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	<title>AnthroWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-05-21T20:06:17Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Die_Mysteriendramen_Rudolf_Steiners&amp;diff=625066</id>
		<title>Die Mysteriendramen Rudolf Steiners</title>
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		<updated>2026-01-02T23:05:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: /* Individuelle Wege in die geistige Welt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mysteriendramensiegel.gif|thumb|350px|Von [[Rudolf Steiner]] entworfene [[Siegel]]bilder zu seinen vier Mysteriendramen.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Mysteriendramen Rudolf Steiners&#039;&#039;&#039; sind der Versuch, den [[Einweihung]]sweg einzelner, konkreter [[individuell]]er [[Mensch]]en in künstlerischer Form dramatisch darzustellen. Vier Mysteriendramen hat [[Rudolf Steiner]] vollendet, ein fünftes, das laut Marie Steiner eine Rückschau auf Ereignisse an der [[Kastalische Quelle|kastalischen Quelle]] in [[Delphi]] bringen sollte, war schon in groben Zügen umrissen, doch kam es durch den Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] nicht mehr zur weiteren Ausarbeitung des Entwurfs. Vermutlich sollten insgesamt sieben Dramen entstehen (vereinzelt wird sogar von zwölf gesprochen), in denen auch immer wieder Rückblicke in frühere [[Inkarnation]]en der handelnden Personen gegeben worden wären, wodurch sich schließlich ein vollständiges Panorama der geistigen Entwicklung der Menschheit und zugleich ein umfassendes Bild des &#039;&#039;ganzen&#039;&#039; [[Schulungsweg|geistigen Schulungswegs]] ergeben hätte {{Lit|Hammacher 1995, S. 112; Judith von Halle 2016, S. 15ff}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mysteriendramen sind, wie Steiner selbst immer wieder betonte, nichts Vollendetes, sie sind ein keimhafter Anfang, ein Neubeginn – ein Anfang in künstlerisch-dramatischer Hinsicht einerseits, in dem ein kraftvoller Impuls zur Neubelebung der Theaterwelt überhaupt liegt, anderseits ist in ihnen zugleich ein zukunftsweisender Weg aufgezeigt, geistige Wahrheiten in sehr lebendiger, konkreter Form an die Menschen heranzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die vier bisher bekannten Mysteriendramen ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Luzifer.jpg|thumb|400px|[[Luzifer]] in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s [[Mysteriendramen]] am [[Goetheanum]] in [[Wikipedia:Dornach SO|Dornach]].]]&lt;br /&gt;
Die vier vollendeten Dramen Rudolf Steiners sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
#[[Die Pforte der Einweihung]] ([[Wikipedia:1910|1910]]) - Uraufführung am [[Wikipedia:15. August|15. August]] [[Wikipedia:1910|1910]] im &#039;&#039;Schauspielhaus&#039;&#039; [[Wikipedia:München|München]] &lt;br /&gt;
#[[Die Prüfung der Seele]] ([[Wikipedia:1911|1911]]) - Uraufführung am [[Wikipedia:17. August|17. August]] [[Wikipedia:1911|1911]] im &#039;&#039;Gärtnerplatz-Theater&#039;&#039; in [[Wikipedia:München|München]]&lt;br /&gt;
#[[Der Hüter der Schwelle]] ([[Wikipedia:1912|1912]]) - Uraufführung am [[Wikipedia:24. August|24. August]] [[Wikipedia:1912|1912]] im &#039;&#039;Gärtnerplatz-Theater&#039;&#039; in [[Wikipedia:München|München]]&lt;br /&gt;
#[[Der Seelen Erwachen]] ([[Wikipedia:1913|1913]]) - Uraufführung am [[Wikipedia:22. August|22. August]] [[Wikipedia:1913|1913]] im &#039;&#039;Volkstheater&#039;&#039; in [[Wikipedia:München|München]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Goethes Märchen als Grundlage der Mysteriendramen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1907, auf dem [[Münchner Kongress]], hatte Rudolf Steiner Eduard Schurés Rekonstruktion des „Dramas von Eleusis“ auf die Bühne gebracht, später folgten Schurés „Kinder des Luzifer“. Das waren aber alles Rückgriffe auf die Vergangenheit, die ganz aus dem Geiste der Verstandesseelenkultur lebten, abgesehen davon, dass beide Werke höheren künstlerischen Ansprüchen kaum genügen können. Aber etwas Besseres, in dem auf künstlerische Weise geistige Wahrheiten enthüllt wurden, gab es damals nicht. So suchte Steiner nach einem geistigen Inhalt und einer künstlerischen Form, die dem Bewusstseinsseelenzeitalter gerecht werden konnte und kam dabei zunächst auf [[Goethes Märchen|Goethes „Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie“]], das er in dramatisierter Form auf die Bühne bringen wollte, doch gewann die Sache bald ein Eigenleben. In der ersten Niederschrift sind die Namen der handelnden Personen noch aus Goethes Märchen genommen, doch indem die Märchenfiguren nach und nach zu eigenständigen Bühnenpersönlichkeiten aus Fleisch und Blut heranwuchsen, mussten auch andere Namen gefunden werden, die ihren geistigen Charakter besser unterstreichen sollten. Indem sich auch die Handlung immer mehr zu metamorphosieren begann, entstand schließlich ein völlig eigenständiges Drama, bei dem aber der Bezug zu Goethes Märchen immer wieder spürbar wird. Nachstehend sind auf der linken Seite die Namen aus der ersten Niederschrift angeben, die sich teilweise noch direkt auf Goethes Märchen beziehen, und rechts die Namen aus dem fertigen Drama:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot; width=&amp;quot;500px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Goethes Märchen !! Mysteriendramen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lilie || [[Maria (Mysteriendrama)|Maria]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mensch || [[Johannes Thomasius]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1. Irrlicht || [[Capesius]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2. Irrlicht || [[Strader]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| König des Willens || [[Romanus]] (eherner König)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Der Mann mit der Lampe || [[Felix Balde]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| König des Gefühls || [[Theodosius]] (silberner König)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Schlange  || [[Die andre Maria]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Die Frau des Mannes mit der Lampe  || [[Felicia Balde]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1. Mädchen || [[Philia]] &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2. Mädchen || [[Astrid]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3. Mädchen || [[Luna]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Riese || [[German]] (goldener König) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kanarienvogel || Kind&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ferner: ||&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Hierophant || [[Benedictus]] &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Makrokosmos || [[Der Geist der Elemente]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mann || [[Estella]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Frau || [[Sophia (Mysteriendrama)|Sophia]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|      || [[Retardus]] (gemischter König)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Theodora]], die Seherin, die in der ersten Niederschrift nicht angeführt wird, entspricht dem Habicht aus Goethes Märchen. [[Helena (Mysteriendrama)|Helena]], deren Urbild sich im Drama später als [[Luzifer]] erweisen wird, hat kein Vorbild in Goethes Märchen und ist eine ganz eigenständige Schöpfung Steiners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anthroposophie und künstlerisches Schaffen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mysteriendrama Johannes mit Luzifer und Ahriman.jpg|thumb|400px|Johannes Thomasius zwischen [[Luzifer]] und [[Ahriman]]. Foto von der Neuinszenierung von [[Rudolf Steiner]]s [[Mysteriendramen]] an der [[Goetheanum]]-Bühne 2010. Foto: Jochen Quast]]&lt;br /&gt;
Was Rudolf Steiner durch seine Schriften und Vorträge an geistigen Erkenntnissen gegeben hat, lebt auf ganz andere, eigenständige  Weise, und in gewissem Sinn sogar, wie er selbst sagt, lebensvoller und konkreter, in der künstlerischen Ausgestaltung der Mysteriendramen. Sie sind unmittelbar aus echtem künstlerischen Schaffen hervorgegangen und keineswegs ein bloß bildhaft inszenierter Abklatsch zuvor gedanklich formulierter anthroposophischer Lehren. Beide, anthroposophische Lehre und künstlerisches Schaffen, schöpfen bei Rudolf Steiner aus der selben Quelle, nämlich dem unmittelbaren, bewussten Erleben der geistigen [[Wirklichkeit]], doch wird dieses Erleben ganz unterschiedlich zu Darstellung gebracht. Was Rudolf Steiner als anthroposophische Lehre gegeben hat, ist ein Gedankenkunstwerk, dem aber, entsprechend der Wesensart des [[Denken]]s, notwendig ein allgemeiner, bis zu einem gewissen Grad abstrakter Charakter innewohnt. Was Rudolf Steiner in seinen Mysteriendramen künstlerisch auf die Bühne gestellt hat, sind lebensvolle, geistrealistische Einzelschicksale, die aber eben deshalb auch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben können. Sie stehen deshalb keineswegs in Widerspruch zu den allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der [[Geistesschulung]], sondern sind die einzigartige unwiederholbare [[individuell]]e Ausformung derselben. Um die handelnden Personen echt und überzeugend zu charakteriesieren, durfte Rudolf Steiner nicht den Umweg über das Gedankenelement wählen, sondern sie mussten unmittelbar aus dem schöpferischen [[Wollen]] hervortreten - in einer Form, die auch Steiner selbst niemals vorhersehen konnte und die ihn selbst immer wieder aufs Neue überraschte. Das ist ein Grundzug echten künstlerischen Schaffens, alles andere wäre völlig unkünstlerische, bloß ausgedachte abstrakte Konstruktion. Nachher, wenn das Werk einmal vollendet ist, kann man natürlich die ihm innenwohnenden Gesetzmäßigkeiten auch gedanklich fassen und beschreiben. Darauf hat Rudolf Steiner sehr nachdrücklich hingewiesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich führte aus, als ich die Dichtung des «Faust» interpretieren sollte, daß der Dichter beim Niederschreiben nicht notwendig unmittelbar alle Dinge selber gewußt, selber empfunden hat in Worten, die dann später darin gefunden worden sind. Ich kann die Versicherung geben, daß nichts von dem, was ich hinterher an dieses Mysterium anknüpfen werde, und von dem ich doch weiß, daß es darin ist, mir bewußt war, als die einzelnen Bilder gestaltet wurden. Die Bilder wuchsen so aus sich heraus wie die Blätter einer Pflanze. Man kann gar nicht solch eine Gestalt vorher dadurch hervorbringen, daß man zuerst die Idee hat und diese dann in die äußere Gestalt umsetzt. Es war mir immer recht interessant, wenn so Bild für Bild geworden ist, und Freunde, welche die einzelnen Szenen kennengelernt haben, sagten, es sei merkwürdig, daß es doch immer anders komme, als man es sich vorgestellt habe.&amp;quot; {{Lit|{{G|125|103}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Individuelle Wege in die geistige Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zugang zur [[Geistige Welt|geistigen Welt]] kann nicht auf einem allgemein verbindlichen, für alle [[Mensch]]en genau gleichen Weg gefunden werden. Zwar liegen allen [[Schulungsweg]]en notwendig gemeinsame Prinzipien zugrunde, doch wirksam beschritten können sie nur werden, wenn dabei auch die spezifischen Voraussetzung des jeweiligen Menschen oder der jeweiligen zusammengehörigen Menschengruppe berücksichtigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In alten vorchristlichen Zeiten, als die Menschen noch kollektiver und mehr durch den [[Gruppengeist]] ihres [[Volk]]es bestimmt waren, hatte im Grunde jedes Volk seinen eigenen Einweihungsweg und erfolgreich konnte er auch letztlich nur innerhalb dieser jeweiligen Menschengemeinschaft beschritten werden. Der [[Yoga Schulungsweg]] unterscheidet sich deutlich vom [[Achtgliedriger Pfad|Achtgliedrigen Pfad]] des [[Buddha]]; die [[Persische Einweihung]] geht andere Wege als die [[Ägyptische Mysterien|Ägyptische Mysterien]] und diese sind wieder verschieden von den Einweihungsritualen in den [[Mysterien von Ephesos]], [[Mysterien von Eleusis|Eleusis]] oder [[Samothrakische Mysterien|Samothrake]]. Wieder einen ganz anderen Charakter hatten die [[Hybernische Mysterien|Hybernischen Mysterien]], deren Ursprünge weit in die prähistorische Zeit zurückreichen, &lt;br /&gt;
sich aber später innig mit dem [[Christentum]] verbanden, nachdem man im inneren [[geist]]igen Schauen das [[Mysterium von Golgatha]] zeitgleich zu den Ereignissen in [[Wikipedia:Palästina|Palästina]] miterlebt hatte. In «Die Pforte der Einweihung» wird gezeigt, wie gerade [[Maria (Mysteriendrama)|Maria]] in einer frühmittelalterlichen [[Inkarnation]] als Christusbote aus den hybernischen Mysterien zu jenem Stamm gekommen war, wo [[Johannes Thomasius|Johannes]] damals in weiblicher Inkarnation lebte und wo noch die Götter [[Odin]] und [[Baldur]] verehrt wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den heutigen, durch die abendländische Kultur geprägten Menschen sind alle diese altehrwürdigen Pfade kaum mehr gangbar. Selbst der [[Christlicher Schulungsweg|Christliche Schulungsweg]], wie er im [[Wikipedia:Mittelalter|Mittelalter]] bis hin in die frühe [[Wikipedia:Neuzeit|Neuzeit]] gepflegt wurde, kann heute nur noch von wenigen Menschen erfolgreich beschritten werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der christliche Einweihungsweg unterscheidet sich von allen anderen Wegen dadurch, dass innerhalb dieses Weges der Mensch &#039;&#039;nicht&#039;&#039; durch eigene Anschauung zur Erkenntnis von [[Reinkarnation]] und [[Karma]] kommen kann und es war durchaus notwendig, dass der Mensch wenigstens einmal eine Inkarnation durchlebte, in der er keine Kenntnisse der früheren Erdenleben hatte - und das gilt auch für den christlichen Eingeweihten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Damit der Mensch sich dachte, die eine Inkarnation sei die einzige, dazu war notwendig, daß etwas das Gehirn von der Erkenntnis von den höheren Prinzipien im Menschen, von Atma, Buddhi, Manas und von der Erkenntnis der Reinkarnation abschnitt. Dazu wurde den Menschen der Wein gegeben. Früher war bei allem Tempelkultus nur das Wasser gebraucht worden. Dann wurde der Gebrauch des Weines eingeführt, und sogar ein göttliches Wesen, Bacchus, Dionysos, war der Repräsentant des Weines. Der tiefsteingeweihte Jünger, Johannes, enthüllt in seinem Evangelium, was der Wein für die innere Entwickelung bedeutet. Bei der Hochzeit von Kana in Galiläa wird das Wasser in Wein verwandelt. Durch den Wein wurde der Mensch so zubereitet, daß er die Reinkarnation nicht mehr verstand. Damals wurde das Opferwasser in Wein verwandelt, und wir sind jetzt wieder dabei, den Wein in Wasser zu verwandeln. Wer hinaufkommen will in die höheren Gebiete des Daseins, der muß sich jeden Tropfens Alkohol enthalten. {{Lit|{{G|97|22}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Tempelritter]], die in den mittelalterlichen Szenen in «[[Die Prüfung der Seele]]» eine zentrale Rolle spielen, sind diesen Weg gegangen, allerdings in einer mehr unbewussten, unsystematischen Weise, indem sie sich mit ungeheurer Gemütstiefe in die Schilderungen des [[Mysterium von Golgatha|Mysteriums von Golgatha]] versenkt haben, wie sie namentlich im zweiten Teil des [[Johannes-Evangelium]]s gegeben werden. Und sie haben sich dabei offenbar dennoch gewisse Grundrundkenntnisse über die wiederholten Erdenleben des Menschen errungen - ein Zeichen dafür dass hier schon die Kräfte des kommenden, neuen [[Bewusstseinsseelenzeitalter]]s hereinleuchten und die Zeit der mystsischen Gefühlseinweihung abläuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Worte sind ohnmächtig, das zu beschreiben, was in den Seelen solcher&lt;br /&gt;
Menschen lebte, in jenen Seelen, die pflichtgemäß niemals wanken&lt;br /&gt;
durften, und auch, wenn eine dreifach stärkere Macht äußerlich auf&lt;br /&gt;
dem physischen Plane ihnen entgegenstand, nicht flüchten durften,&lt;br /&gt;
sondern ruhig den Tod erwarten mußten, den Tod, den sie ertragen&lt;br /&gt;
wollten, um zu befestigen im Erdendasein den Impuls, der von dem&lt;br /&gt;
Mysterium von Golgatha ausgegangen ist. Das war intensives Leben&lt;br /&gt;
des ganzen Menschen mit dem Mysterium von Golgatha. Und wenn&lt;br /&gt;
sich solch intensives Leben in entsprechenden Rhythmen in den Menschenseelen so ereignet, daß es sich hineinstellt in das ganze kosmischirdische &lt;br /&gt;
Strömen der Kräfte, dann entwickelt sich aus solchem Leben&lt;br /&gt;
Bedeutendes, wohlgemerkt: Bedeutendes. Ich sage, wenn sich solches&lt;br /&gt;
Bewußtsein hineinstellt mit einem gewissen Rhythmus innerlichmystisch&lt;br /&gt;
in das, was äußerlich geschieht, dann kann man gewiß vieles&lt;br /&gt;
erleben, das die eigene Seele mit dem Göttlich-Geistigen in Zusammenhang&lt;br /&gt;
stellt. Aber noch anderes, Wirksameres wird dann entwickelt,&lt;br /&gt;
wenn solches inneres Erleben, zusammengefaßt mit dem äußeren geschichtlichen&lt;br /&gt;
Werdegang, nun in den Dienst dieses äußeren geschichtlichen&lt;br /&gt;
Werdegangs gestellt ist. Was im Dienste der Wiedererringung&lt;br /&gt;
der Macht über das Heilige Grab damals getan werden sollte, mit dem&lt;br /&gt;
sollte in Übereinstimmung stehen das, was im Bewußtsein der Tempelritterseelen&lt;br /&gt;
lebte. Dadurch entwickelte sich ein besonderes mystisches&lt;br /&gt;
Leben, durch das diejenigen, die diesem sogenannten geistlichen Orden&lt;br /&gt;
angehörten, immer mehr für die Welt wirken konnten als andere geistliche&lt;br /&gt;
Orden. Denn wenn in solcher Weise eben im Zusammenhange mit&lt;br /&gt;
dem Leben der Umwelt mystisch gelebt wird, dann strömt das, was&lt;br /&gt;
mystisch erlebt wird, in die unsichtbaren, in die übersinnlichen Kräfte&lt;br /&gt;
der Umwelt des Menschen hinein, wird objektiv, ist dann nicht bloß&lt;br /&gt;
innerlich in der Seele des Menschen, sondern wirkt im geschichtlichen,&lt;br /&gt;
im historischen Werden weiter. Durch solche Mystik wird nicht nur&lt;br /&gt;
seelisch etwas erlebt für das einzelne menschliche Individuum, sondern&lt;br /&gt;
es wird Seelisches; objektiv gestaltete Mächte, die vorher nicht da&lt;br /&gt;
waren in der spirituellen Strömung, welche die Menschheit trägt und&lt;br /&gt;
hält, die werden geboren, die sind dann da. Wenn der Mensch sein&lt;br /&gt;
Tagewerk vollbringt mit seiner Hände oder mit seiner sonstigen Werkzeuge&lt;br /&gt;
Arbeit, so stellt er etwas Äußerliches, Materielles in die Welt hinein.&lt;br /&gt;
Mit solcher Mystik, wie die Tempelritter sie entfaltet haben, wird&lt;br /&gt;
Geistiges in das Geisttum der Erde hineingestellt. Dadurch aber, daß&lt;br /&gt;
dieses geschah, wurde die Menschheit wirklich eine Etappe weitergebracht&lt;br /&gt;
in ihrer Entwickelung. Das Mysterium von Golgatha wurde&lt;br /&gt;
durch dieses Erleben der Templer auf einer höheren Stufe als vorher&lt;br /&gt;
verstanden und auch erlebt. Es war jetzt etwas da über dieses Mysterium&lt;br /&gt;
von Golgatha, was vorher nicht dagewesen war. Die Seelen der&lt;br /&gt;
Templer hatten aber dadurch noch etwas Besonderes erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch dieses intensive Sich-Hineinleben in das Mysterium von Golgatha&lt;br /&gt;
hatten diese Seelen die Macht erlangt, die christliche Einweihung&lt;br /&gt;
durch dieses historische Ereignis wirklich zu erreichen. Diese christliche&lt;br /&gt;
Einweihung, man kann sie so erreichen, wie es in unseren Schriften&lt;br /&gt;
geschildert ist; aber hier durch die Templer wurde diese christliche Einweihung&lt;br /&gt;
so erreicht, daß die äußeren Taten und der Enthusiasmus, der&lt;br /&gt;
in den äußeren Taten lebte, die Seelen der Templer heraustrug, so daß&lt;br /&gt;
diese Seelen, abgesehen vom Leibe, außer dem Leibe, in dem geistigen&lt;br /&gt;
Werdegang der Menschheit mitlebten, durchdrangen, seelisch-geistig&lt;br /&gt;
durchdrangen die Geheimnisse von Golgatha. Da wurde vieles nicht&lt;br /&gt;
nur für die einzelnen Seelen, sondern für die Menschheit erlebt. Das ist&lt;br /&gt;
das Wichtige, das ist das Bedeutsame.&amp;quot; {{Lit|{{G|171|196ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Templerritter mussten dabei aber auch all die Anfechtungen durch die [[Widersacher]]mächte erleben, die &#039;&#039;jede&#039;&#039; geistige Entwicklung, egal welchen Weg man geht, notwendig begleiten und besteht auch immer die sehr reale Gefahr, den [[luziferisch]]en und [[ahrimanisch]]en Verführungen zu verfallen. Diese [[Erlebnis]]se sind dramatisch und es gehört Mut dazu, sich ihnen zu stellen. Die Mysteriendramen schildern immer wieder solche Erlebnisse und sie verlangen danach, auch entsprechend dramatisch dargestellt zu werden. Die für die geistige Schulung notwendige [[Besonnenheit]] muss diesen Erfahrung immer wieder und auf jeder Entwicklungsstufe neu abgerungen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Aber sie&lt;br /&gt;
hatten, weil das bei jedem so ist, der in die geistige Welt hineinschaut,&lt;br /&gt;
sie hatten alle die Anfechtungen, alle die Versuchungen in der Tat&lt;br /&gt;
kennengelernt, die da aufsteigen aus des Menschen Innerem, wenn sich&lt;br /&gt;
der Mensch den guten göttlich-geistigen Kräften nähert. All die Feinde, &lt;br /&gt;
die da wirken aus dem untergeordneten geistigen Reiche heraus und die&lt;br /&gt;
den Menschen abbringen wollen vom Guten, die den Menschen verleiten&lt;br /&gt;
wollen zum Bösen, die in den Trieben, in den Begierden, in den&lt;br /&gt;
Leidenschaften, in den Affekten wirken können, die aber namentlich&lt;br /&gt;
auch wirken können in Spott und Haß und Verachtung und Ironisierung&lt;br /&gt;
des Guten, all die Mächte, die da aufgerufen werden konnten,&lt;br /&gt;
die Templer hatten sie kennengelernt. Und sie hatten in vielen, vielen&lt;br /&gt;
ihnen heiligen Stunden jene inneren Siege errungen, die der Mensch&lt;br /&gt;
erringen kann, wenn er sehend hindurchgeht durch die Welten, die jenseits&lt;br /&gt;
der Schwelle der sinnlichen Welt liegen und die überwunden werden&lt;br /&gt;
müssen, damit der Mensch nach der Überwindung mit gestärkten&lt;br /&gt;
Kräften in die ihm angemessenen geistigen Welten einziehen kann.&amp;quot; {{Lit|{{G|171|199f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher auch die von Rudolf Steiner genannte [[goldene Regel]] jeglicher [[Schulungsweg|Geistesschulung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Und diese goldene Regel ist: wenn du einen Schritt vorwärts zu machen versuchst in der Erkenntnis geheimer Wahrheiten, so mache zugleich drei vorwärts in der Vervollkommnung deines Charakters zum Guten.&amp;quot; {{Lit|{{G|10|65}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Regel muss streng beachtet werden, denn jede geistige Schulung verstärkt notwendig &#039;&#039;alle&#039;&#039; [[Seelenkräfte]], auch die negativen, die dadurch von vergleichsweise harmlosen Läßlichkeiten zu sehr bedenklichen Erscheinungen anwachsen können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Schon durch die geringe&lt;br /&gt;
Entwickelung des [[Astralleib|astralischen Leibes]], welche die theosophische Lehre als Elementarlehre&lt;br /&gt;
bewirkt hat, als sie angefangen hat bekanntzuwerden, traten ganz merkwürdige Erscheinungen auf. Zum Beispiel ein Schüler, der Kassier war, ist mit dem Gelde durchgegangen; Leute, die früher friedfertig waren, wurden streitsüchtig. Das hängt damit zusammen, daß mit dem bißchen okkulter Entwickelung, das aus den theosophischen Begriffen fließt, die schlimmen Seiten des Charakters &lt;br /&gt;
hervorgedrängt werden, wenn sonst nichts geschieht.&amp;quot; {{Lit|{{G|98|31}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zu beachten, ist heute noch viel wichtiger als in alten Zeiten. Das [[Geheimnis des Bösen]], das fünfte der sogenannten [[sieben Lebensgeheimnisse]] betrifft ganz besonders unser gegenwärtiges [[Bewusstseinsseelenzeitalter]]. Rudolf Steiner hat öfter darauf hingewiesen, dass heute &#039;&#039;jeder&#039;&#039;, wirklich jeder Mensch zu den schlimmsten Gräueltaten fähig ist. Und wenn so häufig die Rätselfrage gestellt wird, wie Menschen solch abgrundtief menschenverachtender Scheußlichkeiten, wie sie die Medien so oft berichten, fähig sein können, so ist die Frage eigentlich falsch gestellt. Wichtiger und erhellender wäre die Antwort auf die Frage, worum die große Mehrzahl der Menschen deratige Taten &#039;&#039;nicht&#039;&#039; begeht, obwohl sie ihrer fähig wären. Rudolf Steiner spricht es mit erschütternder Klarheit aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Bei allen Menschen liegen im Unterbewußtsein seit dem Beginne der fünften nachatlantischen Periode die bösen Neigungen, die Neigungen zum Bösen. - Ja, gerade darinnen besteht das Eintreten des Menschen in die fünfte nachatlantische Periode, in die neuzeitliche Kulturperiode, daß er in sich aufnimmt die Neigungen zum Bösen. Radikal, aber sehr richtig gesprochen, kann folgendes zum Ausdrucke gebracht werden: Derjenige, der die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, der macht die folgende Erfahrung: Es gibt kein Verbrechen in der Welt, zu dem nicht jeder Mensch in seinem Unterbewußtsein, insofern er ein Angehöriger der fünften nachatlantischen Periode ist, die Neigung hat. Die Neigung hat; ob in dem einen oder in dem anderen Fall die Neigung zum Bösen äußerlich zu einer bösen Handlung führt, das hängt von ganz anderen Verhältnissen ab als von dieser Neigung.&amp;quot; {{Lit|{{G|185|110}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann diese Feststellung gar nicht gewichtig genug nehmen: Jeder Mensch hat heute in sich die Neigung zu grausamsten Verbrechen, die man sich nur vorstellen kann, ja die sogar unser Vorstellungsvermögen weit übersteigen mögen! Da sind all die luziferischen Verführungen zur Eitelkeit, zur Ruhmessucht, ja zur Sucht in jeder Form überhaupt, und vor allem ein unbändiger Egoismus, der ohnehin schon immer mehr zur geheimen Religion unserer Zeit wird. Da sind aber vor allem heute auch all die Grausamkeiten, hinter denen letztlich Ahriman steht: die Machtbesessenheit, die Lust zur Gewalt, zur Zerstörung, zum Töten und Quälen – und von hier ist es nur mehr ein kleiner Schritt bis zu den Anfängen der schwarzen Magie. Selbstverständlich gab es viele dieser Erscheinungen auch in früheren Zeiten in nicht gerade geringem Maß, aber doch unter ganz anderen Bedingungen. Der einzelne Mensch war damals im Grunde immer der Verführte, und seine Schuld lag darin, dass er sich mit zu geringer Kraft gegen die Widersachermächte wehrte. Vieles davon wirkt noch nach und viele gegenwärtige Erscheinungen können noch auf diese Weise gedeutet werden. Was aber heute ganz neu hinzukommt, ist, dass das einzelne Individuum nun selbst zur potentiellen Quelle des Bösen werden kann. Im einzelnen Individuum beginnt, noch ganz unterbewusst, der Wille zum Bösen zu erwachen. Wir stehen heute an jener Schwelle, an der die uns vorangegangenen geistigen Wesen standen, die auf früheren Verkörperungen unserer Erde ihre Menschheitsstufe, d.h. ihre Ich-Entwicklung, durchgemacht haben, aber ihr Entwicklungsziel nicht ganz erreichen konnten und dadurch zu Widersachermächten wurden. So sind auf dem [[Alter Mond|alten Mond]] gewisse luziferische Widersacher entstanden, und noch früher, auf der [[Alte Sonne|alten Sonne]], bestimmte ahrimanische Mächte. Heute besteht die Gefahr, &#039;&#039;dass der Mensch selbst zur Widersachermacht wird&#039;&#039;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich beginnt jetzt erst die Zeit, wo der Mensch aus eigenem Antrieb wirklich böse werden &#039;&#039;kann&#039;&#039;. Das ist der Preis, den wir für die Freiheit notwendig zahlen müssen. Und es ist zugleich ein Anzeichen für das Eingreifen höherer Widersachermächte, durch die die Polarität von [[Luzifer]] und [[Ahriman]] und damit auch [[das Böse]] selbst eine ungeheure Steigerung erfährt - und wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung! Diese Mächte sind die von Rudolf Steiner genannten [[Asuras]]. &#039;&#039;Sura&#039;&#039; (von &amp;quot;[[Surya]]&amp;quot;, dem hinduistischen Sonnengott, der etwa dem griechischen [[Apollon]] entspricht) bedeutet im [[Sanskrit]] &amp;quot;Lichtwesen&amp;quot;. Durch die Vorsilbe a- wird die Verneinung bzw. die Bezeichnung des Gegenteils ausgedrückt. Asuras sind somit &amp;quot;Gegner der Lichtwesen&amp;quot;. Davon leitet sich auch der in der [[Apokalypse des Johannes]] genannte [[Sonnendämon]] «[[Sorat]]» oder &#039;&#039;Surat&#039;&#039;. Die Asuras wachsen in unserer gegenwärtigen Zeit zu gefährlichen [[Widersacher|Widersachermächten]] heran, die den [[Mensch]]en zur [[Schwarze Magie|schwarzen Magie]] verführen. [[Sexualität|Sexuelle]] [[Ritus|Riten]] spielen dabei eine große Rolle und alle Arten gezielt eingesetzter [[physisch]]er und [[seelisch]]er Folter und Gewalt. Diese Kräfte spielten schon, wie Steiner betonte, eine wesentliche Rolle bei der Zerschlagung des [[Templerorden]]s im [[Wikipedia:14. Jahrhundert|14. Jahrhundert]]. Die Asuras wirken unmittelbar bis in die [[Bewusstseinsseele]] des Menschen und greifen dadurch auch direkt als eine Art von Gegen-Ich das menschliche [[Ich]] an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Und in der Zeit, die jetzt kommen wird, werden sich hineinschleichen in diese Bewußtseinsseele und damit in das, was man das menschliche Ich nennt - denn das Ich geht auf in der Bewußtseinsseele -, diejenigen geistigen Wesenheiten, die man die Asuras nennt. Die Asuras werden mit einer viel intensiveren Kraft das Böse entwickeln als selbst die satanischen Mächte der atlantischen oder gar die luziferischen Geister der lemurischen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Böse, das die luziferischen Geister den Menschen zugleich mit der Wohltat der Freiheit brachten, das werden sie alles im Verlaufe der Erdenzeit ganz abstreifen. Dasjenige Böse, das die ahrimanischen Geister gebracht haben, kann abgestreift werden in dem Ablauf der karmischen Gesetzmäßigkeit. Das Böse aber, das die asurischen Mächte bringen, ist nicht auf eine solche Weise zu sühnen. Haben die guten Geister dem Menschen Schmerzen und Leiden, Krankheit und Tod gegeben, damit er sich trotz der Möglichkeit des Bösen aufwärts entwickeln kann, haben die guten Geister die Möglichkeit des Karma gegenüber den ahrimanischen Mächten gegeben, um den Irrtum wieder auszugleichen - gegenüber den asurischen Geistern wird das im Verlaufe des Erdendaseins nicht so leicht sein. Denn diese asurischen Geister werden bewirken, daß das, was von ihnen ergriffen ist - und es ist ja des Menschen tiefstes Innerstes, die Bewußtseinsseele mit dem Ich -, daß das Ich sich vereinigt mit der Sinnlichkeit der Erde. Es wird Stück für Stück aus dem Ich herausgerissen werden, und in demselben Maße, wie sich die asurischen Geister in der Bewußtseinsseele festsetzen, in demselben Maße muß der Mensch auf der Erde zurücklassen Stücke seines Daseins. Das wird unwiederbringlich verloren sein, was den asurischen Mächten verfallen ist. Nicht, daß der ganze Mensch ihnen zu verfallen braucht, aber Stücke werden aus dem Geiste des Menschen herausgeschnitten durch die asurischen Mächte. Diese asurischen Mächte kündigen sich in unserem Zeitalter an durch den Geist, der da waltet und den wir nennen könnten den Geist des bloßen Lebens in der Sinnlichkeit und des Vergessens aller wirklichen geistigen Wesenheiten und geistigen Welten. Man könnte sagen: Heute ist es erst mehr theoretisch, daß die asurischen Mächte den Menschen verführen. Heute gaukeln sie ihm vielfach vor, daß sein Ich ein Ergebnis wäre der bloßen physischen Welt. Heute verführen sie ihn zu einer Art theoretischem Materialismus. Aber sie werden im weiteren Verlauf - und das kündigt sich immer mehr an durch die wüsten Leidenschaften der Sinnlichkeit, die immer mehr und mehr auf die Erde herniedersteigen - dem Menschen den Blick umdunkeln gegenüber den geistigen Wesenheiten und geistigen Mächten. Es wird der Mensch nichts wissen und nichts wissen wollen von einer geistigen Welt. Er wird immer mehr und mehr nicht nur lehren, daß die höchsten sittlichen Ideen des Menschen nur höhere Ausgestaltungen der tierischen Triebe sind, er wird nicht nur lehren, daß das menschliche Denken nur eine Umwandlung dessen ist, was auch das Tier hat, er wird nicht nur lehren, daß der Mensch nicht bloß seiner Gestalt nach mit dem Tier verwandt ist, daß er auch seiner ganzen Wesenheit nach vom Tier abstamme, sondern der Mensch wird mit dieser Anschauung Ernst machen und so leben.&amp;quot; {{lit|{{G|107|247ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dennoch nicht jeder ein Kapitalverbrechen begeht, so liegt das weniger an den überragenden moralischen Kräften, die wir bereits unserer kleinen irdischen [[Persönlichkeit]] einverleibt haben, sondern es ist die weise Führung der unser Schicksals im Verein mit unserem [[Geistselbst|höheren Selbst]] leitenden Mächte, die uns davor bewahren. Geistig strebende Menschen, selbst Eingeweihte, sind besonders gefährdet, denn ihre raschere Entwicklung bedingt, dass sie sich schneller und öfter bewähren müssen – und dabei auch scheitern können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser gegenwärtiges [[Bewusstseinsseelenzeitalter]] hat viele Veränderungen gebracht. Die Menschen sind, verglichen mit früheren Zeiten, viel individueller, aber auch egoistischer geworden, wobei diesbezüglich in den letzten drei oder vier Jahrzehnten ein deutlicher zusätzlicher Entwicklungsschub zu bemerken ist. Dem trägt der [[Rosenkreuzer-Schulungsweg]] Rechnung, auf dem auch die [[anthroposophisch]]e Geistesschulung aufbaut. In seinen grundlegenden Schriften und Vorträgen, etwa in der «[[GA 9|Theosophie]]», in «[[GA 13|Die Geheimwissenschaft im Umriß]]» und in «[[GA 10|Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?]]» konnte Steiner diesen Weg zunächst nur ganz allgemein zeichnen. Solche allgemeinen Regeln sind notwendig und können hilfreich sein, reichen aber nicht aus um eine wirkliche geistige Entwicklung anzustoßen. Spezifischere, aber darum auch weniger allgemein verbindliche Schilderungen gab Steiner in «[[GA 17|Die Schwelle der geistigen Welt]]» und in «[[GA 16|Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen]]». In ganz individueller und darum auch besonders konkreter, lebendiger und höchst dramatischer Form wird exemplarisch der Weg einzelner [[Geistesschüler]] in [[Rudolf Steiner]]s [[Mysteriendramen]] gezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Keine Seele ist in derselben Lage&lt;br /&gt;
wie die andere. Daher ist im Grunde genommen auch der Weg in die&lt;br /&gt;
übersinnlichen Welten hinauf für jede Seele ein individueller, ein&lt;br /&gt;
solcher, welcher sich je nach der betreffenden Seele beim Ausgangspunkt&lt;br /&gt;
richtet. Man kann nicht sagen, wenn man im richtigen Sinne&lt;br /&gt;
sprechen will: so muß nach einem normalen Prinzip unmittelbar&lt;br /&gt;
jede Seele den Aufstieg in die höheren Welten, die Initiation, durchmachen.&lt;br /&gt;
Daher das Bedürfnis, nicht nur in kurzen Broschüren oder&lt;br /&gt;
dergleichen - was ja leichter wäre - Anweisungen zu geben: so und&lt;br /&gt;
so soll es die Seele machen, um den Glauben zu erwecken, man könne,&lt;br /&gt;
wenn man solche Regeln befolgt, unter allen Umständen in der&lt;br /&gt;
gleichen Art wie jede andere Seele in die höheren Welten hinaufsteigen.&lt;br /&gt;
Daher das Mißliche solcher Dinge. Deshalb namentlich habe&lt;br /&gt;
ich versucht, in dem Büchelchen «Ein Weg zur Selbsterkenntnis des&lt;br /&gt;
Menschen» etwas zu zeigen, was individuell ist und doch einer jeden&lt;br /&gt;
Seele nützlich sein kann. Aber deshalb ergab sich auch die Notwendigkeit,&lt;br /&gt;
die Mannigfaltigkeit und die Variabilität des Initiationsweges&lt;br /&gt;
zu zeigen. Und ohne selbst etwa irgendwie Erklärungen liefern&lt;br /&gt;
zu wollen über das, was getan worden ist, möchte ich Sie nur darauf&lt;br /&gt;
hinweisen, wie sich die Notwendigkeiten zu den drei Gestalten ergeben,&lt;br /&gt;
welche in den drei Mysterienversuchen - «Die Pforte der Einweihung», «Die Prüfung der Seele» und «Der Hüter der Schwelle» -&lt;br /&gt;
vor Ihre Seele hintreten als Johannes Thomasius, Capesius und Strader.&lt;br /&gt;
Sie zeigen Ihnen den Weg der ersten Schritte zur Initiation&lt;br /&gt;
gleichsam in drei verschiedenen Aspekten. Man kann von keinem&lt;br /&gt;
dieser Wege sagen, daß er besser oder schlechter sei als der Weg des&lt;br /&gt;
anderen; sondern man muß von jedem dieser Wege sagen, daß er&lt;br /&gt;
sich ergeben mußte je nach dem Karma der betreffenden Individualitäten.&lt;br /&gt;
Man kann nur sagen: eine Seele, welche so ist wie Johannes&lt;br /&gt;
Thomasius, oder welche so ist wie Capesius, muß eben solche Wege&lt;br /&gt;
gehen, wie sie versucht worden sind, nicht in Theorien, nicht lehrhaft,&lt;br /&gt;
sondern in Gestalten zu zeigen. Daher das Bedürfnis, solche&lt;br /&gt;
Gestalten zu zeigen. Und immer notwendiger und notwendiger&lt;br /&gt;
wird es werden, hinwegzuführen von dem Glauben, daß man mit&lt;br /&gt;
ein paar Regeln in diesen Dingen auskomme, immer notwendiger&lt;br /&gt;
wird es sein, gerade auf spirituellem Gebiete von dem Lehrhaften&lt;br /&gt;
auf das Gestaltete hinzuweisen. Weil die Beziehungen der Welten so&lt;br /&gt;
mannigfaltige sind, deshalb müssen auch die Wege der einzelnen&lt;br /&gt;
Individualitäten so mannigfaltige sein. Wenn man aber erst&lt;br /&gt;
dazu kommt, gewisse Individualitäten oder Wesenheiten der höheren&lt;br /&gt;
Welten ernsthaft ins Auge zu fassen und deren Anteil an dem&lt;br /&gt;
Menschen zu prüfen, dann muß man erst recht die Notwendigkeit&lt;br /&gt;
fühlen, diese Gestalten lebendig zu zeigen, sie in ihrer Mannigfaltigkeit&lt;br /&gt;
hinzustellen, nicht bloß Definitionen von ihnen zu geben.&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist es insbesondere für diejenigen, die spirituelle&lt;br /&gt;
Erkenntnis anstreben, wichtig, solche Gestalten wie Luzifer und&lt;br /&gt;
Ahriman, denen man auf dem Wege zur Initiation ja immer begegnet,&lt;br /&gt;
einmal gerade in ihrer Vielartigkeit, in ihrer Variabilität ins&lt;br /&gt;
Auge zu fassen. Dann wird sich zeigen, wie merkwürdig die Beziehungen&lt;br /&gt;
und Verkettungen der einen Welt mit der anderen sind.&amp;quot; {{Lit|{{G|138|105f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eines&#039;&#039; aber haben &#039;&#039;alle&#039;&#039; geistigen Schulungswege gemeinsam: Sie dienen und dienten niemals der bloßen geistigen Erbauung und der Befriedigung spiritueller Sehnsüchte, auch nicht der weltentrückten Verehrung der göttlichen Welt, sondern sie fordern eine durchgreifende Verwandlung des Menschen, die notwendig auch durch höchst dramatische existentielle Krisen führt, ihn aber letztlich tüchtiger macht, die praktischen Aufgaben des Alltagslebens zu bewältigen. Verwandlung des Menschen bedeutet in diesem Sinn auch immer zugleich Verwandlung der Erde. Geistige Entwicklung ist nichts Theoretisch-Beschauliches, vom Leben Abgesondertes, sondern pure Lebenspraxis - und nur an diesen ihren Früchten im realen irdischen Leben kann sie gemessen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es kann keine spirituelle Erkenntnis geben, die nicht einfließen würde in das werktätige Leben.&amp;quot; {{Lit|{{G|99|18}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vergangenen Zeiten blieb die Teilnahme an den Mysterien allerdings wenigen Auserwählten vorbehalten. Sie wirkten im Verborgenen, und strenge Geheimhaltung war oberste Pflicht. Man hielt es für gefährlich, das Wissen und die Macht zur Umgestaltung der Erde in die Hände unreifer Menschen zu legen, und Geheimnisverrat wurde mit dem Tode bestraft. Das war damals auch gerechtfertigt, denn gerade unreife, wenig entwickelte Menschen verfügten damals noch über gewisse atavistische geistige Fähigkeiten, die, verbunden mit dem Mysterienwissen, großes Unheil anrichten hätten können. Manche halten auch heute noch an diesen Prinzipien fest, aber sie sind nicht mehr zeitgemäß. Die alten, instinktiven Kräfte sind versiegt und die Weisheit der Mysterien vermag heute nur dem zu nutzen, der sich einen entsprechenden Reifegrad erarbeitet hat. Die Geistesweisheiten &#039;&#039;können&#039;&#039; heute nicht mehr verraten werden, selbst wenn man sie ganz öffentlich ausspricht. Wer unreif ist, wird sie nicht verstehen und vielleicht auch belächeln, aber nützen kann er sie nicht. Gefahr entsteht nur dann, wenn eine enge, abgeschlossene Gruppe «geheimes» Wissen pflegt und zu gruppenegoistischen Zwecken missbraucht. Die heutigen Mysterien &#039;&#039;müssen&#039;&#039; mitten im Leben und im vollen Licht der Öffentlichkeit stehen und sie bedürfen auch keines abgesonderten, verborgenen Tempels mehr. Wie schon in [[Goethes Märchen]] angedeutet, ist der verborgene Felsentempel zu dem grundsätzlich allen zugänglichen Sonnentempel aufgestiegen. Er ist an keinen besonderen Ort gebunden, sondern überall dort zu finden, wo sich eine frei gebildete, aber karmisch verbundene Gemeinschaft von Menschen zu einem gemeinsamen geistigen Streben zusammenfindet. Diese Gesinnung lebt auch in dem [[Rosenkreuzer|Rosenkreuzer-Bund]], der in «[[Der Hüter der Schwelle]]» gezeigt wird. Zwölf noch ungeweihte Personen, die Wiederverkörperungen der 12 Bauern und Bäuerinnen aus «[[Die Prüfung der Seele]]» sind, sollen daher ihre Kräfte mit denen des von [[Hilarius Gottgetreu]] geleiteten Mystenbundes vereinen. Hilarius ist dabei als die Reinkarnation des Großmeisters des mystischen Ritterbundes aus «[[Die Prüfung der Seele]]» gedacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Prinzip, die Mysterien mitten im Leben zu verwirklichen, wird in Steiners Dramen nicht nur dargestellt, sondern es &#039;&#039;lebt&#039;&#039; in ihnen als wirksame impulsierende Kraft. Abstrakte Schemata des Erkenntnispfades wird man darin vergebens suchen. Die vier Mysteriendramen zeigen nicht nur exemplarisch und konkret den Schulungsweg, sondern sie &#039;&#039;sind&#039;&#039;, vor allem wenn man sich tätig eigenständig gestaltend in sie einlebt, selbst ein für &#039;&#039;jeden&#039;&#039; gangbarer, zeitgemäßer und lebenspraktischer &#039;&#039;menschlicher&#039;&#039; Schulungsweg, der den individuellen Bedürfnissen und Erfordernissen ausreichend Freiraum lässt und doch zugleich eine verlässliche geistige Orientierungshilfe bietet. Die Dramen sind auch in diesem Sinn nichts fertig Vollendetes, was Steiner ja immer wieder betont hat, sondern sie laden dazu ein, durch die Darsteller &#039;&#039;und&#039;&#039; das Publikum im unmittelbaren Darstellen und im aktiven Miterleben des Dargestellten frei und individuell, aber keineswegs willkürlich, immer wieder neu fortgestaltet zu werden und &#039;&#039;dadurch&#039;&#039; zugleich an der eigenen Entwicklung zu arbeiten. Der Text selbst, wenn man sich unbefangen und ohne klügelnden Verstand auf ihn einlässt, liefert die dazu nötige, ganz konkrete [[Inspiration]]squelle, die verhindert, dass man sich dabei in wesenlosen [[Phantasmen]] verliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der künstlerische Entstehungsprozess der Dramen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inspiration und Imagination als Quellen des künstlerischen Schaffens ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mysteriendrama.jpg|thumb|400px|Foto von der Neuinszenierung von [[Rudolf Steiner]]s [[Mysteriendramen]] an der [[Goetheanum]]-Bühne 2010. Foto: Jochen Quast]]&lt;br /&gt;
Der [[Verstand]] muss im künstlerischen Gestaltungsprozess schweigen. Die [[Wort]]e entspringen unmittelbar, ohne dass sich das [[Denken]] dabei einmischt, aus der [[Inspiration]], aus dem [[Geistiges Hören|geistigen Hören]] und die Worte verdichten sich dann weiter zum Bild, zum [[seelisch]] geschauten Bild, zur [[Imagination]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nicht wahr, ich darf von den Erfahrungen reden, die ich an dem&lt;br /&gt;
Ausgestalten meines Dramas selbst gemacht habe. Ich darf also sagen:&lt;br /&gt;
Darinnen lebt kein Gedanke, sondern alles dasjenige, was Sie nun&lt;br /&gt;
auch rezitiert und deklamiert hören werden, wurde so gehört, allerdings&lt;br /&gt;
geistig gehört, wie es hier unmittelbar erklingt. - Also es handelt&lt;br /&gt;
sich nicht etwa um das Fassen eines Gedankens, der dann erst in Worte&lt;br /&gt;
umgesetzt wird, sondern es handelt sich um das Anschauen desjenigen,&lt;br /&gt;
was Sie nun dargestellt vernehmen werden, um das anzuschauen&lt;br /&gt;
gerade in derselben Art und Weise innerlich klingend und innerlich&lt;br /&gt;
sich gestaltend, wie es zur Darstellung kommt. Man hat nichts zu tun&lt;br /&gt;
bei einer solchen Darstellung, als lediglich dasjenige, was so innerlich&lt;br /&gt;
im Schauen auftritt, äußerlich abzuschreiben.&amp;quot; {{Lit|{{G|281|11}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Mir war es immer etwas außerordentlich Unsympathisches,&lt;br /&gt;
wenn der eine oder der andere gekommen ist und meine Mysteriendramen&lt;br /&gt;
in symbolischer oder sonstiger verstandesmäßiger Weise ausgedeutet&lt;br /&gt;
hat und allerlei gerade vom Verstande aus hineingetragen&lt;br /&gt;
hat. Denn das, was in diesen Mysteriendramen lebt, ist bis auf den&lt;br /&gt;
einzelnen Laut hin imaginativ erlebt. Das Bild steht als Bild da und&lt;br /&gt;
stand immer als Bild da. Und niemals wäre es mir selber eingefallen,&lt;br /&gt;
irgend etwas Verstandesmäßiges zugrunde zu legen, um es dann ins&lt;br /&gt;
Bild umzugestalten.&amp;quot; {{Lit|{{G|281|69}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Sprache der Dramen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mysteriendramen erfordern eine besondere Behandlung der Sprache, die Rudolf Steiner später in den gemeinsam mit [[Marie Steiner]] gehaltenen Kursen für [[Sprachgestaltung]] ausführlich erläutert hat. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist, dass alles, was sich auf der [[Physische Welt|physischen Ebene]] abspielt, eine sehr plastische, stark konturierte [[konsonant]]ische Sprache verlangt, während Texte, die sich auf das Sittlich-Relgiöse beziehen, einer mehr [[musik]]alisch-[[vokal]]ischen Sprechweise bedürfen. Will man aber die Handlung in die [[geistige Welt]] hinaufführen, so muss man zu einer Synthese dieser beiden Sprachformen kommen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;So&lt;br /&gt;
wird das Bild, das sich da abspielt als das siebente meines Mysteriendramas&lt;br /&gt;
«Die Pforte der Einweihung», durchaus als das Abbild geistiger,&lt;br /&gt;
aber durch den physischen Menschen hindurch wirkender Impulse&lt;br /&gt;
anzusehen sein. Wenn man nun nicht aus irgendwelchen Phantasien&lt;br /&gt;
oder aus einer nebulosen Mystik heraus symbolisch oder allegorisch&lt;br /&gt;
oder irgendwie anders solche Darstellungen des Übersinnlichen&lt;br /&gt;
gibt, sondern wenn man sie aus den wirklichen Erfahrungen der übersinnlichen&lt;br /&gt;
Welt heraus gibt, dann ist man genötigt, zu ganz anderen&lt;br /&gt;
Vorstellungen zu greifen als diejenigen sind, die man sonst im physischen&lt;br /&gt;
Leben zu verwenden hat. Im physischen Leben fallen jene Vorstellungen&lt;br /&gt;
auseinander, die sich auf das moralisch-religiöse Leben beziehen.&lt;br /&gt;
Sie haben einen mehr ungestalteten Charakter, haben einen&lt;br /&gt;
Charakter der Abstraktheit, des Unanschaulichen. Dagegen jene anderen&lt;br /&gt;
Vorstellungen, die sich auf die Natur beziehen, haben einen anschaulichen&lt;br /&gt;
Charakter, der ihnen scharfe Konturen gibt und so weiter.&lt;br /&gt;
Wer ein Gefühl dafür hat, wie sich im Anhören das konturierte Wort&lt;br /&gt;
abhebt von dem gestaltlosen Wort, von dem mehr musikalisch zu&lt;br /&gt;
empfindenden Wort, der wird überall bemerken die Übergänge von&lt;br /&gt;
diesem innerlich plastischen zu dem innerlich musikalischen Worte.&lt;br /&gt;
Ist man aber genötigt, die Handlung in die geistige Welt hinaufzuführen,&lt;br /&gt;
dann muß man gewissermaßen eine Synthese fassen. Man&lt;br /&gt;
muß die Möglichkeit finden, die Plastik des Wortes soweit aufzulösen,&lt;br /&gt;
daß sie sich als Plastik nicht verliert, aber man muß sie doch dahin&lt;br /&gt;
bringen, daß sie unmittelbar zugleich musikalisch wird. Eine plastisch-musikalische&lt;br /&gt;
Sprechweise muß Platz greifen, denn man hat es nicht&lt;br /&gt;
mit dem Auseinanderfallen des Sittlich-Religiösen und des Natürlich-Physischen zu tun, sondern mit einer synthetisch zusammenfallenden&lt;br /&gt;
Reihe. Und so werden Sie denn in dieser Szene, die nun zur Rezitation&lt;br /&gt;
kommt, hören, wie im Grunde genommen aus einem ganz anderen&lt;br /&gt;
inneren Vorstellungsleben heraus dargestellt wird, als das gewöhnliche&lt;br /&gt;
des Alltags ist, oder als dasjenige der gewöhnlichen Dramatik&lt;br /&gt;
ist. Es wird aus einem Vorstellungsleben heraus gesprochen und dargestellt,&lt;br /&gt;
welches in einem enthält dasjenige, was Natur, elementarische&lt;br /&gt;
Naturgewalten, elementarische Naturkraftungen sind, und das, was&lt;br /&gt;
durch diese elementarischen Naturkraftungen zugleich moralischethische&lt;br /&gt;
Bedeutung hat. Das Physische wird zu gleicher Zeit sittlich,&lt;br /&gt;
das Sittliche wird in physische Bildlichkeit heruntergeholt. Man kann&lt;br /&gt;
nicht mehr unterscheiden in dieser Sphäre zwischen dem, was physisch&lt;br /&gt;
sich abspielt, und dem, was ethisch sich abspielt, denn das Ethische&lt;br /&gt;
spielt sich in Form des Physischen, das Physische spielt sich im&lt;br /&gt;
Gebiete des Ethischen ab. Das aber erfordert eine ganz besondere Behandlung&lt;br /&gt;
der Sprache, und diese Behandlung der Sprache kann gar&lt;br /&gt;
nicht anders als so erfolgen, daß man überhaupt bei einer solchen Darstellung&lt;br /&gt;
künstlerisch nicht im allergeringsten mehr von dem Gedanken&lt;br /&gt;
ausgeht.&amp;quot; {{Lit|{{G|281|10f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Probenarbeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mysteriendrama Johannes und Capesius.jpg|thumb|400px|Johannes Thomasius und Professor Capesius. Foto von der Neuinszenierung von [[Rudolf Steiner]]s [[Mysteriendramen]] an der [[Goetheanum]]-Bühne 2010. Foto: Jochen Quast]]&lt;br /&gt;
Die wenigsten Darsteller, die bei den Uraufführungen der Mysteriendramen mitwirken durften, waren ausgebildete Schauspieler. Das erschien Steiner nicht so wichtig; viel bedeutsamer war, dass innerhalb dieser eng verbundenen Gemeinschaft ein ganz besonderer Gemeinschaftsgeist heranwuchs, den Steiner als beispielhaft für die anthroposophische Arbeit, ja vielleicht für das menschliche Zusammenwirken überhaupt bezeichnet hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer solche Aufführungen sieht, denkt vielleicht nicht immer daran, daß es lange dauert, bis das, was zuletzt sich dem Auge in wenigen Stunden darbietet, wirklich auf der Bühne steht. Und die Art und Weise, wie unsere lieben Freunde hier an diesem Orte zusammenarbeiteten, um das Werk zustande zu bringen, sie darf in einer gewissen Beziehung immer wieder für die anthroposophische Arbeit, vielleicht auch für das menschliche Zusammenwirken, als Vorbild bezeichnet werden. Insbesondere deshalb, weil es einem richtigen anthroposophischen Empfinden widerstreben würde, bei dieser Arbeit in irgendeiner Weise zu kommandieren. Da ist ein Fortschritt nur dann möglich, wenn die einzelnen Freunde mit ihrem Herzen voll dabei sind, in ganz anderer Weise, als das auf einem ähnlichen künstlerischen Felde jemals der Fall sein könnte. Und dieses Voll-dabei-Sein, nicht nur in den wenigen Wochen, die uns zur Verfügung stehen, um die Aufführungen vorzubereiten, sondern dieses Voll-dabei-Sein, dieses freie herzliche Zusammenwirken, es dauerte Jahre hindurch.&amp;quot; {{Lit|{{G|122|16}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Text seiner Dramen hat Rudolf Steiner Bild für Bild erst unmittelbar vor Probenbeginn niederzuschreiben begonnen. „Es wäre ja Unsinn“ meinte er, „ein Drama zu schreiben, bevor es sich um eine Aufführung handelt.“ Und so schrieb er spät in der Nacht noch die Texte, die jeweils am nächsten Tag geprobt werden sollten. So ähnlich muss es wohl auch Shakespeare mit seiner Theatertruppe gemacht haben. Rudolf Steiner erweist sich hier als genialer Theaterpraktiker. Viel Schlaf konnte Steiner zu dieser Zeit nicht finden und oft blieb sein Bett ganz unberührt, doch war er stets in einer frischen, beschwingten Stimmung. [[Alexander Strakosch]] schrieb dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Rudolf Steiners Tage und – wie erwähnt – auch die Nächte waren von intensiver Tätigkeit erfüllt, doch war es nicht jenes beängstigende Übermaß an Arbeit und Sorge, wie in den letzten Zeiten, sondern es herrschte um ihn die harmonische Beschwingtheit, welche das künstlerische Schaffen verleiht, wenn es sich wirkend entfalten kann. Er wurde nicht von außen gedrängt durch Menschen oder Verhältnisse oder bedrückt durch Sorgen. Alle waren bestrebt, seine Instruktionen auszuführen, seinen Anregungen zu folgen.“ {{Lit|Strakosch}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich musste Rudolf Steiner, bevor er die Dramen niederschreiben konnte, ein Grundkonzept entwerfen, dem die Handlung folgen sollte, aber der eigentliche Text entstand aus den unmittelbaren Erfahrungen der Probenarbeit. Anfangs mussten sich die Darsteller die Texte, die fein säuberlich in gut leserlicher Handschrift mit Bleistift geschrieben waren, noch selbst abschreiben. [[Maximilian Gümbel-Seiling]] schreibt in seinen Erinnerungen an die Probenarbeiten zu den Münchner Mysterienspielen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Am Vormittag erschien Dr. Steiner und las uns jeweils aus seinem Heft das neu entstandene Bild vor. Manchmal schrieben wir uns aus diesem Heft selbst unsere Rollen ab. Die Bleistiftschrift war deutlich und klar. Bald unterzog sich Dr. Elisabeth Vreede der Mühe, die fertigen Szenen für uns auf der Schreibmaschine abzuschreiben. Er las mit zurückgehaltenem Pathos, aber deutlicher Charakterisierung. Während der Proben gab er sparsame Winke. Selten machte er es uns auf der Bühne vor. Dann aber bekam man den Eindruck einer konkreten Persönlichkeit und bemerkte, daß es ihm Freude machte, seinen Gestalten Haltung, Ton, Gebärde zu verleihen.“ {{Lit|Seiling}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde das Ganze noch professioneller organisiert, indem ein Druckerlehrling pünktlich um 5 Uhr morgens Rudolf Steiners Vorlage abholte und die fertigen, praktisch noch feuchten Druckbögen rechtzeitig zum Probenbeginn ablieferte. Wie dann die Probenarbeit ablief, davon hat [[Alice Fels]] in ihren Erinnerungen von den Proben zu „[[Der Seelen Erwachen]]“ ein lebendiges Bild gezeichnet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Um 10 Uhr vormittags trafen alle Teilnehmer im Probenraum ein. Zunächst las Rudolf Steiner mit starker Intonierung und dezidiertem Betonen des Rhythmus das in der Nacht Neuerstandene vor. Dann verteilte er den noch druckfeuchten Text an die Träger der verschiedenen Rollen und ließ ihn so oft lesen und spielen, bis sich die verschiedenartigen Menschen aufeinander abgestimmt hatten. Er leitete die Arbeit derart, daß er niemals die Spieler unterbrach und „verbesserte“, sondern dieselbe Szene wieder und wieder vorsprach und vorspielte mit allen mimischen Nuancen und so oft spielen ließ, bis er mit den Schauspielern zufrieden war. Wesentlich schien ihm dabei, die Stimmung, die Atmosphäre eines Bildes zu übermitteln – gewaltig wirkte es, wie er die beiden Bilder im Geistgebiet vorlas. Er stellte sich während des Lesens auf einen Stuhl, und im schwingenden Rhythmus der Verse fühlte sich der Zuhörer mitgetragen in die Weltenweiten. Die Erde wurde einem gleichsam sachte unter den Füßen weggezogen, während die Jamben mit ungeheurer Wucht, stark beschwingt und dabei in strahlender Helle dahinströmten.&amp;quot; {{Lit|Fels}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliches berichtet auch [[Oskar Schmiedel]] von den Proben zur „[[Pforte der Einweihung]]“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Einen ganz besonders starken Eindruck machte es, wenn Dr. Steiner einzelne Rollen vorspielte; er tat dies mit einer schauspielerischen Kunst und Kraft, die es den Spielern schwer machte, in ihrer eigenen Darstellung dem einigermaßen nachzukommen. Ganz unvergeßlich ist mir z. B., wie Rudolf Steiner die Szene vorspielte, in der Strader vor dem von Thomasius gemalten Bild des Capesius steht. Mit einer Eindringlichkeit spielte Rudolf Steiner, daß wir alle, die wir dies miterleben durften, erschüttert waren und eine tiefe Stille danach längere Zeit im Saale herrschte.&amp;quot; {{Lit|Schmiedel}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es durch den schrittweisen Entstehungsprozess der Dramen von Probentag zu Probentag auch kein vorgefertigtes Regiekonzept geben konnte ist klar. Wenn schon das Drama selbst von Tag zu Tag entstand, so musste noch mehr die Regie selbst direkt aus dem lebendigen Probengeschehen herauswachsen. Die künstlerische Inspiration für das Stück selbst und für seine dramatische Umsetzung auf der Bühne fließt hier aus einer Quelle, die durch das gemeinsame Tun und Empfinden während der Proben geöffnet wird. In diesem Sinne sind die Akteure, die Schauspieler, die Bühnenmaler und sonstigen Helfer durchaus aktiv schöpferisch mitbeteiligt am Zustandekommen des Werkes, das dann schließlich über die Bühne gebracht wurde. Durch eine tätige Gemeinschaft von Menschen können sich immer höhere geistige Kräfte offenbaren, als das durch einen Einzelnen möglich ist – selbst wenn er ein hoher Eingeweihter ist. Das mindert keineswegs die Leistung Rudolf Steiners, sondern gab ihm im Gegenteil erst die Möglichkeit, seine Fähigkeiten voll auszuschöpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit dieses Werk gelingen konnte, bedurfte es einer ganz besonderen inneren Geisteshaltung der Darsteller:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;In alledem, was hier erwähnt wird, erblicken wir natürlich nicht ein Vollendetes, sondern etwas, was der Anfang eines Wollens ist, und wir möchten nun gerne, daß man durch alles das, was gewollt wird, was nicht jetzt schon geleistet werden kann, ersieht, wie man sich die Fortgestaltung der Kunst denken kann. Deshalb ist es uns von so unendlicher Wichtigkeit, daß auch die innere dramatische Gestaltung nur in den Händen von Darstellern liegt, die nach geistiger Erkenntnis streben, denn ich möchte — nicht aus persönlicher Neigung, sondern deshalb, weil ich muß — nicht ein einziges Wort in diesen unseren dramatischen Unternehmungen auf der Bühne gesprochen wissen von einem Andersgesinnten, und wenn dieses Wort auch mit der höchsten künstlerischen Vollendung und mit dem äußersten künstlerischen Raffinement der gegenwärtigen sprachlichen Bühnentechnik gesprochen würde. Denn etwas ganz anderes wird gewollt als diese äußere Bühnentechnik. Das, was heute Kunst genannt wird, wird nicht gewollt. Gewollt aber wird, daß in jeder Seele, die da oben steht und mitwirkt, das Herz aus spiritueller Wärme heraus spricht, daß ein solcher Hauch durch die ganze mehr oder weniger gute Darstellung geht, daß wir Geisteswärme als Kunst, Kunst als Geisteswärme erleben. Deshalb müßte jeder, der teilnimmt an diesen unseren Inaugurationsunternehmungen des Münchener Zyklus, die Empfindung haben: es gibt da kein Wort, das nicht, indem es gesprochen wird, zugleich in tiefster Seele von dem Darsteller mitempfunden wird. Das bewirkt in mancher Hinsicht jene künstlerische Keuschheit, die derjenige, der nicht spirituell fühlen will, als Dilettantismus empfinden mag, die aber der Anfang ist von etwas, was da kommen soll, der Anfang von etwas, was man einstmals als künstlerische Wahrheit in tiefstem, in geistigstem Sinne des Wortes empfinden wird, so unvollkommen und anfänglich es Ihnen auch heute entgegentreten mag.&amp;quot; {{Lit|{{G|129|26}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reinkarnation und Karma ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals in der dramatischen Dichtung überhaupt hat Rudolf Steiner in seinen Dramen die wahren Triebkräfte des Schicksalsgeschehens offen und konsequent auf die Bühne gestellt. Wie sich der Charakter des Menschen gegenüber der Unausweichlichkeit des [[Schicksal]]s bewährt, war zwar schon immer der Hauptnerv der tragischen Dichtung, doch blieben die wahren Ursachen letztlich rätselhaft. Rudolf Steiner hat die Hintergründe der tragischen Schicksalsverwicklungen auf ihre wahren Ursachen, nämlich auf [[Karma|karmische]] Verwicklungen in [[Reinkarnation|früheren Erdenleben]], zurückgeführt und dramatisch zur Darstellung gebracht. Darin liegt ein wesentlicher und notwendiger Impuls für den Fortschritt der dramatischen Kunst, wenn es auch noch länger dauern mag, bis er in weiteren Kreisen aufgegriffen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Das Drama der Reinkarnation ist das neue Drama, alles andere sind Nachzügler, gabrielische Nachzügler. Aber das wirklich in die Zukunft gehende Drama der Moderne, das michaelische Drama, muss den Menschen im Durchgang durch die Inkarnation erlebbar machen. Eigentlich müssten, gleichsam um die Mysteriendramen Rudolf Steiners herum tausend Dramen geschrieben werden, auch Komödien. So dass dieser Gedanke und das entsprechende Lebensgefühl in der Begegnung mit dem anderen Menschen Selbstverständlichkeiten werden.|Gespräch mit W. Hammacher|in:  [[Der Europäer]] Jg. 8 / Nr. 12 / Oktober 2004|ref=[http://www.perseus.ch/wp-content/uploads/2012/02/Faust-Hammacher.pdf#page=8&amp;amp;view=Fit , S. 10f]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Leider sind die Mysteriendramen [[Rudolf Steiner|Steiners]] außerhalb anthroposophischer Kreise nur mäßig bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
{{Glomer|thema/rudolf-steiner/werk/mysteriendramen}}&lt;br /&gt;
=== Allgemein ===&lt;br /&gt;
* [[Christian Clement]]: &#039;&#039;Die Geburt des modernen Mysteriendramas aus dem Geiste Weimars. Zur Aktualität Goethes und Schillers in der Dramaturgie Rudolf Steiners.&#039;&#039;, Logos Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-8325-1645-1&lt;br /&gt;
* Alice Fels: &#039;&#039;Erinnerungen an die Münchener Proben zu den Mysterienspielen&#039;&#039; im &#039;&#039;Nachrichtenblatt&#039;&#039; 1929 Nr. 38 und 39 und 1950 Nr. 30 und 31&lt;br /&gt;
* Max Gümbel-Seiling: &#039;&#039;Mit Rudolf Steiner in München&#039;&#039; und &#039;&#039;Einige Erinnerungen an die Mysterienspiele in München von einem Mitspieler&#039;&#039; in &#039;&#039;„Mitteilungen aus der Anthroposophischen Arbeit in Deutschland“&#039;&#039; Nr. 7, März 1949&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Hammacher]]: &#039;&#039;Die Uraufführung der Mysteriendramen von und durch Rudolf Steiner&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2010, ISBN 978-3-7235-1379-8&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Hammacher]], Günther Aschoff: &#039;&#039;Ergänzungen zu: Die Uraufführung der Mysteriendramen von und durch Rudolf Steiner. München 1910-1913&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2014, ISBN 978-3723515594&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Hammacher]]: &#039;&#039;Einführung in Rudolf Steiners Mysteriendramen&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2009, ISBN 978-3-7235-1360-6&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Hammacher]]: &#039;&#039;Inhaltswiedergabe der vier Mysteriendramen Rudolf Steiners&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2000, ISBN 3-7235-1086-8&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Hammacher]]: &#039;&#039;Die Grundelemente der Sprachgestaltung und Schauspielkunst nach Rudolf Steiner&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2005, ISBN 978-3-7235-1241-8&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Hammacher]]: &#039;&#039;Kurze Wegleitung durch die Mysteriendramen&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 1995, ISBN 978-3-7235-0888-6&lt;br /&gt;
* Michael Debus: &#039;&#039;Lebenskrisen und Lebensdramatik. Hinführung zu den Mysteriendramen von Rudolf Steiner&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2011, ISBN  978-3-7235-1424-5&lt;br /&gt;
* Michael Debus: &#039;&#039;Mondenkarma und Sonnenkarma. Schicksalsverantwortung in den Mysteriendramen von Rudolf Steiner&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2012, ISBN  978-3-7235-1472-6&lt;br /&gt;
* Oskar Schmiedel: &#039;&#039;Erinnerungen an die Proben zu den Mysterienspielen in München in den Jahren 1910 – 1913&#039;&#039; in &#039;&#039;„Mitteilungen aus der Anthroposophischen Arbeit in Deutschland“&#039;&#039; Nr. 7 März 1949&lt;br /&gt;
* [[Judith von Halle]]: &#039;&#039;Die sieben Mysteriendramen Rudolf Steiners&#039;&#039;, Verlag für Anthroposophie, Dornach 2016, ISBN 978-3-03769-053-6&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?&#039;&#039;, [[GA 10]] (1904/05)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Entwürfe, Fragmente und Paralipomena zu den vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 44]] (1985)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Natur- und Geistwesen – ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt&#039;&#039;, [[GA 98]] (1996)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Theosophie des Rosenkreuzers&#039;&#039;, [[GA 99]] (1985), ISBN 3-7274-0990-8 {{Vorträge|099}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde&#039;&#039;, [[GA 107]] (1988), ISBN 3-7274-1070-1 {{Vorträge|107}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts&#039;&#039;, [[GA 171]] (1984), ISBN 3-7274-1710-2 {{Vorträge|171}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geschichtliche Symptomatologie&#039;&#039;, [[GA 185]] (1982), ISBN 3-7274-1850-8 {{Vorträge|185}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Kunst der Rezitation und Deklamation&#039;&#039;, [[GA 281]] (1967) {{Vorträge|281}}&lt;br /&gt;
* Alexander Strakosch: &#039;&#039;Lebenswege mit Rudolf Steiner&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Hans-Ulrich Stauffer: &#039;&#039;Die Offenbarung des Karmas in Rudolf Steiners vier Mysteriendramen&#039;&#039;, Zbinden Verlag 2014, ISBN 978-3859894501&lt;br /&gt;
* Manfred Krüger: &#039;&#039;Mysteriendramatik im Seelenraum. Die Pforte der Einweihung / Die Prüfung der Seele / Der Hüter der Schwelle / Der Seele Erwachen&#039;&#039;, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2009, ISBN 978-3-7274-5333-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge zu &#039;&#039;Die Pforte der Einweihung&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte&#039;&#039;, [[GA 122]] (1984), Vorträge in München vom 16.8. und 21.8.1910&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Matthäus-Evangelium&#039;&#039;, [[GA 123]] (1988), Vorträge in Bern vom 2.9., 5.9., 10.9. und 12.9.1910&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Beantwortung von Welt- und Lebensfragen durch Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 125]] (1992), Vorträge vom 17.9.1910 in Basel und vom 31.10.1910 in Berlin&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Von Jesus zu Christus&#039;&#039;, [[GA 131]] (1988), Vortrag vom 13.10.1911 in Karlsruhe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge zu &#039;&#039;Die Prüfung der Seele&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mission der neuen Geistesoffenbarung&#039;&#039;, [[GA 127]] (1989), Vortrag vom 19.12.1911 in Berlin&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen&#039;&#039;, [[GA 129]] (1992), 1.,3.,5.,7.- 10. Vortrag in München&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge zu &#039;&#039;Der Hüter der Schwelle&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Von der Initiation. Von Ewigkeit und Augenblick. Von Geisteslicht und Lebensdunkel&#039;&#039;, [[GA 138]] (1986), Vorträge vom 28.8. und 30.8.1912 in München&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Wert des Denkens für eine den Menschen befriedigende Erkenntnis&#039;&#039;, [[GA 164]] (1984), Vortrag vom 19.9.1915 in Dornach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge zu &#039;&#039;Der Seelen Erwachen&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Geheimnisse der Schwelle&#039;&#039;, [[GA 147]] (1997), Vorträge vom 24.8., 27.8., 28.8. und 30.8.1913 in München&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mysterienstätten des Mittelalters&#039;&#039;, [[GA 233a]] (1991), Vortrag vom 5.1.1924 in Dornach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die sieben Mysteriendramen ===&lt;br /&gt;
* [[Judith von Halle]]: &#039;&#039;Die sieben Mysteriendramen Rudolf Steiners&#039;&#039;, Vlg. für Anthroposophie, Dornach 2016, ISBN 978-3-03769-053-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014a.pdf - I.  Die Pforte der Einweihung als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
*http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014b.pdf - II.  Die Prüfung der Seele als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
*http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014c.pdf - III.  Der Hüter der Schwelle als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
*http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014d.pdf - IV.  Der Seelen Erwachen als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
*[http://www.goetheanum-buehne.ch/3366.html Die Mysteriendramen 2010] - Die Neuinszenierung der Mysteriendramen am Goetheanum.&lt;br /&gt;
*[http://www.mysteriendramen.at Die Mysteriendramen Rudolf Steiners] &lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=tlacBz1Tnio Das Geheimnis der Mysteriendramen - Geisteswissenschaft TV] - [[Axel Burkart]] im Gespräch mit [[Wolfgang Peter]] (2025)&lt;br /&gt;
=== Musik ===&lt;br /&gt;
* [http://www.parzifal.ch/index.php?id=32 Adolf Arenson: &#039;&#039;Musik zu den vier Mysteriendramen Rudolf Steiners&#039;&#039;] - Mitschnitt einer konzertanten Aufführung in Bern vom 25. August 1989 ([http://www.parzifal.ch Parzifal Verlag]).&lt;br /&gt;
* [https://shop.kooperative.de/musik-zu-den-vier-mysteriendramen-rudolf-steiners-p-874.html Musik zu den vier Mysteriendramen Rudolf Steiners] - von [[Adolf Arenson]]&lt;br /&gt;
* [http://mysterienszenen.de Mysterienszenen] - Musik zu den [[Mysteriendramen]] von [http://www.elmar-lampson.de Elmar Lampson]&lt;br /&gt;
* [http://pedroguiraud.wix.com/pedro-guiraud#!mysteriendrama/c1ri7 Die Prüfung der Seele - Eine musikalische Version aus dem II. Mysteriendrama Rudolf Steiners] - Inszeniert von [http://pedroguiraud.wix.com/pedro-guiraud Pedro Guiraud]​​​ ([https://soundcloud.com/pedro-guiraud Hörproben])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysteriendramen von Rudolf Steiner|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_Seelen_Erwachen&amp;diff=625065</id>
		<title>Der Seelen Erwachen</title>
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		<updated>2026-01-02T22:51:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: /* Drittes Bild */ komma&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mysteriendramensiegel_4.gif|thumb|Siegelbild für das vierte Mysteriendrama nach dem Entwurf [[Rudolf Steiner]]s.]]&lt;br /&gt;
== Der Seelen Erwachen ==&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist das vierte und letzte von [[Rudolf Steiner]] verfasste [[Mysteriendrama]]. Die Uraufführung fand am [[Wikipedia:22. August|22. August]] [[Wikipedia:1913|1913]] im &#039;&#039;Volkstheater&#039;&#039; in [[Wikipedia:München|München]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhaltsübersicht ===&lt;br /&gt;
Hilarius Gottgetreu hat die Leitung des väterlichen Holzsägewerks übernommen und will die Produktion nach geistig-künstlerischen Kriterien neu orientieren. Johannes Thomasius soll die Produkte künstlerisch gestalten, Strader die technische Leitung übernehmen und Benedictus, Maria und Capesius weithin Verständnis für die neue Produktionsweise wecken. Der Bürochef aber hält Hilarius` Geistesbrüder nicht für befähigt, die geistigen Erkenntnisse in die Lebenspraxis umzusetzen; das Unternehmen würde dadurch zugrunde gerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will indessen Johannes` Schöpferkraft an den Geist von Johannes Jugend binden, der in dessen Seelentiefen als Schattenwesen wirkt. Johannes fühlt sich darum nicht mehr fähig, noch weiter für Hilarius zu arbeiten. Maria verweist Johannes auf die Welt der Elementarwesen. Mit ihnen soll er vergleichen, was ihm aus abgelebten Zeiten dämmert. Dann werde er erkennen, dass ihn dies Wesen aus den eigenen Seelentiefen nicht zwingen, sondern er es aus Geisteshöhen frei beherrschen könne. Nur widerwillig lauscht Johannes dem Chor der Gnomen und Sylphen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Capesius, der Johannes` inneren Seelenkampf in geistiger Schau miterlebt hat, will nicht mehr für Hilarius wirken. Er fürchtet, dass ihn jede Erdenwirksamkeit seiner neuen Seherkräfte berauben könnte. Er wird darin später von Felix Balde bestärkt, der meint, dass man die Geistesschau fern jeder äußeren Tätigkeit verehrungsvoll im Herzen ruhen lassen müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bellicosus unterstützt Hilarius` Pläne. Torquatus hingegen ist skeptisch, da sich Capesius mittlerweile von Benedictus und seinem Schülerkreis abgewandt hat - das werfe auch Schatten auf Benedictus eignes Urteilsvermögen. Auch Romanus bezweifelt die Reife von Benedictus` Geistesschülern, doch Straders Geistesart fühlt er sich eng verbunden. Ihm, so meint Romanus, könnte das Werk gelingen. Romanus` Meinung beeindruckt auch den Bürochef, der Romanus als tüchtigen Lebenspraktiker schätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader fühlt sich Capesius und Felix Balde stark verbunden, doch dass sie jeder Erdenwirksamkeit entsagen wollen, reißt zugleich einen schmerzlich tiefen Abgrund auf, denn ihm ersteht die Geistesschau nur dann, wenn er sich Tatgedanken widmen darf. Die Seelenpein weckt in Strader die Geistesschau. Aus dem Abgrund steigen Schattenwesen auf, die, Finsternis erzeugend, wild aufeinander stürzen. Maria fordert ihn auf, die Schatten mit seinem eigenen Licht zu erhellen. Doch Strader verstrahlt nur Finsternis, weil er, wie Maria ihm vorhält, zu feige sei, sein eignes Licht zu strahlen und lieber träumend im Selbstgenuss versinke. Maria zeigt ihm noch, wie Felix und Capesius im Kampf mit den Schatten ihr Geistesschwert härten, doch würden diese Schwerter für ihn nicht taugen – er müsse sein eigenes Schwert schmieden. Erschüttert erwacht Strader aus seiner Geistesschau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fünfte und sechste Bild führt ins Geistgebiet und zeigt die Erlebnisse der handelnden Personen vor ihrem Herabstieg zur Geburt in das gegenwärtige Erdenleben. Über die Sonnensphäre steigen sie so bewusst zum Erleben der Weltenmitternacht in der Saturnsphäre auf, dass sie sich im späteren Erdenleben in ahnungsvollen Gedanken daran erinnern werden.&lt;br /&gt;
Das siebente und achte Bild gibt eine Rückschau auf die frühere Inkarnation der Schicksalsgemeinschaft zur spätägyptischen Zeit. Ein junger Neophyt, eine frühere Inkarnation Marias, soll zum Berater des Königs eingeweiht werden. Der Opferweise und König – eine frühere Inkarnation des Capesius – will diese Initiation verhindern, weil der Neophyt nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Unweit des Weihetempels verzehrt sich eine junge Ägypterin, eine frühere Inkarnation des Johannes` Thomasius, vor Sehnsucht nach ihrem Geliebten, der nun als Neophyt eingeweiht werden soll. Benedictus leitet als höchster Opferweise das Initiationsritual, doch der Opferweise (Capesius) lässt die Einweihung absichtlich scheitern, indem er das magische Wort nicht denkt, welches das Ich des Neophyten während der Zeremonie ausschalten soll. So kündet der Neophyt, als er aus der Geistesschau erwacht, nicht von hohen Geisteswelten, sondern in frevelhafter Weise nur von seinen persönlichen, leibgebundenen Leidenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Bilder spielen wieder in der Gegenwart. Maria beginnt sich an die Erlebnisse der Weltenmitternachtsstunde zu erinnern. Auch ihre ägyptische Inkarnation wird ihr bewusst und der Hüter der Schwelle lässt sie den Zusammenhang der jungen Ägypterin mit dem Geist von Johannes` Jugend erahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geiste schaut auch Johannes die Einweihungszeremonie des jungen Mysten und mit Hilfe Marias erkennt er, wie das sich von unerfüllter Sehnsucht verzehrende Leben der jungen Ägypterin und der schattenhafte Geist von Johannes Jugend zueinanderstreben. Und nun erkennt er auch Maria in ihrer wahren Geistgestalt. Luzifer will diese Erkenntnis hemmen, doch Benedictus weist ihn in die Schranken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader quälen indessen noch immer die harten Worte, die Maria in der Geistesschau zu ihm gesprochen hatte. Benedictus macht ihm klar, dass dies in Wahrheit seine eigene Imagination war. Strader sei zu einer höheren geistigen Entwicklungsstufe aufgestiegen und von hier aus müsse ihm jetzt das früher schon Erreichte als Finsternis erscheinen, und was er als Feigheit empfinde, sei für geringere Seelen Tapferkeit. Dennoch bezweifelt Strader, dass er genug Kraft haben werde, sich Romanus und dem Bürochef zu widersetzen, die von ihm fordern, sich von Benedictus und seinem Schülerkreis zu trennen. Dann berichtet er Benedictus von einer Traumvision, in der er sich in einem Schiff befand, am Steuer Benedictus. Entgegen kam ihnen ein zweites Schiff mit Romanus und dem Bürochef und an ihrer Seite Ahriman, mit dem Strader kämpfen muss und wie ihm dabei Theodora zu Hilfe eilt. Benedictus fühlt, dass dieses Bild in Straders Seele noch nicht ausgereift, wohl aber bedeutsam ist. Doch wie es sich vollziehen wird, verbirgt sich seinem Schauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zwölften Bild führt Ahriman, der den baldigen Tod Straders voraussieht, die Seele Ferdinand Reineckes in das Innere der Erde und inspiriert sie mit Gedanken, die Strader an seinem Werk endgültig irre machen und in die Fänge Ahrimans treiben sollen. Da erscheint Theodoras Seele; verlässt sie Strader nicht, solang er noch auf Erden lebt, wäre Ahrimans Kampf um Straders Seele verloren.&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird Strader von bitteren Zweifeln gequält, seit ihm Reinecke den Fehler in seinem Mechanismus nachweisen konnte, und Hilarius, der sieht, dass sein Werk endgültig zu scheitern droht, versteht nicht, wie er sich so in Strader täuschen konnte. Romanus hingegen bleibt trotz aller Einwendungen fest von Straders Fähigkeiten überzeugt und ahnt, dass der Hüter der Schwelle an dessen Seite steht. &lt;br /&gt;
Capesius berichtet Felix Balde, wie er geistig geschaut habe, dass Strader die Worte Felix Baldes so verwandelt habe, dass sie nun das harmonische Zusammenstreben von Mystik und äußerer Tat zu fordern scheinen. Zugleich erinnert sich Capesius der Worte Philias zur Weltenmitternachtsstunde, die Felix Balde aber unverständlich bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilarius bittet den Bürochef, Hilarius` Pläne trotz aller Bedenken zu unterstützen. Zwar gegen seine innerste Überzeugung, aber auf Romanus` Urteils über Strader vertrauend, erklärt er sich dazu bereit. – Doch da überbringt der Sekretär die Nachricht, dass Strader vor wenigen Stunden gestorben sei. Erschüttert ahnt der Bürochef die Schicksalsmacht, die hier gesprochen hat.&lt;br /&gt;
Die Pflegerin Doktor Straders berichtet, wie Theodora in Straders Gedanken bis zuletzt lebendig gegenwärtig war und überbringt Benedictus einen Brief, den Strader noch in seinen letzten Lebensstunden geschrieben hat. Strader kommt darin wieder auf die Traumvision zu sprechen, von der er Benedictus berichtet hatte. Nicht Ahriman sei in dem anderen Schiff an der Seite von Romanus und des Bürochefs gestanden, sondern sein eigenes irrtumsvolles Denken! Wenige Worte folgen noch, die Benedictus aber nicht mehr zu lesen vermag. Da tritt in der Geistesschau plötzlich Hilfe bietend ein unbekanntes Wesen an Benedictus` Seite, das Benedictus aber nur als guten Geist anerkennen will, wenn es sich dem klaren Menschendenken offenbart. Da entflieht das Geistwesen und entpuppt sich als Ahriman, und Benedictus erkennt, wie Ahriman, der das klare menschliche Denken durch einen altvererbten Irrtum stets zu verwirren sucht, nur durch das wache Menschendenken künftig erlöst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personen, Gestalten und Vorgänge ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Mysteriendramensiegel_4.jpg|thumb|300px|Siegelbild mit der von Rudolf Steiner gegebenen Hintergrundfarbe des Bucheinbandes]]&lt;br /&gt;
Die geistigen und seelischen Vorgänge, welche in „Der Seelen Erwachen“ dargestellt sind, sollen so gedacht werden, daß sie etwa ein Jahr nach denjenigen erfolgen, welche in dem früher erschienenen „[[Der Hüter der Schwelle|Hüter der Schwelle]]“ gezeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „Der Seelen Erwachen“ kommen die für Vorgänge die folgenden Personen und Wesen in Betracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;I. Die Träger des geistigen Elements&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Benedictus]], die Persönlichkeit, in welcher eine Anzahl seiner Schüler den Kenner tiefer geistiger Zusammenhänge sieht. (Er ist in den vorhergehenden Seelengemälden „Die Pforte der Einweihung“ und „Die Prüfung der Seele“ als Führer des „Sonnentempels“ dargestellt. Im „Hüter der Schwelle“ bringt sich in ihm die Geistesströmung zum Ausdruck,  welche lebendig-gegenwärtiges Geistesleben and die Stelle des bloß traditionellen setzen will, wie es von dem dort vorkommenden „Mystenbund“ behütet wird.) In „Der Seelen Erwachen“ ist Benedictus nicht mehr bloß über seinen Schülern stehend zu denken, sondern mit seinem eigenen Seelenschicksale in die Seelenerlebnisse seiner Schüler verwoben.&lt;br /&gt;
*2. [[Hilarius Gottgetreu]]: Der Kenner traditionellen Geisteslebens, das sich bei ihm mit eigenen Geist-Erlebnissen verbindet. Dieselbe Individualität, welche in dem vorher erschienenen Seelengemälde „Prüfung der Seele“ als Großmeister eines Mystenbundes dargestellt ist.&lt;br /&gt;
*3. Der Bürochef des Hilarius` Gottgetreu&lt;br /&gt;
*4. Der Sekretär des Hilarius` Gottgetreu. (Dieselbe Persönlichkeit, die im „Hüter der Schwelle“ als [[Friedrich Geist]] vorkommt.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;II. Die Träger des Elements der Hingabe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Magnus Bellicosus]]. (In der „[[Pforte der Einweihung]]“ [[German]] genannt. In der „[[Prüfung der Seele]]“ und dem „Hüter der Schwelle“ Präzeptor eines Mystenbundes.)&lt;br /&gt;
*2. [[Albertus Torquatus]]. (In der „Pforte der Einweihung“ [[Theodosius]] genannt. In der „Prüfung der Seele“ kommt dieselbe Individualität als erster Zeremonienmeister des dort gezeichneten Mystenbundes vor.)&lt;br /&gt;
*3. [[Professor Capesius]]. (In der “Prüfung der Seele“ kommt seine Individualität als erster Präzeptor vor.)&lt;br /&gt;
*4. [[Felix Balde]]. (In der „Pforte der Einweihung“ als Träger einer gewissen Naturmystik, hier im „Erwachen“ Träger der subjektiven Mystik. Die Individualität Felix Baldes kommt als [[Joseph Kühne]] in der „Prüfung der Seele“ vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;III. Die Träger des Willenselementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Romanus]] (wird hier wieder mit diesem in der „Pforte der Einweihung“ für ihn gebrauchten Namen eingeführt, weil dieser seiner inneren Wesenheit entspricht, zu der er sich in den Jahren durchgearbeitet hat, welche zwischen der „Pforte der Einweihung“ und dem „Erwachen“ liegen. Im „Hüter der Schwelle“ wird für ihn der Name gebraucht, welcher als sein Name in der äußerlichen Welt gedacht ist ([[Friedrich Trautmann]]). Er wird da mit diesem Namen eingeführt, weil er innerhalb der vorkommenden Vorgänge mit seinem Innenleben nur eine geringe Bedeutung hat. Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als der zweite Zeremonienmeister des mittelalterlichen Mystenbundes vor.)&lt;br /&gt;
*2. [[Doktor Strader]]. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Jude Simon]] vor.)&lt;br /&gt;
*3. Die Pflegerin des Doktor Strader. (Sie ist dieselbe Persönlichkeit, welche im „Hüter der Schwelle“  [[Maria Treufels]] genannt wird. In der „Pforte der Einweihung“ heißt sie die andere Maria, weil die imaginative Erkenntnis des Johannes Thomasius die Imagination gewisser Naturgewalten in ihrem Bilde gestaltet. Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Berta]], die Tochter Kühnes vor.)&lt;br /&gt;
*4. [[Felicia Balde|Frau Balde]]. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Frau Kühne]] vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;IV. Die Träger des seelischen Elementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Maria (Mysteriendrama)|Maria]]. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Mönch vor.)&lt;br /&gt;
*2. [[Johannes Thomasius]]. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Thomas vor.)&lt;br /&gt;
*3. Die Frau des Hilarius Gottgetreu.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;V. Wesen aus der Geisteswelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Luzifer|Lucifer]]&lt;br /&gt;
*2. [[Ahriman]]&lt;br /&gt;
*3. [[Gnomen]]&lt;br /&gt;
*4. [[Sylphen]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VI. Wesen des menschlichen Geisteselementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td width=&amp;quot;100px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
*1. [[Philia (Mysteriendrama)|Philia]]&lt;br /&gt;
*2. [[Astrid (Mysteriendrama)|Astrid]]&lt;br /&gt;
*3. [[Luna (Mysteriendrama)|Luna]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die geistigen Wesenheiten, welche die Verbindung der menschlichen Seelenkräfte mit dem Kosmos vermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*4. [[Die andere Philia]], die Trägerin des Elementes der Liebe in der Welt, welcher die geistige Persönlichkeit angehört.&lt;br /&gt;
*5. Die Seele der [[Theodora (Mysteriendrama)|Theodora]]: (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Cäcilia]], Kühnes Pflegetochter und Schwester des Thomas vor, der die Individualität des Johannes Thomasius darstellt.)&lt;br /&gt;
*6. Der [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
*7. Der [[Doppelgänger]] des Johannes Thomasius&lt;br /&gt;
*8. Der Geist von Johannes Thomasius’ Jugend&lt;br /&gt;
*9. Die Seele des [[Ferdinand Reinecke]] bei Ahriman. (12. Bild), (kommt als Ferdinand Reinecke nur im „[[Hüter der Schwelle]]“ vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Persönlichkeiten des Benedictus` und der Maria werden auch als Gedankenerlebnisse eingeführt, und zwar im zweiten und vierten Bilde als solche des Johannes` Thomasius, im dritten Bilde als solche Straders. Im zehnten Bilde ist Maria als Gedankenerlebnis des Johannes` Thomasius eingeführt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VIII.&lt;br /&gt;
Die Individualitäten von Benedictus, Hilarius Gottgetreu, Magnus Bellicosus, Albert Torquatus, Strader, Capesius, Felix Balde, Frau Balde, Romanus, Maria, Johannes Thomasius und Theodora erscheinen im Geistgebiet (des fünften und sechsten Bildes des „Erwachens“) als Seelen, und im Tempel (des siebten und achten Bildes des „Erwachens“) als Persönlichkeiten einer weit zurückliegenden Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch gegenüber „Der Seelen Erwachen“ sei eine Bemerkung gemacht, welche ähnlich schon für die vorangegangenen Seelengemälde vorgebracht worden ist. Es sind weder die geistigen noch die seelischen Wesenheiten bloß symbolisch oder allegorisch gemeint. Wer sie so auffassen wollte, dem bliebe die reale Wesenheit der geistigen Welten ferne. Auch in dem Erscheinen der Gedankenerlebnisse (des zweiten, dritten und zehnten Bildes) ist nichts bloß Symbolisches dargestellt, sondern reale Seelenerlebnisse, welche für denjenigen, der an der geistigen Welt Anteil hat, so wirklich sind wie Personen oder Vorgänge der Sinnenwelt. Für einen solchen stellt dies „Erwachen“  durchaus ein realistisches Seelengemälde dar. Käme es auf Symbolik oder Allegorie an, so unterließe ich ganz gewiß diese Darstellung. Auf mancherlei Fragen hin habe ich auch diesmal wieder den Versuch begonnen, für „nachträgliche Bemerkungen“ einiges Erklärende zu diesem „Seelengemälde“ hinzuzufügen. Wie früher, so unterdrücke ich auch diesmal wieder den Versuch. Es widerstrebt mir, dem Gemälde, das durch sich selbst sprechen soll, derartiges hinzuzufügen. Bei der Konzeption und der Ausarbeitung des Gemäldes können dergleichen Abstraktionen gar keine Rolle spielen. Sie würden da nur störend wirken. Die geistige Wirklichkeit, die nachgebildet ist, stellt sich mit derselben Notwendigkeit vor die Seele hin, wie die Dinge der physischen Wahrnehmung. Naturgemäß ist dabei, daß die Bilder der Geist-Wahrnehmung von der gesunden Geistesschau anders auf ihre Wesenheiten und Vorgänge bezogen werden, als die Wahrnehmungen der physischen Welt auf die entsprechenden Wesenheiten und Vorgänge. Andrerseits muß gesagt werden, daß die Art, wie die geistigen Vorgänge sich vor die wahrnehmende Seele hinstellen, zugleich die Disposition und Komposition eines solchen Gemäldes mitenthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders erwähnt soll werden, daß die musikalischen Beigaben für die Aufführung des Dramas von [[Adolf Arenson]] herrühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
===Erstes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Comptoir Gottgetreus. In nicht allzu neuem Stile eingerichtet. Man kann sich denken, daß Gottgetreu Besitzer eines Werkes ist, in dem Holzsägearbeit gemacht wird. Bürochef und Sekretär im Gespräch; Hilarius; später Strader.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sekretär und der Bürochef beklagen den Niedergang von Hilarius Gottgetreus Fabrik, seit dieser „von Leuten sich in Irrtum jagen lässt, die nach besondren Geistesgaben streben.“ Hilarius versucht jedoch den Bürochef von seinen zukunftsweisenden Ideen zu überzeugen. Er will nicht länger dem bloßen Diktat des Marktes folgen; was nützlich und zweckmäßig für den Alltagsgebrauch ist, soll Thomasius zugleich geistgemäß künstlerisch gestalten: „Gewerbe soll mit Kunst zur Einheit werden.“ Strader werde die technische Leitung des Werkes übernehmen und Benedictus, Maria und Capesius sollen weithin das Verständnis für die neue Produktionsweise wecken. Dem Bürochef, der selbst wohl schon manche Schriften studiert hat, „die Geisteswissen offenbaren wollen“, scheint die Zeit dafür noch lange nicht reif und Strader, der mit den Plänen für seine revolutionäre Maschine glücklos gescheitert ist, scheint ihm wenig geeignet, ein solches Vorhaben zu vollenden. Der Bürochef will sich nicht länger an Illusionen verschwenden, in denen Wahn und Wahrheit ineinander verschwimmen, und seine Kraft nicht auf Taten richten, deren Wirkungsart er nicht voll und klar durchschauen kann und verweigert daher, so sehr es ihn schmerzt, seine weitere Mitarbeit. Auch Strader, der hinzutritt, kann ihn nicht überzeugen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch wird geschehen, was geschehen muß.&lt;br /&gt;
Es wird erneute Prüfung meiner Pläne&lt;br /&gt;
Vielleicht die Ansicht wandeln, die ihr euch&lt;br /&gt;
Beim ersten Überdenken bilden mußtet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zweites Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gebirgslandschaft; im Hintergrund das Haus Hilarius’, das in der Nähe des Werkes gedacht ist. Doch wird das Werk nicht gesehen. Ein Wasserfall auf der rechten Seite. (Johannes auf einem Felsensitz; für ihn nicht sichtbar Capesius; Benedictus, Maria; Lucifer; Geistwesen, Seelenkräfte; die Seele der Theodora; der Geist von Thomasius’ Jugend.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomasius will seine Seele jetzt nicht mit Erkenntnisfragen quälen und gibt sich ganz der Schönheit der ihn umgebenden Landschaft hin. In seinen träumenden Gedanken sehnt er sich nach Maria, abgelegte Seelenwünsche werden wieder wach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie lebt als Geist in mir, auch wenn sie fern;&lt;br /&gt;
Sie denkt in meinem Denken, wenn ich mir&lt;br /&gt;
Des Wollens Ziele vor die Seele rufe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erscheint Maria wie ein objektivierter Gedanke vor Johannes Seele, doch vermag er ihr geistig strenges Antlitz kaum zu ertragen. Ihr Bild schwindet, um sogleich wieder noch nachdrücklicher zu erscheinen. Sie mahnt ihn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maria, so wie du sie schauen willst,&lt;br /&gt;
Ist sie in Welten nicht, wo Wahrheit leuchtet.&lt;br /&gt;
In Truges Reichen webt Johannes&#039; Geist,&lt;br /&gt;
Vom Seelenwahn verführt; - befreie dich&lt;br /&gt;
Von Wunschesmächten, welche dich verlocken.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes erkennt, dass hier die wahre Maria spricht, und dass in seinen Seelentiefen ein fremdes Wesen lebt, das ihn verlocken will. Dies Wesen will er fliehen: „Ich will Johannes schauen ohne dich.“ Doch Benedictus, der nun als Gedankenwesen an Marias Seite sichtbar wird, gemahnt ihn, dass er dieses Wesen künftig in sein eignes Wesen integrieren muss:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du selbst gewinnst dich nur, wenn du von ihm&lt;br /&gt;
Dich mutig willst stets mehr besitzen lassen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria will Johannes mit ihren Kräften beistehen, doch sei sie nur in jenen kalten Eisgefilden zu finden, „wo Geister sich das Licht erschaffen müssen, wenn Finsternisse Lebenskräfte lähmen.“ Und eindringlich warnt sie ihn, sie nicht dort zu suchen, „wo abgelebtes Seelenleben sich aus Wahneswesen flüchtig Sein erlistet.“ Doch wie schön und beseligend ist dieser Wahn für Johannes. Nur aus ihm glaubt er seine Schaffenskräfte als Künstler schöpfen zu können – und verborgen möge bleiben, was man nur bewusst in Weltenhöhen schauen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt von Johannes hat Capesius dessen inneren Seelenkampf in geistiger Schau miterlebt. Noch ist Capesius nicht klar, ob er Wahrheit oder nur eigenen Seelenwahn geschaut hat, denn „nur selten darf der Geistesforscher doch der andern Seelen Sein in sich erschauen!“ Er spricht Thomasius darauf an und dessen Schaudern bestätigt ihm das Erlebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Augenblick tritt Maria hinzu. Sie ist überrascht, Capesius hier zu sehen, wähnte sie ihn doch bereits ganz den Plänen von Hilarius hingegeben. Doch davon will Capesius im Hochgefühl seiner neu erwachten Geisteskräfte jetzt nichts mehr wissen. Er fürchtet, dass ihn jede Erdenwirksamkeit seiner neuen Seherkräfte berauben könnte. Während er in kurzes Sinnen verfällt, schaut Maria die Wirkung Luzifers in Capesius` Seele. Geistig Geschautes in Worte und Begriffe zu kleiden, müsste, wie Capesius empfindet, ihm jede Geistesschau verdunkeln. Und auch Johannes glaubt nach dem Erlebten nicht mehr, dass er für Hilarius` Pläne wirken könne – zu stark fühlt er sein altes Wunschesleben, in sich wirken. Auch ihn fesselt Luzifer. Maria weist darum Johannes Seherblick auf die Welt der Elementarwesen. Mit diesen Schatten, Schemen und Dämonen soll er vergleichen, was ihm aus abgelebten Zeiten dämmert. Er werde dann erkennen, dass ihn dies Wesen aus den eigenen Seelentiefen nicht zwingen, sondern dass er es aus Geisteshöhen frei beherrschen könne. Widerwillig lauscht Johannes dem Chor der Gnomen und Sylphen. Dann erscheinen auch die Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna zugleich mit der andren Philia. Johannes verfällt in tiefes Sinnen und nichts bleibt in seinem wirren Bewusstsein haften als die letzten Worte der andren Philia:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wachendes Träumen&lt;br /&gt;
Enthüllet den Seelen&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in seiner Seele webt, verdichtet sich nun zum Bild. Luzifer erscheint, links von ihm der Geist von Johannes Jugend und rechts Theodora. Der Geist von Johannes Jugend fleht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verlierst du mich in dir, muß ich in Schmerzen&lt;br /&gt;
Den grausen Schatten schlimme Dienste leisten -;&lt;br /&gt;
Du Pfleger meines Seins, verlaß mich nicht. -&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will Johannes schöpferischen Geist ganz an dieses Schattenwesen binden. Dem tritt Theodora entgegen. Sie will liebevoll den Geist von Johannes` Jugend mit den Elementarmächten verbünden. So könne er dem Zauberbann Luzifers entrinnen, mit Erdengeistern Formen bilden und mit Feuerseelen Kräfte strahlen und Johannes die Dienste leiten, die ihm wertvoll sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Luzifer, Theodora und der Geist von Johannes` Jugend verschwinden, tritt die andre Philia wieder heran. Sie wiederholt ihre zuletzt gesprochenen Worte: „Und wachendes Träumen …“ Sie macht Johannes klar, dass der Schatten seiner Jugend zwar nur ein Spiegelbild ist, das sich in seiner Seele schemenhaft vor die wahre Geistesschau schiebt, solange er noch nicht reif für diese ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Bild, das lebt und sich im Leben hält,&lt;br /&gt;
Solang du noch ein abgelebtes Sein&lt;br /&gt;
In dir bewahrst, das du betäuben zwar,&lt;br /&gt;
Doch jetzt fürwahr noch nicht besiegen kannst. -&lt;br /&gt;
Johannes, dein Erwachen bleibt ein Wahn,&lt;br /&gt;
Bis du den Schatten selbst erlösen wirst,&lt;br /&gt;
Dem deine Schuld verzaubert Leben schafft.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Drittes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Landschaftsszenerie wie im zweiten Bilde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Magnus Bellicosus, Romanus, Torquatus und Hilarius so kommend von der rechten Seite, daß das Folgende, das sie im Stehen sprechen, sich denken läßt wie die Fortsetzung eines Gespräches, das sich schon vorher auf ihrem Spaziergang geführt haben. Es nimmt für die Teilnehmer einen so wichtigen Inhalt an, daß sie stehen bleiben. Später: Capesius, Strader, Felix und Felicia Balde; Benedictus, Ahriman; Maria)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bellicosus, Romanus und Torquatus besprechen sich über die Pläne des Hilarius. Bellicosus unterstützt diese rückhaltlos. Romanus hingegen zweifelt, ob die Geistesschüler des Benedictus schon reif genug sind, ihr Geisteswissen der rauen äußeren Wirklichkeit einzuprägen, doch fühlt er sich durch Schicksalsmächte mit Strader so eng verbunden, dass er mit ihm vereint den Weg zur Umgestaltung des Erdenlebens wagen würde. Unbemerkt erscheint indessen Ahriman im Hintergrund und verschwindet sogleich wieder. Auch Torquatus ist skeptisch, da sich Capesius von Benedictus und seinem Schülerkreis abgewandt hat. Das werfe zudem trübe Schatten auf Benedictus` eignes Urteilsvermögen, der Capesius für reif befunden hatte. Und Strader hält er für völlig ungeeignet, da „ihm zur Mystik die rechte Seelenstimmung gänzlich fehlt.“ Romanus will Hilarius in seinen Bestrebungen unterstützen, wenn er sich Strader zur Seite stellt, jedoch die anderen Geistesschüler des Benedictus` von seinem Werk ferne hält. Doch Hilarius bezweifelt, dass sich Strader von Benedictus‘ Schülern trennen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die vier abtreten, erscheinen von der anderen Seite Capesius, Strader und Felix und Felicia Balde. Capesius bleibt bei seinem Entschluss, sich nicht weiter mit äußerem Wirken zu belasten. Nur für den inneren Pfad der Mystik fühlt er sich gerüstet, denn deutlich ist ihm bewusst, dass er vom Weltensein nur so viel schauen kann, als er davon in seinem Eigensein genießen kann – und das taugt nicht dazu, zu schaffen, was andern frommt. Felix Balde stimmt ihm zu. Verehrungsvoll in tiefer Frömmigkeit müsse man die Geistesschau im Herzen ruhen lassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das ist die Mystenstimmung. - Wer sie weckt,&lt;br /&gt;
Der führt sein Innres hin zum Lichtesreich.&lt;br /&gt;
Das äußre Werk verträgt nicht solche Stimmung.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deutlich empfindet Capesius, dass er sich die „Geistesschau durch Wunsch nach äußrer Tat verdorben hatte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader fühlt sich den beiden stark verbunden und doch zugleich durch einen tiefen Abgrund getrennt, denn ihm ersteht die Geistesschau nur dann, wenn er sich Tatgedanken widmen darf. Doch was ist Wahrheit und was ist Irrtum? Die tiefe Seelenpein führt Strader zur Geistesschau. Als seine Gedankenformen zwar, doch im wirklichen Geistverkehr, erscheinen ihm zuerst Benedictus mit Ahriman und dann Maria. Benedictus rät ihm, in den Abgrund zu blicken, den Capesius und Felix zwischen sich und ihm aufgerissen haben – und auch Ahriman drängt ihn dazu. Strader tut es und schaut einen Kampf, in dem Schemen und Schattenwesen, Finsternis erzeugend, wild aufeinander stürzen - bis schließlich Maria aus dem Abgrund hervortritt und ihn auffordert, die Schatten mit seinem eigenen Licht zu erhellen. Doch Strader verstrahlt nur Finsternis, weil er, wie Maria ihm vorhält, zu feige ist, sein eignes Licht zu strahlen und lieber träumend im Selbstgenuss versinkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wo ist dein Licht? - Du strahlest Finsternis. -&lt;br /&gt;
Erkenne deine Finsternis - um dich -,&lt;br /&gt;
Du schaffst ins Licht die wirre Finsternis.&lt;br /&gt;
Du fühlest sie, wenn du sie schaffst durch dich;&lt;br /&gt;
Doch fühlest du dein Schaffen niemals dann.&lt;br /&gt;
Vergessen willst du deine Schaffensgier.&lt;br /&gt;
Unwissend waltet sie in deinem Wesen,&lt;br /&gt;
Weil du zu feige bist, dein Licht zu strahlen.&lt;br /&gt;
Genießen willst du dieses Eigenlicht.&lt;br /&gt;
Du willst dich selber nur in ihm genießen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus lenkt Straders Blick nach rechts auf die bläulichroten Schatten, die Felix locken und nach links auf die roten und gelben, die sich zu Capesius drängen - doch vermag er nicht die Schatten hinter Strader selbst zu schauen, wie Ahriman diesem zynisch zuruft. Die Worte von Wahn und Wahrheit, die der Bürochef im ersten Bild zu ihm gesprochen hatte, kommen Strader wieder in den Sinn. Maria zeigt ihm noch, wie Felix und Capesius im Kampf mit den Schatten ihr Geistesschwert härten, doch würden diese Schwerter für ihn nicht taugen – er müsse sein eigenes Schwert schmieden. Damit verschwinden die Gestalten und Strader kehrt aus seiner Geistesschau zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felix und Capesius beharren auf der strengen Trennung von mystischer Geistesschau und äußerem Wirken. Sie nicht trennen, meint Felix, wäre so töricht als wollte Felicia ihre Märchenwesen auf Puppenbühnen tanzen lassen – doch Felicia sieht das ganz anders. Im Geiste sieht sie schon tausend Puppenspiele „den Weg in Kinderstuben eifrig suchen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Viertes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Landschaft des zweiten und dritten Bildes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Der Büroschef mit Romanus sprechen, im Spaziergange stehenbleibend. Später: Johannes, sein Doppelgänger; der Geist von Johannes Jugend; der Hüter, Ahriman; Benedictus, Maria; Strader, die Seele der Theodora.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gespräch mit dem Bürochef äußert Romanus seine Ansicht, dass Straders Freunde nicht mehr im Zusammenhang mit guten Geistwesen stünden, Strader selbst jedoch noch die guten Kräfte der Naturdämonen empfangen könne. Straders Geistesart fühlt sich Romanus eng verbunden. Ihm ist, als hätte er seine eigenen Kräfte Strader zu verdanken, der sich in einem früheren Leben zu seltener Seelenhöhe gebracht und neue, tatkräftige Gedanken der Menschheitsentwicklung einverleibt habe. Der Bürochef kann ihm darin zwar nicht folgen, doch haben Romanus` Worte, den er sehr achtet, für ihn doch einiges Gewicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes steht indessen noch ganz unter der Nachwirkung der Erlebnisse des zweiten Bildes. Von ferne erklingt ihm die Stimme seines Doppelgängers, den er aber zunächst für die andre Phila hält:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mahnend führt ihm der Doppelgänger den Geist von Johannes` Jugend vor das Seelenauge. Erst durch dessen Worte erkennt er den Doppelgänger, der ihn weiter führt zu seinem Herrscher, der nun als der Hüter der Schwelle sichtbar wird und ihm deutlich macht, dass er nur befreit von seinen Wunschgedanken im reinen Schauen die Schwelle übertreten könne. Ahriman erscheint und dann auch Maria und Benedictus, doch auch sie erschaut Johannes nur „als Wahngebilde, weil Wunscheswahn dem Schauen sich verbündet.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fünftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Geistgebiet. In sinnvollen Farbenfluten erscheinendes Bild; nach oben rötlich in feurig rot verlaufend, nach unten blau in dunkelblau und violett übergehend. Unten eine symbolisch wirkende Erdensphäre. Die auftretenden Gestalten wie mit dem Farbenbild ein Ganzes bildend. (Rechts die Gnomengruppe des zweiten Bildes, vor ihr Hilarius, ganz vorne die Seelenkräfte. Hinter Hilarius etwas erhöht Ahriman. Links erhöht Lucifer, im Vordergrund Felix Baldes Seele; Straders und Capesius’  Seele, Benedictus, Maria, Felicia Balde, der Hüter.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene spielt im Geistgebiet zur Sonnenzeit vor dem Herabstieg der handelnden Personen zur Geburt in das gegenwärtige Erdenleben. Felix Baldes Seele erscheint vor Luzifer und erweist sich als dessen Diener. Aus Luzifers Lichtquell empfängt er die Keime seines Selbstsinns. Im Anblick der Gruppe der Gnomen, die die Seele des Hilarius umgeben, erlebt Balde die Gewichtskräfte, die seinem Schweben Widerstand leisten und ihn zur neuen Inkarnation herabziehen. Der von den Gnomen verbreitete Wünsche-Nebel ist, wie Hilarius klar erkennt, der ins Geistgebiet hinaufgeworfene Widerschein des Erdensterns. Für diesen Erdenstern wird hier im Geisterland ein denkendes Sein aus Seelenstoffen gewoben, das aber Felix Balde nur ganz nebelhaft erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das weckt Ahrimans Interesse, und Strader nimmt den Widerhall der gesprochenen Worte in seine Seele auf. Die andre Philia, die wie eine dumpfer leuchtende Kopie Luzifers erscheint, und die drei Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna weben der Seele Straders die Gewichtskräfte der Gnomen ein, die ihn zum neuen Erdenleben herabführen sollen. Ihre Wirkung soll Strader im kommenden Erdenleben fühlen, sich ihrer aber niemals voll bewusst werden. Darum wird er ihre geistigen Impulse auch nicht für das Erdenleben fruchtbar machen können. Strader fühlt zugleich, dass er das sonnenhafte Wesen der Seelenkräfte in sich zur Einheit bilden muss. Er spürt auch schon den Wunsch, die Sonnenkönigskraft durch den gedankensprühenden kalten Silberglanz der Mondensphäre zu dämpfen und Merkurs erglimmenden Begierdetrieb aufzunehmen, der ihm das getrennte Weltensein zur Einheit vermählen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Ahriman verschwindet, erscheint die Seele des Capesius, der sich die Seelenkräfte nun zuwenden. Wie ein Bild am fernen Seelenufer, das noch nie sein Sein berührte, seit er dem letzten Erdenleben sich entrang, taucht Straders Seele vor ihm auf. Capesius erkennt, dass er dieser Seele wohl karmisch verschuldet ist, sie ihn aber für das nächste Erdensein noch nicht zum Ausgleich aufruft. Doch wird der Blick auf das Bild seines Wesen in sein Denken die Wurzel pflanzen, die im den Sinn des Erdenlebens enthüllen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer lenkt nun den Geistesblick der hier versammelten Seelen in Bereiche, die zu schauen sie noch nicht erkraftet sind und deren Licht sie daher schmerzt und ihr Leben mit Zweifeln befruchten muss – Zweifel, die bei allen Personen im kommenden Erdenleben deutlich hervortreten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erscheinen die Seelen von Maria und Benedictus im Geistgebiet, letzterer in einer Gestalt, die wie im Kleinen die Konfiguration der ganzen Szene nachbildet. In tiefer persönlicher Betroffenheit empfindet Benedictus, wie die versammelten Seelen mit ihren dichten erdbeladenen Sphären so schwer auf seinen Weltenkreis drücken, dass sie sein Sonnenwesen nicht in sich erstrahlen finden. Maria mahnt die versammelten Seelen, dass ihnen Benedictus zwar im letzten Erdenleben fremd war, aber seines Sonnen-Wortes Kraft noch aus früheren Inkarnationen in ihren Seelenhüllen fruchtet. Felix Balde vernimmt darauf zwar tönende Worte aus ihm fremden Kreisen, die sich aber nicht zum leuchtenden Sein verdichten und ihm darum nicht ganz wesenhaft werden. Strader hingegen sieht ein leuchtendes Wesen am Geistesstrand, das ihm aber stumm und unverständlich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz nahe bei Maria erscheint nun die Seele Felicia Baldes in Gestalt einer Büßerin. Sie durchschaut, warum die beiden Seelen das Wesen des Benedictus nicht voll erfassen können. Sie spricht von der unbekannten Sternenschrift - ein Wort, das in Capesius Seele zwar vage Erinnerungen weckt, die aber gleich wieder in den düsteren Schatten des Vergessens versinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Luzifers Wirken wurden die Seelen, die einander suchen, hier zusammengeführt, ohne noch ein gedankenhaftes Verständnis füreinander gewinnen zu können, für das sie noch nicht reif sind. Luzifers Bestreben muss daher am Ende der Sonnenzeit der strenge Hüter der Schwelle entgegentreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr Seelen, die auf Lucifers Gebot&lt;br /&gt;
Dem Kreis der andern Seelen euch genaht,&lt;br /&gt;
Ihr seid in meiner Macht an diesem Orte.&lt;br /&gt;
Die Seelen, die ihr sucht, - sie suchen euch. -&lt;br /&gt;
Sie sollen euch in dieser Weltenzeit&lt;br /&gt;
In ihren Sphären nicht gedankenhaft&lt;br /&gt;
Mit ihrem Sein berühren; - hütet euch,&lt;br /&gt;
In ihre Kreise euch hineinzudrängen.&lt;br /&gt;
Doch wagtet ihr&#039;s, es schadet&#039; euch und ihnen. -&lt;br /&gt;
Ich müßt&#039; des Sternenlichtes euch entkräften&lt;br /&gt;
Und euch von ihnen weltenzeitenlang&lt;br /&gt;
In andre Sphärenreiche hin verbannen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sechstes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Geistgebiet in der gleichen Art wie im vorigen Bilde. Die Beleuchtung warm und nuanciert, doch nicht zu hell. (Links stehen die Sylphen. Vorne Philia, Astrid, Luna. Straders, Capesius’, Romanus’ Seele; die andre Philia mit Theodoras und Frau Baldes Seele; später: Benedictus’ und Marias Seele; der Hüter; Lucifer mit Johannes’ Seele; zuletzt der Geist von Johannes’ Jugend.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geistgebiet steigen nun die Seelen in die Saturnzeit auf. Mit Hilfe der Seele des Romanus` erkennt Capesius in dem nachwirkenden Bild von Straders Seele den Juden Simon wieder, der ihm in seiner mittelalterlichen Inkarnation, die in der Rückschau des zweiten Mysteriendramas enthüllt wurde, begegnet war. Doch schon drängt sich in Gestalt eines Büßers die Seele Felix Baldes heran, dessen Seelenstrahlen sich brennend in Capesius Seelenhülle bohren. «Mein lieber Kühne, ihr erwieset euch stets treu ...», so tönen ihm seine eigenen Worte aus dieser Seele entgegen, die ihm in die tiefsten Seelengründe zu schauen vermag. Diese Seele, so erkennt Capesius, muss er suchen, um sich selbst zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Capesius Seele verschwindet, erscheint von links die andre Philia mit Theodoras Seele und hinter ihr die Seele von Frau Balde in Gestalt einer Büßerin. Die andre Philia, die Seelen durch die Liebe sich stets zum Führer erwerben, schreitet ihnen voran. Romanus sieht, wie der Sanftmut Licht von Theodoras Seele zu Frau Balde fließt. Das ganze Bild erstrahlt im Glanz der Schönheit, die hier im Geisterland als Weisheit lebt. Das ist zugleich der Widerschein der Sehnsucht, die Torquatus aus seinen Seelenhüllen zu Romanus hinüberstrahlen lässt und in diesem Milde und Mitgefühl erweckt, die dieser aus seinem eigenen harten Sinn niemals erwerben könnte. Bellicosus ruft seine beiden Geistesbrüder auf, ihr Geistgehör für Theodoras Worte zu öffnen. Theodora bittet ihre treue Geistgefährtin, die andre Philia, die Liebe ihrer Seelenhülle Felix Balde zuzuströmen und so der Einsamkeit verzehrende Feuerkraft zu mildern und ihm Gedankenstrahlen von den Sylphen hinzulenken, sodass „aus ihrem Glimmerglanzesschaffen den Menschenseelen Wachstums-Werdesinn im Erdenleben sich erkraften möge.“ Und Felicia Baldes Seele will ihm die Kräfte zutragen, die sie von Stern zu Stern im Weltall wandelnd für ihn sammeln will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Theodoras Seele hallen die Worte des Rosenkreuzerspruches wider, der auch im zweiten Mysteriendrama der Wahlspruch der mittelalterlichen Tempelritter gewesen war:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Aus Gottessein erstand die Menschenseele;&lt;br /&gt;
Sie kann in Wesensgründe sterbend tauchen;&lt;br /&gt;
Sie wird dem Tod dereinst den Geist entbinden.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Worte in ihrer Seele ertönen, erscheinen Luzifer und Johannes Thomasius` Seele, der in der vorangegangenen Inkarnation als Bergwerksmeister Thomas ihr Bruder gewesen war. Was sie ihm an Bruderliebe geben konnte, das will ihr die andre Phila nun zur Seelenkraft verwandeln, gestärkt mit dem Glimmerlicht der Sylphen. Frau Baldes Seele soll nun ihre Schritte zu den Sternen lenken, wo gute Dämonen ihrer Werke harren, aus dem sie Phantasie in Seelen strahlen und so im Erdenleben beflügeln. Geführt von Frau Baldes Seele verschwindet langsam Felix Baldes Seele. Theodora blickt noch für einen Augenblick auf Johannes` Seele, dann entschwindet sie ebenfalls. Zuletzt entfernt sich Johannes` Seele mit Luzifer. Und Romanus Seele erkennt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daß wir an diesem Geistesorte jetzt&lt;br /&gt;
Das Wort der Liebe mit dem Wort des Schaffens&lt;br /&gt;
Zum Bund sich einen sahen, dies erkraftet&lt;br /&gt;
In unserm Wesen Keime, deren wir&lt;br /&gt;
Im spätern Erdensein bedürftig werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann ziehen sich die Seelen von Romanus, Torquatus und Bellicosus zurück und an der Seite des Hüters der Schwelle erscheinen die Seelen des Benedictus und der Maria. Der Hüter ruft sie dazu auf, ihre Weltenmitternacht im gereiften Licht Saturns wachend zu erkennen. Wachend! - Marias Seele weiß, dass sie hier im schnellsten Zucken heller Blitze Schicksalsnotwendigkeiten überschauen soll und dass in Weltengründen Donnerworte dumpf verrollen und verrollend jeden Seelenwahn bedrohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus vernimmt aus ewig leeren Eisgefilden Johannes` Schicksalsruf, der nun wieder an der Seite Luzifers erscheint. Maria sieht Flammen sich mit ihrem eignen Denken nahen. In Johannes` Seele kämpft ihr eignes Denken mit Luzifers Gedanken. Maria soll Luzifers heißes Weltenlicht erkennen und die Blitze schauen, die ihr eigenes Denken aus Luzifers Gewaltenkreisen schlägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes fühlt die Nähe der anderen Seelen, doch kann er sie nicht schauen. „Du wirst sie schauen, wenn du schnell ergreifst, was sie im Weltenlichte selbst erleuchten“, mahnt ihn Philia. Und Benedictus ruft Maria auf, die Willenskraft aufzubringen, in ihrer jetzigen Form die Erdenkraft erstehen zu lassen – dann werde ihr Wort der Freundesseele leuchten. Alle Liebe, die Maria zu ihrem Geisteslehrer Benedictus in sich trägt, legt sie in die Worte, die sie in Johannes Seele tönen lässt. Beide, Maria und Benedictus, sollen jetzt in seiner Seele friedvoll verweilen. Und während der mahnende Donner zur Weltenmitternacht verrollt, gibt der strenge Hüter der Schwelle im Hinblick auf Johannes` Seele Astrid das ernste Gebot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bewahre dieses Seelen-Ungewitter,&lt;br /&gt;
Bis ihre nächste Weltenmitternacht&lt;br /&gt;
Im Strom der Zeit die Seele wachend findet.&lt;br /&gt;
Sie soll dann anders vor sich selber stehn, —&lt;br /&gt;
In ältrer Zeiten Bild ihr Selbst erschauen,&lt;br /&gt;
Erkennen, wie zum Geisteshöhenflug&lt;br /&gt;
Die Schwingen auch im Seelensturz erstarken.&lt;br /&gt;
Es darf die Seele niemals stürzen wollen;&lt;br /&gt;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So will es Astrid tun und Marias Seele fühlt dabei die Sternenseligkeit, die sie im Strom der Zeit betreten darf. Im Gnadewalten will sie schaffend mit ihrer langverbundenen Seelenschwester leben, während Luna ihr Schaffen hier im Geiste hütet. So wird Maria ihre Erinnerungen an die Weltenmitternacht im folgenden Erdenleben fruchtbar machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen von Seligkeiten leuchtenden und Gnade strahlenden Seelenstern sieht Johannes nahen. Es ist der Geist von Johannes` Jugend. Er nährt Johannes` Wünsche mit Leben und kraftet leuchtend in seinen Jugendzielen, doch zu den wesenlosen Schatten müsste er versinken, sollte Johannes ihn verlassen. „Verlass mich nicht!“, ruft er Johannes zu. Dafür will Luzifer sorgen und damit zugleich die innige Seelenverbindung zwischen Johannes, Maria und Benedictus stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er wird dich nicht verlassen, - ich erschaue&lt;br /&gt;
In seines Wesens Tiefen Lichtbegierden,&lt;br /&gt;
Die nicht der andern Seele Spuren folgen. -&lt;br /&gt;
Wenn diese mit dem Glanz, den sie erzeugen,&lt;br /&gt;
Im Seelengrunde sich zum Sein erkraften,&lt;br /&gt;
Wird er die Früchte, die sie zeugen müssen,&lt;br /&gt;
In jenem Reiche nicht vergeuden wollen,&lt;br /&gt;
Wo Liebe ohne Schönheit herrschen will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Siebentes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Tempel nach ägyptischer Art. Die Stätte einer weit zurückliegenden Initiation.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Drittes Kulturzeitalter der Erde. (Zunächst nur ein Gespräch zwischen dem Opferweisen, dem Schwellenhüter und dem Mysten.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Opferweise und König, eine frühere Inkarnation des Capesius, berät sich mit dem Schwellenhüter und dem Mysten über die bevorstehende Initiation eines jungen Neophyten, der ausersehen ist, des Königs Rater zu werden. Der Myste hält den Neophyten, ein frühere Inkarnation der Maria, dafür wenig geeignet, da dieser nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei. Er würde sich wohl besser zum inneren Tempeldienst als zum Berater des Königs eignen. Auch der Opferweise hält ihn der ihm zugedachten Ehre nicht für würdig. Die Leidenschaft durchwühle sein Inneres noch stark und die Sinnestriebe schwiegen in ihm noch nicht. Doch sei es nicht die Schuld des jungen und noch unerfahrenen Neophyten, wenn dadurch unrechtes Fühlen in die bevorstehende heilige Handlung getragen und unheilvoll ins Menschenleben zurückfließen würde. Die Schuld läge bei dessen unverständigen Lehrern, die die wahren Zusammenhänge nicht durchschauten. Allein der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus`, könne noch erkennen, was mystisch in den Opferformen lebt. Doch dieser sei nach dem strengen Gebot seiner Würde schweigsam wie die Einsamkeit. So sieht sich der Opferweise allein vor eine schwere Entscheidung gestellt, für die er um den Beistand des Geistes bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Achtes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dieselbe Tempelszenerie wie im siebten Bild; sie ist anfangs durch einen Zwischenvorhang gedeckt, vor dem eine Ägypterin das Folgende spricht. (Die Ägypterin ist als eine der vorhergehenden Inkarnationen des Thomasius` zu denken.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die junge Ägypterin wartet unweit des Tempels, in dem ihr Geliebter als Neophyt eingeweiht werden soll und dann für immer für sie verloren wäre. Das Geisteslicht, das ihm leuchten soll, wäre der Todesstrahl für ihre Seele. In Traumes Offenbarung hofft sie seine Initiation ahnend miterleben zu können.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene wechselt ins Innere des Tempels. Alles ist vorbereitet zur Initiation des Neophyten, der als eine frühere Inkarnation Marias gedacht ist. An der einen Seite des Opferaltars steht der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus`. An der andern Seite des Altars der Wortebewahrer, eine frühere Inkarnation des Hilarius` Gottgetreu; etwas vor dem Altar der Siegelbewahrer, eine frühere Inkarnation der Theodora; dann auf der einen Altarseite nach vorn: der Vertreter des Erdelementes, eine frühere Inkarnation des Romanus`; der Vertreter des Luftelementes, eine frühere Inkarnation des Magnus` Bellicosus; ganz nahe dem höchsten Opferweisen der Opferweise, die frühere Inkarnation des Capesius`. Auf der anderen Seite der Vertreter des Feuerelementes, die frühere Inkarnation des Doktor Strader; der Vertreter des Wasserelementes, eine frühere Inkarnation des Torquatus`. Vorne die Seelenschwestern Philia, Astrid, Luna und die «andre Philia». Ganz vorn erscheinen in Sphinxgestalt Lucifer und Ahriman, Lucifer so, dass der Cherub mehr betont ist, Ahriman so, dass der Stier mehr betont ist. Vier andre Priester stehen vorne. Nachdem der Tempelraum mit den Mysten sichtbar geworden ist, herrscht eine Weile lautlose Stille; dann führen der Schwellenhüter, eine frühere Inkarnation des Felix` Balde, und der Myste, eine frühere Inkarnation der Frau Balde, den Neophyten durch die Pforte links ein. Sie stellen ihn in den inneren Kreis in die Nähe des Altars und bleiben in seiner Nähe stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwellenhüter eröffnet die Zeremonie, dann sprechen die anderen Tempelpriester rituellen Worte. Der höchste Opferweise entzündet auf dem Altar, der in der Mitte steht, die hell leuchtende, züngelnde Opferflamme und spricht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In dir kannst du die Antwort nicht erschau&#039;n.&lt;br /&gt;
Denn finstrer Irrtum lastet noch in dir;&lt;br /&gt;
Und Torheit strebt in dir nach Weltenfernen.&lt;br /&gt;
Drum schau - in diese Flamme, die dir näher&lt;br /&gt;
Als deines eignen Wesens Leben ist.&lt;br /&gt;
Und lies die Antwort aus dem Feuer dir.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weiter sprechen die versammelten Mysten Ritualworte, die den Neophyten auf seinem Einweihungsweg geleiten sollen. Dann tritt eine längere Pause ein, während welcher es ganz dunkel wird, nur die Flamme und die unbestimmten Umrisse der Personen sind zu sehen. Dann fährt der höchste Opferweise fort zu sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und nun erwache aus der Weltenschau!&lt;br /&gt;
Verkünde, was im Wort zu lesen ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Neophyt schweigt! Der höchste Opferweise ist bestürzt: „Entschwindet dir Geschautes? - Sprich!“ Und als der Neophyt endlich zu sprechen beginnt, erfüllt auch die anderen Mysten – mit Ausnahme des Opferweisen – immer größerer Schrecken. Denn der Neophyt spricht nicht von Geist-Erschautem. Frevelhaftes irdisches Fühlen, voll Freudesinn und mit voller Lebenswärme in den eigenen Leibeshüllen erlebt, entrang sich seiner Seele und stieg als unwürdiges Opfer hinauf in lichte Geisteshöhen. Zornig wirft der Wortbewahrer dem Opferweisen vor, dass er seine heilige Pflicht versäumt habe, worauf dieser antwortet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich tat, was mir als Pflicht aus höhern Reichen&lt;br /&gt;
In dieser Feierstunde auferlegt.&lt;br /&gt;
Enthalten hab&#039; ich mich, das Wort zu denken,&lt;br /&gt;
Das nach der Sitte mir geboten ist&lt;br /&gt;
Und das, von meinem Denken aus, hinüber&lt;br /&gt;
Zum Neophyten geistig wirken sollte.&lt;br /&gt;
So hat der junge Mann nicht fremdes Denken,&lt;br /&gt;
Er hat sein eignes Wesen hier verkündet.&lt;br /&gt;
Die Wahrheit hat gesiegt. - Ihr mögt mich strafen;&lt;br /&gt;
Ich mußte tun, was ihr in Furcht erlebt.&lt;br /&gt;
Ich fühle schon die Zeiten nahe kommen,&lt;br /&gt;
Die aus dem Gruppengeist das Ich befreien&lt;br /&gt;
Und ihm das eigne Denken lösen werden.&lt;br /&gt;
Es mag der Jüngling eurem Mystenweg&lt;br /&gt;
Sich jetzt entringen -. Spätres Erdesein&lt;br /&gt;
Wird ihm die Mystenweise sicher zeigen,&lt;br /&gt;
Die ihm von Schicksalsmächten vorgedacht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sphinxe, die bisher reglos wie Bildsäulen waren, beginnen daraufhin zu sprechen, doch so, dass ihre Worte nur von dem Opferweisen, dem höchsten Opferweisen und dem Neophyten gehört werden, während die anderen Mysten nur aufgeregt dastehen. Und so spricht Ahriman als Sphinx:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich muß für meine Stätte mir erbeuten,&lt;br /&gt;
Was hier nur ungerecht zum Lichte will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Luzifer setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich will für meine Stätte mir entführen,&lt;br /&gt;
Was hier als Geisteswunsch am Schein sich freut.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunt vernehmen die versammelten Mysten die Worte des höchsten Opferweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Sphinxe sprechen, - sie, die Bild nur waren,&lt;br /&gt;
Seit Weise hier den Dienst verrichtet haben.&lt;br /&gt;
Der Geist, er hat die tote Form ergriffen ;&lt;br /&gt;
O Schicksal, du ertönst als Weltenwort —!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während das Licht langsam ausgeht, fügt der Opferweise hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was wir als mystisch Weihewerk vollbringen,&lt;br /&gt;
Bedeutung hat es doch nicht hier allein.&lt;br /&gt;
Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom&lt;br /&gt;
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Neuntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein kleines, ernst stimmungsvolles Zimmer, - wie ein Studierzimmer – im Hause des Hilarius. – (Zunächst Maria allein in Meditation; dann Astrid, Luna; der Hüter und Benedictus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als heller Geistesstern erscheint Astrid und weckt Marias Erinnerung an die Weltenmitternacht. Luna stärkt ihre Willenskraft, damit auch die Erdenhelle diese Erinnerung nicht überstrahlen kann und gemahnt sie an die Worte des Hüters:&lt;br /&gt;
Es darf die Seele niemals stürzen wollen;&lt;br /&gt;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Marias Bewusstsein taucht die Erinnerung an ihre missglückte ägyptische Einweihung wieder auf. Der Hüter erscheint. Im Geistgehör soll Maria die Worte des höchsten Opferweisen ergründen. Währenddessen erscheint Benedictus und erinnert Maria an das, was der Opferweise gesprochen hatte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom&lt;br /&gt;
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria wird bewusst, dass der Opferweise schon die erste Morgenröte der griechischen Kultur geschaut und darum den Gedanken unterdrückt hatte, den er in die Seele des Neophyten hätte lenken sollen. Der Trieb zur Einsamkeit keimte damals schon in dessen Seele und ist in seiner gegenwärtigen Inkarnation als Capesius zur Frucht gereift. Das treibt ihn nun, Felix Baldes Beispiel zu folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die junge Ägypterin, die vor dem Tempel harrte, taucht vor Marias Seelenblick auf und der Hüter lässt sie den Zusammenhang mit dem Geist von Johannes` Jugend erahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im neunten Bilde. (Zuerst Johannes allein, meditierend, zu ihm die andre Philia; dann Maria und der Geist von Johannes’ Jugend; zuletzt Lucifer, Benedictus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Johannes erlebt in der Meditation die junge Ägypterin und erinnert sich ihrer Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Dies ist die Zeit, in welcher er sein Sein&lt;br /&gt;
Dem uralt heiligen Weisheitsdienste weiht -;&lt;br /&gt;
Vielleicht läßt Traumes Offenbarung mich&lt;br /&gt;
Im Ahnen geistig jetzt bei ihm verweilen.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie von ferne ertönt die Stimme der andren Philia:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Johannes ergänzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wachendes Träumen&lt;br /&gt;
Enthüllet den Seelen&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andre Phila kommt näher und gemahnt Johannes nun schon zum dritten Mal, die schattenhafte Zwiegestalt seines eigenen Wesens zu erlösen, denn „als Schatten dich Umwandeln, muss auch ich so lange noch, bis du den Schatten selbst erlösen wirst, dem deine Schuld verzaubert&#039; Leben schafft.“ Und dann enthüllt sie ihm ihr eigenes wahres Wesen, das Johannes bislang noch nicht zu ergründen vermochte: „Die Kraft der Liebe bin ich selbst in dir.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geiste schaut nun Johannes die Einweihungszeremonie des jungen Mysten und ihm wird bewusst, dass auf ihn das ganze Sehnen der jungen Ägypterin gerichtet war. Mit Hilfe Marias, die als Gedankengestalt erscheint, erkennt er, dass das unerfüllte und sich vor Sehnsucht verzehrende Leben der jungen Ägypterin und der schattenhafte Geist von Johannes` Jugend, der nun ebenfalls hervortritt, zueinanderstreben. Und nun vermag er auch in Maria in ihrer wahren Geistgestalt zu erkennen, die an ihn die Worte richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du findest mich in hellen Lichtgefilden,&lt;br /&gt;
Wo Schönheit strahlend Lebenskräfte schafft;&lt;br /&gt;
In Weltengründen suche mich, wo Seelen&lt;br /&gt;
Das Götterfühlen sich erkämpfen wollen&lt;br /&gt;
Durch Liebe, die im All das Selbst erschaut.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will dieser Erkenntnis hemmend entgegentreten, doch Benedictus, der nun erscheint, weist ihn in die Schranken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marias heilig ernst Gelöbnis wirket&lt;br /&gt;
In seiner Seele jetzt die Heil-Erstrahlung.&lt;br /&gt;
Er wird dich schätzen, doch dir nicht verfallen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich werde kämpfen“ schleudert ihm Luzifer entgegen – „Und kämpfend Göttern dienen“, setzt Benedictus hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Elftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie in den beiden vorigen Bildern.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Benedictus und Strader treten in das Zimmer.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader quälen noch immer die harten Worte, die Maria im 3. Bild am Abgrund zu ihm gesprochen hatte. Benedictus macht ihm klar, dass dies in Wahrheit seine eigene Imagination war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr wißt, die Bilder sind nicht wesenhaft;&lt;br /&gt;
Der Inhalt ist&#039;s, der zu der Seele dringen&lt;br /&gt;
Und sich im Bilde offenbaren will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader sei zu einer höheren geistige Entwicklungsstufe aufgestiegen und von hier aus müsse ihm jetzt das früher schon Erreichte als Finsternis erscheinen und was er als Feigheit empfinde, sei für geringere Seelen Tapferkeit. Doch Strader weiß nicht, ob er Kraft genug haben werden, den Widerstand zu überwinden, den Romanus und der Bürochef seinem Werk entgegensetzen, die von ihm fordern, dass er sich von Benedictus und seinem Schülerkreis trennen müsse. „Es wird geschehen, was geschehen muss.“, erwidert ihm Benedictus. Strader schildert daraufhin eine Traumvision, die ihm wie ein Schicksalswink erscheint:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich war in einem Schiff; am Steuer ihr;&lt;br /&gt;
Besorgen mußte ich das Ruderwerk;&lt;br /&gt;
Maria und Johannes fuhren wir&lt;br /&gt;
An ihre Wirkensstätte; da erschien&lt;br /&gt;
Ganz nah&#039; an uns ein andres Schiff; in ihm&lt;br /&gt;
Romanus mit dem Freunde Gottgetreus.&lt;br /&gt;
Sie stellten sich uns feindlich gegenüber.&lt;br /&gt;
Ich kämpfe gegen sie; - im Kampfe trat&lt;br /&gt;
Dann Ahriman an ihrer Seite auf.&lt;br /&gt;
Noch schaut&#039; ich mich im harten Kampf mit ihm,&lt;br /&gt;
Zur Seite trat mir helfend Theodora.&lt;br /&gt;
Dann schwand das Bild aus meinem Geisteskreis.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus erkennt, dass dieses Bild in Straders Seele noch nicht voll ausgereift ist, dass aber Strader die Kraft stärken kann, die ihm dies Bild vor das Geistesauge stellte und setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfühlen kann ich dies; doch wie es sich&lt;br /&gt;
Vollziehen wird, verbirgt sich meinem Schauen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zwölftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Innere der Erde. Mächtige Kristallgebilde, durchbrochen von lavaartigen Durchflüssen; das Ganze matt leuchtend, zum Teil durchsichtig, zum Teil durchscheinend. Nach oben rote Flammen, die wie von der Decke nach unten zusammengepreßt werden. (Ahriman; später die Seele des Ferdinand Reinecke; zuletzt Theodoras Seele.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman sinnt darüber nach, wie er wieder Macht über Strader gewinnen kann. Zu nahe steht er schon dem „Mystenschwarm“, der „durch das Weisheitslicht des Benedictus` das Wachen in der Weltenmitternacht ertrotzen konnte.“ Maria und Johannes sind dadurch bereits dem Lichtbezirk Luzifers entronnen und beide durchschauen auch Ahrimans Wirken. Nur mit Hilfe Straders könnte er noch an die beiden herankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Strader wird das Geistgewirr, das als&lt;br /&gt;
Natur den Menschen gilt, vielleicht noch nicht&lt;br /&gt;
Als meinen Geistestroß durchschauen können;&lt;br /&gt;
Und blindes Kraft- und Stoffgespinst vermuten,&lt;br /&gt;
Wo ich mit Geistverleugnung geistig schaffe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eile ist geboten, denn Ahriman sieht im Schicksalsbuch bereits den baldigen Tod Straders voraus – und nach dem Tod wäre Straders Seele für Ahriman verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach Straders Tode werden sie ihn haben.&lt;br /&gt;
Kann ich jedoch die Seele jetzt auf Erden&lt;br /&gt;
An sich noch irre machen, so bewirkt&lt;br /&gt;
Mir dies, daß Benedictus ferner nicht&lt;br /&gt;
Den Mann als Vorspann für sich nutzen kann.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman holt dazu die Seele Ferdinand Reineckes, die wie eine Kopie Ahrimans erscheint, in sein Reich und inspiriert sie mit Gedanken, die Strader an seinem eigenen Werk irre machen sollen. Reinecke fühlt sich wie erleuchtet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mir geht der Sinn schon auf, wie ich dem Strader&lt;br /&gt;
Die Fehler seines Denkens demonstrier&#039;.&lt;br /&gt;
Es hat sein Mechanismus einen Fehler,&lt;br /&gt;
Den kann er selber nicht bewußt sich machen.&lt;br /&gt;
Die Mystenfinsternis verhindert&#039;s ihm.&lt;br /&gt;
Ich werde ihm mit meiner Nüchternheit&lt;br /&gt;
Viel bess&#039;re Dienste wahrlich leisten können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erscheint Theodoras Seele, die fest an Straders Seite steht. Wenn sie ihn nicht verlässt, solang er noch auf Erden lebt, wäre Ahrimans Kampf verloren: „doch kann ich wohl noch hoffen, daß er zuletzt sie doch vergessen könnte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dreizehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Größeres Empfangszimmer im Hause des Hilarius. (Beim Aufgehen des Vorhangs Hilarius und Romanus miteinander im Gespräch; später Capesius, Felix Balde, der Sekretär; Philia.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilarius fühlt sich wie erdrückt von dem Schicksalsknoten, der sein Werk zu vernichten droht: „Nur meine Geistesschau erhielt mich stets. Und doch, - sie konnte mich bei Strader täuschen.“ Denn Strader wird von bitteren Zweifeln gequält, seit ihm Reinecke den Fehler in seinem Mechanismus nachweisen konnte. Romanus hingegen ist weiterhin von den Fähigkeiten Straders fest überzeugt: „Bei Strader habt ihr recht geschaut, trotz allem, was jener überkluge Mann erwiesen.“ Romanus ahnt, dass der Hüter der Schwelle an Straders Seite steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ob er ihn schaut, ob er ihm unbewußt&lt;br /&gt;
Sich naht, ich kann es wahrlich nicht ergründen;&lt;br /&gt;
Doch Strader glaub&#039; ich gut genug zu kennen.&lt;br /&gt;
Der wird sich mutvoll zu der Einsicht wenden,&lt;br /&gt;
Daß Selbsterkenntnis Schmerzen zeugen muß.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem beide abgegangen sind, führt der Sekretär Capesius und Felix Balde herein, die Hilarius Gottgetreu zu sprechen wünschen. Capesius berichtet Balde, was er am heutigen Morgen geistig geschaut hatte. Strader habe Felix Baldes Worte aus dem dritten Bild in so verändert, ja gegenteiliger Form wiedergegeben, dass sie nun das harmonische Zusammenstreben von Mystik und äußerer Tat zu fordern scheinen. Felix Balde kann das nur als gefährlicher Irrtum erscheinen. Doch Capesius kann gerade durch Straders Worte die Botschaft Philias erfassen, die nun vor sein geistiges Auge tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was deines Selbstes Sonnenwesen strahlt,&lt;br /&gt;
Wird dir Saturns gereifte Weisheit dämpfen.&lt;br /&gt;
Es wird sich deinem Schauen dann enthüllen,&lt;br /&gt;
Was du als Erdenmensch begreifen kannst.&lt;br /&gt;
Ich werde dich dann selbst zum Hüter führen,&lt;br /&gt;
Der an des Geistes Schwelle Wache hält. –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Felix Balde vernimmt das Tönen ihrer Worte, doch werden sie im nicht völlig wesenhaft. Doch Capesius will der Weisung Philias folgen, „daß in Zukunft mir im Geiste auch sich offenbaren mag, was ich begreiflich schon als Erdenmensch in meinem Lebenskreise finden kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vierzehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bilde. (Im Beginne der Szene die Frau des Hilarius im Gespräch mit dem Bürochef.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilarius bittet den Bürochef, Hilarius` Pläne, die ihm sein Lebensglück bedeuten, zu unterstützen. Das sei zwar gegen seine tiefste Überzeugung, doch habe ihn Romanus dazu gebracht, diese Last auf sich zu nehmen, seit er ihm von den Qualitäten Straders gesprochen hatte. Darüber hinaus bedeuten ihm die gewaltigen Worte des Romanus` den Anfang seiner eigenen Geistesschulung. Romanus habe ihn aber auch überzeugt, dass „wenn Strader nicht zur Tat sich findet ohne seine Freunde, dies ihm ein Schicksalszeichen werden müsse.“ Frau Hilarius hält dem Bürochef entgegen, dass er Strader nicht nur mit den Augen des Romanus`, sondern ganz unbefangen betrachten solle, denn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was Strader spricht, es wirkt im Sprechen selbst.&lt;br /&gt;
Man sieht, daß er bloß innres Geist-Erleben,&lt;br /&gt;
Das sich im Fühlen schon befriedigt weiß,&lt;br /&gt;
Gering nur schätzt, daß er dem Forschertrieb&lt;br /&gt;
Als Myste stets die Führung übergibt.&lt;br /&gt;
Deshalb verwirrt er auch durch Mystik nicht&lt;br /&gt;
Den Sinn für Wissenschaft, die praktisch sich&lt;br /&gt;
Dem Leben dienstbar zeigt. - Versucht doch dies&lt;br /&gt;
An ihm zu sehn und lernt durch ihn dann auch,&lt;br /&gt;
Daß man sein Urteil über seine Freunde&lt;br /&gt;
Wird höher als das andre schätzen müssen,&lt;br /&gt;
Das sich Romanus hat erwerben können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Bürochef bleibt allerdings Romanus` Urteil der einzig sichere Boden, auf dem er stehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Moment tritt unvermittelt und offensichtlich verstört der Sekretär herein und überbringt die Botschaft, dass Doktor Strader vor wenigen Stunden verstorben sei. Hilarius sei durch diese Nachricht wie gelähmt. Rasch verlassen Frau Hilarius und der Sekretär daraufhin den Raum. Der Bürochef bleibt erschüttert zurück. Er ahnt die Schicksalsmacht, die hier die Fäden lenkt und die Worte, die Strader einst vor ihm und Gottgetreu gesprochen hatte, gehen ihm nicht aus dem Sinn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es wird geschehen, was geschehen muß!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Worten hatte ihn schon damals die Geisteswelt zum erstmals ergriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In jenem Worte - klingt mir ihre Sprache -;&lt;br /&gt;
Sie klingt mir ernst; - wie lern&#039; ich sie verstehn?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fünfzehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bild. (Es sitzt da wartend die Pflegerin des Doktor Strader. Nachdem der Vorhang aufgegangen ist, tritt der Sekretär in das Zimmer; später Benedictus; Ahriman.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pflegerin Doktor Straders hat einen an Benedictus gerichteten Brief in Händen, den dieser noch in den letzten Stunden vor seinem Tod verfasst hat. Während sie auf Benedictus wartet, kommt sie mit dem Sekretär ins Gespräch. Dieser ist überzeugt, dass Strader ein großer Mann war. Auch die Pflegerin, die ihm die letzten Erdendienste erweisen durfte, bewundert Straders hohe Seele. Die Mysten hätten ihm Weisheit geboten, doch bedurfte er der Liebe. Doch sei die Mystenweisheit auch die Quelle seines Schaffens gewesen, wendet der Sekretär ein. Vor allem aber habe sich Strader mit ganzer Liebe seinem Erdenwerk gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie Menschen sich von Wesen trennen, die&lt;br /&gt;
Sie lieben, so verließ die Seele Straders&lt;br /&gt;
Das Erdenwerk, dem ihre Liebe galt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und Theodora stand wie lebend stets vor ihm -; so fühlen wahre Mystenseelen“, ergänzt der Sekretär. „Sie stand im Tode noch vor ihm.“, fügt die Pflegerin hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann betritt Benedictus das Zimmer und der Sekretär geht hinaus. Die Pflegerin übergibt den Brief Straders und berichtet von den letzten Augenblicken seines Lebens:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst lebte noch der letzte Lebensplan&lt;br /&gt;
In seinem Denken; dann war Theodora&lt;br /&gt;
Im Geist mit ihm vereint; erfühlend dies,&lt;br /&gt;
Entrang sich seine Seele sanft der Hülle.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann verabschiedet sich die Pflegerin und Benedictus beginnt Straders letzten Brief zu lesen. Strader kommt darin wieder auf die Traumvision zu sprechen, von der er Benedictus schon im 11. Bild berichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da schaut&#039; ich wieder jenes Bild, von dem&lt;br /&gt;
Ich euch vor kurzem sprach. Doch anders war&lt;br /&gt;
Des Bildes Ende dann. Nicht Ahriman&lt;br /&gt;
Erstand als Kämpfer mir; ein Geistesbote&lt;br /&gt;
Erschien an seiner Stelle, dess&#039; Gestalt&lt;br /&gt;
Sich als mein eignes irrtumvolles Denken&lt;br /&gt;
Mir deutlich fühlbar gab. Da mußt&#039; ich mich&lt;br /&gt;
Erinnern jener Worte, die ihr spracht&lt;br /&gt;
Von Stärkung meiner Seelenkräftemacht.&lt;br /&gt;
Doch dann verschwand sogleich der Geistesbote. –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wenigen Worte, die noch folgen, vermag Benedictus nicht zu lesen. Ein Chaos deckt sie ihm, Gedankenschleier wirksam webend, zu, während im Hintergrund Ahriman erscheint, den Benedictus zwar schaut, doch zunächst nicht erkennt. Ahriman gibt vor, Benedictus die letzten Worte Straders verkünden zu wollen: „zu deinem eignen Heil und auch für deiner Schüler Mystenweg.“ Doch Benedictus will ihn als guten Geist nur anerkennen, wenn er sich dem klaren Menschendenken offenbar. Da muss sich Ahriman rasch zurückziehen, denn sobald Benedictus` Schauen ihn auch in seiner Wahrheit denken kann, entsteht in diesem Denken auch bald die Kraft, die Ahriman vernichten kann. Und während Ahriman verschwindet, erkennt ihn Benedictus in seiner wahren Gestalt und weist zugleich den Weg zu seiner Erlösung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Straders sonnenreife Seele aber werde als Geistesstern Maria und Johannes selbst dann noch leuchten, wenn Ahriman ihre vollerwachte Geistesschau dämpfen und des Chaos Dunkelheit verbreiten will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014d.pdf - Der Seelen Erwachen als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysteriendramen von Rudolf Steiner|205]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Seelen Erwachen|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_Seelen_Erwachen&amp;diff=625064</id>
		<title>Der Seelen Erwachen</title>
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		<updated>2026-01-02T22:49:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: /* Inhaltsübersicht */ Apostrophe&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mysteriendramensiegel_4.gif|thumb|Siegelbild für das vierte Mysteriendrama nach dem Entwurf [[Rudolf Steiner]]s.]]&lt;br /&gt;
== Der Seelen Erwachen ==&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist das vierte und letzte von [[Rudolf Steiner]] verfasste [[Mysteriendrama]]. Die Uraufführung fand am [[Wikipedia:22. August|22. August]] [[Wikipedia:1913|1913]] im &#039;&#039;Volkstheater&#039;&#039; in [[Wikipedia:München|München]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhaltsübersicht ===&lt;br /&gt;
Hilarius Gottgetreu hat die Leitung des väterlichen Holzsägewerks übernommen und will die Produktion nach geistig-künstlerischen Kriterien neu orientieren. Johannes Thomasius soll die Produkte künstlerisch gestalten, Strader die technische Leitung übernehmen und Benedictus, Maria und Capesius weithin Verständnis für die neue Produktionsweise wecken. Der Bürochef aber hält Hilarius` Geistesbrüder nicht für befähigt, die geistigen Erkenntnisse in die Lebenspraxis umzusetzen; das Unternehmen würde dadurch zugrunde gerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will indessen Johannes` Schöpferkraft an den Geist von Johannes Jugend binden, der in dessen Seelentiefen als Schattenwesen wirkt. Johannes fühlt sich darum nicht mehr fähig, noch weiter für Hilarius zu arbeiten. Maria verweist Johannes auf die Welt der Elementarwesen. Mit ihnen soll er vergleichen, was ihm aus abgelebten Zeiten dämmert. Dann werde er erkennen, dass ihn dies Wesen aus den eigenen Seelentiefen nicht zwingen, sondern er es aus Geisteshöhen frei beherrschen könne. Nur widerwillig lauscht Johannes dem Chor der Gnomen und Sylphen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Capesius, der Johannes` inneren Seelenkampf in geistiger Schau miterlebt hat, will nicht mehr für Hilarius wirken. Er fürchtet, dass ihn jede Erdenwirksamkeit seiner neuen Seherkräfte berauben könnte. Er wird darin später von Felix Balde bestärkt, der meint, dass man die Geistesschau fern jeder äußeren Tätigkeit verehrungsvoll im Herzen ruhen lassen müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bellicosus unterstützt Hilarius` Pläne. Torquatus hingegen ist skeptisch, da sich Capesius mittlerweile von Benedictus und seinem Schülerkreis abgewandt hat - das werfe auch Schatten auf Benedictus eignes Urteilsvermögen. Auch Romanus bezweifelt die Reife von Benedictus` Geistesschülern, doch Straders Geistesart fühlt er sich eng verbunden. Ihm, so meint Romanus, könnte das Werk gelingen. Romanus` Meinung beeindruckt auch den Bürochef, der Romanus als tüchtigen Lebenspraktiker schätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader fühlt sich Capesius und Felix Balde stark verbunden, doch dass sie jeder Erdenwirksamkeit entsagen wollen, reißt zugleich einen schmerzlich tiefen Abgrund auf, denn ihm ersteht die Geistesschau nur dann, wenn er sich Tatgedanken widmen darf. Die Seelenpein weckt in Strader die Geistesschau. Aus dem Abgrund steigen Schattenwesen auf, die, Finsternis erzeugend, wild aufeinander stürzen. Maria fordert ihn auf, die Schatten mit seinem eigenen Licht zu erhellen. Doch Strader verstrahlt nur Finsternis, weil er, wie Maria ihm vorhält, zu feige sei, sein eignes Licht zu strahlen und lieber träumend im Selbstgenuss versinke. Maria zeigt ihm noch, wie Felix und Capesius im Kampf mit den Schatten ihr Geistesschwert härten, doch würden diese Schwerter für ihn nicht taugen – er müsse sein eigenes Schwert schmieden. Erschüttert erwacht Strader aus seiner Geistesschau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fünfte und sechste Bild führt ins Geistgebiet und zeigt die Erlebnisse der handelnden Personen vor ihrem Herabstieg zur Geburt in das gegenwärtige Erdenleben. Über die Sonnensphäre steigen sie so bewusst zum Erleben der Weltenmitternacht in der Saturnsphäre auf, dass sie sich im späteren Erdenleben in ahnungsvollen Gedanken daran erinnern werden.&lt;br /&gt;
Das siebente und achte Bild gibt eine Rückschau auf die frühere Inkarnation der Schicksalsgemeinschaft zur spätägyptischen Zeit. Ein junger Neophyt, eine frühere Inkarnation Marias, soll zum Berater des Königs eingeweiht werden. Der Opferweise und König – eine frühere Inkarnation des Capesius – will diese Initiation verhindern, weil der Neophyt nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Unweit des Weihetempels verzehrt sich eine junge Ägypterin, eine frühere Inkarnation des Johannes` Thomasius, vor Sehnsucht nach ihrem Geliebten, der nun als Neophyt eingeweiht werden soll. Benedictus leitet als höchster Opferweise das Initiationsritual, doch der Opferweise (Capesius) lässt die Einweihung absichtlich scheitern, indem er das magische Wort nicht denkt, welches das Ich des Neophyten während der Zeremonie ausschalten soll. So kündet der Neophyt, als er aus der Geistesschau erwacht, nicht von hohen Geisteswelten, sondern in frevelhafter Weise nur von seinen persönlichen, leibgebundenen Leidenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Bilder spielen wieder in der Gegenwart. Maria beginnt sich an die Erlebnisse der Weltenmitternachtsstunde zu erinnern. Auch ihre ägyptische Inkarnation wird ihr bewusst und der Hüter der Schwelle lässt sie den Zusammenhang der jungen Ägypterin mit dem Geist von Johannes` Jugend erahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geiste schaut auch Johannes die Einweihungszeremonie des jungen Mysten und mit Hilfe Marias erkennt er, wie das sich von unerfüllter Sehnsucht verzehrende Leben der jungen Ägypterin und der schattenhafte Geist von Johannes Jugend zueinanderstreben. Und nun erkennt er auch Maria in ihrer wahren Geistgestalt. Luzifer will diese Erkenntnis hemmen, doch Benedictus weist ihn in die Schranken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader quälen indessen noch immer die harten Worte, die Maria in der Geistesschau zu ihm gesprochen hatte. Benedictus macht ihm klar, dass dies in Wahrheit seine eigene Imagination war. Strader sei zu einer höheren geistigen Entwicklungsstufe aufgestiegen und von hier aus müsse ihm jetzt das früher schon Erreichte als Finsternis erscheinen, und was er als Feigheit empfinde, sei für geringere Seelen Tapferkeit. Dennoch bezweifelt Strader, dass er genug Kraft haben werde, sich Romanus und dem Bürochef zu widersetzen, die von ihm fordern, sich von Benedictus und seinem Schülerkreis zu trennen. Dann berichtet er Benedictus von einer Traumvision, in der er sich in einem Schiff befand, am Steuer Benedictus. Entgegen kam ihnen ein zweites Schiff mit Romanus und dem Bürochef und an ihrer Seite Ahriman, mit dem Strader kämpfen muss und wie ihm dabei Theodora zu Hilfe eilt. Benedictus fühlt, dass dieses Bild in Straders Seele noch nicht ausgereift, wohl aber bedeutsam ist. Doch wie es sich vollziehen wird, verbirgt sich seinem Schauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zwölften Bild führt Ahriman, der den baldigen Tod Straders voraussieht, die Seele Ferdinand Reineckes in das Innere der Erde und inspiriert sie mit Gedanken, die Strader an seinem Werk endgültig irre machen und in die Fänge Ahrimans treiben sollen. Da erscheint Theodoras Seele; verlässt sie Strader nicht, solang er noch auf Erden lebt, wäre Ahrimans Kampf um Straders Seele verloren.&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird Strader von bitteren Zweifeln gequält, seit ihm Reinecke den Fehler in seinem Mechanismus nachweisen konnte, und Hilarius, der sieht, dass sein Werk endgültig zu scheitern droht, versteht nicht, wie er sich so in Strader täuschen konnte. Romanus hingegen bleibt trotz aller Einwendungen fest von Straders Fähigkeiten überzeugt und ahnt, dass der Hüter der Schwelle an dessen Seite steht. &lt;br /&gt;
Capesius berichtet Felix Balde, wie er geistig geschaut habe, dass Strader die Worte Felix Baldes so verwandelt habe, dass sie nun das harmonische Zusammenstreben von Mystik und äußerer Tat zu fordern scheinen. Zugleich erinnert sich Capesius der Worte Philias zur Weltenmitternachtsstunde, die Felix Balde aber unverständlich bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilarius bittet den Bürochef, Hilarius` Pläne trotz aller Bedenken zu unterstützen. Zwar gegen seine innerste Überzeugung, aber auf Romanus` Urteils über Strader vertrauend, erklärt er sich dazu bereit. – Doch da überbringt der Sekretär die Nachricht, dass Strader vor wenigen Stunden gestorben sei. Erschüttert ahnt der Bürochef die Schicksalsmacht, die hier gesprochen hat.&lt;br /&gt;
Die Pflegerin Doktor Straders berichtet, wie Theodora in Straders Gedanken bis zuletzt lebendig gegenwärtig war und überbringt Benedictus einen Brief, den Strader noch in seinen letzten Lebensstunden geschrieben hat. Strader kommt darin wieder auf die Traumvision zu sprechen, von der er Benedictus berichtet hatte. Nicht Ahriman sei in dem anderen Schiff an der Seite von Romanus und des Bürochefs gestanden, sondern sein eigenes irrtumsvolles Denken! Wenige Worte folgen noch, die Benedictus aber nicht mehr zu lesen vermag. Da tritt in der Geistesschau plötzlich Hilfe bietend ein unbekanntes Wesen an Benedictus` Seite, das Benedictus aber nur als guten Geist anerkennen will, wenn es sich dem klaren Menschendenken offenbart. Da entflieht das Geistwesen und entpuppt sich als Ahriman, und Benedictus erkennt, wie Ahriman, der das klare menschliche Denken durch einen altvererbten Irrtum stets zu verwirren sucht, nur durch das wache Menschendenken künftig erlöst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personen, Gestalten und Vorgänge ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Mysteriendramensiegel_4.jpg|thumb|300px|Siegelbild mit der von Rudolf Steiner gegebenen Hintergrundfarbe des Bucheinbandes]]&lt;br /&gt;
Die geistigen und seelischen Vorgänge, welche in „Der Seelen Erwachen“ dargestellt sind, sollen so gedacht werden, daß sie etwa ein Jahr nach denjenigen erfolgen, welche in dem früher erschienenen „[[Der Hüter der Schwelle|Hüter der Schwelle]]“ gezeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „Der Seelen Erwachen“ kommen die für Vorgänge die folgenden Personen und Wesen in Betracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;I. Die Träger des geistigen Elements&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Benedictus]], die Persönlichkeit, in welcher eine Anzahl seiner Schüler den Kenner tiefer geistiger Zusammenhänge sieht. (Er ist in den vorhergehenden Seelengemälden „Die Pforte der Einweihung“ und „Die Prüfung der Seele“ als Führer des „Sonnentempels“ dargestellt. Im „Hüter der Schwelle“ bringt sich in ihm die Geistesströmung zum Ausdruck,  welche lebendig-gegenwärtiges Geistesleben and die Stelle des bloß traditionellen setzen will, wie es von dem dort vorkommenden „Mystenbund“ behütet wird.) In „Der Seelen Erwachen“ ist Benedictus nicht mehr bloß über seinen Schülern stehend zu denken, sondern mit seinem eigenen Seelenschicksale in die Seelenerlebnisse seiner Schüler verwoben.&lt;br /&gt;
*2. [[Hilarius Gottgetreu]]: Der Kenner traditionellen Geisteslebens, das sich bei ihm mit eigenen Geist-Erlebnissen verbindet. Dieselbe Individualität, welche in dem vorher erschienenen Seelengemälde „Prüfung der Seele“ als Großmeister eines Mystenbundes dargestellt ist.&lt;br /&gt;
*3. Der Bürochef des Hilarius` Gottgetreu&lt;br /&gt;
*4. Der Sekretär des Hilarius` Gottgetreu. (Dieselbe Persönlichkeit, die im „Hüter der Schwelle“ als [[Friedrich Geist]] vorkommt.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;II. Die Träger des Elements der Hingabe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Magnus Bellicosus]]. (In der „[[Pforte der Einweihung]]“ [[German]] genannt. In der „[[Prüfung der Seele]]“ und dem „Hüter der Schwelle“ Präzeptor eines Mystenbundes.)&lt;br /&gt;
*2. [[Albertus Torquatus]]. (In der „Pforte der Einweihung“ [[Theodosius]] genannt. In der „Prüfung der Seele“ kommt dieselbe Individualität als erster Zeremonienmeister des dort gezeichneten Mystenbundes vor.)&lt;br /&gt;
*3. [[Professor Capesius]]. (In der “Prüfung der Seele“ kommt seine Individualität als erster Präzeptor vor.)&lt;br /&gt;
*4. [[Felix Balde]]. (In der „Pforte der Einweihung“ als Träger einer gewissen Naturmystik, hier im „Erwachen“ Träger der subjektiven Mystik. Die Individualität Felix Baldes kommt als [[Joseph Kühne]] in der „Prüfung der Seele“ vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;III. Die Träger des Willenselementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Romanus]] (wird hier wieder mit diesem in der „Pforte der Einweihung“ für ihn gebrauchten Namen eingeführt, weil dieser seiner inneren Wesenheit entspricht, zu der er sich in den Jahren durchgearbeitet hat, welche zwischen der „Pforte der Einweihung“ und dem „Erwachen“ liegen. Im „Hüter der Schwelle“ wird für ihn der Name gebraucht, welcher als sein Name in der äußerlichen Welt gedacht ist ([[Friedrich Trautmann]]). Er wird da mit diesem Namen eingeführt, weil er innerhalb der vorkommenden Vorgänge mit seinem Innenleben nur eine geringe Bedeutung hat. Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als der zweite Zeremonienmeister des mittelalterlichen Mystenbundes vor.)&lt;br /&gt;
*2. [[Doktor Strader]]. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Jude Simon]] vor.)&lt;br /&gt;
*3. Die Pflegerin des Doktor Strader. (Sie ist dieselbe Persönlichkeit, welche im „Hüter der Schwelle“  [[Maria Treufels]] genannt wird. In der „Pforte der Einweihung“ heißt sie die andere Maria, weil die imaginative Erkenntnis des Johannes Thomasius die Imagination gewisser Naturgewalten in ihrem Bilde gestaltet. Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Berta]], die Tochter Kühnes vor.)&lt;br /&gt;
*4. [[Felicia Balde|Frau Balde]]. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Frau Kühne]] vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;IV. Die Träger des seelischen Elementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Maria (Mysteriendrama)|Maria]]. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Mönch vor.)&lt;br /&gt;
*2. [[Johannes Thomasius]]. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Thomas vor.)&lt;br /&gt;
*3. Die Frau des Hilarius Gottgetreu.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;V. Wesen aus der Geisteswelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Luzifer|Lucifer]]&lt;br /&gt;
*2. [[Ahriman]]&lt;br /&gt;
*3. [[Gnomen]]&lt;br /&gt;
*4. [[Sylphen]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VI. Wesen des menschlichen Geisteselementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td width=&amp;quot;100px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
*1. [[Philia (Mysteriendrama)|Philia]]&lt;br /&gt;
*2. [[Astrid (Mysteriendrama)|Astrid]]&lt;br /&gt;
*3. [[Luna (Mysteriendrama)|Luna]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die geistigen Wesenheiten, welche die Verbindung der menschlichen Seelenkräfte mit dem Kosmos vermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*4. [[Die andere Philia]], die Trägerin des Elementes der Liebe in der Welt, welcher die geistige Persönlichkeit angehört.&lt;br /&gt;
*5. Die Seele der [[Theodora (Mysteriendrama)|Theodora]]: (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Cäcilia]], Kühnes Pflegetochter und Schwester des Thomas vor, der die Individualität des Johannes Thomasius darstellt.)&lt;br /&gt;
*6. Der [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
*7. Der [[Doppelgänger]] des Johannes Thomasius&lt;br /&gt;
*8. Der Geist von Johannes Thomasius’ Jugend&lt;br /&gt;
*9. Die Seele des [[Ferdinand Reinecke]] bei Ahriman. (12. Bild), (kommt als Ferdinand Reinecke nur im „[[Hüter der Schwelle]]“ vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Persönlichkeiten des Benedictus` und der Maria werden auch als Gedankenerlebnisse eingeführt, und zwar im zweiten und vierten Bilde als solche des Johannes` Thomasius, im dritten Bilde als solche Straders. Im zehnten Bilde ist Maria als Gedankenerlebnis des Johannes` Thomasius eingeführt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VIII.&lt;br /&gt;
Die Individualitäten von Benedictus, Hilarius Gottgetreu, Magnus Bellicosus, Albert Torquatus, Strader, Capesius, Felix Balde, Frau Balde, Romanus, Maria, Johannes Thomasius und Theodora erscheinen im Geistgebiet (des fünften und sechsten Bildes des „Erwachens“) als Seelen, und im Tempel (des siebten und achten Bildes des „Erwachens“) als Persönlichkeiten einer weit zurückliegenden Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch gegenüber „Der Seelen Erwachen“ sei eine Bemerkung gemacht, welche ähnlich schon für die vorangegangenen Seelengemälde vorgebracht worden ist. Es sind weder die geistigen noch die seelischen Wesenheiten bloß symbolisch oder allegorisch gemeint. Wer sie so auffassen wollte, dem bliebe die reale Wesenheit der geistigen Welten ferne. Auch in dem Erscheinen der Gedankenerlebnisse (des zweiten, dritten und zehnten Bildes) ist nichts bloß Symbolisches dargestellt, sondern reale Seelenerlebnisse, welche für denjenigen, der an der geistigen Welt Anteil hat, so wirklich sind wie Personen oder Vorgänge der Sinnenwelt. Für einen solchen stellt dies „Erwachen“  durchaus ein realistisches Seelengemälde dar. Käme es auf Symbolik oder Allegorie an, so unterließe ich ganz gewiß diese Darstellung. Auf mancherlei Fragen hin habe ich auch diesmal wieder den Versuch begonnen, für „nachträgliche Bemerkungen“ einiges Erklärende zu diesem „Seelengemälde“ hinzuzufügen. Wie früher, so unterdrücke ich auch diesmal wieder den Versuch. Es widerstrebt mir, dem Gemälde, das durch sich selbst sprechen soll, derartiges hinzuzufügen. Bei der Konzeption und der Ausarbeitung des Gemäldes können dergleichen Abstraktionen gar keine Rolle spielen. Sie würden da nur störend wirken. Die geistige Wirklichkeit, die nachgebildet ist, stellt sich mit derselben Notwendigkeit vor die Seele hin, wie die Dinge der physischen Wahrnehmung. Naturgemäß ist dabei, daß die Bilder der Geist-Wahrnehmung von der gesunden Geistesschau anders auf ihre Wesenheiten und Vorgänge bezogen werden, als die Wahrnehmungen der physischen Welt auf die entsprechenden Wesenheiten und Vorgänge. Andrerseits muß gesagt werden, daß die Art, wie die geistigen Vorgänge sich vor die wahrnehmende Seele hinstellen, zugleich die Disposition und Komposition eines solchen Gemäldes mitenthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders erwähnt soll werden, daß die musikalischen Beigaben für die Aufführung des Dramas von [[Adolf Arenson]] herrühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
===Erstes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Comptoir Gottgetreus. In nicht allzu neuem Stile eingerichtet. Man kann sich denken, daß Gottgetreu Besitzer eines Werkes ist, in dem Holzsägearbeit gemacht wird. Bürochef und Sekretär im Gespräch; Hilarius; später Strader.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sekretär und der Bürochef beklagen den Niedergang von Hilarius Gottgetreus Fabrik, seit dieser „von Leuten sich in Irrtum jagen lässt, die nach besondren Geistesgaben streben.“ Hilarius versucht jedoch den Bürochef von seinen zukunftsweisenden Ideen zu überzeugen. Er will nicht länger dem bloßen Diktat des Marktes folgen; was nützlich und zweckmäßig für den Alltagsgebrauch ist, soll Thomasius zugleich geistgemäß künstlerisch gestalten: „Gewerbe soll mit Kunst zur Einheit werden.“ Strader werde die technische Leitung des Werkes übernehmen und Benedictus, Maria und Capesius sollen weithin das Verständnis für die neue Produktionsweise wecken. Dem Bürochef, der selbst wohl schon manche Schriften studiert hat, „die Geisteswissen offenbaren wollen“, scheint die Zeit dafür noch lange nicht reif und Strader, der mit den Plänen für seine revolutionäre Maschine glücklos gescheitert ist, scheint ihm wenig geeignet, ein solches Vorhaben zu vollenden. Der Bürochef will sich nicht länger an Illusionen verschwenden, in denen Wahn und Wahrheit ineinander verschwimmen, und seine Kraft nicht auf Taten richten, deren Wirkungsart er nicht voll und klar durchschauen kann und verweigert daher, so sehr es ihn schmerzt, seine weitere Mitarbeit. Auch Strader, der hinzutritt, kann ihn nicht überzeugen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch wird geschehen, was geschehen muß.&lt;br /&gt;
Es wird erneute Prüfung meiner Pläne&lt;br /&gt;
Vielleicht die Ansicht wandeln, die ihr euch&lt;br /&gt;
Beim ersten Überdenken bilden mußtet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zweites Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gebirgslandschaft; im Hintergrund das Haus Hilarius’, das in der Nähe des Werkes gedacht ist. Doch wird das Werk nicht gesehen. Ein Wasserfall auf der rechten Seite. (Johannes auf einem Felsensitz; für ihn nicht sichtbar Capesius; Benedictus, Maria; Lucifer; Geistwesen, Seelenkräfte; die Seele der Theodora; der Geist von Thomasius’ Jugend.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomasius will seine Seele jetzt nicht mit Erkenntnisfragen quälen und gibt sich ganz der Schönheit der ihn umgebenden Landschaft hin. In seinen träumenden Gedanken sehnt er sich nach Maria, abgelegte Seelenwünsche werden wieder wach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie lebt als Geist in mir, auch wenn sie fern;&lt;br /&gt;
Sie denkt in meinem Denken, wenn ich mir&lt;br /&gt;
Des Wollens Ziele vor die Seele rufe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erscheint Maria wie ein objektivierter Gedanke vor Johannes Seele, doch vermag er ihr geistig strenges Antlitz kaum zu ertragen. Ihr Bild schwindet, um sogleich wieder noch nachdrücklicher zu erscheinen. Sie mahnt ihn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maria, so wie du sie schauen willst,&lt;br /&gt;
Ist sie in Welten nicht, wo Wahrheit leuchtet.&lt;br /&gt;
In Truges Reichen webt Johannes&#039; Geist,&lt;br /&gt;
Vom Seelenwahn verführt; - befreie dich&lt;br /&gt;
Von Wunschesmächten, welche dich verlocken.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes erkennt, dass hier die wahre Maria spricht, und dass in seinen Seelentiefen ein fremdes Wesen lebt, das ihn verlocken will. Dies Wesen will er fliehen: „Ich will Johannes schauen ohne dich.“ Doch Benedictus, der nun als Gedankenwesen an Marias Seite sichtbar wird, gemahnt ihn, dass er dieses Wesen künftig in sein eignes Wesen integrieren muss:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du selbst gewinnst dich nur, wenn du von ihm&lt;br /&gt;
Dich mutig willst stets mehr besitzen lassen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria will Johannes mit ihren Kräften beistehen, doch sei sie nur in jenen kalten Eisgefilden zu finden, „wo Geister sich das Licht erschaffen müssen, wenn Finsternisse Lebenskräfte lähmen.“ Und eindringlich warnt sie ihn, sie nicht dort zu suchen, „wo abgelebtes Seelenleben sich aus Wahneswesen flüchtig Sein erlistet.“ Doch wie schön und beseligend ist dieser Wahn für Johannes. Nur aus ihm glaubt er seine Schaffenskräfte als Künstler schöpfen zu können – und verborgen möge bleiben, was man nur bewusst in Weltenhöhen schauen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt von Johannes hat Capesius dessen inneren Seelenkampf in geistiger Schau miterlebt. Noch ist Capesius nicht klar, ob er Wahrheit oder nur eigenen Seelenwahn geschaut hat, denn „nur selten darf der Geistesforscher doch der andern Seelen Sein in sich erschauen!“ Er spricht Thomasius darauf an und dessen Schaudern bestätigt ihm das Erlebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Augenblick tritt Maria hinzu. Sie ist überrascht, Capesius hier zu sehen, wähnte sie ihn doch bereits ganz den Plänen von Hilarius hingegeben. Doch davon will Capesius im Hochgefühl seiner neu erwachten Geisteskräfte jetzt nichts mehr wissen. Er fürchtet, dass ihn jede Erdenwirksamkeit seiner neuen Seherkräfte berauben könnte. Während er in kurzes Sinnen verfällt, schaut Maria die Wirkung Luzifers in Capesius` Seele. Geistig Geschautes in Worte und Begriffe zu kleiden, müsste, wie Capesius empfindet, ihm jede Geistesschau verdunkeln. Und auch Johannes glaubt nach dem Erlebten nicht mehr, dass er für Hilarius` Pläne wirken könne – zu stark fühlt er sein altes Wunschesleben, in sich wirken. Auch ihn fesselt Luzifer. Maria weist darum Johannes Seherblick auf die Welt der Elementarwesen. Mit diesen Schatten, Schemen und Dämonen soll er vergleichen, was ihm aus abgelebten Zeiten dämmert. Er werde dann erkennen, dass ihn dies Wesen aus den eigenen Seelentiefen nicht zwingen, sondern dass er es aus Geisteshöhen frei beherrschen könne. Widerwillig lauscht Johannes dem Chor der Gnomen und Sylphen. Dann erscheinen auch die Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna zugleich mit der andren Philia. Johannes verfällt in tiefes Sinnen und nichts bleibt in seinem wirren Bewusstsein haften als die letzten Worte der andren Philia:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wachendes Träumen&lt;br /&gt;
Enthüllet den Seelen&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in seiner Seele webt, verdichtet sich nun zum Bild. Luzifer erscheint, links von ihm der Geist von Johannes Jugend und rechts Theodora. Der Geist von Johannes Jugend fleht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verlierst du mich in dir, muß ich in Schmerzen&lt;br /&gt;
Den grausen Schatten schlimme Dienste leisten -;&lt;br /&gt;
Du Pfleger meines Seins, verlaß mich nicht. -&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will Johannes schöpferischen Geist ganz an dieses Schattenwesen binden. Dem tritt Theodora entgegen. Sie will liebevoll den Geist von Johannes` Jugend mit den Elementarmächten verbünden. So könne er dem Zauberbann Luzifers entrinnen, mit Erdengeistern Formen bilden und mit Feuerseelen Kräfte strahlen und Johannes die Dienste leiten, die ihm wertvoll sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Luzifer, Theodora und der Geist von Johannes` Jugend verschwinden, tritt die andre Philia wieder heran. Sie wiederholt ihre zuletzt gesprochenen Worte: „Und wachendes Träumen …“ Sie macht Johannes klar, dass der Schatten seiner Jugend zwar nur ein Spiegelbild ist, das sich in seiner Seele schemenhaft vor die wahre Geistesschau schiebt, solange er noch nicht reif für diese ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Bild, das lebt und sich im Leben hält,&lt;br /&gt;
Solang du noch ein abgelebtes Sein&lt;br /&gt;
In dir bewahrst, das du betäuben zwar,&lt;br /&gt;
Doch jetzt fürwahr noch nicht besiegen kannst. -&lt;br /&gt;
Johannes, dein Erwachen bleibt ein Wahn,&lt;br /&gt;
Bis du den Schatten selbst erlösen wirst,&lt;br /&gt;
Dem deine Schuld verzaubert Leben schafft.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Drittes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Landschaftsszenerie wie im zweiten Bilde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Magnus Bellicosus, Romanus, Torquatus und Hilarius so kommend von der rechten Seite, daß das Folgende, das sie im Stehen sprechen, sich denken läßt wie die Fortsetzung eines Gespräches, das sich schon vorher auf ihrem Spaziergang geführt haben. Es nimmt für die Teilnehmer einen so wichtigen Inhalt an, daß sie stehen bleiben. Später: Capesius, Strader, Felix und Felicia Balde; Benedictus, Ahriman; Maria)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bellicosus, Romanus und Torquatus besprechen sich über die Pläne des Hilarius. Bellicosus unterstützt diese rückhaltlos. Romanus hingegen zweifelt, ob die Geistesschüler des Benedictus schon reif genug sind, ihr Geisteswissen der rauen äußeren Wirklichkeit einzuprägen, doch fühlt er sich durch Schicksalsmächte mit Strader so eng verbunden, dass er mit ihm vereint den Weg zur Umgestaltung des Erdenlebens wagen würde. Unbemerkt erscheint indessen Ahriman im Hintergrund und verschwindet sogleich wieder. Auch Torquatus ist skeptisch, da sich Capesius von Benedictus und seinem Schülerkreis abgewandt hat. Das werfe zudem trübe Schatten auf Benedictus` eignes Urteilsvermögen, der Capesius für reif befunden hatte. Und Strader hält er für völlig ungeeignet, da „ihm zur Mystik die rechte Seelenstimmung gänzlich fehlt.“ Romanus will Hilarius in seinen Bestrebungen unterstützen, wenn er sich Strader zur Seite stellt, jedoch die anderen Geistesschüler des Benedictus` von seinem Werk ferne hält. Doch Hilarius bezweifelt, dass sich Strader von Benedictus‘ Schülern trennen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die vier abtreten, erscheinen von der anderen Seite Capesius, Strader und Felix und Felicia Balde. Capesius bleibt bei seinem Entschluss, sich nicht weiter mit äußerem Wirken zu belasten. Nur für den inneren Pfad der Mystik fühlt er sich gerüstet, denn deutlich ist ihm bewusst, dass er vom Weltensein nur so viel schauen kann, als er davon in seinem Eigensein genießen kann – und das taugt nicht dazu, zu schaffen, was andern frommt. Felix Balde stimmt ihm zu. Verehrungsvoll in tiefer Frömmigkeit müsse man die Geistesschau im Herzen ruhen lassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das ist die Mystenstimmung. - Wer sie weckt,&lt;br /&gt;
Der führt sein Innres hin zum Lichtesreich.&lt;br /&gt;
Das äußre Werk verträgt nicht solche Stimmung.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deutlich empfindet Capesius, dass er sich die „Geistesschau durch Wunsch nach äußrer Tat verdorben hatte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader fühlt sich den beiden stark verbunden und doch zugleich durch einen tiefen Abgrund getrennt, denn ihm ersteht die Geistesschau nur dann, wenn er sich Tatgedanken widmen darf. Doch was ist Wahrheit und was ist Irrtum? Die tiefe Seelenpein führt Strader zur Geistesschau. Als seine Gedankenformen zwar, doch im wirklichen Geistverkehr, erscheinen ihm zuerst Benedictus mit Ahriman und dann Maria. Benedictus rät ihm, in den Abgrund zu blicken, den Capesius und Felix zwischen sich und ihm aufgerissen haben – und auch Ahriman drängt ihn dazu. Strader tut es und schaut einen Kampf, in dem Schemen und Schattenwesen, Finsternis erzeugend, wild aufeinander stürzen - bis schließlich Maria aus dem Abgrund hervortritt und ihn auffordert, die Schatten mit seinem eigenen Licht zu erhellen. Doch Strader verstrahlt nur Finsternis, weil er, wie Maria ihm vorhält, zu feige ist, sein eignes Licht zu strahlen und lieber träumend im Selbstgenuss versinkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wo ist dein Licht? - Du strahlest Finsternis. -&lt;br /&gt;
Erkenne deine Finsternis - um dich -,&lt;br /&gt;
Du schaffst ins Licht die wirre Finsternis.&lt;br /&gt;
Du fühlest sie, wenn du sie schaffst durch dich;&lt;br /&gt;
Doch fühlest du dein Schaffen niemals dann.&lt;br /&gt;
Vergessen willst du deine Schaffensgier.&lt;br /&gt;
Unwissend waltet sie in deinem Wesen,&lt;br /&gt;
Weil du zu feige bist, dein Licht zu strahlen.&lt;br /&gt;
Genießen willst du dieses Eigenlicht.&lt;br /&gt;
Du willst dich selber nur in ihm genießen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus lenkt Straders Blick nach rechts auf die bläulichroten Schatten, die Felix locken und nach links auf die roten und gelben, die sich zu Capesius drängen - doch vermag er nicht die Schatten hinter Strader selbst zu schauen, wie Ahriman diesem zynisch zuruft. Die Worte von Wahn und Wahrheit, die der Bürochef im ersten Bild zu ihm gesprochen hatte, kommen Strader wieder in den Sinn. Maria zeigt ihm noch, wie Felix und Capesius im Kampf mit den Schatten ihr Geistesschwert härten, doch würden diese Schwerter für ihn nicht taugen – er müsse sein eigenes Schwert schmieden. Damit verschwinden die Gestalten und Strader kehrt aus seiner Geistesschau zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felix und Capesius beharren auf der strengen Trennung von mystischer Geistesschau und äußerem Wirken. Sie nicht trennen, meint Felix, wäre so töricht als wollte Felicia ihre Märchenwesen auf Puppenbühnen tanzen lassen – doch Felicia sieht das ganz anders. Im Geiste sieht sie schon tausend Puppenspiele „den Weg in Kinderstuben eifrig suchen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Viertes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Landschaft des zweiten und dritten Bildes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Der Büroschef mit Romanus sprechen, im Spaziergange stehenbleibend. Später: Johannes, sein Doppelgänger; der Geist von Johannes Jugend; der Hüter, Ahriman; Benedictus, Maria; Strader, die Seele der Theodora.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gespräch mit dem Bürochef äußert Romanus seine Ansicht, dass Straders Freunde nicht mehr im Zusammenhang mit guten Geistwesen stünden, Strader selbst jedoch noch die guten Kräfte der Naturdämonen empfangen könne. Straders Geistesart fühlt sich Romanus eng verbunden. Ihm ist, als hätte er seine eigenen Kräfte Strader zu verdanken, der sich in einem früheren Leben zu seltener Seelenhöhe gebracht und neue, tatkräftige Gedanken der Menschheitsentwicklung einverleibt habe. Der Bürochef kann ihm darin zwar nicht folgen, doch haben Romanus` Worte, den er sehr achtet, für ihn doch einiges Gewicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes steht indessen noch ganz unter der Nachwirkung der Erlebnisse des zweiten Bildes. Von ferne erklingt ihm die Stimme seines Doppelgängers, den er aber zunächst für die andre Phila hält:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mahnend führt ihm der Doppelgänger den Geist von Johannes` Jugend vor das Seelenauge. Erst durch dessen Worte erkennt er den Doppelgänger, der ihn weiter führt zu seinem Herrscher, der nun als der Hüter der Schwelle sichtbar wird und ihm deutlich macht, dass er nur befreit von seinen Wunschgedanken im reinen Schauen die Schwelle übertreten könne. Ahriman erscheint und dann auch Maria und Benedictus, doch auch sie erschaut Johannes nur „als Wahngebilde, weil Wunscheswahn dem Schauen sich verbündet.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fünftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Geistgebiet. In sinnvollen Farbenfluten erscheinendes Bild; nach oben rötlich in feurig rot verlaufend, nach unten blau in dunkelblau und violett übergehend. Unten eine symbolisch wirkende Erdensphäre. Die auftretenden Gestalten wie mit dem Farbenbild ein Ganzes bildend. (Rechts die Gnomengruppe des zweiten Bildes, vor ihr Hilarius, ganz vorne die Seelenkräfte. Hinter Hilarius etwas erhöht Ahriman. Links erhöht Lucifer, im Vordergrund Felix Baldes Seele; Straders und Capesius’  Seele, Benedictus, Maria, Felicia Balde, der Hüter.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene spielt im Geistgebiet zur Sonnenzeit vor dem Herabstieg der handelnden Personen zur Geburt in das gegenwärtige Erdenleben. Felix Baldes Seele erscheint vor Luzifer und erweist sich als dessen Diener. Aus Luzifers Lichtquell empfängt er die Keime seines Selbstsinns. Im Anblick der Gruppe der Gnomen, die die Seele des Hilarius umgeben, erlebt Balde die Gewichtskräfte, die seinem Schweben Widerstand leisten und ihn zur neuen Inkarnation herabziehen. Der von den Gnomen verbreitete Wünsche-Nebel ist, wie Hilarius klar erkennt, der ins Geistgebiet hinaufgeworfene Widerschein des Erdensterns. Für diesen Erdenstern wird hier im Geisterland ein denkendes Sein aus Seelenstoffen gewoben, das aber Felix Balde nur ganz nebelhaft erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das weckt Ahrimans Interesse und Strader nimmt den Widerhall der gesprochenen Worte in seine Seele auf. Die andre Philia, die wie eine dumpfer leuchtende Kopie Luzifers erscheint, und die drei Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna weben der Seele Straders die Gewichtskräfte der Gnomen ein, die ihn zum neuen Erdenleben herabführen sollen. Ihre Wirkung soll Strader im kommenden Erdenleben fühlen, sich ihrer aber niemals voll bewusst werden. Darum wird er ihre geistigen Impulse auch nicht für das Erdenleben fruchtbar machen können. Strader fühlt zugleich, dass er das sonnenhafte Wesen der Seelenkräfte in sich zur Einheit bilden muss. Er spürt auch schon den Wunsch, die Sonnenkönigskraft durch den gedankensprühenden kalten Silberglanz der Mondensphäre zu dämpfen und Merkurs erglimmenden Begierdetrieb aufzunehmen, der ihm das getrennte Weltensein zur Einheit vermählen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Ahriman verschwindet, erscheint die Seele des Capesius, der sich die Seelenkräfte nun zuwenden. Wie ein Bild am fernen Seelenufer, das noch nie sein Sein berührte, seit er dem letzten Erdenleben sich entrang, taucht Straders Seele vor ihm auf. Capesius erkennt, dass er dieser Seele wohl karmisch verschuldet ist, sie ihn aber für das nächste Erdensein noch nicht zum Ausgleich aufruft. Doch wird der Blick auf das Bild seines Wesen in sein Denken die Wurzel pflanzen, die im den Sinn des Erdenlebens enthüllen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer lenkt nun den Geistesblick der hier versammelten Seelen in Bereiche, die zu schauen sie noch nicht erkraftet sind und deren Licht sie daher schmerzt und ihr Leben mit Zweifeln befruchten muss – Zweifel, die bei allen Personen im kommenden Erdenleben deutlich hervortreten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erscheinen die Seelen von Maria und Benedictus im Geistgebiet, letzterer in einer Gestalt, die wie im Kleinen die Konfiguration der ganzen Szene nachbildet. In tiefer persönlicher Betroffenheit empfindet Benedictus, wie die versammelten Seelen mit ihren dichten erdbeladenen Sphären so schwer auf seinen Weltenkreis drücken, dass sie sein Sonnenwesen nicht in sich erstrahlen finden. Maria mahnt die versammelten Seelen, dass ihnen Benedictus zwar im letzten Erdenleben fremd war, aber seines Sonnen-Wortes Kraft noch aus früheren Inkarnationen in ihren Seelenhüllen fruchtet. Felix Balde vernimmt darauf zwar tönende Worte aus ihm fremden Kreisen, die sich aber nicht zum leuchtenden Sein verdichten und ihm darum nicht ganz wesenhaft werden. Strader hingegen sieht ein leuchtendes Wesen am Geistesstrand, das ihm aber stumm und unverständlich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz nahe bei Maria erscheint nun die Seele Felicia Baldes in Gestalt einer Büßerin. Sie durchschaut, warum die beiden Seelen das Wesen des Benedictus nicht voll erfassen können. Sie spricht von der unbekannten Sternenschrift - ein Wort, das in Capesius Seele zwar vage Erinnerungen weckt, die aber gleich wieder in den düsteren Schatten des Vergessens versinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Luzifers Wirken wurden die Seelen, die einander suchen, hier zusammengeführt, ohne noch ein gedankenhaftes Verständnis füreinander gewinnen zu können, für das sie noch nicht reif sind. Luzifers Bestreben muss daher am Ende der Sonnenzeit der strenge Hüter der Schwelle entgegentreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr Seelen, die auf Lucifers Gebot&lt;br /&gt;
Dem Kreis der andern Seelen euch genaht,&lt;br /&gt;
Ihr seid in meiner Macht an diesem Orte.&lt;br /&gt;
Die Seelen, die ihr sucht, - sie suchen euch. -&lt;br /&gt;
Sie sollen euch in dieser Weltenzeit&lt;br /&gt;
In ihren Sphären nicht gedankenhaft&lt;br /&gt;
Mit ihrem Sein berühren; - hütet euch,&lt;br /&gt;
In ihre Kreise euch hineinzudrängen.&lt;br /&gt;
Doch wagtet ihr&#039;s, es schadet&#039; euch und ihnen. -&lt;br /&gt;
Ich müßt&#039; des Sternenlichtes euch entkräften&lt;br /&gt;
Und euch von ihnen weltenzeitenlang&lt;br /&gt;
In andre Sphärenreiche hin verbannen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sechstes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Geistgebiet in der gleichen Art wie im vorigen Bilde. Die Beleuchtung warm und nuanciert, doch nicht zu hell. (Links stehen die Sylphen. Vorne Philia, Astrid, Luna. Straders, Capesius’, Romanus’ Seele; die andre Philia mit Theodoras und Frau Baldes Seele; später: Benedictus’ und Marias Seele; der Hüter; Lucifer mit Johannes’ Seele; zuletzt der Geist von Johannes’ Jugend.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geistgebiet steigen nun die Seelen in die Saturnzeit auf. Mit Hilfe der Seele des Romanus` erkennt Capesius in dem nachwirkenden Bild von Straders Seele den Juden Simon wieder, der ihm in seiner mittelalterlichen Inkarnation, die in der Rückschau des zweiten Mysteriendramas enthüllt wurde, begegnet war. Doch schon drängt sich in Gestalt eines Büßers die Seele Felix Baldes heran, dessen Seelenstrahlen sich brennend in Capesius Seelenhülle bohren. «Mein lieber Kühne, ihr erwieset euch stets treu ...», so tönen ihm seine eigenen Worte aus dieser Seele entgegen, die ihm in die tiefsten Seelengründe zu schauen vermag. Diese Seele, so erkennt Capesius, muss er suchen, um sich selbst zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Capesius Seele verschwindet, erscheint von links die andre Philia mit Theodoras Seele und hinter ihr die Seele von Frau Balde in Gestalt einer Büßerin. Die andre Philia, die Seelen durch die Liebe sich stets zum Führer erwerben, schreitet ihnen voran. Romanus sieht, wie der Sanftmut Licht von Theodoras Seele zu Frau Balde fließt. Das ganze Bild erstrahlt im Glanz der Schönheit, die hier im Geisterland als Weisheit lebt. Das ist zugleich der Widerschein der Sehnsucht, die Torquatus aus seinen Seelenhüllen zu Romanus hinüberstrahlen lässt und in diesem Milde und Mitgefühl erweckt, die dieser aus seinem eigenen harten Sinn niemals erwerben könnte. Bellicosus ruft seine beiden Geistesbrüder auf, ihr Geistgehör für Theodoras Worte zu öffnen. Theodora bittet ihre treue Geistgefährtin, die andre Philia, die Liebe ihrer Seelenhülle Felix Balde zuzuströmen und so der Einsamkeit verzehrende Feuerkraft zu mildern und ihm Gedankenstrahlen von den Sylphen hinzulenken, sodass „aus ihrem Glimmerglanzesschaffen den Menschenseelen Wachstums-Werdesinn im Erdenleben sich erkraften möge.“ Und Felicia Baldes Seele will ihm die Kräfte zutragen, die sie von Stern zu Stern im Weltall wandelnd für ihn sammeln will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Theodoras Seele hallen die Worte des Rosenkreuzerspruches wider, der auch im zweiten Mysteriendrama der Wahlspruch der mittelalterlichen Tempelritter gewesen war:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Aus Gottessein erstand die Menschenseele;&lt;br /&gt;
Sie kann in Wesensgründe sterbend tauchen;&lt;br /&gt;
Sie wird dem Tod dereinst den Geist entbinden.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Worte in ihrer Seele ertönen, erscheinen Luzifer und Johannes Thomasius` Seele, der in der vorangegangenen Inkarnation als Bergwerksmeister Thomas ihr Bruder gewesen war. Was sie ihm an Bruderliebe geben konnte, das will ihr die andre Phila nun zur Seelenkraft verwandeln, gestärkt mit dem Glimmerlicht der Sylphen. Frau Baldes Seele soll nun ihre Schritte zu den Sternen lenken, wo gute Dämonen ihrer Werke harren, aus dem sie Phantasie in Seelen strahlen und so im Erdenleben beflügeln. Geführt von Frau Baldes Seele verschwindet langsam Felix Baldes Seele. Theodora blickt noch für einen Augenblick auf Johannes` Seele, dann entschwindet sie ebenfalls. Zuletzt entfernt sich Johannes` Seele mit Luzifer. Und Romanus Seele erkennt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daß wir an diesem Geistesorte jetzt&lt;br /&gt;
Das Wort der Liebe mit dem Wort des Schaffens&lt;br /&gt;
Zum Bund sich einen sahen, dies erkraftet&lt;br /&gt;
In unserm Wesen Keime, deren wir&lt;br /&gt;
Im spätern Erdensein bedürftig werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann ziehen sich die Seelen von Romanus, Torquatus und Bellicosus zurück und an der Seite des Hüters der Schwelle erscheinen die Seelen des Benedictus und der Maria. Der Hüter ruft sie dazu auf, ihre Weltenmitternacht im gereiften Licht Saturns wachend zu erkennen. Wachend! - Marias Seele weiß, dass sie hier im schnellsten Zucken heller Blitze Schicksalsnotwendigkeiten überschauen soll und dass in Weltengründen Donnerworte dumpf verrollen und verrollend jeden Seelenwahn bedrohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus vernimmt aus ewig leeren Eisgefilden Johannes` Schicksalsruf, der nun wieder an der Seite Luzifers erscheint. Maria sieht Flammen sich mit ihrem eignen Denken nahen. In Johannes` Seele kämpft ihr eignes Denken mit Luzifers Gedanken. Maria soll Luzifers heißes Weltenlicht erkennen und die Blitze schauen, die ihr eigenes Denken aus Luzifers Gewaltenkreisen schlägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes fühlt die Nähe der anderen Seelen, doch kann er sie nicht schauen. „Du wirst sie schauen, wenn du schnell ergreifst, was sie im Weltenlichte selbst erleuchten“, mahnt ihn Philia. Und Benedictus ruft Maria auf, die Willenskraft aufzubringen, in ihrer jetzigen Form die Erdenkraft erstehen zu lassen – dann werde ihr Wort der Freundesseele leuchten. Alle Liebe, die Maria zu ihrem Geisteslehrer Benedictus in sich trägt, legt sie in die Worte, die sie in Johannes Seele tönen lässt. Beide, Maria und Benedictus, sollen jetzt in seiner Seele friedvoll verweilen. Und während der mahnende Donner zur Weltenmitternacht verrollt, gibt der strenge Hüter der Schwelle im Hinblick auf Johannes` Seele Astrid das ernste Gebot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bewahre dieses Seelen-Ungewitter,&lt;br /&gt;
Bis ihre nächste Weltenmitternacht&lt;br /&gt;
Im Strom der Zeit die Seele wachend findet.&lt;br /&gt;
Sie soll dann anders vor sich selber stehn, —&lt;br /&gt;
In ältrer Zeiten Bild ihr Selbst erschauen,&lt;br /&gt;
Erkennen, wie zum Geisteshöhenflug&lt;br /&gt;
Die Schwingen auch im Seelensturz erstarken.&lt;br /&gt;
Es darf die Seele niemals stürzen wollen;&lt;br /&gt;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So will es Astrid tun und Marias Seele fühlt dabei die Sternenseligkeit, die sie im Strom der Zeit betreten darf. Im Gnadewalten will sie schaffend mit ihrer langverbundenen Seelenschwester leben, während Luna ihr Schaffen hier im Geiste hütet. So wird Maria ihre Erinnerungen an die Weltenmitternacht im folgenden Erdenleben fruchtbar machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen von Seligkeiten leuchtenden und Gnade strahlenden Seelenstern sieht Johannes nahen. Es ist der Geist von Johannes` Jugend. Er nährt Johannes` Wünsche mit Leben und kraftet leuchtend in seinen Jugendzielen, doch zu den wesenlosen Schatten müsste er versinken, sollte Johannes ihn verlassen. „Verlass mich nicht!“, ruft er Johannes zu. Dafür will Luzifer sorgen und damit zugleich die innige Seelenverbindung zwischen Johannes, Maria und Benedictus stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er wird dich nicht verlassen, - ich erschaue&lt;br /&gt;
In seines Wesens Tiefen Lichtbegierden,&lt;br /&gt;
Die nicht der andern Seele Spuren folgen. -&lt;br /&gt;
Wenn diese mit dem Glanz, den sie erzeugen,&lt;br /&gt;
Im Seelengrunde sich zum Sein erkraften,&lt;br /&gt;
Wird er die Früchte, die sie zeugen müssen,&lt;br /&gt;
In jenem Reiche nicht vergeuden wollen,&lt;br /&gt;
Wo Liebe ohne Schönheit herrschen will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Siebentes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Tempel nach ägyptischer Art. Die Stätte einer weit zurückliegenden Initiation.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Drittes Kulturzeitalter der Erde. (Zunächst nur ein Gespräch zwischen dem Opferweisen, dem Schwellenhüter und dem Mysten.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Opferweise und König, eine frühere Inkarnation des Capesius, berät sich mit dem Schwellenhüter und dem Mysten über die bevorstehende Initiation eines jungen Neophyten, der ausersehen ist, des Königs Rater zu werden. Der Myste hält den Neophyten, ein frühere Inkarnation der Maria, dafür wenig geeignet, da dieser nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei. Er würde sich wohl besser zum inneren Tempeldienst als zum Berater des Königs eignen. Auch der Opferweise hält ihn der ihm zugedachten Ehre nicht für würdig. Die Leidenschaft durchwühle sein Inneres noch stark und die Sinnestriebe schwiegen in ihm noch nicht. Doch sei es nicht die Schuld des jungen und noch unerfahrenen Neophyten, wenn dadurch unrechtes Fühlen in die bevorstehende heilige Handlung getragen und unheilvoll ins Menschenleben zurückfließen würde. Die Schuld läge bei dessen unverständigen Lehrern, die die wahren Zusammenhänge nicht durchschauten. Allein der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus`, könne noch erkennen, was mystisch in den Opferformen lebt. Doch dieser sei nach dem strengen Gebot seiner Würde schweigsam wie die Einsamkeit. So sieht sich der Opferweise allein vor eine schwere Entscheidung gestellt, für die er um den Beistand des Geistes bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Achtes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dieselbe Tempelszenerie wie im siebten Bild; sie ist anfangs durch einen Zwischenvorhang gedeckt, vor dem eine Ägypterin das Folgende spricht. (Die Ägypterin ist als eine der vorhergehenden Inkarnationen des Thomasius` zu denken.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die junge Ägypterin wartet unweit des Tempels, in dem ihr Geliebter als Neophyt eingeweiht werden soll und dann für immer für sie verloren wäre. Das Geisteslicht, das ihm leuchten soll, wäre der Todesstrahl für ihre Seele. In Traumes Offenbarung hofft sie seine Initiation ahnend miterleben zu können.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene wechselt ins Innere des Tempels. Alles ist vorbereitet zur Initiation des Neophyten, der als eine frühere Inkarnation Marias gedacht ist. An der einen Seite des Opferaltars steht der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus`. An der andern Seite des Altars der Wortebewahrer, eine frühere Inkarnation des Hilarius` Gottgetreu; etwas vor dem Altar der Siegelbewahrer, eine frühere Inkarnation der Theodora; dann auf der einen Altarseite nach vorn: der Vertreter des Erdelementes, eine frühere Inkarnation des Romanus`; der Vertreter des Luftelementes, eine frühere Inkarnation des Magnus` Bellicosus; ganz nahe dem höchsten Opferweisen der Opferweise, die frühere Inkarnation des Capesius`. Auf der anderen Seite der Vertreter des Feuerelementes, die frühere Inkarnation des Doktor Strader; der Vertreter des Wasserelementes, eine frühere Inkarnation des Torquatus`. Vorne die Seelenschwestern Philia, Astrid, Luna und die «andre Philia». Ganz vorn erscheinen in Sphinxgestalt Lucifer und Ahriman, Lucifer so, dass der Cherub mehr betont ist, Ahriman so, dass der Stier mehr betont ist. Vier andre Priester stehen vorne. Nachdem der Tempelraum mit den Mysten sichtbar geworden ist, herrscht eine Weile lautlose Stille; dann führen der Schwellenhüter, eine frühere Inkarnation des Felix` Balde, und der Myste, eine frühere Inkarnation der Frau Balde, den Neophyten durch die Pforte links ein. Sie stellen ihn in den inneren Kreis in die Nähe des Altars und bleiben in seiner Nähe stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwellenhüter eröffnet die Zeremonie, dann sprechen die anderen Tempelpriester rituellen Worte. Der höchste Opferweise entzündet auf dem Altar, der in der Mitte steht, die hell leuchtende, züngelnde Opferflamme und spricht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In dir kannst du die Antwort nicht erschau&#039;n.&lt;br /&gt;
Denn finstrer Irrtum lastet noch in dir;&lt;br /&gt;
Und Torheit strebt in dir nach Weltenfernen.&lt;br /&gt;
Drum schau - in diese Flamme, die dir näher&lt;br /&gt;
Als deines eignen Wesens Leben ist.&lt;br /&gt;
Und lies die Antwort aus dem Feuer dir.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weiter sprechen die versammelten Mysten Ritualworte, die den Neophyten auf seinem Einweihungsweg geleiten sollen. Dann tritt eine längere Pause ein, während welcher es ganz dunkel wird, nur die Flamme und die unbestimmten Umrisse der Personen sind zu sehen. Dann fährt der höchste Opferweise fort zu sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und nun erwache aus der Weltenschau!&lt;br /&gt;
Verkünde, was im Wort zu lesen ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Neophyt schweigt! Der höchste Opferweise ist bestürzt: „Entschwindet dir Geschautes? - Sprich!“ Und als der Neophyt endlich zu sprechen beginnt, erfüllt auch die anderen Mysten – mit Ausnahme des Opferweisen – immer größerer Schrecken. Denn der Neophyt spricht nicht von Geist-Erschautem. Frevelhaftes irdisches Fühlen, voll Freudesinn und mit voller Lebenswärme in den eigenen Leibeshüllen erlebt, entrang sich seiner Seele und stieg als unwürdiges Opfer hinauf in lichte Geisteshöhen. Zornig wirft der Wortbewahrer dem Opferweisen vor, dass er seine heilige Pflicht versäumt habe, worauf dieser antwortet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich tat, was mir als Pflicht aus höhern Reichen&lt;br /&gt;
In dieser Feierstunde auferlegt.&lt;br /&gt;
Enthalten hab&#039; ich mich, das Wort zu denken,&lt;br /&gt;
Das nach der Sitte mir geboten ist&lt;br /&gt;
Und das, von meinem Denken aus, hinüber&lt;br /&gt;
Zum Neophyten geistig wirken sollte.&lt;br /&gt;
So hat der junge Mann nicht fremdes Denken,&lt;br /&gt;
Er hat sein eignes Wesen hier verkündet.&lt;br /&gt;
Die Wahrheit hat gesiegt. - Ihr mögt mich strafen;&lt;br /&gt;
Ich mußte tun, was ihr in Furcht erlebt.&lt;br /&gt;
Ich fühle schon die Zeiten nahe kommen,&lt;br /&gt;
Die aus dem Gruppengeist das Ich befreien&lt;br /&gt;
Und ihm das eigne Denken lösen werden.&lt;br /&gt;
Es mag der Jüngling eurem Mystenweg&lt;br /&gt;
Sich jetzt entringen -. Spätres Erdesein&lt;br /&gt;
Wird ihm die Mystenweise sicher zeigen,&lt;br /&gt;
Die ihm von Schicksalsmächten vorgedacht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sphinxe, die bisher reglos wie Bildsäulen waren, beginnen daraufhin zu sprechen, doch so, dass ihre Worte nur von dem Opferweisen, dem höchsten Opferweisen und dem Neophyten gehört werden, während die anderen Mysten nur aufgeregt dastehen. Und so spricht Ahriman als Sphinx:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich muß für meine Stätte mir erbeuten,&lt;br /&gt;
Was hier nur ungerecht zum Lichte will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Luzifer setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich will für meine Stätte mir entführen,&lt;br /&gt;
Was hier als Geisteswunsch am Schein sich freut.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunt vernehmen die versammelten Mysten die Worte des höchsten Opferweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Sphinxe sprechen, - sie, die Bild nur waren,&lt;br /&gt;
Seit Weise hier den Dienst verrichtet haben.&lt;br /&gt;
Der Geist, er hat die tote Form ergriffen ;&lt;br /&gt;
O Schicksal, du ertönst als Weltenwort —!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während das Licht langsam ausgeht, fügt der Opferweise hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was wir als mystisch Weihewerk vollbringen,&lt;br /&gt;
Bedeutung hat es doch nicht hier allein.&lt;br /&gt;
Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom&lt;br /&gt;
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Neuntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein kleines, ernst stimmungsvolles Zimmer, - wie ein Studierzimmer – im Hause des Hilarius. – (Zunächst Maria allein in Meditation; dann Astrid, Luna; der Hüter und Benedictus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als heller Geistesstern erscheint Astrid und weckt Marias Erinnerung an die Weltenmitternacht. Luna stärkt ihre Willenskraft, damit auch die Erdenhelle diese Erinnerung nicht überstrahlen kann und gemahnt sie an die Worte des Hüters:&lt;br /&gt;
Es darf die Seele niemals stürzen wollen;&lt;br /&gt;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Marias Bewusstsein taucht die Erinnerung an ihre missglückte ägyptische Einweihung wieder auf. Der Hüter erscheint. Im Geistgehör soll Maria die Worte des höchsten Opferweisen ergründen. Währenddessen erscheint Benedictus und erinnert Maria an das, was der Opferweise gesprochen hatte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom&lt;br /&gt;
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria wird bewusst, dass der Opferweise schon die erste Morgenröte der griechischen Kultur geschaut und darum den Gedanken unterdrückt hatte, den er in die Seele des Neophyten hätte lenken sollen. Der Trieb zur Einsamkeit keimte damals schon in dessen Seele und ist in seiner gegenwärtigen Inkarnation als Capesius zur Frucht gereift. Das treibt ihn nun, Felix Baldes Beispiel zu folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die junge Ägypterin, die vor dem Tempel harrte, taucht vor Marias Seelenblick auf und der Hüter lässt sie den Zusammenhang mit dem Geist von Johannes` Jugend erahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im neunten Bilde. (Zuerst Johannes allein, meditierend, zu ihm die andre Philia; dann Maria und der Geist von Johannes’ Jugend; zuletzt Lucifer, Benedictus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Johannes erlebt in der Meditation die junge Ägypterin und erinnert sich ihrer Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Dies ist die Zeit, in welcher er sein Sein&lt;br /&gt;
Dem uralt heiligen Weisheitsdienste weiht -;&lt;br /&gt;
Vielleicht läßt Traumes Offenbarung mich&lt;br /&gt;
Im Ahnen geistig jetzt bei ihm verweilen.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie von ferne ertönt die Stimme der andren Philia:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Johannes ergänzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wachendes Träumen&lt;br /&gt;
Enthüllet den Seelen&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andre Phila kommt näher und gemahnt Johannes nun schon zum dritten Mal, die schattenhafte Zwiegestalt seines eigenen Wesens zu erlösen, denn „als Schatten dich Umwandeln, muss auch ich so lange noch, bis du den Schatten selbst erlösen wirst, dem deine Schuld verzaubert&#039; Leben schafft.“ Und dann enthüllt sie ihm ihr eigenes wahres Wesen, das Johannes bislang noch nicht zu ergründen vermochte: „Die Kraft der Liebe bin ich selbst in dir.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geiste schaut nun Johannes die Einweihungszeremonie des jungen Mysten und ihm wird bewusst, dass auf ihn das ganze Sehnen der jungen Ägypterin gerichtet war. Mit Hilfe Marias, die als Gedankengestalt erscheint, erkennt er, dass das unerfüllte und sich vor Sehnsucht verzehrende Leben der jungen Ägypterin und der schattenhafte Geist von Johannes` Jugend, der nun ebenfalls hervortritt, zueinanderstreben. Und nun vermag er auch in Maria in ihrer wahren Geistgestalt zu erkennen, die an ihn die Worte richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du findest mich in hellen Lichtgefilden,&lt;br /&gt;
Wo Schönheit strahlend Lebenskräfte schafft;&lt;br /&gt;
In Weltengründen suche mich, wo Seelen&lt;br /&gt;
Das Götterfühlen sich erkämpfen wollen&lt;br /&gt;
Durch Liebe, die im All das Selbst erschaut.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will dieser Erkenntnis hemmend entgegentreten, doch Benedictus, der nun erscheint, weist ihn in die Schranken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marias heilig ernst Gelöbnis wirket&lt;br /&gt;
In seiner Seele jetzt die Heil-Erstrahlung.&lt;br /&gt;
Er wird dich schätzen, doch dir nicht verfallen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich werde kämpfen“ schleudert ihm Luzifer entgegen – „Und kämpfend Göttern dienen“, setzt Benedictus hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Elftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie in den beiden vorigen Bildern.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Benedictus und Strader treten in das Zimmer.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader quälen noch immer die harten Worte, die Maria im 3. Bild am Abgrund zu ihm gesprochen hatte. Benedictus macht ihm klar, dass dies in Wahrheit seine eigene Imagination war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr wißt, die Bilder sind nicht wesenhaft;&lt;br /&gt;
Der Inhalt ist&#039;s, der zu der Seele dringen&lt;br /&gt;
Und sich im Bilde offenbaren will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader sei zu einer höheren geistige Entwicklungsstufe aufgestiegen und von hier aus müsse ihm jetzt das früher schon Erreichte als Finsternis erscheinen und was er als Feigheit empfinde, sei für geringere Seelen Tapferkeit. Doch Strader weiß nicht, ob er Kraft genug haben werden, den Widerstand zu überwinden, den Romanus und der Bürochef seinem Werk entgegensetzen, die von ihm fordern, dass er sich von Benedictus und seinem Schülerkreis trennen müsse. „Es wird geschehen, was geschehen muss.“, erwidert ihm Benedictus. Strader schildert daraufhin eine Traumvision, die ihm wie ein Schicksalswink erscheint:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich war in einem Schiff; am Steuer ihr;&lt;br /&gt;
Besorgen mußte ich das Ruderwerk;&lt;br /&gt;
Maria und Johannes fuhren wir&lt;br /&gt;
An ihre Wirkensstätte; da erschien&lt;br /&gt;
Ganz nah&#039; an uns ein andres Schiff; in ihm&lt;br /&gt;
Romanus mit dem Freunde Gottgetreus.&lt;br /&gt;
Sie stellten sich uns feindlich gegenüber.&lt;br /&gt;
Ich kämpfe gegen sie; - im Kampfe trat&lt;br /&gt;
Dann Ahriman an ihrer Seite auf.&lt;br /&gt;
Noch schaut&#039; ich mich im harten Kampf mit ihm,&lt;br /&gt;
Zur Seite trat mir helfend Theodora.&lt;br /&gt;
Dann schwand das Bild aus meinem Geisteskreis.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus erkennt, dass dieses Bild in Straders Seele noch nicht voll ausgereift ist, dass aber Strader die Kraft stärken kann, die ihm dies Bild vor das Geistesauge stellte und setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfühlen kann ich dies; doch wie es sich&lt;br /&gt;
Vollziehen wird, verbirgt sich meinem Schauen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zwölftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Innere der Erde. Mächtige Kristallgebilde, durchbrochen von lavaartigen Durchflüssen; das Ganze matt leuchtend, zum Teil durchsichtig, zum Teil durchscheinend. Nach oben rote Flammen, die wie von der Decke nach unten zusammengepreßt werden. (Ahriman; später die Seele des Ferdinand Reinecke; zuletzt Theodoras Seele.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman sinnt darüber nach, wie er wieder Macht über Strader gewinnen kann. Zu nahe steht er schon dem „Mystenschwarm“, der „durch das Weisheitslicht des Benedictus` das Wachen in der Weltenmitternacht ertrotzen konnte.“ Maria und Johannes sind dadurch bereits dem Lichtbezirk Luzifers entronnen und beide durchschauen auch Ahrimans Wirken. Nur mit Hilfe Straders könnte er noch an die beiden herankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Strader wird das Geistgewirr, das als&lt;br /&gt;
Natur den Menschen gilt, vielleicht noch nicht&lt;br /&gt;
Als meinen Geistestroß durchschauen können;&lt;br /&gt;
Und blindes Kraft- und Stoffgespinst vermuten,&lt;br /&gt;
Wo ich mit Geistverleugnung geistig schaffe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eile ist geboten, denn Ahriman sieht im Schicksalsbuch bereits den baldigen Tod Straders voraus – und nach dem Tod wäre Straders Seele für Ahriman verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach Straders Tode werden sie ihn haben.&lt;br /&gt;
Kann ich jedoch die Seele jetzt auf Erden&lt;br /&gt;
An sich noch irre machen, so bewirkt&lt;br /&gt;
Mir dies, daß Benedictus ferner nicht&lt;br /&gt;
Den Mann als Vorspann für sich nutzen kann.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman holt dazu die Seele Ferdinand Reineckes, die wie eine Kopie Ahrimans erscheint, in sein Reich und inspiriert sie mit Gedanken, die Strader an seinem eigenen Werk irre machen sollen. Reinecke fühlt sich wie erleuchtet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mir geht der Sinn schon auf, wie ich dem Strader&lt;br /&gt;
Die Fehler seines Denkens demonstrier&#039;.&lt;br /&gt;
Es hat sein Mechanismus einen Fehler,&lt;br /&gt;
Den kann er selber nicht bewußt sich machen.&lt;br /&gt;
Die Mystenfinsternis verhindert&#039;s ihm.&lt;br /&gt;
Ich werde ihm mit meiner Nüchternheit&lt;br /&gt;
Viel bess&#039;re Dienste wahrlich leisten können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erscheint Theodoras Seele, die fest an Straders Seite steht. Wenn sie ihn nicht verlässt, solang er noch auf Erden lebt, wäre Ahrimans Kampf verloren: „doch kann ich wohl noch hoffen, daß er zuletzt sie doch vergessen könnte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dreizehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Größeres Empfangszimmer im Hause des Hilarius. (Beim Aufgehen des Vorhangs Hilarius und Romanus miteinander im Gespräch; später Capesius, Felix Balde, der Sekretär; Philia.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilarius fühlt sich wie erdrückt von dem Schicksalsknoten, der sein Werk zu vernichten droht: „Nur meine Geistesschau erhielt mich stets. Und doch, - sie konnte mich bei Strader täuschen.“ Denn Strader wird von bitteren Zweifeln gequält, seit ihm Reinecke den Fehler in seinem Mechanismus nachweisen konnte. Romanus hingegen ist weiterhin von den Fähigkeiten Straders fest überzeugt: „Bei Strader habt ihr recht geschaut, trotz allem, was jener überkluge Mann erwiesen.“ Romanus ahnt, dass der Hüter der Schwelle an Straders Seite steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ob er ihn schaut, ob er ihm unbewußt&lt;br /&gt;
Sich naht, ich kann es wahrlich nicht ergründen;&lt;br /&gt;
Doch Strader glaub&#039; ich gut genug zu kennen.&lt;br /&gt;
Der wird sich mutvoll zu der Einsicht wenden,&lt;br /&gt;
Daß Selbsterkenntnis Schmerzen zeugen muß.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem beide abgegangen sind, führt der Sekretär Capesius und Felix Balde herein, die Hilarius Gottgetreu zu sprechen wünschen. Capesius berichtet Balde, was er am heutigen Morgen geistig geschaut hatte. Strader habe Felix Baldes Worte aus dem dritten Bild in so verändert, ja gegenteiliger Form wiedergegeben, dass sie nun das harmonische Zusammenstreben von Mystik und äußerer Tat zu fordern scheinen. Felix Balde kann das nur als gefährlicher Irrtum erscheinen. Doch Capesius kann gerade durch Straders Worte die Botschaft Philias erfassen, die nun vor sein geistiges Auge tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was deines Selbstes Sonnenwesen strahlt,&lt;br /&gt;
Wird dir Saturns gereifte Weisheit dämpfen.&lt;br /&gt;
Es wird sich deinem Schauen dann enthüllen,&lt;br /&gt;
Was du als Erdenmensch begreifen kannst.&lt;br /&gt;
Ich werde dich dann selbst zum Hüter führen,&lt;br /&gt;
Der an des Geistes Schwelle Wache hält. –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Felix Balde vernimmt das Tönen ihrer Worte, doch werden sie im nicht völlig wesenhaft. Doch Capesius will der Weisung Philias folgen, „daß in Zukunft mir im Geiste auch sich offenbaren mag, was ich begreiflich schon als Erdenmensch in meinem Lebenskreise finden kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vierzehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bilde. (Im Beginne der Szene die Frau des Hilarius im Gespräch mit dem Bürochef.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilarius bittet den Bürochef, Hilarius` Pläne, die ihm sein Lebensglück bedeuten, zu unterstützen. Das sei zwar gegen seine tiefste Überzeugung, doch habe ihn Romanus dazu gebracht, diese Last auf sich zu nehmen, seit er ihm von den Qualitäten Straders gesprochen hatte. Darüber hinaus bedeuten ihm die gewaltigen Worte des Romanus` den Anfang seiner eigenen Geistesschulung. Romanus habe ihn aber auch überzeugt, dass „wenn Strader nicht zur Tat sich findet ohne seine Freunde, dies ihm ein Schicksalszeichen werden müsse.“ Frau Hilarius hält dem Bürochef entgegen, dass er Strader nicht nur mit den Augen des Romanus`, sondern ganz unbefangen betrachten solle, denn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was Strader spricht, es wirkt im Sprechen selbst.&lt;br /&gt;
Man sieht, daß er bloß innres Geist-Erleben,&lt;br /&gt;
Das sich im Fühlen schon befriedigt weiß,&lt;br /&gt;
Gering nur schätzt, daß er dem Forschertrieb&lt;br /&gt;
Als Myste stets die Führung übergibt.&lt;br /&gt;
Deshalb verwirrt er auch durch Mystik nicht&lt;br /&gt;
Den Sinn für Wissenschaft, die praktisch sich&lt;br /&gt;
Dem Leben dienstbar zeigt. - Versucht doch dies&lt;br /&gt;
An ihm zu sehn und lernt durch ihn dann auch,&lt;br /&gt;
Daß man sein Urteil über seine Freunde&lt;br /&gt;
Wird höher als das andre schätzen müssen,&lt;br /&gt;
Das sich Romanus hat erwerben können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Bürochef bleibt allerdings Romanus` Urteil der einzig sichere Boden, auf dem er stehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Moment tritt unvermittelt und offensichtlich verstört der Sekretär herein und überbringt die Botschaft, dass Doktor Strader vor wenigen Stunden verstorben sei. Hilarius sei durch diese Nachricht wie gelähmt. Rasch verlassen Frau Hilarius und der Sekretär daraufhin den Raum. Der Bürochef bleibt erschüttert zurück. Er ahnt die Schicksalsmacht, die hier die Fäden lenkt und die Worte, die Strader einst vor ihm und Gottgetreu gesprochen hatte, gehen ihm nicht aus dem Sinn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es wird geschehen, was geschehen muß!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Worten hatte ihn schon damals die Geisteswelt zum erstmals ergriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In jenem Worte - klingt mir ihre Sprache -;&lt;br /&gt;
Sie klingt mir ernst; - wie lern&#039; ich sie verstehn?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fünfzehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bild. (Es sitzt da wartend die Pflegerin des Doktor Strader. Nachdem der Vorhang aufgegangen ist, tritt der Sekretär in das Zimmer; später Benedictus; Ahriman.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pflegerin Doktor Straders hat einen an Benedictus gerichteten Brief in Händen, den dieser noch in den letzten Stunden vor seinem Tod verfasst hat. Während sie auf Benedictus wartet, kommt sie mit dem Sekretär ins Gespräch. Dieser ist überzeugt, dass Strader ein großer Mann war. Auch die Pflegerin, die ihm die letzten Erdendienste erweisen durfte, bewundert Straders hohe Seele. Die Mysten hätten ihm Weisheit geboten, doch bedurfte er der Liebe. Doch sei die Mystenweisheit auch die Quelle seines Schaffens gewesen, wendet der Sekretär ein. Vor allem aber habe sich Strader mit ganzer Liebe seinem Erdenwerk gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie Menschen sich von Wesen trennen, die&lt;br /&gt;
Sie lieben, so verließ die Seele Straders&lt;br /&gt;
Das Erdenwerk, dem ihre Liebe galt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und Theodora stand wie lebend stets vor ihm -; so fühlen wahre Mystenseelen“, ergänzt der Sekretär. „Sie stand im Tode noch vor ihm.“, fügt die Pflegerin hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann betritt Benedictus das Zimmer und der Sekretär geht hinaus. Die Pflegerin übergibt den Brief Straders und berichtet von den letzten Augenblicken seines Lebens:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst lebte noch der letzte Lebensplan&lt;br /&gt;
In seinem Denken; dann war Theodora&lt;br /&gt;
Im Geist mit ihm vereint; erfühlend dies,&lt;br /&gt;
Entrang sich seine Seele sanft der Hülle.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann verabschiedet sich die Pflegerin und Benedictus beginnt Straders letzten Brief zu lesen. Strader kommt darin wieder auf die Traumvision zu sprechen, von der er Benedictus schon im 11. Bild berichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da schaut&#039; ich wieder jenes Bild, von dem&lt;br /&gt;
Ich euch vor kurzem sprach. Doch anders war&lt;br /&gt;
Des Bildes Ende dann. Nicht Ahriman&lt;br /&gt;
Erstand als Kämpfer mir; ein Geistesbote&lt;br /&gt;
Erschien an seiner Stelle, dess&#039; Gestalt&lt;br /&gt;
Sich als mein eignes irrtumvolles Denken&lt;br /&gt;
Mir deutlich fühlbar gab. Da mußt&#039; ich mich&lt;br /&gt;
Erinnern jener Worte, die ihr spracht&lt;br /&gt;
Von Stärkung meiner Seelenkräftemacht.&lt;br /&gt;
Doch dann verschwand sogleich der Geistesbote. –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wenigen Worte, die noch folgen, vermag Benedictus nicht zu lesen. Ein Chaos deckt sie ihm, Gedankenschleier wirksam webend, zu, während im Hintergrund Ahriman erscheint, den Benedictus zwar schaut, doch zunächst nicht erkennt. Ahriman gibt vor, Benedictus die letzten Worte Straders verkünden zu wollen: „zu deinem eignen Heil und auch für deiner Schüler Mystenweg.“ Doch Benedictus will ihn als guten Geist nur anerkennen, wenn er sich dem klaren Menschendenken offenbar. Da muss sich Ahriman rasch zurückziehen, denn sobald Benedictus` Schauen ihn auch in seiner Wahrheit denken kann, entsteht in diesem Denken auch bald die Kraft, die Ahriman vernichten kann. Und während Ahriman verschwindet, erkennt ihn Benedictus in seiner wahren Gestalt und weist zugleich den Weg zu seiner Erlösung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Straders sonnenreife Seele aber werde als Geistesstern Maria und Johannes selbst dann noch leuchten, wenn Ahriman ihre vollerwachte Geistesschau dämpfen und des Chaos Dunkelheit verbreiten will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014d.pdf - Der Seelen Erwachen als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysteriendramen von Rudolf Steiner|205]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Seelen Erwachen|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_Seelen_Erwachen&amp;diff=625063</id>
		<title>Der Seelen Erwachen</title>
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		<updated>2026-01-02T22:40:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: /* Der Seelen Erwachen */ Apostrophe&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mysteriendramensiegel_4.gif|thumb|Siegelbild für das vierte Mysteriendrama nach dem Entwurf [[Rudolf Steiner]]s.]]&lt;br /&gt;
== Der Seelen Erwachen ==&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist das vierte und letzte von [[Rudolf Steiner]] verfasste [[Mysteriendrama]]. Die Uraufführung fand am [[Wikipedia:22. August|22. August]] [[Wikipedia:1913|1913]] im &#039;&#039;Volkstheater&#039;&#039; in [[Wikipedia:München|München]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhaltsübersicht ===&lt;br /&gt;
Hilarius Gottgetreu hat die Leitung des väterlichen Holzsägewerks übernommen und will die Produktion nach geistig-künstlerischen Kriterien neu orientieren. Johannes Thomasius soll die Produkte künstlerisch gestalten, Strader die technische Leitung übernehmen und Benedictus, Maria und Capesius weithin Verständnis für die neue Produktionsweise wecken. Der Bürochef aber hält Hilarius` Geistesbrüder nicht für befähigt, die geistigen Erkenntnisse in die Lebenspraxis umzusetzen; das Unternehmen würde dadurch zugrunde gerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will indessen Johannes Schöpferkraft an den Geist von Johannes Jugend binden, der in dessen Seelentiefen als Schattenwesen wirkt. Johannes fühlt sich darum nicht mehr fähig, noch weiter für Hilarius zu arbeiten. Maria verweist Johannes auf die Welt der Elementarwesen. Mit ihnen soll er vergleichen, was ihm aus abgelebten Zeiten dämmert. Dann werde er erkennen, dass ihn dies Wesen aus den eigenen Seelentiefen nicht zwingen, sondern er es aus Geisteshöhen frei beherrschen könne. Nur widerwillig lauscht Johannes dem Chor der Gnomen und Sylphen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Capesius, der Johannes inneren Seelenkampf in geistiger Schau miterlebt hat, will nicht mehr für Hilarius wirken. Er fürchtet, dass ihn jede Erdenwirksamkeit seiner neuen Seherkräfte berauben könnte. Er wird darin später von Felix Balde bestärkt, der meint, dass man die Geistesschau fern jeder äußeren Tätigkeit verehrungsvoll im Herzen ruhen lassen müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bellicosus unterstützt Hilarius` Pläne. Torquatus hingegen ist skeptisch, da sich Capesius mittlerweile von Benedictus und seinem Schülerkreis abgewandt hat - das werfe auch Schatten auf Benedictus eignes Urteilsvermögen. Auch Romanus bezweifelt die Reife von Benedictus` Geistesschülern, doch Straders Geistesart fühlt er sich eng verbunden. Ihm, so meint Romanus, könnte das Werk gelingen. Romanus` Meinung beeindruckt auch den Bürochef, der Romanus als tüchtigen Lebenspraktiker schätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader fühlt sich Capesius und Felix Balde stark verbunden, doch dass sie jeder Erdenwirksamkeit entsagen wollen, reißt zugleich einen schmerzlich tiefen Abgrund auf, denn ihm ersteht die Geistesschau nur dann, wenn er sich Tatgedanken widmen darf. Die Seelenpein weckt in Strader die Geistesschau. Aus dem Abgrund steigen Schattenwesen auf, die, Finsternis erzeugend, wild aufeinander stürzen. Maria fordert ihn auf, die Schatten mit seinem eigenen Licht zu erhellen. Doch Strader verstrahlt nur Finsternis, weil er, wie Maria ihm vorhält, zu feige sei, sein eignes Licht zu strahlen und lieber träumend im Selbstgenuss versinke. Maria zeigt ihm noch, wie Felix und Capesius im Kampf mit den Schatten ihr Geistesschwert härten, doch würden diese Schwerter für ihn nicht taugen – er müsse sein eigenes Schwert schmieden. Erschüttert erwacht Strader aus seiner Geistesschau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fünfte und sechste Bild führt ins Geistgebiet und zeigt die Erlebnisse der handelnden Personen vor ihrem Herabstieg zur Geburt in das gegenwärtige Erdenleben. Über die Sonnensphäre steigen sie so bewusst zum Erleben der Weltenmitternacht in der Saturnsphäre auf, dass sie sich im späteren Erdenleben in ahnungsvollen Gedanken daran erinnern werden.&lt;br /&gt;
Das siebente und achte Bild gibt eine Rückschau auf die frühere Inkarnation der Schicksalsgemeinschaft zur spätägyptischen Zeit. Ein junger Neophyt, eine frühere Inkarnation Marias, soll zum Berater des Königs eingeweiht werden. Der Opferweise und König – eine frühere Inkarnation des Capesius – will diese Initiation verhindern, weil der Neophyt nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Unweit des Weihetempels verzehrt sich eine junge Ägypterin, eine frühere Inkarnation des Johannes` Thomasius, vor Sehnsucht nach ihrem Geliebten, der nun als Neophyt eingeweiht werden soll. Benedictus leitet als höchster Opferweise das Initiationsritual, doch der Opferweise (Capesius) lässt die Einweihung absichtlich scheitern, indem er das magische Wort nicht denkt, welches das Ich des Neophyten während der Zeremonie ausschalten soll. So kündet der Neophyt, als er aus der Geistesschau erwacht, nicht von hohen Geisteswelten, sondern in frevelhafter Weise nur von seinen persönlichen, leibgebundenen Leidenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Bilder spielen wieder in der Gegenwart. Maria beginnt sich an die Erlebnisse der Weltenmitternachtsstunde zu erinnern. Auch ihre ägyptische Inkarnation wird ihr bewusst und der Hüter der Schwelle lässt sie den Zusammenhang der jungen Ägypterin mit dem Geist von Johannes` Jugend erahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geiste schaut auch Johannes die Einweihungszeremonie des jungen Mysten und mit Hilfe Marias erkennt er, wie das sich von unerfüllter Sehnsucht verzehrende Leben der jungen Ägypterin und der schattenhafte Geist von Johannes Jugend zueinanderstreben. Und nun erkennt er auch Maria in ihrer wahren Geistgestalt. Luzifer will diese Erkenntnis hemmen, doch Benedictus weist ihn in die Schranken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader quälen indessen noch immer die harten Worte, die Maria in der Geistesschau zu ihm gesprochen hatte. Benedictus macht ihm klar, dass dies in Wahrheit seine eigene Imagination war. Strader sei zu einer höheren geistigen Entwicklungsstufe aufgestiegen und von hier aus müsse ihm jetzt das früher schon Erreichte als Finsternis erscheinen, und was er als Feigheit empfinde, sei für geringere Seelen Tapferkeit. Dennoch bezweifelt Strader, dass er genug Kraft haben werde, sich Romanus und dem Bürochef zu widersetzen, die von ihm fordern, sich von Benedictus und seinem Schülerkreis zu trennen. Dann berichtet er Benedictus von einer Traumvision, in der er sich in einem Schiff befand, am Steuer Benedictus. Entgegen kam ihnen ein zweites Schiff mit Romanus und dem Bürochef und an ihrer Seite Ahriman, mit dem Strader kämpfen muss und wie ihm dabei Theodora zu Hilfe eilt. Benedictus fühlt, dass dieses Bild in Straders Seele noch nicht ausgereift, wohl aber bedeutsam ist. Doch wie es sich vollziehen wird, verbirgt sich seinem Schauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zwölften Bild führt Ahriman, der den baldigen Tod Straders voraussieht, die Seele Ferdinand Reineckes in das Innere der Erde und inspiriert sie mit Gedanken, die Strader an seinem Werk endgültig irre machen und in die Fänge Ahrimans treiben sollen. Da erscheint Theodoras Seele; verlässt sie Strader nicht, solang er noch auf Erden lebt, wäre Ahrimans Kampf um Straders Seele verloren.&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird Strader von bitteren Zweifeln gequält, seit ihm Reinecke den Fehler in seinem Mechanismus nachweisen konnte, und Hilarius, der sieht, dass sein Werk endgültig zu scheitern droht, versteht nicht, wie er sich so in Strader täuschen konnte. Romanus hingegen bleibt trotz aller Einwendungen fest von Straders Fähigkeiten überzeugt und ahnt, dass der Hüter der Schwelle an dessen Seite steht. &lt;br /&gt;
Capesius berichtet Felix Balde, wie er geistig geschaut habe, dass Strader die Worte Felix Baldes so verwandelt habe, dass sie nun das harmonische Zusammenstreben von Mystik und äußerer Tat zu fordern scheinen. Zugleich erinnert sich Capesius der Worte Philias zur Weltenmitternachtsstunde, die Felix Balde aber unverständlich bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilarius bittet den Bürochef, Hilarius` Pläne trotz aller Bedenken zu unterstützen. Zwar gegen seine innerste Überzeugung, aber auf Romanus` Urteils über Strader vertrauend, erklärt er sich dazu bereit. – Doch da überbringt der Sekretär die Nachricht, dass Strader vor wenigen Stunden gestorben sei. Erschüttert ahnt der Bürochef die Schicksalsmacht, die hier gesprochen hat.&lt;br /&gt;
Die Pflegerin Doktor Straders berichtet, wie Theodora in Straders Gedanken bis zuletzt lebendig gegenwärtig war und überbringt Benedictus einen Brief, den Strader noch in seinen letzten Lebensstunden geschrieben hat. Strader kommt darin wieder auf die Traumvision zu sprechen, von der er Benedictus berichtet hatte. Nicht Ahriman sei in dem anderen Schiff an der Seite von Romanus und des Bürochefs gestanden, sondern sein eigenes irrtumsvolles Denken! Wenige Worte folgen noch, die Benedictus aber nicht mehr zu lesen vermag. Da tritt in der Geistesschau plötzlich Hilfe bietend ein unbekanntes Wesen an Benedictus` Seite, das Benedictus aber nur als guten Geist anerkennen will, wenn es sich dem klaren Menschendenken offenbart. Da entflieht das Geistwesen und entpuppt sich als Ahriman, und Benedictus erkennt, wie Ahriman, der das klare menschliche Denken durch einen altvererbten Irrtum stets zu verwirren sucht, nur durch das wache Menschendenken künftig erlöst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personen, Gestalten und Vorgänge ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Mysteriendramensiegel_4.jpg|thumb|300px|Siegelbild mit der von Rudolf Steiner gegebenen Hintergrundfarbe des Bucheinbandes]]&lt;br /&gt;
Die geistigen und seelischen Vorgänge, welche in „Der Seelen Erwachen“ dargestellt sind, sollen so gedacht werden, daß sie etwa ein Jahr nach denjenigen erfolgen, welche in dem früher erschienenen „[[Der Hüter der Schwelle|Hüter der Schwelle]]“ gezeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „Der Seelen Erwachen“ kommen die für Vorgänge die folgenden Personen und Wesen in Betracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;I. Die Träger des geistigen Elements&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Benedictus]], die Persönlichkeit, in welcher eine Anzahl seiner Schüler den Kenner tiefer geistiger Zusammenhänge sieht. (Er ist in den vorhergehenden Seelengemälden „Die Pforte der Einweihung“ und „Die Prüfung der Seele“ als Führer des „Sonnentempels“ dargestellt. Im „Hüter der Schwelle“ bringt sich in ihm die Geistesströmung zum Ausdruck,  welche lebendig-gegenwärtiges Geistesleben and die Stelle des bloß traditionellen setzen will, wie es von dem dort vorkommenden „Mystenbund“ behütet wird.) In „Der Seelen Erwachen“ ist Benedictus nicht mehr bloß über seinen Schülern stehend zu denken, sondern mit seinem eigenen Seelenschicksale in die Seelenerlebnisse seiner Schüler verwoben.&lt;br /&gt;
*2. [[Hilarius Gottgetreu]]: Der Kenner traditionellen Geisteslebens, das sich bei ihm mit eigenen Geist-Erlebnissen verbindet. Dieselbe Individualität, welche in dem vorher erschienenen Seelengemälde „Prüfung der Seele“ als Großmeister eines Mystenbundes dargestellt ist.&lt;br /&gt;
*3. Der Bürochef des Hilarius` Gottgetreu&lt;br /&gt;
*4. Der Sekretär des Hilarius` Gottgetreu. (Dieselbe Persönlichkeit, die im „Hüter der Schwelle“ als [[Friedrich Geist]] vorkommt.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;II. Die Träger des Elements der Hingabe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Magnus Bellicosus]]. (In der „[[Pforte der Einweihung]]“ [[German]] genannt. In der „[[Prüfung der Seele]]“ und dem „Hüter der Schwelle“ Präzeptor eines Mystenbundes.)&lt;br /&gt;
*2. [[Albertus Torquatus]]. (In der „Pforte der Einweihung“ [[Theodosius]] genannt. In der „Prüfung der Seele“ kommt dieselbe Individualität als erster Zeremonienmeister des dort gezeichneten Mystenbundes vor.)&lt;br /&gt;
*3. [[Professor Capesius]]. (In der “Prüfung der Seele“ kommt seine Individualität als erster Präzeptor vor.)&lt;br /&gt;
*4. [[Felix Balde]]. (In der „Pforte der Einweihung“ als Träger einer gewissen Naturmystik, hier im „Erwachen“ Träger der subjektiven Mystik. Die Individualität Felix Baldes kommt als [[Joseph Kühne]] in der „Prüfung der Seele“ vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;III. Die Träger des Willenselementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Romanus]] (wird hier wieder mit diesem in der „Pforte der Einweihung“ für ihn gebrauchten Namen eingeführt, weil dieser seiner inneren Wesenheit entspricht, zu der er sich in den Jahren durchgearbeitet hat, welche zwischen der „Pforte der Einweihung“ und dem „Erwachen“ liegen. Im „Hüter der Schwelle“ wird für ihn der Name gebraucht, welcher als sein Name in der äußerlichen Welt gedacht ist ([[Friedrich Trautmann]]). Er wird da mit diesem Namen eingeführt, weil er innerhalb der vorkommenden Vorgänge mit seinem Innenleben nur eine geringe Bedeutung hat. Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als der zweite Zeremonienmeister des mittelalterlichen Mystenbundes vor.)&lt;br /&gt;
*2. [[Doktor Strader]]. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Jude Simon]] vor.)&lt;br /&gt;
*3. Die Pflegerin des Doktor Strader. (Sie ist dieselbe Persönlichkeit, welche im „Hüter der Schwelle“  [[Maria Treufels]] genannt wird. In der „Pforte der Einweihung“ heißt sie die andere Maria, weil die imaginative Erkenntnis des Johannes Thomasius die Imagination gewisser Naturgewalten in ihrem Bilde gestaltet. Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Berta]], die Tochter Kühnes vor.)&lt;br /&gt;
*4. [[Felicia Balde|Frau Balde]]. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Frau Kühne]] vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;IV. Die Träger des seelischen Elementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Maria (Mysteriendrama)|Maria]]. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Mönch vor.)&lt;br /&gt;
*2. [[Johannes Thomasius]]. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Thomas vor.)&lt;br /&gt;
*3. Die Frau des Hilarius Gottgetreu.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;V. Wesen aus der Geisteswelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Luzifer|Lucifer]]&lt;br /&gt;
*2. [[Ahriman]]&lt;br /&gt;
*3. [[Gnomen]]&lt;br /&gt;
*4. [[Sylphen]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VI. Wesen des menschlichen Geisteselementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td width=&amp;quot;100px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
*1. [[Philia (Mysteriendrama)|Philia]]&lt;br /&gt;
*2. [[Astrid (Mysteriendrama)|Astrid]]&lt;br /&gt;
*3. [[Luna (Mysteriendrama)|Luna]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die geistigen Wesenheiten, welche die Verbindung der menschlichen Seelenkräfte mit dem Kosmos vermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*4. [[Die andere Philia]], die Trägerin des Elementes der Liebe in der Welt, welcher die geistige Persönlichkeit angehört.&lt;br /&gt;
*5. Die Seele der [[Theodora (Mysteriendrama)|Theodora]]: (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Cäcilia]], Kühnes Pflegetochter und Schwester des Thomas vor, der die Individualität des Johannes Thomasius darstellt.)&lt;br /&gt;
*6. Der [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
*7. Der [[Doppelgänger]] des Johannes Thomasius&lt;br /&gt;
*8. Der Geist von Johannes Thomasius’ Jugend&lt;br /&gt;
*9. Die Seele des [[Ferdinand Reinecke]] bei Ahriman. (12. Bild), (kommt als Ferdinand Reinecke nur im „[[Hüter der Schwelle]]“ vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Persönlichkeiten des Benedictus` und der Maria werden auch als Gedankenerlebnisse eingeführt, und zwar im zweiten und vierten Bilde als solche des Johannes` Thomasius, im dritten Bilde als solche Straders. Im zehnten Bilde ist Maria als Gedankenerlebnis des Johannes` Thomasius eingeführt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VIII.&lt;br /&gt;
Die Individualitäten von Benedictus, Hilarius Gottgetreu, Magnus Bellicosus, Albert Torquatus, Strader, Capesius, Felix Balde, Frau Balde, Romanus, Maria, Johannes Thomasius und Theodora erscheinen im Geistgebiet (des fünften und sechsten Bildes des „Erwachens“) als Seelen, und im Tempel (des siebten und achten Bildes des „Erwachens“) als Persönlichkeiten einer weit zurückliegenden Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch gegenüber „Der Seelen Erwachen“ sei eine Bemerkung gemacht, welche ähnlich schon für die vorangegangenen Seelengemälde vorgebracht worden ist. Es sind weder die geistigen noch die seelischen Wesenheiten bloß symbolisch oder allegorisch gemeint. Wer sie so auffassen wollte, dem bliebe die reale Wesenheit der geistigen Welten ferne. Auch in dem Erscheinen der Gedankenerlebnisse (des zweiten, dritten und zehnten Bildes) ist nichts bloß Symbolisches dargestellt, sondern reale Seelenerlebnisse, welche für denjenigen, der an der geistigen Welt Anteil hat, so wirklich sind wie Personen oder Vorgänge der Sinnenwelt. Für einen solchen stellt dies „Erwachen“  durchaus ein realistisches Seelengemälde dar. Käme es auf Symbolik oder Allegorie an, so unterließe ich ganz gewiß diese Darstellung. Auf mancherlei Fragen hin habe ich auch diesmal wieder den Versuch begonnen, für „nachträgliche Bemerkungen“ einiges Erklärende zu diesem „Seelengemälde“ hinzuzufügen. Wie früher, so unterdrücke ich auch diesmal wieder den Versuch. Es widerstrebt mir, dem Gemälde, das durch sich selbst sprechen soll, derartiges hinzuzufügen. Bei der Konzeption und der Ausarbeitung des Gemäldes können dergleichen Abstraktionen gar keine Rolle spielen. Sie würden da nur störend wirken. Die geistige Wirklichkeit, die nachgebildet ist, stellt sich mit derselben Notwendigkeit vor die Seele hin, wie die Dinge der physischen Wahrnehmung. Naturgemäß ist dabei, daß die Bilder der Geist-Wahrnehmung von der gesunden Geistesschau anders auf ihre Wesenheiten und Vorgänge bezogen werden, als die Wahrnehmungen der physischen Welt auf die entsprechenden Wesenheiten und Vorgänge. Andrerseits muß gesagt werden, daß die Art, wie die geistigen Vorgänge sich vor die wahrnehmende Seele hinstellen, zugleich die Disposition und Komposition eines solchen Gemäldes mitenthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders erwähnt soll werden, daß die musikalischen Beigaben für die Aufführung des Dramas von [[Adolf Arenson]] herrühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
===Erstes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Comptoir Gottgetreus. In nicht allzu neuem Stile eingerichtet. Man kann sich denken, daß Gottgetreu Besitzer eines Werkes ist, in dem Holzsägearbeit gemacht wird. Bürochef und Sekretär im Gespräch; Hilarius; später Strader.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sekretär und der Bürochef beklagen den Niedergang von Hilarius Gottgetreus Fabrik, seit dieser „von Leuten sich in Irrtum jagen lässt, die nach besondren Geistesgaben streben.“ Hilarius versucht jedoch den Bürochef von seinen zukunftsweisenden Ideen zu überzeugen. Er will nicht länger dem bloßen Diktat des Marktes folgen; was nützlich und zweckmäßig für den Alltagsgebrauch ist, soll Thomasius zugleich geistgemäß künstlerisch gestalten: „Gewerbe soll mit Kunst zur Einheit werden.“ Strader werde die technische Leitung des Werkes übernehmen und Benedictus, Maria und Capesius sollen weithin das Verständnis für die neue Produktionsweise wecken. Dem Bürochef, der selbst wohl schon manche Schriften studiert hat, „die Geisteswissen offenbaren wollen“, scheint die Zeit dafür noch lange nicht reif und Strader, der mit den Plänen für seine revolutionäre Maschine glücklos gescheitert ist, scheint ihm wenig geeignet, ein solches Vorhaben zu vollenden. Der Bürochef will sich nicht länger an Illusionen verschwenden, in denen Wahn und Wahrheit ineinander verschwimmen, und seine Kraft nicht auf Taten richten, deren Wirkungsart er nicht voll und klar durchschauen kann und verweigert daher, so sehr es ihn schmerzt, seine weitere Mitarbeit. Auch Strader, der hinzutritt, kann ihn nicht überzeugen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch wird geschehen, was geschehen muß.&lt;br /&gt;
Es wird erneute Prüfung meiner Pläne&lt;br /&gt;
Vielleicht die Ansicht wandeln, die ihr euch&lt;br /&gt;
Beim ersten Überdenken bilden mußtet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zweites Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gebirgslandschaft; im Hintergrund das Haus Hilarius’, das in der Nähe des Werkes gedacht ist. Doch wird das Werk nicht gesehen. Ein Wasserfall auf der rechten Seite. (Johannes auf einem Felsensitz; für ihn nicht sichtbar Capesius; Benedictus, Maria; Lucifer; Geistwesen, Seelenkräfte; die Seele der Theodora; der Geist von Thomasius’ Jugend.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomasius will seine Seele jetzt nicht mit Erkenntnisfragen quälen und gibt sich ganz der Schönheit der ihn umgebenden Landschaft hin. In seinen träumenden Gedanken sehnt er sich nach Maria, abgelegte Seelenwünsche werden wieder wach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie lebt als Geist in mir, auch wenn sie fern;&lt;br /&gt;
Sie denkt in meinem Denken, wenn ich mir&lt;br /&gt;
Des Wollens Ziele vor die Seele rufe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erscheint Maria wie ein objektivierter Gedanke vor Johannes Seele, doch vermag er ihr geistig strenges Antlitz kaum zu ertragen. Ihr Bild schwindet, um sogleich wieder noch nachdrücklicher zu erscheinen. Sie mahnt ihn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maria, so wie du sie schauen willst,&lt;br /&gt;
Ist sie in Welten nicht, wo Wahrheit leuchtet.&lt;br /&gt;
In Truges Reichen webt Johannes&#039; Geist,&lt;br /&gt;
Vom Seelenwahn verführt; - befreie dich&lt;br /&gt;
Von Wunschesmächten, welche dich verlocken.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes erkennt, dass hier die wahre Maria spricht, und dass in seinen Seelentiefen ein fremdes Wesen lebt, das ihn verlocken will. Dies Wesen will er fliehen: „Ich will Johannes schauen ohne dich.“ Doch Benedictus, der nun als Gedankenwesen an Marias Seite sichtbar wird, gemahnt ihn, dass er dieses Wesen künftig in sein eignes Wesen integrieren muss:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du selbst gewinnst dich nur, wenn du von ihm&lt;br /&gt;
Dich mutig willst stets mehr besitzen lassen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria will Johannes mit ihren Kräften beistehen, doch sei sie nur in jenen kalten Eisgefilden zu finden, „wo Geister sich das Licht erschaffen müssen, wenn Finsternisse Lebenskräfte lähmen.“ Und eindringlich warnt sie ihn, sie nicht dort zu suchen, „wo abgelebtes Seelenleben sich aus Wahneswesen flüchtig Sein erlistet.“ Doch wie schön und beseligend ist dieser Wahn für Johannes. Nur aus ihm glaubt er seine Schaffenskräfte als Künstler schöpfen zu können – und verborgen möge bleiben, was man nur bewusst in Weltenhöhen schauen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt von Johannes hat Capesius dessen inneren Seelenkampf in geistiger Schau miterlebt. Noch ist Capesius nicht klar, ob er Wahrheit oder nur eigenen Seelenwahn geschaut hat, denn „nur selten darf der Geistesforscher doch der andern Seelen Sein in sich erschauen!“ Er spricht Thomasius darauf an und dessen Schaudern bestätigt ihm das Erlebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Augenblick tritt Maria hinzu. Sie ist überrascht, Capesius hier zu sehen, wähnte sie ihn doch bereits ganz den Plänen von Hilarius hingegeben. Doch davon will Capesius im Hochgefühl seiner neu erwachten Geisteskräfte jetzt nichts mehr wissen. Er fürchtet, dass ihn jede Erdenwirksamkeit seiner neuen Seherkräfte berauben könnte. Während er in kurzes Sinnen verfällt, schaut Maria die Wirkung Luzifers in Capesius` Seele. Geistig Geschautes in Worte und Begriffe zu kleiden, müsste, wie Capesius empfindet, ihm jede Geistesschau verdunkeln. Und auch Johannes glaubt nach dem Erlebten nicht mehr, dass er für Hilarius` Pläne wirken könne – zu stark fühlt er sein altes Wunschesleben, in sich wirken. Auch ihn fesselt Luzifer. Maria weist darum Johannes Seherblick auf die Welt der Elementarwesen. Mit diesen Schatten, Schemen und Dämonen soll er vergleichen, was ihm aus abgelebten Zeiten dämmert. Er werde dann erkennen, dass ihn dies Wesen aus den eigenen Seelentiefen nicht zwingen, sondern dass er es aus Geisteshöhen frei beherrschen könne. Widerwillig lauscht Johannes dem Chor der Gnomen und Sylphen. Dann erscheinen auch die Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna zugleich mit der andren Philia. Johannes verfällt in tiefes Sinnen und nichts bleibt in seinem wirren Bewusstsein haften als die letzten Worte der andren Philia:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wachendes Träumen&lt;br /&gt;
Enthüllet den Seelen&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in seiner Seele webt, verdichtet sich nun zum Bild. Luzifer erscheint, links von ihm der Geist von Johannes Jugend und rechts Theodora. Der Geist von Johannes Jugend fleht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verlierst du mich in dir, muß ich in Schmerzen&lt;br /&gt;
Den grausen Schatten schlimme Dienste leisten -;&lt;br /&gt;
Du Pfleger meines Seins, verlaß mich nicht. -&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will Johannes schöpferischen Geist ganz an dieses Schattenwesen binden. Dem tritt Theodora entgegen. Sie will liebevoll den Geist von Johannes` Jugend mit den Elementarmächten verbünden. So könne er dem Zauberbann Luzifers entrinnen, mit Erdengeistern Formen bilden und mit Feuerseelen Kräfte strahlen und Johannes die Dienste leiten, die ihm wertvoll sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Luzifer, Theodora und der Geist von Johannes` Jugend verschwinden, tritt die andre Philia wieder heran. Sie wiederholt ihre zuletzt gesprochenen Worte: „Und wachendes Träumen …“ Sie macht Johannes klar, dass der Schatten seiner Jugend zwar nur ein Spiegelbild ist, das sich in seiner Seele schemenhaft vor die wahre Geistesschau schiebt, solange er noch nicht reif für diese ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Bild, das lebt und sich im Leben hält,&lt;br /&gt;
Solang du noch ein abgelebtes Sein&lt;br /&gt;
In dir bewahrst, das du betäuben zwar,&lt;br /&gt;
Doch jetzt fürwahr noch nicht besiegen kannst. -&lt;br /&gt;
Johannes, dein Erwachen bleibt ein Wahn,&lt;br /&gt;
Bis du den Schatten selbst erlösen wirst,&lt;br /&gt;
Dem deine Schuld verzaubert Leben schafft.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Drittes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Landschaftsszenerie wie im zweiten Bilde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Magnus Bellicosus, Romanus, Torquatus und Hilarius so kommend von der rechten Seite, daß das Folgende, das sie im Stehen sprechen, sich denken läßt wie die Fortsetzung eines Gespräches, das sich schon vorher auf ihrem Spaziergang geführt haben. Es nimmt für die Teilnehmer einen so wichtigen Inhalt an, daß sie stehen bleiben. Später: Capesius, Strader, Felix und Felicia Balde; Benedictus, Ahriman; Maria)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bellicosus, Romanus und Torquatus besprechen sich über die Pläne des Hilarius. Bellicosus unterstützt diese rückhaltlos. Romanus hingegen zweifelt, ob die Geistesschüler des Benedictus schon reif genug sind, ihr Geisteswissen der rauen äußeren Wirklichkeit einzuprägen, doch fühlt er sich durch Schicksalsmächte mit Strader so eng verbunden, dass er mit ihm vereint den Weg zur Umgestaltung des Erdenlebens wagen würde. Unbemerkt erscheint indessen Ahriman im Hintergrund und verschwindet sogleich wieder. Auch Torquatus ist skeptisch, da sich Capesius von Benedictus und seinem Schülerkreis abgewandt hat. Das werfe zudem trübe Schatten auf Benedictus` eignes Urteilsvermögen, der Capesius für reif befunden hatte. Und Strader hält er für völlig ungeeignet, da „ihm zur Mystik die rechte Seelenstimmung gänzlich fehlt.“ Romanus will Hilarius in seinen Bestrebungen unterstützen, wenn er sich Strader zur Seite stellt, jedoch die anderen Geistesschüler des Benedictus` von seinem Werk ferne hält. Doch Hilarius bezweifelt, dass sich Strader von Benedictus‘ Schülern trennen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die vier abtreten, erscheinen von der anderen Seite Capesius, Strader und Felix und Felicia Balde. Capesius bleibt bei seinem Entschluss, sich nicht weiter mit äußerem Wirken zu belasten. Nur für den inneren Pfad der Mystik fühlt er sich gerüstet, denn deutlich ist ihm bewusst, dass er vom Weltensein nur so viel schauen kann, als er davon in seinem Eigensein genießen kann – und das taugt nicht dazu, zu schaffen, was andern frommt. Felix Balde stimmt ihm zu. Verehrungsvoll in tiefer Frömmigkeit müsse man die Geistesschau im Herzen ruhen lassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das ist die Mystenstimmung. - Wer sie weckt,&lt;br /&gt;
Der führt sein Innres hin zum Lichtesreich.&lt;br /&gt;
Das äußre Werk verträgt nicht solche Stimmung.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deutlich empfindet Capesius, dass er sich die „Geistesschau durch Wunsch nach äußrer Tat verdorben hatte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader fühlt sich den beiden stark verbunden und doch zugleich durch einen tiefen Abgrund getrennt, denn ihm ersteht die Geistesschau nur dann, wenn er sich Tatgedanken widmen darf. Doch was ist Wahrheit und was ist Irrtum? Die tiefe Seelenpein führt Strader zur Geistesschau. Als seine Gedankenformen zwar, doch im wirklichen Geistverkehr, erscheinen ihm zuerst Benedictus mit Ahriman und dann Maria. Benedictus rät ihm, in den Abgrund zu blicken, den Capesius und Felix zwischen sich und ihm aufgerissen haben – und auch Ahriman drängt ihn dazu. Strader tut es und schaut einen Kampf, in dem Schemen und Schattenwesen, Finsternis erzeugend, wild aufeinander stürzen - bis schließlich Maria aus dem Abgrund hervortritt und ihn auffordert, die Schatten mit seinem eigenen Licht zu erhellen. Doch Strader verstrahlt nur Finsternis, weil er, wie Maria ihm vorhält, zu feige ist, sein eignes Licht zu strahlen und lieber träumend im Selbstgenuss versinkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wo ist dein Licht? - Du strahlest Finsternis. -&lt;br /&gt;
Erkenne deine Finsternis - um dich -,&lt;br /&gt;
Du schaffst ins Licht die wirre Finsternis.&lt;br /&gt;
Du fühlest sie, wenn du sie schaffst durch dich;&lt;br /&gt;
Doch fühlest du dein Schaffen niemals dann.&lt;br /&gt;
Vergessen willst du deine Schaffensgier.&lt;br /&gt;
Unwissend waltet sie in deinem Wesen,&lt;br /&gt;
Weil du zu feige bist, dein Licht zu strahlen.&lt;br /&gt;
Genießen willst du dieses Eigenlicht.&lt;br /&gt;
Du willst dich selber nur in ihm genießen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus lenkt Straders Blick nach rechts auf die bläulichroten Schatten, die Felix locken und nach links auf die roten und gelben, die sich zu Capesius drängen - doch vermag er nicht die Schatten hinter Strader selbst zu schauen, wie Ahriman diesem zynisch zuruft. Die Worte von Wahn und Wahrheit, die der Bürochef im ersten Bild zu ihm gesprochen hatte, kommen Strader wieder in den Sinn. Maria zeigt ihm noch, wie Felix und Capesius im Kampf mit den Schatten ihr Geistesschwert härten, doch würden diese Schwerter für ihn nicht taugen – er müsse sein eigenes Schwert schmieden. Damit verschwinden die Gestalten und Strader kehrt aus seiner Geistesschau zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felix und Capesius beharren auf der strengen Trennung von mystischer Geistesschau und äußerem Wirken. Sie nicht trennen, meint Felix, wäre so töricht als wollte Felicia ihre Märchenwesen auf Puppenbühnen tanzen lassen – doch Felicia sieht das ganz anders. Im Geiste sieht sie schon tausend Puppenspiele „den Weg in Kinderstuben eifrig suchen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Viertes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Landschaft des zweiten und dritten Bildes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Der Büroschef mit Romanus sprechen, im Spaziergange stehenbleibend. Später: Johannes, sein Doppelgänger; der Geist von Johannes Jugend; der Hüter, Ahriman; Benedictus, Maria; Strader, die Seele der Theodora.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gespräch mit dem Bürochef äußert Romanus seine Ansicht, dass Straders Freunde nicht mehr im Zusammenhang mit guten Geistwesen stünden, Strader selbst jedoch noch die guten Kräfte der Naturdämonen empfangen könne. Straders Geistesart fühlt sich Romanus eng verbunden. Ihm ist, als hätte er seine eigenen Kräfte Strader zu verdanken, der sich in einem früheren Leben zu seltener Seelenhöhe gebracht und neue, tatkräftige Gedanken der Menschheitsentwicklung einverleibt habe. Der Bürochef kann ihm darin zwar nicht folgen, doch haben Romanus` Worte, den er sehr achtet, für ihn doch einiges Gewicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes steht indessen noch ganz unter der Nachwirkung der Erlebnisse des zweiten Bildes. Von ferne erklingt ihm die Stimme seines Doppelgängers, den er aber zunächst für die andre Phila hält:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mahnend führt ihm der Doppelgänger den Geist von Johannes` Jugend vor das Seelenauge. Erst durch dessen Worte erkennt er den Doppelgänger, der ihn weiter führt zu seinem Herrscher, der nun als der Hüter der Schwelle sichtbar wird und ihm deutlich macht, dass er nur befreit von seinen Wunschgedanken im reinen Schauen die Schwelle übertreten könne. Ahriman erscheint und dann auch Maria und Benedictus, doch auch sie erschaut Johannes nur „als Wahngebilde, weil Wunscheswahn dem Schauen sich verbündet.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fünftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Geistgebiet. In sinnvollen Farbenfluten erscheinendes Bild; nach oben rötlich in feurig rot verlaufend, nach unten blau in dunkelblau und violett übergehend. Unten eine symbolisch wirkende Erdensphäre. Die auftretenden Gestalten wie mit dem Farbenbild ein Ganzes bildend. (Rechts die Gnomengruppe des zweiten Bildes, vor ihr Hilarius, ganz vorne die Seelenkräfte. Hinter Hilarius etwas erhöht Ahriman. Links erhöht Lucifer, im Vordergrund Felix Baldes Seele; Straders und Capesius’  Seele, Benedictus, Maria, Felicia Balde, der Hüter.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene spielt im Geistgebiet zur Sonnenzeit vor dem Herabstieg der handelnden Personen zur Geburt in das gegenwärtige Erdenleben. Felix Baldes Seele erscheint vor Luzifer und erweist sich als dessen Diener. Aus Luzifers Lichtquell empfängt er die Keime seines Selbstsinns. Im Anblick der Gruppe der Gnomen, die die Seele des Hilarius umgeben, erlebt Balde die Gewichtskräfte, die seinem Schweben Widerstand leisten und ihn zur neuen Inkarnation herabziehen. Der von den Gnomen verbreitete Wünsche-Nebel ist, wie Hilarius klar erkennt, der ins Geistgebiet hinaufgeworfene Widerschein des Erdensterns. Für diesen Erdenstern wird hier im Geisterland ein denkendes Sein aus Seelenstoffen gewoben, das aber Felix Balde nur ganz nebelhaft erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das weckt Ahrimans Interesse und Strader nimmt den Widerhall der gesprochenen Worte in seine Seele auf. Die andre Philia, die wie eine dumpfer leuchtende Kopie Luzifers erscheint, und die drei Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna weben der Seele Straders die Gewichtskräfte der Gnomen ein, die ihn zum neuen Erdenleben herabführen sollen. Ihre Wirkung soll Strader im kommenden Erdenleben fühlen, sich ihrer aber niemals voll bewusst werden. Darum wird er ihre geistigen Impulse auch nicht für das Erdenleben fruchtbar machen können. Strader fühlt zugleich, dass er das sonnenhafte Wesen der Seelenkräfte in sich zur Einheit bilden muss. Er spürt auch schon den Wunsch, die Sonnenkönigskraft durch den gedankensprühenden kalten Silberglanz der Mondensphäre zu dämpfen und Merkurs erglimmenden Begierdetrieb aufzunehmen, der ihm das getrennte Weltensein zur Einheit vermählen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Ahriman verschwindet, erscheint die Seele des Capesius, der sich die Seelenkräfte nun zuwenden. Wie ein Bild am fernen Seelenufer, das noch nie sein Sein berührte, seit er dem letzten Erdenleben sich entrang, taucht Straders Seele vor ihm auf. Capesius erkennt, dass er dieser Seele wohl karmisch verschuldet ist, sie ihn aber für das nächste Erdensein noch nicht zum Ausgleich aufruft. Doch wird der Blick auf das Bild seines Wesen in sein Denken die Wurzel pflanzen, die im den Sinn des Erdenlebens enthüllen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer lenkt nun den Geistesblick der hier versammelten Seelen in Bereiche, die zu schauen sie noch nicht erkraftet sind und deren Licht sie daher schmerzt und ihr Leben mit Zweifeln befruchten muss – Zweifel, die bei allen Personen im kommenden Erdenleben deutlich hervortreten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erscheinen die Seelen von Maria und Benedictus im Geistgebiet, letzterer in einer Gestalt, die wie im Kleinen die Konfiguration der ganzen Szene nachbildet. In tiefer persönlicher Betroffenheit empfindet Benedictus, wie die versammelten Seelen mit ihren dichten erdbeladenen Sphären so schwer auf seinen Weltenkreis drücken, dass sie sein Sonnenwesen nicht in sich erstrahlen finden. Maria mahnt die versammelten Seelen, dass ihnen Benedictus zwar im letzten Erdenleben fremd war, aber seines Sonnen-Wortes Kraft noch aus früheren Inkarnationen in ihren Seelenhüllen fruchtet. Felix Balde vernimmt darauf zwar tönende Worte aus ihm fremden Kreisen, die sich aber nicht zum leuchtenden Sein verdichten und ihm darum nicht ganz wesenhaft werden. Strader hingegen sieht ein leuchtendes Wesen am Geistesstrand, das ihm aber stumm und unverständlich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz nahe bei Maria erscheint nun die Seele Felicia Baldes in Gestalt einer Büßerin. Sie durchschaut, warum die beiden Seelen das Wesen des Benedictus nicht voll erfassen können. Sie spricht von der unbekannten Sternenschrift - ein Wort, das in Capesius Seele zwar vage Erinnerungen weckt, die aber gleich wieder in den düsteren Schatten des Vergessens versinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Luzifers Wirken wurden die Seelen, die einander suchen, hier zusammengeführt, ohne noch ein gedankenhaftes Verständnis füreinander gewinnen zu können, für das sie noch nicht reif sind. Luzifers Bestreben muss daher am Ende der Sonnenzeit der strenge Hüter der Schwelle entgegentreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr Seelen, die auf Lucifers Gebot&lt;br /&gt;
Dem Kreis der andern Seelen euch genaht,&lt;br /&gt;
Ihr seid in meiner Macht an diesem Orte.&lt;br /&gt;
Die Seelen, die ihr sucht, - sie suchen euch. -&lt;br /&gt;
Sie sollen euch in dieser Weltenzeit&lt;br /&gt;
In ihren Sphären nicht gedankenhaft&lt;br /&gt;
Mit ihrem Sein berühren; - hütet euch,&lt;br /&gt;
In ihre Kreise euch hineinzudrängen.&lt;br /&gt;
Doch wagtet ihr&#039;s, es schadet&#039; euch und ihnen. -&lt;br /&gt;
Ich müßt&#039; des Sternenlichtes euch entkräften&lt;br /&gt;
Und euch von ihnen weltenzeitenlang&lt;br /&gt;
In andre Sphärenreiche hin verbannen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sechstes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Geistgebiet in der gleichen Art wie im vorigen Bilde. Die Beleuchtung warm und nuanciert, doch nicht zu hell. (Links stehen die Sylphen. Vorne Philia, Astrid, Luna. Straders, Capesius’, Romanus’ Seele; die andre Philia mit Theodoras und Frau Baldes Seele; später: Benedictus’ und Marias Seele; der Hüter; Lucifer mit Johannes’ Seele; zuletzt der Geist von Johannes’ Jugend.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geistgebiet steigen nun die Seelen in die Saturnzeit auf. Mit Hilfe der Seele des Romanus` erkennt Capesius in dem nachwirkenden Bild von Straders Seele den Juden Simon wieder, der ihm in seiner mittelalterlichen Inkarnation, die in der Rückschau des zweiten Mysteriendramas enthüllt wurde, begegnet war. Doch schon drängt sich in Gestalt eines Büßers die Seele Felix Baldes heran, dessen Seelenstrahlen sich brennend in Capesius Seelenhülle bohren. «Mein lieber Kühne, ihr erwieset euch stets treu ...», so tönen ihm seine eigenen Worte aus dieser Seele entgegen, die ihm in die tiefsten Seelengründe zu schauen vermag. Diese Seele, so erkennt Capesius, muss er suchen, um sich selbst zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Capesius Seele verschwindet, erscheint von links die andre Philia mit Theodoras Seele und hinter ihr die Seele von Frau Balde in Gestalt einer Büßerin. Die andre Philia, die Seelen durch die Liebe sich stets zum Führer erwerben, schreitet ihnen voran. Romanus sieht, wie der Sanftmut Licht von Theodoras Seele zu Frau Balde fließt. Das ganze Bild erstrahlt im Glanz der Schönheit, die hier im Geisterland als Weisheit lebt. Das ist zugleich der Widerschein der Sehnsucht, die Torquatus aus seinen Seelenhüllen zu Romanus hinüberstrahlen lässt und in diesem Milde und Mitgefühl erweckt, die dieser aus seinem eigenen harten Sinn niemals erwerben könnte. Bellicosus ruft seine beiden Geistesbrüder auf, ihr Geistgehör für Theodoras Worte zu öffnen. Theodora bittet ihre treue Geistgefährtin, die andre Philia, die Liebe ihrer Seelenhülle Felix Balde zuzuströmen und so der Einsamkeit verzehrende Feuerkraft zu mildern und ihm Gedankenstrahlen von den Sylphen hinzulenken, sodass „aus ihrem Glimmerglanzesschaffen den Menschenseelen Wachstums-Werdesinn im Erdenleben sich erkraften möge.“ Und Felicia Baldes Seele will ihm die Kräfte zutragen, die sie von Stern zu Stern im Weltall wandelnd für ihn sammeln will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Theodoras Seele hallen die Worte des Rosenkreuzerspruches wider, der auch im zweiten Mysteriendrama der Wahlspruch der mittelalterlichen Tempelritter gewesen war:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Aus Gottessein erstand die Menschenseele;&lt;br /&gt;
Sie kann in Wesensgründe sterbend tauchen;&lt;br /&gt;
Sie wird dem Tod dereinst den Geist entbinden.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Worte in ihrer Seele ertönen, erscheinen Luzifer und Johannes Thomasius` Seele, der in der vorangegangenen Inkarnation als Bergwerksmeister Thomas ihr Bruder gewesen war. Was sie ihm an Bruderliebe geben konnte, das will ihr die andre Phila nun zur Seelenkraft verwandeln, gestärkt mit dem Glimmerlicht der Sylphen. Frau Baldes Seele soll nun ihre Schritte zu den Sternen lenken, wo gute Dämonen ihrer Werke harren, aus dem sie Phantasie in Seelen strahlen und so im Erdenleben beflügeln. Geführt von Frau Baldes Seele verschwindet langsam Felix Baldes Seele. Theodora blickt noch für einen Augenblick auf Johannes` Seele, dann entschwindet sie ebenfalls. Zuletzt entfernt sich Johannes` Seele mit Luzifer. Und Romanus Seele erkennt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daß wir an diesem Geistesorte jetzt&lt;br /&gt;
Das Wort der Liebe mit dem Wort des Schaffens&lt;br /&gt;
Zum Bund sich einen sahen, dies erkraftet&lt;br /&gt;
In unserm Wesen Keime, deren wir&lt;br /&gt;
Im spätern Erdensein bedürftig werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann ziehen sich die Seelen von Romanus, Torquatus und Bellicosus zurück und an der Seite des Hüters der Schwelle erscheinen die Seelen des Benedictus und der Maria. Der Hüter ruft sie dazu auf, ihre Weltenmitternacht im gereiften Licht Saturns wachend zu erkennen. Wachend! - Marias Seele weiß, dass sie hier im schnellsten Zucken heller Blitze Schicksalsnotwendigkeiten überschauen soll und dass in Weltengründen Donnerworte dumpf verrollen und verrollend jeden Seelenwahn bedrohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus vernimmt aus ewig leeren Eisgefilden Johannes` Schicksalsruf, der nun wieder an der Seite Luzifers erscheint. Maria sieht Flammen sich mit ihrem eignen Denken nahen. In Johannes` Seele kämpft ihr eignes Denken mit Luzifers Gedanken. Maria soll Luzifers heißes Weltenlicht erkennen und die Blitze schauen, die ihr eigenes Denken aus Luzifers Gewaltenkreisen schlägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes fühlt die Nähe der anderen Seelen, doch kann er sie nicht schauen. „Du wirst sie schauen, wenn du schnell ergreifst, was sie im Weltenlichte selbst erleuchten“, mahnt ihn Philia. Und Benedictus ruft Maria auf, die Willenskraft aufzubringen, in ihrer jetzigen Form die Erdenkraft erstehen zu lassen – dann werde ihr Wort der Freundesseele leuchten. Alle Liebe, die Maria zu ihrem Geisteslehrer Benedictus in sich trägt, legt sie in die Worte, die sie in Johannes Seele tönen lässt. Beide, Maria und Benedictus, sollen jetzt in seiner Seele friedvoll verweilen. Und während der mahnende Donner zur Weltenmitternacht verrollt, gibt der strenge Hüter der Schwelle im Hinblick auf Johannes` Seele Astrid das ernste Gebot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bewahre dieses Seelen-Ungewitter,&lt;br /&gt;
Bis ihre nächste Weltenmitternacht&lt;br /&gt;
Im Strom der Zeit die Seele wachend findet.&lt;br /&gt;
Sie soll dann anders vor sich selber stehn, —&lt;br /&gt;
In ältrer Zeiten Bild ihr Selbst erschauen,&lt;br /&gt;
Erkennen, wie zum Geisteshöhenflug&lt;br /&gt;
Die Schwingen auch im Seelensturz erstarken.&lt;br /&gt;
Es darf die Seele niemals stürzen wollen;&lt;br /&gt;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So will es Astrid tun und Marias Seele fühlt dabei die Sternenseligkeit, die sie im Strom der Zeit betreten darf. Im Gnadewalten will sie schaffend mit ihrer langverbundenen Seelenschwester leben, während Luna ihr Schaffen hier im Geiste hütet. So wird Maria ihre Erinnerungen an die Weltenmitternacht im folgenden Erdenleben fruchtbar machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen von Seligkeiten leuchtenden und Gnade strahlenden Seelenstern sieht Johannes nahen. Es ist der Geist von Johannes` Jugend. Er nährt Johannes` Wünsche mit Leben und kraftet leuchtend in seinen Jugendzielen, doch zu den wesenlosen Schatten müsste er versinken, sollte Johannes ihn verlassen. „Verlass mich nicht!“, ruft er Johannes zu. Dafür will Luzifer sorgen und damit zugleich die innige Seelenverbindung zwischen Johannes, Maria und Benedictus stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er wird dich nicht verlassen, - ich erschaue&lt;br /&gt;
In seines Wesens Tiefen Lichtbegierden,&lt;br /&gt;
Die nicht der andern Seele Spuren folgen. -&lt;br /&gt;
Wenn diese mit dem Glanz, den sie erzeugen,&lt;br /&gt;
Im Seelengrunde sich zum Sein erkraften,&lt;br /&gt;
Wird er die Früchte, die sie zeugen müssen,&lt;br /&gt;
In jenem Reiche nicht vergeuden wollen,&lt;br /&gt;
Wo Liebe ohne Schönheit herrschen will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Siebentes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Tempel nach ägyptischer Art. Die Stätte einer weit zurückliegenden Initiation.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Drittes Kulturzeitalter der Erde. (Zunächst nur ein Gespräch zwischen dem Opferweisen, dem Schwellenhüter und dem Mysten.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Opferweise und König, eine frühere Inkarnation des Capesius, berät sich mit dem Schwellenhüter und dem Mysten über die bevorstehende Initiation eines jungen Neophyten, der ausersehen ist, des Königs Rater zu werden. Der Myste hält den Neophyten, ein frühere Inkarnation der Maria, dafür wenig geeignet, da dieser nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei. Er würde sich wohl besser zum inneren Tempeldienst als zum Berater des Königs eignen. Auch der Opferweise hält ihn der ihm zugedachten Ehre nicht für würdig. Die Leidenschaft durchwühle sein Inneres noch stark und die Sinnestriebe schwiegen in ihm noch nicht. Doch sei es nicht die Schuld des jungen und noch unerfahrenen Neophyten, wenn dadurch unrechtes Fühlen in die bevorstehende heilige Handlung getragen und unheilvoll ins Menschenleben zurückfließen würde. Die Schuld läge bei dessen unverständigen Lehrern, die die wahren Zusammenhänge nicht durchschauten. Allein der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus`, könne noch erkennen, was mystisch in den Opferformen lebt. Doch dieser sei nach dem strengen Gebot seiner Würde schweigsam wie die Einsamkeit. So sieht sich der Opferweise allein vor eine schwere Entscheidung gestellt, für die er um den Beistand des Geistes bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Achtes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dieselbe Tempelszenerie wie im siebten Bild; sie ist anfangs durch einen Zwischenvorhang gedeckt, vor dem eine Ägypterin das Folgende spricht. (Die Ägypterin ist als eine der vorhergehenden Inkarnationen des Thomasius` zu denken.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die junge Ägypterin wartet unweit des Tempels, in dem ihr Geliebter als Neophyt eingeweiht werden soll und dann für immer für sie verloren wäre. Das Geisteslicht, das ihm leuchten soll, wäre der Todesstrahl für ihre Seele. In Traumes Offenbarung hofft sie seine Initiation ahnend miterleben zu können.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene wechselt ins Innere des Tempels. Alles ist vorbereitet zur Initiation des Neophyten, der als eine frühere Inkarnation Marias gedacht ist. An der einen Seite des Opferaltars steht der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus`. An der andern Seite des Altars der Wortebewahrer, eine frühere Inkarnation des Hilarius` Gottgetreu; etwas vor dem Altar der Siegelbewahrer, eine frühere Inkarnation der Theodora; dann auf der einen Altarseite nach vorn: der Vertreter des Erdelementes, eine frühere Inkarnation des Romanus`; der Vertreter des Luftelementes, eine frühere Inkarnation des Magnus` Bellicosus; ganz nahe dem höchsten Opferweisen der Opferweise, die frühere Inkarnation des Capesius`. Auf der anderen Seite der Vertreter des Feuerelementes, die frühere Inkarnation des Doktor Strader; der Vertreter des Wasserelementes, eine frühere Inkarnation des Torquatus`. Vorne die Seelenschwestern Philia, Astrid, Luna und die «andre Philia». Ganz vorn erscheinen in Sphinxgestalt Lucifer und Ahriman, Lucifer so, dass der Cherub mehr betont ist, Ahriman so, dass der Stier mehr betont ist. Vier andre Priester stehen vorne. Nachdem der Tempelraum mit den Mysten sichtbar geworden ist, herrscht eine Weile lautlose Stille; dann führen der Schwellenhüter, eine frühere Inkarnation des Felix` Balde, und der Myste, eine frühere Inkarnation der Frau Balde, den Neophyten durch die Pforte links ein. Sie stellen ihn in den inneren Kreis in die Nähe des Altars und bleiben in seiner Nähe stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwellenhüter eröffnet die Zeremonie, dann sprechen die anderen Tempelpriester rituellen Worte. Der höchste Opferweise entzündet auf dem Altar, der in der Mitte steht, die hell leuchtende, züngelnde Opferflamme und spricht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In dir kannst du die Antwort nicht erschau&#039;n.&lt;br /&gt;
Denn finstrer Irrtum lastet noch in dir;&lt;br /&gt;
Und Torheit strebt in dir nach Weltenfernen.&lt;br /&gt;
Drum schau - in diese Flamme, die dir näher&lt;br /&gt;
Als deines eignen Wesens Leben ist.&lt;br /&gt;
Und lies die Antwort aus dem Feuer dir.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weiter sprechen die versammelten Mysten Ritualworte, die den Neophyten auf seinem Einweihungsweg geleiten sollen. Dann tritt eine längere Pause ein, während welcher es ganz dunkel wird, nur die Flamme und die unbestimmten Umrisse der Personen sind zu sehen. Dann fährt der höchste Opferweise fort zu sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und nun erwache aus der Weltenschau!&lt;br /&gt;
Verkünde, was im Wort zu lesen ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Neophyt schweigt! Der höchste Opferweise ist bestürzt: „Entschwindet dir Geschautes? - Sprich!“ Und als der Neophyt endlich zu sprechen beginnt, erfüllt auch die anderen Mysten – mit Ausnahme des Opferweisen – immer größerer Schrecken. Denn der Neophyt spricht nicht von Geist-Erschautem. Frevelhaftes irdisches Fühlen, voll Freudesinn und mit voller Lebenswärme in den eigenen Leibeshüllen erlebt, entrang sich seiner Seele und stieg als unwürdiges Opfer hinauf in lichte Geisteshöhen. Zornig wirft der Wortbewahrer dem Opferweisen vor, dass er seine heilige Pflicht versäumt habe, worauf dieser antwortet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich tat, was mir als Pflicht aus höhern Reichen&lt;br /&gt;
In dieser Feierstunde auferlegt.&lt;br /&gt;
Enthalten hab&#039; ich mich, das Wort zu denken,&lt;br /&gt;
Das nach der Sitte mir geboten ist&lt;br /&gt;
Und das, von meinem Denken aus, hinüber&lt;br /&gt;
Zum Neophyten geistig wirken sollte.&lt;br /&gt;
So hat der junge Mann nicht fremdes Denken,&lt;br /&gt;
Er hat sein eignes Wesen hier verkündet.&lt;br /&gt;
Die Wahrheit hat gesiegt. - Ihr mögt mich strafen;&lt;br /&gt;
Ich mußte tun, was ihr in Furcht erlebt.&lt;br /&gt;
Ich fühle schon die Zeiten nahe kommen,&lt;br /&gt;
Die aus dem Gruppengeist das Ich befreien&lt;br /&gt;
Und ihm das eigne Denken lösen werden.&lt;br /&gt;
Es mag der Jüngling eurem Mystenweg&lt;br /&gt;
Sich jetzt entringen -. Spätres Erdesein&lt;br /&gt;
Wird ihm die Mystenweise sicher zeigen,&lt;br /&gt;
Die ihm von Schicksalsmächten vorgedacht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sphinxe, die bisher reglos wie Bildsäulen waren, beginnen daraufhin zu sprechen, doch so, dass ihre Worte nur von dem Opferweisen, dem höchsten Opferweisen und dem Neophyten gehört werden, während die anderen Mysten nur aufgeregt dastehen. Und so spricht Ahriman als Sphinx:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich muß für meine Stätte mir erbeuten,&lt;br /&gt;
Was hier nur ungerecht zum Lichte will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Luzifer setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich will für meine Stätte mir entführen,&lt;br /&gt;
Was hier als Geisteswunsch am Schein sich freut.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunt vernehmen die versammelten Mysten die Worte des höchsten Opferweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Sphinxe sprechen, - sie, die Bild nur waren,&lt;br /&gt;
Seit Weise hier den Dienst verrichtet haben.&lt;br /&gt;
Der Geist, er hat die tote Form ergriffen ;&lt;br /&gt;
O Schicksal, du ertönst als Weltenwort —!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während das Licht langsam ausgeht, fügt der Opferweise hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was wir als mystisch Weihewerk vollbringen,&lt;br /&gt;
Bedeutung hat es doch nicht hier allein.&lt;br /&gt;
Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom&lt;br /&gt;
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Neuntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein kleines, ernst stimmungsvolles Zimmer, - wie ein Studierzimmer – im Hause des Hilarius. – (Zunächst Maria allein in Meditation; dann Astrid, Luna; der Hüter und Benedictus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als heller Geistesstern erscheint Astrid und weckt Marias Erinnerung an die Weltenmitternacht. Luna stärkt ihre Willenskraft, damit auch die Erdenhelle diese Erinnerung nicht überstrahlen kann und gemahnt sie an die Worte des Hüters:&lt;br /&gt;
Es darf die Seele niemals stürzen wollen;&lt;br /&gt;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Marias Bewusstsein taucht die Erinnerung an ihre missglückte ägyptische Einweihung wieder auf. Der Hüter erscheint. Im Geistgehör soll Maria die Worte des höchsten Opferweisen ergründen. Währenddessen erscheint Benedictus und erinnert Maria an das, was der Opferweise gesprochen hatte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom&lt;br /&gt;
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria wird bewusst, dass der Opferweise schon die erste Morgenröte der griechischen Kultur geschaut und darum den Gedanken unterdrückt hatte, den er in die Seele des Neophyten hätte lenken sollen. Der Trieb zur Einsamkeit keimte damals schon in dessen Seele und ist in seiner gegenwärtigen Inkarnation als Capesius zur Frucht gereift. Das treibt ihn nun, Felix Baldes Beispiel zu folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die junge Ägypterin, die vor dem Tempel harrte, taucht vor Marias Seelenblick auf und der Hüter lässt sie den Zusammenhang mit dem Geist von Johannes` Jugend erahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im neunten Bilde. (Zuerst Johannes allein, meditierend, zu ihm die andre Philia; dann Maria und der Geist von Johannes’ Jugend; zuletzt Lucifer, Benedictus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Johannes erlebt in der Meditation die junge Ägypterin und erinnert sich ihrer Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Dies ist die Zeit, in welcher er sein Sein&lt;br /&gt;
Dem uralt heiligen Weisheitsdienste weiht -;&lt;br /&gt;
Vielleicht läßt Traumes Offenbarung mich&lt;br /&gt;
Im Ahnen geistig jetzt bei ihm verweilen.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie von ferne ertönt die Stimme der andren Philia:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Johannes ergänzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wachendes Träumen&lt;br /&gt;
Enthüllet den Seelen&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andre Phila kommt näher und gemahnt Johannes nun schon zum dritten Mal, die schattenhafte Zwiegestalt seines eigenen Wesens zu erlösen, denn „als Schatten dich Umwandeln, muss auch ich so lange noch, bis du den Schatten selbst erlösen wirst, dem deine Schuld verzaubert&#039; Leben schafft.“ Und dann enthüllt sie ihm ihr eigenes wahres Wesen, das Johannes bislang noch nicht zu ergründen vermochte: „Die Kraft der Liebe bin ich selbst in dir.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geiste schaut nun Johannes die Einweihungszeremonie des jungen Mysten und ihm wird bewusst, dass auf ihn das ganze Sehnen der jungen Ägypterin gerichtet war. Mit Hilfe Marias, die als Gedankengestalt erscheint, erkennt er, dass das unerfüllte und sich vor Sehnsucht verzehrende Leben der jungen Ägypterin und der schattenhafte Geist von Johannes` Jugend, der nun ebenfalls hervortritt, zueinanderstreben. Und nun vermag er auch in Maria in ihrer wahren Geistgestalt zu erkennen, die an ihn die Worte richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du findest mich in hellen Lichtgefilden,&lt;br /&gt;
Wo Schönheit strahlend Lebenskräfte schafft;&lt;br /&gt;
In Weltengründen suche mich, wo Seelen&lt;br /&gt;
Das Götterfühlen sich erkämpfen wollen&lt;br /&gt;
Durch Liebe, die im All das Selbst erschaut.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will dieser Erkenntnis hemmend entgegentreten, doch Benedictus, der nun erscheint, weist ihn in die Schranken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marias heilig ernst Gelöbnis wirket&lt;br /&gt;
In seiner Seele jetzt die Heil-Erstrahlung.&lt;br /&gt;
Er wird dich schätzen, doch dir nicht verfallen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich werde kämpfen“ schleudert ihm Luzifer entgegen – „Und kämpfend Göttern dienen“, setzt Benedictus hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Elftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie in den beiden vorigen Bildern.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Benedictus und Strader treten in das Zimmer.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader quälen noch immer die harten Worte, die Maria im 3. Bild am Abgrund zu ihm gesprochen hatte. Benedictus macht ihm klar, dass dies in Wahrheit seine eigene Imagination war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr wißt, die Bilder sind nicht wesenhaft;&lt;br /&gt;
Der Inhalt ist&#039;s, der zu der Seele dringen&lt;br /&gt;
Und sich im Bilde offenbaren will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader sei zu einer höheren geistige Entwicklungsstufe aufgestiegen und von hier aus müsse ihm jetzt das früher schon Erreichte als Finsternis erscheinen und was er als Feigheit empfinde, sei für geringere Seelen Tapferkeit. Doch Strader weiß nicht, ob er Kraft genug haben werden, den Widerstand zu überwinden, den Romanus und der Bürochef seinem Werk entgegensetzen, die von ihm fordern, dass er sich von Benedictus und seinem Schülerkreis trennen müsse. „Es wird geschehen, was geschehen muss.“, erwidert ihm Benedictus. Strader schildert daraufhin eine Traumvision, die ihm wie ein Schicksalswink erscheint:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich war in einem Schiff; am Steuer ihr;&lt;br /&gt;
Besorgen mußte ich das Ruderwerk;&lt;br /&gt;
Maria und Johannes fuhren wir&lt;br /&gt;
An ihre Wirkensstätte; da erschien&lt;br /&gt;
Ganz nah&#039; an uns ein andres Schiff; in ihm&lt;br /&gt;
Romanus mit dem Freunde Gottgetreus.&lt;br /&gt;
Sie stellten sich uns feindlich gegenüber.&lt;br /&gt;
Ich kämpfe gegen sie; - im Kampfe trat&lt;br /&gt;
Dann Ahriman an ihrer Seite auf.&lt;br /&gt;
Noch schaut&#039; ich mich im harten Kampf mit ihm,&lt;br /&gt;
Zur Seite trat mir helfend Theodora.&lt;br /&gt;
Dann schwand das Bild aus meinem Geisteskreis.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus erkennt, dass dieses Bild in Straders Seele noch nicht voll ausgereift ist, dass aber Strader die Kraft stärken kann, die ihm dies Bild vor das Geistesauge stellte und setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfühlen kann ich dies; doch wie es sich&lt;br /&gt;
Vollziehen wird, verbirgt sich meinem Schauen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zwölftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Innere der Erde. Mächtige Kristallgebilde, durchbrochen von lavaartigen Durchflüssen; das Ganze matt leuchtend, zum Teil durchsichtig, zum Teil durchscheinend. Nach oben rote Flammen, die wie von der Decke nach unten zusammengepreßt werden. (Ahriman; später die Seele des Ferdinand Reinecke; zuletzt Theodoras Seele.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman sinnt darüber nach, wie er wieder Macht über Strader gewinnen kann. Zu nahe steht er schon dem „Mystenschwarm“, der „durch das Weisheitslicht des Benedictus` das Wachen in der Weltenmitternacht ertrotzen konnte.“ Maria und Johannes sind dadurch bereits dem Lichtbezirk Luzifers entronnen und beide durchschauen auch Ahrimans Wirken. Nur mit Hilfe Straders könnte er noch an die beiden herankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Strader wird das Geistgewirr, das als&lt;br /&gt;
Natur den Menschen gilt, vielleicht noch nicht&lt;br /&gt;
Als meinen Geistestroß durchschauen können;&lt;br /&gt;
Und blindes Kraft- und Stoffgespinst vermuten,&lt;br /&gt;
Wo ich mit Geistverleugnung geistig schaffe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eile ist geboten, denn Ahriman sieht im Schicksalsbuch bereits den baldigen Tod Straders voraus – und nach dem Tod wäre Straders Seele für Ahriman verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach Straders Tode werden sie ihn haben.&lt;br /&gt;
Kann ich jedoch die Seele jetzt auf Erden&lt;br /&gt;
An sich noch irre machen, so bewirkt&lt;br /&gt;
Mir dies, daß Benedictus ferner nicht&lt;br /&gt;
Den Mann als Vorspann für sich nutzen kann.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman holt dazu die Seele Ferdinand Reineckes, die wie eine Kopie Ahrimans erscheint, in sein Reich und inspiriert sie mit Gedanken, die Strader an seinem eigenen Werk irre machen sollen. Reinecke fühlt sich wie erleuchtet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mir geht der Sinn schon auf, wie ich dem Strader&lt;br /&gt;
Die Fehler seines Denkens demonstrier&#039;.&lt;br /&gt;
Es hat sein Mechanismus einen Fehler,&lt;br /&gt;
Den kann er selber nicht bewußt sich machen.&lt;br /&gt;
Die Mystenfinsternis verhindert&#039;s ihm.&lt;br /&gt;
Ich werde ihm mit meiner Nüchternheit&lt;br /&gt;
Viel bess&#039;re Dienste wahrlich leisten können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erscheint Theodoras Seele, die fest an Straders Seite steht. Wenn sie ihn nicht verlässt, solang er noch auf Erden lebt, wäre Ahrimans Kampf verloren: „doch kann ich wohl noch hoffen, daß er zuletzt sie doch vergessen könnte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dreizehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Größeres Empfangszimmer im Hause des Hilarius. (Beim Aufgehen des Vorhangs Hilarius und Romanus miteinander im Gespräch; später Capesius, Felix Balde, der Sekretär; Philia.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilarius fühlt sich wie erdrückt von dem Schicksalsknoten, der sein Werk zu vernichten droht: „Nur meine Geistesschau erhielt mich stets. Und doch, - sie konnte mich bei Strader täuschen.“ Denn Strader wird von bitteren Zweifeln gequält, seit ihm Reinecke den Fehler in seinem Mechanismus nachweisen konnte. Romanus hingegen ist weiterhin von den Fähigkeiten Straders fest überzeugt: „Bei Strader habt ihr recht geschaut, trotz allem, was jener überkluge Mann erwiesen.“ Romanus ahnt, dass der Hüter der Schwelle an Straders Seite steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ob er ihn schaut, ob er ihm unbewußt&lt;br /&gt;
Sich naht, ich kann es wahrlich nicht ergründen;&lt;br /&gt;
Doch Strader glaub&#039; ich gut genug zu kennen.&lt;br /&gt;
Der wird sich mutvoll zu der Einsicht wenden,&lt;br /&gt;
Daß Selbsterkenntnis Schmerzen zeugen muß.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem beide abgegangen sind, führt der Sekretär Capesius und Felix Balde herein, die Hilarius Gottgetreu zu sprechen wünschen. Capesius berichtet Balde, was er am heutigen Morgen geistig geschaut hatte. Strader habe Felix Baldes Worte aus dem dritten Bild in so verändert, ja gegenteiliger Form wiedergegeben, dass sie nun das harmonische Zusammenstreben von Mystik und äußerer Tat zu fordern scheinen. Felix Balde kann das nur als gefährlicher Irrtum erscheinen. Doch Capesius kann gerade durch Straders Worte die Botschaft Philias erfassen, die nun vor sein geistiges Auge tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was deines Selbstes Sonnenwesen strahlt,&lt;br /&gt;
Wird dir Saturns gereifte Weisheit dämpfen.&lt;br /&gt;
Es wird sich deinem Schauen dann enthüllen,&lt;br /&gt;
Was du als Erdenmensch begreifen kannst.&lt;br /&gt;
Ich werde dich dann selbst zum Hüter führen,&lt;br /&gt;
Der an des Geistes Schwelle Wache hält. –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Felix Balde vernimmt das Tönen ihrer Worte, doch werden sie im nicht völlig wesenhaft. Doch Capesius will der Weisung Philias folgen, „daß in Zukunft mir im Geiste auch sich offenbaren mag, was ich begreiflich schon als Erdenmensch in meinem Lebenskreise finden kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vierzehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bilde. (Im Beginne der Szene die Frau des Hilarius im Gespräch mit dem Bürochef.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilarius bittet den Bürochef, Hilarius` Pläne, die ihm sein Lebensglück bedeuten, zu unterstützen. Das sei zwar gegen seine tiefste Überzeugung, doch habe ihn Romanus dazu gebracht, diese Last auf sich zu nehmen, seit er ihm von den Qualitäten Straders gesprochen hatte. Darüber hinaus bedeuten ihm die gewaltigen Worte des Romanus` den Anfang seiner eigenen Geistesschulung. Romanus habe ihn aber auch überzeugt, dass „wenn Strader nicht zur Tat sich findet ohne seine Freunde, dies ihm ein Schicksalszeichen werden müsse.“ Frau Hilarius hält dem Bürochef entgegen, dass er Strader nicht nur mit den Augen des Romanus`, sondern ganz unbefangen betrachten solle, denn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was Strader spricht, es wirkt im Sprechen selbst.&lt;br /&gt;
Man sieht, daß er bloß innres Geist-Erleben,&lt;br /&gt;
Das sich im Fühlen schon befriedigt weiß,&lt;br /&gt;
Gering nur schätzt, daß er dem Forschertrieb&lt;br /&gt;
Als Myste stets die Führung übergibt.&lt;br /&gt;
Deshalb verwirrt er auch durch Mystik nicht&lt;br /&gt;
Den Sinn für Wissenschaft, die praktisch sich&lt;br /&gt;
Dem Leben dienstbar zeigt. - Versucht doch dies&lt;br /&gt;
An ihm zu sehn und lernt durch ihn dann auch,&lt;br /&gt;
Daß man sein Urteil über seine Freunde&lt;br /&gt;
Wird höher als das andre schätzen müssen,&lt;br /&gt;
Das sich Romanus hat erwerben können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Bürochef bleibt allerdings Romanus` Urteil der einzig sichere Boden, auf dem er stehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Moment tritt unvermittelt und offensichtlich verstört der Sekretär herein und überbringt die Botschaft, dass Doktor Strader vor wenigen Stunden verstorben sei. Hilarius sei durch diese Nachricht wie gelähmt. Rasch verlassen Frau Hilarius und der Sekretär daraufhin den Raum. Der Bürochef bleibt erschüttert zurück. Er ahnt die Schicksalsmacht, die hier die Fäden lenkt und die Worte, die Strader einst vor ihm und Gottgetreu gesprochen hatte, gehen ihm nicht aus dem Sinn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es wird geschehen, was geschehen muß!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Worten hatte ihn schon damals die Geisteswelt zum erstmals ergriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In jenem Worte - klingt mir ihre Sprache -;&lt;br /&gt;
Sie klingt mir ernst; - wie lern&#039; ich sie verstehn?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fünfzehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bild. (Es sitzt da wartend die Pflegerin des Doktor Strader. Nachdem der Vorhang aufgegangen ist, tritt der Sekretär in das Zimmer; später Benedictus; Ahriman.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pflegerin Doktor Straders hat einen an Benedictus gerichteten Brief in Händen, den dieser noch in den letzten Stunden vor seinem Tod verfasst hat. Während sie auf Benedictus wartet, kommt sie mit dem Sekretär ins Gespräch. Dieser ist überzeugt, dass Strader ein großer Mann war. Auch die Pflegerin, die ihm die letzten Erdendienste erweisen durfte, bewundert Straders hohe Seele. Die Mysten hätten ihm Weisheit geboten, doch bedurfte er der Liebe. Doch sei die Mystenweisheit auch die Quelle seines Schaffens gewesen, wendet der Sekretär ein. Vor allem aber habe sich Strader mit ganzer Liebe seinem Erdenwerk gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie Menschen sich von Wesen trennen, die&lt;br /&gt;
Sie lieben, so verließ die Seele Straders&lt;br /&gt;
Das Erdenwerk, dem ihre Liebe galt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und Theodora stand wie lebend stets vor ihm -; so fühlen wahre Mystenseelen“, ergänzt der Sekretär. „Sie stand im Tode noch vor ihm.“, fügt die Pflegerin hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann betritt Benedictus das Zimmer und der Sekretär geht hinaus. Die Pflegerin übergibt den Brief Straders und berichtet von den letzten Augenblicken seines Lebens:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst lebte noch der letzte Lebensplan&lt;br /&gt;
In seinem Denken; dann war Theodora&lt;br /&gt;
Im Geist mit ihm vereint; erfühlend dies,&lt;br /&gt;
Entrang sich seine Seele sanft der Hülle.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann verabschiedet sich die Pflegerin und Benedictus beginnt Straders letzten Brief zu lesen. Strader kommt darin wieder auf die Traumvision zu sprechen, von der er Benedictus schon im 11. Bild berichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da schaut&#039; ich wieder jenes Bild, von dem&lt;br /&gt;
Ich euch vor kurzem sprach. Doch anders war&lt;br /&gt;
Des Bildes Ende dann. Nicht Ahriman&lt;br /&gt;
Erstand als Kämpfer mir; ein Geistesbote&lt;br /&gt;
Erschien an seiner Stelle, dess&#039; Gestalt&lt;br /&gt;
Sich als mein eignes irrtumvolles Denken&lt;br /&gt;
Mir deutlich fühlbar gab. Da mußt&#039; ich mich&lt;br /&gt;
Erinnern jener Worte, die ihr spracht&lt;br /&gt;
Von Stärkung meiner Seelenkräftemacht.&lt;br /&gt;
Doch dann verschwand sogleich der Geistesbote. –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wenigen Worte, die noch folgen, vermag Benedictus nicht zu lesen. Ein Chaos deckt sie ihm, Gedankenschleier wirksam webend, zu, während im Hintergrund Ahriman erscheint, den Benedictus zwar schaut, doch zunächst nicht erkennt. Ahriman gibt vor, Benedictus die letzten Worte Straders verkünden zu wollen: „zu deinem eignen Heil und auch für deiner Schüler Mystenweg.“ Doch Benedictus will ihn als guten Geist nur anerkennen, wenn er sich dem klaren Menschendenken offenbar. Da muss sich Ahriman rasch zurückziehen, denn sobald Benedictus` Schauen ihn auch in seiner Wahrheit denken kann, entsteht in diesem Denken auch bald die Kraft, die Ahriman vernichten kann. Und während Ahriman verschwindet, erkennt ihn Benedictus in seiner wahren Gestalt und weist zugleich den Weg zu seiner Erlösung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Straders sonnenreife Seele aber werde als Geistesstern Maria und Johannes selbst dann noch leuchten, wenn Ahriman ihre vollerwachte Geistesschau dämpfen und des Chaos Dunkelheit verbreiten will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014d.pdf - Der Seelen Erwachen als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysteriendramen von Rudolf Steiner|205]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Seelen Erwachen|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_Seelen_Erwachen&amp;diff=625060</id>
		<title>Der Seelen Erwachen</title>
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		<updated>2025-12-29T20:39:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: Apostrophe, Kommata, Buchstaben&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mysteriendramensiegel_4.gif|thumb|Siegelbild für das vierte Mysteriendrama nach dem Entwurf [[Rudolf Steiner]]s.]]&lt;br /&gt;
== Der Seelen Erwachen ==&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist das vierte und letzte von [[Rudolf Steiner]] verfasste [[Mysteriendrama]]. Die Uraufführung fand am [[Wikipedia:22. August|22. August]] [[Wikipedia:1913|1913]] im &#039;&#039;Volkstheater&#039;&#039; in [[Wikipedia:München|München]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhaltsübersicht ===&lt;br /&gt;
Hilarius Gottgetreu hat die Leitung des väterlichen Holzsägewerks übernommen und will die Produktion nach geistig-künstlerischen Kriterien neu orientieren. Johannes Thomasius soll die Produkte künstlerisch gestalten, Strader die technische Leitung übernehmen und Benedictus, Maria und Capesius weithin Verständnis für die neue Produktionsweise wecken. Der Bürochef aber hält Hilarius Geistesbrüder nicht für befähigt, die geistigen Erkenntnisse in die Lebenspraxis umzusetzen; das Unternehmen würde dadurch zugrunde gerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will indessen Johannes Schöpferkraft an den Geist von Johannes Jugend binden, der in dessen Seelentiefen als Schattenwesen wirkt. Johannes fühlt sich darum nicht mehr fähig, noch weiter für Hilarius zu arbeiten. Maria verweist Johannes auf die Welt der Elementarwesen. Mit ihnen soll er vergleichen, was ihm aus abgelebten Zeiten dämmert. Dann werde er erkennen, dass ihn dies Wesen aus den eigenen Seelentiefen nicht zwingen, sondern er es aus Geisteshöhen frei beherrschen könne. Nur widerwillig lauscht Johannes dem Chor der Gnomen und Sylphen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Capesius, der Johannes inneren Seelenkampf in geistiger Schau miterlebt hat, will nicht mehr für Hilarius wirken. Er fürchtet, dass ihn jede Erdenwirksamkeit seiner neuen Seherkräfte berauben könnte. Er wird darin später von Felix Balde bestärkt, der meint, dass man die Geistesschau fern jeder äußeren Tätigkeit verehrungsvoll im Herzen ruhen lassen müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bellicosus unterstützt Hilarius` Pläne. Torquatus hingegen ist skeptisch, da sich Capesius mittlerweile von Benedictus und seinem Schülerkreis abgewandt hat - das werfe auch Schatten auf Benedictus eignes Urteilsvermögen. Auch Romanus bezweifelt die Reife von Benedictus` Geistesschülern, doch Straders Geistesart fühlt er sich eng verbunden. Ihm, so meint Romanus, könnte das Werk gelingen. Romanus` Meinung beeindruckt auch den Bürochef, der Romanus als tüchtigen Lebenspraktiker schätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader fühlt sich Capesius und Felix Balde stark verbunden, doch dass sie jeder Erdenwirksamkeit entsagen wollen, reißt zugleich einen schmerzlich tiefen Abgrund auf, denn ihm ersteht die Geistesschau nur dann, wenn er sich Tatgedanken widmen darf. Die Seelenpein weckt in Strader die Geistesschau. Aus dem Abgrund steigen Schattenwesen auf, die, Finsternis erzeugend, wild aufeinander stürzen. Maria fordert ihn auf, die Schatten mit seinem eigenen Licht zu erhellen. Doch Strader verstrahlt nur Finsternis, weil er, wie Maria ihm vorhält, zu feige sei, sein eignes Licht zu strahlen und lieber träumend im Selbstgenuss versinke. Maria zeigt ihm noch, wie Felix und Capesius im Kampf mit den Schatten ihr Geistesschwert härten, doch würden diese Schwerter für ihn nicht taugen – er müsse sein eigenes Schwert schmieden. Erschüttert erwacht Strader aus seiner Geistesschau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fünfte und sechste Bild führt ins Geistgebiet und zeigt die Erlebnisse der handelnden Personen vor ihrem Herabstieg zur Geburt in das gegenwärtige Erdenleben. Über die Sonnensphäre steigen sie so bewusst zum Erleben der Weltenmitternacht in der Saturnsphäre auf, dass sie sich im späteren Erdenleben in ahnungsvollen Gedanken daran erinnern werden.&lt;br /&gt;
Das siebente und achte Bild gibt eine Rückschau auf die frühere Inkarnation der Schicksalsgemeinschaft zur spätägyptischen Zeit. Ein junger Neophyt, eine frühere Inkarnation Marias, soll zum Berater des Königs eingeweiht werden. Der Opferweise und König – eine frühere Inkarnation des Capesius – will diese Initiation verhindern, weil der Neophyt nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Unweit des Weihetempels verzehrt sich eine junge Ägypterin, eine frühere Inkarnation des Johannes` Thomasius, vor Sehnsucht nach ihrem Geliebten, der nun als Neophyt eingeweiht werden soll. Benedictus leitet als höchster Opferweise das Initiationsritual, doch der Opferweise (Capesius) lässt die Einweihung absichtlich scheitern, indem er das magische Wort nicht denkt, welches das Ich des Neophyten während der Zeremonie ausschalten soll. So kündet der Neophyt, als er aus der Geistesschau erwacht, nicht von hohen Geisteswelten, sondern in frevelhafter Weise nur von seinen persönlichen, leibgebundenen Leidenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Bilder spielen wieder in der Gegenwart. Maria beginnt sich an die Erlebnisse der Weltenmitternachtsstunde zu erinnern. Auch ihre ägyptische Inkarnation wird ihr bewusst und der Hüter der Schwelle lässt sie den Zusammenhang der jungen Ägypterin mit dem Geist von Johannes` Jugend erahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geiste schaut auch Johannes die Einweihungszeremonie des jungen Mysten und mit Hilfe Marias erkennt er, wie das sich von unerfüllter Sehnsucht verzehrende Leben der jungen Ägypterin und der schattenhafte Geist von Johannes Jugend zueinanderstreben. Und nun erkennt er auch Maria in ihrer wahren Geistgestalt. Luzifer will diese Erkenntnis hemmen, doch Benedictus weist ihn in die Schranken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader quälen indessen noch immer die harten Worte, die Maria in der Geistesschau zu ihm gesprochen hatte. Benedictus macht ihm klar, dass dies in Wahrheit seine eigene Imagination war. Strader sei zu einer höheren geistigen Entwicklungsstufe aufgestiegen und von hier aus müsse ihm jetzt das früher schon Erreichte als Finsternis erscheinen, und was er als Feigheit empfinde, sei für geringere Seelen Tapferkeit. Dennoch bezweifelt Strader, dass er genug Kraft haben werde, sich Romanus und dem Bürochef zu widersetzen, die von ihm fordern, sich von Benedictus und seinem Schülerkreis zu trennen. Dann berichtet er Benedictus von einer Traumvision, in der er sich in einem Schiff befand, am Steuer Benedictus. Entgegen kam ihnen ein zweites Schiff mit Romanus und dem Bürochef und an ihrer Seite Ahriman, mit dem Strader kämpfen muss und wie ihm dabei Theodora zu Hilfe eilt. Benedictus fühlt, dass dieses Bild in Straders Seele noch nicht ausgereift, wohl aber bedeutsam ist. Doch wie es sich vollziehen wird, verbirgt sich seinem Schauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zwölften Bild führt Ahriman, der den baldigen Tod Straders voraussieht, die Seele Ferdinand Reineckes in das Innere der Erde und inspiriert sie mit Gedanken, die Strader an seinem Werk endgültig irre machen und in die Fänge Ahrimans treiben sollen. Da erscheint Theodoras Seele; verlässt sie Strader nicht, solang er noch auf Erden lebt, wäre Ahrimans Kampf um Straders Seele verloren.&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird Strader von bitteren Zweifeln gequält, seit ihm Reinecke den Fehler in seinem Mechanismus nachweisen konnte, und Hilarius, der sieht, dass sein Werk endgültig zu scheitern droht, versteht nicht, wie er sich so in Strader täuschen konnte. Romanus hingegen bleibt trotz aller Einwendungen fest von Straders Fähigkeiten überzeugt und ahnt, dass der Hüter der Schwelle an dessen Seite steht. &lt;br /&gt;
Capesius berichtet Felix Balde, wie er geistig geschaut habe, dass Strader die Worte Felix Baldes so verwandelt habe, dass sie nun das harmonische Zusammenstreben von Mystik und äußerer Tat zu fordern scheinen. Zugleich erinnert sich Capesius der Worte Philias zur Weltenmitternachtsstunde, die Felix Balde aber unverständlich bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilarius bittet den Bürochef, Hilarius` Pläne trotz aller Bedenken zu unterstützen. Zwar gegen seine innerste Überzeugung, aber auf Romanus` Urteils über Strader vertrauend, erklärt er sich dazu bereit. – Doch da überbringt der Sekretär die Nachricht, dass Strader vor wenigen Stunden gestorben sei. Erschüttert ahnt der Bürochef die Schicksalsmacht, die hier gesprochen hat.&lt;br /&gt;
Die Pflegerin Doktor Straders berichtet, wie Theodora in Straders Gedanken bis zuletzt lebendig gegenwärtig war und überbringt Benedictus einen Brief, den Strader noch in seinen letzten Lebensstunden geschrieben hat. Strader kommt darin wieder auf die Traumvision zu sprechen, von der er Benedictus berichtet hatte. Nicht Ahriman sei in dem anderen Schiff an der Seite von Romanus und des Bürochefs gestanden, sondern sein eigenes irrtumsvolles Denken! Wenige Worte folgen noch, die Benedictus aber nicht mehr zu lesen vermag. Da tritt in der Geistesschau plötzlich Hilfe bietend ein unbekanntes Wesen an Benedictus` Seite, das Benedictus aber nur als guten Geist anerkennen will, wenn es sich dem klaren Menschendenken offenbart. Da entflieht das Geistwesen und entpuppt sich als Ahriman, und Benedictus erkennt, wie Ahriman, der das klare menschliche Denken durch einen altvererbten Irrtum stets zu verwirren sucht, nur durch das wache Menschendenken künftig erlöst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personen, Gestalten und Vorgänge ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Mysteriendramensiegel_4.jpg|thumb|300px|Siegelbild mit der von Rudolf Steiner gegebenen Hintergrundfarbe des Bucheinbandes]]&lt;br /&gt;
Die geistigen und seelischen Vorgänge, welche in „Der Seelen Erwachen“ dargestellt sind, sollen so gedacht werden, daß sie etwa ein Jahr nach denjenigen erfolgen, welche in dem früher erschienenen „[[Der Hüter der Schwelle|Hüter der Schwelle]]“ gezeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „Der Seelen Erwachen“ kommen die für Vorgänge die folgenden Personen und Wesen in Betracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;I. Die Träger des geistigen Elements&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Benedictus]], die Persönlichkeit, in welcher eine Anzahl seiner Schüler den Kenner tiefer geistiger Zusammenhänge sieht. (Er ist in den vorhergehenden Seelengemälden „Die Pforte der Einweihung“ und „Die Prüfung der Seele“ als Führer des „Sonnentempels“ dargestellt. Im „Hüter der Schwelle“ bringt sich in ihm die Geistesströmung zum Ausdruck,  welche lebendig-gegenwärtiges Geistesleben and die Stelle des bloß traditionellen setzen will, wie es von dem dort vorkommenden „Mystenbund“ behütet wird.) In „Der Seelen Erwachen“ ist Benedictus nicht mehr bloß über seinen Schülern stehend zu denken, sondern mit seinem eigenen Seelenschicksale in die Seelenerlebnisse seiner Schüler verwoben.&lt;br /&gt;
*2. [[Hilarius Gottgetreu]]: Der Kenner traditionellen Geisteslebens, das sich bei ihm mit eigenen Geist-Erlebnissen verbindet. Dieselbe Individualität, welche in dem vorher erschienenen Seelengemälde „Prüfung der Seele“ als Großmeister eines Mystenbundes dargestellt ist.&lt;br /&gt;
*3. Der Bürochef des Hilarius` Gottgetreu&lt;br /&gt;
*4. Der Sekretär des Hilarius` Gottgetreu. (Dieselbe Persönlichkeit, die im „Hüter der Schwelle“ als [[Friedrich Geist]] vorkommt.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;II. Die Träger des Elements der Hingabe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Magnus Bellicosus]]. (In der „[[Pforte der Einweihung]]“ [[German]] genannt. In der „[[Prüfung der Seele]]“ und dem „Hüter der Schwelle“ Präzeptor eines Mystenbundes.)&lt;br /&gt;
*2. [[Albertus Torquatus]]. (In der „Pforte der Einweihung“ [[Theodosius]] genannt. In der „Prüfung der Seele“ kommt dieselbe Individualität als erster Zeremonienmeister des dort gezeichneten Mystenbundes vor.)&lt;br /&gt;
*3. [[Professor Capesius]]. (In der “Prüfung der Seele“ kommt seine Individualität als erster Präzeptor vor.)&lt;br /&gt;
*4. [[Felix Balde]]. (In der „Pforte der Einweihung“ als Träger einer gewissen Naturmystik, hier im „Erwachen“ Träger der subjektiven Mystik. Die Individualität Felix Baldes kommt als [[Joseph Kühne]] in der „Prüfung der Seele“ vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;III. Die Träger des Willenselementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Romanus]] (wird hier wieder mit diesem in der „Pforte der Einweihung“ für ihn gebrauchten Namen eingeführt, weil dieser seiner inneren Wesenheit entspricht, zu der er sich in den Jahren durchgearbeitet hat, welche zwischen der „Pforte der Einweihung“ und dem „Erwachen“ liegen. Im „Hüter der Schwelle“ wird für ihn der Name gebraucht, welcher als sein Name in der äußerlichen Welt gedacht ist ([[Friedrich Trautmann]]). Er wird da mit diesem Namen eingeführt, weil er innerhalb der vorkommenden Vorgänge mit seinem Innenleben nur eine geringe Bedeutung hat. Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als der zweite Zeremonienmeister des mittelalterlichen Mystenbundes vor.)&lt;br /&gt;
*2. [[Doktor Strader]]. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Jude Simon]] vor.)&lt;br /&gt;
*3. Die Pflegerin des Doktor Strader. (Sie ist dieselbe Persönlichkeit, welche im „Hüter der Schwelle“  [[Maria Treufels]] genannt wird. In der „Pforte der Einweihung“ heißt sie die andere Maria, weil die imaginative Erkenntnis des Johannes Thomasius die Imagination gewisser Naturgewalten in ihrem Bilde gestaltet. Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Berta]], die Tochter Kühnes vor.)&lt;br /&gt;
*4. [[Felicia Balde|Frau Balde]]. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Frau Kühne]] vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;IV. Die Träger des seelischen Elementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Maria (Mysteriendrama)|Maria]]. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Mönch vor.)&lt;br /&gt;
*2. [[Johannes Thomasius]]. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Thomas vor.)&lt;br /&gt;
*3. Die Frau des Hilarius Gottgetreu.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;V. Wesen aus der Geisteswelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Luzifer|Lucifer]]&lt;br /&gt;
*2. [[Ahriman]]&lt;br /&gt;
*3. [[Gnomen]]&lt;br /&gt;
*4. [[Sylphen]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VI. Wesen des menschlichen Geisteselementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td width=&amp;quot;100px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
*1. [[Philia (Mysteriendrama)|Philia]]&lt;br /&gt;
*2. [[Astrid (Mysteriendrama)|Astrid]]&lt;br /&gt;
*3. [[Luna (Mysteriendrama)|Luna]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die geistigen Wesenheiten, welche die Verbindung der menschlichen Seelenkräfte mit dem Kosmos vermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*4. [[Die andere Philia]], die Trägerin des Elementes der Liebe in der Welt, welcher die geistige Persönlichkeit angehört.&lt;br /&gt;
*5. Die Seele der [[Theodora (Mysteriendrama)|Theodora]]: (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Cäcilia]], Kühnes Pflegetochter und Schwester des Thomas vor, der die Individualität des Johannes Thomasius darstellt.)&lt;br /&gt;
*6. Der [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
*7. Der [[Doppelgänger]] des Johannes Thomasius&lt;br /&gt;
*8. Der Geist von Johannes Thomasius’ Jugend&lt;br /&gt;
*9. Die Seele des [[Ferdinand Reinecke]] bei Ahriman. (12. Bild), (kommt als Ferdinand Reinecke nur im „[[Hüter der Schwelle]]“ vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Persönlichkeiten des Benedictus` und der Maria werden auch als Gedankenerlebnisse eingeführt, und zwar im zweiten und vierten Bilde als solche des Johannes` Thomasius, im dritten Bilde als solche Straders. Im zehnten Bilde ist Maria als Gedankenerlebnis des Johannes` Thomasius eingeführt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VIII.&lt;br /&gt;
Die Individualitäten von Benedictus, Hilarius Gottgetreu, Magnus Bellicosus, Albert Torquatus, Strader, Capesius, Felix Balde, Frau Balde, Romanus, Maria, Johannes Thomasius und Theodora erscheinen im Geistgebiet (des fünften und sechsten Bildes des „Erwachens“) als Seelen, und im Tempel (des siebten und achten Bildes des „Erwachens“) als Persönlichkeiten einer weit zurückliegenden Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch gegenüber „Der Seelen Erwachen“ sei eine Bemerkung gemacht, welche ähnlich schon für die vorangegangenen Seelengemälde vorgebracht worden ist. Es sind weder die geistigen noch die seelischen Wesenheiten bloß symbolisch oder allegorisch gemeint. Wer sie so auffassen wollte, dem bliebe die reale Wesenheit der geistigen Welten ferne. Auch in dem Erscheinen der Gedankenerlebnisse (des zweiten, dritten und zehnten Bildes) ist nichts bloß Symbolisches dargestellt, sondern reale Seelenerlebnisse, welche für denjenigen, der an der geistigen Welt Anteil hat, so wirklich sind wie Personen oder Vorgänge der Sinnenwelt. Für einen solchen stellt dies „Erwachen“  durchaus ein realistisches Seelengemälde dar. Käme es auf Symbolik oder Allegorie an, so unterließe ich ganz gewiß diese Darstellung. Auf mancherlei Fragen hin habe ich auch diesmal wieder den Versuch begonnen, für „nachträgliche Bemerkungen“ einiges Erklärende zu diesem „Seelengemälde“ hinzuzufügen. Wie früher, so unterdrücke ich auch diesmal wieder den Versuch. Es widerstrebt mir, dem Gemälde, das durch sich selbst sprechen soll, derartiges hinzuzufügen. Bei der Konzeption und der Ausarbeitung des Gemäldes können dergleichen Abstraktionen gar keine Rolle spielen. Sie würden da nur störend wirken. Die geistige Wirklichkeit, die nachgebildet ist, stellt sich mit derselben Notwendigkeit vor die Seele hin, wie die Dinge der physischen Wahrnehmung. Naturgemäß ist dabei, daß die Bilder der Geist-Wahrnehmung von der gesunden Geistesschau anders auf ihre Wesenheiten und Vorgänge bezogen werden, als die Wahrnehmungen der physischen Welt auf die entsprechenden Wesenheiten und Vorgänge. Andrerseits muß gesagt werden, daß die Art, wie die geistigen Vorgänge sich vor die wahrnehmende Seele hinstellen, zugleich die Disposition und Komposition eines solchen Gemäldes mitenthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders erwähnt soll werden, daß die musikalischen Beigaben für die Aufführung des Dramas von [[Adolf Arenson]] herrühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
===Erstes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Comptoir Gottgetreus. In nicht allzu neuem Stile eingerichtet. Man kann sich denken, daß Gottgetreu Besitzer eines Werkes ist, in dem Holzsägearbeit gemacht wird. Bürochef und Sekretär im Gespräch; Hilarius; später Strader.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sekretär und der Bürochef beklagen den Niedergang von Hilarius Gottgetreus Fabrik, seit dieser „von Leuten sich in Irrtum jagen lässt, die nach besondren Geistesgaben streben.“ Hilarius versucht jedoch den Bürochef von seinen zukunftsweisenden Ideen zu überzeugen. Er will nicht länger dem bloßen Diktat des Marktes folgen; was nützlich und zweckmäßig für den Alltagsgebrauch ist, soll Thomasius zugleich geistgemäß künstlerisch gestalten: „Gewerbe soll mit Kunst zur Einheit werden.“ Strader werde die technische Leitung des Werkes übernehmen und Benedictus, Maria und Capesius sollen weithin das Verständnis für die neue Produktionsweise wecken. Dem Bürochef, der selbst wohl schon manche Schriften studiert hat, „die Geisteswissen offenbaren wollen“, scheint die Zeit dafür noch lange nicht reif und Strader, der mit den Plänen für seine revolutionäre Maschine glücklos gescheitert ist, scheint ihm wenig geeignet, ein solches Vorhaben zu vollenden. Der Bürochef will sich nicht länger an Illusionen verschwenden, in denen Wahn und Wahrheit ineinander verschwimmen, und seine Kraft nicht auf Taten richten, deren Wirkungsart er nicht voll und klar durchschauen kann und verweigert daher, so sehr es ihn schmerzt, seine weitere Mitarbeit. Auch Strader, der hinzutritt, kann ihn nicht überzeugen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch wird geschehen, was geschehen muß.&lt;br /&gt;
Es wird erneute Prüfung meiner Pläne&lt;br /&gt;
Vielleicht die Ansicht wandeln, die ihr euch&lt;br /&gt;
Beim ersten Überdenken bilden mußtet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zweites Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gebirgslandschaft; im Hintergrund das Haus Hilarius’, das in der Nähe des Werkes gedacht ist. Doch wird das Werk nicht gesehen. Ein Wasserfall auf der rechten Seite. (Johannes auf einem Felsensitz; für ihn nicht sichtbar Capesius; Benedictus, Maria; Lucifer; Geistwesen, Seelenkräfte; die Seele der Theodora; der Geist von Thomasius’ Jugend.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomasius will seine Seele jetzt nicht mit Erkenntnisfragen quälen und gibt sich ganz der Schönheit der ihn umgebenden Landschaft hin. In seinen träumenden Gedanken sehnt er sich nach Maria, abgelegte Seelenwünsche werden wieder wach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie lebt als Geist in mir, auch wenn sie fern;&lt;br /&gt;
Sie denkt in meinem Denken, wenn ich mir&lt;br /&gt;
Des Wollens Ziele vor die Seele rufe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erscheint Maria wie ein objektivierter Gedanke vor Johannes Seele, doch vermag er ihr geistig strenges Antlitz kaum zu ertragen. Ihr Bild schwindet, um sogleich wieder noch nachdrücklicher zu erscheinen. Sie mahnt ihn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maria, so wie du sie schauen willst,&lt;br /&gt;
Ist sie in Welten nicht, wo Wahrheit leuchtet.&lt;br /&gt;
In Truges Reichen webt Johannes&#039; Geist,&lt;br /&gt;
Vom Seelenwahn verführt; - befreie dich&lt;br /&gt;
Von Wunschesmächten, welche dich verlocken.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes erkennt, dass hier die wahre Maria spricht, und dass in seinen Seelentiefen ein fremdes Wesen lebt, das ihn verlocken will. Dies Wesen will er fliehen: „Ich will Johannes schauen ohne dich.“ Doch Benedictus, der nun als Gedankenwesen an Marias Seite sichtbar wird, gemahnt ihn, dass er dieses Wesen künftig in sein eignes Wesen integrieren muss:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du selbst gewinnst dich nur, wenn du von ihm&lt;br /&gt;
Dich mutig willst stets mehr besitzen lassen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria will Johannes mit ihren Kräften beistehen, doch sei sie nur in jenen kalten Eisgefilden zu finden, „wo Geister sich das Licht erschaffen müssen, wenn Finsternisse Lebenskräfte lähmen.“ Und eindringlich warnt sie ihn, sie nicht dort zu suchen, „wo abgelebtes Seelenleben sich aus Wahneswesen flüchtig Sein erlistet.“ Doch wie schön und beseligend ist dieser Wahn für Johannes. Nur aus ihm glaubt er seine Schaffenskräfte als Künstler schöpfen zu können – und verborgen möge bleiben, was man nur bewusst in Weltenhöhen schauen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt von Johannes hat Capesius dessen inneren Seelenkampf in geistiger Schau miterlebt. Noch ist Capesius nicht klar, ob er Wahrheit oder nur eigenen Seelenwahn geschaut hat, denn „nur selten darf der Geistesforscher doch der andern Seelen Sein in sich erschauen!“ Er spricht Thomasius darauf an und dessen Schaudern bestätigt ihm das Erlebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Augenblick tritt Maria hinzu. Sie ist überrascht, Capesius hier zu sehen, wähnte sie ihn doch bereits ganz den Plänen von Hilarius hingegeben. Doch davon will Capesius im Hochgefühl seiner neu erwachten Geisteskräfte jetzt nichts mehr wissen. Er fürchtet, dass ihn jede Erdenwirksamkeit seiner neuen Seherkräfte berauben könnte. Während er in kurzes Sinnen verfällt, schaut Maria die Wirkung Luzifers in Capesius` Seele. Geistig Geschautes in Worte und Begriffe zu kleiden, müsste, wie Capesius empfindet, ihm jede Geistesschau verdunkeln. Und auch Johannes glaubt nach dem Erlebten nicht mehr, dass er für Hilarius` Pläne wirken könne – zu stark fühlt er sein altes Wunschesleben, in sich wirken. Auch ihn fesselt Luzifer. Maria weist darum Johannes Seherblick auf die Welt der Elementarwesen. Mit diesen Schatten, Schemen und Dämonen soll er vergleichen, was ihm aus abgelebten Zeiten dämmert. Er werde dann erkennen, dass ihn dies Wesen aus den eigenen Seelentiefen nicht zwingen, sondern dass er es aus Geisteshöhen frei beherrschen könne. Widerwillig lauscht Johannes dem Chor der Gnomen und Sylphen. Dann erscheinen auch die Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna zugleich mit der andren Philia. Johannes verfällt in tiefes Sinnen und nichts bleibt in seinem wirren Bewusstsein haften als die letzten Worte der andren Philia:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wachendes Träumen&lt;br /&gt;
Enthüllet den Seelen&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in seiner Seele webt, verdichtet sich nun zum Bild. Luzifer erscheint, links von ihm der Geist von Johannes Jugend und rechts Theodora. Der Geist von Johannes Jugend fleht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verlierst du mich in dir, muß ich in Schmerzen&lt;br /&gt;
Den grausen Schatten schlimme Dienste leisten -;&lt;br /&gt;
Du Pfleger meines Seins, verlaß mich nicht. -&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will Johannes schöpferischen Geist ganz an dieses Schattenwesen binden. Dem tritt Theodora entgegen. Sie will liebevoll den Geist von Johannes` Jugend mit den Elementarmächten verbünden. So könne er dem Zauberbann Luzifers entrinnen, mit Erdengeistern Formen bilden und mit Feuerseelen Kräfte strahlen und Johannes die Dienste leiten, die ihm wertvoll sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Luzifer, Theodora und der Geist von Johannes` Jugend verschwinden, tritt die andre Philia wieder heran. Sie wiederholt ihre zuletzt gesprochenen Worte: „Und wachendes Träumen …“ Sie macht Johannes klar, dass der Schatten seiner Jugend zwar nur ein Spiegelbild ist, das sich in seiner Seele schemenhaft vor die wahre Geistesschau schiebt, solange er noch nicht reif für diese ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Bild, das lebt und sich im Leben hält,&lt;br /&gt;
Solang du noch ein abgelebtes Sein&lt;br /&gt;
In dir bewahrst, das du betäuben zwar,&lt;br /&gt;
Doch jetzt fürwahr noch nicht besiegen kannst. -&lt;br /&gt;
Johannes, dein Erwachen bleibt ein Wahn,&lt;br /&gt;
Bis du den Schatten selbst erlösen wirst,&lt;br /&gt;
Dem deine Schuld verzaubert Leben schafft.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Drittes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Landschaftsszenerie wie im zweiten Bilde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Magnus Bellicosus, Romanus, Torquatus und Hilarius so kommend von der rechten Seite, daß das Folgende, das sie im Stehen sprechen, sich denken läßt wie die Fortsetzung eines Gespräches, das sich schon vorher auf ihrem Spaziergang geführt haben. Es nimmt für die Teilnehmer einen so wichtigen Inhalt an, daß sie stehen bleiben. Später: Capesius, Strader, Felix und Felicia Balde; Benedictus, Ahriman; Maria)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bellicosus, Romanus und Torquatus besprechen sich über die Pläne des Hilarius. Bellicosus unterstützt diese rückhaltlos. Romanus hingegen zweifelt, ob die Geistesschüler des Benedictus schon reif genug sind, ihr Geisteswissen der rauen äußeren Wirklichkeit einzuprägen, doch fühlt er sich durch Schicksalsmächte mit Strader so eng verbunden, dass er mit ihm vereint den Weg zur Umgestaltung des Erdenlebens wagen würde. Unbemerkt erscheint indessen Ahriman im Hintergrund und verschwindet sogleich wieder. Auch Torquatus ist skeptisch, da sich Capesius von Benedictus und seinem Schülerkreis abgewandt hat. Das werfe zudem trübe Schatten auf Benedictus` eignes Urteilsvermögen, der Capesius für reif befunden hatte. Und Strader hält er für völlig ungeeignet, da „ihm zur Mystik die rechte Seelenstimmung gänzlich fehlt.“ Romanus will Hilarius in seinen Bestrebungen unterstützen, wenn er sich Strader zur Seite stellt, jedoch die anderen Geistesschüler des Benedictus` von seinem Werk ferne hält. Doch Hilarius bezweifelt, dass sich Strader von Benedictus‘ Schülern trennen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die vier abtreten, erscheinen von der anderen Seite Capesius, Strader und Felix und Felicia Balde. Capesius bleibt bei seinem Entschluss, sich nicht weiter mit äußerem Wirken zu belasten. Nur für den inneren Pfad der Mystik fühlt er sich gerüstet, denn deutlich ist ihm bewusst, dass er vom Weltensein nur so viel schauen kann, als er davon in seinem Eigensein genießen kann – und das taugt nicht dazu, zu schaffen, was andern frommt. Felix Balde stimmt ihm zu. Verehrungsvoll in tiefer Frömmigkeit müsse man die Geistesschau im Herzen ruhen lassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das ist die Mystenstimmung. - Wer sie weckt,&lt;br /&gt;
Der führt sein Innres hin zum Lichtesreich.&lt;br /&gt;
Das äußre Werk verträgt nicht solche Stimmung.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deutlich empfindet Capesius, dass er sich die „Geistesschau durch Wunsch nach äußrer Tat verdorben hatte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader fühlt sich den beiden stark verbunden und doch zugleich durch einen tiefen Abgrund getrennt, denn ihm ersteht die Geistesschau nur dann, wenn er sich Tatgedanken widmen darf. Doch was ist Wahrheit und was ist Irrtum? Die tiefe Seelenpein führt Strader zur Geistesschau. Als seine Gedankenformen zwar, doch im wirklichen Geistverkehr, erscheinen ihm zuerst Benedictus mit Ahriman und dann Maria. Benedictus rät ihm, in den Abgrund zu blicken, den Capesius und Felix zwischen sich und ihm aufgerissen haben – und auch Ahriman drängt ihn dazu. Strader tut es und schaut einen Kampf, in dem Schemen und Schattenwesen, Finsternis erzeugend, wild aufeinander stürzen - bis schließlich Maria aus dem Abgrund hervortritt und ihn auffordert, die Schatten mit seinem eigenen Licht zu erhellen. Doch Strader verstrahlt nur Finsternis, weil er, wie Maria ihm vorhält, zu feige ist, sein eignes Licht zu strahlen und lieber träumend im Selbstgenuss versinkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wo ist dein Licht? - Du strahlest Finsternis. -&lt;br /&gt;
Erkenne deine Finsternis - um dich -,&lt;br /&gt;
Du schaffst ins Licht die wirre Finsternis.&lt;br /&gt;
Du fühlest sie, wenn du sie schaffst durch dich;&lt;br /&gt;
Doch fühlest du dein Schaffen niemals dann.&lt;br /&gt;
Vergessen willst du deine Schaffensgier.&lt;br /&gt;
Unwissend waltet sie in deinem Wesen,&lt;br /&gt;
Weil du zu feige bist, dein Licht zu strahlen.&lt;br /&gt;
Genießen willst du dieses Eigenlicht.&lt;br /&gt;
Du willst dich selber nur in ihm genießen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus lenkt Straders Blick nach rechts auf die bläulichroten Schatten, die Felix locken und nach links auf die roten und gelben, die sich zu Capesius drängen - doch vermag er nicht die Schatten hinter Strader selbst zu schauen, wie Ahriman diesem zynisch zuruft. Die Worte von Wahn und Wahrheit, die der Bürochef im ersten Bild zu ihm gesprochen hatte, kommen Strader wieder in den Sinn. Maria zeigt ihm noch, wie Felix und Capesius im Kampf mit den Schatten ihr Geistesschwert härten, doch würden diese Schwerter für ihn nicht taugen – er müsse sein eigenes Schwert schmieden. Damit verschwinden die Gestalten und Strader kehrt aus seiner Geistesschau zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felix und Capesius beharren auf der strengen Trennung von mystischer Geistesschau und äußerem Wirken. Sie nicht trennen, meint Felix, wäre so töricht als wollte Felicia ihre Märchenwesen auf Puppenbühnen tanzen lassen – doch Felicia sieht das ganz anders. Im Geiste sieht sie schon tausend Puppenspiele „den Weg in Kinderstuben eifrig suchen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Viertes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Landschaft des zweiten und dritten Bildes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Der Büroschef mit Romanus sprechen, im Spaziergange stehenbleibend. Später: Johannes, sein Doppelgänger; der Geist von Johannes Jugend; der Hüter, Ahriman; Benedictus, Maria; Strader, die Seele der Theodora.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gespräch mit dem Bürochef äußert Romanus seine Ansicht, dass Straders Freunde nicht mehr im Zusammenhang mit guten Geistwesen stünden, Strader selbst jedoch noch die guten Kräfte der Naturdämonen empfangen könne. Straders Geistesart fühlt sich Romanus eng verbunden. Ihm ist, als hätte er seine eigenen Kräfte Strader zu verdanken, der sich in einem früheren Leben zu seltener Seelenhöhe gebracht und neue, tatkräftige Gedanken der Menschheitsentwicklung einverleibt habe. Der Bürochef kann ihm darin zwar nicht folgen, doch haben Romanus Worte, den er sehr achtet, für ihn doch einiges Gewicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes steht indessen noch ganz unter der Nachwirkung der Erlebnisse des zweiten Bildes. Von ferne erklingt ihm die Stimme seines Doppelgängers, den er aber zunächst für die andre Phila hält:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mahnend führt ihm der Doppelgänger den Geist von Johannes` Jugend vor das Seelenauge. Erst durch dessen Worte erkennt er den Doppelgänger, der ihn weiter führt zu seinem Herrscher, der nun als der Hüter der Schwelle sichtbar wird und ihm deutlich macht, dass er nur befreit von seinen Wunschgedanken im reinen Schauen die Schwelle übertreten könne. Ahriman erscheint und dann auch Maria und Benedictus, doch auch sie erschaut Johannes nur „als Wahngebilde, weil Wunscheswahn dem Schauen sich verbündet.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fünftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Geistgebiet. In sinnvollen Farbenfluten erscheinendes Bild; nach oben rötlich in feurig rot verlaufend, nach unten blau in dunkelblau und violett übergehend. Unten eine symbolisch wirkende Erdensphäre. Die auftretenden Gestalten wie mit dem Farbenbild ein Ganzes bildend. (Rechts die Gnomengruppe des zweiten Bildes, vor ihr Hilarius, ganz vorne die Seelenkräfte. Hinter Hilarius etwas erhöht Ahriman. Links erhöht Lucifer, im Vordergrund Felix Baldes Seele; Straders und Capesius’  Seele, Benedictus, Maria, Felicia Balde, der Hüter.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene spielt im Geistgebiet zur Sonnenzeit vor dem Herabstieg der handelnden Personen zur Geburt in das gegenwärtige Erdenleben. Felix Baldes Seele erscheint vor Luzifer und erweist sich als dessen Diener. Aus Luzifers Lichtquell empfängt er die Keime seines Selbstsinns. Im Anblick der Gruppe der Gnomen, die die Seele des Hilarius umgeben, erlebt Balde die Gewichtskräfte, die seinem Schweben Widerstand leisten und ihn zur neuen Inkarnation herabziehen. Der von den Gnomen verbreitete Wünsche-Nebel ist, wie Hilarius klar erkennt, der ins Geistgebiet hinaufgeworfene Widerschein des Erdensterns. Für diesen Erdenstern wird hier im Geisterland ein denkendes Sein aus Seelenstoffen gewoben, das aber Felix Balde nur ganz nebelhaft erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das weckt Ahrimans Interesse und Strader nimmt den Widerhall der gesprochenen Worte in seine Seele auf. Die andre Philia, die wie eine dumpfer leuchtende Kopie Luzifers erscheint, und die drei Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna weben der Seele Straders die Gewichtskräfte der Gnomen ein, die ihn zum neuen Erdenleben herabführen sollen. Ihre Wirkung soll Strader im kommenden Erdenleben fühlen, sich ihrer aber niemals voll bewusst werden. Darum wird er ihre geistigen Impulse auch nicht für das Erdenleben fruchtbar machen können. Strader fühlt zugleich, dass er das sonnenhafte Wesen der Seelenkräfte in sich zur Einheit bilden muss. Er spürt auch schon den Wunsch, die Sonnenkönigskraft durch den gedankensprühenden kalten Silberglanz der Mondensphäre zu dämpfen und Merkurs erglimmenden Begierdetrieb aufzunehmen, der ihm das getrennte Weltensein zur Einheit vermählen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Ahriman verschwindet, erscheint die Seele des Capesius, der sich die Seelenkräfte nun zuwenden. Wie ein Bild am fernen Seelenufer, das noch nie sein Sein berührte, seit er dem letzten Erdenleben sich entrang, taucht Straders Seele vor ihm auf. Capesius erkennt, dass er dieser Seele wohl karmisch verschuldet ist, sie ihn aber für das nächste Erdensein noch nicht zum Ausgleich aufruft. Doch wird der Blick auf das Bild seines Wesen in sein Denken die Wurzel pflanzen, die im den Sinn des Erdenlebens enthüllen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer lenkt nun den Geistesblick der hier versammelten Seelen in Bereiche, die zu schauen sie noch nicht erkraftet sind und deren Licht sie daher schmerzt und ihr Leben mit Zweifeln befruchten muss – Zweifel, die bei allen Personen im kommenden Erdenleben deutlich hervortreten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erscheinen die Seelen von Maria und Benedictus im Geistgebiet, letzterer in einer Gestalt, die wie im Kleinen die Konfiguration der ganzen Szene nachbildet. In tiefer persönlicher Betroffenheit empfindet Benedictus, wie die versammelten Seelen mit ihren dichten erdbeladenen Sphären so schwer auf seinen Weltenkreis drücken, dass sie sein Sonnenwesen nicht in sich erstrahlen finden. Maria mahnt die versammelten Seelen, dass ihnen Benedictus zwar im letzten Erdenleben fremd war, aber seines Sonnen-Wortes Kraft noch aus früheren Inkarnationen in ihren Seelenhüllen fruchtet. Felix Balde vernimmt darauf zwar tönende Worte aus ihm fremden Kreisen, die sich aber nicht zum leuchtenden Sein verdichten und ihm darum nicht ganz wesenhaft werden. Strader hingegen sieht ein leuchtendes Wesen am Geistesstrand, das ihm aber stumm und unverständlich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz nahe bei Maria erscheint nun die Seele Felicia Baldes in Gestalt einer Büßerin. Sie durchschaut, warum die beiden Seelen das Wesen des Benedictus nicht voll erfassen können. Sie spricht von der unbekannten Sternenschrift - ein Wort, das in Capesius Seele zwar vage Erinnerungen weckt, die aber gleich wieder in den düsteren Schatten des Vergessens versinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Luzifers Wirken wurden die Seelen, die einander suchen, hier zusammengeführt, ohne noch ein gedankenhaftes Verständnis füreinander gewinnen zu können, für das sie noch nicht reif sind. Luzifers Bestreben muss daher am Ende der Sonnenzeit der strenge Hüter der Schwelle entgegentreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr Seelen, die auf Lucifers Gebot&lt;br /&gt;
Dem Kreis der andern Seelen euch genaht,&lt;br /&gt;
Ihr seid in meiner Macht an diesem Orte.&lt;br /&gt;
Die Seelen, die ihr sucht, - sie suchen euch. -&lt;br /&gt;
Sie sollen euch in dieser Weltenzeit&lt;br /&gt;
In ihren Sphären nicht gedankenhaft&lt;br /&gt;
Mit ihrem Sein berühren; - hütet euch,&lt;br /&gt;
In ihre Kreise euch hineinzudrängen.&lt;br /&gt;
Doch wagtet ihr&#039;s, es schadet&#039; euch und ihnen. -&lt;br /&gt;
Ich müßt&#039; des Sternenlichtes euch entkräften&lt;br /&gt;
Und euch von ihnen weltenzeitenlang&lt;br /&gt;
In andre Sphärenreiche hin verbannen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sechstes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Geistgebiet in der gleichen Art wie im vorigen Bilde. Die Beleuchtung warm und nuanciert, doch nicht zu hell. (Links stehen die Sylphen. Vorne Philia, Astrid, Luna. Straders, Capesius’, Romanus’ Seele; die andre Philia mit Theodoras und Frau Baldes Seele; später: Benedictus’ und Marias Seele; der Hüter; Lucifer mit Johannes’ Seele; zuletzt der Geist von Johannes’ Jugend.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geistgebiet steigen nun die Seelen in die Saturnzeit auf. Mit Hilfe der Seele des Romanus` erkennt Capesius in dem nachwirkenden Bild von Straders Seele den Juden Simon wieder, der ihm in seiner mittelalterlichen Inkarnation, die in der Rückschau des zweiten Mysteriendramas enthüllt wurde, begegnet war. Doch schon drängt sich in Gestalt eines Büßers die Seele Felix Baldes heran, dessen Seelenstrahlen sich brennend in Capesius Seelenhülle bohren. «Mein lieber Kühne, ihr erwieset euch stets treu ...», so tönen ihm seine eigenen Worte aus dieser Seele entgegen, die ihm in die tiefsten Seelengründe zu schauen vermag. Diese Seele, so erkennt Capesius, muss er suchen, um sich selbst zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Capesius Seele verschwindet, erscheint von links die andre Philia mit Theodoras Seele und hinter ihr die Seele von Frau Balde in Gestalt einer Büßerin. Die andre Philia, die Seelen durch die Liebe sich stets zum Führer erwerben, schreitet ihnen voran. Romanus sieht, wie der Sanftmut Licht von Theodoras Seele zu Frau Balde fließt. Das ganze Bild erstrahlt im Glanz der Schönheit, die hier im Geisterland als Weisheit lebt. Das ist zugleich der Widerschein der Sehnsucht, die Torquatus aus seinen Seelenhüllen zu Romanus hinüberstrahlen lässt und in diesem Milde und Mitgefühl erweckt, die dieser aus seinem eigenen harten Sinn niemals erwerben könnte. Bellicosus ruft seine beiden Geistesbrüder auf, ihr Geistgehör für Theodoras Worte zu öffnen. Theodora bittet ihre treue Geistgefährtin, die andre Philia, die Liebe ihrer Seelenhülle Felix Balde zuzuströmen und so der Einsamkeit verzehrende Feuerkraft zu mildern und ihm Gedankenstrahlen von den Sylphen hinzulenken, sodass „aus ihrem Glimmerglanzesschaffen den Menschenseelen Wachstums-Werdesinn im Erdenleben sich erkraften möge.“ Und Felicia Baldes Seele will ihm die Kräfte zutragen, die sie von Stern zu Stern im Weltall wandelnd für ihn sammeln will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Theodoras Seele hallen die Worte des Rosenkreuzerspruches wider, der auch im zweiten Mysteriendrama der Wahlspruch der mittelalterlichen Tempelritter gewesen war:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Aus Gottessein erstand die Menschenseele;&lt;br /&gt;
Sie kann in Wesensgründe sterbend tauchen;&lt;br /&gt;
Sie wird dem Tod dereinst den Geist entbinden.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Worte in ihrer Seele ertönen, erscheinen Luzifer und Johannes Thomasius` Seele, der in der vorangegangenen Inkarnation als Bergwerksmeister Thomas ihr Bruder gewesen war. Was sie ihm an Bruderliebe geben konnte, das will ihr die andre Phila nun zur Seelenkraft verwandeln, gestärkt mit dem Glimmerlicht der Sylphen. Frau Baldes Seele soll nun ihre Schritte zu den Sternen lenken, wo gute Dämonen ihrer Werke harren, aus dem sie Phantasie in Seelen strahlen und so im Erdenleben beflügeln. Geführt von Frau Baldes Seele verschwindet langsam Felix Baldes Seele. Theodora blickt noch für einen Augenblick auf Johannes Seele, dann entschwindet sie ebenfalls. Zuletzt entfernt sich Johannes Seele mit Luzifer. Und Romanus Seele erkennt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daß wir an diesem Geistesorte jetzt&lt;br /&gt;
Das Wort der Liebe mit dem Wort des Schaffens&lt;br /&gt;
Zum Bund sich einen sahen, dies erkraftet&lt;br /&gt;
In unserm Wesen Keime, deren wir&lt;br /&gt;
Im spätern Erdensein bedürftig werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann ziehen sich die Seelen von Romanus, Torquatus und Bellicosus zurück und an der Seite des Hüters der Schwelle erscheinen die Seelen des Benedictus und der Maria. Der Hüter ruft sie dazu auf, ihre Weltenmitternacht im gereiften Licht Saturns wachend zu erkennen. Wachend! - Marias Seele weiß, dass sie hier im schnellsten Zucken heller Blitze Schicksalsnotwendigkeiten überschauen soll und dass in Weltengründen Donnerworte dumpf verrollen und verrollend jeden Seelenwahn bedrohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus vernimmt aus ewig leeren Eisgefilden Johannes Schicksalsruf, der nun wieder an der Seite Luzifers erscheint. Maria sieht Flammen sich mit ihrem eignen Denken nahen. In Johannes Seele kämpft ihr eignes Denken mit Luzifers Gedanken. Maria soll Luzifers heißes Weltenlicht erkennen und die Blitze schauen, die ihr eigenes Denken aus Luzifers Gewaltenkreisen schlägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes fühlt die Nähe der anderen Seelen, doch kann er sie nicht schauen. „Du wirst sie schauen, wenn du schnell ergreifst, was sie im Weltenlichte selbst erleuchten“, mahnt ihn Philia. Und Benedictus ruft Maria auf, die Willenskraft aufzubringen, in ihrer jetzigen Form die Erdenkraft erstehen zu lassen – dann werde ihr Wort der Freundesseele leuchten. Alle Liebe, die Maria zu ihrem Geisteslehrer Benedictus in sich trägt, legt sie in die Worte, die sie in Johannes Seele tönen lässt. Beide, Maria und Benedictus, sollen jetzt in seiner Seele friedvoll verweilen. Und während der mahnende Donner zur Weltenmitternacht verrollt, gibt der strenge Hüter der Schwelle im Hinblick auf Johannes` Seele Astrid das ernste Gebot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bewahre dieses Seelen-Ungewitter,&lt;br /&gt;
Bis ihre nächste Weltenmitternacht&lt;br /&gt;
Im Strom der Zeit die Seele wachend findet.&lt;br /&gt;
Sie soll dann anders vor sich selber stehn, —&lt;br /&gt;
In ältrer Zeiten Bild ihr Selbst erschauen,&lt;br /&gt;
Erkennen, wie zum Geisteshöhenflug&lt;br /&gt;
Die Schwingen auch im Seelensturz erstarken.&lt;br /&gt;
Es darf die Seele niemals stürzen wollen;&lt;br /&gt;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So will es Astrid tun und Marias Seele fühlt dabei die Sternenseligkeit, die sie im Strom der Zeit betreten darf. Im Gnadewalten will sie schaffend mit ihrer langverbundenen Seelenschwester leben, während Luna ihr Schaffen hier im Geiste hütet. So wird Maria ihre Erinnerungen an die Weltenmitternacht im folgenden Erdenleben fruchtbar machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen von Seligkeiten leuchtenden und Gnade strahlenden Seelenstern sieht Johannes nahen. Es ist der Geist von Johannes` Jugend. Er nährt Johannes Wünsche mit Leben und kraftet leuchtend in seinen Jugendzielen, doch zu den wesenlosen Schatten müsste er versinken, sollte Johannes ihn verlassen. „Verlass mich nicht!“, ruft er Johannes zu. Dafür will Luzifer sorgen und damit zugleich die innige Seelenverbindung zwischen Johannes, Maria und Benedictus stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er wird dich nicht verlassen, - ich erschaue&lt;br /&gt;
In seines Wesens Tiefen Lichtbegierden,&lt;br /&gt;
Die nicht der andern Seele Spuren folgen. -&lt;br /&gt;
Wenn diese mit dem Glanz, den sie erzeugen,&lt;br /&gt;
Im Seelengrunde sich zum Sein erkraften,&lt;br /&gt;
Wird er die Früchte, die sie zeugen müssen,&lt;br /&gt;
In jenem Reiche nicht vergeuden wollen,&lt;br /&gt;
Wo Liebe ohne Schönheit herrschen will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Siebentes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Tempel nach ägyptischer Art. Die Stätte einer weit zurückliegenden Initiation.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Drittes Kulturzeitalter der Erde. (Zunächst nur ein Gespräch zwischen dem Opferweisen, dem Schwellenhüter und dem Mysten.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Opferweise und König, eine frühere Inkarnation des Capesius, berät sich mit dem Schwellenhüter und dem Mysten über die bevorstehende Initiation eines jungen Neophyten, der ausersehen ist, des Königs Rater zu werden. Der Myste hält den Neophyten, ein frühere Inkarnation der Maria, dafür wenig geeignet, da dieser nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei. Er würde sich wohl besser zum inneren Tempeldienst als zum Berater des Königs eignen. Auch der Opferweise hält ihn der ihm zugedachten Ehre nicht für würdig. Die Leidenschaft durchwühle sein Inneres noch stark und die Sinnestriebe schwiegen in ihm noch nicht. Doch sei es nicht die Schuld des jungen und noch unerfahrenen Neophyten, wenn dadurch unrechtes Fühlen in die bevorstehende heilige Handlung getragen und unheilvoll ins Menschenleben zurückfließen würde. Die Schuld läge bei dessen unverständigen Lehrern, die die wahren Zusammenhänge nicht durchschauten. Allein der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus`, könne noch erkennen, was mystisch in den Opferformen lebt. Doch dieser sei nach dem strengen Gebot seiner Würde schweigsam wie die Einsamkeit. So sieht sich der Opferweise allein vor eine schwere Entscheidung gestellt, für die er um den Beistand des Geistes bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Achtes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dieselbe Tempelszenerie wie im siebten Bild; sie ist anfangs durch einen Zwischenvorhang gedeckt, vor dem eine Ägypterin das Folgende spricht. (Die Ägypterin ist als eine der vorhergehenden Inkarnationen des Thomasius` zu denken.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die junge Ägypterin wartet unweit des Tempels, in dem ihr Geliebter als Neophyt eingeweiht werden soll und dann für immer für sie verloren wäre. Das Geisteslicht, das ihm leuchten soll, wäre der Todesstrahl für ihre Seele. In Traumes Offenbarung hofft sie seine Initiation ahnend miterleben zu können.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene wechselt ins Innere des Tempels. Alles ist vorbereitet zur Initiation des Neophyten, der als eine frühere Inkarnation Marias gedacht ist. An der einen Seite des Opferaltars steht der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus`. An der andern Seite des Altars der Wortebewahrer, eine frühere Inkarnation des Hilarius` Gottgetreu; etwas vor dem Altar der Siegelbewahrer, eine frühere Inkarnation der Theodora; dann auf der einen Altarseite nach vorn: der Vertreter des Erdelementes, eine frühere Inkarnation des Romanus`; der Vertreter des Luftelementes, eine frühere Inkarnation des Magnus` Bellicosus; ganz nahe dem höchsten Opferweisen der Opferweise, die frühere Inkarnation des Capesius`. Auf der anderen Seite der Vertreter des Feuerelementes, die frühere Inkarnation des Doktor Strader; der Vertreter des Wasserelementes, eine frühere Inkarnation des Torquatus`. Vorne die Seelenschwestern Philia, Astrid, Luna und die «andre Philia». Ganz vorn erscheinen in Sphinxgestalt Lucifer und Ahriman, Lucifer so, dass der Cherub mehr betont ist, Ahriman so, dass der Stier mehr betont ist. Vier andre Priester stehen vorne. Nachdem der Tempelraum mit den Mysten sichtbar geworden ist, herrscht eine Weile lautlose Stille; dann führen der Schwellenhüter, eine frühere Inkarnation des Felix` Balde, und der Myste, eine frühere Inkarnation der Frau Balde, den Neophyten durch die Pforte links ein. Sie stellen ihn in den inneren Kreis in die Nähe des Altars und bleiben in seiner Nähe stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwellenhüter eröffnet die Zeremonie, dann sprechen die anderen Tempelpriester rituellen Worte. Der höchste Opferweise entzündet auf dem Altar, der in der Mitte steht, die hell leuchtende, züngelnde Opferflamme und spricht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In dir kannst du die Antwort nicht erschau&#039;n.&lt;br /&gt;
Denn finstrer Irrtum lastet noch in dir;&lt;br /&gt;
Und Torheit strebt in dir nach Weltenfernen.&lt;br /&gt;
Drum schau - in diese Flamme, die dir näher&lt;br /&gt;
Als deines eignen Wesens Leben ist.&lt;br /&gt;
Und lies die Antwort aus dem Feuer dir.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weiter sprechen die versammelten Mysten Ritualworte, die den Neophyten auf seinem Einweihungsweg geleiten sollen. Dann tritt eine längere Pause ein, während welcher es ganz dunkel wird, nur die Flamme und die unbestimmten Umrisse der Personen sind zu sehen. Dann fährt der höchste Opferweise fort zu sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und nun erwache aus der Weltenschau!&lt;br /&gt;
Verkünde, was im Wort zu lesen ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Neophyt schweigt! Der höchste Opferweise ist bestürzt: „Entschwindet dir Geschautes? - Sprich!“ Und als der Neophyt endlich zu sprechen beginnt, erfüllt auch die anderen Mysten – mit Ausnahme des Opferweisen – immer größerer Schrecken. Denn der Neophyt spricht nicht von Geist-Erschautem. Frevelhaftes irdisches Fühlen, voll Freudesinn und mit voller Lebenswärme in den eigenen Leibeshüllen erlebt, entrang sich seiner Seele und stieg als unwürdiges Opfer hinauf in lichte Geisteshöhen. Zornig wirft der Wortbewahrer dem Opferweisen vor, dass er seine heilige Pflicht versäumt habe, worauf dieser antwortet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich tat, was mir als Pflicht aus höhern Reichen&lt;br /&gt;
In dieser Feierstunde auferlegt.&lt;br /&gt;
Enthalten hab&#039; ich mich, das Wort zu denken,&lt;br /&gt;
Das nach der Sitte mir geboten ist&lt;br /&gt;
Und das, von meinem Denken aus, hinüber&lt;br /&gt;
Zum Neophyten geistig wirken sollte.&lt;br /&gt;
So hat der junge Mann nicht fremdes Denken,&lt;br /&gt;
Er hat sein eignes Wesen hier verkündet.&lt;br /&gt;
Die Wahrheit hat gesiegt. - Ihr mögt mich strafen;&lt;br /&gt;
Ich mußte tun, was ihr in Furcht erlebt.&lt;br /&gt;
Ich fühle schon die Zeiten nahe kommen,&lt;br /&gt;
Die aus dem Gruppengeist das Ich befreien&lt;br /&gt;
Und ihm das eigne Denken lösen werden.&lt;br /&gt;
Es mag der Jüngling eurem Mystenweg&lt;br /&gt;
Sich jetzt entringen -. Spätres Erdesein&lt;br /&gt;
Wird ihm die Mystenweise sicher zeigen,&lt;br /&gt;
Die ihm von Schicksalsmächten vorgedacht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sphinxe, die bisher reglos wie Bildsäulen waren, beginnen daraufhin zu sprechen, doch so, dass ihre Worte nur von dem Opferweisen, dem höchsten Opferweisen und dem Neophyten gehört werden, während die anderen Mysten nur aufgeregt dastehen. Und so spricht Ahriman als Sphinx:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich muß für meine Stätte mir erbeuten,&lt;br /&gt;
Was hier nur ungerecht zum Lichte will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Luzifer setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich will für meine Stätte mir entführen,&lt;br /&gt;
Was hier als Geisteswunsch am Schein sich freut.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunt vernehmen die versammelten Mysten die Worte des höchsten Opferweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Sphinxe sprechen, - sie, die Bild nur waren,&lt;br /&gt;
Seit Weise hier den Dienst verrichtet haben.&lt;br /&gt;
Der Geist, er hat die tote Form ergriffen ;&lt;br /&gt;
O Schicksal, du ertönst als Weltenwort —!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während das Licht langsam ausgeht, fügt der Opferweise hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was wir als mystisch Weihewerk vollbringen,&lt;br /&gt;
Bedeutung hat es doch nicht hier allein.&lt;br /&gt;
Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom&lt;br /&gt;
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Neuntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein kleines, ernst stimmungsvolles Zimmer, - wie ein Studierzimmer – im Hause des Hilarius. – (Zunächst Maria allein in Meditation; dann Astrid, Luna; der Hüter und Benedictus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als heller Geistesstern erscheint Astrid und weckt Marias Erinnerung an die Weltenmitternacht. Luna stärkt ihre Willenskraft, damit auch die Erdenhelle diese Erinnerung nicht überstrahlen kann und gemahnt sie an die Worte des Hüters:&lt;br /&gt;
Es darf die Seele niemals stürzen wollen;&lt;br /&gt;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Marias Bewusstsein taucht die Erinnerung an ihre missglückte ägyptische Einweihung wieder auf. Der Hüter erscheint. Im Geistgehör soll Maria die Worte des höchsten Opferweisen ergründen. Währenddessen erscheint Benedictus und erinnert Maria an das, was der Opferweise gesprochen hatte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom&lt;br /&gt;
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria wird bewusst, dass der Opferweise schon die erste Morgenröte der griechischen Kultur geschaut und darum den Gedanken unterdrückt hatte, den er in die Seele des Neophyten hätte lenken sollen. Der Trieb zur Einsamkeit keimte damals schon in dessen Seele und ist in seiner gegenwärtigen Inkarnation als Capesius zur Frucht gereift. Das treibt ihn nun, Felix Baldes Beispiel zu folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die junge Ägypterin, die vor dem Tempel harrte, taucht vor Marias Seelenblick auf und der Hüter lässt sie den Zusammenhang mit dem Geist von Johannes` Jugend erahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im neunten Bilde. (Zuerst Johannes allein, meditierend, zu ihm die andre Philia; dann Maria und der Geist von Johannes’ Jugend; zuletzt Lucifer, Benedictus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Johannes erlebt in der Meditation die junge Ägypterin und erinnert sich ihrer Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Dies ist die Zeit, in welcher er sein Sein&lt;br /&gt;
Dem uralt heiligen Weisheitsdienste weiht -;&lt;br /&gt;
Vielleicht läßt Traumes Offenbarung mich&lt;br /&gt;
Im Ahnen geistig jetzt bei ihm verweilen.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie von ferne ertönt die Stimme der andren Philia:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Johannes ergänzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wachendes Träumen&lt;br /&gt;
Enthüllet den Seelen&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andre Phila kommt näher und gemahnt Johannes nun schon zum dritten Mal, die schattenhafte Zwiegestalt seines eigenen Wesens zu erlösen, denn „als Schatten dich Umwandeln, muss auch ich so lange noch, bis du den Schatten selbst erlösen wirst, dem deine Schuld verzaubert&#039; Leben schafft.“ Und dann enthüllt sie ihm ihr eigenes wahres Wesen, das Johannes bislang noch nicht zu ergründen vermochte: „Die Kraft der Liebe bin ich selbst in dir.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geiste schaut nun Johannes die Einweihungszeremonie des jungen Mysten und ihm wird bewusst, dass auf ihn das ganze Sehnen der jungen Ägypterin gerichtet war. Mit Hilfe Marias, die als Gedankengestalt erscheint, erkennt er, dass das unerfüllte und sich vor Sehnsucht verzehrende Leben der jungen Ägypterin und der schattenhafte Geist von Johannes Jugend, der nun ebenfalls hervortritt, zueinanderstreben. Und nun vermag er auch in Maria in ihrer wahren Geistgestalt zu erkennen, die an ihn die Worte richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du findest mich in hellen Lichtgefilden,&lt;br /&gt;
Wo Schönheit strahlend Lebenskräfte schafft;&lt;br /&gt;
In Weltengründen suche mich, wo Seelen&lt;br /&gt;
Das Götterfühlen sich erkämpfen wollen&lt;br /&gt;
Durch Liebe, die im All das Selbst erschaut.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will dieser Erkenntnis hemmend entgegentreten, doch Benedictus, der nun erscheint, weist ihn in die Schranken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marias heilig ernst Gelöbnis wirket&lt;br /&gt;
In seiner Seele jetzt die Heil-Erstrahlung.&lt;br /&gt;
Er wird dich schätzen, doch dir nicht verfallen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich werde kämpfen“ schleudert ihm Luzifer entgegen – „Und kämpfend Göttern dienen“, setzt Benedictus hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Elftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie in den beiden vorigen Bildern.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Benedictus und Strader treten in das Zimmer.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader quälen noch immer die harten Worte, die Maria im 3. Bild am Abgrund zu ihm gesprochen hatte. Benedictus macht ihm klar, dass dies in Wahrheit seine eigene Imagination war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr wißt, die Bilder sind nicht wesenhaft;&lt;br /&gt;
Der Inhalt ist&#039;s, der zu der Seele dringen&lt;br /&gt;
Und sich im Bilde offenbaren will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader sei zu einer höheren geistige Entwicklungsstufe aufgestiegen und von hier aus müsse ihm jetzt das früher schon Erreichte als Finsternis erscheinen und was er als Feigheit empfinde, sei für geringere Seelen Tapferkeit. Doch Strader weiß nicht, ob er Kraft genug haben werden, den Widerstand zu überwinden, den Romanus und der Bürochef seinem Werk entgegensetzen, die von ihm fordern, dass er sich von Benedictus und seinem Schülerkreis trennen müsse. „Es wird geschehen, was geschehen muss.“, erwidert ihm Benedictus. Strader schildert daraufhin eine Traumvision, die ihm wie ein Schicksalswink erscheint:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich war in einem Schiff; am Steuer ihr;&lt;br /&gt;
Besorgen mußte ich das Ruderwerk;&lt;br /&gt;
Maria und Johannes fuhren wir&lt;br /&gt;
An ihre Wirkensstätte; da erschien&lt;br /&gt;
Ganz nah&#039; an uns ein andres Schiff; in ihm&lt;br /&gt;
Romanus mit dem Freunde Gottgetreus.&lt;br /&gt;
Sie stellten sich uns feindlich gegenüber.&lt;br /&gt;
Ich kämpfe gegen sie; - im Kampfe trat&lt;br /&gt;
Dann Ahriman an ihrer Seite auf.&lt;br /&gt;
Noch schaut&#039; ich mich im harten Kampf mit ihm,&lt;br /&gt;
Zur Seite trat mir helfend Theodora.&lt;br /&gt;
Dann schwand das Bild aus meinem Geisteskreis.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus erkennt, dass dieses Bild in Straders Seele noch nicht voll ausgereift ist, dass aber Strader die Kraft stärken kann, die ihm dies Bild vor das Geistesauge stellte und setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfühlen kann ich dies; doch wie es sich&lt;br /&gt;
Vollziehen wird, verbirgt sich meinem Schauen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zwölftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Innere der Erde. Mächtige Kristallgebilde, durchbrochen von lavaartigen Durchflüssen; das Ganze matt leuchtend, zum Teil durchsichtig, zum Teil durchscheinend. Nach oben rote Flammen, die wie von der Decke nach unten zusammengepreßt werden. (Ahriman; später die Seele des Ferdinand Reinecke; zuletzt Theodoras Seele.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman sinnt darüber nach, wie er wieder Macht über Strader gewinnen kann. Zu nahe steht er schon dem „Mystenschwarm“, der „durch das Weisheitslicht des Benedictus` das Wachen in der Weltenmitternacht ertrotzen konnte.“ Maria und Johannes sind dadurch bereits dem Lichtbezirk Luzifers entronnen und beide durchschauen auch Ahrimans Wirken. Nur mit Hilfe Straders könnte er noch an die beiden herankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Strader wird das Geistgewirr, das als&lt;br /&gt;
Natur den Menschen gilt, vielleicht noch nicht&lt;br /&gt;
Als meinen Geistestroß durchschauen können;&lt;br /&gt;
Und blindes Kraft- und Stoffgespinst vermuten,&lt;br /&gt;
Wo ich mit Geistverleugnung geistig schaffe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eile ist geboten, denn Ahriman sieht im Schicksalsbuch bereits den baldigen Tod Straders voraus – und nach dem Tod wäre Straders Seele für Ahriman verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach Straders Tode werden sie ihn haben.&lt;br /&gt;
Kann ich jedoch die Seele jetzt auf Erden&lt;br /&gt;
An sich noch irre machen, so bewirkt&lt;br /&gt;
Mir dies, daß Benedictus ferner nicht&lt;br /&gt;
Den Mann als Vorspann für sich nutzen kann.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman holt dazu die Seele Ferdinand Reineckes, die wie eine Kopie Ahrimans erscheint, in sein Reich und inspiriert sie mit Gedanken, die Strader an seinem eigenen Werk irre machen sollen. Reinecke fühlt sich wie erleuchtet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mir geht der Sinn schon auf, wie ich dem Strader&lt;br /&gt;
Die Fehler seines Denkens demonstrier&#039;.&lt;br /&gt;
Es hat sein Mechanismus einen Fehler,&lt;br /&gt;
Den kann er selber nicht bewußt sich machen.&lt;br /&gt;
Die Mystenfinsternis verhindert&#039;s ihm.&lt;br /&gt;
Ich werde ihm mit meiner Nüchternheit&lt;br /&gt;
Viel bess&#039;re Dienste wahrlich leisten können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erscheint Theodoras Seele, die fest an Straders Seite steht. Wenn sie ihn nicht verlässt, solang er noch auf Erden lebt, wäre Ahrimans Kampf verloren: „doch kann ich wohl noch hoffen, daß er zuletzt sie doch vergessen könnte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dreizehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Größeres Empfangszimmer im Hause des Hilarius. (Beim Aufgehen des Vorhangs Hilarius und Romanus miteinander im Gespräch; später Capesius, Felix Balde, der Sekretär; Philia.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilarius fühlt sich wie erdrückt von dem Schicksalsknoten, der sein Werk zu vernichten droht: „Nur meine Geistesschau erhielt mich stets. Und doch, - sie konnte mich bei Strader täuschen.“ Denn Strader wird von bitteren Zweifeln gequält, seit ihm Reinecke den Fehler in seinem Mechanismus nachweisen konnte. Romanus hingegen ist weiterhin von den Fähigkeiten Straders fest überzeugt: „Bei Strader habt ihr recht geschaut, trotz allem, was jener überkluge Mann erwiesen.“ Romanus ahnt, dass der Hüter der Schwelle an Straders Seite steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ob er ihn schaut, ob er ihm unbewußt&lt;br /&gt;
Sich naht, ich kann es wahrlich nicht ergründen;&lt;br /&gt;
Doch Strader glaub&#039; ich gut genug zu kennen.&lt;br /&gt;
Der wird sich mutvoll zu der Einsicht wenden,&lt;br /&gt;
Daß Selbsterkenntnis Schmerzen zeugen muß.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem beide abgegangen sind, führt der Sekretär Capesius und Felix Balde herein, die Hilarius Gottgetreu zu sprechen wünschen. Capesius berichtet Balde, was er am heutigen Morgen geistig geschaut hatte. Strader habe Felix Baldes Worte aus dem dritten Bild in so verändert, ja gegenteiliger Form wiedergegeben, dass sie nun das harmonische Zusammenstreben von Mystik und äußerer Tat zu fordern scheinen. Felix Balde kann das nur als gefährlicher Irrtum erscheinen. Doch Capesius kann gerade durch Straders Worte die Botschaft Philias erfassen, die nun vor sein geistiges Auge tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was deines Selbstes Sonnenwesen strahlt,&lt;br /&gt;
Wird dir Saturns gereifte Weisheit dämpfen.&lt;br /&gt;
Es wird sich deinem Schauen dann enthüllen,&lt;br /&gt;
Was du als Erdenmensch begreifen kannst.&lt;br /&gt;
Ich werde dich dann selbst zum Hüter führen,&lt;br /&gt;
Der an des Geistes Schwelle Wache hält. –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Felix Balde vernimmt das Tönen ihrer Worte, doch werden sie im nicht völlig wesenhaft. Doch Capesius will der Weisung Philias folgen, „daß in Zukunft mir im Geiste auch sich offenbaren mag, was ich begreiflich schon als Erdenmensch in meinem Lebenskreise finden kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vierzehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bilde. (Im Beginne der Szene die Frau des Hilarius im Gespräch mit dem Bürochef.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilarius bittet den Bürochef, Hilarius` Pläne, die ihm sein Lebensglück bedeuten, zu unterstützen. Das sei zwar gegen seine tiefste Überzeugung, doch habe ihn Romanus dazu gebracht, diese Last auf sich zu nehmen, seit er ihm von den Qualitäten Straders gesprochen hatte. Darüber hinaus bedeuten ihm die gewaltigen Worte des Romanus` den Anfang seiner eigenen Geistesschulung. Romanus habe ihn aber auch überzeugt, dass „wenn Strader nicht zur Tat sich findet ohne seine Freunde, dies ihm ein Schicksalszeichen werden müsse.“ Frau Hilarius hält dem Bürochef entgegen, dass er Strader nicht nur mit den Augen des Romanus`, sondern ganz unbefangen betrachten solle, denn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was Strader spricht, es wirkt im Sprechen selbst.&lt;br /&gt;
Man sieht, daß er bloß innres Geist-Erleben,&lt;br /&gt;
Das sich im Fühlen schon befriedigt weiß,&lt;br /&gt;
Gering nur schätzt, daß er dem Forschertrieb&lt;br /&gt;
Als Myste stets die Führung übergibt.&lt;br /&gt;
Deshalb verwirrt er auch durch Mystik nicht&lt;br /&gt;
Den Sinn für Wissenschaft, die praktisch sich&lt;br /&gt;
Dem Leben dienstbar zeigt. - Versucht doch dies&lt;br /&gt;
An ihm zu sehn und lernt durch ihn dann auch,&lt;br /&gt;
Daß man sein Urteil über seine Freunde&lt;br /&gt;
Wird höher als das andre schätzen müssen,&lt;br /&gt;
Das sich Romanus hat erwerben können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Bürochef bleibt allerdings Romanus Urteil der einzig sichere Boden, auf dem er stehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Moment tritt unvermittelt und offensichtlich verstört der Sekretär herein und überbringt die Botschaft, dass Doktor Strader vor wenigen Stunden verstorben sei. Hilarius sei durch diese Nachricht wie gelähmt. Rasch verlassen Frau Hilarius und der Sekretär daraufhin den Raum. Der Bürochef bleibt erschüttert zurück. Er ahnt die Schicksalsmacht, die hier die Fäden lenkt und die Worte, die Strader einst vor ihm und Gottgetreu gesprochen hatte, gehen ihm nicht aus dem Sinn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es wird geschehen, was geschehen muß!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Worten hatte ihn schon damals die Geisteswelt zum erstmals ergriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In jenem Worte - klingt mir ihre Sprache -;&lt;br /&gt;
Sie klingt mir ernst; - wie lern&#039; ich sie verstehn?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fünfzehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bild. (Es sitzt da wartend die Pflegerin des Doktor Strader. Nachdem der Vorhang aufgegangen ist, tritt der Sekretär in das Zimmer; später Benedictus; Ahriman.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pflegerin Doktor Straders hat einen an Benedictus gerichteten Brief in Händen, den dieser noch in den letzten Stunden vor seinem Tod verfasst hat. Während sie auf Benedictus wartet, kommt sie mit dem Sekretär ins Gespräch. Dieser ist überzeugt, dass Strader ein großer Mann war. Auch die Pflegerin, die ihm die letzten Erdendienste erweisen durfte, bewundert Straders hohe Seele. Die Mysten hätten ihm Weisheit geboten, doch bedurfte er der Liebe. Doch sei die Mystenweisheit auch die Quelle seines Schaffens gewesen, wendet der Sekretär ein. Vor allem aber habe sich Strader mit ganzer Liebe seinem Erdenwerk gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie Menschen sich von Wesen trennen, die&lt;br /&gt;
Sie lieben, so verließ die Seele Straders&lt;br /&gt;
Das Erdenwerk, dem ihre Liebe galt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und Theodora stand wie lebend stets vor ihm -; so fühlen wahre Mystenseelen“, ergänzt der Sekretär. „Sie stand im Tode noch vor ihm.“, fügt die Pflegerin hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann betritt Benedictus das Zimmer und der Sekretär geht hinaus. Die Pflegerin übergibt den Brief Straders und berichtet von den letzten Augenblicken seines Lebens:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst lebte noch der letzte Lebensplan&lt;br /&gt;
In seinem Denken; dann war Theodora&lt;br /&gt;
Im Geist mit ihm vereint; erfühlend dies,&lt;br /&gt;
Entrang sich seine Seele sanft der Hülle.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann verabschiedet sich die Pflegerin und Benedictus beginnt Straders letzten Brief zu lesen. Strader kommt darin wieder auf die Traumvision zu sprechen, von der er Benedictus schon im 11. Bild berichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da schaut&#039; ich wieder jenes Bild, von dem&lt;br /&gt;
Ich euch vor kurzem sprach. Doch anders war&lt;br /&gt;
Des Bildes Ende dann. Nicht Ahriman&lt;br /&gt;
Erstand als Kämpfer mir; ein Geistesbote&lt;br /&gt;
Erschien an seiner Stelle, dess&#039; Gestalt&lt;br /&gt;
Sich als mein eignes irrtumvolles Denken&lt;br /&gt;
Mir deutlich fühlbar gab. Da mußt&#039; ich mich&lt;br /&gt;
Erinnern jener Worte, die ihr spracht&lt;br /&gt;
Von Stärkung meiner Seelenkräftemacht.&lt;br /&gt;
Doch dann verschwand sogleich der Geistesbote. –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wenigen Worte, die noch folgen, vermag Benedictus nicht zu lesen. Ein Chaos deckt sie ihm, Gedankenschleier wirksam webend, zu, während im Hintergrund Ahriman erscheint, den Benedictus zwar schaut, doch zunächst nicht erkennt. Ahriman gibt vor, Benedictus die letzten Worte Straders verkünden zu wollen: „zu deinem eignen Heil und auch für deiner Schüler Mystenweg.“ Doch Benedictus will ihn als guten Geist nur anerkennen, wenn er sich dem klaren Menschendenken offenbar. Da muss sich Ahriman rasch zurückziehen, denn sobald Benedictus` Schauen ihn auch in seiner Wahrheit denken kann, entsteht in diesem Denken auch bald die Kraft, die Ahriman vernichten kann. Und während Ahriman verschwindet, erkennt ihn Benedictus in seiner wahren Gestalt und weist zugleich den Weg zu seiner Erlösung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Straders sonnenreife Seele aber werde als Geistesstern Maria und Johannes selbst dann noch leuchten, wenn Ahriman ihre vollerwachte Geistesschau dämpfen und des Chaos Dunkelheit verbreiten will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014d.pdf - Der Seelen Erwachen als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysteriendramen von Rudolf Steiner|205]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Seelen Erwachen|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_Seelen_Erwachen&amp;diff=625059</id>
		<title>Der Seelen Erwachen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_Seelen_Erwachen&amp;diff=625059"/>
		<updated>2025-12-29T19:54:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mysteriendramensiegel_4.gif|thumb|Siegelbild für das vierte Mysteriendrama nach dem Entwurf [[Rudolf Steiner]]s.]]&lt;br /&gt;
== Der Seelen Erwachen ==&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist das vierte und letzte von [[Rudolf Steiner]] verfasste [[Mysteriendrama]]. Die Uraufführung fand am [[Wikipedia:22. August|22. August]] [[Wikipedia:1913|1913]] im &#039;&#039;Volkstheater&#039;&#039; in [[Wikipedia:München|München]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhaltsübersicht ===&lt;br /&gt;
Hilarius Gottgetreu hat die Leitung des väterlichen Holzsägewerks übernommen und will die Produktion nach geistig-künstlerischen Kriterien neu orientieren. Johannes Thomasius soll die Produkte künstlerisch gestalten, Strader die technische Leitung übernehmen und Benedictus, Maria und Capesius weithin Verständnis für die neue Produktionsweise wecken. Der Bürochef aber hält Hilarius Geistesbrüder nicht für befähigt, die geistigen Erkenntnisse in die Lebenspraxis umzusetzen; das Unternehmen würde dadurch zugrunde gerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will indessen Johannes Schöpferkraft an den Geist von Johannes Jugend binden, der in dessen Seelentiefen als Schattenwesen wirkt. Johannes fühlt sich darum nicht mehr fähig, noch weiter für Hilarius zu arbeiten. Maria verweist Johannes auf die Welt der Elementarwesen. Mit ihnen soll er vergleichen, was ihm aus abgelebten Zeiten dämmert. Dann werde er erkennen, dass ihn dies Wesen aus den eigenen Seelentiefen nicht zwingen, sondern er es aus Geisteshöhen frei beherrschen könne. Nur widerwillig lauscht Johannes dem Chor der Gnomen und Sylphen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Capesius, der Johannes inneren Seelenkampf in geistiger Schau miterlebt hat, will nicht mehr für Hilarius wirken. Er fürchtet, dass ihn jede Erdenwirksamkeit seiner neuen Seherkräfte berauben könnte. Er wird darin später von Felix Balde bestärkt, der meint, dass man die Geistesschau fern jeder äußeren Tätigkeit verehrungsvoll im Herzen ruhen lassen müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bellicosus unterstützt Hilarius` Pläne. Torquatus hingegen ist skeptisch, da sich Capesius mittlerweile von Benedictus und seinem Schülerkreis abgewandt hat - das werfe auch Schatten auf Benedictus eignes Urteilsvermögen. Auch Romanus bezweifelt die Reife von Benedictus` Geistesschülern, doch Straders Geistesart fühlt er sich eng verbunden. Ihm, so meint Romanus, könnte das Werk gelingen. Romanus` Meinung beeindruckt auch den Bürochef, der Romanus als tüchtigen Lebenspraktiker schätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader fühlt sich Capesius und Felix Balde stark verbunden, doch dass sie jeder Erdenwirksamkeit entsagen wollen, reißt zugleich einen schmerzlich tiefen Abgrund auf, denn ihm ersteht die Geistesschau nur dann, wenn er sich Tatgedanken widmen darf. Die Seelenpein weckt in Strader die Geistesschau. Aus dem Abgrund steigen Schattenwesen auf, die, Finsternis erzeugend, wild aufeinander stürzen. Maria fordert ihn auf, die Schatten mit seinem eigenen Licht zu erhellen. Doch Strader verstrahlt nur Finsternis, weil er, wie Maria ihm vorhält, zu feige sei, sein eignes Licht zu strahlen und lieber träumend im Selbstgenuss versinke. Maria zeigt ihm noch, wie Felix und Capesius im Kampf mit den Schatten ihr Geistesschwert härten, doch würden diese Schwerter für ihn nicht taugen – er müsse sein eigenes Schwert schmieden. Erschüttert erwacht Strader aus seiner Geistesschau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fünfte und sechste Bild führt ins Geistgebiet und zeigt die Erlebnisse der handelnden Personen vor ihrem Herabstieg zur Geburt in das gegenwärtige Erdenleben. Über die Sonnensphäre steigen sie so bewusst zum Erleben der Weltenmitternacht in der Saturnsphäre auf, dass sie sich im späteren Erdenleben in ahnungsvollen Gedanken daran erinnern werden.&lt;br /&gt;
Das siebente und achte Bild gibt eine Rückschau auf die frühere Inkarnation der Schicksalsgemeinschaft zur spätägyptischen Zeit. Ein junger Neophyt, eine frühere Inkarnation Marias, soll zum Berater des Königs eingeweiht werden. Der Opferweise und König – eine frühere Inkarnation des Capesius – will diese Initiation verhindern, weil der Neophyt nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Unweit des Weihetempels verzehrt sich eine junge Ägypterin, eine frühere Inkarnation des Johannes` Thomasius, vor Sehnsucht nach ihrem Geliebten, der nun als Neophyt eingeweiht werden soll. Benedictus leitet als höchster Opferweise das Initiationsritual, doch der Opferweise (Capesius) lässt die Einweihung absichtlich scheitern, indem er das magische Wort nicht denkt, welches das Ich des Neophyten während der Zeremonie ausschalten soll. So kündet der Neophyt, als er aus der Geistesschau erwacht, nicht von hohen Geisteswelten, sondern in frevelhafter Weise nur von seinen persönlichen, leibgebundenen Leidenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Bilder spielen wieder in der Gegenwart. Maria beginnt sich an die Erlebnisse der Weltenmitternachtsstunde zu erinnern. Auch ihre ägyptische Inkarnation wird ihr bewusst und der Hüter der Schwelle lässt sie den Zusammenhang der jungen Ägypterin mit dem Geist von Johannes` Jugend erahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geiste schaut auch Johannes die Einweihungszeremonie des jungen Mysten und mit Hilfe Marias erkennt er, wie das sich von unerfüllter Sehnsucht verzehrende Leben der jungen Ägypterin und der schattenhafte Geist von Johannes Jugend zueinanderstreben. Und nun erkennt er auch Maria in ihrer wahren Geistgestalt. Luzifer will diese Erkenntnis hemmen, doch Benedictus weist ihn in die Schranken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader quälen indessen noch immer die harten Worte, die Maria in der Geistesschau zu ihm gesprochen hatte. Benedictus macht ihm klar, dass dies in Wahrheit seine eigene Imagination war. Strader sei zu einer höheren geistigen Entwicklungsstufe aufgestiegen und von hier aus müsse ihm jetzt das früher schon Erreichte als Finsternis erscheinen, und was er als Feigheit empfinde, sei für geringere Seelen Tapferkeit. Dennoch bezweifelt Strader, dass er genug Kraft haben werde, sich Romanus und dem Bürochef zu widersetzen, die von ihm fordern, sich von Benedictus und seinem Schülerkreis zu trennen. Dann berichtet er Benedictus von einer Traumvision, in der er sich in einem Schiff befand, am Steuer Benedictus. Entgegen kam ihnen ein zweites Schiff mit Romanus und dem Bürochef und an ihrer Seite Ahriman, mit dem Strader kämpfen muss und wie ihm dabei Theodora zu Hilfe eilt. Benedictus fühlt, dass dieses Bild in Straders Seele noch nicht ausgereift, wohl aber bedeutsam ist. Doch wie es sich vollziehen wird, verbirgt sich seinem Schauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im zwölften Bild führt Ahriman, der den baldigen Tod Straders voraussieht, die Seele Ferdinand Reineckes in das Innere der Erde und inspiriert sie mit Gedanken, die Strader an seinem Werk endgültig irre machen und in die Fänge Ahrimans treiben sollen. Da erscheint Theodoras Seele; verlässt sie Strader nicht, solang er noch auf Erden lebt, wäre Ahrimans Kampf um Straders Seele verloren.&lt;br /&gt;
Tatsächlich wird Strader von bitteren Zweifeln gequält, seit ihm Reinecke den Fehler in seinem Mechanismus nachweisen konnte, und Hilarius, der sieht, dass sein Werk endgültig zu scheitern droht, versteht nicht, wie er sich so in Strader täuschen konnte. Romanus hingegen bleibt trotz aller Einwendungen fest von Straders Fähigkeiten überzeugt und ahnt, dass der Hüter der Schwelle an dessen Seite steht. &lt;br /&gt;
Capesius berichtet Felix Balde, wie er geistig geschaut habe, dass Strader die Worte Felix Baldes so verwandelt habe, dass sie nun das harmonische Zusammenstreben von Mystik und äußerer Tat zu fordern scheinen. Zugleich erinnert sich Capesius der Worte Philias zur Weltenmitternachtsstunde, die Felix Balde aber unverständlich bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilarius bittet den Bürochef, Hilarius` Pläne trotz aller Bedenken zu unterstützen. Zwar gegen seine innerste Überzeugung, aber auf Romanus` Urteils über Strader vertrauend, erklärt er sich dazu bereit. – Doch da überbringt der Sekretär die Nachricht, dass Strader vor wenigen Stunden gestorben sei. Erschüttert ahnt der Bürochef die Schicksalsmacht, die hier gesprochen hat.&lt;br /&gt;
Die Pflegerin Doktor Straders berichtet, wie Theodora in Straders Gedanken bis zuletzt lebendig gegenwärtig war und überbringt Benedictus einen Brief, den Strader noch in seinen letzten Lebensstunden geschrieben hat. Strader kommt darin wieder auf die Traumvision zu sprechen, von der er Benedictus berichtet hatte. Nicht Ahriman sei in dem anderen Schiff an der Seite von Romanus und des Bürochefs gestanden, sondern sein eigenes irrtumsvolles Denken! Wenige Worte folgen noch, die Benedictus aber nicht mehr zu lesen vermag. Da tritt in der Geistesschau plötzlich Hilfe bietend ein unbekanntes Wesen an Benedictus` Seite, das Benedictus aber nur als guten Geist anerkennen will, wenn es sich dem klaren Menschendenken offenbart. Da entflieht das Geistwesen und entpuppt sich als Ahriman, und Benedictus erkennt, wie Ahriman, der das klare menschliche Denken durch einen altvererbten Irrtum stets zu verwirren sucht, nur durch das wache Menschendenken künftig erlöst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personen, Gestalten und Vorgänge ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Mysteriendramensiegel_4.jpg|thumb|300px|Siegelbild mit der von Rudolf Steiner gegebenen Hintergrundfarbe des Bucheinbandes]]&lt;br /&gt;
Die geistigen und seelischen Vorgänge, welche in „Der Seelen Erwachen“ dargestellt sind, sollen so gedacht werden, daß sie etwa ein Jahr nach denjenigen erfolgen, welche in dem früher erschienenen „[[Der Hüter der Schwelle|Hüter der Schwelle]]“ gezeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In „Der Seelen Erwachen“ kommen die für Vorgänge die folgenden Personen und Wesen in Betracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;I. Die Träger des geistigen Elements&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Benedictus]], die Persönlichkeit, in welcher eine Anzahl seiner Schüler den Kenner tiefer geistiger Zusammenhänge sieht. (Er ist in den vorhergehenden Seelengemälden „Die Pforte der Einweihung“ und „Die Prüfung der Seele“ als Führer des „Sonnentempels“ dargestellt. Im „Hüter der Schwelle“ bringt sich in ihm die Geistesströmung zum Ausdruck,  welche lebendig-gegenwärtiges Geistesleben and die Stelle des bloß traditionellen setzen will, wie es von dem dort vorkommenden „Mystenbund“ behütet wird.) In „Der Seelen Erwachen“ ist Benedictus nicht mehr bloß über seinen Schülern stehend zu denken, sondern mit seinem eigenen Seelenschicksale in die Seelenerlebnisse seiner Schüler verwoben.&lt;br /&gt;
*2. [[Hilarius Gottgetreu]]: Der Kenner traditionellen Geisteslebens, das sich bei ihm mit eigenen Geist-Erlebnissen verbindet. Dieselbe Individualität, welche in dem vorher erschienenen Seelengemälde „Prüfung der Seele“ als Großmeister eines Mystenbundes dargestellt ist.&lt;br /&gt;
*3. Der Bürochef des Hilarius` Gottgetreu&lt;br /&gt;
*4. Der Sekretär des Hilarius` Gottgetreu. (Dieselbe Persönlichkeit, die im „Hüter der Schwelle“ als [[Friedrich Geist]] vorkommt.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;II. Die Träger des Elements der Hingabe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Magnus Bellicosus]]. (In der „[[Pforte der Einweihung]]“ [[German]] genannt. In der „[[Prüfung der Seele]]“ und dem „Hüter der Schwelle“ Präzeptor eines Mystenbundes.)&lt;br /&gt;
*2. [[Albertus Torquatus]]. (In der „Pforte der Einweihung“ [[Theodosius]] genannt. In der „Prüfung der Seele“ kommt dieselbe Individualität als erster Zeremonienmeister des dort gezeichneten Mystenbundes vor.)&lt;br /&gt;
*3. [[Professor Capesius]]. (In der “Prüfung der Seele“ kommt seine Individualität als erster Präzeptor vor.)&lt;br /&gt;
*4. [[Felix Balde]]. (In der „Pforte der Einweihung“ als Träger einer gewissen Naturmystik, hier im „Erwachen“ Träger der subjektiven Mystik. Die Individualität Felix Baldes kommt als [[Joseph Kühne]] in der „Prüfung der Seele“ vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;III. Die Träger des Willenselementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Romanus]] (wird hier wieder mit diesem in der „Pforte der Einweihung“ für ihn gebrauchten Namen eingeführt, weil dieser seiner inneren Wesenheit entspricht, zu der er sich in den Jahren durchgearbeitet hat, welche zwischen der „Pforte der Einweihung“ und dem „Erwachen“ liegen. Im „Hüter der Schwelle“ wird für ihn der Name gebraucht, welcher als sein Name in der äußerlichen Welt gedacht ist ([[Friedrich Trautmann|Friedrich Trautman]]). Er wird da mit diesem Namen eingeführt, weil er innerhalb der vorkommenden Vorgänge mit seinem Innenleben nur eine geringe Bedeutung hat. Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als der zweite Zeremonienmeister des mittelalterlichen Mystenbundes vor.)&lt;br /&gt;
*2. [[Doktor Strader]]. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Jude Simon]] vor.)&lt;br /&gt;
*3. Die Pflegerin des Doktor Strader. (Sie ist dieselbe Persönlichkeit, welche im „Hüter der Schwelle“  [[Maria Treufels]] genannt wird. In der „Pforte der Einweihung“ heißt sie die andere Maria, weil die imaginative Erkenntnis des Johannes Thomasius die Imagination gewisser Naturgewalten in ihrem Bilde gestaltet. Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Berta]], die Tochter Kühnes vor.)&lt;br /&gt;
*4. [[Felicia Balde|Frau Balde]]. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Frau Kühne]] vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;IV. Die Träger des seelischen Elementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Maria (Mysteriendrama)|Maria]]. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Mönch vor.)&lt;br /&gt;
*2. [[Johannes Thomasius]]. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Thomas vor.)&lt;br /&gt;
*3. Die Frau des Hilarius Gottgetreu.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;V. Wesen aus der Geisteswelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Luzifer|Lucifer]]&lt;br /&gt;
*2. [[Ahriman]]&lt;br /&gt;
*3. [[Gnomen]]&lt;br /&gt;
*4. [[Sylphen]]&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VI. Wesen des menschlichen Geisteselementes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td width=&amp;quot;100px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
*1. [[Philia (Mysteriendrama)|Philia]]&lt;br /&gt;
*2. [[Astrid (Mysteriendrama)|Astrid]]&lt;br /&gt;
*3. [[Luna (Mysteriendrama)|Luna]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die geistigen Wesenheiten, welche die Verbindung der menschlichen Seelenkräfte mit dem Kosmos vermitteln.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*4. [[Die andere Philia]], die Trägerin des Elementes der Liebe in der Welt, welcher die geistige Persönlichkeit angehört.&lt;br /&gt;
*5. Die Seele der [[Theodora (Mysteriendrama)|Theodora]]: (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als [[Cäcilia]], Kühnes Pflegetochter und Schwester des Thomas vor, der die Individualität des Johannes Thomasius darstellt.)&lt;br /&gt;
*6. Der [[Hüter der Schwelle]]&lt;br /&gt;
*7. Der [[Doppelgänger]] des Johannes Thomasius&lt;br /&gt;
*8. Der Geist von Johannes Thomasius’ Jugend&lt;br /&gt;
*9. Die Seele des [[Ferdinand Reinecke]] bei Ahriman. (12. Bild), (kommt als Ferdinand Reinecke nur im „[[Hüter der Schwelle]]“ vor.)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Persönlichkeiten des Benedictus und der Maria werden auch als Gedankenerlebnisse eingeführt, und zwar im zweiten und vierten Bilde als solche des Johannes Thomasius, im dritten Bilde als solche Straders. Im zehnten Bilde ist Maria als Gedankenerlebnis des Johannes Thomasius eingeführt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VIII.&lt;br /&gt;
Die Individualitäten von Benedictus, Hilarius Gottgetreu, Magnus Bellicosus, Albert Torquatus, Strader, Capesius, Felix Balde, Frau Balde, Romanus, Maria, Johannes Thomasius und Theodora erscheinen im Geistgebiet (des fünften und sechsten Bildes des „Erwachens“) als Seelen, und im Tempel (des siebten und achten Bildes des „Erwachens“) als Persönlichkeiten einer weit zurückliegenden Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch gegenüber „Der Seelen Erwachen“ sei eine Bemerkung gemacht, welche ähnlich schon für die vorangegangenen Seelengemälde vorgebracht worden ist. Es sind weder die geistigen noch die seelischen Wesenheiten bloß symbolisch oder allegorisch gemeint. Wer sie so auffassen wollte, dem bliebe die reale Wesenheit der geistigen Welten ferne. Auch in dem Erscheinen der Gedankenerlebnisse (des zweiten, dritten und zehnten Bildes) ist nichts bloß Symbolisches dargestellt, sondern reale Seelenerlebnisse, welche für denjenigen, der an der geistigen Welt Anteil hat, so wirklich sind wie Personen oder Vorgänge der Sinnenwelt. Für einen solchen stellt dies „Erwachen“  durchaus ein realistisches Seelengemälde dar. Käme es auf Symbolik oder Allegorie an, so unterließe ich ganz gewiß diese Darstellung. Auf mancherlei Fragen hin habe ich auch diesmal wieder den Versuch begonnen, für „nachträgliche Bemerkungen“  einiges Erklärende zu diesem „Seelengemälde“ hinzuzufügen. Wie früher, so unterdrücke ich auch diesmal wieder den Versuch. Es widerstrebt mir, dem Gemälde, das durch sich selbst sprechen soll, derartiges hinzuzufügen. Bei der Konzeption und der Ausarbeitung des Gemäldes können dergleichen Abstraktionen gar keine Rolle spielen. Sie würden da nur störend wirken. Die geistige Wirklichkeit, die nachgebildet ist, stellt sich mit derselben Notwendigkeit vor die Seele hin, wie die Dinge der physischen Wahrnehmung. Naturgemäß ist dabei, daß die Bilder der Geist-Wahrnehmung von der gesunden Geistesschau anders auf ihre Wesenheiten und Vorgänge bezogen werden, als die Wahrnehmungen der physischen Welt auf die entsprechenden Wesenheiten und Vorgänge. Andrerseits muß gesagt werden, daß die Art, wie die geistigen Vorgänge sich vor die wahrnehmende Seele hinstellen, zugleich die Disposition und Konposition eines solchen Gemäldes mitenthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders erwähnt soll werden, daß die musikalischen Beigaben für die Aufführung des Dramas von [[Adolf Arenson]] herrühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
===Erstes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Comptoir Gottgetreus. In nicht allzu neuem Stile eingerichtet. Man kann sich denken, daß Gottgetreu Besitzer eines Werkes ist, in dem Holzsägearbeit gemacht wird. Bürochef und Sekretär im Gespräch; Hilarius; später Strader.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sekretär und der Bürochef beklagen den Niedergang von Hilarius Gottgetreus Fabrik, seit dieser „von Leuten sich in Irrtum jagen lässt, die nach besondren Geistesgaben streben.“ Hilarius versucht jedoch den Bürochef von seinen zukunftsweisenden Ideen zu überzeugen. Er will nicht länger dem bloßen Diktat des Marktes folgen; was nützlich und zweckmäßig für den Alltagsgebrauch ist, soll Thomasius zugleich geistgemäß künstlerisch gestalten: „Gewerbe soll mit Kunst zur Einheit werden.“ Strader werde die technische Leitung des Werkes übernehmen und Benedictus, Maria und Capesius sollen weithin das Verständnis für die neue Produktionsweise wecken. Dem Bürochef, der selbst wohl schon manche Schriften studiert hat, „die Geisteswissen offenbaren wollen“, scheint die Zeit dafür noch lange nicht reif und Strader, der mit den Plänen für seine revolutionäre Maschine glücklos gescheitert ist, scheint ihm wenig geeignet, ein solches Vorhaben zu vollenden. Der Bürochef will sich nicht länger an Illusionen verschwenden, in denen Wahn und Wahrheit ineinander verschwimmen, und seine Kraft nicht auf Taten richten, deren Wirkungsart er nicht voll und klar durchschauen kann und verweigert daher, so sehr es ihn schmerzt, seine weitere Mitarbeit. Auch Strader, der hinzutritt, kann ihn nicht überzeugen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch wird geschehen, was geschehen muß.&lt;br /&gt;
Es wird erneute Prüfung meiner Pläne&lt;br /&gt;
Vielleicht die Ansicht wandeln, die ihr euch&lt;br /&gt;
Beim ersten Überdenken bilden mußtet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zweites Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gebirgslandschaft; im Hintergrund das Haus Hilarius’, das in der Nähe des Werkes gedacht ist. Doch wird das Werk nicht gesehen. Ein Wasserfall auf der rechten Seite. (Johannes auf einem Felsensitz; für ihn nicht sichtbar Capesius; Benedictus, Maria; Lucifer; Geistwesen, Seelenkräfte; die Seele der Theodora; der Geist von Thomasius’ Jugend.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomasius will seine Seele jetzt nicht mit Erkenntnisfragen quälen und gibt sich ganz der Schönheit der ihn umgebenden Landschaft hin. In seinen träumenden Gedanken sehnt er sich nach Maria, abgelegte Seelenwünsche werden wieder wach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie lebt als Geist in mir, auch wenn sie fern;&lt;br /&gt;
Sie denkt in meinem Denken, wenn ich mir&lt;br /&gt;
Des Wollens Ziele vor die Seele rufe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erscheint Maria wie ein objektivierter Gedanke vor Johannes Seele, doch vermag er ihr geistig strenges Antlitz kaum zu ertragen. Ihr Bild schwindet, um sogleich wieder noch nachdrücklicher zu erscheinen. Sie mahnt ihn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maria, so wie du sie schauen willst,&lt;br /&gt;
Ist sie in Welten nicht, wo Wahrheit leuchtet.&lt;br /&gt;
In Truges Reichen webt Johannes&#039; Geist,&lt;br /&gt;
Vom Seelenwahn verführt; - befreie dich&lt;br /&gt;
Von Wunschesmächten, welche dich verlocken.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes erkennt, dass hier die wahre Maria spricht, und dass in seinen Seelentiefen ein fremdes Wesen lebt, das ihn verlocken will. Dies Wesen will er fliehen: „Ich will Johannes schauen ohne dich.“ Doch Benedictus, der nun als Gedankenwesen an Marias Seite sichtbar wird, gemahnt ihn, dass er dieses Wesen künftig in sein eignes Wesen integrieren muss:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du selbst gewinnst dich nur, wenn du von ihm&lt;br /&gt;
Dich mutig willst stets mehr besitzen lassen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria will Johannes mit ihren Kräften beistehen, doch sei sie nur in jenen kalten Eisgefilden zu finden, „wo Geister sich das Licht erschaffen müssen, wenn Finsternisse Lebenskräfte lähmen.“ Und eindringlich warnt sie ihn, sie nicht dort zu suchen, „wo abgelebtes Seelenleben sich aus Wahneswesen flüchtig Sein erlistet.“ Doch wie schön und beseligend ist dieser Wahn für Johannes. Nur aus ihm glaubt er seine Schaffenskräfte als Künstler schöpfen zu können – und verborgen möge bleiben, was man nur bewusst in Weltenhöhen schauen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt von Johannes hat Capesius dessen inneren Seelenkampf in geistiger Schau miterlebt. Noch ist Capesius nicht klar, ob er Wahrheit oder nur eigenen Seelenwahn geschaut hat, denn „nur selten darf der Geistesforscher doch der andern Seelen Sein in sich erschauen!“ Er spricht Thomasius darauf an und dessen Schaudern bestätigt ihm das Erlebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Augenblick tritt Maria hinzu. Sie ist überrascht, Capesius hier zu sehen, wähnte sie ihn doch bereits ganz den Plänen von Hilarius hingegeben. Doch davon will Capesius im Hochgefühl seiner neu erwachten Geisteskräfte jetzt nichts mehr wissen. Er fürchtet, dass ihn jede Erdenwirksamkeit seiner neuen Seherkräfte berauben könnte. Während er in kurzes Sinnen verfällt, schaut Maria die Wirkung Luzifers in Capesius Seele. Geistig Geschautes in Worte und Begriffe zu kleiden, müsste, wie Capesius empfindet, ihm jede Geistesschau verdunkeln. Und auch Johannes glaubt nach dem Erlebten nicht mehr, dass er für Hilarius Pläne wirken könne – zu stark fühlt er sein altes Wunschesleben, in sich wirken. Auch ihn fesselt Luzifer. Maria weist darum Johannes Seherblick auf die Welt der Elementarwesen. Mit diesen Schatten, Schemen und Dämonen soll er vergleichen, was ihm aus abgelebten Zeiten dämmert. Er werde dann erkennen, dass ihn dies Wesen aus den eigenen Seelentiefen nicht zwingen, sondern dass er es aus Geisteshöhen frei beherrschen könne. Widerwillig lauscht Johannes dem Chor der Gnomen und Sylphen. Dann erscheinen auch die Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna zugleich mit der andren Philia. Johannes verfällt in tiefes Sinnen und nichts bleibt in seinem wirren Bewusstsein haften als die letzten Worte der andren Philia:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wachendes Träumen&lt;br /&gt;
Enthüllet den Seelen&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in seiner Seele webt, verdichtet sich nun zum Bild. Luzifer erscheint, links von ihm der Geist von Johannes Jugend und rechts Theodora. Der Geist von Johannes Jugend fleht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verlierst du mich in dir, muß ich in Schmerzen&lt;br /&gt;
Den grausen Schatten schlimme Dienste leisten -;&lt;br /&gt;
Du Pfleger meines Seins, verlaß mich nicht. -&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will Johannes schöpferischen Geist ganz an dieses Schattenwesen binden. Dem tritt Theodora entgegen. Sie will liebevoll den Geist von Johannes Jugend mit den Elementarmächten verbünden. So könne er dem Zauberbann Luzifers entrinnen, mit Erdengeistern Formen bilden und mit Feuerseelen Kräfte strahlen und Johannes die Dienste leiten, die ihm wertvoll sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Luzifer, Theodora und der Geist von Johannes Jugend verschwinden, tritt die andre Philia wieder heran. Sie wiederholt ihre zuletzt gesprochenen Worte: „Und wachendes Träumen …“ Sie macht Johannes klar, dass der Schatten seiner Jugend zwar nur ein Spiegelbild ist, das sich in seiner Seele schemenhaft vor die wahre Geistesschau schiebt, solange er noch nicht reif für diese ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Bild, das lebt und sich im Leben hält,&lt;br /&gt;
Solang du noch ein abgelebtes Sein&lt;br /&gt;
In dir bewahrst, das du betäuben zwar,&lt;br /&gt;
Doch jetzt fürwahr noch nicht besiegen kannst. -&lt;br /&gt;
Johannes, dein Erwachen bleibt ein Wahn,&lt;br /&gt;
Bis du den Schatten selbst erlösen wirst,&lt;br /&gt;
Dem deine Schuld verzaubert Leben schafft.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Drittes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Landschaftsszenerie wie im zweiten Bilde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Magnus Bellicosus, Romanus, Torquatus und Hilarius so kommend von der rechten Seite, daß das Folgende, das sie im Stehen sprechen, sich denken läßt wie die Fortsetzung eines Gespräches, das sich schon vorher auf ihrem Spaziergang geführt haben. Es nimmt für die Teilnehmer einen so wichtigen Inhalt an, daß sie stehen bleiben. Später: Capesius, Strader, Felix und Felicia Balde; Benedictus, Ahriman; Maria)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bellicosus, Romanus und Torquatus besprechen sich über die Pläne des Hilarius. Bellicosus unterstützt diese rückhaltlos. Romanus hingegen zweifelt, ob die Geistesschüler des Benedictus schon reif genug sind, ihr Geisteswissen der rauen äußeren Wirklichkeit einzuprägen, doch fühlt er sich durch Schicksalsmächte mit Strader so eng verbunden, dass er mit ihm vereint den Weg zur Umgestaltung des Erdenlebens wagen würde. Unbemerkt erscheint indessen Ahriman im Hintergrund und verschwindet sogleich wieder. Auch Torquatus ist skeptisch, da sich Capesius von Benedictus und seinem Schülerkreis abgewandt hat. Das werfe zudem trübe Schatten auf Benedictus eignes Urteilsvermögen, der Capesius für reif befunden hatte. Und Strader hält er für völlig ungeeignet, da „ihm zur Mystik die rechte Seelenstimmung gänzlich fehlt.“ Romanus will Hilarius in seinen Bestrebungen unterstützen, wenn er sich Strader zur Seite stellt, jedoch die anderen Geistesschüler des Benedictus von seinem Werk ferne hält. Doch Hilarius bezweifelt, dass sich Strader von Benedictus‘ Schülern trennen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die vier abtreten, erscheinen von der anderen Seite Capesius, Strader und Felix und Felicia Balde. Capesius bleibt bei seinem Entschluss, sich nicht weiter mit äußerem Wirken zu belasten. Nur für den inneren Pfad der Mystik fühlt er sich gerüstet, denn deutlich ist ihm bewusst, dass er vom Weltensein nur so viel schauen kann, als er davon in seinem Eigensein genießen kann – und das taugt nicht dazu, zu schaffen, was andern frommt. Felix Balde stimmt ihm zu. Verehrungsvoll in tiefer Frömmigkeit müsse man die Geistesschau im Herzen ruhen lassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das ist die Mystenstimmung. - Wer sie weckt,&lt;br /&gt;
Der führt sein Innres hin zum Lichtesreich.&lt;br /&gt;
Das äußre Werk verträgt nicht solche Stimmung.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deutlich empfindet Capesius, dass er sich die „Geistesschau durch Wunsch nach äußrer Tat verdorben hatte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader fühlt sich den beiden stark verbunden und doch zugleich durch einen tiefen Abgrund getrennt, denn ihm ersteht die Geistesschau nur dann, wenn er sich Tatgedanken widmen darf. Doch was ist Wahrheit und was ist Irrtum? Die tiefe Seelenpein führt Strader zur Geistesschau. Als seine Gedankenformen zwar, doch im wirklichen Geistverkehr, erscheinen ihm zuerst Benedictus mit Ahriman und dann Maria. Benedictus rät ihm, in den Abgrund zu blicken, den Capesius und Felix zwischen sich und ihm aufgerissen haben – und auch Ahriman drängt ihn dazu. Strader tut es und schaut einen Kampf, in dem Schemen und Schattenwesen, Finsternis erzeugend, wild aufeinander stürzen - bis schließlich Maria aus dem Abgrund hervortritt und ihn auffordert, die Schatten mit seinem eigenen Licht zu erhellen. Doch Strader verstrahlt nur Finsternis, weil er, wie Maria ihm vorhält, zu feige ist, sein eignes Licht zu strahlen und lieber träumend im Selbstgenuss versinkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wo ist dein Licht? - Du strahlest Finsternis. -&lt;br /&gt;
Erkenne deine Finsternis - um dich -,&lt;br /&gt;
Du schaffst ins Licht die wirre Finsternis.&lt;br /&gt;
Du fühlest sie, wenn du sie schaffst durch dich;&lt;br /&gt;
Doch fühlest du dein Schaffen niemals dann.&lt;br /&gt;
Vergessen willst du deine Schaffensgier.&lt;br /&gt;
Unwissend waltet sie in deinem Wesen,&lt;br /&gt;
Weil du zu feige bist, dein Licht zu strahlen.&lt;br /&gt;
Genießen willst du dieses Eigenlicht.&lt;br /&gt;
Du willst dich selber nur in ihm genießen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus lenkt Straders Blick nach rechts auf die bläulichroten Schatten, die Felix locken und nach links auf die roten und gelben, die sich zu Capesius drängen - doch vermag er nicht die Schatten hinter Strader selbst zu schauen, wie Ahriman diesem zynisch zuruft. Die Worte von Wahn und Wahrheit, die der Bürochef im ersten Bild zu ihm gesprochen hatte, kommen Strader wieder in den Sinn. Maria zeigt ihm noch, wie Felix und Capesius im Kampf mit den Schatten ihr Geistesschwert härten, doch würden diese Schwerter für ihn nicht taugen – er müsse sein eigenes Schwert schmieden. Damit verschwinden die Gestalten und Strader kehrt aus seiner Geistesschau zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felix und Capesius beharren auf der strengen Trennung von mystischer Geistesschau und äußerem Wirken. Sie nicht trennen, meint Felix, wäre so töricht als wollte Felica ihre Märchenwesen auf Puppenbühnen tanzen lassen – doch Felica sieht das ganz anders. Im Geiste sieht sie schon tausend Puppenspiele „den Weg in Kinderstuben eifrig suchen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Viertes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Landschaft des zweiten und dritten Bildes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Der Büroschef mit Romanus sprechen, im Spaziergange stehenbleibend. Später: Johannes, sein Doppelgänger; der Geist von Johannes Jugend; der Hüter, Ahriman; Benedictus, Maria; Strader, die Seele der Theodora.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gespräch mit dem Bürochef äußert Romanus seine Ansicht, dass Straders Freunde nicht mehr im Zusammenhang mit guten Geistwesen stünden, Strader selbst jedoch noch die guten Kräfte der Naturdämonen empfangen könne. Straders Geistesart fühlt sich Romanus eng verbunden. Ihm ist, als hätte er seine eigenen Kräfte Strader zu verdanken, der sich in einem früheren Leben zu seltener Seelenhöhe gebracht und neue, tatkräftige Gedanken der Menschheitsentwicklung einverleibt habe. Der Bürochef kann ihm darin zwar nicht folgen, doch haben Romanus Worte, den er sehr achtet, für ihn doch einiges Gewicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes steht indessen noch ganz unter der Nachwirkung der Erlebnisse des zweiten Bildes. Von ferne erklingt ihm die Stimme seines Doppelgängers, den er aber zunächst für die andre Phila hält:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mahnend führt ihm der Doppelgänger den Geist von Johannes Jugend vor das Seelenauge. Erst durch dessen Worte erkennt er den Doppelgänger, der ihn weiter führt zu seinem Herrscher, der nun als der Hüter der Schwelle sichtbar wird und ihm deutlich macht, dass er nur befreit von seinen Wunschgedanken im reinen Schauen die Schwelle übertreten könne. Ahriman erscheint und dann auch Maria und Benedictus, doch auch sie erschaut Johannes nur „als Wahngebilde, weil Wunscheswahn dem Schauen sich verbündet.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fünftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Geistgebiet. In sinnvollen Farbenfluten erscheinendes Bild; nach oben rötlich in feurig rot verlaufend, nach unten blau in dunkelblau und violett übergehend. Unten eine symbolisch wirkende Erdensphäre. Die auftretenden Gestalten wie mit dem Farbenbild ein Ganzes bildend. (Rechts die Gnomengruppe des zweiten Bildes, vor ihr Hilarius, ganz vorne die Seelenkräfte. Hinter Hilarius etwas erhöht Ahriman. Links erhöht Lucifer, im Vordergrund Felix Baldes Seele; Strader’s und Capesius’  Seele, Benedictus, Maria, Felicia Balde, der Hüter.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene spielt im Geistgebiet zur Sonnenzeit vor dem Herabstieg der handelnden Personen zur Geburt in das gegenwärtige Erdenleben. Felix Baldes Seele erscheint vor Luzifer und erweist sich als dessen Diener. Aus Luzifers Lichtquell empfängt er die Keime seines Selbstsinns. Im Anblick der Gruppe der Gnomen, die die Seele des Hilarius umgeben, erlebt Balde die Gewichtskräfte, die seinem Schweben Widerstand leisten und ihn zur neuen Inkarnation herabziehen. Der von den Gnomen verbreitete Wünsche-Nebel ist, wie Hilarius klar erkennt, der ins Geistgebiet hinaufgeworfener Widerschein des Erdensterns. Für diesen Erdenstern wird hier im Geisterland ein denkendes Sein aus Seelenstoffen gewoben, das aber Felix Balde nur ganz nebelhaft erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das weckt Ahriman Interesse und Strader nimmt den Widerhall der gesprochenen Worte in seine Seele auf. Die andre Philia, die wie eine dumpfer leuchtende Kopie Luzifers erscheint, und die drei Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna weben der Seele Straders die Gewichtskräfte der Gnomen ein, die ihn zum neuen Erdenleben herabführen sollen. Ihre Wirkung soll Strader im kommenden Erdenleben fühlen, sich ihrer aber niemals voll bewusst werden. Darum wird er ihre geistigen Impulse auch nicht für das Erdenleben fruchtbar machen können. Strader fühlt zugleich, dass er das sonnenhafte Wesen der Seelenkräfte in sich zur Einheit bilden muss. Er spürt auch schon den Wunsch, die Sonnenkönigskraft durch den gedankensprühenden kalten Silberglanz der Mondensphäre zu dämpfen und Merkurs erglimmenden Begierdetrieb aufzunehmen, der ihm das getrennte Weltensein zur Einheit vermählen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Ahriman verschwindet, erscheint die Seele des Capesius, der sich die Seelenkräfte nun zuwenden. Wie eine Bild am fernen Seelenufer, das noch nie sein Sein berührte, seit er dem letzten Erdenleben sich entrang, taucht Straders Seele vor ihm auf. Capesius erkennt, dass er dieser Seele wohl karmisch verschuldet ist, sie ihn aber für das nächste Erdensein noch nicht zum Ausgleich aufruft. Doch wird der Blick auf das Bild seines Wesen in sein Denken die Wurzel pflanzen, die im den Sinn des Erdenlebens enthüllen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer lenkt nun den Geistesblick der hier versammelten Seelen in Bereiche, die zu schauen sie noch nicht erkraftet sind und deren Licht sie daher schmerzt und ihr Leben mit Zweifeln befruchten muss – Zweifel, die bei allen Personen im kommenden Erdenleben deutlich hervortreten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erscheinen die Seelen von Maria und Benedictus im Geistgebiet, letzterer in einer Gestalt, die wie im Kleinen die Konfiguration der ganzen Szene nachbildet. In tiefer persönlicher Betroffenheit empfindet Benedictus, wie die versammelten Seelen mit ihren dichten erdbeladenen Sphären so schwer auf seinen Weltenkreis drücken, dass sie sein Sonnenwesen nicht in sich erstrahlen finden. Maria mahnt die versammelten Seelen, dass ihnen Benedictus zwar im letzten Erdenleben fremd war, aber seines Sonnen-Wortes Kraft noch aus früheren Inkarnationen in ihren Seelenhüllen fruchtet. Felix Balde vernimmt darauf zwar tönende Worte aus ihm fremden Kreisen, die sich aber nicht zum leuchtenden Sein verdichten und ihm darum nicht ganz wesenhaft werden. Strader hingegen sieht ein leuchtendes Wesen am Geistesstrand, das ihm aber stumm und unverständlich bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz nahe bei Maria erscheint nun die Seele Felica Baldes in Gestalt einer Büßerin. Sie durchschaut, warum die beiden Seelen das Wesen des Benedictus nicht voll erfassen können. Sie spricht von der unbekannten Sternenschrift - ein Wort, das in Capesius Seele zwar vage Erinnerungen weckt, die aber gleich wieder in den düsteren Schatten des Vergessens versinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Luzifers Wirken wurden die Seelen, die einander suchen, hier zusammengeführt, ohne noch ein gedankenhaftes Verständnis füreinander gewinnen zu können, für das sie noch nicht reif sind. Luzifers Bestreben muss daher am Ende der Sonnenzeit der strenge Hüter der Schwelle entgegentreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr Seelen, die auf Lucifers Gebot&lt;br /&gt;
Dem Kreis der andern Seelen euch genaht,&lt;br /&gt;
Ihr seid in meiner Macht an diesem Orte.&lt;br /&gt;
Die Seelen, die ihr sucht, - sie suchen euch. -&lt;br /&gt;
Sie sollen euch in dieser Weltenzeit&lt;br /&gt;
In ihren Sphären nicht gedankenhaft&lt;br /&gt;
Mit ihrem Sein berühren; - hütet euch,&lt;br /&gt;
In ihre Kreise euch hineinzudrängen.&lt;br /&gt;
Doch wagtet ihr&#039;s, es schadet&#039; euch und ihnen. -&lt;br /&gt;
Ich müßt&#039; des Sternenlichtes euch entkräften&lt;br /&gt;
Und euch von ihnen weltenzeitenlang&lt;br /&gt;
In andre Sphärenreiche hin verbannen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sechstes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Geistgebiet in der gleichen Art wie im vorigen Bilde. Die Beleuchtung warm und nuanciert, doch nicht zu hell. (Links stehen die Sylphen. Vorne Philia, Astrid, Luna. Straders, Capesius’, Romanus’ Seele; die andre Philia mit Theodoras und Frau Baldes Seele; später: Benedictus’ und Marias Seele; der Hüter; Lucifer mit Johannes’ Seele; zuletzt der Geist von Johannes’ Jugend.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geistgebiet steigen nun die Seelen in die Saturnzeit auf. Mit Hilfe der Seele des Romanus erkennt Capesius in dem nachwirkenden Bild von Straders Seele den Juden Simon wieder, der ihm in seiner mittelalterlichen Inkarnation, die in der Rückschau des zweiten Mysteriendramas enthüllt wurde, begegnet war. Doch schon drängt sich in Gestalt eines Büßers die Seele Felix Baldes heran, dessen Seelenstrahlen sich brennend in Capesius Seelenhülle bohren. «Mein lieber Kühne, ihr erwieset euch stets treu ...», so tönen ihm seine eigenen Worte aus dieser Seele entgegen, die ihm in die tiefsten Seelengründe zu schauen vermag. Diese Seele, so erkennt Capesius, muss er suchen, um sich selbst zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Capesius Seele verschwindet, erscheint von links die andre Philia mit Theodoras Seele und hinter ihr die Seele von Frau Balde in Gestalt einer Büßerin. Die andre Philia, die Seelen durch die Liebe sich stets zum Führer erwerben, schreitet ihnen voran. Romanus sieht, wie der Sanftmut Licht von Thodoras Seele zu Frau Balde fließt. Das ganze Bild erstrahlt im Glanz der Schönheit, die hier im Geisterland als Weisheit lebt. Das ist zugleich der Widerschein der Sehnsucht, die Torquatus aus seinen Seelenhüllen zu Romanus hinüberstrahlen lässt und in diesem Milde und Mitgefühl erweckt, die dieser aus seinem eigenen harten Sinn niemals erwerben könnte. Bellicosus ruft seine beiden Geistesbrüder auf, ihr Geistgehör für Theodoras Worte zu öffnen. Theodora bittet ihre treue Geistgefährtin, die andre Philia, die Liebe ihrer Seelenhülle Felix Balde zuzuströmen und so der Einsamkeit verzehrende Feuerkraft zu mildern und ihm Gedankenstrahlen von den Sylphen hinzulenken, sodass „aus ihrem Glimmerglanzesschaffen den Menschenseelen Wachstums-Werdesinn im Erdenleben sich erkraften möge.“ Und Felicia Baldes Seele will ihm die Kräfte zutragen, die sie von Stern zu Stern im Weltall wandelnd für ihn sammeln will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Theodoras Seele hallen die Worte des Rosenkreuzerspruches wider, der auch im zweiten Mysteriendrama der Wahlspruch der mittelalterlichen Tempelritter gewesen war:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Aus Gottessein erstand die Menschenseele;&lt;br /&gt;
Sie kann in Wesensgründe sterbend tauchen;&lt;br /&gt;
Sie wird dem Tod dereinst den Geist entbinden.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Worte in ihrer Seele ertönen, erscheinen Luzifer und Johannes Thomasius Seele, der in der vorangegangenen Inkarnation als Bergwerksmeister Thomas ihr Bruder gewesen war. Was sie ihm an Bruderliebe geben konnte, das will ihr die andre Phila nun zur Seelenkraft verwandeln, gestärkt mit dem Glimmerlicht der Sylphen. Frau Baldes Seele soll nun ihre Schritte zu den Sternen lenken, wo gute Dämonen ihrer Werke harren, aus dem sie Phantasie in Seelen strahlen und so im Erdenleben beflügeln. Geführt von Frau Baldes Seele verschwindet langsam Felix Baldes Seele. Theodora blickt noch für einen Augenblick auf Johannes Seele, dann entschwindet sie ebenfalls. Zuletzt entfernt sich Johannes Seele mit Luzifer. Und Romanus Seele erkennt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Daß wir an diesem Geistesorte jetzt&lt;br /&gt;
Das Wort der Liebe mit dem Wort des Schaffens&lt;br /&gt;
Zum Bund sich einen sahen, dies erkraftet&lt;br /&gt;
In unserm Wesen Keime, deren wir&lt;br /&gt;
Im spätern Erdensein bedürftig werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann ziehen sich die Seelen von Romanus, Torquatus und Bellicosus zurück und an der Seite des Hüters der Schwelle erscheinen die Seelen des Benedictus und der Maria. Der Hüter ruft sie dazu auf, ihre Weltenmitternacht im gereiften Licht Saturns wachend zu erkennen. Wachend! - Marias Seele weiß, dass sie hier im schnellsten Zucken heller Blitze Schicksalsnotwendigkeiten überschauen soll und dass in Weltengründen Donnerworte dumpf verrollen und verrollend jeden Seelenwahn bedrohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus vernimmt aus ewig leeren Eisgefilden Johannes Schicksalsruf, der nun wieder an der Seite Luzifers erscheint. Maria sieht Flammen sich mit ihrem eignen Denken nahen. In Johannes Seele kämpft ihr eignes Denken mit Luzifers Gedanken. Maria soll Luzifers heißes Weltenlicht erkennen und die Blitze schauen, die ihr eigenes Denken aus Luzifers Gewaltenkreisen schlägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes fühlt die Nähe der anderen Seelen, doch kann er sie nicht schauen. „Du wirst sie schauen, wenn du schnell ergreifst, was sie im Weltenlichte selbst erleuchten“, mahnt ihn Philia. Und Benedictus ruft Maria auf, die Willenskraft aufzubringen, in ihrer jetzigen Form die Erdenkraft erstehen zu lassen – dann werde ihr Wort der Freundesseele leuchten. Alle Liebe, die Maria zu ihrem Geisteslehrer Benedictus in sich trägt, legt sie in die Worte, die sie in Johannes Seele tönen lässt. Beide, Maria und Benedictus, sollen jetzt in seiner Seele friedvoll verweilen. Und während der mahnende Donner zur Weltenmitternacht verrollt, gibt der strenge Hüter der Schwelle im Hinblick auf Johannes Seele Astrid das ernste Gebot:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bewahre dieses Seelen-Ungewitter,&lt;br /&gt;
Bis ihre nächste Weltenmitternacht&lt;br /&gt;
Im Strom der Zeit die Seele wachend findet.&lt;br /&gt;
Sie soll dann anders vor sich selber stehn, —&lt;br /&gt;
In ältrer Zeiten Bild ihr Selbst erschauen,&lt;br /&gt;
Erkennen, wie zum Geisteshöhenflug&lt;br /&gt;
Die Schwingen auch im Seelensturz erstarken.&lt;br /&gt;
Es darf die Seele niemals stürzen wollen;&lt;br /&gt;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So will es Astrid tun und Marias Seele fühlt dabei die Sternenseligkeit, die sie im Strom der Zeit betreten darf. Im Gnadewalten will sie schaffend mit ihrer langverbundenen Seelenschwester leben, während Luna ihr Schaffen hier im Geiste hütet. So wird Maria ihre Erinnerungen an die Weltenmitternacht im folgenden Erdenleben fruchtbar machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen von Seligkeiten leuchtenden und Gnade strahlenden Seelenstern sieht Johannes nahen. Es ist der Geist von Johannes Jugend. Er nährt Johannes Wünsche mit Leben und kraftet leuchtend in seinen Jugendzielen, doch zu den wesenlosen Schatten müsste er versinken, sollte Johannes ihn verlassen. „Verlass mich nicht!“, ruft er Johannes zu. Dafür will Luzifer sorgen und damit zugleich die innige Seelenverbindung zwischen Johannes, Maria und Benedictus stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er wird dich nicht verlassen, - ich erschaue&lt;br /&gt;
In seines Wesens Tiefen Lichtbegierden,&lt;br /&gt;
Die nicht der andern Seele Spuren folgen. -&lt;br /&gt;
Wenn diese mit dem Glanz, den sie erzeugen,&lt;br /&gt;
Im Seelengrunde sich zum Sein erkraften,&lt;br /&gt;
Wird er die Früchte, die sie zeugen müssen,&lt;br /&gt;
In jenem Reiche nicht vergeuden wollen,&lt;br /&gt;
Wo Liebe ohne Schönheit herrschen will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Siebentes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Tempel nach ägyptischer Art. Die Stätte einer weit zurückliegenden Initiation.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Drittes Kulturzeitalter der Erde. (Zunächst nur ein Gespräch zwischen dem Opferweisen, dem Schwellenhüter und dem Mysten.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Opferweise und König, eine frühere Inkarnation des Capesius, berät sich mit dem Schwellenhüter und dem Mysten über die bevorstehende Initiation eines jungen Neophyten, der ausersehen ist, des Königs Rater zu werden. Der Myste hält den Neophyten, ein frühere Inkarnation der Maria, dafür wenig geeignet, da dieser nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei. Er würde sich wohl besser zum inneren Tempeldienst als zum Berater des Königs eignen. Auch der Opferweise hält ihn der ihm zugedachten Ehre nicht für würdig. Die Leidenschaft durchwühle sein Inneres noch stark und die Sinnestriebe schwiegen in ihm noch nicht. Doch sei es nicht die Schuld des jungen und noch unerfahrenen Neophyten, wenn dadurch unrechtes Fühlen in die bevorstehende heilige Handlung getragen und unheilvoll ins Menschenleben zurückfließen würde. Die Schuld läge bei dessen unverständigen Lehrern, die die wahren Zusammenhänge nicht durchschauten. Allein der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus, könne noch erkennen, was mystisch in den Opferformen lebt. Doch dieser sei nach dem strengen Gebot seiner Würde schweigsam wie die Einsamkeit. So sieht sich der Opferweise allein vor eine schwere Entscheidung gestellt, für die er um den Beistand des Geistes bittet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Achtes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dieselbe Tempelszenerie wie im siebten Bild; sie ist anfangs durch einen Zwischenvorhang gedeckt, vor dem eine Ägypterin das Folgende spricht. (Die Ägypterin ist als eine der vorhergehenden Inkarnationen des Thomasius zu denken.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die junge Ägypterin wartet unweit des Tempels, in dem ihr Geliebter als Neophyt eingeweiht werden soll und dann für immer für sie verloren wäre. Das Geisteslicht, das ihm leuchten soll, wäre der Todesstrahl für ihre Seele. In Traumes Offenbarung hofft sie seine Initiation ahnend miterleben zu können.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene wechselt ins Innere des Tempels. Alles ist vorbereitet zur Initiation des Neophyten, der als eine frühere Inkarnation Marias gedacht ist. An der einen Seite des Opferaltars steht der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus. An der andern Seite des Altars der Wortebewahrer, eine frühere Inkarnation des Hilarius Gottgetreu; etwas vor dem Altar der Siegelbewahrer, eine frühere Inkarnation der Theodora; dann auf der einen Altarseite nach vorn: der Vertreter des Erdelementes, eine frühere Inkarnation des Romanus; der Vertreter des Luftelementes, eine frühere Inkarnation des Magnus Bellicosus; ganz nahe dem höchsten Opferweisen der Opferweise, die frühere Inkarnation des Capesius. Auf der anderen Seite der Vertreter des Feuerelementes, die frühere Inkarnation des Doktor Strader; der Vertreter des Wasserelementes, eine frühere Inkarnation des Torquatus. Vorne die Seelenschwestern Philia, Astrid, Luna und die «andre Philia». Ganz vorn erscheinen in Sphinxgestalt Lucifer und Ahriman, Lucifer so, dass der Cherub mehr betont ist, Ahriman so, dass der Stier mehr betont ist. Vier andre Priester stehen vorne. Nachdem der Tempelraum mit den Mysten sichtbar geworden ist, herrscht eine Weile lautlose Stille; dann führen der Schwellenhüter, eine frühere Inkarnation des Felix Balde, und der Myste, eine frühere Inkarnation der Frau Balde, den Neophyten durch die Pforte links ein. Sie stellen ihn in den inneren Kreis in die Nähe des Altars und bleiben in seiner Nähe stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwellenhüter eröffnet die Zeremonie, dann sprechen die anderen Tempelpriester rituellen Worte. Der höchste Opferweise entzündet auf dem Altar, der in der Mitte steht, die hell leuchtende, züngelnde Opferflamme und spricht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In dir kannst du die Antwort nicht erschau&#039;n.&lt;br /&gt;
Denn finstrer Irrtum lastet noch in dir;&lt;br /&gt;
Und Torheit strebt in dir nach Weltenfernen.&lt;br /&gt;
Drum schau - in diese Flamme, die dir näher&lt;br /&gt;
Als deines eignen Wesens Leben ist.&lt;br /&gt;
Und lies die Antwort aus dem Feuer dir.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weiter sprechen die versammelten Mysten Ritualworte, die den Neophyten auf seinem Einweihungsweg geleiten sollen. Dann tritt eine längere Pause ein, während welcher es ganz dunkel wird, nur die Flamme und die unbestimmten Umrisse der Personen sind zu sehen. Dann fährt der höchste Opferweise fort zu sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und nun erwache aus der Weltenschau!&lt;br /&gt;
Verkünde, was im Wort zu lesen ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch der Neophyt schweigt! Der höchste Opferweise ist bestürzt: „Entschwindet dir Geschautes? - Sprich!“ Und als der Neophyt endlich zu sprechen beginnt, erfüllt auch die anderen Mysten – mit Ausnahme des Opferweisen – immer größerer Schrecken. Denn der Neophyt spricht nicht von Geist-Erschautem. Frevelhaftes irdisches Fühlen, voll Freudesinn und mit voller Lebenswärme in den eigenen Leibeshüllen erlebt, entrang sich seiner Seele und stieg als unwürdiges Opfer hinauf in lichte Geisteshöhen. Zornig wirft der Wortbewahrer dem Opferweisen vor, dass er seine heilige Pflicht versäumt habe, worauf dieser antwortet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich tat, was mir als Pflicht aus höhern Reichen&lt;br /&gt;
In dieser Feierstunde auferlegt.&lt;br /&gt;
Enthalten hab&#039; ich mich, das Wort zu denken,&lt;br /&gt;
Das nach der Sitte mir geboten ist&lt;br /&gt;
Und das, von meinem Denken aus, hinüber&lt;br /&gt;
Zum Neophyten geistig wirken sollte.&lt;br /&gt;
So hat der junge Mann nicht fremdes Denken,&lt;br /&gt;
Er hat sein eignes Wesen hier verkündet.&lt;br /&gt;
Die Wahrheit hat gesiegt. - Ihr mögt mich strafen;&lt;br /&gt;
Ich mußte tun, was ihr in Furcht erlebt.&lt;br /&gt;
Ich fühle schon die Zeiten nahe kommen,&lt;br /&gt;
Die aus dem Gruppengeist das Ich befreien&lt;br /&gt;
Und ihm das eigne Denken lösen werden.&lt;br /&gt;
Es mag der Jüngling eurem Mystenweg&lt;br /&gt;
Sich jetzt entringen -. Spätres Erdesein&lt;br /&gt;
Wird ihm die Mystenweise sicher zeigen,&lt;br /&gt;
Die ihm von Schicksalsmächten vorgedacht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sphinxe, die bisher reglos wie Bildsäulen waren, beginnen daraufhin zu sprechen, doch so, dass ihre Worte nur von dem Opferweisen, dem höchsten Opferweisen und dem Neophyten gehört werden, während die anderen Mysten nur aufgeregt dastehen. Und so spricht Ahriman als Sphinx:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich muß für meine Stätte mir erbeuten,&lt;br /&gt;
Was hier nur ungerecht zum Lichte will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Luzifer setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich will für meine Stätte mir entführen,&lt;br /&gt;
Was hier als Geisteswunsch am Schein sich freut.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunt vernehmen die versammelten Mysten die Worte des höchsten Opferweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Sphinxe sprechen, - sie, die Bild nur waren,&lt;br /&gt;
Seit Weise hier den Dienst verrichtet haben.&lt;br /&gt;
Der Geist, er hat die tote Form ergriffen ;&lt;br /&gt;
O Schicksal, du ertönst als Weltenwort —!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während das Licht langsam ausgeht, fügt der Opferweise hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was wir als mystisch Weihewerk vollbringen,&lt;br /&gt;
Bedeutung hat es doch nicht hier allein.&lt;br /&gt;
Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom&lt;br /&gt;
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Neuntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein kleines, ernst stimmungsvolles Zimmer, - wie ein Studierzimmer – im Hause des Hilarius. – (Zunächst Maria allein in Meditation; dann Astrid, Luna; der Hüter und Benedictus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als heller Geistesstern erscheint Astrid und weckt Marias Erinnerung an die Weltenmitternacht. Luna stärkt ihre Willenskraft, damit auch die Erdenhelle diese Erinnerung nicht überstrahlen kann und gemahnt sie an die Worte des Hüters:&lt;br /&gt;
Es darf die Seele niemals stürzen wollen;&lt;br /&gt;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Marias Bewusstsein taucht die Erinnerung an ihre missglückte ägyptische Einweihung wieder auf. Der Hüter erscheint. Im Geistgehör soll Maria die Worte des höchsten Opferweisen ergründen. Währenddessen erscheint Benedictus und erinnert Maria an das, was der Opferweise gesprochen hatte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom&lt;br /&gt;
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria wird bewusst, dass der Opferweise schon die erste Morgenröte der griechischen Kultur geschaut und darum den Gedanken unterdrückt hatte, den er in die Seele des Neophyten hätte lenken sollen. Der Trieb zur Einsamkeit keimte damals schon in dessen Seele und ist in seiner gegenwärtigen Inkarnation als Capesius zur Frucht gereift. Das treibt ihn nun, Felix Baldes Beispiel zu folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die junge Ägypterin, die vor dem Tempel harrte, taucht vor Marias Seelenblick auf und der Hüter lässt sie den Zusammenhang mit dem Geist von Johannes Jugend erahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im neunten Bilde. (Zuerst Johannes allein, meditierend, zu ihm die andre Philia; dann Maria und der Geist von Johannes’ Jugend; zuletzt Lucifer, Benedictus.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Johannes erlebt in der Meditation die junge Ägypterin und erinnert sich ihrer Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Dies ist die Zeit, in welcher er sein Sein&lt;br /&gt;
Dem uralt heiligen Weisheitsdienste weiht -;&lt;br /&gt;
Vielleicht läßt Traumes Offenbarung mich&lt;br /&gt;
Im Ahnen geistig jetzt bei ihm verweilen.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie von ferne ertönt die Stimme der andren Philia:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Johannes ergänzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wachendes Träumen&lt;br /&gt;
Enthüllet den Seelen&lt;br /&gt;
Verzaubertes Weben&lt;br /&gt;
Des eigenen Wesens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andre Phila kommt näher und gemahnt Johannes nun schon zum dritten Mal, die schattenhafte Zwiegestalt seines eigenen Wesens zu erlösen, denn „als Schatten dich Umwandeln, muss auch ich so lange noch, bis du den Schatten selbst erlösen wirst, dem deine Schuld verzaubert&#039; Leben schafft.“ Und dann enthüllt sie ihm ihr eigenes wahres Wesen, das Johannes bislang noch nicht zu ergründen vermochte: „Die Kraft der Liebe bin ich selbst in dir.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Geiste schaut nun Johannes die Einweihungszeremonie des jungen Mysten und ihm wird bewusst, dass auf ihn das ganze Sehnen der jungen Ägypterin gerichtet war. Mit Hilfe Marias, die als Gedankengestalt erscheint, erkennt er, dass das unerfüllte und sich vor Sehnsucht verzehrende Leben der jungen Ägypterin und der schattenhafte Geist von Johannes Jugend, der nun ebenfalls hervortritt, zueinanderstreben. Und nun vermag er auch in Maria in ihrer wahren Geistgestalt zu erkennen, die an ihn die Worte richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du findest mich in hellen Lichtgefilden,&lt;br /&gt;
Wo Schönheit strahlend Lebenskräfte schafft;&lt;br /&gt;
In Weltengründen suche mich, wo Seelen&lt;br /&gt;
Das Götterfühlen sich erkämpfen wollen&lt;br /&gt;
Durch Liebe, die im All das Selbst erschaut.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer will dieser Erkenntnis hemmend entgegentreten, doch Benedictus, der nun erscheint, weist ihn in die Schranken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marias heilig ernst Gelöbnis wirket&lt;br /&gt;
In seiner Seele jetzt die Heil-Erstrahlung.&lt;br /&gt;
Er wird dich schätzen, doch dir nicht verfallen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich werde kämpfen“ schleudert ihm Luzifer entgegen – „Und kämpfend Göttern dienen“, setzt Benedictus hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Elftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie in den beiden vorigen Bildern.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Benedictus und Strader treten in das Zimmer.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader quälen noch immer die harten Worte, die Maria im 3. Bild am Abgrund zu ihm gesprochen hatte. Benedictus macht ihm klar, dass dies in Wahrheit seine eigene Imagination war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr wißt, die Bilder sind nicht wesenhaft;&lt;br /&gt;
Der Inhalt ist&#039;s, der zu der Seele dringen&lt;br /&gt;
Und sich im Bilde offenbaren will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader sei zu einer höheren geistige Entwicklungsstufe aufgestiegen und von hier aus müsse ihm jetzt das früher schon Erreichte als Finsternis erscheinen und was er als Feigheit empfinde, sei für geringere Seelen Tapferkeit. Doch Strader weiß nicht, ob er Kraft genug haben werden, den Widerstand zu überwinden, den Romanus und der Bürochef seinem Werk entgegensetzen, die von ihm fordern, dass er sich von Benedictus und seinem Schülerkreis trennen müsse. „Es wird geschehen, was geschehen muss.“, erwidert ihm Benedictus. Strader schildert daraufhin eine Traumvision, die ihm wie ein Schicksalswink erscheint:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich war in einem Schiff; am Steuer ihr;&lt;br /&gt;
Besorgen mußte ich das Ruderwerk;&lt;br /&gt;
Maria und Johannes fuhren wir&lt;br /&gt;
An ihre Wirkensstätte; da erschien&lt;br /&gt;
Ganz nah&#039; an uns ein andres Schiff; in ihm&lt;br /&gt;
Romanus mit dem Freunde Gottgetreus.&lt;br /&gt;
Sie stellten sich uns feindlich gegenüber.&lt;br /&gt;
Ich kämpfe gegen sie; - im Kampfe trat&lt;br /&gt;
Dann Ahriman an ihrer Seite auf.&lt;br /&gt;
Noch schaut&#039; ich mich im harten Kampf mit ihm,&lt;br /&gt;
Zur Seite trat mir helfend Theodora.&lt;br /&gt;
Dann schwand das Bild aus meinem Geisteskreis.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus erkennt, dass dieses Bild in Straders Seele noch nicht voll ausgereift ist, dass aber Strader die Kraft stärken kann, die ihm dies Bild vor das Geistesauge stellte und setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfühlen kann ich dies; doch wie es sich&lt;br /&gt;
Vollziehen wird, verbirgt sich meinem Schauen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zwölftes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Innere der Erde. Mächtige Kristallgebilde, durchbrochen von lavaartigen Durchflüssen; das Ganze matt leuchtend, zum Teil durchsichtig, zum Teil durchscheinend. Nach oben rote Flammen, die wie von der Decke nach unten zusammengepreßt werden. (Ahriman; später die Seele des Ferdinand Reinecke; zuletzt Theodoras Seele.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman sinnt darüber nach, wie er wieder Macht über Strader gewinnen kann. Zu nahe steht er schon dem „Mystenschwarm“, der „durch das Weisheitslicht des Benedictus das Wachen in der Weltenmitternacht ertrotzen konnte.“ Maria und Johannes sind dadurch bereits dem Lichtbezirk Luzifers entronnen und beide durchschauen auch Ahrimans Wirken. Nur mit Hilfe Straders könnte er noch an die beiden herankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch Strader wird das Geistgewirr, das als&lt;br /&gt;
Natur den Menschen gilt, vielleicht noch nicht&lt;br /&gt;
Als meinen Geistestroß durchschauen können;&lt;br /&gt;
Und blindes Kraft- und Stoffgespinst vermuten,&lt;br /&gt;
Wo ich mit Geistverleugnung geistig schaffe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eile ist geboten, denn Ahriman sieht im Schicksalsbuch bereits den baldigen Tod Straders voraus – und nach dem Tod wäre Straders Seele für Ahriman verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach Straders Tode werden sie ihn haben.&lt;br /&gt;
Kann ich jedoch die Seele jetzt auf Erden&lt;br /&gt;
An sich noch irre machen, so bewirkt&lt;br /&gt;
Mir dies, daß Benedictus ferner nicht&lt;br /&gt;
Den Mann als Vorspann für sich nutzen kann.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman holt dazu die Seele Ferdinand Reineckes, die wie eine Kopie Ahrimans erscheint, in sein Reich und inspiriert sie mit Gedanken, die Strader an seinem eigenen Werk irre machen sollen. Reinecke fühlt sich wie erleuchtet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mir geht der Sinn schon auf, wie ich dem Strader&lt;br /&gt;
Die Fehler seines Denkens demonstrier&#039;.&lt;br /&gt;
Es hat sein Mechanismus einen Fehler,&lt;br /&gt;
Den kann er selber nicht bewußt sich machen.&lt;br /&gt;
Die Mystenfinsternis verhindert&#039;s ihm.&lt;br /&gt;
Ich werde ihm mit meiner Nüchternheit&lt;br /&gt;
Viel bess&#039;re Dienste wahrlich leisten können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erscheint Theodoras Seele, die fest an Straders Seite steht. Wenn sie ihn nicht verlässt, solang er noch auf Erden lebt, wäre Ahrimans Kampf verloren: „doch kann ich wohl noch hoffen, daß er zuletzt sie doch vergessen könnte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dreizehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Größeres Empfangszimmer im Hause des Hilarius. (Beim Aufgehen des Vorhangs Hilarius und Romanus miteinander im Gespräch; später Capesius, Felix Balde, der Sekretär; Philia.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilarius fühlt sich wie erdrückt von dem Schicksalsknoten, der sein Werk zu vernichten droht: „Nur meine Geistesschau erhielt mich stets. Und doch, - sie konnte mich bei Strader täuschen.“ Denn Strader wird von bitteren Zweifeln gequält, seit ihm Reinecke den Fehler in seinem Mechanismus nachweisen konnte. Romanus hingegen ist weiterhin von den Fähigkeiten Straders fest überzeugt: „Bei Strader habt ihr recht geschaut, trotz allem, was jener überkluge Mann erwiesen.“ Romanus ahnt, dass der Hüter der Schwelle an Straders Seite steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ob er ihn schaut, ob er ihm unbewußt&lt;br /&gt;
Sich naht, ich kann es wahrlich nicht ergründen;&lt;br /&gt;
Doch Strader glaub&#039; ich gut genug zu kennen.&lt;br /&gt;
Der wird sich mutvoll zu der Einsicht wenden,&lt;br /&gt;
Daß Selbsterkenntnis Schmerzen zeugen muß.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem beide abgegangen sind, führt der Sekretär Capesius und Felix Balde herein, die Hilarius Gottgetreu zu sprechen wünschen. Capesius berichtet Balde, was er am heutigen Morgen geistig geschaut hatte. Strader habe Felix Baldes Worte aus dem dritten Bild in so verändert, ja gegenteiliger Form wiedergegeben, dass sie nun das harmonische Zusammenstreben von Mystik und äußerer Tat zu fordern scheinen. Felix Balde kann das nur als gefährlicher Irrtum erscheinen. Doch Capesius kann gerade durch Straders Worte die Botschaft Philias erfassen, die nun vor sein geistiges Auge tritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was deines Selbstes Sonnenwesen strahlt,&lt;br /&gt;
Wird dir Saturns gereifte Weisheit dämpfen.&lt;br /&gt;
Es wird sich deinem Schauen dann enthüllen,&lt;br /&gt;
Was du als Erdenmensch begreifen kannst.&lt;br /&gt;
Ich werde dich dann selbst zum Hüter führen,&lt;br /&gt;
Der an des Geistes Schwelle Wache hält. –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Felix Balde vernimmt das Tönen ihrer Worte, doch werden sie im nicht völlig wesenhaft. Doch Capesius will der Weisung Philias folgen, „daß in Zukunft mir im Geiste auch sich offenbaren mag, was ich begreiflich schon als Erdenmensch in meinem Lebenskreise finden kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vierzehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bilde. (Im Beginne der Szene die Frau des Hilarius im Gespräch mit dem Bürochef.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Hilarius bittet den Bürochef, Hilarius Pläne, die ihm sein Lebensglück bedeuten, zu unterstützen. Das sei zwar gegen seine tiefste Überzeugung, doch habe ihn Romanus dazu gebracht, diese Last auf sich zu nehmen, seit er ihm von den Qualitäten Straders gesprochen hatte. Darüber hinaus bedeuten ihm die gewaltigen Worte des Romanus den Anfang seiner eigenen Geistesschulung. Romanus habe ihn aber auch überzeugt, dass „wenn Strader nicht zur Tat sich findet ohne seine Freunde, dies ihm ein Schicksalszeichen werden müsse.“ Frau Hilarius hält dem Bürochef entgegen, dass er Strader nicht nur mit den Augen des Romanus, sondern ganz unbefangen betrachten solle, denn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was Strader spricht, es wirkt im Sprechen selbst.&lt;br /&gt;
Man sieht, daß er bloß innres Geist-Erleben,&lt;br /&gt;
Das sich im Fühlen schon befriedigt weiß,&lt;br /&gt;
Gering nur schätzt, daß er dem Forschertrieb&lt;br /&gt;
Als Myste stets die Führung übergibt.&lt;br /&gt;
Deshalb verwirrt er auch durch Mystik nicht&lt;br /&gt;
Den Sinn für Wissenschaft, die praktisch sich&lt;br /&gt;
Dem Leben dienstbar zeigt. - Versucht doch dies&lt;br /&gt;
An ihm zu sehn und lernt durch ihn dann auch,&lt;br /&gt;
Daß man sein Urteil über seine Freunde&lt;br /&gt;
Wird höher als das andre schätzen müssen,&lt;br /&gt;
Das sich Romanus hat erwerben können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Bürochef bleibt allerdings Romanus Urteil der einzig sichere Boden, auf dem er stehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Moment tritt unvermittelt und offensichtlich verstört der Sekretär herein und überbringt die Botschaft, dass Doktor Strader vor wenigen Stunden verstorben sei. Hilarius sei durch diese Nachricht wie gelähmt. Rasch verlassen Frau Hilarius und der Sekretär daraufhin den Raum. Der Bürochef bleibt erschüttert zurück. Er ahnt die Schicksalsmacht, die hier die Fäden lenkt und die Worte, die Strader einst vor ihm und Gottgetreu gesprochen hatte, gehen ihm nicht aus dem Sinn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es wird geschehen, was geschehen muß!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Worten hatte ihn schon damals die Geisteswelt zum erstmals ergriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In jenem Worte - klingt mir ihre Sprache -;&lt;br /&gt;
Sie klingt mir ernst; - wie lern&#039; ich sie verstehn?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fünfzehntes Bild===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bild. (Es sitzt da wartend die Pflegerin des Doktor Strader. Nachdem der Vorhang aufgegangen ist, tritt der Sekretär in das Zimmer; später Benedictus; Ahriman.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pflegerin Doktor Straders hat einen an Benedictus gerichteten Brief in Händen, den dieser noch in den letzten Stunden vor seinem Tod verfasst hat. Während sie auf Benedictus wartet, kommt sie mit dem Sekretär ins Gespräch. Dieser ist überzeugt, dass Strader ein großer Mann war. Auch die Pflegerin, die ihm die letzten Erdendienste erweisen durfte, bewundert Straders hohe Seele. Die Mysten hätten ihm Weisheit geboten, doch bedurfte er der Liebe. Doch sei die Mystenweisheit auch die Quelle seines Schaffens gewesen, wendet der Sekretär ein. Vor allem aber habe sich Strader mit ganzer Liebe seinem Erdenwerk gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie Menschen sich von Wesen trennen, die&lt;br /&gt;
Sie lieben, so verließ die Seele Straders&lt;br /&gt;
Das Erdenwerk, dem ihre Liebe galt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und Theodora stand wie lebend stets vor ihm -; so fühlen wahre Mystenseelen“, ergänzt der Sekretär. „Sie stand im Tode noch vor ihm.“, fügt die Pflegerin hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann betritt Benedictus das Zimmer und der Sekretär geht hinaus. Die Pflegerin übergibt den Brief Straders und berichtet von den letzten Augenblicken seines Lebens:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erst lebte noch der letzte Lebensplan&lt;br /&gt;
In seinem Denken; dann war Theodora&lt;br /&gt;
Im Geist mit ihm vereint; erfühlend dies,&lt;br /&gt;
Entrang sich seine Seele sanft der Hülle.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann verabschiedet sich die Pflegerin und Benedictus beginnt Straders letzten Brief zu lesen. Strader kommt darin wieder auf die Traumvision zu sprechen, von der er Benedictus schon im 11. Bild berichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da schaut&#039; ich wieder jenes Bild, von dem&lt;br /&gt;
Ich euch vor kurzem sprach. Doch anders war&lt;br /&gt;
Des Bildes Ende dann. Nicht Ahriman&lt;br /&gt;
Erstand als Kämpfer mir; ein Geistesbote&lt;br /&gt;
Erschien an seiner Stelle, dess&#039; Gestalt&lt;br /&gt;
Sich als mein eignes irrtumvolles Denken&lt;br /&gt;
Mir deutlich fühlbar gab. Da mußt&#039; ich mich&lt;br /&gt;
Erinnern jener Worte, die ihr spracht&lt;br /&gt;
Von Stärkung meiner Seelenkräftemacht.&lt;br /&gt;
Doch dann verschwand sogleich der Geistesbote. –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wenigen Worte, die noch folgen, vermag Benedictus nicht zu lesen. Ein Chaos deckt sie ihm, Gedankenschleier wirksam webend, zu, während im Hintergrund Ahriman erscheint, den Benedictus zwar schaut, doch zunächst nicht erkennt. Ahriman gibt vor, Benedictus die letzten Worte Straders verkünden zu wollen: „zu deinem eignen Heil und auch für deiner Schüler Mystenweg.“ Doch Benedictus will ihn als guten Geist nur anerkennen, wenn er sich dem klaren Menschendenken offenbar. Da muss sich Ahriman rasch zurückziehen, denn sobald Benedictus Schauen ihn auch in seiner Wahrheit denken kann, entsteht in diesem Denken auch bald die Kraft, die Ahriman vernichten kann. Und während Ahriman verschwindet, erkennt ihn Benedictus in seiner wahren Gestalt und weist zugleich den Weg zu seiner Erlösung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Straders sonnenreife Seele aber werde als Geistesstern Maria und Johannes selbst dann noch leuchten, wenn Ahriman ihre vollerwachte Geistesschau dämpfen und des Chaos Dunkelheit verbreiten will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014d.pdf - Der Seelen Erwachen als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysteriendramen von Rudolf Steiner|205]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Seelen Erwachen|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Romanus&amp;diff=625058</id>
		<title>Romanus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Romanus&amp;diff=625058"/>
		<updated>2025-12-29T19:53:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: 2. n: Trautmann&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Romanus&#039;&#039;&#039; ist eine Gestalt aus den [[Mysteriendramen]] [[Rudolf Steiner]]s und entspricht dem [[Eherner König|ehernen König]] in [[Goethes Märchen]], das die Vorlage der Dramen bildet. Er ist einer der Tempelbrüder des [[Geisteslehrer]]s [[Benedictus]]. Sein Urbild erweist sich hier als &#039;&#039;Geist der Tatkraft&#039;&#039;. Sein Name entspricht seiner inneren Wesenheit, zu der er sich in den Jahren durchgearbeitet hat, welche zwischen „[[Die Pforte der Einweihung]]“ und „[[Der Seelen Erwachen]]“ liegen. In „[[Der Hüter der Schwelle]]“ wird für ihn der Name &#039;&#039;&#039;Friedrich Trautmann&#039;&#039;&#039; gebraucht, welcher als sein Name in der äußerlichen Welt gedacht ist. Er wird da mit diesem Namen eingeführt, weil er innerhalb der vorkommenden Vorgänge mit seinem Innenleben nur eine geringe Bedeutung hat. Seine Individualität kommt in „[[Die Prüfung der Seele]]“ als der &#039;&#039;&#039;zweite Zeremonienmeister&#039;&#039;&#039; des mittelalterlichen Mystenbundes vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der goldene, der silberne und der eherne König|204]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysteriendramen von Rudolf Steiner|804]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die Pforte der Einweihung|204]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Die_Pforte_der_Einweihung&amp;diff=625057</id>
		<title>Die Pforte der Einweihung</title>
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		<updated>2025-12-29T19:41:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: Kommata, fehlende Buchstaben, Silben...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mysteriendramensiegel_1.gif|thumb|Von [[Rudolf Steiner]] entworfenes Siegelbild zu seinem ersten Mysteriendrama mit den Initialen des [[Rosenkreuzerspruch]]s &#039;&#039;&#039;EDN JCM PSSR&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Ex deo nascimur - In  Christo morimur - Per spiritum sanctum reviviscimus&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
== Die Pforte der Einweihung (Initiation) ==&lt;br /&gt;
=== Ein Rosenkreuzermysterium ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Mysteriendramensiegel_1.jpg|thumb|300px|Siegelbild mit der von Rudolf Steiner gegebenen Hintergrundfarbe des Bucheinbandes]]&lt;br /&gt;
ist das erste von [[Rudolf Steiner]] verfasste [[Mysteriendrama]]. Die Uraufführung fand am [[Wikipedia:15. August|15. August]] [[Wikipedia:1910|1910]] im &#039;&#039;Schauspielhaus&#039;&#039; [[Wikipedia:München|München]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Drama entstand auf der Grundlage von [[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]], das Steiner zunächst in dramatisierter Form auf die Bühne bringen wollte als erstes Beispiel eines Mysteriendramas, das mit den Anforderungen des gegenwärtigen [[Bewusstseinsseelenzeitalter]]s rechnet, doch gewann die Sache bald ein Eigenleben und formte sich zu einem eigenständigen Drama um, das aber an vielen Stellen noch deutliche Bezüge zu Goethes Vorbild zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kurzinhalt ===&lt;br /&gt;
Im Mittelpunkt der Handlung stehen der Maler Johannes Thomasius und die große Seele Maria, die gemeinsam unter dem helfenden Beistand ihres Geisteslehrers Benedictus den Einweihungsweg beschreiten,  auf dem sie den Widersachermächten [[Luzifer]] und [[Ahriman]] begegnen und durch schmerzvolle Prüfungen allmählich zu wahrer Selbsterkenntnis reifen. Sie treffen dabei unter anderem den gebildeten, idealistisch gesinnten Professor Capesius und den von schweren Zweifeln erschütterten, aber dennoch lebenspraktischen Forscher Dr. Strader, die beide erquickende Seelenkräfte aus den wunderbaren Märchen schöpfen, die Felicia Balde zu erzählen weiß. In der Seelenwelt begegnen sie dem Geist der Elemente. Felix Balde und die andre Maria schöpfen noch ganz aus unbewussten, naturhaften Geisteskräften. Tief berührt wird Strader von den Visionen der Seherin Theodora. Eine wichtige Rolle spielen auch Astrid, Philia und Luna, die Seelenschwestern der Maria und Theodosius und Romanus, die Tempelbrüder des Benedictus. German erweist sich als der spöttische Geist des Erdgehirns und Retardus, der gemischte König aus Goethes Märchen, versucht die Entwicklung zurückzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personen ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Luzifer.jpg|thumb|400px|[[Luzifer]] in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s [[Mysteriendramen]] am [[Goetheanum]] in [[Wikipedia:Dornach SO|Dornach]].]] &lt;br /&gt;
=== DES VORSPIELES UND ZWISCHENSPIELES ===&lt;br /&gt;
* [[Sophia (Mysteriendrama)|Sophia]]&lt;br /&gt;
* [[Estella (Mysteriendrama)|Estella]] &lt;br /&gt;
* Zwei Kinder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== DES MYSTERIUMS ===&lt;br /&gt;
*[[Johannes Thomasius]]&lt;br /&gt;
*[[Maria (Mysteriendrama)|Maria]]&lt;br /&gt;
*[[Benedictus]]&lt;br /&gt;
*[[Theodosius]], dessen Urbild im Verlaufe als Geist der Liebe sich offenbart &lt;br /&gt;
*[[Romanus]], dessen Urbild im Verlaufe als Geist der Tatkraft sich offenbart&lt;br /&gt;
*[[Retardus]], nur als Geist wirksam &lt;br /&gt;
*[[German]], dessen Urbild im Verlaufe als Geist des Erdgehirns sich offenbart&lt;br /&gt;
&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td width=&amp;quot;150px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[[Philia (Mysteriendrama)|Philia]]&lt;br /&gt;
*[[Astrid (Mysteriendrama)|Astrid]]&lt;br /&gt;
*[[Luna (Mysteriendrama)|Luna]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Freundinnen Marias, deren Urbilder&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Verlaufe als Geister von&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marias Seelenkräften sich offenbaren&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[[Helena (Mysteriendrama)|Helena]], deren Urbild im Verlaufe als Lucifer sich offenbart&lt;br /&gt;
*[[Professor Capesius]]&lt;br /&gt;
*[[Doktor Strader]]&lt;br /&gt;
*[[Felix Balde]], der sich als ein Träger des Naturgeistes offenbart&lt;br /&gt;
*[[Frau Balde]]&lt;br /&gt;
*[[Die andre Maria]], deren Urbild im Verlaufe sich als Seele der Liebe offenbart &lt;br /&gt;
*[[Theodora]], Seherin&lt;br /&gt;
*[[Ahriman]], nur als Seele wirksam gedacht &lt;br /&gt;
*[[Der Geist der Elemente]], nur als Geist wirksam gedacht &lt;br /&gt;
*Ein Kind, dessen Urbild im Verlaufe als junge Seele sich offenbart&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
=== Vorspiel === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Zimmer der Sophia&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pforte_Vorspiel.JPG|thumb|400px|Vorspiel ([[Estella (Mysteriendrama)|Estella]] und [[Sophia (Mysteriendrama)|Sophia]])]]&lt;br /&gt;
Das Vorspiel beginnt mit einem einfachen Kinderlied, das allerdings bei aller Schlichtheit schon die Gesinnung andeutet, aus der das Geschehen des eigentlich dramatischen Teils aufgefasst werden soll, nämlich mit einer gewissen vorurteilslosen kindlichen, nicht durch den Intellekt getrübten Offenheit: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sonne Licht durchflutet&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Des Raumes Weiten,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Vögel Singen durchhallet&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Luft Gefilde,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Pflanzen Segen entkeimet&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dem Erdenwesen,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und Menschenseelen erheben&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Dankgefühlen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sich zu den Geistern der Welt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Vorspiel führt nun weiter zu einem Streitgespräch zwischen Estella und Sophia. Sophia ist, wie schon der Name andeutet, die Verfechterin der Geisteswissenschaft, der Anthroposophie, in der Estella aber nur ein müßiges Gedankenspiel sehen kann, das den Menschen von der eigentlichen Realität, von den wahren Problemen des Lebens ablenkt. Auch würden viele Vertreter der Geisteswissenschaft aus ihrem Dünkel hochmütig auf die anderen Menschen herabblicken und sich für etwas Besseres halten. Ganz verfehlt erscheint es Estella, wenn man die weltfremde Geistesschau zur Grundlage des künstlerischen Schaffens machen wollte und sie lädt Sophia ein, mit ihr gemeinsam eine Aufführung der „Enterbten der Seele und des Leibes“ zu besuchen, wo die wahren Lebensprobleme in naturalistisch-dramatischer Form gezeigt würden. Doch Sophia lehnt ab, denn sie will am selben Abend ein Theaterstück, offenbar ein Mysteriendrama, sehen, das ihrer geistigen Auffassung entspricht. Es kommt zu keiner Verständigung zwischen den beiden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner reflektiert selbstkritisch in dem Vorspiel seinen eigenen künstlerischen Ansatz und das ganze anthroposophische Streben überhaupt. Er wirft Einwände auf, die man machen kann, gibt Gegenargumente, wertet aber nicht nach der einen oder anderen Richtung, sondern überlässt dem Publikum die Entscheidung, welcher Argumentation es folgen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erstes Bild === &lt;br /&gt;
[[Datei:Mysteriendrama Johannes.jpg|thumb|400px|Johannes Thomasius (1. Bild). Foto von der Neuinszenierung von [[Rudolf Steiner]]s [[Mysteriendramen]] an der [[Goetheanum]]-Bühne 2010. Foto: Jochen Quast]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Zimmer in rosenrotem Grundton&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine Tür an der rechten Seite, die zu einem Vortragssaal führt, wo offenbar soeben ein geisteswissenschaftlicher Vortrag zu Ende gegangen ist, treten nach und nach die Hauptpersonen herein, die den weiteren Fortgang des Dramas bestimmen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuerst kommen Johannes Thomasius und Maria, die eigentlichen Protagonisten. Johannes ist Maler, und Maria seine geliebte Freundin, die ihn durch ihre fest verwurzelte geistige Weltsicht menschlich tief inspiriert, doch zugleich, was beide nicht recht verstehen können, seine künstlerische Schaffenskraft lähmt. Unschwer erkennt man in Maria die Lilie aus Goethes Märchen wieder, die den unglücklichen Jüngling versteinert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann treten Capesius und Strader auf, die beiden Irrlichter aus dem Märchen. Beide sind realen Menschen nachempfunden. Capesius hat deutlich Züge von Steiners ehemaligem Hochschullehrer Karl Julius Schröer und Strader hat viel gemeinsam mit dem Philosophen Gideon Spicker, der selbst auch schon in seinen Schriften das Wort „Anthroposophie“ im Sinne von höchster Selbsterkenntnis des Menschen gebraucht hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Handelt es sich aber in der Wissenschaft um die Erkenntnis der Dinge, in der Philosophie dagegen in letzter Instanz um die Erkenntnis dieser Erkenntnis, so ist das eigentliche Studium des Menschen der Mensch selbst, und der Philosophie höchstes Ziel ist Selbsterkenntnis oder Anthroposophie.“ {{Lit|Spicker}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den beiden Gelehrten folgen Philia, Astrid und Luna, die sich später als Repräsentantinnen der drei Seelenglieder, der Empfindungsseele, der Verstandesseele und der Bewusstseinsseele, bzw. auch des Fühlens, Denkens und Wollens, erweisen werden. &lt;br /&gt;
Theodora, die als nächstes auftritt, ist eine junge Frau mit atavistischen hellseherischen Fähigkeiten, die sie aber nicht selbst unter Kontrolle hat. Inmitten der versammelten Menschen wird sie von einer Vision ergriffen, die auf das baldige Kommen des ätherischen Christus hinweist. Strader, der mit seinem nüchternen Verstand den geistigen Wahrheiten sehr skeptisch gegenübersteht, ist von dieser Vision tief beeindruckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felix Balde, der gemeinsam mit seiner Frau Felicia auftritt, hat sein reales Vorbild in dem Kräutersammler [[Felix Koguzki]], der eine wichtige Rolle im Leben Rudolf Steiners gespielt hat. Felix Balde wird als einzelgängerischer Naturmensch geschildert, der eine tiefmystische Beziehung zu den vielerlei Naturwesen hat. Seine Frau Felicia ist eine begnadete Märchenerzählerin, bei der Capesius und Strader oft zu Gast sind, und dort ihre Seelen durch ihre Erzählungen erfrischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach betritt wieder eine Dreiergruppe von Personen die Bühne, nämlich Theodosius, German und Romanus, die den drei Königen aus Goethes Märchen entsprechen. Sie sind in gewisser Weise auch Repräsentanten des Fühlens, Denkens und Wollens und ihre Urbilder zeigen diese Kräfte später im kosmischen Maßstab. Theodosius wird später als Geist der Liebe bezeichnet, German als Geist des Erdgehirns und Romanus als Geist der Tatkraft. Retardus, der dem vierten, dem gemischten König aus Goethes Märchen entspricht, ist nur als Geist wirksam gedacht und tritt in dieser Szene noch nicht, sondern erst viel später im fünften Bild auf, das im unterirdischen Tempel, der verborgenen Mysterienstätte der Hierophanten, spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „andere Maria“, die grüne Schlange des Märchens, die danach die Szene betritt, zeigt schon durch ihren Namen ihre enge geistige Beziehung zur Figur der Maria. Ihr Urbild zeigt sich später als die Seele der Liebe und steht dadurch auch in einem Naheverhältnis zu Theodosius. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus, der nun auf den Plan tritt, ist offenbar ein großer Eingeweihter und der Lehrer der Geistesgemeinschaft, die sich hier versammelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt tritt noch Helena auf, deren Urbild sich später als Luzifer zeigt. Sie will Johannes an der Geisteswissenschaft irre machen und ihn auf einen Weg weisen, der schneller und schmerzloser ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweites Bild ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mysteriendrama Johannes und Luzifer.jpg|thumb|400px|Johannes Thomasius in Meditation versunken, [[Luzifer]] im Hintergrund (4. Bild). Foto von der Neuinszenierung von [[Rudolf Steiner]]s [[Mysteriendramen]] an der [[Goetheanum]]-Bühne 2010. Foto: Jochen Quast]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gegend im Freien&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tief in Meditation versunken ringt Johannes um Selbsterkenntnis. Von allen Dingen, von allen Wesen in der Welt ruft es ihm zu: „O Mensch, erkenne dich!“ Doch das wird für ihn zu einem furchtbaren Erlebnis. Ganz in sich versenkt, fühlt er sich wie zerrissen in die ganze Welt und scheint sich selbst ganz zu verlieren. Seine Einsamkeit, in die er sich sonst zurückziehen und dort Ruhe finden konnte, ist ihm verloren. Er ist in sich selbst nicht mehr mit sich selbst allein. In alle Wesen muss er eintauchen und den Schmerz erleben, den er ihnen im Leben zugefügt hat. So begegnet ihm die Seele einer Jugendliebe, die er einst verlassen hatte, nachdem er Maria kennenlernte, und die darüber vor Gram gestorben war. Was Johannes hier widerfährt, ist ein Vorgeschmack dessen, was den Menschen nach dem [[Tod]] im [[Kamaloka]] erwartet. Doch solche Prüfungen muss der Geistesschüler durchmachen; vor allem muss ihm seine eigene niedere Natur ganz ungeschminkt entgegentreten. Johannes erscheint sie als wilder Wurm, &amp;quot;aus Lust und Gier geboren&amp;quot; und er fühlt sich daran gefesselt, fester noch, als Prometheus an den Kaukasus geschmiedet war. Maria, die ihm zuletzt in seiner Mediation erscheint, kann Johannes auch nicht weiterhelfen. Ihm ist, als hätte er sich selbst verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drittes Bild === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Meditationszimmer&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Maria ist von Unruhe getrieben. Sie kann sich nicht erklären, warum Johannes Kräfte durch ihre Gegenwart wie gelähmt sind. Und auch ihr Pflegekind, das früh schon schöne Anlagen zeigte, scheint in ihrer Nähe seelisch zu veröden. Benedictus soll ihr dies Rätsel lösen. Jener beiden Kräfte, so erklärt Benedictus, stammen noch aus dem niederen Teil ihres Wesens und müssen, ausgelöst durch Marias geistige Nähe, notwendig dahinschmelzen, ehe neue, höhere Kräfte erwachen können. Ein Schicksalsknoten aus den Fäden, &amp;quot;die Karma spinnt im Weltenwerden&amp;quot;, zeige sich hier, wie Benedictus weiter ausführt. Auch offenbart er Maria, dass sie ausersehen ist, dass ein hohes Gotteswesen auf Erden durch sie wirke, dass sich Göttertaten hier mit dem Menschenleben verschlingen. Maria ist so tief erschüttert, dass ihr geistig-seelischer Wesenskern ins [[Devachan|Geisterland]] entrückt wird. Wie es in solchen Fällen oft geschieht, wird ihre vom [[Ich]] verlassene Körperhülle von den [[Widersacher]]mächten ergriffen und aus ihrem Munde tönen bittere Vorwürfe gegen Benedictus. Auch Johannes, der während der ganzen Szene anwesend ist, wird tief ergriffen, doch weiß er das Geschehen recht zu deuten und hält stand. Dadurch wird ihm selbst der geistige Blick eröffnet. Der Inhalt seiner Geistesschau wird in den folgenden Bildern geschildert. Zum Geleit auf diesem geistigen Weg gibt ihm Benedictus noch folgenden [[Mantra|mantrischen]] Spruch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch Raumesweiten, &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu füllen die Welt mit Sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Liebe Segen, er erwarmet&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Zeitenfolgen,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu rufen aller Welten Offenbarung.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und Geistesboten, sie vermählen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Des Lichtes webend Wesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Seelenoffenbarung;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wenn vermählen kann mit beiden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch sein eigen Selbst,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ist er in Geisteshöhen lebend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Viertes Bild === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Seelenwelt&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Bild:Mysteriendrama1 04.jpg|thumb|400px|Strader und Capesius begegnen in der Seelenwelt der &amp;quot;anderen Maria&amp;quot; (4. Bild).]]&lt;br /&gt;
Johannes ist wieder tief in Meditation versunken, die Szene zeigt, was er dabei in der Seelenwelt erlebt. Zuerst erscheinen ihm  Luzifer und Ahriman, wie Benedictus es angekündigt hat. Der eine lebt im Innern als Versucher, der andere trübt den Blick nach außen. Dann taucht aus den Erdentiefen der Geist der Elemente herauf, begleitet von Capesius und Strader. Der Geist der Elemente, der, wie er sagt, ihnen ihr Selbst gegeben hat, fordert nun seinen Lohn dafür. Doch beide können ihn nicht geben. Was sie bisher aus ihren Erkenntniskräften so stolz und hochmütig schöpfen können, erregt nur Blitz und Donner in der Seelenwelt. So verlässt sie der Geist der Elemente und will seinen Lohn von der Frau fordern, die den beiden Gelehrten ihre seelische Kraft erfrischt - von Felicia Balde. Doch bleiben Strader und Capesius nicht lange allein. Als hätte der Fels sie selbst geboren, wird die andere Maria in ihrer Seelenform sichtbar und gibt sich als die niedere Schwester der großen Erdenmutter kund, aus deren Reich Strader und Capesius soeben heraufgestiegen sind. Sie, die hier als die Seelenkraft der Liebe erscheint, will die &amp;quot;stolzen Reden&amp;quot; der beiden Wissenschaftler in sich aufnehmen und so verwandeln, dass sie zu echter [[Weisheit]] werden. Ähnlich hatte die Schlange in [[Goethes Märchen]] das Gold der Irrlichter in sich aufgenommen und in inneres Licht verwandelt. Dann weist sie den beiden noch zwei Wege, die ins Reich des Geistes führen. Der erste ist der Weg der Kunst, wie ihn auch Johannes Thomasius geht, der zweite ist der Weg der nicht voll bewussten Naturmystik, der im Drama durch Felix Balde repräsentiert wird. Doch beide Wege scheinen Capesius und Strader nicht gangbar und so sind sie letztlich wieder auf sich selbst zurückgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fünftes Bild === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein unterirdischer Felsentempel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der verborgenen Mysterienstätte der [[Hierophant]]en erscheint Benedictus mit seinen beiden Geistesgefährten Theodosius und Romanus. German fehlt, dafür tritt nun Retardus erstmals auf. Johannes erlebt die ganze Szene tief in Meditation versunken mit. Benedictus hat Johannes zur ersten Geistesschau geführt, doch soll diesem nun voll bewusst erlebte Wahrheit werden, was er bis jetzt nur als Seelenbild sehen durfte, so muss er Johannes weiter hinauf ins Reich des Geistes leiten. Die Zeit dafür scheint Benedictus reif, doch bedarf er der Hilfe seiner beiden Gefährten, um Johannes weiterzuführen. Theodosius soll Johannes` Herz mit der Weltenkraft der Liebe erfüllen und Romanus soll ihn durch die Kraft des Weltenwillens stärken. Doch Retardus macht seinem Namen alle Ehre und widerstrebt dem ganzen Unternehmen; noch scheint ihm die Zeit nicht reif, dass ein Mensch zu neuer, voll bewusster Geistesschau erwachen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da naht Felix Balde in seiner irdischen Gestalt und die andere Maria in Seelenform. Felix Balde übt scharfe Kritik an der abstrakten naturwissenschaftlichen Weltanschauung. Als Theodosius ihn fragt, warum er nicht seine Art der Naturmystik an die Menschen heranbringe, meint Balde, dass er von den meisten Menschen doch nur als &amp;quot;dumpfer Tropf&amp;quot; angesehen würde. Die andere Maria schlägt vor, dass sie ihre Kräfte, d.h. ihre eigene hingebungsvolle Liebe und Baldes Naturweisheit, mit denen der Tempelbrüder verbinden sollten, denn so vereint könnten sie fruchtbar in Menschenseelen wirken. Dem stimmen die Tempelbrüder zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sechstes Bild === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Seelenwelt&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:6.Bild Maerchen.jpg|thumb|350px|Eurythmische Darstellung des [[Das Märchen vom Lieben und Hassen|Märchens vom Lieben und Hassen]] (6. Bild)]]&lt;br /&gt;
Der Geist der Elemente fordert nun den Lohn, den ihm Strader und Capesius schulden, von Frau Balde. Frau Balde wehrt zunächst ab, denn die beiden hätten schon die Seele ihres Sohnes mit ihrer abstrakten Wissenschaft vergiftet, sodass sie nun nicht auch noch für deren Schulden einstehen wolle. Doch der Geist der Elemente weicht nicht von seiner Forderung ab. Sie müsse sich eines ihrer Märchenbilder entringen, damit es den ihm dienenden Felsengeistern als Seelennahrung dienen könne. Und so beginnt Frau Balde von einem Wesen zu erzählen, das von Ost nach West dem Lauf der Sonne hin über Länder und Meere folgte, wo die Menschen in Liebe und Hass ihre Erdentage verbrachten, bis es endlich an des Haus eines müden, alten Mannes kam, der viel über Menschenliebe und auch Menschenhass nachgesonnen hatte. Hier verweilte das Wesen bis zum nächsten Morgen und setzte erst dann seine Reise fort. Doch als es zum zweiten Mal an die Hütte des alten Mannes kam, da war er tot. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Germans Mund hallt dieses Märchen jedoch ganz anders wider: Es war einmal ein Mann, der zog von Ost nach West und sah, wie die Menschen lieben und hassend sich verfolgen, doch wie Hass und Liebe die Erdenwelt regieren, war in kein Gesetz zu bringen. Da traf der Mann auf seinem Weg ein Lichteswesen, dem folgte eine finstre Schattenform. &amp;quot;Wer seid ihr?&amp;quot;, frug der Mann. &amp;quot;Ich bin die Liebe&amp;quot;, sagte das Lichteswesen. &amp;quot;In mir erblick den Hass&amp;quot;, sprach das andere. Doch diese Worte hörte der Mann nicht mehr und zog fortan als tauber Forscher weiter von Ost nach West. Felicia Balde fühlt sich verspottet, doch so verzerrt müssen Felicias Worte erscheinen, wenn sie ins riesenhafte vergrößert aus dem Geist des Erdgehirns widertönen, als dessen Repräsentant sich nun German erweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Siebentes Bild === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Gebiet des Geistes&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:7.Bild-Maria-Johannes-Theodora.jpg|thumb|350px|Maria, Johannes und Theodora (7. Bild)]]&lt;br /&gt;
Maria erscheint im Gebiet des Geistes, also im [[Devachan]], für das ihr [[Bewusstsein]] durch die Ereignisse des dritten Bildes geweckt wurde und auch ihr Pflegekind wird auf der Szene sichtbar. Begleitet wird Maria von Philia, Astrid und Luna, die sich nun als die Urbilder ihrer eigenen [[Seelenkräfte]] offenbaren. Philia, die sich mit klarstem Lichtessein erfüllt und sich belebenden Klangesstoff eratmen will, erweist sich so als Urbild der [[Empfindungsseele]]. Astrid, in der sich die [[Verstandes- oder Gemütsseele]] kundgibt, verwebt das Licht mit dämpfender Finsternis und verdichtet das Klangesleben. Luna schließlich, durch die die [[Bewusstseinsseele]] spricht, erwärmt den Seelenstoff und erhärtet den [[Lebensäther]] und gibt damit erst der geistigen Erkenntnis die tragfähige Sicherheit. Gemeinsam mit Maria bereiten sie damit Johannes den Weg, auf dem auch er bewusst in das Geisterland eintreten kann und so Maria erstmals in ihrem wahren geistigen [[Wesen]] erkennen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes, der schon seit Beginn der Szene anwesend ist, sich aber erst allmählich in den Vordergrund bewegt, rekapituliert nun all das, was er zuvor in der Seelenwelt erlebt hat. Die Seherin Theodora, die jetzt erscheint, leitet nun Johannes` Geistesblick zu einer früheren weiblichen Inkarnation zurück, in der er Maria schon in anderer Gestalt begegnet war und sein [[Schicksal]] eng mit dem ihren verbunden hatte. Maria, damals in einer männlichen Inkarnation, war, wie sie nun selbst sagt, als Christusbote aus den hybernischen Mysterien zu jenem Stamm gekommen, wo Johannes damals lebte und wo noch die Götter Odin und Baldur verehrt wurden. Johannes fühlte sich damals sofort mächtig von dieser Botschaft angezogen, doch blieb die Kraft, die ihn mit Maria verband, noch beiden unbewusst, woraus manche Schmerzen und Leiden erwuchsen. Und doch lag in diesen Leiden zugleich die Kraft, die beide hierher geführt hatte, wo sie einander nun wahrhaft erkennen können. Dass Johannes nun Maria, mit der er schon im irdischen [[Dasein]] verbunden ist, auch in ihrem geistigen Wesen erkennt, gibt ihm zugleich den festen Punkt, durch den er sich in der Geisteswelt orientieren kann. Jetzt erkennt Johannes auch jene Worte, die im dritten Bild nur verzerrt durch die vom Geist verlassene Leibeshülle Marias ertönt waren, in ihrem wahren Gehalt. Maria spricht davon, wie beseligend für sie die Worte des Benedictus` gewesen waren, der ihr offenbart hatte, dass ein hohes Geisteswesen sie auserwählt hatte, um durch sie auf Erden zu wirken und wie Benedictus Johannes die Kraft verliehen hatte, ihr bewusst in die Geistersphären zu folgen. So vorbereitet, kann auch Benedictus selbst dem Geistesblick des Johannes erscheinen und Benedictus kann jene Worte der Kraft sprechen, die unmittelbar aus den geistigen Reichen strömen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Von Mensch zu Mensch,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu füllen alle Welt mit Wahrheit.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Liebe Segen, er erwarmet&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Seele an der Seele,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu wirken aller Welten Seligkeit.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und Geistesboten, sie vermählen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Menschen Segenswerke&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Weltenzielen;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und wenn vermählen kann die beiden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch, der sich im Menschen findet,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erstrahlet Geisteslicht durch Seelenwärme.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwischenspiel === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Zimmer der Sophia&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene des Zwischenspiels geht davon aus, dass die vorangegangenen Bilder den Inhalt des Mysteriendramas bilden, dem Sophia beigewohnt hat. Estella kommt, um von dem naturalistischen Drama zu erzählen, das sie gesehen hat. Es erzählt von einem Maler, der aus unglücklicher Liebe all seine Schaffenskraft verloren hat. Ganz offensichtlich wird in diesem Drama, genau die selbe Geschichte erzählt, wie in dem Mysteriendrama, nur wird sie diesmal ganz von außen und ohne den geistigen Hintergrund betrachtet. Noch einmal stellt also hier Steiner sein künstlerisches Konzept des geistigen Realismus dem bloßen Naturalismus gegenüber und wägt die Argumente für beide Auffassungen gegeneinander ab, um letzlich das Publikum entscheiden zu lassen, welcher Ansicht es sich mehr zuneigen will. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Achtes Bild === &lt;br /&gt;
[[Datei:Mysteriendrama Johannes und Capesius.jpg|thumb|400px|Johannes Thomasius und Professor Capesius (8. Bild). Foto von der Neuinszenierung von [[Rudolf Steiner]]s [[Mysteriendramen]] an der [[Goetheanum]]-Bühne 2010. Foto: Jochen Quast]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Zimmer in rosenrotem Grundton&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile sind drei Jahre vergangen. Johannes hat sich Capesius als Student angeschlossen, um mehr über die Geistesgeschichte der Menschheit zu erfahren. Auch seine künstlerische Schaffenskraft ist wieder voll erwacht und zwar auf völlig neue Weise, indem er nun seine Bilder aus dem unmittelbaren geistigen Erleben schöpft. Soeben hat er ein Porträt von Capesius vollendet, durch das dessen geistige Wesenheit so klar und tief zum Ausdruck kommt, das dieser nur staunen kann. Strader ist von dem Gemälde nicht weniger beeindruckt, doch quält es ihn zugleich, da er sich nicht erklären kann, aus welcher Quelle Johannes seine Kunst schöpft, und an die Wirklichkeit der geistigen Welt vermag er nicht zu glauben. Verwirrt und beunruhigt stürzt er davon und Capesius folgt seinem Freund. Johannes offenbart nun Maria, wie ihm bei der Gestaltung des Bildes gewisse Eindrücke von früheren Erdenleben des Capesius den Pinsel geführt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuntes Bild === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Gegend im Freien&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Bild wird das Motiv der Selbsterkenntnis aus dem zweiten Bild wieder aufgenommen und zugleich auf eine höhere Ebene gehoben. &amp;quot;O Mensch, erlebe dich!&amp;quot; ertönt es nun aus Felsen und Quellen rings um Johannes. Nun empfindet Johannes sein Selbst nicht mehr so zerstreut in alle Wesen dieser Welt, das er Gefahr läuft sich selbst völlig zu verlieren. Vielmehr fühlt er sein Selbst nun so kraftvoll getragen von allen Weltenwesen, dass er darin eine feste und unverlierbare Stütze seines Eigenwesens erleben kann. Nun fühlt er auch in sich die Kraft und den Willen, die Leiden jener Jugendfreundin zu lindern, die durch seine Schuld gestorben war, indem er ihr Selbst in seinem eigenen Selbst wieder aufleben läßt. Das Bild des eignen Wesens erscheint ihm nun nicht mehr in der Drachengestalt, zu der sich seine Verfehlungen aus der Vergangenheit verdichtet haben, sondern es tritt ihm als Lichteswesen entgegen, das ihm das Ziel bezeichnet, dem er in Zukunftszeiten gleichen will. So hell erstrahlt nun sein geistiger Stern, dass dadurch auch Maria, der er so eng verbunden ist, herbeigerufen wird und sein Licht in ihrer eigenen Seele erleben kann.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zehntes Bild === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Meditationszimmer&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gehüllt in die Gestalt des Theodosius` erscheint Johannes nun die Weltenliebesmacht, also letzlich der Christus selbst. Die Prophezeihung der Theodora aus dem ersten Bild beginnt sich für Johannes zu verwirklichen. Aus der Kraft dieser Liebesquelle will Johannes schöpfen, um so gestärkt auch mutig den Widersachermächten entgegentreten. Schon scheint ein finsteres, bedrohliches Wesen zu nahen - doch es ist Benedictus. Johannes hält ihn zunächst für ein teuflisches Truggebilde, doch erkennt er bald, dass es wirklich Benedictus ist und fühlt die Kraft der Wahrheit, die dieser in ihm entzündet hat. Benedictus gemahnt Johannes: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch willst du weiter schreiten,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
So musst du jenen Weg betreten,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der dich zu meinem Tempel führt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Soll meine Weisheit dir auch ferner leuchten,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie muss von jenem Orte fliessen,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wo ich vereint mit meinen Brüdern wirke.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So als Mitglied des Mysterienbundes zu echter Geistesschülerschaft berufen, vermag Johannes erstmals die Widersachermächte in ihrer wahren Gestalt zu schauen, wodurch sie ihm zu dienenden, hilfreichen Kräften werden. Und so darf die Geisterstimme aus den Höhen am Ende der Szene verkünden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es steigen deine Gedanken&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Urweltgründe;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was in Seelenwahn dich getrieben, ([[Luzifer]])&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was in Irrtum dich erhalten, ([[Ahriman]])&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erscheinet dir im Geisteslicht,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch dessen Fülle&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Menschen schauend&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Wahrheit denken!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch dessen Fülle&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Menschen strebend&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Liebe leben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Elftes Bild ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der Sonnentempel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie in [[Goethes Märchen]] am Ende der unterirdische Tempel an die Erdoberfläche steigt, ist nun der Sonnentempel, die verborgene Mysterienstätte der Hierophanten, oberirdisch zu denken. Hier versammeln sich alle handelnden Personen zum großen Finale. Zuerst tritt Retardus hervor und fordert Capesius und Strader vor den Richterstuhl. Capesius hätte durch seine Geistesart in Johannes und Maria die Neigung für das Geistesschauen verdrängen sollen, doch statt dessen übergab er sich selbst den geisterweckenden Wirkungen, die von den beiden ausgehen. Strader hätte durch sein strenges, nüchternes Denken die Zauberkraft der Geistesschau zerstören sollen, doch er war gescheitert, weil ihm selbst des Fühlens Sicherheit fehlt. Und so muss Retardus die Seelen von Maria und Johannes den Mysterienbrüdern überlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf erscheint Benedictus in Begleitung von Luzifer und Ahriman. Beide Widersachermächte müssen nun bekennen, dass sie ihre Macht über Johannes und Maria verloren haben und fortan als ihnen dienende Kräfte wirken werden. Luzifer spricht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und kann ich ihre Seelen nicht versuchen,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wird meine Kraft im Geiste ihnen erst&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die schönsten Früchte reifen lassen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild:Ahriman.jpg|thumb|400px|[[Ahriman]] in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s [[Mysteriendrama]] &amp;quot;Die Pforte der Einweihung&amp;quot; am [[Goetheanum]] in [[Wikipedia:Dornach SO|Dornach]].]]&lt;br /&gt;
Auch Ahriman muss nun auf den Geist der beiden verzichten, doch wird er sie auch weiterhin mit dem Schein beglücken, durch den sich aber nun nicht mehr Irrtum und Lüge, sondern allein die Wahrheit offenbaren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theodosius, der Geist der Liebe, wendet sich nun an die andere Maria. Er konnte deren höherer Schwester Maria wohl der Liebe Licht, doch nicht der Liebe Wärme geben, solange die andere Maria ihre edlen Kräfte nur aus dem dunklen Fühlen erstehen lassen wollte. Die andere Maria erkennt, dass sie ihre Kräfte hinopfern muss, damit sich in Maria Liebeslicht und Liebeswärme zu ihrer vollbewussten Wirkung verbinden können und sie ist bereit, diese Opfertat zu vollbringen, so wie sich in Goethes Märchen die grüne Schlange hinopfert, damit das neue Zeitalter der bewussten Geistesschau anbrechen kann. Johannes erkennt, dass er dieses Opfer in seiner Seele nachvollziehen muss, auch in ihr soll Liebeswärme sich dem Liebeslichte opfern, damit Geist-Erkenntnis aus dem Seelensein erblüht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie die andere Maria, durch die edlen, aber dumpfen Kräfte ihres Fühlens, das Geisteslicht an seiner vollbewussten Entfaltung gehindert hat, so hat in ähnlicher Weise Felix Balde, indem nur aus dunklen Tiefen schöpfen wollte, die Willenskräfte gebunden, wie ihm nun Romanus zu verstehen gibt. Doch nun hat auch Felix den Weg zum oberirdischen Tempel der bewussten Geistesschau gefunden, und auch diesen Weg will Johannes in seiner Seele nachvollziehen. Retardus muss nun einsehen, dass er von Maria und Johannes endgültig ablassen muss. Sie haben ihr neues Licht gefunden. Doch Capesius scheint dem Retardus nun verloren, da er sich seiner Macht entzogen hat, bevor ihm noch das Licht des Tempels leuchten kann. Benedictus aber sieht, dass Capesius bereits den Weg begonnen hat, der auch ihn zum Licht führen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verloren scheint allein Strader, der die Zweifel seines Herzens nicht bannen kann, die das neue Geisteslicht an seiner Entfaltung hindern. Doch auch ihm wird neue Hoffnung prophezeiht durch Theodora, die am Ende noch erscheint. Auch du, so sagt sie, wirst einst die Worte sprechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Ich habe mir errungen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Kraft, zum Licht zu kommen.»&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Gideon Spicker]]: &#039;&#039;Die Philosophie des Grafen von Shaftesbury&#039;&#039;, 1872&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.goetheanum-buehne.ch/3366.html Die Mysteriendramen 2010] - Die Neuinszenierung der Mysteriendramen am Goetheanum.&lt;br /&gt;
* [http://www.mysteriendramen.org Die Mysteriendramen Rudolf Steiners]&lt;br /&gt;
* [[Bild:adobepdf_small.gif|link=http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014a.pdf|Text]] http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014a.pdf - Die Pforte der Einweihung als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
* [[Bild:adobepdf_small.gif|link=http://www.anthrowiki.info/jump.php?url=http://www.anthrowiki.info/ftp/anthroposophie/Die_Pforte_der_Einweihung_Programmheft.pdf|Programmheft 2010]] [http://www.anthrowiki.info/jump.php?url=http://www.anthrowiki.info/ftp/anthroposophie/Die_Pforte_der_Einweihung_Programmheft.pdf Die Pforte der Einweihung] - Programmheft der Wiener Aufführungen  2010 ([[Bild:adobepdf_small.gif|link=http://www.anthrowiki.info/jump.php?url=http://www.anthrowiki.info/ftp/anthroposophie/Die_Pforte_der_Einweihung_Programmheft_Druckversion.pdf|Druckversion]] [http://www.anthrowiki.info/jump.php?url=http://www.anthrowiki.info/ftp/anthroposophie/Die_Pforte_der_Einweihung_Programmheft_Druckversion.pdf Doppelseitige Druckversion A5])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysteriendramen von Rudolf Steiner|202]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die Pforte der Einweihung|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Die_Pr%C3%BCfung_der_Seele&amp;diff=625056</id>
		<title>Die Prüfung der Seele</title>
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		<updated>2025-12-29T19:04:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: Kommata, fehlende Pronomen, fehlende Apostroph&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mysteriendramensiegel_2.gif|thumb|Siegelbild für das zweite Mysteriendrama nach dem Entwurf [[Rudolf Steiner]]s.]]&lt;br /&gt;
== Die Prüfung der Seele == &lt;br /&gt;
=== Szenisches Lebensbild als Nachspiel zur «[[Pforte der Einweihung]]» ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Pruefung der Seele 1911.jpg|thumb|300px|Ankündigung der Uraufführung (1911)]]&lt;br /&gt;
ist das zweite von [[Rudolf Steiner]] verfasste [[Mysteriendrama]]. Die Uraufführung fand am [[Wikipedia:17. August|17. August]] [[Wikipedia:1911|1911]] im &#039;&#039;Gärtnerplatz-Theater&#039;&#039; in [[Wikipedia:München|München]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kurzinhalt===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handlung spielt mehrere Jahre nach den Geschehnissen der „[[Die Pforte der Einweihung|Pforte der Einweihung]]. Am Beispiel des Johannes Thomasius ist Capesius klar geworden, dass der Mensch erkennend in die geistige Welt vordringen kann, doch machtlos fühlt er sich, selbst diesen Weg zu gehen. Maria erkennt durch Benedictus` Hilfe, dass sie sich für einige Zeit von Johannes lösen muss, um ihm die eigenständige geistige Weiterentwicklung zu ermöglichen. Für Johannes ist diese Trennung schmerzlich und die folgende Begegnung mit dem Doppelgänger zeigt ihm deutlich seine Schwächen. Strader hat indessen sein fruchtloses Erkenntnisstreben aufgegeben und widmet sich als Vorsteher einer Schraubenfabrik praktischen Lebensaufgaben. Eine wichtige Rolle spielen auch wieder Philia, Astrid und Luna, die die menschlichen Seelenkräfte mit dem Kosmos verbinden, und die andre Philia, die diese Verbindung zu hemmen sucht, aber gerade dadurch das Element der Liebe in die Welt trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Heimweg vom Häuschen der Familie Balde erlebt Capesius eine erschütternde Rückschau in seine vorige Inkarnation, die gleichzeitig auch Maria und Johannes miterleben. Diese Rückblende in die Zeit des Hochmittelalters bildet das Kernstück des zweiten Dramas und offenbart die Schicksalsverflechtungen zwischen den handelnden Personen. Maria wirkte damals als streng kirchentreuer Mönch und nahm Johannes, damals Thomas genannt, ganz gegen den Templerorden ein, für den dieser als Bergwerksmeister arbeitete. In einem der führenden Ordensmeister, der früheren Inkarnation des Capesius, muss Thomas seinen lange vermissten Vater wiedererkennen, der vor vielen Jahren schmählich die Familie verlassen hatte. In Cäcilia, der Theodora des ersten Dramas und jetzigen Pflegetochter der Kühnes, erkennt er seine lang vermisste Schwester wieder. Der heilkundige, aber von den Dorfbewohnern wenig geliebte, doch mit den Tempelrittern eng verbundene Jude Simon erweist sich als frühere Inkarnation Straders. Der Geist des Benedictus`, der einst der verehrte Lehrmeister des Mönches gewesen war, gibt Maria, in ihrer damaligen Inkarnation, schließlich Einblicke in die wahren und edlen Motive der Tempelritter und stößt damit ein Umdenken an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Capesius kann seine Schuld aus der vorigen Inkarnation nicht verwinden und flüchtet sich in die bewusstseinsdämpfende schmerzlindernde Nähe Luzifers, in dessen Fänge auch Thomasius durch seine Schwäche und unterschwellige Triebhaftigkeit geworfen wird. Und so können am Ende nur Maria und Strader, er allerdings nur unbewusst, den geistigen Sonnentempel der Hierophanten betreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Siegelbild ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Mysteriendramensiegel_2.jpg|thumb|300px|Siegelbild mit der von Rudolf Steiner gegebenen Hintergrundfarbe des Bucheinbandes]]&lt;br /&gt;
Zur Gestaltung des [[Dramensiegel|Siegelbildes]] für «Die Prüfung der Seele» berichtet die Goldschmiedin [[Bertha Meyer-Jacobs]] von einem Gespräch mit Rudolf Steiner:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nachdem ich die&lt;br /&gt;
Siegelzeichnungen oft angeschaut hatte und diese anfingen,&lt;br /&gt;
sich wie plastisch zu formen, wurde der Wunsch immer&lt;br /&gt;
stärker, sie in Metall zu bilden. Zuerst war es das Siegel zu&lt;br /&gt;
‹Die Prüfung der Seele›, was mich besonders dazu&lt;br /&gt;
drängte. Zu dieser Zeit wurde die Ausarbeitung eines&lt;br /&gt;
Schließers von mir gewünscht, und ich empfand, dass in&lt;br /&gt;
diesem Falle Wertvolles entstehen könnte, wenn es gelänge,&lt;br /&gt;
aus diesen Formen heraus etwas zu gestalten: das Siegel&lt;br /&gt;
selbst zu übertragen, war noch nicht beabsichtigt. Als ich&lt;br /&gt;
Dr. Steiner darum fragte, antwortete er mir: ‹Ja, das machen&lt;br /&gt;
Sie nur, das würde sehr gut gehen, dieses Siegel ist variabel›.&lt;br /&gt;
Weiter sagte Dr. Steiner: ‹Beachten Sie das Dick und&lt;br /&gt;
das Dünn, das Dick und das Dünn›. So sagte er es, zweimal.&lt;br /&gt;
Ich trug das Buch ‹Die Prüfung der Seele› bei mir. Rudolf&lt;br /&gt;
Steiner hatte es mir abgenommen und war bei diesen&lt;br /&gt;
Worten dem einzigartigen Wechselspiel zwischen Zartheit&lt;br /&gt;
und Fülle der Linien nachgegangen. Weiter sagte er, auf die&lt;br /&gt;
Stelle deutend, wo in feinen Linien die beiden Motive ineinandergreifen:&lt;br /&gt;
‹Und geben Sie acht, dass sich diese&lt;br /&gt;
Linien hier nicht berühren›. Dann gab er mir das Buch zurück,&lt;br /&gt;
indem er auf das Siegel wies und sagte: ‹Das ganze&lt;br /&gt;
Gespräch zwischen Capesius und Strader ist darin enthalten›.&amp;quot; {{Lit|R. Steiner: &#039;&#039;Kleinodienkunst&#039;&#039;, S. 147f}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literarische Vorlage ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelne Motive aus den Szenen der Rückschau ins Mittelalter hat [[Rudolf Steiner]] dem 1870 erschienen Roman von Karl Ivelin «Die Kinder der Liebe» entnommen. Jürg-Hinrich Volkmann schreibt dazu in seiner in &#039;&#039;Das Goetheanum&#039;&#039; veröffentlichten Rezension zur Neuauflage dieses Buches:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;«Die Kinder der Liebe» im Roman von Karl Ivelin sind ein junger Bergwerksmeister bei Bernstein im Burgenland und seine Braut. Die Verschlingungen des Schicksals führen dazu, daß beide erfahren müssen, nicht leibliche Kinder ihrer Eltern zu sein. Im 14. wie im 19. Jahrhundert ein schrecklicher Makel. Anders als im Drama ist nur der Vater der jungen Frau ein Tempelritter, der Heirat steht nach allen Verwicklungen schlußendlich nichts im Wege, und der Templerpräzeptor ist reich genug (!), für eine anständige Mitgift zu sorgen. Auch sonst gibt es erhebliche Unterschiede zu Rudolf Steiners Mysteriendrama: Von einer «Vorlage» für die Handlung kann nicht die Rede sein. Aber es finden sich manche Motive, die Rudolf Steiner angeregt haben, das Geschehen in die Gegend um Bernstein und Lockenhaus zu verlegen. Sogar der jüdische Arzt und Helfer tritt auf und bedarf auch des Schutzes gegen die vom Ortspfarrer aufgehetzten Landleute. Die Templer sind dazu weniger geeignet: Sie werden eher als Raubritter und Schürzenjäger geschildert und haben die Bergwerke längst verkauft. Aber am Ende wird doch berichtet, daß der Orden früher segensreich und bedeutend war, und die Fassung der Sage vom Untergang der Templer in Lockenhaus ist plausibler als die von der Eszterhazyschen Verwaltung überlieferte.&amp;quot; {{Lit|Volkmann, S 568}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Orden der Tempelritter ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Cross-Pattee-red.svg|miniatur|[[Wikipedia:Tatzenkreuz|Tatzenkreuz]] des Templerordens]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Burg Lockenhaus Vorderansicht.jpg|miniatur|300px|[[Wikipedia:Burg Lockenhaus|Burg Lockenhaus]] (Vorderansicht)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lockenhaus Rittersaal.jpg|thumb|300px|Der gotische Rittersaal der [[Wikipedia:Burg Lockenhaus|Burg Lockenhaus]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bernstein Burg (Bild1).jpg|miniatur|300px|[[Wikipedia:Burg Bernstein (Burgenland)|Burg Bernstein]] von Osten gesehen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Rückschau ins Hochmittelalter nimmt der [[Templerorden|Orden der Tempelritter]] eine zentrale Stelle ein. Aus ihm rekrutieren sich in der gegenwärtigen Inkarnation die Mitglieder des [[Rosenkreuzer]]-Bundes, der im «[[Der Hüter der Schwelle|Hüter der Schwelle]]» geschildert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Tempelritter]] haben den Pfad der [[Christliche Einweihung|Christlichen Einweihung]] beschritten, allerdings in einer mehr unbewussten, unsystematischen Weise, indem sie sich mit ungeheurer Gemütstiefe in die Schilderungen des [[Mysterium von Golgatha|Mysteriums von Golgatha]] versenkt haben, wie sie namentlich im zweiten Teil des [[Johannes-Evangelium]]s gegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Und bei einzelnen Templern bildete sich in einem höchsten Grade aus&lt;br /&gt;
dieses ganze Erfülltsein der Seele mit dem Empfinden von dem Mysterium von Golgatha, mit dem Empfinden von all dem, was mit dem&lt;br /&gt;
christlichen Impulse zusammenhängt. Stark und intensiv wurde die&lt;br /&gt;
Kraft dieses Verbundenseins mit dem Christus in den Templern. Das&lt;br /&gt;
war ein richtiger Templer, der gewissermaßen nichts mehr von sich&lt;br /&gt;
wußte, sondern, wenn er empfand, den Christus in sich empfinden ließ,&lt;br /&gt;
wenn er dachte, den Christus in sich denken ließ, wenn er begeistert&lt;br /&gt;
war, den Christus in sich begeistert sein ließ. Waren es vielleicht wenige,&lt;br /&gt;
aber gegenüber der gesamten Masse des Tempelrittertums war es immerhin&lt;br /&gt;
eine stattliche Anzahl von Männern, in denen dieses Ideal eine völlige&lt;br /&gt;
Umwandelung, eine ganze Metamorphose des Seelenlebens bewirkt&lt;br /&gt;
hat, die Seele wirklich oft und oft herausgebracht hat aus dem Leibe,&lt;br /&gt;
sie leben hat lassen in der geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch war etwas ganz Merkwürdiges im Kreise der Templer vor&lt;br /&gt;
sich gegangen; etwas ganz großartig Gewaltiges war dadurch im Kreise&lt;br /&gt;
der Templer vor sich gegangen, ohne daß diese Templer gekannt hätten&lt;br /&gt;
die Regeln der christlichen Initiation durch etwas anderes als durch&lt;br /&gt;
den Opferdienst. Zuerst in den Kreuzzügen, dann in dem geistigen&lt;br /&gt;
Wirken in Europa, wurde ihre Seele von der intensiven Hingabe an die&lt;br /&gt;
christlichen Impulse und an das Mysterium von Golgatha so inspiriert,&lt;br /&gt;
daß das Resultat war das Erleben der christlichen Einweihung bei&lt;br /&gt;
vielen Templern, bei einer stattlichen Anzahl der Templer. Und wir&lt;br /&gt;
haben das welthistorische Ereignis vor uns, daß auf weltgeschichtlichem&lt;br /&gt;
Untergrunde einer Reihe von Männern aus den Untergründen,&lt;br /&gt;
aus dem Schoße des menschlichen Werdens heraus die christliche Einweihung&lt;br /&gt;
erwächst, das heißt, das Schauen derjenigen geistigen Welten,&lt;br /&gt;
die dem Menschen zugänglich werden sollen durch die christliche Einweihung.&amp;quot; {{Lit|{{G|171|123f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zeit und Ort der Handlung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeit und Ort der Handlung dürfen wir uns ähnlich denken, wie in dem Roman von Karl Ivelin beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;ln der Zeit, in welcher sich die Ereignisse zutrugen, von welchen unsere Erzählung handelt, im Anfange des 14. Jahrhunderts, war die Gegend um Bernstein, Schlaining bis nach Güns und nördlich bis zu den Alpen, weit und dicht von undurchdringlichen Urwäldern überwachsen, aus denen graue Höhen und die stolzen Warttürme der umliegenden Burgen wie die unheimlich lauernden Wächter eines erbarmungslosen Zwingherrn hervorragten; nur in den grünen, grasreichen Tälern bemerkte man im Werden begriffene Ansiedlungen, deren roh gezimmerte Hütten von bebautem Land umrahmt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die traurigen Gestalten der Einwohner in den entferntesten Tälern so ängstlich und furchtsam um ihre Hütten herumschleichen sah, schien es, als ob der starre Druck schmählicher Unterjochung und Verheerung, mit welchem das Land durch die Tartaren unter Bela IV heimgesucht worden war, noch immer mit seinen tieferschütternden Nachwehen auf ihnen eisig und lastend ruhe und sie von jeder freien, regsamen Bewegung ausschließen wolle. Dagegen war unterhalb Lockenhaus und im Tale bei Banya, damals Szlavabanya genannt, reges Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dumpfe, eherne Schläge wuchtiger Hämmer und mächtige Rauchsäulen bekundeten bei Lockenhaus das Dasein großer Eisenwerke, wie das gewaltige ferne Getöse bei Banya auf zahlreiche Pochwerke und demnach auf großartigen Bergwerksbetrieb schließen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier und dort waren es Deutsche, deren Väter aus Bayern und dem Erzgebirge von König Bela IV, dem zweiten Gründer Ungarns, ins Land gerufen worden waren unter der Verheißung großer Rechte und kräftiger Unterstützung. Hier zu Lockenhaus unter dem Schutze der Templer, dort zu Banya unter der Führung mächtiger Gewerken entwickelten sie ihre Tätigkeit, bevölkerten die Gegend und förderten den Wohlstand durch Betreibung der Industrie des Bergbaus.&amp;quot; {{Lit|Ivelin, S 11}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Lockenhaus und Bernstein ====&lt;br /&gt;
Für die Gestaltung der Templerburg hat Rudolf Steiner nach den Erinnerungen [[Oskar Schmiedel]]s sehr konkrete Angaben gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Von der mittelalterlichen Szene in der Prüfung der Seele sagte Dr. Steiner, dass die Burg in den östlichen Zentralalpen gelegen war, sie habe wirklich existiert, und wurde möglichst getreu nachgebildet (die Burg hatte im Äußeren und Inneren eine mehr gotische Form). Soweit ich mich erinnere, war die Waldwiese mit einer Mauer abgeschlossen, die anscheinend das Besitztum der Ritter abgrenzte. Im Übrigen traten die Bauern gleichzeitig, wie dies bei einem Kirchgang ja üblich ist, auf.|Oskar Schmiedel|&#039;&#039;Erinnerungen an die Proben zu den Mysterienspielen in München in den Jahren 1910 – 1913&#039;&#039;; zit. nach &#039;&#039;Hammacher (2010), S 523&#039;&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Burgen Bernstein und Lockenhaus sind auch insofern interessant, als sie anscheinend Vorbilder waren für die mittelalterliche Burg in Rudolf Steiners zweitem Mysteriendrama «Die Prüfung der Seele». Dr. Steiner hatte angegeben, dass diese Burg&lt;br /&gt;
auf der Bühne möglichst treu nach einer vorhandenen Templerburg gebracht werden solle. Nun war tatsächlich bei der Münchener Aufführung 1911 das Äußere der Burg im Bühnenbild ähnlich der Burg Bernstein, der Saal jedoch dem Templersaal in Burg Lockenhaus.|Oskar Schmiedel|&#039;&#039;Aus dem Lande, in dem Rudolf Steiner seine Kindheit und Jugend verbrachte&#039;&#039;, Dornach 1952; zit. nach &#039;&#039;Hammacher (2010), S 523&#039;&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gilgamesch und der «Herzberg» ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier im [[Wikipedia:Burgenland|Burgenland]], am Westrand der [[Wikipedia:Pannonische Tiefebene|pannonischen Tiefebene]], wenige Kilometer nördlich von [[Wikipedia:Bernstein (Burgenland)|Bernstein]] bei [[Wikipedia:Redlschlag|Redlschlag]] in den Ausläufern der [[Wikipedia:Bucklige Welt (Niederösterreich)|Buckligen Welt]] liegt auch der von Rudolf Steiner erwähnte «[[Herzberg]]»[http://maps.google.com/maps/ms?om=1&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;hl=de&amp;amp;msa=0&amp;amp;msid=201763994201120485233.00000112782cac9813b59&amp;amp;l=47.42681,16.272898&amp;amp;spn=0.047789,0.078878&amp;amp;t=m&amp;amp;z=14&amp;amp;vpsrc=6&amp;amp;iwloc=0004b5a72f81579249c2e], auf dem die Mysterienstätte gelegen haben soll, in der im dritten vorchristlichen Jahrtausend [[Gilgamesch]] seine [[Einweihung]] empfangen hat. Den Namen «Herzberg» dürfte Steiner aus dem oben erwähnten Roman von Karl Ivelin übernommen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn man die von Wiener-Neustadt über Kirchschlag nach Ungarn führende Straße in Kirchschlag verläßt, um über Bernstein auf einem kürzeren, wenn auch steileren, aber ob der anziehenden Gegend lohnenderen Gebirgsweg ins Bad Tatzmannsdorf zu gelangen, erreicht man in einer Wegstunde oberhalb des Gebirgsdorfes Redlschlag eine der höchsten Gebirgsspitzen des Eisenburger Komitats, den sogenannten &#039;&#039;&amp;quot;Herzberg&amp;quot;&#039;&#039; oder die &#039;&#039;&amp;quot;Redlschlager Höhe&amp;quot;&#039;&#039;, wo die Blicke unwillkürlich gefesselt werden durch das Landschaftsbild, das der westliche Teil des Eisenburger Komitats hier bietet, das Land der Hienzen genannt, das durch seine Großartigkeit zu den schönsten Gebirgslandschaften zählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach allen Seiten ist die Aussicht gegen Österreich, Steiermark, Krain, Kroatien und das tiefe Ungarn unbeschränkt, und der Genuß, den der Anblick dieser wildromantischen Umgebung gegen Norden, der anmutigen Gefilde mit sanftgedehnten Hügelketten gegen Süden gewährt, entschädigt für die Mühe, die das Ersteigen dieses Gebirgsweges gekostet hat.&amp;quot; {{Lit|Ivelin, S. 7}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name «Herzberg» ist zwar in der Gegend unbekannt und auch auf alten Karten nicht verzeichnet, konnte aber mittlerweile mit dem „Steinstückl“ identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Er traf&lt;br /&gt;
in einer Gegend, die etwa in demselben Gebiete liegt, von dem in&lt;br /&gt;
der neueren Zeit viel die Rede war, das aber in bezug auf seine&lt;br /&gt;
sozialen Zustände natürlich sich sehr geändert hat, er traf in dem&lt;br /&gt;
Gebiete des sogenannten Burgenlandes, über das gestritten worden&lt;br /&gt;
ist, ob es zu Zisleithanien oder zu Ungarn gehören sollte, in einem&lt;br /&gt;
Gebiet also des Burgenlandes, ein altes Mysterium. Der Oberpriester&lt;br /&gt;
dieses Mysteriums wird im Gilgamesch-Epos Xisuthros genannt.&lt;br /&gt;
Er traf ein altes Mysterium, das eine echte Mysterien-Nachform&lt;br /&gt;
der alten atlantischen Mysterien war, natürlich in einer Metamorphose,&lt;br /&gt;
wie das in einer so späten Zeit der Fall sein konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in der Tat, in dieser Mysterienstätte wußte man die Erkenntnisfähigkeit&lt;br /&gt;
des Gilgamesch zu beurteilen, zu würdigen. Man wollte&lt;br /&gt;
ihm entgegenkommen. Es wurde ihm eine Prüfung auferlegt, die&lt;br /&gt;
dazumal vielen Schülern der Mysterien auferlegt worden ist. Die&lt;br /&gt;
Prüfung bestand darin, gewisse Exerzitien zu machen bei vollem&lt;br /&gt;
Wachsein durch sieben Tage und sieben Nächte. Das ging für ihn&lt;br /&gt;
nicht. Und so unterwarf er sich denn nur dem Surrogat einer solchen&lt;br /&gt;
Prüfung. Und dieses Surrogat bestand darin, daß ihm gewisse Substanzen&lt;br /&gt;
zubereitet wurden, die er in sich aufnahm und durch die er&lt;br /&gt;
in der Tat eine gewisse Erleuchtung bekam, wenn auch, wie es auf&lt;br /&gt;
diesem Felde immer der Fall ist, wenn nicht gewisse Ausnahmebedingungen&lt;br /&gt;
garantiert sind, diese in gewissem Sinne zweifelhaft&lt;br /&gt;
waren. Aber eine gewisse Erleuchtung war nun bei Gilgamesch vorhanden,&lt;br /&gt;
eine gewisse Einsicht in die Weltenzusammenhänge, in das&lt;br /&gt;
geistige Gefüge der Welt. So daß, als Gilgamesch diese Wanderung&lt;br /&gt;
vollendet hatte und wiederum zurückkehrte, in ihm in der Tat eine&lt;br /&gt;
hohe geistige Einsicht vorhanden war.&amp;quot; {{Lit|{{G|233|52f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personen, Gestalten und Vorgänge ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistigen und seelischen Erlebnisse der Menschen, welche in dieser „Prüfung der Seele“ gebildet sind, stellen eine Fortsetzung derjenigen dar, welche in dem früher erschienenen Lebensbilde „[[Die Pforte der Einweihung]]“ vorgeführt worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Professor Capesius]] 	  	 &lt;br /&gt;
*[[Benedictus]], Hierophant des Sonnentempels&lt;br /&gt;
&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td width=&amp;quot;150px&amp;quot;&amp;gt; 	 &lt;br /&gt;
*[[Philia, Astrid und Luna|Philia]] 	&lt;br /&gt;
*[[Philia, Astrid und Luna|Astrid]]&lt;br /&gt;
*[[Philia, Astrid und Luna|Luna]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td width=&amp;quot;400px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
die geistigen Wesenheiten, welche die Verbindung der menschlichen Seelenkräfte mit dem Kosmos vermitteln; nicht allegorisch, sondern so, wie sie für die geistige Erkenntnis Realität sind.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[[Die andere Philia]], die geistige Wesenheit, welche die Verbindung der Seelenkräfte mit dem Kosmos hemmt. 	 &lt;br /&gt;
*Die Stimme des Gewissens   	  	 &lt;br /&gt;
*[[Maria (Mysteriendrama)|Maria]] 	  	 &lt;br /&gt;
*[[Johannes Thomasius]] 	  	 &lt;br /&gt;
*[[Doktor Strader]] 	  	 &lt;br /&gt;
*[[Felix Balde]] 	  	 &lt;br /&gt;
*[[Frau Balde]] 	  	 &lt;br /&gt;
*Der Doppelgänger des Johannes Thomasius&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Luzifer|Lucifer]] 	  	 &lt;br /&gt;
*[[Ahriman]] 	&lt;br /&gt;
  	 &lt;br /&gt;
*[[Sechs Bauern und sechs Bäuerinnen]]&lt;br /&gt;
*[[Simon, der Jude]], vorige Inkarnation des Doktor Strader 	 &lt;br /&gt;
*[[Johannes Thomasius|Thomas]], vorige Inkarnation des Johannes Thomasius 	 &lt;br /&gt;
*[[Ein Mönch]], vorige Inkarnation Marias&lt;br /&gt;
*[[Der Grossmeister]], Oberhaupt eines Zweiges einer mystischen Brüderschaft 	 &lt;br /&gt;
*[[Erster Präzeptor]] derselben Brüderschaft, vorige Inkarnation des Professors Capesius 	 &lt;br /&gt;
*[[Zweiter Präzeptor]] 	  	 &lt;br /&gt;
*[[Erster Zeremonienmeister]] 	derselben Brüderschaft 	 &lt;br /&gt;
*[[Zweiter Zeremonienmeister]] 	  	 &lt;br /&gt;
*Der Geist des Benedictus   	  	 &lt;br /&gt;
*[[Joseph Kühne]], vorige Inkarnation des Felix Balde 	 &lt;br /&gt;
*[[Frau Kühne]], vorige Inkarnation der Frau Balde 	 &lt;br /&gt;
*[[Berta]], deren Tochter, vorige Inkarnation der andren Maria in der „Pforte der Einweihung“ 	 &lt;br /&gt;
*[[Cäcilia]], genannt Cilli, Kühnes Pflegetochter, vorige Inkarnation der Theodora in der „Pforte der Einweihung“ 	 &lt;br /&gt;
*[[Theodosius]], Hierophant des Sonnentempels 	 &lt;br /&gt;
*[[Romanus]], Hierophant des Sonnentempels 	 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ereignisse des sechsten, siebenten, achten und neunten Bildes sind der Inhalt der geistigen Rückschau des Capesius in sein voriges Leben. Dieselbe Rückschau erleben (wie die Darstellung selbst zeigt) zugleich Maria und Johannes Thomasius, nicht aber Strader, dessen vorige Inkarnation nur von Capesius, Maria und Johannes geschaut wird. Die Bilder der Rückschau in das vierzehnte Jahrhundert sind als Ergebnisse der imaginativen Erkenntnis gedacht und stellen sich daher gegenüber der Geschichte als idealisierte Darstellung von Lebensverhältnissen dar, die in der physischen Welt nur durch ihre Wirkungen erkennbar sind. Die Art der Lebenswiederholung (von Vorgängen des vierzehnten Jahrhunderts in der Gegenwart) darf nicht als etwas allgemein gültiges aufgefaßt werden, sondern als etwas, das nur an einem Zeitenwendepunkt geschehen kann. Daher sind auch die Konflikte, wie sie hier dargestellt werden, als Folgen aus einem vorigen Leben nur für einen solchen Zeitabschnitt möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erstes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Bibliothek- und Studierzimmer des Capesius. Brauner Grundton. Abendstimmung. (CAPESIUS dann Geistgestalten, die SEELENKRÄFTE sind; hernach BENEDICTUS. Dieses und die folgenden Bilder stellen Ereignisse dar, welche mehrere Jahre nach der Zeit liegen, in welcher „Die Pforte der Einweihung“ spielt.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Capesius brütet über einem Buch des Benedictus. Dass sein bisheriges Erkenntnisstreben nur ein leeres Sinnen war, das sich selbstgefällig im eigenen Gedankenspinnen verlor, ist ihm mittlerweile schmerzlich bewusst geworden. Am Beispiel des Johannes Thomasius ist ihm aber auch klar geworden, dass die in den Seelentiefen des Menschen wirkenden Geisteskräfte nur darauf warten, bewusst erweckt zu werden und dass es des Lebens größte Sünde wäre, diesen Geistesschatz verfallen zu lassen. Doch machtlos fühlt er sich, diesen Lebensquell des Geistes zu fassen und zugleich quält ihn die Angst, dass sein ganzes bisheriges Leben zusammenstürzen und er selbst zum Nichts sich wandeln müsste, wenn es gelänge. Wieder vertieft er sich in die Worte des Benedictus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„In deinem Denken leben Weltgedanken,&lt;br /&gt;
in deinem Fühlen weben Weltenkräfte,&lt;br /&gt;
in deinem Willen wirken Weltenwesen.&lt;br /&gt;
Verliere dich in Weltgedanken,&lt;br /&gt;
erlebe dich durch Weltenkräfte,&lt;br /&gt;
erschaffe dich aus Willenswesen.&lt;br /&gt;
Bei Weltenfernen ende nicht&lt;br /&gt;
Durch Denkentraumesspiel – – –,&lt;br /&gt;
beginne in den Geistesweiten,&lt;br /&gt;
und ende in den eignen Seelentiefen: –&lt;br /&gt;
du findest Götterziele&lt;br /&gt;
erkennend dich in dir.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Worte haben für ihn in diesem Moment weckende geistige Kraft. In eine Vision versinkend, sieht er sich von den Seelenkräften Luna und Astrid umschwebt, die die Verbindung der menschlichen Seelenkräfte mit dem Kosmos vermitteln, und von der widerstrebenden andren Philia, die ihn im bloßen Erdenbewusstsein zurückhalten will. Auch die Geistesstimme des geistigen Gewissens ertönt. Dass wirkliche geistige Wesen zu ihm sprechen, wird Capesius ahnungsvoll bewusst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„denn nimmer könnte ich ersinnen,&lt;br /&gt;
was ich zu hören meinte – –„&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch sich selbst fühlt er nun ganz verloren: „Wo ist ….. Capesius?“ Wieder versinkt er brütend in sich selbst, da tritt Benedictus ein. Er erkennt, dass Capesius vor einer schweren Seelenprüfung steht, die ihm aber die erste Pforte zu wirklicher Geistesschau eröffnen kann, wenn er nur sich selbst dabei bewahrt. Den tieferen Sinn von Benedictus` Worten kann Capesius noch nicht erfassen, aber:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Vertrauen doch erzwingt sein Tun;&lt;br /&gt;
er hat mich wieder zu mir selbst gebracht.&lt;br /&gt;
So mag für diese Stunde&lt;br /&gt;
mir ungewiß auch bleiben&lt;br /&gt;
das Zauberwesen, daß mich schreckte;&lt;br /&gt;
ich will mich frei entgegenstellen&lt;br /&gt;
den Dingen, welche er&lt;br /&gt;
prophetisch mir vorher verkündet.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweites Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Meditationszimmer in violettem Grundton. Ernste, doch nicht düstere Stimmung. (BENEDICTUS, MARIA, dann Geistgestalten, die SEELENKRÄFTE darstellen.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Maria drängen schwere Seelenkämpfe. Gedanken steigen in ihr auf, die ihr wie Frevel scheinen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Du mußt Johannes von dir trennen;&lt;br /&gt;
du darfst ihn halten nicht an deiner Seite,&lt;br /&gt;
willst Unheil an seiner Seele du vermeiden.&lt;br /&gt;
Er muß allein die Bahnen wandeln,&lt;br /&gt;
die ihn zu seinen Zielen führen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese Gedanken sind kein Wahn, kein Frevel, sondern entspringen aus einer geistigen Entwicklungsnotwendigkeit, wie ihr Benedictus eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu Johannes’ Heil ward er&lt;br /&gt;
Durch lange Zeiten dir vereint;&lt;br /&gt;
Doch fordert seiner Seele weitre Bahn,&lt;br /&gt;
daß er in Freiheit sich die eignen Ziele suche.&lt;br /&gt;
Es spricht der Schicksalswille&lt;br /&gt;
Von äußrer Freundschaftstrennung nicht;&lt;br /&gt;
Doch fordert er mit aller Strenge&lt;br /&gt;
Johannes’ freie Tat im Geistgebiet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nach einer Pause tiefer Selbstbesinnung wird Maria klar, dass auch ihre weitere geistige Entwicklung daran hängt und dass es doch nur eine verfeinerte Art des Selbstgenusses und der eitlen Überhebung war, was sie als Seligkeit empfand, wenn sie ihre Geisteskräfte in Johannes` Seele gießen konnte, dass sie im Freunde nur sich selbst bespiegelte. Diese schwer errungene Erkenntnis ruft die Gestalten der drei Seelenkräfte Philia, Astrid und Luna herbei. Sie sollen ihr das eigene Seelensein nun aus Weltenfernen spiegeln; und dann, so empfindet Maria mit Recht, wird sie sich auch erkennend aus dem engen Lebenskreis der gegenwärtigen Inkarnation lösen können und schauen, was sie sich als Pflichten aus früheren Erdenleben auferlegt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drittes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Steiner Lichtesweben 1911.jpg|miniatur|400px|&#039;&#039;Lichtesweben&#039;&#039;, das erste malerische Werk [[Rudolf Steiner]]s, gemalt 1911 für das [[Die Prüfung der Seele#Drittes Bild|3. Bild]] seines [[Mysteriendrama]]s «[[Die Prüfung der Seele]]». In dieser Szene spricht der Maler [[Johannes Thomasius]] die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie kann man webend Geistessein,&lt;br /&gt;
das allem Sinnenschein entrückt,&lt;br /&gt;
sich nur dem Seheraug’ erschließt,&lt;br /&gt;
mit Mitteln offenbaren,&lt;br /&gt;
die doch dem Sinenreich gehören.&lt;br /&gt;
So fragt’ ich mich recht oft.&lt;br /&gt;
Wenn ich jedoch verbanne Eigenwesen,&lt;br /&gt;
und nach der Geisteslehre Sinn&lt;br /&gt;
zu schaffenden Weltenmächten&lt;br /&gt;
in Seligkeit entrückt mich fühlen darf,&lt;br /&gt;
erwacht in mir der Glaube&lt;br /&gt;
an solche Kunst, die mystisch wahr&lt;br /&gt;
wie unsre Geistesforschung ist.&lt;br /&gt;
Ich lernte mit dem Lichte leben&lt;br /&gt;
und in der Farbe des Lichtes Tat erkennen,&lt;br /&gt;
wie echter Mystik wahrer Schüler&lt;br /&gt;
im Reich des form– und farbenlosen Lebens&lt;br /&gt;
die Geistestaten und das Seelensein erschauen.&lt;br /&gt;
Vertrauend solchem Geisteslicht,&lt;br /&gt;
erwarb ich mir die Fähigkeit,&lt;br /&gt;
zu fühlen mit dem flutenden Lichtesmeere,&lt;br /&gt;
zu leben mit dem strömenden Farbengluten;&lt;br /&gt;
erahnend waltende Geistesmächte&lt;br /&gt;
im stoffentrückten Lichtesweben,&lt;br /&gt;
im geisterfüllten Farbenwesen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Zimmer in rosenrotem Grundton, freundliche Stimmung. (JOHANNES vor einer Staffelei; MARIA, später eintretend, dann Geistgestalten als SEELENKRÄFTE.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedrückt steht Johannes vor dem Bild, an dem er gerade arbeitet. Maria hatte es mit keinem Wort kommentiert und doch liegt ihm an ihrem Urteil unendlich viel. Ohne ihre geistigen Impulse fühlt er seine ganze Schaffenskraft erlahmen. Kaum wird er der Freundin gewahr als sie hereintritt und wie erschüttern ihn die Worte, die spricht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bedenk’, Johannes, daß die Eine Seele,&lt;br /&gt;
getrennt von andern, als ein Eigenwesen&lt;br /&gt;
seit Weltbeginn sich selbst entfalten muß.&lt;br /&gt;
Die Liebe soll getrennte Wesen binden,&lt;br /&gt;
doch nicht die Eigenheiten töten wollen.&lt;br /&gt;
Es ist der Augenblick für uns gekommen,&lt;br /&gt;
in welchen wir die Seelen prüfen müssen,&lt;br /&gt;
wie sie des Geistespfades weitre Schritte&lt;br /&gt;
zu einer jeden Heil zu lenken haben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria geht ab und Luna, Astrid und die andre Philia erscheinen seinem Seelenblick. Luna mahnt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du kannst dich selbst nicht finden&lt;br /&gt;
Im Spiegel einer andern Seele.&lt;br /&gt;
Die Kraft des eignen Wesens,&lt;br /&gt;
sie muß im Weltengrunde Wurzeln schlagen,&lt;br /&gt;
wenn sie aus Geisteshöhn&lt;br /&gt;
die Schönheit in Erdentiefen&lt;br /&gt;
mit echtem Sinn verpflanzen will.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Astrid setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du sollst auf deinen Weltenwegen&lt;br /&gt;
Dich nicht verlieren wollen;&lt;br /&gt;
Zu Sonnenfernen dringen Menschen nicht,&lt;br /&gt;
die sich des Eigenseins berauben wollen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur die andre Philia widerstrebt; Johannes solle sich durch die Seelenschwestern nicht in ferne Weltenweiten führen lassen, die ihm die Erdennähe und Erdenliebe rauben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Viertes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im ersten Bild. (CAPESIUS und STRADER.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Capesius wird von Doktor Strader besucht und kaum vermag er den alten Freund wiederzuerkennen. Dem spekulativen abstrakten Erkenntnisstreben, das einst so in ihm brannte, hat Strader den Rücken gekehrt. Die Erlebnisse mit der Seherin Theodora im ersten Mysteriendrama haben ihm klar vor Augen geführt, dass bloßes Gedankenspinnen niemals zu den echten Lebensquellen führt. Dem Menschen sind, so meint Strader, Erkenntnisgrenzen gesetzt, vor denen er resignieren müsse. Besser solle er durch fruchtbare Taten mit Erfindergeist in das Erdenleben eingreifen. Und so steht Strader nun einer Werkstatt vor, in der man Schrauben walzt. Eines aber ist Strader klar geworden auch ohne tiefere geistige Erkenntnis, nämlich die Wahrheit von der Wiederkehr des Erdenlebens:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Und hundertmal wohl fragt’ ich mich:&lt;br /&gt;
Was kann Naturerkenntnis lehren,&lt;br /&gt;
wie wir sie jetzt schon überschauen können?&lt;br /&gt;
– – – Es gibt da kein Entweichen – – –:&lt;br /&gt;
Des Erdenlebens Wiederholung,&lt;br /&gt;
die kann und darf kein Denken leugnen,&lt;br /&gt;
daß nicht mit allem brechen will,&lt;br /&gt;
was Forscherfleiß erkannt in langer Zeiten Lauf.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Capesius selbst hätte sich, wie er sagt, viel Leid erspart, hätte er sich früher zu dieser beseligenden Erkenntnis durchringen können. Für Strader selbst jedoch ist diese unausweichliche Gewissheit – und als solche erscheint sie ihm – nur bedrückend. Er kann nur empfinden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie grausam diese folgenschwere Wahrheit ist.&lt;br /&gt;
Sie läßt die Lebensfreuden und das Lebensleid&lt;br /&gt;
als Folgen unsres eignen Wesens uns erscheinen.&lt;br /&gt;
Und dies ist oft recht schwer zu tragen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem besonderen Schicksalsweg muss Strader wohl so empfinden. Er war nicht jener Leute Kind, die ihn einst zum Mönch bestimmen wollten, sie hatten ihn an Kindes Statt nur angenommen. Seine wahre Herkunft ist ihm unbekannt. So war Strader ein Fremdling schon im Elternhaus und fremd blieb er auch allem, was später ihn umgab. Und wer so unausweichlich zum Weltenfremdling bestimmt sich sieht, der hat, so ist Strader überzeugt, dies Schicksal schon unbewusst gewollt, lang bevor er denkend wollen konnte. Doch der Einblick in diese dumpfe Triebkraft, die sein Schicksal lenkt und hinter der sich sein eigenes wahres Wesen verbirgt, ist ihm verwehrt. Und so scheint ihm nur die resignierende Flucht nach vorn zu bleiben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nimm mich ganz hin, du Lebensräderwerk;&lt;br /&gt;
ich will nicht wissen, wie du’s treibst.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Capesius jedoch ist fest überzeugt, dass Straders Erkenntnisdrang wieder erwachen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fünftes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eine Landschaft, in welcher sich das einsame Haus Baldes befindet. Abendstimmung. (FRAU BALDE, CAPESIUS, dann FELIX BALDE; später JOHANNES und dessen DOPPELGÄNGER, hernach LUCIFER und AHRIMAN.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon so oft ist Capesius zu Gast im Haus der Baldes. Deren Leben hat sich mittlerweile stark geändert. Felix Balde horchte auf das, was die Geistesführung in seinem Herzen sprach und hat seine alte Zurückgezogenheit aufgegeben. Jetzt ist er ein oft gesuchter Mann. Viele hören nun gern auf das, was er von den Naturwesen zu erzählen weiß. Und wenn sie auch nicht alles verstehen, was er in bilderreiche Worte fasst, so wirkt doch fruchtbar fort, was er damit in ihre Seelen pflanzt. Capesius gesteht, dass auch ihm noch vieles dunkel bleibt und beinahe ängstlich lauscht er Felix` Rede:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr strebt mit gutem Geist und edlem Herzen,&lt;br /&gt;
da müssen auch die Zeiten kommen,&lt;br /&gt;
wo ihr der Wahrheit Stimme hört.&lt;br /&gt;
Ihr achtet nicht, wie inhaltreich&lt;br /&gt;
Der Mensch als Bild der Weltenreiche.&lt;br /&gt;
Sein Haupt, es ist des Himmels Spiegelbild,&lt;br /&gt;
durch seine Glieder wirken Sphärengeister,&lt;br /&gt;
in seiner Brust bewegen Erdenwesen sich;&lt;br /&gt;
und allen stehn entgegen, machtvoll ringend,&lt;br /&gt;
Dämonen aus dem Mondbereich,&lt;br /&gt;
die jener Wesen Ziele kreuzen müssen.&lt;br /&gt;
Was als ein Menschenwesen vor uns steht,&lt;br /&gt;
was als die Seele wir erleben,&lt;br /&gt;
was als der Geist uns leuchtet:&lt;br /&gt;
es schwebte vielen Göttern vor seit Ewigkeiten,&lt;br /&gt;
und ihre Absicht war,&lt;br /&gt;
aus ihren Welten Kräfte zu verbinden,&lt;br /&gt;
die im Verein den Menschen bilden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Capesius bittet nun Felicia um eines ihrer Märchenbilder und so beginnt sie [[das Märchen vom Quellwunder]] zu erzählen, das die Worte ihres Mannes in ihr wachgerufen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war einmal ein zarter Knabe, der als das einzige Kind armer Förstersleute in Waldeseinsamkeit heranwuchs und ganz dem Geistesweben seiner engen Welt hingegeben war. Oft saß er bei einer nahen Quelle und einmal formte sich ihm der zerstäubende Tropfenstrom im sinnenden Erleben im Mondlicht zu drei Frauengestalten. Die eine ergriff die tausend sprühenden Tröpfchen und reichte sie der zweiten, die füllte das bunte Wassertropfenwesen mit Mondensilberlicht und reichte es dem Knaben. Doch in der folgenden Nacht träumte dem Knaben, dass er des Kelches durch einen wilden Drachen beraubt wurde. Noch dreimal hatte er danach dieses Erlebnis, dann blieben die Frauen aus. Erst als dreimal dreihundertsechzig Wochen verstrichen waren und der Knabe längst als erwachsener Mann in einer fernen Stadt lebte, fühlte er sich plötzlich wieder nach seinem Felsenquell entrückt. Und wieder sah er die Frauengestalten und diesmal sprachen sie zu ihm:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es sagte ihm die erste:&lt;br /&gt;
Gedenke meiner jeder Zeit,&lt;br /&gt;
wenn einsam du dich fühlst im Leben.&lt;br /&gt;
Ich lock’ des Menschen Seelenblick&lt;br /&gt;
in Ätherfernen und in Sternenweiten.&lt;br /&gt;
Und wer mich fühlen will,&lt;br /&gt;
dem reiche ich den Lebenshoffnungstrank&lt;br /&gt;
aus meinem Wunderbecher. –&lt;br /&gt;
Und auch die zweite sprach:&lt;br /&gt;
Vergiß mich nicht in Augenblicken,&lt;br /&gt;
die deinem Lebensmute drohen.&lt;br /&gt;
Ich lenk’ des Menschen Herzenstriebe&lt;br /&gt;
in Seelengründe und auf Geisteshöhn.&lt;br /&gt;
Und wer die Kräfte sucht bei mir,&lt;br /&gt;
dem schmiede ich die Lebensglaubensstärke&lt;br /&gt;
mit meinem Wunderhammer. –&lt;br /&gt;
Die dritte ließ sich so vernehmen:&lt;br /&gt;
Zu mir erheb’ dein Geistesauge,&lt;br /&gt;
wenn Lebensrätsel dich bestürmen.&lt;br /&gt;
Ich spinne die Gedankenfäden&lt;br /&gt;
in Lebenslabyrinthen und in Seelentiefen.&lt;br /&gt;
Und wer zu mir Vertrauen hegt,&lt;br /&gt;
dem wirke ich die Lebensliebestrahlen&lt;br /&gt;
aus meinem Wunderwebestuhl. – – –&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in der folgenden Nacht träumte ihm, wie ihn ein wilder Drache umschlich, doch ihm nicht nahen konnte, da ihn die drei Gestalten von nun an beschützten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Capesius, der fühlt, wie gesundend dieses Bild auf seine Seele wirkt, bedankt sich bei Felicia und macht sich auf den Heimweg durch den Wald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen erscheint Johannes in tiefes Nachdenken verloren in derselben Waldgegend. Die Worte Marias brennen in seiner Seele. Er kann und will ihrer Mahnung nicht folgen. Da steigt vor seinem Seelenblick das Bild des eigenen Wesens als düsterer Doppelgänger vor ihm auf. Was Johannes als reinste Liebe zu Maria dünkt, tönt ihm aus dessen Mund spöttisch als wüste Erdenlust entgegen. Dann erscheinen Luzifer und Ahriman. Und so spricht Luzifer:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
O Mensch, besiege dich,&lt;br /&gt;
O Mensch, erlöse mich.&lt;br /&gt;
Du hast mich überwunden&lt;br /&gt;
in deinen Seelenhöhen;&lt;br /&gt;
Ich bleibe dir verbunden&lt;br /&gt;
in deinen Wesenstiefen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Ahriman setzt fort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du konntest dir erwerben&lt;br /&gt;
das Geistersehen;&lt;br /&gt;
Ich mußte dir verderben&lt;br /&gt;
das Herzensleben;&lt;br /&gt;
Du sollst noch oft erleiden&lt;br /&gt;
die stärkste Seelenpein,&lt;br /&gt;
willst du dich nicht bescheiden&lt;br /&gt;
an meine Kräfte halten.&lt;br /&gt;
O Mensch, erkühne dich,&lt;br /&gt;
o Mensch, erlebe mich.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Capesius, der nun wieder erscheint, hat hinter einem Gesträuch die Szene zwischen Johannes und dem Doppergänger wie in einer Vision mitgemacht. Und noch weitere Bilder wurden dadurch in seiner Seele erregt. Von einem edlen Geistesbund träumte ihm, in dessen Mitte er sich sah und zugleich ist ihm gewiss, dass dies in seiner vollen Lebenskraft mehr ist als ein bloßer Traum, er dergleichen aber niemals in diesem Erdenleben erfahren haben kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Folgende stellt Bilder von Vorgängen aus dem ersten Drittel des vierzehnten Jahrhunderts dar. Der Fortgang wird zeigen, daß in ihnen die Rückschau von Capesius, Thomasius und Maria in ihr früheres Erdenleben zu sehen ist.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sechstes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eine Waldwiese. Im Hintergrunde hohe Felsen, auf denen eine Burg steht. Sommerabendstimmung. (BAUERN, der Jude SIMON; der Bergwerkmeister THOMAS, ein MÖNCH.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bauern und Bäuerinnen gehen über die Wiese. Die einen schimpfen über den bösen Juden Simon, der aber unter dem Schutz der hohen Herren auf dem Schloss stehe. Andere preisen seine Heilkünste. Wieder andere sehen bei den Rittern des Schlosses nur Teufelskünste walten, die den Lehren der Kirche spotten. Andere sehen von ihnen nur Gutes kommen, das in die Zukunft weist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simon ist den Spott der Bauern gewohnt. Er führt ein einsames und ausgegrenztes Leben und fühlt sich darin den Rittern aus der Burg verwandt. Er hadert nicht mit seinem Schicksal, denn dieses hat ihn gelehrt, sich als Naturforscher auf die Kräfte seiner eigenen Seele zu besinnen, und die Lehren der Ritter weisen ihn auf die herannahende Zeit, wo der Mensch die Sinneswelt erobern und ihre Kräfte entfalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen kommt der Bergwerksmeister Thomas, der in dem Dienst der Ritter, aber ihrem Denken ferne steht, aus dem Wald und begegnet dem Mönch, der als strenger Kirchenmann ein erklärter Feind der ketzerischen Ritter ist. Thomas erzählt ihm, dem er so innig vertraut, von seinem Glück und Leid, von seiner geplanten Hochzeit mit der Tochter des Bergaufsehers und von seinem Vater, der die Familie verlassen hatte, als er noch ganz klein war und wie er ihn dennoch immer gerne wiederfinden wollte, wenn er auch bitteres Leid über die Familie gebracht hatte. Denn die Mutter war bald aus Gram gestorben und seine damals eben erst geborene Schwester war in die Obhut fremder Leute gekommen und seitdem hatte er jede Spur von ihr verloren. Gestern nun, so fährt Thomas fort, wäre er dienstlich ins Schloss gerufen worden und da hätte sich ganz unvermutet der Ritter, der sein Vorgesetzter ist, schmerzgebeugt als sein Vater zu erkennen gegeben. Alles Leid, das er über die Familie gebracht hat, hätte er ihm da vergeben können – doch dass er ein Gegner des Mönches sei, das habe ihm nun den Vater zum zweiten Mal schmerzlich entrissen. Doch der Mönch versichert ihm:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich werde niemals dich entfremden wollen&lt;br /&gt;
den Banden, die das Blut dir auferlegt.&lt;br /&gt;
Doch was ich deiner Seele geben kann,&lt;br /&gt;
soll dir in Liebe stets beschieden sein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Siebentes Bild ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Marie Steiner Mönch 1911.jpg|mini|[[Marie Steiner]] als Mönch bei der Aufführung in München 1911]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Zimmer jener Burg, die im vorigen Bild von außen zu sehen war. Alles geschmückt mit Symbolen einer mystischen Brüderschaft. (Die geistigen RITTER während einer Versammlung, dann der MÖNCH mit einem der Ritter, später die ERSCHEINUNG DES GEISTES BENEDICTUS’, der etwa fünfzig Jahre vorher verstorben. LUCIFER und AHRIMAN. Der GROSSMEISTER mit vier Brüdern an einem langen Versammlungstisch.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Großmeister hat seine treuesten Ordensbrüder zur Versammlung gerufen. Seit das teure Haupt des Ordens als Opfer dunkler Mächte gefallen ist, sind schwere Zeiten für den Orden angebrochen. Viele Bundesburgen und viele treue Brüder sind schon gefallen im Kampf gegen mächtige Feinde und auch diese Burg werde nicht mehr lange widerstehen können. Bittere Zeiten, Leiden, Schmerz und Tod kommen auf die Brüder zu, doch werden ihre Geistesschätze nicht für alle Zeiten verloren sein, wenn sie nur des Bruderbundes Weihespruch beherzigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Es muß sein Sondersein und Leben opfern,&lt;br /&gt;
wer Geistesziele schauen will&lt;br /&gt;
durch Sinnesoffenbarung;&lt;br /&gt;
wer sich erkühnen will,&lt;br /&gt;
in seinen Eigenwillen&lt;br /&gt;
den Geisteswillen zu ergießen.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was jetzt durch den Zwang der Zeiten geopfert werden muss, wird Früchte tragen in einem neuen Erdenleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem alle abgegangen sind, tritt wenig später der 2. Präzeptor mit dem Mönch herein. Dieser fordert das einst wertlos scheinende Grundstück als Kircheneigentum zurück, auf dem die Ritter nun so reiche Bodenschätze schürfen. Doch das kann der Präzeptor nicht zugeben, denn das Land sei rechtmäßig erworben worden. Diese Antwort kann dem Mönch nicht genügen und so wünscht er den Ordensführer selbst zu sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Mönch den Ordensführer erwartet, schauert ihm vor den mystischen Zeichen, die den Saal schmücken. Er fühlt sich wie von bösen Mächten umgeben – und plötzlich erscheint ihm der Geist des Benedictus`, der einst, als er noch auf Erden lebte, sein eigener hochverehrter Meister und damals selbst noch Feind des Ritterordens war. Doch jetzt ruft er seinem Schüler mahnend zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Bund ist hohen Zielen zugewandt.&lt;br /&gt;
Die Menschen, die sich ihm gewidmet,&lt;br /&gt;
empfinden ahnend spätre Erdenzeiten,&lt;br /&gt;
und ihre Führer ahnen schon im Vorgesicht&lt;br /&gt;
die Früchte, die in Zukunft reifen sollen.&lt;br /&gt;
Es werden Wissenschaft und Lebensführung&lt;br /&gt;
die Formen und die Ziele wandeln.&lt;br /&gt;
Und was der Bund, den du verfolgen hilfst,&lt;br /&gt;
in dieser Zeit zu leisten sich getrieben fühlt,&lt;br /&gt;
sind Taten, welche dieser Wandlung dienen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und während der Mönch noch nachsinnt, wie er dieser Mahnung folgen kann, erscheinen ihm Ahriman und Luzifer, die ihn an Benedictus` Worten irre werden lassen wollen. Verwirren können sie den Mönch, doch weiß er, dass er die Wahrheit finden kann, wenn er Benedictus, seinem geistigen Leitstern, folgen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Achtes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Derselbe Saal wie im vorigen Bilde. (Der erste PRÄZEPTOR, JOSEPH KÜHNE; dann der GROSSMEISTER mit SIMON; später der erste und der zweite ZEREMONIENMEISTER. Joseph Kühne ist zuerst da; der Präzeptor tritt zu ihm.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joseph Kühne und der 1. Präzeptor treten auf. Kühne beginnt von Thomas zu sprechen und von Cilli, der sich Thomas in Liebe zugewendet hat. Zwar betrübt ihn, dass Thomas in seinem Herzen ein Feind des Ordens ist, doch will er der ehelichen Verbindung der beiden nicht länger widerstreben, denn er empfindet, dass auch Cilli Thomas innig liebt. Und nun erst eröffnet er dem 1. Präzeptor, was selbst Cilli noch nicht ahnt, nämlich dass sie nicht Kühnes leibliches Kind sei, sondern eine angenommene Pflegetochter. Noch könne er nicht sagen, wer ihr leiblicher Vater sei; erst Jahre nach dem Tod der leiblichen Mutter seien ihm Papiere zugetragen worden, die darüber Aufschluss geben könnten. Der 1. Präzeptor wird bei diesen Worten immer unsicherer und was er schon bang zu ahnen beginnt, wird ihm durch Kühne bestätigt. Er selbst ist Cillis leiblicher Vater. Schnell sucht er nun Kühne loszuwerden. Schmerzlich ist ihm bewusst, welches Schicksal er seiner Familie aufgeladen hat. Nicht nur ist seine Frau aus Gram gestorben, auch das Glück seiner Kinder wird zerstört, den Thomas ist sein Sohn und Cilli seine Tochter und eine eheliche Verbindung der beiden darf nicht sein. Sie müssen die Wahrheit erfahren, so schmerzlich sie auch ist. Er geht ab und wenig später tritt der Großmeister mit dem Juden Simon ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinem eigenen Schutz müsse Simon fortan im Schloss bleiben, beschwört ihn der Großmeister, und Simon schmerzt aus tiefster Seele, dass dem Orden selbst so viel Feindschaft entgegenschlägt. Doch dieser äußere Kampf sei nur ein Bild des großen inneren Kampfes, den einander widerstrebende Geistesmächte in jedes Menschen Herzen führen, entgegnet ihm der Großmeister. Und wie sehr berührt das Simon, der diesen Kampf nur allzu sehr in seinem eigenen Inneren fühlt, ein Kampf der zwischen hohen Weltenzielen und engen Eigeninteressen unaufhaltsam tobt und die Seele mit Zweifeln und Furcht erfüllen. Doch was Simon schmerzlich so in Worte gießt, lässt den Großmeister zugleich auch Dinge schauen, die Weltenziel und Menschenschicksal segensvoll verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die beiden abgegangen sind, treten die beiden Zeremonienmeister herein. Unverständlich erscheint dem 1. Zeremonienmeister die Milde, mit der der Großmeister auf die Feinde des Ordens blickt. Dem 2. Zeremonienmeister hingegen ist klar, dass viele, die jetzt als Feinde erscheinen, nicht böse Menschen sind, dass sie aus ehrlichem Herzen dem Orden widerstreben müssen, weil sie die zukunftsweisenden Wahrheiten, die hier verkündet werden, jetzt noch nicht erfassen können. Es wäre eitler Wahn zu glauben, man könne diese Wahrheiten heute schon allen Menschen so verkünden, dass sie ganz davon ergriffen werden. Viel ist schon getan, wenn in ihre Herzen ein kleiner Keim für künftige Erdenleben gelegt wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich kann in vielem Haß, der uns verfolgt,&lt;br /&gt;
den Samen spätrer Liebe nur entdecken.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das wird nur geschehen, wenn Einzelne jetzt trotz aller Verfolgung vorbereiten, was den Vielen heute noch versagt bleiben muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuntes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Die Waldwiese wie im sechsten Bild. (JOSEPH KÜHNE, FRAU KÜHNE, deren Tochter BERTA; dann BAUERN, später der MÖNCH; zuletzt CÄCILIA (genannt Cilli), Kühnes Pflegetochter und THOMAS.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berta möchte gerne ein Märchen, wie sie oft der Vater von den Rittern nach Hause bringt, aus dem Munde ihrer Mutter hören und so beginnt Frau Kühne [[das Märchen von dem Guten und dem Bösen]] zu erzählen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lebte einmal ein Mann, den quälte die Frage nach dem Ursprung des Bösen. Die Welt stamme von Gott und Gott könne nur gut sein - wie also kämen böse Menschen aus dem Guten? Da sah er auf seinen Wegen einen Baum, der war im Gespräch mit einer Axt, die sprach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Was dir zu tun nicht möglich ist, ich kann es tun,&lt;br /&gt;
ich kann dich fällen, du mich aber nicht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sagte zu der eitlen Axt der Baum:&lt;br /&gt;
„Vor einem Jahre nahm ein Mann ein Holz,&lt;br /&gt;
woraus er deinen Stiel verfertigt hat,&lt;br /&gt;
durch eine andre Axt aus meinem Leib.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ward dem Mann, wenn er es auch nicht in klare Worte fassen konnte, mit einem Schlag die Rätselfrage gelöst, wie Böses aus dem Guten stammen kann. – Bilder solcher Art sind es, durch welche die Ritter erziehend auf die Menschen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald danach erscheinen die Bauern und Bäuerinnen auf der Wiese und aus ihren Gesprächen wird klar, dass auch die hiesige Ordensburg bald belagert würde. Und wieder wogen die Emotionen für und wider die Ritter. Als sie den Mönch tief in Gedanken versunken erblicken, ziehen sie sich zurück. Früher konnten sie ihm leicht in allem folgen, doch heute war ihnen manches Wort seiner Predigt recht unverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomas hat indessen in Cäcilia seine lang vermisste Schwester wiedergefunden und beide sind glücklich, dass es so gekommen ist. Nur ist Thomas bekümmert, dass Cilli sich so innig den Lehren der ungeliebten Ritter verbunden fühlt. Auch Cilli schaudert vor dem Abgrund, der sie dadurch trennt, doch tröstet sie sich mit dem Gedanken, dass Liebe stets sich siegend zeigen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Folgende ist die Fortsetzung der Ereignisse, die in den ersten fünf Bildern dargestellt sind.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zehntes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dieselbe Landschaft wie im fünften Bilde. (CAPESIUS erwacht aus der Vision welche ihm seine vorige Inkarnation vor die Seele gestellt hat.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz klar ist es Capesius, dass er soeben einen Blick in sein früheres Erdenleben geworfen hat. Wie ein Alp lastet dieses Bild auf seiner Seele und mahnend hört er die Stimme des Geistgewissens:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfühle, was du geschaut,&lt;br /&gt;
erlebe, was du getan.&lt;br /&gt;
Du bist dem Sein nun neu entstanden. –&lt;br /&gt;
Du hast geträumt dein Leben.&lt;br /&gt;
Erwirk’ es dir&lt;br /&gt;
Aus edlem Geisteslicht;&lt;br /&gt;
Erkenne Daseinswerk&lt;br /&gt;
mit Seelenblickeskraft.&lt;br /&gt;
Vermagst du dieses nicht,&lt;br /&gt;
bist wesemlosen Nichts&lt;br /&gt;
in Ewigkeit verbunden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Elftes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Meditationszimmer wie im zweiten Bilde. (MARIA, AHRIMAN.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Capesius hat auch Maria dieselbe Rückschau in ihr früheres Erdendasein erlebt. Ahriman will ihr dies als bloßes Wahngebilde erscheinen lassen, von Benedictus scheinbar listig eingeflößt. Doch Maria durchschaut ihn als Vater aller Täuschung. Zugleich ist ihr bewusst, dass Ahriman auch oft die Wahrheit sprechen muss und gerade dadurch helfen kann, Schein und Wirklichkeit voneinander zu scheiden. Er bringt den Menschenseelen Freiheitsmacht, und seine klar bewussten Gedankenkräfte können auch des Wahrheitssinnes Führer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die hohen Schicksalsmächte haben weise&lt;br /&gt;
in dir den Widersacher sich bestellt,&lt;br /&gt;
du förderst alles, das du hemmen willst.&lt;br /&gt;
Du bringst den Menschenseelen Freiheitsmacht,&lt;br /&gt;
wenn du in ihre Seelengründe dringst.&lt;br /&gt;
Von dir entspringen die Gedankenkräfte,&lt;br /&gt;
die Ursprung zwar der Wissens-Truggebilde,&lt;br /&gt;
doch auch des Wahrheitsinnes Führer sind.&lt;br /&gt;
Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
in dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
sich aus Verstandeskräften Wissen bilden,&lt;br /&gt;
und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
so wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so gewinnt Maria gerade durch Ahrimans Erscheinen die Sicherheit, dass es Wahrheit war, was sie soeben schauen durfte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
So höre du, der Vater ist der Täuschung,&lt;br /&gt;
ob ich vor dir die Siegeswahrheit spreche.&lt;br /&gt;
Es gibt im Erdenwerden solche Zeiten,&lt;br /&gt;
in welchen alte Kräfte langsam sterben&lt;br /&gt;
und sterbend schon die neuen wachsen sehn.&lt;br /&gt;
In solcher Zeitenwende fanden ich&lt;br /&gt;
und meine Freunde uns im Geist vereint,&lt;br /&gt;
als sie die frühern Erdenleben suchten.&lt;br /&gt;
Es wirkten damals wahre Geistesmenschen,&lt;br /&gt;
die sich zur Seelenbrüderschaft verbanden,&lt;br /&gt;
und aus der Mystik Reich sich Ziele holten.&lt;br /&gt;
In solchen Erdentagen werden Keime&lt;br /&gt;
in Menschenseelen sorgsam eingepflanzt,&lt;br /&gt;
die lange Zeit zur vollen Reife brauchen.&lt;br /&gt;
Die Menschen müssen dann im nächsten Leben&lt;br /&gt;
noch Eigenschaften aus dem frühern zeigen.&lt;br /&gt;
Es werden viele Männer solcher Zeiten&lt;br /&gt;
in einem nächsten Leben wieder Männer,&lt;br /&gt;
und viele Frauen werden Frauen wieder.&lt;br /&gt;
Es ist dann auch die Zeitenlänge kürzer,&lt;br /&gt;
als jene, die sonst zwischen Leben liegt.&lt;br /&gt;
Es fehlet dir für solche Zeitenwenden&lt;br /&gt;
der sichre Blick. Deshalb vermagst du nicht&lt;br /&gt;
ihr Werden irrtumlos zu überschauen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– worauf Ahriman mit unwilliger Gebärde und Donnergrollen verschwinden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwölftes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bild. (JOHANNES und LUCIFER.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Johannes hat die Rückschau in das frühere Erdendasein miterlebt, doch warnend führt ihm Luzifer die Fruchtlosigkeit solchen Erlebens vor die Augen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erkenne an Capesius die Früchte,&lt;br /&gt;
die reifen müssen, wenn die Seelen sich&lt;br /&gt;
dem Geistgebiet zu früh erschließen wollen.&lt;br /&gt;
Er kennt die Worte seines Lebensbuches&lt;br /&gt;
und weiß, was ihm obliegt für viele Leben.&lt;br /&gt;
Doch Leid, das nicht im Schicksalsplane liegt,&lt;br /&gt;
ersteht aus Wissen, dem die Kräfte fehlen,&lt;br /&gt;
zu Taten sich im Leben umzubilden.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Es tötet Kräfte, die im Unbewußten&lt;br /&gt;
der Menschenseele sichre Führer sind,&lt;br /&gt;
und kann Besonnenheit doch nicht erhöhn.&lt;br /&gt;
So lähmt es nur des Leibes starke Macht,&lt;br /&gt;
bevor die Seele sie bemeistern kann.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ihm selbst noch fehlt, erkennt Johannes an diesem Beispiel nur zu klar. Nicht sein ganzes Menschenwesen konnte er bislang zum Geisteslicht erheben, ein leichter Seelenschatten war es nur, der schwärmen konnte für die Geistesweiten. Und aus der Begegnung mit dem Doppelgänger wurde ihm nicht minder klar, dass nicht reine Seelenliebe, sondern die Leidenschaft des Blutes ihn zu Maria trieb. Doch fehlt ihm der Geistesmut, über diese Stufe hinaus zu dringen. Zu unreif fühlt sich Johannes, den eingeschlagenen Erkenntnisweg fortzusetzen, blind will er sich fortan dem Weltenwillen ergeben. Dass er damit in Luzifers Fahrwasser gerät, bleibt Johannes nicht verborgen, denn Luzifer selbst bekennt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Weltenwillen wirke ich,&lt;br /&gt;
wenn er durch Menschenseelen kraftvoll strömt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das nimmt Johannes hin:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich muß dich fühlen, muß dich wollend leben;&lt;br /&gt;
Dann kann ich künftig dich auch überwinden,&lt;br /&gt;
wenn so mein Schicksalsplan es fügen will.&lt;br /&gt;
Das Geisteswissen, das ich früh erlangt,&lt;br /&gt;
es ruhe mir fortan im Seelengrunde,&lt;br /&gt;
bis meine Lebenstriebe selbst es wecken.&lt;br /&gt;
Vertrauensvoll ergeb’ ich mich dem Willen,&lt;br /&gt;
der weiser als die Menschenseele ist.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dreizehntes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Der Sonnentempel; die verborgene Mysterienstätte der Hierophanten. (AHRIMAN, LUCIFER; die drei SEELENGESTALTEN, STRADER; BENEDICTUS, THEODOSIUS, ROMANUS; MARIA.)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuerst erscheinen Luzifer und Ahriman. Luzifer fühlt sich als Sieger, da er Johannes Seelenblick gerade noch im rechten Augenblick zu blenden vermochte. Doch fehlt zum vollkommenen Sieg der beiden Widersacher die Seele Straders, die Ahriman nicht zu gewinnen vermochte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Strader mit den drei Seelenschwestern naht, die ihm ihre Kräfte zuströmen, muss sich Ahriman zurückziehen. Nur Luzifer kann bleiben, da ihm Johannes die Pforte in diese Welt geöffnet hat, die er sonst nicht betreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann tritt Benedictus mit seinen Gefährten Theodosius und Romanus ein. Im Tempel soll Strader die Kräfte finden, die ihn durch Gedankenlabyrinthe zu den wahren Lebensquellen führen. Capesius wird erst künftig den Tempel betreten können. Zwar konnte er in sein früheres Erdenleben zurückschauen, doch fehlt ihm noch die Kraft, die Pflichten zu erfüllen, die er durch Selbsterkenntnis fühlen kann. Lernen muss er erst die Schmerzen zu ertragen, die wahre Selbsterkenntnis mit sich bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Johannes soll den Tempel bald wieder betreten können, doch müssen seine guten Kräfte zuvor am Gegensatz der Widersacher reifen. Bis dahin muss sein Geistesschatz behütet werden, da er in Finsternis zu tauchen droht. Und dann, während Maria hereintritt, wendet sich Benedictus an Luzifer:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es kann in dieser Zeit des Tempels Macht&lt;br /&gt;
Johannes’ Seele dir noch nicht entreißen,&lt;br /&gt;
doch wird sie künftig wieder unser sein,&lt;br /&gt;
wenn unsrer Schwester Früchte reifen werden,&lt;br /&gt;
die wir als Blüten schon erkennen können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Heil der Entwicklung musste Benedictus Marias und Johannes Seelen zeitweilig voneinander trennen und das gab Luzifer die Kraft, an Johannes heranzutreten, denn überall wo Seelensondersein (Seelengetrenntsein) entsteht, ist seinem Wirken Raum gegeben. Doch ist das Seelenband zwischen Johannes und Maria, geschmiedet schon in früheren Erdenläufen, viel zu stark, um Luzifer dauerhaften Sieg zu gewähren. Zudem ist der freie Opferwille Marias erwacht. Sie weiß, was sie Johannes und Capesius schuldet, indem sie Vater und Sohn im früheren Erdenleben entzweite. Doch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es gibt im Menschenwesen Liebequellen,&lt;br /&gt;
zu denen deine Macht nicht dringen kann.&lt;br /&gt;
Sie öffnen sich, wenn alte Lebensfehler,&lt;br /&gt;
die unbewußt der Mensch auf sich geladen,&lt;br /&gt;
in spätern Erdenleben mit dem Geist&lt;br /&gt;
geschaut und durch den freien Opferwillen&lt;br /&gt;
in Lebenstaten umgewandelt werden,&lt;br /&gt;
die wahrem Menschenheile Früchte bringen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Benedictus setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es möge dieses Licht in deinem Selbst&lt;br /&gt;
die Kräfte heilerschaffend weiter wirken,&lt;br /&gt;
die deine Lebensfäden einst den andern&lt;br /&gt;
zum Lebensknoten fest verbunden haben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Alice Fels: &#039;&#039;Erinnerungen an die Münchener Proben zu den Mysterienspielen&#039;&#039; im &#039;&#039;Nachrichtenblatt&#039;&#039; 1929 Nr. 38 und 39 und 1950 Nr. 30 und 31&lt;br /&gt;
* Max Gümbel-Seiling: &#039;&#039;Mit Rudolf Steiner in München&#039;&#039; und &#039;&#039;Einige Erinnerungen an die Mysterienspiele in München von einem Mitspieler&#039;&#039; in &#039;&#039;„Mitteilungen aus der Anthroposophischen Arbeit in Deutschland“&#039;&#039; Nr. 7, März 1949&lt;br /&gt;
* Wilfried Hammacher: &#039;&#039;Die Uraufführung der Mysteriendramen von und durch Rudolf Steiner&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2010, ISBN 978-3-7235-1379-8&lt;br /&gt;
* Wilfried Hammacher: &#039;&#039;Einführung in Rudolf Steiners Mysteriendramen&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2009, ISBN 978-3-7235-1360-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Hammacher: &#039;&#039;Inhaltswiedergabe der vier Mysteriendramen Rudolf Steiners&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2000, ISBN 3-7235-1086-8&lt;br /&gt;
* Wilfried Hammacher: &#039;&#039;Die Grundelemente der Sprachgestaltung und Schauspielkunst nach Rudolf Steiner&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2005, ISBN 978-3-7235-1241-8&lt;br /&gt;
* Wilfried Hammacher: &#039;&#039;Kurze Wegleitung durch die Mysteriendramen&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 1995, ISBN 978-3-7235-0888-6&lt;br /&gt;
* Karl Ivelin: &#039;&#039;Die Kinder der Liebe: bewegtes Leben unter der Erde : historisch-romantische Sage aus Bernsteins alten Tagen&#039;&#039;, Parzival-Verlag, 1992, ISBN 978-3-9520080-6-5&lt;br /&gt;
* Oskar Schmiedel: &#039;&#039;Erinnerungen an die Proben zu den Mysterienspielen in München in den Jahren 1910 – 1913&#039;&#039; in &#039;&#039;„Mitteilungen aus der Anthroposophischen Arbeit in Deutschland“&#039;&#039; Nr. 7 März 1949&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Weltgeschichte in anthroposophischer Beleuchtung und als Grundlage der Erkenntnis des Menschengeistes&#039;&#039;, [[GA 233]] (1991), ISBN 3-7274-2331-5 {{Vorträge|233}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Kleinodienkunst als goetheanistische Formensprache&#039;&#039;, [[GA K51]] (1984), ISBN 978-3-7274-3650-5&lt;br /&gt;
* Jürg-Hinrich Volkmann: &#039;&#039;Templer im Burgenland&#039;&#039;, in &#039;&#039;Das Goetheanum&#039;&#039;, Jg. 1992, Seite 568&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014b.pdf - Die Prüfung der Seele als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
* [http://www.parzifal.ch/255.html Jürg-Hinrich Volkmann: &#039;&#039;Templer im Burgenland&#039;&#039;] - Artikel in &#039;&#039;Das Goetheanum&#039;&#039;, Jg. 1992, Seite 568&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysteriendramen von Rudolf Steiner|203]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die Prüfung der Seele|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_H%C3%BCter_der_Schwelle&amp;diff=625054</id>
		<title>Der Hüter der Schwelle</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Der_H%C3%BCter_der_Schwelle&amp;diff=625054"/>
		<updated>2025-12-29T18:02:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: /* Erstes Bild */ 9. und 10.Bild&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Mysteriendramensiegel_3.gif|thumb|Siegelbild für das dritte Mysteriendrama nach dem Entwurf [[Rudolf Steiner]]s.]]&lt;br /&gt;
== Der Hüter der Schwelle ==&lt;br /&gt;
=== Seelenvorgänge in szenischen Bildern ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist das dritte von [[Rudolf Steiner]] verfasste [[Mysteriendrama]]. Die Uraufführung fand am [[Wikipedia:24. August|24. August]] [[Wikipedia:1912|1912]] im &#039;&#039;Gärtnerplatz-Theater&#039;&#039; in [[Wikipedia:München|München]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kurzinhalt ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Mysteriendramensiegel_3.jpg|thumb|300px|Siegelbild mit der von Rudolf Steiner gegebenen Hintergrundfarbe des Bucheinbandes]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hüter der Schwelle Berlin 1912.jpg|mini|300px|Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der Hüter der Schwelle&#039;&#039;, Philosophisch-Theosophischer Verlag, Berlin 1912]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hüter der Schwelle Berlin 1912 Widmung.jpg|mini|300px|Eigenhändige Widmung Rudolf Steiners für Moriz Zitter]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Hüter der Schwelle.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/themenwelten/der-hueter-der-schwelle}}]]&lt;br /&gt;
Zwölf noch ungeweihte Personen sollen ihre Kräfte mit denen des von Hilarius geleiteten Mystenbundes vereinen. Die Zeit scheint dazu reif, seit Johannes Thomasius allgemein verständliche Schriften über grundlegende geistige Wahrheiten veröffentlicht hat, die weithin großes Interesse finden. Auch Felix Balde und Strader, der durch eine neue Erfindung Technik und Geistesstreben miteinander zu versöhnen hofft, sind berufen. Straders revolutionärer Apparat soll, wie dieser hofft, &#039;&#039;„der Technik Kräfte so verteilen, dass jeder Mensch behaglich nutzen kann, was er zu seiner Arbeit nötig hat im eignen Heim, das er nach sich gestaltet“&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomasius selbst steht seinem eigenen Werk kritisch gegenüber. Zwar habe er geistige Wahrheiten ausgesprochen, doch stünde er seit der Trennung von Maria unter dem immer stärker wirkenden Einfluss Luzifers, und das würde ihn und auch sein Werk letztlich verderben. Dies nicht erkannt zu haben, sei ein unverzeihlicher Fehler des Mystenbundes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die auf Marias Seelenkraft gerichtete Begierde hat Johannes zwar überwunden, doch Luzifer hat diese nun auf Theodora gelenkt, die seit sieben Jahren Straders Gattin ist. Das verzehrt Theodoras Seele so sehr, dass sie schließlich völlig entkräftet stirbt – und selbst im Jenseits könnte Johannes ihre Seele noch erreichen. Das darf niemals geschehen, ehe er nicht seine Leidenschaft für Theodora vollkommen überwunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria, die vor Luzifers Thron gelobt hat, alle Eigenliebe aus ihrem geistigen Streben zu tilgen, kann Johannes nun hilfreich zur Seite stehen. Sie führt ihn vor den Hüter der Schwelle. In der Gestalt eines edlen Greises, erfüllt von allen Seelenkräften, nach denen er sich sehnt, glaubt Johannes die Seele Theodoras jenseits der Schwelle zu erblicken. Doch dann erkennt er plötzlich – er ist es selbst! Und damit erlischt auch die Begierde nach Theodoras Seele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie zweigespalten fühlt sich Johannes fortan in seinem ganzen Wesen. In einem Teil sieht er sich durch Marias und Benedictus Hilfe ganz fest und sicher auf sich selbst gestellt und was er hier sich geistig errungen hat, darf er willig andern reichen. Doch darf darin nichts von jenem andern Teil sich störend mischen, der erst ganz am Anfang wahrer Selbsterkenntnis steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader steigt indessen in das Reich Ahrimans hinab und kann die Erinnerungen an das dort Erlebte ins wache Tagesleben mitnehmen. Dadurch lernt er Ahrimans Wirken kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil er bewusst vor Luzifers Thron gestanden hat und dessen notwendiges Wirken jenseits von Gut und Böse schauen konnte, hat auch Capesius einen großen Fortschritt seiner Entwicklung gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz aller Unvollkommenheiten sind die Geistesschüler des Benedictus damit als reif befunden, ihre geistige Arbeit zu einer höheren Einheit zu verbinden. Von nun an sollen sie die Aufgaben von Benedictus Tempelbrüdern übernehmen und so Neues zu dem Alten fügen, während jene zu höherem Wirken aufsteigen können. Und auch Felix und Felica Balde, die auf naturhafte Weise den Weg zum Geistigen gefunden haben, können ihre Kräfte mit denen der Tempelbrüder verbinden, denn die Zeichen der Zeit verkünden deutlich, dass alle geistigen Wege sich in einem neuen Mysterienwesen künftig vereinen sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Personen, Gestalten und Vorgänge ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistigen und seelischen Vorgänge der Menschen, welche in dieser szenischen Bilderfolge «Der Hüter der Schwelle» gezeichnet sind, stellen eine Fortsetzung derjenigen dar, welche in den früher von mir erschienenen Lebensbildern «Die Pforte der Einweihung» und «Die Prüfung der Seele» erschienen sind. Sie bilden mit diesen ein Ganzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im «Hüter der Schwelle» treten folgende Personen und Wesen auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;I. Die Träger des geistigen Elements:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1. [[Benedictus]], Führer des Sonnentempels und Lehrer einer Anzahl von Personen, die im «Hüter der Schwelle&#039; vorkommen. (Der Sonnentempel wird nur in der «Pforte der Einweihung» und in der «Prüfung der Seele&#039; erwähnt.)&lt;br /&gt;
*2. [[Hilarius Gottgetreu]], Grossmeister eines Mystenbundes. (War in früherer Inkarnation in der «Prüfung der Seele» als Grossmeister einer Geistesbruderschaft dargestellt.)&lt;br /&gt;
*3. [[Johannes Thomasius]], Schüler des Benedictus&lt;br /&gt;
  	 &lt;br /&gt;
;II. Die Träger des Elements der Hingabe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*4. [[Magnus Bellicosus]], genannt [[German]] («[[Pforte der Einweihung]]»), der Präzeptor des Mystenbundes.&lt;br /&gt;
*5. [[Albert Torquatus]], genannt [[Theodosius]] (in der «Pforte der Einweihung»), Zeremonienmeister des Mystenbundes.&lt;br /&gt;
*6. [[Professor Capesius]] 	 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;III. Die Träger des Willens-Elementes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*7. [[Friedrich Trautmann]], genannt [[Romanus]] (in der «Pforte der Einweihung»), Zeremonienmeister des Mystenbundes. (Wiederverkörperung des zweiten Zeremonienmeisters der Geistesbruderschaft in der «Prüfung der Seele».)&lt;br /&gt;
*8. [[Theodora (Mysteriendrama)|Theodora]], eine Seherin. (Bei ihr ist das Willens Element in naives Sehertum umgewandelt.)&lt;br /&gt;
*9. [[Doktor Strader]] 	 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;IV. Die Träger des seelischen Elementes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*10. [[Maria (Mysteriendrama)|Maria]], Schülerin des Benedictus&lt;br /&gt;
*11. [[Felix Balde]] 	 &lt;br /&gt;
*12. [[Felicia Balde|Frau Balde]] 	 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;V. Wesen aus der Geisteswelt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Luzifer|Lucifer]] 	 &lt;br /&gt;
*[[Ahriman]] 	 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
;VI. Wesen des Menschlichen Geisteselementes:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der Doppelgänger des Thomasius 	 &lt;br /&gt;
*Die Seele der Theodora 	 &lt;br /&gt;
*Der [[Hüter der Schwelle]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td width=&amp;quot;100px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[[Philia (Mysteriendrama)|Philia]]&lt;br /&gt;
*[[Astrid (Mysteriendrama)|Astrid]]&lt;br /&gt;
*[[Luna (Mysteriendrama)|Luna]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die geistigen Wesenheiten, welche die Verbindung der menschlichen Seelenkräfte mit dem Kosmos vermitteln&lt;br /&gt;
&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt; &lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
*[[Die andre Philia]], die geistige Wesenheit, welche die Verbindung der Seelenkräfte mit dem Kosmos hemmt; in &amp;quot;[[Der Seelen Erwachen]]&amp;quot; erweist sie sich als die Trägerin des Elementes der Liebe in der Welt, welcher die geistige Persönlichkeit angehört.&lt;br /&gt;
*Die Stimme des Gewissens 	 &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Diese Geisteswesen sind nicht allegorisch oder symbolisch gemeint, sondern als Realitäten, die für Geisteserkenntnis vollkommen gleichgestellt sind physischen Personen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*1. [[Ferdinand Reinecke]] 	 &lt;br /&gt;
*2. [[Michael Edelmann]] 	 &lt;br /&gt;
*3. [[Bernhard Redlich]] 	 &lt;br /&gt;
*4. [[Franziska Demut]] 	 &lt;br /&gt;
*5. [[Maria Treufels]], tritt in &amp;quot;[[Der Seelen Erwachen]]&amp;quot; als Pflegerin des Doktor Strader auf.&lt;br /&gt;
*6. [[Luise Fürchtegott]] 	 &lt;br /&gt;
*7. [[Friedrich Geist]], tritt in &amp;quot;Der Seelen Erwachen&amp;quot; als Sekretär des Hilarius Gottgetreu auf&lt;br /&gt;
*8. [[Caspar Stürmer]] 	 &lt;br /&gt;
*9. [[Georg Wahrmund]] 	 &lt;br /&gt;
*10. [[Marie Kühne]] 	 &lt;br /&gt;
*11. [[Hermine Hauser]] 	 &lt;br /&gt;
*12. [[Katharina Ratsam]] 	 &lt;br /&gt;
  	 &lt;br /&gt;
(Dies sind Wiederverkörperungen der [[12 Bauern und Bäuerinnen]] der «Prüfung der Seele».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorgänge des »Hüters der Schwelle» spielen sich etwa dreizehn Jahre nach denjenigen der «Pforte der Einweihung» ab. Die Art der Lebenswiederholung gegenüber dem «Hüter der Schwelle» darf nicht als allgemein gültiges Gesetz aufgefasst werden, sondern als etwas, das an einem Zeitenwendepunkt geschehen kann. Daher sind auch zum Beispiel die Vorgänge des achten Bildes zwischen Strader und den zwölf Personen nur für einen solchen Zeitpunkt möglich. Die geistigen Wesenheiten, welche im «Hüter der Schwelle» spielen, sind durchaus nicht allegorisch oder symbolisch gedacht; derjenige, welcher eine geistige Welt als wirklich erkennt, darf wohl die Wesen, die ihm dort so gelten wie die physischen Menschen in der Sinnenwelt, ebenso wie diese darstellen. Wer diese Wesen für Allegorien oder Symbole hält, der verkennt die ganze Art der im «Hüter der Schwelle» gegebenen Vorgänge. Dass Geistwesen nicht menschliche Gestalt haben, wie sie in der Bühnendarstellung haben müssen, ist ja selbstverständlich. Hielte der Schreiber dieser »Seelenvorgänge in szenischen Bildern» diese Wesen für Allegorien, so würde er sie nicht so darstellen, wie er es tut. Die Gliederung der Personen in Gruppen (3 X 4) ist nicht gesucht oder der Darstellung zugrunde gelegt; sie ergibt sich - für das Denken nachträglich - aus den Vorgängen, die ganz für sich konzipiert sind und welche eine solche Gliederung von selbst gestalten. Sie ursprünglich zugrunde zu legen, wäre dem Verfasser nie eingefallen. Sie hier als Ergebnis anzuführen, kann erlaubt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
=== Erstes Bild ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Saal in indigoblauem Grundton. Er ist als Vorsaal gedacht zu den Räumen, in denen ein Mystenbund seinen Arbeiten obliegt. In freier Unterredung sind zwölf Personen anwesend, welche in der einen oder andern Art an den Bestrebungen des Mystenbundes Interesse nehmen. Außerdem: Felix Balde und Doktor Strader. Die Bilder stellen Ereignisse dar, welche etwa dreizehn Jahre nach der Zeit liegen, in welcher die «Pforte der Einweihung» spielt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Personen, ungeweiht, aber tatkräftig im Leben stehend, sind berufen, ihre Kräfte mit denen des Mystenbundes zu vereinen, dies sei eine geistige Forderung der Zeit. Ferdinand Reinecke sieht diesem Unterfangen jedoch höchst skeptisch entgegen, ein blinder Handlanger der ihm überheblich erscheinenden Mysten will er nicht sein. Michael Edelmann hält entgegen, dass die Taten des Bundes bezeugen, dass sie aus guten Quellen schöpfen. Vorsicht scheint Bernhard Redlich hier die erste Pflicht; wenn sich der Mystenbund vernünftige Ziele setzt, könne man sich ihm anschließen. Franziska Demut setzt hinzu, dass lange schon wahres Geisteslicht von solchen Weiheorten ströme und man das Herz dafür öffnen solle. Maria Treufels sieht wohl, dass sich in diesen Tagen vieles wandeln müsse, doch von den Mysten erhofft sie dafür wenig. Mehr verspricht sie sich von Menschen wie Doktor Strader, die mit Genie und Fertigkeit tatkräftig im Leben stehen. In Straders Werkstatt stünden jetzt schon im Kleinen solche Wunderdinge, die im Großen alle Technik revolutionieren würden. Strader selbst schildert nun, wie er schon fast resignierend hinnehmen wollte, dass alle technische Entwicklung sich der Geistentfaltung feindlich zeigen müsse. Doch im Laufe seiner Versuche seien ihm wie zufällig Gedanken aufgestiegen, die in eine ganz andere Richtung wiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es reihte dann Versuch sich an Versuch, &lt;br /&gt;
bis endlich der Zusammenklang von Kräften &lt;br /&gt;
auf meinem Arbeitstische sich ergab, &lt;br /&gt;
der einst in seiner vollen Ausgestaltung &lt;br /&gt;
rein technisch jene Freiheit bringen wird, &lt;br /&gt;
in welcher Seelen sich entfalten können. &lt;br /&gt;
Nicht weiter wird man Menschen zwingen müssen, &lt;br /&gt;
in enger Arbeitsstätte würdelos &lt;br /&gt;
ihr Dasein pflanzenähnlich zu verträumen. &lt;br /&gt;
Man wird der Technik Kräfte so verteilen, &lt;br /&gt;
dass jeder Mensch behaglich nutzen kann, &lt;br /&gt;
was er zu seiner Arbeit nötig hat &lt;br /&gt;
im eignen Heim, das er nach sich gestaltet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das sei auch der Grund, warum er dem Ruf der Bruderschaft der Rosenkreuzer folgen wolle. Auch Felix Balde, der in Einsamkeit und Beschaulichkeit der Mystik Schüler geworden ist, will sich gerne dem Mystenbund anschließen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luise Fürchtegott merkt an, dass man sich jedenfalls ganz auf das eigene Urteil stützen müsse und nicht blindem Glauben verfallen dürfe, und Friedrich Geist setzt hinzu, dass jeder Mensch den Trieb verspüren solle, die Wege der Mysten wirklich zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferdinand Reinecke gemahnt, dass sie alle nicht ohne Grund hier zusammengerufen worden wären. Thomasius, einst selbst Geistesschüler, fände nun selbst bei manch ernsten Forschern Beifall für Schriften, die den Schein der Logik borgen und doch nur Mystenschwärmerei enthalten. Die Mysten würde nun bloß fürchten, dass Thomasius ihnen den Rang streitig macht. Und Caspar Stürmer ist überhaupt empört, dass diese Mystenschule immer noch so kühn die Menschenführung fordern wolle, gerade an Thomasius könne man doch klar sehen, wie wenig all diese Mystenkunst tauge und bedrückend sei es, dass selbst ein so heller Kopf wie Doktor Strader dem Mystenwahn geneigt sich zeigen kann. Georg Wahrmund schmerzen solche Worte, denn immer schon sei alles Wahrheitslicht von solchen Weiheorten geflossen und die Zeit fordere, dass dies nun in neuer Art geschehe – Thomasius sei ein großes Werk gelungen. Und Maria Kühne fügt kritisch hinzu, dass Thomasius volle Anerkennung gebühre, weil er dem Denken jene Freiheit gegeben habe, die Mystenschulen ihm verwehren wollen. Hermine Hauser setzt noch hinzu, dass Thomasius einst als Überwinder dieser alten Mystenströmung gelten werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader betont, dass er den Mysten voll vertraue, denn auch ohne eingeweiht zu sein, könne er deutlich fühlen, dass in den Weiheorten Götterseelen den Menschenseelen liebend sich erschließen. Katherina Ratsam kann diesen Worten nur beipflichten; die Mysten hielten längst nicht mehr ihr ganzes Weisheitslicht streng verborgen und viele Menschen könnten schon fühlen, wie dieses Licht in ihren Seelen Kräfte weckt, die früher unbewusst im Innern schliefen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dreimaliges Klopfen verkündet das Nahen der Herren des Weiheortes und Felix Balde ist überzeugt, dass die kraftvolle Wirkung der Eingeweihten nun deutlich für sich selber sprechen werde, worauf Reinecke nur meint, dass viele schon auf manch mystisches Getue hereingefallen seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder klopft es dreimal, dann tritt der Grossmeister des Mystenbundes, Hilarius Gottgetreu, ein. Ihm folgen Magnus Bellicosus, der zweite Präzeptor, Albert Torquatus, der erste Zeremonienmeister, und Friedrich Trautmann, der zweite Zeremonienmeister.&lt;br /&gt;
Friedrich Trautmann begrüßt die Anwesenden. Die Zeit sei reif, dass Mystenpfade sich mit allgemeinem Menschensinn verbinden. Möglich sei dies geworden, weil nun ein Mensch gekommen sei, der das Wissen, das auf Vernunft und Sinn allein gegründet ist, in solche Formen brachte, die vermögend sind, die Geisteswelten wirklich zu begreifen. Eben dieses sei Johannes Thomasius gelungen und dadurch könne ein Band echten Verständnisses zwischen Geweihten und Ungeweihten geknüpft werden. Magnus Bellicosus fügt hinzu, dass Thomasius dafür im Dienst der Menschheit sein Künstlerdasein geopfert habe. Dann ergreift Großmeister Hillarius Gottgetreu das Wort. Der Gnade hoher Geistesmächte seien die Weisheitsschätze zu verdanken, die jeder wahre Mystenbund treu bewahre. Nun sollen diese Schätze auch den hier versammelten ungeweihten Menschen zugänglich gemacht werden, worauf Ferdinand Reinecke nur entgegenhält:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr holt aus fernen Welten eure Gründe, &lt;br /&gt;
die uns beweisen sollen, dass wir uns &lt;br /&gt;
mit euch verbinden und dadurch dem Werke, &lt;br /&gt;
das von Thomasius der Welt geschenkt, &lt;br /&gt;
die rechte Wirkung erst verleihen sollen. &lt;br /&gt;
Wie schön auch klingen mag, was ihr gesprochen, &lt;br /&gt;
es kann in schlichten Menschenherzen nicht &lt;br /&gt;
die Meinung übertönen, dass dies Werk &lt;br /&gt;
durch eigne Kraft sich wirksam zeigen werde, &lt;br /&gt;
wenn es enthält, was Menschenseelen brauchen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweites Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Derselbe Raum wie im vorigen Bilde. Er ist von den Personen,die zu Anfang in ihm versammelt waren, verlassen. Anwesend sind: Hilarius Gottgetreu, der Großmeister, Magnus Bellicosus, der zweite Präzeptor, Albert Torquatus, der erste Zeremonienmeister, Friedrich Trautmann, der zweite Zeremonienmeister, Maria, Johannes Thomasius; von den zu Anfang versammelten Personen sind nur geblieben: Felix Balde, Doktor Strader.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiges habe Thomasius durch sein Werk geleistet, meinen die Ordensmeister, und durch den Orden solle es nun „fruchtbar werden in allen Welten, die des Menschen Kraft dem Weltenwerden dienstbar machen können.“ Eine Meinung, die auch Felix Balde und Strader vollauf teilen. Doch Thomasius gebietet ihren Lobreden Einhalt. Ahriman habe ihm die Augen geöffnet über den wahren Wert seiner Schöpfung. Luzifer habe er sich gewidmet, ehe er sein Werk begann, und während ihn dieser mit den schönsten Bildern aus dem Geistgebiet begabte, ließ er unbemerkt in ihm die wildesten Triebe reifen. Noch schliefen sie in unbewussten Tiefen, doch die Zeit werde kommen, wo sie unausweichlich sein ganzes Wesen ergreifen. Zwar läge in seinem Werk viel Wahres, das überzeugend zur Vernunft sprechen könne, doch eben darin liege die größte Gefahr, denn man kann das Werk nicht von seinem Schöpfer trennen und er selbst werde es künftig verderben durch die bösen Kräfte, die Luzifer in ihm wachsen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Trautmann scheint es unbegreiflich, wie Johannes das alles wissen könne und dennoch glauben könne, dass er dem Schlechten nicht entrinnen werde. Mutig müsse er vernichten, was ihm schädlich werden könnte. Doch das zeigt Johannes nur, dass die Ordensbrüder nicht nach den wahren Weltgesetzen urteilen. Jetzt könne er noch widerstehen, doch das was Luzifer in ihn gelegt hat, würde zu solch überwältigender Stärke anwachsen und ihm das Geisteslicht verdunkeln, dass er sein Werk mit Freuden Ahriman hinopfern werde. Dies nicht erkannt zu haben, sei ein schwerer Irrtum des Ordens, der noch viel schwerwiegendere Folgen hätte für die ganze Welt als seine persönliche Verfehlung, die durch das Karma seinen Ausgleich finden könne. Das habe dem Bund das Recht genommen, das er haben muss, wenn er die Weihedienste leiten soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilarius Gottgetreu mit Bellicosus, Torquatus und Trautmann verlassen daraufhin den Saal, ebenso Doktor Strader und Felix Balde. Es bleiben nur Maria und Thomasius an ihren Plätzen. Nach einer kurzen Pause treten die drei Geistgestalten Philia, Astrid und Luna in einer Lichtwolke auf und gruppieren sich so, dass sie zunächst Maria verdecken. Im Geisterlebnis vernimmt Thomasius ihre Worte und sie gehen über in die Worte, die dann Maria auch äußerlich spricht. Nun dürfe sie wieder als Gefährtin seiner Seele an seiner Seite stehen. Was Johannes bisher an geistigen Einsichten gewonnen habe, er müsse es verlieren, um es in neuer Art wiederzugewinnen. Oft schon sei er an den strengen Hüter der Schwelle herangekommen, doch noch nie an ihm vorbeigekommen. Johannes müsse erwarten, was sich ihm offenbaren werde, wenn er an ihrer Seite die Schwelle nicht nur betreten, sondern auch überschreiten werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Drittes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Im Reiche des Lucifer. Ein Raum, der nicht durch künstliche Wände begrenzt ist, sondern durch pflanzen- und tierähnliche und sonstige Phantasieformen. Links der Thron des Lucifer. Zuerst sind anwesend: Die Seele des Capesius und Maria. Nach einiger Zeit erscheint Lucifer. Später treten auf Benedictus, Thomasius mit seinem ätherischen Ebenbilde (Doppelgänger), dann Theodora.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Reich Luzifers begegnet Maria der Seele des Capesius, der sich im irdischen Leib wie in einem Kerker fühlt, der ihm den freien Blick in die Geisteswelt verdunkelt. Maria hält ihm entgegen, dass der Mensch nur im Erdenleib die Kraft zum wesenhaften «Ich» erfühlen könne, um dadurch Keime zu pflanzen, die einst im Weltenwerden zu Blüten und zu Früchten werden müssen. Doch Capesius gemahnt sie nur daran, dass sie ihm durch ihr Karma vieles schulde und von Luzifer erbitten möge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
dass er, der hohe Lichtesträger, &lt;br /&gt;
dich Capesius auf Erden schützen lasse. &lt;br /&gt;
Du wirst durch deine Weisheit gut erkennen, &lt;br /&gt;
was du ihm leisten kannst, dass er dir auch &lt;br /&gt;
im spätern Erdenleben zugeführt, &lt;br /&gt;
und dann die Schuld durch dich getilgt kann werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Capesius abgegangen ist erscheint Luzifer. Johannes habe sich von Benedictus losgesagt und seiner Führung anvertraut. Noch habe Johannes sein wahres Wesen nicht erkannt, aber durch ihn werde er die Seherkraft erlangen, und kein Wort dürfe Maria hier sprechen, das sich auf Johannes beziehe. Hier, wo Worte Taten sind, müssten Luzifer solche Worte brennen. „Du musst sie hören“, wirft ihm Benedictus entgegen, denn „getan ist schon, was Lucifer bezwingt.“ Maria sei seine wahre Geistesschülerin und sie werde Johannes durch ihre heilenden Liebekräfte wieder in ihren Bereich ziehen. Und so erzwingt Maria, dass Johannes mit seinem ätherischen Doppelgänger vor dem Thron Luzifers erscheinen kann. Was Johannes selbst noch nicht schauen kann, müsse Luzifer nun dem Doppelgänger offenbaren und dieser würde Johannes belehren. Durch das reine Denken, das sich Johannes errungen hat, hat sich der Doppelgänger mittlerweile gewandelt. Johannes habe seine Leidenschaft überwunden und gefahrlos könne er Maria wieder nahen. Doch das will Luzifer nicht zulassen, denn nur kaltes Wissen würde dann Johannes entwickeln und alles warme Eigensein in ihm unfühlend, wesensleer, wie tot erscheinen. Die Leidenschaft für Maria sei überwunden, doch lieben werde er, prophezeit Luzifer, mit all der Kraft und Leidenschaft, mit der er sie einst liebte. Und mit diesen Worten wird Theodora hervorgerufen und ihre Nähe entflammt den Doppelgänger zu heftiger Leidenschaft - und diese werde auch Johannes ganz ergreifen.&lt;br /&gt;
Nur der hohe Opferwille Marias kann dem entgegenwirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Doch wisse, in dem Herzen, das Maria &lt;br /&gt;
in dieser Stunde dir entgegenstellt, &lt;br /&gt;
hat Geistesschülerschaft die Kraft belebt, &lt;br /&gt;
von allem Wissen stets die Eigenliebe &lt;br /&gt;
entfernt zu halten. Niemals will ich künftig &lt;br /&gt;
von jener Seligkeit mich finden lassen, &lt;br /&gt;
die Menschen fühlen, wenn Gedanken reifen. &lt;br /&gt;
Zum Opferdienst will ich das Herz mir rüsten, &lt;br /&gt;
dass stets mein Geist nur denken kann, um denkend &lt;br /&gt;
des Wissens Früchte Göttern hinzuopfern.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dann in ihrem Innern wirke, könne kraftvoll auf Johannes überströmen. Weisheit konnte Luzifer dem Menschen bringen, die Liebe müsse ihm aus Götterreichen fließen. „Ich werde kämpfen“, schleudert ihr Luzifer entgegen. „Und kämpfend Göttern dienen“, setzt Benedictus hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Viertes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Zimmer in rosenrotem Grundton. Es gehört zum Heim Straders und Theodoras, die Straders Gattin ist. Man sieht der Einrichtung an, daß Theodora und Strader hier im gemeinsamen Raume verschiedenartige Arbeiten verrichten. Auf seinem Tische finden sich Modelle von Mechanismen, auf dem ihren mancherlei auf Mystik Bezügliches. Die beiden sind in einem Gespräch, das eine Art gemeinsame Versenkung am siebenten Jahrestage ihrer Ehe darstellt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Begegnung mit Theodora hatte Strader gezeigt, wie sich der Geist in einem Menschen über solche Dinge zu offenbaren sucht, die seinem eigenen Erkenntnisstreben verschlossen bleiben mussten. An Thomas konnte er die Früchte der Geistesschülerschaft erleben. Doch all dies raubte ihm den Glauben an Vernunft und Wissenschaft und so wandte er sich der Technik zu, um sich zu betäuben. Aus diesem zerquälten Dasein wurde er erst durch die zweite Begegnung mit Theodora gerissen. Durch Felix Baldes weise Führung waren ihre Seherkräfte damals zu hoher Kraft gereift. Dass ihm diese lichte Geistesbotin, vom Schicksal als Gefährtin vorbestimmt sein könnte, ahnte er da noch nicht, doch als es ihm Gewissheit wurde, ergoss sich helles Licht in seine Seele, das seine Arbeit bedeutsam befruchtete – selbst dann noch, als ihre Offenbarungen schließlich nicht mehr kamen. Sorge bereitet ihm nur, dass der Verlust der Seherkraft Theodora tiefe Schmerzen bereiten könnte. Doch das konnte Theodora gelassen auf sich nehmen - aber nun seien diese Kräfte auf neue, schmerzvolle Weise wieder erwacht, begleitet von Furcht, die sie beherrscht, und hassen müsse sie nun alles, was sich offenbart. Und während sie in abgerissenen Worten weiterspricht, tritt ihr beängstigend das Bild Thomasius vor die Seele und Strader erinnert sich schmerzlich der Worte, die dieser im Mystenbund über Ahriman gesprochen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fünftes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Zimmer in jenem Waldhäuschen, das in der «Prüfung der Seele» als Baldes Heim angegeben ist. Frau Balde, Felix Balde, Capesius, Strader, später die Seele Theodoras.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unberechtigte Begierde, mit der Thomasius Theodora bedrängte und dadurch immer brennendere Furcht in ihre Seele goss, hat sie so geschwächt, dass sie gestorben ist. Gemeinsam mit Strader gedenken Capesius und die Baldes ihrer. Capesius schildert, dass Theodora wie brennendes Feuer in ihrer Seele miterlebt habe, wie Luzifer durch falsche Liebesmacht Thomasius an sie gebunden hatte und wie das ihr Leben aufgezehrt hätte. Strader schmerzen diese Worte – und wie grausam, wenn dies Wahrheit wäre. Da erscheint Theodoras Seele. Sie bestätigt Capesius Worte und setzt hinzu, dass Thomasius nicht fallen dürfe. Maria habe in ihrem starken Herzen schon die Opferkraft entzündet, die ihn retten könne, doch dürfe Johannes durch seine bereits entwickelten Seherkräfte Theodora nicht in den Geisterreichen wiederfinden, ehe seine falsche Begierde nach ihr vollkommen überwunden sei. Dazu bittet sie um Straders Hilfe - und auf Capesius deutend verschwindet sie. Dieser gibt nun weitere Aufklärung. Mit Thomasius Hilfe wolle Luzifer das Geisteslicht, das sich Theodora offenbare, für sich erbeuten und dadurch die Wissenschaft, die sich Thomasius durch Erdenkräfte hat erwerben können, für immer in sein Reich bannen. Die Früchte dieser Wissenschaft gingen dann der geistigen Welt verloren. Strader könne dies aber verhindern, wenn es ihm gelänge, das Erdenwissen geistig so zu verwandeln, dass es sich dem Götterwissen nähern könne – doch dazu müsse Strader Geistesschüler des Benedictus werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sechstes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ein Raum, der nicht von künstlichen Wänden begrenzt, sondern von baumartig geformten sich verschlingenden Gewächsen und Gebilden eingeschlossen ist, die sich ausweiten und Ausläufer ins Innere senden. Das Ganze durch Naturvorgänge wild bewegt und zuweilen stürmisch erfüllt. Capesius und Maria sind auf der Szene, wenn der Vorhang aufgeht. Dann kommen Benedictes, Philia, Astrid, Luna, die andre Philia, Lucifer, Ahriman und die tanzartig sich bewegenden Wesen, welche Gedanken darstellen, zuletzt Frau Baldes Seele.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im geistigen Erleben, losgelöst vom Sinnesleib, vernehmen Capesius und Maria die Stimme Benedictus: „In deinem Denken leben Weltgedanken.“ Unverständlich erscheinen Capesius diese Worte, obwohl er sie im irdischen Erleben schon aus dem Lebensbuch des Benedictus kennt, doch ihren wahren Sinn hier zu erleben vermag er nicht. Und unverständlich sind ihm auch die nächsten Worte: „In deinem Fühlen weben Weltenkräfte.“ Maria hingegen begreift, dass sie lernen muss, die Weltenschrift zu lesen. Das „wird, wenn ich zum Erdensein mich wende, Gedanke sein, der mir im Nach-Erdenken im Seelen-Innern als Erkenntnis leuchtet.“ Capesius vermag noch nicht gedankenfrei im Geistgebiet zu schauen und kommt darum nicht an die wahre Wesenheit heran. Er muss jetzt lernen, das eigene Denken außer sich zu schauen. Philia, Astrid und Luna geben den Anstoß, dass die Gedanken sich zu Bildern formen. Luzifer und Ahriman erscheinen, umgeben von Wesen, die mit tanzartigen Bewegungen ihre Gedankenformen darstellen. Sie verschwinden wieder und während die drei Seelenschwestern das Erlebte in Worte fassen, beginnt Capesius zu begreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Seele, sie erlebt sich innerlich;&lt;br /&gt;
Sie glaubt zu denken, weil sie nicht Gedanken&lt;br /&gt;
Im Raume vor sich hingestellt erschaut.&lt;br /&gt;
Zu fühlen glaubt sie, weil Gefühle nicht&lt;br /&gt;
Wie Blitze aus den Wolken zuckend leuchten;&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Sie sieht nicht Lucifer, aus dem Gedanken&lt;br /&gt;
Entsprießen und Gefühle sich ergießen -&lt;br /&gt;
So kann sie sich allein mit ihnen glauben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Capesius schaudert vor dieser Einsicht – doch nicht von dir ... von Lucifer... Doch mehr noch schauert ihm vor der Tiefe, auf die ihn nun Maria verweist, denn dort … droht die finstre ... Furcht – Ahriman. Luzifer konnte für andere stets nur Vorbild, aber niemals ein Herrscher über Wesen sein. Ahriman sollte den Menschen Stärke geben, doch nicht zu viel, und wurde darum in Abgrundtiefen verbannt. Was Capesius als seine Eigenheit sich träumte, das schaut er nun außer sich und der Weg ist geöffnet, auf dem er sich selbst finden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich werde mich jetzt suchen, weil ich mich&lt;br /&gt;
Im Weltendenken schauend leben darf.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Balde schließt daran ein Märchenbild: Es war einmal ein helles Götterkind, das wuchs, gepflegt vom Wahrheitvater, und blickte oft voll Mitgefühl zur Erde, wo die Menschen nach der Wahrheit dürsten. Und da der Wahrheitvater den Menschen, die atmend auf der Erde leben, selbst sein Wahrheitslicht nicht geben konnte, so sandte er sein helles Götterkind, die Phantasie der Menschen zu beflügeln. Doch eines Tages traf das Wesen einen Mann, der sprach: „Du webst in Menschengeistern nur wilde Träume und betrügst die Seelen.“ Und seit dieser Zeit verleumden viele Menschen dieses Wesen, das Licht in Atemseelen bringen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erscheinen in einer Lichtwolke Philia, Astrid und Luna und die andre Philia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Siebentes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eine Landschaft aus Phantasieformen. Majestätisch in ihrer Zusammensetzung aus wirbelnden Wassermassen, die sich zu Gestalten formen auf der einen Seite, aus lodernden Feuerwirbeln auf der andern Seite. In der Mitte ein Erdschlund, aus dem Feuer sprüht, das sich wie zu einem Tore auftürmt, welches sich vor einem aus Feuer und Wasser sich gestaltenden gebirgsartigen Gebilde befindet. Der Hüter, Thomasius, Maria, später Lucifer, dann die andre Philia.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungestümes Wünschen stürmender Menschenseelen ruft den Hüter der Schwelle herbei, denn unreife Seelen muss er zur Erde zurück verweisen. Begleitet von Maria erscheint Thomasius. An dem Hüter vorbei will er sich zu Theodora drängen, die er jenseits der Schwelle weiß, doch dieser hält ihn zurück: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Du mußt dich trennen erst von vielen Kräften,&lt;br /&gt;
Die du im Erdenleibe dir erworben.&lt;br /&gt;
Behalten kannst du doch von ihnen nur,&lt;br /&gt;
Was sich in geistig reinem Streben dir&lt;br /&gt;
Erschlossen und auch rein verblieben ist.&lt;br /&gt;
Doch dieses hast du selbst von dir geworfen&lt;br /&gt;
Und Ahriman als Eigentum gegeben.&lt;br /&gt;
Was dir jetzt noch erhalten, das hat dir&lt;br /&gt;
Für Geisteswelten Lucifer verdorben.&lt;br /&gt;
Ich muß es an der Schwelle dir benehmen,&lt;br /&gt;
Wenn du gerecht sie überschreiten willst.&lt;br /&gt;
So bleibt dir nichts; - ein wesenloses Wesen,&lt;br /&gt;
Das wirst du sein, wenn du dich geistig findest.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Doch werd&#039; ich sein und Theodora finden“, entgegnet Thomasius. Maria tritt ihm hilfreich zur Seite. Durch ihre Opfertat und Liebe wird sie Johannes die Kraft verleihen, dass ihm die Erkenntnis, die von Luzifer in Menschenseelen strömt, nicht schaden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da schaut Johannes einen würdevollen Greis. In jungen Jahren war dieser ein tapferer Krieger gewesen, ruhmbegierig und voll Ehrgeiz, wohl oft auch grausam und unerbittlich, bis sich das Kriegsglück von ihm gewendet hatte und er schmachbeladen in seine Heimat geflohen war. Und nachdem er Stolz und Ruhmbegierde endlich überwunden hatte, schloss er sich, schon im Greisenalter, einem kleinen Schülerkreis an, den ein weiser Lehrer um sich gebildet hatte. Voll warmer Liebe fühlt sich Johannes der Seele dieses Greises zugetan. „Was sich hier an diesem Orte jetzt offenbart, ist Prüfung deiner Seele“, eröffnet ihm der Hüter: „Erkenne, wer die Menschenseele ist, zu der du dich in heißer Liebe neigst, und die den Leib bewohnte, den du schaust.“ Auch Luzifer tritt nun hinzu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes vermeint zu erkennen, dass es Theodora war, die sich ihm im Bild des Greises offenbaren wollte. Und damit öffnet ihm der Hüter den Weg über die Schwelle: „Ich kann dir nicht verwehren, was du mußt.“ Nur die andre Philia warnt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
O höre nicht den strengen Hüter,&lt;br /&gt;
Er führet dich in Lebensöden&lt;br /&gt;
Und raubet dir die Seelenwärme;&lt;br /&gt;
Er kann nur Geisteswesen schauen&lt;br /&gt;
Und kennt nicht Menschenleiden,&lt;br /&gt;
Die Seelen nur ertragen,&lt;br /&gt;
Wenn Erdenliebe sie bewahrt&lt;br /&gt;
Vor kalten Weltenweiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Achtes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Reich Ahrimans. Dunkler schluchtartiger Raum, begrenzt von Gebirgen, die aus schwarzen Gesteinsmassen in phantastischen Formen aufgetürmt sind und überall Gerippe zeigen, die wie aus der Gebirgsmasse, aber weiß, herauskristallisieren. Ahriman an einem Abhang. Hilarius, Friedrich Trautmann; dann die zwölf im ersten Vorgang versammelten Personen, dann Strader, später Thomasius und Maria; der Hüter und zuletzt der Doppelgänger des Thomasius.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trautmann und Hilarius erscheinen im Reich Ahrimans. Trautmann graut vor dieser Welt des Todes, die er schon oft betreten hat. Doch wenn der Mystenbund Keime für die Zukunft pflanzen wolle, setzt Hilarius hinzu, so müsse er dazu Samen aus dem Toten holen, denn was sich im Erdenleben abgebraucht hat, wird hier zu neuem Sein gewandelt. Da wird mit verstellter Stimme Ahriman hörbar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da ihr Thomasius verloren glaubt,&lt;br /&gt;
So scheint euch Strader nun der rechte Mensch,&lt;br /&gt;
Der für den Mystenbund euch dienen soll.&lt;br /&gt;
Was er aus Kräften, die natürlich wirken,&lt;br /&gt;
Dem Menschenfortschritt hat erobern dürfen,&lt;br /&gt;
Er dankt es mir; denn ich gebiete da,&lt;br /&gt;
Wo Kräfte, die mechanisch brauchbar sind,&lt;br /&gt;
Aus Schöpferquellen Stärke sich erwerben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trautmann zweifelt, ob daraus Gutes fließen kann, und nicht weniger zweifelt er an der klaren Einsicht seines Meisters Hilarius. Und nachdem die beiden abgegangen sind, höhnt Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sie sehen mich und kennen mich doch nicht;&lt;br /&gt;
Denn wüßten sie, wer hier Gebieter ist,&lt;br /&gt;
Sie wären, Weisung suchend, wahrlich nicht&lt;br /&gt;
Hierher gekommen;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es treten nun die zwölf Personen auf, die im ersten Bild des Dramas im Vorsaal des Mystenbundes versammelt waren, doch wird deutlich, dass sie das Reich Ahriman nur blind betreten. Was sie sprechen, sind Worte, die zwar in ihrer Seele leben, von denen sie aber doch nichts wissen. Sie erleben unbewusste Träume im Schlafe, die in Ahrimans Reich hörbar werden. Strader jedoch, der ebenfalls kommt, ist halbbewusst in Bezug auf alles, was er erlebt, so dass er sich später wird daran erinnern können. Verwundert sieht er sich in diesem Todesreich, in das ihn der Wink Benedictus geführt hat. Während die schlafenden Seelen sprechen, kommentiert Ahriman ihre Worte und Strader wird klar, in welchen Graden sie Ahriman verfallen sind. Ahriman setzt noch hinzu: „Von zwölfen brauch&#039; ich sieben stets für mich und gebe fünf dem Bruder Luzifer.“ Doch das ist nicht die ganze Wahrheit, denn während er Strader die Ohren zuhält, muss Ahriman bekennen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bis jetzt ist mir ja nichts davon gelungen,&lt;br /&gt;
Die Erde wollte sich mir nicht ergeben.&lt;br /&gt;
Doch will ich streben durch die Ewigkeiten,&lt;br /&gt;
Bis mir der Sieg - vielleicht gelingen wird.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Ahriman, wie dieser sagt, den Menschen Stärke gibt, ohne die sie sich im Erdensein verlieren müssten, muss Strader zugeben, doch erkennt er zugleich, dass es Wahrheit nur hier ist und Irrtum wird für die Erdenwelt. Hier gilt kein Menschendenken. Bis ins Innerste fühlt Strader den Schmerz in Ahrimans rauhen Worten: „Ich kann, - betracht&#039; ich dich - nur - klagen, weinen.“ Dann geht er schnell ab.&lt;br /&gt;
Maria und Thomasius treten auf, beide vollbewusst, so dass sie alles, was vorgeht, hören und bewusst sprechen können. Thomasius spürt die schreckliche Kälte des Ortes und fühlt sich wie zusammengepresst, doch Maria gibt ihm Kraft. Thomasius fühlt, dass er freudlos hier die Seele schauen soll, die zu schauen er so heiß begehrt. Und Ahriman setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Wunsch beglückt nur, wenn die Seelenwärme&lt;br /&gt;
Ihn pflegen kann; doch hier erfrieren Wünsche&lt;br /&gt;
Und müssen so sich noch in Kälte leben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der strenge Hüter muss nun Johannes Thomasius das Licht der Wahrheit bringen. Wieder sieht Thomasius den würdevollen Greis: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es muß, es darf nur Theodora sein.&lt;br /&gt;
O schon erschaffet sich die Wirklichkeit&lt;br /&gt;
Aus erst verhülltem Bildesleben - Theo ... ich selbst.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und mit diesen letzten Worten, die Johannes erschüttert spricht, erscheint sein Doppelgänger: „Erkenne mich - und schaue dich in mir.“ Und mit Donnerrollen hüllt sich die Szene in Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuntes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Eine freundlich-sonnige Morgenlandschaft, im Hintergrunde eine Stadt mit vielen Fabrikgebäuden. Es besprechen sich, in freier Art auf und ab gehend: Benedictus, Capesius, Maria, Thomasius, Strader.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist der Ort, wo sich Benedictus oft seinen Schülern widmet. Durch Capesius und der andern freie Tat soll sich „ein Knoten künftig lösen aus den Fäden, die Karma spinnt im Menschen-Erdenwerden.“ Thomasius und Strader vermögen, vereint mit Capesius, in Zukunft viel zu schaffen, um das Menschenheil im rechten Sinn zu fördern. Capesius fühlt, wie sich ihm wahre Lebensziele erschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gespräch mit Benedictus schildert Strader seine Erlebnisse im Reich Ahrimans, an die er sich nun, aus dumpfem Schmerz erwachend, erinnert und wie er von Ahriman erfahren konnte, dass alles Denken dort zum Stillstand kommt. Erkannt hat Strader auch, dass die zwölf Menschen, die zu dem Mystenbund gestoßen sind, ihm karmisch durch das frühere Erdenleben verbunden sind und dass Ahriman dieses Band benutzen will, um sie auch für weitere Leben an ihn zu binden. Nach Maß und Zahl der kosmischen Ordnung wollte Ahriman ihre Seelenart an die Straders binden, um die Früchte seiner Arbeit für sich zu gewinnen, ergänzt Benedictus. Und Strader setzt hinzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;table&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Da ich den Sinn von Zahl und Maß erkannt,&lt;br /&gt;
So wird mir auch gelingen, meine Leistung&lt;br /&gt;
Aus Ahrimans Bereich herauszuführen&lt;br /&gt;
Und Erdengöttern wirksam darzubringen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die beiden abgehen, kommen von der anderen Seite Maria und Johannes. Dass sich der Mensch nicht aus Eigenliebe in schwärmenden Gedanken verlieren darf, die sich als Wissensdurst gebärden wollen und doch nur traumhaft im Leibe leben, hat Johannes erkannt. Und Maria fügt hinzu, dass sich nur der dem Menschenwerden wirksam widmen kann, der sich den Mächten anvertraut, die Maß und Zahl in Ordnung und in Wirrnis bringen. Als Zweiheit fühlt Johannes sein Wesen nun. In einem Teil sieht er sich durch Marias und Benedictus Hilfe ganz fest und sicher auf sich selbst gestellt. Was er in diesem Teil sich geistig errungen hat, darf er willig andern reichen. Doch darf in diesen Menschen nichts vom andern sich störend mischen, der am Anfang erst der wahren Selbsterkenntnis sich erahnt und erst in Zukunft durch eigene Kraft und mit Marias und Benedictus Hilfe sein Ziel erreichen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zehntes Bild ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tempel des im ersten und zweiten Bilde aufgetretenen Mystenbundes. Es stehen zuerst im Osten Benedictus und Hilarius, im Süden Bellicosus und Torquatus, im Westen Trautmann; dann treten ein Thomasius, Capesius, Strader, dann Maria, Felix Balde, Frau Balde, ferner die Seele Theodoras und zuletzt die vier Seelenkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedictus` Geistesschüler sollen, was sie sich errungen haben, ein jeder für den andern fruchtbar machen. Dies kann nur geschehen, wenn ihre Kräfte sich am Weiheort, nach Maß und Zahl geordnet, zu höherer Einheit verbinden. Von nun an sollen sie die Aufgaben von Benedictus` Tempelbrüdern übernehmen und so Neues zu dem Alten fügen, während jene zu höherem Wirken aufsteigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun treten Thomasius, Capesius, Maria, Felix Balde, Frau Balde und Strader auf ein Klopfen des Hilarius in den Tempel. Trautmann und Torquatus  führen die Eintretenden so, daß Thomasius vor Benedictus und Hilarius, Capesius vor Bellicosus und Torquatus, Strader vor Trautmann, Maria mit Felix und Frau Balde in der Tempelmitte zu stehen kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomasius ist sich bewusst, dass er noch fern von höchsten Seelenzielen ist, doch durch den zweiten Menschen, den er mit Benedictus und Marias Hilfe in sich entwickelt hat, will er in Demut die ihm übertragene Aufgabe übernehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil er bewusst vor Luzifers Thron gestanden hat und sein notwendiges Wirken jenseits von Gut und Böse schauen konnte, wird auch Capesius als reif befunden, seine Aufgabe im Tempel zu übernehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maria soll ihre Kräfte gemeinsam mit den beiden anderen vereinen „mit allem, was nach Weltgesetzen hier in edler Dreiheit sich dem Geiste weihet.“ Sie weiß, dass der Mensch die Schönheit Luzifers erschauen soll, doch niemals darf er seiner Macht verfallen, so dass er ihm im Innern wirken kann; nur mit der Kraft des Christus darf sich der Mensch auch ganz im Innersten durchdringen und so der Erde Liebeziel erreichen, das aus den Worten spricht: „Nicht ich, der Christus lebt in meinem Sein.“ So wird sich auch der Schicksalsknoten lösen, in den sie sich verstrickte, weil sie Capesius und Thomasius im früheren Erdenleben als Vater und Sohn einander entzweite. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeichen der Zeit verkünden deutlich, dass alle geistigen Wege sich vereinen sollen. Und so muss sich der Tempel auch mit jenen Seelen verbinden, die sich, wie Felix und Felicia Balde, nicht durch seine Art, sondern auf naturhafte Weise dem Geiste nahen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strader kann dem Tempel durch seine Erlebnisse im Reich Ahrimans dienen. Er hat erfahren, dass das Denken nie sich selbst ergründen könnte, wenn Ahriman ihm nicht entgegenstünde. Doch durfte er auch durch volle sieben Jahre sich mit dem Geisteslicht Theodoras durchdringen, die nun als Geistwesen an seiner Seite sichtbar wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt erscheinen Philia, Astrid, Luna und die andre Philia in einer glimmenden Lichtwolke, um das hier Errungene mit dem Kosmos zu verweben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [[Bild:adobepdf_small.gif]] http://anthroposophie.byu.edu/schriften/014c.pdf - Der Hüter der Schwelle als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mysteriendramen von Rudolf Steiner|204]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Der Hüter der Schwelle|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Ehrfurcht</title>
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		<updated>2024-08-11T10:58:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Ehrfurcht&#039;&#039;&#039;, als höchster Grad der Ehrerbietung und Hingabe an das, was man höher schätzt als sich selbst, ist die Grundlage aller echten [[Herzensbildung]] und stärkt das individuelle [[Ich]] und macht es zum [[Freiheit|freien]] souveränen Herrscher über sein [[Ego]], das es zu seinem treuen Gehilfen erzieht und damit den [[Doppelgänger]] in uns nach und nach in eine lichtvolle Gestalt verwandelt. Ehrfurcht für alles, was uns umgibt, ist eine notwendige Voraussetzung für jeden geistigen [[Schulungsweg]] und öffnet den geistigen Blick für den wahren Wert und den innersten Kern der [[Wesen]], die uns begegnen. Ehrfurcht hat nichts mit Unterwerfung zu tun, wohl aber mit der [[Liebe]] zu den Wesen, die uns das [[Schicksal]] - d.&amp;amp;nbsp;h. unser [[höheres Ich]] - zuführt. Ehrfurcht stärkt die [[Erkenntnis]] und den [[moral]]ischen [[Wille]]n gleichermaßen und ist damit die Basis für eine auf [[moralische Intuition]] gegründete [[Ethik]], wie sie [[Rudolf Steiner]] in seiner «[[Philosophie der Freiheit]]» beschrieben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Goethe]] spricht in seinem [[Erziehung]]sroman «[[Wilhelm Meister]]» von der Ehrfurcht in dreifältiger bzw. vierfältiger Gestalt: Ehrfurcht vor den himmlischen Mächten über uns, vor den Naturwesen unter uns und vor dem was uns gleich ist, nämlich den anderen Menschen - und daraus resultierend: Ehrfurcht vor sich selbst! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Da wird uns insbesondere schön gezeigt, wie&lt;br /&gt;
Wilhelm Meister seinen Sohn nach einer ganz merkwürdigen&lt;br /&gt;
Erziehungsanstalt bringt. Wiederum haben Philister&lt;br /&gt;
ein ganz absprechendes Urteil über diese Erziehungsanstalt&lt;br /&gt;
gefällt. Sie haben gar nicht daran gedacht,&lt;br /&gt;
daß Goethe diese Anstalt nicht da oder dort in Wirklichkeit&lt;br /&gt;
umsetzen wollte, sondern daß er, wie symbolisch,&lt;br /&gt;
eine Art Anschauung über das Erziehungswesen in seiner&lt;br /&gt;
«pädagogischen Provinz» geben wollte. Da fällt denen,&lt;br /&gt;
die dieser Anstalt nähertreten, gleich auf, wie in&lt;br /&gt;
gewissen Gebärden sich auslebt, was in des Menschen&lt;br /&gt;
Seele ist. Da ist eine Gebärde, wo die Hände auf der&lt;br /&gt;
Brust zusammengeschlagen werden und die Zöglinge&lt;br /&gt;
nach oben blicken. Sodann sieht man eine Gebärde, wo&lt;br /&gt;
die Hände auf dem Rücken zusammengenommen werden,&lt;br /&gt;
wenn der Mensch neben den Menschen sich stellt.&lt;br /&gt;
Aber etwas ganz Besonderes gibt es, wo das Seelische&lt;br /&gt;
durch die Gebärde des sich zur Erde Neigens zum&lt;br /&gt;
Ausdruck kommt. Auf die Frage, was das alles für eine&lt;br /&gt;
Bedeutung habe, wird erklärt, daß die Knaben in der&lt;br /&gt;
Seele, in ihrem Ich erwachen lassen sollen, was man die&lt;br /&gt;
«drei Ehrfurchten» nennt, und wodurch der Mensch&lt;br /&gt;
seine Seele immer höher und höher hinaufentwickeln&lt;br /&gt;
kann. Sie werden als das wichtigste Erziehungsprinzip&lt;br /&gt;
vor den Menschen hingestellt. Zuerst soll der Mensch in&lt;br /&gt;
Ehrfurcht aufschauen lernen zu dem, was über ihm ist;&lt;br /&gt;
dann soll er Ehrfurcht lernen vor dem, was unter ihm&lt;br /&gt;
ist, damit er in entsprechender Weise weiß, wie er aus&lt;br /&gt;
dem, was unter ihm ist, wiederum herausgewachsen ist;&lt;br /&gt;
dann soll er lernen Ehrfurcht haben vor dem, was neben&lt;br /&gt;
ihm ist, was gleichwertig ist als Mensch neben Mensch;&lt;br /&gt;
denn dadurch erst kann der Mensch die rechte Ehrfurcht&lt;br /&gt;
vor dem eigenen Ich haben. Dadurch kommt er in die&lt;br /&gt;
richtige Harmonie zur Umwelt, wenn er die richtige&lt;br /&gt;
Ehrfurcht hat gegen das, was über ihm ist, gegen das,&lt;br /&gt;
was unter ihm ist und gegen das, was neben ihm ist.&lt;br /&gt;
Dadurch wird auch sein Ego in der richtigen Weise&lt;br /&gt;
entwickelt, und der Egoismus kann nicht irregehen.|58|250f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Winfried Noack&#039;&#039; schreibt dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|So lehrte uns vor allem die Klassik, dass das Herz dann gebildet ist, wenn ihm sein&lt;br /&gt;
Innerstes bewusst ist und er es pflegt, wenn das Göttliche in ihm wohnt und der&lt;br /&gt;
Mensch auf die Stimme Gottes in ihm hört und ihr folgt. Mag diese Stimme auch&lt;br /&gt;
individuell sein und in jedem Herzen anders sprechen, so ist sie doch die eine göttliche&lt;br /&gt;
Stimme, die in jedem Individuum universal spricht. Herzensbildung setzt also&lt;br /&gt;
voraus, dass es das Herz als Sitz des Göttlichen und einer universalen Humanität&lt;br /&gt;
gibt. Und als Innenwelterweckung führt sie zum Existenzbewusstsein. Wenn ich als&lt;br /&gt;
Mensch aber in meiner Freiheit weiß, wer ich bin und in dem Maße, in dem ich&lt;br /&gt;
selbst werde, taucht parallel zum Existenzbewusstsein das Gottesbewusstsein in&lt;br /&gt;
mir auf als ein Offenbarwerden Gottes ...|Winfried Noack in: Hartlapp, S. 118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat dazu auch aus tiefem geistigen Empfinden drei [[Geste]]n angegeben, die diese Entwicklung fördern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie können das in seinem «Wilhelm Meister» nachlesen —, daß die&lt;br /&gt;
Erziehung so geleitet werde, daß der Mensch in einer gewissen Symbolik&lt;br /&gt;
aufwachse. Goethe will, daß der Mensch etwas lerne, was&lt;br /&gt;
eigentlich alle Menschen lernen sollten statt manchen Firlefanzes,&lt;br /&gt;
den sie in den heutigen Gymnasien lernen, er will, daß die Menschen&lt;br /&gt;
in einer gewissen Symbolik aufwachsen. Er will, daß sie da&lt;br /&gt;
vor allen Dingen in den Symbolen das lernen, was er nennt die&lt;br /&gt;
«vier Ehrfurchten» des Menschen: die Ehrfurcht vor der geistigen&lt;br /&gt;
Welt; die Ehrfurcht vor der physischen Welt; die Ehrfurcht vor jeglicher&lt;br /&gt;
Seele; und die Ehrfurcht, die dann erst sich aufbauen kann&lt;br /&gt;
auf diesen drei Ehrfurchten: vor sich selber. Die letztere würden ja&lt;br /&gt;
die meisten heutigen aufgeklärten Menschen zur Not gleich von&lt;br /&gt;
Anfang an verstehen, nicht wahr; aber nach Goethes Anschauung&lt;br /&gt;
soll diese Ehrfurcht, welche diejenige ist, die, ich möchte sagen, mit&lt;br /&gt;
den größten Gefahren verknüpft ist, erst auf Grundlage der drei&lt;br /&gt;
anderen Ehrfurchten sich aufbauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie will Goethe, daß zunächst die Ehrfurcht vor dem Geistigen,&lt;br /&gt;
das oben ist, in den Menschen sich einwächst? Er will, daß die Menschen&lt;br /&gt;
eine gewisse Gebärde lernen: gekreuzte Arme über der Brust,&lt;br /&gt;
den Blick nach oben gewendet. Und in dieser Stellung sollen sie sich&lt;br /&gt;
aneignen Ehrfurcht vor dem, was als Geistiges auf den Menschen&lt;br /&gt;
Einfluß haben könne. In einem gewissen noch sehr jugendlichen&lt;br /&gt;
Lebensalter soll man, so meint Goethe, diese Gebärde verbinden&lt;br /&gt;
mit dem Aneignen des Gefühles, der Ehrfurcht vor dem, was oben&lt;br /&gt;
ist. Warum hat das eine gewisse Bedeutung? Das hat eine gewisse&lt;br /&gt;
Bedeutung, weil, wenn der Mensch wirklich Ehrfurcht vor dem Geistigen&lt;br /&gt;
empfindet, er gar nicht anders kann, als dieses Gefühl der&lt;br /&gt;
Ehrfurcht vor dem Geistigen bekunden. Und wenn er selbst seine&lt;br /&gt;
Hände hinten auf dem Rücken zusammenlegte als physische Hände,&lt;br /&gt;
es würden die Ätherhände sich vorne kreuzen, und sein Blick, wenn&lt;br /&gt;
er ihn auch noch so sehr nach abwärts wendete als physischen Blick,&lt;br /&gt;
sein Blick würde sich mit den Ätheraugen nach oben wenden. Dies&lt;br /&gt;
ist die natürliche Gebärde für Ätheraugen: nach oben gewendet,&lt;br /&gt;
und für Ätherhände: nach vorne sich kreuzend, die der Ätherleib&lt;br /&gt;
wirklich ausführt, wenn diese Ehrfurcht vor dem Geistigen vorhanden&lt;br /&gt;
ist; es geht gar nicht anders, das ist eine Selbstverständlichkeit,&lt;br /&gt;
daß der Ätherleib diese Gebärde annimmt. Im vierten nachatlantischen&lt;br /&gt;
Zeitraum wußten dies die Leute, weil sie die Bewegungen&lt;br /&gt;
des Ätherleibes an sich verspürten, und wenn man ihnen sagte, sie&lt;br /&gt;
sollten das machen, dann sagte man ihnen nichts anderes, als: sie&lt;br /&gt;
sollen rege machen in sich ein wenig die physische Gebärde, damit&lt;br /&gt;
sie fühlen, wahrnehmen können die Äthergebärde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollte Goethe ein Hineinwachsen in das geistige Leben. Er&lt;br /&gt;
wußte, daß das eine Bedeutung hat: Diejenigen Gebärden, die mit&lt;br /&gt;
den unmittelbaren Äußerungen der Seele verbunden sind, wirklich&lt;br /&gt;
durchzuleben. Ebenso wollte er, daß der Mensch, wenn er die Ehrfurcht&lt;br /&gt;
vor dem Leiblichen, vor allem Irdischen sich aneignet, die&lt;br /&gt;
Hände hinten am Rücken kreuzt und den Blick nach unten wendet.&lt;br /&gt;
Das sollte er sich an zweiter Stelle aneignen. Zum dritten verhält&lt;br /&gt;
sich die Sache so: Die ausgebreiteten Hände mit dem nach links&lt;br /&gt;
und rechts gewendeten Blicke sollten ihm die Ehrfurcht vor jeder&lt;br /&gt;
gleichgearteten Seele beibringen. Und dann kann er sich dasjenige&lt;br /&gt;
aneignen, was Ehrfurcht vor der eigenen Seele sein kann.&lt;br /&gt;
Dieses unmittelbare Wissen davon, daß diese Gebärden, wenn sie&lt;br /&gt;
richtig sind, nicht etwas Willkürliches sind, sondern daß sie zusammenhängen&lt;br /&gt;
mit der geistigen Organisation des Menschen, ist seit&lt;br /&gt;
dem vierzehnten Jahrhundert den Menschen weitgehend verloren&lt;br /&gt;
gegangen. Was folgt daraus? Daraus folgt, daß man vorher den&lt;br /&gt;
Menschen, denen man derartige und auch kompliziertere Gebärden&lt;br /&gt;
beibrachte, nur das beibrachte, was sie leicht zu innerem Leben erwecken&lt;br /&gt;
konnten. Nachher, also in unserer fünften nachatlantischen&lt;br /&gt;
Zeit, handelt es sich darum, daß man solche einfachen Gebärden,&lt;br /&gt;
wie sie Goethe will, gerade jugendlicheren Personen sehr gut beibringen&lt;br /&gt;
könnte, wenn man den entsprechenden Unterricht gibt. Und&lt;br /&gt;
das will auch Goethe.|167|85ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen Vorträgen über «[[Okkulte Physiologie]]» sagt Steiner ganz klar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und es muß&lt;br /&gt;
als eine Grundbedingung für unsere folgenden Betrachtungen angesehen werden, daß man Ehrfurcht habe vor dem, was die menschliche&lt;br /&gt;
Wesenheit in Wahrheit bedeutet.&lt;br /&gt;
Wie kann man denn davor wahrhafte Ehrfurcht haben? Auf keine&lt;br /&gt;
andere Art, als daß man zunächst absieht von dem, wie der Mensch -&lt;br /&gt;
ganz gleichgültig, ob wir selbst oder ein anderer - uns im alltäglichen&lt;br /&gt;
Leben erscheint, und indem man sich aufschwingt zu der Anschauung:&lt;br /&gt;
Dieser Mensch mit seiner gesamten Entwickelung ist nicht um&lt;br /&gt;
seiner selbst willen da, er ist da zur Offenbarung des Geistes, der&lt;br /&gt;
ganzen Welt des Göttlich-Geistigen, er ist eine Offenbarung der&lt;br /&gt;
Weltengottheit, des Weltengeistes. Und für diejenigen, die erkennen,&lt;br /&gt;
daß alles, was uns umgibt, Ausdruck ist für göttlich-geistige Kräfte,&lt;br /&gt;
für die ist es auch möglich, diese Ehrfurcht zu empfinden, nicht nur&lt;br /&gt;
für das Göttlich-Geistige selbst, sondern auch für die Offenbarungen&lt;br /&gt;
dieses Göttlich-Geistigen. Und wenn wir davon sprechen, daß der&lt;br /&gt;
Mensch nach immer vollkommenerer Selbsterkenntnis trachte, so&lt;br /&gt;
sollen wir uns darüber klar sein, daß nicht bloß Neugierde, meinetwillen&lt;br /&gt;
auch Wißbegierde, uns veranlassen soll, nach Selbsterkenntnis&lt;br /&gt;
zu streben, sondern daß wir es als Pflicht empfinden müssen, die&lt;br /&gt;
Erkenntnis der Offenbarungen des Weltengeistes durch den Menschen&lt;br /&gt;
immer vollkommener und vollkommener zu gestalten. In diesem&lt;br /&gt;
Sinne sind die Worte zu verstehen: Unwissend zu bleiben, wo&lt;br /&gt;
Erkenntnis möglich ist, bedeutet eine Versündigung gegen die göttliche&lt;br /&gt;
Bestimmung des Menschen. Denn der Weltengeist hat in uns die&lt;br /&gt;
Kraft gelegt, wissend zu werden; und wenn wir nicht erkennend&lt;br /&gt;
werden wollen, so lehnen wir es ab - was wir eigentlich nicht dürften&lt;br /&gt;
-, eine Offenbarung des Weltengeistes zu sein, und stellen immer&lt;br /&gt;
mehr und mehr nicht eine Offenbarung des Weltengeistes dar, sondern&lt;br /&gt;
eine Karikatur, ein Zerrbild von ihm. Es ist unsere Pflicht, nach&lt;br /&gt;
Erkenntnis zu streben, um immer mehr und mehr ein Bild des&lt;br /&gt;
Weltengeistes zu werden. Erst wenn wir mit diesen Worten einen&lt;br /&gt;
Sinn verbinden können, «ein Bild des Weltengeistes zu werden», erst&lt;br /&gt;
wenn es uns bedeutungsvoll wird, in diesem Sinne zu sagen: Wir&lt;br /&gt;
müssen erkennen, es ist unsere Pflicht zu erkennen —, erst dann&lt;br /&gt;
können wir das vorhin geforderte Gefühl von Ehrfurcht gegenüber&lt;br /&gt;
der Wesenheit des Menschen so recht empfinden. Und für den, der&lt;br /&gt;
im okkulten Sinne das Leben des Menschen, das Wesen des Menschen&lt;br /&gt;
betrachten will, für den ist diese Durchdringung mit Ehrfurcht&lt;br /&gt;
vor der menschlichen Natur schon deshalb eine unbedingte Notwendigkeit,&lt;br /&gt;
weil diese Durchdringung mit Ehrfurcht einzig und allein&lt;br /&gt;
geeignet ist, unsere geistigen Augen und unsere geistigen Ohren,&lt;br /&gt;
unser ganzes geistiges Schauvermögen wachzurufen, das heißt diejenigen&lt;br /&gt;
Kräfte, die uns eindringen lassen in die geistigen Untergründe&lt;br /&gt;
der menschlichen Natur. Wer als Seher, als Geistesforscher nicht im&lt;br /&gt;
höchsten Grade Ehrfurcht haben könnte vor der menschlichen&lt;br /&gt;
Natur, wer sich nicht durchdringen kann bis in die innersten Fibern&lt;br /&gt;
seiner Seele mit dem Gefühl von Ehrfurcht gegenüber der Menschennatur,&lt;br /&gt;
dem Abbild des Geistes, dem bliebe das Auge, wenn es noch&lt;br /&gt;
so geöffnet ist für diese oder jene geistigen Geheimnisse der Welt,&lt;br /&gt;
verschlossen für alles das, was sich auf die eigentlich tiefere Wesenheit&lt;br /&gt;
des Menschen selber bezieht. Und es mag viele Hellseher geben,&lt;br /&gt;
welche dieses oder jenes schauen können in dem geistigen Umkreis&lt;br /&gt;
unseres Daseins: Wenn ihnen diese Ehrfurcht fehlt, dann fehlt ihnen&lt;br /&gt;
das Vermögen, in die Tiefen der menschlichen Natur hineinzuschauen,&lt;br /&gt;
und sie werden nichts Richtiges über das zu sagen wissen,&lt;br /&gt;
was des Menschen Wesenheit ist.|128|11ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Johannes Hartlapp, Stafan Höschele (Hrsg.): &#039;&#039;Geschichte – Gesellschaft – Gerechtigkeit. Festschrift für Baldur Pfeiffer.&#039;&#039; Verlag Frank &amp;amp; Timme 2007, ISBN 978-3865961495&lt;br /&gt;
#Rudolf Steiner: &#039;&#039;Metamorphosen des Seelenlebens – Pfade der Seelenerlebnisse. Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 58]] (1984), ISBN 3-7274-0585-6 {{Vorträge|058}}&lt;br /&gt;
#Rudolf Steiner: &#039;&#039;Eine okkulte Physiologie&#039;&#039;, [[GA 128]] (1991), ISBN 3-7274-1281-X {{Vorträge|128}}&lt;br /&gt;
#Rudolf Steiner: &#039;&#039;Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste&#039;&#039;, [[GA 167]] (1962), ISBN 3-7274-1670-X {{Vorträge|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethik]] [[Kategorie:Erziehung]] [[Kategorie:Schulungsweg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
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		<title>Heileurythmie</title>
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		<updated>2024-02-20T21:07:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kamaryllis: Kleine Ergänzungen wie auch die Erklärung der Wirkungsweise mit den embryonalen Bewegungen. Ev folgt später noch etwas mehr u.a. Erwähnung von Studien. Vermeiden von Verknüpfung mit Psychischem, das kann negativ bewertet werden.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Heileurythmie ist eine spezielle Therapieform aus der [[Anthroposophische Medizin|Anthroposophischen Medizin]], die seit 1921 von [[Rudolf Steiner]] unter Mitarbeit von [[Ita Wegman]] aus den Bewegungsformen der Eurythmie entwickelt wurde. Es handelt sich um eine Einzel-Therapie, die von anthroposophischen [[Therapeut]]en angeleitet wird. Nach einem Urteil des Bundessozialgerichtes der Bundesrepublik Deutschland vom 22. März 2005 (Aktenzeichen B 1 A 1/03 R) können die Kosten für Heileurythmie (Eurythmie-Therapie) von den Gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet werden. Wenige gesetzliche Krankenkassen haben einen Rahmenvertrag über Integrierte Versorgung mit Anthroposophischer Medizin u.a. mit dem Berufsverband Heileurythmie abgeschlossen, in welchem die Kosten für Heileurythmie regelmäßig vergütet werden. In der Schweiz gehört die Heileurythmie zu den Komplementärtherapien, die von den Krankenkassen anerkannt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der anthroposophisch erweiterten Medizin wird Heileurythmie in allen Altern bei akuten, chronischen oder degenerativen Erkrankungen des [[Nervensystem]]s, des [[Herz-Kreislaufsystem]]s, des [[Stoffwechselsystem]]s und des Bewegungsapparates angewendet. Weitere Anwendungsgebiete sind kindliche Entwicklungsstörungen, Zahnfehlstellungen, Augenfehlstellungen und Behinderungen wie auch Rehabilitation nach Unfällen und chirurgischen Eingriffen sowie [[Psychosomatik]] und [[Psychiatrie]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Heileurythmie wird eine Erkrankung als Störung der leiblichen, seelischen und geistig-individuellen Ebenen des Menschen betrachtet. Gezielte Bewegungsübungen, die von jeder Person selber ausgeführt werden, sollen die betroffenen Bereiche wieder in ein harmonisches Gleichgewicht bringen. Dabei werden die embryonalen, Organ-bildenden Bewegungen nachgeahmt, so dass der Organismus angeregt wird, unfertige Wachstumsprozesse ganzheitlich weiter zu entwickeln und zu vollenden. Hintergrund ist eine ganzheitliche anthroposophische Betrachtung des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heileurythmie&#039;&#039;, [[GA 315]] (2021), 6. Auflage, ISBN 978-3-7274-3153-1 {{Vorträge|315}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heileurythmie|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Kamaryllis</name></author>
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