30&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 30f., https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=31&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann. [...] Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-34-35&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-35&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da gestanden hat, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja gerichtet an die Anthroposophen, nicht an die religiöse Erneuerung. Solche Dinge gingen davon aus, dass zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, um ihre Teilnahme an der religiösen Erneuerung zu entscheiden.&#039;&#039; [...] &#039;&#039;Man darf aber nicht sagen, man könne zur Anthroposophie nur kommen durch die religiöse Bewegung, das wäre sehr falsch. Mein damaliger Vortrag war an die Anthroposophen gerichtet. Also es ist doch selbstverständlich, daß die Anthroposophen, wie sie in der letzten Zeit geworden sind, Ratgeber beim Kultus sein können. Das andere wiederum ist Gift für die Anthroposophie: wenn man sagt, man könne nicht zu anthroposophischem Verständnis [des Christus] kommen, wenn man nicht durch den Kult dazu kommt. Es ist nötig, daß man das dazunimmt, daß diese Rede an die Anthroposophen gerichtet war. Das Mißverständnis bestand darin, daß beide Seiten Auffassungsfehler gemacht haben in der Handhabung. Es waren in der religiösen Bewegung viele, die nicht wußten, wie sie sich verhalten sollten.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-40f&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt;teilweise zitiert nach Flensburger Hefte: Wortgetreu und unverfälscht? Haben wir in der Gesamtausgabe Texte Rudolf Steiners? (Sonderheft 20), Flensburg 2002&amp;lt;br&amp;gt;vgl. hierzu die Stellungnahme des Rudolf Steiner Verlags im ArchivMagazin 12, Dornach/Basel Oktober 2022, Seite 99ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-42f&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
*&amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*&amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*[[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Grundsteinspruch&amp;diff=606713</id>
		<title>Grundsteinspruch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Grundsteinspruch&amp;diff=606713"/>
		<updated>2023-12-06T09:49:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Korrektur anhand des Nachrichtenblattes von 1924&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;Grundsteinspruch&#039;&#039;&#039; zur Neubegründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] wurde von [[Rudolf Steiner]] in zwei verschiedenen Fassungen gegeben. Die erste Fassung wurde während der [[Weihnachtstagung 1923/24]] vorgetragen, die andere für den Abdruck im ersten Nachrichtenblatt «Was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht. Nachrichten für deren Mitglieder» vom 13. Januar 1924 verwendet. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die im Nachrichtenblatt enthaltene Fassung die [[Hierarchien]] nicht namentlich nennt, die [[Elementargeister]] nur allgemein als [[Geister]] angesprochen werden und der [[Rosenkreuzerspruch]] nicht [[latein]]isch, sondern in deutscher Übersetzung gegeben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Marie Steiner]] hat später verschiedentlich mitgeteilt, warum Rudolf Steiner für das Nachrichtenblatt die zweite Fassung des Grundsteinspruchs gegeben hat. Marie Steiners Mitarbeiter Günther Schubert hat ihre Mitteilung wie folgt festgehalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie sprach wiederholt davon, daß sie daran zurückdenken müsse, wie schwer sich Dr. Steiner zu dem Entschluß durchgerungen hat, den Spruch der Grundsteinlegung 1923 zu veröffentlichen, und wie er in der schließlich gedruckten Fassung den unmittelbaren Anruf der Hierarchien nach dem Abstrakten hin abgeschwächt hat. Dr. Steiner wollte, daß auch in Mitgliederkreisen nur dieser abgeschwächte Wortlaut verwendet werden sollte, denn es gebe bei solchen kultisch geformten esoterischen Sprüchen ein Gesetz, wonach die Kraft, die hinausgesandt wird, mit derselben Stärke wiederum zurückschlage, so daß man bedenken müsse, ob man dies werde aushalten können.|260|309}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| width=&amp;quot;900&amp;quot; align=&amp;quot;center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Weihnachtstagung 1923/24 !! Nachrichtenblatt vom 13. Januar 1924&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot;| &amp;lt;poem&amp;gt;Menschenseele!&lt;br /&gt;
Du lebest in den Gliedern,&lt;br /&gt;
Die dich durch die Raumeswelt&lt;br /&gt;
In das Geistesmeereswesen tragen:&lt;br /&gt;
Übe Geist-Erinnern&lt;br /&gt;
In Seelentiefen,&lt;br /&gt;
Wo in waltendem&lt;br /&gt;
Weltschöpfer-Sein&lt;br /&gt;
Das eigne Ich&lt;br /&gt;
Im Gottes-Ich&lt;br /&gt;
Erweset;&lt;br /&gt;
Und du wirst wahrhaft leben&lt;br /&gt;
Im Menschen-Welten-Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn es waltet der Vater-Geist der Höhen&lt;br /&gt;
In den Weltentiefen Sein-erzeugend:&lt;br /&gt;
Seraphim, Cherubim, Throne,&lt;br /&gt;
Lasset aus den Höhen erklingen,&lt;br /&gt;
Was in den Tiefen das Echo findet;&lt;br /&gt;
Dieses spricht:&lt;br /&gt;
Ex Deo nascimur.&lt;br /&gt;
Das hören die Elementargeister&lt;br /&gt;
Im Osten, Westen, Norden, Süden:&lt;br /&gt;
Menschen mögen es hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele!&lt;br /&gt;
Du lebest in dem Herzens-Lungen-Schlage,&lt;br /&gt;
Der dich durch den Zeitenrhythmus&lt;br /&gt;
Ins eigne Seelenwesensfühlen leitet:&lt;br /&gt;
Übe Geist-Besinnen&lt;br /&gt;
Im Seelengleichgewichte,&lt;br /&gt;
Wo die wogenden&lt;br /&gt;
Welten-Werde-Taten&lt;br /&gt;
Das eigne Ich&lt;br /&gt;
Dem Welten-Ich&lt;br /&gt;
Vereinen;&lt;br /&gt;
Und du wirst wahrhaft fühlen&lt;br /&gt;
Im Menschen-Seelen-Wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn es waltet der Christus-Wille im Umkreis&lt;br /&gt;
In den Weltenrhythmen Seelen-begnadend.&lt;br /&gt;
Kyriotetes, Dynamis, Exusiai,&lt;br /&gt;
Lasset vom Osten befeuern,&lt;br /&gt;
Was durch den Westen sich gestaltet;&lt;br /&gt;
Dieses spricht:&lt;br /&gt;
In Christo morimur.&lt;br /&gt;
Das hören die Elementargeister&lt;br /&gt;
Im Osten, Westen, Norden, Süden:&lt;br /&gt;
Menschen mögen es hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele!&lt;br /&gt;
Du lebest im ruhenden Haupte,&lt;br /&gt;
Das dir aus Ewigkeitsgründen&lt;br /&gt;
Die Weltengedanken erschließet:&lt;br /&gt;
Übe Geist-Erschauen&lt;br /&gt;
In Gedanken-Ruhe,&lt;br /&gt;
Wo die ew’gen Götterziele&lt;br /&gt;
Welten-Wesens-Licht&lt;br /&gt;
Dem eignen Ich&lt;br /&gt;
Zu freiem Wollen&lt;br /&gt;
Schenken;&lt;br /&gt;
Und du wirst wahrhaft denken&lt;br /&gt;
In Menschen-Geistes-Gründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn es walten des Geistes Weltgedanken&lt;br /&gt;
Im Weltenwesen Licht-erflehend.&lt;br /&gt;
Archai, Archangeloi, Angeloi,&lt;br /&gt;
O lasset aus den Tiefen erbitten,&lt;br /&gt;
Was in den Höhen erhöret wird:&lt;br /&gt;
Dieses spricht:&lt;br /&gt;
Per spiritum sanctum reviviscimus.&lt;br /&gt;
Das hören die Elementargeister&lt;br /&gt;
Im Osten, Westen, Norden, Süden;&lt;br /&gt;
Menschen mögen es hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeiten Wende&lt;br /&gt;
Trat das Welten-Geistes-Licht&lt;br /&gt;
In den irdischen Wesensstrom;&lt;br /&gt;
Nacht-Dunkel&lt;br /&gt;
Hatte ausgewaltet;&lt;br /&gt;
Taghelles Licht&lt;br /&gt;
Erstrahlte in Menschenseelen;&lt;br /&gt;
Licht,&lt;br /&gt;
Das erwärmet&lt;br /&gt;
Die armen Hirtenherzen;&lt;br /&gt;
Licht,&lt;br /&gt;
Das erleuchtet&lt;br /&gt;
Die weisen Königshäupter -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Göttliches Licht,&lt;br /&gt;
Christus-Sonne,&lt;br /&gt;
Erwärme&lt;br /&gt;
Unsere Herzen;&lt;br /&gt;
Erleuchte&lt;br /&gt;
Unsere Häupter;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass gut werde,&lt;br /&gt;
Was wir aus Herzen&lt;br /&gt;
Gründen,&lt;br /&gt;
Aus Häuptern&lt;br /&gt;
Zielvoll führen wollen.&amp;lt;/poem&amp;gt; || valign=&amp;quot;top&amp;quot; | &amp;lt;poem&amp;gt;Menschenseele!&lt;br /&gt;
Du lebest in den Gliedern,&lt;br /&gt;
Die dich durch die Raumeswelt&lt;br /&gt;
In das Geistesmeereswesen tragen:&lt;br /&gt;
Übe Geist-Erinnern&lt;br /&gt;
In Seelentiefen,&lt;br /&gt;
Wo in waltendem&lt;br /&gt;
Weltschöpfer-Sein&lt;br /&gt;
Das eigne Ich&lt;br /&gt;
Im Gottes-Ich&lt;br /&gt;
Erweset;&lt;br /&gt;
Und du wirst wahrhaft leben&lt;br /&gt;
Im Menschen-Welten-Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn es waltet der Vater-Geist der Höhen&lt;br /&gt;
In den Weltentiefen Sein-erzeugend:&lt;br /&gt;
Ihr Kräfte-Geister&lt;br /&gt;
Lasset aus den Höhen erklingen,&lt;br /&gt;
Was in den Tiefen das Echo findet;&lt;br /&gt;
Dieses spricht:&lt;br /&gt;
Aus dem Göttlichen weset die Menschheit.&lt;br /&gt;
Das hören die Geister in Ost, West, Nord, Süd:&lt;br /&gt;
Menschen mögen es hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele!&lt;br /&gt;
Du lebest in dem Herzens-Lungen-Schlage,&lt;br /&gt;
Der dich durch den Zeitenrhythmus&lt;br /&gt;
Ins eigne Seelenwesensfühlen leitet:&lt;br /&gt;
Übe Geist-Besinnen&lt;br /&gt;
Im Seelengleichgewichte,&lt;br /&gt;
Wo die wogenden&lt;br /&gt;
Welten-Werde-Taten&lt;br /&gt;
Das eigne Ich&lt;br /&gt;
Dem Welten-Ich&lt;br /&gt;
Vereinen;&lt;br /&gt;
Und du wirst wahrhaft fühlen&lt;br /&gt;
Im Menschen-Seelen-Wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn es waltet der Christus-Wille im Umkreis&lt;br /&gt;
In den Weltenrhythmen Seelen-begnadend.&lt;br /&gt;
Ihr Lichtes-Geister&lt;br /&gt;
Lasset vom Osten befeuern,&lt;br /&gt;
Was durch den Westen sich formet;&lt;br /&gt;
Dieses spricht:&lt;br /&gt;
In dem Christus wird Leben der Tod.&lt;br /&gt;
Das hören die Geister in Ost, West, Nord, Süd:&lt;br /&gt;
Menschen mögen es hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele!&lt;br /&gt;
Du lebest im ruhenden Haupte,&lt;br /&gt;
Das dir aus Ewigkeitsgründen&lt;br /&gt;
Die Weltengedanken erschließet:&lt;br /&gt;
Übe Geist-Erschauen&lt;br /&gt;
In Gedanken-Ruhe,&lt;br /&gt;
Wo die ew’gen Götterziele&lt;br /&gt;
Welten-Wesens-Licht&lt;br /&gt;
Dem eignen Ich&lt;br /&gt;
Zu freiem Wollen&lt;br /&gt;
Schenken;&lt;br /&gt;
Und du wirst wahrhaft denken&lt;br /&gt;
In Menschen-Geistes-Gründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn es walten des Geistes Weltgedanken&lt;br /&gt;
Im Weltenwesen Licht-erflehend.&lt;br /&gt;
Ihr Seelen-Geister&lt;br /&gt;
Lasset aus den Tiefen erbitten,&lt;br /&gt;
Was in den Höhen erhöret wird:&lt;br /&gt;
Dieses spricht:&lt;br /&gt;
In des Geistes Weltgedanken erwachet die Seele.&lt;br /&gt;
Das hören die Geister in Ost, West, Nord, Süd;&lt;br /&gt;
Menschen mögen es hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeiten Wende&lt;br /&gt;
Trat das Welten-Geistes-Licht&lt;br /&gt;
In den irdischen Wesensstrom;&lt;br /&gt;
Nacht-Dunkel&lt;br /&gt;
Hatte ausgewaltet;&lt;br /&gt;
Taghelles Licht&lt;br /&gt;
Erstrahlte in Menschenseelen;&lt;br /&gt;
Licht,&lt;br /&gt;
Das erwärmet&lt;br /&gt;
Die armen Hirtenherzen;&lt;br /&gt;
Licht,&lt;br /&gt;
Das erleuchtet&lt;br /&gt;
Die weisen Königshäupter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Göttliches Licht,&lt;br /&gt;
Christus-Sonne,&lt;br /&gt;
Erwärme&lt;br /&gt;
Unsere Herzen;&lt;br /&gt;
Erleuchte&lt;br /&gt;
Unsere Häupter;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass gut werde,&lt;br /&gt;
Was wir&lt;br /&gt;
Aus Herzen gründen,&lt;br /&gt;
Was wir&lt;br /&gt;
Aus Häuptern führen&lt;br /&gt;
Wollen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geistige Bedeutung des Grundsteinspruchs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Grundsteinspruch liegt die [[Erkenntnis]] von der [[Dreigliederung]] des [[Mensch]]enwesens und der [[Welt]] zugrunde, wie Rudolf Steiner während der Grundsteinlegung erläuterte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wahrgenommen werden konnte jene Dreigliederung des Menschen,&lt;br /&gt;
durch die der Mensch in seinem ganzen Wesen nach Geist,&lt;br /&gt;
Seele und Leib sich in erneuerter Form beleben kann das «Erkenne&lt;br /&gt;
dich selbst», wahrgenommen konnte sie werden, diese Dreigliederung,&lt;br /&gt;
seit Jahrzehnten. Ich selber konnte sie erst zur Reife bringen&lt;br /&gt;
im letzten Jahrzehnt während der kriegerischen Stürme. Damals&lt;br /&gt;
versuchte ich anzudeuten, wie der Mensch auch physisch lebt in seinem&lt;br /&gt;
Stoffwechsel-Gliedmaßen-System, in seinem Herzens-Rhythmus-&lt;br /&gt;
System, in seinem Kopfes-Denk- und Wahrnehmungs-System.&lt;br /&gt;
Und man kann sich überzeugt halten davon, daß der Mensch - indem&lt;br /&gt;
er in der richtigen Art, wie es gestern angedeutet worden ist,&lt;br /&gt;
durch die Durchlebung seines Herzens mit [[Anthroposophia]] diese&lt;br /&gt;
Dreigliederung richtig in sich aufnimmt - dann erkennt, dadurch,&lt;br /&gt;
daß er fühlend und wollend erkennen lernt, was er eigentlich tut, indem&lt;br /&gt;
er, die Weltengeister ihn belebend, durch seine Glieder sich&lt;br /&gt;
hineinstellt in die Raumesweiten, dann erkennt im tätigen Erfassen&lt;br /&gt;
der Welt - nicht im leidenden, passiven Erfassen der Welt, sondern&lt;br /&gt;
im aktiv tätigen Erfassen der Welt, indem er seine Pflichten, seine&lt;br /&gt;
Aufgaben, seine Mission in der Welt erfüllt - das Wesen der allwaltenden&lt;br /&gt;
Menschen- und Weltenliebe, die da ist ein Glied im Gesamtweltenwesen.&lt;br /&gt;
Und man kann sich überzeugt halten, daß wenn der&lt;br /&gt;
Mensch erkennt das wundervolle Geheimnis, das da waltet zwischen&lt;br /&gt;
Lunge und Herz - in dem innerlich wahrnehmbar ausgedrückt&lt;br /&gt;
wird, wie die Weltenrhythmen, die durch Jahrtausende,&lt;br /&gt;
durch Äonen wirken, in Puls- und Blutrhythmus hereinschlagen&lt;br /&gt;
und Weltbeseelung im Menschen erwecken -, man kann hoffen,&lt;br /&gt;
daß, indem dieses weisheitsvoll mit dem Herzen als Erkenntnisorgan&lt;br /&gt;
erfaßt wird, dann der Mensch erfahren kann, wie die Weltenbilder,&lt;br /&gt;
die gottgegebenen, den Kosmos aus sich heraus tatkräftig offenbaren.&lt;br /&gt;
Wie man im wirkenden Sich-Bewegen erfaßt die waltende&lt;br /&gt;
Weltenliebe, so wird man die Urbilder des Weltenseins erfassen,&lt;br /&gt;
wenn man in sich fühlt den geheimnisvollen Übergang zwischen&lt;br /&gt;
Weltenrhythmus und Herzensrhythmus und durch diese wiederum&lt;br /&gt;
den Menschenrhythmus, der geheimnisvoll seelisch-geistig sich abspielt&lt;br /&gt;
zwischen Lunge und Herz. Und wenn der Mensch in der riehtigen&lt;br /&gt;
Weise fühlend wahrnehmen wird, was sich offenbart in seinem&lt;br /&gt;
Hauptessystem, das da ruhet auf seinen Schultern, auch wenn er geht,&lt;br /&gt;
dann wird er, sich erfühlend in seinem Hauptsystem, die Herzenswärme&lt;br /&gt;
ausgießend in sein Hauptessystem, die waltenden, wirkenden,&lt;br /&gt;
webenden Weltgedanken in seiner eigenen Wesenheit erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und er wird so die Dreiheit alles Seins - Weltenliebe, waltend in&lt;br /&gt;
Menschenliebe; Weltenimagination, waltend in menschlicher Organisationsgestaltung;&lt;br /&gt;
Weltgedanken, waltend geheimnisvoll untergründlich&lt;br /&gt;
in Menschheitsgedanken - er wird diese Dreigliederung erfassen&lt;br /&gt;
und sich erkennen als individuell freier Mensch im waltenden&lt;br /&gt;
Götterwirken des Kosmos, als Weltenmensch, individueller Mensch&lt;br /&gt;
im Weltenmenschen, wirkend als individueller Mensch im Weltenmenschen&lt;br /&gt;
für die Weltenzukunft. Er wird aus den Zeichen der Gegenwart&lt;br /&gt;
heraus erneuern das alte Wort: «Erkenne dich selbst!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch die Griechen durften weglassen den Nachsatz, weil bei&lt;br /&gt;
ihnen das menschliche Selbst noch nicht so abstrakt geworden war&lt;br /&gt;
wie bei uns, zusammengeflossen in den abstrakten Ich-Punkt oder&lt;br /&gt;
höchstens in das Denken, Fühlen und Wollen, sondern weil bei ihnen&lt;br /&gt;
erfaßt wurde die Menschennatur als Ganzes nach Geist, Seele&lt;br /&gt;
und Leib. So durften die Griechen glauben, zu treffen den ganzen&lt;br /&gt;
Menschen nach Geist, Seele und Leib, wenn sie das Wort ertönen&lt;br /&gt;
ließen, das uralte Sonnenwort, das Apollo-Wort: «Erkenne dich&lt;br /&gt;
selbst!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir aber müssen sagen, wenn wir aus den Zeichen der Zeit in der&lt;br /&gt;
richtigen Weise erneuern dieses Wort: O Menschenseele, erkenne&lt;br /&gt;
dich selbst in deinem wesenden Weben in Geist, Seele und Leib. -&lt;br /&gt;
Dann haben wir verstanden dasjenige, was allem Menschenwesen zu&lt;br /&gt;
Grunde liegt. Und diese Weltensubstanz, in der da wirkt und west&lt;br /&gt;
und lebt der Geist, der aus den Höhen strömt und im Menschenhaupte&lt;br /&gt;
sich offenbart; die Christus-Kraft, die überall im Umkreise&lt;br /&gt;
wirkt, die mit den Lüften webt, um die Erde kreisend, die in unserem&lt;br /&gt;
Atemsystem wirkt und lebt; und wenn wir erkennen die in den&lt;br /&gt;
Tiefen aus dem Erdeninnern heraufkommenden Kräfte, die in unseren&lt;br /&gt;
Gliedmaßen wirken - und wenn wir diese drei Kräfte, die Kräfte&lt;br /&gt;
der Höhen, die Kräfte des Umkreises, die Kräfte der Tiefen, in diesem&lt;br /&gt;
Augenblicke vereinigen in einer gestaltenden Substanz: dann&lt;br /&gt;
können wir in unserem Seelen-Erfassen dem Welten-Dodekaeder&lt;br /&gt;
das Menschen-Dodekaeder gegenüberstellen. Und aus diesen drei&lt;br /&gt;
Kräften: aus dem Geist der Höhe, aus der Christus-Kraft des Umkreises,&lt;br /&gt;
aus der Vater-Wirksamkeit, der schöpferischen Vatertätigkeit,&lt;br /&gt;
die aus den Tiefen strömt, wollen wir in diesem Augenblicke in&lt;br /&gt;
unseren Seelen den dodekaedrischen Grundstein formen, den wir in&lt;br /&gt;
den Boden unserer Seelen senken, damit er da sei zum starken Zeichen&lt;br /&gt;
in den kräftigen Gründen unseres Seelenseins und wir in der&lt;br /&gt;
Zukunft des Wirkens der Anthroposophischen Gesellschaft auf&lt;br /&gt;
diesem festen Grundstein stehen können.|260|62ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bernard Lievegoed]]: &#039;&#039;Besinnung auf den Grundstein&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 1989&lt;br /&gt;
* Jörgen Smit: &#039;&#039;Geistesschulung und Lebenspraxis - die Grundstein-Meditation als Zukunftsimpuls&#039;&#039;, Vlg. am Goetheanum, Dornach 1987&lt;br /&gt;
* [[Valentin Tomberg]]: &#039;&#039;Die Grundsteinmeditation Rudolf Steiners&#039;&#039;, Achamoth Vlg., Schönach 1993&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Weihnachtstagung zur Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 1923/24&#039;&#039;, [[GA 260]] (1994), ISBN 3-7274-2602-0 {{Geschichte|260}} &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mantrische Sprüche. Seelenübungen Band II, 1903 – 1925&#039;&#039;, [[GA 268]] (1999),  ISBN 3-7274-2680-2 {{Vorträge|268}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;«Eine große Verantwortung» für das Schicksal aller Menschen&#039;&#039;, Rudolf Steiner Ausgaben, Bad Liebenzell 2015&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung 1923/1924]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditation (Anthroposophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophische Gesellschaft]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weihnachtstagung]]&lt;br /&gt;
[[en:Foundation Stone Meditation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebet (Anthroposophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Trinität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gott]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=570823</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=570823"/>
		<updated>2023-05-11T05:44:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922 */ Zitatqualität verbessert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen ===&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende ===&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen ===&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung ===&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen ===&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. &#039;&#039;&#039;So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus ===&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder wendet dazu ein: &amp;quot;Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ===&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922 ===&lt;br /&gt;
Der Vortrag Rudolf Steiners vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vortrag23011923&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es war ja zunächst von Dr. Rittelmeyer schon darauf aufmerksam gemacht worden, daß doch noch gewisse Schwierigkeiten bestehen in der Auffassung des Verhältnisses dieser christlich-religiösen Bewegung zur Anthroposophie. Diese Schwierigkeiten sind ja solche, die man eigentlich nicht gerade, ich möchte sagen, durch eine Definition versuchen soll zu bewältigen, sondern die sich eigentlich nur bewältigen lassen durch die Praxis, und dann auch durch ein gewisses Studium der Seelenverhältnisse der gegenwärtigen Menschheit.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-25&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 25, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=25&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Sehen Sie, diese seit Jahrhunderten angestrebte, auch innere Trennung des Wissenschaftlichen und des Religiösen, diese Trennung kann eben eine noch so starke rein religiöse Bewegung gar nicht irgendwie bewältigen. Denn eine religiöse Bewegung muß, ebenso wie eine wissenschaftliche Bewegung, vor allen Dingen innerlich wahr sein. Nun könnte es vielleicht sogar trivial erscheinen, wenn wir jetzt, nachdem wir so vieles miteinander besprochen haben, was der religiösen Bewegung Inhalt gibt, wieder zurückkommen auf das Elementare: die Bewegung muß wahr sein. Aber wir dürfen nicht unterschätzen, wie stark heutzutage die Unwahrheit, die innere, die unbewußte Unwahrheit zivilisatorischer Impulse geworden ist.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-26&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 26, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=26&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Für den, der heute auf dem Boden einer religiösen Erneuerung stehen will, ist es daher notwendig, sich klar darüber zu sein, daß er zugleich einig sein muß mit einer Erkenntnisrichtung, welche den Geist wiederum in das Naturwissen hineinträgt, die den Geist geltend macht innerhalb des Naturwissens, so daß bis in die Physik hinunter der Geist geltend gemacht wird. Das ist ja richtig angestrebt worden, indem die religiöse Bewegung auf Anthroposophie baut. Aber dieses Bauen auf die Anthroposophie muß ein ganz innerliches, wahrhaftiges sein. Deshalb ist es nötig, daß man sich das Verhältnis zwischen der religiösen Erneuerung und der Anthroposophie auch in der richtigen Weise vorstellt.&amp;lt;br&amp;gt;Nicht wahr, die Anthroposophie will und kann nicht anders, als eine Erkenntnisbewegung sein. Sie muß, so sehr dadurch auch das Verhältnis zu ihren Anhängern leidet, in allen Einzelheiten vollbewußt so arbeiten, daß sie eine Erkenntnisbewegung ist. Die religiöse Erneuerung ist eben eine religiöse Bewegung mit dem entsprechenden religiösen Kultus. Und wenn beide Bewegungen aus ihren eigenen Impulsen arbeiten, so kann ja nichts anderes Zustandekommen als eine gegenseitige Befruchtung. Es kann im Grunde genommen niemals eine Störung auftreten. Man muß allerdings, auch wenn man sich klar ist, daß ja im großen und ganzen eine Störung nicht auftreten kann, die Zeitverhältnisse gründlich berücksichtigen. Die anthroposophische Bewegung hat natürlich heute deshalb einen schwierigen Stand, weil sehr viele Menschen, die lechzen nach einer Vergeistigung der Weltanschauung, auch erkenntnismäßig eigentlich doch auf eine leichtere und bequemere Weise zu ihren Erkenntnissen kommen möchten, als Anthroposophie sie ihnen geben kann. Man möchte nicht gern jene intensive innere Mitarbeit haben, welche in der Anthroposophie notwendig ist, und dadurch treten zuweilen wirklich recht absurde Anschauungen und Gedanken auf. [...] Was aber gibt Gemeinschaft? Menschliche Gemeinsamkeit des Denkens und Empfindens! Man kann sich kaum denken, daß die Leute, wenn der anthroposophische Impuls in ihnen ehrlich arbeitet, sich nicht in einer solchen Gemeinsamkeit fühlen, wie sie überhaupt noch nicht da war in der Welt. Denn so gründlich brauchte man noch nie umzudenken, selbst nicht in den alten Mysterien; da war noch vieles ähnlicher dem populären Denken. Es ist ein so starkes Band da, daß alles Rufen und Schreien nach Gemeinsamkeit, das namentlich unter den Jüngeren vielfach auftritt, im Grunde genommen schon einen Zug von Absurdität hat. Aber vergessen Sie nicht, daß wir nicht in einem Atelier sind und uns aus Plastilin Menschen formen können, sondern daß die Menschen da sind mit all ihren Absurditäten, die man absolut berücksichtigen muß, über die man nicht hinaus kann, wenn man real wirken will.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-28&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 28f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=28&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„So tritt der Impuls auf, gemeinschaftsbildend zu sein innerhalb der anthroposophischen Bewegung. Erkenntnisbewegung ist die anthroposophische Bewegung. Auf Gemeinsamkeit des Wollens, Fühlens und Denkens ist sie gegründet. So daß man eigentlich denken könnte, die religiöse Bewegung würde einfach das, was auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung da ist, aufnehmen und nun in der Art, die ja nun einmal für die religiöse Bewegung gegeben ist, dies wiederum aus den ureigensten Impulsen weiterbilden.&amp;lt;br&amp;gt;Als es noch keine religiöse Bewegung gegeben hat, haben Menschen, die in der anthroposophischen Bewegung standen, noch einen Ersatz gesucht dafür in allerlei esoterischen Kreisen, die aber so aufgebaut waren, daß sie im wesentlichen Erkenntniskreise waren, und das, was da kultusähnlich war, diente auch nur der Erkenntnis. [...] Dagegen ist die Sache bei der religiösen Bewegung so, daß im Kult selbst schon ein unmittelbarer Inhalt liegt, und zwar in jeder Kulthandlung, so daß auch derjenige, der zum Beispiel es ablehnt, vom Kult aus nach einer Erkenntnis zu streben, doch in der Teilnahme am Kult ein entsprechendes Leben hat, weil der Kult, wie er in dieser religiösen Bewegung wirken soll, unmittelbar die Sprache der geistigen Welt ist, heruntergetragen in irdische Form, so daß die Teilnahme am Kultus etwas ganz Positives ist.“&#039;&#039; &amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-30&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 30f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=31&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann. [...] Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-34-35&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-35&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da gestanden hat, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja gerichtet an die Anthroposophen, nicht an die religiöse Erneuerung. Solche Dinge gingen davon aus, dass zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, um ihre Teilnahme an der religiösen Erneuerung zu entscheiden.&#039;&#039; [...] &#039;&#039;Man darf aber nicht sagen, man könne zur Anthroposophie nur kommen durch die religiöse Bewegung, das wäre sehr falsch. Mein damaliger Vortrag war an die Anthroposophen gerichtet. Also es ist doch selbstverständlich, daß die Anthroposophen, wie sie in der letzten Zeit geworden sind, Ratgeber beim Kultus sein können. Das andere wiederum ist Gift für die Anthroposophie: wenn man sagt, man könne nicht zu anthroposophischem Verständnis [des Christus] kommen, wenn man nicht durch den Kult dazu kommt. Es ist nötig, daß man das dazunimmt, daß diese Rede an die Anthroposophen gerichtet war. Das Mißverständnis bestand darin, daß beide Seiten Auffassungsfehler gemacht haben in der Handhabung. Es waren in der religiösen Bewegung viele, die nicht wußten, wie sie sich verhalten sollten.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-40f&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt;teilweise zitiert nach Flensburger Hefte: Wortgetreu und unverfälscht? Haben wir in der Gesamtausgabe Texte Rudolf Steiners? (Sonderheft 20), Flensburg 2002&amp;lt;br&amp;gt;vgl. hierzu die Stellungnahme des Rudolf Steiner Verlags im ArchivMagazin 12, Dornach/Basel Oktober 2022, Seite 99ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-42f&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
*&amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*&amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*[[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Christengemeinschaft&amp;diff=556004</id>
		<title>Christengemeinschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Christengemeinschaft&amp;diff=556004"/>
		<updated>2022-12-31T06:55:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Kritik innerhalb der anthroposophischen Bewegung */ Ergänzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Johanneskirche Dresden.jpg|mini|400px|Altarraum der Johannes-Kirche der Christengemeinschaft in [[Wikipedia:Dresden|Dresden]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&#039;&#039;&#039; ist eine [[1922]] nach den Impulsen mehrerer (damals überwiegend evangelischer) [[Theologe]]n gegründete, aber von der [[Anthroposophische Gesellschaft|anthroposophischen Gesellschaft]] völlig unabhängige, selbständige [[Christentum|christliche]] Erneuerungsbewegung, in deren Mittelpunkt das gemeinsame Begehen [[Kultus|kultischer]] Handlungen steht. Bei der Stiftung des Kultus, stand Rudolf Steiner als Privatmann (außerhalb der anthroposophischen Bewegung) helfend zur Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie ist eine Bewegung, die aus sich selbst heraus entstanden ist, und die die Ratschläge von mir bekommen hat aus dem Grunde, weil, wenn jemand berechtigten Rat auf irgendeinem Gebiete fordert, es Menschenpflicht ist, wenn man den Rat erteilen kann, ihn auch wirklich zu erteilen.|219|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr eigen ist ein reges Gemeindeleben. Sie sieht sich nicht als alleinseligmachende [[Kirche (Organisation)|Kirche]]. Die Christengemeinschaft beruft sich auf [[Christus]] als den [[Schöpfung|Schöpfer]] der Erde, der in [[Jesus von Nazareth]] Mensch wurde. In ihm finden Gläubige Lebenskraft und Fortbestehen. Die Christengemeinschaft wird von den Kirchen - nicht jedoch vom [[Staat]] - bedauerlicherweise immer noch als [[Sekte]] eingestuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lehrfreiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Priester der Christengemeinschaft haben Lehrfreiheit und sind an keine [[Dogma|dogmatische]] Lehre gebunden. Ausgenommen davon ist einzig das Lehren gegen den gegebenen Kultus. [[Rudolf Steiner]] sagt dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das ist nämlich sehr wichtig, daß Sie sich klar sind darüber, daß in bezug auf die Lehre dann völlige Freiheit herrscht, wenn der gemeinschaftliche Zusammenhalt im Kultus gegeben ist. Dadurch ist ja gerade die Freiheit der Predigt und der Lehre gesichert, daß der Zusammenhalt nicht abhängt von der Übereinstimmung, die Grenzen hat. Natürlich hat diese Freiheit ihre Grenzen darin, daß nicht in irgendeiner leicht durchschaubaren Weise dasjenige, was man lehrt, dem Geist und dem Sinn des Kultus widerspricht. Das wäre eine Absurdität in sich selber. Wenn also irgend jemand das Meßopfer verrichtet und zu gleicher Zeit lehren würde, daß das ein Unsinn ist, so würde er nicht innerhalb der Gemeinschaft bleiben können oder mindestens nicht lehren können. Nicht wahr, so ist in einem so weitgehenden Sinn, als es nur möglich ist, die Freiheit der Lehre anerkannt. Und, meine lieben Freunde, ohne die Freiheit der Lehre kommen wir heute tatsächlich, besonders in einer christlichen Gemeinschaft, nicht weiter. Es muß nur der Kultus im richtigen Sinne angesehen werden, dann ergibt sich, so möchte ich sagen, gerade aus dem Vorhandensein des Kultus die Freiheit der Lehre.|344|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sakramente==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Sakrament}}&lt;br /&gt;
Die [[Christengemeinschaft]] ist eine [[Kultus]]gemeinschaft. Ihre wichtigste kultische Feier ist  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die [[Menschenweihehandlung]], in deren Mittelpunkt als zentrales [[Sakrament]] das [[Abendmahl]] ([[Eucharistie]]) und die damit verbundene [[Kommunion]] steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sechs weitere [[Sakrament]]e können den Lebenslauf begleiten und helfend darin wirksam werden. &lt;br /&gt;
*Die [[Taufe]]&lt;br /&gt;
*Die [[Konfirmation]]&lt;br /&gt;
*Die [[Beichte]]&lt;br /&gt;
*Die [[Trauung]]&lt;br /&gt;
*Die [[Priesterweihe]]&lt;br /&gt;
*Die [[Krankensalbung]]&lt;br /&gt;
Darüber hinaus bestehen kultische Handlungen: &lt;br /&gt;
*Die Sonntagshandlung für die Kinder&lt;br /&gt;
*Die [[Predigt]]&lt;br /&gt;
*Die [[Aussegnung]] und [[Bestattung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA 343 6.10.1921 Tafel 12.jpg|mini|450px|Angaben Rudolf Steiners zu den liturgischen Gewändern der Christengemeinschaft (Tafel 12 aus [[GA 343]])]]&lt;br /&gt;
Die Sakramente werden von dem [[Priester]] jeweils in festgeschriebener Weise und in [[Liturgisches Gewand|liturgischen Gewändern]] mit jahreszeitlich oder traditionell festgelegten Farben durchgeführt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* TAUFE: dunkelviolett &lt;br /&gt;
* TRAUUNG: rot&lt;br /&gt;
* BEERDIGUNG: schwarz&lt;br /&gt;
* JAHRESZEITEN (Farbe der Formen auf der Casula in Klammer):&lt;br /&gt;
**Advent: blau (dunkelblau) &lt;br /&gt;
**Weihnachten: weiß (hellviolett)&lt;br /&gt;
**Epiphanias: rotviolett (dunkelrotviolett) &lt;br /&gt;
**Passionszeit: schwarz (tiefschwarz)&lt;br /&gt;
**Ostern: rot (grün) &lt;br /&gt;
**Himmelfahrt: rot (gold)&lt;br /&gt;
**Pfingsten: weiß (hellgelb)&lt;br /&gt;
**Johanni: weiß (hellgelb)&lt;br /&gt;
**Michaeli: Heckenrosenfarbe (meergrün) &lt;br /&gt;
**Grundfarbe in den Zwischenzeiten: hellviolett (orange) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Menschenweihehandlung (mit der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut [[Jesus von Nazareth|Christi]] und der [[Kommunion]]) kann jeder Erwachsene teilnehmen, dem ein religiöses Leben Bedürfnis ist. Einführende Schriften zum Kultus der Christengemeinschaft sind in der Gemeinde erhältlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Glaubensbekenntnis der Christengemeinschaft==&lt;br /&gt;
* Ein allmächtiges geistig-physisches Gotteswesen ist der Daseinsgrund der Himmel und der Erde, das väterlich seinen Geschöpfen vorangeht. &lt;br /&gt;
* Christus, durch den die Menschen die Wiederbelebung des ersterbenden Erdendaseins erlangen, ist zu diesem Gotteswesen wie der in Ewigkeit geborene Sohn. &lt;br /&gt;
* In Jesus trat der Christus als Mensch in die Erdenwelt. &lt;br /&gt;
* Jesu Geburt auf Erden ist eine Wirkung des Heiligen Geistes, der, um die Sündenkrankheit an dem Leiblichen der Menschheit geistig zu heilen, den Sohn der Maria zur Hülle des Christus bereitete.&lt;br /&gt;
* Der Christus Jesus hat unter Pontius Pilatus den Kreuzestod erlitten und ist in das Grab der Erde versenkt worden.&lt;br /&gt;
* Im Tode wurde er der Beistand der verstorbenen Seelen, die ihr göttliches Sein verloren hatten;&lt;br /&gt;
* dann überwand er den Tod nach dreien Tagen.&lt;br /&gt;
* Er ist seit dieser Zeit der Herr der Himmelskräfte auf Erden und lebt als der Vollführer der väterlichen Taten des Weltengrundes.&lt;br /&gt;
* Er wird einst sich vereinen zum Weltenfortgang mit denen, die Er durch ihr Verhalten dem Tode der Materie entreißen kann.&lt;br /&gt;
* Durch ihn kann der heilende Geist wirken.&lt;br /&gt;
* Gemeinschaften, deren Glieder den Christus in sich fühlen, dürfen sich vereinigt fühlen in einer Kirche, der alle angehören, die die heilbringende Macht des Christus empfinden;&lt;br /&gt;
* sie dürfen hoffen auf die Überwindung der Sündenkrankheit, auf das Fortbestehen des Menschenwesens und auf ein Erhalten ihres für die Ewigkeit bestimmten Lebens. -&lt;br /&gt;
* Ja, so ist es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Die Stiftung des Kultus geschah durch die private, außerhalb der anthroposophischen Bewegung erfolgende Hilfe [[Rudolf Steiner]]s, der sich über das Verhältnis zur Anthroposophie in folgender Weise äußerte: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;Das, was ich diesen Persönlichkeiten gegeben habe, hat nichts zu tun mit der anthroposophischen Bewegung. Ich habe es ihnen als Privatmann gegeben, und habe es so gegeben, daß ich mit notwendiger Dezidiertheit betont habe, daß die anthroposophische Bewegung mit dieser Bewegung für religiöse Erneuerung nichts zu tun haben darf; daß aber vor allen Dingen nicht ich der Gründer bin dieser Bewegung für religiöse Erneuerung; daß ich darauf rechne, daß der Welt das durchaus klargemacht werde, und daß ich einzelnen Persönlichkeiten, die von sich aus begründen wollten diese Bewegung für religiöse Erneuerung, die notwendigen Ratschlüsse gegeben habe, Ratschlüsse, die allerdings geeignet waren, einen gültigen und spirituell kräftigen, spirituell von Wesenheit erfüllten Kultus auszuüben, in rechtmäßiger Weise mit den Kräften aus&lt;br /&gt;
der geistigen Welt heraus zu zelebrieren.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, Das Verhältnis der Sternenwelt zum Menschen und des Menschen zur Sternenwelt, Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, 1994, Seite 169&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Theosophie|Theosoph]] [[Michael Bauer (Anthroposoph)|Michael Bauer]] stand schon in den 1900er Jahren mit dem evangelischen Pfarrer [[Friedrich Rittelmeyer]] von der &amp;quot;Neuen Kirche&amp;quot; aus Berlin in Kontakt. Rittelmeyer wollte mehr über die damals populäre [[Theosophie]] erfahren. Im Jahr 1911 stellte Bauer den Kontakt zwischen Rittelmeyer und Steiner her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] sammelte sich eine Gruppe von 18 jungen Deutschen im Juni 1921 um Rudolf Steiner. Der Kreis bestand aus „evangelischen Theologen und suchenden Künstlern und Akademikern … erneuerungswillig wie keine andere Gruppe“ (Heyer).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heyer, Friedrich. &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot;. &#039;&#039;Theologische Realenzyklopädie Online&#039;&#039;. Berlin, New York: De Gruyter, 2010. https://www.degruyter.com/document/database/TRE/entry/tre.08_010_1/html. Accessed 2021-08-15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor dem Eindruck der Katastrophe des Ersten Weltkrieges suchten viele junge Menschen nach Orientierung und Erneuerung durch die Hinwendung zum Religiösen. So bestand auch die Kerngruppe aus Kriegsrückkehrern und Generationsgenossen der [[w:Wandervogel|Wandervogel]]bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Emil Bock]], späterer „Erzoberlenker“ schrieb 1947: „Unser aller brennendes Verlangen zielte auf die religiöse Wirksamkeit. Die Krise des Zeitalters hat in uns die Überzeugung vertieft, daß der wesentliche Beitrag zur menschlichen Erneuerung auf dem innersten, dem religiösen Felde zu leisten wäre. Aber in den Kirchen zu wirken, schien uns unmöglich. Die zünftige Theologie verschlug uns den Atem. Nun waren wir Einzelne oder in kleinen Gruppen unabhängig voneinander auf die überragende Größe Rudolf Steiners aufmerksam geworden. Unsere staunende Bewunderung war insbesondere dadurch erregt, daß durch die Geistesforschung [Steiners], die den Bann des Materialismus real durchbrach, die unerwartetsten Lichter auf die Mysterien des Christentums fielen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Emil Bock: Vom Werden der Christengemeinschaft, 1947, Zitiert nach: Heyer, Friedrich. &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot;. Theologische Realenzyklopädie Online. Berlin, New York: De Gruyter, 2010. https://www.degruyter.com/document/database/TRE/entry/tre.08_010_1/html. Accessed 2021-08-15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner bot im September 1921 in 29 Vorträgen im Dachsaal des [[Goetheanum]]s in [[Dornach SO|Dornach]] &amp;quot;Beratung und Unterweisung&amp;quot; für die Gründung eines neuen Kultes. Für Steiner war das Gelingen einer religiösen Erneuerung an drei Bedingungen geknüpft: Die Verkündung der Heilwahrheiten ohne Nutzung der überkommenen Begriffe der Kirche; die Gründung freier Gemeinden, außerhalb der bestehenden Kirchengemeinden und schließlich eine aktive Gemeinschaftsbildung durch Kultushandlungen als Gegensatz zur Gemeinschaft durch die rechte Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft wurde 1922 in [[Dornach]] von einem Kreis von 45 zumeist sehr jungen [[Theologe]]n um den [[evangelisch]]en [[Wikipedia:Pfarrer|Pfarrer]] [[Friedrich Rittelmeyer]] (1872-1938) und [[Emil Bock]] (1895-1959) gegründet. In «Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner» schreibt Rittelmeyer:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Ist es nicht für die weitaus größte&lt;br /&gt;
Mehrzahl der Menschen notwendig, eine Feier zu haben, in der&lt;br /&gt;
sie auf ihre Weise zu diesem Erlebnis kommen, zu der Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
die in Christus da ist, hingeführt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von hier aus wird das Verhältnis zwischen anthroposophischer&lt;br /&gt;
Bewegung und Christengemeinschaft klar. Wäre für die&lt;br /&gt;
Anthroposophische Gesellschaft ein Kultus gegeben worden,&lt;br /&gt;
so könnte er in viel größerem Umfang auf den Einzelheiten der&lt;br /&gt;
neuen Weltanschauung beruhen, die in der Anthroposophie&lt;br /&gt;
heraufkommt. Aber diese neue Weltanschauung muß sich doch&lt;br /&gt;
erst durchkämpfen, auf allen Gebieten, und hat noch schwere&lt;br /&gt;
Auseinandersetzungen zu bestehen. Darauf kann die Menschheit&lt;br /&gt;
im ganzen nicht warten. Auch gibt es Menschen in Fülle, die&lt;br /&gt;
für dieses Durchkämpfen einer neuen Weltanschauung gar kein&lt;br /&gt;
unmittelbares Interesse haben. Für sie alle kann ein Kultus&lt;br /&gt;
dasein, der sich zwar mit der geistigen Erkenntnis, die in der&lt;br /&gt;
Anthroposophie da ist, in voller Übereinstimmung befindet&lt;br /&gt;
und aus ihr allein möglich ist, der aber nicht diese geistige&lt;br /&gt;
Erkenntnis lehrt oder voraussetzt, sondern den Menschen&lt;br /&gt;
unmittelbar gibt, was sie mit der höchsten Wirklichkeit verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Christengemeinschaft den Menschen zu vermitteln&lt;br /&gt;
hat, ist das Höchste. Es ist der lebendige Christus in aller Wirklichkeit&lt;br /&gt;
und Lebensmächtigkeit. Etwas Höheres gibt es nicht.&lt;br /&gt;
Aber es ist dieses Höchste in einem bestimmten Zeitalter und für&lt;br /&gt;
ein bestimmtes menschliches Bedürfnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Christengemeinschaft sich nur aus Anthroposophen&lt;br /&gt;
zusammensetzte, so würde Steiner die Aufgabe der Christengemeinschaft&lt;br /&gt;
für verfehlt gehalten haben. Die Anthroposophische&lt;br /&gt;
Gesellschaft hat ihre eigenen großen Aufgaben als eine&lt;br /&gt;
Kulturbewegung, die heute in der intellektualistisch-materialistischen&lt;br /&gt;
Gegenwart vor allem notwendig ist und schwer genug&lt;br /&gt;
zu kämpfen hat, um sich durchzusetzen. Darum könnte sie,&lt;br /&gt;
auch finanziell, eine solche neue Gemeinschaft gar nicht tragen.&lt;br /&gt;
Aber abgesehen davon wünschte Steiner auch eine Menschenart&lt;br /&gt;
heranzubilden, die sich in der Zukunft allmählich mehren wird.&lt;br /&gt;
Sie sucht die Kommunion im Geist und kann auf ihre Weise&lt;br /&gt;
durch das, was ihr Rudolf Steiner gegeben hat, zu demselben&lt;br /&gt;
Allerhöchsten kommen, was die Christengemeinschaft in ihrer&lt;br /&gt;
Weise bringt. Denn das Ziel der anthroposophischen Bewegung&lt;br /&gt;
ist auch die volle Kommunion mit Christus bis in Leib und Blut&lt;br /&gt;
hinein. Sie kann erlebt werden, auch wenn es unbewußt bleibt,&lt;br /&gt;
ebenso in der Meditation wie im Kultus.|Rittelmeyer, S. 148f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die 45 Gründer der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer dreiwöchigen Vorbereitung in [[w:Herrsching am Ammersee|Breitbrunn am Ammersee]] reisten die 45 Gründer nach Dornach, wo im [[Goetheanum]] vom 6. bis zum 22. September 1922 die Gründungsschritte vollzogen wurden. In Dornach feierte Rittelmeyer am 16. September 1922 die erste &amp;quot;[[Menschenweihehandlung]]&amp;quot; – wie das [[Abendmahl]] fortan genannt wurde – nach einer von Steiner entworfenen Liturgie, die dieser der römischen Messe in Abwandlungen entnommen hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Hierbei wurden auch die ersten zwölf Priester geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:The Christian Community Founders.jpg|thumb|center|400px|Gründungstag (16.9.1922) der Christengemeinschaft, Bewegung für religiöse Erneuerung.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|width=800px|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Friedrich Rittelmeyer]]&lt;br /&gt;
[[Emil Bock]]&lt;br /&gt;
[[Johannes Werner Klein]]&lt;br /&gt;
[[Gertrud Spörri]]&lt;br /&gt;
Johannes Perthel&lt;br /&gt;
[[Friedrich Doldinger]]&lt;br /&gt;
Alfred Heidenreich&lt;br /&gt;
Rudolf von Koschützki&lt;br /&gt;
August Pauli&lt;br /&gt;
[[Hermann Beckh]]&lt;br /&gt;
Heinrich Rittelmeyer&lt;br /&gt;
Fritz Blattmann&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
Hermann Fackler&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg&lt;br /&gt;
Claus von der Decken&lt;br /&gt;
Wilhelm Salewski&lt;br /&gt;
Otto Becher&lt;br /&gt;
[[Heinrich Ogilvie]]&lt;br /&gt;
Kurt Philippi&lt;br /&gt;
Martin Borchart&lt;br /&gt;
Hermann Groh&lt;br /&gt;
Wolfgang Schickler&lt;br /&gt;
Adolf Müller &lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marta Heimeran&lt;br /&gt;
Richard Gitzke&lt;br /&gt;
[[Carl Stegmann]]&lt;br /&gt;
Erwin Lang&lt;br /&gt;
Eberhard Kurras&lt;br /&gt;
Arnold Goebel&lt;br /&gt;
Otto Franke&lt;br /&gt;
Walter Gradenwitz&lt;br /&gt;
Joachim Sydow&lt;br /&gt;
Ludwig Köhler&lt;br /&gt;
Waldemar Mickisch &lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Gottfried Husemann]]&lt;br /&gt;
Rudolf Köhler&lt;br /&gt;
Jutta Frentzel&lt;br /&gt;
[[Rudolf Frieling]]&lt;br /&gt;
Thomas Kandier&lt;br /&gt;
Kurt von Wistinghausen&lt;br /&gt;
Wilhelm Kelber&lt;br /&gt;
Eduard Lenz&lt;br /&gt;
Gerhard Klein&lt;br /&gt;
Kurt Willmann&lt;br /&gt;
Harald Schilling&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Lit|{{G|344|277}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Meyer]], der aktiv an allen Vorbereitungen, die zur Gründung der Christengemeinschaft führten, beteiligt war, konnte bei der Weihe der ersten 45 Priester in Dornach nicht dabei sein; er wurde fünf Wochen später durch [[Johannes Werner Klein]] geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach der Gründung und zur Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot; verbreitete sich schnell in zahlreichen deutschen Städten, bald auch in [[W:Prag|Prag]], in der [[Schweiz]], in [[Österreich]], [[W:Norwegen|Norwegen]], [[W:Holland|Holland]], [[W:Schweden|Schweden]] und [[Vereinigtes Königreich|England]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1933 wurde in Stuttgart das erste Priesterseminar gegründet, 1936 in [[W:Dresden|Dresden]] und [[W:Den Haag|Den Haag]] die ersten eigenen Kirchen der Christengemeinschaft. Nach dem Verbot der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] in Deutschland durch die [[W:Geheime Staatspolizei|Gestapo]] im November 1935 unterblieb das Verbot der Christengemeinschaft aufgrund ihres Charakters als christlicher Vereinigung zunächst. Erst 1941 nach dem Flug des Hitler-Stellvertreters [[W:Rudolf Heß|Rudolf Heß]] nach England  wurde die Christengemeinschaft in Deutschland verboten; einige Priester kamen zeitweilig in Haft.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmut Zander]]: &#039;&#039;Anthroposophie in Deutschland.&#039;&#039; [[W:Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht|Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht]], Göttingen 2007. S. 251.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Historisches Zentrum der Christengemeinschaft ist [[w:Stuttgart|Stuttgart]], dem Ort der größten Gemeinde im deutschsprachigen Raum. Hier hat das höchste Leitungsamt, der &amp;quot;Erzoberlenker&amp;quot; seinen Sitz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; In der DDR hatte die Christengemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg rund 30 Gemeinden, in der Bundesrepublik 70.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Beim Wiederaufbau der &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot; kamen zwei Nationalsozialisten zur Gemeinschaft: [[Friedrich Benesch]] und [[Werner Georg Haverbeck]]. Benesch, der 1947 zum Priester geweiht wurde und von 1957 an über Jahrzehnte als Seminarleiter der Christengemeinschaft in Stuttgart tätig war, wirkte in [[W:Siebenbürgen|Siebenbürgen]] als Mitglied der Deutschen Volkspartei Rumäniens (DVR) und Kreisleiter; seine „braune“ Vergangenheit verschwieg er zeitlebens; sie wurde erst 2004 publik. Haverbeck, einst Leiter der &#039;&#039;Reichsmittelstelle für Volkstumsarbeit der [[W:Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]]&#039;&#039;, wurde 1950 zum Priester geweiht. 1959 wurde er von seiner Priestertätigkeit wegen „linker Tendenzen“ beurlaubt. 1983 wurde er wieder in den Priesterkreis aufgenommen, aber gleichzeitig pensioniert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner, 1991, S. 45&amp;quot;&amp;gt;Arfst Wagner: &#039;&#039;Anthroposophen und Nationalsozialismus. Probleme der Vergangenheit und der Gegenwart.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Flensburger Hefte&#039;&#039;, 3/91, Heft 32, Flensburg 1991, S. 45.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er konnte 1978 und 1983 noch zwei Bücher im Urachhaus Verlag publizieren, distanzierte sich jedoch bis zu seinem Tod 1999 nie von seiner völkischen Vergangenheit und lieferte mit seinem 1989 erschienenen Buch &#039;&#039;Rudolf Steiner – Anwalt für Deutschland&#039;&#039; seinen Beitrag zur noch heute geführten Debatte über die politische Einschätzung Steiners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Gemeinden entstanden allmählich auch außerhalb Europas, neue Kirchen wurden z.&amp;amp;nbsp;B. in [[W:Bochum|Bochum]] 1966&amp;lt;ref&amp;gt;Scharoun-Kirche Bochum, auch Johanneskirche genannt, Glockengarten, Einweihung 1966, nach den Entwürfen von [[W:Hans Scharoun|Hans Scharoun]], mit Kerzenständern von [[W:Wilhelm Wagenfeld|Wilhelm Wagenfeld]], seit 2012 ein &amp;quot;National wertvolles Kulturdenkmal&amp;quot; nach Richtlinien des [[W:Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien|Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien]]. [http://www.scharoun-kirche.de/SHAROUN_Boschuere_low2.pdf Online mit zahlr. Bildern]. Vgl. Dietrich Scholle, Birgit Gropp Bearb.: &#039;&#039;Die Bauten von Hans Scharoun in [[W:Westfalen|Westfalen]].&#039;&#039; Reihe: Westfälische Kunststätten, 120. Hg. und Verlag [[W:Westfälischer Heimatbund|Westfälischer Heimatbund]], Münster 2016 {{ISSN|0930-3952}}, S. 37–47 mit Abb.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie 1953 ein neues Seminargebäude in Stuttgart errichtet. 1990 wurde eine Gemeinde in Prag möglich. Heute existieren aktive Gruppen oder Gemeinden in Nord- und Südamerika, in Asien, Europa, Afrika und Australien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Internationale Verbreitung und Vernetzung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:AndrieskerkAmsterdam2019-2.jpg|mini|Innenraum der Andrieskerk der Christengemeinschaft in Amsterdam]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft ist in 32 Ländern aktiv und hat weltweit nach eigenen Angaben etwa 35.000 Mitglieder. Es existieren Gemeinden auf allen Kontinenten. Da viele Besucher der Sakramente formal nicht Mitglied der Glaubensgemeinschaft sind, dürfte die Zahl der sogenannten „Freunde“ höher sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland gibt es etwa 140 Gemeinden, in der Schweiz 14, in Österreich 6. In Deutschland hatte die Christengemeinschaft im Jahr 2002 etwa 10.000 Mitglieder sowie 50.000 Freunde.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.remid.de/info_zahlen/verschiedene/&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach anderer Quelle sind es 20.000 Mitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.religio.de/anthropo.html&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei der Einordnung ist wichtig, dass für die Christengemeinschaft die getauften Kinder nicht als Mitglieder zählen, sondern nur Erwachsene, die selbstständig beigetreten sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach Schroeder 2001: &#039;&#039;Die Christengemeinschaft&#039;&#039;, S. 136, 190 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz ist die Christengemeinschaft im Aargau, in Basel, Bern, Biel, Luzern, Graubünden, Genf, Kreuzlingen, Lausanne, Schaffhausen, St. Gallen, Losone, Lugano und Zürich vertreten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.christengemeinschaft.ch/ (abgerufen am: 6. März 2012).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1933 besteht in [[W:Stuttgart|Stuttgart]] ein Priesterseminar, seit 2001 eines in [[Hamburg]], seit 2019 ein weiteres in [[W:Vaughan (Ontario)|Vaughan]] bei Toronto in Kanada&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thechristiancommunity.org/ccna-seminary/ &#039;&#039;The Seminary of the Christian Community in North America&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; (zuvor seit 2003 in Spring Valley, [[W:Rockland County|Rockland County]], New York, Vereinigte Staaten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die CG ist Teil des großen und weltweit verzweigten anthroposophischen Netzwerkes. Dazu gehören in Deutschland u.a. auch die privaten Waldorfschulen und Waldorfkindergärten in deren Umfeld auch die CG aktiv ist. Als wesentlicher Teil der Antroposophischen Bewegung ist die CG vernetzt mit der [[Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft|Allgemeinen Anthroposophische Gesellschaft]], mit den Verlagshäusern „[[Verlag Freies Geistesleben &amp;amp; Urachhaus|Urachhaus]]“ und „[[Verlag Freies Geistesleben &amp;amp; Urachhaus|Freies Geistleben]]“ und großen Unternehen wie der Weleda-Gruppe, der [[GLS Gemeinschaftsbank|GLS Bank]], der [[W:Software AG|Software AG]] mit ihrer Stiftung, der [[W:Demeter (Deutschland)|Demeter Verband]] und dem [[W:Dm-drogerie markt|Drogerie Discounter DM]], der Textilhersteller [[Hess Natur|Hessnatur]] und der [[Wala Heilmittel|Wala Heilmittel GmbH]] sowie mehrere anthroposophische Kliniken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://agwelt.de/2017-10/die-christengemeinschaft-eine-christliche-erneuerungsbewegung/ |titel=Die Christengemeinschaft – eine christliche Erneuerungsbewegung? — AG Welt e.V. |abruf=2022-10-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
===Gemeindemitgliedschaft===&lt;br /&gt;
Mitglied in der Christengemeinschaft wird man nicht durch Geburt, Taufe oder Konfirmation, sondern durch eigenen Entschluss als Erwachsener. Die Aufnahme erfolgt durch das Gespräch mit einem Priester der örtlichen Gemeinde.&lt;br /&gt;
Die Vielfalt des Gemeindelebens, wie es sich im Gemeindeprogramm widerspiegelt, ist wesentlich von den Impulsen und der Aktivität der Gemeindemitglieder mitgeprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Priesterseminare ===&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft hat im deutschen Sprachraum Priesterseminare in [[w:Stuttgart|Stuttgart]] und [[w:Hamburg|Hamburg]], ferner ein Proseminar (berufsbegleitendes Priesterseminar) in [[w:Krefeld|Krefeld]] (bis 2013 in Köln). Das Studium ist auf drei Jahre angelegt und schließt verschiedene Praktika in Gemeinden, aber auch in Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen oder in der [[W:Hospizbewegung|Hospizbewegung]] ein. Die Vorbereitung auf die Priesterweihe kann sich danach als sechsmonatige Ausbildung gemeinsam mit den Studenten der anderen Priesterseminare der Christengemeinschaft anschließen. Außerdem befindet sich noch ein Priesterseminar in [[w:Toronto|Toronto]], [[w:Kanada|Kanada]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtliche und wirtschaftliche Organisation ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Michael-Kirche-HB.jpg|mini|[[Michaelkirche (Bremen)|Michaelkirche]] der Christengemeinschaft in [[W:Bremen|Bremen]]]]&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft ist in wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht als Stiftung niederländischen Rechts unter dem Namen &#039;&#039;Stichting de Christengemeenschap (international)&#039;&#039; eingetragen. Zumeist wird das Konstrukt mit dem englischen Namen &#039;&#039;Foundation&#039;&#039; genannt. Die Niederländische Stiftung fungiert als Trägerin der Gesamtbewegung für alle Gemeinden weltweit. Innerhalb der Foundation existieren 18 Regionen als selbständige Einheiten. Das Hauptforum der Foundation ist das &#039;&#039;Council&#039;&#039;. Dieses trifft sich alle zwei Jahre und wählt ein &#039;&#039;Executive Committee&#039;&#039; aus den Mitgliedern des Council, das zwischen den Sitzungen des Council über die wirtschaftlichen Entscheidungen berät. Die Umsetzung und das Tagesgeschäft obliegt dem hauptamtlichen Geschäftsführer Thomas Nayda in [[Berlin]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://christengemeinschaft-international.org/impressum |titel=Impressum {{!}} Die Christengemeinschaft international |abruf=2021-08-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland sind die Gemeinden regional zu [[w:Körperschaft des öffentlichen Rechts (Deutschland)|Körperschaften des öffentlichen Rechts]] zusammengeschlossen. Die Christengemeinschaft hat damit die gleichen Rechte und Pflichten wie die anderen als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannten Religionsgemeinschaften. Auf das Recht der Einziehung von [[w:Kirchensteuer (Deutschland)|Kirchensteuern]] durch den Staat verzichtet die Christengemeinschaft jedoch ausdrücklich. Sie wird finanziell durch freiwillige Beiträge und Spenden ihrer Mitglieder und Freunde getragen. Das Gehalt der Priester bezahlt die Gemeinde selbst und es richtet sich nach der wirtschaftlichen Situation derselbigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Österreich ist die Christengemeinschaft eine staatlich eingetragene religiöse [[Bekenntnisgemeinschaft]]. Ansuchen um staatliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft wurden bisher zurückgewiesen; einer Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wurde 2009 wegen nicht sachlich gerechtfertigter Benachteiligung gegenüber den anerkannten Religionsgemeinschaften stattgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://hudoc.echr.coe.int/sites/eng/pages/search.aspx?i=001-91418 Judgement CASE OF VEREIN DER FREUNDE DER CHRISTENGEMEINSCHAFT AND OTHERS v. AUSTRIA des Europäischen Menschengerichtshofs, 2009 (englisch)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz ist die Christengemeinschaft als [[Verein#Schweiz|Verein]] organisiert; im Kanton Basel-Stadt ist sie als Religionsgemeinschaft öffentlich, obgleich weder öffentlich-rechtlich noch spezial-gesetzlich, anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bazonline.ch/basel/stadt/Christengemeinschaft-als-Religionsgemeinschaft-anerkannt/story/26746434 Basler Zeitung vom 8. September 2010 Christengemeinschaft als Religionsgemeinschaft anerkannt]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erzoberlenker====&lt;br /&gt;
*1925-1938: [[Friedrich Rittelmeyer]]&lt;br /&gt;
*1938-1959: [[Emil Bock]]&lt;br /&gt;
*1959-1986: [[Rudolf Frieling]]&lt;br /&gt;
*1986-2005: [[Taco Bay]]&lt;br /&gt;
*2005-2021: [[Vicke von Behr-Negendanck]]&lt;br /&gt;
*seit 2021:&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;[[João Torunsky]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterschiede zu den Lehren der großen christlichen Kirchen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Lehrfreiheit:&lt;br /&gt;
Die Priester der Christengemeinschaft sind an keine Lehre gebunden, sie haben Lehrfreiheit. Einzige Ausnahme ist das Lehren gegen den gegebenen Kultus. Die folgenden Punkte sind daher als exemplarisch aufzufassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Priestertum der Frau:&lt;br /&gt;
In der Christengemeinschaft können auch Frauen das Sakrament der Priesterweihe empfangen und dadurch den Beruf des Priesters ausüben. Damit ist die Gleichstellung zwischen Mann und Frau&lt;br /&gt;
gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Freie Gemeinden&lt;br /&gt;
Die Gemeinden der Christengemeinschaft erfahren keine Hilfe durch staatliche Instanzen und sind somit selbst verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ernstnehmen der biblischen Schöpfungsberichte:&lt;br /&gt;
Es gab einst einen Weltenzustand, bei dem Geist und Materie noch nicht getrennt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
=== Bewertung durch die Großkirchen ===&lt;br /&gt;
Die Taufe der Christengemeinschaft wird von der [[w:Evangelische Kirche in Deutschland|Evangelischen Kirche in Deutschland]] wie im Grundsatz auch von der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen]] und den [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen]] Kirchen nicht anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart (Hrsg.): &#039;&#039;Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft. Beiträge zur Diskussion.&#039;&#039; Markstein, Stuttgart 2004, S. 6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Vertretern der evangelischen Kirche und der Christengemeinschaft hat es vielfältige Gespräche gegeben,&amp;lt;ref name=EZW-Lexikon&amp;gt;Lexikoneintrag über die Christengemeinschaft im Online-Lexikon der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin: http://www.ezw-berlin.de/html/3_201.php&amp;lt;/ref&amp;gt; von denen auch Ergebnisse publiziert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;z.&amp;amp;nbsp;B. Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart (Hrsg.): &#039;&#039;Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft. Beiträge zur Diskussion.&#039;&#039; Markstein, Stuttgart 2004&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus solchen Gesprächen ist z.&amp;amp;nbsp;B. die Veröffentlichung vom Evangelischen [[w:Oberkirchenrat|Oberkirchenrat]] Stuttgart (Hrsg.) &#039;&#039;Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft – Beiträge zur Diskussion&#039;&#039; hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[w:Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen|Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen]] kommt in ihrem Online-Lexikon zu der Einschätzung, dass die Christengemeinschaft sich durch eine „Abhängigkeit von anthroposophischen Überzeugungen“ – nicht zuletzt wegen des verbindlichen Kultuswortlautes – „von biblisch gewonnenen Grundeinsichten, denen sich die christlichen Kirchen verpflichtet wissen“, entfremdet, und sieht in der Taufe der Christengemeinschaft, u.&amp;amp;nbsp;a. wegen der darin enthaltenen Annahme einer vorgeburtlichen Existenz der Seele, ein abweichendes Taufverständnis. Aus Sicht der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen „handelt es sich bei der ‚Christengemeinschaft – Bewegung für religiöse Erneuerung‘ um ein anthroposophisch interpretiertes Christentum neben den konfessionellen Kirchen.“&amp;lt;ref name=EZW-Lexikon&amp;gt;Lexikoneintrag über die Christengemeinschaft im Online-Lexikon der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin: http://www.ezw-berlin.de/html/3_201.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritik innerhalb der anthroposophischen Bewegung ===&lt;br /&gt;
Der Christengemeinschaft begegnet innerhalb der [[Anthroposophische Bewegung|anthroposophischen Bewegung]] zum Teil Widerspruch. Schon kurz nach ihrer Gründung gab es heftige Auseinandersetzungen und Missverständnisse zwischen Anthroposophen und Priestern der Christengemeinschaft. Einzelne Pfarrer rekrutierten ihre Gemeindemitglieder fast ausschließlich aus Mitgliedern und Freunden der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]]. Rudolf Steiner musste - im Hinblick auf das Wohl der Anthroposophischen Gesellschaft und auf die starke äußere Gegnerschaft, die bereits einen Tag später zum Brand des Goetheanums führte - ein „klärendes Wort“ bezüglich der angemessenen Unterscheidung zwischen den beiden Bewegungen sprechen und grenzte sie in einem Vortrag am 30. Dezember 1922 deutlich von einander ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu den Vortrag von [[Rudolf Steiner]] vom 30. Dezember 1922 {{GZ||219|163ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus diesem Vortrag entstanden wiederum neue Missverständnisse, so dass Rudolf Steiner auch in den folgenden Jahren sich erneut mehrfach klärend dazu äußerte und bewusst auch beispielhafte Tatsachen für das richtige Zusammenwirken schuf. Eine Reduktion in der Meinungsbildung auf diesen Vortrag vom 30. Dezember 1922 allein muss zu Missverständnissen und Fehlurteilen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;quot;[[Forum Freier Christen]]&amp;quot;, das &amp;quot;Forum Kultus&amp;quot; bzw. die &amp;quot;Initiative, freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot; werfen der Christengemeinschaft einen „kultischen Alleinvertretungsanspruch für die anthroposophische Bewegung“ vor und bestreiten seine Berechtigung - auch im Hinblick auf den Vortrag Rudolf Steiners vom 30. Dezember 1922. Sie sehen das Zwei-Stände-System von Klerikern und Laien als einen kultushistorisch alten Weg. Weiterhin nutzen sie auch Rituale der Christengemeinschaft und haben diese teilweise für eigene laienpriesterliche Verwendung im Wortlaut verändert. Dieser Initiative und ihrer „unrechtmäßigen Aneignung der Rituale“ trat die Christengemeinschaft 1999 in schriftlichen Stellungnahmen entgegen.&amp;lt;ref&amp;gt;u.&amp;amp;nbsp;a. Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (http://diedrei.org/hefte-anzeigen/inhalt/heft-2-1999.html)&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch mitstenographierte und inzwischen veröffentlichte Äußerungen Rudolf Steiners im Zusammenhang der Übergabe des Kultus an die Priesterschaft der Christengemeinschaft widersprechen explizit der Ansicht des Forums.&amp;lt;ref&amp;gt;z.B. Rudolf Steiner zur Priestergemeinschaft bei der Gründung: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. &#039;&#039;&#039;Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (Zitiert nach Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken III, (GA 344), Dornach 1994, S. 230)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Vgl. auch den Hauptartikel [[Der_freie_christliche_Impuls|Der freie christliche Impuls]].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
{{Glomer|meditation-entwicklung/religion-kultus/christengemeinschaft}}&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Rittelmeyer]]: &#039;&#039;Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner.&#039;&#039;, 12. Auflage, Urachhaus Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-87838-277-5.&lt;br /&gt;
* Hans-Werner Schroeder: &#039;&#039;Die Christengemeinschaft&#039;&#039;. Entstehung - Entwicklung - Zielsetzung, Urachhaus, 2. Auflage (2001), ISBN 3-87838-649-4&lt;br /&gt;
* Michael Debus: &#039;&#039;Auferstehungskräfte im Schicksal. Die Sakramente der Christengemeinschaft&#039;&#039;; Stuttgart: Urachhaus, 2006, ISBN 3-8251-7526-X&lt;br /&gt;
* Rudolf Frieling: &#039;&#039;Christentum und Wiederverkörperung&#039;&#039;, Fischer TB Vlg., Frankfurt a.M. 1982&lt;br /&gt;
* Rudolf F. Gädeke: &#039;&#039;Die Gründer der Christengemeinschaft. Ein Schicksalsnetz. 48 kurze Biographien mit Abbildungen und Dokumenten&#039;&#039;; Pioniere der Anthroposophie, 10; Dornach: Verlag am Goetheanum, 1992, ISBN 3-7235-0639-9&lt;br /&gt;
* Flensburger Hefte Nr. 22: &#039;&#039;Erkenntnis und Religion&#039;&#039;. Zum Verhältnis von Anthroposophischer Gesellschaft und Christengemeinschaft, Flensburger Hefte Vlg., Flensburg 1988, ISBN 3-926841-13-3&lt;br /&gt;
* Wolfgang Gädeke: &#039;&#039;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&#039;&#039;, Flensburger Hefte Vlg., Flensburg 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
* Edelgard Vietor: &#039;&#039;Schuld und Sünde&#039;&#039;. Erkennen - verwandeln - verzeihen, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2002, ISBN 3-8251-7375-5&lt;br /&gt;
* Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart (Hrsg.): Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft. Beiträge zur Diskussion, (2004), ISBN 3-935129-14-9&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Hat die Christengemeinschaft eine Zukunft? Gespräche mit einem Geistwesen&#039;&#039;, Flensburger Hefte, Sonderheft 32, (2012), ISBN 978-3-935679-77-0&lt;br /&gt;
* Ilse Wellershoff-Schuur: &#039;&#039;Erneuerung&#039;&#039;. Versuche zum Thema: Wer braucht die Christengemeinschaft, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8251-7844-4&lt;br /&gt;
* Tom Ravetz: &#039;&#039;Vom Dogma befreit. Gesichtspunkte zur Theologie der Christengemeinschaft&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2010&lt;br /&gt;
*Georg Blattmann, Christus heute ins Leben rufen - Ursprung und Ziel der Christengemeinschaft&lt;br /&gt;
* Ulrich Meier (Hg.): &#039;&#039;Christentum in Entwicklung. Anstöße zum Dialog über eine permanente Reformation&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2013&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Verhältnis der Sternenwelt zum Menschen und des Menschen zur Sternenwelt. Die geistige Kommunion der Menschheit.&#039;&#039;, [[GA 219]] (1994), ISBN 3-7274-2190-8 {{Vorträge|219}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&#039;&#039;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&#039;&#039;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&#039;&#039; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&#039;&#039;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&#039;&#039;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.org Die Christengemeinschaft International]&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.de Die Christengemeinschaft in Deutschland]&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.at Die Christengemeinschaft in Österreich]&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.ch Die Christengemeinschaft in der Schweiz]&lt;br /&gt;
*[http://www.thechristiancommunity.org/ The Christian Community (engl.)]&lt;br /&gt;
*[https://www.bibelpedia.com/index.php?title=Anthroposophisch_/_Christengemeinschaft Bibelübersetzungen aus dem Umfeld der Anthroposophie und Christengemeinschaft]&lt;br /&gt;
* [https://www.yumpu.com/de/document/view/51795006/text-der-menschenweihehandlung Text der Menschenweihehandlung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritische Links ===&lt;br /&gt;
* [http://www.religio.de/anthropo.html Das elektronische Informationssystem über (...) religiöse (...) Gemeinschaften (...) in Deutschland -&amp;gt;Christengemeinschaft]&lt;br /&gt;
* [http://www.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/eine-sehr-spezielle-kleine-kirche-feiert-aid-1.6842185 Artikel in &amp;quot;Rheinische Post&amp;quot;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft|!]]&lt;br /&gt;
[[en:Christian Community]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Christengemeinschaft&amp;diff=556003</id>
		<title>Christengemeinschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Christengemeinschaft&amp;diff=556003"/>
		<updated>2022-12-31T06:34:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Kritik */ Gliederung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Johanneskirche Dresden.jpg|mini|400px|Altarraum der Johannes-Kirche der Christengemeinschaft in [[Wikipedia:Dresden|Dresden]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&#039;&#039;&#039; ist eine [[1922]] nach den Impulsen mehrerer (damals überwiegend evangelischer) [[Theologe]]n gegründete, aber von der [[Anthroposophische Gesellschaft|anthroposophischen Gesellschaft]] völlig unabhängige, selbständige [[Christentum|christliche]] Erneuerungsbewegung, in deren Mittelpunkt das gemeinsame Begehen [[Kultus|kultischer]] Handlungen steht. Bei der Stiftung des Kultus, stand Rudolf Steiner als Privatmann (außerhalb der anthroposophischen Bewegung) helfend zur Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie ist eine Bewegung, die aus sich selbst heraus entstanden ist, und die die Ratschläge von mir bekommen hat aus dem Grunde, weil, wenn jemand berechtigten Rat auf irgendeinem Gebiete fordert, es Menschenpflicht ist, wenn man den Rat erteilen kann, ihn auch wirklich zu erteilen.|219|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr eigen ist ein reges Gemeindeleben. Sie sieht sich nicht als alleinseligmachende [[Kirche (Organisation)|Kirche]]. Die Christengemeinschaft beruft sich auf [[Christus]] als den [[Schöpfung|Schöpfer]] der Erde, der in [[Jesus von Nazareth]] Mensch wurde. In ihm finden Gläubige Lebenskraft und Fortbestehen. Die Christengemeinschaft wird von den Kirchen - nicht jedoch vom [[Staat]] - bedauerlicherweise immer noch als [[Sekte]] eingestuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lehrfreiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Priester der Christengemeinschaft haben Lehrfreiheit und sind an keine [[Dogma|dogmatische]] Lehre gebunden. Ausgenommen davon ist einzig das Lehren gegen den gegebenen Kultus. [[Rudolf Steiner]] sagt dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das ist nämlich sehr wichtig, daß Sie sich klar sind darüber, daß in bezug auf die Lehre dann völlige Freiheit herrscht, wenn der gemeinschaftliche Zusammenhalt im Kultus gegeben ist. Dadurch ist ja gerade die Freiheit der Predigt und der Lehre gesichert, daß der Zusammenhalt nicht abhängt von der Übereinstimmung, die Grenzen hat. Natürlich hat diese Freiheit ihre Grenzen darin, daß nicht in irgendeiner leicht durchschaubaren Weise dasjenige, was man lehrt, dem Geist und dem Sinn des Kultus widerspricht. Das wäre eine Absurdität in sich selber. Wenn also irgend jemand das Meßopfer verrichtet und zu gleicher Zeit lehren würde, daß das ein Unsinn ist, so würde er nicht innerhalb der Gemeinschaft bleiben können oder mindestens nicht lehren können. Nicht wahr, so ist in einem so weitgehenden Sinn, als es nur möglich ist, die Freiheit der Lehre anerkannt. Und, meine lieben Freunde, ohne die Freiheit der Lehre kommen wir heute tatsächlich, besonders in einer christlichen Gemeinschaft, nicht weiter. Es muß nur der Kultus im richtigen Sinne angesehen werden, dann ergibt sich, so möchte ich sagen, gerade aus dem Vorhandensein des Kultus die Freiheit der Lehre.|344|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sakramente==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Sakrament}}&lt;br /&gt;
Die [[Christengemeinschaft]] ist eine [[Kultus]]gemeinschaft. Ihre wichtigste kultische Feier ist  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die [[Menschenweihehandlung]], in deren Mittelpunkt als zentrales [[Sakrament]] das [[Abendmahl]] ([[Eucharistie]]) und die damit verbundene [[Kommunion]] steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sechs weitere [[Sakrament]]e können den Lebenslauf begleiten und helfend darin wirksam werden. &lt;br /&gt;
*Die [[Taufe]]&lt;br /&gt;
*Die [[Konfirmation]]&lt;br /&gt;
*Die [[Beichte]]&lt;br /&gt;
*Die [[Trauung]]&lt;br /&gt;
*Die [[Priesterweihe]]&lt;br /&gt;
*Die [[Krankensalbung]]&lt;br /&gt;
Darüber hinaus bestehen kultische Handlungen: &lt;br /&gt;
*Die Sonntagshandlung für die Kinder&lt;br /&gt;
*Die [[Predigt]]&lt;br /&gt;
*Die [[Aussegnung]] und [[Bestattung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA 343 6.10.1921 Tafel 12.jpg|mini|450px|Angaben Rudolf Steiners zu den liturgischen Gewändern der Christengemeinschaft (Tafel 12 aus [[GA 343]])]]&lt;br /&gt;
Die Sakramente werden von dem [[Priester]] jeweils in festgeschriebener Weise und in [[Liturgisches Gewand|liturgischen Gewändern]] mit jahreszeitlich oder traditionell festgelegten Farben durchgeführt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* TAUFE: dunkelviolett &lt;br /&gt;
* TRAUUNG: rot&lt;br /&gt;
* BEERDIGUNG: schwarz&lt;br /&gt;
* JAHRESZEITEN (Farbe der Formen auf der Casula in Klammer):&lt;br /&gt;
**Advent: blau (dunkelblau) &lt;br /&gt;
**Weihnachten: weiß (hellviolett)&lt;br /&gt;
**Epiphanias: rotviolett (dunkelrotviolett) &lt;br /&gt;
**Passionszeit: schwarz (tiefschwarz)&lt;br /&gt;
**Ostern: rot (grün) &lt;br /&gt;
**Himmelfahrt: rot (gold)&lt;br /&gt;
**Pfingsten: weiß (hellgelb)&lt;br /&gt;
**Johanni: weiß (hellgelb)&lt;br /&gt;
**Michaeli: Heckenrosenfarbe (meergrün) &lt;br /&gt;
**Grundfarbe in den Zwischenzeiten: hellviolett (orange) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Menschenweihehandlung (mit der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut [[Jesus von Nazareth|Christi]] und der [[Kommunion]]) kann jeder Erwachsene teilnehmen, dem ein religiöses Leben Bedürfnis ist. Einführende Schriften zum Kultus der Christengemeinschaft sind in der Gemeinde erhältlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Glaubensbekenntnis der Christengemeinschaft==&lt;br /&gt;
* Ein allmächtiges geistig-physisches Gotteswesen ist der Daseinsgrund der Himmel und der Erde, das väterlich seinen Geschöpfen vorangeht. &lt;br /&gt;
* Christus, durch den die Menschen die Wiederbelebung des ersterbenden Erdendaseins erlangen, ist zu diesem Gotteswesen wie der in Ewigkeit geborene Sohn. &lt;br /&gt;
* In Jesus trat der Christus als Mensch in die Erdenwelt. &lt;br /&gt;
* Jesu Geburt auf Erden ist eine Wirkung des Heiligen Geistes, der, um die Sündenkrankheit an dem Leiblichen der Menschheit geistig zu heilen, den Sohn der Maria zur Hülle des Christus bereitete.&lt;br /&gt;
* Der Christus Jesus hat unter Pontius Pilatus den Kreuzestod erlitten und ist in das Grab der Erde versenkt worden.&lt;br /&gt;
* Im Tode wurde er der Beistand der verstorbenen Seelen, die ihr göttliches Sein verloren hatten;&lt;br /&gt;
* dann überwand er den Tod nach dreien Tagen.&lt;br /&gt;
* Er ist seit dieser Zeit der Herr der Himmelskräfte auf Erden und lebt als der Vollführer der väterlichen Taten des Weltengrundes.&lt;br /&gt;
* Er wird einst sich vereinen zum Weltenfortgang mit denen, die Er durch ihr Verhalten dem Tode der Materie entreißen kann.&lt;br /&gt;
* Durch ihn kann der heilende Geist wirken.&lt;br /&gt;
* Gemeinschaften, deren Glieder den Christus in sich fühlen, dürfen sich vereinigt fühlen in einer Kirche, der alle angehören, die die heilbringende Macht des Christus empfinden;&lt;br /&gt;
* sie dürfen hoffen auf die Überwindung der Sündenkrankheit, auf das Fortbestehen des Menschenwesens und auf ein Erhalten ihres für die Ewigkeit bestimmten Lebens. -&lt;br /&gt;
* Ja, so ist es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Die Stiftung des Kultus geschah durch die private, außerhalb der anthroposophischen Bewegung erfolgende Hilfe [[Rudolf Steiner]]s, der sich über das Verhältnis zur Anthroposophie in folgender Weise äußerte: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;Das, was ich diesen Persönlichkeiten gegeben habe, hat nichts zu tun mit der anthroposophischen Bewegung. Ich habe es ihnen als Privatmann gegeben, und habe es so gegeben, daß ich mit notwendiger Dezidiertheit betont habe, daß die anthroposophische Bewegung mit dieser Bewegung für religiöse Erneuerung nichts zu tun haben darf; daß aber vor allen Dingen nicht ich der Gründer bin dieser Bewegung für religiöse Erneuerung; daß ich darauf rechne, daß der Welt das durchaus klargemacht werde, und daß ich einzelnen Persönlichkeiten, die von sich aus begründen wollten diese Bewegung für religiöse Erneuerung, die notwendigen Ratschlüsse gegeben habe, Ratschlüsse, die allerdings geeignet waren, einen gültigen und spirituell kräftigen, spirituell von Wesenheit erfüllten Kultus auszuüben, in rechtmäßiger Weise mit den Kräften aus&lt;br /&gt;
der geistigen Welt heraus zu zelebrieren.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, Das Verhältnis der Sternenwelt zum Menschen und des Menschen zur Sternenwelt, Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, 1994, Seite 169&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Theosophie|Theosoph]] [[Michael Bauer (Anthroposoph)|Michael Bauer]] stand schon in den 1900er Jahren mit dem evangelischen Pfarrer [[Friedrich Rittelmeyer]] von der &amp;quot;Neuen Kirche&amp;quot; aus Berlin in Kontakt. Rittelmeyer wollte mehr über die damals populäre [[Theosophie]] erfahren. Im Jahr 1911 stellte Bauer den Kontakt zwischen Rittelmeyer und Steiner her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] sammelte sich eine Gruppe von 18 jungen Deutschen im Juni 1921 um Rudolf Steiner. Der Kreis bestand aus „evangelischen Theologen und suchenden Künstlern und Akademikern … erneuerungswillig wie keine andere Gruppe“ (Heyer).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heyer, Friedrich. &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot;. &#039;&#039;Theologische Realenzyklopädie Online&#039;&#039;. Berlin, New York: De Gruyter, 2010. https://www.degruyter.com/document/database/TRE/entry/tre.08_010_1/html. Accessed 2021-08-15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor dem Eindruck der Katastrophe des Ersten Weltkrieges suchten viele junge Menschen nach Orientierung und Erneuerung durch die Hinwendung zum Religiösen. So bestand auch die Kerngruppe aus Kriegsrückkehrern und Generationsgenossen der [[w:Wandervogel|Wandervogel]]bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Emil Bock]], späterer „Erzoberlenker“ schrieb 1947: „Unser aller brennendes Verlangen zielte auf die religiöse Wirksamkeit. Die Krise des Zeitalters hat in uns die Überzeugung vertieft, daß der wesentliche Beitrag zur menschlichen Erneuerung auf dem innersten, dem religiösen Felde zu leisten wäre. Aber in den Kirchen zu wirken, schien uns unmöglich. Die zünftige Theologie verschlug uns den Atem. Nun waren wir Einzelne oder in kleinen Gruppen unabhängig voneinander auf die überragende Größe Rudolf Steiners aufmerksam geworden. Unsere staunende Bewunderung war insbesondere dadurch erregt, daß durch die Geistesforschung [Steiners], die den Bann des Materialismus real durchbrach, die unerwartetsten Lichter auf die Mysterien des Christentums fielen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Emil Bock: Vom Werden der Christengemeinschaft, 1947, Zitiert nach: Heyer, Friedrich. &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot;. Theologische Realenzyklopädie Online. Berlin, New York: De Gruyter, 2010. https://www.degruyter.com/document/database/TRE/entry/tre.08_010_1/html. Accessed 2021-08-15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner bot im September 1921 in 29 Vorträgen im Dachsaal des [[Goetheanum]]s in [[Dornach SO|Dornach]] &amp;quot;Beratung und Unterweisung&amp;quot; für die Gründung eines neuen Kultes. Für Steiner war das Gelingen einer religiösen Erneuerung an drei Bedingungen geknüpft: Die Verkündung der Heilwahrheiten ohne Nutzung der überkommenen Begriffe der Kirche; die Gründung freier Gemeinden, außerhalb der bestehenden Kirchengemeinden und schließlich eine aktive Gemeinschaftsbildung durch Kultushandlungen als Gegensatz zur Gemeinschaft durch die rechte Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft wurde 1922 in [[Dornach]] von einem Kreis von 45 zumeist sehr jungen [[Theologe]]n um den [[evangelisch]]en [[Wikipedia:Pfarrer|Pfarrer]] [[Friedrich Rittelmeyer]] (1872-1938) und [[Emil Bock]] (1895-1959) gegründet. In «Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner» schreibt Rittelmeyer:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Ist es nicht für die weitaus größte&lt;br /&gt;
Mehrzahl der Menschen notwendig, eine Feier zu haben, in der&lt;br /&gt;
sie auf ihre Weise zu diesem Erlebnis kommen, zu der Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
die in Christus da ist, hingeführt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von hier aus wird das Verhältnis zwischen anthroposophischer&lt;br /&gt;
Bewegung und Christengemeinschaft klar. Wäre für die&lt;br /&gt;
Anthroposophische Gesellschaft ein Kultus gegeben worden,&lt;br /&gt;
so könnte er in viel größerem Umfang auf den Einzelheiten der&lt;br /&gt;
neuen Weltanschauung beruhen, die in der Anthroposophie&lt;br /&gt;
heraufkommt. Aber diese neue Weltanschauung muß sich doch&lt;br /&gt;
erst durchkämpfen, auf allen Gebieten, und hat noch schwere&lt;br /&gt;
Auseinandersetzungen zu bestehen. Darauf kann die Menschheit&lt;br /&gt;
im ganzen nicht warten. Auch gibt es Menschen in Fülle, die&lt;br /&gt;
für dieses Durchkämpfen einer neuen Weltanschauung gar kein&lt;br /&gt;
unmittelbares Interesse haben. Für sie alle kann ein Kultus&lt;br /&gt;
dasein, der sich zwar mit der geistigen Erkenntnis, die in der&lt;br /&gt;
Anthroposophie da ist, in voller Übereinstimmung befindet&lt;br /&gt;
und aus ihr allein möglich ist, der aber nicht diese geistige&lt;br /&gt;
Erkenntnis lehrt oder voraussetzt, sondern den Menschen&lt;br /&gt;
unmittelbar gibt, was sie mit der höchsten Wirklichkeit verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Christengemeinschaft den Menschen zu vermitteln&lt;br /&gt;
hat, ist das Höchste. Es ist der lebendige Christus in aller Wirklichkeit&lt;br /&gt;
und Lebensmächtigkeit. Etwas Höheres gibt es nicht.&lt;br /&gt;
Aber es ist dieses Höchste in einem bestimmten Zeitalter und für&lt;br /&gt;
ein bestimmtes menschliches Bedürfnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Christengemeinschaft sich nur aus Anthroposophen&lt;br /&gt;
zusammensetzte, so würde Steiner die Aufgabe der Christengemeinschaft&lt;br /&gt;
für verfehlt gehalten haben. Die Anthroposophische&lt;br /&gt;
Gesellschaft hat ihre eigenen großen Aufgaben als eine&lt;br /&gt;
Kulturbewegung, die heute in der intellektualistisch-materialistischen&lt;br /&gt;
Gegenwart vor allem notwendig ist und schwer genug&lt;br /&gt;
zu kämpfen hat, um sich durchzusetzen. Darum könnte sie,&lt;br /&gt;
auch finanziell, eine solche neue Gemeinschaft gar nicht tragen.&lt;br /&gt;
Aber abgesehen davon wünschte Steiner auch eine Menschenart&lt;br /&gt;
heranzubilden, die sich in der Zukunft allmählich mehren wird.&lt;br /&gt;
Sie sucht die Kommunion im Geist und kann auf ihre Weise&lt;br /&gt;
durch das, was ihr Rudolf Steiner gegeben hat, zu demselben&lt;br /&gt;
Allerhöchsten kommen, was die Christengemeinschaft in ihrer&lt;br /&gt;
Weise bringt. Denn das Ziel der anthroposophischen Bewegung&lt;br /&gt;
ist auch die volle Kommunion mit Christus bis in Leib und Blut&lt;br /&gt;
hinein. Sie kann erlebt werden, auch wenn es unbewußt bleibt,&lt;br /&gt;
ebenso in der Meditation wie im Kultus.|Rittelmeyer, S. 148f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die 45 Gründer der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer dreiwöchigen Vorbereitung in [[w:Herrsching am Ammersee|Breitbrunn am Ammersee]] reisten die 45 Gründer nach Dornach, wo im [[Goetheanum]] vom 6. bis zum 22. September 1922 die Gründungsschritte vollzogen wurden. In Dornach feierte Rittelmeyer am 16. September 1922 die erste &amp;quot;[[Menschenweihehandlung]]&amp;quot; – wie das [[Abendmahl]] fortan genannt wurde – nach einer von Steiner entworfenen Liturgie, die dieser der römischen Messe in Abwandlungen entnommen hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Hierbei wurden auch die ersten zwölf Priester geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:The Christian Community Founders.jpg|thumb|center|400px|Gründungstag (16.9.1922) der Christengemeinschaft, Bewegung für religiöse Erneuerung.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|width=800px|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Friedrich Rittelmeyer]]&lt;br /&gt;
[[Emil Bock]]&lt;br /&gt;
[[Johannes Werner Klein]]&lt;br /&gt;
[[Gertrud Spörri]]&lt;br /&gt;
Johannes Perthel&lt;br /&gt;
[[Friedrich Doldinger]]&lt;br /&gt;
Alfred Heidenreich&lt;br /&gt;
Rudolf von Koschützki&lt;br /&gt;
August Pauli&lt;br /&gt;
[[Hermann Beckh]]&lt;br /&gt;
Heinrich Rittelmeyer&lt;br /&gt;
Fritz Blattmann&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
Hermann Fackler&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg&lt;br /&gt;
Claus von der Decken&lt;br /&gt;
Wilhelm Salewski&lt;br /&gt;
Otto Becher&lt;br /&gt;
[[Heinrich Ogilvie]]&lt;br /&gt;
Kurt Philippi&lt;br /&gt;
Martin Borchart&lt;br /&gt;
Hermann Groh&lt;br /&gt;
Wolfgang Schickler&lt;br /&gt;
Adolf Müller &lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marta Heimeran&lt;br /&gt;
Richard Gitzke&lt;br /&gt;
[[Carl Stegmann]]&lt;br /&gt;
Erwin Lang&lt;br /&gt;
Eberhard Kurras&lt;br /&gt;
Arnold Goebel&lt;br /&gt;
Otto Franke&lt;br /&gt;
Walter Gradenwitz&lt;br /&gt;
Joachim Sydow&lt;br /&gt;
Ludwig Köhler&lt;br /&gt;
Waldemar Mickisch &lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Gottfried Husemann]]&lt;br /&gt;
Rudolf Köhler&lt;br /&gt;
Jutta Frentzel&lt;br /&gt;
[[Rudolf Frieling]]&lt;br /&gt;
Thomas Kandier&lt;br /&gt;
Kurt von Wistinghausen&lt;br /&gt;
Wilhelm Kelber&lt;br /&gt;
Eduard Lenz&lt;br /&gt;
Gerhard Klein&lt;br /&gt;
Kurt Willmann&lt;br /&gt;
Harald Schilling&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Lit|{{G|344|277}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Meyer]], der aktiv an allen Vorbereitungen, die zur Gründung der Christengemeinschaft führten, beteiligt war, konnte bei der Weihe der ersten 45 Priester in Dornach nicht dabei sein; er wurde fünf Wochen später durch [[Johannes Werner Klein]] geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach der Gründung und zur Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot; verbreitete sich schnell in zahlreichen deutschen Städten, bald auch in [[W:Prag|Prag]], in der [[Schweiz]], in [[Österreich]], [[W:Norwegen|Norwegen]], [[W:Holland|Holland]], [[W:Schweden|Schweden]] und [[Vereinigtes Königreich|England]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1933 wurde in Stuttgart das erste Priesterseminar gegründet, 1936 in [[W:Dresden|Dresden]] und [[W:Den Haag|Den Haag]] die ersten eigenen Kirchen der Christengemeinschaft. Nach dem Verbot der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] in Deutschland durch die [[W:Geheime Staatspolizei|Gestapo]] im November 1935 unterblieb das Verbot der Christengemeinschaft aufgrund ihres Charakters als christlicher Vereinigung zunächst. Erst 1941 nach dem Flug des Hitler-Stellvertreters [[W:Rudolf Heß|Rudolf Heß]] nach England  wurde die Christengemeinschaft in Deutschland verboten; einige Priester kamen zeitweilig in Haft.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmut Zander]]: &#039;&#039;Anthroposophie in Deutschland.&#039;&#039; [[W:Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht|Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht]], Göttingen 2007. S. 251.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Historisches Zentrum der Christengemeinschaft ist [[w:Stuttgart|Stuttgart]], dem Ort der größten Gemeinde im deutschsprachigen Raum. Hier hat das höchste Leitungsamt, der &amp;quot;Erzoberlenker&amp;quot; seinen Sitz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; In der DDR hatte die Christengemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg rund 30 Gemeinden, in der Bundesrepublik 70.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Beim Wiederaufbau der &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot; kamen zwei Nationalsozialisten zur Gemeinschaft: [[Friedrich Benesch]] und [[Werner Georg Haverbeck]]. Benesch, der 1947 zum Priester geweiht wurde und von 1957 an über Jahrzehnte als Seminarleiter der Christengemeinschaft in Stuttgart tätig war, wirkte in [[W:Siebenbürgen|Siebenbürgen]] als Mitglied der Deutschen Volkspartei Rumäniens (DVR) und Kreisleiter; seine „braune“ Vergangenheit verschwieg er zeitlebens; sie wurde erst 2004 publik. Haverbeck, einst Leiter der &#039;&#039;Reichsmittelstelle für Volkstumsarbeit der [[W:Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]]&#039;&#039;, wurde 1950 zum Priester geweiht. 1959 wurde er von seiner Priestertätigkeit wegen „linker Tendenzen“ beurlaubt. 1983 wurde er wieder in den Priesterkreis aufgenommen, aber gleichzeitig pensioniert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner, 1991, S. 45&amp;quot;&amp;gt;Arfst Wagner: &#039;&#039;Anthroposophen und Nationalsozialismus. Probleme der Vergangenheit und der Gegenwart.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Flensburger Hefte&#039;&#039;, 3/91, Heft 32, Flensburg 1991, S. 45.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er konnte 1978 und 1983 noch zwei Bücher im Urachhaus Verlag publizieren, distanzierte sich jedoch bis zu seinem Tod 1999 nie von seiner völkischen Vergangenheit und lieferte mit seinem 1989 erschienenen Buch &#039;&#039;Rudolf Steiner – Anwalt für Deutschland&#039;&#039; seinen Beitrag zur noch heute geführten Debatte über die politische Einschätzung Steiners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Gemeinden entstanden allmählich auch außerhalb Europas, neue Kirchen wurden z.&amp;amp;nbsp;B. in [[W:Bochum|Bochum]] 1966&amp;lt;ref&amp;gt;Scharoun-Kirche Bochum, auch Johanneskirche genannt, Glockengarten, Einweihung 1966, nach den Entwürfen von [[W:Hans Scharoun|Hans Scharoun]], mit Kerzenständern von [[W:Wilhelm Wagenfeld|Wilhelm Wagenfeld]], seit 2012 ein &amp;quot;National wertvolles Kulturdenkmal&amp;quot; nach Richtlinien des [[W:Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien|Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien]]. [http://www.scharoun-kirche.de/SHAROUN_Boschuere_low2.pdf Online mit zahlr. Bildern]. Vgl. Dietrich Scholle, Birgit Gropp Bearb.: &#039;&#039;Die Bauten von Hans Scharoun in [[W:Westfalen|Westfalen]].&#039;&#039; Reihe: Westfälische Kunststätten, 120. Hg. und Verlag [[W:Westfälischer Heimatbund|Westfälischer Heimatbund]], Münster 2016 {{ISSN|0930-3952}}, S. 37–47 mit Abb.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie 1953 ein neues Seminargebäude in Stuttgart errichtet. 1990 wurde eine Gemeinde in Prag möglich. Heute existieren aktive Gruppen oder Gemeinden in Nord- und Südamerika, in Asien, Europa, Afrika und Australien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Internationale Verbreitung und Vernetzung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:AndrieskerkAmsterdam2019-2.jpg|mini|Innenraum der Andrieskerk der Christengemeinschaft in Amsterdam]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft ist in 32 Ländern aktiv und hat weltweit nach eigenen Angaben etwa 35.000 Mitglieder. Es existieren Gemeinden auf allen Kontinenten. Da viele Besucher der Sakramente formal nicht Mitglied der Glaubensgemeinschaft sind, dürfte die Zahl der sogenannten „Freunde“ höher sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland gibt es etwa 140 Gemeinden, in der Schweiz 14, in Österreich 6. In Deutschland hatte die Christengemeinschaft im Jahr 2002 etwa 10.000 Mitglieder sowie 50.000 Freunde.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.remid.de/info_zahlen/verschiedene/&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach anderer Quelle sind es 20.000 Mitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.religio.de/anthropo.html&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei der Einordnung ist wichtig, dass für die Christengemeinschaft die getauften Kinder nicht als Mitglieder zählen, sondern nur Erwachsene, die selbstständig beigetreten sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach Schroeder 2001: &#039;&#039;Die Christengemeinschaft&#039;&#039;, S. 136, 190 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz ist die Christengemeinschaft im Aargau, in Basel, Bern, Biel, Luzern, Graubünden, Genf, Kreuzlingen, Lausanne, Schaffhausen, St. Gallen, Losone, Lugano und Zürich vertreten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.christengemeinschaft.ch/ (abgerufen am: 6. März 2012).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1933 besteht in [[W:Stuttgart|Stuttgart]] ein Priesterseminar, seit 2001 eines in [[Hamburg]], seit 2019 ein weiteres in [[W:Vaughan (Ontario)|Vaughan]] bei Toronto in Kanada&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thechristiancommunity.org/ccna-seminary/ &#039;&#039;The Seminary of the Christian Community in North America&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; (zuvor seit 2003 in Spring Valley, [[W:Rockland County|Rockland County]], New York, Vereinigte Staaten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die CG ist Teil des großen und weltweit verzweigten anthroposophischen Netzwerkes. Dazu gehören in Deutschland u.a. auch die privaten Waldorfschulen und Waldorfkindergärten in deren Umfeld auch die CG aktiv ist. Als wesentlicher Teil der Antroposophischen Bewegung ist die CG vernetzt mit der [[Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft|Allgemeinen Anthroposophische Gesellschaft]], mit den Verlagshäusern „[[Verlag Freies Geistesleben &amp;amp; Urachhaus|Urachhaus]]“ und „[[Verlag Freies Geistesleben &amp;amp; Urachhaus|Freies Geistleben]]“ und großen Unternehen wie der Weleda-Gruppe, der [[GLS Gemeinschaftsbank|GLS Bank]], der [[W:Software AG|Software AG]] mit ihrer Stiftung, der [[W:Demeter (Deutschland)|Demeter Verband]] und dem [[W:Dm-drogerie markt|Drogerie Discounter DM]], der Textilhersteller [[Hess Natur|Hessnatur]] und der [[Wala Heilmittel|Wala Heilmittel GmbH]] sowie mehrere anthroposophische Kliniken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://agwelt.de/2017-10/die-christengemeinschaft-eine-christliche-erneuerungsbewegung/ |titel=Die Christengemeinschaft – eine christliche Erneuerungsbewegung? — AG Welt e.V. |abruf=2022-10-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
===Gemeindemitgliedschaft===&lt;br /&gt;
Mitglied in der Christengemeinschaft wird man nicht durch Geburt, Taufe oder Konfirmation, sondern durch eigenen Entschluss als Erwachsener. Die Aufnahme erfolgt durch das Gespräch mit einem Priester der örtlichen Gemeinde.&lt;br /&gt;
Die Vielfalt des Gemeindelebens, wie es sich im Gemeindeprogramm widerspiegelt, ist wesentlich von den Impulsen und der Aktivität der Gemeindemitglieder mitgeprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Priesterseminare ===&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft hat im deutschen Sprachraum Priesterseminare in [[w:Stuttgart|Stuttgart]] und [[w:Hamburg|Hamburg]], ferner ein Proseminar (berufsbegleitendes Priesterseminar) in [[w:Krefeld|Krefeld]] (bis 2013 in Köln). Das Studium ist auf drei Jahre angelegt und schließt verschiedene Praktika in Gemeinden, aber auch in Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen oder in der [[W:Hospizbewegung|Hospizbewegung]] ein. Die Vorbereitung auf die Priesterweihe kann sich danach als sechsmonatige Ausbildung gemeinsam mit den Studenten der anderen Priesterseminare der Christengemeinschaft anschließen. Außerdem befindet sich noch ein Priesterseminar in [[w:Toronto|Toronto]], [[w:Kanada|Kanada]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtliche und wirtschaftliche Organisation ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Michael-Kirche-HB.jpg|mini|[[Michaelkirche (Bremen)|Michaelkirche]] der Christengemeinschaft in [[W:Bremen|Bremen]]]]&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft ist in wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht als Stiftung niederländischen Rechts unter dem Namen &#039;&#039;Stichting de Christengemeenschap (international)&#039;&#039; eingetragen. Zumeist wird das Konstrukt mit dem englischen Namen &#039;&#039;Foundation&#039;&#039; genannt. Die Niederländische Stiftung fungiert als Trägerin der Gesamtbewegung für alle Gemeinden weltweit. Innerhalb der Foundation existieren 18 Regionen als selbständige Einheiten. Das Hauptforum der Foundation ist das &#039;&#039;Council&#039;&#039;. Dieses trifft sich alle zwei Jahre und wählt ein &#039;&#039;Executive Committee&#039;&#039; aus den Mitgliedern des Council, das zwischen den Sitzungen des Council über die wirtschaftlichen Entscheidungen berät. Die Umsetzung und das Tagesgeschäft obliegt dem hauptamtlichen Geschäftsführer Thomas Nayda in [[Berlin]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://christengemeinschaft-international.org/impressum |titel=Impressum {{!}} Die Christengemeinschaft international |abruf=2021-08-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland sind die Gemeinden regional zu [[w:Körperschaft des öffentlichen Rechts (Deutschland)|Körperschaften des öffentlichen Rechts]] zusammengeschlossen. Die Christengemeinschaft hat damit die gleichen Rechte und Pflichten wie die anderen als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannten Religionsgemeinschaften. Auf das Recht der Einziehung von [[w:Kirchensteuer (Deutschland)|Kirchensteuern]] durch den Staat verzichtet die Christengemeinschaft jedoch ausdrücklich. Sie wird finanziell durch freiwillige Beiträge und Spenden ihrer Mitglieder und Freunde getragen. Das Gehalt der Priester bezahlt die Gemeinde selbst und es richtet sich nach der wirtschaftlichen Situation derselbigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Österreich ist die Christengemeinschaft eine staatlich eingetragene religiöse [[Bekenntnisgemeinschaft]]. Ansuchen um staatliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft wurden bisher zurückgewiesen; einer Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wurde 2009 wegen nicht sachlich gerechtfertigter Benachteiligung gegenüber den anerkannten Religionsgemeinschaften stattgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://hudoc.echr.coe.int/sites/eng/pages/search.aspx?i=001-91418 Judgement CASE OF VEREIN DER FREUNDE DER CHRISTENGEMEINSCHAFT AND OTHERS v. AUSTRIA des Europäischen Menschengerichtshofs, 2009 (englisch)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz ist die Christengemeinschaft als [[Verein#Schweiz|Verein]] organisiert; im Kanton Basel-Stadt ist sie als Religionsgemeinschaft öffentlich, obgleich weder öffentlich-rechtlich noch spezial-gesetzlich, anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bazonline.ch/basel/stadt/Christengemeinschaft-als-Religionsgemeinschaft-anerkannt/story/26746434 Basler Zeitung vom 8. September 2010 Christengemeinschaft als Religionsgemeinschaft anerkannt]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erzoberlenker====&lt;br /&gt;
*1925-1938: [[Friedrich Rittelmeyer]]&lt;br /&gt;
*1938-1959: [[Emil Bock]]&lt;br /&gt;
*1959-1986: [[Rudolf Frieling]]&lt;br /&gt;
*1986-2005: [[Taco Bay]]&lt;br /&gt;
*2005-2021: [[Vicke von Behr-Negendanck]]&lt;br /&gt;
*seit 2021:&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;[[João Torunsky]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterschiede zu den Lehren der großen christlichen Kirchen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Lehrfreiheit:&lt;br /&gt;
Die Priester der Christengemeinschaft sind an keine Lehre gebunden, sie haben Lehrfreiheit. Einzige Ausnahme ist das Lehren gegen den gegebenen Kultus. Die folgenden Punkte sind daher als exemplarisch aufzufassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Priestertum der Frau:&lt;br /&gt;
In der Christengemeinschaft können auch Frauen das Sakrament der Priesterweihe empfangen und dadurch den Beruf des Priesters ausüben. Damit ist die Gleichstellung zwischen Mann und Frau&lt;br /&gt;
gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Freie Gemeinden&lt;br /&gt;
Die Gemeinden der Christengemeinschaft erfahren keine Hilfe durch staatliche Instanzen und sind somit selbst verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ernstnehmen der biblischen Schöpfungsberichte:&lt;br /&gt;
Es gab einst einen Weltenzustand, bei dem Geist und Materie noch nicht getrennt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
=== Bewertung durch die Großkirchen ===&lt;br /&gt;
Die Taufe der Christengemeinschaft wird von der [[w:Evangelische Kirche in Deutschland|Evangelischen Kirche in Deutschland]] wie im Grundsatz auch von der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen]] und den [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen]] Kirchen nicht anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart (Hrsg.): &#039;&#039;Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft. Beiträge zur Diskussion.&#039;&#039; Markstein, Stuttgart 2004, S. 6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Vertretern der evangelischen Kirche und der Christengemeinschaft hat es vielfältige Gespräche gegeben,&amp;lt;ref name=EZW-Lexikon&amp;gt;Lexikoneintrag über die Christengemeinschaft im Online-Lexikon der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin: http://www.ezw-berlin.de/html/3_201.php&amp;lt;/ref&amp;gt; von denen auch Ergebnisse publiziert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;z.&amp;amp;nbsp;B. Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart (Hrsg.): &#039;&#039;Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft. Beiträge zur Diskussion.&#039;&#039; Markstein, Stuttgart 2004&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus solchen Gesprächen ist z.&amp;amp;nbsp;B. die Veröffentlichung vom Evangelischen [[w:Oberkirchenrat|Oberkirchenrat]] Stuttgart (Hrsg.) &#039;&#039;Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft – Beiträge zur Diskussion&#039;&#039; hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[w:Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen|Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen]] kommt in ihrem Online-Lexikon zu der Einschätzung, dass die Christengemeinschaft sich durch eine „Abhängigkeit von anthroposophischen Überzeugungen“ – nicht zuletzt wegen des verbindlichen Kultuswortlautes – „von biblisch gewonnenen Grundeinsichten, denen sich die christlichen Kirchen verpflichtet wissen“, entfremdet, und sieht in der Taufe der Christengemeinschaft, u.&amp;amp;nbsp;a. wegen der darin enthaltenen Annahme einer vorgeburtlichen Existenz der Seele, ein abweichendes Taufverständnis. Aus Sicht der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen „handelt es sich bei der ‚Christengemeinschaft – Bewegung für religiöse Erneuerung‘ um ein anthroposophisch interpretiertes Christentum neben den konfessionellen Kirchen.“&amp;lt;ref name=EZW-Lexikon&amp;gt;Lexikoneintrag über die Christengemeinschaft im Online-Lexikon der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin: http://www.ezw-berlin.de/html/3_201.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritik innerhalb der anthroposophischen Bewegung ===&lt;br /&gt;
Der Christengemeinschaft begegnet innerhalb der [[Anthroposophische Bewegung|anthroposophischen Bewegung]] zum Teil Widerspruch. Schon kurz nach ihrer Gründung gab es heftige Auseinandersetzungen und Missverständnisse zwischen Anthroposophen und Priestern der Christengemeinschaft. Einzelne Pfarrer rekrutierten ihre Gemeindemitglieder fast ausschließlich aus Mitgliedern und Freunden der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]]. Rudolf Steiner musste ein „klärendes Wort“ bezüglich der angemessenen Unterscheidung zwischen den beiden Bewegungen sprechen und grenzte sie hier deutlich von einander ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu den Vortrag von [[Rudolf Steiner]] vom 30. Dezember 1922 {{GZ||219|163ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;quot;[[Forum Freier Christen]]&amp;quot;, das &amp;quot;Forum Kultus&amp;quot; bzw. die &amp;quot;Initiative, freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot; werfen der Christengemeinschaft einen „kultischen Alleinvertretungsanspruch für die anthroposophische Bewegung“ vor und bestreiten seine Berechtigung. Sie sehen das Zwei-Stände-System von Klerikern und Laien als einen kultushistorisch alten Weg. Weiterhin nutzen sie auch Rituale der Christengemeinschaft und haben diese teilweise für eigene laienpriesterliche Verwendung im Wortlaut verändert. Dieser Initiative und ihrer „unrechtmäßigen Aneignung der Rituale“ trat die Christengemeinschaft 1999 in schriftlichen Stellungnahmen entgegen.&amp;lt;ref&amp;gt;u.&amp;amp;nbsp;a. Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (http://diedrei.org/hefte-anzeigen/inhalt/heft-2-1999.html)&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch mitstenographierte und inzwischen veröffentlichte Äußerungen Rudolf Steiners im Zusammenhang der Übergabe des Kultus an die Priesterschaft der Christengemeinschaft widersprechen explizit der Ansicht des Forums.&amp;lt;ref&amp;gt;z.B. Rudolf Steiner zur Priestergemeinschaft bei der Gründung: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. &#039;&#039;&#039;Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (Zitiert nach Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken III, (GA 344), Dornach 1994, S. 230)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Vgl. auch den Hauptartikel [[Der_freie_christliche_Impuls|Der freie christliche Impuls]].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
{{Glomer|meditation-entwicklung/religion-kultus/christengemeinschaft}}&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Rittelmeyer]]: &#039;&#039;Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner.&#039;&#039;, 12. Auflage, Urachhaus Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-87838-277-5.&lt;br /&gt;
* Hans-Werner Schroeder: &#039;&#039;Die Christengemeinschaft&#039;&#039;. Entstehung - Entwicklung - Zielsetzung, Urachhaus, 2. Auflage (2001), ISBN 3-87838-649-4&lt;br /&gt;
* Michael Debus: &#039;&#039;Auferstehungskräfte im Schicksal. Die Sakramente der Christengemeinschaft&#039;&#039;; Stuttgart: Urachhaus, 2006, ISBN 3-8251-7526-X&lt;br /&gt;
* Rudolf Frieling: &#039;&#039;Christentum und Wiederverkörperung&#039;&#039;, Fischer TB Vlg., Frankfurt a.M. 1982&lt;br /&gt;
* Rudolf F. Gädeke: &#039;&#039;Die Gründer der Christengemeinschaft. Ein Schicksalsnetz. 48 kurze Biographien mit Abbildungen und Dokumenten&#039;&#039;; Pioniere der Anthroposophie, 10; Dornach: Verlag am Goetheanum, 1992, ISBN 3-7235-0639-9&lt;br /&gt;
* Flensburger Hefte Nr. 22: &#039;&#039;Erkenntnis und Religion&#039;&#039;. Zum Verhältnis von Anthroposophischer Gesellschaft und Christengemeinschaft, Flensburger Hefte Vlg., Flensburg 1988, ISBN 3-926841-13-3&lt;br /&gt;
* Wolfgang Gädeke: &#039;&#039;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&#039;&#039;, Flensburger Hefte Vlg., Flensburg 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
* Edelgard Vietor: &#039;&#039;Schuld und Sünde&#039;&#039;. Erkennen - verwandeln - verzeihen, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2002, ISBN 3-8251-7375-5&lt;br /&gt;
* Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart (Hrsg.): Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft. Beiträge zur Diskussion, (2004), ISBN 3-935129-14-9&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Hat die Christengemeinschaft eine Zukunft? Gespräche mit einem Geistwesen&#039;&#039;, Flensburger Hefte, Sonderheft 32, (2012), ISBN 978-3-935679-77-0&lt;br /&gt;
* Ilse Wellershoff-Schuur: &#039;&#039;Erneuerung&#039;&#039;. Versuche zum Thema: Wer braucht die Christengemeinschaft, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8251-7844-4&lt;br /&gt;
* Tom Ravetz: &#039;&#039;Vom Dogma befreit. Gesichtspunkte zur Theologie der Christengemeinschaft&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2010&lt;br /&gt;
*Georg Blattmann, Christus heute ins Leben rufen - Ursprung und Ziel der Christengemeinschaft&lt;br /&gt;
* Ulrich Meier (Hg.): &#039;&#039;Christentum in Entwicklung. Anstöße zum Dialog über eine permanente Reformation&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2013&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Verhältnis der Sternenwelt zum Menschen und des Menschen zur Sternenwelt. Die geistige Kommunion der Menschheit.&#039;&#039;, [[GA 219]] (1994), ISBN 3-7274-2190-8 {{Vorträge|219}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&#039;&#039;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&#039;&#039;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&#039;&#039; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&#039;&#039;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&#039;&#039;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.org Die Christengemeinschaft International]&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.de Die Christengemeinschaft in Deutschland]&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.at Die Christengemeinschaft in Österreich]&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.ch Die Christengemeinschaft in der Schweiz]&lt;br /&gt;
*[http://www.thechristiancommunity.org/ The Christian Community (engl.)]&lt;br /&gt;
*[https://www.bibelpedia.com/index.php?title=Anthroposophisch_/_Christengemeinschaft Bibelübersetzungen aus dem Umfeld der Anthroposophie und Christengemeinschaft]&lt;br /&gt;
* [https://www.yumpu.com/de/document/view/51795006/text-der-menschenweihehandlung Text der Menschenweihehandlung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritische Links ===&lt;br /&gt;
* [http://www.religio.de/anthropo.html Das elektronische Informationssystem über (...) religiöse (...) Gemeinschaften (...) in Deutschland -&amp;gt;Christengemeinschaft]&lt;br /&gt;
* [http://www.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/eine-sehr-spezielle-kleine-kirche-feiert-aid-1.6842185 Artikel in &amp;quot;Rheinische Post&amp;quot;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft|!]]&lt;br /&gt;
[[en:Christian Community]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=555916</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=555916"/>
		<updated>2022-12-30T07:24:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922 */ Gliederung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen ===&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende ===&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen ===&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung ===&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen ===&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. &#039;&#039;&#039;So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus ===&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder wendet dazu ein: &amp;quot;Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ===&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922 ===&lt;br /&gt;
Der Vortrag Rudolf Steiners vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vortrag23011923&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es war ja zunächst von Dr. Rittelmeyer schon darauf aufmerksam gemacht worden, daß doch noch gewisse Schwierigkeiten bestehen in der Auffassung des Verhältnisses dieser christlich-religiösen Bewegung zur Anthroposophie. Diese Schwierigkeiten sind ja solche, die man eigentlich nicht gerade, ich möchte sagen, durch eine Definition versuchen soll zu bewältigen, sondern die sich eigentlich nur bewältigen lassen durch die Praxis, und dann auch durch ein gewisses Studium der Seelenverhältnisse der gegenwärtigen Menschheit.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-25&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 25, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=25&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Sehen Sie, diese seit Jahrhunderten angestrebte, auch innere Trennung des Wissenschaftlichen und des Religiösen, diese Trennung kann eben eine noch so starke rein religiöse Bewegung gar nicht irgendwie bewältigen. Denn eine religiöse Bewegung muß, ebenso wie eine wissenschaftliche Bewegung, vor allen Dingen innerlich wahr sein. Nun könnte es vielleicht sogar trivial erscheinen, wenn wir jetzt, nachdem wir so vieles miteinander besprochen haben, was der religiösen Bewegung Inhalt gibt, wieder zurückkommen auf das Elementare: die Bewegung muß wahr sein. Aber wir dürfen nicht unterschätzen, wie stark heutzutage die Unwahrheit, die innere, die unbewußte Unwahrheit zivilisatorischer Impulse geworden ist.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-26&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 26, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=26&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Für den, der heute auf dem Boden einer religiösen Erneuerung stehen will, ist es daher notwendig, sich klar darüber zu sein, daß er zugleich einig sein muß mit einer Erkenntnisrichtung, welche den Geist wiederum in das Naturwissen hineinträgt, die den Geist geltend macht innerhalb des Naturwissens, so daß bis in die Physik hinunter der Geist geltend gemacht wird. Das ist ja richtig angestrebt worden, indem die religiöse Bewegung auf Anthroposophie baut. Aber dieses Bauen auf die Anthroposophie muß ein ganz innerliches, wahrhaftiges sein. Deshalb ist es nötig, daß man sich das Verhältnis zwischen der religiösen Erneuerung und der Anthroposophie auch in der richtigen Weise vorstellt.&amp;lt;br&amp;gt;Nicht wahr, die Anthroposophie will und kann nicht anders, als eine Erkenntnisbewegung sein. Sie muß, so sehr dadurch auch das Verhältnis zu ihren Anhängern leidet, in allen Einzelheiten vollbewußt so arbeiten, daß sie eine Erkenntnisbewegung ist. Die religiöse Erneuerung ist eben eine religiöse Bewegung mit dem entsprechenden religiösen Kultus. Und wenn beide Bewegungen aus ihren eigenen Impulsen arbeiten, so kann ja nichts anderes Zustandekommen als eine gegenseitige Befruchtung. Es kann im Grunde genommen niemals eine Störung auftreten. Man muß allerdings, auch wenn man sich klar ist, daß ja im großen und ganzen eine Störung nicht auftreten kann, die Zeitverhältnisse gründlich berücksichtigen. Die anthroposophische Bewegung hat natürlich heute deshalb einen schwierigen Stand, weil sehr viele Menschen, die lechzen nach einer Vergeistigung der Weltanschauung, auch erkenntnismäßig eigentlich doch auf eine leichtere und bequemere Weise zu ihren Erkenntnissen kommen möchten, als Anthroposophie sie ihnen geben kann. Man möchte nicht gern jene intensive innere Mitarbeit haben, welche in der Anthroposophie notwendig ist, und dadurch treten zuweilen wirklich recht absurde Anschauungen und Gedanken auf. [...] Was aber gibt Gemeinschaft? Menschliche Gemeinsamkeit des Denkens und Empfindens! Man kann sich kaum denken, daß die Leute, wenn der anthroposophische Impuls in ihnen ehrlich arbeitet, sich nicht in einer solchen Gemeinsamkeit fühlen, wie sie überhaupt noch nicht da war in der Welt. Denn so gründlich brauchte man noch nie umzudenken, selbst nicht in den alten Mysterien; da war noch vieles ähnlicher dem populären Denken. Es ist ein so starkes Band da, daß alles Rufen und Schreien nach Gemeinsamkeit, das namentlich unter den Jüngeren vielfach auftritt, im Grunde genommen schon einen Zug von Absurdität hat. Aber vergessen Sie nicht, daß wir nicht in einem Atelier sind und uns aus Plastilin Menschen formen können, sondern daß die Menschen da sind mit all ihren Absurditäten, die man absolut berücksichtigen muß, über die man nicht hinaus kann, wenn man real wirken will.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-28&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 28f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=28&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„So tritt der Impuls auf, gemeinschaftsbildend zu sein innerhalb der anthroposophischen Bewegung. Erkenntnisbewegung ist die anthroposophische Bewegung. Auf Gemeinsamkeit des Wollens, Fühlens und Denkens ist sie gegründet. So daß man eigentlich denken könnte, die religiöse Bewegung würde einfach das, was auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung da ist, aufnehmen und nun in der Art, die ja nun einmal für die religiöse Bewegung gegeben ist, dies wiederum aus den ureigensten Impulsen weiterbilden.&amp;lt;br&amp;gt;Als es noch keine religiöse Bewegung gegeben hat, haben Menschen, die in der anthroposophischen Bewegung standen, noch einen Ersatz gesucht dafür in allerlei esoterischen Kreisen, die aber so aufgebaut waren, daß sie im wesentlichen Erkenntniskreise waren, und das, was da kultusähnlich war, diente auch nur der Erkenntnis. [...] Dagegen ist die Sache bei der religiösen Bewegung so, daß im Kult selbst schon ein unmittelbarer Inhalt liegt, und zwar in jeder Kulthandlung, so daß auch derjenige, der zum Beispiel es ablehnt, vom Kult aus nach einer Erkenntnis zu streben, doch in der Teilnahme am Kult ein entsprechendes Leben hat, weil der Kult, wie er in dieser religiösen Bewegung wirken soll, unmittelbar die Sprache der geistigen Welt ist, heruntergetragen in irdische Form, so daß die Teilnahme am Kultus etwas ganz Positives ist.“&#039;&#039; &amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-30&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 30f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=31&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann. [...] Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-34-35&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-35&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039; [...] &#039;&#039;Man darf aber nicht sagen, man könne zur Anthroposophie nur kommen durch die religiöse Bewegung, das wäre sehr falsch. Mein damaliger Vortrag war an die Anthroposophen gerichtet. Also es ist doch selbstverständlich, daß die Anthroposophen, wie sie in der letzten Zeit geworden sind, Ratgeber beim Kultus sein könnten. Das andere wiederum ist Gift für die Anthroposophie: wenn man sagt, man könne nicht zu anthroposophischem Verständnis [des Christus] kommen, wenn man nicht durch den Kult dazu kommt. Es ist nötig, daß man das dazunimmt, daß diese Rede an die Anthroposophen gerichtet war. Das Mißverständnis bestand darin, daß beide Seiten Auffassungsfehler gemacht haben in der Handhabung. Es waren in der religiösen Bewegung viele, die nicht wußten, wie sie sich verhalten sollten.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-40f&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-42f&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
*&amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*&amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*[[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=555911</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=555911"/>
		<updated>2022-12-30T07:19:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922 */ Gliederung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen ===&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende ===&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen ===&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung ===&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen ===&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. &#039;&#039;&#039;So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus ===&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder wendet dazu ein: &amp;quot;Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ===&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922 ===&lt;br /&gt;
Der Vortrag Rudolf Steiners vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vortrag23011923&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es war ja zunächst von Dr. Rittelmeyer schon darauf aufmerksam gemacht worden, daß doch noch gewisse Schwierigkeiten bestehen in der Auffassung des Verhältnisses dieser christlich-religiösen Bewegung zur Anthroposophie. Diese Schwierigkeiten sind ja solche, die man eigentlich nicht gerade, ich möchte sagen, durch eine Definition versuchen soll zu bewältigen, sondern die sich eigentlich nur bewältigen lassen durch die Praxis, und dann auch durch ein gewisses Studium der Seelenverhältnisse der gegenwärtigen Menschheit.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-25&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 25, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=25&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Sehen Sie, diese seit Jahrhunderten angestrebte, auch innere Trennung des Wissenschaftlichen und des Religiösen, diese Trennung kann eben eine noch so starke rein religiöse Bewegung gar nicht irgendwie bewältigen. Denn eine religiöse Bewegung muß, ebenso wie eine wissenschaftliche Bewegung, vor allen Dingen innerlich wahr sein. Nun könnte es vielleicht sogar trivial erscheinen, wenn wir jetzt, nachdem wir so vieles miteinander besprochen haben, was der religiösen Bewegung Inhalt gibt, wieder zurückkommen auf das Elementare: die Bewegung muß wahr sein. Aber wir dürfen nicht unterschätzen, wie stark heutzutage die Unwahrheit, die innere, die unbewußte Unwahrheit zivilisatorischer Impulse geworden ist.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-26&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 26, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=26&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Für den, der heute auf dem Boden einer religiösen Erneuerung stehen will, ist es daher notwendig, sich klar darüber zu sein, daß er zugleich einig sein muß mit einer Erkenntnisrichtung, welche den Geist wiederum in das Naturwissen hineinträgt, die den Geist geltend macht innerhalb des Naturwissens, so daß bis in die Physik hinunter der Geist geltend gemacht wird. Das ist ja richtig angestrebt worden, indem die religiöse Bewegung auf Anthroposophie baut. Aber dieses Bauen auf die Anthroposophie muß ein ganz innerliches, wahrhaftiges sein. Deshalb ist es nötig, daß man sich das Verhältnis zwischen der religiösen Erneuerung und der Anthroposophie auch in der richtigen Weise vorstellt.&amp;lt;br&amp;gt;Nicht wahr, die Anthroposophie will und kann nicht anders, als eine Erkenntnisbewegung sein. Sie muß, so sehr dadurch auch das Verhältnis zu ihren Anhängern leidet, in allen Einzelheiten vollbewußt so arbeiten, daß sie eine Erkenntnisbewegung ist. Die religiöse Erneuerung ist eben eine religiöse Bewegung mit dem entsprechenden religiösen Kultus. Und wenn beide Bewegungen aus ihren eigenen Impulsen arbeiten, so kann ja nichts anderes Zustandekommen als eine gegenseitige Befruchtung. Es kann im Grunde genommen niemals eine Störung auftreten. Man muß allerdings, auch wenn man sich klar ist, daß ja im großen und ganzen eine Störung nicht auftreten kann, die Zeitverhältnisse gründlich berücksichtigen. Die anthroposophische Bewegung hat natürlich heute deshalb einen schwierigen Stand, weil sehr viele Menschen, die lechzen nach einer Vergeistigung der Weltanschauung, auch erkenntnismäßig eigentlich doch auf eine leichtere und bequemere Weise zu ihren Erkenntnissen kommen möchten, als Anthroposophie sie ihnen geben kann. Man möchte nicht gern jene intensive innere Mitarbeit haben, welche in der Anthroposophie notwendig ist, und dadurch treten zuweilen wirklich recht absurde Anschauungen und Gedanken auf. [...] Was aber gibt Gemeinschaft? Menschliche Gemeinsamkeit des Denkens und Empfindens! Man kann sich kaum denken, daß die Leute, wenn der anthroposophische Impuls in ihnen ehrlich arbeitet, sich nicht in einer solchen Gemeinsamkeit fühlen, wie sie überhaupt noch nicht da war in der Welt. Denn so gründlich brauchte man noch nie umzudenken, selbst nicht in den alten Mysterien; da war noch vieles ähnlicher dem populären Denken. Es ist ein so starkes Band da, daß alles Rufen und Schreien nach Gemeinsamkeit, das namentlich unter den Jüngeren vielfach auftritt, im Grunde genommen schon einen Zug von Absurdität hat. Aber vergessen Sie nicht, daß wir nicht in einem Atelier sind und uns aus Plastilin Menschen formen können, sondern daß die Menschen da sind mit all ihren Absurditäten, die man absolut berücksichtigen muß, über die man nicht hinaus kann, wenn man real wirken will.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-28&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 28f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=28&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„So tritt der Impuls auf, gemeinschaftsbildend zu sein innerhalb der anthroposophischen Bewegung. Erkenntnisbewegung ist die anthroposophische Bewegung. Auf Gemeinsamkeit des Wollens, Fühlens und Denkens ist sie gegründet. So daß man eigentlich denken könnte, die religiöse Bewegung würde einfach das, was auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung da ist, aufnehmen und nun in der Art, die ja nun einmal für die religiöse Bewegung gegeben ist, dies wiederum aus den ureigensten Impulsen weiterbilden.&amp;lt;br&amp;gt;Als es noch keine religiöse Bewegung gegeben hat, haben Menschen, die in der anthroposophischen Bewegung standen, noch einen Ersatz gesucht dafür in allerlei esoterischen Kreisen, die aber so aufgebaut waren, daß sie im wesentlichen Erkenntniskreise waren, und das, was da kultusähnlich war, diente auch nur der Erkenntnis. [...] Dagegen ist die Sache bei der religiösen Bewegung so, daß im Kult selbst schon ein unmittelbarer Inhalt liegt, und zwar in jeder Kulthandlung, so daß auch derjenige, der zum Beispiel es ablehnt, vom Kult aus nach einer Erkenntnis zu streben, doch in der Teilnahme am Kult ein entsprechendes Leben hat, weil der Kult, wie er in dieser religiösen Bewegung wirken soll, unmittelbar die Sprache der geistigen Welt ist, heruntergetragen in irdische Form, so daß die Teilnahme am Kultus etwas ganz Positives ist.“&#039;&#039; &amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-30&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 30f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=31&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann. [...] Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-34-35&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-35&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039; [...] &#039;&#039;Man darf aber nicht sagen, man könne zur Anthroposophie nur kommen durch die religiöse Bewegung, das wäre sehr falsch. Mein damaliger Vortrag war an die Anthroposophen gerichtet. Also es ist doch selbstverständlich, daß die Anthroposophen, wie sie in der letzten Zeit geworden sind, Ratgeber beim Kultus sein könnten. Das andere wiederum ist Gift für die Anthroposophie: wenn man sagt, man könne nicht zu anthroposophischem Verständnis [des Christus] kommen, wenn man nicht durch den Kult dazu kommt. Es ist nötig, daß man das dazunimmt, daß diese Rede an die Anthroposophen gerichtet war. Das Mißverständnis bestand darin, daß beide Seiten Auffassungsfehler gemacht haben in der Handhabung. Es waren in der religiösen Bewegung viele, die nicht wußten, wie sie sich verhalten sollten.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-40f&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GA345-42f&amp;quot;&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
*&amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*&amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*[[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=555889</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
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		<updated>2022-12-29T20:54:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Gliederung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen ===&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende ===&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen ===&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung ===&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen ===&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. &#039;&#039;&#039;So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus ===&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament ===&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder wendet dazu ein: &amp;quot;Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ===&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922 ===&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es war ja zunächst von Dr. Rittelmeyer schon darauf aufmerksam gemacht worden, daß doch noch gewisse Schwierigkeiten bestehen in der Auffassung des Verhältnisses dieser christlich-religiösen Bewegung zur Anthroposophie. Diese Schwierigkeiten sind ja solche, die man eigentlich nicht gerade, ich möchte sagen, durch eine Definition versuchen soll zu bewältigen, sondern die sich eigentlich nur bewältigen lassen durch die Praxis, und dann auch durch ein gewisses Studium der Seelenverhältnisse der gegenwärtigen Menschheit.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-25&amp;gt;GA 345 (1994), S. 25, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=25&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Sehen Sie, diese seit Jahrhunderten angestrebte, auch innere Trennung des Wissenschaftlichen und des Religiösen, diese Trennung kann eben eine noch so starke rein religiöse Bewegung gar nicht irgendwie bewältigen. Denn eine religiöse Bewegung muß, ebenso wie eine wissenschaftliche Bewegung, vor allen Dingen innerlich wahr sein. Nun könnte es vielleicht sogar trivial erscheinen, wenn wir jetzt, nachdem wir so vieles miteinander besprochen haben, was der religiösen Bewegung Inhalt gibt, wieder zurückkommen auf das Elementare: die Bewegung muß wahr sein. Aber wir dürfen nicht unterschätzen, wie stark heutzutage die Unwahrheit, die innere, die unbewußte Unwahrheit zivilisatorischer Impulse geworden ist.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-26&amp;gt;GA 345 (1994), S. 26, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=26&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Für den, der heute auf dem Boden einer religiösen Erneuerung stehen will, ist es daher notwendig, sich klar darüber zu sein, daß er zugleich einig sein muß mit einer Erkenntnisrichtung, welche den Geist wiederum in das Naturwissen hineinträgt, die den Geist geltend macht innerhalb des Naturwissens, so daß bis in die Physik hinunter der Geist geltend gemacht wird. Das ist ja richtig angestrebt worden, indem die religiöse Bewegung auf Anthroposophie baut. Aber dieses Bauen auf die Anthroposophie muß ein ganz innerliches, wahrhaftiges sein. Deshalb ist es nötig, daß man sich das Verhältnis zwischen der religiösen Erneuerung und der Anthroposophie auch in der richtigen Weise vorstellt.&amp;lt;br&amp;gt;Nicht wahr, die Anthroposophie will und kann nicht anders, als eine Erkenntnisbewegung sein. Sie muß, so sehr dadurch auch das Verhältnis zu ihren Anhängern leidet, in allen Einzelheiten vollbewußt so arbeiten, daß sie eine Erkenntnisbewegung ist. Die religiöse Erneuerung ist eben eine religiöse Bewegung mit dem entsprechenden religiösen Kultus. Und wenn beide Bewegungen aus ihren eigenen Impulsen arbeiten, so kann ja nichts anderes Zustandekommen als eine gegenseitige Befruchtung. Es kann im Grunde genommen niemals eine Störung auftreten. Man muß allerdings, auch wenn man sich klar ist, daß ja im großen und ganzen eine Störung nicht auftreten kann, die Zeitverhältnisse gründlich berücksichtigen. Die anthroposophische Bewegung hat natürlich heute deshalb einen schwierigen Stand, weil sehr viele Menschen, die lechzen nach einer Vergeistigung der Weltanschauung, auch erkenntnismäßig eigentlich doch auf eine leichtere und bequemere Weise zu ihren Erkenntnissen kommen möchten, als Anthroposophie sie ihnen geben kann. Man möchte nicht gern jene intensive innere Mitarbeit haben, welche in der Anthroposophie notwendig ist, und dadurch treten zuweilen wirklich recht absurde Anschauungen und Gedanken auf. [...] Was aber gibt Gemeinschaft? Menschliche Gemeinsamkeit des Denkens und Empfindens! Man kann sich kaum denken, daß die Leute, wenn der anthroposophische Impuls in ihnen ehrlich arbeitet, sich nicht in einer solchen Gemeinsamkeit fühlen, wie sie überhaupt noch nicht da war in der Welt. Denn so gründlich brauchte man noch nie umzudenken, selbst nicht in den alten Mysterien; da war noch vieles ähnlicher dem populären Denken. Es ist ein so starkes Band da, daß alles Rufen und Schreien nach Gemeinsamkeit, das namentlich unter den Jüngeren vielfach auftritt, im Grunde genommen schon einen Zug von Absurdität hat. Aber vergessen Sie nicht, daß wir nicht in einem Atelier sind und uns aus Plastilin Menschen formen können, sondern daß die Menschen da sind mit all ihren Absurditäten, die man absolut berücksichtigen muß, über die man nicht hinaus kann, wenn man real wirken will.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-28&amp;gt;GA 345 (1994), S. 28f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=28&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„So tritt der Impuls auf, gemeinschaftsbildend zu sein innerhalb der anthroposophischen Bewegung. Erkenntnisbewegung ist die anthroposophische Bewegung. Auf Gemeinsamkeit des Wollens, Fühlens und Denkens ist sie gegründet. So daß man eigentlich denken könnte, die religiöse Bewegung würde einfach das, was auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung da ist, aufnehmen und nun in der Art, die ja nun einmal für die religiöse Bewegung gegeben ist, dies wiederum aus den ureigensten Impulsen weiterbilden.&amp;lt;br&amp;gt;Als es noch keine religiöse Bewegung gegeben hat, haben Menschen, die in der anthroposophischen Bewegung standen, noch einen Ersatz gesucht dafür in allerlei esoterischen Kreisen, die aber so aufgebaut waren, daß sie im wesentlichen Erkenntniskreise waren, und das, was da kultusähnlich war, diente auch nur der Erkenntnis. [...] Dagegen ist die Sache bei der religiösen Bewegung so, daß im Kult selbst schon ein unmittelbarer Inhalt liegt, und zwar in jeder Kulthandlung, so daß auch derjenige, der zum Beispiel es ablehnt, vom Kult aus nach einer Erkenntnis zu streben, doch in der Teilnahme am Kult ein entsprechendes Leben hat, weil der Kult, wie er in dieser religiösen Bewegung wirken soll, unmittelbar die Sprache der geistigen Welt ist, heruntergetragen in irdische Form, so daß die Teilnahme am Kultus etwas ganz Positives ist.“&#039;&#039; &amp;lt;ref name=GA345-30&amp;gt;GA 345 (1994), S. 30f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=31&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann. [...] Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039; [...] &#039;&#039;Man darf aber nicht sagen, man könne zur Anthroposophie nur kommen durch die religiöse Bewegung, das wäre sehr falsch. Mein damaliger Vortrag war an die Anthroposophen gerichtet. Also es ist doch selbstverständlich, daß die Anthroposophen, wie sie in der letzten Zeit geworden sind, Ratgeber beim Kultus sein könnten. Das andere wiederum ist Gift für die Anthroposophie: wenn man sagt, man könne nicht zu anthroposophischem Verständnis [des Christus] kommen, wenn man nicht durch den Kult dazu kommt. Es ist nötig, daß man das dazunimmt, daß diese Rede an die Anthroposophen gerichtet war. Das Mißverständnis bestand darin, daß beide Seiten Auffassungsfehler gemacht haben in der Handhabung. Es waren in der religiösen Bewegung viele, die nicht wußten, wie sie sich verhalten sollten.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=555867</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=555867"/>
		<updated>2022-12-29T20:16:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Kritik */ Weitere Zitate&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. &#039;&#039;&#039;So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es war ja zunächst von Dr. Rittelmeyer schon darauf aufmerksam gemacht worden, daß doch noch gewisse Schwierigkeiten bestehen in der Auffassung des Verhältnisses dieser christlich-religiösen Bewegung zur Anthroposophie. Diese Schwierigkeiten sind ja solche, die man eigentlich nicht gerade, ich möchte sagen, durch eine Definition versuchen soll zu bewältigen, sondern die sich eigentlich nur bewältigen lassen durch die Praxis, und dann auch durch ein gewisses Studium der Seelenverhältnisse der gegenwärtigen Menschheit.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-25&amp;gt;GA 345 (1994), S. 25, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=25&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Sehen Sie, diese seit Jahrhunderten angestrebte, auch innere Trennung des Wissenschaftlichen und des Religiösen, diese Trennung kann eben eine noch so starke rein religiöse Bewegung gar nicht irgendwie bewältigen. Denn eine religiöse Bewegung muß, ebenso wie eine wissenschaftliche Bewegung, vor allen Dingen innerlich wahr sein. Nun könnte es vielleicht sogar trivial erscheinen, wenn wir jetzt, nachdem wir so vieles miteinander besprochen haben, was der religiösen Bewegung Inhalt gibt, wieder zurückkommen auf das Elementare: die Bewegung muß wahr sein. Aber wir dürfen nicht unterschätzen, wie stark heutzutage die Unwahrheit, die innere, die unbewußte Unwahrheit zivilisatorischer Impulse geworden ist.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-26&amp;gt;GA 345 (1994), S. 26, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=26&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Für den, der heute auf dem Boden einer religiösen Erneuerung stehen will, ist es daher notwendig, sich klar darüber zu sein, daß er zugleich einig sein muß mit einer Erkenntnisrichtung, welche den Geist wiederum in das Naturwissen hineinträgt, die den Geist geltend macht innerhalb des Naturwissens, so daß bis in die Physik hinunter der Geist geltend gemacht wird. Das ist ja richtig angestrebt worden, indem die religiöse Bewegung auf Anthroposophie baut. Aber dieses Bauen auf die Anthroposophie muß ein ganz innerliches, wahrhaftiges sein. Deshalb ist es nötig, daß man sich das Verhältnis zwischen der religiösen Erneuerung und der Anthroposophie auch in der richtigen Weise vorstellt.&amp;lt;br&amp;gt;Nicht wahr, die Anthroposophie will und kann nicht anders, als eine Erkenntnisbewegung sein. Sie muß, so sehr dadurch auch das Verhältnis zu ihren Anhängern leidet, in allen Einzelheiten vollbewußt so arbeiten, daß sie eine Erkenntnisbewegung ist. Die religiöse Erneuerung ist eben eine religiöse Bewegung mit dem entsprechenden religiösen Kultus. Und wenn beide Bewegungen aus ihren eigenen Impulsen arbeiten, so kann ja nichts anderes Zustandekommen als eine gegenseitige Befruchtung. Es kann im Grunde genommen niemals eine Störung auftreten. Man muß allerdings, auch wenn man sich klar ist, daß ja im großen und ganzen eine Störung nicht auftreten kann, die Zeitverhältnisse gründlich berücksichtigen. Die anthroposophische Bewegung hat natürlich heute deshalb einen schwierigen Stand, weil sehr viele Menschen, die lechzen nach einer Vergeistigung der Weltanschauung, auch erkenntnismäßig eigentlich doch auf eine leichtere und bequemere Weise zu ihren Erkenntnissen kommen möchten, als Anthroposophie sie ihnen geben kann. Man möchte nicht gern jene intensive innere Mitarbeit haben, welche in der Anthroposophie notwendig ist, und dadurch treten zuweilen wirklich recht absurde Anschauungen und Gedanken auf. [...] Was aber gibt Gemeinschaft? Menschliche Gemeinsamkeit des Denkens und Empfindens! Man kann sich kaum denken, daß die Leute, wenn der anthroposophische Impuls in ihnen ehrlich arbeitet, sich nicht in einer solchen Gemeinsamkeit fühlen, wie sie überhaupt noch nicht da war in der Welt. Denn so gründlich brauchte man noch nie umzudenken, selbst nicht in den alten Mysterien; da war noch vieles ähnlicher dem populären Denken. Es ist ein so starkes Band da, daß alles Rufen und Schreien nach Gemeinsamkeit, das namentlich unter den Jüngeren vielfach auftritt, im Grunde genommen schon einen Zug von Absurdität hat. Aber vergessen Sie nicht, daß wir nicht in einem Atelier sind und uns aus Plastilin Menschen formen können, sondern daß die Menschen da sind mit all ihren Absurditäten, die man absolut berücksichtigen muß, über die man nicht hinaus kann, wenn man real wirken will.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-28&amp;gt;GA 345 (1994), S. 28f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=28&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„So tritt der Impuls auf, gemeinschaftsbildend zu sein innerhalb der anthroposophischen Bewegung. Erkenntnisbewegung ist die anthroposophische Bewegung. Auf Gemeinsamkeit des Wollens, Fühlens und Denkens ist sie gegründet. So daß man eigentlich denken könnte, die religiöse Bewegung würde einfach das, was auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung da ist, aufnehmen und nun in der Art, die ja nun einmal für die religiöse Bewegung gegeben ist, dies wiederum aus den ureigensten Impulsen weiterbilden.&amp;lt;br&amp;gt;Als es noch keine religiöse Bewegung gegeben hat, haben Menschen, die in der anthroposophischen Bewegung standen, noch einen Ersatz gesucht dafür in allerlei esoterischen Kreisen, die aber so aufgebaut waren, daß sie im wesentlichen Erkenntniskreise waren, und das, was da kultusähnlich war, diente auch nur der Erkenntnis. [...] Dagegen ist die Sache bei der religiösen Bewegung so, daß im Kult selbst schon ein unmittelbarer Inhalt liegt, und zwar in jeder Kulthandlung, so daß auch derjenige, der zum Beispiel es ablehnt, vom Kult aus nach einer Erkenntnis zu streben, doch in der Teilnahme am Kult ein entsprechendes Leben hat, weil der Kult, wie er in dieser religiösen Bewegung wirken soll, unmittelbar die Sprache der geistigen Welt ist, heruntergetragen in irdische Form, so daß die Teilnahme am Kultus etwas ganz Positives ist.“&#039;&#039; &amp;lt;ref name=GA345-30&amp;gt;GA 345 (1994), S. 30f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=31&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt; [...] &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann. [...] Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039; [...] &#039;&#039;Man darf aber nicht sagen, man könne zur Anthroposophie nur kommen durch die religiöse Bewegung, das wäre sehr falsch. Mein damaliger Vortrag war an die Anthroposophen gerichtet. Also es ist doch selbstverständlich, daß die Anthroposophen, wie sie in der letzten Zeit geworden sind, Ratgeber beim Kultus sein könnten. Das andere wiederum ist Gift für die Anthroposophie: wenn man sagt, man könne nicht zu anthroposophischem Verständnis [des Christus] kommen, wenn man nicht durch den Kult dazu kommt. Es ist nötig, daß man das dazunimmt, daß diese Rede an die Anthroposophen gerichtet war. Das Mißverständnis bestand darin, daß beide Seiten Auffassungsfehler gemacht haben in der Handhabung. Es waren in der religiösen Bewegung viele, die nicht wußten, wie sie sich verhalten sollten.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=555616</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
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		<updated>2022-12-27T11:24:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Rituale des Freien Religionsunterrichtes */ Klammern&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht &#039;&#039;&amp;quot;die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei&amp;quot;&#039;&#039;, geantwortet haben: &#039;&#039;&amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;&#039;&#039; So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen «Opferfeier» und «Menschenweihehandlung» wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen «Opferfeier» für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. &#039;&#039;&#039;So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039; [...] &#039;&#039;Man darf aber nicht sagen, man könne zur Anthroposophie nur kommen durch die religiöse Bewegung, das wäre sehr falsch. Mein damaliger Vortrag war an die Anthroposophen gerichtet. Also es ist doch selbstverständlich, daß die Anthroposophen, wie sie in der letzten Zeit geworden sind, Ratgeber beim Kultus sein könnten. Das andere wiederum ist Gift für die Anthroposophie: wenn man sagt, man könne nicht zu anthroposophischem Verständnis [des Christus] kommen, wenn man nicht durch den Kult dazu kommt. Es ist nötig, daß man das dazunimmt, daß diese Rede an die Anthroposophen gerichtet war. Das Mißverständnis bestand darin, daß beide Seiten Auffassungsfehler gemacht haben in der Handhabung. Es waren in der religiösen Bewegung viele, die nicht wußten, wie sie sich verhalten sollten.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=554849</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=554849"/>
		<updated>2022-12-20T08:50:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Kritik */ Ergänzung Zitat&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. (So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei, geantwortet haben: &amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;) So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. &#039;&#039;&#039;So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039; [...] &#039;&#039;Man darf aber nicht sagen, man könne zur Anthroposophie nur kommen durch die religiöse Bewegung, das wäre sehr falsch. Mein damaliger Vortrag war an die Anthroposophen gerichtet. Also es ist doch selbstverständlich, daß die Anthroposophen, wie sie in der letzten Zeit geworden sind, Ratgeber beim Kultus sein könnten. Das andere wiederum ist Gift für die Anthroposophie: wenn man sagt, man könne nicht zu anthroposophischem Verständnis [des Christus] kommen, wenn man nicht durch den Kult dazu kommt. Es ist nötig, daß man das dazunimmt, daß diese Rede an die Anthroposophen gerichtet war. Das Mißverständnis bestand darin, daß beide Seiten Auffassungsfehler gemacht haben in der Handhabung. Es waren in der religiösen Bewegung viele, die nicht wußten, wie sie sich verhalten sollten.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Diskussion:Liberale_Anthroposophie&amp;diff=553531</id>
		<title>Diskussion:Liberale Anthroposophie</title>
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		<updated>2022-12-11T09:58:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Überarbeitung? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zur Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;welche Aussagen Rudolf Steiners immer mehr aufweicht, um auch intellektualistisch anschlußfähig an neuere akademische Denkrichtungen zu sein, wie die Rassismus- und Antisemitismus-Forschung, den Gender-Mainstream-Lifestyle, die religiöse Indifferenz eines &amp;quot;Weltethos&amp;quot;, den Ken Wilberismus, den Utilitarismus und Hedonismus sowie ähnliche Preziosen mehr.&amp;quot;. Rassismus- und Antisemitismusforschung, um nur zwei herauszugreifen, in Bezug zu dem Wort Preziosen zu bringen setzt ihren Wert herab. Der Satz klingt für mich als wären die beiden zitierten Forschungsgebiete Modeerscheinungen und ein Weg zur Verwässerung Rudolf Steiners reiner Lehre. Diese Aussage finde ich extrem problematisch. Der ganze Artikel spricht eine ähnliche Stimme. Dieser Artikel müsste massiv überarbeitet werden, um eine enzyklopädische Relevanz zu haben. In der aktuellen Form wirkt er wie eine rechtsorientierte Polemik. Wenn Anthrowiki eine solche Position wiedergibt, braucht man sich über Anfeindungen der Plattform nicht zu wundern. Und diese Anfeindungen beziehen sich dann gar nicht auf die Anthroposophie als solche, sondern auf ein verschrobenes, an Fundamendalismus erinnerndes Auffassen der Werke Rudolf Steiners. [[Benutzer:C holtermann|C holtermann]] ([[Benutzer Diskussion:C holtermann|Diskussion]]) 12:23, 3. Mär. 2018 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragwürdiger Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ich halte den Artikel von Michael für äußerst problematisch, und bin inzwischen fast an dem Punkt, um Löschung zu bitten... Im Gegenzug wäre mir ein Artikel [[Kritische Anthroposophie]] erheblich lieber... Gruß [[Benutzer:Joachim Stiller|Joachim Stiller]] ([[Benutzer Diskussion:Joachim Stiller|Diskussion]]) 00:58, 2. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sachgemässer Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Artikel ist sachgemäss geschrieben, mit Zitaten belegt, und daher insgesamt absolut unproblematisch. Dass hier eine Denkrichtung von &amp;quot;Info 3&amp;quot; kritisiert wird, das heißt absolut nicht, damit die Anthroposophie zu Grabe zu tragen. Erst kürzlich sind Vorstandsmitglieder der AAG, die in etwa auch diese Denkrichtung verfolgten, im Rahmen einer [[Zäsur]] abgewählt worden. Und das nicht ohne Grund!--[[Benutzer:Michael.heinen-anders|Michael.heinen-anders]] ([[Benutzer Diskussion:Michael.heinen-anders|Diskussion]]) 07:16, 3. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch andere Artikel von dir, wie z.B. der von [[Wibke Reinstein]] sind nicht neutral genug formuliert. Zudem wachst du eifersüchtig über jede deiner Formulierungen und interpretierst Verbesserungsvorschläge, die sachlich gemeint sind, als persönlichen Angriff. Wenn jemand auf den Diskussionsseiten Kritik äußert oder Änderungen der Formulierungen vorschlägt, zeigst du dich unversöhnlich, und willst kein I-Tüpfelchen geändert haben, wie kürzlich bei der Diskussion des Artikels [[Nana Göbel]] gesehen. [[Benutzer:Hgp|Hgp]] ([[Benutzer Diskussion:Hgp|Diskussion]]) 08:41, 3. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: Hgp, sollten wir ausnahmsweise einmal einer Meinung sein? Es geschehen noch Zeichen und Wunder... Gurß [[Benutzer:Joachim Stiller|Joachim Stiller]] ([[Benutzer Diskussion:Joachim Stiller|Diskussion]]) 14:42, 3. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überarbeitung? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisherigen Stimmen - alle von 2018 - gehen ja - bis auf die des Autors - in eine recht eindeutige Richtung, der ich mich anschließe. Gerade in der z.T. absurden Corona-Debatte wurde eine Bezeichnung verschiedener Richtungen in der Anthroposophie für mich immer schlüssiger. Eine liberale Richtung müsste nicht zwingend mit einer &amp;quot;Verwässerung&amp;quot; Rudolf Steiners einhergehen, sondern könnte auch positiv gesprochen seine Ideen in der heutigen Zeit weiterdenken. Denn Steiner war sehr stark auch Zeitgenosse, indem er versuchte die geistigen Ideen in die &#039;&#039;&#039;konkreten gesellschaftlichen Formen der damaligen Zeit&#039;&#039;&#039; einzuleben. Das müsste heute vielfach - ohne sich vom geistigen Gehalt zu verabschieden, sondern &#039;&#039;&#039;gerade indem man ihm treu bliebe&#039;&#039;&#039; - ganz andere Erscheinungsformen hervorrufen, denn die Menschheit hat seitdem sehr viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen. Eine &#039;&#039;&#039;Dogmatik&#039;&#039;&#039; war niemals von Steiner mit der Anthroposophie intendiert, sondern eine &#039;&#039;&#039;lebendige Wissenschaft, deren Methoden definiert sind&#039;&#039;&#039;, aber selbstverständlich nicht die Forschungsinhalte. Sonst wäre es keine Wissenschaft. Die Inhalte müssen sich, wenn man die Methoden ernst nimmt, weiter(!) entwickeln. Das heisst natürlich nicht, dass alles frühere über den Haufen geworfen wird, aber dass man es evtl. aufgrund von neuen Erkenntnissen neu bewertet.&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Wie sähe es aus mit einer Überarbeitung in diesem Sinne aus?&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Ich könnte mir z.B. eine &#039;&#039;&#039;Gliederung&#039;&#039;&#039; enzyklopädisch wie folgt denken:&amp;lt;br&amp;gt;1. Die neutrale Beschreibung des Ansatzes, bzw. der erlebten Notwendigkeit (ähnlich wie oben von mir angedeutet),&amp;lt;br&amp;gt;2. Chancen dieses Ansatzes (z.B. Weiterentwicklung der Anthroposophie in die heutige Zeit),&amp;lt;br&amp;gt;3. Gefahren des Ansatzes (z.B. dass anthroposophische Erkenntnisse aufgrund nicht sauberer Methoden z.B. eigenem Wollen/Nichtwollen verfälscht oder negiert werden und als &amp;quot;fertige&amp;quot; und &amp;quot;absolute&amp;quot; Ergebnisse der Anthroposophie hingestellt werden. Vgl. Schulungsweg.),&amp;lt;br&amp;gt;4. Kritik an dieser Ansicht (z.B. Zitat Niederhausen etc.)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Was meint ihr? Sollen wir es versuchen? Wäre eine solche Gliederung sinnvoll? Oder sollen wir den Artikel löschen lassen?&#039;&#039;&#039;--[[Benutzer:Jojasch|Jojasch]] ([[Benutzer Diskussion:Jojasch|Diskussion]]) 10:50, 11. Dez. 2022 (CET)&lt;br /&gt;
:Nachtrag: Das wäre natürlich auch in einem Artikel [[Kritische Anthroposophie]] möglich, wenn wir diesen löschen würden. Wir müssten überlegen, welcher Begriff (liberal, kritisch oder?) am passendsten wäre.--[[Benutzer:Jojasch|Jojasch]] ([[Benutzer Diskussion:Jojasch|Diskussion]]) 10:58, 11. Dez. 2022 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Diskussion:Liberale_Anthroposophie&amp;diff=553530</id>
		<title>Diskussion:Liberale Anthroposophie</title>
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		<updated>2022-12-11T09:58:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Überarbeitung? */ Nachtrag Kritische Anthroposophie&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zur Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;welche Aussagen Rudolf Steiners immer mehr aufweicht, um auch intellektualistisch anschlußfähig an neuere akademische Denkrichtungen zu sein, wie die Rassismus- und Antisemitismus-Forschung, den Gender-Mainstream-Lifestyle, die religiöse Indifferenz eines &amp;quot;Weltethos&amp;quot;, den Ken Wilberismus, den Utilitarismus und Hedonismus sowie ähnliche Preziosen mehr.&amp;quot;. Rassismus- und Antisemitismusforschung, um nur zwei herauszugreifen, in Bezug zu dem Wort Preziosen zu bringen setzt ihren Wert herab. Der Satz klingt für mich als wären die beiden zitierten Forschungsgebiete Modeerscheinungen und ein Weg zur Verwässerung Rudolf Steiners reiner Lehre. Diese Aussage finde ich extrem problematisch. Der ganze Artikel spricht eine ähnliche Stimme. Dieser Artikel müsste massiv überarbeitet werden, um eine enzyklopädische Relevanz zu haben. In der aktuellen Form wirkt er wie eine rechtsorientierte Polemik. Wenn Anthrowiki eine solche Position wiedergibt, braucht man sich über Anfeindungen der Plattform nicht zu wundern. Und diese Anfeindungen beziehen sich dann gar nicht auf die Anthroposophie als solche, sondern auf ein verschrobenes, an Fundamendalismus erinnerndes Auffassen der Werke Rudolf Steiners. [[Benutzer:C holtermann|C holtermann]] ([[Benutzer Diskussion:C holtermann|Diskussion]]) 12:23, 3. Mär. 2018 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragwürdiger Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ich halte den Artikel von Michael für äußerst problematisch, und bin inzwischen fast an dem Punkt, um Löschung zu bitten... Im Gegenzug wäre mir ein Artikel [[Kritische Anthroposophie]] erheblich lieber... Gruß [[Benutzer:Joachim Stiller|Joachim Stiller]] ([[Benutzer Diskussion:Joachim Stiller|Diskussion]]) 00:58, 2. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sachgemässer Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Artikel ist sachgemäss geschrieben, mit Zitaten belegt, und daher insgesamt absolut unproblematisch. Dass hier eine Denkrichtung von &amp;quot;Info 3&amp;quot; kritisiert wird, das heißt absolut nicht, damit die Anthroposophie zu Grabe zu tragen. Erst kürzlich sind Vorstandsmitglieder der AAG, die in etwa auch diese Denkrichtung verfolgten, im Rahmen einer [[Zäsur]] abgewählt worden. Und das nicht ohne Grund!--[[Benutzer:Michael.heinen-anders|Michael.heinen-anders]] ([[Benutzer Diskussion:Michael.heinen-anders|Diskussion]]) 07:16, 3. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch andere Artikel von dir, wie z.B. der von [[Wibke Reinstein]] sind nicht neutral genug formuliert. Zudem wachst du eifersüchtig über jede deiner Formulierungen und interpretierst Verbesserungsvorschläge, die sachlich gemeint sind, als persönlichen Angriff. Wenn jemand auf den Diskussionsseiten Kritik äußert oder Änderungen der Formulierungen vorschlägt, zeigst du dich unversöhnlich, und willst kein I-Tüpfelchen geändert haben, wie kürzlich bei der Diskussion des Artikels [[Nana Göbel]] gesehen. [[Benutzer:Hgp|Hgp]] ([[Benutzer Diskussion:Hgp|Diskussion]]) 08:41, 3. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: Hgp, sollten wir ausnahmsweise einmal einer Meinung sein? Es geschehen noch Zeichen und Wunder... Gurß [[Benutzer:Joachim Stiller|Joachim Stiller]] ([[Benutzer Diskussion:Joachim Stiller|Diskussion]]) 14:42, 3. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überarbeitung? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisherigen Stimmen - alle von 2018 - gehen ja - bis auf die des Autors - in eine recht eindeutige Richtung, der ich mich anschließe. Gerade in der z.T. absurden Corona-Debatte wurde eine Bezeichnung verschiedener Richtungen in der Anthroposophie für mich immer schlüssiger. Eine liberale Richtung müsste nicht zwingend mit einer &amp;quot;Verwässerung&amp;quot; Rudolf Steiners einhergehen, sondern könnte auch positiv gesprochen seine Ideen in der heutigen Zeit weiterdenken. Denn Steiner war sehr stark auch Zeitgenosse, indem er versuchte die geistigen Ideen in die &#039;&#039;&#039;konkreten gesellschaftlichen Formen der damaligen Zeit&#039;&#039;&#039; einzuleben. Das müsste heute vielfach - ohne sich vom geistigen Gehalt zu verabschieden, sondern &#039;&#039;&#039;gerade indem man ihm treu bliebe&#039;&#039;&#039; - ganz andere Erscheinungsformen hervorrufen, denn die Menschheit hat seitdem sehr viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen. Eine &#039;&#039;&#039;Dogmatik&#039;&#039;&#039; war niemals von Steiner mit der Anthroposophie intendiert, sondern eine &#039;&#039;&#039;lebendige Wissenschaft, deren Methoden definiert sind&#039;&#039;&#039;, aber selbstverständlich nicht die Forschungsinhalte. Sonst wäre es keine Wissenschaft. Die Inhalte müssen sich, wenn man die Methoden ernst nimmt, weiter(!) entwickeln. Das heisst natürlich nicht, dass alles frühere über den Haufen geworfen wird, aber dass man es evtl. aufgrund von neuen Erkenntnissen neu bewertet.&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Wie sähe es aus mit einer Überarbeitung in diesem Sinne aus?&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Ich könnte mir z.B. eine &#039;&#039;&#039;Gliederung&#039;&#039;&#039; enzyklopädisch wie folgt denken:&amp;lt;br&amp;gt;1. Die neutrale Beschreibung des Ansatzes, bzw. der erlebten Notwendigkeit (ähnlich wie oben von mir angedeutet),&amp;lt;br&amp;gt;2. Chancen dieses Ansatzes (z.B. Weiterentwicklung der Anthroposophie in die heutige Zeit),&amp;lt;br&amp;gt;3. Gefahren des Ansatzes (z.B. dass anthroposophische Erkenntnisse aufgrund nicht sauberer Methoden z.B. eigenem Wollen/Nichtwollen verfälscht oder negiert werden und als &amp;quot;fertige&amp;quot; und &amp;quot;absolute&amp;quot; Ergebnisse der Anthroposophie hingestellt werden. Vgl. Schulungsweg.),&amp;lt;br&amp;gt;4. Kritik an dieser Ansicht (z.B. Zitat Niederhausen etc.)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Was meint ihr? Sollen wir es versuchen? Wäre eine solche Gliederung sinnvoll? Oder sollen wir den Artikel löschen lassen?&#039;&#039;&#039;--[[Benutzer:Jojasch|Jojasch]] ([[Benutzer Diskussion:Jojasch|Diskussion]]) 10:50, 11. Dez. 2022 (CET)&lt;br /&gt;
:Nachtrag: Das wäre natürlich auch in einem Artikel [[Kritische Anthroposophie]] möglich, wenn wir diesen löschen würden. Wir müssten überlegen, welcher Begriff (liberal, kritisch oder?) am passendsten wäre.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Diskussion:Liberale_Anthroposophie&amp;diff=553529</id>
		<title>Diskussion:Liberale Anthroposophie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Diskussion:Liberale_Anthroposophie&amp;diff=553529"/>
		<updated>2022-12-11T09:50:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Neuer Abschnitt /* Überarbeitung? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Zur Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;welche Aussagen Rudolf Steiners immer mehr aufweicht, um auch intellektualistisch anschlußfähig an neuere akademische Denkrichtungen zu sein, wie die Rassismus- und Antisemitismus-Forschung, den Gender-Mainstream-Lifestyle, die religiöse Indifferenz eines &amp;quot;Weltethos&amp;quot;, den Ken Wilberismus, den Utilitarismus und Hedonismus sowie ähnliche Preziosen mehr.&amp;quot;. Rassismus- und Antisemitismusforschung, um nur zwei herauszugreifen, in Bezug zu dem Wort Preziosen zu bringen setzt ihren Wert herab. Der Satz klingt für mich als wären die beiden zitierten Forschungsgebiete Modeerscheinungen und ein Weg zur Verwässerung Rudolf Steiners reiner Lehre. Diese Aussage finde ich extrem problematisch. Der ganze Artikel spricht eine ähnliche Stimme. Dieser Artikel müsste massiv überarbeitet werden, um eine enzyklopädische Relevanz zu haben. In der aktuellen Form wirkt er wie eine rechtsorientierte Polemik. Wenn Anthrowiki eine solche Position wiedergibt, braucht man sich über Anfeindungen der Plattform nicht zu wundern. Und diese Anfeindungen beziehen sich dann gar nicht auf die Anthroposophie als solche, sondern auf ein verschrobenes, an Fundamendalismus erinnerndes Auffassen der Werke Rudolf Steiners. [[Benutzer:C holtermann|C holtermann]] ([[Benutzer Diskussion:C holtermann|Diskussion]]) 12:23, 3. Mär. 2018 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fragwürdiger Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ich halte den Artikel von Michael für äußerst problematisch, und bin inzwischen fast an dem Punkt, um Löschung zu bitten... Im Gegenzug wäre mir ein Artikel [[Kritische Anthroposophie]] erheblich lieber... Gruß [[Benutzer:Joachim Stiller|Joachim Stiller]] ([[Benutzer Diskussion:Joachim Stiller|Diskussion]]) 00:58, 2. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sachgemässer Artikel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Artikel ist sachgemäss geschrieben, mit Zitaten belegt, und daher insgesamt absolut unproblematisch. Dass hier eine Denkrichtung von &amp;quot;Info 3&amp;quot; kritisiert wird, das heißt absolut nicht, damit die Anthroposophie zu Grabe zu tragen. Erst kürzlich sind Vorstandsmitglieder der AAG, die in etwa auch diese Denkrichtung verfolgten, im Rahmen einer [[Zäsur]] abgewählt worden. Und das nicht ohne Grund!--[[Benutzer:Michael.heinen-anders|Michael.heinen-anders]] ([[Benutzer Diskussion:Michael.heinen-anders|Diskussion]]) 07:16, 3. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch andere Artikel von dir, wie z.B. der von [[Wibke Reinstein]] sind nicht neutral genug formuliert. Zudem wachst du eifersüchtig über jede deiner Formulierungen und interpretierst Verbesserungsvorschläge, die sachlich gemeint sind, als persönlichen Angriff. Wenn jemand auf den Diskussionsseiten Kritik äußert oder Änderungen der Formulierungen vorschlägt, zeigst du dich unversöhnlich, und willst kein I-Tüpfelchen geändert haben, wie kürzlich bei der Diskussion des Artikels [[Nana Göbel]] gesehen. [[Benutzer:Hgp|Hgp]] ([[Benutzer Diskussion:Hgp|Diskussion]]) 08:41, 3. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: Hgp, sollten wir ausnahmsweise einmal einer Meinung sein? Es geschehen noch Zeichen und Wunder... Gurß [[Benutzer:Joachim Stiller|Joachim Stiller]] ([[Benutzer Diskussion:Joachim Stiller|Diskussion]]) 14:42, 3. Jun. 2018 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überarbeitung? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisherigen Stimmen - alle von 2018 - gehen ja - bis auf die des Autors - in eine recht eindeutige Richtung, der ich mich anschließe. Gerade in der z.T. absurden Corona-Debatte wurde eine Bezeichnung verschiedener Richtungen in der Anthroposophie für mich immer schlüssiger. Eine liberale Richtung müsste nicht zwingend mit einer &amp;quot;Verwässerung&amp;quot; Rudolf Steiners einhergehen, sondern könnte auch positiv gesprochen seine Ideen in der heutigen Zeit weiterdenken. Denn Steiner war sehr stark auch Zeitgenosse, indem er versuchte die geistigen Ideen in die &#039;&#039;&#039;konkreten gesellschaftlichen Formen der damaligen Zeit&#039;&#039;&#039; einzuleben. Das müsste heute vielfach - ohne sich vom geistigen Gehalt zu verabschieden, sondern &#039;&#039;&#039;gerade indem man ihm treu bliebe&#039;&#039;&#039; - ganz andere Erscheinungsformen hervorrufen, denn die Menschheit hat seitdem sehr viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen. Eine &#039;&#039;&#039;Dogmatik&#039;&#039;&#039; war niemals von Steiner mit der Anthroposophie intendiert, sondern eine &#039;&#039;&#039;lebendige Wissenschaft, deren Methoden definiert sind&#039;&#039;&#039;, aber selbstverständlich nicht die Forschungsinhalte. Sonst wäre es keine Wissenschaft. Die Inhalte müssen sich, wenn man die Methoden ernst nimmt, weiter(!) entwickeln. Das heisst natürlich nicht, dass alles frühere über den Haufen geworfen wird, aber dass man es evtl. aufgrund von neuen Erkenntnissen neu bewertet.&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Wie sähe es aus mit einer Überarbeitung in diesem Sinne aus?&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Ich könnte mir z.B. eine &#039;&#039;&#039;Gliederung&#039;&#039;&#039; enzyklopädisch wie folgt denken:&amp;lt;br&amp;gt;1. Die neutrale Beschreibung des Ansatzes, bzw. der erlebten Notwendigkeit (ähnlich wie oben von mir angedeutet),&amp;lt;br&amp;gt;2. Chancen dieses Ansatzes (z.B. Weiterentwicklung der Anthroposophie in die heutige Zeit),&amp;lt;br&amp;gt;3. Gefahren des Ansatzes (z.B. dass anthroposophische Erkenntnisse aufgrund nicht sauberer Methoden z.B. eigenem Wollen/Nichtwollen verfälscht oder negiert werden und als &amp;quot;fertige&amp;quot; und &amp;quot;absolute&amp;quot; Ergebnisse der Anthroposophie hingestellt werden. Vgl. Schulungsweg.),&amp;lt;br&amp;gt;4. Kritik an dieser Ansicht (z.B. Zitat Niederhausen etc.)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Was meint ihr? Sollen wir es versuchen? Wäre eine solche Gliederung sinnvoll? Oder sollen wir den Artikel löschen lassen?&#039;&#039;&#039;--[[Benutzer:Jojasch|Jojasch]] ([[Benutzer Diskussion:Jojasch|Diskussion]]) 10:50, 11. Dez. 2022 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Christengemeinschaft&amp;diff=551327</id>
		<title>Christengemeinschaft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Christengemeinschaft&amp;diff=551327"/>
		<updated>2022-11-29T11:12:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Kritik seitens des Forums Freier Christen */ Weitere Quellen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Johanneskirche Dresden.jpg|mini|400px|Altarraum der Johannes-Kirche der Christengemeinschaft in [[Wikipedia:Dresden|Dresden]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&#039;&#039;&#039; ist eine [[1922]] nach den Impulsen mehrerer (damals überwiegend evangelischer) [[Theologe]]n gegründete, aber von der [[Anthroposophische Gesellschaft|anthroposophischen Gesellschaft]] völlig unabhängige, selbständige [[Christentum|christliche]] Erneuerungsbewegung, in deren Mittelpunkt das gemeinsame Begehen [[Kultus|kultischer]] Handlungen steht. Bei der Stiftung des Kultus, stand Rudolf Steiner als Privatmann (außerhalb der anthroposophischen Bewegung) helfend zur Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie ist eine Bewegung, die aus sich selbst heraus entstanden ist, und die die Ratschläge von mir bekommen hat aus dem Grunde, weil, wenn jemand berechtigten Rat auf irgendeinem Gebiete fordert, es Menschenpflicht ist, wenn man den Rat erteilen kann, ihn auch wirklich zu erteilen.|219|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr eigen ist ein reges Gemeindeleben. Sie sieht sich nicht als alleinseligmachende [[Kirche (Organisation)|Kirche]]. Die Christengemeinschaft beruft sich auf [[Christus]] als den [[Schöpfung|Schöpfer]] der Erde, der in [[Jesus von Nazareth]] Mensch wurde. In ihm finden Gläubige Lebenskraft und Fortbestehen. Die Christengemeinschaft wird von den Kirchen - nicht jedoch vom [[Staat]] - bedauerlicherweise immer noch als [[Sekte]] eingestuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lehrfreiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Priester der Christengemeinschaft haben Lehrfreiheit und sind an keine [[Dogma|dogmatische]] Lehre gebunden. Ausgenommen davon ist einzig das Lehren gegen den gegebenen Kultus. [[Rudolf Steiner]] sagt dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das ist nämlich sehr wichtig, daß Sie sich klar sind darüber, daß in bezug auf die Lehre dann völlige Freiheit herrscht, wenn der gemeinschaftliche Zusammenhalt im Kultus gegeben ist. Dadurch ist ja gerade die Freiheit der Predigt und der Lehre gesichert, daß der Zusammenhalt nicht abhängt von der Übereinstimmung, die Grenzen hat. Natürlich hat diese Freiheit ihre Grenzen darin, daß nicht in irgendeiner leicht durchschaubaren Weise dasjenige, was man lehrt, dem Geist und dem Sinn des Kultus widerspricht. Das wäre eine Absurdität in sich selber. Wenn also irgend jemand das Meßopfer verrichtet und zu gleicher Zeit lehren würde, daß das ein Unsinn ist, so würde er nicht innerhalb der Gemeinschaft bleiben können oder mindestens nicht lehren können. Nicht wahr, so ist in einem so weitgehenden Sinn, als es nur möglich ist, die Freiheit der Lehre anerkannt. Und, meine lieben Freunde, ohne die Freiheit der Lehre kommen wir heute tatsächlich, besonders in einer christlichen Gemeinschaft, nicht weiter. Es muß nur der Kultus im richtigen Sinne angesehen werden, dann ergibt sich, so möchte ich sagen, gerade aus dem Vorhandensein des Kultus die Freiheit der Lehre.|344|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sakramente==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Sakrament}}&lt;br /&gt;
Die [[Christengemeinschaft]] ist eine [[Kultus]]gemeinschaft. Ihre wichtigste kultische Feier ist  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die [[Menschenweihehandlung]], in deren Mittelpunkt als zentrales [[Sakrament]] das [[Abendmahl]] ([[Eucharistie]]) und die damit verbundene [[Kommunion]] steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sechs weitere [[Sakrament]]e können den Lebenslauf begleiten und helfend darin wirksam werden. &lt;br /&gt;
*Die [[Taufe]]&lt;br /&gt;
*Die [[Konfirmation]]&lt;br /&gt;
*Die [[Beichte]]&lt;br /&gt;
*Die [[Trauung]]&lt;br /&gt;
*Die [[Priesterweihe]]&lt;br /&gt;
*Die [[Krankensalbung]]&lt;br /&gt;
Darüber hinaus bestehen kultische Handlungen: &lt;br /&gt;
*Die Sonntagshandlung für die Kinder&lt;br /&gt;
*Die [[Predigt]]&lt;br /&gt;
*Die [[Aussegnung]] und [[Bestattung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA 343 6.10.1921 Tafel 12.jpg|mini|450px|Angaben Rudolf Steiners zu den liturgischen Gewändern der Christengemeinschaft (Tafel 12 aus [[GA 343]])]]&lt;br /&gt;
Die Sakramente werden von dem [[Priester]] jeweils in festgeschriebener Weise und in [[Liturgisches Gewand|liturgischen Gewändern]] mit jahreszeitlich oder traditionell festgelegten Farben durchgeführt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* TAUFE: dunkelviolett &lt;br /&gt;
* TRAUUNG: rot&lt;br /&gt;
* BEERDIGUNG: schwarz&lt;br /&gt;
* JAHRESZEITEN (Farbe der Formen auf der Casula in Klammer):&lt;br /&gt;
**Advent: blau (dunkelblau) &lt;br /&gt;
**Weihnachten: weiß (hellviolett)&lt;br /&gt;
**Epiphanias: rotviolett (dunkelrotviolett) &lt;br /&gt;
**Passionszeit: schwarz (tiefschwarz)&lt;br /&gt;
**Ostern: rot (grün) &lt;br /&gt;
**Himmelfahrt: rot (gold)&lt;br /&gt;
**Pfingsten: weiß (hellgelb)&lt;br /&gt;
**Johanni: weiß (hellgelb)&lt;br /&gt;
**Michaeli: Heckenrosenfarbe (meergrün) &lt;br /&gt;
**Grundfarbe in den Zwischenzeiten: hellviolett (orange) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Menschenweihehandlung (mit der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut [[Jesus von Nazareth|Christi]] und der [[Kommunion]]) kann jeder Erwachsene teilnehmen, dem ein religiöses Leben Bedürfnis ist. Einführende Schriften zum Kultus der Christengemeinschaft sind in der Gemeinde erhältlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Glaubensbekenntnis der Christengemeinschaft==&lt;br /&gt;
* Ein allmächtiges geistig-physisches Gotteswesen ist der Daseinsgrund der Himmel und der Erde, das väterlich seinen Geschöpfen vorangeht. &lt;br /&gt;
* Christus, durch den die Menschen die Wiederbelebung des ersterbenden Erdendaseins erlangen, ist zu diesem Gotteswesen wie der in Ewigkeit geborene Sohn. &lt;br /&gt;
* In Jesus trat der Christus als Mensch in die Erdenwelt. &lt;br /&gt;
* Jesu Geburt auf Erden ist eine Wirkung des Heiligen Geistes, der, um die Sündenkrankheit an dem Leiblichen der Menschheit geistig zu heilen, den Sohn der Maria zur Hülle des Christus bereitete.&lt;br /&gt;
* Der Christus Jesus hat unter Pontius Pilatus den Kreuzestod erlitten und ist in das Grab der Erde versenkt worden.&lt;br /&gt;
* Im Tode wurde er der Beistand der verstorbenen Seelen, die ihr göttliches Sein verloren hatten;&lt;br /&gt;
* dann überwand er den Tod nach dreien Tagen.&lt;br /&gt;
* Er ist seit dieser Zeit der Herr der Himmelskräfte auf Erden und lebt als der Vollführer der väterlichen Taten des Weltengrundes.&lt;br /&gt;
* Er wird einst sich vereinen zum Weltenfortgang mit denen, die Er durch ihr Verhalten dem Tode der Materie entreißen kann.&lt;br /&gt;
* Durch ihn kann der heilende Geist wirken.&lt;br /&gt;
* Gemeinschaften, deren Glieder den Christus in sich fühlen, dürfen sich vereinigt fühlen in einer Kirche, der alle angehören, die die heilbringende Macht des Christus empfinden;&lt;br /&gt;
* sie dürfen hoffen auf die Überwindung der Sündenkrankheit, auf das Fortbestehen des Menschenwesens und auf ein Erhalten ihres für die Ewigkeit bestimmten Lebens. -&lt;br /&gt;
* Ja, so ist es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Die Stiftung des Kultus geschah durch die private, außerhalb der anthroposophischen Bewegung erfolgende Hilfe [[Rudolf Steiner]]s, der sich über das Verhältnis zur Anthroposophie in folgender Weise äußerte: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;Das, was ich diesen Persönlichkeiten gegeben habe, hat nichts zu tun mit der anthroposophischen Bewegung. Ich habe es ihnen als Privatmann gegeben, und habe es so gegeben, daß ich mit notwendiger Dezidiertheit betont habe, daß die anthroposophische Bewegung mit dieser Bewegung für religiöse Erneuerung nichts zu tun haben darf; daß aber vor allen Dingen nicht ich der Gründer bin dieser Bewegung für religiöse Erneuerung; daß ich darauf rechne, daß der Welt das durchaus klargemacht werde, und daß ich einzelnen Persönlichkeiten, die von sich aus begründen wollten diese Bewegung für religiöse Erneuerung, die notwendigen Ratschlüsse gegeben habe, Ratschlüsse, die allerdings geeignet waren, einen gültigen und spirituell kräftigen, spirituell von Wesenheit erfüllten Kultus auszuüben, in rechtmäßiger Weise mit den Kräften aus&lt;br /&gt;
der geistigen Welt heraus zu zelebrieren.&#039;&#039;&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, Das Verhältnis der Sternenwelt zum Menschen und des Menschen zur Sternenwelt, Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, 1994, Seite 169&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Theosophie|Theosoph]] [[Michael Bauer (Anthroposoph)|Michael Bauer]] stand schon in den 1900er Jahren mit dem evangelischen Pfarrer [[Friedrich Rittelmeyer]] von der &amp;quot;Neuen Kirche&amp;quot; aus Berlin in Kontakt. Rittelmeyer wollte mehr über die damals populäre [[Theosophie]] erfahren. Im Jahr 1911 stellte Bauer den Kontakt zwischen Rittelmeyer und Steiner her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] sammelte sich eine Gruppe von 18 jungen Deutschen im Juni 1921 um Rudolf Steiner. Der Kreis bestand aus „evangelischen Theologen und suchenden Künstlern und Akademikern … erneuerungswillig wie keine andere Gruppe“ (Heyer).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heyer, Friedrich. &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot;. &#039;&#039;Theologische Realenzyklopädie Online&#039;&#039;. Berlin, New York: De Gruyter, 2010. https://www.degruyter.com/document/database/TRE/entry/tre.08_010_1/html. Accessed 2021-08-15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor dem Eindruck der Katastrophe des Ersten Weltkrieges suchten viele junge Menschen nach Orientierung und Erneuerung durch die Hinwendung zum Religiösen. So bestand auch die Kerngruppe aus Kriegsrückkehrern und Generationsgenossen der [[w:Wandervogel|Wandervogel]]bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Emil Bock]], späterer „Erzoberlenker“ schrieb 1947: „Unser aller brennendes Verlangen zielte auf die religiöse Wirksamkeit. Die Krise des Zeitalters hat in uns die Überzeugung vertieft, daß der wesentliche Beitrag zur menschlichen Erneuerung auf dem innersten, dem religiösen Felde zu leisten wäre. Aber in den Kirchen zu wirken, schien uns unmöglich. Die zünftige Theologie verschlug uns den Atem. Nun waren wir Einzelne oder in kleinen Gruppen unabhängig voneinander auf die überragende Größe Rudolf Steiners aufmerksam geworden. Unsere staunende Bewunderung war insbesondere dadurch erregt, daß durch die Geistesforschung [Steiners], die den Bann des Materialismus real durchbrach, die unerwartetsten Lichter auf die Mysterien des Christentums fielen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Emil Bock: Vom Werden der Christengemeinschaft, 1947, Zitiert nach: Heyer, Friedrich. &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot;. Theologische Realenzyklopädie Online. Berlin, New York: De Gruyter, 2010. https://www.degruyter.com/document/database/TRE/entry/tre.08_010_1/html. Accessed 2021-08-15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner bot im September 1921 in 29 Vorträgen im Dachsaal des [[Goetheanum]]s in [[Dornach SO|Dornach]] &amp;quot;Beratung und Unterweisung&amp;quot; für die Gründung eines neuen Kultes. Für Steiner war das Gelingen einer religiösen Erneuerung an drei Bedingungen geknüpft: Die Verkündung der Heilwahrheiten ohne Nutzung der überkommenen Begriffe der Kirche; die Gründung freier Gemeinden, außerhalb der bestehenden Kirchengemeinden und schließlich eine aktive Gemeinschaftsbildung durch Kultushandlungen als Gegensatz zur Gemeinschaft durch die rechte Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft wurde 1922 in [[Dornach]] von einem Kreis von 45 zumeist sehr jungen [[Theologe]]n um den [[evangelisch]]en [[Wikipedia:Pfarrer|Pfarrer]] [[Friedrich Rittelmeyer]] (1872-1938) und [[Emil Bock]] (1895-1959) gegründet. In «Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner» schreibt Rittelmeyer:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Ist es nicht für die weitaus größte&lt;br /&gt;
Mehrzahl der Menschen notwendig, eine Feier zu haben, in der&lt;br /&gt;
sie auf ihre Weise zu diesem Erlebnis kommen, zu der Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
die in Christus da ist, hingeführt werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von hier aus wird das Verhältnis zwischen anthroposophischer&lt;br /&gt;
Bewegung und Christengemeinschaft klar. Wäre für die&lt;br /&gt;
Anthroposophische Gesellschaft ein Kultus gegeben worden,&lt;br /&gt;
so könnte er in viel größerem Umfang auf den Einzelheiten der&lt;br /&gt;
neuen Weltanschauung beruhen, die in der Anthroposophie&lt;br /&gt;
heraufkommt. Aber diese neue Weltanschauung muß sich doch&lt;br /&gt;
erst durchkämpfen, auf allen Gebieten, und hat noch schwere&lt;br /&gt;
Auseinandersetzungen zu bestehen. Darauf kann die Menschheit&lt;br /&gt;
im ganzen nicht warten. Auch gibt es Menschen in Fülle, die&lt;br /&gt;
für dieses Durchkämpfen einer neuen Weltanschauung gar kein&lt;br /&gt;
unmittelbares Interesse haben. Für sie alle kann ein Kultus&lt;br /&gt;
dasein, der sich zwar mit der geistigen Erkenntnis, die in der&lt;br /&gt;
Anthroposophie da ist, in voller Übereinstimmung befindet&lt;br /&gt;
und aus ihr allein möglich ist, der aber nicht diese geistige&lt;br /&gt;
Erkenntnis lehrt oder voraussetzt, sondern den Menschen&lt;br /&gt;
unmittelbar gibt, was sie mit der höchsten Wirklichkeit verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Christengemeinschaft den Menschen zu vermitteln&lt;br /&gt;
hat, ist das Höchste. Es ist der lebendige Christus in aller Wirklichkeit&lt;br /&gt;
und Lebensmächtigkeit. Etwas Höheres gibt es nicht.&lt;br /&gt;
Aber es ist dieses Höchste in einem bestimmten Zeitalter und für&lt;br /&gt;
ein bestimmtes menschliches Bedürfnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Christengemeinschaft sich nur aus Anthroposophen&lt;br /&gt;
zusammensetzte, so würde Steiner die Aufgabe der Christengemeinschaft&lt;br /&gt;
für verfehlt gehalten haben. Die Anthroposophische&lt;br /&gt;
Gesellschaft hat ihre eigenen großen Aufgaben als eine&lt;br /&gt;
Kulturbewegung, die heute in der intellektualistisch-materialistischen&lt;br /&gt;
Gegenwart vor allem notwendig ist und schwer genug&lt;br /&gt;
zu kämpfen hat, um sich durchzusetzen. Darum könnte sie,&lt;br /&gt;
auch finanziell, eine solche neue Gemeinschaft gar nicht tragen.&lt;br /&gt;
Aber abgesehen davon wünschte Steiner auch eine Menschenart&lt;br /&gt;
heranzubilden, die sich in der Zukunft allmählich mehren wird.&lt;br /&gt;
Sie sucht die Kommunion im Geist und kann auf ihre Weise&lt;br /&gt;
durch das, was ihr Rudolf Steiner gegeben hat, zu demselben&lt;br /&gt;
Allerhöchsten kommen, was die Christengemeinschaft in ihrer&lt;br /&gt;
Weise bringt. Denn das Ziel der anthroposophischen Bewegung&lt;br /&gt;
ist auch die volle Kommunion mit Christus bis in Leib und Blut&lt;br /&gt;
hinein. Sie kann erlebt werden, auch wenn es unbewußt bleibt,&lt;br /&gt;
ebenso in der Meditation wie im Kultus.|Rittelmeyer, S. 148f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die 45 Gründer der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer dreiwöchigen Vorbereitung in [[w:Herrsching am Ammersee|Breitbrunn am Ammersee]] reisten die 45 Gründer nach Dornach, wo im [[Goetheanum]] vom 6. bis zum 22. September 1922 die Gründungsschritte vollzogen wurden. In Dornach feierte Rittelmeyer am 16. September 1922 die erste &amp;quot;[[Menschenweihehandlung]]&amp;quot; – wie das [[Abendmahl]] fortan genannt wurde – nach einer von Steiner entworfenen Liturgie, die dieser der römischen Messe in Abwandlungen entnommen hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Hierbei wurden auch die ersten zwölf Priester geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:The Christian Community Founders.jpg|thumb|center|400px|Gründungstag (16.9.1922) der Christengemeinschaft, Bewegung für religiöse Erneuerung.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|width=800px|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Friedrich Rittelmeyer]]&lt;br /&gt;
[[Emil Bock]]&lt;br /&gt;
[[Johannes Werner Klein]]&lt;br /&gt;
[[Gertrud Spörri]]&lt;br /&gt;
Johannes Perthel&lt;br /&gt;
[[Friedrich Doldinger]]&lt;br /&gt;
Alfred Heidenreich&lt;br /&gt;
Rudolf von Koschützki&lt;br /&gt;
August Pauli&lt;br /&gt;
[[Hermann Beckh]]&lt;br /&gt;
Heinrich Rittelmeyer&lt;br /&gt;
Fritz Blattmann&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt; &lt;br /&gt;
Hermann Fackler&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg&lt;br /&gt;
Claus von der Decken&lt;br /&gt;
Wilhelm Salewski&lt;br /&gt;
Otto Becher&lt;br /&gt;
[[Heinrich Ogilvie]]&lt;br /&gt;
Kurt Philippi&lt;br /&gt;
Martin Borchart&lt;br /&gt;
Hermann Groh&lt;br /&gt;
Wolfgang Schickler&lt;br /&gt;
Adolf Müller &lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marta Heimeran&lt;br /&gt;
Richard Gitzke&lt;br /&gt;
[[Carl Stegmann]]&lt;br /&gt;
Erwin Lang&lt;br /&gt;
Eberhard Kurras&lt;br /&gt;
Arnold Goebel&lt;br /&gt;
Otto Franke&lt;br /&gt;
Walter Gradenwitz&lt;br /&gt;
Joachim Sydow&lt;br /&gt;
Ludwig Köhler&lt;br /&gt;
Waldemar Mickisch &lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Gottfried Husemann]]&lt;br /&gt;
Rudolf Köhler&lt;br /&gt;
Jutta Frentzel&lt;br /&gt;
[[Rudolf Frieling]]&lt;br /&gt;
Thomas Kandier&lt;br /&gt;
Kurt von Wistinghausen&lt;br /&gt;
Wilhelm Kelber&lt;br /&gt;
Eduard Lenz&lt;br /&gt;
Gerhard Klein&lt;br /&gt;
Kurt Willmann&lt;br /&gt;
Harald Schilling&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
{{Lit|{{G|344|277}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Meyer]], der aktiv an allen Vorbereitungen, die zur Gründung der Christengemeinschaft führten, beteiligt war, konnte bei der Weihe der ersten 45 Priester in Dornach nicht dabei sein; er wurde fünf Wochen später durch [[Johannes Werner Klein]] geweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach der Gründung und zur Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot; verbreitete sich schnell in zahlreichen deutschen Städten, bald auch in [[W:Prag|Prag]], in der [[Schweiz]], in [[Österreich]], [[W:Norwegen|Norwegen]], [[W:Holland|Holland]], [[W:Schweden|Schweden]] und [[Vereinigtes Königreich|England]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1933 wurde in Stuttgart das erste Priesterseminar gegründet, 1936 in [[W:Dresden|Dresden]] und [[W:Den Haag|Den Haag]] die ersten eigenen Kirchen der Christengemeinschaft. Nach dem Verbot der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] in Deutschland durch die [[W:Geheime Staatspolizei|Gestapo]] im November 1935 unterblieb das Verbot der Christengemeinschaft aufgrund ihres Charakters als christlicher Vereinigung zunächst. Erst 1941 nach dem Flug des Hitler-Stellvertreters [[W:Rudolf Heß|Rudolf Heß]] nach England  wurde die Christengemeinschaft in Deutschland verboten; einige Priester kamen zeitweilig in Haft.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmut Zander]]: &#039;&#039;Anthroposophie in Deutschland.&#039;&#039; [[W:Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht|Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht]], Göttingen 2007. S. 251.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Historisches Zentrum der Christengemeinschaft ist [[w:Stuttgart|Stuttgart]], dem Ort der größten Gemeinde im deutschsprachigen Raum. Hier hat das höchste Leitungsamt, der &amp;quot;Erzoberlenker&amp;quot; seinen Sitz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; In der DDR hatte die Christengemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg rund 30 Gemeinden, in der Bundesrepublik 70.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Beim Wiederaufbau der &amp;quot;Christengemeinschaft&amp;quot; kamen zwei Nationalsozialisten zur Gemeinschaft: [[Friedrich Benesch]] und [[Werner Georg Haverbeck]]. Benesch, der 1947 zum Priester geweiht wurde und von 1957 an über Jahrzehnte als Seminarleiter der Christengemeinschaft in Stuttgart tätig war, wirkte in [[W:Siebenbürgen|Siebenbürgen]] als Mitglied der Deutschen Volkspartei Rumäniens (DVR) und Kreisleiter; seine „braune“ Vergangenheit verschwieg er zeitlebens; sie wurde erst 2004 publik. Haverbeck, einst Leiter der &#039;&#039;Reichsmittelstelle für Volkstumsarbeit der [[W:Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]]&#039;&#039;, wurde 1950 zum Priester geweiht. 1959 wurde er von seiner Priestertätigkeit wegen „linker Tendenzen“ beurlaubt. 1983 wurde er wieder in den Priesterkreis aufgenommen, aber gleichzeitig pensioniert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagner, 1991, S. 45&amp;quot;&amp;gt;Arfst Wagner: &#039;&#039;Anthroposophen und Nationalsozialismus. Probleme der Vergangenheit und der Gegenwart.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Flensburger Hefte&#039;&#039;, 3/91, Heft 32, Flensburg 1991, S. 45.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er konnte 1978 und 1983 noch zwei Bücher im Urachhaus Verlag publizieren, distanzierte sich jedoch bis zu seinem Tod 1999 nie von seiner völkischen Vergangenheit und lieferte mit seinem 1989 erschienenen Buch &#039;&#039;Rudolf Steiner – Anwalt für Deutschland&#039;&#039; seinen Beitrag zur noch heute geführten Debatte über die politische Einschätzung Steiners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Gemeinden entstanden allmählich auch außerhalb Europas, neue Kirchen wurden z.&amp;amp;nbsp;B. in [[W:Bochum|Bochum]] 1966&amp;lt;ref&amp;gt;Scharoun-Kirche Bochum, auch Johanneskirche genannt, Glockengarten, Einweihung 1966, nach den Entwürfen von [[W:Hans Scharoun|Hans Scharoun]], mit Kerzenständern von [[W:Wilhelm Wagenfeld|Wilhelm Wagenfeld]], seit 2012 ein &amp;quot;National wertvolles Kulturdenkmal&amp;quot; nach Richtlinien des [[W:Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien|Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien]]. [http://www.scharoun-kirche.de/SHAROUN_Boschuere_low2.pdf Online mit zahlr. Bildern]. Vgl. Dietrich Scholle, Birgit Gropp Bearb.: &#039;&#039;Die Bauten von Hans Scharoun in [[W:Westfalen|Westfalen]].&#039;&#039; Reihe: Westfälische Kunststätten, 120. Hg. und Verlag [[W:Westfälischer Heimatbund|Westfälischer Heimatbund]], Münster 2016 {{ISSN|0930-3952}}, S. 37–47 mit Abb.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie 1953 ein neues Seminargebäude in Stuttgart errichtet. 1990 wurde eine Gemeinde in Prag möglich. Heute existieren aktive Gruppen oder Gemeinden in Nord- und Südamerika, in Asien, Europa, Afrika und Australien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Internationale Verbreitung und Vernetzung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:AndrieskerkAmsterdam2019-2.jpg|mini|Innenraum der Andrieskerk der Christengemeinschaft in Amsterdam]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft ist in 32 Ländern aktiv und hat weltweit nach eigenen Angaben etwa 35.000 Mitglieder. Es existieren Gemeinden auf allen Kontinenten. Da viele Besucher der Sakramente formal nicht Mitglied der Glaubensgemeinschaft sind, dürfte die Zahl der sogenannten „Freunde“ höher sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland gibt es etwa 140 Gemeinden, in der Schweiz 14, in Österreich 6. In Deutschland hatte die Christengemeinschaft im Jahr 2002 etwa 10.000 Mitglieder sowie 50.000 Freunde.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.remid.de/info_zahlen/verschiedene/&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach anderer Quelle sind es 20.000 Mitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.religio.de/anthropo.html&amp;lt;/ref&amp;gt;  Bei der Einordnung ist wichtig, dass für die Christengemeinschaft die getauften Kinder nicht als Mitglieder zählen, sondern nur Erwachsene, die selbstständig beigetreten sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach Schroeder 2001: &#039;&#039;Die Christengemeinschaft&#039;&#039;, S. 136, 190 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz ist die Christengemeinschaft im Aargau, in Basel, Bern, Biel, Luzern, Graubünden, Genf, Kreuzlingen, Lausanne, Schaffhausen, St. Gallen, Losone, Lugano und Zürich vertreten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.christengemeinschaft.ch/ (abgerufen am: 6. März 2012).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1933 besteht in [[W:Stuttgart|Stuttgart]] ein Priesterseminar, seit 2001 eines in [[Hamburg]], seit 2019 ein weiteres in [[W:Vaughan (Ontario)|Vaughan]] bei Toronto in Kanada&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thechristiancommunity.org/ccna-seminary/ &#039;&#039;The Seminary of the Christian Community in North America&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; (zuvor seit 2003 in Spring Valley, [[W:Rockland County|Rockland County]], New York, Vereinigte Staaten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die CG ist Teil des großen und weltweit verzweigten anthroposophischen Netzwerkes. Dazu gehören in Deutschland u.a. auch die privaten Waldorfschulen und Waldorfkindergärten in deren Umfeld auch die CG aktiv ist. Als wesentlicher Teil der Antroposophischen Bewegung ist die CG vernetzt mit der [[Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft|Allgemeinen Anthroposophische Gesellschaft]], mit den Verlagshäusern „[[Verlag Freies Geistesleben &amp;amp; Urachhaus|Urachhaus]]“ und „[[Verlag Freies Geistesleben &amp;amp; Urachhaus|Freies Geistleben]]“ und großen Unternehen wie der Weleda-Gruppe, der [[GLS Gemeinschaftsbank|GLS Bank]], der [[W:Software AG|Software AG]] mit ihrer Stiftung, der [[W:Demeter (Deutschland)|Demeter Verband]] und dem [[W:Dm-drogerie markt|Drogerie Discounter DM]], der Textilhersteller [[Hess Natur|Hessnatur]] und der [[Wala Heilmittel|Wala Heilmittel GmbH]] sowie mehrere anthroposophische Kliniken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://agwelt.de/2017-10/die-christengemeinschaft-eine-christliche-erneuerungsbewegung/ |titel=Die Christengemeinschaft – eine christliche Erneuerungsbewegung? — AG Welt e.V. |abruf=2022-10-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
===Gemeindemitgliedschaft===&lt;br /&gt;
Mitglied in der Christengemeinschaft wird man nicht durch Geburt, Taufe oder Konfirmation, sondern durch eigenen Entschluss als Erwachsener. Die Aufnahme erfolgt durch das Gespräch mit einem Priester der örtlichen Gemeinde.&lt;br /&gt;
Die Vielfalt des Gemeindelebens, wie es sich im Gemeindeprogramm widerspiegelt, ist wesentlich von den Impulsen und der Aktivität der Gemeindemitglieder mitgeprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Priesterseminare ===&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft hat im deutschen Sprachraum Priesterseminare in [[w:Stuttgart|Stuttgart]] und [[w:Hamburg|Hamburg]], ferner ein Proseminar (berufsbegleitendes Priesterseminar) in [[w:Krefeld|Krefeld]] (bis 2013 in Köln). Das Studium ist auf drei Jahre angelegt und schließt verschiedene Praktika in Gemeinden, aber auch in Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen oder in der [[W:Hospizbewegung|Hospizbewegung]] ein. Die Vorbereitung auf die Priesterweihe kann sich danach als sechsmonatige Ausbildung gemeinsam mit den Studenten der anderen Priesterseminare der Christengemeinschaft anschließen. Außerdem befindet sich noch ein Priesterseminar in [[w:Toronto|Toronto]], [[w:Kanada|Kanada]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtliche und wirtschaftliche Organisation ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Michael-Kirche-HB.jpg|mini|[[Michaelkirche (Bremen)|Michaelkirche]] der Christengemeinschaft in [[W:Bremen|Bremen]]]]&lt;br /&gt;
Die Christengemeinschaft ist in wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht als Stiftung niederländischen Rechts unter dem Namen &#039;&#039;Stichting de Christengemeenschap (international)&#039;&#039; eingetragen. Zumeist wird das Konstrukt mit dem englischen Namen &#039;&#039;Foundation&#039;&#039; genannt. Die Niederländische Stiftung fungiert als Trägerin der Gesamtbewegung für alle Gemeinden weltweit. Innerhalb der Foundation existieren 18 Regionen als selbständige Einheiten. Das Hauptforum der Foundation ist das &#039;&#039;Council&#039;&#039;. Dieses trifft sich alle zwei Jahre und wählt ein &#039;&#039;Executive Committee&#039;&#039; aus den Mitgliedern des Council, das zwischen den Sitzungen des Council über die wirtschaftlichen Entscheidungen berät. Die Umsetzung und das Tagesgeschäft obliegt dem hauptamtlichen Geschäftsführer Thomas Nayda in [[Berlin]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://christengemeinschaft-international.org/impressum |titel=Impressum {{!}} Die Christengemeinschaft international |abruf=2021-08-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland sind die Gemeinden regional zu [[w:Körperschaft des öffentlichen Rechts (Deutschland)|Körperschaften des öffentlichen Rechts]] zusammengeschlossen. Die Christengemeinschaft hat damit die gleichen Rechte und Pflichten wie die anderen als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannten Religionsgemeinschaften. Auf das Recht der Einziehung von [[w:Kirchensteuer (Deutschland)|Kirchensteuern]] durch den Staat verzichtet die Christengemeinschaft jedoch ausdrücklich. Sie wird finanziell durch freiwillige Beiträge und Spenden ihrer Mitglieder und Freunde getragen. Das Gehalt der Priester bezahlt die Gemeinde selbst und es richtet sich nach der wirtschaftlichen Situation derselbigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Österreich ist die Christengemeinschaft eine staatlich eingetragene religiöse [[Bekenntnisgemeinschaft]]. Ansuchen um staatliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft wurden bisher zurückgewiesen; einer Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wurde 2009 wegen nicht sachlich gerechtfertigter Benachteiligung gegenüber den anerkannten Religionsgemeinschaften stattgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://hudoc.echr.coe.int/sites/eng/pages/search.aspx?i=001-91418 Judgement CASE OF VEREIN DER FREUNDE DER CHRISTENGEMEINSCHAFT AND OTHERS v. AUSTRIA des Europäischen Menschengerichtshofs, 2009 (englisch)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz ist die Christengemeinschaft als [[Verein#Schweiz|Verein]] organisiert; im Kanton Basel-Stadt ist sie als Religionsgemeinschaft öffentlich, obgleich weder öffentlich-rechtlich noch spezial-gesetzlich, anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bazonline.ch/basel/stadt/Christengemeinschaft-als-Religionsgemeinschaft-anerkannt/story/26746434 Basler Zeitung vom 8. September 2010 Christengemeinschaft als Religionsgemeinschaft anerkannt]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Erzoberlenker====&lt;br /&gt;
*1925-1938: [[Friedrich Rittelmeyer]]&lt;br /&gt;
*1938-1959: [[Emil Bock]]&lt;br /&gt;
*1959-1986: [[Rudolf Frieling]]&lt;br /&gt;
*1986-2005: [[Taco Bay]]&lt;br /&gt;
*2005-2021: [[Vicke von Behr-Negendanck]]&lt;br /&gt;
*seit 2021:&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;[[João Torunsky]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unterschiede zu den Lehren der großen christlichen Kirchen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Lehrfreiheit:&lt;br /&gt;
Die Priester der Christengemeinschaft sind an keine Lehre gebunden, sie haben Lehrfreiheit. Einzige Ausnahme ist das Lehren gegen den gegebenen Kultus. Die folgenden Punkte sind daher als exemplarisch aufzufassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Priestertum der Frau:&lt;br /&gt;
In der Christengemeinschaft können auch Frauen das Sakrament der Priesterweihe empfangen und dadurch den Beruf des Priesters ausüben. Damit ist die Gleichstellung zwischen Mann und Frau&lt;br /&gt;
gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Freie Gemeinden&lt;br /&gt;
Die Gemeinden der Christengemeinschaft erfahren keine Hilfe durch staatliche Instanzen und sind somit selbst verwaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ernstnehmen der biblischen Schöpfungsberichte:&lt;br /&gt;
Es gab einst einen Weltenzustand, bei dem Geist und Materie noch nicht getrennt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
=== Bewertung durch die Großkirchen ===&lt;br /&gt;
Die Taufe der Christengemeinschaft wird von der [[w:Evangelische Kirche in Deutschland|Evangelischen Kirche in Deutschland]] wie im Grundsatz auch von der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen]] und den [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen]] Kirchen nicht anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart (Hrsg.): &#039;&#039;Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft. Beiträge zur Diskussion.&#039;&#039; Markstein, Stuttgart 2004, S. 6&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Vertretern der evangelischen Kirche und der Christengemeinschaft hat es vielfältige Gespräche gegeben,&amp;lt;ref name=EZW-Lexikon&amp;gt;Lexikoneintrag über die Christengemeinschaft im Online-Lexikon der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin: http://www.ezw-berlin.de/html/3_201.php&amp;lt;/ref&amp;gt; von denen auch Ergebnisse publiziert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;z.&amp;amp;nbsp;B. Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart (Hrsg.): &#039;&#039;Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft. Beiträge zur Diskussion.&#039;&#039; Markstein, Stuttgart 2004&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus solchen Gesprächen ist z.&amp;amp;nbsp;B. die Veröffentlichung vom Evangelischen [[w:Oberkirchenrat|Oberkirchenrat]] Stuttgart (Hrsg.) &#039;&#039;Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft – Beiträge zur Diskussion&#039;&#039; hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[w:Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen|Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen]] kommt in ihrem Online-Lexikon zu der Einschätzung, dass die Christengemeinschaft sich durch eine „Abhängigkeit von anthroposophischen Überzeugungen“ – nicht zuletzt wegen des verbindlichen Kultuswortlautes – „von biblisch gewonnenen Grundeinsichten, denen sich die christlichen Kirchen verpflichtet wissen“, entfremdet, und sieht in der Taufe der Christengemeinschaft, u.&amp;amp;nbsp;a. wegen der darin enthaltenen Annahme einer vorgeburtlichen Existenz der Seele, ein abweichendes Taufverständnis. Aus Sicht der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen „handelt es sich bei der ‚Christengemeinschaft – Bewegung für religiöse Erneuerung‘ um ein anthroposophisch interpretiertes Christentum neben den konfessionellen Kirchen.“&amp;lt;ref name=EZW-Lexikon&amp;gt;Lexikoneintrag über die Christengemeinschaft im Online-Lexikon der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin: http://www.ezw-berlin.de/html/3_201.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritik innerhalb der anthroposophischen Bewegung ===&lt;br /&gt;
Der Christengemeinschaft begegnet innerhalb der [[Anthroposophische Bewegung|anthroposophischen Bewegung]] zum Teil Widerspruch. Schon kurz nach ihrer Gründung gab es heftige Auseinandersetzungen und Missverständnisse zwischen Anthroposophen und Priestern der Christengemeinschaft. Einzelne Pfarrer rekrutierten ihre Gemeindemitglieder fast ausschließlich aus Mitgliedern und Freunden der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]]. Rudolf Steiner musste ein „klärendes Wort“ bezüglich der angemessenen Unterscheidung zwischen den beiden Bewegungen sprechen und grenzte sie hier deutlich von einander ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu den Vortrag von [[Rudolf Steiner]] vom 30. Dezember 1922 {{GZ||219|163ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritik seitens des Forums Freier Christen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;quot;[[Forum Freier Christen]]&amp;quot;, das &amp;quot;Forum Kultus&amp;quot; bzw. die &amp;quot;Initiative, freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot; werfen der Christengemeinschaft einen „kultischen Alleinvertretungsanspruch für die anthroposophische Bewegung“ vor und bestreiten seine Berechtigung. Sie sehen das Zwei-Stände-System von Klerikern und Laien als einen kultushistorisch alten Weg. Weiterhin nutzen sie auch Rituale der Christengemeinschaft und haben diese teilweise für eigene laienpriesterliche Verwendung im Wortlaut verändert. Dieser Initiative und ihrer „unrechtmäßigen Aneignung der Rituale“ trat die Christengemeinschaft 1999 in schriftlichen Stellungnahmen entgegen.&amp;lt;ref&amp;gt;u.&amp;amp;nbsp;a. Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (http://diedrei.org/hefte-anzeigen/inhalt/heft-2-1999.html)&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch mitstenographierte und inzwischen veröffentlichte Äußerungen Rudolf Steiners im Zusammenhang der Übergabe des Kultus an die Priesterschaft der Christengemeinschaft widersprechen explizit der Ansicht des Forums.&amp;lt;ref&amp;gt;z.B. Rudolf Steiner zur Priestergemeinschaft bei der Gründung: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. &#039;&#039;&#039;Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (Zitiert nach Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken III, (GA 344), Dornach 1994, S. 230)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Vgl. auch den Hauptartikel [[Der_freie_christliche_Impuls|Der freie christliche Impuls]].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
{{Glomer|meditation-entwicklung/religion-kultus/christengemeinschaft}}&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Rittelmeyer]]: &#039;&#039;Meine Lebensbegegnung mit Rudolf Steiner.&#039;&#039;, 12. Auflage, Urachhaus Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-87838-277-5.&lt;br /&gt;
* Hans-Werner Schroeder: &#039;&#039;Die Christengemeinschaft&#039;&#039;. Entstehung - Entwicklung - Zielsetzung, Urachhaus, 2. Auflage (2001), ISBN 3-87838-649-4&lt;br /&gt;
* Michael Debus: &#039;&#039;Auferstehungskräfte im Schicksal. Die Sakramente der Christengemeinschaft&#039;&#039;; Stuttgart: Urachhaus, 2006, ISBN 3-8251-7526-X&lt;br /&gt;
* Rudolf Frieling: &#039;&#039;Christentum und Wiederverkörperung&#039;&#039;, Fischer TB Vlg., Frankfurt a.M. 1982&lt;br /&gt;
* Rudolf F. Gädeke: &#039;&#039;Die Gründer der Christengemeinschaft. Ein Schicksalsnetz. 48 kurze Biographien mit Abbildungen und Dokumenten&#039;&#039;; Pioniere der Anthroposophie, 10; Dornach: Verlag am Goetheanum, 1992, ISBN 3-7235-0639-9&lt;br /&gt;
* Flensburger Hefte Nr. 22: &#039;&#039;Erkenntnis und Religion&#039;&#039;. Zum Verhältnis von Anthroposophischer Gesellschaft und Christengemeinschaft, Flensburger Hefte Vlg., Flensburg 1988, ISBN 3-926841-13-3&lt;br /&gt;
* Wolfgang Gädeke: &#039;&#039;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&#039;&#039;, Flensburger Hefte Vlg., Flensburg 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
* Edelgard Vietor: &#039;&#039;Schuld und Sünde&#039;&#039;. Erkennen - verwandeln - verzeihen, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2002, ISBN 3-8251-7375-5&lt;br /&gt;
* Evangelischer Oberkirchenrat Stuttgart (Hrsg.): Zur Frage der Christlichkeit der Christengemeinschaft. Beiträge zur Diskussion, (2004), ISBN 3-935129-14-9&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Hat die Christengemeinschaft eine Zukunft? Gespräche mit einem Geistwesen&#039;&#039;, Flensburger Hefte, Sonderheft 32, (2012), ISBN 978-3-935679-77-0&lt;br /&gt;
* Ilse Wellershoff-Schuur: &#039;&#039;Erneuerung&#039;&#039;. Versuche zum Thema: Wer braucht die Christengemeinschaft, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8251-7844-4&lt;br /&gt;
* Tom Ravetz: &#039;&#039;Vom Dogma befreit. Gesichtspunkte zur Theologie der Christengemeinschaft&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2010&lt;br /&gt;
*Georg Blattmann, Christus heute ins Leben rufen - Ursprung und Ziel der Christengemeinschaft&lt;br /&gt;
* Ulrich Meier (Hg.): &#039;&#039;Christentum in Entwicklung. Anstöße zum Dialog über eine permanente Reformation&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2013&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Verhältnis der Sternenwelt zum Menschen und des Menschen zur Sternenwelt. Die geistige Kommunion der Menschheit.&#039;&#039;, [[GA 219]] (1994), ISBN 3-7274-2190-8 {{Vorträge|219}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&#039;&#039;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&#039;&#039;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&#039;&#039; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&#039;&#039;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&#039;&#039;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.org Die Christengemeinschaft International]&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.de Die Christengemeinschaft in Deutschland]&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.at Die Christengemeinschaft in Österreich]&lt;br /&gt;
*[http://www.christengemeinschaft.ch Die Christengemeinschaft in der Schweiz]&lt;br /&gt;
*[http://www.thechristiancommunity.org/ The Christian Community (engl.)]&lt;br /&gt;
*[https://www.bibelpedia.com/index.php?title=Anthroposophisch_/_Christengemeinschaft Bibelübersetzungen aus dem Umfeld der Anthroposophie und Christengemeinschaft]&lt;br /&gt;
* [https://www.yumpu.com/de/document/view/51795006/text-der-menschenweihehandlung Text der Menschenweihehandlung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritische Links ===&lt;br /&gt;
* [http://www.religio.de/anthropo.html Das elektronische Informationssystem über (...) religiöse (...) Gemeinschaften (...) in Deutschland -&amp;gt;Christengemeinschaft]&lt;br /&gt;
* [http://www.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/eine-sehr-spezielle-kleine-kirche-feiert-aid-1.6842185 Artikel in &amp;quot;Rheinische Post&amp;quot;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive/&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft|!]]&lt;br /&gt;
[[en:Christian Community]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=550421</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=550421"/>
		<updated>2022-11-24T06:54:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Kritik */ Formatierung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. (So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei, geantwortet haben: &amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;) So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. &#039;&#039;&#039;So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549891</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549891"/>
		<updated>2022-11-19T13:56:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Verwendete Rituale */ Anführungsstriche&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. (So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei, geantwortet haben: &amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;) So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die der Christengemeinschaft als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner [[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Erwachsenen-Taufe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. &#039;&#039;&#039;Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<title>Der freie christliche Impuls</title>
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		<updated>2022-11-13T16:52:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Rituale des Freien Religionsunterrichtes */ Stil&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der &amp;quot;Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. (So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei, geantwortet haben: &amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;) So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die &amp;quot;der Christengemeinschaft, Bewegung für Religiöse Erneuerung&amp;quot; als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. &#039;&#039;&#039;Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549410</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
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		<updated>2022-11-13T08:34:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Verwendete Rituale */ Stil&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab gleich Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der &amp;quot;Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier und deren Verhältnis zur Christengemeinschaft herumgeisterten, denen Rudolf Steiner wohl teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. (So soll er zB. auf die Frage der Richtigkeit einer von Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei, geantwortet haben: &amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;) So gibt es vielfältige unterschiedlich zuverlässige mündliche Überlieferungen. Auch in den Jahren nach Rudolf Steiners Tod wurde etliches weitere zu dieser Frage erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende allerdings mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die &amp;quot;der Christengemeinschaft, Bewegung für Religiöse Erneuerung&amp;quot; als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. &#039;&#039;&#039;Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549293</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
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		<updated>2022-11-12T13:43:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Kritik */ Typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab gleich Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der &amp;quot;Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier herumgeisterten, denen er teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. (Z.B. auf die Frage nach einer von insb. Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei: &amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;) Auch in den Jahren danach wurde etliches weitere publiziert und erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die &amp;quot;der Christengemeinschaft, Bewegung für Religiöse Erneuerung&amp;quot; als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. &#039;&#039;&#039;Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549292</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549292"/>
		<updated>2022-11-12T13:41:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Rituale des Freien Religionsunterrichtes */ Typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab gleich Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der &amp;quot;Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier herumgeisterten, denen er teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. (Z.B. auf die Frage nach einer von insb. Dr. Walter Johannes Stein vertretenen Ansicht die Opferfeier drücke die eigentliche anthroposophische Haltung aus, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei: &amp;quot;Das hat sich der Stein aus den Fingern gesogen.&amp;quot;) Auch in den Jahren danach wurde etliches weitere publiziert und erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die &amp;quot;der Christengemeinschaft, Bewegung für Religiöse Erneuerung&amp;quot; als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. &#039;&#039;&#039;Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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		<title>Der freie christliche Impuls</title>
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		<updated>2022-11-12T12:19:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Kritik */ Stil&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab gleich Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der &amp;quot;Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier herumgeisterten, denen er teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. (Z.B. auf die Frage, ob die Opferfeier die eigentliche anthroposophische Haltung ausdrücke, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei. &amp;quot;Das hat sich der Stein [Anm: Walther Johannes Stein] aus den Fingern gesogen.&amp;quot;) Auch in den Jahren danach wurde etliches weitere publiziert und erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die &amp;quot;der Christengemeinschaft, Bewegung für Religiöse Erneuerung&amp;quot; als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diese Handlungen und den Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. &#039;&#039;&#039;Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Freier_Religionsunterricht&amp;diff=549290</id>
		<title>Freier Religionsunterricht</title>
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		<updated>2022-11-12T12:13:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein &#039;&#039;&#039;Freier Religionsunterricht&#039;&#039;&#039; wurde von [[Rudolf Steiner]] an der [[Wikipedia:1919|1919]] in [[Wikipedia:Stuttgart|Stuttgart]] begründeten [[Freie Waldorfschule Stuttgart|Waldorfschule]] für jene Schüler eingerichtet, deren Eltern für ihre Kinder keinen [[Konfession|konfessionellen]] [[Religion]]sunterricht wünschten. Steiner hat dafür auch eigene nicht-[[priester]]liche [[Kultus|kultische Handlungen]] eingerichtet, die von den dazu berufenen Lehrern des freien Religionsunterrichtes ausgeführt werden. Auch viele [[Anthroposophie|anthroposophische]] [[Heilpädagogik|heilpädagogische]] Heime griffen diese Handlungen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Sonntagshandlung für die Unterstufe&lt;br /&gt;
* Die Jugendfeier für die Mittelstufe &lt;br /&gt;
* Die Opferfeier für die Oberstufe und Eltern und Freunde der Schule &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die freien Religionslehrer werden überregional von dem Internationalen Religionslehrergremium vertreten, das der [[Pädagogische Sektion|Pädagogischen Sektion]] der [[Freie Hochschule für Geisteswissenschaft|Freien Hochschule für Geisteswissenschaft]] der [[Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft|Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft]] mit Sitz am [[Goetheanum]] in [[Wikipedia:Dornach (SO)|Dornach]] ([[Wikipedia:Schweiz|Schweiz]]) angehört. Neue Religionslehrer werden vom jeweiligen örtlichen Religionslehrerkollegium in Übereinstimmung mit dem gesamten Kollegium und einem regional zuständigen Mitglied des Internationalen Religionslehrerkollegiums ernannt. Sie werden durch das Gremiumsmitglied nach Dornach gemeldet und erhalten von dort ein Zertifikat für den Freien Religionsunterricht und damit auch die Berechtigung die kultischen Handlungen zu halten.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Edition Waldorf, Stuttgart, 2013, S 68ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Dornach werden auch entsprechende Ausbildungsseminare angeboten, die in Kooperation mit dem Seminar für Waldorfpädagogik der [[Freie Hochschule Stuttgart|Freien Hochschule Stuttgart]] mit einem staatlich anerkannten Zertifikat abschließt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein anerkannter [[Waldorflehrer]]-Abschluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wikipedia:1968|1968]] wurde durch das Internationale Religionslehrergremium beschlossen, den Namen &#039;&#039;&#039;Freier christlicher Religionsunterricht&#039;&#039;&#039; zu verwenden, da damals die Waldorfschulen in der Öffentlichkeit vielfach als „unchristlich“ angeprangert wurden. Rudolf Steiner selbst sprach stets nur von einem  „freien“, d.h. nicht kirchlich-konfessionell gebundenen Religionsunterricht, da die [[Waldorfpädagogik]] nicht auf ein bestimmtes [[Religion|relgigiöses]] [[Bekenntnis]], sondern auf das Allgemein-Menschliche ausgerichtet sei. Da sich mittlerweile die Situation stark verändert hat und die Schüler im Freien Religionsunterricht mit allen [[Weltreligion]]en bekannt werden sollten, ist man mittlerweile wieder zu der ursprünglichen Bezeichnung zurückgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dieses Allgemein-Menschliche im Unterrichts- und Erziehungswesen,&lt;br /&gt;
das ich für die verschiedensten Unterrichtszweige charakterisieren&lt;br /&gt;
mußte, das muß sich im Waldorfschul-Prinzip besonders dadurch ausleben,&lt;br /&gt;
daß diese Waldorfschule nach keiner Richtung hin eine Schule&lt;br /&gt;
der religiösen oder philosophischen Überzeugung oder eine Schule einer&lt;br /&gt;
bestimmten Weltanschauung ist. Und nach dieser Richtung war es ja&lt;br /&gt;
natürlich notwendig, gerade für ein Schulwesen, das sich aus der Anthroposophie&lt;br /&gt;
heraus entwickelt hat, darauf hinzuarbeiten, daß nun&lt;br /&gt;
ja diese Waldorfschule weit, weit davon entfernt sei, etwa eine Anthroposophenschule&lt;br /&gt;
zu werden oder eine anthroposophische Schule zu&lt;br /&gt;
sein. Das darf sie ganz gewiß nicht sein. Man möchte sagen: jeden&lt;br /&gt;
Tag aufs neue strebt man wieder danach, nun ja nicht irgendwie durch&lt;br /&gt;
den Übereifer eines Lehrers, oder durch die ehrliche Überzeugung, die&lt;br /&gt;
ja selbstverständlich bei den Waldorfschullehrern für die Anthroposophie&lt;br /&gt;
vorhanden ist, da sie Anthroposophen sind, irgendwie in eine&lt;br /&gt;
anthroposophische Einseitigkeit zu verfallen. Der Mensch, nicht der&lt;br /&gt;
Mensch einer bestimmten Weltanschauung, muß in didaktisch-pädagogischer&lt;br /&gt;
Beziehung einzig und allein für das Waldorfschul-Prinzip&lt;br /&gt;
in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war es geboten, den Religionsgesellschaften gegenüber, ich&lt;br /&gt;
möchte sagen, eben ein durch die Zeit gefordertes Kompromiß einzugehen,&lt;br /&gt;
gar nicht auf etwas anderes zunächst zu sehen für die Schüler,&lt;br /&gt;
als auf das Methodische einer allgemein-menschlichen Erziehung. Der&lt;br /&gt;
Religionsunterricht wurde zunächst den Religionslehrern ihrer Konfession&lt;br /&gt;
übergeben. Und so wird der katholische Religionsunterricht in&lt;br /&gt;
der Waldorfschule von dem katholischen Priester, der evangelische Religionsunterricht&lt;br /&gt;
von dem evangelischen Pfarrer erteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt eine ganze Menge von Schülern in der Waldorfschule,&lt;br /&gt;
die, wie man in Mitteleuropa sagt, eben Dissidentenkinder sind, die&lt;br /&gt;
einfach keinen Religionsunterricht nehmen würden, wenn eben nur&lt;br /&gt;
katholischer und evangelischer Religionsunterricht da wäre. Dadurch,&lt;br /&gt;
daß sich die Waldorfschule zunächst aus dem Proletarierstande herausgebildet&lt;br /&gt;
hat - sie war die Schule eines Industrieunternehmens, sie ist&lt;br /&gt;
das heute längst nicht mehr, sie ist eine Schule für alle Klassen geworden&lt;br /&gt;
- , waren anfangs namentlich überwiegend konfessionslose Kinder&lt;br /&gt;
da. Diese Kinder hätten nun, wie es ja in sehr vielen Schulen Mitteleuropas&lt;br /&gt;
der Fall ist, gar keinen Religionsunterricht gehabt. So haben&lt;br /&gt;
wir gerade für diese Kinder, die sonst gar keinen Religionsunterricht&lt;br /&gt;
gehabt hätten, einen sogenannten freien Religionsunterricht eingeführt.&lt;br /&gt;
Dieser freie Religionsunterricht, der ist auch nicht darauf abgestellt,&lt;br /&gt;
theoretische Anthroposophie in die Waldorfschule hineinzutragen. Das&lt;br /&gt;
würde ganz falsch sein. Die anthroposophische Überzeugung ist bis&lt;br /&gt;
heute für Erwachsene ausgebildet, und man spricht ja über Anthroposophie&lt;br /&gt;
zu Erwachsenen. Man kleidet daher alle Begriffe, alle Empfindungen&lt;br /&gt;
in dasjenige, was für Erwachsene gut ist. Dasjenige, was in&lt;br /&gt;
unserer anthroposophischen Literatur für Erwachsene bestimmt ist,&lt;br /&gt;
einfach zu nehmen und es nun in die Schule hineinzutragen, hieße gerade&lt;br /&gt;
dem Pädagogisch-Didaktischen im Waldorfschul-Prinzip schnurstracks&lt;br /&gt;
zuwiderhandeln. Da handelt es sich darum, für diejenigen Kinder,&lt;br /&gt;
die uns übergeben werden, freiwillig übergeben werden zum freien&lt;br /&gt;
religiösen Unterricht, nun auch im strengsten Sinne des Wortes wiederum&lt;br /&gt;
das religiöse Element, und was ihnen als Religionsunterricht zu&lt;br /&gt;
geben ist, abzulesen von ihrem Lebensalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So darf man auch nicht unter dem freien Religionsunterricht der&lt;br /&gt;
Waldorfschule, der sogar mit einem entsprechenden Kultus verbunden&lt;br /&gt;
ist, sich etwas vorstellen wie eine in die Schule hineingetragene anthroposophische&lt;br /&gt;
Weltanschauung. Man wird gerade sehen, daß in diesem&lt;br /&gt;
freien Religionsunterricht überall dem Lebensalter des Kindes in ausgiebigstem&lt;br /&gt;
Maße Rechnung getragen wird. Wir können nichts dafür,&lt;br /&gt;
daß dieser freie Religionsunterricht in der Waldorfschule von den meisten&lt;br /&gt;
Kindern besucht wird, trotzdem wir es uns zur strengen Regel&lt;br /&gt;
machen, nur auf Wunsch der Eltern das Kind zu diesem freien Religionsunterricht&lt;br /&gt;
zuzulassen. Allein es spielt ja dabei doch das pädagogisch-&lt;br /&gt;
didaktische Element eine außerordentliche Rolle, und da unser&lt;br /&gt;
freier Religionsunterricht wiederum im strengsten Sinne ein christlicher&lt;br /&gt;
ist, so schicken diejenigen Eltern, die ihre Kinder christlich erzogen,&lt;br /&gt;
aber nach dem Schulprinzip, nach der Pädagogik und Didaktik&lt;br /&gt;
der Waldorfschule unterrichtet und erzogen wissen wollen, uns&lt;br /&gt;
eben ihre Kinder in den freien Religionsunterricht, der ein durch und&lt;br /&gt;
durch christlicher ist, der sogar so christlich wirkt, daß die ganze&lt;br /&gt;
Schule in eine Atmosphäre von Christlichkeit getaucht ist. Feste, Weihnachtsfest,&lt;br /&gt;
Osterfest, werden bei uns von den Kindern aus dem freien&lt;br /&gt;
christlichen Religionsunterricht heraus mit einer ganz anderen Innigkeit&lt;br /&gt;
empfunden, als das sonst bei diesen Festen heute der Fall ist.&lt;br /&gt;
Nun handelt es sich darum, daß gerade im Religionsunterricht das&lt;br /&gt;
Lebensalter des Kindes berücksichtigt werden muß. Gerade da ist es&lt;br /&gt;
von großem Schaden, wenn irgend etwas zu früh an das Kind herangetragen&lt;br /&gt;
wird. Deshalb ist unser freier Religionsunterricht so eingerichtet,&lt;br /&gt;
daß das Kind zunächst zur Erfassung des Allgemein-Göttlichen&lt;br /&gt;
in der Welt kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich, wir unterrichten das Kind zunächst, wenn es in&lt;br /&gt;
die Schule hereinkommt zwischen dem siebenten und neunten oder&lt;br /&gt;
zehnten Jahre so, daß wir die Pflanzen sprechen lassen, die Wolken&lt;br /&gt;
sprechen lassen, die Quellen sprechen lassen. Die ganze Umgebung des&lt;br /&gt;
Menschenkindes ist belebt. Da läßt sich nun leicht der Unterricht hinführen&lt;br /&gt;
zu dem die Welt durchlebenden, allgemeinen göttlichen Vaterprinzip.&lt;br /&gt;
Daß alles seinen Ursprung in einem Göttlichen hat, das läßt&lt;br /&gt;
sich für das Kind, gerade wenn man den übrigen Unterricht so führt,&lt;br /&gt;
wie ich es geschildert habe, in einer vorzüglichen Weise hinstellen.&lt;br /&gt;
Und so knüpfen wir an dasjenige an, was das Kind weiß, wissen&lt;br /&gt;
lernt auf märchenhafte Weise, auf phantasiemäßige Weise über die&lt;br /&gt;
Natur. An das knüpfen wir an, um das Kind zunächst gegenüber&lt;br /&gt;
allem, was in der Welt geschieht, zu einer gewissen Dankbarkeit zu&lt;br /&gt;
führen. Dankbarkeit gegenüber allem, was Menschen uns tun, aber&lt;br /&gt;
gegenüber allem auch, was uns die Natur gewährt, das ist dasjenige,&lt;br /&gt;
was das religiöse Empfinden auf den richtigen Weg bringt. Überhaupt&lt;br /&gt;
ist die Erziehung zur Dankbarkeit etwas unendlich Wichtiges und Bedeutungsvolles.&lt;br /&gt;
Der Mensch sollte sich dazu entwickeln, wirklich auch ein gewisses&lt;br /&gt;
Dankesgefühl zu haben, wenn - vielleicht klingt das sogar paradox,&lt;br /&gt;
und dennoch ist es tief wahr - zur rechten Zeit, wo er dies oder jenes&lt;br /&gt;
zu tun hat, ihm das geeignete Wetter zuteil wird. Gegenüber dem All,&lt;br /&gt;
dem Kosmos Dankbarkeit entwickeln zu können, wenn das auch, ich&lt;br /&gt;
möchte sagen, in einem imaginativen Welterleben nur geschehen kann,&lt;br /&gt;
das ist dasjenige, was unsere ganze Weltempfindung religiös vertiefen&lt;br /&gt;
kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dieser Dankbarkeit brauchen wir dann die Liebe gegenüber&lt;br /&gt;
allem. Und wir können wiederum leicht, wenn wir das Kind also bis&lt;br /&gt;
gegen das neunte, zehnte Jahr hinführen, wie es angedeutet worden&lt;br /&gt;
ist, in all dem Belebten, das wir dem Kind hinstellen, zugleich etwas für&lt;br /&gt;
das Kind offenbaren, was das Kind liebgewinnen muß. Liebe zu jeder&lt;br /&gt;
Blume, Liebe zu jedem Baum, Liebe zu Sonnenschein und Regen, das ist&lt;br /&gt;
dasjenige, was das Weltempfinden wiederum religiös vertiefen kann.&lt;br /&gt;
Wenn wir Dankbarkeit und Liebe in dem Kinde vor dem zehnten&lt;br /&gt;
Jahre entwickeln, dann können wir auch in der richtigen Weise dasjenige&lt;br /&gt;
entwickeln, was wir die Pflicht nennen. Die Pflicht durch Gebote&lt;br /&gt;
zu früh entwickeln, führt zu keiner religiösen Innigkeit. Wir müssen&lt;br /&gt;
vor allen Dingen in dem Kinde Dankbarkeit und Liebe entwickeln,&lt;br /&gt;
dann entfalten wir das Kind sowohl ethisch-moralisch in der richtigen&lt;br /&gt;
Weise wie auch religiös.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer im tiefsten Sinne des Wortes das Kind im christlichen Sinne&lt;br /&gt;
erziehen will, der hat nötig, darauf zu sehen, daß dasjenige, was sich&lt;br /&gt;
vor die Welt in dem Mysterium von Golgatha hinstellt, in alledem,&lt;br /&gt;
was an die Persönlichkeit und Gotteswesenhaftigkeit des Christus Jesus&lt;br /&gt;
geknüpft ist, sich vor dem neunten und zehnten Jahre nicht in der&lt;br /&gt;
richtigen Weise vor die kindliche Seele hinstellen läßt. Großen Gefahren&lt;br /&gt;
setzt man das Kind aus, wenn man es nicht vor diesem Lebensmomente&lt;br /&gt;
in das allgemein Göttliche einführt, ich möchte sagen:&lt;br /&gt;
in das göttliche Vaterprinzip; ihm zeigt, wie in allem in der Natur das&lt;br /&gt;
Göttliche lebt, wie in aller Menschenentwickelung das Göttliche lebt,&lt;br /&gt;
wie überall, wo wir hinschauen, in den Steinen, aber auch in dem&lt;br /&gt;
Herzen des anderen Menschen, in jeder Tat, die der andere Mensch&lt;br /&gt;
dem Kinde tut, überall das Göttliche lebt. Dieses allgemein Göttliche,&lt;br /&gt;
das müssen wir in Dankbarkeit empfinden, in Liebe das Kind fühlen&lt;br /&gt;
lehren durch die selbstverständliche Autorität des Lehrers. Dann bereiten&lt;br /&gt;
wir uns vor, zu diesem Mysterium von Golgatha gerade zwischen&lt;br /&gt;
dem neunten und zehnten Jahre die richtige Stellung bekommen&lt;br /&gt;
zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist es so unendlich wichtig, das Menschenwesen auch hinsichtlich&lt;br /&gt;
seiner zeitlichen Entwickelung verstehen zu lernen. Versuchen Sie es&lt;br /&gt;
nur einmal, sich den Unterschied klarzumachen, der besteht, wenn&lt;br /&gt;
man dem Kinde irgend etwas vom Neuen Testament beibringen will&lt;br /&gt;
im siebenten und achten Lebensjahre, oder - nachdem man zunächst&lt;br /&gt;
aus jedem Naturwesen das Gottesbewußtsein im allgemeinen hat anregen&lt;br /&gt;
wollen - mit diesem Neuen Testament kommt zwischen dem&lt;br /&gt;
neunten und zehnten Lebensjahre, um es nachher erst als solches dem&lt;br /&gt;
Kinde zu entwickeln. Da ist es in der richtigen Weise vorbereitet, da&lt;br /&gt;
lebt es sich in das ganz überweltlich Große hinein, das im Evangelium&lt;br /&gt;
enthalten ist. Bringen Sie es ihm vorher bei, dann bleibt es Wort, dann&lt;br /&gt;
bleibt es starrer nüchterner Begriff, dann ergreift es nicht den ganzen&lt;br /&gt;
Menschen, dann laufen Sie Gefahr, daß das Religiöse im Kinde verhärtet,&lt;br /&gt;
und der Mensch es als verhärtetes Element durch das Leben&lt;br /&gt;
trägt, nicht in Lebendigkeit als etwas sein ganzes Weltempfinden&lt;br /&gt;
Durchsetzendes. Man bereitet das Kind im schönsten Maße vor, die&lt;br /&gt;
Glorie des Christus Jesus in sich aufzunehmen vom neunten, zehnten&lt;br /&gt;
Jahre an, wenn man es vorher in die allgemeine Göttlichkeit der ganzen&lt;br /&gt;
Welt hineinführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das strebt gerade der nun auch auf das rein Menschliche gebaute&lt;br /&gt;
Religionsunterricht an, den wir als freien christlichen Religionsunterricht&lt;br /&gt;
in der Waldorfschule erteilen für diejenigen Kinder, deren&lt;br /&gt;
Eltern dies wünschen, die eigentlich immer mehr werden gegenüber&lt;br /&gt;
den anderen, und den wir auch in einen gewissen Kultus gekleidet&lt;br /&gt;
haben. Sonntäglich findet für diese Kinder, die diesem freien Religionsunterricht&lt;br /&gt;
beiwohnen, eine Kultushandlung statt. Wenn diese Kinder&lt;br /&gt;
aus der Schule entlassen werden, wird diese Kultushandlung metamorphosiert.&lt;br /&gt;
Auch eine Kultushandlung, die sogar dem Meßopfer sehr&lt;br /&gt;
ähnlich ist, aber durchaus dem entsprechenden Lebensalter angemessen&lt;br /&gt;
ist, ist verbunden mit diesem auf den freien Religionsunterricht gestützten&lt;br /&gt;
religiösen Leben in der Waldorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war besonders schwierig, dasjenige in das religiöse Element hineinzubringen,&lt;br /&gt;
was wir in der Waldorfschule ausbilden wollen: das&lt;br /&gt;
rein menschliche Entwickelungsprinzip. Denn in bezug auf das Religiöse&lt;br /&gt;
sind ja heute die Menschen noch am wenigsten geneigt, von&lt;br /&gt;
ihrem Speziellen abzugehen. Man redet vielfach von einem allgemeinmenschlich&lt;br /&gt;
Religiösen. Das aber ist doch bei dem einzelnen Menschen&lt;br /&gt;
so gefärbt, wie seine Spezial-Religionsgemeinschaft es ihm färbt. Wenn&lt;br /&gt;
wir die Aufgabe der Menschheit in die Zukunft hinein richtig verstehen,&lt;br /&gt;
so wird dieser Aufgabe schon auch im rechten Maße gedient&lt;br /&gt;
durch diesen freien religiösen Unterricht, mit dem wir in der Waldorfschule&lt;br /&gt;
eigentlich erst begonnen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie, so wie diese für Erwachsene heute vorgetragen&lt;br /&gt;
wird, wird ganz gewiß nicht in die Waldorfschule hineingetragen;&lt;br /&gt;
dagegen dasjenige, wonach der Mensch lechzt: das Ergreifen des Göttlichen&lt;br /&gt;
- des Göttlichen in der Natur, des Göttlichen in der Menschheitsgeschichte&lt;br /&gt;
- durch das richtige Einstellen auf das Mysterium von&lt;br /&gt;
Golgatha. Das ist es, was im rechten Sinne hineinzutragen auch in den&lt;br /&gt;
Unterricht wir als unsere Aufgabe betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit erreichen wir es aber auch, daß wir dem ganzen Unterricht&lt;br /&gt;
dasjenige Kolorit geben können, das er braucht. Ich habe schon gesagt,&lt;br /&gt;
der Lehrer muß eigentlich dazu kommen, daß alles Unterrichten für&lt;br /&gt;
ihn eine sittliche, eine religiöse Tat werde, daß er sozusagen in dem&lt;br /&gt;
Unterrichten selber eine Art Gottesdienst sehe.|307|203ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gegenwärtiges Geistesleben und Erziehung&#039;&#039;, [[GA 307]] (1986), ISBN 3-7274-3070-2 {{Vorträge|307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.forschung-waldorf.de/service/downloadbereich/detail/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=546&amp;amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=news&amp;amp;cHash=1803d4cfe63e14c0186c9237ff02bd7d Lehrplan für den Freien Religionsunterricht an Waldorfschulen] - [https://www.forschung-waldorf.de Pädagogische Forschungsstelle] beim [[Bund der Freien Waldorfschulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waldorfpädagogik]] [[Kategorie:Waldorfschule]] [[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Freier_Religionsunterricht&amp;diff=549289</id>
		<title>Freier Religionsunterricht</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Freier_Religionsunterricht&amp;diff=549289"/>
		<updated>2022-11-12T12:07:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: Anerkennung Dornach&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein &#039;&#039;&#039;Freier Religionsunterricht&#039;&#039;&#039; wurde von [[Rudolf Steiner]] an der [[Wikipedia:1919|1919]] in [[Wikipedia:Stuttgart|Stuttgart]] begründeten [[Freie Waldorfschule Stuttgart|Waldorfschule]] für jene Schüler eingerichtet, deren Eltern für ihre Kinder keinen [[Konfession|konfessionellen]] [[Religion]]sunterricht wünschten. Steiner hat dafür auch eigene nicht-[[priester]]liche [[Kultus|kultische Handlungen]] eingerichtet, die von den dazu berufenen Lehrern des freien Religionsunterrichtes ausgeführt werden. Auch viele [[Anthroposophie|anthroposophische]] [[Heilpädagogik|heilpädagogische]] Heime griffen diese Handlungen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Sonntagshandlung für die Unterstufe&lt;br /&gt;
* Die Jugendfeier für die Mittelstufe &lt;br /&gt;
* Die Opferfeier für die Oberstufe und Eltern und Freunde der Schule &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die freien Religionslehrer werden überregional von dem Internationalen Religionslehrergremium vertreten, das der [[Pädagogische Sektion|Pädagogischen Sektion]] der [[Freie Hochschule für Geisteswissenschaft|Freien Hochschule für Geisteswissenschaft]] der [[Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft|Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft]] mit Sitz am [[Goetheanum]] in [[Wikipedia:Dornach (SO)|Dornach]] ([[Wikipedia:Schweiz|Schweiz]]) angehört. Die jeweils neu zu ernennenden Religionslehrer werden vom jeweiligen örtlichen Religionslehrerkollegium in Übereinstimmung mit dem gesamten Kollegium und einem regional zuständigen Gremiumsmitglied gewählt. Sie werden durch das Gremiumsmitglied nach Dornach gemeldet und erhalten von dort ein Zertifikat und damit auch die Berechtigung die kultischen Schulhandlungen zu halten.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Edition Waldorf, Stuttgart, 2013, S 68ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Dornach werden auch entsprechende Ausbildungsseminare angeboten, die in Kooperation mit dem Seminar für Waldorfpädagogik der [[Freie Hochschule Stuttgart|Freien Hochschule Stuttgart]] mit einem staatlich anerkannten Zertifikat abschließt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein anerkannter [[Waldorflehrer]]-Abschluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wikipedia:1968|1968]] wurde durch das Internationale Religionslehrergremium beschlossen, den Namen &#039;&#039;&#039;Freier christlicher Religionsunterricht&#039;&#039;&#039; zu verwenden, da damals die Waldorfschulen in der Öffentlichkeit vielfach als „unchristlich“ angeprangert wurden. Rudolf Steiner selbst sprach stets nur von einem  „freien“, d.h. nicht kirchlich-konfessionell gebundenen Religionsunterricht, da die [[Waldorfpädagogik]] nicht auf ein bestimmtes [[Religion|relgigiöses]] [[Bekenntnis]], sondern auf das Allgemein-Menschliche ausgerichtet sei. Da sich mittlerweile die Situation stark verändert hat und die Schüler im Freien Religionsunterricht mit allen [[Weltreligion]]en bekannt werden sollten, ist man mittlerweile wieder zu der ursprünglichen Bezeichnung zurückgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dieses Allgemein-Menschliche im Unterrichts- und Erziehungswesen,&lt;br /&gt;
das ich für die verschiedensten Unterrichtszweige charakterisieren&lt;br /&gt;
mußte, das muß sich im Waldorfschul-Prinzip besonders dadurch ausleben,&lt;br /&gt;
daß diese Waldorfschule nach keiner Richtung hin eine Schule&lt;br /&gt;
der religiösen oder philosophischen Überzeugung oder eine Schule einer&lt;br /&gt;
bestimmten Weltanschauung ist. Und nach dieser Richtung war es ja&lt;br /&gt;
natürlich notwendig, gerade für ein Schulwesen, das sich aus der Anthroposophie&lt;br /&gt;
heraus entwickelt hat, darauf hinzuarbeiten, daß nun&lt;br /&gt;
ja diese Waldorfschule weit, weit davon entfernt sei, etwa eine Anthroposophenschule&lt;br /&gt;
zu werden oder eine anthroposophische Schule zu&lt;br /&gt;
sein. Das darf sie ganz gewiß nicht sein. Man möchte sagen: jeden&lt;br /&gt;
Tag aufs neue strebt man wieder danach, nun ja nicht irgendwie durch&lt;br /&gt;
den Übereifer eines Lehrers, oder durch die ehrliche Überzeugung, die&lt;br /&gt;
ja selbstverständlich bei den Waldorfschullehrern für die Anthroposophie&lt;br /&gt;
vorhanden ist, da sie Anthroposophen sind, irgendwie in eine&lt;br /&gt;
anthroposophische Einseitigkeit zu verfallen. Der Mensch, nicht der&lt;br /&gt;
Mensch einer bestimmten Weltanschauung, muß in didaktisch-pädagogischer&lt;br /&gt;
Beziehung einzig und allein für das Waldorfschul-Prinzip&lt;br /&gt;
in Frage kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war es geboten, den Religionsgesellschaften gegenüber, ich&lt;br /&gt;
möchte sagen, eben ein durch die Zeit gefordertes Kompromiß einzugehen,&lt;br /&gt;
gar nicht auf etwas anderes zunächst zu sehen für die Schüler,&lt;br /&gt;
als auf das Methodische einer allgemein-menschlichen Erziehung. Der&lt;br /&gt;
Religionsunterricht wurde zunächst den Religionslehrern ihrer Konfession&lt;br /&gt;
übergeben. Und so wird der katholische Religionsunterricht in&lt;br /&gt;
der Waldorfschule von dem katholischen Priester, der evangelische Religionsunterricht&lt;br /&gt;
von dem evangelischen Pfarrer erteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt eine ganze Menge von Schülern in der Waldorfschule,&lt;br /&gt;
die, wie man in Mitteleuropa sagt, eben Dissidentenkinder sind, die&lt;br /&gt;
einfach keinen Religionsunterricht nehmen würden, wenn eben nur&lt;br /&gt;
katholischer und evangelischer Religionsunterricht da wäre. Dadurch,&lt;br /&gt;
daß sich die Waldorfschule zunächst aus dem Proletarierstande herausgebildet&lt;br /&gt;
hat - sie war die Schule eines Industrieunternehmens, sie ist&lt;br /&gt;
das heute längst nicht mehr, sie ist eine Schule für alle Klassen geworden&lt;br /&gt;
- , waren anfangs namentlich überwiegend konfessionslose Kinder&lt;br /&gt;
da. Diese Kinder hätten nun, wie es ja in sehr vielen Schulen Mitteleuropas&lt;br /&gt;
der Fall ist, gar keinen Religionsunterricht gehabt. So haben&lt;br /&gt;
wir gerade für diese Kinder, die sonst gar keinen Religionsunterricht&lt;br /&gt;
gehabt hätten, einen sogenannten freien Religionsunterricht eingeführt.&lt;br /&gt;
Dieser freie Religionsunterricht, der ist auch nicht darauf abgestellt,&lt;br /&gt;
theoretische Anthroposophie in die Waldorfschule hineinzutragen. Das&lt;br /&gt;
würde ganz falsch sein. Die anthroposophische Überzeugung ist bis&lt;br /&gt;
heute für Erwachsene ausgebildet, und man spricht ja über Anthroposophie&lt;br /&gt;
zu Erwachsenen. Man kleidet daher alle Begriffe, alle Empfindungen&lt;br /&gt;
in dasjenige, was für Erwachsene gut ist. Dasjenige, was in&lt;br /&gt;
unserer anthroposophischen Literatur für Erwachsene bestimmt ist,&lt;br /&gt;
einfach zu nehmen und es nun in die Schule hineinzutragen, hieße gerade&lt;br /&gt;
dem Pädagogisch-Didaktischen im Waldorfschul-Prinzip schnurstracks&lt;br /&gt;
zuwiderhandeln. Da handelt es sich darum, für diejenigen Kinder,&lt;br /&gt;
die uns übergeben werden, freiwillig übergeben werden zum freien&lt;br /&gt;
religiösen Unterricht, nun auch im strengsten Sinne des Wortes wiederum&lt;br /&gt;
das religiöse Element, und was ihnen als Religionsunterricht zu&lt;br /&gt;
geben ist, abzulesen von ihrem Lebensalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So darf man auch nicht unter dem freien Religionsunterricht der&lt;br /&gt;
Waldorfschule, der sogar mit einem entsprechenden Kultus verbunden&lt;br /&gt;
ist, sich etwas vorstellen wie eine in die Schule hineingetragene anthroposophische&lt;br /&gt;
Weltanschauung. Man wird gerade sehen, daß in diesem&lt;br /&gt;
freien Religionsunterricht überall dem Lebensalter des Kindes in ausgiebigstem&lt;br /&gt;
Maße Rechnung getragen wird. Wir können nichts dafür,&lt;br /&gt;
daß dieser freie Religionsunterricht in der Waldorfschule von den meisten&lt;br /&gt;
Kindern besucht wird, trotzdem wir es uns zur strengen Regel&lt;br /&gt;
machen, nur auf Wunsch der Eltern das Kind zu diesem freien Religionsunterricht&lt;br /&gt;
zuzulassen. Allein es spielt ja dabei doch das pädagogisch-&lt;br /&gt;
didaktische Element eine außerordentliche Rolle, und da unser&lt;br /&gt;
freier Religionsunterricht wiederum im strengsten Sinne ein christlicher&lt;br /&gt;
ist, so schicken diejenigen Eltern, die ihre Kinder christlich erzogen,&lt;br /&gt;
aber nach dem Schulprinzip, nach der Pädagogik und Didaktik&lt;br /&gt;
der Waldorfschule unterrichtet und erzogen wissen wollen, uns&lt;br /&gt;
eben ihre Kinder in den freien Religionsunterricht, der ein durch und&lt;br /&gt;
durch christlicher ist, der sogar so christlich wirkt, daß die ganze&lt;br /&gt;
Schule in eine Atmosphäre von Christlichkeit getaucht ist. Feste, Weihnachtsfest,&lt;br /&gt;
Osterfest, werden bei uns von den Kindern aus dem freien&lt;br /&gt;
christlichen Religionsunterricht heraus mit einer ganz anderen Innigkeit&lt;br /&gt;
empfunden, als das sonst bei diesen Festen heute der Fall ist.&lt;br /&gt;
Nun handelt es sich darum, daß gerade im Religionsunterricht das&lt;br /&gt;
Lebensalter des Kindes berücksichtigt werden muß. Gerade da ist es&lt;br /&gt;
von großem Schaden, wenn irgend etwas zu früh an das Kind herangetragen&lt;br /&gt;
wird. Deshalb ist unser freier Religionsunterricht so eingerichtet,&lt;br /&gt;
daß das Kind zunächst zur Erfassung des Allgemein-Göttlichen&lt;br /&gt;
in der Welt kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich, wir unterrichten das Kind zunächst, wenn es in&lt;br /&gt;
die Schule hereinkommt zwischen dem siebenten und neunten oder&lt;br /&gt;
zehnten Jahre so, daß wir die Pflanzen sprechen lassen, die Wolken&lt;br /&gt;
sprechen lassen, die Quellen sprechen lassen. Die ganze Umgebung des&lt;br /&gt;
Menschenkindes ist belebt. Da läßt sich nun leicht der Unterricht hinführen&lt;br /&gt;
zu dem die Welt durchlebenden, allgemeinen göttlichen Vaterprinzip.&lt;br /&gt;
Daß alles seinen Ursprung in einem Göttlichen hat, das läßt&lt;br /&gt;
sich für das Kind, gerade wenn man den übrigen Unterricht so führt,&lt;br /&gt;
wie ich es geschildert habe, in einer vorzüglichen Weise hinstellen.&lt;br /&gt;
Und so knüpfen wir an dasjenige an, was das Kind weiß, wissen&lt;br /&gt;
lernt auf märchenhafte Weise, auf phantasiemäßige Weise über die&lt;br /&gt;
Natur. An das knüpfen wir an, um das Kind zunächst gegenüber&lt;br /&gt;
allem, was in der Welt geschieht, zu einer gewissen Dankbarkeit zu&lt;br /&gt;
führen. Dankbarkeit gegenüber allem, was Menschen uns tun, aber&lt;br /&gt;
gegenüber allem auch, was uns die Natur gewährt, das ist dasjenige,&lt;br /&gt;
was das religiöse Empfinden auf den richtigen Weg bringt. Überhaupt&lt;br /&gt;
ist die Erziehung zur Dankbarkeit etwas unendlich Wichtiges und Bedeutungsvolles.&lt;br /&gt;
Der Mensch sollte sich dazu entwickeln, wirklich auch ein gewisses&lt;br /&gt;
Dankesgefühl zu haben, wenn - vielleicht klingt das sogar paradox,&lt;br /&gt;
und dennoch ist es tief wahr - zur rechten Zeit, wo er dies oder jenes&lt;br /&gt;
zu tun hat, ihm das geeignete Wetter zuteil wird. Gegenüber dem All,&lt;br /&gt;
dem Kosmos Dankbarkeit entwickeln zu können, wenn das auch, ich&lt;br /&gt;
möchte sagen, in einem imaginativen Welterleben nur geschehen kann,&lt;br /&gt;
das ist dasjenige, was unsere ganze Weltempfindung religiös vertiefen&lt;br /&gt;
kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dieser Dankbarkeit brauchen wir dann die Liebe gegenüber&lt;br /&gt;
allem. Und wir können wiederum leicht, wenn wir das Kind also bis&lt;br /&gt;
gegen das neunte, zehnte Jahr hinführen, wie es angedeutet worden&lt;br /&gt;
ist, in all dem Belebten, das wir dem Kind hinstellen, zugleich etwas für&lt;br /&gt;
das Kind offenbaren, was das Kind liebgewinnen muß. Liebe zu jeder&lt;br /&gt;
Blume, Liebe zu jedem Baum, Liebe zu Sonnenschein und Regen, das ist&lt;br /&gt;
dasjenige, was das Weltempfinden wiederum religiös vertiefen kann.&lt;br /&gt;
Wenn wir Dankbarkeit und Liebe in dem Kinde vor dem zehnten&lt;br /&gt;
Jahre entwickeln, dann können wir auch in der richtigen Weise dasjenige&lt;br /&gt;
entwickeln, was wir die Pflicht nennen. Die Pflicht durch Gebote&lt;br /&gt;
zu früh entwickeln, führt zu keiner religiösen Innigkeit. Wir müssen&lt;br /&gt;
vor allen Dingen in dem Kinde Dankbarkeit und Liebe entwickeln,&lt;br /&gt;
dann entfalten wir das Kind sowohl ethisch-moralisch in der richtigen&lt;br /&gt;
Weise wie auch religiös.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer im tiefsten Sinne des Wortes das Kind im christlichen Sinne&lt;br /&gt;
erziehen will, der hat nötig, darauf zu sehen, daß dasjenige, was sich&lt;br /&gt;
vor die Welt in dem Mysterium von Golgatha hinstellt, in alledem,&lt;br /&gt;
was an die Persönlichkeit und Gotteswesenhaftigkeit des Christus Jesus&lt;br /&gt;
geknüpft ist, sich vor dem neunten und zehnten Jahre nicht in der&lt;br /&gt;
richtigen Weise vor die kindliche Seele hinstellen läßt. Großen Gefahren&lt;br /&gt;
setzt man das Kind aus, wenn man es nicht vor diesem Lebensmomente&lt;br /&gt;
in das allgemein Göttliche einführt, ich möchte sagen:&lt;br /&gt;
in das göttliche Vaterprinzip; ihm zeigt, wie in allem in der Natur das&lt;br /&gt;
Göttliche lebt, wie in aller Menschenentwickelung das Göttliche lebt,&lt;br /&gt;
wie überall, wo wir hinschauen, in den Steinen, aber auch in dem&lt;br /&gt;
Herzen des anderen Menschen, in jeder Tat, die der andere Mensch&lt;br /&gt;
dem Kinde tut, überall das Göttliche lebt. Dieses allgemein Göttliche,&lt;br /&gt;
das müssen wir in Dankbarkeit empfinden, in Liebe das Kind fühlen&lt;br /&gt;
lehren durch die selbstverständliche Autorität des Lehrers. Dann bereiten&lt;br /&gt;
wir uns vor, zu diesem Mysterium von Golgatha gerade zwischen&lt;br /&gt;
dem neunten und zehnten Jahre die richtige Stellung bekommen&lt;br /&gt;
zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist es so unendlich wichtig, das Menschenwesen auch hinsichtlich&lt;br /&gt;
seiner zeitlichen Entwickelung verstehen zu lernen. Versuchen Sie es&lt;br /&gt;
nur einmal, sich den Unterschied klarzumachen, der besteht, wenn&lt;br /&gt;
man dem Kinde irgend etwas vom Neuen Testament beibringen will&lt;br /&gt;
im siebenten und achten Lebensjahre, oder - nachdem man zunächst&lt;br /&gt;
aus jedem Naturwesen das Gottesbewußtsein im allgemeinen hat anregen&lt;br /&gt;
wollen - mit diesem Neuen Testament kommt zwischen dem&lt;br /&gt;
neunten und zehnten Lebensjahre, um es nachher erst als solches dem&lt;br /&gt;
Kinde zu entwickeln. Da ist es in der richtigen Weise vorbereitet, da&lt;br /&gt;
lebt es sich in das ganz überweltlich Große hinein, das im Evangelium&lt;br /&gt;
enthalten ist. Bringen Sie es ihm vorher bei, dann bleibt es Wort, dann&lt;br /&gt;
bleibt es starrer nüchterner Begriff, dann ergreift es nicht den ganzen&lt;br /&gt;
Menschen, dann laufen Sie Gefahr, daß das Religiöse im Kinde verhärtet,&lt;br /&gt;
und der Mensch es als verhärtetes Element durch das Leben&lt;br /&gt;
trägt, nicht in Lebendigkeit als etwas sein ganzes Weltempfinden&lt;br /&gt;
Durchsetzendes. Man bereitet das Kind im schönsten Maße vor, die&lt;br /&gt;
Glorie des Christus Jesus in sich aufzunehmen vom neunten, zehnten&lt;br /&gt;
Jahre an, wenn man es vorher in die allgemeine Göttlichkeit der ganzen&lt;br /&gt;
Welt hineinführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das strebt gerade der nun auch auf das rein Menschliche gebaute&lt;br /&gt;
Religionsunterricht an, den wir als freien christlichen Religionsunterricht&lt;br /&gt;
in der Waldorfschule erteilen für diejenigen Kinder, deren&lt;br /&gt;
Eltern dies wünschen, die eigentlich immer mehr werden gegenüber&lt;br /&gt;
den anderen, und den wir auch in einen gewissen Kultus gekleidet&lt;br /&gt;
haben. Sonntäglich findet für diese Kinder, die diesem freien Religionsunterricht&lt;br /&gt;
beiwohnen, eine Kultushandlung statt. Wenn diese Kinder&lt;br /&gt;
aus der Schule entlassen werden, wird diese Kultushandlung metamorphosiert.&lt;br /&gt;
Auch eine Kultushandlung, die sogar dem Meßopfer sehr&lt;br /&gt;
ähnlich ist, aber durchaus dem entsprechenden Lebensalter angemessen&lt;br /&gt;
ist, ist verbunden mit diesem auf den freien Religionsunterricht gestützten&lt;br /&gt;
religiösen Leben in der Waldorfschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war besonders schwierig, dasjenige in das religiöse Element hineinzubringen,&lt;br /&gt;
was wir in der Waldorfschule ausbilden wollen: das&lt;br /&gt;
rein menschliche Entwickelungsprinzip. Denn in bezug auf das Religiöse&lt;br /&gt;
sind ja heute die Menschen noch am wenigsten geneigt, von&lt;br /&gt;
ihrem Speziellen abzugehen. Man redet vielfach von einem allgemeinmenschlich&lt;br /&gt;
Religiösen. Das aber ist doch bei dem einzelnen Menschen&lt;br /&gt;
so gefärbt, wie seine Spezial-Religionsgemeinschaft es ihm färbt. Wenn&lt;br /&gt;
wir die Aufgabe der Menschheit in die Zukunft hinein richtig verstehen,&lt;br /&gt;
so wird dieser Aufgabe schon auch im rechten Maße gedient&lt;br /&gt;
durch diesen freien religiösen Unterricht, mit dem wir in der Waldorfschule&lt;br /&gt;
eigentlich erst begonnen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie, so wie diese für Erwachsene heute vorgetragen&lt;br /&gt;
wird, wird ganz gewiß nicht in die Waldorfschule hineingetragen;&lt;br /&gt;
dagegen dasjenige, wonach der Mensch lechzt: das Ergreifen des Göttlichen&lt;br /&gt;
- des Göttlichen in der Natur, des Göttlichen in der Menschheitsgeschichte&lt;br /&gt;
- durch das richtige Einstellen auf das Mysterium von&lt;br /&gt;
Golgatha. Das ist es, was im rechten Sinne hineinzutragen auch in den&lt;br /&gt;
Unterricht wir als unsere Aufgabe betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit erreichen wir es aber auch, daß wir dem ganzen Unterricht&lt;br /&gt;
dasjenige Kolorit geben können, das er braucht. Ich habe schon gesagt,&lt;br /&gt;
der Lehrer muß eigentlich dazu kommen, daß alles Unterrichten für&lt;br /&gt;
ihn eine sittliche, eine religiöse Tat werde, daß er sozusagen in dem&lt;br /&gt;
Unterrichten selber eine Art Gottesdienst sehe.|307|203ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gegenwärtiges Geistesleben und Erziehung&#039;&#039;, [[GA 307]] (1986), ISBN 3-7274-3070-2 {{Vorträge|307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.forschung-waldorf.de/service/downloadbereich/detail/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=546&amp;amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=news&amp;amp;cHash=1803d4cfe63e14c0186c9237ff02bd7d Lehrplan für den Freien Religionsunterricht an Waldorfschulen] - [https://www.forschung-waldorf.de Pädagogische Forschungsstelle] beim [[Bund der Freien Waldorfschulen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waldorfpädagogik]] [[Kategorie:Waldorfschule]] [[Kategorie:Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549284</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549284"/>
		<updated>2022-11-12T08:42:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Rituale des Freien Religionsunterrichtes */ Schönheit&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab gleich Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der &amp;quot;Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; zum Studieren und war dabei von der Schönheit des Rituals sichtlich erfüllt. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier herumgeisterten, denen er teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. (Z.B. auf die Frage, ob die Opferfeier die eigentliche anthroposophische Haltung ausdrücke, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei. &amp;quot;Das hat sich der Stein [Anm: Walther Johannes Stein] aus den Fingern gesogen.&amp;quot;) Auch in den Jahren danach wurde etliches weitere publiziert und erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die &amp;quot;der Christengemeinschaft, Bewegung für Religiöse Erneuerung&amp;quot; als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diesen Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. &#039;&#039;&#039;Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549283</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
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		<updated>2022-11-12T08:34:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Rituale des Freien Religionsunterrichtes */ Ergänzung Frage&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab gleich Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der &amp;quot;Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; zum Studieren. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier herumgeisterten, denen er teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat. (Z.B. auf die Frage, ob die Opferfeier die eigentliche anthroposophische Haltung ausdrücke, da sie der menschlichen Tat entspringe, während die Menschenweihehandlung als Geschenk der geistigen Welt an den empfangenden Menschen zu betrachten sei. &amp;quot;Das hat sich der Stein [Anm: Walther Johannes Stein] aus den Fingern gesogen.&amp;quot;) Auch in den Jahren danach wurde etliches weitere publiziert und erdacht.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet bzw. hineininterpretiert wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die &amp;quot;der Christengemeinschaft, Bewegung für Religiöse Erneuerung&amp;quot; als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diesen Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. &#039;&#039;&#039;Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549282</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
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		<updated>2022-11-12T08:08:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Rituale des Freien Religionsunterrichtes */ Quellen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab gleich Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der &amp;quot;Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; zum Studieren. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42, Wolfgang Gädeke: Anthroposophie und die Fortbildung der Religion (1991), S. 145 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier herumgeisterten, denen er teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat (&amp;quot;Das hat sich der Stein [Anm: Walther Johannes Stein] aus den Fingern gesogen&amp;quot;), und dass auch in den Jahren danach etliches publiziert und erdacht wurde.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die &amp;quot;der Christengemeinschaft, Bewegung für Religiöse Erneuerung&amp;quot; als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diesen Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. &#039;&#039;&#039;Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549281</id>
		<title>Der freie christliche Impuls</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_freie_christliche_Impuls&amp;diff=549281"/>
		<updated>2022-11-12T07:48:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Jojasch: /* Verwendete Rituale */ Ergänzung Opferfeier&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mit dem Begriff &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Der freie christliche Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039; benennt das &#039;&#039;&#039;Forum freier Christen&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Forum Kultus&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&#039;&#039;&#039;, der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&#039;&#039;&#039; bzw. der &#039;&#039;&#039;(Förderkreis) Freies christliches Forum&#039;&#039;&#039; einen ihrer Überzeugung nach durch [[Rudolf Steiner]] gegebenen laienpriesterlichen Impuls. Die Initiativ-Träger gehen dafür davon aus, dass die Sakramente und kultischen Handlungen und Rituale, die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsunterricht]] und für [[Die Christengemeinschaft|die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]] und im Vorfeld ihrer Begründung gegeben wurden, frei für laienpriesterliche Nutzung verfügbar sind und dies auch so von Rudolf Steiner intendiert wurde. Dafür hat [[Volker David Lambertz|Volker Lambertz]], der hauptsächlich den &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; öffentlich vertritt, mehrere Bücher veröffentlicht und betreibt mehrere Webseiten, um diesen Ansatz zu rechtfertigen und zu verbreiten. &amp;lt;ref&amp;gt;u.a. http://www.freie-christen.info und http://www.forumkultus.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er stützt sich dabei u.&amp;amp;nbsp;a. auf die Aussage [[Rudolf Steiner]]s, dass sich in der Zukunft eine freie Religiosität entwickeln werde, die [[Kirche|kirchlicher Institutionen]] nicht mehr bedürfe. Dass Rudolf Steiner einen freien laienpriesterlichen Impuls durch die durch ihn übermittelten Rituale und Sakramente inaugurieren wollte, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Im Gegenteil erscheint eine solche Intention in Anbetracht seiner vielfältigen explizit gegenteiligen Äußerungen und Handlungen (vgl. auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]]) als äußerst unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alle freie Religiosität, die sich in der Zukunft innerhalb&lt;br /&gt;
der Menschheit entwickeln wird, wird darauf beruhen, daß in&lt;br /&gt;
jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit wirklich in unmittelbarer&lt;br /&gt;
Lebenspraxis, nicht bloß in der Theorie, anerkannt werde. Dann&lt;br /&gt;
wird es keinen Religionszwang geben können, dann wird es keinen&lt;br /&gt;
Religionszwang zu geben brauchen, denn dann wird die Begegnung&lt;br /&gt;
jedes Menschen mit jedem Menschen von vornherein eine religiöse&lt;br /&gt;
Handlung, ein Sakrament sein, und niemand wird durch eine besondere&lt;br /&gt;
Kirche, die äußere Einrichtungen auf dem physischen Plan hat,&lt;br /&gt;
nötig haben, das religiöse Leben aufrechtzuerhalten. Die Kirche&lt;br /&gt;
kann, wenn sie sich selber richtig versteht, nur die eine Absicht haben,&lt;br /&gt;
sich unnötig zu machen auf dem physischen Plane, indem das&lt;br /&gt;
ganze Leben zum Ausdruck des Übersinnlichen gemacht wird.|182|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hauptpositionen und Aktivitäten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Publikationen zeigen folgende Hauptpositionen in Bezug auf den freien christlichen Impuls auf:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es werden Argumente und Zitate für ein Laien-Priestertum angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.forumkultus.de/&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird in diesem Zusammenhang auf die Entstehung und auf die mündlichen Äußerungen im Umfeld der Entstehung der Schulhandlungen für den freien Religionsunterricht an der Waldorfschule verwiesen. Diese Handlungen werden als &amp;quot;frei verfügbar&amp;quot; bezeichnet und als progressiver dargestellt, als kultische Handlungen von Kirchen mit geweihten Priestern oder Pfarrern.&amp;lt;ref&amp;gt;u.a. in Lambertz, Volker David: frei + christlich, Freie Sakramente heute, Informationsbuch zum „freien christlichen“ Impuls, BoD Norderstedt, Michaeli 2008, S.85f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird der mit Rudolf Steiners Hilfe gegründeten Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung vorgeworfen, die von ihr genutzten Rituale und Sakramente für sich allein zu beanspruchen und dieses in seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de/khbaus.pdf S.6&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wird behauptet, dass sie hauptsächlich unter Anthroposophen ihre Anhänger suchen würde. Hierbei bezieht sich Volker Lambertz insbesondere auf einen Vortrag von Rudolf Steiner vom 30.12.1922, in dem Rudolf Steiner eine deutliche Unterscheidung zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung forderte, die in den Gründungsereignissen nicht immer eingehalten wurde. An einigen Orten hatten die ersten Priester gerade in den Zweigen der Anthroposophischen Gesellschaft sehr offensiv für ihre Gemeindearbeit geworben, so dass die notwendige individuelle Freiheit in der Religionsfrage der Einzelnen gefährdet erschien, eine Unterscheidung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft als wissenschaftlicher Gesellschaft und einer Religionsgemeinschaft immer mehr zu verschwinden drohte und zugleich dringend benötigte Kräfte von der Anthroposophischen Gesellschaft durch die neu gegründete Christengemeinschaft abgezogen wurden. So Rudolf Steiner am 30.12.1922: &#039;&#039;&amp;quot;Es gibt ganz gewiss keinen Wunsch der so groß sein kann, wie der von mir, dass die Bewegung für religiöse Erneuerung unermesslich gedeihe, aber unter Einhaltung der ursprünglichen Bedingungen. Es dürfen nicht etwa die anthroposophischen Zweige in Gemeinden für religiöse Erneuerung umgestaltet werden, weder in materieller noch in geistiger Beziehung.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA219.pdf#page=162&amp;amp;view=Fit&amp;lt;br&amp;gt; und https://www.forumkultus.info/kritik/anthroposophie-kirche/&amp;lt;/ref&amp;gt; Und am 23.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;Rudolf Steiner am 23.1.1923 über den Vortrag vom 30.1.1923: &#039;&#039;&amp;quot;[...] Dadurch aber, daß man gewissermaßen der Mutter nicht gibt, was der Mutter sein muß, damit auch alle die Kinder in der richtigen Weise versorgt werden können, dadurch entsteht die allerschwerste Sorge für die anthroposophische Bewegung, wirklich die allerschwerste Sorge.&amp;lt;br&amp;gt;Meine lieben Freunde, das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben.&amp;lt;br&amp;gt;Denn, kann es auch nur im Entferntesten gesagt werden, daß der Anthroposophischen Gesellschaft ihr Recht widerfährt - ich meine jetzt Recht nicht im juristischen Sinne natürlich -, wenn Anthroposophen sich von ihr abwenden, zu einer Tochterbewegung hinwenden, nicht in dem Sinn, daß sie sagen: Wir sind verwachsen mit der anthroposophischen Bewegung, wir können also am besten raten bei einer Tochterbewegung, wir können am besten beistehen dieser Tochterbewegung -, sondern wenn Anthroposophen mit der Gesinnung sich abwenden von der anthroposophischen Bewegung, daß sie sagen: Jetzt haben wir das Wahre, was wir innerhalb der Anthroposophie niemals haben finden können! - Es handelt sich ja wirklich in diesem Punkte um eine Gesinnungs-, um eine Empfindungs-, um eine Gefühlssache. Und so sehr man sich zu freuen hat, wenn die Mutter sich der Tochter annimmt, so stark muß aber auch aufmerksam gemacht werden, daß auch die Tochter nicht gedeiht, ohne daß die Mutter nicht gehegt und gepflegt wird. Wenn also irgendwo sichtbar würde, daß diejenigen, welche innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung als Anthroposophen stehen, unzulängliche Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft würden, so würde eben derselbe Fall eintreten, wie wenn irgend jemand, der innerhalb der Waldorfschule als ein ausgezeichneter Lehrer wirkt, in unzulänglichem Sinne anthroposophisch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft wirkt. Dieses Schicksal aber, das erleben wir eben doch, wenn es auch so vielfach nicht bemerkt wird, seit dem Jahre 1919. [...]&#039;&#039; (GA 257, Vortrag in Stuttgart am 23. Januar 1923, S. 20f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe hierzu auch den Abschnitt [[Der_freie_christliche_Impuls#Kritik|Kritik]].)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Es wird für den laienpriesterlichen &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft geworben&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Werbeanzeigen in der anthroposophischen Zeitschrift „Das Goetheanum“ (Dornach/CH) z.B. in den Ausgaben 2017/17, 2016/51-52, 2016/29-30, 2016/25&amp;lt;/ref&amp;gt;. Und die von ihr publizierten Bücher mit den Ritualtexten (inkl. Änderungsvorschlägen für die laienpriesterliche Verwendung) werden beworben und zum Verkauf angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pro3-verlag.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Einige Downloads der Bücher:&amp;lt;br&amp;gt; https://www.forumkultus.info/infos---buecher/basiswissen/ &amp;lt;br&amp;gt; Und zum Verkauf: https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/index/?q=Volker+Lambertz&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendete Rituale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale des Freien Religionsunterrichtes ===&lt;br /&gt;
Verwendet werden erstens die für den [[Freier Religionsunterricht|Freien Religionsuntericht]] und teilweise auch zusätzlich &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; durch Rudolf Steiner gegebenen Rituale:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sonntagshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT1&amp;gt; s.u.a. in: [[GA]] GA 269 (1997), S.42-44. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die erste Sonntagshandlung für die Kinder des Freien Religionsunterrichtes wurde am 1.2.1920 in der Stuttgarter Waldorfschule gefeiert. An diesen Handlungen durften nur Kinder des Freien Religionsunterrichtes und deren Eltern teilnehmen, worauf Rudolf Steiner großen Wert legte und Ausnahmen nur mit ihm besprochen und in seiner Anwesenheit zuliess. &amp;lt;ref name=TEXT2a&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S.134 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden gehalten von dazu berufenen Religionslehrern des Freien Religionsunterricht. Es stehen jeweils zwei bis drei Handlungshaltende Religionslehrer am Altar.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. Hier wird sie von einem Priester (mit zwei Ministranten) gehalten.&amp;lt;ref name=TEXT1b&amp;gt; s.u.a. in: GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.315-319 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dazu gehört eine spezielle &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Weihnachtshandlung für die Kinder&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT2&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 47-51,  auch 4.10.1921, GA 343 (1993), S.320-323. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
- und ein &#039;&#039;&#039;Einschub für die Sonntagshandlung zu Pfingsten&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT3&amp;gt; s.u.a.in: GA 269 (1997), S. 45-46. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese wurde erstmalig Palmsonntag 1921 in der Stuttgarter Waldorfschule gehalten. Sie wurde wie die Sonntagshandlung wöchentlich von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten - zwei Jahre lang, also für Schüler etwa der 8. bis 10. Klasse. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut von Rudolf Steiner, allerdings leicht verändert und fest mit der Menschenweihehandlung verbunden als Sakrament der Konfirmation, das dem Jugendlichen etwa mit 14 Jahren in der Osterzeit einmalig gespendet wird. &amp;lt;ref name=TEXT4&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 343 (1993), 4.10.1921, vormittags, S.324-327,  siehe auch GA 269 (1997), S.53-61 und S.111f. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 5385-5389. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Opferfeier&#039;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=TEXT5&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 269 (1997), S.63-79. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter Waldorfschule für die Schüler ab Klasse 9/10 statt. Sie wurde von Rudolf Steiner eingerichtet, da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte. Die Opferfeier wurde ebenfalls von zwei bis drei Handlungshaltenden Religionslehrern gehalten und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen. &amp;lt;ref name=TEXT5a&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.113 &amp;lt;/ref&amp;gt; Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als &amp;quot;Messe-ähnlich&amp;quot;. Sie wurde erstmalig am 30.3.1923 auch auf Wunsch der Lehrer innerhalb und für das Lehrerkollegium gehalten. Rudolf Steiner soll nach Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs in diesem Zusammenhang die Opferfeier als &amp;quot;überall haltbar, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&amp;lt;ref name=TEXT5bb&amp;gt;Zu bedenken ist, dass mit dieser Antwort Rudolf Steiners &#039;&#039;&amp;quot;Diese Handlung kann überall gehalten werden, wo Menschen sind, die sie wünschen&amp;quot;&#039;&#039; auf die Frage, ob die Opferfeier auch für das Schulkollegium ohne Schüler gehalten werden könne, nichts explizit über die Handlungshaltenden selbst gesagt wird. Es könnte auch verstanden werden: &amp;quot;Die von mir berufenen Handlungshaltenden können sie halten überall, wo Menschen sind, die sie wünschen.&amp;quot; Dafür spricht, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf achtete, wer eine Schulhandlung halten durfte. Vgl. auch im Abschnitt &amp;quot;Kritik&amp;quot; den Abschnitt &amp;quot;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet haben.&amp;lt;ref name=TEXT5b&amp;gt; s.u.a.in GA 269 (1997), S.124f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab Anfang April die Opferfeier auch den Priestern der &amp;quot;Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; &amp;quot;zum Studieren&amp;quot;. Auf Nachfrage, soll er geantwortet haben, dass prinzipiell nichts dagegen spräche sie auch in ihren Arbeitszusammenhängen auszuüben, &amp;quot;wenn nur eine wirkliche Veranlassung dazu vorläge&amp;quot;. In diesem Zusammenhang charakterisierte Rudolf Steiner die Opferfeier, indem er mit ihr versucht habe, etwas der Menschenweihehandlung Entsprechendes zu vermitteln, soweit es eben durch Laien gefeiert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;GA 265, S. 42 und Zentralarchiv der Christengemeinschaft&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Es ist bei dieser Thematik zu bedenken, dass schon zu Rudolf Steiners Lebzeiten vielfältige Theorien über die Opferfeier herumgeisterten, denen er teils mündlich gegenüber Priestern widersprochen hat (&amp;quot;Das hat sich der Stein [Anm: Walther Johannes Stein] aus den Fingern gesogen&amp;quot;), und dass auch in den Jahren danach etliches publiziert und erdacht wurde.&amp;lt;br&amp;gt;Was von den vielen z.T. auch offiziell publizierten Texten nun wirklich einer Intention Rudolf Steiners entspricht und was eher aus einem persönlichen Wollen hinzugedichtet wurde, ist schwer zu überprüfen. Die folgende mitstenographierte Äußerung und Handhabung Rudolf Steiners zum Namen Opferfeier und Menschenweihehandlung wird dabei oftmals übergangen.&amp;lt;br&amp;gt;Denn im Zusammenhang dieser Frage ist interessant, dass bei der Begründung der Christengemeinschaft - noch vor Entstehung der Opferfeier - Friedrich Rittelmeyer den Namen &amp;quot;Opferfeier&amp;quot; für die erneuerte Messe sehr favorisierte. Rudolf Steiner führte dazu aus: &#039;&#039;&amp;quot;„Es wäre mir zum Beispiel nicht möglich, für die Messe ein anderes Wort zu finden als «Menschenweihehandlung», wobei vielleicht dann als Abkürzung «Weihehandlung» figurieren könnte. Was vorgeschlagen worden ist: «Opferfeier», das würde doch nicht den inneren Sinn der Messe treffen. Sie können das schon daraus ersehen, daß die Wortbildung «Meß-Opfer» möglich ist; wenn man aber sagt «Opferfeier», so würde das sein eine Feier des Opfers; aber das ist es ja nicht. Es handelt sich tatsächlich darum, daß durch das Meßopfer die Menschenseele in Zusammenhang gebracht wird mit der höheren Welt. Man kann also die Messe selber als ein Opfer bezeichnen, aber man muß dann etwas hinzufügen. Sie ist ja nicht ein bloßes Opfer, sondern ein solches, das eben noch naher bestimmt wird durch das Wort «Messe». Aber alles, was die Messe ist, liegt - wenigstens in sehr hohem Grade - in dem Worte «Menschenweihehandlung». Darin liegt ja auch der mit der Messe unbedingt verbundene Begriff, daß sie eine Gemeindeangelegenheit ist und daß sie getan wird bei einem Zusammenkommen. In dem Zusammenkommen, in dem Vereinigen liegt das Wesentliche.[…]“&#039;&#039; (GA 344, S. 67)&amp;lt;br&amp;gt;Evtl. muss in dieser Frage zu einer neuen Sachlichkeit und Reduktion auf das wirklich von Rudolf Steiner Gesagte und Getane zurückgefunden werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Opferfeier wird im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; als &amp;quot;Zentralsakrament&amp;quot; bezeichnet, allerdings ist sie nach Ansicht des Impulses &amp;quot;kultushistorisch fortentwickelt&amp;quot; und handhabt die &amp;quot;direkte Kommunion&amp;quot;, in laienpriesterlicher, brüderlicher Verfassung. Die Opferfeier ist - wie die Menschenweihehandlung, die &amp;quot;der Christengemeinschaft, Bewegung für Religiöse Erneuerung&amp;quot; als Messe-Handlung gegeben wurde - gegliedert in 1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion. Die Opferfeier tritt im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; an die Stelle der Menschenweihehandlung und die ganze Gemeinschaft feiert sie &amp;quot;gleichberechtigt&amp;quot; durch die drei Handlungshaltenden am Altar. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Frage nach einem Kultus für die Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch auf die folgende Äußerung im Zusammenhang mit der Opferfeier verwiesen:&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus auch der Anthroposophische Gesellschaft auf, da man meinte, dass die Christengemeinschaft es mit ihrer Arbeit wegen ihres Kultus leichter habe. Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt: &amp;quot;Er erklärte, daß dies wohl denkbar sei. So habe es vor dem Kriege ja auch die Esoterische Schule gegeben. In der Zukunft werde das (was damals noch in Anlehnung an die Theosophische Gesellschaft entstanden war) in anderer Gestalt gegeben werden. Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage. Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922), die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft. Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung muß aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen, gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot;&#039;&#039; &amp;lt;ref name=Steiner0&amp;gt;&#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;, GA 269, (1997) S.133. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus wird - abgesehen von der Frage der Zuverlässigkeit der Erinnerungsaufzeichnung Maikowskis - deutlich, dass für einen Kultus der Anthroposophischen Gesellschaft weder die Rituale des Freien Religionsunterrichtes selbst noch der Christengemeinschaft in Frage kämen, sondern aus dem geistigen Strom der Schulhandlungen hervorgehen müssten als &amp;quot;gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.&amp;quot; Insofern kann man sich im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; schlecht auf diese Äußerung berufen, um die Aneignung der Rituale des Freien Religionsunterrichtes und der Christengemeinschaft zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rituale der Christengemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Trotzdem werden zweitens auch die folgenden durch Rudolf Steiner &amp;quot;[[Die Christengemeinschaft|der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung]]&amp;quot; gegebenen Rituale vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; verwendet: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Taufe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg (Lehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart, ehemaliger evangelischer Pastor und einer der Gründer der Christengemeinschaft) erhielt bereits 1921 von Rudolf Steiner das Sakrament der Taufe, nachdem Eltern darum baten. &amp;lt;ref name=TEXT6a&amp;gt;&amp;quot;Auch andere im Priesterberuf stehende oder gestanden habende Freunde der Anthroposophie erhielten auf entsprechende Ansuchen hin Ritualtexte. Pastor Wilhelm Ruhtenberg, der an der 1919 begründeten Freien Waldorfschule in Stuttgart Lehrer geworden war, erhielt 1921 ein Tauf- und ein Trau-Ritual. Wie es dazu gekommen war, wurde so überliefert: «Schon 1921 wurde Pastor Ruhtenberg häufig von anthroposophischen Freunden gebeten, sie zu trauen und ihre Kinder zu taufen. Darauf bat er Rudolf Steiner um ein Taufritual. Nachdem er es erhalten hatte, empfand er den schwarzen Talar mit den weißen Bäffchen als nicht mehr angemessen und fragte nach einem neuen Gewand. Rudolf Steiner zeichnete ihm das Gewünschte auf und gab dazu die Farben an.[...]»&amp;quot; zitiert nach GA 265 (1987), S.36. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung 1922 bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; dieses Sakrament durch Rudolf Steiner. &amp;lt;ref name=TEXT6b&amp;gt; u.a. in GA 344 (1994), 21.9.1922, vormittags, S. 214-236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;freie christliche Impuls&amp;quot; verwendet eine veränderte Fassung dieses Wortlautes. &amp;lt;ref name=TEXT6&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 5.10.1921, vormittags, S. 373-377. Bearbeitet: Initiative Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, s. Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lebensschau&#039;&#039;&#039; (Beichte) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Sakrament wurde durch Rudolf Steiner &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im Rahmen der Gründung übergeben und ist in &amp;quot;[[Rudolf Steiner, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken|Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken]]&amp;quot; (GA 342-346) veröffentlicht. &amp;lt;ref name=TEXT7&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 20.9.1922, vormittags, S.188. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sterberitualien:&#039;&#039;&#039;   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Letzte Ölung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
... So auch das Sakrament der Letzten Ölung. &amp;lt;ref name=TEXT8&amp;gt; s.u.a.in: GA 344 (1994), 21.9.1922, S.214-217&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Aussegnung / Bestattung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Beide Rituale vollzog Hugo Schuster (Anthroposoph und christkatholischer Priester) erstmals am 14.1.1919 am Grabe von Marie Leyh auf dem Arlesheimer Friedhof (Schweiz). Steiner sprach dabei die Gedächtnisworte. &amp;lt;ref name=TEXT9&amp;gt;(GA 261 [1984], S.225), GA 342 (1993), S.250. &amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ihrer Begründung bekam dann &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;ref name=TEXT10&amp;gt; s.u.a.in: GA 343 (1993), 8.10.1921, vormittags, S.520-523. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kinderbegräbnis&#039;&#039;&#039;  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kinder-Begräbnis wurde &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; im März 1923 übergeben. &amp;lt;ref name=TEXT11&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.128-141. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3578-3584. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Einfügung für eine Totenweihehandlung&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im März 1923 übergab Rudolf Steiner in Stuttgart &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; einen Einschub für eine Menschenweihehandlung für einen Verstorbenen. &amp;lt;ref name=TEXT12&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.142-144. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3523-3524. &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird diese Einfügung mit der Opferfeier verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Priesterweihe&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die 1922 in den &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken&amp;quot; gegebene Priesterweihe ist für die Tätigkeit innerhalb &amp;quot;der Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; gedacht und wurde dieser auch mit ihrer Begründung übergeben.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Text wird aber vom &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; - unter dem geänderten Namen &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Weihe&#039;&#039;&#039;&amp;quot; - als ein universeller Weihetext angesehen: So soll er auch mit nur wenigen Anpassungen mit dem allgemein-priesterlichen Christusauftrag (Matth. 28,16-20) übereinstimmen. In einem &amp;quot;freien christlichen&amp;quot; Handeln wird die Weihe aber nicht als ein angeblich &amp;quot;institutionell vollzogener Akt&amp;quot; verstanden, sondern als &amp;quot;ein intimes Ja durch IHN, durch das der Strebende individuell seine Berufung erfährt.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT13&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 344 (1994), 13.9.1922, nachmittags, S. 97-102. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Trauung&#039;&#039;&#039; (Verbindung von Mann und Frau) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wilhelm Ruhtenberg erhielt im Frühjahr 1922 von Rudolf Steiner das Sakrament der Trauung.  Siehe GA 345, S.73  und auch GA 265, S.36. Bei ihrer Begründung bekam auch &amp;quot;Die Christengemeinschaft - Bewegung für religiöse Erneuerung&amp;quot; diesen Wortlaut. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im &amp;quot;freien christlichen Impuls&amp;quot; wird auch eine im Wortlaut veränderte Fassung der Trauung empfohlen. &amp;lt;ref name=TEXT14&amp;gt; s.u.a.in (handschriftliches Original - Faksimile): GA 345 (1994), S.146-157. Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 4964-4969. Bearbeitet: Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft, siehe Literatur, Kultushandbuch. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pfingsten 1996 begründeten kultisch engagierte Anthroposophen (freie christliche Religionslehrer, Sozialarbeiter, Altenpfleger, Heilpädagogen, u.a.) in Unterlengenhardt (Schwarzwald) den &amp;quot;Initiativ-Kreis Kultus&amp;quot;. Aus diesem ist das &amp;quot;Kultus-Handbuch&amp;quot; und die weiteren Foren und Organisationen hervorgegangen.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;freien christlichen Sakramente in ihrer Siebenheit&amp;quot; werden heute erarbeitet, bearbeitet und gepflegt durch das &amp;quot;Freie christliche Forum&amp;quot;, bzw. der &amp;quot;Freien christlichen Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;. Hierzu gibt es Förderkreise, dennoch versteht sich das Freie christliche Forum als keine Organisation, keine Institution, kein Verein, sondern als ein Arbeitskreis, ein Netzwerk interessierter und engagierter Anthroposophen, ein &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Impuls&amp;quot;&#039;&#039;&#039;: &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In einem &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Arbeitskreis zu Fragen anthroposophisch kultischen Handelns&amp;quot;&#039;&#039;&#039; wird die Thematik behandelt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freie christliche Arbeits-Gemeinschaft&amp;quot;&#039;&#039;&#039; möchte die nötige Kultus-Trageschale bilden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Öffentlichkeits- und Verlagsarbeit trägt der &#039;&#039;&#039;&amp;quot;(Förderkreis) Freies christliches Forum&amp;quot;&#039;&#039;&#039;, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Idee eines überkonfessionellen, anthroposophisch und sakramental vertieften Christ-Seins versucht das &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Forum Freier Christen&amp;quot;&#039;&#039;&#039; zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein &amp;quot;Impuls&amp;quot; ist das freie christliche Engagement quantitativ und äußerlich schwer fassbar, bis auf wenige Aktive, die sich in obigen Kreisen finden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit geschieht formal unabhängig von der Anthroposophischen Gesellschaft.&amp;lt;ref name=werwas&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kontakt/&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unter anderem folgende Punkte eingewendet. Sie betreffen insb. die Verwendung und Veränderung der durch Rudolf Steiner übermittelten Rituale und die in Veröffentlichungen vorgebrachten abwertenden Urteile über die Christengemeinschaft:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlich freien Verfügbarkeit der Schulhandlungen&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Hans-Werner Schroeder]] wendet dazu ein: &amp;quot;Die Schulhandlungen stehen nicht, wie behauptet »letztlich für jeden, der diese wünscht!« zur Verfügung, sondern sind der pädagogischen Bewegung übergeben; ob die Opferfeier da eine Ausnahme bildet, bleibt mindestens fraglich: Jedenfalls nicht im Sinne der »freien Verfügbarkeit«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verantwortlichkeit in Bezug auf Handlungshaltende &#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Lehrerkonferenzen zeigen deutlich, dass Rudolf Steiner sehr genau darauf geachtet hat, wer eine Handlung in der Schule halten durfte. So z.B. »Religionslehrer könnte noch so mancher sein, aber die Kultushandlungen könnten kaum von jemand anderem ausgeführt werden, als von den beiden, die jetzt noch genannt sind« (5.12.22). Oder: »Es ist im Lehrerkollegium niemand da. Es ist natürlich eine schwer zu lösende Sache« (15.11.20). Ähnliche Äußerungen finden sich noch mehrfach. Damit ist deutlich, dass er alles andere vor Augen hatte als die Impulsierung einer »laienpriesterlichen Strömung« durch die Stiftung dieser Kultushandlungen. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17b&amp;gt; Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 133 und S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17h&amp;gt;Rudolf Steiner zur Priesterschaft der Christengemeinschaft: &#039;&#039;&amp;quot;Nicht wahr, es handelt sich darum, daß nur die Schulen in Frage kommen werden für diesen Ihren Paragraphen, die als Waldorfschulen anerkannt sind. &#039;&#039;&#039;Und für diese werde ja bis zu meinem Tode ich die Leute ernennen&#039;&#039;&#039;, [die Religionsunterricht erteilen und die Handlungen zelebrieren]. Also bis dahin wird es sich darum handeln, daß die, die ich ernenne, anerkannt werden. Und nachher wird vielleicht auch die Anerkennung eingeholt werden nach dem Maße dessen, was &#039;&#039;&#039;nach meinem Tode für die Konstitution verfügt wird, insofern ich es nicht geregelt habe.&#039;&#039;&#039;&amp;quot;&#039;&#039; (GA 344, S. 237f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Aneignung eines der Priestergemeinschaft übergebenen geistigen Gutes wird z.B. mit einem Wort Rudolf Steiners begründet: »Es ist niemals für die Rituale ... etwa ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.« Diese Worte finden sich in einer Lehrerkonferenz und beziehen sich, wie aus dem Zusammenhang deutlich zu entnehmen ist, nicht auf die Rituale im Allgemeinen, sondern auf die Schulrituale, für die damals das Missverständnis aufgekommen war, als seien sie ebenfalls – wie die anderen Ritualtexte, die die Christengemeinschaft hat – in die ausschließliche Verantwortung der Christengemeinschaft übergeben worden. Dieses Missverständnis stellte Rudolf Steiner den Lehrern gegenüber richtig. Eine freie Verfügbarkeit auch für die anderen Kultushandlungen daraus abzuleiten, kommt einer bewussten Irreführung gleich. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17a&amp;gt; Auslassung: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, &#039;&#039;&#039;die für die Schule da sind,&#039;&#039;&#039; etwa ausgesprochen...&amp;quot;&#039;&#039; Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies nur als ein Beispiel für etliche aus dem Zusammenhang gerissene und umkontextualisierte Zitate.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Frage der vermeintlichen freien Verfügbarkeit der Taufe, Bestattung und Trauung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Rituale Bestattung, Taufe und Trauung wurden zwar vor der Begründung der Christengemeinschaft schon gehalten, aber nicht von &amp;quot;Laien&amp;quot;, sondern von [[Hugo Schuster]] und [[Wilhelm Ruhtenberg]]. Schuster war Priester in der altkatholischen Kirche in der Schweiz und Ruhtenberg war evangelischer Pastor und als solcher befugt Taufen und Trauungen zu halten. Da es die Christengemeinschaft noch nicht gab, knüpfte Steiner an die bestehenden kirchlichen Positionen an.&amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17e&amp;gt; Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner über die bereits vorliegende Taufe: &#039;&#039;„Nun aber trat im Laufe der Zeit auch noch ein anderes heran und das ist: die Dissidentenkinder wollten auch getauft sein. Ich konnte mir ja bisher natürlich nur dadurch helfen, im wesentlichen wenigstens, daß denjenigen unter unseren Freunden, &#039;&#039;&#039;welche dem Berufe nach eine solche Handlung zu vollziehen haben, und welche zugleich davon durchdrungen waren, daß wiederum Leben in diese Berufe hineinkomme,&#039;&#039;&#039; zunächst ein Taufritual vermittelt wurde, wie es eben auch wiederum nur in Gemäßheit des Geistes der heutigen Zeit sein kann.“&#039;&#039; (GA 343, S. 329)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rituale wurden der Priesterschaft bei der Gründung der Christengemeinschaft zur ausschließlichen Verwendung übergeben.&amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;Aus der Erklärung inmitten des Herbstkurses 1921 bevor Rudolf Steiner andere Ritualtexte behandelte, als die Sonntagshandlung für die Kinder, die Weihnachtshandlung für die Kinder und die Jugendfeier (aus dem freien Religionsunterricht):&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;„Korrigierte Fassung der ERKLÄRUNG&amp;lt;br&amp;gt;Ich erkläre meine Entschlossenheit, nach Maßgabe folgender Leitsätze mitzuarbeiten bei den Bemühungen um eine umfassende und eingreifende religiöse Erneuerung, wie sie eingeleitet worden sind von den Veranstaltern des von Dr, Rudolf Steiner geleiteten religiösen Lehrkursus vom 12. bis 16. Juni 1921 in Stuttgart.&amp;lt;br&amp;gt;1. Ich erkenne an, daß heute jede Bemühung um die religiöse Erneuerung zusammengehen muß mit der Bemühung um eine neue Weltanschauung, die behaupten kann, aus ursprünglichen Quellen heraus zur übersinnlichen Welt zu kommen, wie z.B. die Anthroposophie.&amp;lt;br&amp;gt;2. Ich erkläre meine Bereitschaft zur Vorbereitung und Gründung freier Gemeinden durch Realisierung der aus anthroposophischen Erkenntnisquellen gewonnenen Kultformen und Anregungen für Predigt und Unterweisung. Ein Anknüpfen innerhalb der Kirchen werde ich nur dort anstreben, wo ich gewiß bin, daß die Reinheit des Impulses dadurch nicht gefährdet wird.&amp;lt;br&amp;gt;3. Um der Geschlossenheit des Vorgehens willen verpflichte ich mich, keine der Kultformen anders und zu früherer Zeit zu benutzen, als durch gemeinsame Regelung festgesetzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;4. Zur Erlangung der Eignung für den verantwortungsvollen Priesterberuf bin ich gewillt, mich durch intensives Einarbeiten in den Geist sakramentalen Priesterwirkens einzuleben.&amp;lt;br&amp;gt;5. Ich bin bereit, nach Kräften ernste, geeignete Mitarbeiter zu werben.&amp;lt;br&amp;gt;6. Alles mir mündlich, schriftlich oder gedruckt mitgeteilte Material, ebenso die Namen aller in der Bewegung stehenden Persönlichkeiten, werde ich vertraulich behandeln.&amp;lt;br&amp;gt;7. &#039;&#039;&#039;Falls ich obige Verpflichtungen rückgängig machen sollte, verzichte ich auf jegliche Verwendung anthroposophisch fundierter Ritualien.&#039;&#039;&#039;[…]&#039;&#039; (GA 343, S.365)&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies wurde u.a. auch von Pfarrer Wilhelm Ruhtenberg unterschrieben, der die Taufe und Trauung von Dr. Rudolf Steiner vor der Gründung bereits zur Verwendung als evangelischer Pfarrer und Mitglied des Gründerkreises bekam.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;Bei der Besprechung der Gemeinschaftsordnung der sich bildenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Der schwierige Satz der Bekenntnisformel ist von mir in seiner Schwierigkeit schon empfunden worden, aber er hatte von uns aus schon eine kleine Geschichte. Es handelt sich darum, daß wir ihn so formulieren - beim Realen handelt es sich nicht um Spintisierereien, sondern um Aktivität -, daß durch einen Satz in der Bekenntnisformel dies zum Ausdruck kommt: Der, der dieser Gemeinschaft beitritt, anerkennt, daß er das, was er durch diese Gemeinschaft geworden ist, eben nur durch diese Gemeinschaft zunächst werden kann; das heißt also, daß er die Ritualien und was von den Ritualien ausstrahlt, von dieser Gemeinschaft bekommt und auch das Recht von ihr bekommt, im Sinne dieser Ritualien Gemeinden zu gründen. So daß also der Betreffende für alles, was er im Auftrage dieser Gemeinschaft tut, die Bewertung eben von den Oberlenkern und Lenkern dieser Gemeinschaft erhalten hat, und &#039;&#039;&#039;daß er anerkennt, daß er keine Berechtigung hat, diese Ritualien anders denn als Mitglied dieser Gemeinschaft auszuführen&#039;&#039;&#039;. Das müßt Ihr aber nicht von dem abhängig machen, ob sein Wille heute der ist, dies anzuerkennen und in drei Jahren ein anderer sein kann -, sondern darüber müßt Ihr heute Euch entscheiden, daß sein Wille in drei Jahren kein anderer sein darf. Darüber müßte also nicht er, sondern die Gemeinde entscheiden. Er müßte anerkennen, daß in bezug auf alles, was er im Auftrage der Gemeinde bekommen hat, die Gemeinde in ihren Oberen entscheiden kann, und auch, daß er verzichtet, in aller Zukunft selbst darüber zu entscheiden. &#039;&#039;&#039;Das ist der Sinn der Sache. Um diesen Sinn kommen wir nicht herum, sonst machen Sie die Ritualien zu einem Freigut&#039;&#039;&#039;, sonst begründen Sie nicht etwas, sondern lehren Sie etwas, und es wird nach und nach in Verwässerung, in Veränderung, ohne Zusammenhang mit dem, wovon es ausgegangen ist, in die Welt getragen. &#039;&#039;&#039;Also dem, was ich jetzt sage, müßte doch in irgendeiner Weise Rechnung getragen werden.&#039;&#039;&#039; Ich will aber in diesen Dingen nur mit meinem Rate zur Verfügung stehen.“&#039;&#039; (GA 344, S. 190)&amp;lt;br&amp;gt;Dass hier mit &amp;quot;Ritualien&amp;quot; nicht nur bestimmte Kultustexte, sondern prinzipiell alle der Christengemeinschaft übergebenen Rituale gemeint sind, wird auch dadurch deutlich, dass es Rudolf Steiner zugleich für notwendig hielt in den Besprechungen über die Gemeinschaftsordnung der Priester darauf hinzuwirken, in diese Gemeinschaftsordnung einen Passus einzufügen, damit die im Rahmen des Freien Religionsunterrichtes durch ihn (bzw. &amp;quot;nach seinem Tode durch die Konstitution, insofern er es nicht geregelt hat&amp;quot;) benannten Religionslehrer als weiterhin berechtigt angesehen werden die Sonntagshandlung, Weihnachtshandlung und Jugendfeier (die Opferfeier entstand erst später) in der Schule zu vollziehen - indem die dortigen verbindlichen Formen (z.B. Prozedere Berufung Religionslehrer) als parallel bestehend und gültig für diesen Schulkontext anerkannt werden. Über dieses Verhältnis gab es dann schon im Gründungsgeschehen Missverständnisse (vgl. GA 344, S. 237f.), die auch dazu führten, dass Rudolf Steiner in einer Lehrerkonferenz der Schule am 9. Dezember 1922 klarstellen musste: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind, etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören.&amp;quot;&#039;&#039; und &#039;&#039;&amp;quot;Die Christengemeinschaft geht uns gar nichts an. Wenn es dazu kommt, an die Jugendfeier etwas anzuschließen, so gebe ich es.&amp;quot;&#039;&#039; (Zitiert nach Zur religiösen Erziehung, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen, Stuttgart 2013, S. 174)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;Bei der Begründung der Christengemeinschaft spricht Rudolf Steiner zu der werdenden Priestergemeinschaft: &#039;&#039;„Rudolf Steiner: Was ich für nötig halte, ist dieses: Zunächst rein intellektuell gefaßt könnte mancher glauben, daß sich jemand [von der Gemeinschaft] trennen kann, indem er einfach nach der Trennung dasselbe weitermachen kann, was er innerhalb der Gemeinschaft gemacht hat. &#039;&#039;&#039;Nun ist dieses gegen die Überlieferung des Kultus. Die Erteilung des Rechtes, diesen Kultus auszuüben und ebenso das Sprechen aus der vermittelten Christus-Kraft, das zu diesem Kultus gehört, das muß als dasjenige angesehen werden, was zu dieser Gemeinschaft gehört. Also hat die Gemeinschaft das Recht, jedem das Recht abzusprechen, den Kultus auszuüben oder im Zusammenhang mit diesem Kultus zu lehren.&#039;&#039;&#039; Er kann natürlich lehren, aber nicht in Zusammenhang mit diesem Kultus.“&#039;&#039; (GA 344, S. 230) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die spätere Aussage Rudolf Steiners in den Karma-Vorträgen schafft zusätzliche Klarheit (GA 236, 27.6.1924): Von der Bestattung, die »schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung ..., dieser Kultus ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft...«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rudolf Steiners beispielhafter Umgang mit Bestattungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für seine Ansprache bei der Bestattung von [[Marie Hahn]] (der ersten Frau des Stenographen [[Rudolf Hahn]]) hatte Rudolf Steiner zur Bedingung gemacht, dass der Ansprache eine kirchliche Bestattungsfeier vorangeht. Da beide Ehegatten ihrer Kirche entfremdet waren, bat Rudolf Steiner den christkatholischen/altkatholischen Priester Hugo Schuster, das Bestattungsritual nach deren Ritus zu halten. Wie Hahn später berichtete, äußerte Rudolf Steiner nach der Bestattung, dass dieses Ritual „gar zu kläglich“ sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenige Wochen später starb [[Marie Leyh]]. Auf dem Friedhof in Arlesheim wurde für sie am 14.1.1919 zum ersten mal von Hugo Schuster das durch Rudolf Steiner gegebene erneuerte Bestattungsritual vollzogen. Wieder hielt Rudolf Steiner im Anschluss die Ansprache. Zwei weitere Bestattungen sind in dieser Form nachzuvollziehen: [[Johanna Peelen]] am 12.5.1920 und [[Caroline Wilhelm]] am 27.10.1920. Die nächste überlieferte Bestattung mit dem erneuerten Bestattungsritual und einer Ansprache durch Steiner war für [[Elisabeth Maier]] am 29.3.1923 in Stuttgart. Das Ritual hielt bereits [[Gertrud Spörri]], Priesterin der am 16.9.1922 begründeten Christengemeinschaft. Die Angehörigen von Elisabeth Maier waren auf Rudolf Steiner mit der Bitte um eine Totenfeier herangetreten und er hatte sie an die Christengemeinschaft verwiesen. Im Zusammenhang dieser Bestattung überlieferte Gertrud Spörri, dass Rudolf Steiner ihr gesagt habe, er wolle gewissermaßen Modellfälle schaffen für das richtige Zusammenwirken der Anthroposophischen Gesellschaft und der Bewegung für religiöse Erneuerung (also der Christengemeinschaft) - es war nur wenige Monate nach dem Brand des ersten Goetheanums und des denkwürdigen Vortrages vom 30.12.1922, der in dieser Frage eine große Verunsicherung sowohl unter Anthroposophen als auch in der Priesterschaft hervorgerufen hatte. Weiter sind so überliefert die Bestattung für [[Hermann Linde]] am 29.6.1923 und am 6.5.1924 für [[Edith Maryon]]. Hermann Linde war aktiv und verantwortlich in der anthroposophischen Arbeit gewesen und hatte zu der jungen Christengemeinschaft keinerlei Verbindung. Rudolf Steiner bat selbst [[Friedrich Doldinger]], Priester in Freiburg die Bestattung in Basel zu halten, da es in Basel noch keinen Pfarrer gab. Ähnlich handelte auch Rudolf Steiner beim Tod von Edith Maryon, die auch eine repräsentative Persönlichkeit in der Anthroposophischen Gesellschaft und künstlerische Mitarbeiterin Rudolf Steiners gewesen war. Rudolf Steiner schickte Doldinger ein Telegramm „Können Sie Dienstag 11 Uhr Einäscherung Maryon hierherkommen - Rudolf Steiner“. Im anschliessenden Telefongespräch zur Abfolge erklärte Steiner „Den Kultus  vollziehen Sie für den Toten als Mitglied der Menschheit, der Kultus muss vorangehen; und dann komme ich und spreche von den besonderen Lebensumständen, die in diesem Fall ja anthroposophische waren.“ &amp;lt;ref name=TEXT18&amp;gt; Michael Debus, Gundhild Kacer: Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999, S. 9ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT18a&amp;gt;Rudolf Steiner sprach dies bestätigend im Juli 1923 zu den Priestern: &#039;&#039;&amp;quot;Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit, wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult geheiligt werden sollen, etwas vornehmen, ohne daß der Vertreter der religiösen Bewegung mitwirkt. &#039;&#039;&#039;Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. Der Kult muß verrichtet werden&#039;&#039;&#039; [durch den Priester]. So muß ein richtiges Urteil allmählich sich herausbilden. &#039;&#039;&#039;Beim Diskutieren mißverstehen sich die Menschen, aber die Tatsachen sprechen selbst.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 345, S. 43f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hätte hier - da es keine Mitglieder der Christengemeinschaft waren und sie auch sonst keine konfessionelle Bindung hatten - im Sinne eines laienpriesterlichen Impulses einfach einen Laien bitten können das vermeintlich freie Ritual zu halten. Das tat er aber nicht - obwohl bereits seit 1920 die Schulhandlungen durch von ihm berufene Religionslehrer in der Schule gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Vermeintliche Änderbarkeit von Kultus&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner ist nicht müde geworden zu betonen, dass der Kultus nicht menschlicher Willkür unterliegen kann, so z. B. in den Karma-Vorträgen (GA 236, 27.6.1924): »Ein Kultus entsteht nicht dadurch, dass man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, dass er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.« Oder an anderer Stelle: »Es ist jedes Wort abgewogen, nicht nur soweit, dass es als Wort dasteht, sondern es steht auch jedes Wort an seinem richtigen Orte und im richtigen Verhältnis zum anderen Orte« und der Kultus »muss tabu sein«. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beispiel der Gründungstatsachen der Christengemeinschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans-Werner Schroeder führt dazu an: &amp;quot;Die Vorgänge, die zur Gründung der Christengemeinschaft 1922 geführt haben, sind inzwischen veröffentlicht. Man kann daran ablesen, mit welcher Sorgfalt Rudolf Steiner die Bildung derjenigen Gemeinschaft inauguriert hat, die der Träger des neuen Kultus werden sollte. An diesen Vorgängen wird deutlich, dass zum Zelebrieren der erneuerten Sakramente, wenn sie rechtmäßig und geistgemäß gehandhabt werden sollen, die Bildung einer esoterischen Gemeinschaft und eine ausdrückliche Verantwortlichkeit und Verpflichtung innerhalb dieser Gemeinschaft als Vorbedingung dazu gehören, was sich dann in der Priesterweihe zum Ausdruck bringt. Angesichts dieser Tatsachen zu der Behauptung zu kommen, die Sakramente seien heute zur freien Verfügung für ein »laienpriesterliches Handeln«, zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz und persönlichem Wollen – kaum eine gute Voraussetzung für »christlich-anthroposophisches Handeln«.&amp;quot; &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17g&amp;gt;Z.B. Rudolf Steiner zur werdenden Priesterschaft: &#039;&#039;„Hinzu kommt dann dasjenige, was Sie alle ganz sorgfältig, tief und ernst ins Auge fassen müssen, wenn Sie wirklich zur praktischen Ausübung der Seelsorge kommen wollen: Sie müssen sich darüber klar sein, daß im evangelisch-protestantischen Kirchenreglement heute eigentlich der notwendige Gegensatz zwischen dem Laiengläubigen und dem Seelenhirten verschwunden ist. &#039;&#039;&#039;Gerade das Verschwinden dieses Gegensatzes wird ja aus gewissen neuzeitlichen Überzeugungen heraus - die aber nur vorübergehend eine Bedeutung haben können - als etwas Vorzügliches angesehen, aber es kann doch niemals für die Seelsorge ein wirklicher Impuls sein.&#039;&#039;&#039;“&#039;&#039; (GA 344, S. 36)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Begriffsnutzung Sakrament und Zentralsakrament&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Opferfeier und Jugendfeier sind von Rudolf Steiner nie als Sakramente bezeichnet worden, schon gar nicht als »Zentralsakrament« (Opferfeier). Dieses Wort ist für einen bestimmten Zusammenhang reserviert und so, wie es hier gebraucht wird, irreführend. &amp;lt;ref name=TEXT17&amp;gt; Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift &amp;quot;Die Drei&amp;quot; 2/1999 (https://diedrei.org/lesen/freies-christliches-anthroposophisches-sakramentales-handeln-heute) &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angebliche Bestätigung durch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Volker Lambertz verweist auf ihm vorliegende Äußerungen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung zur Begründung der eigenen Ansicht. So z.B.: &amp;quot;Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum &lt;br /&gt;
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forumkultus.info/kritik/faq/ bzw. https://web.archive.org/web/20221007210622/https://www.forumkultus.info/kritik/faq/&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Nachfrage bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ergab, dass ihm 1997 nur geantwortet wurde, dass ihr keine solche Äußerungen &amp;quot;bekannt&amp;quot; seien. Daraus anzunehmen und damit zu begründen, dass solche Äußerungen garnicht vorhanden und die Ansprüche somit &amp;quot;nicht gegeben&amp;quot; seien, ist logisch unzulässig und irreführend. (Vgl. auch die anderen hier aufgeführten Punkte und die Fußnoten &amp;lt;ref name=TEXT17d&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17ddd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=TEXT17dd&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fragen um den Vortrag vom 30. Dezember 1922&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vortrag vom 30. Dezember 1922 wird vom „freien christlichen Impuls“ wiederholt herangezogen und zitiert, um darzustellen, dass die Christengemeinschaft eigentlich nicht für die Anthroposophische Bewegung und nicht für Anthroposophen sei. Hier liegen mehrfache Missverständnisse und unzulässige Vereinfachungen zugrunde, die sich teils bereits aus der unbefangenen, vollständigen und exakten Lektüre des Vortrags im Kontext der damaligen Situation auflösen lassen. Denn zunächst war der Vortrag eine direkte Antwort Rudolf Steiners auf tatsächliche Fehlentwicklungen in den Gründungsereignissen und konkret für die versammelten Anthroposophen gehalten - im Wahrnehmen der ungeheuren Gegnerschaft, die auch zum Brand des Goetheanums bereits einen Tag später führte. Rudolf Steiner äußerte später selbst, dass er bei den Anwesenden voraussetzen konnte, dass sie es richtig verstehen würden. Für eine Mitschrift und Veröffentlichung hätte er aber vieles anders formulieren müssen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt sich dem wachen und aufmerksamen Leser, dass viele Kritik-Punkte, die vom „freien christlichen Impuls“ mit Zitaten von Rudolf Steiner gegenüber der von ihr abwertend &amp;quot;Amts-Kirche&amp;quot; genannten Christengemeinschaft aufgeführt werden, zugleich – wenn man die Aussagen Rudolf Steiners im Kontext ernst nimmt – auch in gleicher Weise auf die Aktivitäten des „freien christlichen Impulses“ selbst zutreffen, bzw. ein solcher Impuls keine Hilfe in dieser angeschlagenen Frage darstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleich am 23. Januar 1923 - nun nach dem Brand des Goetheanums - geht Rudolf Steiner in Stuttgart nochmals auf diesen Vortrag ein: &#039;&#039;„… das war es, was auf einem besonderen Gebiete mir das Wort aus dem Mund gepreßt hat bei meinem vorletzten im Goetheanum gehaltenen Vortrag über die Bewegung für religiöse Erneuerung. Diese Bewegung für religiöse Erneuerung werde ich doch ganz gewiß nicht in irgendeiner Weise kritisieren wollen, denn sie ist vor dreieinhalb Monaten in die Wirklichkeit getreten aus meinen eigenen Ratschlägen heraus, und es ist ja das natürlichste, daß ich selber diese Bewegung so ansehen muß, daß ich die tiefste Befriedigung habe, wenn sie gedeiht. Ich meine, darüber kann gar kein Zweifel sein. Dennoch aber mußte ich schon nach diesen dreieinhalb Monaten der Wirksamkeit zu dem Wort greifen, das in Dornach dazumal an die Adresse nicht der religiösen Erneuerungsbewegung, sondern an die Adresse der Anthroposophen gerichtet war, natürlich auch der Anthroposophen, die innerhalb der religiösen Erneuerungsbewegung stehen. Und dieses Wort konnte nicht anders lauten, als daß es eine Umschreibung war: Man freue sich der Tochter, aber man vergesse der Mutter nicht, vergesse nicht, daß die Mutter auch gehegt und gepflegt sein muß. - Dieses Hegens und Pflegens der Mutter muß sowohl die Bewegung für religiöse Erneuerung eingedenk sein, müssen aber insbesondere die Anthroposophen eingedenk sein, welche innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft leben…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=Vortrag23011923&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch im Juli 1923 entsteht umfassender Gesprächsbedarf bei den zu weiteren Vorträgen mit Rudolf Steiner versammelten Priestern. Es wird dabei deutlich, dass der Vortrag vom 30. Dezember 1922 sehr genau im Kontext gesehen werden muss. Auch sind die genutzten Begriffe sehr exakt und im Kontext zu unterscheiden. So gab es auch damals schon etliche Missverständnisse aus dem Vortrag, die breit kursierten. So führt z.B. Rudolf Steiner vor den Priestern aus: &#039;&#039;„Es behaupten nun Anthroposophen, daß gewisse Vorgeschrittene den Kultus entbehren könnten. Diese Frage würde eigentlich gar nicht entstehen können, wenn man sich richtig einstellte. Ich weiß gar nicht, aus welchen Untergründen heraus sie eigentlich entstehen konnte. Denn, tritt heute der Fall eines Begräbnisses ein, dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft für das Kultische aufgerufen. Und so ist sie aufgerufen durch die Menschenweihehandlung für das Ganze des Menschen und nicht etwa bloß in der Absicht, das sei ein Temporäres, das müsse einmal durch etwas anderes abgelöst werden. Das ist ein Ewiges, soweit auf der Erde von etwas Ewigem gesprochen werden kann.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Sobald Sie sich klar machen, daß naturgemäß der, der Anthroposophie sucht, sich einfach mehr auf die Erkenntnisseite verlegt und daß man es ihm überlassen muß, inwiefern er den Kultus sucht, und andererseits, daß Leute, die zum Kultus kommen, auch nach der Erkenntnnisseite hinstreben werden, weil der Intellekt heute so stark ist, daß sie also von diesem Kultus aus sich der Anthroposophie nähern werden -, sobald Sie sich das klarmachen, müssen Sie sich sagen, daß das in gewissem Sinne nur eine Art Arbeitsteilung ist. Auf diesem Felde sollte eigentlich ein innerer Zwiespalt gar nicht entstehen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-34-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 34f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=34&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und zur kosmischen Kommunion: &#039;&#039;„Dasjenige, was ich damals gesprochen habe, ist eine Art kosmischer Kommunion. Wenn diese meditativ ausgeführt wird, so wird sie unter Umständen, wie die Dinge heute liegen der Zeit nach, dem Menschen eine gewisse Befriedigung geben können. Er wird auf diese Weise eine Art Kommunion empfangen können. Aber das schließt doch nicht aus, daß selbst derjenige, der auf diese Art eine Kommunion für seine Erkenntnis empfängt, wenn er sonst in seiner ganzen Seelenverfassung heute dazu neigt, die Kommunion auch auf andere Weise empfangen kann. Man sollte nicht die Unterschiede betonen, denn beide Dinge widersprechen einander ja nicht…“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-35&amp;gt;GA 345 (1994), S. 35, http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=35&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und: &#039;&#039;„«Anthroposophie braucht keine religiöse Erneuerung» -, so haben Sie den Satz ganz richtig formuliert. Was würde es für die Anthroposophie bedeuten, die ja in sich selbst begründet sein muß, wenn sie die religiöse Erneuerung brauchte! Umgekehrt: die religiöse Erneuerung braucht die Anthroposophie! - Daß da in dem Vortrag gesagt wurde, die Anthroposophen brauchten keinen Kultus, das ist ja an die Anthroposophen gerichtet, nicht an die religiöse Erneuerungsbewegung. Solche Dinge mußten gesagt werden, weil zahlreiche Menschen glaubten, sie müßten sich aus Prinzip orientieren, ob sie sich für eine Teilnahme an der religiösen Bewegung entscheiden sollen.&#039;&#039;&amp;lt;ref name=GA345-40f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 40f., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=40&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch auf diverse aus Missverständnissen entstandene Schlagworte gegenüber der Christengemeinschaft geht Rudolf Steiner dabei ein, wie die Christengemeinschaft sei nur für Menschen mit einem „dumpfen religiösen Trieb“ und nicht für Menschen mit „denkerischem Erkenntnistrieb“ oder sie sei eine „Kinder- oder Vorschule“ gegenüber der Anthroposophie.&amp;lt;ref name=GA345-42f&amp;gt;GA 345 (1994), S. 42ff., http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA345.pdf#page=42&amp;amp;view=Fit&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kultushandbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Sakramente...&amp;quot;, Pro-Drei-Verlag, Beuron, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;, ISBN 3-00-007899-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informationsbuch des &amp;quot;freien christlichen Impulses&amp;quot;:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* &amp;quot;frei + christlich - Freie Sakramente heute?&amp;quot;, Selbstverlag und Pro-Drei-Verlag, herausgegeben vom &amp;quot;Freien christlichen Forum&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Studien und Bücher zum Thema:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Anthroposophie und die Fortbildung der Religion&amp;quot;, Flensburger Hefte Verlag, Flensburg, 1990, ISBN 3-926841-24-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Marie Steiner und die Christengemeinschaft - Eine tragische Beziehung - Wie kam es zur Entfremdung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft? Und welche Rolle spielte Marie Steiner dabei?&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2018, ISBN 978-3-8251-5167-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gädeke, Wolfgang: &amp;quot;Die Gründung der Christengemeinschaft - Ein Schicksalsdrama&amp;quot;, Verlag Urachhaus, 2021, ISBN 978-3-8251-5293-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]] und Gundhild Kacer: &amp;quot;Das Handeln im Umkreis des Todes - Fragen zur Bestattung&amp;quot;, Herausgegeben von der Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart für ihre Mitglieder, Stuttgart, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Die Menschen-Weihehandlung - Rudolf Steiner und die Priestergemeinschaft der christlichen Erneuerung&amp;quot;, Ita Wegman Institut, 2016, ISBN: 978-3905919820 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg|Selg, Peter]]: &amp;quot;Anthroposophie, Religion und Kultus - Rudolf Steiners Kurs für Theologiestudenten - Stuttgart, Juni 1921&amp;quot;, Edition Freie Hochschule - Allgemeine anthroposophische Sektion, Verlag am Goetheanum, 2021, ISBN: 978-3-7235-1690-4 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michael Debus|Debus, Michael]]: &amp;quot;Anthroposophie und religiöse Erneuerung - Die geistigen Wurzeln der Christengemeinschaft&amp;quot;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 2021, ISBN 978-3-7725-3129-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Materialsammlungen und Originalquellen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichtes&amp;quot;, [[GA 269]], Rudolf Steiner-Verlag, Dornach, ISBN 3-7274-2690-X {{Vorträge|269}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, I&amp;quot;, [[GA 342]] (1993), ISBN 3-7274-3420-1 {{Vorträge|342}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&amp;quot;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&amp;quot; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, III&amp;quot;, [[GA 344]] (1994), ISBN 3-7274-3440-6 {{Vorträge|344}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV&amp;quot;, [[GA 345]] (1994), ISBN 3-7274-3450-3 {{Vorträge|345}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]]: &amp;quot;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&amp;quot;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner|Steiner, Rudolf]], u.a.: &amp;quot;Zur religiösen Erziehung&amp;quot;, Wortlaute Rudolf Steiners als Arbeitsmaterial für Waldorfpädagogen,  Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-940606-94-5 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiesberger, Hella: &amp;quot;Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit&amp;quot;, Wahrhaftigkeit, Kontinuität, Neugestaltung, Rudolf Steiner Verlag Dornach (1997), ISBN 3-7274-5327-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Weitere Literatur:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* [[Brüll, Dieter]]: &amp;quot;Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-0777-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beckerath, Gerhard von: &amp;quot;Gespräch als Kultus&amp;quot;, Verlag am Goetheanum, Dornach, ISBN 3-7235-1238-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl, Stefan: &amp;quot;Glaube als Erkenntnisreligion - Für eine neue Sozialästhetik - Der erweiterte Glaubensbegriff, Individualismus und soziale Entwicklung&amp;quot;, Privatdruck, Pro-Drei-Verlag, Beuron &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Barth, Hans-Martin: &amp;quot;Einander Priester sein - Allgemeines Priestertum in ökumenischer Perspektive&amp;quot;, Verlag Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, ISBN 3-525-56532-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haag, Herbert: &amp;quot;Worauf es ankommt - Wollte Jesus eine Zwei-Stände-Kirche?&amp;quot;, Herder-Verlag, ISBN 3-451-26049-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.forum-kultus.de Forum Freier Christen (Homepage)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Jojasch</name></author>
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