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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zeichen|8}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild x 45.jpg|thumb|hochkant|Karte VIII: Gerechtigkeit]]&lt;br /&gt;
Die Zahl &#039;&#039;&#039;Acht&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;8&#039;&#039;&#039;) gilt als Zahl des &#039;&#039;Gleichgewichts im Kosmos&#039;&#039; und der &#039;&#039;Glückseligkeit&#039;&#039;[http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Zahlenmystik.htm]. Der [[Fixstern]]himmel mit dem [[Tierkreis]] bildet die 8. Sphäre, die nach dem [[Geozentrisches Weltbild|geozentrischen Weltbild]] die [[sieben]] [[Planetensphären]], die von den [[Gnosis|Gnostikern]] als niedere, finstere Welt der Verderbnis aufgefasst werden. Die [[Ogdoas]] ({{ELSalt|ογδοάς}}), die [[Achtheit]], bildet bereits den Übergang zur überräumlichen höheren Lichtwelt des [[Pleroma]]s ({{ELSalt|πλήρωμα}}, „Fülle“), die aus der unendlichen Gottheit [[Emanation|emanierte]]. Die liegende Acht &#039;&#039;&#039;∞&#039;&#039;&#039;, die [[Lemniskate]], ist ein [[Symbol]] für die [[Unendlichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Achtgliedriger Pfad|Achtgliedrige Pfad]], wie ihn [[Gautama Buddha]] gelehrt hat, befreit den Menschen aus dem [[Rad der Wiedergeburten]] und führt ihn zum &#039;&#039;Erlöschen&#039;&#039; im [[Nirvana]] - dem Ziel des buddhistischen Erlösungsstrebens. 8 Menschen wurden nach {{B|1 Mos|7|13}} in der [[Arche Noah]] vor der [[Sintflut]] gerettet. Als &#039;&#039;„8. Schöpfungstag“&#039;&#039; ist die 8 auch ein Symbol für die [[Auferstehung]] des [[Christus]] und die dadurch bewirkte Erneuerung des [[Mensch]]en. Die Acht wird auch als &#039;&#039;Zahl der [[Christentum|christlichen]] [[Taufe]]&#039;&#039; angesehen; Taufkapellen werden daher meist in [[Wikipedia:Oktogon (Architektur)|oktogon]]aler Form gebaut, oft auch Säulen und Türme von [[Wikipedia:Kirche (Bauwerk)|Kirchen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finstere Gegenbild dazu ist die sogenannte [[Achte Sphäre]], der alles verfällt, was das Entwicklungsziel der 7 großen [[Weltentwicklungsstufen|planetarischen Weltentwicklungsstufen]], von denen [[Rudolf Steiner]] spricht, nicht erreichen. In diese Sphäre werden nach jene gestoßen, die nach der [[Apokalypse des Johannes]] zur Zeit des [[Jüngstes Gericht|Jüngsten Gerichts]] den [[Zweiter Tod|zweiten Tod]] erleiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 8 zeigt somit zwei Gesichter: sie erhebt sich über die äußere Welt, oder sie fällt hinter und unter diese zurück. Nach [[Rudolf Steiner]] bezeichnet sie einerseits die Sphäre des irdischen Wirkens der Schöpfergötter, der [[Elohim]], andererseits ist sie aber geradezu identisch mit dem, was in den verschiedenen religiösen Überlieferungen «[[Hölle]]» oder «[[Unterwelt]]» genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Acht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hajo Banzhaf]]: &#039;&#039;Symbolik und Bedeutung der Zahlen&#039;&#039;. Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-33760-7.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Bindel]]: &#039;&#039;Die geistigen Grundlagen der Zahlen&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 2003, ISBN 3-7725-1251-8, [http://d-nb.info/953552047/04 Inhaltsverzeichnis] &lt;br /&gt;
* [[Helmut Werner]]: &#039;&#039;Lexikon der Numerologie und Zahlenmystik&#039;&#039;, Komet, ISBN 3-89836-132-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Zahlenmystik.htm Heiligenlexikon: &#039;&#039;Zahlenmystik&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pentakel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:8 (Zahl)|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zahlen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zeichen|8}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild x 45.jpg|thumb|hochkant|Karte VIII: Gerechtigkeit]]&lt;br /&gt;
Die Zahl &#039;&#039;&#039;Acht&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;8&#039;&#039;&#039;) gilt als Zahl des &#039;&#039;Gleichgewichts im Kosmos&#039;&#039; und der &#039;&#039;Glückseligkeit&#039;&#039;[http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Zahlenmystik.htm]. Der [[Fixstern]]himmel mit dem [[Tierkreis]] bildet die 8. Sphäre, die nach dem [[Geozentrisches Weltbild|geozentrischen Weltbild]] die [[sieben]] [[Planetensphären]], die von den [[Gnosis|Gnostikern]] als niedere, finstere Welt der Verderbnis aufgefasst werden. Die [[Ogdoas]] ({{ELSalt|ογδοάς}}), die [[Achtheit]], bildet bereits den Übergang zur überräumlichen höheren Lichtwelt des [[Pleroma]]s ({{ELSalt|πλήρωμα}}, „Fülle“), die aus der unendlichen Gottheit [[Emanation|emanierte]]. Die liegende Acht &#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;∞&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;, die [[Lemniskate]], ist ein [[Symbol]] für die [[Unendlichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Achtgliedriger Pfad|Achtgliedrige Pfad]], wie ihn [[Gautama Buddha]] gelehrt hat, befreit den Menschen aus dem [[Rad der Wiedergeburten]] und führt ihn zum &#039;&#039;Erlöschen&#039;&#039; im [[Nirvana]] - dem Ziel des buddhistischen Erlösungsstrebens. 8 Menschen wurden nach {{B|1 Mos|7|13}} in der [[Arche Noah]] vor der [[Sintflut]] gerettet. Als &#039;&#039;„8. Schöpfungstag“&#039;&#039; ist die 8 auch ein Symbol für die [[Auferstehung]] des [[Christus]] und die dadurch bewirkte Erneuerung des [[Mensch]]en. Die Acht wird auch als &#039;&#039;Zahl der [[Christentum|christlichen]] [[Taufe]]&#039;&#039; angesehen; Taufkapellen werden daher meist in [[Wikipedia:Oktogon (Architektur)|oktogon]]aler Form gebaut, oft auch Säulen und Türme von [[Wikipedia:Kirche (Bauwerk)|Kirchen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finstere Gegenbild dazu ist die sogenannte [[Achte Sphäre]], der alles verfällt, was das Entwicklungsziel der 7 großen [[Weltentwicklungsstufen|planetarischen Weltentwicklungsstufen]], von denen [[Rudolf Steiner]] spricht, nicht erreichen. In diese Sphäre werden nach jene gestoßen, die nach der [[Apokalypse des Johannes]] zur Zeit des [[Jüngstes Gericht|Jüngsten Gerichts]] den [[Zweiter Tod|zweiten Tod]] erleiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 8 zeigt somit zwei Gesichter: sie erhebt sich über die äußere Welt, oder sie fällt hinter und unter diese zurück. Nach [[Rudolf Steiner]] bezeichnet sie einerseits die Sphäre des irdischen Wirkens der Schöpfergötter, der [[Elohim]], andererseits ist sie aber geradezu identisch mit dem, was in den verschiedenen religiösen Überlieferungen «[[Hölle]]» oder «[[Unterwelt]]» genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Acht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hajo Banzhaf]]: &#039;&#039;Symbolik und Bedeutung der Zahlen&#039;&#039;. Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-33760-7.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Bindel]]: &#039;&#039;Die geistigen Grundlagen der Zahlen&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 2003, ISBN 3-7725-1251-8, [http://d-nb.info/953552047/04 Inhaltsverzeichnis] &lt;br /&gt;
* [[Helmut Werner]]: &#039;&#039;Lexikon der Numerologie und Zahlenmystik&#039;&#039;, Komet, ISBN 3-89836-132-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Zahlenmystik.htm Heiligenlexikon: &#039;&#039;Zahlenmystik&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pentakel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:8 (Zahl)|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zahlen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zeichen|8}}&lt;br /&gt;
Die Zahl &#039;&#039;&#039;Acht&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;8&#039;&#039;&#039;) gilt als Zahl des &#039;&#039;Gleichgewichts im Kosmos&#039;&#039; und der &#039;&#039;Glückseligkeit&#039;&#039;[http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Zahlenmystik.htm]. Der [[Fixstern]]himmel mit dem [[Tierkreis]] bildet die 8. Sphäre, die nach dem [[Geozentrisches Weltbild|geozentrischen Weltbild]] die [[sieben]] [[Planetensphären]], die von den [[Gnosis|Gnostikern]] als niedere, finstere Welt der Verderbnis aufgefasst werden. Die [[Ogdoas]] ({{ELSalt|ογδοάς}}), die [[Achtheit]], bildet bereits den Übergang zur überräumlichen höheren Lichtwelt des [[Pleroma]]s ({{ELSalt|πλήρωμα}}, „Fülle“), die aus der unendlichen Gottheit [[Emanation|emanierte]]. Die liegende Acht &#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;∞&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;, die [[Lemniskate]], ist ein [[Symbol]] für die [[Unendlichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild x 45.jpg|thumb|hochkant|Karte VIII: Gerechtigkeit]]&lt;br /&gt;
Der [[Achtgliedriger Pfad|Achtgliedrige Pfad]], wie ihn [[Gautama Buddha]] gelehrt hat, befreit den Menschen aus dem [[Rad der Wiedergeburten]] und führt ihn zum &#039;&#039;Erlöschen&#039;&#039; im [[Nirvana]] - dem Ziel des buddhistischen Erlösungsstrebens. 8 Menschen wurden nach {{B|1 Mos|7|13}} in der [[Arche Noah]] vor der [[Sintflut]] gerettet. Als &#039;&#039;„8. Schöpfungstag“&#039;&#039; ist die 8 auch ein Symbol für die [[Auferstehung]] des [[Christus]] und die dadurch bewirkte Erneuerung des [[Mensch]]en. Die Acht wird auch als &#039;&#039;Zahl der [[Christentum|christlichen]] [[Taufe]]&#039;&#039; angesehen; Taufkapellen werden daher meist in [[Wikipedia:Oktogon (Architektur)|oktogon]]aler Form gebaut, oft auch Säulen und Türme von [[Wikipedia:Kirche (Bauwerk)|Kirchen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finstere Gegenbild dazu ist die sogenannte [[Achte Sphäre]], der alles verfällt, was das Entwicklungsziel der 7 großen [[Weltentwicklungsstufen|planetarischen Weltentwicklungsstufen]], von denen [[Rudolf Steiner]] spricht, nicht erreichen. In diese Sphäre werden nach jene gestoßen, die nach der [[Apokalypse des Johannes]] zur Zeit des [[Jüngstes Gericht|Jüngsten Gerichts]] den [[Zweiter Tod|zweiten Tod]] erleiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 8 zeigt somit zwei Gesichter: sie erhebt sich über die äußere Welt, oder sie fällt hinter und unter diese zurück. Nach [[Rudolf Steiner]] bezeichnet sie einerseits die Sphäre des irdischen Wirkens der Schöpfergötter, der [[Elohim]], andererseits ist sie aber geradezu identisch mit dem, was in den verschiedenen religiösen Überlieferungen «[[Hölle]]» oder «[[Unterwelt]]» genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Acht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hajo Banzhaf]]: &#039;&#039;Symbolik und Bedeutung der Zahlen&#039;&#039;. Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-33760-7.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Bindel]]: &#039;&#039;Die geistigen Grundlagen der Zahlen&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 2003, ISBN 3-7725-1251-8, [http://d-nb.info/953552047/04 Inhaltsverzeichnis] &lt;br /&gt;
* [[Helmut Werner]]: &#039;&#039;Lexikon der Numerologie und Zahlenmystik&#039;&#039;, Komet, ISBN 3-89836-132-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Zahlenmystik.htm Heiligenlexikon: &#039;&#039;Zahlenmystik&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pentakel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:8 (Zahl)|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zahlen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<updated>2026-10-29T10:57:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zeichen|8}}&lt;br /&gt;
Die Zahl &#039;&#039;&#039;Acht&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;&#039;8&#039;&#039;&#039;) gilt als Zahl des &#039;&#039;Gleichgewichts im Kosmos&#039;&#039; und der &#039;&#039;Glückseligkeit&#039;&#039;[http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Zahlenmystik.htm]. Der [[Fixstern]]himmel mit dem [[Tierkreis]] bildet die 8. Sphäre, die nach dem [[Geozentrisches Weltbild|geozentrischen Weltbild]] die [[sieben]] [[Planetensphären]], die von den [[Gnosis|Gnostikern]] als niedere, finstere Welt der Verderbnis aufgefasst werden. Die [[Ogdoas]] ({{ELSalt|ογδοάς}}), die [[Achtheit]], bildet bereits den Übergang zur überräumlichen höheren Lichtwelt des [[Pleroma]]s ({{ELSalt|πλήρωμα}}, „Fülle“), die aus der unendlichen Gottheit [[Emanation|emanierte]]. Die liegende Acht {{polytonisch|&#039;&#039;&#039;∞&#039;&#039;&#039;}}, die [[Lemniskate]], ist ein [[Symbol]] für die [[Unendlichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild x 45.jpg|thumb|hochkant|Karte VIII: Gerechtigkeit]]&lt;br /&gt;
Der [[Achtgliedriger Pfad|Achtgliedrige Pfad]], wie ihn [[Gautama Buddha]] gelehrt hat, befreit den Menschen aus dem [[Rad der Wiedergeburten]] und führt ihn zum &#039;&#039;Erlöschen&#039;&#039; im [[Nirvana]] - dem Ziel des buddhistischen Erlösungsstrebens. 8 Menschen wurden nach {{B|1 Mos|7|13}} in der [[Arche Noah]] vor der [[Sintflut]] gerettet. Als &#039;&#039;„8. Schöpfungstag“&#039;&#039; ist die 8 auch ein Symbol für die [[Auferstehung]] des [[Christus]] und die dadurch bewirkte Erneuerung des [[Mensch]]en. Die Acht wird auch als &#039;&#039;Zahl der [[Christentum|christlichen]] [[Taufe]]&#039;&#039; angesehen; Taufkapellen werden daher meist in [[Wikipedia:Oktogon (Architektur)|oktogon]]aler Form gebaut, oft auch Säulen und Türme von [[Wikipedia:Kirche (Bauwerk)|Kirchen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finstere Gegenbild dazu ist die sogenannte [[Achte Sphäre]], der alles verfällt, was das Entwicklungsziel der 7 großen [[Weltentwicklungsstufen|planetarischen Weltentwicklungsstufen]], von denen [[Rudolf Steiner]] spricht, nicht erreichen. In diese Sphäre werden nach jene gestoßen, die nach der [[Apokalypse des Johannes]] zur Zeit des [[Jüngstes Gericht|Jüngsten Gerichts]] den [[Zweiter Tod|zweiten Tod]] erleiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 8 zeigt somit zwei Gesichter: sie erhebt sich über die äußere Welt, oder sie fällt hinter und unter diese zurück. Nach [[Rudolf Steiner]] bezeichnet sie einerseits die Sphäre des irdischen Wirkens der Schöpfergötter, der [[Elohim]], andererseits ist sie aber geradezu identisch mit dem, was in den verschiedenen religiösen Überlieferungen «[[Hölle]]» oder «[[Unterwelt]]» genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Acht}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hajo Banzhaf]]: &#039;&#039;Symbolik und Bedeutung der Zahlen&#039;&#039;. Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-33760-7.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Bindel]]: &#039;&#039;Die geistigen Grundlagen der Zahlen&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 2003, ISBN 3-7725-1251-8, [http://d-nb.info/953552047/04 Inhaltsverzeichnis] &lt;br /&gt;
* [[Helmut Werner]]: &#039;&#039;Lexikon der Numerologie und Zahlenmystik&#039;&#039;, Komet, ISBN 3-89836-132-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Zahlenmystik.htm Heiligenlexikon: &#039;&#039;Zahlenmystik&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pentakel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:8 (Zahl)|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zahlen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Herzkammer&amp;diff=626884</id>
		<title>Herzkammer</title>
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		<updated>2026-10-28T09:23:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Weiterleitung nach Herz erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Herz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Ventrikel&amp;diff=626883</id>
		<title>Ventrikel</title>
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		<updated>2026-10-28T09:22:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Die Seite wurde neu angelegt: „Der Terminus &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ventrikel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von lateinisch &amp;#039;&amp;#039;Ventriculus&amp;#039;&amp;#039; „kleiner Bauch“) wird in der Medizin für verschiedene Organteile, die einen Hohlraum, eine Kammer oder eine Ausbuchtung bilden, verwandt:  * &amp;#039;&amp;#039;Ventriculus cordis&amp;#039;&amp;#039; = rechte und linke Herzkammer * &amp;#039;&amp;#039;Ventriculus cerebri&amp;#039;&amp;#039; = Gehirnkammer oder Hirnventrikel ** &amp;#039;&amp;#039;Ventriculus lateralis&amp;#039;&amp;#039; ** &amp;#039;&amp;#039;Ventriculus tertius&amp;#039;&amp;#039; ** &amp;#039;&amp;#039;Ventriculus quartus&amp;#039;&amp;#039; * &amp;#039;&amp;#039;Ventriculus laryngis&amp;#039;&amp;#039; = seitliche Ausbuchtu…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Terminus &#039;&#039;&#039;Ventrikel&#039;&#039;&#039; (von lateinisch &#039;&#039;Ventriculus&#039;&#039; „kleiner Bauch“) wird in der Medizin für verschiedene Organteile, die einen Hohlraum, eine Kammer oder eine Ausbuchtung bilden, verwandt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ventriculus cordis&#039;&#039; = rechte und linke [[Herzkammer]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ventriculus cerebri&#039;&#039; = Gehirnkammer oder [[Hirnventrikel]]&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Ventriculus lateralis&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Ventriculus tertius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Ventriculus quartus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ventriculus laryngis&#039;&#039; = seitliche Ausbuchtung des [[Kehlkopf]]raumes zwischen den Taschen- und Stimmfalten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Siehe auch:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Magen]] ([[Latein|lat.]] &#039;&#039;ventriculus&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Begriffsklärung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Hirnventrikel&amp;diff=626882</id>
		<title>Hirnventrikel</title>
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		<updated>2026-10-28T09:16:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Hirnventrikel mittelgroß.gif|mini|250px|Lage der Hirnventrikel im 3D-Modell.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hirnventrikel&#039;&#039;&#039; (von [[lat.]] &#039;&#039;Ventriculus&#039;&#039; „kleiner Bauch“) sind mit [[Liquor cerebrospinalis|Hirnwasser]] (&#039;&#039;Liquor cerebrospinalis&#039;&#039;) gefüllte Hohlräume im [[Gehirn]]. Sie bilden, zusammen mit dem Rückenmarkskanal (&#039;&#039;Canalis centralis medullaris&#039;&#039;), den &#039;&#039;&#039;Inneren Liquorraum&#039;&#039;&#039;. Das Gehirn weist je einen Seitenventrikel in jeder Großhirnhemisphäre auf, einen dritten Ventrikel im [[Zwischenhirn|Zwischenhirn]] und den vierten Ventrikel im [[Wikipedia:Rhombencephalon|Rhombencephalon]]. Diese vier Hirnventrikel stehen durch Löcher (&#039;&#039;Foramina&#039;&#039;) und Leitungen wie den &#039;&#039;[[Wikipedia:Aquaeductus mesencephali|Aquaeductus mesencephali]]&#039;&#039; miteinander als &#039;&#039;&#039;Ventrikelsystem &#039;&#039;&#039; in Verbindung und mit dem [[Zentralkanal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ventrikel sind mit einem als [[Wikipedia:Ependym|Ependym]] bezeichneten Gewebe ausgekleidet. Das Hirnwasser wird von den in den Ventrikeln liegenden [[Wikipedia:Plexus choroideus|Adergeflechten]] (&#039;&#039;Plexus choroidei&#039;&#039;) gebildet. Daneben finden sich in der [[Wikipedia:Medianebene|Medianebene]] um das Ventrikelsystem herum gelegen verschiedene unpaare, sogenannte [[Wikipedia:Zirkumventrikuläres Organ|zirkumventrikuläre Organe]] mit spezifischen ependymalen Bildungen als Ventrikelwand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Hirnventrikel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gehirn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ventrikelsystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Kategorie:Ventrikelsystem&amp;diff=626881</id>
		<title>Kategorie:Ventrikelsystem</title>
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		<updated>2026-10-28T09:15:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Leere Seite erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<title>Zentralkanal</title>
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		<updated>2026-10-28T09:14:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Medulla spinalis - Querschnitt - German and Latin.svg|mini|Ein Querschnitt des Rückenmarks zeigt in der Mitte der [[Rückenmark#Graue Substanz|Grauen Substanz]] den Zentralkanal (&#039;&#039;Canalis centralis&#039;&#039;)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Zentralkanal&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Canalis centralis&#039;&#039;) ist ein im [[Rückenmark]] (&#039;&#039;Medulla spinalis&#039;&#039;) zentral gelegener enger Kanal, der [[Liquor cerebrospinalis]] enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;Clemens Kirschbaum: &#039;&#039;Biopsychologie von A bis Z&#039;&#039;. Springer-Lehrbuch, ISBN 3540396039, S. 301 Lemma „Zentralkanal“&amp;lt;/ref&amp;gt; Er erstreckt sich über die gesamte Länge des Rückenmarks und setzt sich in das [[Medulla oblongata|verlängerte Mark]] (&#039;&#039;Medulla oblongata&#039;&#039;) des [[Gehirn]]s fort (&#039;&#039;Canalis centralis medullae oblongatae&#039;&#039;) bis zu seiner Einmündung in den [[Hirnventrikel#Vierter Ventrikel|Vierten Ventrikel]] (&#039;&#039;Ventriculus quartus&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zentralkanal geht aus dem [[Lumen (Biologie)|Lumen]] des embryonalen [[Neuralrohr]]s hervor.&amp;lt;ref&amp;gt;Munk, Katharina. Zoologie. Georg Thieme Verlag, 2010. S. 311.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein von [[W:Ependym|Ependymzellen]] ausgekleideter schmaler liquorführender Hohlraum ist mit den zu [[Hirnventrikel]]n erweiterten inneren Hohlräumen des Gehirns verbunden. Zentralkanal und Ventrikelsystem bilden zusammen den &#039;&#039;inneren Liquorraum&#039;&#039;, der über drei Öffnungen im Dach des IV. Ventrikels mit dem &#039;&#039;äußeren Liquorraum&#039;&#039; des [[Subarachnoidalraum]]s kommuniziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim neugeborenen Menschen ist der Zentralkanal noch offen und im kaudalen Rückenmarksende (&#039;&#039;Conus medullaris&#039;&#039;) öfters erweitert zu einem &#039;&#039;[[W:Ventriculus terminalis|Ventriculus terminalis]]&#039;&#039;. Doch verödet der nur etwa&amp;amp;nbsp;0,1 mm weite Kanal beim Erwachsenen häufig streckenweise und hat somit auf den Austausch von [[Liquor cerebrospinalis]] wenig Einfluss. Dagegen bleibt bei anderen Arten von [[Wirbeltiere]]n der Zentralkanal meist offen und enthält oft den vom [[W:Subkommissuralorgan|Subkommissuralorgan]] (&#039;&#039;Organum subcommissurale&#039;&#039;) gebildeten &#039;&#039;Reissner-Faden&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wirbelkanal]] (Spinalkanal, Rückenmarkskanal)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.tk.de/rochelexikon/pics/s13048.000-3.html# Gehirn, Encephalon; Medianschnitt; von links.] – Beschriftung vieler Strukturen im Gehirn (Roche-Lexikon, [[W:Elsevier|Elsevier]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rückenmark]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zentralnervensystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ventrikelsystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Zentralkanal&amp;diff=626879</id>
		<title>Zentralkanal</title>
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		<updated>2026-10-28T09:12:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Die Seite wurde neu angelegt: „Grauen Substanz den Zentralkanal (&amp;#039;&amp;#039;Canalis centralis&amp;#039;&amp;#039;)]]   Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zentralkanal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Canalis centralis&amp;#039;&amp;#039;) ist ein im Rückenmark (&amp;#039;&amp;#039;Medulla spinalis&amp;#039;&amp;#039;) zentral gelegener enger Kanal, der Liquor cerebrospinalis enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;Clemens Kirschbaum: &amp;#039;&amp;#039;Biopsychologie von A bis Z&amp;#039;&amp;#039;. Springer-Lehrbuch,…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Medulla spinalis - Querschnitt - German and Latin.svg|mini|Ein Querschnitt des Rückenmarks zeigt in der Mitte der [[Rückenmark#Graue Substanz|Grauen Substanz]] den Zentralkanal (&#039;&#039;Canalis centralis&#039;&#039;)]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Zentralkanal&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Canalis centralis&#039;&#039;) ist ein im [[Rückenmark]] (&#039;&#039;Medulla spinalis&#039;&#039;) zentral gelegener enger Kanal, der [[Liquor cerebrospinalis]] enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;Clemens Kirschbaum: &#039;&#039;Biopsychologie von A bis Z&#039;&#039;. Springer-Lehrbuch, ISBN 3540396039, S. 301 Lemma „Zentralkanal“&amp;lt;/ref&amp;gt; Er erstreckt sich über die gesamte Länge des Rückenmarks und setzt sich in das [[Medulla oblongata|verlängerte Mark]] (&#039;&#039;Medulla oblongata&#039;&#039;) des [[Gehirn]]s fort (&#039;&#039;Canalis centralis medullae oblongatae&#039;&#039;) bis zu seiner Einmündung in den [[Hirnventrikel#Vierter Ventrikel|Vierten Ventrikel]] (&#039;&#039;Ventriculus quartus&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zentralkanal geht aus dem [[Lumen (Biologie)|Lumen]] des embryonalen [[Neuralrohr]]s hervor.&amp;lt;ref&amp;gt;Munk, Katharina. Zoologie. Georg Thieme Verlag, 2010. S. 311.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein von [[Ependym]]zellen ausgekleideter schmaler liquorführender Hohlraum ist mit den zu [[Hirnventrikel]]n erweiterten inneren Hohlräumen des Gehirns verbunden. Zentralkanal und Ventrikelsystem bilden zusammen den &#039;&#039;inneren Liquorraum&#039;&#039;, der über drei Öffnungen im Dach des IV. Ventrikels mit dem &#039;&#039;äußeren Liquorraum&#039;&#039; des [[Subarachnoidalraum]]s kommuniziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim neugeborenen Menschen ist der Zentralkanal noch offen und im kaudalen Rückenmarksende (&#039;&#039;Conus medullaris&#039;&#039;) öfters erweitert zu einem &#039;&#039;[[Ventriculus terminalis]]&#039;&#039;. Doch verödet der nur etwa&amp;amp;nbsp;0,1 mm weite Kanal beim Erwachsenen häufig streckenweise und hat somit auf den Austausch von [[Liquor cerebrospinalis]] wenig Einfluss. Dagegen bleibt bei anderen Arten von [[Wirbeltiere]]n der Zentralkanal meist offen und enthält oft den vom [[Subkommissuralorgan]] (&#039;&#039;Organum subcommissurale&#039;&#039;) gebildeten &#039;&#039;Reissner-Faden&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wirbelkanal]] (Spinalkanal, Rückenmarkskanal)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.tk.de/rochelexikon/pics/s13048.000-3.html# Gehirn, Encephalon; Medianschnitt; von links.] – Beschriftung vieler Strukturen im Gehirn (Roche-Lexikon, [[Elsevier]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rückenmark]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zentralnervensystem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ventrikelsystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Denken&amp;diff=626878</id>
		<title>Denken</title>
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		<updated>2026-10-28T07:38:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Denken mit dem Herzen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Vassily Kandinsky, 1923 - Composition 8, huile sur toile, 140 cm x 201 cm, Musée Guggenheim, New York.jpg|mini|[[Wassily Kandinsky]]: Komposition VIII, 1923, [[Wikipedia:Solomon R. Guggenheim Museum|Solomon R. Guggenheim Museum]], New York]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; ({{ahd|&#039;&#039;thenken&#039;&#039;}} (8. Jh.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{DWDS|denken}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. &#039;&#039;dankjan, denkjan&#039;&#039;; [[Germanisch|germ.]] &#039;&#039;*þank–ja–&#039;&#039;, von [[Indogermanische Sprachen|idg.]] &#039;&#039;*teng-&#039;&#039; „wahrnehmen, fühlen, empfinden, den Anschein haben, denken“; davon abgeleitet auch &#039;&#039;danken&#039;&#039;, &#039;&#039;Andacht&#039;&#039;, &#039;&#039;Gedenken&#039;&#039; usw., was die ursprünglich mit dem Denken verbundene &#039;&#039;dankbare&#039;&#039; Gesinnung deutlich macht; [[lat.]] &#039;&#039;cogito&#039;&#039; „ich denke“, 1. Person sing. von &#039;&#039;cogitare&#039;&#039; „denken, nachdenken, [gut oder böse] gesinnt sein“&amp;lt;ref&amp;gt;{{PONS-Latein|cogitare}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) bzw. &#039;&#039;&#039;Denkvermögen&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|διανοητικόν}} &#039;&#039;dianoetikon&#039;&#039; bzw. {{lang|gr|διανοητική ψυχή}} &#039;&#039;dianoêtike psyché&#039;&#039;, von {{ELSalt|διάνοια}} &#039;&#039;dianoia&#039;&#039; „Nachdenken, [[Verstand]], [[Vernunft]]“; [[lat.]] &#039;&#039;anima rationalis&#039;&#039;) ist eine der drei grundlegenden [[Seelenkräfte]] des Menschen. Durch das Denken erleben bzw. bilden wir [[Begriff]]e und [[Idee]]n und mit Hilfe der [[Erinnerung]] auch [[Vorstellung]]en, in denen sich die innere Gesetzmäßigkeit dessen offenbaren soll, was uns in den vereinzelt dastehenden [[Wahrnehmung]]en vorerst unverstanden gegenübertritt. Ohne Denken bliebe die Wahrnehmung ein nicht weiter fassbares zusammenhangloses diffuses Aggregat von [[Empfindungsobjekt]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewusst wird zumeist nur das Endergebnis der [[Denktätigkeit]] in Form fertig ausgeformter [[Gedanke]]n, da sich die [[Aufmerksamkeit]] ganz auf das [[Objekt]] des Denkens, nicht aber auf dieses selbst richtet. Die bewusste [[Beobachtung des Denkens]] stellt demgegenüber einen [[Ausnahmezustand]] dar, den aber jeder denkende [[Mensch]] mit etwas Übung bewusst willentlich herbeiführen kann. Er beobachtet dann seine eigene [[geist]]ige Tätigkeit - und steht damit am Beginn der geistigen [[Wahrnehmung]] überhaupt, durch die er sich selbst als [[Geistige Wesen|geistiges Wesen]] erlebt. Damit ist zugleich ein sicherer Ausgangspunkt für alle weitere [[geistige Wahrnehmung]] gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Grundlage des Denkens ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Perlen des Denkens.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/perlen-des-denkens}}|link=https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/perlen-des-denkens]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Piet Mondrian (1872-1944)- Composition in Oval with Color Planes 1, oil on canvas, 1914, Museum of Modern Art.JPG|mini|hochkant=0.7|[[w:Piet Mondrian|Piet Mondrian]] &#039;&#039;Ovale Komposition mit Farbflächen I&#039;&#039;, 1914, Museum of Modern Art, New York]]&lt;br /&gt;
Durch die [[Denktätigkeit]], die das [[Gehirn]] ergreift und zum Spiegelungsapparat bildet, werden die durch das Denken hervorgebrachten [[Gedanke]]n im [[Bewusstsein]] zur [[Erscheinung]] gebracht. Bewusst wird uns daher in der Regel nicht der [[Denkprozess]] als solcher, sondern erst sein Ergebnis, die Gedanken, die die [[Seele|seelisch]] erlebte Manifestation dieses rein [[geist]]igen Prozesses sind. Bloßes [[Gedanken-Haben]], d.h. die Anwesenheit fertiger Gedanken im Bewusstsein, die ohne aktuell aktiv erlebter [[Einsicht]] als Ergebnis früheren Denkens aus dem Gedächtnis aufgerufen werden oder überhaupt nur mehr oder weniger passiv als [[Wissen]] ohne eigene tiefere Einsicht im Vertrauen auf eine [[Autorität]] hin erworben wurden oder gar nur aus sachlich weitgehend unzusammenhängenden [[Assoziation (Psychologie)|Gedanken-Assoziationen]] besteht, ist noch kein Denken. Wirkliches Denken entsteht nur dann, wenn es aus eigener Anstrengung hervorgebracht wird und selbsttätig bis zur unmittelbaren klaren [[Einsicht]] in die vorliegenden [[ideell]]en Zusammenhänge voranschreitet. Die [[Beobachtung des Denkens]], also des geistigen Prozesses selbst, der die Gedanken hervorbringt, stellt darüber hinaus einen [[Ausnahmezustand]] dar, der aber jedem denkenden [[Mensch]] bei entsprechender Schulung der [[Aufmerksamkeit]] zugänglich ist. Insofern der Denkende damit seine eigene [[geist]]ige Tätigkeit beobachtet, handelt es sich dabei um die wichtigste und grundlegendste Form der voll bewussten [[Geistige Wahrnehmung|geistigen Wahrnehmung]], auf die alle weitere moderne [[Geistesforschung]] aufbauen kann. In der [[Intellektuelle Anschauung|intellektuellen Anschauung]] sieht sich, wie schon [[Fichte]] bemerkte, die [[Intelligenz]] selbst zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Die Intelligenz, als solche, &#039;&#039;sieht sich selbst zu&#039;&#039;; und dieses&lt;br /&gt;
sich selbst Sehen ist mit allem, was ihr zukommt, unmittelbar&lt;br /&gt;
vereinigt&amp;lt;ref&amp;gt;Dieses sich selbst Sehen geht unmittelbar auf alles, was sie ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und in dieser &#039;&#039;unmittelbaren&#039;&#039; Vereinigung des Seyns&lt;br /&gt;
und des Sehens besteht die Natur der Intelligenz. Was in ihr&lt;br /&gt;
ist, und was sie überhaupt ist, ist sie &#039;&#039;für sich selbst&#039;&#039;; und&lt;br /&gt;
nur, inwiefern sie es für sich selbst ist, ist sie es, als Intelligenz.|Fichte, [https://archive.org/details/johanngottliebf27fichgoog/page/n475 S. 435]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[ahriman]]ischen Einfluss verfallen wir heute sehr leicht in einen Gedankenautomatismus, in dem fertige Gedanken beliebig kombiniert werden, ohne dass das wirkliche Denken aktiv daran beteiligt ist. Hier ist also besondere Achtsamkeit notwendig, insbesondere auch hinsichtlich des verbalen Ausdrucks unserer Gedanken. Wir sollten darum streng darauf achten, nicht gedankenlos gängige Redensarten verwenden. Anders ausgedrückt: Wir sollten nicht dem Drang der [[Mem]]e folgen, die sich in unserer modernen [[Informationsgesellschaft]] sehr rasch von Mensch zu Mensch verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir schützen uns am besten dadurch, wenn wir uns immer mehr&lt;br /&gt;
und mehr bestreben, ein klares und genaues Denken zu entfalten, so&lt;br /&gt;
genau wie möglich zu denken, nicht einfach so hinzuhuschen im Denken&lt;br /&gt;
über die Dinge, wie das heute gerade gesellschaftlicher Usus ist.&lt;br /&gt;
Nicht hinwegspringen über die Dinge, sondern klar denken. Man sollte&lt;br /&gt;
sogar noch weiter gehen: Man sollte versuchen, sich immer mehr und&lt;br /&gt;
mehr zu hüten, gangbare Redensarten und Worte zu gebrauchen. Denn&lt;br /&gt;
in dem Augenblick, wo man gangbare Worte gebraucht, die man nicht&lt;br /&gt;
aus dem Gedanken, sondern aus der Sprachgewohnheit heraus hat,&lt;br /&gt;
wird man, wenn auch nur für einen kurzen Moment, gedankenlos. Und&lt;br /&gt;
das sind ganz besonders gefährliche Momente, weil man nicht darauf&lt;br /&gt;
achtet. Man sollte darauf achten, daß man es vermeidet, solche Worte,&lt;br /&gt;
bei denen man nicht genügend nachdenkt, zu gebrauchen.|254|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denken und Ätherkräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Denken#Denken als Tätigkeit des Ätherleibs|titel1=Denken als Tätigkeit des Ätherleibs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Denken wirken die selben [[Äther|ätherischen Kräfte]], die den [[Physischer Leib|physischen Leib]] [[gestalt]]en, [[Regeneration|regenerieren]] und zum [[Wachstum]] bringen. Im Gegensatz zu den [[Kraft (Physik)|physikalischen Kräften]] handelt es dabei um [[potential]]freie universelle kosmische [[Umkreiskräfte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist von der allergrößten Bedeutung zu wissen, daß&lt;br /&gt;
die gewöhnlichen Denkkräfte des Menschen die verfeinerten&lt;br /&gt;
Gestaltungs- und Wachstumskräfte sind. Im Gestalten&lt;br /&gt;
und Wachsen des menschlichen Organismus offenbart sich&lt;br /&gt;
ein Geistiges. Denn dieses Geistige erscheint dann im Lebensverlaufe&lt;br /&gt;
als die geistige Denkkraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Denkkraft ist nur ein Teil der im Ätherischen&lt;br /&gt;
webenden menschlichen Gestaltungs- und Wachstumskraft.&lt;br /&gt;
Der andere Teil bleibt seiner im menschlichen Lebensbeginne&lt;br /&gt;
innegehabten Aufgabe getreu. Nur weil der Mensch,&lt;br /&gt;
wenn seine Gestaltung und sein Wachstum vorgerückt, das&lt;br /&gt;
ist, bis zu einem gewissen Grade abgeschlossen sind, sich&lt;br /&gt;
noch weiter entwickelt, kann das Ätherisch-Geistige, das&lt;br /&gt;
im Organismus webt und lebt, im weiteren Leben als Denkkraft&lt;br /&gt;
auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So offenbart sich der imaginativen geistigen Anschauung&lt;br /&gt;
die bildsame (plastische) Kraft als ein Ätherisch-Geistiges&lt;br /&gt;
von der einen Seite, das von der andern Seite als der Seelen-Inhalt des Denkens auftritt.|27|12f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedanken als Spiegelungen des Übersinnlichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gedanke]]n sind Produkte des Denkens uns als solche die Spiegelung eines [[Übersinnlich]]en, nämlich der oben genannten [[Ätherkräfte]]. Ihr Träger ist der [[Ätherleib]] und ihr Spiegelungsapparat der [[Physischer Leib|physische Leib]]. Das Denken webt seine Gedankennetze zwischen physischem Leib und Ätherleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Ätherleib ist der Träger der Gedanken, die auch Spiegelungen&lt;br /&gt;
sind. Die Menschen würden leicht darauf kommen können, daß Gedanken&lt;br /&gt;
Spiegelungen eines Übersinnlichen sind. Unter einem Mikroskop&lt;br /&gt;
werden niemals Gedanken sich präparieren lassen. Gedanken leben&lt;br /&gt;
in Wahrheit im Ätherleib. Es prägt sie das Denken aus, und das&lt;br /&gt;
wird im physischen Leib gespiegelt. Daraus kann man ersehen, daß&lt;br /&gt;
Erkenntnis, Wissen abhängt vom physischen Leib und Ätherleib. Zum&lt;br /&gt;
physischen und Ätherieib sprechen nur die Eindrücke vom physischen&lt;br /&gt;
Plan. Andere Vorstellungen aber müssen in der Menschenseele Platz&lt;br /&gt;
greifen. Sie müssen auch den astralischen Leib ergreifen, das ganze&lt;br /&gt;
Fühlen und Wollen und das Denken, das nicht nur auf dem physischen&lt;br /&gt;
Plan sich erschöpft. Der Mensch bleibt sonst innerlich tot.&lt;br /&gt;
Alle Vorstellungen, die etwas abbilden, haben nur Bedeutung für den&lt;br /&gt;
physischen Plan. Schon die Frage: Ist eine Vorstellung berechtigt, die&lt;br /&gt;
nicht etwas abbildet? - besagt das. Allein die Vorstellungen, die frei&lt;br /&gt;
im Geiste leben, die frei leben im astralischen Leib und im Ich, mit denen&lt;br /&gt;
erkennt man nicht nur, sondern man lebt mit ihnen. Das sind Vorstellungen,&lt;br /&gt;
die nicht nur etwas abbilden, sondern die innerlich regsam,&lt;br /&gt;
lebendig sind, die etwas aus sich und aus uns machen.|154|131f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Denken erscheint ein Spiegelbild dessen, was der [[Astralleib]] und das [[Ich]] innerhalb der physisch-sinnlichen Welt erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Mit dem Erwachen treten der astralische Organismus&lt;br /&gt;
und die Ich-Wesenheit in den ätherischen und physischen&lt;br /&gt;
Organismus ein. Durch das Denken werden die&lt;br /&gt;
Sinneswahrnehmungen im ätherischen Organismus erlebt.&lt;br /&gt;
Aber in diesem Erleben ist nicht die Welt wirksam,&lt;br /&gt;
die den Menschen umgibt, sondern eine Nachbildung&lt;br /&gt;
dieser Welt. In dieser Nachbildung offenbart sich die&lt;br /&gt;
Summe der bildenden Kräfte, die dem Erden-Lebenslauf&lt;br /&gt;
des Menschen zugrunde liegen. In jedem Lebensaugenblicke&lt;br /&gt;
ist eine solche Nachbildung der Außenwelt&lt;br /&gt;
im Menschen vorhanden. Der Mensch erlebt diese&lt;br /&gt;
Nachbildung durch das Denken nicht direkt, sondern&lt;br /&gt;
es stellt sich deren Reflexion durch den physischen&lt;br /&gt;
Organismus als Gedankeninhalt vor das gewöhnliche&lt;br /&gt;
Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hinter der reflektierenden Tätigkeit des Denkens&lt;br /&gt;
im physischen Organismus vor sich geht, das kann durch&lt;br /&gt;
das gewöhnliche Bewußtsein nicht wahrgenommen werden,&lt;br /&gt;
sondern nur das Ergebnis, welches die als Gedanken&lt;br /&gt;
sich darstellenden reflektierten Bilder sind. Diese nicht&lt;br /&gt;
wahrgenommenen Vorgänge im physischen Organismus&lt;br /&gt;
sind Tätigkeiten des ätherischen und astralischen Organismus&lt;br /&gt;
und der Ich-Wesenheit. Der Mensch nimmt in&lt;br /&gt;
seinen Gedanken dasjenige wahr, was er selbst als seelisch-&lt;br /&gt;
geistiges Wesen in seinem physischen Organismus&lt;br /&gt;
bewirkt.|25|70f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihrem wahren Ursprung nach sind die Gedanken Spiegelungen des [[Geist]]igen, d.h. der eigentlichen [[Geistige Welt|geistigen Welt]], des [[Devachan]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun, im Geiste, wie ihn der Mensch heute hat, leben ja die&lt;br /&gt;
Gedanken, die Gedanken, wie ich sie darstelle etwa in meiner&lt;br /&gt;
«Philosophie der Freiheit», wo sie eben nicht mit Sinnesanschauungen&lt;br /&gt;
durchtränkt sind, sondern frei geschaffene, reine Gedanken&lt;br /&gt;
im menschlichen Bewußtsein sind. Da sind die Gedanken ihrer&lt;br /&gt;
Qualität nach zunächst nur ein Schein, sie sind so wenig eine volle&lt;br /&gt;
Realität, daß sie nicht eine innere Kraft haben. Weil wir das Spiegelbild&lt;br /&gt;
nicht haben, können wir sie, nicht ganz, aber in einem&lt;br /&gt;
gewissen Sinne doch, mit Spiegelbildern vergleichen. Das Bild, das&lt;br /&gt;
im Spiegel erscheint, hat in der Richtung seiner Linien nicht&lt;br /&gt;
Kraftentfaltung, es ist ganz passiv. Die menschlichen Gedanken&lt;br /&gt;
haben in ihrer Entfaltung Kraft, so daß wir diese Kraft, so wie ich&lt;br /&gt;
es gestern in der esoterischen Stunde gesagt habe, auch auffangen&lt;br /&gt;
und willensdurchtränkt machen können. Aber zum Weltall in&lt;br /&gt;
seinem vollinhaltlichen Sein verhalten sich diese Gedanken, die&lt;br /&gt;
der Mensch im Leben hat, eigentlich wie Spiegelbilder, so daß wir&lt;br /&gt;
schon im Menschenwesen zwar den Geist tragen, aber den Geist&lt;br /&gt;
im Spiegelbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, das, was wir da in uns tragen, das&lt;br /&gt;
stammt aus der Welt, die ich in meiner «Theosophie» beschrieben&lt;br /&gt;
habe als Geisterland, und wir bringen eigentlich, indem wir auf&lt;br /&gt;
Erden denken, die Ingredienzien des Geisterlandes im Schein, im&lt;br /&gt;
Abglanz herunter auf die Erde. Wir tragen das, was die Theosophie&lt;br /&gt;
das Devachan nennt, in das Erdgebiet herunter, indem wir&lt;br /&gt;
denken, wenn das auch ein schwacher Abglanz ist. Wir tragen&lt;br /&gt;
diese Inhalte auf Erden in uns, in schwachem Abglanze den&lt;br /&gt;
Schein des Himmels.|346|199}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktives und passives Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist es, das [[Aktives Denken|aktive Denken]] von dem &#039;&#039;&#039;passiven Denken&#039;&#039;&#039;, dem bloßen &#039;&#039;&#039;Gedankenhaben&#039;&#039;&#039; zu unterscheiden, das in Wahrheit kein wirkliches eigenes Denken ist. Letzteres mag hinreichend sein, um sich in der [[Sinneswelt]] zu orientieren, kann aber nicht die [[geistige Welt]] ergreifen, in der es seine Quelle hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Mit diesem Denken hat es nämlich folgende Bewandtnis. Dieses&lt;br /&gt;
Denken, das also jede Seele heute in sich als eine Kraft haben kann,&lt;br /&gt;
hat gewissermaßen zwei Gesichter, ist ein Januskopf. Dieses Denken&lt;br /&gt;
ist entweder vom Gehirn abhängig, bringt nur dasjenige als Gedanken&lt;br /&gt;
zum Bewußtsein, was sich im Gehirn, im Nervensystem spiegelt. Dann&lt;br /&gt;
ist dieses Denken mehr passiv, ist ein solches Denken, das sich anlehnen&lt;br /&gt;
will an das Instrument des Gehirns. Oder aber dieses Denken&lt;br /&gt;
kann sich schon einfach - ohne irgendwelche Meditation - durch&lt;br /&gt;
inneres Aufraffen, dadurch daß es seiner selbst in seiner wahren Wesenheit&lt;br /&gt;
sich bewußt wird, daß es sich losreißen will von der Anlehnung&lt;br /&gt;
an das Gehirn, freimachen: dann ist es ein mehr aktives Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beides sind Seiten des gesunden menschlichen Denkens, wie es heute&lt;br /&gt;
jede Seele haben kann. Denken ist in jeder Seele, aber es kann in&lt;br /&gt;
zweifacher Weise benutzt werden. Zunächst so: der Mensch kann sich&lt;br /&gt;
in sich selber erkraften, kann in sich selber Gedanken prägen. Dann&lt;br /&gt;
ist dieses Denken in seiner Aktivität so, daß es voll entgegenkommt&lt;br /&gt;
allem, selbst den scheinbar gewagtesten Behauptungen der Geistesforschung,&lt;br /&gt;
Wenn aber dieses Denken sich nicht erkraften will, nicht&lt;br /&gt;
in seiner Aktivität sich erfassen will, dann muß es sich anlehnen an&lt;br /&gt;
das Instrument des Denkens, das Gehirn, dann bringt es überhaupt&lt;br /&gt;
nur Gedanken hervor, die mit dem Instrument des Gehirns erfaßt&lt;br /&gt;
werden, dann denkt der Mensch nicht aktiv, dann denkt er passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger fast als jede andere - allerdings nicht für die unmittelbare&lt;br /&gt;
Gegenwart, sondern für die Zukunft - ist die Einteilung in aktive&lt;br /&gt;
Denker und passive Denker. Diejenigen, die etwas von selbständigem,&lt;br /&gt;
innerlich freiem Denken in sich erkraften, die aktiv denken können,&lt;br /&gt;
werden schon durch den Trieb dieses Denkens herzugedrängt zu der&lt;br /&gt;
geisteswissenschaftlichen Forschung. Diejenigen, die nicht tätig denken&lt;br /&gt;
wollen, sondern nur in Abhängigkeit vom Gehirn, werden sagen,&lt;br /&gt;
die anthroposophische Forschung ist Phantasterei, weil sie keinen Begriff&lt;br /&gt;
haben von dem, was in einem freien Denken erfaßt werden kann,&lt;br /&gt;
weil sie hingegeben sein wollen an das Instrument des Gehirns. So daß&lt;br /&gt;
man sagen kann, daß sie nicht in sich selbst denken wollen, nur in sich&lt;br /&gt;
für sich selber denken lassen.|152|51f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bedeutung des Denkens für die Götter ==&lt;br /&gt;
Die [[Götter]] mussten den [[Mensch]]en erschaffen, um das, was sie bereits hatten, durch den Menschen auch in Gedankenform zu erhalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Warum haben die Götter überhaupt Menschen entstehen lassen? Aus dem Grunde, weil sie nur in Menschen Fähigkeiten entwickeln konnten, die sie sonst überhaupt nicht hätten entwickeln können: die Fähigkeit zu denken, in Gedanken sich etwas vorzustellen, so daß diese Gedanken an Unterscheidung gebunden sind. Diese Fähigkeit kann erst auf unserer Erde ausgebildet werden; sie war früher überhaupt nicht da, sie mußte erst dadurch kommen, daß eben Menschen entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir einen Vergleich gebrauchen wollen, so können wir sagen: Nehmen wir an, Sie haben ein Samenkorn, einen Weizensamen etwa. Wenn Sie ihn noch so lange anschauen, da wird kein Weizen daraus. Sie müssen ihn in die Erde hineinlegen und ihn wachsen lassen, die Kräfte des Wachstums auf ihn wirken lassen. Das, was die göttlich-geistigen Wesenheiten vor der Bildung des Menschen gehabt haben, läßt sich dem Weizensamen vergleichen. Sollte der in Form von Gedanken aufgehen, dann mußte er erst auf dem physischen Plan durch Menschen gepflegt werden. Es gibt keine andere Möglichkeit, Gedanken zu züchten von den höheren Welten herunter, als sie in Menscheninkarnationen aufgehen zu lassen. So daß dasjenige, was Menschen hier auf dem physischen Plane denken, ein Einzigartiges ist und zu dem hinzukommen muß, was in den höheren Welten möglich ist. Der Mensch war tatsächlich notwendig, sonst hätten ihn die Götter nicht entstehen lassen. Die Götter haben den Menschen entstehen lassen, um das, was sie gehabt haben, auch noch in der Form des Gedankens durch den Menschen zu erhalten.|117|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intuitives Denken als vergeistigte Form der Liebe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Intuition - Brennpunkt des Denkens.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/intuition}}|link=https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/intuition]]&lt;br /&gt;
Im [[Intuition|intuitiven Denken]], das sich bewusst in den innersten Kern eines anderen [[Wesen]]s zu versetzen vermag, lebt die Kraft der Liebe auf rein geistige Art. In seiner «[[Philosophie der Freiheit]]» schreibt [[Rudolf Steiner]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Keine andere menschliche Seelenbetätigung&lt;br /&gt;
wird so leicht zu verkennen sein wie das Denken.&lt;br /&gt;
Das Wollen, das Fühlen, sie erwarmen die Menschenseele&lt;br /&gt;
auch noch im Nacherleben ihres Ursprungszustandes. Das&lt;br /&gt;
Denken läßt nur allzuleicht in diesem Nacherleben kalt; es&lt;br /&gt;
scheint das Seelenleben auszutrocknen. Doch dies ist eben&lt;br /&gt;
nur der stark sich geltend machende Schatten seiner lichtdurchwobenen,&lt;br /&gt;
warm in die Welterscheinungen untertauchenden&lt;br /&gt;
Wirklichkeit. Dieses Untertauchen geschieht mit&lt;br /&gt;
einer in der Denkbetätigung selbst dahinfließenden Kraft,&lt;br /&gt;
welche Kraft der Liebe in geistiger Art ist. Man darf nicht&lt;br /&gt;
einwendend sagen, wer so Liebe im tätigen Denken sieht,&lt;br /&gt;
der verlegt ein Gefühl, die Liebe, in dasselbe. Denn dieser&lt;br /&gt;
Einwand ist in Wahrheit eine Bestätigung des hier geltend&lt;br /&gt;
Gemachten. Wer nämlich zum &#039;&#039;wesenhaften&#039;&#039; Denken &#039;&#039;sich hinwendet&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
der findet in demselben sowohl Gefühl wie Willen,&lt;br /&gt;
die letztern auch in den Tiefen ihrer Wirklichkeit; wer von&lt;br /&gt;
dem Denken sich ab- und nur dem «bloßen» Fühlen und&lt;br /&gt;
Wollen zuwendet, der verliert aus diesen die wahre Wirklichkeit.&lt;br /&gt;
Wer im Denken &#039;&#039;intuitiv&#039;&#039; erleben will, der wird auch&lt;br /&gt;
dem gefühlsmäßigen und willensartigen Erleben gerecht;&lt;br /&gt;
nicht aber kann gerecht sein gegen die intuitiv-denkerische&lt;br /&gt;
Durchdringung des Daseins die Gefühlsmystik und die Willensmetaphysik.&lt;br /&gt;
Die letztern werden nur allzuleicht zu dem&lt;br /&gt;
Urteil kommen, daß sie im Wirklichen stehen; der intuitiv&lt;br /&gt;
Denkende aber gefühllos und wirklichkeitsfremd in «abstrakten&lt;br /&gt;
Gedanken» ein schattenhaftes, kaltes Weltbild&lt;br /&gt;
formt.|4|143f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Denken des Geheimwissenschaftlers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Denken des&lt;br /&gt;
Geheimwissenschafters ist ein anderes, es ist ein solches, das Einheiten&lt;br /&gt;
ergreift, große Zusammenhänge auf einmal überschaut, es ist&lt;br /&gt;
durchlebte Erfahrung, ein Schauen von höheren Wirklichkeiten.&lt;br /&gt;
Der Mensch macht sich einen gemeinschaftlichen Begriff aus Einzelheiten.&lt;br /&gt;
Der Geheimwissenschafter bekommt einen intuitiven&lt;br /&gt;
Begriff auf einmal durch innere Erfahrung und ist nicht darauf&lt;br /&gt;
angewiesen, soundso viele einzelne Erfahrungen zu machen. Es ist&lt;br /&gt;
so, wie ein Mensch, der zum Beispiel einen Löwen gesehen hat,&lt;br /&gt;
sich den Begriff «Löwe» machen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bekommt der Geheimwissenschafter auch den Begriff von&lt;br /&gt;
astralen und mentalen Wesenheiten auf einmal, weil er die Dinge&lt;br /&gt;
auf einmal schaut. Für alle geistigen Dinge gibt es Urbilder. So wie&lt;br /&gt;
der Maler ein bestimmtes intuitives Bild im Kopfe haben und nach&lt;br /&gt;
diesem Bild hundert Bilder malen kann, so gibt es auf den höheren&lt;br /&gt;
Planen für alle Dinge Urbilder, die der Hellseher schaut. Das Lesen&lt;br /&gt;
in den Urbildern der Dinge, in den geistigen Urgründen, nennt&lt;br /&gt;
man im Okkultismus: Das Lesen im [[Zehnblättriges Buch|zehnblättrigen Buche]].|89|289}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Inhalt des Denkens als innerlich vollkommener Organismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Organismus]] ist ganz allgemein ein als [[struktur]]iertes [[Ganzheit|Ganzes]] organisiertes, sich [[leben]]dig [[Entwicklung|entwickelndes]] [[System]], in dem sich sämtliche, hierarchisch gegliederte Teile wechselseitig in ihrer [[Gestalt]] und [[Funktion]] nicht nur aufeinander beziehen, sondern entscheidend vom Ganzen selbst geprägt werden. Im Organismus liegen die Teile des Ganzen nicht nur äußerlich nebeneinander, wie in einem toten mechanistischen Gebilde, sondern sie hängen innerlich mit dem Ganzen zusammen und vermitteln dadurch einen einheitlichen Prozeß, der sich auf das Ganze selbst bezieht. Das [[Urbild]] eines so gedachten Organismus ist das Denken selbst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Inhalt dieses&lt;br /&gt;
Denkens erscheint uns als innerlich vollkommener Organismus;&lt;br /&gt;
alles ist im strengsten Zusammenhange. Die einzelnen&lt;br /&gt;
Glieder des Gedankensystems bestimmen einander; jeder&lt;br /&gt;
einzelne Begriff hat zuletzt seine Wurzel in der Allheit&lt;br /&gt;
unseres Gedankengebäudes.|2|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem der [[Mensch]] dieses Denken als &#039;&#039;freies Erzeugnis&#039;&#039; in sich zur Erscheinung bringt, ist er, wie [[Rudolf Steiner]] schon in «[[Wahrheit und Wissenschaft]]» ([[GA 3]]) betonte, nicht nur müßiger Zuschauer, sondern tätiger Mitschöpfer des ganzen Weltprozesses:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Resultat dieser Untersuchungen ist, dass die Wahrheit&lt;br /&gt;
nicht, wie man gewöhnlich annimmt, die ideelle&lt;br /&gt;
Abspiegelung von irgendeinem Realen ist, sondern ein freies&lt;br /&gt;
Erzeugnis des Menschengeistes, das überhaupt nirgends&lt;br /&gt;
existierte, wenn wir es nicht selbst hervorbrächten. Die&lt;br /&gt;
Aufgabe der Erkenntnis ist nicht: etwas schon anderwärts&lt;br /&gt;
Vorhandenes in begrifflicher Form zu wiederholen, sondern&lt;br /&gt;
die: ein ganz neues Gebiet zu schaffen, das mit der&lt;br /&gt;
sinnenfällig gegebenen Welt zusammen erst die volle&lt;br /&gt;
Wirklichkeit ergibt. Damit ist die höchste Tätigkeit des&lt;br /&gt;
Menschen, sein geistiges Schaffen, organisch dem&lt;br /&gt;
allgemeinen Weltgeschehen eingegliedert. Ohne diese&lt;br /&gt;
Tätigkeit wäre das Weltgeschehen gar nicht als in sich&lt;br /&gt;
abgeschlossene Ganzheit zu denken. Der Mensch ist dem&lt;br /&gt;
Weltlauf gegenüber nicht ein müßiger Zuschauer, der innerhalb seines Geistes das bildlich&lt;br /&gt;
wiederholt, was sich ohne sein Zutun im Kosmos vollzieht,&lt;br /&gt;
sondern der tätige Mitschöpfer des Weltprozesses; und das&lt;br /&gt;
Erkennen ist das vollendetste Glied im Organismus des&lt;br /&gt;
Universums.|3|11f|7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Grund für unser Erkenntnisstreben - Beobachtung und Denken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt allein an unserer geistigen Organisation, dass sich uns die Wirklichkeit zunächst auf zwei getrennten Wegen, nämlich als Wahrnehmung und Begriff, zeigt. In der [[Wirklichkeit]] sind Wahrnehmung und Begriff stets miteinander verbunden, niemals tritt die Wahrnehmung getrennt von der ihr innewohnenden Gesetzmäßigkeit auf, nur bleibt uns letztere zunächst verborgen. Sie muss erst durch das Denken enthüllt werden. Die Wahrnehmung ist uns ohne unser Zutun gegeben, wir bringen sie nicht selbst hervor, sondern wir [[Beobachtung|beobachten]] sie nur, indem wir nur unsere [[physisch]]en oder [[Geist|geistigen]] Sinne offen halten. Den zugehörigen Begriff hingegen bringen wir erst durch das Denken tätig hervor. Indem wir im [[Erkenntnis]]akt die Wahrnehmung begrifflich durchdringen, stoßen wir zur Wirklichkeit vor - sofern wir uns der Wahrnehmung adäquate, richtige Begriffe gebildet haben. An einem einfachen Beispiel charakterisiert das [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn ich beobachte, wie eine Billardkugel, die gestoßen wird, ihre Bewegung auf eine andere überträgt, so bleibe ich auf den Verlauf dieses beobachteten Vorganges ganz ohne Einfluss. Die Bewegungsrichtung und Schnelligkeit der zweiten Kugel ist durch die Richtung und Schnelligkeit der ersten bestimmt. Solange ich mich bloß als Beobachter verhalte, weiß ich über die Bewegung der zweiten Kugel erst dann etwas zu sagen, wenn dieselbe eingetreten ist. Anders ist die Sache, wenn ich über den Inhalt meiner Beobachtung nachzudenken beginne. Mein Nachdenken hat den Zweck, von dem Vorgange Begriffe zu bilden. Ich bringe den Begriff einer elastischen Kugel in Verbindung mit gewissen anderen Begriffen der Mechanik und ziehe die besonderen Umstände in Erwägung, die in dem vorkommenden Falle obwalten. Ich suche also zu dem Vorgange, der sich ohne mein Zutun abspielt, einen zweiten hinzuzufügen, der sich in der begrifflichen Sphäre vollzieht. Der letztere ist von mir abhängig. Das zeigt sich dadurch, dass ich mich mit der Beobachtung begnügen und auf alles Begriffe suchen verzichten kann, wenn ich kein Bedürfnis danach habe. Wenn dieses Bedürfnis aber vorhanden ist, dann beruhige ich mich erst, wenn ich die Begriffe: Kugel, Elastizität, Bewegung, Stoß, Geschwindigkeit usw. in eine gewisse Verbindung gebracht habe, zu welcher der beobachtete Vorgang in einem bestimmten Verhältnisse steht. So gewiss es nun ist, dass sich der Vorgang unabhängig von mir vollzieht, so gewiss ist es, dass sich der begriffliche Prozess ohne mein Zutun nicht abspielen kann...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein tiefgreifender Unterschied zwischen der Art, wie sich für mich die Teile eines Vorganges zueinander verhalten vor und nach der Auffindung der entsprechenden Begriffe. Die bloße Beobachtung kann die Teile eines gegebenen Vorganges in ihrem Verlaufe verfolgen; ihr Zusammenhang bleibt aber vor der Zuhilfenahme von Begriffen dunkel. Ich sehe die erste Billardkugel in einer gewissen Richtung und mit einer bestimmten Geschwindigkeit gegen die zweite sich bewegen; was nach erfolgtem Stoß geschieht, muss ich abwarten und kann es dann auch wieder nur mit den Augen verfolgen. Nehmen wir an, es verdecke mir im Augenblicke des Stoßes jemand das Feld, auf dem der Vorgang sich abspielt, so bin ich – als bloßer Beobachter - ohne Kenntnis, was nachher geschieht. Anders ist das, wenn ich für die Konstellation der Verhältnisse vor dem Verdecken die entsprechenden Begriffe gefunden habe. In diesem Falle kann ich angeben, was geschieht, auch wenn die Möglichkeit der Beobachtung aufhört. Ein bloß beobachteter Vorgang oder Gegenstand ergibt aus sich selbst nichts über seinen Zusammenhang mit anderen Vorgängen oder Gegenständen. Dieser Zusammenhang wird erst ersichtlich, wenn sich die Beobachtung mit dem Denken verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beobachtung und Denken sind die beiden Ausgangspunkte für alles geistige Streben des Menschen, insofern er sich eines solchen bewusst ist.|4|37f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Wollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie unser Wollen zustande kommt, ist dem gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Bewußtsein ganz, ganz unbekannt, eigentlich so unbekannt wie der&lt;br /&gt;
Schlaf. Der Mensch, wenn er etwas will, hat den Gedanken; der ist klar&lt;br /&gt;
und hell. Er entwickelt dann etwas dunkler über diesen Gedanken das&lt;br /&gt;
Gefühl. Und dann geht der gefühlsdurchdrungene Gedanke hinunter&lt;br /&gt;
in die Glieder. Was da vorgeht, das erlebt der Mensch mit dem&lt;br /&gt;
gewöhnlichen Bewußtsein nicht. Vor jener Forschung, von der ich&lt;br /&gt;
gestern und vorgestern gesprochen habe, nimmt sich das Wollen so&lt;br /&gt;
aus: Während der Gedanke im Haupte etwas will und er dann durch&lt;br /&gt;
das Gefühl hinuntergeht in den ganzen Leib, und der Mensch durch&lt;br /&gt;
seinen ganzen Leib will, während dieser Zeit entwickelt sich im&lt;br /&gt;
Menschen etwas wie ein feiner, subtiler, intimer Verbrennungsprozeß.&lt;br /&gt;
Der Mensch kann, wenn er zum Initiatenbewußtsein kommt, dieses&lt;br /&gt;
durch die Wärme influenzierte Wollen erleben. Aber das bleibt für das&lt;br /&gt;
gewöhnliche Bewußtsein ganz im Untergrunde. Das ist nur ein Beispiel&lt;br /&gt;
dafür, wie dasjenige, was schon heraufgehoben werden kann in&lt;br /&gt;
das Initiatenbewußtsein, doch für das gewöhnliche Bewußtsein in den&lt;br /&gt;
Untergründen bleibt. Man wird zum Beispiel einmal folgendes einsehen, wenn die Dinge, die durch das gestern erwähnte Buch nach und&lt;br /&gt;
nach in die Welt kommen werden, wirklich eingesehen werden. Man&lt;br /&gt;
wird einsehen, daß, wenn ein Mensch etwas will und man das mit dem&lt;br /&gt;
Initiatenbewußtsein anschaut, es so ist, wie wenn man einen äußeren&lt;br /&gt;
Vorgang des Verbrennens einer Kerze oder überhaupt ein wärmeentwickelndes&lt;br /&gt;
Licht äußerlich anschaut. Geradeso wie man da von der&lt;br /&gt;
äußeren Anschauung ein klares Bild hat, so kann man das Hineinschlagen&lt;br /&gt;
des Gedankens in den Willen so sehen, daß man sagt: Der&lt;br /&gt;
Gedanke entwickelt das Gefühl, und aus dem Gefühl geht hinunter -&lt;br /&gt;
es bewegt sich beim Menschen von oben nach unten-Wärmeentwickelung,&lt;br /&gt;
Flamme; und diese Flamme will. - Es enthüllt sich also nach und&lt;br /&gt;
nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können geradezu dieses gewöhnliche Bewußtsein schematisch&lt;br /&gt;
so vor uns hinstellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;table width&amp;lt;nowiki&amp;gt;=&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;td&amp;gt;Innen: Klares Denken&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;Außen: Waches Tagesbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;td&amp;gt;Gefühlsleben&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;Traumbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;td&amp;gt;Willensbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;Schlafbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach außen waches Tagesbewußtsein, nach innen klares Denken;&lt;br /&gt;
nach außen Traumbewußtsein, nach innen unklares, aber warmes&lt;br /&gt;
Gefühlsleben; nach außen Schlafbewußtsein, nach innen ganz dunkles&lt;br /&gt;
Willensbewußtsein.|243|220f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachdenken und Vordenken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Nachdenken&#039;&#039;&#039; kann sich nur auf ein bereits &#039;&#039;Gewordenes&#039;&#039;, fertig Vorhandenes richten, während das &#039;&#039;&#039;Vordenken&#039;&#039;&#039; ein genuin [[schöpferisch]]er Akt ist. Nur dadurch lässt sich [[Geist]]iges erfassen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Denkformen wird schon in der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] durch die [[Sage]] von [[Prometheus]] ({{ELSalt|Προμηθεύς}} „der Vorausdenkende“) und [[Epimetheus]] ({{ELSalt|Ἐπιμηθεύς}} „der danach Denkende“) bildhaft veranschaulicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Prometheus-Sage ist die geistige Aufgabe und die zentrale Problematik der ganzen [[Kulturepochen|nachatlantischen Zeit]], in der wir gegenwärtig leben, charakterisiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In dieser Sage liegt die ganze Geschichte der [[Kulturepochen|fünften Wurzelrasse]],&lt;br /&gt;
und es ist in ihr wirkliche Mysterienwahrheit eingeschlossen.&lt;br /&gt;
Diese Sage wurde in Griechenland wirklich erzählt. Aber auch in&lt;br /&gt;
den Mysterien wurde sie dargestellt, so daß der Mysterienschüler&lt;br /&gt;
das Schicksal des Prometheus wirklich vor sich sah. Und in diesem&lt;br /&gt;
sollte er die Vergangenheit und Zukunft der ganzen fünften Wurzelrasse sehen. Das Verständnis hierfür können Sie nur erlangen,&lt;br /&gt;
wenn Sie eines berücksichtigen.|92|61f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nachdenken und im Vordenken wird die [[Wahrheit]] auf zwei ganz unterschiedlichen Wegen gesucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wahrheit suchen, Wahrheit durch eigene Arbeit sich&lt;br /&gt;
erwerben kann nur ein denkendes Wesen. Indem sich&lt;br /&gt;
der Mensch Wahrheit erwirbt durch sein Denken, muß&lt;br /&gt;
er sich immer mehr und mehr klar werden, daß dadurch&lt;br /&gt;
das gesamte Gebiet der Wahrheit in zwei Teile zerfällt.&lt;br /&gt;
Für die Wahrheit gibt es zwei Formen. Diejenige, die&lt;br /&gt;
gewonnen wird, indem wir hinschauen auf irgend etwas,&lt;br /&gt;
was uns in der Außenwelt vorliegt, hinschauen auf die&lt;br /&gt;
umliegende Natur, Stück für Stück sie erforschen, um&lt;br /&gt;
ihre Wahrheiten, Gesetze und Weistümer kennenzulernen.&lt;br /&gt;
Wenn wir also den Blick schweifen lassen über&lt;br /&gt;
die Welt, über den Umfang des Erlebten, dann kommen&lt;br /&gt;
wir zu jener Wahrheit, die man nennen kann «die Wahrheit&lt;br /&gt;
des Nachdenkens». Wir haben gestern gesehen, daß&lt;br /&gt;
die ganze Natur von Weisheit durchdrungen ist, daß in&lt;br /&gt;
allen Dingen Weisheit lebt. In der Pflanze lebt dasjenige,&lt;br /&gt;
was wir nachher als Idee der Pflanze gewinnen. Weisheit&lt;br /&gt;
lebt in der Pflanze, und wir bemächtigen uns dieser&lt;br /&gt;
Weisheit. So steht der Mensch der Welt gegenüber, und&lt;br /&gt;
er kann voraussetzen, daß aus der Weisheit die Welt&lt;br /&gt;
entsprungen ist, und daß er durch sein Denken dasjenige&lt;br /&gt;
wiederfindet, was an der Produktion, an der Schöpfung&lt;br /&gt;
der Welt beteiligt ist. Das ist die Wahrheit, die er durch&lt;br /&gt;
Nachdenken gewinnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt nun noch andere Wahrheiten. Diese kann der&lt;br /&gt;
Mensch nicht durch bloßes Nachdenken, sondern sie&lt;br /&gt;
kann der Mensch nur gewinnen, wenn er hinausgeht&lt;br /&gt;
über das, was im äußeren Leben gegeben werden kann.&lt;br /&gt;
Im gewöhnlichen Leben sieht man schon, daß der&lt;br /&gt;
Mensch, wenn er sich ein Werkzeug oder ein Instrument&lt;br /&gt;
anfertigt, Gesetze ausdenken muß, die er nicht durch&lt;br /&gt;
bloßes Nachdenken gewinnen kann. So könnte zum&lt;br /&gt;
Beispiel der Mensch durch bloßes Nachdenken über die&lt;br /&gt;
Welt keine Uhr machen; denn die Welt hat nirgends ihre&lt;br /&gt;
Gesetze so zusammengestellt, daß eine Uhr in der äußeren&lt;br /&gt;
Natur schon vorhanden wäre. Das ist die zweite Art&lt;br /&gt;
von Wahrheit, die wir dadurch gewinnen können, daß&lt;br /&gt;
wir dasjenige vorausdenken, was sich nicht im äußeren&lt;br /&gt;
Erlebnis und nicht im äußeren Beobachten ergibt. Es&lt;br /&gt;
gibt also zweierlei Wahrheiten, und das sind zwei streng&lt;br /&gt;
voneinander geschiedene Gebiete der Wahrheit. Wir haben&lt;br /&gt;
zu sondern solche Wahrheiten, die durch Nachdenken&lt;br /&gt;
über die äußere Beobachtung für uns entstehen, und&lt;br /&gt;
solche, die durch Vordenken entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wodurch sind nun die letzteren wahr? Derjenige, der&lt;br /&gt;
eine Uhr ausdenken würde, der könnte uns lange den&lt;br /&gt;
Beweis liefern dafür, daß er richtig gedacht hat. Wir&lt;br /&gt;
werden ihm so lange kein richtiges Vertrauen schenken,&lt;br /&gt;
solange er nicht zeigen kann, daß die Uhr wirklich&lt;br /&gt;
dasjenige in der Welt darstellt, was er vorgedacht hat.&lt;br /&gt;
Dasjenige, was wir vordenken, muß sich realisieren, muß&lt;br /&gt;
sich in die Wirklichkeit einleben können; es muß dasjenige,&lt;br /&gt;
was wir vorgedacht haben, uns in der Wirklichkeit&lt;br /&gt;
draußen entgegentreten können. Solcher Art sind aber&lt;br /&gt;
auch die geisteswissenschaftlichen oder anthroposophischen&lt;br /&gt;
Wahrheiten. Sie sind solche, die man nicht an den&lt;br /&gt;
äußeren Erlebnissen zunächst beobachten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein äußeres Erlebnis der Natur kann uns das, was&lt;br /&gt;
über den ewigen Wesenskern des Menschen schon öfters&lt;br /&gt;
betont wurde, bestätigen. Wir können unmöglich aus&lt;br /&gt;
der äußeren Beobachtung heraus die Wahrheit gewinnen,&lt;br /&gt;
daß das menschliche Ich immer wieder und wieder&lt;br /&gt;
in neuen Verkörperungen erscheint. Wer zu dieser&lt;br /&gt;
Wahrheit gelangen will, muß sich über das äußere Erlebnis&lt;br /&gt;
erheben. Er muß in seiner Seele eine Wahrheit&lt;br /&gt;
erfassen können, die er nicht im äußeren Erlebnis zunächst&lt;br /&gt;
hat, aber sie muß sich auch im äußeren Leben&lt;br /&gt;
realisieren. Man kann eine solche Wahrheit nicht so&lt;br /&gt;
beweisen wie die erste Art Wahrheit, die wir nachgedachte&lt;br /&gt;
Wahrheit genannt haben. Man kann sie nur beweisen&lt;br /&gt;
dadurch, daß man ihre Anwendung im Leben&lt;br /&gt;
zeigt. Dafür gibt es aber auch keinen anderen Beweis als&lt;br /&gt;
eine Widerspiegelung im Leben. Wer hineinschaut in das&lt;br /&gt;
Leben und es betrachtet mit der Erkenntnis, daß die&lt;br /&gt;
Seele immer wiederkehrt, und betrachtet, was sich abspielt&lt;br /&gt;
zwischen Geburt und Tod, was da die Seele immer&lt;br /&gt;
wieder erlebt, und da betrachtet, welche Befriedigung&lt;br /&gt;
diese Idee gewähren und welche Kraft sie im Leben&lt;br /&gt;
geben kann, ihre Fruchtbarkeit im Leben verfolgt - und&lt;br /&gt;
auch noch im anderen Sinne verfolgt, indem er sich zum&lt;br /&gt;
Beispiel sagt: wie kann ich die Kraft einer Kindesseele&lt;br /&gt;
entwickeln, wenn ich voraussetze, daß da eine Seele sich&lt;br /&gt;
herausarbeitet, die schon immer da war? - dem leuchtet&lt;br /&gt;
diese Wahrheit und Idee in der äußeren Wirklichkeit&lt;br /&gt;
entgegen, sie erweist sich ihm fruchtbar. Alle anderen&lt;br /&gt;
Beweise sind unrichtig. Einzig und allein die Bewahrheitung&lt;br /&gt;
solcher vorgedachter Wahrheiten im Leben ist als&lt;br /&gt;
ein Beweis ihrer Richtigkeit zu betrachten. Vorgedachte&lt;br /&gt;
Wahrheiten, die nicht aus der Beobachtung gewonnen&lt;br /&gt;
werden können, können auch nicht so bewiesen werden&lt;br /&gt;
wie nachgedachte Wahrheiten. Sie können sich nur an&lt;br /&gt;
der Wirklichkeit bewähren und fruchtbar erweisen. Es&lt;br /&gt;
ist ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Beweis der&lt;br /&gt;
ersten und zweiten Art Wahrheit. Die zweite ist eigentlich&lt;br /&gt;
eine im Geiste erfaßte, die sich bewähren soll in der&lt;br /&gt;
äußeren Beobachtung, im Leben.|58|92ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gezieltes Nachdenken als Übung gegen Einfallslosigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Denken#Die praktische Ausbildung des Denkens|titel1=Die praktische Ausbildung des Denkens}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gezielte Nachdenken über eine selbstgewählte Sache empfiehlt Rudolf Steiner als gute Übung für Menschen, denen häufig im rechten Moment nicht das Rechte einfällt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige, was solche Menschen machen sollten,&lt;br /&gt;
das besteht darin, daß sie vor allen Dingen versuchen sollen, nicht&lt;br /&gt;
bloß so zu denken, daß sie sich in jedem Augenblick dem hingeben,&lt;br /&gt;
was der Weltenlauf so mit sich bringt, was die Dinge so mit sich&lt;br /&gt;
bringen. Es ist ja das Allerhäufigste, daß, wenn der Mensch einmal&lt;br /&gt;
eine halbe Stunde sich hinlegen kann, um sich auszuruhen, daß er&lt;br /&gt;
dann seine Gedanken spielen läßt. Dann spinnt sich das so aus ins&lt;br /&gt;
Hundertste und Tausendste. Oder es beschäftigt ihn vielleicht diese&lt;br /&gt;
oder jene Sorge im Leben - flugs ist sie in sein Bewußtsein geschlichen&lt;br /&gt;
und er ist ganz in Anspruch genommen von ihr. Macht der&lt;br /&gt;
Mensch dieses, so wird er niemals dazu kommen, im richtigen Moment&lt;br /&gt;
den richtigen Einfall zu haben. Will er das erreichen, so muß&lt;br /&gt;
er sich folgendermaßen verhalten. Hat er eine halbe Stunde Zeit sich&lt;br /&gt;
auszuruhen, so muß er sich sagen: Ich will, so oft ich Zeit habe, über&lt;br /&gt;
etwas nachdenken, was ich mir selbst auswähle, was ich nur durch&lt;br /&gt;
meine Willkür in mein Bewußtsein hereinbringe. Ich will jetzt zum&lt;br /&gt;
Beispiel über irgend etwas, was ich vielleicht früher erlebt habe, vielleicht&lt;br /&gt;
bei einem Spaziergang vor zwei Jahren, nachdenken, ich will&lt;br /&gt;
die damaligen Erlebnisse ganz willkürlich in mein Denken hereinbringen&lt;br /&gt;
und will darüber - sei es vielleicht nur fünf Minuten - nachdenken.&lt;br /&gt;
Alles übrige, fort damit für diese fünf Minuten! Selbst&lt;br /&gt;
wähle ich mir das, worüber ich nachdenken will. Die Wahl braucht&lt;br /&gt;
nicht einmal so schwierig zu sein, wie ich gerade gesagt habe. Darauf&lt;br /&gt;
kommt es zunächst gar nicht an, daß man durch schwierige Übungen&lt;br /&gt;
in seinen Denkprozeß hineinwirkt, sondern daß man sich herausreißt&lt;br /&gt;
aus dem, in was man hineingezogen wird durch das Leben.&lt;br /&gt;
Es muß nur etwas sein, was herausfällt aus dem, wohinein man gesponnen&lt;br /&gt;
wird durch den gewöhnlichen Tagesverlauf. Und wenn&lt;br /&gt;
man an Einfallslosigkeit leidet, wenn einem gerade nichts anderes&lt;br /&gt;
einfällt, so kann man sich zu Hilfe kommen, indem man ein Buch&lt;br /&gt;
aufschlägt und über das nachdenkt, was man gerade liest auf den ersten&lt;br /&gt;
Blick. Oder auch, man sagt sich: Ich werde heute einmal über&lt;br /&gt;
das nachdenken, was ich sah, als ich zu bestimmter Zeit vormittags&lt;br /&gt;
ins Geschäft gegangen bin und das ich sonst würde unberücksichtigt&lt;br /&gt;
gelassen haben. Es muß eben etwas sein, was aus dem gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Tageslauf herausfällt, worüber man sonst nicht nachgedacht hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Macht man solche Übungen systematisch immer und immer wieder,&lt;br /&gt;
dann tritt das ein, daß man Einfälle kriegt zur rechten Zeit, daß&lt;br /&gt;
einem zur richtigen Zeit das einfällt, was einem einfallen soll. Das&lt;br /&gt;
Denken wird dadurch in Beweglichkeit kommen, und das ist ungeheuer&lt;br /&gt;
bedeutungsvoll für den Menschen im praktischen Leben.|108|266f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirklichkeitsgemäßes Denken ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Wirklichkeitsgemäßes Denken}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder hat [[Rudolf Steiner]] darauf hingewiesen, dass es nicht ausreicht ein bloß [[Logik|logisch]] richtiges Denken auszubilden. Vielmehr käme es darauf an, ein [[wirklichkeitsgemäßes Denken]] zu pflegen, also ein denken, das auch der gegebenen [[Wirklichkeit]] angemessen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Zweierlei ist heute nötig, wenn man ein Urteil fällen will: erstens, daß das Urteil auf Grundlage einer richtigen logischen Methode aufgebaut ist - die Rechnungsmethode ist auch eine logische Methode -, zweitens, daß aber auch das Urteil aufgebaut ist auf eine sachgemäße Einsicht in die Wirklichkeit. Wirklichkeitsgemäß und logikgemäß muß ein Urteil sein. Das erstere vergißt man heute gewöhnlich, daher spielen in unserem gewöhnlichen wissenschaftlichen Leben die bloß logisch richtigen Urteile eine so große Rolle, die aber unter Umständen gar keine Anwendung auf die Wirklichkeit haben. Darauf kommt es der Geistesströmung an, als deren Repräsentant dieses Goetheanum dasteht: nicht nur logisch richtige Anschauungen zu haben, die dann auch zu Irrtümern führen können, sondern wirklichkeitsgemäße Anschauungen zu haben, solche, die wirklich eine Brücke schlagen zwischen dem, was im Menschen lebt als Weltanschauung, und dem, was sich draußen entwickelt als Wirklichkeit, denn solche wirklichkeitsgemäßen Anschauungen sind allein für das Leben zu gebrauchen. An solchen wirklichkeitsgemäßen Anschauungen kann allein unser so sehr in das Chaos hineintreibendes gegenwärtiges Leben wieder gesunden.|73a|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Sprache ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der [[Sprache]] lernt das Kind das Denken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ein richtig normal sich entwickelndes Kind lernt zuerst das Gehen,&lt;br /&gt;
nachher das Sprechen, und nachher erst das Denken. Es ist ganz falsch,&lt;br /&gt;
wenn man glaubt, daß der Mensch erst denkt und dann redet, sondern&lt;br /&gt;
er lernt zuerst die Sprache durch Nachahmung. Er ahmt die Wörter,&lt;br /&gt;
die er hört, nach, und erst in den Wörtern drinnen lernt er das Denken.&lt;br /&gt;
Der Mensch lernt erst an der Sprache das Denken. Deshalb hat die&lt;br /&gt;
ganze Menschheit so spät das Denken gelernt. Gesprochen haben auch&lt;br /&gt;
schon die Urvölker, aber denken gelernt haben die Menschen erst später.&lt;br /&gt;
An der Sprache haben sie denken gelernt.|349|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logik und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Logik|logische Denken]] ist eng an [[Natürliche Sprache|natürliche]] oder [[Formale Sprache|formale Sprachen]] gebunden, wobei mit formalen Sprachen ein höherer [[Abstraktion]]sgrad erreicht wird als mit natürlichen Sprachen, bei denen oft noch eine sehr weitgehende [[konkret]]e [[bild]]hafte [[Bedeutung]] mit den [[Wort]]en mitschwingt. Die sprachliche Form logischer Gedanken ist der [[Aussagesatz]]. Anknüpfend an [[Aristoteles]] sprach man schon in der [[Scholastik]] von einer eigenen &#039;&#039;Sprache des Geistes&#039;&#039; ([[Latein|lat.]] &#039;&#039;lingua mentis&#039;&#039;) als einer Art von innerem, stummen Sprechen in einer allen Menschen gemeinsamen [[mental]]en Sprache. [[Ludwig Wittgenstein]] meinte in diesem Sinn: &#039;&#039;„Alle Philosophie ist Sprachkritik.“&#039;&#039; In neuerer Zeit wurde die Idee einer universellen &#039;&#039;[[Wikipedia:Sprache des Geistes|Language of Thought]]&#039;&#039; von dem amerikanischen [[Philosoph]]en und [[Kognition]]swissenschaftler [[Wikipedia:Jerry Fodor|Jerry Fodor]] (* 1935) wieder aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist freilich zu bedenken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Auf eines muß zunächst aufmerksam gemacht werden.&lt;br /&gt;
Was im weitesten Umkreise unseres Lebens die Menschen verhindert,&lt;br /&gt;
Gedanken zu haben, das ist, daß die Menschen für den gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Gebrauch des Lebens gar nicht immer das Bedürfnis&lt;br /&gt;
haben, wirklich bis zum Gedanken vorzudringen, sondern daß sie&lt;br /&gt;
statt des Gedankens sich mit dem Worte begnügen. Das meiste von&lt;br /&gt;
dem, was man im gewöhnlichen Leben Denken nennt, verläuft&lt;br /&gt;
nämlich in Worten. Man denkt in Worten. Viel mehr, als man&lt;br /&gt;
glaubt, denkt man in Worten. Und viele Menschen sind, wenn sie&lt;br /&gt;
nach einer Erklärung von dem oder jenem verlangen, damit zufrieden,&lt;br /&gt;
daß man ihnen irgendein Wort sagt, das einen für sie bekannten&lt;br /&gt;
Klang hat, das sie an dieses oder jenes erinnert; und dann halten&lt;br /&gt;
sie das, was sie bei einem solchen Wort empfinden, für eine Erklärung&lt;br /&gt;
und glauben, sie hätten dann den Gedanken.&amp;quot; {{Lit|{{G|151|10f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder wie schon [[Goethe]] seinen [[Mephistopheles]] in [[Faust I]] so treffend sagen lässt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|align=&amp;quot;center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
MEPHISTOPHELES. Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen;&lt;br /&gt;
Denn eben, wo Begriffe fehlen,&lt;br /&gt;
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.&lt;br /&gt;
Mit Worten läßt sich trefflich streiten,&lt;br /&gt;
Mit Worten ein System bereiten,&lt;br /&gt;
An Worte läßt sich trefflich glauben,&lt;br /&gt;
Von einem Wort läßt sich kein Iota rauben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt aber auch andere Denkformen, die nicht unmittelbar an die Logik und an die Sprache gebunden sind. Dazu zählen vor allem rein [[Bild|bildhafte]] [[Gedanke]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der luziferische und ahrimanische Einfluss auf den Zusammenhang von Denken und Sprechen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hätten in der [[Erdentwicklung]] nur die [[Geister der Form]] gewirkt und nicht auch die [[luzifer]]ischen und [[ahriman]]ischen Mächte, so würde heute ein vollkommener Einklang zwischen Denken und Sprechen herrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie wäre Sprachentwickelung und wie wäre Gedankenentwickelung&lt;br /&gt;
im Erdendasein zur Entfaltung gekommen, wenn&lt;br /&gt;
nicht luziferische und ahrimanische Einflüsse gewirkt hätten? - Mit&lt;br /&gt;
anderen Worten: Wie würde der Mensch denken, und wie würde er&lt;br /&gt;
sprechen und das Gesprochene hören, wenn nur die Geister der&lt;br /&gt;
Form und ihre Diener die Erde schaffen und leiten würden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dies der Fall wäre, wenn kein luziferischer und ahrimanischer&lt;br /&gt;
Einfluß in der Erdenentwickelung sich zur Geltung gebracht&lt;br /&gt;
hätte, so würde von vornherein in dieser Erdenentwickelung ein&lt;br /&gt;
völliger Einklang gewesen sein zwischen dem Sprechen und dem&lt;br /&gt;
Denken. Wir müssen diesen Einklang erst wiederum durch eine gewisse&lt;br /&gt;
Objektivität suchen. Dadurch, daß wir nach und nach die&lt;br /&gt;
Sprache zum Zeichen machen müssen, dadurch wird das luziferischahrimanische&lt;br /&gt;
Element überwunden werden. Wäre es aber gar nicht&lt;br /&gt;
gekommen, so wäre ein inniger Einklang zwischen Sprechen und&lt;br /&gt;
Denken in der Menschheit zur Entfaltung gekommen; das heißt, es&lt;br /&gt;
wäre so gekommen, daß der Mensch eine Wahrnehmung, eine lebendige&lt;br /&gt;
Empfindung haben würde für das, was im Sprachlaut liegt,&lt;br /&gt;
für das, was im D, T, Th und so weiter liegt, was er ja heute nicht&lt;br /&gt;
hat. Es geht bei ihm das Sprechen neben dem Denken einher. Sie sehen&lt;br /&gt;
das ja schon daraus, daß wenigstens im wesentlichen die Mensehen&lt;br /&gt;
über die Erde hin, wenn sie eine gewisse Gestalt des Denkens&lt;br /&gt;
in bezug auf irgend etwas erlangt haben, in ihren Begriffen sich&lt;br /&gt;
nicht unterscheiden, wohl aber sich in ihren Worten unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies Einseitige des Denkens, das ganz und gar nicht in dem Sprechen&lt;br /&gt;
zum Ausdruck kommt, das müssen wir ins Auge fassen; denn&lt;br /&gt;
es ist etwas, das vom Sprechen schon abgezweigt ist. Das hätte mit&lt;br /&gt;
dem Sprechen in einem viel innigeren Zusammenhang erscheinen&lt;br /&gt;
müssen, wenn keine ahrimanisch-luziferischen Wirkungen in das&lt;br /&gt;
Erdendasein eingegriffen hätten. Die Menschen würden mit ihren&lt;br /&gt;
innersten Lebensempfindungen durchdringen das Sprachliche; sie&lt;br /&gt;
würden sozusagen in dem Laut drinnenstehen, aber im Laut drinnen&lt;br /&gt;
zu gleicher Zeit den Begriff, die Vorstellung erleben; beides nicht getrennt&lt;br /&gt;
empfinden, sondern beides als eines empfinden. So haben es&lt;br /&gt;
die Geister der Form für den Menschen veranlagt gehabt. Denn jenes&lt;br /&gt;
seelische Element - wohlgemerkt, jenes seelische Element, das&lt;br /&gt;
im Menschen auftritt, wenn er sich auf der einen Seite hingibt dem,&lt;br /&gt;
was ihm seine Vorstellungen geben, auf der anderen Seite dem, was&lt;br /&gt;
ihm das Sprechen gibt, also wenn er in dem Vorstellen aufgeht, und&lt;br /&gt;
wenn er im Sprechen aufgeht -, dieses Seelenelement, das haben die&lt;br /&gt;
Geister der Form ursprünglich den Erdenmenschen gar nicht zugedacht&lt;br /&gt;
gehabt, sondern sie haben ihm zugedacht die Einheit des Sprechens&lt;br /&gt;
und Denkens. Das Als-Eines-Erleben des Sprechens und Denkens&lt;br /&gt;
hatten sie ihm zugedacht. Wenn wir unser heutiges Auseinandergerissensein&lt;br /&gt;
von Sprechen und Denken ins Auge fassen, so&lt;br /&gt;
ist das eben durchaus auf die Einflüsse Luzifers und Ahrimans zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch empfindet heute nicht den besonderen Charakter&lt;br /&gt;
des M, des G und so weiter, sondern das ist ihm etwas geworden, das&lt;br /&gt;
er in ganz anderer Weise mit seiner Seele verbindet, als die Weise,&lt;br /&gt;
die Art ist, wie er seine Seele mit dem Denken verbindet. Die Geister&lt;br /&gt;
der Form und ihre dienenden Wesenheiten haben dem Menschen&lt;br /&gt;
ein viel selbstverständlicheres natürliches Dasein zugedacht,&lt;br /&gt;
als es der Mensch dann auf Erden hat erringen können. Die Geister&lt;br /&gt;
der Form haben dem Menschen zugedacht ein liebevolles Drinnenleben&lt;br /&gt;
- aber jetzt nicht in einem Sprechen, aus dem der Saft des Denkens&lt;br /&gt;
ausgepreßt ist, sondern in einem solchen Sprechen, das in sich&lt;br /&gt;
das Denken selber, ich möchte sagen, auf seinen Flügeln trägt. Solches&lt;br /&gt;
haben die Geister der Form den Menschen zugedacht gehabt.&lt;br /&gt;
Und es hätten nach den Intentionen der Geister der Form die Menschen&lt;br /&gt;
nicht sich unterscheiden sollen nach Sprach-Charakteren auf&lt;br /&gt;
der Erde, sondern der Unterschied der Nationen war von den Geistern&lt;br /&gt;
der Form so gedacht, daß er sich nur gründen sollte auf Natur-Untergrundlagen, auf geographische und klimatische Verschiedenheit.&lt;br /&gt;
Der Mensch sollte sich als Nation fühlen dadurch, daß er sich im&lt;br /&gt;
Zusammenhang gefühlt hätte mit gewissen, wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
in den Natur-Untergrundlagen seines Daseins wirkenden Mächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen wäre es, wenn die Intentionen der Geister der Form allein&lt;br /&gt;
ausgeführt worden wären, dem Menschen möglich geworden zu&lt;br /&gt;
verstehen, wenn er als Angehöriger der einen Nation dem Angehörigen&lt;br /&gt;
einer anderen Nation entgegengetreten wäre, fühlend zu verstehen&lt;br /&gt;
von vornherein, was in dem Worte liegt. Verschiedene Sprachen&lt;br /&gt;
würde es schon gegeben haben. Aber nicht wären die Menschen&lt;br /&gt;
in bezug auf das Verständnis der Sprachen verschieden gewesen;&lt;br /&gt;
sondern im Empfinden dessen, was in dem einzelnen Laut, in&lt;br /&gt;
dem einzelnen Buchstaben liegt, hätte zwar der Mensch die andere&lt;br /&gt;
Sprache gehört, aber er hätte nicht gehört das Ausgehülste des&lt;br /&gt;
Lautes, des Wortes; in dem Wort, in dem Laut drinnen hätte er die&lt;br /&gt;
Vorstellung gehört, auf den Flügeln des Wortes wäre ihm die Vorstellung&lt;br /&gt;
gekommen. Man versteht jetzt die fremde Sprache aus&lt;br /&gt;
dem Grunde nicht, weil in dem Worte ja die Vorstellungen gar&lt;br /&gt;
nicht drinnen liegen, weil die Worte enthülst sind von den Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist also ein Riß zwischen Sprechen und Vorstellen entstanden.|162|135f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurde das Wort seines geistigen Inhalts beraubt, der sich zum abstrakten Gedanken verflüchtigte. Dennoch ist dieser Riss keinesfalls nur negativ zu bewerten. Durch die Ablösung des äußerlich hörbaren von dem innerlich nur in der Vorstellung geformten Wort entstand erst jene Trennung von Innen- und Außenwelt, durch die sich das Denken als eigenständige Kraft entwickeln konnte und damit überhaupt erst das [[Ich-Bewusstsein]] ermöglichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begriff und Wort ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Textbox|&amp;lt;poem&amp;gt;Denn eben wo Begriffe fehlen,&lt;br /&gt;
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.&lt;br /&gt;
Mit Worten läßt sich trefflich streiten,&lt;br /&gt;
Mit Worten ein System bereiten,&lt;br /&gt;
An Worte läßt sich trefflich glauben,&lt;br /&gt;
Von einem Wort läßt sich kein Jota rauben.&amp;lt;/poem&amp;gt;|[[Goethe]], [[Faust I]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Begriff]]e sind durch den Einfluss der [[Widersachermächte]] also nicht identisch mit den [[Sprache|sprachlichen]] [[Bezeichnung]]en, die auf sie hindeuten, obwohl [[Worte]] häufig auch heute noch beim Denken als deren [[mental]]e Repräsentanten verwendet werden. Namentlich bei den [[Griechisch-Lateinische Kultur|Griechen]] waren [[Wort]] und Begriff noch kaum voneinander geschieden und Denken ein inneres, stummes Sprechen, gleichsam ein [[intellektuell]]es Selbstgespräch, das aber, wie sie teilweise noch sehr deutlich empfanden, nicht nur im [[Mensch]]en stattfindet, sondern auch in der [[Natur]] als die eigentliche [[Schöpferkraft]] waltet - ein Prinzip, das seine höchste Ausformung im Prolog des [[Johannesevangelium]]s findet (&#039;&#039;„Im Anfang war das Wort“&#039;&#039; {{B|Joh|1|1|LUT}}). Aber auch schon das [[Wikipedia:Altes Testament|Alte Testament]] lässt im [[Sechstagewerk]] die [[Schöpfung]] aus dem Wort der [[Elohim]] hervorgehen. Die Griechen unterschieden daher das ausgesprochene Wort ({{ELSalt|λόγος προφορικός}} &#039;&#039;[[logos prophorikos]]&#039;&#039;) von dem beim Denken nur innerlich stumm gesprochenen Wort ({{ELSalt|λόγος ἐνδιάθετος}} &#039;&#039;[[logos endiathetos]]&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was wir Denken nennen, hat sich&lt;br /&gt;
eigentlich herausentwickelt aus der Handhabung der&lt;br /&gt;
Sprache. Wer einen Sinn hat für das, was in der Sprache&lt;br /&gt;
eines Volkes wirksam ist, für das, was an Logik in der&lt;br /&gt;
Sprache wirkt, an Logik, in die wir uns während unserer&lt;br /&gt;
Kindheit hineinleben, und wer dann psychologischen&lt;br /&gt;
Sinn genug dazu hat, um das im Leben zu beobachten,&lt;br /&gt;
der wird finden, daß unser heutiges Denken eigentlich&lt;br /&gt;
aus dem hervorgeht, was die Sprache aus unserer Seelenkonstitution&lt;br /&gt;
macht. Ich möchte sagen, aus der Sprache&lt;br /&gt;
lösen wir allmählich die Gedanken und Gedankengesetzmäßigkeiten&lt;br /&gt;
heraus; unser heutiges Denken ist eine Gabe&lt;br /&gt;
des Sprechens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade das Denken, das eine Gabe des Sprechens&lt;br /&gt;
ist, das ist dasjenige Denken, das in der zivilisierten&lt;br /&gt;
Menschheit groß geworden ist seit den Tagen des&lt;br /&gt;
Kopernikus, des Galilei, des Giordano Bruno, das groß&lt;br /&gt;
geworden ist in den Zeiten, in denen die Menschheit vorzugsweise&lt;br /&gt;
ihre Aufmerksamkeit der Naturbetrachtung&lt;br /&gt;
im modernen Sinn zugewendet hat. Das Denken, das&lt;br /&gt;
auf Beobachtung und Experiment angewendet wird, das&lt;br /&gt;
muß, ich möchte sagen, so vertraut mit uns leben, daß&lt;br /&gt;
wir das, was wir mit der Sprache uns aneignen als ein allgemeines&lt;br /&gt;
Volksgut, ideell so verfeinern, daß es in uns&lt;br /&gt;
zum ideellen Gedanken wird, durch den wir dann die&lt;br /&gt;
Außenwelt ergreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir brauchen nur eine im Verhältnis zur gesamten&lt;br /&gt;
Menschheitsentwickelung kurze Zeitspanne zurückzugehen,&lt;br /&gt;
und wir finden etwas ganz anderes. Wir gehen&lt;br /&gt;
zum Beispiel zurück bis zum Griechentum. Wer sich&lt;br /&gt;
hineinzuversetzen weiß in das, was in der griechischen&lt;br /&gt;
Kunst, in der griechischen Dichtung, in der griechischen&lt;br /&gt;
Philosophie wirkte, was überhaupt zu uns herübertönt&lt;br /&gt;
aus dem Griechentum, der findet - auf ganz empirische&lt;br /&gt;
Weise ist das möglich -, daß der Grieche noch das, was&lt;br /&gt;
Gedanke war, innig mit dem Worte verwoben erlebte.&lt;br /&gt;
Gedanke und Wort waren eines. Man sprach, indem&lt;br /&gt;
man den Logosbegriff entwickelte, von etwas anderem,&lt;br /&gt;
als wovon wir sprechen, wenn wir von dem Gedanken&lt;br /&gt;
oder der Gedankenverbindung sprechen. Man sprach&lt;br /&gt;
von dem Gedanken so, daß dieser Gedanke das sprachliche&lt;br /&gt;
Element zu seiner selbstverständlichen Körperlichkeit&lt;br /&gt;
hatte. Ebensowenig wie wir in der physischen Welt&lt;br /&gt;
uns unsere Seele räumlich abgetrennt denken können&lt;br /&gt;
vom physischen Organismus, ebensowenig sonderte sich&lt;br /&gt;
für das griechische Bewußtsein der Gedanke vom Wort.&lt;br /&gt;
Man fühlte die beiden durchaus als ein Einheit, und auf&lt;br /&gt;
den Wogen der Worte strömte der Gedanke dahin.|83|91f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Begriff]] und [[Wort]] sind heute viel deutlicher voneinander geschieden, obwohl noch viel von der Bindung des Denkens an das Sprechen nachklingt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bis in die Physik und Mathematik hinein&lt;br /&gt;
wird ja heute in Worten gedacht, nicht in Sachen. In dieser Beziehung&lt;br /&gt;
sind ja die Menschen heute recht merkwürdig. Wenn einer ganz&lt;br /&gt;
gescheit sein will, dann zitiert er rasch: «Denn eben, wo Begriffe&lt;br /&gt;
fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein». - Es geschieht&lt;br /&gt;
das heute aber meistens aus dem Drang heraus, daß dem Betreffenden&lt;br /&gt;
selbst alle Begriffe ausgegangen sind: da stellt sich ihm nämlich&lt;br /&gt;
rasch das Goethesche Wort ein. Aber das merkt er dann nicht. Er&lt;br /&gt;
merkt nicht, daß er in dieser Untugend ganz bitter drinnen ist in&lt;br /&gt;
dem Moment, wo er sie rügt.|228|41f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was im weitesten Umkreise unseres Lebens die Menschen verhindert,&lt;br /&gt;
Gedanken zu haben, das ist, daß die Menschen für den gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Gebrauch des Lebens gar nicht immer das Bedürfnis&lt;br /&gt;
haben, wirklich bis zum Gedanken vorzudringen, sondern daß sie&lt;br /&gt;
statt des Gedankens sich mit dem Worte begnügen. Das meiste von&lt;br /&gt;
dem, was man im gewöhnlichen Leben Denken nennt, verläuft&lt;br /&gt;
nämlich in Worten. Man denkt in Worten. Viel mehr, als man&lt;br /&gt;
glaubt, denkt man in Worten. Und viele Menschen sind, wenn sie&lt;br /&gt;
nach einer Erklärung von dem oder jenem verlangen, damit zufrieden,&lt;br /&gt;
daß man ihnen irgendein Wort sagt, das einen für sie bekannten&lt;br /&gt;
Klang hat, das sie an dieses oder jenes erinnert; und dann halten&lt;br /&gt;
sie das, was sie bei einem solchen Wort empfinden, für eine Erklärung&lt;br /&gt;
und glauben, sie hätten dann den Gedanken.|151|10f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch heute wird das Denken noch häufig als ein inneres Sprechen erlebt, in dem die Begriffe mental durch innerlich erlebte Worte repräsentiert werden, doch kann heute viel bewusster erlebt werden, dass das &#039;&#039;eigentliche&#039;&#039; Denken, das dieses innere Sprechen hervorbringt und bestimmt, auf einer eigenen Metaebene darüber steht. Solange das Denken unmittelbar &#039;&#039;in&#039;&#039; der [[Sprache]] verhaftet bleibt, ist es noch kein allgemein menschliches, sondern bleibt mehr oder weniger an eine bestimmte [[Volksseele]] gebunden, wobei diese Bindung bei den verschiedenen Volkssprachen unterschiedlich stark ausgeprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir modernen Menschen müssen genau unterscheiden zwischen dem&lt;br /&gt;
Begriff und dem Worte. Es würde nur zum Unheil in der menschlichen&lt;br /&gt;
Besonnenheit führen, wenn wir nicht genau unterscheiden würden&lt;br /&gt;
zwischen dem, was im abstrakten Verstande innerlich lebt, und dem,&lt;br /&gt;
was im Worte lebt. Der abstrakte Verstand ist ja auch universell, allgemein&lt;br /&gt;
menschlich. Das Wort lebt in den einzelnen Volkssprachen.&lt;br /&gt;
Wir können schon unterscheiden zwischen dem, was da lebt im Begriffe,&lt;br /&gt;
in der Idee und im Worte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man das, was uns von den Griechen rein historisch vorliegt,&lt;br /&gt;
richtig verstehen, so kommt man nicht zurecht, wenn man den Griechen&lt;br /&gt;
diesen selben Unterschied zuschreibt, wie wir ihn entwickeln im&lt;br /&gt;
Unterscheiden zwischen Begriff und Wort. Die Griechen unterschieden&lt;br /&gt;
nicht mit derselben Stärke Begriff, Idee und Wort. Wenn sie sprachen,&lt;br /&gt;
lebte für sie das, was in der Idee lebt, auf den Flügeln des Wortes. Sie&lt;br /&gt;
glaubten in das Wort hineinzulegen den Begriff. Wenn sie dachten,&lt;br /&gt;
dachten sie nicht in einer abstrakten, intellektualistischen Weise wie&lt;br /&gt;
wir. Es ging durch ihre Seele etwas wie der allerdings unhörbare, aber&lt;br /&gt;
doch Laut des Wortes. Es klang unhörbar in ihnen. Das Wort lebte,&lt;br /&gt;
nicht der abstrakte Begriff.&amp;quot; {{Lit|{{G|206|174}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Jene Trennung, die wir heute psychologisch vollziehen&lt;br /&gt;
müssen zwischen dem Worte und dem Inhalte der Vorstellung&lt;br /&gt;
- besonders bei Betrachtung des Mathematisierens&lt;br /&gt;
tritt das mit aller Klarheit hervor —, ist in älteren Zeiten&lt;br /&gt;
nicht gemacht worden. Und gerade auf diese Unterscheidung&lt;br /&gt;
kam zuerst Aristoteles. Er hob innerhalb des Seelenlebens&lt;br /&gt;
dasjenige, was Vorstellung, Begriff ist, aus dem&lt;br /&gt;
Gewebe der Sprache heraus, machte es für die Erkenntnis&lt;br /&gt;
zu etwas abgesondert Vorliegendem. Dadurch aber drängte&lt;br /&gt;
er wiederum dasjenige, was in der Sprache lebt, weiter in&lt;br /&gt;
das Unbewußte hinunter, als es vorher war. Es wurde&lt;br /&gt;
gewissermaßen ein Abgrund für die Erkenntnis geschaffen&lt;br /&gt;
zwischen dem Begriff oder der Vorstellung und dem Worte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je weiter wir nämlich zurückgehen in der Betrachtung&lt;br /&gt;
der menschlichen Sprache, desto mehr finden wir, daß in&lt;br /&gt;
der Auffassung des Menschen Wort und Begriff oder Vorstellung&lt;br /&gt;
als eines erlebt werden, daß der Mensch gewissermaßen&lt;br /&gt;
das, was er denkt, innerlich hört, daß er ein Wortbild,&lt;br /&gt;
nicht so sehr ein Gedankenbild hat. Der Gedanke&lt;br /&gt;
wird draußen an die Sinneswahrnehmungen und drinnen&lt;br /&gt;
an das Wort geknüpft. Dadurch aber war auch für diese&lt;br /&gt;
älteren Zeiten eine gewisse Empfindung vorhanden, die&lt;br /&gt;
sich etwa so charakterisieren läßt: Indem die Menschen&lt;br /&gt;
sich in ihren Worten aussprachen, fühlten sie, als ob das,&lt;br /&gt;
was in ihren Worten widerklingt, unmittelbar auf eine&lt;br /&gt;
im Instinktiven verborgene, unterbewußte Art von den&lt;br /&gt;
Dingen in ihre Sprache hineingelangt wäre. Sie fühlten&lt;br /&gt;
gewissermaßen, daß ein realer Vorgang sich abspielt zwischen&lt;br /&gt;
dem, was in den Dingen und namentlich in den Tatsachen&lt;br /&gt;
lebt, und dem, was innerlich den Impuls zum Erklingen&lt;br /&gt;
des Wortes bildet. Sie fühlten einen solchen realen&lt;br /&gt;
Zusammenhang, wie der Mensch heute noch einen realen&lt;br /&gt;
Zusammenhang zwischen den Stoffen fühlt, die draußen&lt;br /&gt;
sind, sagen wir Ei, Kalbfleisch, Salat, und dem, was dann&lt;br /&gt;
in seinem Inneren mit dem Inhalte dieser Stoffe sich abspielt,&lt;br /&gt;
wenn er verdaut. Er wird in diesem Vorgang, der&lt;br /&gt;
sich abspielt vom Draußensein der Stoffe zu dem, was&lt;br /&gt;
drinnen in der Verdauung geschieht, einen realen Vorgang&lt;br /&gt;
sehen. Diesen realen Vorgang erlebt er unterbewußt. So&lt;br /&gt;
unterbewußt - wenn auch viel deutlicher, von einem gewissen&lt;br /&gt;
dämmerigen Bewußtsein schon durchzogen — war&lt;br /&gt;
dasjenige, was man an der Sprache erlebte. Man hatte die&lt;br /&gt;
Empfindung, daß etwas, was in den Dingen lebt, mit den&lt;br /&gt;
Lauten, mit den Worten verwandt ist. Wie die Substanzen&lt;br /&gt;
der Stoffe, die man ißt, mit dem, was innerlich im Menschen&lt;br /&gt;
im Stoffwechsel geschieht, zusammenhängen, so&lt;br /&gt;
empfand man einen inneren Zusammenhang zwischen&lt;br /&gt;
dem, was in den Dingen und Tatsachen vorgeht, was&lt;br /&gt;
wortähnlich ist, und dem, was innerlich als Wort erklingt.&lt;br /&gt;
Und indem Aristoteles das, was man da als einen realen&lt;br /&gt;
Vorgang empfand, ins Bewußtsein heraufhob, wo die Begriffe&lt;br /&gt;
spielen, war für die Sprache dasselbe geleistet, was&lt;br /&gt;
ein Mensch leistet, der darüber nachdenkt, was die Substanzen&lt;br /&gt;
der Stoffe in seinem Organismus anfangen. Etwas&lt;br /&gt;
weiter voneinander entfernt ist allerdings das Denken&lt;br /&gt;
über die Verdauung von dem realen Verdauungsvorgange&lt;br /&gt;
selbst als das Denken von der Sprache. Aber eine Vorstellung&lt;br /&gt;
von dem entsprechenden Verhältnis kann man gewinnen,&lt;br /&gt;
wenn man sich diese Vorstellung dadurch verdeutlicht,&lt;br /&gt;
daß man von einem Naheliegenderen zu einem&lt;br /&gt;
Entfernteren und in der Entfernung Deutlicherwerdenden&lt;br /&gt;
übergeht.&amp;quot; {{Lit|{{G|76|122ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die unterschiedliche Beziehung von Sprache und Denken in den europäischen Volkssprachen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bedenken Sie nur, wie schwierig es zum Beispiel ist, das Folgende zu&lt;br /&gt;
erkennen - was damit gemeint ist, ist keine trockene Theorie, sondern&lt;br /&gt;
liegt dem Leben zugrunde - : Es gibt ein gewisses Verhältnis in der Seele&lt;br /&gt;
zwischen der Vorstellung und dem Worte. Das ist eine Tatsache, die&lt;br /&gt;
ich Ihnen jetzt angebe. Nehmen wir an, im Seelengefüge läge das Wort&lt;br /&gt;
gewissermaßen auf diesem Felde, der Gedanke auf diesem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_209a.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 209]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache ist nun so, daß das französische Volkstum die Tendenz hat,&lt;br /&gt;
den Gedanken bis zum Worte herunterzudrangen, das heißt, indem&lt;br /&gt;
gesprochen wird, in das Gesprochene den Gedanken hineinzudrücken.&lt;br /&gt;
Daher so leicht gerade auf diesem Felde das Sich-Berauschen am Worte,&lt;br /&gt;
das Sich-Berauschen an der Phrase geschieht, wobei ich Phrase durchaus&lt;br /&gt;
im guten Sinne meine:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_209b.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 209]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das englische Volkstum nun drückt den Gedanken unter das Wort herunter,&lt;br /&gt;
so daß der Gedanke das Wort durchsetzt und jenseits des Wortes&lt;br /&gt;
Realität sucht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_210a.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 210]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Deutsche hat die Eigentümlichkeit, nicht bis zum Worte zu gehen&lt;br /&gt;
mit dem Gedanken. Und nur durch diese Tatsache sind Philosophen,&lt;br /&gt;
die sonst nirgends in der Welt möglich gewesen wären, wie &#039;&#039;[[Fichte]]&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Schelling]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Hegel]]&#039;&#039;, möglich geworden, daß das Deutsche nicht bis zum&lt;br /&gt;
Worte den Gedanken trägt, sondern den Gedanken im Gedanken erhält.&lt;br /&gt;
Dadurch aber werden sich die Menschen sehr leicht mißverstehen&lt;br /&gt;
können. Denn ein wirklich richtiges Übersetzen ist ja nicht möglich,&lt;br /&gt;
ist immer nur Surrogat. Es gibt keine Möglichkeit, das, was Hegel gesagt&lt;br /&gt;
hat, auch auf englisch zu sagen oder auf französisch. Das ist ganz&lt;br /&gt;
ausgeschlossen, solche Übersetzungen können immer nur ein Surrogat&lt;br /&gt;
sein. Eine Verständnismöglichkeit ist nur dadurch vorhanden, daß gewisse&lt;br /&gt;
romanische Grundelemente noch durchgängig sind, denn ob man&lt;br /&gt;
sagt «association», französisch, oder «association», englisch, ist gleich,&lt;br /&gt;
das geht alles zurück auf das Romanische. In solchen Dingen werden&lt;br /&gt;
Brücken gebaut. Aber jedes Volkstum hat seine besondere Mission, und&lt;br /&gt;
man kann ihm nur beikommen aus der Sehnsucht heraus, zu einem&lt;br /&gt;
solchen Verständnis zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das slawische Volkstum stößt den Gedanken in das Innere zurück&lt;br /&gt;
und hat ihn hier:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_210b.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 210]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort liegt das Wort dem Gedanken ganz fern, es schwebt wie abgesondert&lt;br /&gt;
von ihm.&lt;br /&gt;
Die stärkste Koinzidenz zwischen Gedanke und Wort, so daß der&lt;br /&gt;
Gedanke verschwindet gegenüber dem Worte, ist im Französischen.&lt;br /&gt;
Das stärkste Selbstausleben des Gedankens ist im Deutschen, weshalb&lt;br /&gt;
auch nur im Deutschen das Wort einen Sinn hat, das Hegel und Hegelianer&lt;br /&gt;
geprägt haben: «Das Selbstbewußtsein des Gedankens.» Was&lt;br /&gt;
für den Nichtdeutschen ein Abstraktum ist, ist für den Deutschen das&lt;br /&gt;
größte Erlebnis, das er haben kann, wenn er es im lebendigen Sinne&lt;br /&gt;
versteht. Das Deutsche geht darauf aus, die Ehe zu begründen zwischen&lt;br /&gt;
dem Spirituellen an sich und dem Spirituellen des Gedankens. Nirgends&lt;br /&gt;
in der Welt, in keinem Volkstum kann das erreicht werden außer im&lt;br /&gt;
deutschen.|173|209ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Englisch-Sprechen ist noch viel mehr&lt;br /&gt;
eine Tätigkeit, wo im Sprechen, im Lautentwickeln selber gedacht&lt;br /&gt;
wird, während das Hochdeutsch-Sprechen etwas ist, wo im Lautentwickeln&lt;br /&gt;
nicht gedacht wird, sondern das Denken als eine Parallelerscheinung&lt;br /&gt;
neben der Lautentwickelung einhergeht. Überhaupt, die&lt;br /&gt;
westlichen Sprachen haben sich noch viel mehr bewahrt von diesem&lt;br /&gt;
Zusammengehören, von diesem instinktmäßigen Zusammengehören&lt;br /&gt;
von Laut und Vorstellung als die mitteleuropäischen Sprachen. Und&lt;br /&gt;
daher haben auch die westeuropäischen Sprachen eine solch starre&lt;br /&gt;
Form angenommen. Man kann kaum irgendwie etwas in den westeuropäischen&lt;br /&gt;
Sprachen formulieren, ohne daß einem gesagt wird: Das&lt;br /&gt;
kann man nicht sagen, so drückt man sich nicht aus. - Das ist eine&lt;br /&gt;
Sache, die es im Hochdeutschen so nicht gibt. Da kann man beinahe&lt;br /&gt;
alles sagen: da kann man das Subjekt da hinstellen, dort hinstellen,&lt;br /&gt;
denn der Gedanke geht mehr parallel mit dem Lautbestande als in den&lt;br /&gt;
westlichen Sprachen. Nur indem wir an ältere Stufen unserer Sprachbildung&lt;br /&gt;
herankommen, kommen wir auch immer mehr und mehr zu&lt;br /&gt;
einem strengen Verbundensein von Vorstellung und Lautbestand, und&lt;br /&gt;
daher können wir an unseren älteren Stufen und Dialekten das studieren,&lt;br /&gt;
was bei den westlichen Sprachen heute noch immer als ein Atavismus&lt;br /&gt;
vorhanden ist.|299|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Traum, Abstraktion, Imagination ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bildlose abstrakte Denken, wie es heute in den [[Wissenschaft]]en und immer mehr auch im Alltagsleben gepflegt wird, ist nur eine Durchgangsstufe in der menschheitlichen Entwicklung. Ihm ging ein [[traum]]artiges bildhaftes Denken voran, das sich etwa in den [[Mythologie]]en der verschiedenen Völker niederschlug. Zukünftig wird sich in Form der [[Imagination]] ein vollkommen waches [[Bilderbewusstsein]] entwickeln, bei dem das [[Selbstbewusstsein]], das im [[Traum]] weitgehend verloren geht, voll gewahrt bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Aber dieses abstrakte Denken ist nur eine Entwickelungsphase&lt;br /&gt;
im Leben der Menschheit. Ihm geht ein bildhaftes, mit&lt;br /&gt;
den Dingen verbundenes und in den Menschentaten pulsierendes&lt;br /&gt;
Denken voraus. Im bewußten Menschenleben wirkt dieses&lt;br /&gt;
Denken allerdings traumhaft, aber es ist der Schöpfer aller&lt;br /&gt;
Frühstadien der Kulturen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch dieses abstrakte Denken ist nur eine Durchgangs stufe&lt;br /&gt;
der denkerischen Fähigkeit. Wer es in seiner völligen Reinheit&lt;br /&gt;
erlebt hat, wer seine Kälte und Kraftlosigkeit, aber auch seine&lt;br /&gt;
Durchsichtigkeit mit vollem menschlichen Anteil in sich aufgenommen&lt;br /&gt;
hat, der kann bei ihm nicht stehen bleiben. Es ist&lt;br /&gt;
ein totes Denken; aber es kann zum Leben erweckt werden.&lt;br /&gt;
Es hat die Bildhaftigkeit verloren, die es als Traumerlebnis gehabt&lt;br /&gt;
hat; aber es kann diese wieder erringen im Lichte eines&lt;br /&gt;
intensiveren Bewußtseins. Von traumhafter Bildlichkeit durch&lt;br /&gt;
vollbewußte Abstraktion zur ebenso vollbewußten Imagination:&lt;br /&gt;
das ist der Entwickelungsgang des menschlichen Denkens.&lt;br /&gt;
Der Aufstieg zu dieser bewußten Imagination steht als&lt;br /&gt;
Zukunftsaufgabe vor der abendländischen Menschheit. Goethe&lt;br /&gt;
hat einen Anfang damit gemacht, indem er für das Verständnis&lt;br /&gt;
der Pflanzengestaltung das Ideenbild der Urpflanze&lt;br /&gt;
forderte. Und dieses imaginative Denken kann wieder Impulse&lt;br /&gt;
des Handelns aus sich heraustreiben.|36|88f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken im Gespräch mit dem Engel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir denken nicht nur, sondern wir werden zugleich auch gedacht von den [[Angeloi]]. Sie denken unser [[Bewusstsein]] und umfassen dabei nicht nur den einzelnen Gedanken, sondern unsere ganze Gedankenwelt. Denken im Gespräch mit dem Engel heißt, sich dessen bewusst zu werden, dass wir von ihm gedacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir Menschen denken. Wir glauben zunächst, nur&lt;br /&gt;
unsere Gedanken zu erleben. Aber indem unsere Gedanken durch unsere Seele&lt;br /&gt;
ziehen, leben in unseren Gedanken die Angeloi in Wirklichkeit darinnen. Und wie&lt;br /&gt;
wir mit unseren Sinnen empfinden, wie wir irgend etwas angreifen, erfassen, so&lt;br /&gt;
leben in unserem Denken - das ist ihr Empfinden - die Angeloi drinnen. Sie&lt;br /&gt;
bringen uns das zum Bewußtsein. Und ebenso wie empfinden in unserem Denken&lt;br /&gt;
die Angeloi, so erleben in unserem Fühlen die Archangeloi und so schauen in&lt;br /&gt;
unserem Wollen die Archai.|270b|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nehmen wir einmal einen Gedanken, also das, was wir als Menschen denken. Zunächst sind diese Gedanken in unserem Bewußtsein, aber sie sind nicht bloß in unserem Bewußtsein. Sie sind zugleich in dem&lt;br /&gt;
Bewußtsein der Wesen der nächsthöheren Hierarchie, der Angeloi, der Engel. Während wir einen Gedanken haben, ist unsere ganze Gedankenwelt zum Beispiel Gedanke der Engel. Die Engel denken unser&lt;br /&gt;
Bewußtsein. Und darum werden Sie erkennen, wie man, wenn man zum Sehertum aufsteigt, eine andere Empfindung gegenüber dem Anschauen der Wesen der höheren Welten entwickeln muß als in der&lt;br /&gt;
gewöhnlichen äußeren Wirklichkeit. Wenn man so wie über die physisch-sinnliche Welt, über das irdische Dasein denkt, kann man nicht zu einem höheren Sehertum hinaufkommen. Man muß da nicht bloß denken, sondern man muß gedacht werden und ein Wissen davon haben, daß man gedacht wird.|148|307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Ägyptisch-Chaldäische Kultur|ägyptisch-chaldäischen Zeit]], im Zeitalter der [[Empfindungsseele]], ehe die [[Verstandesseele]] erwacht war, fühlte man das Denken noch als eine von den Engeln [[Inspiration|inspirierte]] Gabe. Selbst im [[Frühmittelalter]] bis ins [[Wikipedia:9. Jahrhundert|9. Jahrhundert]] konnten das noch [[christlich]]e Denker wie [[Johannes Scottus Eriugena]] nachempfinden, obwohl bereits ihr auf den [[Verstand]] gegründetes [[Spekulation|spekulatives]] und daher oft auch dem [[Irrtum]] verfallenes [[Eigendenken]] erwacht war. Deutlich fühlte Eriugena sich aber auch noch in der [[Wahrheit|wahren]] [[Erkenntnis]] von einer Engelwesenheit durchdrungen. Sein Denken wurde damit zu einer Art von innerem Zwiegespräch mit dem Engel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bei Johannes Scotus ist es so, daß er in diesem Zwiespalt&lt;br /&gt;
lebt. Er kann bloß denken; aber wenn dieses Denken zum Erkennen&lt;br /&gt;
wird, da fühlt er, da ist noch etwas da von den alten Mächten, welche&lt;br /&gt;
den Menschen durchdrungen haben in der alten Art der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
Er fühlt den Engel, den Angelos in sich. Daher sagt er, der Mensch&lt;br /&gt;
erkenne als Engel. Es war Erbstück aus den alten Zeiten, daß in&lt;br /&gt;
dieser Zeit der Verstandeserkenntnis ein solcher Geist wie Scotus&lt;br /&gt;
Erigena noch sagen konnte, der Mensch erkenne wie ein Engel. In&lt;br /&gt;
den Zeiten der ägyptischen, der chaldäischen Zeit, in den älteren&lt;br /&gt;
Zeiten der hebräischen Zivilisation würde niemand etwas anderes&lt;br /&gt;
gesagt haben, als: Der Engel erkennt in mir, und ich nehme&lt;br /&gt;
Teil als Mensch an der Erkenntnis des Engels. Der Engel wohnt in&lt;br /&gt;
mir, der erkennt, und ich mache das mit, was der Engel erkennt. -&lt;br /&gt;
Das war in der Zeit, als noch kein Verstand da war. Als dann der&lt;br /&gt;
Verstand heraufgekommen war, da mußte man das mit dem&lt;br /&gt;
Verstande durchdringen; aber es war eben in Scotus Erigena&lt;br /&gt;
noch ein Bewußtsein von diesem Durchdrungensein mit der Angelosnatur.|204|269f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johannes Scottus Eriugena]] schreibt in seinem Hauptwerk «[[Über die Einteilung der Natur]]»:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wenn du die wechselseitige Verbindung und Einheit der geistigen und vernünftigen Naturen aufmerksam&lt;br /&gt;
betrachtest, so wirst du in der That finden, dass sowohl die&lt;br /&gt;
englische Wesenheit in der menschlischen, als die menschliche in der englischen mitgegründet ist. In jeder vollzieht sich, was der reine Verstand auf das Vollkommenste&lt;br /&gt;
erkennt, und wird in jeder eins und dasselbe bewirkt. So&lt;br /&gt;
gross nämlich war die Gemeinschaft der englischen und&lt;br /&gt;
menschlichen Natur und würde es auch geblieben sein,&lt;br /&gt;
wenn der erste Mensch nicht gesündigt hätte, dass aus&lt;br /&gt;
beiden Eins wurde, was auch bei den hervorragendsten&lt;br /&gt;
Menschen, deren Erstlinge unter den Himmlischen sind,&lt;br /&gt;
bereits zu geschehen beginnt. Denn der Engel entsteht&lt;br /&gt;
im Menschen durch den Begriff des Engels, der im&lt;br /&gt;
Menschen ist, und der Mensch entsteht im Engel durch&lt;br /&gt;
den im Menschen gegründeten Begriff des Engels. Wer&lt;br /&gt;
nämlich, wie ich sagte, den reinen Begriff hat, wird&lt;br /&gt;
in dem, was er begreift. Die geistige und vernünftige&lt;br /&gt;
Engelnatur ist also in der geistigen und vernünftigen&lt;br /&gt;
menschlichen Natur ebenso geworden, wie die menschliche&lt;br /&gt;
in der englischen durch gegenseitiges Begreifen, worin&lt;br /&gt;
der Mensch den Engel und der Engel den Menschen begreift. Dies ist auch gar nicht wunderbar; denn auch&lt;br /&gt;
wir selbst werden, indem wir uns mit einander unterreden,&lt;br /&gt;
gegenseitig in einander verwandelt. Indem ich nämlich&lt;br /&gt;
begreife, was du begreifst, werde ich dein Begriff&lt;br /&gt;
und bin auf unaussprechliche Weise in dich aufgenommen&lt;br /&gt;
worden. Ebenso wenn du rein begreifst, was ich durchaus begreife, wirst du mein Begriff und aus den&lt;br /&gt;
beiden Begriffen wird einer, welcher aus dem, was&lt;br /&gt;
wir beide lauter und unverweilt begreifen, gebildet ist.&lt;br /&gt;
Nehmen wir ein Beispiel aus den Zahlen zu Hülfe, so&lt;br /&gt;
begreifst du, dass die Sechszahl in ihren Theilen gleich&lt;br /&gt;
ist, und ich begreife dies ebenso, und ich begreife deinen,&lt;br /&gt;
wie du meinen Begriff begreifst. Unser beider Begriff wird ein durch die Sechszahl gebildeter einiger,&lt;br /&gt;
und dadurch werde ich nicht blos in dir, sondern auch du&lt;br /&gt;
in mir geschaffen. Denn wir sind nicht etwas Anderes,&lt;br /&gt;
als unser Begriff, und unsere wahre und höchste&lt;br /&gt;
Wesenheit ist ein Begriff, welcher sich in der Betrachtung der Wahrheit beurkundet. Dass aber solcher&lt;br /&gt;
Begriff nicht blos in gleichwesentlichen, sondern&lt;br /&gt;
auch in untergeordneten Naturen sich entwickeln kann,&lt;br /&gt;
sobald die Liebe vermittelnd eintritt, dies lehren die Worte&lt;br /&gt;
des Apostels, welcher die Meinung, als ob unser Begriff&lt;br /&gt;
sichtbare Formen liebe, mit der Mahnung ablehnt:&lt;br /&gt;
Werdet nicht gleich dieser Welt! In solchem Sinn wird&lt;br /&gt;
also ganz sachgemäss gesagt, dass in gegenseitigem&lt;br /&gt;
Begreifen der Mensch im Engel und der Engel im Menschen geschaffen werde, und dass auch der Engel dem&lt;br /&gt;
Menschen in keinem Verhältniss irgendwie vorangehe, wird&lt;br /&gt;
gleichfalls richtig geglaubt und eingesehen, mag auch nach&lt;br /&gt;
der Darstellung des Propheten die Schöpfung der engelischen&lt;br /&gt;
Natur, wie Viele wollen, früher oder später, als die&lt;br /&gt;
Schöpfung der menschlichen Natur geschehen sein.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, Ludwig Noack (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Zweite Abtheilung, S. 61ff [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=492&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sehr erlebt Eriugena also noch die [[geist]]ige [[Wirklichkeit]] des Denkens, dass er sagen kann, dass der Engel in ihm - und zwar nicht als [[Abbild]], sondern als Wirklichkeit - entsteht, wenn er ihn denkt und der Mensch nicht minder im Engel entsteht, wenn der Mensch den [[Begriff]] des Engels bildet! Und so für alle [[Wesen]]. [[Erkenntnis]] ist nicht bloß wesenloser Abglanz des [[Sein]]s, sondern das wahre Sein selbst. In diesem Sinn ist es auch zu verstehen, wenn oben gesagt wurde, dass der Mensch als [[Bild und Gleichnis Gottes]] die gesamte Schöpfung umspannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Denn die Gedanken der Dinge sind wahrhaft die Dinge&lt;br /&gt;
selbst, wie der heilige Dionysius sagt: „die Erkenntniss&lt;br /&gt;
des Seienden ist das Seiende selbst;“ aber ihre uranfänglichen Ursachen und Gründe werden durch Denkthätigkeit,&lt;br /&gt;
nicht durch die Dinge selbst zur Vereinigung geführt.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, Ludwig Noack (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 133f [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=140&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Engel stehen damit für Eriugena auf gleicher Stufe; eben dadurch können sie einander wechselseitig erkennen. Doch ist diese Erkenntnis, wie auch ihre jeweilige [[Selbsterkenntnis]], niemals vollständig. Denn um sich selbst vollständig erkennen, d.h. [[Definition|definieren]], umgrenzen zu können, müsste man sich selbst überragen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich glaube, dass Keiner von Beiden sich selber,&lt;br /&gt;
noch auch Einer den Andern definieren kann. Denn wenn&lt;br /&gt;
der Mensch sich selber oder einen Engel definiert, so ist&lt;br /&gt;
er grösser als er selber oder als der Engel; denn das&lt;br /&gt;
Definirende ist ein Grösseres als das Definierte. Dasselbe&lt;br /&gt;
findet beim Engel statt. Ich glaube deshalb, dass diese&lt;br /&gt;
Beiden allein von Dem, der sie nach seinem Bilde geschaffen hat, definiert werden können.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, Ludwig Noack (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 63 [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=70&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der ganzheitliche Charakter des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was uns die Wahrnehmungswelt so rätselhaft macht, ist, dass sie sich uns, solange wir uns des Denkens enthalten, als eine Welt zusammenhanglos erscheinender Einzelheiten darbietet. Erst das Denken schlägt Verbindungsfäden zwischen den einzelnen Elementen und verknüpft sie zu einem sinnvollen Ganzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ein Ding erklären, verständlich machen heißt nichts anderes, als es in den Zusammenhang hineinversetzen, aus dem es durch die oben geschilderte Einrichtung unserer Organisation herausgerissen ist. Ein von dem Weltganzen abgetrenntes Ding gibt es nicht. Alle Sonderung hat bloß subjektive Geltung für unsere Organisation. Für uns legt sich das Weltganze auseinander in: oben und unten, vor und nach, Ursache und Wirkung, Gegenstand und Vorstellung, Stoff und Kraft, Objekt und Subjekt usw. Was uns in der Beobachtung an Einzelheiten gegenübertritt, das verbindet sich durch die zusammenhängende, einheitliche Welt unserer Intuitionen Glied für Glied; und wir fügen durch das Denken alles wieder in eins zusammen, was wir durch das Wahrnehmen getrennt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätselhaftigkeit eines Gegenstandes liegt in seinem Sonderdasein. Diese ist aber von uns hervorgerufen und kann, innerhalb der Begriffswelt, auch wieder aufgehoben werden.&amp;quot; {{Lit|{{G|4|95}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken verknüpft also die Wahrnehmungen miteinander und verbindet sie mit den zugehörigen Begriffen. Und auch die durch das Denken gebildeten Begriffe bleiben nicht vereinzelt stehen, sondern schließen sich zu umfangreicheren Begriffen und Begriffssystemen zusammen, die wir als [[Idee]]n bezeichnen, die alle letztlich in der einen einzigen Idee schlechthin wurzeln. Zurecht sagt daher Goethe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Idee ist ewig und einzig; daß wir auch den Plural brauchen, ist nicht wohlgetan. Alles, was wir gewahr werden und wovon wir reden können, sind nur Manifestationen der Idee; Begriffe sprechen wir aus, und insofern ist die Idee selbst ein Begriff.&amp;quot; {{Lit|Goethe: &#039;&#039;Maximen und Reflexionen&#039;&#039;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analytisches und synthetisches Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethes Worte unterstreichen den fundamental ganzheitlichen, synthetischen Charakter des Denkens, der heute aber zumeist übersehen wird, weil wir gewohnt sind, vorwiegend &#039;&#039;analytisch&#039;&#039; zu denken. Das analytische Denken ist notwendig, um einzelne Begriffe aus der Gesamtidee herauszusondern, damit sie uns besonders deutlich und klar bewusst werden. Sie bleiben aber bedeutungslos, wenn sie nicht letztlich wieder dem Ganzen eingegliedert werden, mit dem sie in der Wirklichkeit untrennbar verbunden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das diskursive Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das diskursive, logisch ableitende Denken ist heute im Zeitalter des [[Intellekt]]s das weithin verbreitetste. Es ist eng an die [[Sprache]] gebunden, weitgehend bildlos abstrakt und schreitet konsequent in lückenloser Folge ohne logische Sprünge über logische [[Schluß|Schlüsse]] und [[Urteil]]e zu den [[Begriff]]en vorwärts. Nur im logischen Schließen sind wir stets vollwach. Urteile sinken sehr schnell in das [[Traumbewusstsein]], in dem auch das [[Gefühl]] beständig lebt, herab und werden so zu Seelengewohnheiten. Begriffe steigen sogar bis in das [[Schlafbewusstsein]] hinunter, wo auch der menschliche [[Wille]] wirkt. Hier werden sie zu einer gestaltenden Kraft, die bis in den [[Physischer Leib|physischen Leib]] hineinwirkt. Das zu berücksichtigen, ist für vor allem für die [[Pädagogik]] von größter Bedeutung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Indem wir uns logisch, das heißt denkend-erkennend betätigen, haben wir in dieser Betätigung immer drei Glieder. Erstens haben wir immerfort dasjenige in unserem denkenden Erkennen drinnen, was wir Schlüsse nennen. Für das gewöhnliche Leben äußert sich ja das Denken in der Sprache. Wenn Sie das Gefüge der Sprache überblicken, werden Sie finden: indem Sie sprechen, bilden Sie fortwährend Schlüsse aus. Diese Tätigkeit des Schließens ist die allerbewußteste im Menschen. Der Mensch würde sich durch die Sprache nicht äußern können, wenn er nicht fortwährend Schlüsse sprechen würde; er würde nicht das, was der andere zu ihm sagt, verstehen können, wenn er nicht fortwährend Schlüsse in sich aufnehmen könnte. Die Schullogik zergliedert gewöhnlich die Schlüsse; dadurch verfälscht sie sie schon, insofern die Schlüsse im gewöhnlichen Leben vorkommen. Die Schullogik bedenkt nicht, daß wir schon einen Schluß ziehen, wenn wir ein einzelnes Ding ins Auge fassen. Denken Sie sich, Sie gehen in eine Menagerie und sehen dort einen Löwen. Was tun Sie denn zuallererst, indem Sie den Löwen wahrnehmen? Sie werden zuallererst das, was Sie am Löwen sehen, sich zum Bewußtsein bringen, und nur durch dieses Sich-zum-Bewußtsein-Bringen kommen Sie mit Ihren Wahrnehmungen gegenüber dem Löwen zurecht. Sie haben im Leben gelernt, ehe Sie in die Menagerie gegangen sind, daß solche Wesen, die sich so äußern wie der Löwe, den Sie jetzt sehen, «Tiere» sind. Was Sie da aus dem Leben gelernt haben, bringen Sie schon mit in die Menagerie. Dann schauen Sie den Löwen an und finden: der Löwe tut eben auch das, was Sie bei den Tieren kennengelernt haben. Dies verbinden Sie mit dem, was Sie aus der Lebenserkenntnis mitgebracht haben, und bilden sich dann das Urteil: Der Löwe ist ein Tier. - Erst wenn Sie dieses Urteil sich gebildet haben, verstehen Sie den einzelnen Begriff «Löwe». Das erste, was Sie ausführen, ist ein Schluß; das zweite, was Sie ausführen, ist ein Urteil; und das letzte, wozu Sie im Leben kommen, ist ein Begriff. Sie wissen natürlich nicht, daß Sie diese Betätigung fortwährend vollziehen; aber würden Sie sie nicht vollziehen, so würden Sie kein bewußtes Leben führen, das Sie geeignet macht, sich durch die Sprache mit anderen Menschenwesen zu verständigen. Man glaubt gewöhnlich, der Mensch komme zuerst zu den Begriffen. Das ist nicht wahr. Das erste im Leben sind die Schlüsse. Und wir können sagen: Wenn wir nicht unsere Wahrnehmung des Löwen, wenn wir in die Menagerie gehen, aus der gesamten übrigen Lebenserfahrung herausschälen, sondern wenn wir sie in unsere ganze übrige Lebenserfahrung hineinstellen, so ist das erste, was wir in der Menagerie vollbringen, das Ziehen eines Schlusses. - Wir müssen uns klar sein: daß wir in die Menagerie gehen und den Löwen sehen, ist nur eine Einzelhandlung und gehört zum ganzen Leben hinzu. Wir haben nicht angefangen zu leben, als wir die Menagerie betreten und den Blick auf den Löwen gerichtet haben. Das schließt sich an das vorherige Leben an, und das vorherige Leben spielt da hinein, und wiederum wird das, was wir aus der Menagerie mitnehmen, hinausgetragen in das übrige Leben. - Wenn wir aber nun den ganzen Vorgang betrachten, was ist dann der Löwe zuerst? Er ist zuerst ein Schluß. Wir können durchaus sagen: Der Löwe ist ein Schluß. Ein bißchen später: Der Löwe ist ein Urteil. Und wieder ein bißchen später: Der Löwe ist ein Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie Logiken aufschlagen, namentlich solche älteren Kalibers, dann werden Sie unter den Schlüssen gewöhnlich den allerdings berühmt gewordenen Schluß angeführt finden: Alle Menschen sind sterblich; Cajus ist ein Mensch; also ist Cajus sterblich. - Cajus ist ja die allerberühmteste logische Persönlichkeit. Nun, dieses Auseinanderschälen der drei Urteile: «Alle Menschen sind sterblich», «Cajus ist ein Mensch», «also ist Cajus sterblich», findet in der Tat nur beim Logikunterricht statt. Im Leben weben diese drei Urteile ineinander, sind eins, denn das Leben verläuft fortwährend denkend-erkennend. Sie vollziehen immer alle drei Urteile gleichzeitig, indem Sie an einen Menschen «Cajus» herantreten. In dem, was Sie über ihn denken, stecken schon die drei Urteile drinnen. Das heißt, der Schluß ist zuerst da; dann erst bilden Sie das Urteil, das hier in der Conclusio ist: «also ist Cajus sterblich.» Und das letzte, was Sie bekommen, ist der individualisierte Begriff: «Der sterbliche Cajus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben diese drei Dinge - Schluß, Urteil, Begriff - ihr Dasein im Erkennen, das heißt im lebendigen Geiste des Menschen. Wie verhalten sie sich im lebendigen Geiste des Menschen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schluß kann nur leben im lebendigen Geiste des Menschen, nur dort hat er ein gesundes Leben; das heißt, der Schluß ist nur ganz gesund, wenn er verläuft im vollwachenden Leben. Das ist sehr wichtig, wie wir noch sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher ruinieren Sie die Seele des Kindes, wenn Sie darauf hinarbeiten, daß fertige Schlüsse dem Gedächtnis anvertraut werden sollen. Was ich jetzt für den Unterricht sage, das ist, wie wir es noch im einzelnen auszuführen haben, von ganz fundamentaler Wichtigkeit. Sie werden in der Waldorfschule Kinder aller Altersstufen bekommen mit den Ergebnissen vorangehenden Unterrichtes. Es wird mit den Kindern gearbeitet worden sein - Sie werden das Ergebnis davon schon vorfinden im Schluß, Urteil, Begriff. Sie werden ja aus den Kindern das Wissen wieder heraufholen müssen, denn Sie können nicht mit jedem Kinde von neuem beginnen. Wir haben ja das Eigentümliche, daß wir die Schule nicht von unten aufbauen können, sondern gleich mit acht Klassen beginnen. Sie werden also präparierte Kinderseelen vorfinden und werden in der Methode in den allerersten Zeiten darauf Rücksicht nehmen müssen, daß Sie möglichst wenig die Kinder damit plagen, fertige Schlüsse aus dem Gedächtnis herauszuholen. Sind diese fertigen Schlüsse zu stark in die Seelen der Kinder gelegt, dann lasse man sie lieber unten liegen und bemühe sich, das gegenwärtige Leben des Kindes im Schließen leben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Urteil entwickelt sich ja zunächst auch, selbstverständlich, im vollwachenden Leben. Aber das Urteil kann schon hinuntersteigen in die Untergründe der menschlichen Seele, da, wo die Seele träumt. Der Schluß sollte nicht einmal in die träumende Seele hinunterziehen, sondern nur das Urteil kann in die träumende Seele hinunterziehen. Also alles, was wir uns als Urteil über die Welt bilden, zieht in die träumende Seele hinunter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, was ist denn diese träumende Seele eigentlich? Sie ist mehr das Gefühlsmäßige, wie wir gelernt haben. Wenn wir also im Leben Urteile gefällt haben und dann über die Urteilsfällung hinweggehen und das Leben weiterführen, so tragen wir unsere Urteile durch die Welt; aber wir tragen sie im Gefühl durch die Welt. Das heißt aber weiter: das Urteilen wird in uns eine Art Gewohnheit. Sie bilden die Seelengewohnheiten des Kindes aus durch die Art, wie Sie die Kinder urteilen lehren. Dessen müssen Sie sich durchaus bewußt sein. Denn der Ausdruck des Urteils im Leben ist der Satz, und mit jedem Satze, den Sie zu dem Kinde sprechen, tragen Sie ein Atom hinzu zu den Seelengewohnheiten des Kindes. Daher sollte der ja Autorität besitzende Lehrer sich immer bewußt sein, daß das, was er spricht, haften werde an den Seelengewohnheiten des Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und kommen wir vom Urteil zum Begriff, so müssen wir uns gestehen: was wir als Begriff ausbilden, das steigt hinunter bis in die tiefste Tiefe des Menschenwesens, geistig betrachtet, steigt hinunter bis in die schlafende Seele. Der Begriff steigt hinunter bis in die schlafende Seele, und dies ist die Seele, die fortwährend am Leibe arbeitet. Die wachende Seele arbeitet nicht am Leibe. Ein wenig arbeitet die träumende Seele am Leibe; sie erzeugt das, was in seinen gewohnten Gebärden liegt. Aber die schlafende Seele wirkt bis in die Formen des Leibes hinein. Indem Sie Begriffe bilden, das heißt, indem Sie Ergebnisse der Urteile bei den Menschen feststellen, wirken Sie bis in die schlafende Seele oder, mit anderen Worten, bis in den Leib des Menschen hinein. Nun ist ja der Mensch in hohem Grade dem Leibe nach fertig gebildet, indem er geboren wird, und die Seele hat nur die Möglichkeit, das, was durch die Vererbungsströmung den Menschen überliefert wird, feiner auszubilden. Aber sie bildet es feiner aus. Wir gehen durch die Welt und schauen uns Menschen an. Diese Menschen treten uns entgegen mit ganz bestimmten Gesichtsphysiognomien. Was ist in diesen Gesichtsphysiognomien enthalten? Es ist in ihnen unter anderem enthalten das Ergebnis aller Begriffe, welche die Lehrer und Erzieher während der Kindheit in den Menschen hineingebracht haben. Aus dem Gesicht des reifen Menschen strahlt uns wieder das entgegen, was an Begriffen in die Kinderseele hineingegossen ist, denn die schlafende Seele hat die Physiognomie des Menschen unter anderem auch nach den feststehenden Begriffen gebildet. Hier sehen wir die Macht des Erzieherischen und Unterrichtlichen von uns auf den Menschen. Seinen Siegelabdruck bekommt der Mensch bis in den Leib hinein durch das Begriffebilden.&amp;quot; {{Lit|{{G|293|134ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gestaltendes Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gibt eben zwei Arten, sich Gedanken zu bilden. Die eine Art ist&lt;br /&gt;
die zergliedernde, die unterscheidende, die gerade in der Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
heute eine so große Rolle spielt, wo man unterscheidet, sorgfältig&lt;br /&gt;
unterscheidet. Sie finden das gerade in der Naturwissenschaft tonangebend.&lt;br /&gt;
Alles, was in der Naturwissenschaft gesagt, geschrieben,&lt;br /&gt;
getan wird, steht unter dem Einfluß der zergliedernden Denkweise,&lt;br /&gt;
der unterscheidenden Denkweise. Man sucht stramme Definitionen.&lt;br /&gt;
Und wenn einer heute etwas sagt, so nagelt man ihn an stramme&lt;br /&gt;
Definitionen. Stramme Definitionen sind aber nichts weiter als Unterscheidungen&lt;br /&gt;
der Sachen, die man definiert, von andern Sachen. Diese&lt;br /&gt;
Denkweise ist eine Art von Maske, der sich insbesondere gern bedienen&lt;br /&gt;
die Geister, die heute uns zerreißen möchten, die in diesem Kampfe&lt;br /&gt;
drinnenstehen. Trivial könnte man sagen: Eine große Anzahl derjenigen&lt;br /&gt;
Menschen, die die gegenwärtige Kriegskatastrophe herbeigeführt&lt;br /&gt;
haben, und derjenigen, die noch drinnenstehen in dem, was&lt;br /&gt;
die Folgen sind, sind eigentlich verrückt. Aber das ist, wie gesagt, nur&lt;br /&gt;
etwas Triviales. Um was es sich da handelt, ist, daß man versteht,&lt;br /&gt;
wodurch ihre Persönlichkeiten zerrissen werden. Von dieser Denkweise,&lt;br /&gt;
zu der einen Zugang haben die verschiedenen, den Menschen&lt;br /&gt;
auseinanderreißenden Mächte, muß man klar unterscheiden die&lt;br /&gt;
andere, die in der Geisteswissenschaft allein angewendet wird. Sie ist&lt;br /&gt;
eine ganz andere Vorstellungsart, eine ganz andere Denkweise. Sie ist,&lt;br /&gt;
im Gegensatz zu der zergliedernden, eine gestaltende Denkweise.&lt;br /&gt;
Sehen Sie genauer zu, verfolgen Sie, was ich versuche in den verschiedenen&lt;br /&gt;
Büchern über Geisteswissenschaft auszuführen, so werden Sie&lt;br /&gt;
sich sagen: Nicht so sehr liegt der Unterschied in dem, was mitgeteilt&lt;br /&gt;
wird - das kann man so oder so beurteilen -, aber aufmerksam sollte&lt;br /&gt;
man werden, daß die ganze Art der Eingliederung der ganzen Welt,&lt;br /&gt;
die ganze Art der Vorstellungen eine andere ist. Diese ist gestaltend,&lt;br /&gt;
sie gibt abgeschlossene Bildheiten, sie versucht Konturen und durch&lt;br /&gt;
Konturen Farben zu geben. Das werden Sie durch die ganze Darstellung&lt;br /&gt;
hindurch verfolgen können: sie hat nicht das Zergliedernde,&lt;br /&gt;
welches die ganze heutige Wissenschaft hat. Dieser Unterschied des&lt;br /&gt;
Wie muß hervorgehoben werden ebenso wie der Unterschied des Was.&lt;br /&gt;
Also es gibt eine gestaltende Denkweise, die insbesondere ausgebildet&lt;br /&gt;
wird und die den Zweck hat, in die übersinnlichen Welten hineinzuführen.&lt;br /&gt;
Wenn Sie zum Beispiel das Buch nehmen «Wie erlangt man&lt;br /&gt;
Erkenntnisse der höheren Welten?», wo ein solcher Weg in die übersinnlichen&lt;br /&gt;
Welten vorgezeichnet wird, so werden Sie finden, daß&lt;br /&gt;
darin alles, was die Gedanken und Vorstellungen in Anspruch nimmt,&lt;br /&gt;
auf &#039;&#039;&#039;gestaltendes Denken&#039;&#039;&#039; veranlagt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was für die Gegenwart notwendig ist. Denn das gestaltende&lt;br /&gt;
Denken hat eine ganz bestimmte Eigenschaft. Wenn Sie&lt;br /&gt;
zergliedernd denken, wenn Sie so denken, wie der heutige Naturforscher&lt;br /&gt;
denkt, dann denken Sie ebenso wie gewisse Geister der ahrimanischen&lt;br /&gt;
Welt, und daher können diese ahrimanischen Geister in&lt;br /&gt;
Ihre Seele hereindringen. Wenn Sie aber das gestaltende Denken&lt;br /&gt;
nehmen, das metamorphosierte Denken, ich könnte auch sagen das&lt;br /&gt;
Goethesche Denken, wie es sich zum Beispiel darstellt in der Gestaltung&lt;br /&gt;
unserer Säulen und Kapitale und so weiter, wenn Sie dieses&lt;br /&gt;
gestaltende Denken nehmen, das auch in all den Büchern beachtet ist,&lt;br /&gt;
die ich versuchte in die Geisteswissenschaft hineinzustellen, so ist&lt;br /&gt;
dieses Denken eng an den Menschen gebunden. So gestaltend, wie&lt;br /&gt;
der Mensch mit dem Denken in sich selber wirkt, vermögen es keine&lt;br /&gt;
andern Wesen als diejenigen, die mit der normalen Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
zusammenhängen. Das ist das Eigentümliche. Dadurch&lt;br /&gt;
können Sie nie auf falsche Wege kommen, wenn Sie sich durch die&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft auf gestaltendes Denken einlassen. Da können&lt;br /&gt;
Sie niemals sich verlieren an die verschiedenen geistigen Wesenheiten,&lt;br /&gt;
die Einfluß gewinnen wollen auf Sie. Die gehen natürlich durchaus&lt;br /&gt;
durch Ihre Wesenheit hindurch. Aber sobald Sie gestaltend denken,&lt;br /&gt;
sobald Sie sich bemühen, nicht bloß zu spintisieren und zu unterscheiden,&lt;br /&gt;
sondern so zu denken, wie es wirklich diese moderne Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
will, so bleiben Sie in sich, so können Sie nicht das Gefühl&lt;br /&gt;
der bloßen Ausgehöhltheit haben. Deshalb betont man, wenn man auf&lt;br /&gt;
dem Standpunkt unserer Geisteswissenschaft steht, so häufig den&lt;br /&gt;
Christus-Impuls, weil der Christus-Impuls in der geraden Linie des&lt;br /&gt;
gestaltenden Denkens liegt. Die Evangelien kann man auch nicht&lt;br /&gt;
verstehen, wenn man sie bloß zergliedert. Was dabei herauskommt,&lt;br /&gt;
hat gerade die moderne protestantische Theologie gezeigt. Die zergliedert,&lt;br /&gt;
aber es ist ihr auch alles entfallen, und es ist gar nichts mehr&lt;br /&gt;
geblieben. Diejenigen Zyklen, die von den Evangelien handeln, die&lt;br /&gt;
verfolgen den entgegengesetzten Weg. Sie bauen etwas auf, was gestaltet&lt;br /&gt;
wird, um durch diese neuen Gestaltungen zum Verstehen der&lt;br /&gt;
alten Evangelien vorzurücken. Es braucht heute tatsächlich - das ist&lt;br /&gt;
gar nicht übertrieben - jemand nichts anderes, als sich an die Vorstellungsart,&lt;br /&gt;
an die Denkweise dieser Geisteswissenschaft zu halten,&lt;br /&gt;
dann können ihm diejenigen dämonischen Wesenheiten, die als Begleiterscheinungen&lt;br /&gt;
der Geister der Persönlichkeit hereinrollen mit der&lt;br /&gt;
neuen Welle, nichts anhaben. Daher sehen Sie, was es eigentlich für&lt;br /&gt;
ein großer Schaden für die Menschheit ist, wenn sie sich sträubt,&lt;br /&gt;
geisteswissenschaftlich zu denken.|187|176ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterschied zwischen gestaltendem Denken und künstlerischer Phantasie ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei aller scheinbaren Ähnlichkeit besteht der wesentliche Unterschied zwischen dem gestaltenden [[Imagination|imaginativen]] Denken und der künstlerischen [[Phantasie]] darin, dass letztere im eminentesten Sinn an die physische Leiblichkeit gebunden ist und nur ein unwirkliches Bild liefert, während das imaginative gestaltende Denken auf der reinen Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibs]] beruht und damit unmittelbar in die geistige Wirklichkeit eintaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn man nun in der imaginativen Erkenntnis so weit kommt, daß man in der geistig-seelischen Außenwelt drinnensteht und zunächst es bis dahin gebracht hat, das eigene Lebenstableau, also den Äther- oder den Bildekräfteleib wahrzunehmen, dann hat man eine gewisse Umänderung, eine Transformation des Erkenntnislebens erfahren. Was man da im Erkennen dieses ätherischen Wesens ausführt, das ist ähnlich und doch wiederum sehr unähnlich nicht der gewöhnlich naturalistisch-abstrakten Erkenntnisweise, sondern der künstlerischen Betätigung. Man muß vielmehr ein gestaltendes Denken entwickeln, ein Denken, das in einer gewissen Beziehung schon an die besondere Vorstellungsweise des Künstlers erinnert. Allerdings, es ist auch wiederum der künstlerischen Vorsteilungsweise sehr unähnlich. Denn dasjenige, was der Künstler bildet, bleibt innerhalb des Wesens der Phantasie stehen. Die phantasievoll bildende Tätigkeit ist im eminentesten Sinne an die Leiblichkeit, an die Körperlichkeit gebunden, ist nicht eine Tätigkeit frei von der Leiblichkeit. Die Tätigkeit, die man in der imaginativen Erkenntnis ausübt, ist frei von der Leiblichkeit, und deswegen ergreift sie auch ein Reales. Die Schöpfungen des Künstlers sind nicht so, daß sie sich als Reales in die Welt hineinstellen können. Sie werden noch niemals die Vorstellung gehabt haben von der Venus von Milo, daß sie anfängt weiterzuschreiten und auf Sie zuzukommen. Dasjenige, was der Künstler bildet, ist doch nicht Realität. Ebensowenig werden Sie, wenn Sie auf einem Gemälde einen Teufel gesehen haben, die Befürchtung haben hegen können, daß der Teufel, der da gemalt ist, Sie holen könnte. Es ist die Art und Weise, wie der Künstler sich in die Realität hineinstellt, an die menschliche physische Realität gebunden, taucht aber nicht in die geistig-seelische Realität hinein. Dasjenige, was in imaginativer Erkenntnis erobert wird, das taucht in eine wirkliche Realität, in ein Geschehen ein.|303|88f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man muß dazu gelangen, das Denken so stark zu machen, daß es in seinem Inhalte lebt, wie man sonst nur in der Sinneserfahrung, in den Sinnen lebt. Dann aber, wenn man eine genügend lange Zeit solche Übungen durchgemacht hat, wenn man wirklich zu einer solchen inneren Lebendigkeit des Denkens gekommen ist, dann tritt das ein, was man eben bildhaftes, gestaltendes, morphologisches Denken nennen kann. Dann hat man im Denken ein so Lebendiges, einen so lebendigen Inhalt, wie man ihn sonst nur in der sinnlichen Wahrnehmung hat. Dann aber lernt man noch etwas anderes erkennen. Das, was uns die moderne Wissenschaft heraufgebracht hat, wird ja eigentlich von vielen bedauert: Es ist der Materialismus. Nun aber muß auf einem gewissen Gebiete gerade Anthroposophie, welche mit ihren Methoden in die übersinnlichen Welten eindringen will, unter der Anregung der modernen Wissenschaft im rechten Sinne auf gewissen Gebieten durchaus materialistisch werden. Und das ist der Fall, wenn man nun gelernt hat, sein Denken in gesunder Weise zu verstärken, wenn man gelernt hat, im imaginativen Denken Bilder von sinnlicher Lebendigkeit vor Augen zu haben, durch die man wirklich frei wird in der Behandlung des Wahrnehmungsmaterials, wie man sonst nur frei ist in der Sinneswahrnehmung, wo man ganz gewiß weiß: Wenn ich Rot sehe, wenn ich Cis höre, so habe ich es mit etwas Äußerlichem zu tun, nicht mit etwas, was aus meiner Seele aufsteigt. So weiß ich, wenn ich das imaginative Denken habe, daß ich nicht etwas habe, was als Phantasma aus meiner Seele aufsteigt, sondern was in mir lebt wie eine Sinneswahrnehmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann aber, wenn man dieses innerlich erlebt, dieses Freigewordensein von der Leiblichkeit, wie man eben nur frei ist in der Sinneswahrnehmung, dann weiß man auch, was die Erinnerung des gewöhnlichen Lebens ist, dann weiß man, daß man mit der Erinnerung, mit den Gedächtnisvorstellungen jederzeit hinuntertaucht in den physischen Leib, daß man jederzeit, indem man eine Erinnerungsvorstellung hat, einen parallelgehenden physischen oder wenigstens ätherischen Leibesvorgang hat. Man lernt die materielle Bedeutung desjenigen Lebens kennen, das das gewöhnliche Gedankenleben ist. Man schreibt nicht mehr, wie es etwa der französische Philosoph Bergson tut, das, was in den Erinnerungen lebt, der selbständigen Seele zu, sondern man weiß, daß im gewöhnlichen Erinnerungsleben die Seele einfach in den Leib untertaucht und im Leibe das Instrument hat, die Erinnerungen heraufzuzaubern. Denn man weiß jetzt, daß man erst in der Imagination dazu gekommen ist, körperfrei zu denken, mit der bloßen Seele zu denken, und daß man das niemals im gewöhnlichen Leben tut. Im gewöhnlichen Leben nimmt man sinnlich wahr, zieht die Gedanken ab von der sinnlichen Wahrnehmung, behält die Gedanken im Gedächtnis. Dieses Im-Gedächtnis-Behalten aber bedeutet, in den Leib untergetaucht sein. Man lernt jetzt erst durch imaginatives Erkennen den Prozeß des Erinnerns und den Prozeß der Sinneswahrnehmungen kennen. Man lernt erkennen, was es heißt, frei, leib-, körperfrei in Gedanken zu leben.|79|89ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die inhaltsvolle Tätigkeit des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tätigkeit des Denkens ist eine &#039;&#039;inhaltsvolle&#039;&#039;. Sie liefert kein ideelles Abbild der Wahrnehmungswelt, sondern offenbart deren innere Gesetzmäßigkeit, die der unmittelbaren Wahrnehmung verborgen bleibt. Die Wahrnehmung zeigt uns gleichsam die Welt von ihrer Außenseite, durch das Denken treten wir in ihr Innerstes ein. Die begriffliche Seite der Welt ist uns, wie Rudolf Steiner sagt, durch [[Intuition]] gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Am tiefsten eingewurzelt in das naive Menschheitsbewusstsein ist die Meinung: das Denken sei abstrakt, ohne allen konkreten Inhalt. Es könne höchstens ein «ideelles» Gegenbild der Welteinheit liefern, nicht etwa diese selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer so urteilt, hat sich niemals klar gemacht, was die Wahrnehmung ohne den Begriff ist. Sehen wir uns nur diese Welt der Wahrnehmung an: als ein bloßes Nebeneinander im Raum und Nacheinander in der Zeit, ein Aggregat zusammenhangloser Einzelheiten erscheint sie. Keines der Dinge, die da auftreten und abgehen auf der Wahrnehmungsbühne, hat mit dem andern unmittelbar etwas zu tun, was sich wahrnehmen lässt. Die Welt ist da eine Mannigfaltigkeit von gleichwertigen Gegenständen. Keiner spielt eine größere Rolle als der andere im Getriebe der Welt. Soll uns klar werden, dass diese oder jene Tatsache größere Bedeutung hat als die andere, so müssen wir unser Denken befragen. Ohne das funktionierende Denken erscheint uns das rudimentäre Organ des Tieres, das ohne Bedeutung für dessen Leben ist, gleichwertig mit dem wichtigsten Körpergliede. Die einzelnen Tatsachen treten in ihrer Bedeutung in sich und für die übrigen Teile der Welt erst hervor, wenn das Denken seine Fäden zieht von Wesen zu Wesen. Diese Tätigkeit des Denkens ist eine inhaltvolle. Denn nur durch einen ganz bestimmten konkreten Inhalt kann ich wissen, warum die Schnecke auf einer niedrigeren Organisationsstufe steht als der Löwe. Der bloße Anblick, die Wahrnehmung gibt mir keinen Inhalt, der mich über die Vollkommenheit der Organisation belehren könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Inhalt bringt das Denken der Wahrnehmung aus der Begriffs- und Ideenwelt des Menschen entgegen. Im Gegensatz zum Wahrnehmungsinhalte, der uns von außen gegeben ist, erscheint der Gedankeninhalt im Innern. Die Form, in der er zunächst auftritt, wollen wir als Intuition bezeichnen. Sie ist für das Denken, was die Beobachtung für die Wahrnehmung ist. Intuition und Beobachtung sind die Quellen unserer Erkenntnis. Wir stehen einem beobachteten Dinge der Welt so lange fremd gegenüber, so lange wir in unserem Innern nicht die entsprechende Intuition haben, die uns das in der Wahrnehmung fehlende Stück der Wirklichkeit ergänzt. Wer nicht die Fähigkeit hat, die den Dingen entsprechenden Intuitionen zu finden, dem bleibt die volle Wirklichkeit verschlossen. Wie der Farbenblinde nur Helligkeitsunterschiede ohne Farbenqualitäten sieht, so kann der Intuitionslose nur unzusammenhängende Wahrnehmungsfragmente beobachten.|4|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Durch das Denken wird der Mensch über das Eigenleben hinausgeführt Er erwirbt sich etwas, das über seine Seele hinausreicht. Es ist für ihn eine selbstverständliche Überzeugung, daß die Denkgesetze in Übereinstimmung mit der Weltordnung sind. Er betrachtet sich deshalb als ein Einheimischer in der Welt, weil diese Übereinstimmung besteht. Diese Übereinstimmung ist eine der gewichtigen Tatsachen, durch die der Mensch seine eigene Wesenheit kennenlernt. In seiner Seele sucht der Mensch nach Wahrheit; und durch diese Wahrheit spricht sich nicht allein die Seele, sondern sprechen sich die Dinge der Welt aus. Was durch das Denken als Wahrheit erkannt wird, hat eine &#039;&#039;selbständige Bedeutung&#039;&#039;, die sich auf die Dinge der Welt bezieht, nicht bloß auf die eigene Seele.|9|44|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schauendes Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem der Mensch die Tätigkeit seines gestaltenden Denkens [[Beobachtung des Denkens|beobachtet]], schaut er etwas an, das er zwar selbst (also [[subjektiv]]) hervorbringt, das aber zugleich inhaltlich durch sich selbst (also [[objektiv]]) bestimmt ist. In Form der [[Mathematik]] ist diese Art des Denkens heute praktisch jedem Menschen zugänglich. Um zu erfassen, was etwa ein [[Kreis]] ist, muss man ihn in klaren Begriffen erfassen können. Die Gesetzmäßigkeit, die den Kreis zum Kreis macht, das [[Wesen]] des Kreises, ist aber inhaltlich durch sich selbst bestimmt und völlig unabhängig von persönlicher Willkür. Der Kreis, den man nur durch die eigene aktive Denktätigkeit erfassen kann, ist damit zugleich ein voll und ganz durch sich selbst Gegebenes, das geistig wahrgenommen, also „geschaut“ wird. Dieses Prinzip kann über den engen Bereich der Mathematik hinaus erweiter werden und schafft damit die Basis für ein erweitertes &#039;&#039;&#039;schauendes Denken&#039;&#039;&#039;, auf das alle weitere [[geistige Wahrnehmung]] aufbauen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wird der Erkenntnisvorgang als Entwickelungserlebnis&lt;br /&gt;
des Menschenwesens erkannt, dann kann man nicht mehr&lt;br /&gt;
die Möglichkeit zugeben, durch Begriffe und Ideen von den&lt;br /&gt;
Wahrnehmungen der Sinne auf eine jenseits aller Bewußtheit&lt;br /&gt;
liegende Wirklichkeit durch bloße logische Schlußfolgerung&lt;br /&gt;
oder Aufstellung von Hpothesen hinzuweisen. Von&lt;br /&gt;
einer über die Sinnes Wahrnehmungen hinaus liegenden Welt&lt;br /&gt;
kann dann nur in dem Sinne gesprochen werden, daß eine&lt;br /&gt;
solche Welt dem «schauenden Bewußtsein» sich so offenbart&lt;br /&gt;
wie die sinnenfällige Welt der Sinneswahrnehmung. Indem&lt;br /&gt;
ich diese Anschauung zu der meinigen machen mußte,&lt;br /&gt;
stand ich in einem vollkommenen Gegensatz zu denjenigen&lt;br /&gt;
Philosophien, die ein Erleben der über die Sinnes weit hinaus&lt;br /&gt;
liegenden Wirklichkeitsgebiete ablehnen und höchstens zugeben&lt;br /&gt;
wollen, daß eine logische Notwendigkeit vorliege, hypothetisch&lt;br /&gt;
eine der bewußten weltfremde Wirklichkeit anzunehmen.|35|323f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Farbwahrnehmung und Denken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Farbwahrnehmung|Blaublindheit der Griechen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Der Grieche erlebte den Gedanken als etwas Wahrgenommenes, nicht als etwas aktiv Ausgebildetes. Und daher waren die Griechen eigentlich nicht ein nachdenkliches Volk in dem Sinne, wie wir es sind. Nachdenklich sind die Menschen eigentlich erst geworden seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Denkprozeß hat sich verinnerlicht. Er hat sich verinnerlicht gleichzeitig mit dem Gang des Sinnesprozesses. Die Griechen sahen, ich möchte sagen mehr auf den aktiven Teil des Spektrums hin, auf die rote, die warme Seite des Spektrums; sie empfanden nur undeutlich die kalte, blaue Seite des Spektrums. Und wir haben heute ganz gewiß eine ganz andere Vorstellung von der roten und warmen Seite des Spektrums, wir sehen es viel mehr gegen das Grüne hin verschoben als die Griechen, die es über unser äußerstes Rot hinaus noch sensitiv verfolgten. Es war das griechische Spektrum ganz nach der roten Seite verschoben. Die Griechen sahen daher auch den Regenbogen anders als wir. Und dadurch, daß wir mehr nach der anderen Seite des Spektrums hin unsere Sensitivität verschoben haben, dadurch wenden wir gewissermaßen unsere Aufmerksamkeit dem Dunklen zu, und das ist schon etwas wie das Eingehen in eine Art von Dämmerung. Da wird man nachdenklich.&amp;quot; {{Lit|{{G|73a|69}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Denken als geistiges Wahrnehmungsorgan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Begriffswahrnehmung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im eigentlichen Sinn ist das Denken ein Auffassungsorgan, ein Wahrnehmungsorgan für [[Begriff]]e und [[Ideen]]. Darauf hat [[Rudolf Steiner]] schon in seinen [[Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung]] hingewiesen. Die Tätigkeit des Denkens besteht darin, Begriffe und Ideen im [[mensch]]lichen [[Bewusstsein]] zur [[Erscheinung]] zu bringen. Es dient also der [[Ideenwahrnehmung]] bzw. [[Begriffswahrnehmung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wer dem Denken seine über die Sinnesauffassung&lt;br /&gt;
hinausgehende Wahrnehmungsfähigkeit zuerkennt, der muss&lt;br /&gt;
ihm notgedrungen auch Objekte zuerkennen, die über die&lt;br /&gt;
bloße sinnenfällige Wirklichkeit hinaus liegen. Die Objekte des&lt;br /&gt;
Denkens sind aber die Ideen. Indem sich das Denken der Idee&lt;br /&gt;
bemächtigt, verschmilzt es mit dem Urgrunde des&lt;br /&gt;
Weltendaseins; das, was außen wirkt, tritt in den Geist des&lt;br /&gt;
Menschen ein: er wird mit der objektiven Wirklichkeit auf ihrer&lt;br /&gt;
höchsten Potenz eins. &#039;&#039;&#039;Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken hat den Ideen gegenüber dieselbe Bedeutung wie&lt;br /&gt;
das Auge dem Lichte, das Ohr dem Ton gegenüber. Es ist Organ&lt;br /&gt;
der Auffassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Ansicht ist in der Lage, zwei Dinge zu vereinigen, die man&lt;br /&gt;
heute für völlig unvereinbar hält: empirische Methode und&lt;br /&gt;
Idealismus als wissenschaftliche Weltansicht. Man glaubt, die&lt;br /&gt;
Anerkennung der ersteren habe die Abweisung des letzteren im&lt;br /&gt;
Gefolge. Das ist durchaus nicht richtig. Wenn man freilich die&lt;br /&gt;
Sinne für die einzigen Auffassungsorgane einer objektiven&lt;br /&gt;
Wirklichkeit hält, so muss man zu dieser Ansicht kommen.&lt;br /&gt;
Denn die Sinne liefern bloß solche Zusammenhänge der Dinge,&lt;br /&gt;
die sich auf mechanische Gesetze zurückführen lassen. Und&lt;br /&gt;
damit wäre die mechanische Weltansicht als die einzig wahre&lt;br /&gt;
Gestalt einer solchen gegeben. Dabei begeht man den Fehler,&lt;br /&gt;
dass man die andern ebenso objektiven Bestandteile der&lt;br /&gt;
Wirklichkeit, die sich auf mechanische Gesetze nicht&lt;br /&gt;
zurückführen lassen, einfach übersieht. Das objektiv Gegebene&lt;br /&gt;
deckt sich durchaus nicht mit dem sinnlich Gegebenen, wie die&lt;br /&gt;
mechanische Weltauffassung glaubt. Das letztere ist nur die&lt;br /&gt;
Hälfte des Gegebenen. Die andere Hälfte desselben sind die&lt;br /&gt;
Ideen, die ebenso Gegenstand der Erfahrung sind, freilich einer&lt;br /&gt;
höheren, deren Organ das Denken ist. Auch die Ideen sind für&lt;br /&gt;
eine induktive Methode erreichbar.|1|125f|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wer weiß, daß der Mensch bei jedem Gedanken einen&lt;br /&gt;
göttlichen Strom in sich einströmen läßt, wer sich dessen bewußt&lt;br /&gt;
ist, der erhält als Folgeerscheinung die Gabe der höheren Erkenntnis.&lt;br /&gt;
Wer weiß, daß Erkenntnis Kommunion ist, der weiß auch,&lt;br /&gt;
daß sie nichts anderes ist, als dasjenige, was sich symbolisiert in&lt;br /&gt;
dem Abendmahl.|266a|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn die&lt;br /&gt;
Welt bloß von Sinnenwesen bewohnt wäre, so bliebe ihr&lt;br /&gt;
Wesen (ihr ideeller Inhalt) stets im Verborgenen; die Gesetze&lt;br /&gt;
würden zwar die Weltprozesse beherrschen, aber sie&lt;br /&gt;
kämen nicht zur Erscheinung. Soll das letztere sein, so muß&lt;br /&gt;
zwischen Erscheinungsform und Gesetz ein Wesen treten,&lt;br /&gt;
dem sowohl Organe gegeben sind, durch die es jene sinnenfällige,&lt;br /&gt;
von den Gesetzen abhängige Wirklichkeitsform&lt;br /&gt;
wahrnimmt, als auch das Vermögen, die Gesetzlichkeit&lt;br /&gt;
selbst wahrzunehmen. Von der einen Seite muß an ein solches&lt;br /&gt;
Wesen die Sinnenwelt, von der anderen das ideelle&lt;br /&gt;
Wesen derselben herantreten, und es muß in eigener Tätigkeit&lt;br /&gt;
diese beiden Wirklichkeitsfaktoren verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier sieht man wohl ganz klar, daß unser Geist nicht wie&lt;br /&gt;
ein Behälter der Ideenwelt anzusehen ist, der die Gedanken&lt;br /&gt;
in sich enthält, sondern wie ein Organ, das dieselben wahrnimmt.&lt;br /&gt;
Er ist gerade so Organ des Auffassens wie Auge und&lt;br /&gt;
Ohr. Der Gedanke verhält sich zu unserem Geiste nicht&lt;br /&gt;
anders wie das Licht zum Auge, der Ton zum Ohr. Es fällt&lt;br /&gt;
gewiß niemandem ein, die Farbe wie etwas anzusehen, das&lt;br /&gt;
sich dem Auge als Bleibendes einprägt, das gleichsam haften&lt;br /&gt;
bleibt an demselben. Beim Geiste ist diese Ansicht sogar die&lt;br /&gt;
vorherrschende. Im Bewußtsein soll sich von jedem Dinge&lt;br /&gt;
ein Gedanke bilden, der dann in demselben verbleibt, um&lt;br /&gt;
aus demselben je nach Bedarf hervorgeholt zu werden.&lt;br /&gt;
Man hat darauf eine eigene Theorie gegründet, als wenn die&lt;br /&gt;
Gedanken, deren wir uns im Momente nicht bewußt sind,&lt;br /&gt;
zwar in unserem Geiste aufbewahrt seien; nur liegen sie&lt;br /&gt;
unter der Schwelle des Bewußtseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese abenteuerlichen Ansichten zerfließen sofort in&lt;br /&gt;
nichts, wenn man bedenkt, daß die Ideenwelt doch eine aus&lt;br /&gt;
sich heraus bestimmte ist. Was hat dieser durch sich selbst&lt;br /&gt;
bestimmte Inhalt mit der Vielheit der Bewußtseine zu tun?&lt;br /&gt;
Man wird doch nicht annehmen, daß er sich in unbestimmter&lt;br /&gt;
Vielheit so bestimmt, daß immer der eine Teilinhalt von&lt;br /&gt;
dem andern unabhängig ist! Die Sache liegt ja ganz klar. Der&lt;br /&gt;
Gedankeninhalt ist ein solcher, daß nur überhaupt ein geistiges&lt;br /&gt;
Organ notwendig ist zu seiner Erscheinung, daß aber&lt;br /&gt;
die Zahl der mit diesem Organe begabten Wesen gleichgültig&lt;br /&gt;
ist. Es können also unbestimmt viele geistbegabte Individuen&lt;br /&gt;
dem einen Gedankeninhalte gegenüberstehen. Der&lt;br /&gt;
Geist nimmt also den Gedankengehalt der Welt wahr, wie&lt;br /&gt;
ein Auffassungsorgan. Es gibt nur einen Gedankeninhalt&lt;br /&gt;
der Welt. Unser Bewußtsein ist nicht die Fähigkeit, Gedanken&lt;br /&gt;
zu erzeugen und aufzubewahren, wie man so vielfach&lt;br /&gt;
glaubt, sondern die Gedanken (Ideen) wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
Goethe hat dies [so] vortrefflich mit den Worten ausgedrückt:&lt;br /&gt;
«Die Idee ist ewig und einzig; daß wir auch den&lt;br /&gt;
Plural brauchen, ist nicht wohlgetan. Alles, was wir gewahr&lt;br /&gt;
werden und wovon wir reden können, sind nur Manifestationen&lt;br /&gt;
der Idee; Begriffe sprechen wir aus, und insofern ist&lt;br /&gt;
die Idee selbst ein Begriff.»&amp;quot; {{Lit|{{G|2|77f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was als Wahrnehmung auftritt,&lt;br /&gt;
das muß der Mensch auf seinem Lebenswege schlechterdings&lt;br /&gt;
&#039;&#039;erwarten&#039;&#039;. Es könnte sich nur fragen: darf aus dem&lt;br /&gt;
Gesichtspunkte, der sich bloß aus dem intuitiv erlebten Denken&lt;br /&gt;
ergibt, berechtigt &#039;&#039;erwartet&#039;&#039; werden, daß der Mensch&lt;br /&gt;
außer dem Sinnlichen auch Geistiges &#039;&#039;wahrnehmen&#039;&#039; könne?&lt;br /&gt;
Dies darf erwartet werden. Denn, wenn auch &#039;&#039;einerseits&#039;&#039; das&lt;br /&gt;
intuitiv erlebte Denken ein im Menschengeiste sich vollziehender&lt;br /&gt;
tätiger Vorgang ist, so ist es &#039;&#039;andererseits&#039;&#039; zugleich&lt;br /&gt;
eine geistige, ohne sinnliches Organ erfaßte Wahrnehmung.&lt;br /&gt;
Es ist eine Wahrnehmung, in der der Wahrnehmende selbst&lt;br /&gt;
tätig ist, und es ist eine Selbstbetätigung, die zugleich wahrgenommen&lt;br /&gt;
wird. Im intuitiv erlebten Denken ist der Mensch&lt;br /&gt;
in eine geistige Welt auch als Wahrnehmender versetzt. Was&lt;br /&gt;
ihm innerhalb dieser Welt als Wahrnehmung so entgegentritt&lt;br /&gt;
wie die geistige Welt seines eigenen Denkens, das erkennt&lt;br /&gt;
der Mensch als geistige Wahrnehmungswelt. Zu dem&lt;br /&gt;
Denken hätte diese Wahrnehmungswelt dasselbe Verhältnis&lt;br /&gt;
wie nach der Sinnenseite hin die sinnliche Wahrnehmungswelt.&lt;br /&gt;
Die geistige Wahrnehmungswelt kann dem Menschen,&lt;br /&gt;
sobald er sie erlebt, nichts Fremdes sein, weil er im intuitiven&lt;br /&gt;
Denken schon ein Erlebnis hat, das rein geistigen Charakter&lt;br /&gt;
trägt. Von einer solchen geistigen Wahrnehmungswelt sprechen&lt;br /&gt;
eine Anzahl der von mir nach diesem Buche veröffentlichten&lt;br /&gt;
Schriften. Diese «[[Philosophie der Freiheit]]» ist die&lt;br /&gt;
philosophische Grundlegung für diese späteren Schriften.|4|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Phänomenologie des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie sich die Begriffe miteinander verbinden, hängt von keinen äußeren Faktoren ab, sondern wird allein durch den Inhalt der Begriffe selbst bestimmt. Das ist selbst dann der Fall, wenn wir uns der Wahrnehmung gegenüber unrichtige Begriffe gebildet haben. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; wir diese miteinander in Beziehung setzen, hängt doch &#039;&#039;nur&#039;&#039; von ihrer inhaltlichen Bestimmung ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Was in den übrigen Beobachtungssphären nur auf mittelbare Weise gefunden werden kann: der sachlich-entsprechende Zusammenhang und das Verhältnis der einzelnen Gegenstände, das wissen wir beim Denken auf ganz unmittelbare Weise. Warum für meine Beobachtung der Donner auf den Blitz folgt, weiß ich nicht ohne weiteres; warum mein Denken den Begriff Donner mit dem des Blitzes verbindet, weiß ich unmittelbar aus den Inhalten der beiden Begriffe. Es kommt natürlich gar nicht darauf an, ob ich die richtigen Begriffe von Blitz und Donner habe. Der Zusammenhang derer, die ich habe, ist mir klar, und zwar durch sie selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese durchsichtige Klarheit in bezug auf den Denkprozess ist ganz unabhängig von unserer Kenntnis der physiologischen Grundlagen des Denkens. Ich spreche hier von dem Denken, insofern es sich aus der Beobachtung unserer geistigen Tätigkeit ergibt. Wie ein materieller Vorgang meines Gehirns einen andern veranlasst oder beeinflusst, während ich eine Gedankenoperation ausführe, kommt dabei gar nicht in Betracht. Was ich am Denken beobachte, ist nicht: welcher Vorgang in meinem Gehirne den Begriff des Blitzes mit dem des Donners verbindet, sondern, was mich veranlasst, die beiden Begriffe in ein bestimmtes Verhältnis zu bringen. Meine Beobachtung ergibt, dass mir für meine Gedankenverbindungen nichts vorliegt, nach dem ich mich richte, als der Inhalt meiner Gedanken; nicht nach den materiellen Vorgängen in meinem Gehirn richte ich mich. Für ein weniger materialistisches Zeitalter als das unsrige wäre diese Bemerkung natürlich vollständig überflüssig. Gegenwärtig aber, wo es Leute gibt, die glauben: wenn wir wissen, was Materie ist, werden wir auch wissen, wie die Materie denkt, muss doch gesagt werden, dass man vom Denken reden kann, ohne sogleich mit der Gehirnphysiologie in Kollision zu treten.&amp;quot; {{Lit|{{G|4|44}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen daher das Denken durch eine reine &#039;&#039;Phänomenologie des Denkens&#039;&#039; charakterisieren, ohne auf außerhalb des Denkens liegende Faktoren, wie etwa Gehirnvorgänge, zurückzugreifen. Eine solche Phänomenologie des Denkens, die sich ausschließlich auf die [[Beobachtung des Denkens]] gründet, hat Rudolf Steiner im ersten Teil seiner [[Philosophie der Freiheit]] gegeben. Das heißt &#039;&#039;nicht&#039;&#039;, dass nicht [[leib]]liche Faktoren am &#039;&#039;Zustandekommen&#039;&#039; des Denkens beteiligt sind; sie sind sogar sehr wesentlich beteiligt, aber sie tragen beim gesunden Menschen &#039;&#039;inhaltlich&#039;&#039; nichts zum Denken bei. Sofern die Leibestätigkeit ihren Schatten in den &#039;&#039;Inhalt&#039;&#039; des Denkens wirft, liegt eine pathologische Störung der Leibestätigkeit vor, die sich als [[wahn]]hafte inhaltliche Denkstörung äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Anthroposophie]] ist nach Rudolf Steiner ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall fürhren möchte. Indem wir unser Denken beobachten, beobachten wir unsere eigene geistige Tätigkeit. Die Beobachtung des Denkens kann damit zu einem fruchtbaren Ausgangspunkt des anthroposophischen Erkenntnisstrebens werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Der Mensch erlebt in sich das, was wir den Gedanken nennen können, und in dem Gedanken kann sich der Mensch als etwas unmittelbar Tätiges, als etwas, was seine Tätigkeit überschauen kann, erfühlen. Wenn wir irgendein äußeres Ding betrachten, zum Beispiel eine Rose oder einen Stein, und wir stellen dieses äußere Ding vor, so kann jemand mit Recht sagen: Du kannst niemals eigentlich wissen, wieviel du in dem Steine oder in der Rose, indem du sie vorstellst, von dem Ding, von der Pflanze, eigentlich hast. Du siehst die Rose, ihre äußere Röte, ihre Form, wie sie in einzelne Blumenblätter abgeteilt ist, du siehst den Stein mit seiner Farbe, mit seinen verschiedenen Ecken, aber du mußt dir immer sagen: Da kann noch etwas drinnenstecken, was dir nicht nach außen hin erscheint. Du weißt nicht, wieviel du in deiner Vorstellung von dem Steine, von der Rose eigentlich hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn aber jemand einen Gedanken hat, dann ist er es selber, der diesen Gedanken macht. Man möchte sagen, in jeder Faser dieses seines Gedankens ist er drinnen. Daher ist er für den ganzen Gedanken ein Teilnehmer seiner Tätigkeit. Er weiß: Was in dem Gedanken ist, das habe ich so in den Gedanken hineingedacht, und was ich nicht in den Gedanken hineingedacht habe, das kann auch nicht in ihm drinnen sein. Ich überschaue den Gedanken. Keiner kann behaupten, wenn ich einen Gedanken vorstelle, da könnte in dem Gedanken noch so und so viel anderes drinnen sein wie in der Rose und in dem Stein; denn ich habe ja selber den Gedanken erzeugt, bin in ihm gegenwärtig, weiß also, was drinnen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirklich, der Gedanke ist unser Ureigenstes. Finden wir die Beziehung des Gedankens zum Kosmos, zum Weltall, dann finden wir die Beziehung unseres Ureigensten zum Kosmos, zum Weltall... Das also, was eben gesagt worden ist, verspricht uns, daß der Mensch, wenn er sich an das hält, was er im Gedanken hat, eine intime Beziehung seines Wesens zum Weltall, zum Kosmos, finden kann.&amp;quot; {{Lit|{{G|151|9f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Bewusstsein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche [[Bewusstsein]] ist der Ort, wo Begriff und Wahrnehmung im Erkenntnisakt miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun ist es am Platze, von dem Denken auf das denkende Wesen überzugehen. Denn durch dieses wird das Denken mit der Beobachtung verbunden. Das menschliche Bewusstsein ist der Schauplatz, wo Begriff und Beobachtung einander begegnen und wo sie miteinander verknüpft werden. Dadurch ist aber dieses (menschliche) Bewusstsein zugleich charakterisiert. Es ist der Vermittler zwischen Denken und Beobachtung. Insofern der Mensch einen Gegenstand beobachtet, erscheint ihm dieser als gegeben, insofern er denkt, erscheint er sich selbst als tätig. Er betrachtet den Gegenstand als Objekt, sich selbst als das denkende Subjekt. Weil er sein Denken auf die Beobachtung richtet, hat er Bewusstsein von den Objekten; weil er sein Denken auf sich richtet, hat er Bewusstsein seiner selbst oder Selbstbewusstsein. Das menschliche Bewusstsein muss notwendig zugleich Selbstbewusstsein sein, weil es denkendes Bewusstsein ist. Denn wenn das Denken den Blick auf seine eigene Tätigkeit richtet, dann hat es seine ureigene Wesenheit, also sein Subjekt, als Objekt zum Gegenstande.|4|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist zweierlei festzuhalten: Erstens ist das Feld, auf dem die [[Gedanke]]n auftreten, einzig das individuelle menschliche Bewusstsein; zweitens beruht aber das Denken auf seinen eigenen inhärenten Gesetzmäßigkeiten, weshalb es stets ein und dieselbe, allen Menschen gemeinsame Gedankenwelt ist, aus der jedes Individuum durch seine Denktätigkeit die in seinem Bewusstsein auftretenden Gedanken schöpft. Die durch das Denken bewirkte Erscheinung der Gedanken ist also [[subjektiv]] hervorgerufen, der Gedankeninhalt als solcher aber [[objektiv]].   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|[[Hegel]] hat ein &#039;&#039;absolutes Vertrauen&#039;&#039; auf das Denken, ja es&lt;br /&gt;
ist der einzige Wirklichkeitsfaktor, dem er im wahren Sinne&lt;br /&gt;
des Wortes vertraut. So richtig seine Ansicht im allgemeinen&lt;br /&gt;
auch ist, so ist es aber gerade er, der das Denken durch die&lt;br /&gt;
allzuschroffe Form, in der er es verteidigt, um alles Ansehen&lt;br /&gt;
gebracht hat. Die Art, wie er seine Ansicht vorgebracht hat,&lt;br /&gt;
ist schuld an der heillosen Verwirrung, die in unser «Denken&lt;br /&gt;
über das Denken» gekommen ist. Er hat die Bedeutung&lt;br /&gt;
des Gedankens, der Idee, so recht anschaulich machen wollen&lt;br /&gt;
dadurch, daß er die Denknotwendigkeit zugleich als die&lt;br /&gt;
Notwendigkeit der Tatsachen bezeichnete. Damit hat er den&lt;br /&gt;
Irrtum hervorgerufen, daß die Bestimmungen des Denkens&lt;br /&gt;
nicht rein ideelle seien, sondern tatsächliche. Man faßte seine&lt;br /&gt;
Ansicht bald so auf, als ob er in der Welt der sinnenfälligen&lt;br /&gt;
Wirklichkeit selbst den Gedanken wie eine Sache gesucht&lt;br /&gt;
hätte. Er hat das wohl auch nie so ganz klargelegt. &#039;&#039;Es muß eben festgestellt werden, daß das Feld des Gedankens einzig das menschliche Bewußtsein ist.&#039;&#039; Dann muß gezeigt werden,&lt;br /&gt;
daß durch diesen Umstand die Gedankenwelt nichts an&lt;br /&gt;
Objektivität einbüßt. Hegel kehrte nur die objektive Seite&lt;br /&gt;
des Gedankens hervor; die Mehrheit aber sieht, weil dies&lt;br /&gt;
leichter ist, nur die subjektive; und es dünkt ihr, daß jener&lt;br /&gt;
etwas rein Ideelles wie eine Sache behandelt, mystifiziert&lt;br /&gt;
habe. Selbst viele Gelehrte der Gegenwart sind von diesem&lt;br /&gt;
Irrtum nicht freizusprechen. Sie verdammen Hegel wegen&lt;br /&gt;
eines Mangels, den er nicht an sich hat, den man aber freilich&lt;br /&gt;
in ihn hineinlegen kann, weil er die betreffende Sache zu&lt;br /&gt;
wenig klargestellt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir geben zu, daß hier für unser Urteilsvermögen eine&lt;br /&gt;
Schwierigkeit vorliegt. Wir glauben aber, daß dieselbe für&lt;br /&gt;
jedes energische Denken zu überwinden ist. Wir müssen uns&lt;br /&gt;
zweierlei vorstellen: einmal, daß wir die ideelle Welt &#039;&#039;tätig&#039;&#039; zur&lt;br /&gt;
Erscheinung bringen, und zugleich, daß das, was wir tätig ins&lt;br /&gt;
Dasein rufen, &#039;&#039;auf seinen eigenen Gesetzen beruht&#039;&#039;. Wir sind&lt;br /&gt;
nun freilich gewohnt, uns eine Erscheinung so vorzustellen,&lt;br /&gt;
daß wir ihr nur passiv, beobachtend gegenüberzutreten&lt;br /&gt;
brauchten. Allein das ist kein unbedingtes Erfordernis. So&lt;br /&gt;
ungewohnt uns die Vorstellung sein mag, daß wir selbst ein&lt;br /&gt;
Objektives tätig zur Erscheinung bringen, daß wir mit&lt;br /&gt;
anderen Worten eine Erscheinung nicht bloß wahrnehmen,&lt;br /&gt;
sondern zugleich produzieren: sie ist keine unstatthafte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man braucht einfach die gewöhnliche Meinung aufzugeben,&lt;br /&gt;
daß es so viele Gedankenwelten gibt als menschliche&lt;br /&gt;
Individuen. Diese Meinung ist ohnehin nichts weiter als ein&lt;br /&gt;
althergebrachtes Vorurteil. Sie wird überall stillschweigend&lt;br /&gt;
vorausgesetzt, ohne Bewußtsein, daß eine andere zum mindesten&lt;br /&gt;
ebensogut möglich ist, und daß die Gründe der Gültigkeit&lt;br /&gt;
der einen oder der andern denn doch erst erwogen&lt;br /&gt;
werden müssen. Man denke sich an Stelle &#039;&#039;dieser&#039;&#039; Meinung&lt;br /&gt;
einmal die folgende gesetzt: es gibt überhaupt nur &#039;&#039;einen einzigen&#039;&#039; Gedankeninhalt und unser individuelles Denken&lt;br /&gt;
sei weiter nichts als ein Hineinarbeiten unseres Selbstes, unserer&lt;br /&gt;
individuellen Persönlichkeit in das &#039;&#039;Gedankenzentrum&#039;&#039; der Welt.|2|51f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Erscheinen des Denkens wird durch die Zurückdrängung der Leibesorganisation vorbereitet ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Erscheinen des Denkens&#039;&#039; im Bewusstsein wird dadurch vorbereitet, das &#039;&#039;zuvor&#039;&#039; die Leibesorganisation &#039;&#039;zurückgedrängt&#039;&#039; wird. Dadurch treten namentlich bestimmte, durch das Denken bewirkte [[Gehirn]]prozesse auf, &#039;&#039;bevor&#039;&#039; uns ein [[Gedanke]] bewusst werden kann. Dem entspricht auch die Tatsache, dass ein Gedanke &#039;&#039;zuerst&#039;&#039; tätig hervorgebracht werden muss, ehe er beobachtet werden kann - wie es bei jeder [[schöpferisch]]en Tätigkeit der Fall ist. Der [[Geist]] wirkt über den [[Wille]]n und stirbt zuletzt hinein in den Gedanken. Das bedeutet mithin keineswegs, dass die Gehirnprozesse die Ursache der gebildeten Gedanken sind und deren Inhalt bestimmen, wie vielfach in den [[Neurowissenschaften]] angenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Wesenhaften, das im Denken wirkt, obliegt&lt;br /&gt;
ein Doppeltes: Erstens drängt es die menschliche Organisation&lt;br /&gt;
in deren eigener Tätigkeit zurück, und zweitens setzt&lt;br /&gt;
es sich selbst an deren Stelle. Denn auch das erste, die Zurückdrängung&lt;br /&gt;
der Leibesorganisation, ist Folge der Denktätigkeit.&lt;br /&gt;
Und zwar desjenigen Teiles derselben, der das&lt;br /&gt;
Erscheinen des Denkens vorbereitet. Man ersieht aus diesem,&lt;br /&gt;
in welchem Sinne das Denken in der Leibesorganisation sein&lt;br /&gt;
Gegenbild findet. Und wenn man dieses ersieht, wird man&lt;br /&gt;
nicht mehr die Bedeutung dieses Gegenbildes für das Denken&lt;br /&gt;
selbst verkennen können. Wer über einen erweichten&lt;br /&gt;
Boden geht, dessen Fußspuren graben sich in dem Boden ein.&lt;br /&gt;
Man wird nicht versucht sein, zu sagen, die Fußspurenformen&lt;br /&gt;
seien von Kräften des Bodens, von unten herauf, getrieben&lt;br /&gt;
worden. Man wird diesen Kräften keinen Anteil&lt;br /&gt;
an dem Zustandekommen der Spurenformen zuschreiben.&lt;br /&gt;
Ebensowenig wird, wer die Wesenheit des Denkens unbefangen&lt;br /&gt;
beobachtet, den Spuren im Leibesorganismus an dieser&lt;br /&gt;
Wesenheit einen Anteil zuschreiben, die dadurch entstehen,&lt;br /&gt;
daß das Denken sein Erscheinen durch den Leib&lt;br /&gt;
vorbereitet&amp;lt;ref&amp;gt;Wie innerhalb der Psychologie, der Physiologie usw. sich die obige&lt;br /&gt;
Anschauung geltend macht, hat der Verfasser in Schriften, die auf&lt;br /&gt;
dieses Buch gefolgt sind, nach verschiedenen Richtungen dargestellt.&lt;br /&gt;
Hier sollte nur das gekennzeichnet werden, was die unbefangene Beobachtung&lt;br /&gt;
des Denkens selbst ergibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber eine bedeutungsvolle Frage taucht hier auf. Wenn&lt;br /&gt;
an dem &#039;&#039;Wesen&#039;&#039; des Denkens der menschlichen Organisation&lt;br /&gt;
kein Anteil zukommt, welche Bedeutung hat diese Organisation&lt;br /&gt;
innerhalb der Gesamtwesenheit des Menschen? Nun,&lt;br /&gt;
was in dieser Organisation durch das Denken geschieht, hat&lt;br /&gt;
wohl mit der Wesenheit des Denkens nichts zu tun, wohl&lt;br /&gt;
aber mit der Entstehung des Ich-Bewußtseins aus diesem&lt;br /&gt;
Denken heraus. Innerhalb des Eigenwesens des Denkens&lt;br /&gt;
liegt wohl das wirkliche «Ich», nicht aber das Ich-Bewußtsein.&lt;br /&gt;
Dies durchschaut derjenige, der eben unbefangen das&lt;br /&gt;
Denken beobachtet. Das «Ich» ist innerhalb des Denkens&lt;br /&gt;
zu finden; das «Ich-Bewußtsein» tritt dadurch auf, daß im&lt;br /&gt;
allgemeinen Bewußtsein sich die Spuren der Denktätigkeit&lt;br /&gt;
in dem oben gekennzeichneten Sinne eingraben. (Durch die&lt;br /&gt;
Leibesorganisation entsteht also das Ich-Bewußtsein. Man&lt;br /&gt;
verwechsele das aber nicht etwa mit der Behauptung, daß&lt;br /&gt;
das einmal entstandene Ich-Bewußtsein von der Leibesorganisation&lt;br /&gt;
abhängig bleibe. Einmal entstanden, wird es in&lt;br /&gt;
das Denken aufgenommen und teilt fortan dessen geistige&lt;br /&gt;
Wesenheit.)|4|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Denken ist die bewussteste aller Seelentätigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken, insofern wir es aktiv [[wille]]ntlich ausführen, ist die bewussteste unserer Seelentätigkeiten. Dabei muss aber dieses aktive Denken deutlich von dem bloßen „Gedankenhaben“ unterscheiden, das auftritt, wenn Gedanken unwillkürlich und dadurch auch mehr oder weniger [[traum]]artig unser [[Bewusstsein]] durchziehen. Das auf das aktive Denken gegründete Bewusstsein ist zugleich notwendig [[Selbstbewusstsein]], weil es untrennbar mit dem [[Wissen]] um die eigene [[geist]]ige Tätigkeit verbunden ist. Wesentlich weniger wach ist bereits die [[Sinneswahrnehmung]], an die wir in der Regel viel passiver hingegeben sind, denn an wie vielen Dingen gehen wir tagein tagaus mit offenen Augen vorbei und haben sie doch nicht &#039;&#039;bewusst&#039;&#039; gesehen. Die [[Wahrnehmung]], sofern sie nicht vom denkenden Bewusstein durchdrungen wird, hat bereits einen traumartigen Charakter. Noch stärker ist das bei den [[Gefühl]]en der Fall. Und den [[Willen]], sofern er nicht voll und ganz vom Denken durchdrungen ist und sich in diesem als &#039;&#039;Denkwille&#039;&#039;, d.h. als bewusst gewolltes Denken äußert, verschlafen wir vollkommen. Denn davon, wie ein Willensimpuls den Körper ergreift und in Bewegung setzt, haben wir normalerweise nicht das geringste Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es gibt für uns Menschen überhaupt nichts, worinnen wir so&lt;br /&gt;
ganz gegenwärtig sind, wie unsere Ideen, Ideale und Vorstellungsmassen.&lt;br /&gt;
In ihnen leben und weben wir. Wenn wir im Dunkeln, in lautloser&lt;br /&gt;
Stille sind, so daß wir gar keine Sinneseindrücke haben, was ist das,&lt;br /&gt;
wessen wir uns da ganz und voll bewußt sind? Unsere Gedanken und&lt;br /&gt;
Ideen. Nach diesen kommt dann alles, was ich durch die Sinne wahrnehme.&lt;br /&gt;
Dieses habe ich gegeben, wenn ich meine Sinnesorgane der&lt;br /&gt;
Außenwelt gegenüber offen und empfänglich halte. Außer Ideen, Idealen&lt;br /&gt;
und Sinneseindrücken ist mir aber nichts gegeben. Alles übrige&lt;br /&gt;
könnte nur erschlossen, d. h. auf Grund der Sinneseindrücke und Ideen&lt;br /&gt;
als bestehend angenommen werden.&amp;quot; {{Lit|{{BE|063|26}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Denken ist keine bloß subjektive Tätigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde fehlgehen, wenn man das Denken als bloß subjektive Tätigkeit auffassen wollte, wie es einem beliebten Vorurteil entspricht, denn erst &#039;&#039;durch&#039;&#039; das Denken selbst definieren wir uns als [[Subjekt|Subjek]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;t, das sich den [[Objekt|Objekten]] gegenübergestellt sieht. Das Denken ist also weder subjektiv noch objektiv, sondern über den von ihm selbst hervorgebrachten [[Subjekt-Objekt-Spaltung|Gegensatz von Subjekt und Objekt]] erhaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun darf aber nicht übersehen werden, dass wir uns nur mit Hilfe des Denkens als Subjekt bestimmen und uns den Objekten entgegensetzen können. Deshalb darf das Denken niemals als eine bloß subjektive Tätigkeit aufgefasst werden. Das Denken ist jenseits von Subjekt und Objekt. Es bildet diese beiden Begriffe ebenso wie alle anderen. Wenn wir als denkendes Subjekt also den Begriff auf ein Objekt beziehen, so dürfen wir diese Beziehung nicht als etwas bloß Subjektives auffassen. Nicht das Subjekt ist es, welches die Beziehung herbeiführt, sondern das Denken. Das Subjekt denkt nicht deshalb, weil es Subjekt ist; sondern es erscheint sich als ein Subjekt, weil es zu denken vermag. Die Tätigkeit, die der Mensch als denkendes Wesen ausübt, ist also keine bloß subjektive, sondern eine solche, die weder subjektiv noch objektiv ist, eine über diese beiden Begriffe hinausgehende. Ich darf niemals sagen, dass mein individuelles Subjekt denkt; dieses lebt vielmehr selbst von des Denkens Gnaden. Das Denken ist somit ein Element, das mich über mein Selbst hinausführt und mit den Objekten verbindet. Aber es trennt mich zugleich von ihnen, indem es mich ihnen als Subjekt gegenüberstellt.&amp;quot; {{Lit|{{G|4|60}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Über die Stellung des Denkens in der Welt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Denken gilt gemeinhin heute als etwas, was in den Köpfen der Menschen entsteht. In den menschlichen Hirnen, so meint man, werden die Gedankennetze gewoben, die wir der Welt überwerfen, um die wechselnden Erscheinungen in eine gewisse widerspruchsfreie Ordnung zu bringen. An die wahre Wirklichkeit kämen wir so freilich nicht heran, die „Dinge an sich“ im Sinne Kants blieben uns unzugänglich, sie lägen jenseits unserer intellektuellen Erkenntnisfähigkeit. Für das &#039;&#039;diskursive&#039;&#039; Denken trifft das auch zu. Im Grunde betreiben wir so eine etwas sonderbare Form von spekulativer Metaphysik. Letztlich können wir nur mehr oder weniger gut begründete Vermutungen über die Wirklichkeit anstellen und müssen es der weiteren Erfahrung überlassen, ob unsere Theorien etwas taugen oder widerlegt werden – und tatsächlich werden sie sehr häufig durch die Praxis widerlegt, [[Falsifikation|falsifiziert]], um mit [[Karl Popper]] zu sprechen. Alles so gewonnene Wissen bleibt letztlich bloße [[Hypothese]]. Eine endgültige [[Verifikation]] ist auf &#039;&#039;diesem&#039;&#039; Weg nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann die Sache aber probeweise auch ganz anders betrachten. Dazu gilt es zunächst, ein ganz spezifisches, starkes Gefühl dem Denken gegenüber zu entwickeln. Auf die Schulung dieses energischen Gefühls kommt zunächst alles an; man darf das nicht leichtfertig nehmen, indem man es bloß verstandesmäßig anerkennt, sondern muss sich konsequent erziehen, bis es zu einer tiefen gefühlsmäßigen Überzeugung wird. Und dieses Gefühl ist folgendes: Das Denken ist etwas, was tief in der [[Wirklichkeit]] verwurzelt ist, und nicht bloß etwas, das unseren Köpfen entspringt. Liegt der Wirklichkeit nicht das Denken zugrunde, dann macht es keinen Sinn, gedanklich etwas über die Welt erfahren zu wollen. Man kann Gedanken nur dort herausholen, wo sie auch drinnen sind. Freilich ist dieses Denken, das in der Welt waltet, etwas ganz anderes als das, was wir in unserem denkenden Bewusstsein erleben. Was unseren Hirnen entspringt, sind kraftlose blasse gedankliche Schemen; das Denken in der Wirklichkeit ist eine reale gestaltende Naturkraft. Wir kennen dieses Denken zunächst nicht, aber es lassen sich Wege finden, durch die sich in unserem Denken ein klares und deutliches Abbild dieses Weltendenkens formt, so dass ersteres schließlich zu einem Wahrnehmungsorgan für das Weltendenken wird. Wenn es gelingt, vereinigen wir uns im Denken mit der wahren Wirklichkeit, und dann gilt der Ausspruch, den Rudolf Steiner schon in jungen Jahren so getan hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Indem sich das Denken der Idee&lt;br /&gt;
bemächtigt, verschmilzt es mit dem Urgrunde des&lt;br /&gt;
Weltendaseins; das, was außen wirkt, tritt in den Geist des&lt;br /&gt;
Menschen ein: er wird mit der objektiven Wirklichkeit auf ihrer&lt;br /&gt;
höchsten Potenz eins. [[Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken hat den Ideen gegenüber dieselbe Bedeutung wie&lt;br /&gt;
das Auge dem Lichte, das Ohr dem Ton gegenüber. Es ist Organ&lt;br /&gt;
der Auffassung.|1|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf hatte auch schon der von Rudolf Steiner hochgeschätzte, früh verstorbene Philosoph und Theologe [[Paul Asmus]] (1842-1877) hingewiesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Machen wir uns die Sache deutlich: wollte unser einzelnes Ich in seiner absoluten Einzelheit verharren und sich in nichts Anderes versenken, so wäre es allerdings absolut getrennt vom allgemeinen Ich; dann fehlte auch die in der allgemeinen Ichheit beruhende Gemeinschaft mit den andern besondern Ichen. So lassen wir auch einen Menschen, der sich nur auf sein allereigenstes Gefühl beruft, ohne den allgemein vernünftigeu Gründen Gehör zu geben, ruhig stehen; es fehlt eben die Basis der Gemeinschaft. Aber das Ich kann sich nicht in dieser absoluten Vereinzelung behaupten, es ist ihm unmöglich gemacht durch seinen Begriff, der es mit seiner Negation verbindet. So sind wir jederzeit in etwas Anderes versenkt, wir vermögen uns beim besten Willen nicht in unsrer Einzelheit zu erhalten und auch, wenn wir nur über uns selbst reflectiren, haben wir unser Ich uns als ein anderes, einen Gegenstand gegenüberstellen müssen. So beruhen auch die Aussagen jenes nur aus seiner Einzelheit schöpfenden Menschen factisch nur auf Selbsttäuschung. Er bleibt ebenso wenig in seiner Einzelheit eingeschlossen wie ein Anderer; nur ist sein Bewusstsein noch nicht gebildet genug, die Allgemeinheit seines Ich, damit seine Vernünftigkeit zu begreifen. Die Thätigkeit nun, uns in ein anderes zu versenken, nennen wir „denken“; im Denken hat das Ich seinen Begriff erfüllt, es hat sich als einzelnes selbst aufgegeben; deshalb befinden wir uns denkend in einer für Alle gleichen Sphäre, denn das Princip der Besonderung, das da in dem Verhältniss unsres Ich zu dem ihm Anderen liegt, ist verschwunden in der Thätigkeit der Selbstaufhebung des einzelnen Ich, es ist da nur die Allen gemeinsame Ichheit oder Vernünftigkeit. — So haben wir also das Verhältniss des einzelnen zum allgemeinen Ich dahin bestimmt, dass jenes in seiner ursprünglichsten Thätigkeit, dem Denken, eins sei mit diesem; so muss dieses, da es ausser den einzelnen Ichen nicht existirt, sondern nur als deren Thätigkeit, eben als dieses ursprüngliche Denken bestimmt werden und damit verliert unser Princip den letzten Schein der blossen Subjectivität, der ihm bisher noch durch den Namen des (wenn gleich absoluten) Ich anhaftete.|Paul Asmus|&#039;&#039;Die indogermanische Religion in den Hauptpunkten ihrer Entwickelung&#039;&#039;, Band 1, [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11315442_00044.html S. 28f]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses [[Weltendenken]], dieses [[Kosmische Intelligenz|kosmische Denken]] wird von [[Michael]] verwaltet. Und im michaelischen Sinne denken lernen heißt, sich zum Wahrnehmungsorgan für dieses kosmische Denken zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Realität der Gedanken im Weltenäther ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die realen Gedanken, die auch unser [[Gehirn]] aufbauen, leben im [[Weltenäther]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wo sind diese Gedanken? Nun sehen Sie, wir sind umgeben von&lt;br /&gt;
der physischen Welt. Aber auch von der ätherischen Welt, aus der ja&lt;br /&gt;
unmittelbar, bevor wir heruntersteigen zu unserer physischen Inkarnation,&lt;br /&gt;
der menschliche Ätherleib genommen wird. Der menschliche&lt;br /&gt;
Ätherleib wird ja aus dem allgemeinen Weltenäther genommen, der&lt;br /&gt;
durchaus überall vorhanden ist. Nun, dieser Weltenäther, meine lieben&lt;br /&gt;
Freunde, der ist in Wirklichkeit der Träger der Gedanken. Dieser Weltenäther,&lt;br /&gt;
den alle gemeinsam haben, er ist der Träger der Gedanken,&lt;br /&gt;
da sind die Gedanken darinnen, da sind jene lebendigen Gedanken&lt;br /&gt;
eben darinnen, von denen ich Ihnen immer gesprochen habe auch in&lt;br /&gt;
anthroposophischen Vorträgen, daß der Mensch ihrer teilhaftig ist im&lt;br /&gt;
vorirdischen Leben, bevor er auf die Erde heruntersteigt. Das alles,&lt;br /&gt;
was überhaupt an solchen Gedanken vorhanden ist, ist im lebendigen&lt;br /&gt;
Zustande im Weltenäther darinnen und wird niemals entnommen aus&lt;br /&gt;
dem Weltenäther im Leben zwischen Geburt und Tod, niemals, sondern&lt;br /&gt;
alles, was der Mensch an lebendigem Gedankenvorrat in sich enthält,&lt;br /&gt;
empfängt er dann in dem Augenblick, wo er aus der geistigen Welt&lt;br /&gt;
heruntersteigt, also sein eigenes lebendiges Gedankenelement verläßt,&lt;br /&gt;
wenn er heruntersteigt und sich seinen Ätherleib bildet. Dadrinnen&lt;br /&gt;
sind noch die lebendigen Gedanken, in dem, was am Menschen bildet&lt;br /&gt;
und organisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA 317 26.6.1924.jpg|thumb|400px|Tafel 1 ([[GA 317]])]]&lt;br /&gt;
Wenn ich also das Schema von gestern noch einmal mache (siehe&lt;br /&gt;
Tafel 2, Mitte), wenn Sie hier den Menschen sehen, wenn wir hier das&lt;br /&gt;
symptomatische Seelenleben, Denken, Fühlen, Wollen haben, wenn wir&lt;br /&gt;
dahinter haben das Seelenleben, das wirkliche Seelenleben, so haben&lt;br /&gt;
wir einen Teil des wirklichen Seelenlebens in den Gedanken. - Und&lt;br /&gt;
diese Gedanken, die wir aus dem allgemeinen Weltenäther herausnehmen,&lt;br /&gt;
die bilden uns vorzugsweise unser Gehirn und im weiteren&lt;br /&gt;
Sinne unser Nerven-Sinnessystem. Das ist das lebendige Denken, das&lt;br /&gt;
bildet uns das Gehirn zum Abbauorgan, zu dem Organ, das gewissermaßen&lt;br /&gt;
in folgender Art die Materie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir hinausschauen auf die Umgebung, da haben wir die Substanz&lt;br /&gt;
des Irdischen um uns herum, in ihren verschiedenen Prozessen&lt;br /&gt;
und Wirkungsarten. Diese Prozesse, die da in der Natur leben, die&lt;br /&gt;
werden stufenweise abgebaut von der Tätigkeit des lebendigen Denkens, so daß fortwährend hier (siehe Tafel 2) abgebaut wird, das&lt;br /&gt;
heißt, die Prozesse gestoppt werden, die die Naturprozesse sind. Also&lt;br /&gt;
im Gehirn wird der Anfang damit gemacht, daß die Naturprozesse&lt;br /&gt;
gestoppt werden und die Materie fortwährend in Absonderung herausfällt.&lt;br /&gt;
Die herausgefallene Materie, die also ausgeschiedene und unbrauchbar&lt;br /&gt;
gewordene Materie: das sind die Nerven. Und diese Nerven&lt;br /&gt;
bekommen dadurch, daß sie in dieser Weise vom lebendigen Denken&lt;br /&gt;
bearbeitet werden, bekommen dadurch, daß sie fortwährend ertötet&lt;br /&gt;
werden, eine Fähigkeit, die der Spiegelungsfähigkeit ähnlich ist. Dadurch&lt;br /&gt;
bekommen sie die Fähigkeit, daß sich durch sie die Gedanken&lt;br /&gt;
des umliegenden Äthers spiegeln, und dadurch entsteht das subjektive&lt;br /&gt;
Denken, das oberflächliche Denken, das nur in Spiegelbildern besteht,&lt;br /&gt;
das wir in uns tragen zwischen Geburt und Tod. Wir werden also dadurch,&lt;br /&gt;
daß wir das lebendige Denken in uns wirkend tragen, fähig&lt;br /&gt;
gemacht, der Welt unser Sinnes- und Nervensystem entgegenzustellen,&lt;br /&gt;
die Eindrücke, die im umliegenden Äther leben, in Spiegelbildern zu&lt;br /&gt;
erzeugen und in unser Bewußtsein zu schmeißen. So daß also dieses&lt;br /&gt;
Denken und Vorstellen des oberflächlichen Seelenlebens nichts anderes&lt;br /&gt;
ist, als der Reflex der im Weltenäther lebenden Gedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wenn Sie sich selber mit Ihrem Spiegelbild vergleichen, so werden&lt;br /&gt;
Sie darauf kommen, daß Sie etwas anderes sind als das Spiegelbild.&lt;br /&gt;
Ebenso können Sie die Gedanken mit ihren Spiegelbildern vergleichen&lt;br /&gt;
und bekommen dadurch das tote Denken, wie das Spiegelbild tot ist&lt;br /&gt;
Ihnen gegenüber, der Sie als Lebender vor dem Spiegelbild stehen. Es&lt;br /&gt;
kann ein verzerrter, ein unlogischer, ein verrückter Gedanke niemals&lt;br /&gt;
im Weltenäther vorhanden sein. Die Gedanken aber, welche das gewöhnliche,&lt;br /&gt;
das oberflächliche Seelenleben enthält, sind ja nur die Spiegelungen&lt;br /&gt;
der Gedanken im Weltenäther. Woher kann nun ein verrückter,&lt;br /&gt;
ein querköpfiger Gedanke kommen? Dadurch, daß der Spiegel,&lt;br /&gt;
all dasjenige, was da entstanden ist im Aufbau des Gehirns, nicht in&lt;br /&gt;
Ordnung ist. Also handelt es sich darum, daß wir in richtiger Weise&lt;br /&gt;
den Weg zurückfinden von den verzerrten Gedanken zu dem, was im&lt;br /&gt;
menschlichen Gehirn beziehungsweise im Sinnes-Nervensystem eigentlich&lt;br /&gt;
wirkt, was der Mensch sich aufgebaut hat aus dem wirklichen&lt;br /&gt;
lebendigen Gedankenleben heraus. Daraus ersehen Sie, daß es sich&lt;br /&gt;
eigentlich ungeheuer stark darum handeln wird, daß wir von dem Bewußtsein&lt;br /&gt;
ausgehen: an den Gedankeninhalt selber, an die eigentlichen&lt;br /&gt;
Gedanken können wir gar nicht herankommen, denn die sind ja im&lt;br /&gt;
Weltenäther in ihrer absoluten Richtigkeit vorhanden.|317|29ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die leibliche Grundlage des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus anthroposophischer Sicht besitzt der Mensch nicht nur einen [[Physischer Leib|physischen Leib]], sondern verfügt auch über höhere, übersinnliche leibliche [[Wesensglieder]], die als [[Ätherleib]] und [[Astralleib]] bezeichnet werden. In gewissem Sinn zählt sogar unser niederes [[Ich]] zu diesen übersinnlichen Leibesgliedern. Wie wir oben gesehen haben, tragen die Leibesglieder des Menschen &#039;&#039;inhaltlich&#039;&#039; nichts zum Denken bei. Man kann und muss daher den geistigen Inhalt des Denken verstehen, ohne sie zu berücksichtigen. Welche Bedeutung sie für das &#039;&#039;Zustandekommen&#039;&#039; des Denkens haben, soll nun kurz umrissen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wir denken nicht mit dem Kopf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht der [[Kopf]] bzw. das [[Gehirn]], das denkt, sondern dieses macht nur bewusst, was sonst unbewusst als weisheitsvolle Tätigkeit im restlichen [[Organismus]] waltet. Das [[Geometrie|geometrische]], [[mechanistisch]]e und [[Kausalität|kausale]] Denken gründet sich namentlich darauf, dass die Gesetzmäßigkeiten der [[Knochen]]mechanik des [[Gliedmaßen-System]]s ins Bewusstsein gehoben werden. Das [[Begreifen]] als [[Erkenntnis]]akt gründet sich auf das Ergreifen und Begreifen der äußeren Dinge mit der [[Hand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist ein Vorurteil, daß&lt;br /&gt;
wir mit dem Kopf denken. Das ist gar nicht wahr. Wir denken mit den&lt;br /&gt;
Beinen und mit den Armen; und dasjenige, was in den Armen und&lt;br /&gt;
Beinen vor sich geht, bei dem schaut der Kopf zu und nimmt es in den&lt;br /&gt;
Bildern der Gedanken auf. Er würde niemals, ich habe Ihnen das schon&lt;br /&gt;
gesagt bei dem Weihnachtskursus, das Gesetz des Winkels kennenlernen,&lt;br /&gt;
wenn er nicht schreiten würde. Er würde niemals mechanische&lt;br /&gt;
Gleichgewichtsgesetze kennenlernen, wenn er sie nicht durch seinen&lt;br /&gt;
eigenen Schwerpunkt, den er im Unterbewußtsein herumführt, kennenlernen&lt;br /&gt;
würde. Sobald man zu dem Astralleib hinunterkommt, der&lt;br /&gt;
das alles im Unterbewußtsein verarbeitet, erscheint einem der Mensch,&lt;br /&gt;
wenn er [auch] manchmal auf der physischen Welt ganz töricht ist, ungemein weise, weil das alles, was da zum Beispiel an Geometrie entwickelt&lt;br /&gt;
wird im Gehen, im Sich-Fühlen, weil das alles, wenn ich mich des&lt;br /&gt;
Paradoxons bedienen darf, durchaus gewußt wird im Unterbewußtsein&lt;br /&gt;
und dann durch das Gehirn angeschaut wird.|316|208f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was das flüssige Element und insbesondere die [[Muskel]]tätigkeit betrifft, kann durch diese Art des Denkens nicht mehr erfasst werden, sondern bedarf bereits der [[Imagination|imaginativen Erkenntnis]]. Der Luftmensch und die damit zusammenhängende Tätigkeit der inneren Organe erschließt sich erst der [[Inspiration]] und in den Wärmemenschen kann man bewusst nur durch [[Intuition]] eintauchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Ja, sehen Sie, wenn Sie Gedanken anwenden, so müssen Sie auch die&lt;br /&gt;
Gesetzmäßigkeiten anwenden, auf die der Gedanke kommt, das ist die&lt;br /&gt;
mechanische Gesetzmäßigkeit. Sie müssen Statik und Dynamik anwenden.&lt;br /&gt;
Das können Sie nur beim Knochensystem.|316|92}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|In dem Augenblicke, wo man an das&lt;br /&gt;
Muskelsystem herankommt, muß man eine ganz andere Erkenntnisart&lt;br /&gt;
anwenden, das ist die Imagination, so daß man also sagen kann - nur&lt;br /&gt;
repräsentativ, es sind überall Übergänge -, daß durch die Imagination&lt;br /&gt;
begriffen wird das Muskelsystem.|316|92f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Wenn wir nun aufsteigen von der Imagination zur Inspiration, dann&lt;br /&gt;
kommen wir nun schon an den luftförmigen Menschen, an dasjenige,&lt;br /&gt;
was im Menschen luftförmig ist. Und wir kommen, indem wir an die&lt;br /&gt;
Inspiration herankommen, an eine Auffassungsweise, die sehr ähnlich&lt;br /&gt;
ist dem Hören musikalischer Töne, Harmonien, Melodien, sehr ähnlich&lt;br /&gt;
ist dem musikalischen Hören. Die Inspiration hat nichts mehr mit etwas&lt;br /&gt;
Begriffsmäßigem zu tun, sondern mit etwas, was auch in der Auffassung&lt;br /&gt;
eine Art Musikalisches ist. Das Musikalische muß nicht immer&lt;br /&gt;
gehört werden, es kann auch, indem es geistig ist, empfunden werden.&lt;br /&gt;
Aber im Grunde genommen hat alle Inspiration etwas Musikalisches.&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche hier vorhanden, daß die Form der menschlichen&lt;br /&gt;
inneren Organe, derjenigen Organe, die eigentlich die werdende&lt;br /&gt;
Organisation während des Lebens besorgen in der Ernährung, in der&lt;br /&gt;
Atmung und so weiter, also die Organe, die dem zugrunde liegen, daß&lt;br /&gt;
alle diese Organformen nicht erklärbar sind etwa aus irgendwelchen&lt;br /&gt;
mechanischen Gesetzen. Aber nicht einmal imaginativ sind sie zu erklären.&lt;br /&gt;
Es ist einfach ein Unding, ein Nonsens, wenn man die Form des&lt;br /&gt;
Lungenorganes, des Leberorganes etwa nur erklären wollte aus Lageverhältnissen,&lt;br /&gt;
wie da die Zellen liegen, oder aus Gewichtsverhältnissen.&lt;br /&gt;
Versuchen Sie darüber nachzuforschen, ob das schon irgend jemandem&lt;br /&gt;
gelungen ist, die Leber- oder Lungenform als Form zu erklären. Es ist&lt;br /&gt;
niemandem gelungen. Denn diese Organe, die das werdende Leben&lt;br /&gt;
während des Erdendaseins versorgen, die sind in ihren Anlagen trotzdem&lt;br /&gt;
sehr früh vorhanden, wenn auch sehr stark metamorphosiert. Alle&lt;br /&gt;
kommen sie heraus aus den Gestaltungskräften des Luftförmigen. Der&lt;br /&gt;
heutige wissenschaftliche Mensch sagt: Luft ist Sauerstoff, Stickstoff,&lt;br /&gt;
einiges andere ist darin, und das ist so eine mehr oder weniger gleichmäßige,&lt;br /&gt;
nur durch innere mechanische Bewegung, die im Winde sich&lt;br /&gt;
darstellt, differenzierte luftförmige Substanz. Aber solche Luft, wie sie&lt;br /&gt;
heute der Physiker beschreibt, die gibt es nicht, sondern es gibt nur die&lt;br /&gt;
konkrete Luft, die unsere Erde umgibt. Aber, meine lieben Freunde, die&lt;br /&gt;
Luft, die unsere Erde umgibt, die ist überall durchdrungen von lauter&lt;br /&gt;
Gestaltungskräften. Diese Gestaltungskräfte atmen wir mit der physischen&lt;br /&gt;
Substanz der Luft ein. Wenn unsere Organe fertig sind, wenn&lt;br /&gt;
wir eine fertige Lunge haben, dann geschieht das, daß die Gestaltungskräfte,&lt;br /&gt;
die wir da einatmen mit der Substanz der Luft, sozusagen zusammenfallen&lt;br /&gt;
mit der Form der Lunge, daß sie dann, wenn wir geboren&lt;br /&gt;
sind, keine große Bedeutung mehr haben, nur zum Wachstum. Aber&lt;br /&gt;
während der Embryonalzeit, während der physischen Absonderung&lt;br /&gt;
von der Außenluft, da wirken zuerst durch den mütterlichen Leib die&lt;br /&gt;
Gestaltungskräfte der Luft. Die bauen die Lunge auf, wie alle Organe&lt;br /&gt;
des Menschen daraus auferbaut werden, mit Ausnahme der Muskeln&lt;br /&gt;
und der Knochen. Alle inneren Organe, die das werdende Leben erhalten,&lt;br /&gt;
sind auferbaut aus den gestaltenden Kräften der Luft. Was da geschieht, kann man vergleichen, aber es ist ein grober Vergleich, mit der&lt;br /&gt;
Entstehung der Chladnischen Klangfiguren. Also Platten, die mit Staub&lt;br /&gt;
belegt sind, werden an einem Punkt befestigt, mit dem Violinbogen in&lt;br /&gt;
bestimmter Weise gestrichen, dann gestaltet sich dieser Staub in gewisse&lt;br /&gt;
Formen, je nachdem man den Bogen ansetzt. Da werden aus den Gestaltungskräften,&lt;br /&gt;
die man in der Luft hervorruft, die Staubfiguren gebildet.&lt;br /&gt;
So werden aus den allgemeinen Gestaltungskräften der Luft die&lt;br /&gt;
inneren Organe des Menschen gebildet. Die sind herausgebildet aus den&lt;br /&gt;
Gestaltungskräften der Luft. Die Lunge ist tatsächlich aus den Atmungskräften&lt;br /&gt;
gebildet, aber ebenso die andern Organe. Nur sind es die&lt;br /&gt;
andern Organe mehr oder weniger auf Umwegen, während die Lunge&lt;br /&gt;
direkt gebildet ist. Aber dies, was da vorliegt, daß die Organe des Menschen&lt;br /&gt;
herausgebildet werden aus den sich gestaltenden Schwingungen&lt;br /&gt;
der Luft, das ist nur durch Inspiration zu begreifen. Das, was sich&lt;br /&gt;
herausgestaltet aus dem Luftförmigen, eben Geformtes, das ist in der&lt;br /&gt;
Auffassung gleich dem Musikalischen, wie den Klangfiguren auch ein&lt;br /&gt;
Musikalisches zugrunde liegt.|316|93ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Und steigen wir auf zur wahren Intuition, dann kommen wir zum&lt;br /&gt;
Wärmemenschen, zu der Organisation, die innerlich differenzierter&lt;br /&gt;
Wärmeraum ist. Ich habe nun das gesagt, daß man in der Wärme ja&lt;br /&gt;
wirklich drinnen sich erlebt, daß man nicht ebenso wie dem Kohlenstoff,&lt;br /&gt;
dem Stickstoff der Wärme gegenübersteht, sondern die Wärme&lt;br /&gt;
ist da, die Wärme ist in einem, und man ist in der Wärme, indem man&lt;br /&gt;
Wärme erlebt. Sie ist gerade dasjenige, was am intensivsten erlebt wird.&lt;br /&gt;
Deshalb kann der heutige Mensch nicht leugnen, daß er Wärme erlebt,&lt;br /&gt;
während er keine Ahnung davon hat, daß er Luft, Wasser, Erde erlebt.&lt;br /&gt;
Er hat keine Ahnung davon, weil er da herausgewachsen ist. Aber das&lt;br /&gt;
Erleben der Wärme ist eben unmittelbar die Anwendung der Intuition&lt;br /&gt;
auf den menschlichen Organismus, nur muß man jetzt nicht bloß im&lt;br /&gt;
Groben, wie man das für den Tagesgebrauch nötig hat, sondern in&lt;br /&gt;
Differenzierung die Wärme erleben, die sehr fein ausdifferenziert ist in&lt;br /&gt;
den Formen der Organe selber. Wenn man durch Intuition diesen&lt;br /&gt;
Wärmeorganismus durch den ganzen Körper betrachten kann, kommt&lt;br /&gt;
man durch diese Erkenntnisart zum Verstehen nun nicht der inneren&lt;br /&gt;
Organe, sondern der Tätigkeit der inneren Organe. Die ganze Tätigkeit&lt;br /&gt;
der inneren Organe muß begriffen werden durch Verstehen der&lt;br /&gt;
Organisation im Wärmeäther. Alles übrige ist durchaus ungeeignet, ein&lt;br /&gt;
Verständnis der Tätigkeit der Organe zu bringen. Die Anschauung, die&lt;br /&gt;
intuitive Anschauung der Tätigkeit des Wärmeäthers, also der Wärmemensch,&lt;br /&gt;
der ist es, der durch Intuition erkannt werden muß. Das heißt&lt;br /&gt;
mit andern Worten, es genügt nicht, daß man bloß die Meinung habe,&lt;br /&gt;
da ist physische Welt, man eignet sich Imagination, Inspiration, Intuition&lt;br /&gt;
an, um in andere Welten zu kommen. Die andern Welten sind da.&lt;br /&gt;
Die ätherische Welt ist dadurch da, daß der Mensch ein Muskelsystem&lt;br /&gt;
hat, die astralische Welt ist dadurch da, daß der Mensch ein Organsystem&lt;br /&gt;
hat, und die devachanische Welt, die Geisteswelt ist dadurch&lt;br /&gt;
da, daß der Wärmemensch da ist. Das Geistige geht fortwährend unter&lt;br /&gt;
uns herum. Es ist da. Der Mensch ist ja ein Geist, er ist nur angefüllt&lt;br /&gt;
mit physischer Substanz, dieser Geist.|316|97f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|width=700px |&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Gedanke]]: || [[Knochensystem]] || = fester erdiger Mensch || [[physischer Leib]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Imagination]]: || [[Muskelsystem]] || = flüssiger wäßriger Mensch || [[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Inspiration]]: || [[Organe|Innenorgane]] || = luftförmiger Mensch || [[Astralleib]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Intuition]]: || Tätigkeit der Innenorgane || = Wärme-Mensch || [[Ich]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erwachen des abstrakten Denkens um das 12. Lebensjahr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa mit dem [[12. Lebensjahr]] beginnt der abstrakte [[Intellekt]] zu erwachen, da der heranwachsende Mensch nun nicht mehr so sehr mit dem [[Muskelsystem]], das intim mit dem [[Rhythmisches System|rhythmischen System]] zusammenhängt, sondern vermehrt mit dem [[Knochensystem]] zu denken beginnt, dessen [[Bewegung]]en mit dem [[Eigenbewegungssinn]] vermittels der sogenannten „motorischen“ Nerven wahrgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die sogenannten motorischen Nerven sind keine motorischen Nerven,&lt;br /&gt;
die sind bloß dasjenige, was die Äußerungen, den Impuls des Willens&lt;br /&gt;
wahrnimmt. Ehe man diesen Zusammenhang nicht einsehen wird, eher&lt;br /&gt;
wird man nicht zu einer durchsichtigen Menschenerkenntnis kommen.&lt;br /&gt;
Wenn Sie aber diesen Zusammenhang voll einsehen, dann werden Sie&lt;br /&gt;
es auch begreiflich finden, daß ich nun eben ein Paradoxon, eine Ketzerei&lt;br /&gt;
vor Sie hinstellen muß: denn dann wirkt das Geistig-Seelische ja&lt;br /&gt;
eben auf den ganzen übrigen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Kinde also bis gegen das zwölfte Jahr hin äußern sich die Wirkungen&lt;br /&gt;
nach Maßgabe des eben Geschilderten in den Muskelkräften,&lt;br /&gt;
die ein intimes Verhältnis zur Atmung und zum Zirkulationssystem&lt;br /&gt;
haben. Beim Kinde vom zwölften Jahre an bis zur Geschlechtsreife&lt;br /&gt;
nach denjenigen Kräften hin, die gegen das Skelett gehen. So daß wir&lt;br /&gt;
also vor dem zwölften Jahre mehr dasjenige, was noch in unseren Muskein&lt;br /&gt;
liegt, mit dem sogenannten motorischen Nerv wahrnehmen, nach&lt;br /&gt;
dem zwölften Jahre nehmen wir mit diesem sogenannten motorischen&lt;br /&gt;
Nerv mehr dasjenige wahr, was in unseren Muskeln und Knochen vorgeht.&lt;br /&gt;
Nun, wenn Sie bedenken, daß in allem Denken etwas Willensmäßiges&lt;br /&gt;
liegt - es ist ja Wille, was da wirkt, wenn ich Vorstellungen&lt;br /&gt;
synthetisch zusammenfasse oder analytisch trenne, es ist überall Wille&lt;br /&gt;
darinnen - , so müssen Sie diesen Willen auch im Organismus aufsuchen.&lt;br /&gt;
Und gerade dieser Wille in der seelischen Funktion des Denkens ist in&lt;br /&gt;
dieser Art angeschlossen, wie ich es jetzt geschildert habe. Indem wir&lt;br /&gt;
ins zwölfte Jahr eintreten, lernen wir ein solches Denken, das nach der&lt;br /&gt;
Willensnatur seine Vorgänge in den Knochen, in der Skelettdynamik&lt;br /&gt;
hat. Wir machen da den wichtigen Übergang vom weichen System des&lt;br /&gt;
Menschen zum ganz harten System, das sich, ich möchte sagen, wie ein&lt;br /&gt;
objektives Hebelsystem in die Welt hineinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Ketzerei, das Paradoxon, das ich vor Sie hinstellen muß,&lt;br /&gt;
daß der Mensch, wenn er seine Gedanken über die unbelebte äußerliche&lt;br /&gt;
Natur faßt, das nicht in unmittelbarer Weise mit dem Kopfe,&lt;br /&gt;
mit dem Gehirn tut, sondern daß er es mit dem Skelett tut. Selbstverständlich,&lt;br /&gt;
man kann darüber lachen, wenn man in der heutigen Physiologie&lt;br /&gt;
drinnensteckt, daß da einer in Dornach ist, der behauptet, daß&lt;br /&gt;
die Menschen mit den Knochen abstrakt denken; aber die Sache ist&lt;br /&gt;
eben so. Es wäre bequemer, das nicht auszusprechen, aber es muß eben&lt;br /&gt;
ausgesprochen werden, denn wir brauchen eine wirkliche Menschenerkenntnis.&lt;br /&gt;
Was wir an Gedanken im Gehirn haben, das sind nur Bilder&lt;br /&gt;
dessen, was sich im wirklichen Gedankenprozeß abspielt. Dasjenige,&lt;br /&gt;
wofür das Gehirn das Werkzeug ist, das sind die passiven Bilder für&lt;br /&gt;
die wirklichen Prozesse, die sich beim Denken abspielen. Daß das&lt;br /&gt;
Denken zum Bewußtsein kommt, das ist von diesen Bildern abhängig;&lt;br /&gt;
aber in diesen Bildern liegt nicht die innere Kraft, die im Denken wirkt,&lt;br /&gt;
liegt nicht das Willensgemäße des Denkens. Dasjenige, was das Wesenhafte&lt;br /&gt;
des Denkens ist, das hat mit diesen Bildern, die das Gehirn zur&lt;br /&gt;
Voraussetzung haben, nicht mehr zu tun als ein Bild, das Sie dort auf&lt;br /&gt;
der Wand sehen würden von Herrn X, mit dem wirklichen Herrn X zu&lt;br /&gt;
tun hätte. Sie müssen das Bild von Herrn X von dem wirklichen Herrn&lt;br /&gt;
X unterscheiden. So unterscheidet sich der reale Prozeß, der sich während&lt;br /&gt;
des Denkens abspielt, von den Bildern. Während des Denkens&lt;br /&gt;
über die physische Natur waltet eigentlich der Prozeß im ganzen, im&lt;br /&gt;
vollen- Menschen, und zwar gerade für das Denken im Skelett. Wir&lt;br /&gt;
setzen uns auch mit unserem Denken in das Skelett hinein mit unserem&lt;br /&gt;
zwölften Jahre. Das ist dasjenige, was uns einen wirklichen inneren Anhaltspunkt&lt;br /&gt;
bietet für das, was wir zu tun haben in der Überleitung des&lt;br /&gt;
Unterrichts zu dem, was ich gestern charakterisierte: das Kennenlernen&lt;br /&gt;
der Pflanzenwelt im Zusammenhang mit der Erde, das Kennenlernen&lt;br /&gt;
der Tierwelt im Zusammenhang mit dem Menschen bis zu dem zwölften&lt;br /&gt;
Jahre, bis zu der Geschlechtsreife.|303|209ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Bedeutung des physischen Leibes und der Gehirnvorgänge für das Denken === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Gehirn]] trägt zwar nichts zur inhaltlichen Bestimmung des Denkens bei, aber das Gehirn ist ein [[Gehirn#Das Gehirn als Spiegelungsapparat für das Denken|Spiegelungsapparat für das Denken]], welcher uns das Denken in Form abstrakter [[Gedanken]]  [[Bewusstsein|bewusst]] macht. Das Gehirn denkt zwar nicht, aber es macht uns die Gedanken bewusst, indem es die gedanklichen Ergebnisse unserer Denktätigkeit in das [[Seele|seelische]] Erleben hereinspiegelt. Derart dem [[Physischer Leib|physischen Leib]] eingeprägte Gedankenspuren sind später der [[Erinnerung]] zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und da kommen wir darauf, daß&lt;br /&gt;
sich dasjenige, was wir im engeren Sinne Denken, Vorstellen nennen,&lt;br /&gt;
so wie der Mensch hier auf dem physischen Plan lebt, eigentlich abspielt&lt;br /&gt;
im Ätherleib. Aber damit sich Gedanken bilden durch dieses&lt;br /&gt;
Denken, durch dieses Vorstellen, ist der physische Leib notwendig,&lt;br /&gt;
denn der physische Leib muß seine Eindrücke bekommen, wenn Gedanken&lt;br /&gt;
hier im physischen Leben erinnerungsmäßig festgehalten werden&lt;br /&gt;
sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang ist also der: Wenn wir denken, so geht natürlich das&lt;br /&gt;
Denken vom Ich aus, geht durch den astralischen Leib, aber es spielt&lt;br /&gt;
sich dann hauptsächlich in den Bewegungen des Ätherleibes ab. Was&lt;br /&gt;
wir immer denken, was wir vorstellen, spielt sich in den Bewegungen&lt;br /&gt;
des Ätherleibes ab. Diese Bewegungen des Ätherleibes drücken sich&lt;br /&gt;
förmlich ein in den physischen Leib. Das ist grob gesprochen, denn es&lt;br /&gt;
handelt sich um viel feinere Vorgänge als um ein grobes Einprägen,&lt;br /&gt;
aber man kann die Sache vergleichsweise so nennen. Und dadurch, daß&lt;br /&gt;
diese Bewegungen des Ätherleibes in den physischen Leib eingeprägt&lt;br /&gt;
werden, spielen sich für unser Bewußtsein die Gedanken ab, und dadurch&lt;br /&gt;
auch erhalten sich die Gedanken in der Erinnerung. Gewissermaßen&lt;br /&gt;
ist es so: Wenn wir einen Gedanken haben und den später einmal&lt;br /&gt;
aus der Erinnerung hervorholen, so kommt bei dieser Arbeit des&lt;br /&gt;
Sich-Erinnern-Wollens unser Ätherleib in Bewegung, und er paßt sich&lt;br /&gt;
mit seinen Bewegungen dem physischen Leib an, und indem er hineinkommt&lt;br /&gt;
in jene Eindrücke, die dieser Ätherleib bei dem entsprechenden&lt;br /&gt;
Gedanken in den physischen Leib gemacht hat, kommt der Gedanke&lt;br /&gt;
wieder herauf ins Bewußtsein. Also Erinnerung ist daran geknüpft,&lt;br /&gt;
daß die Bewegungen des Ätherleibes sich in den physischen&lt;br /&gt;
Leib einprägen können. Natürlich ist das Gedächtnis an den Ätherleib&lt;br /&gt;
gebunden, aber der Ätherleib muß eine Art von Bewahrer seiner&lt;br /&gt;
Bewegungen haben, damit im physischen Leben das Erinnern zustande&lt;br /&gt;
kommen könne. Und so leben wir denn unser Leben zwischen Geburt&lt;br /&gt;
und Tod, haben unsere Erlebnisse und erinnern uns unserer Erlebnisse,&lt;br /&gt;
das heißt, es läuft unser Gedankenleben in uns ab. Im wachen Zustande&lt;br /&gt;
haben wir immer mehr oder weniger dieses in unserem Inneren ablaufende&lt;br /&gt;
Gedankenleben.|174b|160f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt wirkt das Denken auch sehr wesentlich auf den physischen Leib zurück. Nicht das Gehirn denkt, aber durch das Denken wird das Gehirn in seinen feineren Strukturen ausgeformt. Das ist bis ins hohe Alter der Fall, gilt aber ganz besonders für das heranwachsende Kind. Das Gehirn des kleinen Kindes ist weich und bildsam und in entscheidenden Bereichen noch wenig ausgeformt. Wesentliche Gehirnstrukturen werden erst durch das allmählich erwachende Denken des Kindes ausgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Antlitz eines Menschen zeigen sich im Laufe der Jahre die Spuren seines Denkens. Ein Mensch, der ein reiches lebendiges Denken mit beweglichen Begriffen entwickelt hat, wird lebendigere, beweglichere Gesichtszüge zeigen als ein Mensch, der nur wenige tote Begriffe in sich aufgehäuft hat. Sein Gesicht wird verhältnismäßig starr und unpersönlich wirken, sein Gehirn wird steif und unbeweglich. Darin ist eine der wesentlichsten Ursachen für die heute nicht so selten auftretende Alters-Demenz zu sehen. Der größte Schaden entsteht, wenn schon kleine Kinder mit abstrakten Begriffen überfordert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sich das Denken als Gedanke am Gehirn spiegeln kann, muss es erst durch das [[Seele|Seelisch]]-[[Geist]]ige, das in den [[Organismus]] eingreift, als Spiegelungsapparat zubereitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der grobe Materialist unserer Zeit findet es seinen Intentionen&lt;br /&gt;
gemäß, davon zu sprechen, daß das Gehirn den Gedanken bildet,&lt;br /&gt;
respektive, daß das Zentralnervensystem den Gedanken bildet. Für&lt;br /&gt;
den, der die Dinge durchschaut, ist das geradeso wahr, wie es wahr&lt;br /&gt;
wäre, zu meinen, wenn man in einen Spiegel hineinschaut, der Spiegel&lt;br /&gt;
habe das Gesicht gemacht, das man sieht. Aber er macht gar&lt;br /&gt;
nicht das Gesicht, das man sieht, sondern das Gesicht ist außerhalb&lt;br /&gt;
des Spiegels. Der Spiegel reflektiert nur das Gesicht, wirft es zurück.&lt;br /&gt;
Ich habe das sogar schon in öffentlichen Vorträgen wiederholt auseinandergesetzt.&lt;br /&gt;
In ganz ähnlicher Weise verhält es sich mit dem,&lt;br /&gt;
was der Mensch an Gedanken erlebt. Wir wollen jetzt von anderen&lt;br /&gt;
Seeleninhalten absehen. Das Gedankenerlebnis, das in der Seele&lt;br /&gt;
regsam, real ist, indem der Mensch den Gedanken erlebt, entsteht&lt;br /&gt;
sowenig durch das Gehirn, wie durch den Spiegel das Bild des Gesichtes&lt;br /&gt;
produziert wird. Das Gehirn wirkt in der Tat nur als Reflektionsapparat,&lt;br /&gt;
damit es die Seelentätigkeit zurückwirft und diese sich&lt;br /&gt;
selber sichtbar wird. Mit dem, was der Mensch als Gedanken wahrnimmt,&lt;br /&gt;
hat wirklich das Gehirn so wenig zu tun, wie der Spiegel mit&lt;br /&gt;
Ihrem Gesicht zu tun hat, wenn Sie Ihr Gesicht im Spiegel sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber etwas anderes ist vorhanden. Der Mensch nimmt, indem er&lt;br /&gt;
denkt, eigentlich nur die letzte Phase seiner denkerischen Tätigkeit,&lt;br /&gt;
seines denkerischen Erlebens wahr. Um das klarzumachen, möchte&lt;br /&gt;
ich wiederum den Spiegelvergleich nehmen. Denken Sie sich einmal,&lt;br /&gt;
Sie würden sich hinstellen und Ihr Gesicht in einem Spiegel&lt;br /&gt;
sehen wollen. Wenn Sie keinen Spiegel da haben, können Sie Ihr&lt;br /&gt;
Gesicht nicht sehen. Sie können noch so lange hinstarren, Ihr Gesicht&lt;br /&gt;
sehen Sie nicht. Wollen Sie es sehen, so müssen Sie irgend etwas, was&lt;br /&gt;
an Materie daliegt, so bearbeiten, daß es ein Spiegel wird. Das heißt,&lt;br /&gt;
Sie müssen es erst zubereiten, damit es das Spiegelbild hervorbringen&lt;br /&gt;
kann. Wenn Sie das getan haben und dann hineinschauen, sehen Sie&lt;br /&gt;
Ihr Gesicht. - Dasselbe muß die Seele machen mit dem Gehirn, was&lt;br /&gt;
ein Mensch mit dem Spiegel machen würde. Es geht der eigentlichen&lt;br /&gt;
denkerischen Tätigkeit der Wahrnehmung des Gedankens eine&lt;br /&gt;
solche Tätigkeit voraus, die, wenn Sie zum Beispiel den Gedanken&lt;br /&gt;
«Löwe» wahrnehmen wollen, erst tief drinnen die Teile des Gehirns&lt;br /&gt;
so in Bewegung versetzt, daß diese Spiegel werden für die Wahrnehmung&lt;br /&gt;
des Gedankens «Löwe». Und der, welcher das Gehirn erst&lt;br /&gt;
zum Spiegel macht, das sind Sie selber. Was Sie als Gedanken zuletzt&lt;br /&gt;
wahrnehmen, das sind Spiegelbilder; was Sie erst präparieren&lt;br /&gt;
müssen, damit das betreffende Spiegelbild erscheint, das ist irgendeine&lt;br /&gt;
Partie des Gehirnes. Sie sind es selbst mit Ihrer Seelentätigkeit,&lt;br /&gt;
der das Gehirn in diejenige Struktur und in die Fähigkeit bringt,&lt;br /&gt;
um das, was Sie denken, als Gedanke spiegeln zu können. Wollen&lt;br /&gt;
Sie auf die Tätigkeit zurückgehen, die dem Denken zugrunde liegt,&lt;br /&gt;
so ist es die Tätigkeit, die von der Seele aus ins Gehirn eingreift und&lt;br /&gt;
sich im Gehirn betätigt. Und wenn Sie eine gewisse Tätigkeit von der&lt;br /&gt;
Seele aus im Gehirn verrichten, dann wird eine solche Spiegelung im&lt;br /&gt;
Gehirn bewirkt, daß Sie den Gedanken «Löwe» wahrnehmen. - Sie&lt;br /&gt;
sehen, ein Geistig-Seelisches muß erst da sein. Das muß am Gehirn&lt;br /&gt;
arbeiten. Dann wird das Gehirn durch diese geistig-seelische Tätigkeit&lt;br /&gt;
zum Spiegelapparat, um den Gedanken zurückzuspiegeln. Das&lt;br /&gt;
ist der wirkliche Vorgang, der sich für so viele Leute der Gegenwart&lt;br /&gt;
so konfundiert, daß sie ihn überhaupt nicht fassen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer im okkulten Wahrnehmen ein wenig vordringt, kann die&lt;br /&gt;
beiden Phasen seelischer Tätigkeit auseinanderhalten. Er kann verfolgen,&lt;br /&gt;
wie er zuerst, wenn er irgend etwas denken will, notwendig&lt;br /&gt;
hat, nicht bloß den Gedanken zu fassen, sondern ihn vorzubereiten;&lt;br /&gt;
das heißt, er hat sein Gehirn zu präparieren. Hat er es präpariert&lt;br /&gt;
soweit, daß es spiegelt, dann hat er den Gedanken. Man hat immer,&lt;br /&gt;
wenn man okkult forschen will, so daß man die Dinge vorstellen&lt;br /&gt;
kann, zuerst die Aufgabe, nicht gleich vorzustellen, sondern erst die&lt;br /&gt;
Tätigkeit auszuüben, die das Vorstellen vorbereitet. Das ist es, was&lt;br /&gt;
so außerordentlich wichtig zu berücksichtigen ist. Diese Dinge&lt;br /&gt;
müssen wir deshalb ins Auge fassen, weil wir jetzt erst, wenn wir sie&lt;br /&gt;
ins Auge fassen, die wirkliche Wirksamkeit des menschlichen Gedankens&lt;br /&gt;
vor uns haben. Jetzt wissen wir erst, wie die menschliche&lt;br /&gt;
Denkertätigkeit arbeitet. Zuerst ergreift diese Denkertätigkeit das&lt;br /&gt;
Gehirn, respektive das Zentralnervensystem irgendwo, übt eine&lt;br /&gt;
Tätigkeit aus, bewegt, sagen wir, meinetwillen, die atomistischen&lt;br /&gt;
Teile in irgendeiner Weise, bringt sie in irgendwelche Bewegungen.&lt;br /&gt;
Dadurch werden sie zum Spiegelapparat, und der Gedanke wird&lt;br /&gt;
reflektiert und der Seele als solcher Gedanke bewußt. Wir haben also&lt;br /&gt;
zwei Phasen zu unterscheiden: erst vom Geistig-Seelischen aus die&lt;br /&gt;
Gehirnarbeit; dann kommt die Wahrnehmung zustande, nachdem&lt;br /&gt;
für diese Wahrnehmung durch die Seele die vorbereitende Gehirnarbeit&lt;br /&gt;
getan ist. Beim gewöhnlichen Menschen bleibt die Gehirnarbeit&lt;br /&gt;
ganz im Unterbewußten; er nimmt nur die Spiegelung wahr.&lt;br /&gt;
Beim okkult forschenden Menschen ist wirklich das vorhanden, daß&lt;br /&gt;
man zunächst die Vorbereitung erleben muß. Man muß erleben, wie&lt;br /&gt;
man die Seelentätigkeit hineingießen muß und das Gehirn erst zubereiten&lt;br /&gt;
muß, damit es sich herbeiläßt, einem den Gedanken vorzustellen.|151|72ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die drohende Materialisierung des Denkens ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[ahrimanisch]]en Einfluss droht das Denken immer stärker an das physische Gehirn gebunden, d.h. immer mehr [[Materialismus|materialisiert]] zu werden, wodurch der [[Mensch]] zu einem bloßen Denkautomaten herabsinken und sein [[unsterblich]] [[Geist]]ig-[[Seele|Seelisches]] verlieren würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man hat&lt;br /&gt;
heute die Meinung, wenn man von Materialismus spricht, daß der&lt;br /&gt;
Materialismus eine falsche Weltanschauung ist, daß er abzulehnen&lt;br /&gt;
ist, weil er nicht richtig ist. So einfach verhält sich die Sache nicht.&lt;br /&gt;
Der Mensch ist ein seelisch-geistiges Wesen, er ist ein leiblich-physisches&lt;br /&gt;
Wesen. Aber das Leiblich-Physische ist ein getreues Abbild des&lt;br /&gt;
Seelisch-Geistigen, insofern wir leben zwischen Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
Und wenn die Menschen so verphilistert sind in den materialistischen&lt;br /&gt;
Gedanken, wie das geworden ist im Laufe des 19. Jahrhundertsund&lt;br /&gt;
bis in die Gegenwart hinein, dann wird immer mehr das Leiblich-&lt;br /&gt;
Physische ein Abdruck dieses Seelisch-Geistigen, das selbst in den&lt;br /&gt;
materialistischen Impulsen lebt. Dann ist es nicht etwas Falsches,&lt;br /&gt;
wenn man sagt, das Gehirn denkt, dann wird es richtig. Es werden&lt;br /&gt;
durch das Fest-darin-Stecken im Materialismus nicht bloß Menschen&lt;br /&gt;
erzeugt, die schlecht denken über das Leibliche, Seelische und Geistige,&lt;br /&gt;
sondern es werden materiell denkende und materiell fühlende&lt;br /&gt;
Menschen erzeugt. Das heißt, der Materialismus bewirkt, daß der&lt;br /&gt;
Mensch ein Denkautomat wird, daß der Mensch ein Wesen wird, das&lt;br /&gt;
als physisches Wesen denkt, fühlt und will. Und es ist nicht bloß die&lt;br /&gt;
Aufgabe der Anthroposophie, an die Stelle einer falschen Weltanschauung&lt;br /&gt;
eine richtige zu setzen — das ist eine theoretische Forderung&lt;br /&gt;
—, das Wesen der Anthroposophie heute besteht darin, daß&lt;br /&gt;
angestrebt wird nicht nur eine andere Idee, sondern eine Tat: das&lt;br /&gt;
Geistig-Seelische wieder herauszureißen aus dem Leiblich-Physischen,&lt;br /&gt;
den Menschen heraufzuheben in die Sphäre des Geistig-Seelischen,&lt;br /&gt;
damit er nicht ein Denk-, Fühl- und Empfindungsautomat sei.&lt;br /&gt;
Die Menschheit steht heute in der Gefahr — einiges soll auch morgen&lt;br /&gt;
im Zweigvortrag angedeutet werden —, das Seelisch-Geistige zu verlieren.|300a|163f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denken mit dem Herzen ===&lt;br /&gt;
{{Textbox|&amp;lt;poem&amp;gt;Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das&lt;br /&gt;
Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.&amp;lt;/poem&amp;gt;|[[w:Antoine de Saint-Exupéry|Antoine de Saint-Exupéry]]: &#039;&#039;Der kleine Prinz&#039;&#039; [https://www.derkleineprinz-online.de/zitate/man-sieht-nur-mit-dem-herzen-gut-das-wesentliche-ist-fuer-die-augen-unsichtbar/]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Herzdenken}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Herzdenken]] ist eine Fähigkeit, über die die Menschen in früheren Zeiten auf &#039;&#039;unbewusste&#039;&#039; Art verfügten. Das „[[Sehen mit dem Herzen]]“ war mit einem sicheren [[Wahrheit]]sgefühl verbunden, das zwar noch nicht in klare, bewusste Konturen gefasst werden konnte, aber doch gewisse Einblicke in die höheren, [[Geistige Welt|geistigen Welten]] ermöglichte. Selbst [[Aristoteles]] hat noch das [[Herz]] als das Zentralorgan des Denkens angesehen. Er hat aber zugleich mit seiner [[Logik]] die sichere Basis für das [[Verstand]]esdenken gelegt, das nicht mehr im Herzen, sondern im [[Kopf]] zentriert ist. Diese Art des Denkens hat seine Blüte in unserem heutigen [[Intellekt]], der aber zunächst nur die [[sinnlich]]en Tatsachen erfassen und in ihrer logischen Ordnung durchschauen kann, und zwar mit vollem, wachen [[Ich-Bewusstsein]]. In Zukunft wird sich eine neue Art des Herzdenkens entwickeln, das mit dem vollwachen Ich-Bewusstsein vereinbar ist, und so auf ganz bewusste und besonnene Weise den Einblick in rein geistige Zusammenhänge erlaubt. Es wird sich wesentlich von unserem gegenwärtigen Verstand unterscheiden, indem es kein [[diskursiv]]es, ableitendes Denken ist, sondern die Wahrheit mit einem Blick überschaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Michael (Erzengel)|Erzengel Michael]] hängt eng mit der Entwicklung des Denkens zusammen. Er ist der Verwalter der [[Kosmische Intelligenz|kosmischen Intelligenz]]. Seine wesentliche Aufgabe liegt darin, diese kosmische Intelligenz in Form des Denkens dem [[Mensch]]en zugänglich zu machen. Im letzten Michaelzeitalter vor der Zeitenwende, das etwa vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis 200 v. Chr. währte, leitete er den Übergang von der [[Mythologie]] zur [[Philosophie]] ein. Er begründete damit das [[Verstand]]esdenken, das Kopfdenken, das zugleich die Grundlage für das [[Ich-Bewusstsein]] des Menschen schuf. Darin lebt aber ein [[luzifer]]isches Element - der luziferische Drache, den Michael auf die Erde herabgestoßen hat in die Häupter der Menschen. In der Folge geriet das ursprünglich noch sehr lebendige Kopfdenken immer stärker unter die Herrschaft [[Ahriman]]s und vertrocknete dadurch zu einem gefühllosen toten mechanistischen Denken, das heute allgegenwärtig ist und den Menschen von seinen geistigen Wurzeln abschneidet. Durch den zunehmenden Einfluss Ahrimans ist das Denken blass und willensschwach geworden. Den Gedanken, die nur mehr im Kopf kreisen, ist das sichere Wahrheitsgefühl verlorengegangen, es verliert sich in [[Illusion]]en und hat auch nicht die Kraft, den [[Wille]]n [[moral]]isch zu impulsieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Herzdenken.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/herzdenken}}]]&lt;br /&gt;
Heute stehen wie neuerlich in einem [[Michaelzeitalter]]s, das [[1879]] begonnen hat. Dessen zentrale Aufgabe ist es, ein neue Herzdenken zu entwickeln, welches das bloße Kopfdenken ablösen, aber zugleich dessen Früchte weiterentwickeln soll. Das Kopfdenken bildet daher die unverzichtbare Grundlage des zu entwickelnden Herzdenkens. Mit Recht schreibt [[Rudolf Steiner]] daher schon in seiner «[[GA 4|Philosophie der Freiheit]]»: {{&amp;quot;|&#039;&#039;Der Weg zum Herzen geht durch den Kopf.&#039;&#039;|{{G|4|25}}}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das Kopfdenken zum Herzdenken weiterzuentwickeln, muss das rechte Gleichgewicht zwischen den luziferischen und ahrimanischen Kräften hergestellt werden. Dazu ist die [[Christuskraft]] notwendig. Das neue Herzdenken stützt sich auf die Mitte des Menschen, auf seine Herzregion, die den [[Widersacher]]mächten nicht zugänglich ist, sondern einzig dem [[Christus]], dem [[Makrokosmisches Ich|makrokosmischen Ich]], das weseneins dem [[Wirkliches Ich|wirklichen Ich]] des Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Menschen, die im vorangehenden Erdenleben in inspiriertem&lt;br /&gt;
Gedankenwesen gestanden haben, also Michaeldiener&lt;br /&gt;
waren, fühlten sich, am Ende des neunzehnten Jahrhunderts wieder ins Erdenleben gekommen, zu solcher&lt;br /&gt;
freiwilligen Michaelgemeinschaft gedrängt. Sie betrachteten&lt;br /&gt;
ihren alten Gedankeninspirator nunmehr als den Weiser&lt;br /&gt;
im höheren Gedankenwesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer auf solche Dinge zu achten versteht, der konnte wissen,&lt;br /&gt;
welch ein Umschwung im letzten Drittel des neunzehnten&lt;br /&gt;
Jahrhunderts sich mit Bezug auf das Gedankenleben&lt;br /&gt;
der Menschen vollzogen hat. Vorher konnte der&lt;br /&gt;
Mensch nur fühlen, wie aus seinem Wesen heraus die Gedanken&lt;br /&gt;
sich formten; von dem angedeuteten Zeitabschnitt&lt;br /&gt;
an kann er sich über sein Wesen erheben; er kann den Sinn&lt;br /&gt;
ins Geistige lenken; da tritt ihm Michael entgegen, und&lt;br /&gt;
der erweist sich als altverwandt mit allem Gedankenweben.&lt;br /&gt;
Der befreit die Gedanken aus dem Bereich des Kopfes; er&lt;br /&gt;
macht ihnen den Weg zum Herzen frei; er löst die Begeisterung&lt;br /&gt;
aus dem Gemüte los, so daß der Mensch in seelischer&lt;br /&gt;
Hingabe leben kann an alles, was sich im Gedankenlicht&lt;br /&gt;
erfahren läßt. Das Michaelzeitalter ist angebrochen.&lt;br /&gt;
Die Herzen beginnen, Gedanken zu haben; die Begeisterung&lt;br /&gt;
entströmt nicht mehr bloß mystischem Dunkel, sondern&lt;br /&gt;
gedankengetragener Seelenklarheit. Dies verstehen,&lt;br /&gt;
heißt, Michael in sein Gemüt aufnehmen. Gedanken, die&lt;br /&gt;
heute nach dem Erfassen des Geistigen trachten, müssen&lt;br /&gt;
Herzen entstammen, die für Michael als den feurigen Gedankenfürsten&lt;br /&gt;
des Weltalls schlagen.|26|61f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das neue Herzdenken, das sich nicht auf das physische, sondern auf das von diesem mittlerweile weitgehend losgelöste [[Ätherherz]] stützt, entfaltet sich nicht in einer Kette logisch aneinander gefügter [[Begriff]]e, sondern in innerlich erlebten [[Seele|seelischen]] Sinnbildern, in von [[Inspiration]]en durchklungenen [[Imagination]]en, die mit einem Schlag die geistigen Zusammenhänge offenbaren. [[Paulus]] spricht in seinem [[Wikipedia:Brief des Paulus an die Epheser|Brief an die Epheser]] von den &#039;&#039;«erleuchtete[n] Augen des Herzens»&#039;&#039; {{Bibel|Eph|1|18|LUT}}. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende [[Herzensbildung]]. Sie äußert sich zivilisatorisch idealerweise in einer [[Herzenskultur]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das volle Entfaltung des Herzdenkens erfordert die regelmäßige Ausbildung und Aktivierung des [[Herzchakra]]s, der [[Zwölfblättrige Lotosblume|12-blättrigen Lotosblume]], die in unmittelbarer Nähe des Herzens als [[Lotosblumen|seelisches Organ]] tätig ist. Sie ist der hauptsächliche [[Intuition]]ssinn, durch den unter anderem der Rückblick in frühere [[Inkarnation]]en möglich wird. Ausgebildet und aktiviert wird das Herzchakra vor allem durch die von [[Rudolf Steiner]] gegebenen sechs [[Nebenübungen]] - die keinesfalls &#039;&#039;nebensächlich&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;essentiell&#039;&#039; für jede moderne [[Geistesschulung]] sind und stets die meditativen [[Hauptübungen]] begleiten müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Charakterisieren, nicht definieren, als Grundforderung der Pädagogik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Denken Sie sich, Sie bilden Begriffe, und diese Begriffe sind tot. Dann impfen Sie den Menschen Begriffsleichname ein. Bis in seinen Leib hinein impfen Sie dem Menschen Begriffsleichname ein, wenn Sie ihm tote Begriffe einimpfen. Wie muß der Begriff sein, den wir dem Menschen beibringen? Er muß lebendig sein, wenn der Mensch mit ihm soll leben können. Der Mensch muß leben, also muß der Begriff mitleben können. Impfen Sie dem Kinde im neunten, zehnten Jahre Begriffe ein, die dazu bestimmt sind, daß sie der Mensch im dreißigsten, vierzigsten Jahre noch ebenso hat, dann impfen Sie ihm Begriffsleichname ein, denn der Begriff lebt dann nicht mit dem Menschen mit, wenn dieser sich entwickelt. Sie müssen dem Kinde solche Begriffe beibringen, die sich im Laufe des weiteren Lebens des Kindes umwandeln können. Der Erzieher muß darauf bedacht sein, solche Begriffe dem Kinde zu übermitteln, welche der Mensch dann im späteren Leben nicht mehr so hat, wie er sie einmal bekommen hat, sondern die sich selbst umwandeln im späteren Leben. Wenn Sie das machen, dann impfen Sie dem Kinde lebendige Begriffe ein. Und wann impfen Sie ihm tote Begriffe ein? Wenn Sie dem Kinde fortwährend Definitionen geben, wenn Sie sagen: Ein Löwe ist ... - und so weiter und das auswendig lernen lassen, dann impfen Sie ihm tote Begriffe ein; dann rechnen Sie damit, daß das Kind, wenn es dreißig Jahre ist, noch ganz genau so diese Begriffe hat, wie Sie sie ihm einmal beigebracht haben. Das heißt: das viele Definieren ist der Tod des lebendigen Unterrichtes. Was müssen wir also tun? Wir sollten im Unterricht nicht definieren, wir sollten versuchen zu charakterisieren. Wir charakterisieren, wenn wir die Dinge unter möglichst viele Gesichtspunkte stellen. Wenn wir einfach in der Naturgeschichte dem Kinde das beibringen, was zum Beispiel in den heutigen Naturgeschichten von den Tieren steht, so definieren wir ihm eigentlich nur das Tier. Wir müssen versuchen, in allen Gliedern des Unterrichtes das Tier von anderen Seiten aus zu charakterisieren, zum Beispiel von der Seite, wie die Menschen allmählich dazu gekommen sind, dieses Tier kennenzulernen, sich seiner Arbeit zu bedienen und so weiter. Aber schon ein rationell eingerichteter Unterricht selber wirkt charakterisierend, wenn Sie nicht einfach nur - wenn die betreffende Etappe des Unterrichtes gerade an der Reihe ist - naturgeschichtlich den Tintenfisch beschreiben, dann wieder, wenn es drankommt, die Maus, und dann wieder den Menschen, wenn es drankommt, sondern wenn Sie nebeneinanderstellen Tintenfisch, Maus und Menschen und diese aufeinander beziehen. Dann sind diese Beziehungen so vielgliedrig, daß nicht eine Definition herauskommt, sondern eine Charakteristik, Ein richtiger Unterricht arbeitet daher von vornherein nicht auf die Definition hin, sondern auf die Charakteristik.&amp;quot; {{Lit|{{G|293|139}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Astralleib und Ich ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[Astralleib]] sind wir bewusste, durch unser [[Ich]] selbstbewusste [[geistige Wesen]]. Ohne Astralleib könnte uns das Denken nicht bewusst werden und ohne Ich könnten wir es nicht selbstbewusst ergreifen. Denken, [[Fühlen]] und [[Wollen]] wirken als seelische Erlebnisse im Astralleib und werden hier vom Ich aufgegriffen und geleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denken als Tätigkeit des Ätherleibs ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dieses Denken ist eigentlich ein Vorgang unseres Ätherleibes. Und von dem, was eigentlich geschieht beim Denken, weiß der Mensch das Allerwenigste. Das Allerwenigste von dem, was geschieht in seinem Denken, begleitet der Mensch mit seinem Bewußtsein. Indem der Mensch denkt, weiß er ja einiges von dem, was er denkt. Aber unendlich viel mehr wird als begleitendes Denken entfaltet schon beim Tagesdenken. Und dazu kommt, daß wir in der Nacht, wenn wir schlafen, fortdenken. Es ist nicht wahr, daß das Denken mit dem Einschlafen aufhört und mit dem Aufwachen wieder anfängt. Das Denken dauert fort. Und unter den mancherlei Traumesvorgängen, Vorgängen des Traumlebens, sind auch diese, daß der Mensch beim Aufwachen mit seinem Ich und astralischen Leib in seinen Ätherleib und physischen Leib untertaucht. Da taucht er unter und kommt in ein Gewoge hinein, in ein webendes Leben, von dem er, wenn er nur ein wenig zuschaut, wissen kann: das sind webende Gedanken, da tauche ich unter wie in ein Meer, das nur aus webenden Gedanken besteht. Mancher hat schon beim Aufwachen dann sich gesagt: Wenn ich mich nur erinnern könnte, was ich da gedacht habe, das war etwas sehr Gescheites, das würde mir ungeheuer viel helfen, wenn ich es mir jetzt erinnern könnte! Das ist kein Irrtum. Da unten ist wirklich etwas wie ein wogendes Meer; das ist eben die wogende, webende, ätherische Welt, die nicht so bloß eine etwas dünnere Materie ist, wie es so gerne die englische Theosophie darstellt, sondern die webende Gedankenwelt selbst ist, wirklich Geistiges ist. Man taucht in eine webende Gedankenwelt unter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was wir als Menschen sind, ist wirklich viel gescheiter als das, was wir als bewußte Menschen sind. Da bleibt nichts übrig, als es zu gestehen. Es wäre auch traurig, wenn wir nicht unbewußt gescheiter wären, als wir bewußt sind, denn sonst könnten wir nichts tun, als uns in jedem Leben auf der gleichen Stufe der Gescheitheit zu wiederholen. Aber wir tragen in der Tat schon im gegenwärtigen Leben mit uns, was wir werden können im nächsten Leben; denn das wird die Frucht sein. Und würden wir wirklich immer imstande sein, das zu erhäschen, in das wir da untertauchen, so würden wir viel erhaschen von dem, was wir im nächsten Leben sein werden. Also da unten wogt es und webt es; da ist der Keim für unsere nächste Verkörperung, und das nehmen wir in uns auf. Daher das Prophetische des Traumlebens. Das Denken ist etwas ungeheuer Kompliziertes, und nur einen Teil von dem, was da im Denken vor sich geht, nimmt der Mensch in sein Bewußtsein auf. Denn im Gedanken geht vor sich, was einen Zeitenprozeß bedeutet. Indem wir wachen Sinnes wahrnehmen, sind wir zugleich kosmische Menschen. Unser Vorgang des Sehens bewirkt das Leuchten, da sind wir kosmische Raumesmenschen. Durch das, was im Denken sich vollzieht, sind wir kosmische Zeitenmenschen, da wirkt alles mit, was schon vor unserer Geburt geschehen ist, was nach unserem Tode geschieht und so weiter. So nehmen wir durch unser Denken am ganzen kosmischen Prozeß der Zeit teil, durch unser Sinneswahrnehmen am ganzen kosmischen Prozeß des Raumes. Und nur der irdische Prozeß des Sinneswahrnehmens ist für uns selber [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowie man dem Denken jene Abstraktheit abstreift, die es für unser Bewußtsein hat, und untertaucht in jenes Meer der webenden Gedankenwelt, kommt man in die Notwendigkeit, dadrinnen nicht nur solche abstrakte Gedanken zu haben wie der Erdenmensch, sondern dadrinnen Bilder zu haben. Denn aus Bildern ist alles geschaffen, Bilder sind die wahren Ursachen der Dinge, Bilder liegen hinter allem, was uns umgibt, und in diese Bilder tauchen wir ein, wenn wir in das Meer des Denkens eintauchen. Diese Bilder hat Plato gemeint, diese Bilder haben alle gemeint, die von geistigen Urgründen gesprochen haben, diese Bilder hat Goethe gemeint, wenn er von seiner Urpflanze sprach. Diese Bilder findet man im imaginativen Denken. Aber dieses imaginative Denken ist eine Wirklichkeit, und darin tauchen wir ein, wenn wir in das wogende, im Strom der Zeit dahingehende Denken eintauchen.|157|296ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken und Bildekräftetätigkeit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man denkt, man stellt vor, und man hat das Bewußtsein, daß man&lt;br /&gt;
durch die Gedanken, die man sich bildet, durch die Vorstellungen,&lt;br /&gt;
die man erlebt, etwas erfährt von der Welt, daß man gewissermaßen&lt;br /&gt;
etwas wissen lernt von der Welt, daß eben die Vorstellungen etwas&lt;br /&gt;
abbilden von der Welt. Dieses Bewußtsein hat man. Jeder, der über&lt;br /&gt;
die Straße geht, hat ja das Gefühl, daß ihm dadurch, daß er die Bäume&lt;br /&gt;
und so weiter anschaut, Vorstellungen aufleben, und daß diese&lt;br /&gt;
Vorstellungen innere Repräsentanten sind desjenigen, was er wahrnimmt,&lt;br /&gt;
daß er also durch die Vorstellungen gewissermaßen die Welt&lt;br /&gt;
der äußeren Wahrnehmungen in sich aufnimmt und sie dann weiterlebt,&lt;br /&gt;
diese Wahrnehmungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß daneben der Gedanke, das Denken überhaupt noch etwas&lt;br /&gt;
Wesentliches ist in unserem inneren Selbst, in unserem inneren&lt;br /&gt;
Selbst als Menschen, daß wir etwas tun, indem wir denken, daß das&lt;br /&gt;
eine innere Tätigkeit ist, dieses Denken, eine innere Arbeit, das&lt;br /&gt;
bringt man sich in den seltensten Fällen, man kann schon sagen,&lt;br /&gt;
eigentlich gar nicht innerhalb der europäischen Weltanschauung&lt;br /&gt;
so recht zum Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einmal hier darauf aufmerksam gemacht, daß jeder Gedanke&lt;br /&gt;
noch etwas wesentlich anderes ist als dasjenige, als was man&lt;br /&gt;
ihn gewöhnlich anerkennt. Man erkennt ihn an als ein Abbild von&lt;br /&gt;
etwas äußerlich Wahrnehmbarem. Aber man erkennt ihn nicht an&lt;br /&gt;
als Formbildner, als Gestalter. Jeder Gedanke, der in uns auftaucht,&lt;br /&gt;
ergreift gewissermaßen unser inneres Leben und hat Teil zunächst,&lt;br /&gt;
so lange wir wachsen, an unserem ganzen Aufbauen als Menschen.&lt;br /&gt;
Er hatte schon Anteil an unserem Aufbau, bevor wir überhaupt geboren&lt;br /&gt;
worden sind, und gehört zu den bildenden Kräften unserer&lt;br /&gt;
Natur. Er arbeitet immer weiter und er stellt immer wieder und wieder&lt;br /&gt;
das her, was abstirbt in uns. Also es ist nicht nur so, daß wir außerhalb&lt;br /&gt;
unsere Vorstellungen wahrnehmen, sondern wir arbeiten&lt;br /&gt;
immer als denkende Wesen, wir arbeiten durch das, was wir vorstellen,&lt;br /&gt;
immerfort neu an unserer Gestaltung und Bildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftlich angesehen erscheint jeder Gedanke so&lt;br /&gt;
ähnlich wie ein Kopf mit etwas wie einer Fortsetzung nach unten,&lt;br /&gt;
so daß wir mit jedem Gedanken eigentlich in uns einschachteln etwas&lt;br /&gt;
wie ein Schattenbild von uns selber; nicht ganz ähnlich mit uns,&lt;br /&gt;
aber so ähnlich wie ein Schattenbild. Dieses Schattenbild von uns&lt;br /&gt;
selber muß in uns hineingeschachtelt werden, denn es geht fortwährend&lt;br /&gt;
von uns etwas verloren, etwas zugrunde; es bröckelt ab in&lt;br /&gt;
Wirklichkeit. Und das, was so da der Gedanke in uns als Menschengestalt&lt;br /&gt;
hineinschachtelt, das erhält uns überhaupt bis zu unserem&lt;br /&gt;
Tode hin. Also der Gedanke ist zugleich eine richtige innere Tätigkeit,&lt;br /&gt;
ein Bauen an uns selber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese letztere Erkenntnis hat man innerhalb der abendländischen&lt;br /&gt;
Weltanschauung fast gar nicht. Man verspürt nicht, man fühlt nicht&lt;br /&gt;
in seinem Gemüte, wie einen der Gedanke ergreift, wie er sich wirklich&lt;br /&gt;
in uns ausbreitet. Ein Mensch, der atmet, fühlt noch ab und zu,&lt;br /&gt;
obwohl er meist jetzt auch darauf nicht mehr achtet, daß der Atem&lt;br /&gt;
sich in ihm ausbreitet, daß der Atem etwas zu tun hat mit seinem&lt;br /&gt;
Wiederaufbau, mit seiner Regeneration. So ist es auch mit dem Gedanken.&lt;br /&gt;
Aber da fühlt es der europäische Mensch schon kaum mehr,&lt;br /&gt;
daß der Gedanke eigentlich bestrebt ist, fortwährend Mensch zu&lt;br /&gt;
werden oder, besser gesagt, Menschengestalt zu bilden.&lt;br /&gt;
Ohne dies Erfühlen von solchen Kräften, die in uns sind, kommen&lt;br /&gt;
wir aber kaum dazu, wirklich ein richtiges Verständnis, ein inneres&lt;br /&gt;
Gefühls- und Lebensverständnis dessen zu gewinnen, was die&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will. Denn sie arbeitet eigentlich gar nicht in&lt;br /&gt;
dem, was der Gedanke uns liefert, indem er ein Äußeres abbildet,&lt;br /&gt;
sondern sie arbeitet in diesem Lebenselemente des Gedankens, in&lt;br /&gt;
diesem fortwährenden Gestalten des Gedankens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war schon seit Jahrhunderten deshalb, weil der europäischen&lt;br /&gt;
Menschheit dieses zuletzt charakterisierte Bewußtsein immer mehr&lt;br /&gt;
abhanden kam, recht schwierig, von Geisteswissenschaft zu sprechen,&lt;br /&gt;
respektive verstanden zu werden, wenn man davon sprach. In&lt;br /&gt;
der morgenländischen Weltanschauung ist dieses Gefühl, das ich&lt;br /&gt;
eben ausgesprochen habe gegenüber dem Gedanken, in einem hohen&lt;br /&gt;
Maße vorhanden. Es ist wirklich in einem hohen Maße vorhanden;&lt;br /&gt;
mindestens ist das Bewußtsein vorhanden, daß man dieses Gefühl&lt;br /&gt;
vom inneren Erleben des Gedankens suchen muß. Daher die&lt;br /&gt;
Neigung der Morgenländer zum Meditieren; denn das Meditieren&lt;br /&gt;
soll ja sein ein solches Sich-Hineinleben in die Gestaltungskräfte des&lt;br /&gt;
Gedankens, soll werden ein Gewahrwerden des lebendigen Fühlens&lt;br /&gt;
des Gedankens. Daß der Gedanke in uns etwas tut, sollte man gewahr&lt;br /&gt;
werden während des Meditierens. Daher finden wir solche&lt;br /&gt;
Aussprüche im Morgenlande wie: Im Meditieren Einswerden mit&lt;br /&gt;
dem Brahma, mit dem Gestaltenden der Welt. Dieses Bewußtsein,&lt;br /&gt;
daß man mit dem Gedanken, wenn man sich recht in ihn einlebt,&lt;br /&gt;
nicht nur etwas in sich hat, nicht nur selber denkt, sondern sich einlebt&lt;br /&gt;
in die Gestaltungskräfte der Welt, das wird in der morgenländischen&lt;br /&gt;
Weltanschauung gesucht. Aber es ist erstarrt, erstarrt aus dem&lt;br /&gt;
Grunde, weil die morgenländische Weltanschauung es versäumt hat,&lt;br /&gt;
sich ein Verständnis anzueignen für das Mysterium von Golgatha.|162|190ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Imaginatives Denken als erneuerte platonische Ideenschau ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Pauli.jpg|miniatur|[[Wolfgang Pauli]] (1900-1958)]]&lt;br /&gt;
Ohne selbst über geisteswissenschaftliche Kenntnisse zu verfügen, kam der österreichische Quantenphysisker [[Wolfgang Pauli]] (1900 - 1958) aus seinen persönlichen Erfahrungen zu einer einer sehr präzisen Darstellung des imaginativen Denkens, das die Grundlage für unser abstraktes Denken bildet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Wenn man die vorbewusste Stufe der Begriffe analysiert, findet man immer Vorstellungen, die aus «symbolischen» Bildern mit im allgemeinen starkem emotionalen Gehalt bestehen. Die Vorstufe des Denkens ist ein malendes Schauen dieser inneren Bilder, deren Ursprung nicht allgemein und nicht in erster Linie auf Sinneswahrnehmungen ... zurückgeführt werden kann ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archaische Einstellung ist aber auch die notwendige Voraussetzung und die Quelle der wissenschaftlichen Einstellung. Zu einer vollständigen Erkenntnis gehört auch diejenige der Bilder, aus denen die rationalen Begriffe gewachsen sind. ... Das Ordnende und Regulierende muss jenseits der Unterscheidung von «physisch» und «psychisch» gestellt werden - so wie Platos&#039;s «Ideen» etwas von Begriffen und auch etwas von «Naturkräften» haben (sie erzeugen von sich aus Wirkungen). Ich bin sehr dafür, dieses «0rdnende und Regulierende» «Archetypen» zu nennen; es wäre aber dann unzulässig, diese als psychische Inhalte zu definieren. Vielmehr sind die erwähnten inneren Bilder («Dominanten des kollektiven Unbewussten» nach Jung) die psychische Manifestation der Archetypen, die aber auch alles Naturgesetzliche im Verhalten der Körperwelt hervorbringen, erzeugen, bedingen müssten. Die Naturgesetze der Körperwelt wären dann die physikalische Manifestation der Archetypen. ... Es sollte dann jedes Naturgesetz eine Entsprechung innen haben und umgekehrt, wenn man auch heute das nicht immer unmittelbar sehen kann.|Atmanspacher, S 219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Immanuel Kant]] hielt einen solchen &#039;&#039;[[intellectus archetypus]]&#039;&#039;, der der unmittelbaren Anschauung der [[Urbild]]er fähig ist zwar prinzipiell für möglich, meinte jedoch, dass sich der Mensch niemals zu diesem erheben könne. [[Goethe]] dachte anders:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Als ich die Kantische Lehre, wo nicht zu durchdringen, doch möglichst zu nutzen suchte, wollte mir manchmal dünken, der köstliche Mann verfahre schalkhaft ironisch, in dem er bald das Erkenntnisvermögen aufs engste einzuschränken bemüht schien, bald über die Grenzen, die er selbst gezogen hatte, mit einem Seitenwink hinausdeutete. Er mochte freilich bemerkt haben, wie anmaßend und naseweis der Mensch verfährt, wenn er behaglich, mit wenigen Erfahrungen ausgerüstet, sogleich unbesonnen abspricht und voreilig etwas festzusetzen, eine Grille, die ihm durchs Gehirn läuft, den Gegenständen aufzuheben trachtet. Deswegen beschränkt unser Meister seinen Denkenden auf eine reflektierende diskursive Urteilskraft, untersagt ihm eine bestimmende ganz und gar. Sodann aber, nachdem er uns genugsam in die Enge getrieben, ja zur Verzweiflung gebracht, entschließt er sich zu den liberalsten Äußerungen und überläßt uns, welchen Gebrauch wir von der Freiheit machen wollen, die er einigermaßen zugesteht. In diesem Sinne war mir folgende Stelle höchst bedeutend:&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Wir können uns einen Verstand denken, der, weil er nicht wie der unsrige diskursiv, sondern intuitiv ist, vom synthetisch Allgemeinen, der Anschauung eines Ganzen als eines solchen, zum Besondern geht, das ist, von dem Ganzen zu den Teilen: Hierbei ist gar nicht nötig zu beweisen, daß ein solcher intellectus archetypus möglich sei, sondern nur, daß wir in der Dagegenhaltung unseres diskursiven, der Bilder bedürftigen Verstandes (intellectus ectypus) und der Zufälligkeit einer solchen Beschaffenheit auf jene Idee eines intellectus archetypus geführt werden, diese auch keinen Widerspruch enthalte.» {{Lit|Kant, § 77}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zwar scheint der Verfasser hier auf einen göttlichen Verstand zu deuten, allein wenn wir ja im sittlichen, durch Glauben an Gott, Tugend und Unsterblichkeit uns in eine obere Region erheben und an das erste Wesen annähern sollen: so dürft&#039; es wohl im Intellektuellen derselbe Fall sein, daß wir uns, durch das Anschauen einer immer schaffenden Natur zur geistigen Teilnahme an ihren Produktionen würdig machten. Hatte ich doch erst unbewußt und aus innerem Trieb auf jenes Urbildliche, Typische rastlos gedrungen, war es mir sogar geglückt, eine naturgemäße Darstellung aufzubauen, so konnte mich nunmehr nichts weiter verhindern, das Abenteuer der Vernunft, wie es der Alte vom Königsberge selbst nennt, mutig zu bestehen.&amp;quot; {{Lit|Goethe, Anschauende Urteilskraft}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner machte aber auch deutlich, dass diese Art des imaginativen Denkens, die geistige Wahrnehmung der Urbilder, zeitweise in den Hintergrund treten musste, damit sich der Mensch im abstrakten bildlosen [[Intellekt]] zum selbstständigen Denken emporringen konnte. Die Reste des alten Hellsehens, das in der [[platon]]ischen [[Ideenschau]] noch nachwirkte, mussten zunächst verblassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die alte Zeit hat noch Überbleibsel gehabt vom alten Hellsehen, durch das in uralter Zeit die Menschen hineingeschaut haben in die geistige Welt, wo sie wirklich gesehen haben, wie es der Mensch tut, wenn er mit Ich und astralischem Leib draußen ist aus dem physischen und Ätherleib und im Kosmos draußen. Da würde der Mensch nie zur vollen Freiheit gekommen sein, zur Individualität; Unselbständigkeit wäre eingetreten, wenn es beim alten Hellsehen geblieben wäre. Der Mensch mußte das alte Hellsehen verlieren; er mußte gleichsam Besitz ergreifen von seinem physischen Ich. Das Denken, das er entwickeln würde, wenn er das ganze Gewoge unter dem Bewußtsein sehen würde, das als Denken, Fühlen, Wollen dort vorhanden ist, das würde ein himmlisches Denken sein, aber nicht das selbständige Denken. Wie kommt der Mensch zu diesem selbständigen Denken? Nun, denken Sie sich, daß Sie in der Nacht schlafen, Sie liegen im Bette. Das heißt, im Bette liegt der physische Leib und Ätherleib. Nun kommen beim Aufwachen von außen das Ich und der astralische Leib herein. Da wird fortgedacht im Ätherleib. Da tauchen jetzt das Ich und der astralische Leib unter, die fassen nun zunächst den Ätherleib. Aber es dauert nicht lange, denn in diesem Augenblick kann aufblitzen jenes: Was habe ich da nur gedacht, was war das doch Gescheites? Aber der Mensch hat die Begierde, gleich auch den physischen Leib zu ergreifen, und in diesem Moment entschwindet das alles; jetzt ist der Mensch ganz in der Sphäre des Erdenlebens darinnen. Es kommt also daher, daß der Mensch gleich den Erdenleib ergreift, daß er das feine Gewoge des ätherischen Denkens sich nicht zum Bewußtsein bringen kann. Der Mensch muß eben, um das Bewußtsein entwickeln zu können «ich bin es, der da denkt», seinen Erdenleib als Instrument ergreifen, sonst würde er nicht das Bewußtsein haben «ich bin es, der da denkt», sondern «der mich beschützende Engel ist es, der da denkt». Dieses Bewußtsein «ich denke» ist nur möglich durch das Ergreifen des Erdenleibes. Darum ist es notwendig, daß im Erdenleben der Mensch befähigt wird zum Gebrauche seines Erdenleibes. In der nächsten Zeit wird er immer mehr und mehr durch das, was die Erde ihm gibt, diesen Erdenleib ergreifen müssen. Sein berechtigter Egoismus wird immer größer und größer werden. Dem muß eben das Gegengewicht geschaffen werden dadurch, daß man auf der anderen Seite die Erkenntnisse gewinnt, die die Geisteswissenschaft gibt. Im Ausgangspunkt dieser Zeit stehen wir.&amp;quot; {{Lit|{{G|157|300f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist die Zeit reif, um das imaginative Denken, das mit der platonischen Ideenschau verdämmerte, auf neuer, höherer Stufe mit voll entwickeltem [[Selbstbewusstsein]] wiederzugewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Denken als keimhafter Beginn eines neuen Hellsehens ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im bewussten imaginativen Denken eröffnet sich ein erster Einblick in die [[geistige Welt]]. Das Denken wird zur Quelle eines erneuerten [[Hellsehen]]s:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Kein Mensch könnte eigentlich zu wirklichem Hellsehen kommen, wenn er nicht zunächst ein Winziges an Hellsehen in der Seele hätte. Wenn es wahr wäre, was ein allgemeiner Glaube ist, daß die Menschen, wie sie sind, nicht hellsichtig seien, dann könnten sie überhaupt nicht hellsichtig werden. Denn wie der Alchimist meint, daß man etwas Gold haben muß, um viele Mengen Goldes hervorzuzaubern, so muß man unbedingt etwas hellsehend schon sein, damit man dieses Hellsehen immer weiter und weiter ins Unbegrenzte hinein ausbilden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten Sie ja die Alternative aufstellen und sagen: Also glaubst du, daß wir schon alle hellsichtig sind, wenn auch nur ein Winziges, oder daß diejenigen unter uns, die nicht hellsichtig sind, es auch nie werden können? - Sehen Sie, darauf kommt es an, daß man versteht, daß der erste Fall der Alternative richtig ist: Es gibt wirklich keinen unter Ihnen, der nicht - wenn er sich dessen auch nicht bewußt ist - diesen Ausgangspunkt hätte. Sie haben ihn alle. Keiner von Ihnen ist in der Not, weil Sie alle ein gewisses Quantum Hellsehen haben. Und was ist dieses Quantum? Das ist dasjenige, was gewöhnlich gar nicht als Hellsehen geschätzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verzeihen Sie einen etwas groben Vergleich: Wenn eine Perle am Wege liegt und ein Huhn findet sie, so schätzt das Huhn die Perle nicht besonders. Solche Hühner sind die modernen Menschen zumeist. Sie schätzen die Perle, die ganz offen daliegt, gar nicht, sie schätzen etwas ganz anderes, sie schätzen nämlich ihre Vorstellungen. Niemand könnte abstrakt denken, wirkliche Gedanken und Ideen haben, wenn er nicht hellsichtig wäre, denn in den gewöhnlichen Gedanken und Ideen ist die Perle der Hellsichtigkeit von allem Anfange an. Diese Gedanken und Ideen entstehen genau durch denselben Prozeß der Seele, durch den die höchsten Kräfte entstehen. Und es ist ungeheuer wichtig, daß man zunächst verstehen lernt, daß der Anfang der Hellsichtigkeit etwas ganz Alltägliches eigentlich ist: man muß nur die übersinnliche Natur der Begriffe und Ideen erfassen. Man muß sich klar sein, daß aus den übersinnlichen Welten die Begriffe und Ideen zu uns kommen, dann erst sieht man recht. Wenn ich Ihnen erzähle von Geistern der höheren Hierarchien, von den Seraphim, Cherubim, von den Thronen herunter bis zu den Archangeloi und Angeloi, so sind das Wesenheiten, die aus geistigen, höheren Welten zu der Menschenseele sprechen müssen. Aus eben diesen Welten kommen der Seele die Ideen und Begriffe, sie kommen geradezu in die Seele aus höheren Welten herein und nicht aus der Sinnenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde als ein großes Wort eines großen Aufklärers gehalten, das dieser gesagt hat im achtzehnten Jahrhundert: Mensch, erkühne dich, deiner Vernunft dich zu bedienen. - Heute muß ein größeres Wort in die Seelen klingen, das heißt: Mensch, erkühne dich, deine Begriffe und Ideen als die Anfänge deines Hellsehertums anzusprechen. - Das, was ich jetzt ausgesprochen habe, habe ich schon vor vielen Jahren ausgesprochen, ausgesprochen in aller Öffentlichkeit, nämlich in meinen Büchern «Wahrheit und Wissenschaft» und «Philosophie der Freiheit», wo ich gezeigt habe, daß die menschlichen Ideen aus übersinnlichem, geistigem Erkennen kommen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den heutigen Menschen ist eines notwendig, wenn er zu einer innerlich erlebten Wahrheit kommen will. Wenn er wirklich einmal innerlich Wahrheit erleben will, dann muß der Mensch einmal durchgemacht haben das Gefühl der Vergänglichkeit aller äußeren Verwandlungen, dann muß der Mensch die Stimmung der unendlichen Trauer, der unendlichen Tragik und das Frohlocken der Seligkeit zugleich erlebt haben, erlebt haben den Hauch, den Vergänglichkeit aus den Dingen ausströmt. Er muß sein Interesse haben fesseln können an diesen Hauch des Werdens, des Entstehens und der Vergänglichkeit der Sinnenwelt. Dann muß der Mensch, wenn er höchsten Schmerz und höchste Seligkeit an der Außenwelt hat empfinden können, einmal so recht allein gewesen sein, allein gewesen sein nur mit seinen Begriffen und Ideen; dann muß er einmal empfunden haben: Ja, in diesen Begriffen und Ideen, da fassest du doch das Weltengeheimnis, das Weltgeschehen an einem Zipfel - derselbe Ausdruck, den ich einstmals gebraucht habe in meiner «Philosophie der Freiheit» -. Aber erleben muß man dieses, nicht bloß verstandesmäßig begreifen, und wenn man es erleben will, erlebt man es in völligster Einsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat dann noch ein Nebengefühl. Auf der einen Seite erlebt man die Grandiosität der Ideenwelt, die sich ausspannt über das All, auf der anderen Seite erlebt man mit der tiefsten Bitternis, daß man sich trennen muß von Raum und Zeit, wenn man mit seinen Begriffen und Ideen Zusammensein will. Einsamkeit! Man erlebt die frostige Kälte. Und weiter enthüllt sich einem, daß die Ideenwelt sich jetzt wie in einem Punkte zusammengezogen hat, wie in einem Punkte dieser Einsamkeit. Man erlebt: Jetzt bist du mit ihr allein. - Man muß das erleben können. Man erlebt dann das Irrewerden an dieser Ideenwelt, ein Erlebnis, das einen tief aufwühlt in der Seele. Dann erlebt man es, daß man sich sagt: Vielleicht bist du das alles doch nur selber, vielleicht ist an diesen Gesetzen nur wahr, daß es lebt in dem Punkte deiner eigenen Einsamkeit. - Dann erlebt man, ins Unendliche vergrößert, alle Zweifel am Sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dieses Erlebnis in seiner Ideenwelt hat, wenn sich aller Zweifel am Sein schmerzlich und bitter abgeladen hat auf die Seele, dann erst ist man im Grunde reif dazu, zu verstehen, wie es doch nicht die unendlichen Räume und die unendlichen Zeiten der physischen Welt sind, die einem die Ideen gegeben haben. Jetzt erst, nach dem bitteren Zweifel, öffnet man sich den Regionen des Spirituellen und weiß, daß der Zweifel berechtigt war, und wie er berechtigt war. Denn er mußte berechtigt sein, weil man geglaubt hat, daß die Ideen aus den Zeiten und Räumen in die Seele gekommen seien. Aber was empfindet man jetzt? Als was empfindet man die Ideenwelt, nachdem man sie erlebt hat aus den spirituellen Welten heraus? Jetzt fühlt man sich zum ersten Male inspiriert, jetzt beginnt man, während man früher wie einen Abgrund die unendliche Öde um sich ausgedehnt empfunden hat, jetzt beginnt man sich zu fühlen wie auf einem Felsen stehend, der aus dem Abgrunde emporwächst, und man fühlt sich so, daß man weiß: Jetzt bist du in Verbindung mit den geistigen Welten, diese und nicht die Sinnenwelt haben dich mit der Ideenwelt beschenkt.|146|34ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken, Fühlen und Wollen und Luzifer und Ahriman ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken, [[Fühlen]] und [[Wollen]] liegt eine einheitliche Seelentätigkeit zugrunde, nur macht die [[luzifer]]ische Tätigkeit das Wollen jung und die [[ahrimanisch]]e Tätigkeit das Denken alt. Im Fühlen stehen Luzifer und Ahriman im Kampf miteinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die luziferische Tätigkeit macht das Wollen jung. Unsere Seelentätigkeit,&lt;br /&gt;
durchzogen von Luziferischem, ist Wollen. Wenn das Luziferische&lt;br /&gt;
in unserer Seelentätigkeit überwiegt, wenn in unserer Seele nur&lt;br /&gt;
Luzifer seine Kräfte geltend macht, so ist das Wollen. Luzifer wirkt verjüngend&lt;br /&gt;
auf den Gesamtstrom unserer Seelentätigkeit. Wenn Ahriman&lt;br /&gt;
dagegen hauptsächlich seine Wirkungen äußert in unserer Seelentätigkeit,&lt;br /&gt;
dann verhärtet er unsere Seelentätigkeit, sie wird alt, und das ist&lt;br /&gt;
das Denken. Dieses Denken, dieses Gedankenhaben ist gar nicht möglich&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Leben, ohne daß in dem ätherischen Leibe Ahriman&lt;br /&gt;
seine Kräfte entfaltet. Man kann im Seelenleben, insofern es sich&lt;br /&gt;
im Ätherleibe äußert, nicht ohne Ahriman und Luzifer auskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:GA158_134.gif|center|500px|Zeichnung aus GA 158, S 134]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Würde Luzifer sich ganz zurückziehen von unserem ätherischen Leibe,&lt;br /&gt;
dann würden wir kein luziferisches Feuer haben zum Wollen. Würde&lt;br /&gt;
Ahriman sich ganz zurückziehen von unserem Seelenleben, dann würden&lt;br /&gt;
wir niemals die Kühle des Denkens entwickeln können. In der&lt;br /&gt;
Mitte von beiden ist eine Region, wo sie miteinander kämpfen. Hier&lt;br /&gt;
durchdringen sie sich, Luzifer und Ahriman, hier spielen ihre Tätigkeiten&lt;br /&gt;
ineinander. Das ist die Region des Fühlens. In der Tat, so erscheint&lt;br /&gt;
der menschliche Ätherleib, daß man darinnen wahrnehmen&lt;br /&gt;
kann das luziferische Licht und die ahrimanische Härte. Wenn man&lt;br /&gt;
den menschlichen Ätherleib überblickt, so ist das natürlich nicht so angeordnet,&lt;br /&gt;
wie hier (auf der Zeichnung) symbolisch, sondern da ist ein&lt;br /&gt;
Durcheinander. Da sind Einschiebsel, in denen der Ätherleib undurchsichtig&lt;br /&gt;
erscheint, so, wie wenn er, ich möchte sagen, Eiseinschläge hätte.&lt;br /&gt;
Figuren treten im Ätherleibe auf, die man vergleichen kann mit Eisfiguren,&lt;br /&gt;
wie sie auf Fensterscheiben erscheinen. Das sind die Verhärtungen&lt;br /&gt;
in dem Ätherleibe. An solchen Stellen wird er undurchsichtig.&lt;br /&gt;
Das sind aber die Auslebungen des Gedankenlebens im Ätherleibe. Dieses&lt;br /&gt;
Gefrieren des Ätherleibes an gewissen Stellen rührt von Ahriman&lt;br /&gt;
her, der seine Kräfte da hineinschickt durch das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:GA158_135.gif|center|200px|Zeichnung aus GA 158, S 135]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An andern Stellen des Ätherleibes ist es so, als wenn er Vakuolen,&lt;br /&gt;
ganz lichte Stellen in sich hätte, die durchsichtig sind, die glänzend,&lt;br /&gt;
lichtglitzernd sind. Da sendet Luzifer seine Strahlen, seine Kräfte hinein,&lt;br /&gt;
das sind die Willenszentren im Ätherleibe. Und in dem, was dazwischen&lt;br /&gt;
liegt, wo gleichsam fortwährende Tätigkeit ist im Ätherleibe,&lt;br /&gt;
ist es so, daß man sieht, hier ist eine harte Stelle, aber nun wird sie sogleich&lt;br /&gt;
von einer solchen Lichtstelle gefaßt und aufgelöst. Ein fortwährendes&lt;br /&gt;
Festwerden und Wiederauflösen. Das ist der Ausdruck der&lt;br /&gt;
Gefühlstätigkeit im Ätherleibe.|158|133ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die praktische Ausbildung des Denkens ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Renatus Ziegler - Revolution des Denkens.jpg|thumb|Ein Arbeits- und Übungsbuch zum philosophisch-anthroposophischen Menschenbild: Erkenntniswissenschaftliche und freiheitspraktische Fundamente der Anthroposophie auf der Grundlage des Werkes «[[Die Philosophie der Freiheit]]» von Rudolf Steiner.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[https://www.futurumverlag.com/de/ Futurum Verlag] 2025, &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
ISBN 978-3-85636-285-0]]&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat eine Reihe einfacher Übungen gegeben, das Denken [[wirklichkeitsgemäß]]er auszubilden. {{Lit|{{G|108|256ff}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst muss man sich darüber klar werden, dass es nur dann Sinn macht, über die Welt nachzudenken, wenn diese auch nach Gedanken aufgebaut ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer das richtige Gefühl erlangen will gegenüber dem&lt;br /&gt;
Denken, der muß sich sagen: Wenn ich mir Gedanken machen&lt;br /&gt;
kann über die Dinge, wenn ich durch Gedanken etwas ergründen&lt;br /&gt;
kann über die Dinge, so müssen die Gedanken erst darinnen sein in&lt;br /&gt;
den Dingen. Die Dinge müssen nach den Gedanken aufgebaut sein,&lt;br /&gt;
nur dann kann ich die Gedanken auch herausholen aus den Dingen.&amp;quot; {{Lit|{{G|108|259}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erste Übung, um das eigenen Denken an der Wirklichkeit zu erziehen, kann man insbesondere Naturvorgängen gegenüber machen, deren innere Gesetzmäßigkeit man vorerst noch nicht überschauen kann. Man beobachtet beispielsweise die Witterung am Abend, die Wolkenkonfiguration, die Art, wie die Sonne untergegangen ist und hält diese Beobachtungen im Gedächtnis möglichst detailgetreu und bildhaft fest, der Abstraktion enthält man sich so weit als möglich. Am Morgen macht man sich wiederum ein deutliches Bild von den Witterungsverhältnissen, und so kann man das dann weiter fortsetzen. Auf jegliche Spekulation verzichtet man, aber man lässt immer wieder im seelischen Nacherleben die aufeinanderfolgenden Bilder ineinander übergehen. Man entwickelt dadurch „[[Anschauende Urteilskraft]]“, wie sie [[Goethe]] in hohem Maße zueigen war. Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten, etwa seine Farbenlehre, seine Metamorphosenlehre oder seine Witterungslehre sind aus dieser denkenden Anschauung, aus diesem anschauenden Denken hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegebenheiten gegenüber, die leichter zu durchschauen sind, soll man aber auch das kausale Denken schulen. Man beobachtet etwa einen Menschen bei dem, was er heute tut, und versucht darauf zu schließen, was er morgen als Folge dieser Handlungen vollbringen wird. Anfangs wird man dabei wahrscheinlich öfter danebenliegen, aber mit der Zeit wird das Urteil immer treffsicherer werden. Man kann die ganze Übung auch umgekehrt machen, indem aus dem heute Beobachteten auf die vorangegangenen Ursachen dafür schließt. Das macht allerdings nur Sinn, wenn es möglich ist, sich nachträglich über diese Ursachen zu informieren. Ähnliches tut man an sich tagtäglich, das ist gar nichts Ungewohntes, es gilt nur, das konsequenter und systematischer auszubilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielen Menschen fällt im rechten Moment nicht das Richtige ein. Das passiert besonders Menschen, die ihr Gedankenleben nicht recht in der Hand haben und gerne die Gedanken frei umherschweifen lassen. Man kann aber auch die Schlagfertigkeit des Denkens schulen. Immer, wenn sich eine Gelegenheit dazu ergibt, etwa wenn man auf den Bus wartet oder sonst wie eine Pause macht, rückt man ganz willkürlich einen völlig frei gewählten Gedanken egal welcher Art, es kann etwas ganz Banales sein, in den Mittelpunkt des Bewusstseins und versucht sich allein mit diesem zu beschäftigen und alle anderen Gedanken fernzuhalten. Man muss aber den Gedanken, auf den man sich derart konzentriert, wirklich völlig frei wählen, er soll sich nicht zwangsläufig aus den momentanen Lebensnotwendigkeiten ergeben. Je unscheinbarer und langweiliger das ist, worüber man so nachdenkt, desto fruchtbarer ist die Übungen; es sollen also ganz und gar nicht irgendwelche hochgestochenen philosophischen Erwägungen sein. Diese Übung zur [[Gedankenkontrolle]] ist so wichtig, dass Rudolf Steiner sie auch als erste der sogenannten [[Nebenübungen]] gegeben hat, die jede geistige Schulung begleiten müssen. Wir werden uns mit den weiteren Nebenübungen im Laufe dieser Vorträge noch näher beschäftigen, da sie allesamt einen ganz unmittelbaren lebenspraktischen Wert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist auch die Schulung des [[Gedächtnis]]ses. Man ist etwa gestern auf der Straße einem Bekannten begegnet, hat ihn kurz gegrüßt, und ist dann weiter gegangen. Man versucht sich nun heute ganz detailgetreu an diese Begegnung zu erinnern. Wie war er gekleidet, welche Farbe hatte das Gewand, trug er einen Hut? Man wird bald merken, dass man sich meist nur an wenige Details erinnern kann. Man versuche nun, sich die fehlenden Details durch die Phantasie möglichst bildhaft zu ergänzen. Auf die Bildhaftigkeit kommt dabei alles an. Man stellt ihn sich beispielsweise vor im dunklen zweireihigen Anzug, mit Krawatte und Hut am Kopf; die Wahrheit trifft man dadurch zwar nicht, aber man wird so die Aufmerksamkeit für künftige Beobachtungen schulen und das Gedächtnis wird nach und nach immer getreuer werden. Bildhaftigkeit ist dabei übrigens sehr allgemein aufzufassen; man kann auch versuchen, sich den Klang der Stimme und die genaue Wortwahl auszumalen, obwohl das meist noch schwieriger ist, als die bildhafte Erinnerung im engeren Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bedeutsam ist die Geduld, die man beim Denken aufbringt. Diese mangelt dem [[Intellekt]] meist sehr. Wir wollen sehr rasch zu einem Ergebnis unserer Überlegungen kommen. Besser ist es, sich zunächst mehrere sehr unterschiedliche Möglichkeiten auszumalen, wie man zu einer Lösung kommen könnte, und dann die Sache ruhen zu lassen. Am besten, man überschläft das Ganze, und kommt erst am nächsten Tag wieder darauf zurück. Bei sehr bedeutsamen Dingen kann die Frist, während der man des Denken darüber ruhen lässt, noch viel länger sein – das alles geht natürlich nur insoweit, als es die Lebensanforderungen zulassen, aber man soll es eben üben, so gut es geht. Entscheidungen, die man so trifft, werden sich stets als viel tiefer gegründet erweisen, als wenn man sie überhastet aus dem Augenblick heraus trifft. Später wird das allerdings auch dazu führen, dass man gegebenenfalls auch ganz spontan und unmittelbar sehr fundierte Entscheidungen treffen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derartige Denkübungen, verbunden mit einer gesteigerten [[Aufmerksamkeit]], stärken den [[Ätherleib]]. Weitere Anregungen dazu hat Steiner in dem Vortrag &#039;&#039;&amp;quot;Nervosität und Ichheit&amp;quot;&#039;&#039; gegeben {{Lit|{{G|143|9ff}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rückwärtsdenken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Rückwärtsdenken}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besonders fruchtbare Übung, die Steiner häufig empfohlen hat, ist das [[Rückwärtsdenken]]. Man versucht sich dabei einen konkret gegebenen äußeren Vorgang möglichst detailreich Schritt für Schritt entgegen dem äußeren [[Zeit]]verlauf von hinten nach vorne [[Vorstellung|vorzustellen]]. Man beginnt z.B. bei einem Drama mit dem Ende des 5. Aktes und geht dann weiter zurück durch alle Akte bis zum Anfang. Man reißt sich dadurch los vom äußeren Zeitstrom und taucht ein in den [[Astralwelt|Astralstrom]], der uns aus der Zukunft entgegenkommt. Das erfordert gegenüber dem gewohnten Erleben eine erhöhte [[Aufmerksamkeit]] und steigert dadurch das [[Bewusstsein]] und damit auch das [[Gedächtnis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Gewöhnlich erleben&lt;br /&gt;
Sie die Lebensereignisse so, daß Sie einfach dem fortlaufenden Strom&lt;br /&gt;
des Erlebens folgen. Wenn eine Glocke tönt, einmal, ein zweites, ein&lt;br /&gt;
drittes Mal anschlägt, so hören Sie zuerst den ersten, dann den zweiten&lt;br /&gt;
und dann den dritten Ton. Dann sind Sie aber fertig. Wenn Sie ein&lt;br /&gt;
Drama anhören, hören Sie die einzelnen Teile hintereinander; dann&lt;br /&gt;
sind Sie fertig. Das heißt, Sie leben in dem Ätherleibe mit dem fortlaufenden&lt;br /&gt;
Strom. Nehmen wir aber an, Sie betreiben es systematisch, den&lt;br /&gt;
umgekehrten Strom sich anzueignen, Sie gewöhnten sich daran, Dinge,&lt;br /&gt;
die Sie sonst nur in der einen Richtung verfolgen, auch umgekehrt&lt;br /&gt;
zu verfolgen. Zum Beispiel, Sie nehmen sich vor, einige Ereignisse des&lt;br /&gt;
Tages in umgekehrter Reihenfolge zu erinnern. Wenn Sie so das Tagesleben&lt;br /&gt;
rückwärts betrachten, dann folgen Sie nicht dem gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Ich-Strom, der dadurch zustande kommt, daß das Ich im&lt;br /&gt;
Ätherleibe lebt, sondern Sie folgen dann dem entgegengesetzten&lt;br /&gt;
Strom, dem Strom des Astralleibes. Wenn Sie zum Beispiel das Vaterunser&lt;br /&gt;
statt, wie Sie gewohnt sind, es vorwärts zu beten, es jetzt rückwärts&lt;br /&gt;
beten, dann folgen Sie einem dem gewöhnlichen Strom der&lt;br /&gt;
Ereignisse entgegengesetzten Strom. Das ist nicht der gewöhnliche&lt;br /&gt;
Strom, der dadurch zustande kommt, daß das Ich den Ätherleib ausfüllt.&lt;br /&gt;
Und die Folge ist, daß Sie Ihrem Ich dadurch eine Kraftzufuhr&lt;br /&gt;
bereiten aus dem astralischen Strom heraus. Dann tritt in der Tat eine&lt;br /&gt;
Erinnerungsfähigkeit ein in ganz gewaltigem Maße. Ich selbst habe in&lt;br /&gt;
meiner Erziehertätigkeit bei meinen Schülern dahin gewirkt, damit sie&lt;br /&gt;
eine Stärkung des Gedächtnisses für später haben sollten, daß sie&lt;br /&gt;
gewisse Dinge, die man sonst nur in einer Richtung lernt, auch in der&lt;br /&gt;
umgekehrten Richtung lernten und immer wieder und wieder üben&lt;br /&gt;
mußten. So wird die Härteskala der Mineralien gewöhnlich in der&lt;br /&gt;
folgenden Reihenfolge gelernt: 1. Talk, 2. Steinsalz, 3. Kalkspat, 4.&lt;br /&gt;
Flußspat, 5. Apatit, 6. Orthoklas oder Kalifeldspat, 7. Quarz, 8. Topas,&lt;br /&gt;
9. Korund, 10. Diamant. Da habe ich nun die Schüler neben dieser&lt;br /&gt;
Aufzählung auch immer wieder die umgekehrte Reihenfolge üben&lt;br /&gt;
lassen: Diamant, Korund, Topas, Quarz, Orthoklas, Apatit, Flußspat,&lt;br /&gt;
Kalkspat, Steinsalz, Talk. Das ist eine außerordentlich gute Übung -&lt;br /&gt;
besonders wenn sie zu guter Zeit im Kindheitsalter vorgenommen&lt;br /&gt;
wird - für die Stärkung der Gedächtniskraft.|115|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisierung des Gedankenlebens ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Politisierung des Gedankenlebens}}&lt;br /&gt;
Auf die heute allgegenwärtige [[Politisierung des Gedankenlebens]] und ihre unheilsamen Wirkungen hat bereits [[Rudolf Steiner]] nachdrücklich hingewiesen:{{GZ|Ich habe in einem andern Zusammenhange schon auf den Sinn&lt;br /&gt;
der «Policy» aufmerksam darauf gemacht, wo fortwährend von Policy&lt;br /&gt;
gesprochen wird, von dem In-Szene-Setzen von gewissen Gedanken, um&lt;br /&gt;
dieses oder jenes zu erreichen. Aber wie ist dieses überhaupt verbreitet in&lt;br /&gt;
der Welt! Aus dieser Politisierung des Gedankenlebens geht in unserem&lt;br /&gt;
[[Germanisch-Angelsächsische Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum]] geradezu das Schlimmste hervor.&lt;br /&gt;
Eine Zeit, die noch glauben konnte in einer gewissen Weise, wenn sie&lt;br /&gt;
Gedanken bildete, inspiriert zu sein, konnte auf ihren Konzilien meinetwillen&lt;br /&gt;
dieses oder jenes Dogma, das dann verwendet wurde, um das&lt;br /&gt;
oder jenes in der Welt zu erreichen, beschließen. Unsere Zeit, die aber&lt;br /&gt;
wahrhaftig in ihrem materialistischen Gefüge inspirationslos ist, wird,&lt;br /&gt;
wenn sie den Gedanken nicht so knüpft, daß er in Verantwortung gegenüber&lt;br /&gt;
der unpersönlichen Wahrheit geknüpft ist, den Gedanken nur&lt;br /&gt;
aus der persönlich-willkürlichen oder aus der vereinsmäßig-willkürlichen&lt;br /&gt;
oder sonst irgendwie gemeinsamkeits-willkürlichen Aspiration&lt;br /&gt;
heraus fassen. Und da wird der Gedanke nicht in die Welt gestellt, weil&lt;br /&gt;
man seine Richtigkeit einsieht, sondern weil man mit ihm politisieren&lt;br /&gt;
will. Diese Politisierung des Gedankenlebens geht immer weiter und&lt;br /&gt;
weiter. Und man erzieht sich nicht so, daß man zu dem richtigen, zu&lt;br /&gt;
dem wahren Gedanken kommt, sondern man erzieht sich so, daß man zu&lt;br /&gt;
einem Gedanken kommt, mit dem man politisieren kann, zum Beispiel&lt;br /&gt;
mit dem Gedanken des Nichtvivisezierens der Tiere. Aber man faßt den&lt;br /&gt;
Gedanken nicht in seinem Wahrheitsgehalt, sondern durch seine politische&lt;br /&gt;
Agitationskraft. Man agitiert mit dem Gedanken, man politisiert&lt;br /&gt;
mit dem Gedanken in Abstinenzvereinen, in Anti-Vivisektionsvereinen.&lt;br /&gt;
Man faßt einen Gedanken nicht in seiner Realität - Abstinenz, Vivisektion&lt;br /&gt;
oder dergleichen-, sondern man politisiert ihm gegenüber. Überall&lt;br /&gt;
wird mit den Gedanken politisiert. Sie werden in politische Getriebe&lt;br /&gt;
hineinversenkt.|272|318f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Freiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um deutlich zu machen, dass das Denken des Menschen ein ausgesprochener Freiheitspol ist, was Steiner ja schon in der [[Philosophie der Freiheit]] sagt, hat [[Joseph Beuys]] einmal folgende Formel aufgestellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;&#039;Denken = Wissenschaft = Freiheit ([[Beuys]])&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur == &lt;br /&gt;
{{Glomer-Suche|Denken}}&lt;br /&gt;
*[[Johann Gottlieb Fichte]]: &#039;&#039;Sämtliche Werke&#039;&#039;. Herausgegeben von J.H. Fichte, Erster Band, Verlag von Veit und Comp. Berlin 1845 [https://archive.org/details/johanngottliebf27fichgoog/page/n10 archive.org]&lt;br /&gt;
* [[Paul Asmus]]: &#039;&#039;Das Ich und das Ding an sich. Geschichte ihrer begrifflichen Entwickelung in der neuesten Philosophie&#039;&#039;, Verlag C. E. M. Pfeffer, Halle 1873 {{MDZ|11163813-5}}&lt;br /&gt;
** neu herausgegeben und eingeleitet von [[Thomas Brunner]], [https://www.edition-immanente.de/alle-buecher/das-ich-und-das-ding-an-sich.html edition immanente], Berlin 2014, ISBN 978-3-942754-30-9&lt;br /&gt;
* [[Paul Asmus]]: &#039;&#039;Die indogermanische Religion in den Hauptpunkten ihrer Entwickelung. Ein Beitrag zur Religionsphilosophie&#039;&#039;, Erster Band:: &#039;&#039;Indogermanische Naturreligion&#039;&#039;, Verlag C. E. M. Pfeffer, Halle 1875 {{Google Buch|BuchID=kB1mAAAAcAAJ}}, {{MDZ|11315442-0}}&lt;br /&gt;
* [[Paul Asmus]]: &#039;&#039;Die indogermanische Religion in den Hauptpunkten ihrer Entwickelung. Ein Beitrag zur Religionsphilosophie&#039;&#039;, Zweiter Band: &#039;&#039;Das Absolute und die Vergeistigung der einzelnen indogermanischen Religionen&#039;&#039;, Verlag C. E. M. Pfeffer, Halle 1877 {{Google Buch|BuchID=HePMpWOiwYYC}}, {{MDZ|11315443-6}}&lt;br /&gt;
** Neuausgabe beider Bände (Reprint): &#039;&#039;Die Indogermanische Religion in den Hauptpunkten Ihrer Entwickelung: Ein Beitrag Zur Religionsphilosophie&#039;&#039;, Volumes 1-2, WENTWORTH PR 2018, ISBN 978-0270960525&lt;br /&gt;
* H. Atmanspacher, H. Primas, E. Wertenschlag-Birkhäuser (Hrsg.), &#039;&#039;Der Pauli-Jung-Dialog&#039;&#039;, Springer Verlag, Berlin Heidelberg 1995&lt;br /&gt;
* [[Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Maximen und Reflexionen&#039;&#039;, Goethe-BA Bd. 18, S 528&lt;br /&gt;
* [[Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Anschauende Urteilskraft&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Immanuel Kant]]: &#039;&#039;Kritik der reinen Urteilskraft&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Matthias Wenke: &#039;&#039;Im Gehirn gibt es keine Gedanken. Bewusstsein und Wissenschaft. Phänomenologische Skizzen zu Biologie, Psychoanalyse, Yoga und Buddhismus&#039;&#039;. Königshausen u. Neumann 2010, ISBN 978-3826038143; eBook {{ASIN|B0CKW9BS34}} (2023)&lt;br /&gt;
* [[Stanislas Dehaene]], Helmut Reuter (Übers.): &#039;&#039;Denken: Wie das Gehirn Bewusstsein schafft&#039;&#039;, Albrecht Knaus Verlag 2014, ISBN 978-3813504200, eBook ASIN B00KG66INQ&lt;br /&gt;
* [[Raymond Kurzweil|Ray Kurzweil]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des menschlichen Denkens: Einblicke in das Reverse Engineering des Gehirns&#039;&#039;, Lola Books 2014, ISBN 978-3944203065, eBook ASIN B01348W39K&lt;br /&gt;
* Markus Gabriel: &#039;&#039;Ich ist nicht Gehirn. Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert&#039;&#039;, 2. Auflage, Ullstein Taschenbuch 2017, ISBN 978-3548376806; eBook {{ASIN|B00WWNQ700}}&lt;br /&gt;
* Markus Gabriel: &#039;&#039;Der Sinn des Denkens&#039;&#039;, Ullstein Hardcover 2018, ISBN 978-3550081934; eBook {{ASIN|B07CVLYJB1}}&lt;br /&gt;
* Bernardo J. Gut: &#039;&#039;Inhaltliches Denken und formale Systeme – Der platonische Standpunkt in Logik, Mathematik und Erkenntnistheorie&#039;&#039;, Verlag Rolf Kugler, Oberwil bei Zug 1979 [http://www.agraffenverlag.ch/wp-content/uploads/2015/11/Bernardo-J.-Gut-Inhaltliches-Denken-und-formale-Systeme-%C2%A9-1979.pdf]&lt;br /&gt;
* Jürgen Strube: &#039;&#039;Die Beobachtung des Denkens: Rudolf Steiners &#039;Philosophie der Freiheit&#039; als Weg zur Bildekräfte-Erkenntnis&#039;&#039;, 3. Auflage, Verlag für Anthroposophie 2017, ISBN 978-3037690239&lt;br /&gt;
* Otto Jachmann: &#039;&#039;Denken wird Wahrnehmung: Die Philosophie von Brentano, Husserl, Heidegger und Derrida und die Anthroposophie&#039;&#039;, Verlag Christian Möllmann 2009, ISBN 978-3899791266&lt;br /&gt;
* [[Renatus Ziegler]]: &#039;&#039;Intuition und Ich-Erfahrung: Erkenntnis und Freiheit zwischen Gegenwart und Ewigkeit&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben 2006, ISBN 978-3772517853&lt;br /&gt;
* [[Renatus Ziegler]]: &#039;&#039;Dimensionen des Selbst: Eine philosophische Anthropologie&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben 2013, ISBN 978-3772524974&lt;br /&gt;
* Christoph Hueck: &#039;&#039;Intuition - das Auge der Seele. Die Darstellung des intuitiven Erkennens im schriftlichen Werk Rudolf Steiners&#039;&#039;, Akanthos Akademie Edition, Books on Demand 2016, ISBN 978-3741298264; eBook {{ASIN|B01N0H7HXN}}&lt;br /&gt;
* Christoph Hueck: &#039;&#039;Philosophie als Initiation: Die sieben philosophischen Schriften Rudolf Steiners als spiritueller Schulungsweg&#039;&#039;, Books on Demand 2017, ISBN 978-3746046785; eBook{{ASIN|B0788R72FS}}&lt;br /&gt;
* [[Hans Bonneval]]: &#039;&#039;Revolution im Denken: Rudolf Steiner. Warum Computer nicht denken können&#039;&#039;, BoD, Norderstedt 2017, ISBN 978-3743157521&lt;br /&gt;
* Florin Lowndes: &#039;&#039;Das Erwecken des Herz-Denkens. Wesen und Leben des sinnlichkeitsfreien Denkens in der Darstellung Rudolf Steiners. Umriß einer Methodik&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 1998, ISBN 978-3772517358&lt;br /&gt;
* Florin Lowndes: &#039;&#039;Die Belebung des Herzchakra: Ein Leitfaden zu den Nebenübungen Rudolf Steiners&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart Januar 2017, ISBN 978-3772516207&lt;br /&gt;
* Wolfgang Findeisen: &#039;&#039;Mit dem Herzen sehen lernen&#039;&#039;. Das Herz als Grundlage einer spirituellen Entwicklung. Die sechs Nebenübungen Rudolf Steiners, Edel-Vlg., Duisburg 2012, ISBN 978-3938957424&lt;br /&gt;
* Martina Maria Sam (Hrsg.): &#039;&#039;Rudolf Steiner. Herzdenken: Über inspiratives Erkennen&#039;&#039;, Rudolf Steiner Vlg., Dornach 2014, ISBN 978-3727453007&lt;br /&gt;
* Andreas Neider: &#039;&#039;Denken mit dem Herzen: Wie wir unsere Gedanken aus dem Kopf befreien können&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2019, ISBN 978-3772527241; eBook {{ASIN|B07T1MHRH9}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften&#039;&#039;, [[GA 1]] (1987) {{Schriften|1}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung&#039;&#039;, [[GA 2]] (2002), ISBN 3-7274-0020-X {{Schriften|002}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheit und Wissenschaft&#039;&#039;, [[GA 3]] (1980), ISBN 3-7274-0030-7 {{Schriften|003}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit&#039;&#039;, [[GA 4]] (1995) {{Schriften|4}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung &#039;&#039;, [[GA 9]] (2003), ISBN 3-7274-0090-0; &#039;&#039;&#039;Tb 615&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6151-4 {{Schriften|009}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Daniel Hartmann (Hrsg.): &#039;&#039;Theosophie. Die Textentwicklung in den Auflagen 1904-1922 in vollständiger Lesefassung&#039;&#039; (Rudolf Steiner Studien), Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2009, ISBN 978-3-7274-5329-8&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Christian Clement (Hrsg.): &#039;&#039;Theosophie – Anthroposophie. Ein Fragment&#039;&#039;, [[SKA]] Band 6: &#039;&#039;Schriften zur Anthropologie&#039;&#039;, Rudolf Steiner Verlag 2016, ISBN 978-3-7274-5806-4&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Drei Schritte der Anthroposophie. Philosophie – Kosmologie – Religion&#039;&#039;, [[GA 25]] (1999), ISBN 3-7274-0252-0 {{Schriften|025}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Goetheanumgedanke inmitten der Kulturkrisis der Gegenwart&#039;&#039;, [[GA 36]] (1961), ISBN 3-7274-0360-8 {{Vorträge|036}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Fachwissenschaften und Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 73a]] (2005), ISBN 3-7274-0735-2 {{Vorträge|073a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die befruchtende Wirkung der Anthroposophie auf die Fachwissenschaften&#039;&#039;, [[GA 76]] (1977), ISBN 3-7274-0760-3 {{Vorträge|076}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Wirklichkeit der höheren Welten&#039;&#039;, [[GA 79]] (1988), ISBN 3-7274-0790-5 {{Vorträge|079}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Westliche und östliche Weltgegensätzlichkeit&#039;&#039;, [[GA 83]] (1981), ISBN 3-7274-0830-8 {{Vorträge|083}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Bewußtsein – Leben – Form &#039;&#039;, [[GA 89]] (2001), ISBN 3-7274-0890-1 {{Vorträge|089}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Beantwortung von Welt- und Lebensfragen durch Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 108]] (1986) {{Vorträge|108}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie – Psychosophie – Pneumatosophie&#039;&#039;, [[GA 115]] (2001), ISBN 3-7274-1150-3 {{Vorträge|115}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens im Lichte der Evangelien&#039;&#039;, [[GA 117]] (1986), ISBN 3-7274-1170-8 {{Vorträge|117}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege der Seele zu Christus&#039;&#039;, [[GA 143]] (1994), ISBN 3-7274-1430-8 {{Vorträge|143}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulten Grundlagen der Bhagavad Gita&#039;&#039;, [[GA 146]] (1962), Zweiter Vortrag, Helsingfors, 29. Mai 1913 {{Vorträge|146}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung. Das Fünfte Evangelium&#039;&#039;, [[GA 148]] (1992), ISBN 3-7274-1480-4 {{Vorträge|148}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der menschliche und der kosmische Gedanke&#039;&#039;, [[GA 151]] (1980), Erster Vortrag, Berlin, 20. Januar 1914 {{Vorträge|151}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorstufen zum Mysterium von Golgatha &#039;&#039;, [[GA 152]] (1990), ISBN 3-7274-1520-7 {{Vorträge|152}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?&#039;&#039;, [[GA 154]] (1985), ISBN 3-7274-1540-1 {{Vorträge|154}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenschicksale und Völkerschicksale&#039;&#039;, [[GA 157]] (1981), Vierzehnter Vortrag, Berlin, 6. Juli 1915 {{Vorträge|157}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Zusammenhang des Menschen mit der elementarischen Welt&#039;&#039;, [[GA 158]] (1993), ISBN 3-7274-1580-0 {{Vorträge|158}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Kunst- und Lebensfragen im Lichte der Geisteswissenschaft&#039;&#039;, [[GA 162]] (2000), ISBN 3-7274-1620-3 {{Vorträge|162}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 173]] (1978), ISBN 3-7274-1730-7 {{Vorträge|173}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges&#039;&#039;, [[GA 174b]] (1994), ISBN 3-7274-1742-0 {{Vorträge|174b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie kann die Menschheit den Christus wiederfinden?&#039;&#039;, [[GA 187]] (1995), ISBN 3-7274-1870-2 {{Vorträge|187}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Perspektiven der Menschheitsentwickelung&#039;&#039;, [[GA 204]] (1979), ISBN 3-7274-2040-5 {{Vorträge|204}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Zweiter Teil&#039;&#039;, [[GA 206]] (1991), ISBN 3-7274-2060-X {{Vorträge|206}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Initiationswissenschaft und Sternenerkenntnis&#039;&#039;, [[GA 228]] (2002), ISBN 3-7274-2280-7 {{Vorträge|228}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Initiaten-Bewußtsein. Die wahren und die falschen Wege der geistigen Forschung.&#039;&#039;, [[GA 243]] (2004), ISBN 3-7274-2430-3 {{Vorträge|243}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltkultur&#039;&#039;, [[GA 254]] (1986), ISBN 3-7274-2540-7 {{Geschichte|254}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909&#039;&#039;, [[GA 266/1]] (1995), ISBN 3-7274-2661-6 {{Schule|266a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Esoterische Unterweisungen für die erste Klasse der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum 1924&#039;&#039;, [[GA 270/2]] (1999),  ISBN 3-7274-2700-0 {{Vorträge|270b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes «Faust»&#039;&#039;, Band I: Faust, der strebende Mensch , [[GA 272]] (1981), ISBN 3-7274-2720-5 {{Vorträge|272}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik&#039;&#039;, [[GA 293]] (1992), Neunter Vortrag, Stuttgart, 30. August 1919 {{Vorträge|293}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Sprachbetrachtungen&#039;&#039;, [[GA 299]] (1981), ISBN 3-7274-2990-9 {{Vorträge|299}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924&#039;&#039;, [[GA 300]] a-c (1995), ISBN 3-7274-3000-1 {{Vorträge|300}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die gesunde Entwickelung des Menschenwesens. Eine Einführung in die anthroposophische Pädagogik und Didaktik.&#039;&#039;, [[GA 303]] (1978), ISBN 3-7274-3031-1 {{Vorträge|303}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Meditative Betrachtungen und Anleitungen zur Vertiefung der Heikunst&#039;&#039;, [[GA 316]] (2003), ISBN 3-7274-3160-1 {{Vorträge|316}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heilpädagogischer Kurs&#039;&#039;, [[GA 317]] (1995), ISBN 3-7274-3171-7 {{Vorträge|317}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vom Leben des Menschen und der Erde. Über das Wesen des Christentums&#039;&#039;, [[GA 349]] (1980), ISBN 3-7274-3490-2 {{Vorträge|349}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]]&#039;&#039;, Heft 63: &#039;&#039;Rudolf Steiner über den Atomismus. Zwei Aufsätze aus dem Frühwerk&#039;&#039; {{BE|063}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|denken}}&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Peter]]: [https://www.youtube.com/watch?v=Zb2GBNUUBbg Anregung für ein lebendiges Denken] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=eofF7aBu4p4 Welche Macht haben Gedanken?] Videobeitrag auf [[W:Arte|Arte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkenntnistheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schulungsweg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seelenleben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seele]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Denken|!]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Methodologie|C]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:AnthroWiki:Exzellent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Skandhas|204]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rosenkreuzerischer Schulungsweg]]&lt;br /&gt;
[[en:Thinking]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Denken&amp;diff=626877</id>
		<title>Denken</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Denken&amp;diff=626877"/>
		<updated>2026-10-27T17:18:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Das Denken als keimhafter Beginn eines neuen Hellsehens */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Vassily Kandinsky, 1923 - Composition 8, huile sur toile, 140 cm x 201 cm, Musée Guggenheim, New York.jpg|mini|[[Wassily Kandinsky]]: Komposition VIII, 1923, [[Wikipedia:Solomon R. Guggenheim Museum|Solomon R. Guggenheim Museum]], New York]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; ({{ahd|&#039;&#039;thenken&#039;&#039;}} (8. Jh.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{DWDS|denken}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. &#039;&#039;dankjan, denkjan&#039;&#039;; [[Germanisch|germ.]] &#039;&#039;*þank–ja–&#039;&#039;, von [[Indogermanische Sprachen|idg.]] &#039;&#039;*teng-&#039;&#039; „wahrnehmen, fühlen, empfinden, den Anschein haben, denken“; davon abgeleitet auch &#039;&#039;danken&#039;&#039;, &#039;&#039;Andacht&#039;&#039;, &#039;&#039;Gedenken&#039;&#039; usw., was die ursprünglich mit dem Denken verbundene &#039;&#039;dankbare&#039;&#039; Gesinnung deutlich macht; [[lat.]] &#039;&#039;cogito&#039;&#039; „ich denke“, 1. Person sing. von &#039;&#039;cogitare&#039;&#039; „denken, nachdenken, [gut oder böse] gesinnt sein“&amp;lt;ref&amp;gt;{{PONS-Latein|cogitare}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) bzw. &#039;&#039;&#039;Denkvermögen&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|διανοητικόν}} &#039;&#039;dianoetikon&#039;&#039; bzw. {{lang|gr|διανοητική ψυχή}} &#039;&#039;dianoêtike psyché&#039;&#039;, von {{ELSalt|διάνοια}} &#039;&#039;dianoia&#039;&#039; „Nachdenken, [[Verstand]], [[Vernunft]]“; [[lat.]] &#039;&#039;anima rationalis&#039;&#039;) ist eine der drei grundlegenden [[Seelenkräfte]] des Menschen. Durch das Denken erleben bzw. bilden wir [[Begriff]]e und [[Idee]]n und mit Hilfe der [[Erinnerung]] auch [[Vorstellung]]en, in denen sich die innere Gesetzmäßigkeit dessen offenbaren soll, was uns in den vereinzelt dastehenden [[Wahrnehmung]]en vorerst unverstanden gegenübertritt. Ohne Denken bliebe die Wahrnehmung ein nicht weiter fassbares zusammenhangloses diffuses Aggregat von [[Empfindungsobjekt]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewusst wird zumeist nur das Endergebnis der [[Denktätigkeit]] in Form fertig ausgeformter [[Gedanke]]n, da sich die [[Aufmerksamkeit]] ganz auf das [[Objekt]] des Denkens, nicht aber auf dieses selbst richtet. Die bewusste [[Beobachtung des Denkens]] stellt demgegenüber einen [[Ausnahmezustand]] dar, den aber jeder denkende [[Mensch]] mit etwas Übung bewusst willentlich herbeiführen kann. Er beobachtet dann seine eigene [[geist]]ige Tätigkeit - und steht damit am Beginn der geistigen [[Wahrnehmung]] überhaupt, durch die er sich selbst als [[Geistige Wesen|geistiges Wesen]] erlebt. Damit ist zugleich ein sicherer Ausgangspunkt für alle weitere [[geistige Wahrnehmung]] gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Grundlage des Denkens ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Perlen des Denkens.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/perlen-des-denkens}}|link=https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/perlen-des-denkens]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Piet Mondrian (1872-1944)- Composition in Oval with Color Planes 1, oil on canvas, 1914, Museum of Modern Art.JPG|mini|hochkant=0.7|[[w:Piet Mondrian|Piet Mondrian]] &#039;&#039;Ovale Komposition mit Farbflächen I&#039;&#039;, 1914, Museum of Modern Art, New York]]&lt;br /&gt;
Durch die [[Denktätigkeit]], die das [[Gehirn]] ergreift und zum Spiegelungsapparat bildet, werden die durch das Denken hervorgebrachten [[Gedanke]]n im [[Bewusstsein]] zur [[Erscheinung]] gebracht. Bewusst wird uns daher in der Regel nicht der [[Denkprozess]] als solcher, sondern erst sein Ergebnis, die Gedanken, die die [[Seele|seelisch]] erlebte Manifestation dieses rein [[geist]]igen Prozesses sind. Bloßes [[Gedanken-Haben]], d.h. die Anwesenheit fertiger Gedanken im Bewusstsein, die ohne aktuell aktiv erlebter [[Einsicht]] als Ergebnis früheren Denkens aus dem Gedächtnis aufgerufen werden oder überhaupt nur mehr oder weniger passiv als [[Wissen]] ohne eigene tiefere Einsicht im Vertrauen auf eine [[Autorität]] hin erworben wurden oder gar nur aus sachlich weitgehend unzusammenhängenden [[Assoziation (Psychologie)|Gedanken-Assoziationen]] besteht, ist noch kein Denken. Wirkliches Denken entsteht nur dann, wenn es aus eigener Anstrengung hervorgebracht wird und selbsttätig bis zur unmittelbaren klaren [[Einsicht]] in die vorliegenden [[ideell]]en Zusammenhänge voranschreitet. Die [[Beobachtung des Denkens]], also des geistigen Prozesses selbst, der die Gedanken hervorbringt, stellt darüber hinaus einen [[Ausnahmezustand]] dar, der aber jedem denkenden [[Mensch]] bei entsprechender Schulung der [[Aufmerksamkeit]] zugänglich ist. Insofern der Denkende damit seine eigene [[geist]]ige Tätigkeit beobachtet, handelt es sich dabei um die wichtigste und grundlegendste Form der voll bewussten [[Geistige Wahrnehmung|geistigen Wahrnehmung]], auf die alle weitere moderne [[Geistesforschung]] aufbauen kann. In der [[Intellektuelle Anschauung|intellektuellen Anschauung]] sieht sich, wie schon [[Fichte]] bemerkte, die [[Intelligenz]] selbst zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Die Intelligenz, als solche, &#039;&#039;sieht sich selbst zu&#039;&#039;; und dieses&lt;br /&gt;
sich selbst Sehen ist mit allem, was ihr zukommt, unmittelbar&lt;br /&gt;
vereinigt&amp;lt;ref&amp;gt;Dieses sich selbst Sehen geht unmittelbar auf alles, was sie ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und in dieser &#039;&#039;unmittelbaren&#039;&#039; Vereinigung des Seyns&lt;br /&gt;
und des Sehens besteht die Natur der Intelligenz. Was in ihr&lt;br /&gt;
ist, und was sie überhaupt ist, ist sie &#039;&#039;für sich selbst&#039;&#039;; und&lt;br /&gt;
nur, inwiefern sie es für sich selbst ist, ist sie es, als Intelligenz.|Fichte, [https://archive.org/details/johanngottliebf27fichgoog/page/n475 S. 435]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[ahriman]]ischen Einfluss verfallen wir heute sehr leicht in einen Gedankenautomatismus, in dem fertige Gedanken beliebig kombiniert werden, ohne dass das wirkliche Denken aktiv daran beteiligt ist. Hier ist also besondere Achtsamkeit notwendig, insbesondere auch hinsichtlich des verbalen Ausdrucks unserer Gedanken. Wir sollten darum streng darauf achten, nicht gedankenlos gängige Redensarten verwenden. Anders ausgedrückt: Wir sollten nicht dem Drang der [[Mem]]e folgen, die sich in unserer modernen [[Informationsgesellschaft]] sehr rasch von Mensch zu Mensch verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir schützen uns am besten dadurch, wenn wir uns immer mehr&lt;br /&gt;
und mehr bestreben, ein klares und genaues Denken zu entfalten, so&lt;br /&gt;
genau wie möglich zu denken, nicht einfach so hinzuhuschen im Denken&lt;br /&gt;
über die Dinge, wie das heute gerade gesellschaftlicher Usus ist.&lt;br /&gt;
Nicht hinwegspringen über die Dinge, sondern klar denken. Man sollte&lt;br /&gt;
sogar noch weiter gehen: Man sollte versuchen, sich immer mehr und&lt;br /&gt;
mehr zu hüten, gangbare Redensarten und Worte zu gebrauchen. Denn&lt;br /&gt;
in dem Augenblick, wo man gangbare Worte gebraucht, die man nicht&lt;br /&gt;
aus dem Gedanken, sondern aus der Sprachgewohnheit heraus hat,&lt;br /&gt;
wird man, wenn auch nur für einen kurzen Moment, gedankenlos. Und&lt;br /&gt;
das sind ganz besonders gefährliche Momente, weil man nicht darauf&lt;br /&gt;
achtet. Man sollte darauf achten, daß man es vermeidet, solche Worte,&lt;br /&gt;
bei denen man nicht genügend nachdenkt, zu gebrauchen.|254|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denken und Ätherkräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Denken#Denken als Tätigkeit des Ätherleibs|titel1=Denken als Tätigkeit des Ätherleibs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Denken wirken die selben [[Äther|ätherischen Kräfte]], die den [[Physischer Leib|physischen Leib]] [[gestalt]]en, [[Regeneration|regenerieren]] und zum [[Wachstum]] bringen. Im Gegensatz zu den [[Kraft (Physik)|physikalischen Kräften]] handelt es dabei um [[potential]]freie universelle kosmische [[Umkreiskräfte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist von der allergrößten Bedeutung zu wissen, daß&lt;br /&gt;
die gewöhnlichen Denkkräfte des Menschen die verfeinerten&lt;br /&gt;
Gestaltungs- und Wachstumskräfte sind. Im Gestalten&lt;br /&gt;
und Wachsen des menschlichen Organismus offenbart sich&lt;br /&gt;
ein Geistiges. Denn dieses Geistige erscheint dann im Lebensverlaufe&lt;br /&gt;
als die geistige Denkkraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Denkkraft ist nur ein Teil der im Ätherischen&lt;br /&gt;
webenden menschlichen Gestaltungs- und Wachstumskraft.&lt;br /&gt;
Der andere Teil bleibt seiner im menschlichen Lebensbeginne&lt;br /&gt;
innegehabten Aufgabe getreu. Nur weil der Mensch,&lt;br /&gt;
wenn seine Gestaltung und sein Wachstum vorgerückt, das&lt;br /&gt;
ist, bis zu einem gewissen Grade abgeschlossen sind, sich&lt;br /&gt;
noch weiter entwickelt, kann das Ätherisch-Geistige, das&lt;br /&gt;
im Organismus webt und lebt, im weiteren Leben als Denkkraft&lt;br /&gt;
auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So offenbart sich der imaginativen geistigen Anschauung&lt;br /&gt;
die bildsame (plastische) Kraft als ein Ätherisch-Geistiges&lt;br /&gt;
von der einen Seite, das von der andern Seite als der Seelen-Inhalt des Denkens auftritt.|27|12f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedanken als Spiegelungen des Übersinnlichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gedanke]]n sind Produkte des Denkens uns als solche die Spiegelung eines [[Übersinnlich]]en, nämlich der oben genannten [[Ätherkräfte]]. Ihr Träger ist der [[Ätherleib]] und ihr Spiegelungsapparat der [[Physischer Leib|physische Leib]]. Das Denken webt seine Gedankennetze zwischen physischem Leib und Ätherleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Ätherleib ist der Träger der Gedanken, die auch Spiegelungen&lt;br /&gt;
sind. Die Menschen würden leicht darauf kommen können, daß Gedanken&lt;br /&gt;
Spiegelungen eines Übersinnlichen sind. Unter einem Mikroskop&lt;br /&gt;
werden niemals Gedanken sich präparieren lassen. Gedanken leben&lt;br /&gt;
in Wahrheit im Ätherleib. Es prägt sie das Denken aus, und das&lt;br /&gt;
wird im physischen Leib gespiegelt. Daraus kann man ersehen, daß&lt;br /&gt;
Erkenntnis, Wissen abhängt vom physischen Leib und Ätherleib. Zum&lt;br /&gt;
physischen und Ätherieib sprechen nur die Eindrücke vom physischen&lt;br /&gt;
Plan. Andere Vorstellungen aber müssen in der Menschenseele Platz&lt;br /&gt;
greifen. Sie müssen auch den astralischen Leib ergreifen, das ganze&lt;br /&gt;
Fühlen und Wollen und das Denken, das nicht nur auf dem physischen&lt;br /&gt;
Plan sich erschöpft. Der Mensch bleibt sonst innerlich tot.&lt;br /&gt;
Alle Vorstellungen, die etwas abbilden, haben nur Bedeutung für den&lt;br /&gt;
physischen Plan. Schon die Frage: Ist eine Vorstellung berechtigt, die&lt;br /&gt;
nicht etwas abbildet? - besagt das. Allein die Vorstellungen, die frei&lt;br /&gt;
im Geiste leben, die frei leben im astralischen Leib und im Ich, mit denen&lt;br /&gt;
erkennt man nicht nur, sondern man lebt mit ihnen. Das sind Vorstellungen,&lt;br /&gt;
die nicht nur etwas abbilden, sondern die innerlich regsam,&lt;br /&gt;
lebendig sind, die etwas aus sich und aus uns machen.|154|131f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Denken erscheint ein Spiegelbild dessen, was der [[Astralleib]] und das [[Ich]] innerhalb der physisch-sinnlichen Welt erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Mit dem Erwachen treten der astralische Organismus&lt;br /&gt;
und die Ich-Wesenheit in den ätherischen und physischen&lt;br /&gt;
Organismus ein. Durch das Denken werden die&lt;br /&gt;
Sinneswahrnehmungen im ätherischen Organismus erlebt.&lt;br /&gt;
Aber in diesem Erleben ist nicht die Welt wirksam,&lt;br /&gt;
die den Menschen umgibt, sondern eine Nachbildung&lt;br /&gt;
dieser Welt. In dieser Nachbildung offenbart sich die&lt;br /&gt;
Summe der bildenden Kräfte, die dem Erden-Lebenslauf&lt;br /&gt;
des Menschen zugrunde liegen. In jedem Lebensaugenblicke&lt;br /&gt;
ist eine solche Nachbildung der Außenwelt&lt;br /&gt;
im Menschen vorhanden. Der Mensch erlebt diese&lt;br /&gt;
Nachbildung durch das Denken nicht direkt, sondern&lt;br /&gt;
es stellt sich deren Reflexion durch den physischen&lt;br /&gt;
Organismus als Gedankeninhalt vor das gewöhnliche&lt;br /&gt;
Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hinter der reflektierenden Tätigkeit des Denkens&lt;br /&gt;
im physischen Organismus vor sich geht, das kann durch&lt;br /&gt;
das gewöhnliche Bewußtsein nicht wahrgenommen werden,&lt;br /&gt;
sondern nur das Ergebnis, welches die als Gedanken&lt;br /&gt;
sich darstellenden reflektierten Bilder sind. Diese nicht&lt;br /&gt;
wahrgenommenen Vorgänge im physischen Organismus&lt;br /&gt;
sind Tätigkeiten des ätherischen und astralischen Organismus&lt;br /&gt;
und der Ich-Wesenheit. Der Mensch nimmt in&lt;br /&gt;
seinen Gedanken dasjenige wahr, was er selbst als seelisch-&lt;br /&gt;
geistiges Wesen in seinem physischen Organismus&lt;br /&gt;
bewirkt.|25|70f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihrem wahren Ursprung nach sind die Gedanken Spiegelungen des [[Geist]]igen, d.h. der eigentlichen [[Geistige Welt|geistigen Welt]], des [[Devachan]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun, im Geiste, wie ihn der Mensch heute hat, leben ja die&lt;br /&gt;
Gedanken, die Gedanken, wie ich sie darstelle etwa in meiner&lt;br /&gt;
«Philosophie der Freiheit», wo sie eben nicht mit Sinnesanschauungen&lt;br /&gt;
durchtränkt sind, sondern frei geschaffene, reine Gedanken&lt;br /&gt;
im menschlichen Bewußtsein sind. Da sind die Gedanken ihrer&lt;br /&gt;
Qualität nach zunächst nur ein Schein, sie sind so wenig eine volle&lt;br /&gt;
Realität, daß sie nicht eine innere Kraft haben. Weil wir das Spiegelbild&lt;br /&gt;
nicht haben, können wir sie, nicht ganz, aber in einem&lt;br /&gt;
gewissen Sinne doch, mit Spiegelbildern vergleichen. Das Bild, das&lt;br /&gt;
im Spiegel erscheint, hat in der Richtung seiner Linien nicht&lt;br /&gt;
Kraftentfaltung, es ist ganz passiv. Die menschlichen Gedanken&lt;br /&gt;
haben in ihrer Entfaltung Kraft, so daß wir diese Kraft, so wie ich&lt;br /&gt;
es gestern in der esoterischen Stunde gesagt habe, auch auffangen&lt;br /&gt;
und willensdurchtränkt machen können. Aber zum Weltall in&lt;br /&gt;
seinem vollinhaltlichen Sein verhalten sich diese Gedanken, die&lt;br /&gt;
der Mensch im Leben hat, eigentlich wie Spiegelbilder, so daß wir&lt;br /&gt;
schon im Menschenwesen zwar den Geist tragen, aber den Geist&lt;br /&gt;
im Spiegelbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, das, was wir da in uns tragen, das&lt;br /&gt;
stammt aus der Welt, die ich in meiner «Theosophie» beschrieben&lt;br /&gt;
habe als Geisterland, und wir bringen eigentlich, indem wir auf&lt;br /&gt;
Erden denken, die Ingredienzien des Geisterlandes im Schein, im&lt;br /&gt;
Abglanz herunter auf die Erde. Wir tragen das, was die Theosophie&lt;br /&gt;
das Devachan nennt, in das Erdgebiet herunter, indem wir&lt;br /&gt;
denken, wenn das auch ein schwacher Abglanz ist. Wir tragen&lt;br /&gt;
diese Inhalte auf Erden in uns, in schwachem Abglanze den&lt;br /&gt;
Schein des Himmels.|346|199}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktives und passives Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist es, das [[Aktives Denken|aktive Denken]] von dem &#039;&#039;&#039;passiven Denken&#039;&#039;&#039;, dem bloßen &#039;&#039;&#039;Gedankenhaben&#039;&#039;&#039; zu unterscheiden, das in Wahrheit kein wirkliches eigenes Denken ist. Letzteres mag hinreichend sein, um sich in der [[Sinneswelt]] zu orientieren, kann aber nicht die [[geistige Welt]] ergreifen, in der es seine Quelle hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Mit diesem Denken hat es nämlich folgende Bewandtnis. Dieses&lt;br /&gt;
Denken, das also jede Seele heute in sich als eine Kraft haben kann,&lt;br /&gt;
hat gewissermaßen zwei Gesichter, ist ein Januskopf. Dieses Denken&lt;br /&gt;
ist entweder vom Gehirn abhängig, bringt nur dasjenige als Gedanken&lt;br /&gt;
zum Bewußtsein, was sich im Gehirn, im Nervensystem spiegelt. Dann&lt;br /&gt;
ist dieses Denken mehr passiv, ist ein solches Denken, das sich anlehnen&lt;br /&gt;
will an das Instrument des Gehirns. Oder aber dieses Denken&lt;br /&gt;
kann sich schon einfach - ohne irgendwelche Meditation - durch&lt;br /&gt;
inneres Aufraffen, dadurch daß es seiner selbst in seiner wahren Wesenheit&lt;br /&gt;
sich bewußt wird, daß es sich losreißen will von der Anlehnung&lt;br /&gt;
an das Gehirn, freimachen: dann ist es ein mehr aktives Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beides sind Seiten des gesunden menschlichen Denkens, wie es heute&lt;br /&gt;
jede Seele haben kann. Denken ist in jeder Seele, aber es kann in&lt;br /&gt;
zweifacher Weise benutzt werden. Zunächst so: der Mensch kann sich&lt;br /&gt;
in sich selber erkraften, kann in sich selber Gedanken prägen. Dann&lt;br /&gt;
ist dieses Denken in seiner Aktivität so, daß es voll entgegenkommt&lt;br /&gt;
allem, selbst den scheinbar gewagtesten Behauptungen der Geistesforschung,&lt;br /&gt;
Wenn aber dieses Denken sich nicht erkraften will, nicht&lt;br /&gt;
in seiner Aktivität sich erfassen will, dann muß es sich anlehnen an&lt;br /&gt;
das Instrument des Denkens, das Gehirn, dann bringt es überhaupt&lt;br /&gt;
nur Gedanken hervor, die mit dem Instrument des Gehirns erfaßt&lt;br /&gt;
werden, dann denkt der Mensch nicht aktiv, dann denkt er passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger fast als jede andere - allerdings nicht für die unmittelbare&lt;br /&gt;
Gegenwart, sondern für die Zukunft - ist die Einteilung in aktive&lt;br /&gt;
Denker und passive Denker. Diejenigen, die etwas von selbständigem,&lt;br /&gt;
innerlich freiem Denken in sich erkraften, die aktiv denken können,&lt;br /&gt;
werden schon durch den Trieb dieses Denkens herzugedrängt zu der&lt;br /&gt;
geisteswissenschaftlichen Forschung. Diejenigen, die nicht tätig denken&lt;br /&gt;
wollen, sondern nur in Abhängigkeit vom Gehirn, werden sagen,&lt;br /&gt;
die anthroposophische Forschung ist Phantasterei, weil sie keinen Begriff&lt;br /&gt;
haben von dem, was in einem freien Denken erfaßt werden kann,&lt;br /&gt;
weil sie hingegeben sein wollen an das Instrument des Gehirns. So daß&lt;br /&gt;
man sagen kann, daß sie nicht in sich selbst denken wollen, nur in sich&lt;br /&gt;
für sich selber denken lassen.|152|51f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bedeutung des Denkens für die Götter ==&lt;br /&gt;
Die [[Götter]] mussten den [[Mensch]]en erschaffen, um das, was sie bereits hatten, durch den Menschen auch in Gedankenform zu erhalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Warum haben die Götter überhaupt Menschen entstehen lassen? Aus dem Grunde, weil sie nur in Menschen Fähigkeiten entwickeln konnten, die sie sonst überhaupt nicht hätten entwickeln können: die Fähigkeit zu denken, in Gedanken sich etwas vorzustellen, so daß diese Gedanken an Unterscheidung gebunden sind. Diese Fähigkeit kann erst auf unserer Erde ausgebildet werden; sie war früher überhaupt nicht da, sie mußte erst dadurch kommen, daß eben Menschen entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir einen Vergleich gebrauchen wollen, so können wir sagen: Nehmen wir an, Sie haben ein Samenkorn, einen Weizensamen etwa. Wenn Sie ihn noch so lange anschauen, da wird kein Weizen daraus. Sie müssen ihn in die Erde hineinlegen und ihn wachsen lassen, die Kräfte des Wachstums auf ihn wirken lassen. Das, was die göttlich-geistigen Wesenheiten vor der Bildung des Menschen gehabt haben, läßt sich dem Weizensamen vergleichen. Sollte der in Form von Gedanken aufgehen, dann mußte er erst auf dem physischen Plan durch Menschen gepflegt werden. Es gibt keine andere Möglichkeit, Gedanken zu züchten von den höheren Welten herunter, als sie in Menscheninkarnationen aufgehen zu lassen. So daß dasjenige, was Menschen hier auf dem physischen Plane denken, ein Einzigartiges ist und zu dem hinzukommen muß, was in den höheren Welten möglich ist. Der Mensch war tatsächlich notwendig, sonst hätten ihn die Götter nicht entstehen lassen. Die Götter haben den Menschen entstehen lassen, um das, was sie gehabt haben, auch noch in der Form des Gedankens durch den Menschen zu erhalten.|117|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intuitives Denken als vergeistigte Form der Liebe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Intuition - Brennpunkt des Denkens.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/intuition}}|link=https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/intuition]]&lt;br /&gt;
Im [[Intuition|intuitiven Denken]], das sich bewusst in den innersten Kern eines anderen [[Wesen]]s zu versetzen vermag, lebt die Kraft der Liebe auf rein geistige Art. In seiner «[[Philosophie der Freiheit]]» schreibt [[Rudolf Steiner]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Keine andere menschliche Seelenbetätigung&lt;br /&gt;
wird so leicht zu verkennen sein wie das Denken.&lt;br /&gt;
Das Wollen, das Fühlen, sie erwarmen die Menschenseele&lt;br /&gt;
auch noch im Nacherleben ihres Ursprungszustandes. Das&lt;br /&gt;
Denken läßt nur allzuleicht in diesem Nacherleben kalt; es&lt;br /&gt;
scheint das Seelenleben auszutrocknen. Doch dies ist eben&lt;br /&gt;
nur der stark sich geltend machende Schatten seiner lichtdurchwobenen,&lt;br /&gt;
warm in die Welterscheinungen untertauchenden&lt;br /&gt;
Wirklichkeit. Dieses Untertauchen geschieht mit&lt;br /&gt;
einer in der Denkbetätigung selbst dahinfließenden Kraft,&lt;br /&gt;
welche Kraft der Liebe in geistiger Art ist. Man darf nicht&lt;br /&gt;
einwendend sagen, wer so Liebe im tätigen Denken sieht,&lt;br /&gt;
der verlegt ein Gefühl, die Liebe, in dasselbe. Denn dieser&lt;br /&gt;
Einwand ist in Wahrheit eine Bestätigung des hier geltend&lt;br /&gt;
Gemachten. Wer nämlich zum &#039;&#039;wesenhaften&#039;&#039; Denken &#039;&#039;sich hinwendet&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
der findet in demselben sowohl Gefühl wie Willen,&lt;br /&gt;
die letztern auch in den Tiefen ihrer Wirklichkeit; wer von&lt;br /&gt;
dem Denken sich ab- und nur dem «bloßen» Fühlen und&lt;br /&gt;
Wollen zuwendet, der verliert aus diesen die wahre Wirklichkeit.&lt;br /&gt;
Wer im Denken &#039;&#039;intuitiv&#039;&#039; erleben will, der wird auch&lt;br /&gt;
dem gefühlsmäßigen und willensartigen Erleben gerecht;&lt;br /&gt;
nicht aber kann gerecht sein gegen die intuitiv-denkerische&lt;br /&gt;
Durchdringung des Daseins die Gefühlsmystik und die Willensmetaphysik.&lt;br /&gt;
Die letztern werden nur allzuleicht zu dem&lt;br /&gt;
Urteil kommen, daß sie im Wirklichen stehen; der intuitiv&lt;br /&gt;
Denkende aber gefühllos und wirklichkeitsfremd in «abstrakten&lt;br /&gt;
Gedanken» ein schattenhaftes, kaltes Weltbild&lt;br /&gt;
formt.|4|143f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Denken des Geheimwissenschaftlers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Denken des&lt;br /&gt;
Geheimwissenschafters ist ein anderes, es ist ein solches, das Einheiten&lt;br /&gt;
ergreift, große Zusammenhänge auf einmal überschaut, es ist&lt;br /&gt;
durchlebte Erfahrung, ein Schauen von höheren Wirklichkeiten.&lt;br /&gt;
Der Mensch macht sich einen gemeinschaftlichen Begriff aus Einzelheiten.&lt;br /&gt;
Der Geheimwissenschafter bekommt einen intuitiven&lt;br /&gt;
Begriff auf einmal durch innere Erfahrung und ist nicht darauf&lt;br /&gt;
angewiesen, soundso viele einzelne Erfahrungen zu machen. Es ist&lt;br /&gt;
so, wie ein Mensch, der zum Beispiel einen Löwen gesehen hat,&lt;br /&gt;
sich den Begriff «Löwe» machen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bekommt der Geheimwissenschafter auch den Begriff von&lt;br /&gt;
astralen und mentalen Wesenheiten auf einmal, weil er die Dinge&lt;br /&gt;
auf einmal schaut. Für alle geistigen Dinge gibt es Urbilder. So wie&lt;br /&gt;
der Maler ein bestimmtes intuitives Bild im Kopfe haben und nach&lt;br /&gt;
diesem Bild hundert Bilder malen kann, so gibt es auf den höheren&lt;br /&gt;
Planen für alle Dinge Urbilder, die der Hellseher schaut. Das Lesen&lt;br /&gt;
in den Urbildern der Dinge, in den geistigen Urgründen, nennt&lt;br /&gt;
man im Okkultismus: Das Lesen im [[Zehnblättriges Buch|zehnblättrigen Buche]].|89|289}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Inhalt des Denkens als innerlich vollkommener Organismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Organismus]] ist ganz allgemein ein als [[struktur]]iertes [[Ganzheit|Ganzes]] organisiertes, sich [[leben]]dig [[Entwicklung|entwickelndes]] [[System]], in dem sich sämtliche, hierarchisch gegliederte Teile wechselseitig in ihrer [[Gestalt]] und [[Funktion]] nicht nur aufeinander beziehen, sondern entscheidend vom Ganzen selbst geprägt werden. Im Organismus liegen die Teile des Ganzen nicht nur äußerlich nebeneinander, wie in einem toten mechanistischen Gebilde, sondern sie hängen innerlich mit dem Ganzen zusammen und vermitteln dadurch einen einheitlichen Prozeß, der sich auf das Ganze selbst bezieht. Das [[Urbild]] eines so gedachten Organismus ist das Denken selbst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Inhalt dieses&lt;br /&gt;
Denkens erscheint uns als innerlich vollkommener Organismus;&lt;br /&gt;
alles ist im strengsten Zusammenhange. Die einzelnen&lt;br /&gt;
Glieder des Gedankensystems bestimmen einander; jeder&lt;br /&gt;
einzelne Begriff hat zuletzt seine Wurzel in der Allheit&lt;br /&gt;
unseres Gedankengebäudes.|2|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem der [[Mensch]] dieses Denken als &#039;&#039;freies Erzeugnis&#039;&#039; in sich zur Erscheinung bringt, ist er, wie [[Rudolf Steiner]] schon in «[[Wahrheit und Wissenschaft]]» ([[GA 3]]) betonte, nicht nur müßiger Zuschauer, sondern tätiger Mitschöpfer des ganzen Weltprozesses:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Resultat dieser Untersuchungen ist, dass die Wahrheit&lt;br /&gt;
nicht, wie man gewöhnlich annimmt, die ideelle&lt;br /&gt;
Abspiegelung von irgendeinem Realen ist, sondern ein freies&lt;br /&gt;
Erzeugnis des Menschengeistes, das überhaupt nirgends&lt;br /&gt;
existierte, wenn wir es nicht selbst hervorbrächten. Die&lt;br /&gt;
Aufgabe der Erkenntnis ist nicht: etwas schon anderwärts&lt;br /&gt;
Vorhandenes in begrifflicher Form zu wiederholen, sondern&lt;br /&gt;
die: ein ganz neues Gebiet zu schaffen, das mit der&lt;br /&gt;
sinnenfällig gegebenen Welt zusammen erst die volle&lt;br /&gt;
Wirklichkeit ergibt. Damit ist die höchste Tätigkeit des&lt;br /&gt;
Menschen, sein geistiges Schaffen, organisch dem&lt;br /&gt;
allgemeinen Weltgeschehen eingegliedert. Ohne diese&lt;br /&gt;
Tätigkeit wäre das Weltgeschehen gar nicht als in sich&lt;br /&gt;
abgeschlossene Ganzheit zu denken. Der Mensch ist dem&lt;br /&gt;
Weltlauf gegenüber nicht ein müßiger Zuschauer, der innerhalb seines Geistes das bildlich&lt;br /&gt;
wiederholt, was sich ohne sein Zutun im Kosmos vollzieht,&lt;br /&gt;
sondern der tätige Mitschöpfer des Weltprozesses; und das&lt;br /&gt;
Erkennen ist das vollendetste Glied im Organismus des&lt;br /&gt;
Universums.|3|11f|7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Grund für unser Erkenntnisstreben - Beobachtung und Denken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt allein an unserer geistigen Organisation, dass sich uns die Wirklichkeit zunächst auf zwei getrennten Wegen, nämlich als Wahrnehmung und Begriff, zeigt. In der [[Wirklichkeit]] sind Wahrnehmung und Begriff stets miteinander verbunden, niemals tritt die Wahrnehmung getrennt von der ihr innewohnenden Gesetzmäßigkeit auf, nur bleibt uns letztere zunächst verborgen. Sie muss erst durch das Denken enthüllt werden. Die Wahrnehmung ist uns ohne unser Zutun gegeben, wir bringen sie nicht selbst hervor, sondern wir [[Beobachtung|beobachten]] sie nur, indem wir nur unsere [[physisch]]en oder [[Geist|geistigen]] Sinne offen halten. Den zugehörigen Begriff hingegen bringen wir erst durch das Denken tätig hervor. Indem wir im [[Erkenntnis]]akt die Wahrnehmung begrifflich durchdringen, stoßen wir zur Wirklichkeit vor - sofern wir uns der Wahrnehmung adäquate, richtige Begriffe gebildet haben. An einem einfachen Beispiel charakterisiert das [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn ich beobachte, wie eine Billardkugel, die gestoßen wird, ihre Bewegung auf eine andere überträgt, so bleibe ich auf den Verlauf dieses beobachteten Vorganges ganz ohne Einfluss. Die Bewegungsrichtung und Schnelligkeit der zweiten Kugel ist durch die Richtung und Schnelligkeit der ersten bestimmt. Solange ich mich bloß als Beobachter verhalte, weiß ich über die Bewegung der zweiten Kugel erst dann etwas zu sagen, wenn dieselbe eingetreten ist. Anders ist die Sache, wenn ich über den Inhalt meiner Beobachtung nachzudenken beginne. Mein Nachdenken hat den Zweck, von dem Vorgange Begriffe zu bilden. Ich bringe den Begriff einer elastischen Kugel in Verbindung mit gewissen anderen Begriffen der Mechanik und ziehe die besonderen Umstände in Erwägung, die in dem vorkommenden Falle obwalten. Ich suche also zu dem Vorgange, der sich ohne mein Zutun abspielt, einen zweiten hinzuzufügen, der sich in der begrifflichen Sphäre vollzieht. Der letztere ist von mir abhängig. Das zeigt sich dadurch, dass ich mich mit der Beobachtung begnügen und auf alles Begriffe suchen verzichten kann, wenn ich kein Bedürfnis danach habe. Wenn dieses Bedürfnis aber vorhanden ist, dann beruhige ich mich erst, wenn ich die Begriffe: Kugel, Elastizität, Bewegung, Stoß, Geschwindigkeit usw. in eine gewisse Verbindung gebracht habe, zu welcher der beobachtete Vorgang in einem bestimmten Verhältnisse steht. So gewiss es nun ist, dass sich der Vorgang unabhängig von mir vollzieht, so gewiss ist es, dass sich der begriffliche Prozess ohne mein Zutun nicht abspielen kann...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein tiefgreifender Unterschied zwischen der Art, wie sich für mich die Teile eines Vorganges zueinander verhalten vor und nach der Auffindung der entsprechenden Begriffe. Die bloße Beobachtung kann die Teile eines gegebenen Vorganges in ihrem Verlaufe verfolgen; ihr Zusammenhang bleibt aber vor der Zuhilfenahme von Begriffen dunkel. Ich sehe die erste Billardkugel in einer gewissen Richtung und mit einer bestimmten Geschwindigkeit gegen die zweite sich bewegen; was nach erfolgtem Stoß geschieht, muss ich abwarten und kann es dann auch wieder nur mit den Augen verfolgen. Nehmen wir an, es verdecke mir im Augenblicke des Stoßes jemand das Feld, auf dem der Vorgang sich abspielt, so bin ich – als bloßer Beobachter - ohne Kenntnis, was nachher geschieht. Anders ist das, wenn ich für die Konstellation der Verhältnisse vor dem Verdecken die entsprechenden Begriffe gefunden habe. In diesem Falle kann ich angeben, was geschieht, auch wenn die Möglichkeit der Beobachtung aufhört. Ein bloß beobachteter Vorgang oder Gegenstand ergibt aus sich selbst nichts über seinen Zusammenhang mit anderen Vorgängen oder Gegenständen. Dieser Zusammenhang wird erst ersichtlich, wenn sich die Beobachtung mit dem Denken verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beobachtung und Denken sind die beiden Ausgangspunkte für alles geistige Streben des Menschen, insofern er sich eines solchen bewusst ist.|4|37f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Wollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie unser Wollen zustande kommt, ist dem gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Bewußtsein ganz, ganz unbekannt, eigentlich so unbekannt wie der&lt;br /&gt;
Schlaf. Der Mensch, wenn er etwas will, hat den Gedanken; der ist klar&lt;br /&gt;
und hell. Er entwickelt dann etwas dunkler über diesen Gedanken das&lt;br /&gt;
Gefühl. Und dann geht der gefühlsdurchdrungene Gedanke hinunter&lt;br /&gt;
in die Glieder. Was da vorgeht, das erlebt der Mensch mit dem&lt;br /&gt;
gewöhnlichen Bewußtsein nicht. Vor jener Forschung, von der ich&lt;br /&gt;
gestern und vorgestern gesprochen habe, nimmt sich das Wollen so&lt;br /&gt;
aus: Während der Gedanke im Haupte etwas will und er dann durch&lt;br /&gt;
das Gefühl hinuntergeht in den ganzen Leib, und der Mensch durch&lt;br /&gt;
seinen ganzen Leib will, während dieser Zeit entwickelt sich im&lt;br /&gt;
Menschen etwas wie ein feiner, subtiler, intimer Verbrennungsprozeß.&lt;br /&gt;
Der Mensch kann, wenn er zum Initiatenbewußtsein kommt, dieses&lt;br /&gt;
durch die Wärme influenzierte Wollen erleben. Aber das bleibt für das&lt;br /&gt;
gewöhnliche Bewußtsein ganz im Untergrunde. Das ist nur ein Beispiel&lt;br /&gt;
dafür, wie dasjenige, was schon heraufgehoben werden kann in&lt;br /&gt;
das Initiatenbewußtsein, doch für das gewöhnliche Bewußtsein in den&lt;br /&gt;
Untergründen bleibt. Man wird zum Beispiel einmal folgendes einsehen, wenn die Dinge, die durch das gestern erwähnte Buch nach und&lt;br /&gt;
nach in die Welt kommen werden, wirklich eingesehen werden. Man&lt;br /&gt;
wird einsehen, daß, wenn ein Mensch etwas will und man das mit dem&lt;br /&gt;
Initiatenbewußtsein anschaut, es so ist, wie wenn man einen äußeren&lt;br /&gt;
Vorgang des Verbrennens einer Kerze oder überhaupt ein wärmeentwickelndes&lt;br /&gt;
Licht äußerlich anschaut. Geradeso wie man da von der&lt;br /&gt;
äußeren Anschauung ein klares Bild hat, so kann man das Hineinschlagen&lt;br /&gt;
des Gedankens in den Willen so sehen, daß man sagt: Der&lt;br /&gt;
Gedanke entwickelt das Gefühl, und aus dem Gefühl geht hinunter -&lt;br /&gt;
es bewegt sich beim Menschen von oben nach unten-Wärmeentwickelung,&lt;br /&gt;
Flamme; und diese Flamme will. - Es enthüllt sich also nach und&lt;br /&gt;
nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können geradezu dieses gewöhnliche Bewußtsein schematisch&lt;br /&gt;
so vor uns hinstellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;table width&amp;lt;nowiki&amp;gt;=&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;td&amp;gt;Innen: Klares Denken&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;Außen: Waches Tagesbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;td&amp;gt;Gefühlsleben&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;Traumbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;td&amp;gt;Willensbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;Schlafbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach außen waches Tagesbewußtsein, nach innen klares Denken;&lt;br /&gt;
nach außen Traumbewußtsein, nach innen unklares, aber warmes&lt;br /&gt;
Gefühlsleben; nach außen Schlafbewußtsein, nach innen ganz dunkles&lt;br /&gt;
Willensbewußtsein.|243|220f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachdenken und Vordenken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Nachdenken&#039;&#039;&#039; kann sich nur auf ein bereits &#039;&#039;Gewordenes&#039;&#039;, fertig Vorhandenes richten, während das &#039;&#039;&#039;Vordenken&#039;&#039;&#039; ein genuin [[schöpferisch]]er Akt ist. Nur dadurch lässt sich [[Geist]]iges erfassen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Denkformen wird schon in der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] durch die [[Sage]] von [[Prometheus]] ({{ELSalt|Προμηθεύς}} „der Vorausdenkende“) und [[Epimetheus]] ({{ELSalt|Ἐπιμηθεύς}} „der danach Denkende“) bildhaft veranschaulicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Prometheus-Sage ist die geistige Aufgabe und die zentrale Problematik der ganzen [[Kulturepochen|nachatlantischen Zeit]], in der wir gegenwärtig leben, charakterisiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In dieser Sage liegt die ganze Geschichte der [[Kulturepochen|fünften Wurzelrasse]],&lt;br /&gt;
und es ist in ihr wirkliche Mysterienwahrheit eingeschlossen.&lt;br /&gt;
Diese Sage wurde in Griechenland wirklich erzählt. Aber auch in&lt;br /&gt;
den Mysterien wurde sie dargestellt, so daß der Mysterienschüler&lt;br /&gt;
das Schicksal des Prometheus wirklich vor sich sah. Und in diesem&lt;br /&gt;
sollte er die Vergangenheit und Zukunft der ganzen fünften Wurzelrasse sehen. Das Verständnis hierfür können Sie nur erlangen,&lt;br /&gt;
wenn Sie eines berücksichtigen.|92|61f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nachdenken und im Vordenken wird die [[Wahrheit]] auf zwei ganz unterschiedlichen Wegen gesucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wahrheit suchen, Wahrheit durch eigene Arbeit sich&lt;br /&gt;
erwerben kann nur ein denkendes Wesen. Indem sich&lt;br /&gt;
der Mensch Wahrheit erwirbt durch sein Denken, muß&lt;br /&gt;
er sich immer mehr und mehr klar werden, daß dadurch&lt;br /&gt;
das gesamte Gebiet der Wahrheit in zwei Teile zerfällt.&lt;br /&gt;
Für die Wahrheit gibt es zwei Formen. Diejenige, die&lt;br /&gt;
gewonnen wird, indem wir hinschauen auf irgend etwas,&lt;br /&gt;
was uns in der Außenwelt vorliegt, hinschauen auf die&lt;br /&gt;
umliegende Natur, Stück für Stück sie erforschen, um&lt;br /&gt;
ihre Wahrheiten, Gesetze und Weistümer kennenzulernen.&lt;br /&gt;
Wenn wir also den Blick schweifen lassen über&lt;br /&gt;
die Welt, über den Umfang des Erlebten, dann kommen&lt;br /&gt;
wir zu jener Wahrheit, die man nennen kann «die Wahrheit&lt;br /&gt;
des Nachdenkens». Wir haben gestern gesehen, daß&lt;br /&gt;
die ganze Natur von Weisheit durchdrungen ist, daß in&lt;br /&gt;
allen Dingen Weisheit lebt. In der Pflanze lebt dasjenige,&lt;br /&gt;
was wir nachher als Idee der Pflanze gewinnen. Weisheit&lt;br /&gt;
lebt in der Pflanze, und wir bemächtigen uns dieser&lt;br /&gt;
Weisheit. So steht der Mensch der Welt gegenüber, und&lt;br /&gt;
er kann voraussetzen, daß aus der Weisheit die Welt&lt;br /&gt;
entsprungen ist, und daß er durch sein Denken dasjenige&lt;br /&gt;
wiederfindet, was an der Produktion, an der Schöpfung&lt;br /&gt;
der Welt beteiligt ist. Das ist die Wahrheit, die er durch&lt;br /&gt;
Nachdenken gewinnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt nun noch andere Wahrheiten. Diese kann der&lt;br /&gt;
Mensch nicht durch bloßes Nachdenken, sondern sie&lt;br /&gt;
kann der Mensch nur gewinnen, wenn er hinausgeht&lt;br /&gt;
über das, was im äußeren Leben gegeben werden kann.&lt;br /&gt;
Im gewöhnlichen Leben sieht man schon, daß der&lt;br /&gt;
Mensch, wenn er sich ein Werkzeug oder ein Instrument&lt;br /&gt;
anfertigt, Gesetze ausdenken muß, die er nicht durch&lt;br /&gt;
bloßes Nachdenken gewinnen kann. So könnte zum&lt;br /&gt;
Beispiel der Mensch durch bloßes Nachdenken über die&lt;br /&gt;
Welt keine Uhr machen; denn die Welt hat nirgends ihre&lt;br /&gt;
Gesetze so zusammengestellt, daß eine Uhr in der äußeren&lt;br /&gt;
Natur schon vorhanden wäre. Das ist die zweite Art&lt;br /&gt;
von Wahrheit, die wir dadurch gewinnen können, daß&lt;br /&gt;
wir dasjenige vorausdenken, was sich nicht im äußeren&lt;br /&gt;
Erlebnis und nicht im äußeren Beobachten ergibt. Es&lt;br /&gt;
gibt also zweierlei Wahrheiten, und das sind zwei streng&lt;br /&gt;
voneinander geschiedene Gebiete der Wahrheit. Wir haben&lt;br /&gt;
zu sondern solche Wahrheiten, die durch Nachdenken&lt;br /&gt;
über die äußere Beobachtung für uns entstehen, und&lt;br /&gt;
solche, die durch Vordenken entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wodurch sind nun die letzteren wahr? Derjenige, der&lt;br /&gt;
eine Uhr ausdenken würde, der könnte uns lange den&lt;br /&gt;
Beweis liefern dafür, daß er richtig gedacht hat. Wir&lt;br /&gt;
werden ihm so lange kein richtiges Vertrauen schenken,&lt;br /&gt;
solange er nicht zeigen kann, daß die Uhr wirklich&lt;br /&gt;
dasjenige in der Welt darstellt, was er vorgedacht hat.&lt;br /&gt;
Dasjenige, was wir vordenken, muß sich realisieren, muß&lt;br /&gt;
sich in die Wirklichkeit einleben können; es muß dasjenige,&lt;br /&gt;
was wir vorgedacht haben, uns in der Wirklichkeit&lt;br /&gt;
draußen entgegentreten können. Solcher Art sind aber&lt;br /&gt;
auch die geisteswissenschaftlichen oder anthroposophischen&lt;br /&gt;
Wahrheiten. Sie sind solche, die man nicht an den&lt;br /&gt;
äußeren Erlebnissen zunächst beobachten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein äußeres Erlebnis der Natur kann uns das, was&lt;br /&gt;
über den ewigen Wesenskern des Menschen schon öfters&lt;br /&gt;
betont wurde, bestätigen. Wir können unmöglich aus&lt;br /&gt;
der äußeren Beobachtung heraus die Wahrheit gewinnen,&lt;br /&gt;
daß das menschliche Ich immer wieder und wieder&lt;br /&gt;
in neuen Verkörperungen erscheint. Wer zu dieser&lt;br /&gt;
Wahrheit gelangen will, muß sich über das äußere Erlebnis&lt;br /&gt;
erheben. Er muß in seiner Seele eine Wahrheit&lt;br /&gt;
erfassen können, die er nicht im äußeren Erlebnis zunächst&lt;br /&gt;
hat, aber sie muß sich auch im äußeren Leben&lt;br /&gt;
realisieren. Man kann eine solche Wahrheit nicht so&lt;br /&gt;
beweisen wie die erste Art Wahrheit, die wir nachgedachte&lt;br /&gt;
Wahrheit genannt haben. Man kann sie nur beweisen&lt;br /&gt;
dadurch, daß man ihre Anwendung im Leben&lt;br /&gt;
zeigt. Dafür gibt es aber auch keinen anderen Beweis als&lt;br /&gt;
eine Widerspiegelung im Leben. Wer hineinschaut in das&lt;br /&gt;
Leben und es betrachtet mit der Erkenntnis, daß die&lt;br /&gt;
Seele immer wiederkehrt, und betrachtet, was sich abspielt&lt;br /&gt;
zwischen Geburt und Tod, was da die Seele immer&lt;br /&gt;
wieder erlebt, und da betrachtet, welche Befriedigung&lt;br /&gt;
diese Idee gewähren und welche Kraft sie im Leben&lt;br /&gt;
geben kann, ihre Fruchtbarkeit im Leben verfolgt - und&lt;br /&gt;
auch noch im anderen Sinne verfolgt, indem er sich zum&lt;br /&gt;
Beispiel sagt: wie kann ich die Kraft einer Kindesseele&lt;br /&gt;
entwickeln, wenn ich voraussetze, daß da eine Seele sich&lt;br /&gt;
herausarbeitet, die schon immer da war? - dem leuchtet&lt;br /&gt;
diese Wahrheit und Idee in der äußeren Wirklichkeit&lt;br /&gt;
entgegen, sie erweist sich ihm fruchtbar. Alle anderen&lt;br /&gt;
Beweise sind unrichtig. Einzig und allein die Bewahrheitung&lt;br /&gt;
solcher vorgedachter Wahrheiten im Leben ist als&lt;br /&gt;
ein Beweis ihrer Richtigkeit zu betrachten. Vorgedachte&lt;br /&gt;
Wahrheiten, die nicht aus der Beobachtung gewonnen&lt;br /&gt;
werden können, können auch nicht so bewiesen werden&lt;br /&gt;
wie nachgedachte Wahrheiten. Sie können sich nur an&lt;br /&gt;
der Wirklichkeit bewähren und fruchtbar erweisen. Es&lt;br /&gt;
ist ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Beweis der&lt;br /&gt;
ersten und zweiten Art Wahrheit. Die zweite ist eigentlich&lt;br /&gt;
eine im Geiste erfaßte, die sich bewähren soll in der&lt;br /&gt;
äußeren Beobachtung, im Leben.|58|92ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gezieltes Nachdenken als Übung gegen Einfallslosigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Denken#Die praktische Ausbildung des Denkens|titel1=Die praktische Ausbildung des Denkens}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gezielte Nachdenken über eine selbstgewählte Sache empfiehlt Rudolf Steiner als gute Übung für Menschen, denen häufig im rechten Moment nicht das Rechte einfällt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige, was solche Menschen machen sollten,&lt;br /&gt;
das besteht darin, daß sie vor allen Dingen versuchen sollen, nicht&lt;br /&gt;
bloß so zu denken, daß sie sich in jedem Augenblick dem hingeben,&lt;br /&gt;
was der Weltenlauf so mit sich bringt, was die Dinge so mit sich&lt;br /&gt;
bringen. Es ist ja das Allerhäufigste, daß, wenn der Mensch einmal&lt;br /&gt;
eine halbe Stunde sich hinlegen kann, um sich auszuruhen, daß er&lt;br /&gt;
dann seine Gedanken spielen läßt. Dann spinnt sich das so aus ins&lt;br /&gt;
Hundertste und Tausendste. Oder es beschäftigt ihn vielleicht diese&lt;br /&gt;
oder jene Sorge im Leben - flugs ist sie in sein Bewußtsein geschlichen&lt;br /&gt;
und er ist ganz in Anspruch genommen von ihr. Macht der&lt;br /&gt;
Mensch dieses, so wird er niemals dazu kommen, im richtigen Moment&lt;br /&gt;
den richtigen Einfall zu haben. Will er das erreichen, so muß&lt;br /&gt;
er sich folgendermaßen verhalten. Hat er eine halbe Stunde Zeit sich&lt;br /&gt;
auszuruhen, so muß er sich sagen: Ich will, so oft ich Zeit habe, über&lt;br /&gt;
etwas nachdenken, was ich mir selbst auswähle, was ich nur durch&lt;br /&gt;
meine Willkür in mein Bewußtsein hereinbringe. Ich will jetzt zum&lt;br /&gt;
Beispiel über irgend etwas, was ich vielleicht früher erlebt habe, vielleicht&lt;br /&gt;
bei einem Spaziergang vor zwei Jahren, nachdenken, ich will&lt;br /&gt;
die damaligen Erlebnisse ganz willkürlich in mein Denken hereinbringen&lt;br /&gt;
und will darüber - sei es vielleicht nur fünf Minuten - nachdenken.&lt;br /&gt;
Alles übrige, fort damit für diese fünf Minuten! Selbst&lt;br /&gt;
wähle ich mir das, worüber ich nachdenken will. Die Wahl braucht&lt;br /&gt;
nicht einmal so schwierig zu sein, wie ich gerade gesagt habe. Darauf&lt;br /&gt;
kommt es zunächst gar nicht an, daß man durch schwierige Übungen&lt;br /&gt;
in seinen Denkprozeß hineinwirkt, sondern daß man sich herausreißt&lt;br /&gt;
aus dem, in was man hineingezogen wird durch das Leben.&lt;br /&gt;
Es muß nur etwas sein, was herausfällt aus dem, wohinein man gesponnen&lt;br /&gt;
wird durch den gewöhnlichen Tagesverlauf. Und wenn&lt;br /&gt;
man an Einfallslosigkeit leidet, wenn einem gerade nichts anderes&lt;br /&gt;
einfällt, so kann man sich zu Hilfe kommen, indem man ein Buch&lt;br /&gt;
aufschlägt und über das nachdenkt, was man gerade liest auf den ersten&lt;br /&gt;
Blick. Oder auch, man sagt sich: Ich werde heute einmal über&lt;br /&gt;
das nachdenken, was ich sah, als ich zu bestimmter Zeit vormittags&lt;br /&gt;
ins Geschäft gegangen bin und das ich sonst würde unberücksichtigt&lt;br /&gt;
gelassen haben. Es muß eben etwas sein, was aus dem gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Tageslauf herausfällt, worüber man sonst nicht nachgedacht hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Macht man solche Übungen systematisch immer und immer wieder,&lt;br /&gt;
dann tritt das ein, daß man Einfälle kriegt zur rechten Zeit, daß&lt;br /&gt;
einem zur richtigen Zeit das einfällt, was einem einfallen soll. Das&lt;br /&gt;
Denken wird dadurch in Beweglichkeit kommen, und das ist ungeheuer&lt;br /&gt;
bedeutungsvoll für den Menschen im praktischen Leben.|108|266f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirklichkeitsgemäßes Denken ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Wirklichkeitsgemäßes Denken}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder hat [[Rudolf Steiner]] darauf hingewiesen, dass es nicht ausreicht ein bloß [[Logik|logisch]] richtiges Denken auszubilden. Vielmehr käme es darauf an, ein [[wirklichkeitsgemäßes Denken]] zu pflegen, also ein denken, das auch der gegebenen [[Wirklichkeit]] angemessen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Zweierlei ist heute nötig, wenn man ein Urteil fällen will: erstens, daß das Urteil auf Grundlage einer richtigen logischen Methode aufgebaut ist - die Rechnungsmethode ist auch eine logische Methode -, zweitens, daß aber auch das Urteil aufgebaut ist auf eine sachgemäße Einsicht in die Wirklichkeit. Wirklichkeitsgemäß und logikgemäß muß ein Urteil sein. Das erstere vergißt man heute gewöhnlich, daher spielen in unserem gewöhnlichen wissenschaftlichen Leben die bloß logisch richtigen Urteile eine so große Rolle, die aber unter Umständen gar keine Anwendung auf die Wirklichkeit haben. Darauf kommt es der Geistesströmung an, als deren Repräsentant dieses Goetheanum dasteht: nicht nur logisch richtige Anschauungen zu haben, die dann auch zu Irrtümern führen können, sondern wirklichkeitsgemäße Anschauungen zu haben, solche, die wirklich eine Brücke schlagen zwischen dem, was im Menschen lebt als Weltanschauung, und dem, was sich draußen entwickelt als Wirklichkeit, denn solche wirklichkeitsgemäßen Anschauungen sind allein für das Leben zu gebrauchen. An solchen wirklichkeitsgemäßen Anschauungen kann allein unser so sehr in das Chaos hineintreibendes gegenwärtiges Leben wieder gesunden.|73a|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Sprache ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der [[Sprache]] lernt das Kind das Denken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ein richtig normal sich entwickelndes Kind lernt zuerst das Gehen,&lt;br /&gt;
nachher das Sprechen, und nachher erst das Denken. Es ist ganz falsch,&lt;br /&gt;
wenn man glaubt, daß der Mensch erst denkt und dann redet, sondern&lt;br /&gt;
er lernt zuerst die Sprache durch Nachahmung. Er ahmt die Wörter,&lt;br /&gt;
die er hört, nach, und erst in den Wörtern drinnen lernt er das Denken.&lt;br /&gt;
Der Mensch lernt erst an der Sprache das Denken. Deshalb hat die&lt;br /&gt;
ganze Menschheit so spät das Denken gelernt. Gesprochen haben auch&lt;br /&gt;
schon die Urvölker, aber denken gelernt haben die Menschen erst später.&lt;br /&gt;
An der Sprache haben sie denken gelernt.|349|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logik und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Logik|logische Denken]] ist eng an [[Natürliche Sprache|natürliche]] oder [[Formale Sprache|formale Sprachen]] gebunden, wobei mit formalen Sprachen ein höherer [[Abstraktion]]sgrad erreicht wird als mit natürlichen Sprachen, bei denen oft noch eine sehr weitgehende [[konkret]]e [[bild]]hafte [[Bedeutung]] mit den [[Wort]]en mitschwingt. Die sprachliche Form logischer Gedanken ist der [[Aussagesatz]]. Anknüpfend an [[Aristoteles]] sprach man schon in der [[Scholastik]] von einer eigenen &#039;&#039;Sprache des Geistes&#039;&#039; ([[Latein|lat.]] &#039;&#039;lingua mentis&#039;&#039;) als einer Art von innerem, stummen Sprechen in einer allen Menschen gemeinsamen [[mental]]en Sprache. [[Ludwig Wittgenstein]] meinte in diesem Sinn: &#039;&#039;„Alle Philosophie ist Sprachkritik.“&#039;&#039; In neuerer Zeit wurde die Idee einer universellen &#039;&#039;[[Wikipedia:Sprache des Geistes|Language of Thought]]&#039;&#039; von dem amerikanischen [[Philosoph]]en und [[Kognition]]swissenschaftler [[Wikipedia:Jerry Fodor|Jerry Fodor]] (* 1935) wieder aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist freilich zu bedenken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Auf eines muß zunächst aufmerksam gemacht werden.&lt;br /&gt;
Was im weitesten Umkreise unseres Lebens die Menschen verhindert,&lt;br /&gt;
Gedanken zu haben, das ist, daß die Menschen für den gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Gebrauch des Lebens gar nicht immer das Bedürfnis&lt;br /&gt;
haben, wirklich bis zum Gedanken vorzudringen, sondern daß sie&lt;br /&gt;
statt des Gedankens sich mit dem Worte begnügen. Das meiste von&lt;br /&gt;
dem, was man im gewöhnlichen Leben Denken nennt, verläuft&lt;br /&gt;
nämlich in Worten. Man denkt in Worten. Viel mehr, als man&lt;br /&gt;
glaubt, denkt man in Worten. Und viele Menschen sind, wenn sie&lt;br /&gt;
nach einer Erklärung von dem oder jenem verlangen, damit zufrieden,&lt;br /&gt;
daß man ihnen irgendein Wort sagt, das einen für sie bekannten&lt;br /&gt;
Klang hat, das sie an dieses oder jenes erinnert; und dann halten&lt;br /&gt;
sie das, was sie bei einem solchen Wort empfinden, für eine Erklärung&lt;br /&gt;
und glauben, sie hätten dann den Gedanken.&amp;quot; {{Lit|{{G|151|10f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder wie schon [[Goethe]] seinen [[Mephistopheles]] in [[Faust I]] so treffend sagen lässt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|align=&amp;quot;center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
MEPHISTOPHELES. Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen;&lt;br /&gt;
Denn eben, wo Begriffe fehlen,&lt;br /&gt;
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.&lt;br /&gt;
Mit Worten läßt sich trefflich streiten,&lt;br /&gt;
Mit Worten ein System bereiten,&lt;br /&gt;
An Worte läßt sich trefflich glauben,&lt;br /&gt;
Von einem Wort läßt sich kein Iota rauben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt aber auch andere Denkformen, die nicht unmittelbar an die Logik und an die Sprache gebunden sind. Dazu zählen vor allem rein [[Bild|bildhafte]] [[Gedanke]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der luziferische und ahrimanische Einfluss auf den Zusammenhang von Denken und Sprechen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hätten in der [[Erdentwicklung]] nur die [[Geister der Form]] gewirkt und nicht auch die [[luzifer]]ischen und [[ahriman]]ischen Mächte, so würde heute ein vollkommener Einklang zwischen Denken und Sprechen herrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie wäre Sprachentwickelung und wie wäre Gedankenentwickelung&lt;br /&gt;
im Erdendasein zur Entfaltung gekommen, wenn&lt;br /&gt;
nicht luziferische und ahrimanische Einflüsse gewirkt hätten? - Mit&lt;br /&gt;
anderen Worten: Wie würde der Mensch denken, und wie würde er&lt;br /&gt;
sprechen und das Gesprochene hören, wenn nur die Geister der&lt;br /&gt;
Form und ihre Diener die Erde schaffen und leiten würden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dies der Fall wäre, wenn kein luziferischer und ahrimanischer&lt;br /&gt;
Einfluß in der Erdenentwickelung sich zur Geltung gebracht&lt;br /&gt;
hätte, so würde von vornherein in dieser Erdenentwickelung ein&lt;br /&gt;
völliger Einklang gewesen sein zwischen dem Sprechen und dem&lt;br /&gt;
Denken. Wir müssen diesen Einklang erst wiederum durch eine gewisse&lt;br /&gt;
Objektivität suchen. Dadurch, daß wir nach und nach die&lt;br /&gt;
Sprache zum Zeichen machen müssen, dadurch wird das luziferischahrimanische&lt;br /&gt;
Element überwunden werden. Wäre es aber gar nicht&lt;br /&gt;
gekommen, so wäre ein inniger Einklang zwischen Sprechen und&lt;br /&gt;
Denken in der Menschheit zur Entfaltung gekommen; das heißt, es&lt;br /&gt;
wäre so gekommen, daß der Mensch eine Wahrnehmung, eine lebendige&lt;br /&gt;
Empfindung haben würde für das, was im Sprachlaut liegt,&lt;br /&gt;
für das, was im D, T, Th und so weiter liegt, was er ja heute nicht&lt;br /&gt;
hat. Es geht bei ihm das Sprechen neben dem Denken einher. Sie sehen&lt;br /&gt;
das ja schon daraus, daß wenigstens im wesentlichen die Mensehen&lt;br /&gt;
über die Erde hin, wenn sie eine gewisse Gestalt des Denkens&lt;br /&gt;
in bezug auf irgend etwas erlangt haben, in ihren Begriffen sich&lt;br /&gt;
nicht unterscheiden, wohl aber sich in ihren Worten unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies Einseitige des Denkens, das ganz und gar nicht in dem Sprechen&lt;br /&gt;
zum Ausdruck kommt, das müssen wir ins Auge fassen; denn&lt;br /&gt;
es ist etwas, das vom Sprechen schon abgezweigt ist. Das hätte mit&lt;br /&gt;
dem Sprechen in einem viel innigeren Zusammenhang erscheinen&lt;br /&gt;
müssen, wenn keine ahrimanisch-luziferischen Wirkungen in das&lt;br /&gt;
Erdendasein eingegriffen hätten. Die Menschen würden mit ihren&lt;br /&gt;
innersten Lebensempfindungen durchdringen das Sprachliche; sie&lt;br /&gt;
würden sozusagen in dem Laut drinnenstehen, aber im Laut drinnen&lt;br /&gt;
zu gleicher Zeit den Begriff, die Vorstellung erleben; beides nicht getrennt&lt;br /&gt;
empfinden, sondern beides als eines empfinden. So haben es&lt;br /&gt;
die Geister der Form für den Menschen veranlagt gehabt. Denn jenes&lt;br /&gt;
seelische Element - wohlgemerkt, jenes seelische Element, das&lt;br /&gt;
im Menschen auftritt, wenn er sich auf der einen Seite hingibt dem,&lt;br /&gt;
was ihm seine Vorstellungen geben, auf der anderen Seite dem, was&lt;br /&gt;
ihm das Sprechen gibt, also wenn er in dem Vorstellen aufgeht, und&lt;br /&gt;
wenn er im Sprechen aufgeht -, dieses Seelenelement, das haben die&lt;br /&gt;
Geister der Form ursprünglich den Erdenmenschen gar nicht zugedacht&lt;br /&gt;
gehabt, sondern sie haben ihm zugedacht die Einheit des Sprechens&lt;br /&gt;
und Denkens. Das Als-Eines-Erleben des Sprechens und Denkens&lt;br /&gt;
hatten sie ihm zugedacht. Wenn wir unser heutiges Auseinandergerissensein&lt;br /&gt;
von Sprechen und Denken ins Auge fassen, so&lt;br /&gt;
ist das eben durchaus auf die Einflüsse Luzifers und Ahrimans zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch empfindet heute nicht den besonderen Charakter&lt;br /&gt;
des M, des G und so weiter, sondern das ist ihm etwas geworden, das&lt;br /&gt;
er in ganz anderer Weise mit seiner Seele verbindet, als die Weise,&lt;br /&gt;
die Art ist, wie er seine Seele mit dem Denken verbindet. Die Geister&lt;br /&gt;
der Form und ihre dienenden Wesenheiten haben dem Menschen&lt;br /&gt;
ein viel selbstverständlicheres natürliches Dasein zugedacht,&lt;br /&gt;
als es der Mensch dann auf Erden hat erringen können. Die Geister&lt;br /&gt;
der Form haben dem Menschen zugedacht ein liebevolles Drinnenleben&lt;br /&gt;
- aber jetzt nicht in einem Sprechen, aus dem der Saft des Denkens&lt;br /&gt;
ausgepreßt ist, sondern in einem solchen Sprechen, das in sich&lt;br /&gt;
das Denken selber, ich möchte sagen, auf seinen Flügeln trägt. Solches&lt;br /&gt;
haben die Geister der Form den Menschen zugedacht gehabt.&lt;br /&gt;
Und es hätten nach den Intentionen der Geister der Form die Menschen&lt;br /&gt;
nicht sich unterscheiden sollen nach Sprach-Charakteren auf&lt;br /&gt;
der Erde, sondern der Unterschied der Nationen war von den Geistern&lt;br /&gt;
der Form so gedacht, daß er sich nur gründen sollte auf Natur-Untergrundlagen, auf geographische und klimatische Verschiedenheit.&lt;br /&gt;
Der Mensch sollte sich als Nation fühlen dadurch, daß er sich im&lt;br /&gt;
Zusammenhang gefühlt hätte mit gewissen, wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
in den Natur-Untergrundlagen seines Daseins wirkenden Mächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen wäre es, wenn die Intentionen der Geister der Form allein&lt;br /&gt;
ausgeführt worden wären, dem Menschen möglich geworden zu&lt;br /&gt;
verstehen, wenn er als Angehöriger der einen Nation dem Angehörigen&lt;br /&gt;
einer anderen Nation entgegengetreten wäre, fühlend zu verstehen&lt;br /&gt;
von vornherein, was in dem Worte liegt. Verschiedene Sprachen&lt;br /&gt;
würde es schon gegeben haben. Aber nicht wären die Menschen&lt;br /&gt;
in bezug auf das Verständnis der Sprachen verschieden gewesen;&lt;br /&gt;
sondern im Empfinden dessen, was in dem einzelnen Laut, in&lt;br /&gt;
dem einzelnen Buchstaben liegt, hätte zwar der Mensch die andere&lt;br /&gt;
Sprache gehört, aber er hätte nicht gehört das Ausgehülste des&lt;br /&gt;
Lautes, des Wortes; in dem Wort, in dem Laut drinnen hätte er die&lt;br /&gt;
Vorstellung gehört, auf den Flügeln des Wortes wäre ihm die Vorstellung&lt;br /&gt;
gekommen. Man versteht jetzt die fremde Sprache aus&lt;br /&gt;
dem Grunde nicht, weil in dem Worte ja die Vorstellungen gar&lt;br /&gt;
nicht drinnen liegen, weil die Worte enthülst sind von den Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist also ein Riß zwischen Sprechen und Vorstellen entstanden.|162|135f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurde das Wort seines geistigen Inhalts beraubt, der sich zum abstrakten Gedanken verflüchtigte. Dennoch ist dieser Riss keinesfalls nur negativ zu bewerten. Durch die Ablösung des äußerlich hörbaren von dem innerlich nur in der Vorstellung geformten Wort entstand erst jene Trennung von Innen- und Außenwelt, durch die sich das Denken als eigenständige Kraft entwickeln konnte und damit überhaupt erst das [[Ich-Bewusstsein]] ermöglichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begriff und Wort ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Textbox|&amp;lt;poem&amp;gt;Denn eben wo Begriffe fehlen,&lt;br /&gt;
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.&lt;br /&gt;
Mit Worten läßt sich trefflich streiten,&lt;br /&gt;
Mit Worten ein System bereiten,&lt;br /&gt;
An Worte läßt sich trefflich glauben,&lt;br /&gt;
Von einem Wort läßt sich kein Jota rauben.&amp;lt;/poem&amp;gt;|[[Goethe]], [[Faust I]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Begriff]]e sind durch den Einfluss der [[Widersachermächte]] also nicht identisch mit den [[Sprache|sprachlichen]] [[Bezeichnung]]en, die auf sie hindeuten, obwohl [[Worte]] häufig auch heute noch beim Denken als deren [[mental]]e Repräsentanten verwendet werden. Namentlich bei den [[Griechisch-Lateinische Kultur|Griechen]] waren [[Wort]] und Begriff noch kaum voneinander geschieden und Denken ein inneres, stummes Sprechen, gleichsam ein [[intellektuell]]es Selbstgespräch, das aber, wie sie teilweise noch sehr deutlich empfanden, nicht nur im [[Mensch]]en stattfindet, sondern auch in der [[Natur]] als die eigentliche [[Schöpferkraft]] waltet - ein Prinzip, das seine höchste Ausformung im Prolog des [[Johannesevangelium]]s findet (&#039;&#039;„Im Anfang war das Wort“&#039;&#039; {{B|Joh|1|1|LUT}}). Aber auch schon das [[Wikipedia:Altes Testament|Alte Testament]] lässt im [[Sechstagewerk]] die [[Schöpfung]] aus dem Wort der [[Elohim]] hervorgehen. Die Griechen unterschieden daher das ausgesprochene Wort ({{ELSalt|λόγος προφορικός}} &#039;&#039;[[logos prophorikos]]&#039;&#039;) von dem beim Denken nur innerlich stumm gesprochenen Wort ({{ELSalt|λόγος ἐνδιάθετος}} &#039;&#039;[[logos endiathetos]]&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was wir Denken nennen, hat sich&lt;br /&gt;
eigentlich herausentwickelt aus der Handhabung der&lt;br /&gt;
Sprache. Wer einen Sinn hat für das, was in der Sprache&lt;br /&gt;
eines Volkes wirksam ist, für das, was an Logik in der&lt;br /&gt;
Sprache wirkt, an Logik, in die wir uns während unserer&lt;br /&gt;
Kindheit hineinleben, und wer dann psychologischen&lt;br /&gt;
Sinn genug dazu hat, um das im Leben zu beobachten,&lt;br /&gt;
der wird finden, daß unser heutiges Denken eigentlich&lt;br /&gt;
aus dem hervorgeht, was die Sprache aus unserer Seelenkonstitution&lt;br /&gt;
macht. Ich möchte sagen, aus der Sprache&lt;br /&gt;
lösen wir allmählich die Gedanken und Gedankengesetzmäßigkeiten&lt;br /&gt;
heraus; unser heutiges Denken ist eine Gabe&lt;br /&gt;
des Sprechens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade das Denken, das eine Gabe des Sprechens&lt;br /&gt;
ist, das ist dasjenige Denken, das in der zivilisierten&lt;br /&gt;
Menschheit groß geworden ist seit den Tagen des&lt;br /&gt;
Kopernikus, des Galilei, des Giordano Bruno, das groß&lt;br /&gt;
geworden ist in den Zeiten, in denen die Menschheit vorzugsweise&lt;br /&gt;
ihre Aufmerksamkeit der Naturbetrachtung&lt;br /&gt;
im modernen Sinn zugewendet hat. Das Denken, das&lt;br /&gt;
auf Beobachtung und Experiment angewendet wird, das&lt;br /&gt;
muß, ich möchte sagen, so vertraut mit uns leben, daß&lt;br /&gt;
wir das, was wir mit der Sprache uns aneignen als ein allgemeines&lt;br /&gt;
Volksgut, ideell so verfeinern, daß es in uns&lt;br /&gt;
zum ideellen Gedanken wird, durch den wir dann die&lt;br /&gt;
Außenwelt ergreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir brauchen nur eine im Verhältnis zur gesamten&lt;br /&gt;
Menschheitsentwickelung kurze Zeitspanne zurückzugehen,&lt;br /&gt;
und wir finden etwas ganz anderes. Wir gehen&lt;br /&gt;
zum Beispiel zurück bis zum Griechentum. Wer sich&lt;br /&gt;
hineinzuversetzen weiß in das, was in der griechischen&lt;br /&gt;
Kunst, in der griechischen Dichtung, in der griechischen&lt;br /&gt;
Philosophie wirkte, was überhaupt zu uns herübertönt&lt;br /&gt;
aus dem Griechentum, der findet - auf ganz empirische&lt;br /&gt;
Weise ist das möglich -, daß der Grieche noch das, was&lt;br /&gt;
Gedanke war, innig mit dem Worte verwoben erlebte.&lt;br /&gt;
Gedanke und Wort waren eines. Man sprach, indem&lt;br /&gt;
man den Logosbegriff entwickelte, von etwas anderem,&lt;br /&gt;
als wovon wir sprechen, wenn wir von dem Gedanken&lt;br /&gt;
oder der Gedankenverbindung sprechen. Man sprach&lt;br /&gt;
von dem Gedanken so, daß dieser Gedanke das sprachliche&lt;br /&gt;
Element zu seiner selbstverständlichen Körperlichkeit&lt;br /&gt;
hatte. Ebensowenig wie wir in der physischen Welt&lt;br /&gt;
uns unsere Seele räumlich abgetrennt denken können&lt;br /&gt;
vom physischen Organismus, ebensowenig sonderte sich&lt;br /&gt;
für das griechische Bewußtsein der Gedanke vom Wort.&lt;br /&gt;
Man fühlte die beiden durchaus als ein Einheit, und auf&lt;br /&gt;
den Wogen der Worte strömte der Gedanke dahin.|83|91f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Begriff]] und [[Wort]] sind heute viel deutlicher voneinander geschieden, obwohl noch viel von der Bindung des Denkens an das Sprechen nachklingt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bis in die Physik und Mathematik hinein&lt;br /&gt;
wird ja heute in Worten gedacht, nicht in Sachen. In dieser Beziehung&lt;br /&gt;
sind ja die Menschen heute recht merkwürdig. Wenn einer ganz&lt;br /&gt;
gescheit sein will, dann zitiert er rasch: «Denn eben, wo Begriffe&lt;br /&gt;
fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein». - Es geschieht&lt;br /&gt;
das heute aber meistens aus dem Drang heraus, daß dem Betreffenden&lt;br /&gt;
selbst alle Begriffe ausgegangen sind: da stellt sich ihm nämlich&lt;br /&gt;
rasch das Goethesche Wort ein. Aber das merkt er dann nicht. Er&lt;br /&gt;
merkt nicht, daß er in dieser Untugend ganz bitter drinnen ist in&lt;br /&gt;
dem Moment, wo er sie rügt.|228|41f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was im weitesten Umkreise unseres Lebens die Menschen verhindert,&lt;br /&gt;
Gedanken zu haben, das ist, daß die Menschen für den gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Gebrauch des Lebens gar nicht immer das Bedürfnis&lt;br /&gt;
haben, wirklich bis zum Gedanken vorzudringen, sondern daß sie&lt;br /&gt;
statt des Gedankens sich mit dem Worte begnügen. Das meiste von&lt;br /&gt;
dem, was man im gewöhnlichen Leben Denken nennt, verläuft&lt;br /&gt;
nämlich in Worten. Man denkt in Worten. Viel mehr, als man&lt;br /&gt;
glaubt, denkt man in Worten. Und viele Menschen sind, wenn sie&lt;br /&gt;
nach einer Erklärung von dem oder jenem verlangen, damit zufrieden,&lt;br /&gt;
daß man ihnen irgendein Wort sagt, das einen für sie bekannten&lt;br /&gt;
Klang hat, das sie an dieses oder jenes erinnert; und dann halten&lt;br /&gt;
sie das, was sie bei einem solchen Wort empfinden, für eine Erklärung&lt;br /&gt;
und glauben, sie hätten dann den Gedanken.|151|10f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch heute wird das Denken noch häufig als ein inneres Sprechen erlebt, in dem die Begriffe mental durch innerlich erlebte Worte repräsentiert werden, doch kann heute viel bewusster erlebt werden, dass das &#039;&#039;eigentliche&#039;&#039; Denken, das dieses innere Sprechen hervorbringt und bestimmt, auf einer eigenen Metaebene darüber steht. Solange das Denken unmittelbar &#039;&#039;in&#039;&#039; der [[Sprache]] verhaftet bleibt, ist es noch kein allgemein menschliches, sondern bleibt mehr oder weniger an eine bestimmte [[Volksseele]] gebunden, wobei diese Bindung bei den verschiedenen Volkssprachen unterschiedlich stark ausgeprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir modernen Menschen müssen genau unterscheiden zwischen dem&lt;br /&gt;
Begriff und dem Worte. Es würde nur zum Unheil in der menschlichen&lt;br /&gt;
Besonnenheit führen, wenn wir nicht genau unterscheiden würden&lt;br /&gt;
zwischen dem, was im abstrakten Verstande innerlich lebt, und dem,&lt;br /&gt;
was im Worte lebt. Der abstrakte Verstand ist ja auch universell, allgemein&lt;br /&gt;
menschlich. Das Wort lebt in den einzelnen Volkssprachen.&lt;br /&gt;
Wir können schon unterscheiden zwischen dem, was da lebt im Begriffe,&lt;br /&gt;
in der Idee und im Worte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man das, was uns von den Griechen rein historisch vorliegt,&lt;br /&gt;
richtig verstehen, so kommt man nicht zurecht, wenn man den Griechen&lt;br /&gt;
diesen selben Unterschied zuschreibt, wie wir ihn entwickeln im&lt;br /&gt;
Unterscheiden zwischen Begriff und Wort. Die Griechen unterschieden&lt;br /&gt;
nicht mit derselben Stärke Begriff, Idee und Wort. Wenn sie sprachen,&lt;br /&gt;
lebte für sie das, was in der Idee lebt, auf den Flügeln des Wortes. Sie&lt;br /&gt;
glaubten in das Wort hineinzulegen den Begriff. Wenn sie dachten,&lt;br /&gt;
dachten sie nicht in einer abstrakten, intellektualistischen Weise wie&lt;br /&gt;
wir. Es ging durch ihre Seele etwas wie der allerdings unhörbare, aber&lt;br /&gt;
doch Laut des Wortes. Es klang unhörbar in ihnen. Das Wort lebte,&lt;br /&gt;
nicht der abstrakte Begriff.&amp;quot; {{Lit|{{G|206|174}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Jene Trennung, die wir heute psychologisch vollziehen&lt;br /&gt;
müssen zwischen dem Worte und dem Inhalte der Vorstellung&lt;br /&gt;
- besonders bei Betrachtung des Mathematisierens&lt;br /&gt;
tritt das mit aller Klarheit hervor —, ist in älteren Zeiten&lt;br /&gt;
nicht gemacht worden. Und gerade auf diese Unterscheidung&lt;br /&gt;
kam zuerst Aristoteles. Er hob innerhalb des Seelenlebens&lt;br /&gt;
dasjenige, was Vorstellung, Begriff ist, aus dem&lt;br /&gt;
Gewebe der Sprache heraus, machte es für die Erkenntnis&lt;br /&gt;
zu etwas abgesondert Vorliegendem. Dadurch aber drängte&lt;br /&gt;
er wiederum dasjenige, was in der Sprache lebt, weiter in&lt;br /&gt;
das Unbewußte hinunter, als es vorher war. Es wurde&lt;br /&gt;
gewissermaßen ein Abgrund für die Erkenntnis geschaffen&lt;br /&gt;
zwischen dem Begriff oder der Vorstellung und dem Worte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je weiter wir nämlich zurückgehen in der Betrachtung&lt;br /&gt;
der menschlichen Sprache, desto mehr finden wir, daß in&lt;br /&gt;
der Auffassung des Menschen Wort und Begriff oder Vorstellung&lt;br /&gt;
als eines erlebt werden, daß der Mensch gewissermaßen&lt;br /&gt;
das, was er denkt, innerlich hört, daß er ein Wortbild,&lt;br /&gt;
nicht so sehr ein Gedankenbild hat. Der Gedanke&lt;br /&gt;
wird draußen an die Sinneswahrnehmungen und drinnen&lt;br /&gt;
an das Wort geknüpft. Dadurch aber war auch für diese&lt;br /&gt;
älteren Zeiten eine gewisse Empfindung vorhanden, die&lt;br /&gt;
sich etwa so charakterisieren läßt: Indem die Menschen&lt;br /&gt;
sich in ihren Worten aussprachen, fühlten sie, als ob das,&lt;br /&gt;
was in ihren Worten widerklingt, unmittelbar auf eine&lt;br /&gt;
im Instinktiven verborgene, unterbewußte Art von den&lt;br /&gt;
Dingen in ihre Sprache hineingelangt wäre. Sie fühlten&lt;br /&gt;
gewissermaßen, daß ein realer Vorgang sich abspielt zwischen&lt;br /&gt;
dem, was in den Dingen und namentlich in den Tatsachen&lt;br /&gt;
lebt, und dem, was innerlich den Impuls zum Erklingen&lt;br /&gt;
des Wortes bildet. Sie fühlten einen solchen realen&lt;br /&gt;
Zusammenhang, wie der Mensch heute noch einen realen&lt;br /&gt;
Zusammenhang zwischen den Stoffen fühlt, die draußen&lt;br /&gt;
sind, sagen wir Ei, Kalbfleisch, Salat, und dem, was dann&lt;br /&gt;
in seinem Inneren mit dem Inhalte dieser Stoffe sich abspielt,&lt;br /&gt;
wenn er verdaut. Er wird in diesem Vorgang, der&lt;br /&gt;
sich abspielt vom Draußensein der Stoffe zu dem, was&lt;br /&gt;
drinnen in der Verdauung geschieht, einen realen Vorgang&lt;br /&gt;
sehen. Diesen realen Vorgang erlebt er unterbewußt. So&lt;br /&gt;
unterbewußt - wenn auch viel deutlicher, von einem gewissen&lt;br /&gt;
dämmerigen Bewußtsein schon durchzogen — war&lt;br /&gt;
dasjenige, was man an der Sprache erlebte. Man hatte die&lt;br /&gt;
Empfindung, daß etwas, was in den Dingen lebt, mit den&lt;br /&gt;
Lauten, mit den Worten verwandt ist. Wie die Substanzen&lt;br /&gt;
der Stoffe, die man ißt, mit dem, was innerlich im Menschen&lt;br /&gt;
im Stoffwechsel geschieht, zusammenhängen, so&lt;br /&gt;
empfand man einen inneren Zusammenhang zwischen&lt;br /&gt;
dem, was in den Dingen und Tatsachen vorgeht, was&lt;br /&gt;
wortähnlich ist, und dem, was innerlich als Wort erklingt.&lt;br /&gt;
Und indem Aristoteles das, was man da als einen realen&lt;br /&gt;
Vorgang empfand, ins Bewußtsein heraufhob, wo die Begriffe&lt;br /&gt;
spielen, war für die Sprache dasselbe geleistet, was&lt;br /&gt;
ein Mensch leistet, der darüber nachdenkt, was die Substanzen&lt;br /&gt;
der Stoffe in seinem Organismus anfangen. Etwas&lt;br /&gt;
weiter voneinander entfernt ist allerdings das Denken&lt;br /&gt;
über die Verdauung von dem realen Verdauungsvorgange&lt;br /&gt;
selbst als das Denken von der Sprache. Aber eine Vorstellung&lt;br /&gt;
von dem entsprechenden Verhältnis kann man gewinnen,&lt;br /&gt;
wenn man sich diese Vorstellung dadurch verdeutlicht,&lt;br /&gt;
daß man von einem Naheliegenderen zu einem&lt;br /&gt;
Entfernteren und in der Entfernung Deutlicherwerdenden&lt;br /&gt;
übergeht.&amp;quot; {{Lit|{{G|76|122ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die unterschiedliche Beziehung von Sprache und Denken in den europäischen Volkssprachen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bedenken Sie nur, wie schwierig es zum Beispiel ist, das Folgende zu&lt;br /&gt;
erkennen - was damit gemeint ist, ist keine trockene Theorie, sondern&lt;br /&gt;
liegt dem Leben zugrunde - : Es gibt ein gewisses Verhältnis in der Seele&lt;br /&gt;
zwischen der Vorstellung und dem Worte. Das ist eine Tatsache, die&lt;br /&gt;
ich Ihnen jetzt angebe. Nehmen wir an, im Seelengefüge läge das Wort&lt;br /&gt;
gewissermaßen auf diesem Felde, der Gedanke auf diesem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_209a.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 209]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache ist nun so, daß das französische Volkstum die Tendenz hat,&lt;br /&gt;
den Gedanken bis zum Worte herunterzudrangen, das heißt, indem&lt;br /&gt;
gesprochen wird, in das Gesprochene den Gedanken hineinzudrücken.&lt;br /&gt;
Daher so leicht gerade auf diesem Felde das Sich-Berauschen am Worte,&lt;br /&gt;
das Sich-Berauschen an der Phrase geschieht, wobei ich Phrase durchaus&lt;br /&gt;
im guten Sinne meine:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_209b.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 209]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das englische Volkstum nun drückt den Gedanken unter das Wort herunter,&lt;br /&gt;
so daß der Gedanke das Wort durchsetzt und jenseits des Wortes&lt;br /&gt;
Realität sucht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_210a.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 210]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Deutsche hat die Eigentümlichkeit, nicht bis zum Worte zu gehen&lt;br /&gt;
mit dem Gedanken. Und nur durch diese Tatsache sind Philosophen,&lt;br /&gt;
die sonst nirgends in der Welt möglich gewesen wären, wie &#039;&#039;[[Fichte]]&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Schelling]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Hegel]]&#039;&#039;, möglich geworden, daß das Deutsche nicht bis zum&lt;br /&gt;
Worte den Gedanken trägt, sondern den Gedanken im Gedanken erhält.&lt;br /&gt;
Dadurch aber werden sich die Menschen sehr leicht mißverstehen&lt;br /&gt;
können. Denn ein wirklich richtiges Übersetzen ist ja nicht möglich,&lt;br /&gt;
ist immer nur Surrogat. Es gibt keine Möglichkeit, das, was Hegel gesagt&lt;br /&gt;
hat, auch auf englisch zu sagen oder auf französisch. Das ist ganz&lt;br /&gt;
ausgeschlossen, solche Übersetzungen können immer nur ein Surrogat&lt;br /&gt;
sein. Eine Verständnismöglichkeit ist nur dadurch vorhanden, daß gewisse&lt;br /&gt;
romanische Grundelemente noch durchgängig sind, denn ob man&lt;br /&gt;
sagt «association», französisch, oder «association», englisch, ist gleich,&lt;br /&gt;
das geht alles zurück auf das Romanische. In solchen Dingen werden&lt;br /&gt;
Brücken gebaut. Aber jedes Volkstum hat seine besondere Mission, und&lt;br /&gt;
man kann ihm nur beikommen aus der Sehnsucht heraus, zu einem&lt;br /&gt;
solchen Verständnis zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das slawische Volkstum stößt den Gedanken in das Innere zurück&lt;br /&gt;
und hat ihn hier:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_210b.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 210]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort liegt das Wort dem Gedanken ganz fern, es schwebt wie abgesondert&lt;br /&gt;
von ihm.&lt;br /&gt;
Die stärkste Koinzidenz zwischen Gedanke und Wort, so daß der&lt;br /&gt;
Gedanke verschwindet gegenüber dem Worte, ist im Französischen.&lt;br /&gt;
Das stärkste Selbstausleben des Gedankens ist im Deutschen, weshalb&lt;br /&gt;
auch nur im Deutschen das Wort einen Sinn hat, das Hegel und Hegelianer&lt;br /&gt;
geprägt haben: «Das Selbstbewußtsein des Gedankens.» Was&lt;br /&gt;
für den Nichtdeutschen ein Abstraktum ist, ist für den Deutschen das&lt;br /&gt;
größte Erlebnis, das er haben kann, wenn er es im lebendigen Sinne&lt;br /&gt;
versteht. Das Deutsche geht darauf aus, die Ehe zu begründen zwischen&lt;br /&gt;
dem Spirituellen an sich und dem Spirituellen des Gedankens. Nirgends&lt;br /&gt;
in der Welt, in keinem Volkstum kann das erreicht werden außer im&lt;br /&gt;
deutschen.|173|209ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Englisch-Sprechen ist noch viel mehr&lt;br /&gt;
eine Tätigkeit, wo im Sprechen, im Lautentwickeln selber gedacht&lt;br /&gt;
wird, während das Hochdeutsch-Sprechen etwas ist, wo im Lautentwickeln&lt;br /&gt;
nicht gedacht wird, sondern das Denken als eine Parallelerscheinung&lt;br /&gt;
neben der Lautentwickelung einhergeht. Überhaupt, die&lt;br /&gt;
westlichen Sprachen haben sich noch viel mehr bewahrt von diesem&lt;br /&gt;
Zusammengehören, von diesem instinktmäßigen Zusammengehören&lt;br /&gt;
von Laut und Vorstellung als die mitteleuropäischen Sprachen. Und&lt;br /&gt;
daher haben auch die westeuropäischen Sprachen eine solch starre&lt;br /&gt;
Form angenommen. Man kann kaum irgendwie etwas in den westeuropäischen&lt;br /&gt;
Sprachen formulieren, ohne daß einem gesagt wird: Das&lt;br /&gt;
kann man nicht sagen, so drückt man sich nicht aus. - Das ist eine&lt;br /&gt;
Sache, die es im Hochdeutschen so nicht gibt. Da kann man beinahe&lt;br /&gt;
alles sagen: da kann man das Subjekt da hinstellen, dort hinstellen,&lt;br /&gt;
denn der Gedanke geht mehr parallel mit dem Lautbestande als in den&lt;br /&gt;
westlichen Sprachen. Nur indem wir an ältere Stufen unserer Sprachbildung&lt;br /&gt;
herankommen, kommen wir auch immer mehr und mehr zu&lt;br /&gt;
einem strengen Verbundensein von Vorstellung und Lautbestand, und&lt;br /&gt;
daher können wir an unseren älteren Stufen und Dialekten das studieren,&lt;br /&gt;
was bei den westlichen Sprachen heute noch immer als ein Atavismus&lt;br /&gt;
vorhanden ist.|299|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Traum, Abstraktion, Imagination ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bildlose abstrakte Denken, wie es heute in den [[Wissenschaft]]en und immer mehr auch im Alltagsleben gepflegt wird, ist nur eine Durchgangsstufe in der menschheitlichen Entwicklung. Ihm ging ein [[traum]]artiges bildhaftes Denken voran, das sich etwa in den [[Mythologie]]en der verschiedenen Völker niederschlug. Zukünftig wird sich in Form der [[Imagination]] ein vollkommen waches [[Bilderbewusstsein]] entwickeln, bei dem das [[Selbstbewusstsein]], das im [[Traum]] weitgehend verloren geht, voll gewahrt bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Aber dieses abstrakte Denken ist nur eine Entwickelungsphase&lt;br /&gt;
im Leben der Menschheit. Ihm geht ein bildhaftes, mit&lt;br /&gt;
den Dingen verbundenes und in den Menschentaten pulsierendes&lt;br /&gt;
Denken voraus. Im bewußten Menschenleben wirkt dieses&lt;br /&gt;
Denken allerdings traumhaft, aber es ist der Schöpfer aller&lt;br /&gt;
Frühstadien der Kulturen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch dieses abstrakte Denken ist nur eine Durchgangs stufe&lt;br /&gt;
der denkerischen Fähigkeit. Wer es in seiner völligen Reinheit&lt;br /&gt;
erlebt hat, wer seine Kälte und Kraftlosigkeit, aber auch seine&lt;br /&gt;
Durchsichtigkeit mit vollem menschlichen Anteil in sich aufgenommen&lt;br /&gt;
hat, der kann bei ihm nicht stehen bleiben. Es ist&lt;br /&gt;
ein totes Denken; aber es kann zum Leben erweckt werden.&lt;br /&gt;
Es hat die Bildhaftigkeit verloren, die es als Traumerlebnis gehabt&lt;br /&gt;
hat; aber es kann diese wieder erringen im Lichte eines&lt;br /&gt;
intensiveren Bewußtseins. Von traumhafter Bildlichkeit durch&lt;br /&gt;
vollbewußte Abstraktion zur ebenso vollbewußten Imagination:&lt;br /&gt;
das ist der Entwickelungsgang des menschlichen Denkens.&lt;br /&gt;
Der Aufstieg zu dieser bewußten Imagination steht als&lt;br /&gt;
Zukunftsaufgabe vor der abendländischen Menschheit. Goethe&lt;br /&gt;
hat einen Anfang damit gemacht, indem er für das Verständnis&lt;br /&gt;
der Pflanzengestaltung das Ideenbild der Urpflanze&lt;br /&gt;
forderte. Und dieses imaginative Denken kann wieder Impulse&lt;br /&gt;
des Handelns aus sich heraustreiben.|36|88f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken im Gespräch mit dem Engel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir denken nicht nur, sondern wir werden zugleich auch gedacht von den [[Angeloi]]. Sie denken unser [[Bewusstsein]] und umfassen dabei nicht nur den einzelnen Gedanken, sondern unsere ganze Gedankenwelt. Denken im Gespräch mit dem Engel heißt, sich dessen bewusst zu werden, dass wir von ihm gedacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir Menschen denken. Wir glauben zunächst, nur&lt;br /&gt;
unsere Gedanken zu erleben. Aber indem unsere Gedanken durch unsere Seele&lt;br /&gt;
ziehen, leben in unseren Gedanken die Angeloi in Wirklichkeit darinnen. Und wie&lt;br /&gt;
wir mit unseren Sinnen empfinden, wie wir irgend etwas angreifen, erfassen, so&lt;br /&gt;
leben in unserem Denken - das ist ihr Empfinden - die Angeloi drinnen. Sie&lt;br /&gt;
bringen uns das zum Bewußtsein. Und ebenso wie empfinden in unserem Denken&lt;br /&gt;
die Angeloi, so erleben in unserem Fühlen die Archangeloi und so schauen in&lt;br /&gt;
unserem Wollen die Archai.|270b|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nehmen wir einmal einen Gedanken, also das, was wir als Menschen denken. Zunächst sind diese Gedanken in unserem Bewußtsein, aber sie sind nicht bloß in unserem Bewußtsein. Sie sind zugleich in dem&lt;br /&gt;
Bewußtsein der Wesen der nächsthöheren Hierarchie, der Angeloi, der Engel. Während wir einen Gedanken haben, ist unsere ganze Gedankenwelt zum Beispiel Gedanke der Engel. Die Engel denken unser&lt;br /&gt;
Bewußtsein. Und darum werden Sie erkennen, wie man, wenn man zum Sehertum aufsteigt, eine andere Empfindung gegenüber dem Anschauen der Wesen der höheren Welten entwickeln muß als in der&lt;br /&gt;
gewöhnlichen äußeren Wirklichkeit. Wenn man so wie über die physisch-sinnliche Welt, über das irdische Dasein denkt, kann man nicht zu einem höheren Sehertum hinaufkommen. Man muß da nicht bloß denken, sondern man muß gedacht werden und ein Wissen davon haben, daß man gedacht wird.|148|307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Ägyptisch-Chaldäische Kultur|ägyptisch-chaldäischen Zeit]], im Zeitalter der [[Empfindungsseele]], ehe die [[Verstandesseele]] erwacht war, fühlte man das Denken noch als eine von den Engeln [[Inspiration|inspirierte]] Gabe. Selbst im [[Frühmittelalter]] bis ins [[Wikipedia:9. Jahrhundert|9. Jahrhundert]] konnten das noch [[christlich]]e Denker wie [[Johannes Scottus Eriugena]] nachempfinden, obwohl bereits ihr auf den [[Verstand]] gegründetes [[Spekulation|spekulatives]] und daher oft auch dem [[Irrtum]] verfallenes [[Eigendenken]] erwacht war. Deutlich fühlte Eriugena sich aber auch noch in der [[Wahrheit|wahren]] [[Erkenntnis]] von einer Engelwesenheit durchdrungen. Sein Denken wurde damit zu einer Art von innerem Zwiegespräch mit dem Engel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bei Johannes Scotus ist es so, daß er in diesem Zwiespalt&lt;br /&gt;
lebt. Er kann bloß denken; aber wenn dieses Denken zum Erkennen&lt;br /&gt;
wird, da fühlt er, da ist noch etwas da von den alten Mächten, welche&lt;br /&gt;
den Menschen durchdrungen haben in der alten Art der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
Er fühlt den Engel, den Angelos in sich. Daher sagt er, der Mensch&lt;br /&gt;
erkenne als Engel. Es war Erbstück aus den alten Zeiten, daß in&lt;br /&gt;
dieser Zeit der Verstandeserkenntnis ein solcher Geist wie Scotus&lt;br /&gt;
Erigena noch sagen konnte, der Mensch erkenne wie ein Engel. In&lt;br /&gt;
den Zeiten der ägyptischen, der chaldäischen Zeit, in den älteren&lt;br /&gt;
Zeiten der hebräischen Zivilisation würde niemand etwas anderes&lt;br /&gt;
gesagt haben, als: Der Engel erkennt in mir, und ich nehme&lt;br /&gt;
Teil als Mensch an der Erkenntnis des Engels. Der Engel wohnt in&lt;br /&gt;
mir, der erkennt, und ich mache das mit, was der Engel erkennt. -&lt;br /&gt;
Das war in der Zeit, als noch kein Verstand da war. Als dann der&lt;br /&gt;
Verstand heraufgekommen war, da mußte man das mit dem&lt;br /&gt;
Verstande durchdringen; aber es war eben in Scotus Erigena&lt;br /&gt;
noch ein Bewußtsein von diesem Durchdrungensein mit der Angelosnatur.|204|269f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johannes Scottus Eriugena]] schreibt in seinem Hauptwerk «[[Über die Einteilung der Natur]]»:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wenn du die wechselseitige Verbindung und Einheit der geistigen und vernünftigen Naturen aufmerksam&lt;br /&gt;
betrachtest, so wirst du in der That finden, dass sowohl die&lt;br /&gt;
englische Wesenheit in der menschlischen, als die menschliche in der englischen mitgegründet ist. In jeder vollzieht sich, was der reine Verstand auf das Vollkommenste&lt;br /&gt;
erkennt, und wird in jeder eins und dasselbe bewirkt. So&lt;br /&gt;
gross nämlich war die Gemeinschaft der englischen und&lt;br /&gt;
menschlichen Natur und würde es auch geblieben sein,&lt;br /&gt;
wenn der erste Mensch nicht gesündigt hätte, dass aus&lt;br /&gt;
beiden Eins wurde, was auch bei den hervorragendsten&lt;br /&gt;
Menschen, deren Erstlinge unter den Himmlischen sind,&lt;br /&gt;
bereits zu geschehen beginnt. Denn der Engel entsteht&lt;br /&gt;
im Menschen durch den Begriff des Engels, der im&lt;br /&gt;
Menschen ist, und der Mensch entsteht im Engel durch&lt;br /&gt;
den im Menschen gegründeten Begriff des Engels. Wer&lt;br /&gt;
nämlich, wie ich sagte, den reinen Begriff hat, wird&lt;br /&gt;
in dem, was er begreift. Die geistige und vernünftige&lt;br /&gt;
Engelnatur ist also in der geistigen und vernünftigen&lt;br /&gt;
menschlichen Natur ebenso geworden, wie die menschliche&lt;br /&gt;
in der englischen durch gegenseitiges Begreifen, worin&lt;br /&gt;
der Mensch den Engel und der Engel den Menschen begreift. Dies ist auch gar nicht wunderbar; denn auch&lt;br /&gt;
wir selbst werden, indem wir uns mit einander unterreden,&lt;br /&gt;
gegenseitig in einander verwandelt. Indem ich nämlich&lt;br /&gt;
begreife, was du begreifst, werde ich dein Begriff&lt;br /&gt;
und bin auf unaussprechliche Weise in dich aufgenommen&lt;br /&gt;
worden. Ebenso wenn du rein begreifst, was ich durchaus begreife, wirst du mein Begriff und aus den&lt;br /&gt;
beiden Begriffen wird einer, welcher aus dem, was&lt;br /&gt;
wir beide lauter und unverweilt begreifen, gebildet ist.&lt;br /&gt;
Nehmen wir ein Beispiel aus den Zahlen zu Hülfe, so&lt;br /&gt;
begreifst du, dass die Sechszahl in ihren Theilen gleich&lt;br /&gt;
ist, und ich begreife dies ebenso, und ich begreife deinen,&lt;br /&gt;
wie du meinen Begriff begreifst. Unser beider Begriff wird ein durch die Sechszahl gebildeter einiger,&lt;br /&gt;
und dadurch werde ich nicht blos in dir, sondern auch du&lt;br /&gt;
in mir geschaffen. Denn wir sind nicht etwas Anderes,&lt;br /&gt;
als unser Begriff, und unsere wahre und höchste&lt;br /&gt;
Wesenheit ist ein Begriff, welcher sich in der Betrachtung der Wahrheit beurkundet. Dass aber solcher&lt;br /&gt;
Begriff nicht blos in gleichwesentlichen, sondern&lt;br /&gt;
auch in untergeordneten Naturen sich entwickeln kann,&lt;br /&gt;
sobald die Liebe vermittelnd eintritt, dies lehren die Worte&lt;br /&gt;
des Apostels, welcher die Meinung, als ob unser Begriff&lt;br /&gt;
sichtbare Formen liebe, mit der Mahnung ablehnt:&lt;br /&gt;
Werdet nicht gleich dieser Welt! In solchem Sinn wird&lt;br /&gt;
also ganz sachgemäss gesagt, dass in gegenseitigem&lt;br /&gt;
Begreifen der Mensch im Engel und der Engel im Menschen geschaffen werde, und dass auch der Engel dem&lt;br /&gt;
Menschen in keinem Verhältniss irgendwie vorangehe, wird&lt;br /&gt;
gleichfalls richtig geglaubt und eingesehen, mag auch nach&lt;br /&gt;
der Darstellung des Propheten die Schöpfung der engelischen&lt;br /&gt;
Natur, wie Viele wollen, früher oder später, als die&lt;br /&gt;
Schöpfung der menschlichen Natur geschehen sein.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, Ludwig Noack (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Zweite Abtheilung, S. 61ff [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=492&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sehr erlebt Eriugena also noch die [[geist]]ige [[Wirklichkeit]] des Denkens, dass er sagen kann, dass der Engel in ihm - und zwar nicht als [[Abbild]], sondern als Wirklichkeit - entsteht, wenn er ihn denkt und der Mensch nicht minder im Engel entsteht, wenn der Mensch den [[Begriff]] des Engels bildet! Und so für alle [[Wesen]]. [[Erkenntnis]] ist nicht bloß wesenloser Abglanz des [[Sein]]s, sondern das wahre Sein selbst. In diesem Sinn ist es auch zu verstehen, wenn oben gesagt wurde, dass der Mensch als [[Bild und Gleichnis Gottes]] die gesamte Schöpfung umspannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Denn die Gedanken der Dinge sind wahrhaft die Dinge&lt;br /&gt;
selbst, wie der heilige Dionysius sagt: „die Erkenntniss&lt;br /&gt;
des Seienden ist das Seiende selbst;“ aber ihre uranfänglichen Ursachen und Gründe werden durch Denkthätigkeit,&lt;br /&gt;
nicht durch die Dinge selbst zur Vereinigung geführt.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, Ludwig Noack (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 133f [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=140&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Engel stehen damit für Eriugena auf gleicher Stufe; eben dadurch können sie einander wechselseitig erkennen. Doch ist diese Erkenntnis, wie auch ihre jeweilige [[Selbsterkenntnis]], niemals vollständig. Denn um sich selbst vollständig erkennen, d.h. [[Definition|definieren]], umgrenzen zu können, müsste man sich selbst überragen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich glaube, dass Keiner von Beiden sich selber,&lt;br /&gt;
noch auch Einer den Andern definieren kann. Denn wenn&lt;br /&gt;
der Mensch sich selber oder einen Engel definiert, so ist&lt;br /&gt;
er grösser als er selber oder als der Engel; denn das&lt;br /&gt;
Definirende ist ein Grösseres als das Definierte. Dasselbe&lt;br /&gt;
findet beim Engel statt. Ich glaube deshalb, dass diese&lt;br /&gt;
Beiden allein von Dem, der sie nach seinem Bilde geschaffen hat, definiert werden können.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, Ludwig Noack (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 63 [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=70&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der ganzheitliche Charakter des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was uns die Wahrnehmungswelt so rätselhaft macht, ist, dass sie sich uns, solange wir uns des Denkens enthalten, als eine Welt zusammenhanglos erscheinender Einzelheiten darbietet. Erst das Denken schlägt Verbindungsfäden zwischen den einzelnen Elementen und verknüpft sie zu einem sinnvollen Ganzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ein Ding erklären, verständlich machen heißt nichts anderes, als es in den Zusammenhang hineinversetzen, aus dem es durch die oben geschilderte Einrichtung unserer Organisation herausgerissen ist. Ein von dem Weltganzen abgetrenntes Ding gibt es nicht. Alle Sonderung hat bloß subjektive Geltung für unsere Organisation. Für uns legt sich das Weltganze auseinander in: oben und unten, vor und nach, Ursache und Wirkung, Gegenstand und Vorstellung, Stoff und Kraft, Objekt und Subjekt usw. Was uns in der Beobachtung an Einzelheiten gegenübertritt, das verbindet sich durch die zusammenhängende, einheitliche Welt unserer Intuitionen Glied für Glied; und wir fügen durch das Denken alles wieder in eins zusammen, was wir durch das Wahrnehmen getrennt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätselhaftigkeit eines Gegenstandes liegt in seinem Sonderdasein. Diese ist aber von uns hervorgerufen und kann, innerhalb der Begriffswelt, auch wieder aufgehoben werden.&amp;quot; {{Lit|{{G|4|95}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken verknüpft also die Wahrnehmungen miteinander und verbindet sie mit den zugehörigen Begriffen. Und auch die durch das Denken gebildeten Begriffe bleiben nicht vereinzelt stehen, sondern schließen sich zu umfangreicheren Begriffen und Begriffssystemen zusammen, die wir als [[Idee]]n bezeichnen, die alle letztlich in der einen einzigen Idee schlechthin wurzeln. Zurecht sagt daher Goethe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Idee ist ewig und einzig; daß wir auch den Plural brauchen, ist nicht wohlgetan. Alles, was wir gewahr werden und wovon wir reden können, sind nur Manifestationen der Idee; Begriffe sprechen wir aus, und insofern ist die Idee selbst ein Begriff.&amp;quot; {{Lit|Goethe: &#039;&#039;Maximen und Reflexionen&#039;&#039;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analytisches und synthetisches Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethes Worte unterstreichen den fundamental ganzheitlichen, synthetischen Charakter des Denkens, der heute aber zumeist übersehen wird, weil wir gewohnt sind, vorwiegend &#039;&#039;analytisch&#039;&#039; zu denken. Das analytische Denken ist notwendig, um einzelne Begriffe aus der Gesamtidee herauszusondern, damit sie uns besonders deutlich und klar bewusst werden. Sie bleiben aber bedeutungslos, wenn sie nicht letztlich wieder dem Ganzen eingegliedert werden, mit dem sie in der Wirklichkeit untrennbar verbunden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das diskursive Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das diskursive, logisch ableitende Denken ist heute im Zeitalter des [[Intellekt]]s das weithin verbreitetste. Es ist eng an die [[Sprache]] gebunden, weitgehend bildlos abstrakt und schreitet konsequent in lückenloser Folge ohne logische Sprünge über logische [[Schluß|Schlüsse]] und [[Urteil]]e zu den [[Begriff]]en vorwärts. Nur im logischen Schließen sind wir stets vollwach. Urteile sinken sehr schnell in das [[Traumbewusstsein]], in dem auch das [[Gefühl]] beständig lebt, herab und werden so zu Seelengewohnheiten. Begriffe steigen sogar bis in das [[Schlafbewusstsein]] hinunter, wo auch der menschliche [[Wille]] wirkt. Hier werden sie zu einer gestaltenden Kraft, die bis in den [[Physischer Leib|physischen Leib]] hineinwirkt. Das zu berücksichtigen, ist für vor allem für die [[Pädagogik]] von größter Bedeutung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Indem wir uns logisch, das heißt denkend-erkennend betätigen, haben wir in dieser Betätigung immer drei Glieder. Erstens haben wir immerfort dasjenige in unserem denkenden Erkennen drinnen, was wir Schlüsse nennen. Für das gewöhnliche Leben äußert sich ja das Denken in der Sprache. Wenn Sie das Gefüge der Sprache überblicken, werden Sie finden: indem Sie sprechen, bilden Sie fortwährend Schlüsse aus. Diese Tätigkeit des Schließens ist die allerbewußteste im Menschen. Der Mensch würde sich durch die Sprache nicht äußern können, wenn er nicht fortwährend Schlüsse sprechen würde; er würde nicht das, was der andere zu ihm sagt, verstehen können, wenn er nicht fortwährend Schlüsse in sich aufnehmen könnte. Die Schullogik zergliedert gewöhnlich die Schlüsse; dadurch verfälscht sie sie schon, insofern die Schlüsse im gewöhnlichen Leben vorkommen. Die Schullogik bedenkt nicht, daß wir schon einen Schluß ziehen, wenn wir ein einzelnes Ding ins Auge fassen. Denken Sie sich, Sie gehen in eine Menagerie und sehen dort einen Löwen. Was tun Sie denn zuallererst, indem Sie den Löwen wahrnehmen? Sie werden zuallererst das, was Sie am Löwen sehen, sich zum Bewußtsein bringen, und nur durch dieses Sich-zum-Bewußtsein-Bringen kommen Sie mit Ihren Wahrnehmungen gegenüber dem Löwen zurecht. Sie haben im Leben gelernt, ehe Sie in die Menagerie gegangen sind, daß solche Wesen, die sich so äußern wie der Löwe, den Sie jetzt sehen, «Tiere» sind. Was Sie da aus dem Leben gelernt haben, bringen Sie schon mit in die Menagerie. Dann schauen Sie den Löwen an und finden: der Löwe tut eben auch das, was Sie bei den Tieren kennengelernt haben. Dies verbinden Sie mit dem, was Sie aus der Lebenserkenntnis mitgebracht haben, und bilden sich dann das Urteil: Der Löwe ist ein Tier. - Erst wenn Sie dieses Urteil sich gebildet haben, verstehen Sie den einzelnen Begriff «Löwe». Das erste, was Sie ausführen, ist ein Schluß; das zweite, was Sie ausführen, ist ein Urteil; und das letzte, wozu Sie im Leben kommen, ist ein Begriff. Sie wissen natürlich nicht, daß Sie diese Betätigung fortwährend vollziehen; aber würden Sie sie nicht vollziehen, so würden Sie kein bewußtes Leben führen, das Sie geeignet macht, sich durch die Sprache mit anderen Menschenwesen zu verständigen. Man glaubt gewöhnlich, der Mensch komme zuerst zu den Begriffen. Das ist nicht wahr. Das erste im Leben sind die Schlüsse. Und wir können sagen: Wenn wir nicht unsere Wahrnehmung des Löwen, wenn wir in die Menagerie gehen, aus der gesamten übrigen Lebenserfahrung herausschälen, sondern wenn wir sie in unsere ganze übrige Lebenserfahrung hineinstellen, so ist das erste, was wir in der Menagerie vollbringen, das Ziehen eines Schlusses. - Wir müssen uns klar sein: daß wir in die Menagerie gehen und den Löwen sehen, ist nur eine Einzelhandlung und gehört zum ganzen Leben hinzu. Wir haben nicht angefangen zu leben, als wir die Menagerie betreten und den Blick auf den Löwen gerichtet haben. Das schließt sich an das vorherige Leben an, und das vorherige Leben spielt da hinein, und wiederum wird das, was wir aus der Menagerie mitnehmen, hinausgetragen in das übrige Leben. - Wenn wir aber nun den ganzen Vorgang betrachten, was ist dann der Löwe zuerst? Er ist zuerst ein Schluß. Wir können durchaus sagen: Der Löwe ist ein Schluß. Ein bißchen später: Der Löwe ist ein Urteil. Und wieder ein bißchen später: Der Löwe ist ein Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie Logiken aufschlagen, namentlich solche älteren Kalibers, dann werden Sie unter den Schlüssen gewöhnlich den allerdings berühmt gewordenen Schluß angeführt finden: Alle Menschen sind sterblich; Cajus ist ein Mensch; also ist Cajus sterblich. - Cajus ist ja die allerberühmteste logische Persönlichkeit. Nun, dieses Auseinanderschälen der drei Urteile: «Alle Menschen sind sterblich», «Cajus ist ein Mensch», «also ist Cajus sterblich», findet in der Tat nur beim Logikunterricht statt. Im Leben weben diese drei Urteile ineinander, sind eins, denn das Leben verläuft fortwährend denkend-erkennend. Sie vollziehen immer alle drei Urteile gleichzeitig, indem Sie an einen Menschen «Cajus» herantreten. In dem, was Sie über ihn denken, stecken schon die drei Urteile drinnen. Das heißt, der Schluß ist zuerst da; dann erst bilden Sie das Urteil, das hier in der Conclusio ist: «also ist Cajus sterblich.» Und das letzte, was Sie bekommen, ist der individualisierte Begriff: «Der sterbliche Cajus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben diese drei Dinge - Schluß, Urteil, Begriff - ihr Dasein im Erkennen, das heißt im lebendigen Geiste des Menschen. Wie verhalten sie sich im lebendigen Geiste des Menschen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schluß kann nur leben im lebendigen Geiste des Menschen, nur dort hat er ein gesundes Leben; das heißt, der Schluß ist nur ganz gesund, wenn er verläuft im vollwachenden Leben. Das ist sehr wichtig, wie wir noch sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher ruinieren Sie die Seele des Kindes, wenn Sie darauf hinarbeiten, daß fertige Schlüsse dem Gedächtnis anvertraut werden sollen. Was ich jetzt für den Unterricht sage, das ist, wie wir es noch im einzelnen auszuführen haben, von ganz fundamentaler Wichtigkeit. Sie werden in der Waldorfschule Kinder aller Altersstufen bekommen mit den Ergebnissen vorangehenden Unterrichtes. Es wird mit den Kindern gearbeitet worden sein - Sie werden das Ergebnis davon schon vorfinden im Schluß, Urteil, Begriff. Sie werden ja aus den Kindern das Wissen wieder heraufholen müssen, denn Sie können nicht mit jedem Kinde von neuem beginnen. Wir haben ja das Eigentümliche, daß wir die Schule nicht von unten aufbauen können, sondern gleich mit acht Klassen beginnen. Sie werden also präparierte Kinderseelen vorfinden und werden in der Methode in den allerersten Zeiten darauf Rücksicht nehmen müssen, daß Sie möglichst wenig die Kinder damit plagen, fertige Schlüsse aus dem Gedächtnis herauszuholen. Sind diese fertigen Schlüsse zu stark in die Seelen der Kinder gelegt, dann lasse man sie lieber unten liegen und bemühe sich, das gegenwärtige Leben des Kindes im Schließen leben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Urteil entwickelt sich ja zunächst auch, selbstverständlich, im vollwachenden Leben. Aber das Urteil kann schon hinuntersteigen in die Untergründe der menschlichen Seele, da, wo die Seele träumt. Der Schluß sollte nicht einmal in die träumende Seele hinunterziehen, sondern nur das Urteil kann in die träumende Seele hinunterziehen. Also alles, was wir uns als Urteil über die Welt bilden, zieht in die träumende Seele hinunter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, was ist denn diese träumende Seele eigentlich? Sie ist mehr das Gefühlsmäßige, wie wir gelernt haben. Wenn wir also im Leben Urteile gefällt haben und dann über die Urteilsfällung hinweggehen und das Leben weiterführen, so tragen wir unsere Urteile durch die Welt; aber wir tragen sie im Gefühl durch die Welt. Das heißt aber weiter: das Urteilen wird in uns eine Art Gewohnheit. Sie bilden die Seelengewohnheiten des Kindes aus durch die Art, wie Sie die Kinder urteilen lehren. Dessen müssen Sie sich durchaus bewußt sein. Denn der Ausdruck des Urteils im Leben ist der Satz, und mit jedem Satze, den Sie zu dem Kinde sprechen, tragen Sie ein Atom hinzu zu den Seelengewohnheiten des Kindes. Daher sollte der ja Autorität besitzende Lehrer sich immer bewußt sein, daß das, was er spricht, haften werde an den Seelengewohnheiten des Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und kommen wir vom Urteil zum Begriff, so müssen wir uns gestehen: was wir als Begriff ausbilden, das steigt hinunter bis in die tiefste Tiefe des Menschenwesens, geistig betrachtet, steigt hinunter bis in die schlafende Seele. Der Begriff steigt hinunter bis in die schlafende Seele, und dies ist die Seele, die fortwährend am Leibe arbeitet. Die wachende Seele arbeitet nicht am Leibe. Ein wenig arbeitet die träumende Seele am Leibe; sie erzeugt das, was in seinen gewohnten Gebärden liegt. Aber die schlafende Seele wirkt bis in die Formen des Leibes hinein. Indem Sie Begriffe bilden, das heißt, indem Sie Ergebnisse der Urteile bei den Menschen feststellen, wirken Sie bis in die schlafende Seele oder, mit anderen Worten, bis in den Leib des Menschen hinein. Nun ist ja der Mensch in hohem Grade dem Leibe nach fertig gebildet, indem er geboren wird, und die Seele hat nur die Möglichkeit, das, was durch die Vererbungsströmung den Menschen überliefert wird, feiner auszubilden. Aber sie bildet es feiner aus. Wir gehen durch die Welt und schauen uns Menschen an. Diese Menschen treten uns entgegen mit ganz bestimmten Gesichtsphysiognomien. Was ist in diesen Gesichtsphysiognomien enthalten? Es ist in ihnen unter anderem enthalten das Ergebnis aller Begriffe, welche die Lehrer und Erzieher während der Kindheit in den Menschen hineingebracht haben. Aus dem Gesicht des reifen Menschen strahlt uns wieder das entgegen, was an Begriffen in die Kinderseele hineingegossen ist, denn die schlafende Seele hat die Physiognomie des Menschen unter anderem auch nach den feststehenden Begriffen gebildet. Hier sehen wir die Macht des Erzieherischen und Unterrichtlichen von uns auf den Menschen. Seinen Siegelabdruck bekommt der Mensch bis in den Leib hinein durch das Begriffebilden.&amp;quot; {{Lit|{{G|293|134ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gestaltendes Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gibt eben zwei Arten, sich Gedanken zu bilden. Die eine Art ist&lt;br /&gt;
die zergliedernde, die unterscheidende, die gerade in der Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
heute eine so große Rolle spielt, wo man unterscheidet, sorgfältig&lt;br /&gt;
unterscheidet. Sie finden das gerade in der Naturwissenschaft tonangebend.&lt;br /&gt;
Alles, was in der Naturwissenschaft gesagt, geschrieben,&lt;br /&gt;
getan wird, steht unter dem Einfluß der zergliedernden Denkweise,&lt;br /&gt;
der unterscheidenden Denkweise. Man sucht stramme Definitionen.&lt;br /&gt;
Und wenn einer heute etwas sagt, so nagelt man ihn an stramme&lt;br /&gt;
Definitionen. Stramme Definitionen sind aber nichts weiter als Unterscheidungen&lt;br /&gt;
der Sachen, die man definiert, von andern Sachen. Diese&lt;br /&gt;
Denkweise ist eine Art von Maske, der sich insbesondere gern bedienen&lt;br /&gt;
die Geister, die heute uns zerreißen möchten, die in diesem Kampfe&lt;br /&gt;
drinnenstehen. Trivial könnte man sagen: Eine große Anzahl derjenigen&lt;br /&gt;
Menschen, die die gegenwärtige Kriegskatastrophe herbeigeführt&lt;br /&gt;
haben, und derjenigen, die noch drinnenstehen in dem, was&lt;br /&gt;
die Folgen sind, sind eigentlich verrückt. Aber das ist, wie gesagt, nur&lt;br /&gt;
etwas Triviales. Um was es sich da handelt, ist, daß man versteht,&lt;br /&gt;
wodurch ihre Persönlichkeiten zerrissen werden. Von dieser Denkweise,&lt;br /&gt;
zu der einen Zugang haben die verschiedenen, den Menschen&lt;br /&gt;
auseinanderreißenden Mächte, muß man klar unterscheiden die&lt;br /&gt;
andere, die in der Geisteswissenschaft allein angewendet wird. Sie ist&lt;br /&gt;
eine ganz andere Vorstellungsart, eine ganz andere Denkweise. Sie ist,&lt;br /&gt;
im Gegensatz zu der zergliedernden, eine gestaltende Denkweise.&lt;br /&gt;
Sehen Sie genauer zu, verfolgen Sie, was ich versuche in den verschiedenen&lt;br /&gt;
Büchern über Geisteswissenschaft auszuführen, so werden Sie&lt;br /&gt;
sich sagen: Nicht so sehr liegt der Unterschied in dem, was mitgeteilt&lt;br /&gt;
wird - das kann man so oder so beurteilen -, aber aufmerksam sollte&lt;br /&gt;
man werden, daß die ganze Art der Eingliederung der ganzen Welt,&lt;br /&gt;
die ganze Art der Vorstellungen eine andere ist. Diese ist gestaltend,&lt;br /&gt;
sie gibt abgeschlossene Bildheiten, sie versucht Konturen und durch&lt;br /&gt;
Konturen Farben zu geben. Das werden Sie durch die ganze Darstellung&lt;br /&gt;
hindurch verfolgen können: sie hat nicht das Zergliedernde,&lt;br /&gt;
welches die ganze heutige Wissenschaft hat. Dieser Unterschied des&lt;br /&gt;
Wie muß hervorgehoben werden ebenso wie der Unterschied des Was.&lt;br /&gt;
Also es gibt eine gestaltende Denkweise, die insbesondere ausgebildet&lt;br /&gt;
wird und die den Zweck hat, in die übersinnlichen Welten hineinzuführen.&lt;br /&gt;
Wenn Sie zum Beispiel das Buch nehmen «Wie erlangt man&lt;br /&gt;
Erkenntnisse der höheren Welten?», wo ein solcher Weg in die übersinnlichen&lt;br /&gt;
Welten vorgezeichnet wird, so werden Sie finden, daß&lt;br /&gt;
darin alles, was die Gedanken und Vorstellungen in Anspruch nimmt,&lt;br /&gt;
auf &#039;&#039;&#039;gestaltendes Denken&#039;&#039;&#039; veranlagt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was für die Gegenwart notwendig ist. Denn das gestaltende&lt;br /&gt;
Denken hat eine ganz bestimmte Eigenschaft. Wenn Sie&lt;br /&gt;
zergliedernd denken, wenn Sie so denken, wie der heutige Naturforscher&lt;br /&gt;
denkt, dann denken Sie ebenso wie gewisse Geister der ahrimanischen&lt;br /&gt;
Welt, und daher können diese ahrimanischen Geister in&lt;br /&gt;
Ihre Seele hereindringen. Wenn Sie aber das gestaltende Denken&lt;br /&gt;
nehmen, das metamorphosierte Denken, ich könnte auch sagen das&lt;br /&gt;
Goethesche Denken, wie es sich zum Beispiel darstellt in der Gestaltung&lt;br /&gt;
unserer Säulen und Kapitale und so weiter, wenn Sie dieses&lt;br /&gt;
gestaltende Denken nehmen, das auch in all den Büchern beachtet ist,&lt;br /&gt;
die ich versuchte in die Geisteswissenschaft hineinzustellen, so ist&lt;br /&gt;
dieses Denken eng an den Menschen gebunden. So gestaltend, wie&lt;br /&gt;
der Mensch mit dem Denken in sich selber wirkt, vermögen es keine&lt;br /&gt;
andern Wesen als diejenigen, die mit der normalen Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
zusammenhängen. Das ist das Eigentümliche. Dadurch&lt;br /&gt;
können Sie nie auf falsche Wege kommen, wenn Sie sich durch die&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft auf gestaltendes Denken einlassen. Da können&lt;br /&gt;
Sie niemals sich verlieren an die verschiedenen geistigen Wesenheiten,&lt;br /&gt;
die Einfluß gewinnen wollen auf Sie. Die gehen natürlich durchaus&lt;br /&gt;
durch Ihre Wesenheit hindurch. Aber sobald Sie gestaltend denken,&lt;br /&gt;
sobald Sie sich bemühen, nicht bloß zu spintisieren und zu unterscheiden,&lt;br /&gt;
sondern so zu denken, wie es wirklich diese moderne Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
will, so bleiben Sie in sich, so können Sie nicht das Gefühl&lt;br /&gt;
der bloßen Ausgehöhltheit haben. Deshalb betont man, wenn man auf&lt;br /&gt;
dem Standpunkt unserer Geisteswissenschaft steht, so häufig den&lt;br /&gt;
Christus-Impuls, weil der Christus-Impuls in der geraden Linie des&lt;br /&gt;
gestaltenden Denkens liegt. Die Evangelien kann man auch nicht&lt;br /&gt;
verstehen, wenn man sie bloß zergliedert. Was dabei herauskommt,&lt;br /&gt;
hat gerade die moderne protestantische Theologie gezeigt. Die zergliedert,&lt;br /&gt;
aber es ist ihr auch alles entfallen, und es ist gar nichts mehr&lt;br /&gt;
geblieben. Diejenigen Zyklen, die von den Evangelien handeln, die&lt;br /&gt;
verfolgen den entgegengesetzten Weg. Sie bauen etwas auf, was gestaltet&lt;br /&gt;
wird, um durch diese neuen Gestaltungen zum Verstehen der&lt;br /&gt;
alten Evangelien vorzurücken. Es braucht heute tatsächlich - das ist&lt;br /&gt;
gar nicht übertrieben - jemand nichts anderes, als sich an die Vorstellungsart,&lt;br /&gt;
an die Denkweise dieser Geisteswissenschaft zu halten,&lt;br /&gt;
dann können ihm diejenigen dämonischen Wesenheiten, die als Begleiterscheinungen&lt;br /&gt;
der Geister der Persönlichkeit hereinrollen mit der&lt;br /&gt;
neuen Welle, nichts anhaben. Daher sehen Sie, was es eigentlich für&lt;br /&gt;
ein großer Schaden für die Menschheit ist, wenn sie sich sträubt,&lt;br /&gt;
geisteswissenschaftlich zu denken.|187|176ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterschied zwischen gestaltendem Denken und künstlerischer Phantasie ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei aller scheinbaren Ähnlichkeit besteht der wesentliche Unterschied zwischen dem gestaltenden [[Imagination|imaginativen]] Denken und der künstlerischen [[Phantasie]] darin, dass letztere im eminentesten Sinn an die physische Leiblichkeit gebunden ist und nur ein unwirkliches Bild liefert, während das imaginative gestaltende Denken auf der reinen Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibs]] beruht und damit unmittelbar in die geistige Wirklichkeit eintaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn man nun in der imaginativen Erkenntnis so weit kommt, daß man in der geistig-seelischen Außenwelt drinnensteht und zunächst es bis dahin gebracht hat, das eigene Lebenstableau, also den Äther- oder den Bildekräfteleib wahrzunehmen, dann hat man eine gewisse Umänderung, eine Transformation des Erkenntnislebens erfahren. Was man da im Erkennen dieses ätherischen Wesens ausführt, das ist ähnlich und doch wiederum sehr unähnlich nicht der gewöhnlich naturalistisch-abstrakten Erkenntnisweise, sondern der künstlerischen Betätigung. Man muß vielmehr ein gestaltendes Denken entwickeln, ein Denken, das in einer gewissen Beziehung schon an die besondere Vorstellungsweise des Künstlers erinnert. Allerdings, es ist auch wiederum der künstlerischen Vorsteilungsweise sehr unähnlich. Denn dasjenige, was der Künstler bildet, bleibt innerhalb des Wesens der Phantasie stehen. Die phantasievoll bildende Tätigkeit ist im eminentesten Sinne an die Leiblichkeit, an die Körperlichkeit gebunden, ist nicht eine Tätigkeit frei von der Leiblichkeit. Die Tätigkeit, die man in der imaginativen Erkenntnis ausübt, ist frei von der Leiblichkeit, und deswegen ergreift sie auch ein Reales. Die Schöpfungen des Künstlers sind nicht so, daß sie sich als Reales in die Welt hineinstellen können. Sie werden noch niemals die Vorstellung gehabt haben von der Venus von Milo, daß sie anfängt weiterzuschreiten und auf Sie zuzukommen. Dasjenige, was der Künstler bildet, ist doch nicht Realität. Ebensowenig werden Sie, wenn Sie auf einem Gemälde einen Teufel gesehen haben, die Befürchtung haben hegen können, daß der Teufel, der da gemalt ist, Sie holen könnte. Es ist die Art und Weise, wie der Künstler sich in die Realität hineinstellt, an die menschliche physische Realität gebunden, taucht aber nicht in die geistig-seelische Realität hinein. Dasjenige, was in imaginativer Erkenntnis erobert wird, das taucht in eine wirkliche Realität, in ein Geschehen ein.|303|88f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man muß dazu gelangen, das Denken so stark zu machen, daß es in seinem Inhalte lebt, wie man sonst nur in der Sinneserfahrung, in den Sinnen lebt. Dann aber, wenn man eine genügend lange Zeit solche Übungen durchgemacht hat, wenn man wirklich zu einer solchen inneren Lebendigkeit des Denkens gekommen ist, dann tritt das ein, was man eben bildhaftes, gestaltendes, morphologisches Denken nennen kann. Dann hat man im Denken ein so Lebendiges, einen so lebendigen Inhalt, wie man ihn sonst nur in der sinnlichen Wahrnehmung hat. Dann aber lernt man noch etwas anderes erkennen. Das, was uns die moderne Wissenschaft heraufgebracht hat, wird ja eigentlich von vielen bedauert: Es ist der Materialismus. Nun aber muß auf einem gewissen Gebiete gerade Anthroposophie, welche mit ihren Methoden in die übersinnlichen Welten eindringen will, unter der Anregung der modernen Wissenschaft im rechten Sinne auf gewissen Gebieten durchaus materialistisch werden. Und das ist der Fall, wenn man nun gelernt hat, sein Denken in gesunder Weise zu verstärken, wenn man gelernt hat, im imaginativen Denken Bilder von sinnlicher Lebendigkeit vor Augen zu haben, durch die man wirklich frei wird in der Behandlung des Wahrnehmungsmaterials, wie man sonst nur frei ist in der Sinneswahrnehmung, wo man ganz gewiß weiß: Wenn ich Rot sehe, wenn ich Cis höre, so habe ich es mit etwas Äußerlichem zu tun, nicht mit etwas, was aus meiner Seele aufsteigt. So weiß ich, wenn ich das imaginative Denken habe, daß ich nicht etwas habe, was als Phantasma aus meiner Seele aufsteigt, sondern was in mir lebt wie eine Sinneswahrnehmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann aber, wenn man dieses innerlich erlebt, dieses Freigewordensein von der Leiblichkeit, wie man eben nur frei ist in der Sinneswahrnehmung, dann weiß man auch, was die Erinnerung des gewöhnlichen Lebens ist, dann weiß man, daß man mit der Erinnerung, mit den Gedächtnisvorstellungen jederzeit hinuntertaucht in den physischen Leib, daß man jederzeit, indem man eine Erinnerungsvorstellung hat, einen parallelgehenden physischen oder wenigstens ätherischen Leibesvorgang hat. Man lernt die materielle Bedeutung desjenigen Lebens kennen, das das gewöhnliche Gedankenleben ist. Man schreibt nicht mehr, wie es etwa der französische Philosoph Bergson tut, das, was in den Erinnerungen lebt, der selbständigen Seele zu, sondern man weiß, daß im gewöhnlichen Erinnerungsleben die Seele einfach in den Leib untertaucht und im Leibe das Instrument hat, die Erinnerungen heraufzuzaubern. Denn man weiß jetzt, daß man erst in der Imagination dazu gekommen ist, körperfrei zu denken, mit der bloßen Seele zu denken, und daß man das niemals im gewöhnlichen Leben tut. Im gewöhnlichen Leben nimmt man sinnlich wahr, zieht die Gedanken ab von der sinnlichen Wahrnehmung, behält die Gedanken im Gedächtnis. Dieses Im-Gedächtnis-Behalten aber bedeutet, in den Leib untergetaucht sein. Man lernt jetzt erst durch imaginatives Erkennen den Prozeß des Erinnerns und den Prozeß der Sinneswahrnehmungen kennen. Man lernt erkennen, was es heißt, frei, leib-, körperfrei in Gedanken zu leben.|79|89ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die inhaltsvolle Tätigkeit des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tätigkeit des Denkens ist eine &#039;&#039;inhaltsvolle&#039;&#039;. Sie liefert kein ideelles Abbild der Wahrnehmungswelt, sondern offenbart deren innere Gesetzmäßigkeit, die der unmittelbaren Wahrnehmung verborgen bleibt. Die Wahrnehmung zeigt uns gleichsam die Welt von ihrer Außenseite, durch das Denken treten wir in ihr Innerstes ein. Die begriffliche Seite der Welt ist uns, wie Rudolf Steiner sagt, durch [[Intuition]] gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Am tiefsten eingewurzelt in das naive Menschheitsbewusstsein ist die Meinung: das Denken sei abstrakt, ohne allen konkreten Inhalt. Es könne höchstens ein «ideelles» Gegenbild der Welteinheit liefern, nicht etwa diese selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer so urteilt, hat sich niemals klar gemacht, was die Wahrnehmung ohne den Begriff ist. Sehen wir uns nur diese Welt der Wahrnehmung an: als ein bloßes Nebeneinander im Raum und Nacheinander in der Zeit, ein Aggregat zusammenhangloser Einzelheiten erscheint sie. Keines der Dinge, die da auftreten und abgehen auf der Wahrnehmungsbühne, hat mit dem andern unmittelbar etwas zu tun, was sich wahrnehmen lässt. Die Welt ist da eine Mannigfaltigkeit von gleichwertigen Gegenständen. Keiner spielt eine größere Rolle als der andere im Getriebe der Welt. Soll uns klar werden, dass diese oder jene Tatsache größere Bedeutung hat als die andere, so müssen wir unser Denken befragen. Ohne das funktionierende Denken erscheint uns das rudimentäre Organ des Tieres, das ohne Bedeutung für dessen Leben ist, gleichwertig mit dem wichtigsten Körpergliede. Die einzelnen Tatsachen treten in ihrer Bedeutung in sich und für die übrigen Teile der Welt erst hervor, wenn das Denken seine Fäden zieht von Wesen zu Wesen. Diese Tätigkeit des Denkens ist eine inhaltvolle. Denn nur durch einen ganz bestimmten konkreten Inhalt kann ich wissen, warum die Schnecke auf einer niedrigeren Organisationsstufe steht als der Löwe. Der bloße Anblick, die Wahrnehmung gibt mir keinen Inhalt, der mich über die Vollkommenheit der Organisation belehren könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Inhalt bringt das Denken der Wahrnehmung aus der Begriffs- und Ideenwelt des Menschen entgegen. Im Gegensatz zum Wahrnehmungsinhalte, der uns von außen gegeben ist, erscheint der Gedankeninhalt im Innern. Die Form, in der er zunächst auftritt, wollen wir als Intuition bezeichnen. Sie ist für das Denken, was die Beobachtung für die Wahrnehmung ist. Intuition und Beobachtung sind die Quellen unserer Erkenntnis. Wir stehen einem beobachteten Dinge der Welt so lange fremd gegenüber, so lange wir in unserem Innern nicht die entsprechende Intuition haben, die uns das in der Wahrnehmung fehlende Stück der Wirklichkeit ergänzt. Wer nicht die Fähigkeit hat, die den Dingen entsprechenden Intuitionen zu finden, dem bleibt die volle Wirklichkeit verschlossen. Wie der Farbenblinde nur Helligkeitsunterschiede ohne Farbenqualitäten sieht, so kann der Intuitionslose nur unzusammenhängende Wahrnehmungsfragmente beobachten.|4|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Durch das Denken wird der Mensch über das Eigenleben hinausgeführt Er erwirbt sich etwas, das über seine Seele hinausreicht. Es ist für ihn eine selbstverständliche Überzeugung, daß die Denkgesetze in Übereinstimmung mit der Weltordnung sind. Er betrachtet sich deshalb als ein Einheimischer in der Welt, weil diese Übereinstimmung besteht. Diese Übereinstimmung ist eine der gewichtigen Tatsachen, durch die der Mensch seine eigene Wesenheit kennenlernt. In seiner Seele sucht der Mensch nach Wahrheit; und durch diese Wahrheit spricht sich nicht allein die Seele, sondern sprechen sich die Dinge der Welt aus. Was durch das Denken als Wahrheit erkannt wird, hat eine &#039;&#039;selbständige Bedeutung&#039;&#039;, die sich auf die Dinge der Welt bezieht, nicht bloß auf die eigene Seele.|9|44|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schauendes Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem der Mensch die Tätigkeit seines gestaltenden Denkens [[Beobachtung des Denkens|beobachtet]], schaut er etwas an, das er zwar selbst (also [[subjektiv]]) hervorbringt, das aber zugleich inhaltlich durch sich selbst (also [[objektiv]]) bestimmt ist. In Form der [[Mathematik]] ist diese Art des Denkens heute praktisch jedem Menschen zugänglich. Um zu erfassen, was etwa ein [[Kreis]] ist, muss man ihn in klaren Begriffen erfassen können. Die Gesetzmäßigkeit, die den Kreis zum Kreis macht, das [[Wesen]] des Kreises, ist aber inhaltlich durch sich selbst bestimmt und völlig unabhängig von persönlicher Willkür. Der Kreis, den man nur durch die eigene aktive Denktätigkeit erfassen kann, ist damit zugleich ein voll und ganz durch sich selbst Gegebenes, das geistig wahrgenommen, also „geschaut“ wird. Dieses Prinzip kann über den engen Bereich der Mathematik hinaus erweiter werden und schafft damit die Basis für ein erweitertes &#039;&#039;&#039;schauendes Denken&#039;&#039;&#039;, auf das alle weitere [[geistige Wahrnehmung]] aufbauen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wird der Erkenntnisvorgang als Entwickelungserlebnis&lt;br /&gt;
des Menschenwesens erkannt, dann kann man nicht mehr&lt;br /&gt;
die Möglichkeit zugeben, durch Begriffe und Ideen von den&lt;br /&gt;
Wahrnehmungen der Sinne auf eine jenseits aller Bewußtheit&lt;br /&gt;
liegende Wirklichkeit durch bloße logische Schlußfolgerung&lt;br /&gt;
oder Aufstellung von Hpothesen hinzuweisen. Von&lt;br /&gt;
einer über die Sinnes Wahrnehmungen hinaus liegenden Welt&lt;br /&gt;
kann dann nur in dem Sinne gesprochen werden, daß eine&lt;br /&gt;
solche Welt dem «schauenden Bewußtsein» sich so offenbart&lt;br /&gt;
wie die sinnenfällige Welt der Sinneswahrnehmung. Indem&lt;br /&gt;
ich diese Anschauung zu der meinigen machen mußte,&lt;br /&gt;
stand ich in einem vollkommenen Gegensatz zu denjenigen&lt;br /&gt;
Philosophien, die ein Erleben der über die Sinnes weit hinaus&lt;br /&gt;
liegenden Wirklichkeitsgebiete ablehnen und höchstens zugeben&lt;br /&gt;
wollen, daß eine logische Notwendigkeit vorliege, hypothetisch&lt;br /&gt;
eine der bewußten weltfremde Wirklichkeit anzunehmen.|35|323f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Farbwahrnehmung und Denken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Farbwahrnehmung|Blaublindheit der Griechen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Der Grieche erlebte den Gedanken als etwas Wahrgenommenes, nicht als etwas aktiv Ausgebildetes. Und daher waren die Griechen eigentlich nicht ein nachdenkliches Volk in dem Sinne, wie wir es sind. Nachdenklich sind die Menschen eigentlich erst geworden seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Denkprozeß hat sich verinnerlicht. Er hat sich verinnerlicht gleichzeitig mit dem Gang des Sinnesprozesses. Die Griechen sahen, ich möchte sagen mehr auf den aktiven Teil des Spektrums hin, auf die rote, die warme Seite des Spektrums; sie empfanden nur undeutlich die kalte, blaue Seite des Spektrums. Und wir haben heute ganz gewiß eine ganz andere Vorstellung von der roten und warmen Seite des Spektrums, wir sehen es viel mehr gegen das Grüne hin verschoben als die Griechen, die es über unser äußerstes Rot hinaus noch sensitiv verfolgten. Es war das griechische Spektrum ganz nach der roten Seite verschoben. Die Griechen sahen daher auch den Regenbogen anders als wir. Und dadurch, daß wir mehr nach der anderen Seite des Spektrums hin unsere Sensitivität verschoben haben, dadurch wenden wir gewissermaßen unsere Aufmerksamkeit dem Dunklen zu, und das ist schon etwas wie das Eingehen in eine Art von Dämmerung. Da wird man nachdenklich.&amp;quot; {{Lit|{{G|73a|69}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Denken als geistiges Wahrnehmungsorgan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Begriffswahrnehmung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im eigentlichen Sinn ist das Denken ein Auffassungsorgan, ein Wahrnehmungsorgan für [[Begriff]]e und [[Ideen]]. Darauf hat [[Rudolf Steiner]] schon in seinen [[Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung]] hingewiesen. Die Tätigkeit des Denkens besteht darin, Begriffe und Ideen im [[mensch]]lichen [[Bewusstsein]] zur [[Erscheinung]] zu bringen. Es dient also der [[Ideenwahrnehmung]] bzw. [[Begriffswahrnehmung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wer dem Denken seine über die Sinnesauffassung&lt;br /&gt;
hinausgehende Wahrnehmungsfähigkeit zuerkennt, der muss&lt;br /&gt;
ihm notgedrungen auch Objekte zuerkennen, die über die&lt;br /&gt;
bloße sinnenfällige Wirklichkeit hinaus liegen. Die Objekte des&lt;br /&gt;
Denkens sind aber die Ideen. Indem sich das Denken der Idee&lt;br /&gt;
bemächtigt, verschmilzt es mit dem Urgrunde des&lt;br /&gt;
Weltendaseins; das, was außen wirkt, tritt in den Geist des&lt;br /&gt;
Menschen ein: er wird mit der objektiven Wirklichkeit auf ihrer&lt;br /&gt;
höchsten Potenz eins. &#039;&#039;&#039;Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken hat den Ideen gegenüber dieselbe Bedeutung wie&lt;br /&gt;
das Auge dem Lichte, das Ohr dem Ton gegenüber. Es ist Organ&lt;br /&gt;
der Auffassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Ansicht ist in der Lage, zwei Dinge zu vereinigen, die man&lt;br /&gt;
heute für völlig unvereinbar hält: empirische Methode und&lt;br /&gt;
Idealismus als wissenschaftliche Weltansicht. Man glaubt, die&lt;br /&gt;
Anerkennung der ersteren habe die Abweisung des letzteren im&lt;br /&gt;
Gefolge. Das ist durchaus nicht richtig. Wenn man freilich die&lt;br /&gt;
Sinne für die einzigen Auffassungsorgane einer objektiven&lt;br /&gt;
Wirklichkeit hält, so muss man zu dieser Ansicht kommen.&lt;br /&gt;
Denn die Sinne liefern bloß solche Zusammenhänge der Dinge,&lt;br /&gt;
die sich auf mechanische Gesetze zurückführen lassen. Und&lt;br /&gt;
damit wäre die mechanische Weltansicht als die einzig wahre&lt;br /&gt;
Gestalt einer solchen gegeben. Dabei begeht man den Fehler,&lt;br /&gt;
dass man die andern ebenso objektiven Bestandteile der&lt;br /&gt;
Wirklichkeit, die sich auf mechanische Gesetze nicht&lt;br /&gt;
zurückführen lassen, einfach übersieht. Das objektiv Gegebene&lt;br /&gt;
deckt sich durchaus nicht mit dem sinnlich Gegebenen, wie die&lt;br /&gt;
mechanische Weltauffassung glaubt. Das letztere ist nur die&lt;br /&gt;
Hälfte des Gegebenen. Die andere Hälfte desselben sind die&lt;br /&gt;
Ideen, die ebenso Gegenstand der Erfahrung sind, freilich einer&lt;br /&gt;
höheren, deren Organ das Denken ist. Auch die Ideen sind für&lt;br /&gt;
eine induktive Methode erreichbar.|1|125f|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wer weiß, daß der Mensch bei jedem Gedanken einen&lt;br /&gt;
göttlichen Strom in sich einströmen läßt, wer sich dessen bewußt&lt;br /&gt;
ist, der erhält als Folgeerscheinung die Gabe der höheren Erkenntnis.&lt;br /&gt;
Wer weiß, daß Erkenntnis Kommunion ist, der weiß auch,&lt;br /&gt;
daß sie nichts anderes ist, als dasjenige, was sich symbolisiert in&lt;br /&gt;
dem Abendmahl.|266a|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn die&lt;br /&gt;
Welt bloß von Sinnenwesen bewohnt wäre, so bliebe ihr&lt;br /&gt;
Wesen (ihr ideeller Inhalt) stets im Verborgenen; die Gesetze&lt;br /&gt;
würden zwar die Weltprozesse beherrschen, aber sie&lt;br /&gt;
kämen nicht zur Erscheinung. Soll das letztere sein, so muß&lt;br /&gt;
zwischen Erscheinungsform und Gesetz ein Wesen treten,&lt;br /&gt;
dem sowohl Organe gegeben sind, durch die es jene sinnenfällige,&lt;br /&gt;
von den Gesetzen abhängige Wirklichkeitsform&lt;br /&gt;
wahrnimmt, als auch das Vermögen, die Gesetzlichkeit&lt;br /&gt;
selbst wahrzunehmen. Von der einen Seite muß an ein solches&lt;br /&gt;
Wesen die Sinnenwelt, von der anderen das ideelle&lt;br /&gt;
Wesen derselben herantreten, und es muß in eigener Tätigkeit&lt;br /&gt;
diese beiden Wirklichkeitsfaktoren verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier sieht man wohl ganz klar, daß unser Geist nicht wie&lt;br /&gt;
ein Behälter der Ideenwelt anzusehen ist, der die Gedanken&lt;br /&gt;
in sich enthält, sondern wie ein Organ, das dieselben wahrnimmt.&lt;br /&gt;
Er ist gerade so Organ des Auffassens wie Auge und&lt;br /&gt;
Ohr. Der Gedanke verhält sich zu unserem Geiste nicht&lt;br /&gt;
anders wie das Licht zum Auge, der Ton zum Ohr. Es fällt&lt;br /&gt;
gewiß niemandem ein, die Farbe wie etwas anzusehen, das&lt;br /&gt;
sich dem Auge als Bleibendes einprägt, das gleichsam haften&lt;br /&gt;
bleibt an demselben. Beim Geiste ist diese Ansicht sogar die&lt;br /&gt;
vorherrschende. Im Bewußtsein soll sich von jedem Dinge&lt;br /&gt;
ein Gedanke bilden, der dann in demselben verbleibt, um&lt;br /&gt;
aus demselben je nach Bedarf hervorgeholt zu werden.&lt;br /&gt;
Man hat darauf eine eigene Theorie gegründet, als wenn die&lt;br /&gt;
Gedanken, deren wir uns im Momente nicht bewußt sind,&lt;br /&gt;
zwar in unserem Geiste aufbewahrt seien; nur liegen sie&lt;br /&gt;
unter der Schwelle des Bewußtseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese abenteuerlichen Ansichten zerfließen sofort in&lt;br /&gt;
nichts, wenn man bedenkt, daß die Ideenwelt doch eine aus&lt;br /&gt;
sich heraus bestimmte ist. Was hat dieser durch sich selbst&lt;br /&gt;
bestimmte Inhalt mit der Vielheit der Bewußtseine zu tun?&lt;br /&gt;
Man wird doch nicht annehmen, daß er sich in unbestimmter&lt;br /&gt;
Vielheit so bestimmt, daß immer der eine Teilinhalt von&lt;br /&gt;
dem andern unabhängig ist! Die Sache liegt ja ganz klar. Der&lt;br /&gt;
Gedankeninhalt ist ein solcher, daß nur überhaupt ein geistiges&lt;br /&gt;
Organ notwendig ist zu seiner Erscheinung, daß aber&lt;br /&gt;
die Zahl der mit diesem Organe begabten Wesen gleichgültig&lt;br /&gt;
ist. Es können also unbestimmt viele geistbegabte Individuen&lt;br /&gt;
dem einen Gedankeninhalte gegenüberstehen. Der&lt;br /&gt;
Geist nimmt also den Gedankengehalt der Welt wahr, wie&lt;br /&gt;
ein Auffassungsorgan. Es gibt nur einen Gedankeninhalt&lt;br /&gt;
der Welt. Unser Bewußtsein ist nicht die Fähigkeit, Gedanken&lt;br /&gt;
zu erzeugen und aufzubewahren, wie man so vielfach&lt;br /&gt;
glaubt, sondern die Gedanken (Ideen) wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
Goethe hat dies [so] vortrefflich mit den Worten ausgedrückt:&lt;br /&gt;
«Die Idee ist ewig und einzig; daß wir auch den&lt;br /&gt;
Plural brauchen, ist nicht wohlgetan. Alles, was wir gewahr&lt;br /&gt;
werden und wovon wir reden können, sind nur Manifestationen&lt;br /&gt;
der Idee; Begriffe sprechen wir aus, und insofern ist&lt;br /&gt;
die Idee selbst ein Begriff.»&amp;quot; {{Lit|{{G|2|77f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was als Wahrnehmung auftritt,&lt;br /&gt;
das muß der Mensch auf seinem Lebenswege schlechterdings&lt;br /&gt;
&#039;&#039;erwarten&#039;&#039;. Es könnte sich nur fragen: darf aus dem&lt;br /&gt;
Gesichtspunkte, der sich bloß aus dem intuitiv erlebten Denken&lt;br /&gt;
ergibt, berechtigt &#039;&#039;erwartet&#039;&#039; werden, daß der Mensch&lt;br /&gt;
außer dem Sinnlichen auch Geistiges &#039;&#039;wahrnehmen&#039;&#039; könne?&lt;br /&gt;
Dies darf erwartet werden. Denn, wenn auch &#039;&#039;einerseits&#039;&#039; das&lt;br /&gt;
intuitiv erlebte Denken ein im Menschengeiste sich vollziehender&lt;br /&gt;
tätiger Vorgang ist, so ist es &#039;&#039;andererseits&#039;&#039; zugleich&lt;br /&gt;
eine geistige, ohne sinnliches Organ erfaßte Wahrnehmung.&lt;br /&gt;
Es ist eine Wahrnehmung, in der der Wahrnehmende selbst&lt;br /&gt;
tätig ist, und es ist eine Selbstbetätigung, die zugleich wahrgenommen&lt;br /&gt;
wird. Im intuitiv erlebten Denken ist der Mensch&lt;br /&gt;
in eine geistige Welt auch als Wahrnehmender versetzt. Was&lt;br /&gt;
ihm innerhalb dieser Welt als Wahrnehmung so entgegentritt&lt;br /&gt;
wie die geistige Welt seines eigenen Denkens, das erkennt&lt;br /&gt;
der Mensch als geistige Wahrnehmungswelt. Zu dem&lt;br /&gt;
Denken hätte diese Wahrnehmungswelt dasselbe Verhältnis&lt;br /&gt;
wie nach der Sinnenseite hin die sinnliche Wahrnehmungswelt.&lt;br /&gt;
Die geistige Wahrnehmungswelt kann dem Menschen,&lt;br /&gt;
sobald er sie erlebt, nichts Fremdes sein, weil er im intuitiven&lt;br /&gt;
Denken schon ein Erlebnis hat, das rein geistigen Charakter&lt;br /&gt;
trägt. Von einer solchen geistigen Wahrnehmungswelt sprechen&lt;br /&gt;
eine Anzahl der von mir nach diesem Buche veröffentlichten&lt;br /&gt;
Schriften. Diese «[[Philosophie der Freiheit]]» ist die&lt;br /&gt;
philosophische Grundlegung für diese späteren Schriften.|4|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Phänomenologie des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie sich die Begriffe miteinander verbinden, hängt von keinen äußeren Faktoren ab, sondern wird allein durch den Inhalt der Begriffe selbst bestimmt. Das ist selbst dann der Fall, wenn wir uns der Wahrnehmung gegenüber unrichtige Begriffe gebildet haben. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; wir diese miteinander in Beziehung setzen, hängt doch &#039;&#039;nur&#039;&#039; von ihrer inhaltlichen Bestimmung ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Was in den übrigen Beobachtungssphären nur auf mittelbare Weise gefunden werden kann: der sachlich-entsprechende Zusammenhang und das Verhältnis der einzelnen Gegenstände, das wissen wir beim Denken auf ganz unmittelbare Weise. Warum für meine Beobachtung der Donner auf den Blitz folgt, weiß ich nicht ohne weiteres; warum mein Denken den Begriff Donner mit dem des Blitzes verbindet, weiß ich unmittelbar aus den Inhalten der beiden Begriffe. Es kommt natürlich gar nicht darauf an, ob ich die richtigen Begriffe von Blitz und Donner habe. Der Zusammenhang derer, die ich habe, ist mir klar, und zwar durch sie selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese durchsichtige Klarheit in bezug auf den Denkprozess ist ganz unabhängig von unserer Kenntnis der physiologischen Grundlagen des Denkens. Ich spreche hier von dem Denken, insofern es sich aus der Beobachtung unserer geistigen Tätigkeit ergibt. Wie ein materieller Vorgang meines Gehirns einen andern veranlasst oder beeinflusst, während ich eine Gedankenoperation ausführe, kommt dabei gar nicht in Betracht. Was ich am Denken beobachte, ist nicht: welcher Vorgang in meinem Gehirne den Begriff des Blitzes mit dem des Donners verbindet, sondern, was mich veranlasst, die beiden Begriffe in ein bestimmtes Verhältnis zu bringen. Meine Beobachtung ergibt, dass mir für meine Gedankenverbindungen nichts vorliegt, nach dem ich mich richte, als der Inhalt meiner Gedanken; nicht nach den materiellen Vorgängen in meinem Gehirn richte ich mich. Für ein weniger materialistisches Zeitalter als das unsrige wäre diese Bemerkung natürlich vollständig überflüssig. Gegenwärtig aber, wo es Leute gibt, die glauben: wenn wir wissen, was Materie ist, werden wir auch wissen, wie die Materie denkt, muss doch gesagt werden, dass man vom Denken reden kann, ohne sogleich mit der Gehirnphysiologie in Kollision zu treten.&amp;quot; {{Lit|{{G|4|44}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen daher das Denken durch eine reine &#039;&#039;Phänomenologie des Denkens&#039;&#039; charakterisieren, ohne auf außerhalb des Denkens liegende Faktoren, wie etwa Gehirnvorgänge, zurückzugreifen. Eine solche Phänomenologie des Denkens, die sich ausschließlich auf die [[Beobachtung des Denkens]] gründet, hat Rudolf Steiner im ersten Teil seiner [[Philosophie der Freiheit]] gegeben. Das heißt &#039;&#039;nicht&#039;&#039;, dass nicht [[leib]]liche Faktoren am &#039;&#039;Zustandekommen&#039;&#039; des Denkens beteiligt sind; sie sind sogar sehr wesentlich beteiligt, aber sie tragen beim gesunden Menschen &#039;&#039;inhaltlich&#039;&#039; nichts zum Denken bei. Sofern die Leibestätigkeit ihren Schatten in den &#039;&#039;Inhalt&#039;&#039; des Denkens wirft, liegt eine pathologische Störung der Leibestätigkeit vor, die sich als [[wahn]]hafte inhaltliche Denkstörung äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Anthroposophie]] ist nach Rudolf Steiner ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall fürhren möchte. Indem wir unser Denken beobachten, beobachten wir unsere eigene geistige Tätigkeit. Die Beobachtung des Denkens kann damit zu einem fruchtbaren Ausgangspunkt des anthroposophischen Erkenntnisstrebens werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Der Mensch erlebt in sich das, was wir den Gedanken nennen können, und in dem Gedanken kann sich der Mensch als etwas unmittelbar Tätiges, als etwas, was seine Tätigkeit überschauen kann, erfühlen. Wenn wir irgendein äußeres Ding betrachten, zum Beispiel eine Rose oder einen Stein, und wir stellen dieses äußere Ding vor, so kann jemand mit Recht sagen: Du kannst niemals eigentlich wissen, wieviel du in dem Steine oder in der Rose, indem du sie vorstellst, von dem Ding, von der Pflanze, eigentlich hast. Du siehst die Rose, ihre äußere Röte, ihre Form, wie sie in einzelne Blumenblätter abgeteilt ist, du siehst den Stein mit seiner Farbe, mit seinen verschiedenen Ecken, aber du mußt dir immer sagen: Da kann noch etwas drinnenstecken, was dir nicht nach außen hin erscheint. Du weißt nicht, wieviel du in deiner Vorstellung von dem Steine, von der Rose eigentlich hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn aber jemand einen Gedanken hat, dann ist er es selber, der diesen Gedanken macht. Man möchte sagen, in jeder Faser dieses seines Gedankens ist er drinnen. Daher ist er für den ganzen Gedanken ein Teilnehmer seiner Tätigkeit. Er weiß: Was in dem Gedanken ist, das habe ich so in den Gedanken hineingedacht, und was ich nicht in den Gedanken hineingedacht habe, das kann auch nicht in ihm drinnen sein. Ich überschaue den Gedanken. Keiner kann behaupten, wenn ich einen Gedanken vorstelle, da könnte in dem Gedanken noch so und so viel anderes drinnen sein wie in der Rose und in dem Stein; denn ich habe ja selber den Gedanken erzeugt, bin in ihm gegenwärtig, weiß also, was drinnen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirklich, der Gedanke ist unser Ureigenstes. Finden wir die Beziehung des Gedankens zum Kosmos, zum Weltall, dann finden wir die Beziehung unseres Ureigensten zum Kosmos, zum Weltall... Das also, was eben gesagt worden ist, verspricht uns, daß der Mensch, wenn er sich an das hält, was er im Gedanken hat, eine intime Beziehung seines Wesens zum Weltall, zum Kosmos, finden kann.&amp;quot; {{Lit|{{G|151|9f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Bewusstsein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche [[Bewusstsein]] ist der Ort, wo Begriff und Wahrnehmung im Erkenntnisakt miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun ist es am Platze, von dem Denken auf das denkende Wesen überzugehen. Denn durch dieses wird das Denken mit der Beobachtung verbunden. Das menschliche Bewusstsein ist der Schauplatz, wo Begriff und Beobachtung einander begegnen und wo sie miteinander verknüpft werden. Dadurch ist aber dieses (menschliche) Bewusstsein zugleich charakterisiert. Es ist der Vermittler zwischen Denken und Beobachtung. Insofern der Mensch einen Gegenstand beobachtet, erscheint ihm dieser als gegeben, insofern er denkt, erscheint er sich selbst als tätig. Er betrachtet den Gegenstand als Objekt, sich selbst als das denkende Subjekt. Weil er sein Denken auf die Beobachtung richtet, hat er Bewusstsein von den Objekten; weil er sein Denken auf sich richtet, hat er Bewusstsein seiner selbst oder Selbstbewusstsein. Das menschliche Bewusstsein muss notwendig zugleich Selbstbewusstsein sein, weil es denkendes Bewusstsein ist. Denn wenn das Denken den Blick auf seine eigene Tätigkeit richtet, dann hat es seine ureigene Wesenheit, also sein Subjekt, als Objekt zum Gegenstande.|4|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist zweierlei festzuhalten: Erstens ist das Feld, auf dem die [[Gedanke]]n auftreten, einzig das individuelle menschliche Bewusstsein; zweitens beruht aber das Denken auf seinen eigenen inhärenten Gesetzmäßigkeiten, weshalb es stets ein und dieselbe, allen Menschen gemeinsame Gedankenwelt ist, aus der jedes Individuum durch seine Denktätigkeit die in seinem Bewusstsein auftretenden Gedanken schöpft. Die durch das Denken bewirkte Erscheinung der Gedanken ist also [[subjektiv]] hervorgerufen, der Gedankeninhalt als solcher aber [[objektiv]].   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|[[Hegel]] hat ein &#039;&#039;absolutes Vertrauen&#039;&#039; auf das Denken, ja es&lt;br /&gt;
ist der einzige Wirklichkeitsfaktor, dem er im wahren Sinne&lt;br /&gt;
des Wortes vertraut. So richtig seine Ansicht im allgemeinen&lt;br /&gt;
auch ist, so ist es aber gerade er, der das Denken durch die&lt;br /&gt;
allzuschroffe Form, in der er es verteidigt, um alles Ansehen&lt;br /&gt;
gebracht hat. Die Art, wie er seine Ansicht vorgebracht hat,&lt;br /&gt;
ist schuld an der heillosen Verwirrung, die in unser «Denken&lt;br /&gt;
über das Denken» gekommen ist. Er hat die Bedeutung&lt;br /&gt;
des Gedankens, der Idee, so recht anschaulich machen wollen&lt;br /&gt;
dadurch, daß er die Denknotwendigkeit zugleich als die&lt;br /&gt;
Notwendigkeit der Tatsachen bezeichnete. Damit hat er den&lt;br /&gt;
Irrtum hervorgerufen, daß die Bestimmungen des Denkens&lt;br /&gt;
nicht rein ideelle seien, sondern tatsächliche. Man faßte seine&lt;br /&gt;
Ansicht bald so auf, als ob er in der Welt der sinnenfälligen&lt;br /&gt;
Wirklichkeit selbst den Gedanken wie eine Sache gesucht&lt;br /&gt;
hätte. Er hat das wohl auch nie so ganz klargelegt. &#039;&#039;Es muß eben festgestellt werden, daß das Feld des Gedankens einzig das menschliche Bewußtsein ist.&#039;&#039; Dann muß gezeigt werden,&lt;br /&gt;
daß durch diesen Umstand die Gedankenwelt nichts an&lt;br /&gt;
Objektivität einbüßt. Hegel kehrte nur die objektive Seite&lt;br /&gt;
des Gedankens hervor; die Mehrheit aber sieht, weil dies&lt;br /&gt;
leichter ist, nur die subjektive; und es dünkt ihr, daß jener&lt;br /&gt;
etwas rein Ideelles wie eine Sache behandelt, mystifiziert&lt;br /&gt;
habe. Selbst viele Gelehrte der Gegenwart sind von diesem&lt;br /&gt;
Irrtum nicht freizusprechen. Sie verdammen Hegel wegen&lt;br /&gt;
eines Mangels, den er nicht an sich hat, den man aber freilich&lt;br /&gt;
in ihn hineinlegen kann, weil er die betreffende Sache zu&lt;br /&gt;
wenig klargestellt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir geben zu, daß hier für unser Urteilsvermögen eine&lt;br /&gt;
Schwierigkeit vorliegt. Wir glauben aber, daß dieselbe für&lt;br /&gt;
jedes energische Denken zu überwinden ist. Wir müssen uns&lt;br /&gt;
zweierlei vorstellen: einmal, daß wir die ideelle Welt &#039;&#039;tätig&#039;&#039; zur&lt;br /&gt;
Erscheinung bringen, und zugleich, daß das, was wir tätig ins&lt;br /&gt;
Dasein rufen, &#039;&#039;auf seinen eigenen Gesetzen beruht&#039;&#039;. Wir sind&lt;br /&gt;
nun freilich gewohnt, uns eine Erscheinung so vorzustellen,&lt;br /&gt;
daß wir ihr nur passiv, beobachtend gegenüberzutreten&lt;br /&gt;
brauchten. Allein das ist kein unbedingtes Erfordernis. So&lt;br /&gt;
ungewohnt uns die Vorstellung sein mag, daß wir selbst ein&lt;br /&gt;
Objektives tätig zur Erscheinung bringen, daß wir mit&lt;br /&gt;
anderen Worten eine Erscheinung nicht bloß wahrnehmen,&lt;br /&gt;
sondern zugleich produzieren: sie ist keine unstatthafte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man braucht einfach die gewöhnliche Meinung aufzugeben,&lt;br /&gt;
daß es so viele Gedankenwelten gibt als menschliche&lt;br /&gt;
Individuen. Diese Meinung ist ohnehin nichts weiter als ein&lt;br /&gt;
althergebrachtes Vorurteil. Sie wird überall stillschweigend&lt;br /&gt;
vorausgesetzt, ohne Bewußtsein, daß eine andere zum mindesten&lt;br /&gt;
ebensogut möglich ist, und daß die Gründe der Gültigkeit&lt;br /&gt;
der einen oder der andern denn doch erst erwogen&lt;br /&gt;
werden müssen. Man denke sich an Stelle &#039;&#039;dieser&#039;&#039; Meinung&lt;br /&gt;
einmal die folgende gesetzt: es gibt überhaupt nur &#039;&#039;einen einzigen&#039;&#039; Gedankeninhalt und unser individuelles Denken&lt;br /&gt;
sei weiter nichts als ein Hineinarbeiten unseres Selbstes, unserer&lt;br /&gt;
individuellen Persönlichkeit in das &#039;&#039;Gedankenzentrum&#039;&#039; der Welt.|2|51f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Erscheinen des Denkens wird durch die Zurückdrängung der Leibesorganisation vorbereitet ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Erscheinen des Denkens&#039;&#039; im Bewusstsein wird dadurch vorbereitet, das &#039;&#039;zuvor&#039;&#039; die Leibesorganisation &#039;&#039;zurückgedrängt&#039;&#039; wird. Dadurch treten namentlich bestimmte, durch das Denken bewirkte [[Gehirn]]prozesse auf, &#039;&#039;bevor&#039;&#039; uns ein [[Gedanke]] bewusst werden kann. Dem entspricht auch die Tatsache, dass ein Gedanke &#039;&#039;zuerst&#039;&#039; tätig hervorgebracht werden muss, ehe er beobachtet werden kann - wie es bei jeder [[schöpferisch]]en Tätigkeit der Fall ist. Der [[Geist]] wirkt über den [[Wille]]n und stirbt zuletzt hinein in den Gedanken. Das bedeutet mithin keineswegs, dass die Gehirnprozesse die Ursache der gebildeten Gedanken sind und deren Inhalt bestimmen, wie vielfach in den [[Neurowissenschaften]] angenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Wesenhaften, das im Denken wirkt, obliegt&lt;br /&gt;
ein Doppeltes: Erstens drängt es die menschliche Organisation&lt;br /&gt;
in deren eigener Tätigkeit zurück, und zweitens setzt&lt;br /&gt;
es sich selbst an deren Stelle. Denn auch das erste, die Zurückdrängung&lt;br /&gt;
der Leibesorganisation, ist Folge der Denktätigkeit.&lt;br /&gt;
Und zwar desjenigen Teiles derselben, der das&lt;br /&gt;
Erscheinen des Denkens vorbereitet. Man ersieht aus diesem,&lt;br /&gt;
in welchem Sinne das Denken in der Leibesorganisation sein&lt;br /&gt;
Gegenbild findet. Und wenn man dieses ersieht, wird man&lt;br /&gt;
nicht mehr die Bedeutung dieses Gegenbildes für das Denken&lt;br /&gt;
selbst verkennen können. Wer über einen erweichten&lt;br /&gt;
Boden geht, dessen Fußspuren graben sich in dem Boden ein.&lt;br /&gt;
Man wird nicht versucht sein, zu sagen, die Fußspurenformen&lt;br /&gt;
seien von Kräften des Bodens, von unten herauf, getrieben&lt;br /&gt;
worden. Man wird diesen Kräften keinen Anteil&lt;br /&gt;
an dem Zustandekommen der Spurenformen zuschreiben.&lt;br /&gt;
Ebensowenig wird, wer die Wesenheit des Denkens unbefangen&lt;br /&gt;
beobachtet, den Spuren im Leibesorganismus an dieser&lt;br /&gt;
Wesenheit einen Anteil zuschreiben, die dadurch entstehen,&lt;br /&gt;
daß das Denken sein Erscheinen durch den Leib&lt;br /&gt;
vorbereitet&amp;lt;ref&amp;gt;Wie innerhalb der Psychologie, der Physiologie usw. sich die obige&lt;br /&gt;
Anschauung geltend macht, hat der Verfasser in Schriften, die auf&lt;br /&gt;
dieses Buch gefolgt sind, nach verschiedenen Richtungen dargestellt.&lt;br /&gt;
Hier sollte nur das gekennzeichnet werden, was die unbefangene Beobachtung&lt;br /&gt;
des Denkens selbst ergibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber eine bedeutungsvolle Frage taucht hier auf. Wenn&lt;br /&gt;
an dem &#039;&#039;Wesen&#039;&#039; des Denkens der menschlichen Organisation&lt;br /&gt;
kein Anteil zukommt, welche Bedeutung hat diese Organisation&lt;br /&gt;
innerhalb der Gesamtwesenheit des Menschen? Nun,&lt;br /&gt;
was in dieser Organisation durch das Denken geschieht, hat&lt;br /&gt;
wohl mit der Wesenheit des Denkens nichts zu tun, wohl&lt;br /&gt;
aber mit der Entstehung des Ich-Bewußtseins aus diesem&lt;br /&gt;
Denken heraus. Innerhalb des Eigenwesens des Denkens&lt;br /&gt;
liegt wohl das wirkliche «Ich», nicht aber das Ich-Bewußtsein.&lt;br /&gt;
Dies durchschaut derjenige, der eben unbefangen das&lt;br /&gt;
Denken beobachtet. Das «Ich» ist innerhalb des Denkens&lt;br /&gt;
zu finden; das «Ich-Bewußtsein» tritt dadurch auf, daß im&lt;br /&gt;
allgemeinen Bewußtsein sich die Spuren der Denktätigkeit&lt;br /&gt;
in dem oben gekennzeichneten Sinne eingraben. (Durch die&lt;br /&gt;
Leibesorganisation entsteht also das Ich-Bewußtsein. Man&lt;br /&gt;
verwechsele das aber nicht etwa mit der Behauptung, daß&lt;br /&gt;
das einmal entstandene Ich-Bewußtsein von der Leibesorganisation&lt;br /&gt;
abhängig bleibe. Einmal entstanden, wird es in&lt;br /&gt;
das Denken aufgenommen und teilt fortan dessen geistige&lt;br /&gt;
Wesenheit.)|4|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Denken ist die bewussteste aller Seelentätigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken, insofern wir es aktiv [[wille]]ntlich ausführen, ist die bewussteste unserer Seelentätigkeiten. Dabei muss aber dieses aktive Denken deutlich von dem bloßen „Gedankenhaben“ unterscheiden, das auftritt, wenn Gedanken unwillkürlich und dadurch auch mehr oder weniger [[traum]]artig unser [[Bewusstsein]] durchziehen. Das auf das aktive Denken gegründete Bewusstsein ist zugleich notwendig [[Selbstbewusstsein]], weil es untrennbar mit dem [[Wissen]] um die eigene [[geist]]ige Tätigkeit verbunden ist. Wesentlich weniger wach ist bereits die [[Sinneswahrnehmung]], an die wir in der Regel viel passiver hingegeben sind, denn an wie vielen Dingen gehen wir tagein tagaus mit offenen Augen vorbei und haben sie doch nicht &#039;&#039;bewusst&#039;&#039; gesehen. Die [[Wahrnehmung]], sofern sie nicht vom denkenden Bewusstein durchdrungen wird, hat bereits einen traumartigen Charakter. Noch stärker ist das bei den [[Gefühl]]en der Fall. Und den [[Willen]], sofern er nicht voll und ganz vom Denken durchdrungen ist und sich in diesem als &#039;&#039;Denkwille&#039;&#039;, d.h. als bewusst gewolltes Denken äußert, verschlafen wir vollkommen. Denn davon, wie ein Willensimpuls den Körper ergreift und in Bewegung setzt, haben wir normalerweise nicht das geringste Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es gibt für uns Menschen überhaupt nichts, worinnen wir so&lt;br /&gt;
ganz gegenwärtig sind, wie unsere Ideen, Ideale und Vorstellungsmassen.&lt;br /&gt;
In ihnen leben und weben wir. Wenn wir im Dunkeln, in lautloser&lt;br /&gt;
Stille sind, so daß wir gar keine Sinneseindrücke haben, was ist das,&lt;br /&gt;
wessen wir uns da ganz und voll bewußt sind? Unsere Gedanken und&lt;br /&gt;
Ideen. Nach diesen kommt dann alles, was ich durch die Sinne wahrnehme.&lt;br /&gt;
Dieses habe ich gegeben, wenn ich meine Sinnesorgane der&lt;br /&gt;
Außenwelt gegenüber offen und empfänglich halte. Außer Ideen, Idealen&lt;br /&gt;
und Sinneseindrücken ist mir aber nichts gegeben. Alles übrige&lt;br /&gt;
könnte nur erschlossen, d. h. auf Grund der Sinneseindrücke und Ideen&lt;br /&gt;
als bestehend angenommen werden.&amp;quot; {{Lit|{{BE|063|26}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Denken ist keine bloß subjektive Tätigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde fehlgehen, wenn man das Denken als bloß subjektive Tätigkeit auffassen wollte, wie es einem beliebten Vorurteil entspricht, denn erst &#039;&#039;durch&#039;&#039; das Denken selbst definieren wir uns als [[Subjekt|Subjek]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;t, das sich den [[Objekt|Objekten]] gegenübergestellt sieht. Das Denken ist also weder subjektiv noch objektiv, sondern über den von ihm selbst hervorgebrachten [[Subjekt-Objekt-Spaltung|Gegensatz von Subjekt und Objekt]] erhaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun darf aber nicht übersehen werden, dass wir uns nur mit Hilfe des Denkens als Subjekt bestimmen und uns den Objekten entgegensetzen können. Deshalb darf das Denken niemals als eine bloß subjektive Tätigkeit aufgefasst werden. Das Denken ist jenseits von Subjekt und Objekt. Es bildet diese beiden Begriffe ebenso wie alle anderen. Wenn wir als denkendes Subjekt also den Begriff auf ein Objekt beziehen, so dürfen wir diese Beziehung nicht als etwas bloß Subjektives auffassen. Nicht das Subjekt ist es, welches die Beziehung herbeiführt, sondern das Denken. Das Subjekt denkt nicht deshalb, weil es Subjekt ist; sondern es erscheint sich als ein Subjekt, weil es zu denken vermag. Die Tätigkeit, die der Mensch als denkendes Wesen ausübt, ist also keine bloß subjektive, sondern eine solche, die weder subjektiv noch objektiv ist, eine über diese beiden Begriffe hinausgehende. Ich darf niemals sagen, dass mein individuelles Subjekt denkt; dieses lebt vielmehr selbst von des Denkens Gnaden. Das Denken ist somit ein Element, das mich über mein Selbst hinausführt und mit den Objekten verbindet. Aber es trennt mich zugleich von ihnen, indem es mich ihnen als Subjekt gegenüberstellt.&amp;quot; {{Lit|{{G|4|60}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Über die Stellung des Denkens in der Welt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Denken gilt gemeinhin heute als etwas, was in den Köpfen der Menschen entsteht. In den menschlichen Hirnen, so meint man, werden die Gedankennetze gewoben, die wir der Welt überwerfen, um die wechselnden Erscheinungen in eine gewisse widerspruchsfreie Ordnung zu bringen. An die wahre Wirklichkeit kämen wir so freilich nicht heran, die „Dinge an sich“ im Sinne Kants blieben uns unzugänglich, sie lägen jenseits unserer intellektuellen Erkenntnisfähigkeit. Für das &#039;&#039;diskursive&#039;&#039; Denken trifft das auch zu. Im Grunde betreiben wir so eine etwas sonderbare Form von spekulativer Metaphysik. Letztlich können wir nur mehr oder weniger gut begründete Vermutungen über die Wirklichkeit anstellen und müssen es der weiteren Erfahrung überlassen, ob unsere Theorien etwas taugen oder widerlegt werden – und tatsächlich werden sie sehr häufig durch die Praxis widerlegt, [[Falsifikation|falsifiziert]], um mit [[Karl Popper]] zu sprechen. Alles so gewonnene Wissen bleibt letztlich bloße [[Hypothese]]. Eine endgültige [[Verifikation]] ist auf &#039;&#039;diesem&#039;&#039; Weg nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann die Sache aber probeweise auch ganz anders betrachten. Dazu gilt es zunächst, ein ganz spezifisches, starkes Gefühl dem Denken gegenüber zu entwickeln. Auf die Schulung dieses energischen Gefühls kommt zunächst alles an; man darf das nicht leichtfertig nehmen, indem man es bloß verstandesmäßig anerkennt, sondern muss sich konsequent erziehen, bis es zu einer tiefen gefühlsmäßigen Überzeugung wird. Und dieses Gefühl ist folgendes: Das Denken ist etwas, was tief in der [[Wirklichkeit]] verwurzelt ist, und nicht bloß etwas, das unseren Köpfen entspringt. Liegt der Wirklichkeit nicht das Denken zugrunde, dann macht es keinen Sinn, gedanklich etwas über die Welt erfahren zu wollen. Man kann Gedanken nur dort herausholen, wo sie auch drinnen sind. Freilich ist dieses Denken, das in der Welt waltet, etwas ganz anderes als das, was wir in unserem denkenden Bewusstsein erleben. Was unseren Hirnen entspringt, sind kraftlose blasse gedankliche Schemen; das Denken in der Wirklichkeit ist eine reale gestaltende Naturkraft. Wir kennen dieses Denken zunächst nicht, aber es lassen sich Wege finden, durch die sich in unserem Denken ein klares und deutliches Abbild dieses Weltendenkens formt, so dass ersteres schließlich zu einem Wahrnehmungsorgan für das Weltendenken wird. Wenn es gelingt, vereinigen wir uns im Denken mit der wahren Wirklichkeit, und dann gilt der Ausspruch, den Rudolf Steiner schon in jungen Jahren so getan hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Indem sich das Denken der Idee&lt;br /&gt;
bemächtigt, verschmilzt es mit dem Urgrunde des&lt;br /&gt;
Weltendaseins; das, was außen wirkt, tritt in den Geist des&lt;br /&gt;
Menschen ein: er wird mit der objektiven Wirklichkeit auf ihrer&lt;br /&gt;
höchsten Potenz eins. [[Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken hat den Ideen gegenüber dieselbe Bedeutung wie&lt;br /&gt;
das Auge dem Lichte, das Ohr dem Ton gegenüber. Es ist Organ&lt;br /&gt;
der Auffassung.|1|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf hatte auch schon der von Rudolf Steiner hochgeschätzte, früh verstorbene Philosoph und Theologe [[Paul Asmus]] (1842-1877) hingewiesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Machen wir uns die Sache deutlich: wollte unser einzelnes Ich in seiner absoluten Einzelheit verharren und sich in nichts Anderes versenken, so wäre es allerdings absolut getrennt vom allgemeinen Ich; dann fehlte auch die in der allgemeinen Ichheit beruhende Gemeinschaft mit den andern besondern Ichen. So lassen wir auch einen Menschen, der sich nur auf sein allereigenstes Gefühl beruft, ohne den allgemein vernünftigeu Gründen Gehör zu geben, ruhig stehen; es fehlt eben die Basis der Gemeinschaft. Aber das Ich kann sich nicht in dieser absoluten Vereinzelung behaupten, es ist ihm unmöglich gemacht durch seinen Begriff, der es mit seiner Negation verbindet. So sind wir jederzeit in etwas Anderes versenkt, wir vermögen uns beim besten Willen nicht in unsrer Einzelheit zu erhalten und auch, wenn wir nur über uns selbst reflectiren, haben wir unser Ich uns als ein anderes, einen Gegenstand gegenüberstellen müssen. So beruhen auch die Aussagen jenes nur aus seiner Einzelheit schöpfenden Menschen factisch nur auf Selbsttäuschung. Er bleibt ebenso wenig in seiner Einzelheit eingeschlossen wie ein Anderer; nur ist sein Bewusstsein noch nicht gebildet genug, die Allgemeinheit seines Ich, damit seine Vernünftigkeit zu begreifen. Die Thätigkeit nun, uns in ein anderes zu versenken, nennen wir „denken“; im Denken hat das Ich seinen Begriff erfüllt, es hat sich als einzelnes selbst aufgegeben; deshalb befinden wir uns denkend in einer für Alle gleichen Sphäre, denn das Princip der Besonderung, das da in dem Verhältniss unsres Ich zu dem ihm Anderen liegt, ist verschwunden in der Thätigkeit der Selbstaufhebung des einzelnen Ich, es ist da nur die Allen gemeinsame Ichheit oder Vernünftigkeit. — So haben wir also das Verhältniss des einzelnen zum allgemeinen Ich dahin bestimmt, dass jenes in seiner ursprünglichsten Thätigkeit, dem Denken, eins sei mit diesem; so muss dieses, da es ausser den einzelnen Ichen nicht existirt, sondern nur als deren Thätigkeit, eben als dieses ursprüngliche Denken bestimmt werden und damit verliert unser Princip den letzten Schein der blossen Subjectivität, der ihm bisher noch durch den Namen des (wenn gleich absoluten) Ich anhaftete.|Paul Asmus|&#039;&#039;Die indogermanische Religion in den Hauptpunkten ihrer Entwickelung&#039;&#039;, Band 1, [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11315442_00044.html S. 28f]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses [[Weltendenken]], dieses [[Kosmische Intelligenz|kosmische Denken]] wird von [[Michael]] verwaltet. Und im michaelischen Sinne denken lernen heißt, sich zum Wahrnehmungsorgan für dieses kosmische Denken zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Realität der Gedanken im Weltenäther ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die realen Gedanken, die auch unser [[Gehirn]] aufbauen, leben im [[Weltenäther]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wo sind diese Gedanken? Nun sehen Sie, wir sind umgeben von&lt;br /&gt;
der physischen Welt. Aber auch von der ätherischen Welt, aus der ja&lt;br /&gt;
unmittelbar, bevor wir heruntersteigen zu unserer physischen Inkarnation,&lt;br /&gt;
der menschliche Ätherleib genommen wird. Der menschliche&lt;br /&gt;
Ätherleib wird ja aus dem allgemeinen Weltenäther genommen, der&lt;br /&gt;
durchaus überall vorhanden ist. Nun, dieser Weltenäther, meine lieben&lt;br /&gt;
Freunde, der ist in Wirklichkeit der Träger der Gedanken. Dieser Weltenäther,&lt;br /&gt;
den alle gemeinsam haben, er ist der Träger der Gedanken,&lt;br /&gt;
da sind die Gedanken darinnen, da sind jene lebendigen Gedanken&lt;br /&gt;
eben darinnen, von denen ich Ihnen immer gesprochen habe auch in&lt;br /&gt;
anthroposophischen Vorträgen, daß der Mensch ihrer teilhaftig ist im&lt;br /&gt;
vorirdischen Leben, bevor er auf die Erde heruntersteigt. Das alles,&lt;br /&gt;
was überhaupt an solchen Gedanken vorhanden ist, ist im lebendigen&lt;br /&gt;
Zustande im Weltenäther darinnen und wird niemals entnommen aus&lt;br /&gt;
dem Weltenäther im Leben zwischen Geburt und Tod, niemals, sondern&lt;br /&gt;
alles, was der Mensch an lebendigem Gedankenvorrat in sich enthält,&lt;br /&gt;
empfängt er dann in dem Augenblick, wo er aus der geistigen Welt&lt;br /&gt;
heruntersteigt, also sein eigenes lebendiges Gedankenelement verläßt,&lt;br /&gt;
wenn er heruntersteigt und sich seinen Ätherleib bildet. Dadrinnen&lt;br /&gt;
sind noch die lebendigen Gedanken, in dem, was am Menschen bildet&lt;br /&gt;
und organisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA 317 26.6.1924.jpg|thumb|400px|Tafel 1 ([[GA 317]])]]&lt;br /&gt;
Wenn ich also das Schema von gestern noch einmal mache (siehe&lt;br /&gt;
Tafel 2, Mitte), wenn Sie hier den Menschen sehen, wenn wir hier das&lt;br /&gt;
symptomatische Seelenleben, Denken, Fühlen, Wollen haben, wenn wir&lt;br /&gt;
dahinter haben das Seelenleben, das wirkliche Seelenleben, so haben&lt;br /&gt;
wir einen Teil des wirklichen Seelenlebens in den Gedanken. - Und&lt;br /&gt;
diese Gedanken, die wir aus dem allgemeinen Weltenäther herausnehmen,&lt;br /&gt;
die bilden uns vorzugsweise unser Gehirn und im weiteren&lt;br /&gt;
Sinne unser Nerven-Sinnessystem. Das ist das lebendige Denken, das&lt;br /&gt;
bildet uns das Gehirn zum Abbauorgan, zu dem Organ, das gewissermaßen&lt;br /&gt;
in folgender Art die Materie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir hinausschauen auf die Umgebung, da haben wir die Substanz&lt;br /&gt;
des Irdischen um uns herum, in ihren verschiedenen Prozessen&lt;br /&gt;
und Wirkungsarten. Diese Prozesse, die da in der Natur leben, die&lt;br /&gt;
werden stufenweise abgebaut von der Tätigkeit des lebendigen Denkens, so daß fortwährend hier (siehe Tafel 2) abgebaut wird, das&lt;br /&gt;
heißt, die Prozesse gestoppt werden, die die Naturprozesse sind. Also&lt;br /&gt;
im Gehirn wird der Anfang damit gemacht, daß die Naturprozesse&lt;br /&gt;
gestoppt werden und die Materie fortwährend in Absonderung herausfällt.&lt;br /&gt;
Die herausgefallene Materie, die also ausgeschiedene und unbrauchbar&lt;br /&gt;
gewordene Materie: das sind die Nerven. Und diese Nerven&lt;br /&gt;
bekommen dadurch, daß sie in dieser Weise vom lebendigen Denken&lt;br /&gt;
bearbeitet werden, bekommen dadurch, daß sie fortwährend ertötet&lt;br /&gt;
werden, eine Fähigkeit, die der Spiegelungsfähigkeit ähnlich ist. Dadurch&lt;br /&gt;
bekommen sie die Fähigkeit, daß sich durch sie die Gedanken&lt;br /&gt;
des umliegenden Äthers spiegeln, und dadurch entsteht das subjektive&lt;br /&gt;
Denken, das oberflächliche Denken, das nur in Spiegelbildern besteht,&lt;br /&gt;
das wir in uns tragen zwischen Geburt und Tod. Wir werden also dadurch,&lt;br /&gt;
daß wir das lebendige Denken in uns wirkend tragen, fähig&lt;br /&gt;
gemacht, der Welt unser Sinnes- und Nervensystem entgegenzustellen,&lt;br /&gt;
die Eindrücke, die im umliegenden Äther leben, in Spiegelbildern zu&lt;br /&gt;
erzeugen und in unser Bewußtsein zu schmeißen. So daß also dieses&lt;br /&gt;
Denken und Vorstellen des oberflächlichen Seelenlebens nichts anderes&lt;br /&gt;
ist, als der Reflex der im Weltenäther lebenden Gedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wenn Sie sich selber mit Ihrem Spiegelbild vergleichen, so werden&lt;br /&gt;
Sie darauf kommen, daß Sie etwas anderes sind als das Spiegelbild.&lt;br /&gt;
Ebenso können Sie die Gedanken mit ihren Spiegelbildern vergleichen&lt;br /&gt;
und bekommen dadurch das tote Denken, wie das Spiegelbild tot ist&lt;br /&gt;
Ihnen gegenüber, der Sie als Lebender vor dem Spiegelbild stehen. Es&lt;br /&gt;
kann ein verzerrter, ein unlogischer, ein verrückter Gedanke niemals&lt;br /&gt;
im Weltenäther vorhanden sein. Die Gedanken aber, welche das gewöhnliche,&lt;br /&gt;
das oberflächliche Seelenleben enthält, sind ja nur die Spiegelungen&lt;br /&gt;
der Gedanken im Weltenäther. Woher kann nun ein verrückter,&lt;br /&gt;
ein querköpfiger Gedanke kommen? Dadurch, daß der Spiegel,&lt;br /&gt;
all dasjenige, was da entstanden ist im Aufbau des Gehirns, nicht in&lt;br /&gt;
Ordnung ist. Also handelt es sich darum, daß wir in richtiger Weise&lt;br /&gt;
den Weg zurückfinden von den verzerrten Gedanken zu dem, was im&lt;br /&gt;
menschlichen Gehirn beziehungsweise im Sinnes-Nervensystem eigentlich&lt;br /&gt;
wirkt, was der Mensch sich aufgebaut hat aus dem wirklichen&lt;br /&gt;
lebendigen Gedankenleben heraus. Daraus ersehen Sie, daß es sich&lt;br /&gt;
eigentlich ungeheuer stark darum handeln wird, daß wir von dem Bewußtsein&lt;br /&gt;
ausgehen: an den Gedankeninhalt selber, an die eigentlichen&lt;br /&gt;
Gedanken können wir gar nicht herankommen, denn die sind ja im&lt;br /&gt;
Weltenäther in ihrer absoluten Richtigkeit vorhanden.|317|29ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die leibliche Grundlage des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus anthroposophischer Sicht besitzt der Mensch nicht nur einen [[Physischer Leib|physischen Leib]], sondern verfügt auch über höhere, übersinnliche leibliche [[Wesensglieder]], die als [[Ätherleib]] und [[Astralleib]] bezeichnet werden. In gewissem Sinn zählt sogar unser niederes [[Ich]] zu diesen übersinnlichen Leibesgliedern. Wie wir oben gesehen haben, tragen die Leibesglieder des Menschen &#039;&#039;inhaltlich&#039;&#039; nichts zum Denken bei. Man kann und muss daher den geistigen Inhalt des Denken verstehen, ohne sie zu berücksichtigen. Welche Bedeutung sie für das &#039;&#039;Zustandekommen&#039;&#039; des Denkens haben, soll nun kurz umrissen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wir denken nicht mit dem Kopf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht der [[Kopf]] bzw. das [[Gehirn]], das denkt, sondern dieses macht nur bewusst, was sonst unbewusst als weisheitsvolle Tätigkeit im restlichen [[Organismus]] waltet. Das [[Geometrie|geometrische]], [[mechanistisch]]e und [[Kausalität|kausale]] Denken gründet sich namentlich darauf, dass die Gesetzmäßigkeiten der [[Knochen]]mechanik des [[Gliedmaßen-System]]s ins Bewusstsein gehoben werden. Das [[Begreifen]] als [[Erkenntnis]]akt gründet sich auf das Ergreifen und Begreifen der äußeren Dinge mit der [[Hand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist ein Vorurteil, daß&lt;br /&gt;
wir mit dem Kopf denken. Das ist gar nicht wahr. Wir denken mit den&lt;br /&gt;
Beinen und mit den Armen; und dasjenige, was in den Armen und&lt;br /&gt;
Beinen vor sich geht, bei dem schaut der Kopf zu und nimmt es in den&lt;br /&gt;
Bildern der Gedanken auf. Er würde niemals, ich habe Ihnen das schon&lt;br /&gt;
gesagt bei dem Weihnachtskursus, das Gesetz des Winkels kennenlernen,&lt;br /&gt;
wenn er nicht schreiten würde. Er würde niemals mechanische&lt;br /&gt;
Gleichgewichtsgesetze kennenlernen, wenn er sie nicht durch seinen&lt;br /&gt;
eigenen Schwerpunkt, den er im Unterbewußtsein herumführt, kennenlernen&lt;br /&gt;
würde. Sobald man zu dem Astralleib hinunterkommt, der&lt;br /&gt;
das alles im Unterbewußtsein verarbeitet, erscheint einem der Mensch,&lt;br /&gt;
wenn er [auch] manchmal auf der physischen Welt ganz töricht ist, ungemein weise, weil das alles, was da zum Beispiel an Geometrie entwickelt&lt;br /&gt;
wird im Gehen, im Sich-Fühlen, weil das alles, wenn ich mich des&lt;br /&gt;
Paradoxons bedienen darf, durchaus gewußt wird im Unterbewußtsein&lt;br /&gt;
und dann durch das Gehirn angeschaut wird.|316|208f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was das flüssige Element und insbesondere die [[Muskel]]tätigkeit betrifft, kann durch diese Art des Denkens nicht mehr erfasst werden, sondern bedarf bereits der [[Imagination|imaginativen Erkenntnis]]. Der Luftmensch und die damit zusammenhängende Tätigkeit der inneren Organe erschließt sich erst der [[Inspiration]] und in den Wärmemenschen kann man bewusst nur durch [[Intuition]] eintauchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Ja, sehen Sie, wenn Sie Gedanken anwenden, so müssen Sie auch die&lt;br /&gt;
Gesetzmäßigkeiten anwenden, auf die der Gedanke kommt, das ist die&lt;br /&gt;
mechanische Gesetzmäßigkeit. Sie müssen Statik und Dynamik anwenden.&lt;br /&gt;
Das können Sie nur beim Knochensystem.|316|92}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|In dem Augenblicke, wo man an das&lt;br /&gt;
Muskelsystem herankommt, muß man eine ganz andere Erkenntnisart&lt;br /&gt;
anwenden, das ist die Imagination, so daß man also sagen kann - nur&lt;br /&gt;
repräsentativ, es sind überall Übergänge -, daß durch die Imagination&lt;br /&gt;
begriffen wird das Muskelsystem.|316|92f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Wenn wir nun aufsteigen von der Imagination zur Inspiration, dann&lt;br /&gt;
kommen wir nun schon an den luftförmigen Menschen, an dasjenige,&lt;br /&gt;
was im Menschen luftförmig ist. Und wir kommen, indem wir an die&lt;br /&gt;
Inspiration herankommen, an eine Auffassungsweise, die sehr ähnlich&lt;br /&gt;
ist dem Hören musikalischer Töne, Harmonien, Melodien, sehr ähnlich&lt;br /&gt;
ist dem musikalischen Hören. Die Inspiration hat nichts mehr mit etwas&lt;br /&gt;
Begriffsmäßigem zu tun, sondern mit etwas, was auch in der Auffassung&lt;br /&gt;
eine Art Musikalisches ist. Das Musikalische muß nicht immer&lt;br /&gt;
gehört werden, es kann auch, indem es geistig ist, empfunden werden.&lt;br /&gt;
Aber im Grunde genommen hat alle Inspiration etwas Musikalisches.&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche hier vorhanden, daß die Form der menschlichen&lt;br /&gt;
inneren Organe, derjenigen Organe, die eigentlich die werdende&lt;br /&gt;
Organisation während des Lebens besorgen in der Ernährung, in der&lt;br /&gt;
Atmung und so weiter, also die Organe, die dem zugrunde liegen, daß&lt;br /&gt;
alle diese Organformen nicht erklärbar sind etwa aus irgendwelchen&lt;br /&gt;
mechanischen Gesetzen. Aber nicht einmal imaginativ sind sie zu erklären.&lt;br /&gt;
Es ist einfach ein Unding, ein Nonsens, wenn man die Form des&lt;br /&gt;
Lungenorganes, des Leberorganes etwa nur erklären wollte aus Lageverhältnissen,&lt;br /&gt;
wie da die Zellen liegen, oder aus Gewichtsverhältnissen.&lt;br /&gt;
Versuchen Sie darüber nachzuforschen, ob das schon irgend jemandem&lt;br /&gt;
gelungen ist, die Leber- oder Lungenform als Form zu erklären. Es ist&lt;br /&gt;
niemandem gelungen. Denn diese Organe, die das werdende Leben&lt;br /&gt;
während des Erdendaseins versorgen, die sind in ihren Anlagen trotzdem&lt;br /&gt;
sehr früh vorhanden, wenn auch sehr stark metamorphosiert. Alle&lt;br /&gt;
kommen sie heraus aus den Gestaltungskräften des Luftförmigen. Der&lt;br /&gt;
heutige wissenschaftliche Mensch sagt: Luft ist Sauerstoff, Stickstoff,&lt;br /&gt;
einiges andere ist darin, und das ist so eine mehr oder weniger gleichmäßige,&lt;br /&gt;
nur durch innere mechanische Bewegung, die im Winde sich&lt;br /&gt;
darstellt, differenzierte luftförmige Substanz. Aber solche Luft, wie sie&lt;br /&gt;
heute der Physiker beschreibt, die gibt es nicht, sondern es gibt nur die&lt;br /&gt;
konkrete Luft, die unsere Erde umgibt. Aber, meine lieben Freunde, die&lt;br /&gt;
Luft, die unsere Erde umgibt, die ist überall durchdrungen von lauter&lt;br /&gt;
Gestaltungskräften. Diese Gestaltungskräfte atmen wir mit der physischen&lt;br /&gt;
Substanz der Luft ein. Wenn unsere Organe fertig sind, wenn&lt;br /&gt;
wir eine fertige Lunge haben, dann geschieht das, daß die Gestaltungskräfte,&lt;br /&gt;
die wir da einatmen mit der Substanz der Luft, sozusagen zusammenfallen&lt;br /&gt;
mit der Form der Lunge, daß sie dann, wenn wir geboren&lt;br /&gt;
sind, keine große Bedeutung mehr haben, nur zum Wachstum. Aber&lt;br /&gt;
während der Embryonalzeit, während der physischen Absonderung&lt;br /&gt;
von der Außenluft, da wirken zuerst durch den mütterlichen Leib die&lt;br /&gt;
Gestaltungskräfte der Luft. Die bauen die Lunge auf, wie alle Organe&lt;br /&gt;
des Menschen daraus auferbaut werden, mit Ausnahme der Muskeln&lt;br /&gt;
und der Knochen. Alle inneren Organe, die das werdende Leben erhalten,&lt;br /&gt;
sind auferbaut aus den gestaltenden Kräften der Luft. Was da geschieht, kann man vergleichen, aber es ist ein grober Vergleich, mit der&lt;br /&gt;
Entstehung der Chladnischen Klangfiguren. Also Platten, die mit Staub&lt;br /&gt;
belegt sind, werden an einem Punkt befestigt, mit dem Violinbogen in&lt;br /&gt;
bestimmter Weise gestrichen, dann gestaltet sich dieser Staub in gewisse&lt;br /&gt;
Formen, je nachdem man den Bogen ansetzt. Da werden aus den Gestaltungskräften,&lt;br /&gt;
die man in der Luft hervorruft, die Staubfiguren gebildet.&lt;br /&gt;
So werden aus den allgemeinen Gestaltungskräften der Luft die&lt;br /&gt;
inneren Organe des Menschen gebildet. Die sind herausgebildet aus den&lt;br /&gt;
Gestaltungskräften der Luft. Die Lunge ist tatsächlich aus den Atmungskräften&lt;br /&gt;
gebildet, aber ebenso die andern Organe. Nur sind es die&lt;br /&gt;
andern Organe mehr oder weniger auf Umwegen, während die Lunge&lt;br /&gt;
direkt gebildet ist. Aber dies, was da vorliegt, daß die Organe des Menschen&lt;br /&gt;
herausgebildet werden aus den sich gestaltenden Schwingungen&lt;br /&gt;
der Luft, das ist nur durch Inspiration zu begreifen. Das, was sich&lt;br /&gt;
herausgestaltet aus dem Luftförmigen, eben Geformtes, das ist in der&lt;br /&gt;
Auffassung gleich dem Musikalischen, wie den Klangfiguren auch ein&lt;br /&gt;
Musikalisches zugrunde liegt.|316|93ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Und steigen wir auf zur wahren Intuition, dann kommen wir zum&lt;br /&gt;
Wärmemenschen, zu der Organisation, die innerlich differenzierter&lt;br /&gt;
Wärmeraum ist. Ich habe nun das gesagt, daß man in der Wärme ja&lt;br /&gt;
wirklich drinnen sich erlebt, daß man nicht ebenso wie dem Kohlenstoff,&lt;br /&gt;
dem Stickstoff der Wärme gegenübersteht, sondern die Wärme&lt;br /&gt;
ist da, die Wärme ist in einem, und man ist in der Wärme, indem man&lt;br /&gt;
Wärme erlebt. Sie ist gerade dasjenige, was am intensivsten erlebt wird.&lt;br /&gt;
Deshalb kann der heutige Mensch nicht leugnen, daß er Wärme erlebt,&lt;br /&gt;
während er keine Ahnung davon hat, daß er Luft, Wasser, Erde erlebt.&lt;br /&gt;
Er hat keine Ahnung davon, weil er da herausgewachsen ist. Aber das&lt;br /&gt;
Erleben der Wärme ist eben unmittelbar die Anwendung der Intuition&lt;br /&gt;
auf den menschlichen Organismus, nur muß man jetzt nicht bloß im&lt;br /&gt;
Groben, wie man das für den Tagesgebrauch nötig hat, sondern in&lt;br /&gt;
Differenzierung die Wärme erleben, die sehr fein ausdifferenziert ist in&lt;br /&gt;
den Formen der Organe selber. Wenn man durch Intuition diesen&lt;br /&gt;
Wärmeorganismus durch den ganzen Körper betrachten kann, kommt&lt;br /&gt;
man durch diese Erkenntnisart zum Verstehen nun nicht der inneren&lt;br /&gt;
Organe, sondern der Tätigkeit der inneren Organe. Die ganze Tätigkeit&lt;br /&gt;
der inneren Organe muß begriffen werden durch Verstehen der&lt;br /&gt;
Organisation im Wärmeäther. Alles übrige ist durchaus ungeeignet, ein&lt;br /&gt;
Verständnis der Tätigkeit der Organe zu bringen. Die Anschauung, die&lt;br /&gt;
intuitive Anschauung der Tätigkeit des Wärmeäthers, also der Wärmemensch,&lt;br /&gt;
der ist es, der durch Intuition erkannt werden muß. Das heißt&lt;br /&gt;
mit andern Worten, es genügt nicht, daß man bloß die Meinung habe,&lt;br /&gt;
da ist physische Welt, man eignet sich Imagination, Inspiration, Intuition&lt;br /&gt;
an, um in andere Welten zu kommen. Die andern Welten sind da.&lt;br /&gt;
Die ätherische Welt ist dadurch da, daß der Mensch ein Muskelsystem&lt;br /&gt;
hat, die astralische Welt ist dadurch da, daß der Mensch ein Organsystem&lt;br /&gt;
hat, und die devachanische Welt, die Geisteswelt ist dadurch&lt;br /&gt;
da, daß der Wärmemensch da ist. Das Geistige geht fortwährend unter&lt;br /&gt;
uns herum. Es ist da. Der Mensch ist ja ein Geist, er ist nur angefüllt&lt;br /&gt;
mit physischer Substanz, dieser Geist.|316|97f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|width=700px |&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Gedanke]]: || [[Knochensystem]] || = fester erdiger Mensch || [[physischer Leib]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Imagination]]: || [[Muskelsystem]] || = flüssiger wäßriger Mensch || [[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Inspiration]]: || [[Organe|Innenorgane]] || = luftförmiger Mensch || [[Astralleib]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Intuition]]: || Tätigkeit der Innenorgane || = Wärme-Mensch || [[Ich]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erwachen des abstrakten Denkens um das 12. Lebensjahr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa mit dem [[12. Lebensjahr]] beginnt der abstrakte [[Intellekt]] zu erwachen, da der heranwachsende Mensch nun nicht mehr so sehr mit dem [[Muskelsystem]], das intim mit dem [[Rhythmisches System|rhythmischen System]] zusammenhängt, sondern vermehrt mit dem [[Knochensystem]] zu denken beginnt, dessen [[Bewegung]]en mit dem [[Eigenbewegungssinn]] vermittels der sogenannten „motorischen“ Nerven wahrgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die sogenannten motorischen Nerven sind keine motorischen Nerven,&lt;br /&gt;
die sind bloß dasjenige, was die Äußerungen, den Impuls des Willens&lt;br /&gt;
wahrnimmt. Ehe man diesen Zusammenhang nicht einsehen wird, eher&lt;br /&gt;
wird man nicht zu einer durchsichtigen Menschenerkenntnis kommen.&lt;br /&gt;
Wenn Sie aber diesen Zusammenhang voll einsehen, dann werden Sie&lt;br /&gt;
es auch begreiflich finden, daß ich nun eben ein Paradoxon, eine Ketzerei&lt;br /&gt;
vor Sie hinstellen muß: denn dann wirkt das Geistig-Seelische ja&lt;br /&gt;
eben auf den ganzen übrigen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Kinde also bis gegen das zwölfte Jahr hin äußern sich die Wirkungen&lt;br /&gt;
nach Maßgabe des eben Geschilderten in den Muskelkräften,&lt;br /&gt;
die ein intimes Verhältnis zur Atmung und zum Zirkulationssystem&lt;br /&gt;
haben. Beim Kinde vom zwölften Jahre an bis zur Geschlechtsreife&lt;br /&gt;
nach denjenigen Kräften hin, die gegen das Skelett gehen. So daß wir&lt;br /&gt;
also vor dem zwölften Jahre mehr dasjenige, was noch in unseren Muskein&lt;br /&gt;
liegt, mit dem sogenannten motorischen Nerv wahrnehmen, nach&lt;br /&gt;
dem zwölften Jahre nehmen wir mit diesem sogenannten motorischen&lt;br /&gt;
Nerv mehr dasjenige wahr, was in unseren Muskeln und Knochen vorgeht.&lt;br /&gt;
Nun, wenn Sie bedenken, daß in allem Denken etwas Willensmäßiges&lt;br /&gt;
liegt - es ist ja Wille, was da wirkt, wenn ich Vorstellungen&lt;br /&gt;
synthetisch zusammenfasse oder analytisch trenne, es ist überall Wille&lt;br /&gt;
darinnen - , so müssen Sie diesen Willen auch im Organismus aufsuchen.&lt;br /&gt;
Und gerade dieser Wille in der seelischen Funktion des Denkens ist in&lt;br /&gt;
dieser Art angeschlossen, wie ich es jetzt geschildert habe. Indem wir&lt;br /&gt;
ins zwölfte Jahr eintreten, lernen wir ein solches Denken, das nach der&lt;br /&gt;
Willensnatur seine Vorgänge in den Knochen, in der Skelettdynamik&lt;br /&gt;
hat. Wir machen da den wichtigen Übergang vom weichen System des&lt;br /&gt;
Menschen zum ganz harten System, das sich, ich möchte sagen, wie ein&lt;br /&gt;
objektives Hebelsystem in die Welt hineinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Ketzerei, das Paradoxon, das ich vor Sie hinstellen muß,&lt;br /&gt;
daß der Mensch, wenn er seine Gedanken über die unbelebte äußerliche&lt;br /&gt;
Natur faßt, das nicht in unmittelbarer Weise mit dem Kopfe,&lt;br /&gt;
mit dem Gehirn tut, sondern daß er es mit dem Skelett tut. Selbstverständlich,&lt;br /&gt;
man kann darüber lachen, wenn man in der heutigen Physiologie&lt;br /&gt;
drinnensteckt, daß da einer in Dornach ist, der behauptet, daß&lt;br /&gt;
die Menschen mit den Knochen abstrakt denken; aber die Sache ist&lt;br /&gt;
eben so. Es wäre bequemer, das nicht auszusprechen, aber es muß eben&lt;br /&gt;
ausgesprochen werden, denn wir brauchen eine wirkliche Menschenerkenntnis.&lt;br /&gt;
Was wir an Gedanken im Gehirn haben, das sind nur Bilder&lt;br /&gt;
dessen, was sich im wirklichen Gedankenprozeß abspielt. Dasjenige,&lt;br /&gt;
wofür das Gehirn das Werkzeug ist, das sind die passiven Bilder für&lt;br /&gt;
die wirklichen Prozesse, die sich beim Denken abspielen. Daß das&lt;br /&gt;
Denken zum Bewußtsein kommt, das ist von diesen Bildern abhängig;&lt;br /&gt;
aber in diesen Bildern liegt nicht die innere Kraft, die im Denken wirkt,&lt;br /&gt;
liegt nicht das Willensgemäße des Denkens. Dasjenige, was das Wesenhafte&lt;br /&gt;
des Denkens ist, das hat mit diesen Bildern, die das Gehirn zur&lt;br /&gt;
Voraussetzung haben, nicht mehr zu tun als ein Bild, das Sie dort auf&lt;br /&gt;
der Wand sehen würden von Herrn X, mit dem wirklichen Herrn X zu&lt;br /&gt;
tun hätte. Sie müssen das Bild von Herrn X von dem wirklichen Herrn&lt;br /&gt;
X unterscheiden. So unterscheidet sich der reale Prozeß, der sich während&lt;br /&gt;
des Denkens abspielt, von den Bildern. Während des Denkens&lt;br /&gt;
über die physische Natur waltet eigentlich der Prozeß im ganzen, im&lt;br /&gt;
vollen- Menschen, und zwar gerade für das Denken im Skelett. Wir&lt;br /&gt;
setzen uns auch mit unserem Denken in das Skelett hinein mit unserem&lt;br /&gt;
zwölften Jahre. Das ist dasjenige, was uns einen wirklichen inneren Anhaltspunkt&lt;br /&gt;
bietet für das, was wir zu tun haben in der Überleitung des&lt;br /&gt;
Unterrichts zu dem, was ich gestern charakterisierte: das Kennenlernen&lt;br /&gt;
der Pflanzenwelt im Zusammenhang mit der Erde, das Kennenlernen&lt;br /&gt;
der Tierwelt im Zusammenhang mit dem Menschen bis zu dem zwölften&lt;br /&gt;
Jahre, bis zu der Geschlechtsreife.|303|209ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Bedeutung des physischen Leibes und der Gehirnvorgänge für das Denken === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Gehirn]] trägt zwar nichts zur inhaltlichen Bestimmung des Denkens bei, aber das Gehirn ist ein [[Gehirn#Das Gehirn als Spiegelungsapparat für das Denken|Spiegelungsapparat für das Denken]], welcher uns das Denken in Form abstrakter [[Gedanken]]  [[Bewusstsein|bewusst]] macht. Das Gehirn denkt zwar nicht, aber es macht uns die Gedanken bewusst, indem es die gedanklichen Ergebnisse unserer Denktätigkeit in das [[Seele|seelische]] Erleben hereinspiegelt. Derart dem [[Physischer Leib|physischen Leib]] eingeprägte Gedankenspuren sind später der [[Erinnerung]] zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und da kommen wir darauf, daß&lt;br /&gt;
sich dasjenige, was wir im engeren Sinne Denken, Vorstellen nennen,&lt;br /&gt;
so wie der Mensch hier auf dem physischen Plan lebt, eigentlich abspielt&lt;br /&gt;
im Ätherleib. Aber damit sich Gedanken bilden durch dieses&lt;br /&gt;
Denken, durch dieses Vorstellen, ist der physische Leib notwendig,&lt;br /&gt;
denn der physische Leib muß seine Eindrücke bekommen, wenn Gedanken&lt;br /&gt;
hier im physischen Leben erinnerungsmäßig festgehalten werden&lt;br /&gt;
sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang ist also der: Wenn wir denken, so geht natürlich das&lt;br /&gt;
Denken vom Ich aus, geht durch den astralischen Leib, aber es spielt&lt;br /&gt;
sich dann hauptsächlich in den Bewegungen des Ätherleibes ab. Was&lt;br /&gt;
wir immer denken, was wir vorstellen, spielt sich in den Bewegungen&lt;br /&gt;
des Ätherleibes ab. Diese Bewegungen des Ätherleibes drücken sich&lt;br /&gt;
förmlich ein in den physischen Leib. Das ist grob gesprochen, denn es&lt;br /&gt;
handelt sich um viel feinere Vorgänge als um ein grobes Einprägen,&lt;br /&gt;
aber man kann die Sache vergleichsweise so nennen. Und dadurch, daß&lt;br /&gt;
diese Bewegungen des Ätherleibes in den physischen Leib eingeprägt&lt;br /&gt;
werden, spielen sich für unser Bewußtsein die Gedanken ab, und dadurch&lt;br /&gt;
auch erhalten sich die Gedanken in der Erinnerung. Gewissermaßen&lt;br /&gt;
ist es so: Wenn wir einen Gedanken haben und den später einmal&lt;br /&gt;
aus der Erinnerung hervorholen, so kommt bei dieser Arbeit des&lt;br /&gt;
Sich-Erinnern-Wollens unser Ätherleib in Bewegung, und er paßt sich&lt;br /&gt;
mit seinen Bewegungen dem physischen Leib an, und indem er hineinkommt&lt;br /&gt;
in jene Eindrücke, die dieser Ätherleib bei dem entsprechenden&lt;br /&gt;
Gedanken in den physischen Leib gemacht hat, kommt der Gedanke&lt;br /&gt;
wieder herauf ins Bewußtsein. Also Erinnerung ist daran geknüpft,&lt;br /&gt;
daß die Bewegungen des Ätherleibes sich in den physischen&lt;br /&gt;
Leib einprägen können. Natürlich ist das Gedächtnis an den Ätherleib&lt;br /&gt;
gebunden, aber der Ätherleib muß eine Art von Bewahrer seiner&lt;br /&gt;
Bewegungen haben, damit im physischen Leben das Erinnern zustande&lt;br /&gt;
kommen könne. Und so leben wir denn unser Leben zwischen Geburt&lt;br /&gt;
und Tod, haben unsere Erlebnisse und erinnern uns unserer Erlebnisse,&lt;br /&gt;
das heißt, es läuft unser Gedankenleben in uns ab. Im wachen Zustande&lt;br /&gt;
haben wir immer mehr oder weniger dieses in unserem Inneren ablaufende&lt;br /&gt;
Gedankenleben.|174b|160f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt wirkt das Denken auch sehr wesentlich auf den physischen Leib zurück. Nicht das Gehirn denkt, aber durch das Denken wird das Gehirn in seinen feineren Strukturen ausgeformt. Das ist bis ins hohe Alter der Fall, gilt aber ganz besonders für das heranwachsende Kind. Das Gehirn des kleinen Kindes ist weich und bildsam und in entscheidenden Bereichen noch wenig ausgeformt. Wesentliche Gehirnstrukturen werden erst durch das allmählich erwachende Denken des Kindes ausgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Antlitz eines Menschen zeigen sich im Laufe der Jahre die Spuren seines Denkens. Ein Mensch, der ein reiches lebendiges Denken mit beweglichen Begriffen entwickelt hat, wird lebendigere, beweglichere Gesichtszüge zeigen als ein Mensch, der nur wenige tote Begriffe in sich aufgehäuft hat. Sein Gesicht wird verhältnismäßig starr und unpersönlich wirken, sein Gehirn wird steif und unbeweglich. Darin ist eine der wesentlichsten Ursachen für die heute nicht so selten auftretende Alters-Demenz zu sehen. Der größte Schaden entsteht, wenn schon kleine Kinder mit abstrakten Begriffen überfordert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sich das Denken als Gedanke am Gehirn spiegeln kann, muss es erst durch das [[Seele|Seelisch]]-[[Geist]]ige, das in den [[Organismus]] eingreift, als Spiegelungsapparat zubereitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der grobe Materialist unserer Zeit findet es seinen Intentionen&lt;br /&gt;
gemäß, davon zu sprechen, daß das Gehirn den Gedanken bildet,&lt;br /&gt;
respektive, daß das Zentralnervensystem den Gedanken bildet. Für&lt;br /&gt;
den, der die Dinge durchschaut, ist das geradeso wahr, wie es wahr&lt;br /&gt;
wäre, zu meinen, wenn man in einen Spiegel hineinschaut, der Spiegel&lt;br /&gt;
habe das Gesicht gemacht, das man sieht. Aber er macht gar&lt;br /&gt;
nicht das Gesicht, das man sieht, sondern das Gesicht ist außerhalb&lt;br /&gt;
des Spiegels. Der Spiegel reflektiert nur das Gesicht, wirft es zurück.&lt;br /&gt;
Ich habe das sogar schon in öffentlichen Vorträgen wiederholt auseinandergesetzt.&lt;br /&gt;
In ganz ähnlicher Weise verhält es sich mit dem,&lt;br /&gt;
was der Mensch an Gedanken erlebt. Wir wollen jetzt von anderen&lt;br /&gt;
Seeleninhalten absehen. Das Gedankenerlebnis, das in der Seele&lt;br /&gt;
regsam, real ist, indem der Mensch den Gedanken erlebt, entsteht&lt;br /&gt;
sowenig durch das Gehirn, wie durch den Spiegel das Bild des Gesichtes&lt;br /&gt;
produziert wird. Das Gehirn wirkt in der Tat nur als Reflektionsapparat,&lt;br /&gt;
damit es die Seelentätigkeit zurückwirft und diese sich&lt;br /&gt;
selber sichtbar wird. Mit dem, was der Mensch als Gedanken wahrnimmt,&lt;br /&gt;
hat wirklich das Gehirn so wenig zu tun, wie der Spiegel mit&lt;br /&gt;
Ihrem Gesicht zu tun hat, wenn Sie Ihr Gesicht im Spiegel sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber etwas anderes ist vorhanden. Der Mensch nimmt, indem er&lt;br /&gt;
denkt, eigentlich nur die letzte Phase seiner denkerischen Tätigkeit,&lt;br /&gt;
seines denkerischen Erlebens wahr. Um das klarzumachen, möchte&lt;br /&gt;
ich wiederum den Spiegelvergleich nehmen. Denken Sie sich einmal,&lt;br /&gt;
Sie würden sich hinstellen und Ihr Gesicht in einem Spiegel&lt;br /&gt;
sehen wollen. Wenn Sie keinen Spiegel da haben, können Sie Ihr&lt;br /&gt;
Gesicht nicht sehen. Sie können noch so lange hinstarren, Ihr Gesicht&lt;br /&gt;
sehen Sie nicht. Wollen Sie es sehen, so müssen Sie irgend etwas, was&lt;br /&gt;
an Materie daliegt, so bearbeiten, daß es ein Spiegel wird. Das heißt,&lt;br /&gt;
Sie müssen es erst zubereiten, damit es das Spiegelbild hervorbringen&lt;br /&gt;
kann. Wenn Sie das getan haben und dann hineinschauen, sehen Sie&lt;br /&gt;
Ihr Gesicht. - Dasselbe muß die Seele machen mit dem Gehirn, was&lt;br /&gt;
ein Mensch mit dem Spiegel machen würde. Es geht der eigentlichen&lt;br /&gt;
denkerischen Tätigkeit der Wahrnehmung des Gedankens eine&lt;br /&gt;
solche Tätigkeit voraus, die, wenn Sie zum Beispiel den Gedanken&lt;br /&gt;
«Löwe» wahrnehmen wollen, erst tief drinnen die Teile des Gehirns&lt;br /&gt;
so in Bewegung versetzt, daß diese Spiegel werden für die Wahrnehmung&lt;br /&gt;
des Gedankens «Löwe». Und der, welcher das Gehirn erst&lt;br /&gt;
zum Spiegel macht, das sind Sie selber. Was Sie als Gedanken zuletzt&lt;br /&gt;
wahrnehmen, das sind Spiegelbilder; was Sie erst präparieren&lt;br /&gt;
müssen, damit das betreffende Spiegelbild erscheint, das ist irgendeine&lt;br /&gt;
Partie des Gehirnes. Sie sind es selbst mit Ihrer Seelentätigkeit,&lt;br /&gt;
der das Gehirn in diejenige Struktur und in die Fähigkeit bringt,&lt;br /&gt;
um das, was Sie denken, als Gedanke spiegeln zu können. Wollen&lt;br /&gt;
Sie auf die Tätigkeit zurückgehen, die dem Denken zugrunde liegt,&lt;br /&gt;
so ist es die Tätigkeit, die von der Seele aus ins Gehirn eingreift und&lt;br /&gt;
sich im Gehirn betätigt. Und wenn Sie eine gewisse Tätigkeit von der&lt;br /&gt;
Seele aus im Gehirn verrichten, dann wird eine solche Spiegelung im&lt;br /&gt;
Gehirn bewirkt, daß Sie den Gedanken «Löwe» wahrnehmen. - Sie&lt;br /&gt;
sehen, ein Geistig-Seelisches muß erst da sein. Das muß am Gehirn&lt;br /&gt;
arbeiten. Dann wird das Gehirn durch diese geistig-seelische Tätigkeit&lt;br /&gt;
zum Spiegelapparat, um den Gedanken zurückzuspiegeln. Das&lt;br /&gt;
ist der wirkliche Vorgang, der sich für so viele Leute der Gegenwart&lt;br /&gt;
so konfundiert, daß sie ihn überhaupt nicht fassen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer im okkulten Wahrnehmen ein wenig vordringt, kann die&lt;br /&gt;
beiden Phasen seelischer Tätigkeit auseinanderhalten. Er kann verfolgen,&lt;br /&gt;
wie er zuerst, wenn er irgend etwas denken will, notwendig&lt;br /&gt;
hat, nicht bloß den Gedanken zu fassen, sondern ihn vorzubereiten;&lt;br /&gt;
das heißt, er hat sein Gehirn zu präparieren. Hat er es präpariert&lt;br /&gt;
soweit, daß es spiegelt, dann hat er den Gedanken. Man hat immer,&lt;br /&gt;
wenn man okkult forschen will, so daß man die Dinge vorstellen&lt;br /&gt;
kann, zuerst die Aufgabe, nicht gleich vorzustellen, sondern erst die&lt;br /&gt;
Tätigkeit auszuüben, die das Vorstellen vorbereitet. Das ist es, was&lt;br /&gt;
so außerordentlich wichtig zu berücksichtigen ist. Diese Dinge&lt;br /&gt;
müssen wir deshalb ins Auge fassen, weil wir jetzt erst, wenn wir sie&lt;br /&gt;
ins Auge fassen, die wirkliche Wirksamkeit des menschlichen Gedankens&lt;br /&gt;
vor uns haben. Jetzt wissen wir erst, wie die menschliche&lt;br /&gt;
Denkertätigkeit arbeitet. Zuerst ergreift diese Denkertätigkeit das&lt;br /&gt;
Gehirn, respektive das Zentralnervensystem irgendwo, übt eine&lt;br /&gt;
Tätigkeit aus, bewegt, sagen wir, meinetwillen, die atomistischen&lt;br /&gt;
Teile in irgendeiner Weise, bringt sie in irgendwelche Bewegungen.&lt;br /&gt;
Dadurch werden sie zum Spiegelapparat, und der Gedanke wird&lt;br /&gt;
reflektiert und der Seele als solcher Gedanke bewußt. Wir haben also&lt;br /&gt;
zwei Phasen zu unterscheiden: erst vom Geistig-Seelischen aus die&lt;br /&gt;
Gehirnarbeit; dann kommt die Wahrnehmung zustande, nachdem&lt;br /&gt;
für diese Wahrnehmung durch die Seele die vorbereitende Gehirnarbeit&lt;br /&gt;
getan ist. Beim gewöhnlichen Menschen bleibt die Gehirnarbeit&lt;br /&gt;
ganz im Unterbewußten; er nimmt nur die Spiegelung wahr.&lt;br /&gt;
Beim okkult forschenden Menschen ist wirklich das vorhanden, daß&lt;br /&gt;
man zunächst die Vorbereitung erleben muß. Man muß erleben, wie&lt;br /&gt;
man die Seelentätigkeit hineingießen muß und das Gehirn erst zubereiten&lt;br /&gt;
muß, damit es sich herbeiläßt, einem den Gedanken vorzustellen.|151|72ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die drohende Materialisierung des Denkens ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[ahrimanisch]]en Einfluss droht das Denken immer stärker an das physische Gehirn gebunden, d.h. immer mehr [[Materialismus|materialisiert]] zu werden, wodurch der [[Mensch]] zu einem bloßen Denkautomaten herabsinken und sein [[unsterblich]] [[Geist]]ig-[[Seele|Seelisches]] verlieren würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man hat&lt;br /&gt;
heute die Meinung, wenn man von Materialismus spricht, daß der&lt;br /&gt;
Materialismus eine falsche Weltanschauung ist, daß er abzulehnen&lt;br /&gt;
ist, weil er nicht richtig ist. So einfach verhält sich die Sache nicht.&lt;br /&gt;
Der Mensch ist ein seelisch-geistiges Wesen, er ist ein leiblich-physisches&lt;br /&gt;
Wesen. Aber das Leiblich-Physische ist ein getreues Abbild des&lt;br /&gt;
Seelisch-Geistigen, insofern wir leben zwischen Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
Und wenn die Menschen so verphilistert sind in den materialistischen&lt;br /&gt;
Gedanken, wie das geworden ist im Laufe des 19. Jahrhundertsund&lt;br /&gt;
bis in die Gegenwart hinein, dann wird immer mehr das Leiblich-&lt;br /&gt;
Physische ein Abdruck dieses Seelisch-Geistigen, das selbst in den&lt;br /&gt;
materialistischen Impulsen lebt. Dann ist es nicht etwas Falsches,&lt;br /&gt;
wenn man sagt, das Gehirn denkt, dann wird es richtig. Es werden&lt;br /&gt;
durch das Fest-darin-Stecken im Materialismus nicht bloß Menschen&lt;br /&gt;
erzeugt, die schlecht denken über das Leibliche, Seelische und Geistige,&lt;br /&gt;
sondern es werden materiell denkende und materiell fühlende&lt;br /&gt;
Menschen erzeugt. Das heißt, der Materialismus bewirkt, daß der&lt;br /&gt;
Mensch ein Denkautomat wird, daß der Mensch ein Wesen wird, das&lt;br /&gt;
als physisches Wesen denkt, fühlt und will. Und es ist nicht bloß die&lt;br /&gt;
Aufgabe der Anthroposophie, an die Stelle einer falschen Weltanschauung&lt;br /&gt;
eine richtige zu setzen — das ist eine theoretische Forderung&lt;br /&gt;
—, das Wesen der Anthroposophie heute besteht darin, daß&lt;br /&gt;
angestrebt wird nicht nur eine andere Idee, sondern eine Tat: das&lt;br /&gt;
Geistig-Seelische wieder herauszureißen aus dem Leiblich-Physischen,&lt;br /&gt;
den Menschen heraufzuheben in die Sphäre des Geistig-Seelischen,&lt;br /&gt;
damit er nicht ein Denk-, Fühl- und Empfindungsautomat sei.&lt;br /&gt;
Die Menschheit steht heute in der Gefahr — einiges soll auch morgen&lt;br /&gt;
im Zweigvortrag angedeutet werden —, das Seelisch-Geistige zu verlieren.|300a|163f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denken mit dem Herzen ===&lt;br /&gt;
{{Textbox|&amp;lt;poem&amp;gt;Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das&lt;br /&gt;
Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.&amp;lt;/poem&amp;gt;|[[w:Antoine de Saint-Exupéry|Antoine de Saint-Exupéry]]: &#039;&#039;Der kleine Prinz&#039;&#039; [https://www.derkleineprinz-online.de/zitate/man-sieht-nur-mit-dem-herzen-gut-das-wesentliche-ist-fuer-die-augen-unsichtbar/]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Herzdenken}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Herzdenken]] ist eine Fähigkeit, über die die Menschen in früheren Zeiten auf &#039;&#039;unbewusste&#039;&#039; Art verfügten. Das „[[Sehen mit dem Herzen]]“ war mit einem sicheren [[Wahrheit]]sgefühl verbunden, das zwar noch nicht in klare, bewusste Konturen gefasst werden konnte, aber doch gewisse Einblicke in die höheren, [[Geistige Welt|geistigen Welten]] ermöglichte. Selbst [[Aristoteles]] hat noch das [[Herz]] als das Zentralorgan des [[Denken]]s angesehen. Er hat aber zugleich mit seiner [[Logik]] die sichere Basis für das [[Verstand]]esdenken gelegt, das nicht mehr im Herzen, sondern im [[Kopf]] zentriert ist. Diese Art des Denkens hat seine Blüte in unserem heutigen [[Intellekt]], der aber zunächst nur die [[sinnlich]]en Tatsachen erfassen und in ihrer logischen Ordnung durchschauen kann, und zwar mit vollem, wachen [[Ich-Bewusstsein]]. In Zukunft wird sich eine neue Art des Herzdenkens entwickeln, das mit dem vollwachen Ich-Bewusstsein vereinbar ist, und so auf ganz bewusste und besonnene Weise den Einblick in rein geistige Zusammenhänge erlaubt. Es wird sich wesentlich von unserem gegenwärtigen Verstand unterscheiden, indem es kein [[diskursiv]]es, ableitendes Denken ist, sondern die Wahrheit mit einem Blick überschaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Michael (Erzengel)|Erzengel Michael]] hängt eng mit der Entwicklung des [[Denken]]s zusammen. Er ist der Verwalter der [[Kosmische Intelligenz|kosmischen Intelligenz]]. Seine wesentliche Aufgabe liegt darin, diese kosmische Intelligenz in Form des [[Denken]]s dem [[Mensch]]en zugänglich zu machen. Im letzten Michaelzeitalter vor der Zeitenwende, das etwa vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis 200 v. Chr. währte, leitete er den Übergang von der [[Mythologie]] zur [[Philosophie]] ein. Er begründete damit das [[Verstand]]esdenken, das Kopfdenken, das zugleich die Grundlage für das [[Ich-Bewusstsein]] des Menschen schuf. Darin lebt aber ein [[luzifer]]isches Element - der luziferische Drache, den Michael auf die Erde herabgestoßen hat in die Häupter der Menschen. In der Folge geriet das ursprünglich noch sehr lebendige Kopfdenken immer stärker unter die Herrschaft [[Ahriman]]s und vertrocknete dadurch zu einem gefühllosen toten mechanistischen Denken, das heute allgegenwärtig ist und den Menschen von seinen geistigen Wurzeln abschneidet. Durch den zunehmenden Einfluss Ahrimans ist das Denken blass und willensschwach geworden. Den Gedanken, die nur mehr im Kopf kreisen, ist das sichere Wahrheitsgefühl verlorengegangen, es verliert sich in [[Illusion]]en und hat auch nicht die Kraft, den [[Wille]]n [[moral]]isch zu impulsieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Herzdenken.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/herzdenken}}]]&lt;br /&gt;
Heute stehen wie neuerlich in einem [[Michaelzeitalter]]s, das [[1879]] begonnen hat. Dessen zentrale Aufgabe ist es, ein neue Herzdenken zu entwickeln, welches das bloße Kopfdenken ablösen, aber zugleich dessen Früchte weiterentwickeln soll. Das Kopfdenken bildet daher die unverzichtbare Grundlage des zu entwickelnden Herzdenkens. Mit Recht schreibt [[Rudolf Steiner]] daher schon in seiner «[[GA 4|Philosophie der Freiheit]]»: {{&amp;quot;|&#039;&#039;Der Weg zum Herzen geht durch den Kopf.&#039;&#039;|{{G|4|25}}}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das Kopfdenken zum Herzdenken weiterzuentwickeln, muss das rechte Gleichgewicht zwischen den luziferischen und ahrimanischen Kräften hergestellt werden. Dazu ist die [[Christuskraft]] notwendig. Das neue Herzdenken stützt sich auf die Mitte des Menschen, auf seine Herzregion, die den [[Widersacher]]mächten nicht zugänglich ist, sondern einzig dem [[Christus]], dem [[Makrokosmisches Ich|makrokosmischen Ich]], das weseneins dem [[Wirkliches Ich|wirklichen Ich]] des Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Menschen, die im vorangehenden Erdenleben in inspiriertem&lt;br /&gt;
Gedankenwesen gestanden haben, also Michaeldiener&lt;br /&gt;
waren, fühlten sich, am Ende des neunzehnten Jahrhunderts wieder ins Erdenleben gekommen, zu solcher&lt;br /&gt;
freiwilligen Michaelgemeinschaft gedrängt. Sie betrachteten&lt;br /&gt;
ihren alten Gedankeninspirator nunmehr als den Weiser&lt;br /&gt;
im höheren Gedankenwesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer auf solche Dinge zu achten versteht, der konnte wissen,&lt;br /&gt;
welch ein Umschwung im letzten Drittel des neunzehnten&lt;br /&gt;
Jahrhunderts sich mit Bezug auf das Gedankenleben&lt;br /&gt;
der Menschen vollzogen hat. Vorher konnte der&lt;br /&gt;
Mensch nur fühlen, wie aus seinem Wesen heraus die Gedanken&lt;br /&gt;
sich formten; von dem angedeuteten Zeitabschnitt&lt;br /&gt;
an kann er sich über sein Wesen erheben; er kann den Sinn&lt;br /&gt;
ins Geistige lenken; da tritt ihm Michael entgegen, und&lt;br /&gt;
der erweist sich als altverwandt mit allem Gedankenweben.&lt;br /&gt;
Der befreit die Gedanken aus dem Bereich des Kopfes; er&lt;br /&gt;
macht ihnen den Weg zum Herzen frei; er löst die Begeisterung&lt;br /&gt;
aus dem Gemüte los, so daß der Mensch in seelischer&lt;br /&gt;
Hingabe leben kann an alles, was sich im Gedankenlicht&lt;br /&gt;
erfahren läßt. Das Michaelzeitalter ist angebrochen.&lt;br /&gt;
Die Herzen beginnen, Gedanken zu haben; die Begeisterung&lt;br /&gt;
entströmt nicht mehr bloß mystischem Dunkel, sondern&lt;br /&gt;
gedankengetragener Seelenklarheit. Dies verstehen,&lt;br /&gt;
heißt, Michael in sein Gemüt aufnehmen. Gedanken, die&lt;br /&gt;
heute nach dem Erfassen des Geistigen trachten, müssen&lt;br /&gt;
Herzen entstammen, die für Michael als den feurigen Gedankenfürsten&lt;br /&gt;
des Weltalls schlagen.|26|61f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das neue Herzdenken, das sich nicht auf das physische, sondern auf das von diesem mittlerweile weitgehend losgelöste [[Ätherherz]] stützt, entfaltet sich nicht in einer Kette logisch aneinander gefügter [[Begriff]]e, sondern in innerlich erlebten [[Seele|seelischen]] Sinnbildern, in von [[Inspiration]]en durchklungenen [[Imagination]]en, die mit einem Schlag die geistigen Zusammenhänge offenbaren. [[Paulus]] spricht in seinem [[Wikipedia:Brief des Paulus an die Epheser|Brief an die Epheser]] von den &#039;&#039;«erleuchtete[n] Augen des Herzens»&#039;&#039; {{Bibel|Eph|1|18|LUT}}. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende [[Herzensbildung]]. Sie äußert sich zivilisatorisch idealerweise in einer [[Herzenskultur]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das volle Entfaltung des Herzdenkens erfordert die regelmäßige Ausbildung und Aktivierung des [[Herzchakra]]s, der [[Zwölfblättrige Lotosblume|12-blättrigen Lotosblume]], die in unmittelbarer Nähe des Herzens als [[Lotosblumen|seelisches Organ]] tätig ist. Sie ist der hauptsächliche [[Intuition]]ssinn, durch den unter anderem der Rückblick in frühere [[Inkarnation]]en möglich wird. Ausgebildet und aktiviert wird das Herzchakra vor allem durch die von [[Rudolf Steiner]] gegebenen sechs [[Nebenübungen]] - die keinesfalls &#039;&#039;nebensächlich&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;essentiell&#039;&#039; für jede moderne [[Geistesschulung]] sind und stets die meditativen [[Hauptübungen]] begleiten müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Charakterisieren, nicht definieren, als Grundforderung der Pädagogik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Denken Sie sich, Sie bilden Begriffe, und diese Begriffe sind tot. Dann impfen Sie den Menschen Begriffsleichname ein. Bis in seinen Leib hinein impfen Sie dem Menschen Begriffsleichname ein, wenn Sie ihm tote Begriffe einimpfen. Wie muß der Begriff sein, den wir dem Menschen beibringen? Er muß lebendig sein, wenn der Mensch mit ihm soll leben können. Der Mensch muß leben, also muß der Begriff mitleben können. Impfen Sie dem Kinde im neunten, zehnten Jahre Begriffe ein, die dazu bestimmt sind, daß sie der Mensch im dreißigsten, vierzigsten Jahre noch ebenso hat, dann impfen Sie ihm Begriffsleichname ein, denn der Begriff lebt dann nicht mit dem Menschen mit, wenn dieser sich entwickelt. Sie müssen dem Kinde solche Begriffe beibringen, die sich im Laufe des weiteren Lebens des Kindes umwandeln können. Der Erzieher muß darauf bedacht sein, solche Begriffe dem Kinde zu übermitteln, welche der Mensch dann im späteren Leben nicht mehr so hat, wie er sie einmal bekommen hat, sondern die sich selbst umwandeln im späteren Leben. Wenn Sie das machen, dann impfen Sie dem Kinde lebendige Begriffe ein. Und wann impfen Sie ihm tote Begriffe ein? Wenn Sie dem Kinde fortwährend Definitionen geben, wenn Sie sagen: Ein Löwe ist ... - und so weiter und das auswendig lernen lassen, dann impfen Sie ihm tote Begriffe ein; dann rechnen Sie damit, daß das Kind, wenn es dreißig Jahre ist, noch ganz genau so diese Begriffe hat, wie Sie sie ihm einmal beigebracht haben. Das heißt: das viele Definieren ist der Tod des lebendigen Unterrichtes. Was müssen wir also tun? Wir sollten im Unterricht nicht definieren, wir sollten versuchen zu charakterisieren. Wir charakterisieren, wenn wir die Dinge unter möglichst viele Gesichtspunkte stellen. Wenn wir einfach in der Naturgeschichte dem Kinde das beibringen, was zum Beispiel in den heutigen Naturgeschichten von den Tieren steht, so definieren wir ihm eigentlich nur das Tier. Wir müssen versuchen, in allen Gliedern des Unterrichtes das Tier von anderen Seiten aus zu charakterisieren, zum Beispiel von der Seite, wie die Menschen allmählich dazu gekommen sind, dieses Tier kennenzulernen, sich seiner Arbeit zu bedienen und so weiter. Aber schon ein rationell eingerichteter Unterricht selber wirkt charakterisierend, wenn Sie nicht einfach nur - wenn die betreffende Etappe des Unterrichtes gerade an der Reihe ist - naturgeschichtlich den Tintenfisch beschreiben, dann wieder, wenn es drankommt, die Maus, und dann wieder den Menschen, wenn es drankommt, sondern wenn Sie nebeneinanderstellen Tintenfisch, Maus und Menschen und diese aufeinander beziehen. Dann sind diese Beziehungen so vielgliedrig, daß nicht eine Definition herauskommt, sondern eine Charakteristik, Ein richtiger Unterricht arbeitet daher von vornherein nicht auf die Definition hin, sondern auf die Charakteristik.&amp;quot; {{Lit|{{G|293|139}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Astralleib und Ich ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[Astralleib]] sind wir bewusste, durch unser [[Ich]] selbstbewusste [[geistige Wesen]]. Ohne Astralleib könnte uns das Denken nicht bewusst werden und ohne Ich könnten wir es nicht selbstbewusst ergreifen. Denken, [[Fühlen]] und [[Wollen]] wirken als seelische Erlebnisse im Astralleib und werden hier vom Ich aufgegriffen und geleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denken als Tätigkeit des Ätherleibs ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dieses Denken ist eigentlich ein Vorgang unseres Ätherleibes. Und von dem, was eigentlich geschieht beim Denken, weiß der Mensch das Allerwenigste. Das Allerwenigste von dem, was geschieht in seinem Denken, begleitet der Mensch mit seinem Bewußtsein. Indem der Mensch denkt, weiß er ja einiges von dem, was er denkt. Aber unendlich viel mehr wird als begleitendes Denken entfaltet schon beim Tagesdenken. Und dazu kommt, daß wir in der Nacht, wenn wir schlafen, fortdenken. Es ist nicht wahr, daß das Denken mit dem Einschlafen aufhört und mit dem Aufwachen wieder anfängt. Das Denken dauert fort. Und unter den mancherlei Traumesvorgängen, Vorgängen des Traumlebens, sind auch diese, daß der Mensch beim Aufwachen mit seinem Ich und astralischen Leib in seinen Ätherleib und physischen Leib untertaucht. Da taucht er unter und kommt in ein Gewoge hinein, in ein webendes Leben, von dem er, wenn er nur ein wenig zuschaut, wissen kann: das sind webende Gedanken, da tauche ich unter wie in ein Meer, das nur aus webenden Gedanken besteht. Mancher hat schon beim Aufwachen dann sich gesagt: Wenn ich mich nur erinnern könnte, was ich da gedacht habe, das war etwas sehr Gescheites, das würde mir ungeheuer viel helfen, wenn ich es mir jetzt erinnern könnte! Das ist kein Irrtum. Da unten ist wirklich etwas wie ein wogendes Meer; das ist eben die wogende, webende, ätherische Welt, die nicht so bloß eine etwas dünnere Materie ist, wie es so gerne die englische Theosophie darstellt, sondern die webende Gedankenwelt selbst ist, wirklich Geistiges ist. Man taucht in eine webende Gedankenwelt unter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was wir als Menschen sind, ist wirklich viel gescheiter als das, was wir als bewußte Menschen sind. Da bleibt nichts übrig, als es zu gestehen. Es wäre auch traurig, wenn wir nicht unbewußt gescheiter wären, als wir bewußt sind, denn sonst könnten wir nichts tun, als uns in jedem Leben auf der gleichen Stufe der Gescheitheit zu wiederholen. Aber wir tragen in der Tat schon im gegenwärtigen Leben mit uns, was wir werden können im nächsten Leben; denn das wird die Frucht sein. Und würden wir wirklich immer imstande sein, das zu erhäschen, in das wir da untertauchen, so würden wir viel erhaschen von dem, was wir im nächsten Leben sein werden. Also da unten wogt es und webt es; da ist der Keim für unsere nächste Verkörperung, und das nehmen wir in uns auf. Daher das Prophetische des Traumlebens. Das Denken ist etwas ungeheuer Kompliziertes, und nur einen Teil von dem, was da im Denken vor sich geht, nimmt der Mensch in sein Bewußtsein auf. Denn im Gedanken geht vor sich, was einen Zeitenprozeß bedeutet. Indem wir wachen Sinnes wahrnehmen, sind wir zugleich kosmische Menschen. Unser Vorgang des Sehens bewirkt das Leuchten, da sind wir kosmische Raumesmenschen. Durch das, was im Denken sich vollzieht, sind wir kosmische Zeitenmenschen, da wirkt alles mit, was schon vor unserer Geburt geschehen ist, was nach unserem Tode geschieht und so weiter. So nehmen wir durch unser Denken am ganzen kosmischen Prozeß der Zeit teil, durch unser Sinneswahrnehmen am ganzen kosmischen Prozeß des Raumes. Und nur der irdische Prozeß des Sinneswahrnehmens ist für uns selber [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowie man dem Denken jene Abstraktheit abstreift, die es für unser Bewußtsein hat, und untertaucht in jenes Meer der webenden Gedankenwelt, kommt man in die Notwendigkeit, dadrinnen nicht nur solche abstrakte Gedanken zu haben wie der Erdenmensch, sondern dadrinnen Bilder zu haben. Denn aus Bildern ist alles geschaffen, Bilder sind die wahren Ursachen der Dinge, Bilder liegen hinter allem, was uns umgibt, und in diese Bilder tauchen wir ein, wenn wir in das Meer des Denkens eintauchen. Diese Bilder hat Plato gemeint, diese Bilder haben alle gemeint, die von geistigen Urgründen gesprochen haben, diese Bilder hat Goethe gemeint, wenn er von seiner Urpflanze sprach. Diese Bilder findet man im imaginativen Denken. Aber dieses imaginative Denken ist eine Wirklichkeit, und darin tauchen wir ein, wenn wir in das wogende, im Strom der Zeit dahingehende Denken eintauchen.|157|296ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken und Bildekräftetätigkeit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man denkt, man stellt vor, und man hat das Bewußtsein, daß man&lt;br /&gt;
durch die Gedanken, die man sich bildet, durch die Vorstellungen,&lt;br /&gt;
die man erlebt, etwas erfährt von der Welt, daß man gewissermaßen&lt;br /&gt;
etwas wissen lernt von der Welt, daß eben die Vorstellungen etwas&lt;br /&gt;
abbilden von der Welt. Dieses Bewußtsein hat man. Jeder, der über&lt;br /&gt;
die Straße geht, hat ja das Gefühl, daß ihm dadurch, daß er die Bäume&lt;br /&gt;
und so weiter anschaut, Vorstellungen aufleben, und daß diese&lt;br /&gt;
Vorstellungen innere Repräsentanten sind desjenigen, was er wahrnimmt,&lt;br /&gt;
daß er also durch die Vorstellungen gewissermaßen die Welt&lt;br /&gt;
der äußeren Wahrnehmungen in sich aufnimmt und sie dann weiterlebt,&lt;br /&gt;
diese Wahrnehmungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß daneben der Gedanke, das Denken überhaupt noch etwas&lt;br /&gt;
Wesentliches ist in unserem inneren Selbst, in unserem inneren&lt;br /&gt;
Selbst als Menschen, daß wir etwas tun, indem wir denken, daß das&lt;br /&gt;
eine innere Tätigkeit ist, dieses Denken, eine innere Arbeit, das&lt;br /&gt;
bringt man sich in den seltensten Fällen, man kann schon sagen,&lt;br /&gt;
eigentlich gar nicht innerhalb der europäischen Weltanschauung&lt;br /&gt;
so recht zum Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einmal hier darauf aufmerksam gemacht, daß jeder Gedanke&lt;br /&gt;
noch etwas wesentlich anderes ist als dasjenige, als was man&lt;br /&gt;
ihn gewöhnlich anerkennt. Man erkennt ihn an als ein Abbild von&lt;br /&gt;
etwas äußerlich Wahrnehmbarem. Aber man erkennt ihn nicht an&lt;br /&gt;
als Formbildner, als Gestalter. Jeder Gedanke, der in uns auftaucht,&lt;br /&gt;
ergreift gewissermaßen unser inneres Leben und hat Teil zunächst,&lt;br /&gt;
so lange wir wachsen, an unserem ganzen Aufbauen als Menschen.&lt;br /&gt;
Er hatte schon Anteil an unserem Aufbau, bevor wir überhaupt geboren&lt;br /&gt;
worden sind, und gehört zu den bildenden Kräften unserer&lt;br /&gt;
Natur. Er arbeitet immer weiter und er stellt immer wieder und wieder&lt;br /&gt;
das her, was abstirbt in uns. Also es ist nicht nur so, daß wir außerhalb&lt;br /&gt;
unsere Vorstellungen wahrnehmen, sondern wir arbeiten&lt;br /&gt;
immer als denkende Wesen, wir arbeiten durch das, was wir vorstellen,&lt;br /&gt;
immerfort neu an unserer Gestaltung und Bildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftlich angesehen erscheint jeder Gedanke so&lt;br /&gt;
ähnlich wie ein Kopf mit etwas wie einer Fortsetzung nach unten,&lt;br /&gt;
so daß wir mit jedem Gedanken eigentlich in uns einschachteln etwas&lt;br /&gt;
wie ein Schattenbild von uns selber; nicht ganz ähnlich mit uns,&lt;br /&gt;
aber so ähnlich wie ein Schattenbild. Dieses Schattenbild von uns&lt;br /&gt;
selber muß in uns hineingeschachtelt werden, denn es geht fortwährend&lt;br /&gt;
von uns etwas verloren, etwas zugrunde; es bröckelt ab in&lt;br /&gt;
Wirklichkeit. Und das, was so da der Gedanke in uns als Menschengestalt&lt;br /&gt;
hineinschachtelt, das erhält uns überhaupt bis zu unserem&lt;br /&gt;
Tode hin. Also der Gedanke ist zugleich eine richtige innere Tätigkeit,&lt;br /&gt;
ein Bauen an uns selber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese letztere Erkenntnis hat man innerhalb der abendländischen&lt;br /&gt;
Weltanschauung fast gar nicht. Man verspürt nicht, man fühlt nicht&lt;br /&gt;
in seinem Gemüte, wie einen der Gedanke ergreift, wie er sich wirklich&lt;br /&gt;
in uns ausbreitet. Ein Mensch, der atmet, fühlt noch ab und zu,&lt;br /&gt;
obwohl er meist jetzt auch darauf nicht mehr achtet, daß der Atem&lt;br /&gt;
sich in ihm ausbreitet, daß der Atem etwas zu tun hat mit seinem&lt;br /&gt;
Wiederaufbau, mit seiner Regeneration. So ist es auch mit dem Gedanken.&lt;br /&gt;
Aber da fühlt es der europäische Mensch schon kaum mehr,&lt;br /&gt;
daß der Gedanke eigentlich bestrebt ist, fortwährend Mensch zu&lt;br /&gt;
werden oder, besser gesagt, Menschengestalt zu bilden.&lt;br /&gt;
Ohne dies Erfühlen von solchen Kräften, die in uns sind, kommen&lt;br /&gt;
wir aber kaum dazu, wirklich ein richtiges Verständnis, ein inneres&lt;br /&gt;
Gefühls- und Lebensverständnis dessen zu gewinnen, was die&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will. Denn sie arbeitet eigentlich gar nicht in&lt;br /&gt;
dem, was der Gedanke uns liefert, indem er ein Äußeres abbildet,&lt;br /&gt;
sondern sie arbeitet in diesem Lebenselemente des Gedankens, in&lt;br /&gt;
diesem fortwährenden Gestalten des Gedankens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war schon seit Jahrhunderten deshalb, weil der europäischen&lt;br /&gt;
Menschheit dieses zuletzt charakterisierte Bewußtsein immer mehr&lt;br /&gt;
abhanden kam, recht schwierig, von Geisteswissenschaft zu sprechen,&lt;br /&gt;
respektive verstanden zu werden, wenn man davon sprach. In&lt;br /&gt;
der morgenländischen Weltanschauung ist dieses Gefühl, das ich&lt;br /&gt;
eben ausgesprochen habe gegenüber dem Gedanken, in einem hohen&lt;br /&gt;
Maße vorhanden. Es ist wirklich in einem hohen Maße vorhanden;&lt;br /&gt;
mindestens ist das Bewußtsein vorhanden, daß man dieses Gefühl&lt;br /&gt;
vom inneren Erleben des Gedankens suchen muß. Daher die&lt;br /&gt;
Neigung der Morgenländer zum Meditieren; denn das Meditieren&lt;br /&gt;
soll ja sein ein solches Sich-Hineinleben in die Gestaltungskräfte des&lt;br /&gt;
Gedankens, soll werden ein Gewahrwerden des lebendigen Fühlens&lt;br /&gt;
des Gedankens. Daß der Gedanke in uns etwas tut, sollte man gewahr&lt;br /&gt;
werden während des Meditierens. Daher finden wir solche&lt;br /&gt;
Aussprüche im Morgenlande wie: Im Meditieren Einswerden mit&lt;br /&gt;
dem Brahma, mit dem Gestaltenden der Welt. Dieses Bewußtsein,&lt;br /&gt;
daß man mit dem Gedanken, wenn man sich recht in ihn einlebt,&lt;br /&gt;
nicht nur etwas in sich hat, nicht nur selber denkt, sondern sich einlebt&lt;br /&gt;
in die Gestaltungskräfte der Welt, das wird in der morgenländischen&lt;br /&gt;
Weltanschauung gesucht. Aber es ist erstarrt, erstarrt aus dem&lt;br /&gt;
Grunde, weil die morgenländische Weltanschauung es versäumt hat,&lt;br /&gt;
sich ein Verständnis anzueignen für das Mysterium von Golgatha.|162|190ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Imaginatives Denken als erneuerte platonische Ideenschau ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Pauli.jpg|miniatur|[[Wolfgang Pauli]] (1900-1958)]]&lt;br /&gt;
Ohne selbst über geisteswissenschaftliche Kenntnisse zu verfügen, kam der österreichische Quantenphysisker [[Wolfgang Pauli]] (1900 - 1958) aus seinen persönlichen Erfahrungen zu einer einer sehr präzisen Darstellung des imaginativen Denkens, das die Grundlage für unser abstraktes Denken bildet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Wenn man die vorbewusste Stufe der Begriffe analysiert, findet man immer Vorstellungen, die aus «symbolischen» Bildern mit im allgemeinen starkem emotionalen Gehalt bestehen. Die Vorstufe des Denkens ist ein malendes Schauen dieser inneren Bilder, deren Ursprung nicht allgemein und nicht in erster Linie auf Sinneswahrnehmungen ... zurückgeführt werden kann ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archaische Einstellung ist aber auch die notwendige Voraussetzung und die Quelle der wissenschaftlichen Einstellung. Zu einer vollständigen Erkenntnis gehört auch diejenige der Bilder, aus denen die rationalen Begriffe gewachsen sind. ... Das Ordnende und Regulierende muss jenseits der Unterscheidung von «physisch» und «psychisch» gestellt werden - so wie Platos&#039;s «Ideen» etwas von Begriffen und auch etwas von «Naturkräften» haben (sie erzeugen von sich aus Wirkungen). Ich bin sehr dafür, dieses «0rdnende und Regulierende» «Archetypen» zu nennen; es wäre aber dann unzulässig, diese als psychische Inhalte zu definieren. Vielmehr sind die erwähnten inneren Bilder («Dominanten des kollektiven Unbewussten» nach Jung) die psychische Manifestation der Archetypen, die aber auch alles Naturgesetzliche im Verhalten der Körperwelt hervorbringen, erzeugen, bedingen müssten. Die Naturgesetze der Körperwelt wären dann die physikalische Manifestation der Archetypen. ... Es sollte dann jedes Naturgesetz eine Entsprechung innen haben und umgekehrt, wenn man auch heute das nicht immer unmittelbar sehen kann.|Atmanspacher, S 219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Immanuel Kant]] hielt einen solchen &#039;&#039;[[intellectus archetypus]]&#039;&#039;, der der unmittelbaren Anschauung der [[Urbild]]er fähig ist zwar prinzipiell für möglich, meinte jedoch, dass sich der Mensch niemals zu diesem erheben könne. [[Goethe]] dachte anders:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Als ich die Kantische Lehre, wo nicht zu durchdringen, doch möglichst zu nutzen suchte, wollte mir manchmal dünken, der köstliche Mann verfahre schalkhaft ironisch, in dem er bald das Erkenntnisvermögen aufs engste einzuschränken bemüht schien, bald über die Grenzen, die er selbst gezogen hatte, mit einem Seitenwink hinausdeutete. Er mochte freilich bemerkt haben, wie anmaßend und naseweis der Mensch verfährt, wenn er behaglich, mit wenigen Erfahrungen ausgerüstet, sogleich unbesonnen abspricht und voreilig etwas festzusetzen, eine Grille, die ihm durchs Gehirn läuft, den Gegenständen aufzuheben trachtet. Deswegen beschränkt unser Meister seinen Denkenden auf eine reflektierende diskursive Urteilskraft, untersagt ihm eine bestimmende ganz und gar. Sodann aber, nachdem er uns genugsam in die Enge getrieben, ja zur Verzweiflung gebracht, entschließt er sich zu den liberalsten Äußerungen und überläßt uns, welchen Gebrauch wir von der Freiheit machen wollen, die er einigermaßen zugesteht. In diesem Sinne war mir folgende Stelle höchst bedeutend:&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Wir können uns einen Verstand denken, der, weil er nicht wie der unsrige diskursiv, sondern intuitiv ist, vom synthetisch Allgemeinen, der Anschauung eines Ganzen als eines solchen, zum Besondern geht, das ist, von dem Ganzen zu den Teilen: Hierbei ist gar nicht nötig zu beweisen, daß ein solcher intellectus archetypus möglich sei, sondern nur, daß wir in der Dagegenhaltung unseres diskursiven, der Bilder bedürftigen Verstandes (intellectus ectypus) und der Zufälligkeit einer solchen Beschaffenheit auf jene Idee eines intellectus archetypus geführt werden, diese auch keinen Widerspruch enthalte.» {{Lit|Kant, § 77}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zwar scheint der Verfasser hier auf einen göttlichen Verstand zu deuten, allein wenn wir ja im sittlichen, durch Glauben an Gott, Tugend und Unsterblichkeit uns in eine obere Region erheben und an das erste Wesen annähern sollen: so dürft&#039; es wohl im Intellektuellen derselbe Fall sein, daß wir uns, durch das Anschauen einer immer schaffenden Natur zur geistigen Teilnahme an ihren Produktionen würdig machten. Hatte ich doch erst unbewußt und aus innerem Trieb auf jenes Urbildliche, Typische rastlos gedrungen, war es mir sogar geglückt, eine naturgemäße Darstellung aufzubauen, so konnte mich nunmehr nichts weiter verhindern, das Abenteuer der Vernunft, wie es der Alte vom Königsberge selbst nennt, mutig zu bestehen.&amp;quot; {{Lit|Goethe, Anschauende Urteilskraft}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner machte aber auch deutlich, dass diese Art des imaginativen Denkens, die geistige Wahrnehmung der Urbilder, zeitweise in den Hintergrund treten musste, damit sich der Mensch im abstrakten bildlosen [[Intellekt]] zum selbstständigen Denken emporringen konnte. Die Reste des alten Hellsehens, das in der [[platon]]ischen [[Ideenschau]] noch nachwirkte, mussten zunächst verblassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die alte Zeit hat noch Überbleibsel gehabt vom alten Hellsehen, durch das in uralter Zeit die Menschen hineingeschaut haben in die geistige Welt, wo sie wirklich gesehen haben, wie es der Mensch tut, wenn er mit Ich und astralischem Leib draußen ist aus dem physischen und Ätherleib und im Kosmos draußen. Da würde der Mensch nie zur vollen Freiheit gekommen sein, zur Individualität; Unselbständigkeit wäre eingetreten, wenn es beim alten Hellsehen geblieben wäre. Der Mensch mußte das alte Hellsehen verlieren; er mußte gleichsam Besitz ergreifen von seinem physischen Ich. Das Denken, das er entwickeln würde, wenn er das ganze Gewoge unter dem Bewußtsein sehen würde, das als Denken, Fühlen, Wollen dort vorhanden ist, das würde ein himmlisches Denken sein, aber nicht das selbständige Denken. Wie kommt der Mensch zu diesem selbständigen Denken? Nun, denken Sie sich, daß Sie in der Nacht schlafen, Sie liegen im Bette. Das heißt, im Bette liegt der physische Leib und Ätherleib. Nun kommen beim Aufwachen von außen das Ich und der astralische Leib herein. Da wird fortgedacht im Ätherleib. Da tauchen jetzt das Ich und der astralische Leib unter, die fassen nun zunächst den Ätherleib. Aber es dauert nicht lange, denn in diesem Augenblick kann aufblitzen jenes: Was habe ich da nur gedacht, was war das doch Gescheites? Aber der Mensch hat die Begierde, gleich auch den physischen Leib zu ergreifen, und in diesem Moment entschwindet das alles; jetzt ist der Mensch ganz in der Sphäre des Erdenlebens darinnen. Es kommt also daher, daß der Mensch gleich den Erdenleib ergreift, daß er das feine Gewoge des ätherischen Denkens sich nicht zum Bewußtsein bringen kann. Der Mensch muß eben, um das Bewußtsein entwickeln zu können «ich bin es, der da denkt», seinen Erdenleib als Instrument ergreifen, sonst würde er nicht das Bewußtsein haben «ich bin es, der da denkt», sondern «der mich beschützende Engel ist es, der da denkt». Dieses Bewußtsein «ich denke» ist nur möglich durch das Ergreifen des Erdenleibes. Darum ist es notwendig, daß im Erdenleben der Mensch befähigt wird zum Gebrauche seines Erdenleibes. In der nächsten Zeit wird er immer mehr und mehr durch das, was die Erde ihm gibt, diesen Erdenleib ergreifen müssen. Sein berechtigter Egoismus wird immer größer und größer werden. Dem muß eben das Gegengewicht geschaffen werden dadurch, daß man auf der anderen Seite die Erkenntnisse gewinnt, die die Geisteswissenschaft gibt. Im Ausgangspunkt dieser Zeit stehen wir.&amp;quot; {{Lit|{{G|157|300f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist die Zeit reif, um das imaginative Denken, das mit der platonischen Ideenschau verdämmerte, auf neuer, höherer Stufe mit voll entwickeltem [[Selbstbewusstsein]] wiederzugewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Denken als keimhafter Beginn eines neuen Hellsehens ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im bewussten imaginativen Denken eröffnet sich ein erster Einblick in die [[geistige Welt]]. Das Denken wird zur Quelle eines erneuerten [[Hellsehen]]s:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Kein Mensch könnte eigentlich zu wirklichem Hellsehen kommen, wenn er nicht zunächst ein Winziges an Hellsehen in der Seele hätte. Wenn es wahr wäre, was ein allgemeiner Glaube ist, daß die Menschen, wie sie sind, nicht hellsichtig seien, dann könnten sie überhaupt nicht hellsichtig werden. Denn wie der Alchimist meint, daß man etwas Gold haben muß, um viele Mengen Goldes hervorzuzaubern, so muß man unbedingt etwas hellsehend schon sein, damit man dieses Hellsehen immer weiter und weiter ins Unbegrenzte hinein ausbilden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten Sie ja die Alternative aufstellen und sagen: Also glaubst du, daß wir schon alle hellsichtig sind, wenn auch nur ein Winziges, oder daß diejenigen unter uns, die nicht hellsichtig sind, es auch nie werden können? - Sehen Sie, darauf kommt es an, daß man versteht, daß der erste Fall der Alternative richtig ist: Es gibt wirklich keinen unter Ihnen, der nicht - wenn er sich dessen auch nicht bewußt ist - diesen Ausgangspunkt hätte. Sie haben ihn alle. Keiner von Ihnen ist in der Not, weil Sie alle ein gewisses Quantum Hellsehen haben. Und was ist dieses Quantum? Das ist dasjenige, was gewöhnlich gar nicht als Hellsehen geschätzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verzeihen Sie einen etwas groben Vergleich: Wenn eine Perle am Wege liegt und ein Huhn findet sie, so schätzt das Huhn die Perle nicht besonders. Solche Hühner sind die modernen Menschen zumeist. Sie schätzen die Perle, die ganz offen daliegt, gar nicht, sie schätzen etwas ganz anderes, sie schätzen nämlich ihre Vorstellungen. Niemand könnte abstrakt denken, wirkliche Gedanken und Ideen haben, wenn er nicht hellsichtig wäre, denn in den gewöhnlichen Gedanken und Ideen ist die Perle der Hellsichtigkeit von allem Anfange an. Diese Gedanken und Ideen entstehen genau durch denselben Prozeß der Seele, durch den die höchsten Kräfte entstehen. Und es ist ungeheuer wichtig, daß man zunächst verstehen lernt, daß der Anfang der Hellsichtigkeit etwas ganz Alltägliches eigentlich ist: man muß nur die übersinnliche Natur der Begriffe und Ideen erfassen. Man muß sich klar sein, daß aus den übersinnlichen Welten die Begriffe und Ideen zu uns kommen, dann erst sieht man recht. Wenn ich Ihnen erzähle von Geistern der höheren Hierarchien, von den Seraphim, Cherubim, von den Thronen herunter bis zu den Archangeloi und Angeloi, so sind das Wesenheiten, die aus geistigen, höheren Welten zu der Menschenseele sprechen müssen. Aus eben diesen Welten kommen der Seele die Ideen und Begriffe, sie kommen geradezu in die Seele aus höheren Welten herein und nicht aus der Sinnenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde als ein großes Wort eines großen Aufklärers gehalten, das dieser gesagt hat im achtzehnten Jahrhundert: Mensch, erkühne dich, deiner Vernunft dich zu bedienen. - Heute muß ein größeres Wort in die Seelen klingen, das heißt: Mensch, erkühne dich, deine Begriffe und Ideen als die Anfänge deines Hellsehertums anzusprechen. - Das, was ich jetzt ausgesprochen habe, habe ich schon vor vielen Jahren ausgesprochen, ausgesprochen in aller Öffentlichkeit, nämlich in meinen Büchern «Wahrheit und Wissenschaft» und «Philosophie der Freiheit», wo ich gezeigt habe, daß die menschlichen Ideen aus übersinnlichem, geistigem Erkennen kommen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den heutigen Menschen ist eines notwendig, wenn er zu einer innerlich erlebten Wahrheit kommen will. Wenn er wirklich einmal innerlich Wahrheit erleben will, dann muß der Mensch einmal durchgemacht haben das Gefühl der Vergänglichkeit aller äußeren Verwandlungen, dann muß der Mensch die Stimmung der unendlichen Trauer, der unendlichen Tragik und das Frohlocken der Seligkeit zugleich erlebt haben, erlebt haben den Hauch, den Vergänglichkeit aus den Dingen ausströmt. Er muß sein Interesse haben fesseln können an diesen Hauch des Werdens, des Entstehens und der Vergänglichkeit der Sinnenwelt. Dann muß der Mensch, wenn er höchsten Schmerz und höchste Seligkeit an der Außenwelt hat empfinden können, einmal so recht allein gewesen sein, allein gewesen sein nur mit seinen Begriffen und Ideen; dann muß er einmal empfunden haben: Ja, in diesen Begriffen und Ideen, da fassest du doch das Weltengeheimnis, das Weltgeschehen an einem Zipfel - derselbe Ausdruck, den ich einstmals gebraucht habe in meiner «Philosophie der Freiheit» -. Aber erleben muß man dieses, nicht bloß verstandesmäßig begreifen, und wenn man es erleben will, erlebt man es in völligster Einsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat dann noch ein Nebengefühl. Auf der einen Seite erlebt man die Grandiosität der Ideenwelt, die sich ausspannt über das All, auf der anderen Seite erlebt man mit der tiefsten Bitternis, daß man sich trennen muß von Raum und Zeit, wenn man mit seinen Begriffen und Ideen Zusammensein will. Einsamkeit! Man erlebt die frostige Kälte. Und weiter enthüllt sich einem, daß die Ideenwelt sich jetzt wie in einem Punkte zusammengezogen hat, wie in einem Punkte dieser Einsamkeit. Man erlebt: Jetzt bist du mit ihr allein. - Man muß das erleben können. Man erlebt dann das Irrewerden an dieser Ideenwelt, ein Erlebnis, das einen tief aufwühlt in der Seele. Dann erlebt man es, daß man sich sagt: Vielleicht bist du das alles doch nur selber, vielleicht ist an diesen Gesetzen nur wahr, daß es lebt in dem Punkte deiner eigenen Einsamkeit. - Dann erlebt man, ins Unendliche vergrößert, alle Zweifel am Sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dieses Erlebnis in seiner Ideenwelt hat, wenn sich aller Zweifel am Sein schmerzlich und bitter abgeladen hat auf die Seele, dann erst ist man im Grunde reif dazu, zu verstehen, wie es doch nicht die unendlichen Räume und die unendlichen Zeiten der physischen Welt sind, die einem die Ideen gegeben haben. Jetzt erst, nach dem bitteren Zweifel, öffnet man sich den Regionen des Spirituellen und weiß, daß der Zweifel berechtigt war, und wie er berechtigt war. Denn er mußte berechtigt sein, weil man geglaubt hat, daß die Ideen aus den Zeiten und Räumen in die Seele gekommen seien. Aber was empfindet man jetzt? Als was empfindet man die Ideenwelt, nachdem man sie erlebt hat aus den spirituellen Welten heraus? Jetzt fühlt man sich zum ersten Male inspiriert, jetzt beginnt man, während man früher wie einen Abgrund die unendliche Öde um sich ausgedehnt empfunden hat, jetzt beginnt man sich zu fühlen wie auf einem Felsen stehend, der aus dem Abgrunde emporwächst, und man fühlt sich so, daß man weiß: Jetzt bist du in Verbindung mit den geistigen Welten, diese und nicht die Sinnenwelt haben dich mit der Ideenwelt beschenkt.|146|34ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken, Fühlen und Wollen und Luzifer und Ahriman ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken, [[Fühlen]] und [[Wollen]] liegt eine einheitliche Seelentätigkeit zugrunde, nur macht die [[luzifer]]ische Tätigkeit das Wollen jung und die [[ahrimanisch]]e Tätigkeit das Denken alt. Im Fühlen stehen Luzifer und Ahriman im Kampf miteinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die luziferische Tätigkeit macht das Wollen jung. Unsere Seelentätigkeit,&lt;br /&gt;
durchzogen von Luziferischem, ist Wollen. Wenn das Luziferische&lt;br /&gt;
in unserer Seelentätigkeit überwiegt, wenn in unserer Seele nur&lt;br /&gt;
Luzifer seine Kräfte geltend macht, so ist das Wollen. Luzifer wirkt verjüngend&lt;br /&gt;
auf den Gesamtstrom unserer Seelentätigkeit. Wenn Ahriman&lt;br /&gt;
dagegen hauptsächlich seine Wirkungen äußert in unserer Seelentätigkeit,&lt;br /&gt;
dann verhärtet er unsere Seelentätigkeit, sie wird alt, und das ist&lt;br /&gt;
das Denken. Dieses Denken, dieses Gedankenhaben ist gar nicht möglich&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Leben, ohne daß in dem ätherischen Leibe Ahriman&lt;br /&gt;
seine Kräfte entfaltet. Man kann im Seelenleben, insofern es sich&lt;br /&gt;
im Ätherleibe äußert, nicht ohne Ahriman und Luzifer auskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:GA158_134.gif|center|500px|Zeichnung aus GA 158, S 134]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Würde Luzifer sich ganz zurückziehen von unserem ätherischen Leibe,&lt;br /&gt;
dann würden wir kein luziferisches Feuer haben zum Wollen. Würde&lt;br /&gt;
Ahriman sich ganz zurückziehen von unserem Seelenleben, dann würden&lt;br /&gt;
wir niemals die Kühle des Denkens entwickeln können. In der&lt;br /&gt;
Mitte von beiden ist eine Region, wo sie miteinander kämpfen. Hier&lt;br /&gt;
durchdringen sie sich, Luzifer und Ahriman, hier spielen ihre Tätigkeiten&lt;br /&gt;
ineinander. Das ist die Region des Fühlens. In der Tat, so erscheint&lt;br /&gt;
der menschliche Ätherleib, daß man darinnen wahrnehmen&lt;br /&gt;
kann das luziferische Licht und die ahrimanische Härte. Wenn man&lt;br /&gt;
den menschlichen Ätherleib überblickt, so ist das natürlich nicht so angeordnet,&lt;br /&gt;
wie hier (auf der Zeichnung) symbolisch, sondern da ist ein&lt;br /&gt;
Durcheinander. Da sind Einschiebsel, in denen der Ätherleib undurchsichtig&lt;br /&gt;
erscheint, so, wie wenn er, ich möchte sagen, Eiseinschläge hätte.&lt;br /&gt;
Figuren treten im Ätherleibe auf, die man vergleichen kann mit Eisfiguren,&lt;br /&gt;
wie sie auf Fensterscheiben erscheinen. Das sind die Verhärtungen&lt;br /&gt;
in dem Ätherleibe. An solchen Stellen wird er undurchsichtig.&lt;br /&gt;
Das sind aber die Auslebungen des Gedankenlebens im Ätherleibe. Dieses&lt;br /&gt;
Gefrieren des Ätherleibes an gewissen Stellen rührt von Ahriman&lt;br /&gt;
her, der seine Kräfte da hineinschickt durch das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:GA158_135.gif|center|200px|Zeichnung aus GA 158, S 135]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An andern Stellen des Ätherleibes ist es so, als wenn er Vakuolen,&lt;br /&gt;
ganz lichte Stellen in sich hätte, die durchsichtig sind, die glänzend,&lt;br /&gt;
lichtglitzernd sind. Da sendet Luzifer seine Strahlen, seine Kräfte hinein,&lt;br /&gt;
das sind die Willenszentren im Ätherleibe. Und in dem, was dazwischen&lt;br /&gt;
liegt, wo gleichsam fortwährende Tätigkeit ist im Ätherleibe,&lt;br /&gt;
ist es so, daß man sieht, hier ist eine harte Stelle, aber nun wird sie sogleich&lt;br /&gt;
von einer solchen Lichtstelle gefaßt und aufgelöst. Ein fortwährendes&lt;br /&gt;
Festwerden und Wiederauflösen. Das ist der Ausdruck der&lt;br /&gt;
Gefühlstätigkeit im Ätherleibe.|158|133ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die praktische Ausbildung des Denkens ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Renatus Ziegler - Revolution des Denkens.jpg|thumb|Ein Arbeits- und Übungsbuch zum philosophisch-anthroposophischen Menschenbild: Erkenntniswissenschaftliche und freiheitspraktische Fundamente der Anthroposophie auf der Grundlage des Werkes «[[Die Philosophie der Freiheit]]» von Rudolf Steiner.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[https://www.futurumverlag.com/de/ Futurum Verlag] 2025, &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
ISBN 978-3-85636-285-0]]&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat eine Reihe einfacher Übungen gegeben, das Denken [[wirklichkeitsgemäß]]er auszubilden. {{Lit|{{G|108|256ff}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst muss man sich darüber klar werden, dass es nur dann Sinn macht, über die Welt nachzudenken, wenn diese auch nach Gedanken aufgebaut ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer das richtige Gefühl erlangen will gegenüber dem&lt;br /&gt;
Denken, der muß sich sagen: Wenn ich mir Gedanken machen&lt;br /&gt;
kann über die Dinge, wenn ich durch Gedanken etwas ergründen&lt;br /&gt;
kann über die Dinge, so müssen die Gedanken erst darinnen sein in&lt;br /&gt;
den Dingen. Die Dinge müssen nach den Gedanken aufgebaut sein,&lt;br /&gt;
nur dann kann ich die Gedanken auch herausholen aus den Dingen.&amp;quot; {{Lit|{{G|108|259}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erste Übung, um das eigenen Denken an der Wirklichkeit zu erziehen, kann man insbesondere Naturvorgängen gegenüber machen, deren innere Gesetzmäßigkeit man vorerst noch nicht überschauen kann. Man beobachtet beispielsweise die Witterung am Abend, die Wolkenkonfiguration, die Art, wie die Sonne untergegangen ist und hält diese Beobachtungen im Gedächtnis möglichst detailgetreu und bildhaft fest, der Abstraktion enthält man sich so weit als möglich. Am Morgen macht man sich wiederum ein deutliches Bild von den Witterungsverhältnissen, und so kann man das dann weiter fortsetzen. Auf jegliche Spekulation verzichtet man, aber man lässt immer wieder im seelischen Nacherleben die aufeinanderfolgenden Bilder ineinander übergehen. Man entwickelt dadurch „[[Anschauende Urteilskraft]]“, wie sie [[Goethe]] in hohem Maße zueigen war. Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten, etwa seine Farbenlehre, seine Metamorphosenlehre oder seine Witterungslehre sind aus dieser denkenden Anschauung, aus diesem anschauenden Denken hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegebenheiten gegenüber, die leichter zu durchschauen sind, soll man aber auch das kausale Denken schulen. Man beobachtet etwa einen Menschen bei dem, was er heute tut, und versucht darauf zu schließen, was er morgen als Folge dieser Handlungen vollbringen wird. Anfangs wird man dabei wahrscheinlich öfter danebenliegen, aber mit der Zeit wird das Urteil immer treffsicherer werden. Man kann die ganze Übung auch umgekehrt machen, indem aus dem heute Beobachteten auf die vorangegangenen Ursachen dafür schließt. Das macht allerdings nur Sinn, wenn es möglich ist, sich nachträglich über diese Ursachen zu informieren. Ähnliches tut man an sich tagtäglich, das ist gar nichts Ungewohntes, es gilt nur, das konsequenter und systematischer auszubilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielen Menschen fällt im rechten Moment nicht das Richtige ein. Das passiert besonders Menschen, die ihr Gedankenleben nicht recht in der Hand haben und gerne die Gedanken frei umherschweifen lassen. Man kann aber auch die Schlagfertigkeit des Denkens schulen. Immer, wenn sich eine Gelegenheit dazu ergibt, etwa wenn man auf den Bus wartet oder sonst wie eine Pause macht, rückt man ganz willkürlich einen völlig frei gewählten Gedanken egal welcher Art, es kann etwas ganz Banales sein, in den Mittelpunkt des Bewusstseins und versucht sich allein mit diesem zu beschäftigen und alle anderen Gedanken fernzuhalten. Man muss aber den Gedanken, auf den man sich derart konzentriert, wirklich völlig frei wählen, er soll sich nicht zwangsläufig aus den momentanen Lebensnotwendigkeiten ergeben. Je unscheinbarer und langweiliger das ist, worüber man so nachdenkt, desto fruchtbarer ist die Übungen; es sollen also ganz und gar nicht irgendwelche hochgestochenen philosophischen Erwägungen sein. Diese Übung zur [[Gedankenkontrolle]] ist so wichtig, dass Rudolf Steiner sie auch als erste der sogenannten [[Nebenübungen]] gegeben hat, die jede geistige Schulung begleiten müssen. Wir werden uns mit den weiteren Nebenübungen im Laufe dieser Vorträge noch näher beschäftigen, da sie allesamt einen ganz unmittelbaren lebenspraktischen Wert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist auch die Schulung des [[Gedächtnis]]ses. Man ist etwa gestern auf der Straße einem Bekannten begegnet, hat ihn kurz gegrüßt, und ist dann weiter gegangen. Man versucht sich nun heute ganz detailgetreu an diese Begegnung zu erinnern. Wie war er gekleidet, welche Farbe hatte das Gewand, trug er einen Hut? Man wird bald merken, dass man sich meist nur an wenige Details erinnern kann. Man versuche nun, sich die fehlenden Details durch die Phantasie möglichst bildhaft zu ergänzen. Auf die Bildhaftigkeit kommt dabei alles an. Man stellt ihn sich beispielsweise vor im dunklen zweireihigen Anzug, mit Krawatte und Hut am Kopf; die Wahrheit trifft man dadurch zwar nicht, aber man wird so die Aufmerksamkeit für künftige Beobachtungen schulen und das Gedächtnis wird nach und nach immer getreuer werden. Bildhaftigkeit ist dabei übrigens sehr allgemein aufzufassen; man kann auch versuchen, sich den Klang der Stimme und die genaue Wortwahl auszumalen, obwohl das meist noch schwieriger ist, als die bildhafte Erinnerung im engeren Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bedeutsam ist die Geduld, die man beim Denken aufbringt. Diese mangelt dem [[Intellekt]] meist sehr. Wir wollen sehr rasch zu einem Ergebnis unserer Überlegungen kommen. Besser ist es, sich zunächst mehrere sehr unterschiedliche Möglichkeiten auszumalen, wie man zu einer Lösung kommen könnte, und dann die Sache ruhen zu lassen. Am besten, man überschläft das Ganze, und kommt erst am nächsten Tag wieder darauf zurück. Bei sehr bedeutsamen Dingen kann die Frist, während der man des Denken darüber ruhen lässt, noch viel länger sein – das alles geht natürlich nur insoweit, als es die Lebensanforderungen zulassen, aber man soll es eben üben, so gut es geht. Entscheidungen, die man so trifft, werden sich stets als viel tiefer gegründet erweisen, als wenn man sie überhastet aus dem Augenblick heraus trifft. Später wird das allerdings auch dazu führen, dass man gegebenenfalls auch ganz spontan und unmittelbar sehr fundierte Entscheidungen treffen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derartige Denkübungen, verbunden mit einer gesteigerten [[Aufmerksamkeit]], stärken den [[Ätherleib]]. Weitere Anregungen dazu hat Steiner in dem Vortrag &#039;&#039;&amp;quot;Nervosität und Ichheit&amp;quot;&#039;&#039; gegeben {{Lit|{{G|143|9ff}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rückwärtsdenken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Rückwärtsdenken}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besonders fruchtbare Übung, die Steiner häufig empfohlen hat, ist das [[Rückwärtsdenken]]. Man versucht sich dabei einen konkret gegebenen äußeren Vorgang möglichst detailreich Schritt für Schritt entgegen dem äußeren [[Zeit]]verlauf von hinten nach vorne [[Vorstellung|vorzustellen]]. Man beginnt z.B. bei einem Drama mit dem Ende des 5. Aktes und geht dann weiter zurück durch alle Akte bis zum Anfang. Man reißt sich dadurch los vom äußeren Zeitstrom und taucht ein in den [[Astralwelt|Astralstrom]], der uns aus der Zukunft entgegenkommt. Das erfordert gegenüber dem gewohnten Erleben eine erhöhte [[Aufmerksamkeit]] und steigert dadurch das [[Bewusstsein]] und damit auch das [[Gedächtnis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Gewöhnlich erleben&lt;br /&gt;
Sie die Lebensereignisse so, daß Sie einfach dem fortlaufenden Strom&lt;br /&gt;
des Erlebens folgen. Wenn eine Glocke tönt, einmal, ein zweites, ein&lt;br /&gt;
drittes Mal anschlägt, so hören Sie zuerst den ersten, dann den zweiten&lt;br /&gt;
und dann den dritten Ton. Dann sind Sie aber fertig. Wenn Sie ein&lt;br /&gt;
Drama anhören, hören Sie die einzelnen Teile hintereinander; dann&lt;br /&gt;
sind Sie fertig. Das heißt, Sie leben in dem Ätherleibe mit dem fortlaufenden&lt;br /&gt;
Strom. Nehmen wir aber an, Sie betreiben es systematisch, den&lt;br /&gt;
umgekehrten Strom sich anzueignen, Sie gewöhnten sich daran, Dinge,&lt;br /&gt;
die Sie sonst nur in der einen Richtung verfolgen, auch umgekehrt&lt;br /&gt;
zu verfolgen. Zum Beispiel, Sie nehmen sich vor, einige Ereignisse des&lt;br /&gt;
Tages in umgekehrter Reihenfolge zu erinnern. Wenn Sie so das Tagesleben&lt;br /&gt;
rückwärts betrachten, dann folgen Sie nicht dem gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Ich-Strom, der dadurch zustande kommt, daß das Ich im&lt;br /&gt;
Ätherleibe lebt, sondern Sie folgen dann dem entgegengesetzten&lt;br /&gt;
Strom, dem Strom des Astralleibes. Wenn Sie zum Beispiel das Vaterunser&lt;br /&gt;
statt, wie Sie gewohnt sind, es vorwärts zu beten, es jetzt rückwärts&lt;br /&gt;
beten, dann folgen Sie einem dem gewöhnlichen Strom der&lt;br /&gt;
Ereignisse entgegengesetzten Strom. Das ist nicht der gewöhnliche&lt;br /&gt;
Strom, der dadurch zustande kommt, daß das Ich den Ätherleib ausfüllt.&lt;br /&gt;
Und die Folge ist, daß Sie Ihrem Ich dadurch eine Kraftzufuhr&lt;br /&gt;
bereiten aus dem astralischen Strom heraus. Dann tritt in der Tat eine&lt;br /&gt;
Erinnerungsfähigkeit ein in ganz gewaltigem Maße. Ich selbst habe in&lt;br /&gt;
meiner Erziehertätigkeit bei meinen Schülern dahin gewirkt, damit sie&lt;br /&gt;
eine Stärkung des Gedächtnisses für später haben sollten, daß sie&lt;br /&gt;
gewisse Dinge, die man sonst nur in einer Richtung lernt, auch in der&lt;br /&gt;
umgekehrten Richtung lernten und immer wieder und wieder üben&lt;br /&gt;
mußten. So wird die Härteskala der Mineralien gewöhnlich in der&lt;br /&gt;
folgenden Reihenfolge gelernt: 1. Talk, 2. Steinsalz, 3. Kalkspat, 4.&lt;br /&gt;
Flußspat, 5. Apatit, 6. Orthoklas oder Kalifeldspat, 7. Quarz, 8. Topas,&lt;br /&gt;
9. Korund, 10. Diamant. Da habe ich nun die Schüler neben dieser&lt;br /&gt;
Aufzählung auch immer wieder die umgekehrte Reihenfolge üben&lt;br /&gt;
lassen: Diamant, Korund, Topas, Quarz, Orthoklas, Apatit, Flußspat,&lt;br /&gt;
Kalkspat, Steinsalz, Talk. Das ist eine außerordentlich gute Übung -&lt;br /&gt;
besonders wenn sie zu guter Zeit im Kindheitsalter vorgenommen&lt;br /&gt;
wird - für die Stärkung der Gedächtniskraft.|115|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisierung des Gedankenlebens ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Politisierung des Gedankenlebens}}&lt;br /&gt;
Auf die heute allgegenwärtige [[Politisierung des Gedankenlebens]] und ihre unheilsamen Wirkungen hat bereits [[Rudolf Steiner]] nachdrücklich hingewiesen:{{GZ|Ich habe in einem andern Zusammenhange schon auf den Sinn&lt;br /&gt;
der «Policy» aufmerksam darauf gemacht, wo fortwährend von Policy&lt;br /&gt;
gesprochen wird, von dem In-Szene-Setzen von gewissen Gedanken, um&lt;br /&gt;
dieses oder jenes zu erreichen. Aber wie ist dieses überhaupt verbreitet in&lt;br /&gt;
der Welt! Aus dieser Politisierung des Gedankenlebens geht in unserem&lt;br /&gt;
[[Germanisch-Angelsächsische Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum]] geradezu das Schlimmste hervor.&lt;br /&gt;
Eine Zeit, die noch glauben konnte in einer gewissen Weise, wenn sie&lt;br /&gt;
Gedanken bildete, inspiriert zu sein, konnte auf ihren Konzilien meinetwillen&lt;br /&gt;
dieses oder jenes Dogma, das dann verwendet wurde, um das&lt;br /&gt;
oder jenes in der Welt zu erreichen, beschließen. Unsere Zeit, die aber&lt;br /&gt;
wahrhaftig in ihrem materialistischen Gefüge inspirationslos ist, wird,&lt;br /&gt;
wenn sie den Gedanken nicht so knüpft, daß er in Verantwortung gegenüber&lt;br /&gt;
der unpersönlichen Wahrheit geknüpft ist, den Gedanken nur&lt;br /&gt;
aus der persönlich-willkürlichen oder aus der vereinsmäßig-willkürlichen&lt;br /&gt;
oder sonst irgendwie gemeinsamkeits-willkürlichen Aspiration&lt;br /&gt;
heraus fassen. Und da wird der Gedanke nicht in die Welt gestellt, weil&lt;br /&gt;
man seine Richtigkeit einsieht, sondern weil man mit ihm politisieren&lt;br /&gt;
will. Diese Politisierung des Gedankenlebens geht immer weiter und&lt;br /&gt;
weiter. Und man erzieht sich nicht so, daß man zu dem richtigen, zu&lt;br /&gt;
dem wahren Gedanken kommt, sondern man erzieht sich so, daß man zu&lt;br /&gt;
einem Gedanken kommt, mit dem man politisieren kann, zum Beispiel&lt;br /&gt;
mit dem Gedanken des Nichtvivisezierens der Tiere. Aber man faßt den&lt;br /&gt;
Gedanken nicht in seinem Wahrheitsgehalt, sondern durch seine politische&lt;br /&gt;
Agitationskraft. Man agitiert mit dem Gedanken, man politisiert&lt;br /&gt;
mit dem Gedanken in Abstinenzvereinen, in Anti-Vivisektionsvereinen.&lt;br /&gt;
Man faßt einen Gedanken nicht in seiner Realität - Abstinenz, Vivisektion&lt;br /&gt;
oder dergleichen-, sondern man politisiert ihm gegenüber. Überall&lt;br /&gt;
wird mit den Gedanken politisiert. Sie werden in politische Getriebe&lt;br /&gt;
hineinversenkt.|272|318f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Freiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um deutlich zu machen, dass das Denken des Menschen ein ausgesprochener Freiheitspol ist, was Steiner ja schon in der [[Philosophie der Freiheit]] sagt, hat [[Joseph Beuys]] einmal folgende Formel aufgestellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;&#039;Denken = Wissenschaft = Freiheit ([[Beuys]])&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur == &lt;br /&gt;
{{Glomer-Suche|Denken}}&lt;br /&gt;
*[[Johann Gottlieb Fichte]]: &#039;&#039;Sämtliche Werke&#039;&#039;. Herausgegeben von J.H. Fichte, Erster Band, Verlag von Veit und Comp. Berlin 1845 [https://archive.org/details/johanngottliebf27fichgoog/page/n10 archive.org]&lt;br /&gt;
* [[Paul Asmus]]: &#039;&#039;Das Ich und das Ding an sich. Geschichte ihrer begrifflichen Entwickelung in der neuesten Philosophie&#039;&#039;, Verlag C. E. M. Pfeffer, Halle 1873 {{MDZ|11163813-5}}&lt;br /&gt;
** neu herausgegeben und eingeleitet von [[Thomas Brunner]], [https://www.edition-immanente.de/alle-buecher/das-ich-und-das-ding-an-sich.html edition immanente], Berlin 2014, ISBN 978-3-942754-30-9&lt;br /&gt;
* [[Paul Asmus]]: &#039;&#039;Die indogermanische Religion in den Hauptpunkten ihrer Entwickelung. Ein Beitrag zur Religionsphilosophie&#039;&#039;, Erster Band:: &#039;&#039;Indogermanische Naturreligion&#039;&#039;, Verlag C. E. M. Pfeffer, Halle 1875 {{Google Buch|BuchID=kB1mAAAAcAAJ}}, {{MDZ|11315442-0}}&lt;br /&gt;
* [[Paul Asmus]]: &#039;&#039;Die indogermanische Religion in den Hauptpunkten ihrer Entwickelung. Ein Beitrag zur Religionsphilosophie&#039;&#039;, Zweiter Band: &#039;&#039;Das Absolute und die Vergeistigung der einzelnen indogermanischen Religionen&#039;&#039;, Verlag C. E. M. Pfeffer, Halle 1877 {{Google Buch|BuchID=HePMpWOiwYYC}}, {{MDZ|11315443-6}}&lt;br /&gt;
** Neuausgabe beider Bände (Reprint): &#039;&#039;Die Indogermanische Religion in den Hauptpunkten Ihrer Entwickelung: Ein Beitrag Zur Religionsphilosophie&#039;&#039;, Volumes 1-2, WENTWORTH PR 2018, ISBN 978-0270960525&lt;br /&gt;
* H. Atmanspacher, H. Primas, E. Wertenschlag-Birkhäuser (Hrsg.), &#039;&#039;Der Pauli-Jung-Dialog&#039;&#039;, Springer Verlag, Berlin Heidelberg 1995&lt;br /&gt;
* [[Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Maximen und Reflexionen&#039;&#039;, Goethe-BA Bd. 18, S 528&lt;br /&gt;
* [[Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Anschauende Urteilskraft&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Immanuel Kant]]: &#039;&#039;Kritik der reinen Urteilskraft&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Matthias Wenke: &#039;&#039;Im Gehirn gibt es keine Gedanken. Bewusstsein und Wissenschaft. Phänomenologische Skizzen zu Biologie, Psychoanalyse, Yoga und Buddhismus&#039;&#039;. Königshausen u. Neumann 2010, ISBN 978-3826038143; eBook {{ASIN|B0CKW9BS34}} (2023)&lt;br /&gt;
* [[Stanislas Dehaene]], Helmut Reuter (Übers.): &#039;&#039;Denken: Wie das Gehirn Bewusstsein schafft&#039;&#039;, Albrecht Knaus Verlag 2014, ISBN 978-3813504200, eBook ASIN B00KG66INQ&lt;br /&gt;
* [[Raymond Kurzweil|Ray Kurzweil]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des menschlichen Denkens: Einblicke in das Reverse Engineering des Gehirns&#039;&#039;, Lola Books 2014, ISBN 978-3944203065, eBook ASIN B01348W39K&lt;br /&gt;
* Markus Gabriel: &#039;&#039;Ich ist nicht Gehirn. Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert&#039;&#039;, 2. Auflage, Ullstein Taschenbuch 2017, ISBN 978-3548376806; eBook {{ASIN|B00WWNQ700}}&lt;br /&gt;
* Markus Gabriel: &#039;&#039;Der Sinn des Denkens&#039;&#039;, Ullstein Hardcover 2018, ISBN 978-3550081934; eBook {{ASIN|B07CVLYJB1}}&lt;br /&gt;
* Bernardo J. Gut: &#039;&#039;Inhaltliches Denken und formale Systeme – Der platonische Standpunkt in Logik, Mathematik und Erkenntnistheorie&#039;&#039;, Verlag Rolf Kugler, Oberwil bei Zug 1979 [http://www.agraffenverlag.ch/wp-content/uploads/2015/11/Bernardo-J.-Gut-Inhaltliches-Denken-und-formale-Systeme-%C2%A9-1979.pdf]&lt;br /&gt;
* Jürgen Strube: &#039;&#039;Die Beobachtung des Denkens: Rudolf Steiners &#039;Philosophie der Freiheit&#039; als Weg zur Bildekräfte-Erkenntnis&#039;&#039;, 3. Auflage, Verlag für Anthroposophie 2017, ISBN 978-3037690239&lt;br /&gt;
* Otto Jachmann: &#039;&#039;Denken wird Wahrnehmung: Die Philosophie von Brentano, Husserl, Heidegger und Derrida und die Anthroposophie&#039;&#039;, Verlag Christian Möllmann 2009, ISBN 978-3899791266&lt;br /&gt;
* [[Renatus Ziegler]]: &#039;&#039;Intuition und Ich-Erfahrung: Erkenntnis und Freiheit zwischen Gegenwart und Ewigkeit&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben 2006, ISBN 978-3772517853&lt;br /&gt;
* [[Renatus Ziegler]]: &#039;&#039;Dimensionen des Selbst: Eine philosophische Anthropologie&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben 2013, ISBN 978-3772524974&lt;br /&gt;
* Christoph Hueck: &#039;&#039;Intuition - das Auge der Seele. Die Darstellung des intuitiven Erkennens im schriftlichen Werk Rudolf Steiners&#039;&#039;, Akanthos Akademie Edition, Books on Demand 2016, ISBN 978-3741298264; eBook {{ASIN|B01N0H7HXN}}&lt;br /&gt;
* Christoph Hueck: &#039;&#039;Philosophie als Initiation: Die sieben philosophischen Schriften Rudolf Steiners als spiritueller Schulungsweg&#039;&#039;, Books on Demand 2017, ISBN 978-3746046785; eBook{{ASIN|B0788R72FS}}&lt;br /&gt;
* [[Hans Bonneval]]: &#039;&#039;Revolution im Denken: Rudolf Steiner. Warum Computer nicht denken können&#039;&#039;, BoD, Norderstedt 2017, ISBN 978-3743157521&lt;br /&gt;
* Florin Lowndes: &#039;&#039;Das Erwecken des Herz-Denkens. Wesen und Leben des sinnlichkeitsfreien Denkens in der Darstellung Rudolf Steiners. Umriß einer Methodik&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 1998, ISBN 978-3772517358&lt;br /&gt;
* Florin Lowndes: &#039;&#039;Die Belebung des Herzchakra: Ein Leitfaden zu den Nebenübungen Rudolf Steiners&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart Januar 2017, ISBN 978-3772516207&lt;br /&gt;
* Wolfgang Findeisen: &#039;&#039;Mit dem Herzen sehen lernen&#039;&#039;. Das Herz als Grundlage einer spirituellen Entwicklung. Die sechs Nebenübungen Rudolf Steiners, Edel-Vlg., Duisburg 2012, ISBN 978-3938957424&lt;br /&gt;
* Martina Maria Sam (Hrsg.): &#039;&#039;Rudolf Steiner. Herzdenken: Über inspiratives Erkennen&#039;&#039;, Rudolf Steiner Vlg., Dornach 2014, ISBN 978-3727453007&lt;br /&gt;
* Andreas Neider: &#039;&#039;Denken mit dem Herzen: Wie wir unsere Gedanken aus dem Kopf befreien können&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2019, ISBN 978-3772527241; eBook {{ASIN|B07T1MHRH9}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften&#039;&#039;, [[GA 1]] (1987) {{Schriften|1}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung&#039;&#039;, [[GA 2]] (2002), ISBN 3-7274-0020-X {{Schriften|002}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheit und Wissenschaft&#039;&#039;, [[GA 3]] (1980), ISBN 3-7274-0030-7 {{Schriften|003}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit&#039;&#039;, [[GA 4]] (1995) {{Schriften|4}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung &#039;&#039;, [[GA 9]] (2003), ISBN 3-7274-0090-0; &#039;&#039;&#039;Tb 615&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6151-4 {{Schriften|009}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Daniel Hartmann (Hrsg.): &#039;&#039;Theosophie. Die Textentwicklung in den Auflagen 1904-1922 in vollständiger Lesefassung&#039;&#039; (Rudolf Steiner Studien), Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2009, ISBN 978-3-7274-5329-8&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Christian Clement (Hrsg.): &#039;&#039;Theosophie – Anthroposophie. Ein Fragment&#039;&#039;, [[SKA]] Band 6: &#039;&#039;Schriften zur Anthropologie&#039;&#039;, Rudolf Steiner Verlag 2016, ISBN 978-3-7274-5806-4&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Drei Schritte der Anthroposophie. Philosophie – Kosmologie – Religion&#039;&#039;, [[GA 25]] (1999), ISBN 3-7274-0252-0 {{Schriften|025}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Goetheanumgedanke inmitten der Kulturkrisis der Gegenwart&#039;&#039;, [[GA 36]] (1961), ISBN 3-7274-0360-8 {{Vorträge|036}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Fachwissenschaften und Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 73a]] (2005), ISBN 3-7274-0735-2 {{Vorträge|073a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die befruchtende Wirkung der Anthroposophie auf die Fachwissenschaften&#039;&#039;, [[GA 76]] (1977), ISBN 3-7274-0760-3 {{Vorträge|076}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Wirklichkeit der höheren Welten&#039;&#039;, [[GA 79]] (1988), ISBN 3-7274-0790-5 {{Vorträge|079}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Westliche und östliche Weltgegensätzlichkeit&#039;&#039;, [[GA 83]] (1981), ISBN 3-7274-0830-8 {{Vorträge|083}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Bewußtsein – Leben – Form &#039;&#039;, [[GA 89]] (2001), ISBN 3-7274-0890-1 {{Vorträge|089}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Beantwortung von Welt- und Lebensfragen durch Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 108]] (1986) {{Vorträge|108}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie – Psychosophie – Pneumatosophie&#039;&#039;, [[GA 115]] (2001), ISBN 3-7274-1150-3 {{Vorträge|115}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens im Lichte der Evangelien&#039;&#039;, [[GA 117]] (1986), ISBN 3-7274-1170-8 {{Vorträge|117}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege der Seele zu Christus&#039;&#039;, [[GA 143]] (1994), ISBN 3-7274-1430-8 {{Vorträge|143}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulten Grundlagen der Bhagavad Gita&#039;&#039;, [[GA 146]] (1962), Zweiter Vortrag, Helsingfors, 29. Mai 1913 {{Vorträge|146}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung. Das Fünfte Evangelium&#039;&#039;, [[GA 148]] (1992), ISBN 3-7274-1480-4 {{Vorträge|148}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der menschliche und der kosmische Gedanke&#039;&#039;, [[GA 151]] (1980), Erster Vortrag, Berlin, 20. Januar 1914 {{Vorträge|151}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorstufen zum Mysterium von Golgatha &#039;&#039;, [[GA 152]] (1990), ISBN 3-7274-1520-7 {{Vorträge|152}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?&#039;&#039;, [[GA 154]] (1985), ISBN 3-7274-1540-1 {{Vorträge|154}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenschicksale und Völkerschicksale&#039;&#039;, [[GA 157]] (1981), Vierzehnter Vortrag, Berlin, 6. Juli 1915 {{Vorträge|157}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Zusammenhang des Menschen mit der elementarischen Welt&#039;&#039;, [[GA 158]] (1993), ISBN 3-7274-1580-0 {{Vorträge|158}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Kunst- und Lebensfragen im Lichte der Geisteswissenschaft&#039;&#039;, [[GA 162]] (2000), ISBN 3-7274-1620-3 {{Vorträge|162}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 173]] (1978), ISBN 3-7274-1730-7 {{Vorträge|173}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges&#039;&#039;, [[GA 174b]] (1994), ISBN 3-7274-1742-0 {{Vorträge|174b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie kann die Menschheit den Christus wiederfinden?&#039;&#039;, [[GA 187]] (1995), ISBN 3-7274-1870-2 {{Vorträge|187}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Perspektiven der Menschheitsentwickelung&#039;&#039;, [[GA 204]] (1979), ISBN 3-7274-2040-5 {{Vorträge|204}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Zweiter Teil&#039;&#039;, [[GA 206]] (1991), ISBN 3-7274-2060-X {{Vorträge|206}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Initiationswissenschaft und Sternenerkenntnis&#039;&#039;, [[GA 228]] (2002), ISBN 3-7274-2280-7 {{Vorträge|228}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Initiaten-Bewußtsein. Die wahren und die falschen Wege der geistigen Forschung.&#039;&#039;, [[GA 243]] (2004), ISBN 3-7274-2430-3 {{Vorträge|243}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltkultur&#039;&#039;, [[GA 254]] (1986), ISBN 3-7274-2540-7 {{Geschichte|254}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909&#039;&#039;, [[GA 266/1]] (1995), ISBN 3-7274-2661-6 {{Schule|266a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Esoterische Unterweisungen für die erste Klasse der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum 1924&#039;&#039;, [[GA 270/2]] (1999),  ISBN 3-7274-2700-0 {{Vorträge|270b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes «Faust»&#039;&#039;, Band I: Faust, der strebende Mensch , [[GA 272]] (1981), ISBN 3-7274-2720-5 {{Vorträge|272}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik&#039;&#039;, [[GA 293]] (1992), Neunter Vortrag, Stuttgart, 30. August 1919 {{Vorträge|293}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Sprachbetrachtungen&#039;&#039;, [[GA 299]] (1981), ISBN 3-7274-2990-9 {{Vorträge|299}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924&#039;&#039;, [[GA 300]] a-c (1995), ISBN 3-7274-3000-1 {{Vorträge|300}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die gesunde Entwickelung des Menschenwesens. Eine Einführung in die anthroposophische Pädagogik und Didaktik.&#039;&#039;, [[GA 303]] (1978), ISBN 3-7274-3031-1 {{Vorträge|303}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Meditative Betrachtungen und Anleitungen zur Vertiefung der Heikunst&#039;&#039;, [[GA 316]] (2003), ISBN 3-7274-3160-1 {{Vorträge|316}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heilpädagogischer Kurs&#039;&#039;, [[GA 317]] (1995), ISBN 3-7274-3171-7 {{Vorträge|317}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vom Leben des Menschen und der Erde. Über das Wesen des Christentums&#039;&#039;, [[GA 349]] (1980), ISBN 3-7274-3490-2 {{Vorträge|349}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]]&#039;&#039;, Heft 63: &#039;&#039;Rudolf Steiner über den Atomismus. Zwei Aufsätze aus dem Frühwerk&#039;&#039; {{BE|063}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|denken}}&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Peter]]: [https://www.youtube.com/watch?v=Zb2GBNUUBbg Anregung für ein lebendiges Denken] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=eofF7aBu4p4 Welche Macht haben Gedanken?] Videobeitrag auf [[W:Arte|Arte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychologie]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Skandhas|204]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rosenkreuzerischer Schulungsweg]]&lt;br /&gt;
[[en:Thinking]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Denken&amp;diff=626876</id>
		<title>Denken</title>
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		<updated>2026-10-27T17:16:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Denken, Fühlen und Wollen und Luzifer und Ahriman */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Vassily Kandinsky, 1923 - Composition 8, huile sur toile, 140 cm x 201 cm, Musée Guggenheim, New York.jpg|mini|[[Wassily Kandinsky]]: Komposition VIII, 1923, [[Wikipedia:Solomon R. Guggenheim Museum|Solomon R. Guggenheim Museum]], New York]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Denken&#039;&#039;&#039; ({{ahd|&#039;&#039;thenken&#039;&#039;}} (8. Jh.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{DWDS|denken}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. &#039;&#039;dankjan, denkjan&#039;&#039;; [[Germanisch|germ.]] &#039;&#039;*þank–ja–&#039;&#039;, von [[Indogermanische Sprachen|idg.]] &#039;&#039;*teng-&#039;&#039; „wahrnehmen, fühlen, empfinden, den Anschein haben, denken“; davon abgeleitet auch &#039;&#039;danken&#039;&#039;, &#039;&#039;Andacht&#039;&#039;, &#039;&#039;Gedenken&#039;&#039; usw., was die ursprünglich mit dem Denken verbundene &#039;&#039;dankbare&#039;&#039; Gesinnung deutlich macht; [[lat.]] &#039;&#039;cogito&#039;&#039; „ich denke“, 1. Person sing. von &#039;&#039;cogitare&#039;&#039; „denken, nachdenken, [gut oder böse] gesinnt sein“&amp;lt;ref&amp;gt;{{PONS-Latein|cogitare}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) bzw. &#039;&#039;&#039;Denkvermögen&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|διανοητικόν}} &#039;&#039;dianoetikon&#039;&#039; bzw. {{lang|gr|διανοητική ψυχή}} &#039;&#039;dianoêtike psyché&#039;&#039;, von {{ELSalt|διάνοια}} &#039;&#039;dianoia&#039;&#039; „Nachdenken, [[Verstand]], [[Vernunft]]“; [[lat.]] &#039;&#039;anima rationalis&#039;&#039;) ist eine der drei grundlegenden [[Seelenkräfte]] des Menschen. Durch das Denken erleben bzw. bilden wir [[Begriff]]e und [[Idee]]n und mit Hilfe der [[Erinnerung]] auch [[Vorstellung]]en, in denen sich die innere Gesetzmäßigkeit dessen offenbaren soll, was uns in den vereinzelt dastehenden [[Wahrnehmung]]en vorerst unverstanden gegenübertritt. Ohne Denken bliebe die Wahrnehmung ein nicht weiter fassbares zusammenhangloses diffuses Aggregat von [[Empfindungsobjekt]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewusst wird zumeist nur das Endergebnis der [[Denktätigkeit]] in Form fertig ausgeformter [[Gedanke]]n, da sich die [[Aufmerksamkeit]] ganz auf das [[Objekt]] des Denkens, nicht aber auf dieses selbst richtet. Die bewusste [[Beobachtung des Denkens]] stellt demgegenüber einen [[Ausnahmezustand]] dar, den aber jeder denkende [[Mensch]] mit etwas Übung bewusst willentlich herbeiführen kann. Er beobachtet dann seine eigene [[geist]]ige Tätigkeit - und steht damit am Beginn der geistigen [[Wahrnehmung]] überhaupt, durch die er sich selbst als [[Geistige Wesen|geistiges Wesen]] erlebt. Damit ist zugleich ein sicherer Ausgangspunkt für alle weitere [[geistige Wahrnehmung]] gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Grundlage des Denkens ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Perlen des Denkens.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/perlen-des-denkens}}|link=https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/perlen-des-denkens]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Piet Mondrian (1872-1944)- Composition in Oval with Color Planes 1, oil on canvas, 1914, Museum of Modern Art.JPG|mini|hochkant=0.7|[[w:Piet Mondrian|Piet Mondrian]] &#039;&#039;Ovale Komposition mit Farbflächen I&#039;&#039;, 1914, Museum of Modern Art, New York]]&lt;br /&gt;
Durch die [[Denktätigkeit]], die das [[Gehirn]] ergreift und zum Spiegelungsapparat bildet, werden die durch das Denken hervorgebrachten [[Gedanke]]n im [[Bewusstsein]] zur [[Erscheinung]] gebracht. Bewusst wird uns daher in der Regel nicht der [[Denkprozess]] als solcher, sondern erst sein Ergebnis, die Gedanken, die die [[Seele|seelisch]] erlebte Manifestation dieses rein [[geist]]igen Prozesses sind. Bloßes [[Gedanken-Haben]], d.h. die Anwesenheit fertiger Gedanken im Bewusstsein, die ohne aktuell aktiv erlebter [[Einsicht]] als Ergebnis früheren Denkens aus dem Gedächtnis aufgerufen werden oder überhaupt nur mehr oder weniger passiv als [[Wissen]] ohne eigene tiefere Einsicht im Vertrauen auf eine [[Autorität]] hin erworben wurden oder gar nur aus sachlich weitgehend unzusammenhängenden [[Assoziation (Psychologie)|Gedanken-Assoziationen]] besteht, ist noch kein Denken. Wirkliches Denken entsteht nur dann, wenn es aus eigener Anstrengung hervorgebracht wird und selbsttätig bis zur unmittelbaren klaren [[Einsicht]] in die vorliegenden [[ideell]]en Zusammenhänge voranschreitet. Die [[Beobachtung des Denkens]], also des geistigen Prozesses selbst, der die Gedanken hervorbringt, stellt darüber hinaus einen [[Ausnahmezustand]] dar, der aber jedem denkenden [[Mensch]] bei entsprechender Schulung der [[Aufmerksamkeit]] zugänglich ist. Insofern der Denkende damit seine eigene [[geist]]ige Tätigkeit beobachtet, handelt es sich dabei um die wichtigste und grundlegendste Form der voll bewussten [[Geistige Wahrnehmung|geistigen Wahrnehmung]], auf die alle weitere moderne [[Geistesforschung]] aufbauen kann. In der [[Intellektuelle Anschauung|intellektuellen Anschauung]] sieht sich, wie schon [[Fichte]] bemerkte, die [[Intelligenz]] selbst zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Die Intelligenz, als solche, &#039;&#039;sieht sich selbst zu&#039;&#039;; und dieses&lt;br /&gt;
sich selbst Sehen ist mit allem, was ihr zukommt, unmittelbar&lt;br /&gt;
vereinigt&amp;lt;ref&amp;gt;Dieses sich selbst Sehen geht unmittelbar auf alles, was sie ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und in dieser &#039;&#039;unmittelbaren&#039;&#039; Vereinigung des Seyns&lt;br /&gt;
und des Sehens besteht die Natur der Intelligenz. Was in ihr&lt;br /&gt;
ist, und was sie überhaupt ist, ist sie &#039;&#039;für sich selbst&#039;&#039;; und&lt;br /&gt;
nur, inwiefern sie es für sich selbst ist, ist sie es, als Intelligenz.|Fichte, [https://archive.org/details/johanngottliebf27fichgoog/page/n475 S. 435]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[ahriman]]ischen Einfluss verfallen wir heute sehr leicht in einen Gedankenautomatismus, in dem fertige Gedanken beliebig kombiniert werden, ohne dass das wirkliche Denken aktiv daran beteiligt ist. Hier ist also besondere Achtsamkeit notwendig, insbesondere auch hinsichtlich des verbalen Ausdrucks unserer Gedanken. Wir sollten darum streng darauf achten, nicht gedankenlos gängige Redensarten verwenden. Anders ausgedrückt: Wir sollten nicht dem Drang der [[Mem]]e folgen, die sich in unserer modernen [[Informationsgesellschaft]] sehr rasch von Mensch zu Mensch verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir schützen uns am besten dadurch, wenn wir uns immer mehr&lt;br /&gt;
und mehr bestreben, ein klares und genaues Denken zu entfalten, so&lt;br /&gt;
genau wie möglich zu denken, nicht einfach so hinzuhuschen im Denken&lt;br /&gt;
über die Dinge, wie das heute gerade gesellschaftlicher Usus ist.&lt;br /&gt;
Nicht hinwegspringen über die Dinge, sondern klar denken. Man sollte&lt;br /&gt;
sogar noch weiter gehen: Man sollte versuchen, sich immer mehr und&lt;br /&gt;
mehr zu hüten, gangbare Redensarten und Worte zu gebrauchen. Denn&lt;br /&gt;
in dem Augenblick, wo man gangbare Worte gebraucht, die man nicht&lt;br /&gt;
aus dem Gedanken, sondern aus der Sprachgewohnheit heraus hat,&lt;br /&gt;
wird man, wenn auch nur für einen kurzen Moment, gedankenlos. Und&lt;br /&gt;
das sind ganz besonders gefährliche Momente, weil man nicht darauf&lt;br /&gt;
achtet. Man sollte darauf achten, daß man es vermeidet, solche Worte,&lt;br /&gt;
bei denen man nicht genügend nachdenkt, zu gebrauchen.|254|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denken und Ätherkräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Denken#Denken als Tätigkeit des Ätherleibs|titel1=Denken als Tätigkeit des Ätherleibs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Denken wirken die selben [[Äther|ätherischen Kräfte]], die den [[Physischer Leib|physischen Leib]] [[gestalt]]en, [[Regeneration|regenerieren]] und zum [[Wachstum]] bringen. Im Gegensatz zu den [[Kraft (Physik)|physikalischen Kräften]] handelt es dabei um [[potential]]freie universelle kosmische [[Umkreiskräfte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist von der allergrößten Bedeutung zu wissen, daß&lt;br /&gt;
die gewöhnlichen Denkkräfte des Menschen die verfeinerten&lt;br /&gt;
Gestaltungs- und Wachstumskräfte sind. Im Gestalten&lt;br /&gt;
und Wachsen des menschlichen Organismus offenbart sich&lt;br /&gt;
ein Geistiges. Denn dieses Geistige erscheint dann im Lebensverlaufe&lt;br /&gt;
als die geistige Denkkraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diese Denkkraft ist nur ein Teil der im Ätherischen&lt;br /&gt;
webenden menschlichen Gestaltungs- und Wachstumskraft.&lt;br /&gt;
Der andere Teil bleibt seiner im menschlichen Lebensbeginne&lt;br /&gt;
innegehabten Aufgabe getreu. Nur weil der Mensch,&lt;br /&gt;
wenn seine Gestaltung und sein Wachstum vorgerückt, das&lt;br /&gt;
ist, bis zu einem gewissen Grade abgeschlossen sind, sich&lt;br /&gt;
noch weiter entwickelt, kann das Ätherisch-Geistige, das&lt;br /&gt;
im Organismus webt und lebt, im weiteren Leben als Denkkraft&lt;br /&gt;
auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So offenbart sich der imaginativen geistigen Anschauung&lt;br /&gt;
die bildsame (plastische) Kraft als ein Ätherisch-Geistiges&lt;br /&gt;
von der einen Seite, das von der andern Seite als der Seelen-Inhalt des Denkens auftritt.|27|12f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gedanken als Spiegelungen des Übersinnlichen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gedanke]]n sind Produkte des Denkens uns als solche die Spiegelung eines [[Übersinnlich]]en, nämlich der oben genannten [[Ätherkräfte]]. Ihr Träger ist der [[Ätherleib]] und ihr Spiegelungsapparat der [[Physischer Leib|physische Leib]]. Das Denken webt seine Gedankennetze zwischen physischem Leib und Ätherleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Ätherleib ist der Träger der Gedanken, die auch Spiegelungen&lt;br /&gt;
sind. Die Menschen würden leicht darauf kommen können, daß Gedanken&lt;br /&gt;
Spiegelungen eines Übersinnlichen sind. Unter einem Mikroskop&lt;br /&gt;
werden niemals Gedanken sich präparieren lassen. Gedanken leben&lt;br /&gt;
in Wahrheit im Ätherleib. Es prägt sie das Denken aus, und das&lt;br /&gt;
wird im physischen Leib gespiegelt. Daraus kann man ersehen, daß&lt;br /&gt;
Erkenntnis, Wissen abhängt vom physischen Leib und Ätherleib. Zum&lt;br /&gt;
physischen und Ätherieib sprechen nur die Eindrücke vom physischen&lt;br /&gt;
Plan. Andere Vorstellungen aber müssen in der Menschenseele Platz&lt;br /&gt;
greifen. Sie müssen auch den astralischen Leib ergreifen, das ganze&lt;br /&gt;
Fühlen und Wollen und das Denken, das nicht nur auf dem physischen&lt;br /&gt;
Plan sich erschöpft. Der Mensch bleibt sonst innerlich tot.&lt;br /&gt;
Alle Vorstellungen, die etwas abbilden, haben nur Bedeutung für den&lt;br /&gt;
physischen Plan. Schon die Frage: Ist eine Vorstellung berechtigt, die&lt;br /&gt;
nicht etwas abbildet? - besagt das. Allein die Vorstellungen, die frei&lt;br /&gt;
im Geiste leben, die frei leben im astralischen Leib und im Ich, mit denen&lt;br /&gt;
erkennt man nicht nur, sondern man lebt mit ihnen. Das sind Vorstellungen,&lt;br /&gt;
die nicht nur etwas abbilden, sondern die innerlich regsam,&lt;br /&gt;
lebendig sind, die etwas aus sich und aus uns machen.|154|131f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Denken erscheint ein Spiegelbild dessen, was der [[Astralleib]] und das [[Ich]] innerhalb der physisch-sinnlichen Welt erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Mit dem Erwachen treten der astralische Organismus&lt;br /&gt;
und die Ich-Wesenheit in den ätherischen und physischen&lt;br /&gt;
Organismus ein. Durch das Denken werden die&lt;br /&gt;
Sinneswahrnehmungen im ätherischen Organismus erlebt.&lt;br /&gt;
Aber in diesem Erleben ist nicht die Welt wirksam,&lt;br /&gt;
die den Menschen umgibt, sondern eine Nachbildung&lt;br /&gt;
dieser Welt. In dieser Nachbildung offenbart sich die&lt;br /&gt;
Summe der bildenden Kräfte, die dem Erden-Lebenslauf&lt;br /&gt;
des Menschen zugrunde liegen. In jedem Lebensaugenblicke&lt;br /&gt;
ist eine solche Nachbildung der Außenwelt&lt;br /&gt;
im Menschen vorhanden. Der Mensch erlebt diese&lt;br /&gt;
Nachbildung durch das Denken nicht direkt, sondern&lt;br /&gt;
es stellt sich deren Reflexion durch den physischen&lt;br /&gt;
Organismus als Gedankeninhalt vor das gewöhnliche&lt;br /&gt;
Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hinter der reflektierenden Tätigkeit des Denkens&lt;br /&gt;
im physischen Organismus vor sich geht, das kann durch&lt;br /&gt;
das gewöhnliche Bewußtsein nicht wahrgenommen werden,&lt;br /&gt;
sondern nur das Ergebnis, welches die als Gedanken&lt;br /&gt;
sich darstellenden reflektierten Bilder sind. Diese nicht&lt;br /&gt;
wahrgenommenen Vorgänge im physischen Organismus&lt;br /&gt;
sind Tätigkeiten des ätherischen und astralischen Organismus&lt;br /&gt;
und der Ich-Wesenheit. Der Mensch nimmt in&lt;br /&gt;
seinen Gedanken dasjenige wahr, was er selbst als seelisch-&lt;br /&gt;
geistiges Wesen in seinem physischen Organismus&lt;br /&gt;
bewirkt.|25|70f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihrem wahren Ursprung nach sind die Gedanken Spiegelungen des [[Geist]]igen, d.h. der eigentlichen [[Geistige Welt|geistigen Welt]], des [[Devachan]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun, im Geiste, wie ihn der Mensch heute hat, leben ja die&lt;br /&gt;
Gedanken, die Gedanken, wie ich sie darstelle etwa in meiner&lt;br /&gt;
«Philosophie der Freiheit», wo sie eben nicht mit Sinnesanschauungen&lt;br /&gt;
durchtränkt sind, sondern frei geschaffene, reine Gedanken&lt;br /&gt;
im menschlichen Bewußtsein sind. Da sind die Gedanken ihrer&lt;br /&gt;
Qualität nach zunächst nur ein Schein, sie sind so wenig eine volle&lt;br /&gt;
Realität, daß sie nicht eine innere Kraft haben. Weil wir das Spiegelbild&lt;br /&gt;
nicht haben, können wir sie, nicht ganz, aber in einem&lt;br /&gt;
gewissen Sinne doch, mit Spiegelbildern vergleichen. Das Bild, das&lt;br /&gt;
im Spiegel erscheint, hat in der Richtung seiner Linien nicht&lt;br /&gt;
Kraftentfaltung, es ist ganz passiv. Die menschlichen Gedanken&lt;br /&gt;
haben in ihrer Entfaltung Kraft, so daß wir diese Kraft, so wie ich&lt;br /&gt;
es gestern in der esoterischen Stunde gesagt habe, auch auffangen&lt;br /&gt;
und willensdurchtränkt machen können. Aber zum Weltall in&lt;br /&gt;
seinem vollinhaltlichen Sein verhalten sich diese Gedanken, die&lt;br /&gt;
der Mensch im Leben hat, eigentlich wie Spiegelbilder, so daß wir&lt;br /&gt;
schon im Menschenwesen zwar den Geist tragen, aber den Geist&lt;br /&gt;
im Spiegelbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, das, was wir da in uns tragen, das&lt;br /&gt;
stammt aus der Welt, die ich in meiner «Theosophie» beschrieben&lt;br /&gt;
habe als Geisterland, und wir bringen eigentlich, indem wir auf&lt;br /&gt;
Erden denken, die Ingredienzien des Geisterlandes im Schein, im&lt;br /&gt;
Abglanz herunter auf die Erde. Wir tragen das, was die Theosophie&lt;br /&gt;
das Devachan nennt, in das Erdgebiet herunter, indem wir&lt;br /&gt;
denken, wenn das auch ein schwacher Abglanz ist. Wir tragen&lt;br /&gt;
diese Inhalte auf Erden in uns, in schwachem Abglanze den&lt;br /&gt;
Schein des Himmels.|346|199}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktives und passives Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist es, das [[Aktives Denken|aktive Denken]] von dem &#039;&#039;&#039;passiven Denken&#039;&#039;&#039;, dem bloßen &#039;&#039;&#039;Gedankenhaben&#039;&#039;&#039; zu unterscheiden, das in Wahrheit kein wirkliches eigenes Denken ist. Letzteres mag hinreichend sein, um sich in der [[Sinneswelt]] zu orientieren, kann aber nicht die [[geistige Welt]] ergreifen, in der es seine Quelle hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Mit diesem Denken hat es nämlich folgende Bewandtnis. Dieses&lt;br /&gt;
Denken, das also jede Seele heute in sich als eine Kraft haben kann,&lt;br /&gt;
hat gewissermaßen zwei Gesichter, ist ein Januskopf. Dieses Denken&lt;br /&gt;
ist entweder vom Gehirn abhängig, bringt nur dasjenige als Gedanken&lt;br /&gt;
zum Bewußtsein, was sich im Gehirn, im Nervensystem spiegelt. Dann&lt;br /&gt;
ist dieses Denken mehr passiv, ist ein solches Denken, das sich anlehnen&lt;br /&gt;
will an das Instrument des Gehirns. Oder aber dieses Denken&lt;br /&gt;
kann sich schon einfach - ohne irgendwelche Meditation - durch&lt;br /&gt;
inneres Aufraffen, dadurch daß es seiner selbst in seiner wahren Wesenheit&lt;br /&gt;
sich bewußt wird, daß es sich losreißen will von der Anlehnung&lt;br /&gt;
an das Gehirn, freimachen: dann ist es ein mehr aktives Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beides sind Seiten des gesunden menschlichen Denkens, wie es heute&lt;br /&gt;
jede Seele haben kann. Denken ist in jeder Seele, aber es kann in&lt;br /&gt;
zweifacher Weise benutzt werden. Zunächst so: der Mensch kann sich&lt;br /&gt;
in sich selber erkraften, kann in sich selber Gedanken prägen. Dann&lt;br /&gt;
ist dieses Denken in seiner Aktivität so, daß es voll entgegenkommt&lt;br /&gt;
allem, selbst den scheinbar gewagtesten Behauptungen der Geistesforschung,&lt;br /&gt;
Wenn aber dieses Denken sich nicht erkraften will, nicht&lt;br /&gt;
in seiner Aktivität sich erfassen will, dann muß es sich anlehnen an&lt;br /&gt;
das Instrument des Denkens, das Gehirn, dann bringt es überhaupt&lt;br /&gt;
nur Gedanken hervor, die mit dem Instrument des Gehirns erfaßt&lt;br /&gt;
werden, dann denkt der Mensch nicht aktiv, dann denkt er passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger fast als jede andere - allerdings nicht für die unmittelbare&lt;br /&gt;
Gegenwart, sondern für die Zukunft - ist die Einteilung in aktive&lt;br /&gt;
Denker und passive Denker. Diejenigen, die etwas von selbständigem,&lt;br /&gt;
innerlich freiem Denken in sich erkraften, die aktiv denken können,&lt;br /&gt;
werden schon durch den Trieb dieses Denkens herzugedrängt zu der&lt;br /&gt;
geisteswissenschaftlichen Forschung. Diejenigen, die nicht tätig denken&lt;br /&gt;
wollen, sondern nur in Abhängigkeit vom Gehirn, werden sagen,&lt;br /&gt;
die anthroposophische Forschung ist Phantasterei, weil sie keinen Begriff&lt;br /&gt;
haben von dem, was in einem freien Denken erfaßt werden kann,&lt;br /&gt;
weil sie hingegeben sein wollen an das Instrument des Gehirns. So daß&lt;br /&gt;
man sagen kann, daß sie nicht in sich selbst denken wollen, nur in sich&lt;br /&gt;
für sich selber denken lassen.|152|51f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bedeutung des Denkens für die Götter ==&lt;br /&gt;
Die [[Götter]] mussten den [[Mensch]]en erschaffen, um das, was sie bereits hatten, durch den Menschen auch in Gedankenform zu erhalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Warum haben die Götter überhaupt Menschen entstehen lassen? Aus dem Grunde, weil sie nur in Menschen Fähigkeiten entwickeln konnten, die sie sonst überhaupt nicht hätten entwickeln können: die Fähigkeit zu denken, in Gedanken sich etwas vorzustellen, so daß diese Gedanken an Unterscheidung gebunden sind. Diese Fähigkeit kann erst auf unserer Erde ausgebildet werden; sie war früher überhaupt nicht da, sie mußte erst dadurch kommen, daß eben Menschen entstanden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir einen Vergleich gebrauchen wollen, so können wir sagen: Nehmen wir an, Sie haben ein Samenkorn, einen Weizensamen etwa. Wenn Sie ihn noch so lange anschauen, da wird kein Weizen daraus. Sie müssen ihn in die Erde hineinlegen und ihn wachsen lassen, die Kräfte des Wachstums auf ihn wirken lassen. Das, was die göttlich-geistigen Wesenheiten vor der Bildung des Menschen gehabt haben, läßt sich dem Weizensamen vergleichen. Sollte der in Form von Gedanken aufgehen, dann mußte er erst auf dem physischen Plan durch Menschen gepflegt werden. Es gibt keine andere Möglichkeit, Gedanken zu züchten von den höheren Welten herunter, als sie in Menscheninkarnationen aufgehen zu lassen. So daß dasjenige, was Menschen hier auf dem physischen Plane denken, ein Einzigartiges ist und zu dem hinzukommen muß, was in den höheren Welten möglich ist. Der Mensch war tatsächlich notwendig, sonst hätten ihn die Götter nicht entstehen lassen. Die Götter haben den Menschen entstehen lassen, um das, was sie gehabt haben, auch noch in der Form des Gedankens durch den Menschen zu erhalten.|117|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intuitives Denken als vergeistigte Form der Liebe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Intuition - Brennpunkt des Denkens.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/intuition}}|link=https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/intuition]]&lt;br /&gt;
Im [[Intuition|intuitiven Denken]], das sich bewusst in den innersten Kern eines anderen [[Wesen]]s zu versetzen vermag, lebt die Kraft der Liebe auf rein geistige Art. In seiner «[[Philosophie der Freiheit]]» schreibt [[Rudolf Steiner]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Keine andere menschliche Seelenbetätigung&lt;br /&gt;
wird so leicht zu verkennen sein wie das Denken.&lt;br /&gt;
Das Wollen, das Fühlen, sie erwarmen die Menschenseele&lt;br /&gt;
auch noch im Nacherleben ihres Ursprungszustandes. Das&lt;br /&gt;
Denken läßt nur allzuleicht in diesem Nacherleben kalt; es&lt;br /&gt;
scheint das Seelenleben auszutrocknen. Doch dies ist eben&lt;br /&gt;
nur der stark sich geltend machende Schatten seiner lichtdurchwobenen,&lt;br /&gt;
warm in die Welterscheinungen untertauchenden&lt;br /&gt;
Wirklichkeit. Dieses Untertauchen geschieht mit&lt;br /&gt;
einer in der Denkbetätigung selbst dahinfließenden Kraft,&lt;br /&gt;
welche Kraft der Liebe in geistiger Art ist. Man darf nicht&lt;br /&gt;
einwendend sagen, wer so Liebe im tätigen Denken sieht,&lt;br /&gt;
der verlegt ein Gefühl, die Liebe, in dasselbe. Denn dieser&lt;br /&gt;
Einwand ist in Wahrheit eine Bestätigung des hier geltend&lt;br /&gt;
Gemachten. Wer nämlich zum &#039;&#039;wesenhaften&#039;&#039; Denken &#039;&#039;sich hinwendet&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
der findet in demselben sowohl Gefühl wie Willen,&lt;br /&gt;
die letztern auch in den Tiefen ihrer Wirklichkeit; wer von&lt;br /&gt;
dem Denken sich ab- und nur dem «bloßen» Fühlen und&lt;br /&gt;
Wollen zuwendet, der verliert aus diesen die wahre Wirklichkeit.&lt;br /&gt;
Wer im Denken &#039;&#039;intuitiv&#039;&#039; erleben will, der wird auch&lt;br /&gt;
dem gefühlsmäßigen und willensartigen Erleben gerecht;&lt;br /&gt;
nicht aber kann gerecht sein gegen die intuitiv-denkerische&lt;br /&gt;
Durchdringung des Daseins die Gefühlsmystik und die Willensmetaphysik.&lt;br /&gt;
Die letztern werden nur allzuleicht zu dem&lt;br /&gt;
Urteil kommen, daß sie im Wirklichen stehen; der intuitiv&lt;br /&gt;
Denkende aber gefühllos und wirklichkeitsfremd in «abstrakten&lt;br /&gt;
Gedanken» ein schattenhaftes, kaltes Weltbild&lt;br /&gt;
formt.|4|143f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Denken des Geheimwissenschaftlers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Denken des&lt;br /&gt;
Geheimwissenschafters ist ein anderes, es ist ein solches, das Einheiten&lt;br /&gt;
ergreift, große Zusammenhänge auf einmal überschaut, es ist&lt;br /&gt;
durchlebte Erfahrung, ein Schauen von höheren Wirklichkeiten.&lt;br /&gt;
Der Mensch macht sich einen gemeinschaftlichen Begriff aus Einzelheiten.&lt;br /&gt;
Der Geheimwissenschafter bekommt einen intuitiven&lt;br /&gt;
Begriff auf einmal durch innere Erfahrung und ist nicht darauf&lt;br /&gt;
angewiesen, soundso viele einzelne Erfahrungen zu machen. Es ist&lt;br /&gt;
so, wie ein Mensch, der zum Beispiel einen Löwen gesehen hat,&lt;br /&gt;
sich den Begriff «Löwe» machen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bekommt der Geheimwissenschafter auch den Begriff von&lt;br /&gt;
astralen und mentalen Wesenheiten auf einmal, weil er die Dinge&lt;br /&gt;
auf einmal schaut. Für alle geistigen Dinge gibt es Urbilder. So wie&lt;br /&gt;
der Maler ein bestimmtes intuitives Bild im Kopfe haben und nach&lt;br /&gt;
diesem Bild hundert Bilder malen kann, so gibt es auf den höheren&lt;br /&gt;
Planen für alle Dinge Urbilder, die der Hellseher schaut. Das Lesen&lt;br /&gt;
in den Urbildern der Dinge, in den geistigen Urgründen, nennt&lt;br /&gt;
man im Okkultismus: Das Lesen im [[Zehnblättriges Buch|zehnblättrigen Buche]].|89|289}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Inhalt des Denkens als innerlich vollkommener Organismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Organismus]] ist ganz allgemein ein als [[struktur]]iertes [[Ganzheit|Ganzes]] organisiertes, sich [[leben]]dig [[Entwicklung|entwickelndes]] [[System]], in dem sich sämtliche, hierarchisch gegliederte Teile wechselseitig in ihrer [[Gestalt]] und [[Funktion]] nicht nur aufeinander beziehen, sondern entscheidend vom Ganzen selbst geprägt werden. Im Organismus liegen die Teile des Ganzen nicht nur äußerlich nebeneinander, wie in einem toten mechanistischen Gebilde, sondern sie hängen innerlich mit dem Ganzen zusammen und vermitteln dadurch einen einheitlichen Prozeß, der sich auf das Ganze selbst bezieht. Das [[Urbild]] eines so gedachten Organismus ist das Denken selbst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Inhalt dieses&lt;br /&gt;
Denkens erscheint uns als innerlich vollkommener Organismus;&lt;br /&gt;
alles ist im strengsten Zusammenhange. Die einzelnen&lt;br /&gt;
Glieder des Gedankensystems bestimmen einander; jeder&lt;br /&gt;
einzelne Begriff hat zuletzt seine Wurzel in der Allheit&lt;br /&gt;
unseres Gedankengebäudes.|2|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem der [[Mensch]] dieses Denken als &#039;&#039;freies Erzeugnis&#039;&#039; in sich zur Erscheinung bringt, ist er, wie [[Rudolf Steiner]] schon in «[[Wahrheit und Wissenschaft]]» ([[GA 3]]) betonte, nicht nur müßiger Zuschauer, sondern tätiger Mitschöpfer des ganzen Weltprozesses:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Resultat dieser Untersuchungen ist, dass die Wahrheit&lt;br /&gt;
nicht, wie man gewöhnlich annimmt, die ideelle&lt;br /&gt;
Abspiegelung von irgendeinem Realen ist, sondern ein freies&lt;br /&gt;
Erzeugnis des Menschengeistes, das überhaupt nirgends&lt;br /&gt;
existierte, wenn wir es nicht selbst hervorbrächten. Die&lt;br /&gt;
Aufgabe der Erkenntnis ist nicht: etwas schon anderwärts&lt;br /&gt;
Vorhandenes in begrifflicher Form zu wiederholen, sondern&lt;br /&gt;
die: ein ganz neues Gebiet zu schaffen, das mit der&lt;br /&gt;
sinnenfällig gegebenen Welt zusammen erst die volle&lt;br /&gt;
Wirklichkeit ergibt. Damit ist die höchste Tätigkeit des&lt;br /&gt;
Menschen, sein geistiges Schaffen, organisch dem&lt;br /&gt;
allgemeinen Weltgeschehen eingegliedert. Ohne diese&lt;br /&gt;
Tätigkeit wäre das Weltgeschehen gar nicht als in sich&lt;br /&gt;
abgeschlossene Ganzheit zu denken. Der Mensch ist dem&lt;br /&gt;
Weltlauf gegenüber nicht ein müßiger Zuschauer, der innerhalb seines Geistes das bildlich&lt;br /&gt;
wiederholt, was sich ohne sein Zutun im Kosmos vollzieht,&lt;br /&gt;
sondern der tätige Mitschöpfer des Weltprozesses; und das&lt;br /&gt;
Erkennen ist das vollendetste Glied im Organismus des&lt;br /&gt;
Universums.|3|11f|7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Grund für unser Erkenntnisstreben - Beobachtung und Denken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt allein an unserer geistigen Organisation, dass sich uns die Wirklichkeit zunächst auf zwei getrennten Wegen, nämlich als Wahrnehmung und Begriff, zeigt. In der [[Wirklichkeit]] sind Wahrnehmung und Begriff stets miteinander verbunden, niemals tritt die Wahrnehmung getrennt von der ihr innewohnenden Gesetzmäßigkeit auf, nur bleibt uns letztere zunächst verborgen. Sie muss erst durch das Denken enthüllt werden. Die Wahrnehmung ist uns ohne unser Zutun gegeben, wir bringen sie nicht selbst hervor, sondern wir [[Beobachtung|beobachten]] sie nur, indem wir nur unsere [[physisch]]en oder [[Geist|geistigen]] Sinne offen halten. Den zugehörigen Begriff hingegen bringen wir erst durch das Denken tätig hervor. Indem wir im [[Erkenntnis]]akt die Wahrnehmung begrifflich durchdringen, stoßen wir zur Wirklichkeit vor - sofern wir uns der Wahrnehmung adäquate, richtige Begriffe gebildet haben. An einem einfachen Beispiel charakterisiert das [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn ich beobachte, wie eine Billardkugel, die gestoßen wird, ihre Bewegung auf eine andere überträgt, so bleibe ich auf den Verlauf dieses beobachteten Vorganges ganz ohne Einfluss. Die Bewegungsrichtung und Schnelligkeit der zweiten Kugel ist durch die Richtung und Schnelligkeit der ersten bestimmt. Solange ich mich bloß als Beobachter verhalte, weiß ich über die Bewegung der zweiten Kugel erst dann etwas zu sagen, wenn dieselbe eingetreten ist. Anders ist die Sache, wenn ich über den Inhalt meiner Beobachtung nachzudenken beginne. Mein Nachdenken hat den Zweck, von dem Vorgange Begriffe zu bilden. Ich bringe den Begriff einer elastischen Kugel in Verbindung mit gewissen anderen Begriffen der Mechanik und ziehe die besonderen Umstände in Erwägung, die in dem vorkommenden Falle obwalten. Ich suche also zu dem Vorgange, der sich ohne mein Zutun abspielt, einen zweiten hinzuzufügen, der sich in der begrifflichen Sphäre vollzieht. Der letztere ist von mir abhängig. Das zeigt sich dadurch, dass ich mich mit der Beobachtung begnügen und auf alles Begriffe suchen verzichten kann, wenn ich kein Bedürfnis danach habe. Wenn dieses Bedürfnis aber vorhanden ist, dann beruhige ich mich erst, wenn ich die Begriffe: Kugel, Elastizität, Bewegung, Stoß, Geschwindigkeit usw. in eine gewisse Verbindung gebracht habe, zu welcher der beobachtete Vorgang in einem bestimmten Verhältnisse steht. So gewiss es nun ist, dass sich der Vorgang unabhängig von mir vollzieht, so gewiss ist es, dass sich der begriffliche Prozess ohne mein Zutun nicht abspielen kann...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein tiefgreifender Unterschied zwischen der Art, wie sich für mich die Teile eines Vorganges zueinander verhalten vor und nach der Auffindung der entsprechenden Begriffe. Die bloße Beobachtung kann die Teile eines gegebenen Vorganges in ihrem Verlaufe verfolgen; ihr Zusammenhang bleibt aber vor der Zuhilfenahme von Begriffen dunkel. Ich sehe die erste Billardkugel in einer gewissen Richtung und mit einer bestimmten Geschwindigkeit gegen die zweite sich bewegen; was nach erfolgtem Stoß geschieht, muss ich abwarten und kann es dann auch wieder nur mit den Augen verfolgen. Nehmen wir an, es verdecke mir im Augenblicke des Stoßes jemand das Feld, auf dem der Vorgang sich abspielt, so bin ich – als bloßer Beobachter - ohne Kenntnis, was nachher geschieht. Anders ist das, wenn ich für die Konstellation der Verhältnisse vor dem Verdecken die entsprechenden Begriffe gefunden habe. In diesem Falle kann ich angeben, was geschieht, auch wenn die Möglichkeit der Beobachtung aufhört. Ein bloß beobachteter Vorgang oder Gegenstand ergibt aus sich selbst nichts über seinen Zusammenhang mit anderen Vorgängen oder Gegenständen. Dieser Zusammenhang wird erst ersichtlich, wenn sich die Beobachtung mit dem Denken verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beobachtung und Denken sind die beiden Ausgangspunkte für alles geistige Streben des Menschen, insofern er sich eines solchen bewusst ist.|4|37f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Wollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie unser Wollen zustande kommt, ist dem gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Bewußtsein ganz, ganz unbekannt, eigentlich so unbekannt wie der&lt;br /&gt;
Schlaf. Der Mensch, wenn er etwas will, hat den Gedanken; der ist klar&lt;br /&gt;
und hell. Er entwickelt dann etwas dunkler über diesen Gedanken das&lt;br /&gt;
Gefühl. Und dann geht der gefühlsdurchdrungene Gedanke hinunter&lt;br /&gt;
in die Glieder. Was da vorgeht, das erlebt der Mensch mit dem&lt;br /&gt;
gewöhnlichen Bewußtsein nicht. Vor jener Forschung, von der ich&lt;br /&gt;
gestern und vorgestern gesprochen habe, nimmt sich das Wollen so&lt;br /&gt;
aus: Während der Gedanke im Haupte etwas will und er dann durch&lt;br /&gt;
das Gefühl hinuntergeht in den ganzen Leib, und der Mensch durch&lt;br /&gt;
seinen ganzen Leib will, während dieser Zeit entwickelt sich im&lt;br /&gt;
Menschen etwas wie ein feiner, subtiler, intimer Verbrennungsprozeß.&lt;br /&gt;
Der Mensch kann, wenn er zum Initiatenbewußtsein kommt, dieses&lt;br /&gt;
durch die Wärme influenzierte Wollen erleben. Aber das bleibt für das&lt;br /&gt;
gewöhnliche Bewußtsein ganz im Untergrunde. Das ist nur ein Beispiel&lt;br /&gt;
dafür, wie dasjenige, was schon heraufgehoben werden kann in&lt;br /&gt;
das Initiatenbewußtsein, doch für das gewöhnliche Bewußtsein in den&lt;br /&gt;
Untergründen bleibt. Man wird zum Beispiel einmal folgendes einsehen, wenn die Dinge, die durch das gestern erwähnte Buch nach und&lt;br /&gt;
nach in die Welt kommen werden, wirklich eingesehen werden. Man&lt;br /&gt;
wird einsehen, daß, wenn ein Mensch etwas will und man das mit dem&lt;br /&gt;
Initiatenbewußtsein anschaut, es so ist, wie wenn man einen äußeren&lt;br /&gt;
Vorgang des Verbrennens einer Kerze oder überhaupt ein wärmeentwickelndes&lt;br /&gt;
Licht äußerlich anschaut. Geradeso wie man da von der&lt;br /&gt;
äußeren Anschauung ein klares Bild hat, so kann man das Hineinschlagen&lt;br /&gt;
des Gedankens in den Willen so sehen, daß man sagt: Der&lt;br /&gt;
Gedanke entwickelt das Gefühl, und aus dem Gefühl geht hinunter -&lt;br /&gt;
es bewegt sich beim Menschen von oben nach unten-Wärmeentwickelung,&lt;br /&gt;
Flamme; und diese Flamme will. - Es enthüllt sich also nach und&lt;br /&gt;
nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können geradezu dieses gewöhnliche Bewußtsein schematisch&lt;br /&gt;
so vor uns hinstellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;table width&amp;lt;nowiki&amp;gt;=&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;quot;500px&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;td&amp;gt;Innen: Klares Denken&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;Außen: Waches Tagesbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;td&amp;gt;Gefühlsleben&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;Traumbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;tr&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;td&amp;gt;Willensbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&amp;lt;td&amp;gt;Schlafbewußtsein&amp;lt;/td&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/tr&amp;gt;&amp;lt;/table&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach außen waches Tagesbewußtsein, nach innen klares Denken;&lt;br /&gt;
nach außen Traumbewußtsein, nach innen unklares, aber warmes&lt;br /&gt;
Gefühlsleben; nach außen Schlafbewußtsein, nach innen ganz dunkles&lt;br /&gt;
Willensbewußtsein.|243|220f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachdenken und Vordenken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Nachdenken&#039;&#039;&#039; kann sich nur auf ein bereits &#039;&#039;Gewordenes&#039;&#039;, fertig Vorhandenes richten, während das &#039;&#039;&#039;Vordenken&#039;&#039;&#039; ein genuin [[schöpferisch]]er Akt ist. Nur dadurch lässt sich [[Geist]]iges erfassen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Denkformen wird schon in der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] durch die [[Sage]] von [[Prometheus]] ({{ELSalt|Προμηθεύς}} „der Vorausdenkende“) und [[Epimetheus]] ({{ELSalt|Ἐπιμηθεύς}} „der danach Denkende“) bildhaft veranschaulicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Prometheus-Sage ist die geistige Aufgabe und die zentrale Problematik der ganzen [[Kulturepochen|nachatlantischen Zeit]], in der wir gegenwärtig leben, charakterisiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In dieser Sage liegt die ganze Geschichte der [[Kulturepochen|fünften Wurzelrasse]],&lt;br /&gt;
und es ist in ihr wirkliche Mysterienwahrheit eingeschlossen.&lt;br /&gt;
Diese Sage wurde in Griechenland wirklich erzählt. Aber auch in&lt;br /&gt;
den Mysterien wurde sie dargestellt, so daß der Mysterienschüler&lt;br /&gt;
das Schicksal des Prometheus wirklich vor sich sah. Und in diesem&lt;br /&gt;
sollte er die Vergangenheit und Zukunft der ganzen fünften Wurzelrasse sehen. Das Verständnis hierfür können Sie nur erlangen,&lt;br /&gt;
wenn Sie eines berücksichtigen.|92|61f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nachdenken und im Vordenken wird die [[Wahrheit]] auf zwei ganz unterschiedlichen Wegen gesucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wahrheit suchen, Wahrheit durch eigene Arbeit sich&lt;br /&gt;
erwerben kann nur ein denkendes Wesen. Indem sich&lt;br /&gt;
der Mensch Wahrheit erwirbt durch sein Denken, muß&lt;br /&gt;
er sich immer mehr und mehr klar werden, daß dadurch&lt;br /&gt;
das gesamte Gebiet der Wahrheit in zwei Teile zerfällt.&lt;br /&gt;
Für die Wahrheit gibt es zwei Formen. Diejenige, die&lt;br /&gt;
gewonnen wird, indem wir hinschauen auf irgend etwas,&lt;br /&gt;
was uns in der Außenwelt vorliegt, hinschauen auf die&lt;br /&gt;
umliegende Natur, Stück für Stück sie erforschen, um&lt;br /&gt;
ihre Wahrheiten, Gesetze und Weistümer kennenzulernen.&lt;br /&gt;
Wenn wir also den Blick schweifen lassen über&lt;br /&gt;
die Welt, über den Umfang des Erlebten, dann kommen&lt;br /&gt;
wir zu jener Wahrheit, die man nennen kann «die Wahrheit&lt;br /&gt;
des Nachdenkens». Wir haben gestern gesehen, daß&lt;br /&gt;
die ganze Natur von Weisheit durchdrungen ist, daß in&lt;br /&gt;
allen Dingen Weisheit lebt. In der Pflanze lebt dasjenige,&lt;br /&gt;
was wir nachher als Idee der Pflanze gewinnen. Weisheit&lt;br /&gt;
lebt in der Pflanze, und wir bemächtigen uns dieser&lt;br /&gt;
Weisheit. So steht der Mensch der Welt gegenüber, und&lt;br /&gt;
er kann voraussetzen, daß aus der Weisheit die Welt&lt;br /&gt;
entsprungen ist, und daß er durch sein Denken dasjenige&lt;br /&gt;
wiederfindet, was an der Produktion, an der Schöpfung&lt;br /&gt;
der Welt beteiligt ist. Das ist die Wahrheit, die er durch&lt;br /&gt;
Nachdenken gewinnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt nun noch andere Wahrheiten. Diese kann der&lt;br /&gt;
Mensch nicht durch bloßes Nachdenken, sondern sie&lt;br /&gt;
kann der Mensch nur gewinnen, wenn er hinausgeht&lt;br /&gt;
über das, was im äußeren Leben gegeben werden kann.&lt;br /&gt;
Im gewöhnlichen Leben sieht man schon, daß der&lt;br /&gt;
Mensch, wenn er sich ein Werkzeug oder ein Instrument&lt;br /&gt;
anfertigt, Gesetze ausdenken muß, die er nicht durch&lt;br /&gt;
bloßes Nachdenken gewinnen kann. So könnte zum&lt;br /&gt;
Beispiel der Mensch durch bloßes Nachdenken über die&lt;br /&gt;
Welt keine Uhr machen; denn die Welt hat nirgends ihre&lt;br /&gt;
Gesetze so zusammengestellt, daß eine Uhr in der äußeren&lt;br /&gt;
Natur schon vorhanden wäre. Das ist die zweite Art&lt;br /&gt;
von Wahrheit, die wir dadurch gewinnen können, daß&lt;br /&gt;
wir dasjenige vorausdenken, was sich nicht im äußeren&lt;br /&gt;
Erlebnis und nicht im äußeren Beobachten ergibt. Es&lt;br /&gt;
gibt also zweierlei Wahrheiten, und das sind zwei streng&lt;br /&gt;
voneinander geschiedene Gebiete der Wahrheit. Wir haben&lt;br /&gt;
zu sondern solche Wahrheiten, die durch Nachdenken&lt;br /&gt;
über die äußere Beobachtung für uns entstehen, und&lt;br /&gt;
solche, die durch Vordenken entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wodurch sind nun die letzteren wahr? Derjenige, der&lt;br /&gt;
eine Uhr ausdenken würde, der könnte uns lange den&lt;br /&gt;
Beweis liefern dafür, daß er richtig gedacht hat. Wir&lt;br /&gt;
werden ihm so lange kein richtiges Vertrauen schenken,&lt;br /&gt;
solange er nicht zeigen kann, daß die Uhr wirklich&lt;br /&gt;
dasjenige in der Welt darstellt, was er vorgedacht hat.&lt;br /&gt;
Dasjenige, was wir vordenken, muß sich realisieren, muß&lt;br /&gt;
sich in die Wirklichkeit einleben können; es muß dasjenige,&lt;br /&gt;
was wir vorgedacht haben, uns in der Wirklichkeit&lt;br /&gt;
draußen entgegentreten können. Solcher Art sind aber&lt;br /&gt;
auch die geisteswissenschaftlichen oder anthroposophischen&lt;br /&gt;
Wahrheiten. Sie sind solche, die man nicht an den&lt;br /&gt;
äußeren Erlebnissen zunächst beobachten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein äußeres Erlebnis der Natur kann uns das, was&lt;br /&gt;
über den ewigen Wesenskern des Menschen schon öfters&lt;br /&gt;
betont wurde, bestätigen. Wir können unmöglich aus&lt;br /&gt;
der äußeren Beobachtung heraus die Wahrheit gewinnen,&lt;br /&gt;
daß das menschliche Ich immer wieder und wieder&lt;br /&gt;
in neuen Verkörperungen erscheint. Wer zu dieser&lt;br /&gt;
Wahrheit gelangen will, muß sich über das äußere Erlebnis&lt;br /&gt;
erheben. Er muß in seiner Seele eine Wahrheit&lt;br /&gt;
erfassen können, die er nicht im äußeren Erlebnis zunächst&lt;br /&gt;
hat, aber sie muß sich auch im äußeren Leben&lt;br /&gt;
realisieren. Man kann eine solche Wahrheit nicht so&lt;br /&gt;
beweisen wie die erste Art Wahrheit, die wir nachgedachte&lt;br /&gt;
Wahrheit genannt haben. Man kann sie nur beweisen&lt;br /&gt;
dadurch, daß man ihre Anwendung im Leben&lt;br /&gt;
zeigt. Dafür gibt es aber auch keinen anderen Beweis als&lt;br /&gt;
eine Widerspiegelung im Leben. Wer hineinschaut in das&lt;br /&gt;
Leben und es betrachtet mit der Erkenntnis, daß die&lt;br /&gt;
Seele immer wiederkehrt, und betrachtet, was sich abspielt&lt;br /&gt;
zwischen Geburt und Tod, was da die Seele immer&lt;br /&gt;
wieder erlebt, und da betrachtet, welche Befriedigung&lt;br /&gt;
diese Idee gewähren und welche Kraft sie im Leben&lt;br /&gt;
geben kann, ihre Fruchtbarkeit im Leben verfolgt - und&lt;br /&gt;
auch noch im anderen Sinne verfolgt, indem er sich zum&lt;br /&gt;
Beispiel sagt: wie kann ich die Kraft einer Kindesseele&lt;br /&gt;
entwickeln, wenn ich voraussetze, daß da eine Seele sich&lt;br /&gt;
herausarbeitet, die schon immer da war? - dem leuchtet&lt;br /&gt;
diese Wahrheit und Idee in der äußeren Wirklichkeit&lt;br /&gt;
entgegen, sie erweist sich ihm fruchtbar. Alle anderen&lt;br /&gt;
Beweise sind unrichtig. Einzig und allein die Bewahrheitung&lt;br /&gt;
solcher vorgedachter Wahrheiten im Leben ist als&lt;br /&gt;
ein Beweis ihrer Richtigkeit zu betrachten. Vorgedachte&lt;br /&gt;
Wahrheiten, die nicht aus der Beobachtung gewonnen&lt;br /&gt;
werden können, können auch nicht so bewiesen werden&lt;br /&gt;
wie nachgedachte Wahrheiten. Sie können sich nur an&lt;br /&gt;
der Wirklichkeit bewähren und fruchtbar erweisen. Es&lt;br /&gt;
ist ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Beweis der&lt;br /&gt;
ersten und zweiten Art Wahrheit. Die zweite ist eigentlich&lt;br /&gt;
eine im Geiste erfaßte, die sich bewähren soll in der&lt;br /&gt;
äußeren Beobachtung, im Leben.|58|92ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gezieltes Nachdenken als Übung gegen Einfallslosigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Denken#Die praktische Ausbildung des Denkens|titel1=Die praktische Ausbildung des Denkens}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gezielte Nachdenken über eine selbstgewählte Sache empfiehlt Rudolf Steiner als gute Übung für Menschen, denen häufig im rechten Moment nicht das Rechte einfällt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige, was solche Menschen machen sollten,&lt;br /&gt;
das besteht darin, daß sie vor allen Dingen versuchen sollen, nicht&lt;br /&gt;
bloß so zu denken, daß sie sich in jedem Augenblick dem hingeben,&lt;br /&gt;
was der Weltenlauf so mit sich bringt, was die Dinge so mit sich&lt;br /&gt;
bringen. Es ist ja das Allerhäufigste, daß, wenn der Mensch einmal&lt;br /&gt;
eine halbe Stunde sich hinlegen kann, um sich auszuruhen, daß er&lt;br /&gt;
dann seine Gedanken spielen läßt. Dann spinnt sich das so aus ins&lt;br /&gt;
Hundertste und Tausendste. Oder es beschäftigt ihn vielleicht diese&lt;br /&gt;
oder jene Sorge im Leben - flugs ist sie in sein Bewußtsein geschlichen&lt;br /&gt;
und er ist ganz in Anspruch genommen von ihr. Macht der&lt;br /&gt;
Mensch dieses, so wird er niemals dazu kommen, im richtigen Moment&lt;br /&gt;
den richtigen Einfall zu haben. Will er das erreichen, so muß&lt;br /&gt;
er sich folgendermaßen verhalten. Hat er eine halbe Stunde Zeit sich&lt;br /&gt;
auszuruhen, so muß er sich sagen: Ich will, so oft ich Zeit habe, über&lt;br /&gt;
etwas nachdenken, was ich mir selbst auswähle, was ich nur durch&lt;br /&gt;
meine Willkür in mein Bewußtsein hereinbringe. Ich will jetzt zum&lt;br /&gt;
Beispiel über irgend etwas, was ich vielleicht früher erlebt habe, vielleicht&lt;br /&gt;
bei einem Spaziergang vor zwei Jahren, nachdenken, ich will&lt;br /&gt;
die damaligen Erlebnisse ganz willkürlich in mein Denken hereinbringen&lt;br /&gt;
und will darüber - sei es vielleicht nur fünf Minuten - nachdenken.&lt;br /&gt;
Alles übrige, fort damit für diese fünf Minuten! Selbst&lt;br /&gt;
wähle ich mir das, worüber ich nachdenken will. Die Wahl braucht&lt;br /&gt;
nicht einmal so schwierig zu sein, wie ich gerade gesagt habe. Darauf&lt;br /&gt;
kommt es zunächst gar nicht an, daß man durch schwierige Übungen&lt;br /&gt;
in seinen Denkprozeß hineinwirkt, sondern daß man sich herausreißt&lt;br /&gt;
aus dem, in was man hineingezogen wird durch das Leben.&lt;br /&gt;
Es muß nur etwas sein, was herausfällt aus dem, wohinein man gesponnen&lt;br /&gt;
wird durch den gewöhnlichen Tagesverlauf. Und wenn&lt;br /&gt;
man an Einfallslosigkeit leidet, wenn einem gerade nichts anderes&lt;br /&gt;
einfällt, so kann man sich zu Hilfe kommen, indem man ein Buch&lt;br /&gt;
aufschlägt und über das nachdenkt, was man gerade liest auf den ersten&lt;br /&gt;
Blick. Oder auch, man sagt sich: Ich werde heute einmal über&lt;br /&gt;
das nachdenken, was ich sah, als ich zu bestimmter Zeit vormittags&lt;br /&gt;
ins Geschäft gegangen bin und das ich sonst würde unberücksichtigt&lt;br /&gt;
gelassen haben. Es muß eben etwas sein, was aus dem gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Tageslauf herausfällt, worüber man sonst nicht nachgedacht hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Macht man solche Übungen systematisch immer und immer wieder,&lt;br /&gt;
dann tritt das ein, daß man Einfälle kriegt zur rechten Zeit, daß&lt;br /&gt;
einem zur richtigen Zeit das einfällt, was einem einfallen soll. Das&lt;br /&gt;
Denken wird dadurch in Beweglichkeit kommen, und das ist ungeheuer&lt;br /&gt;
bedeutungsvoll für den Menschen im praktischen Leben.|108|266f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirklichkeitsgemäßes Denken ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Wirklichkeitsgemäßes Denken}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immer wieder hat [[Rudolf Steiner]] darauf hingewiesen, dass es nicht ausreicht ein bloß [[Logik|logisch]] richtiges Denken auszubilden. Vielmehr käme es darauf an, ein [[wirklichkeitsgemäßes Denken]] zu pflegen, also ein denken, das auch der gegebenen [[Wirklichkeit]] angemessen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Zweierlei ist heute nötig, wenn man ein Urteil fällen will: erstens, daß das Urteil auf Grundlage einer richtigen logischen Methode aufgebaut ist - die Rechnungsmethode ist auch eine logische Methode -, zweitens, daß aber auch das Urteil aufgebaut ist auf eine sachgemäße Einsicht in die Wirklichkeit. Wirklichkeitsgemäß und logikgemäß muß ein Urteil sein. Das erstere vergißt man heute gewöhnlich, daher spielen in unserem gewöhnlichen wissenschaftlichen Leben die bloß logisch richtigen Urteile eine so große Rolle, die aber unter Umständen gar keine Anwendung auf die Wirklichkeit haben. Darauf kommt es der Geistesströmung an, als deren Repräsentant dieses Goetheanum dasteht: nicht nur logisch richtige Anschauungen zu haben, die dann auch zu Irrtümern führen können, sondern wirklichkeitsgemäße Anschauungen zu haben, solche, die wirklich eine Brücke schlagen zwischen dem, was im Menschen lebt als Weltanschauung, und dem, was sich draußen entwickelt als Wirklichkeit, denn solche wirklichkeitsgemäßen Anschauungen sind allein für das Leben zu gebrauchen. An solchen wirklichkeitsgemäßen Anschauungen kann allein unser so sehr in das Chaos hineintreibendes gegenwärtiges Leben wieder gesunden.|73a|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Sprache ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der [[Sprache]] lernt das Kind das Denken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ein richtig normal sich entwickelndes Kind lernt zuerst das Gehen,&lt;br /&gt;
nachher das Sprechen, und nachher erst das Denken. Es ist ganz falsch,&lt;br /&gt;
wenn man glaubt, daß der Mensch erst denkt und dann redet, sondern&lt;br /&gt;
er lernt zuerst die Sprache durch Nachahmung. Er ahmt die Wörter,&lt;br /&gt;
die er hört, nach, und erst in den Wörtern drinnen lernt er das Denken.&lt;br /&gt;
Der Mensch lernt erst an der Sprache das Denken. Deshalb hat die&lt;br /&gt;
ganze Menschheit so spät das Denken gelernt. Gesprochen haben auch&lt;br /&gt;
schon die Urvölker, aber denken gelernt haben die Menschen erst später.&lt;br /&gt;
An der Sprache haben sie denken gelernt.|349|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logik und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Logik|logische Denken]] ist eng an [[Natürliche Sprache|natürliche]] oder [[Formale Sprache|formale Sprachen]] gebunden, wobei mit formalen Sprachen ein höherer [[Abstraktion]]sgrad erreicht wird als mit natürlichen Sprachen, bei denen oft noch eine sehr weitgehende [[konkret]]e [[bild]]hafte [[Bedeutung]] mit den [[Wort]]en mitschwingt. Die sprachliche Form logischer Gedanken ist der [[Aussagesatz]]. Anknüpfend an [[Aristoteles]] sprach man schon in der [[Scholastik]] von einer eigenen &#039;&#039;Sprache des Geistes&#039;&#039; ([[Latein|lat.]] &#039;&#039;lingua mentis&#039;&#039;) als einer Art von innerem, stummen Sprechen in einer allen Menschen gemeinsamen [[mental]]en Sprache. [[Ludwig Wittgenstein]] meinte in diesem Sinn: &#039;&#039;„Alle Philosophie ist Sprachkritik.“&#039;&#039; In neuerer Zeit wurde die Idee einer universellen &#039;&#039;[[Wikipedia:Sprache des Geistes|Language of Thought]]&#039;&#039; von dem amerikanischen [[Philosoph]]en und [[Kognition]]swissenschaftler [[Wikipedia:Jerry Fodor|Jerry Fodor]] (* 1935) wieder aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist freilich zu bedenken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Auf eines muß zunächst aufmerksam gemacht werden.&lt;br /&gt;
Was im weitesten Umkreise unseres Lebens die Menschen verhindert,&lt;br /&gt;
Gedanken zu haben, das ist, daß die Menschen für den gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Gebrauch des Lebens gar nicht immer das Bedürfnis&lt;br /&gt;
haben, wirklich bis zum Gedanken vorzudringen, sondern daß sie&lt;br /&gt;
statt des Gedankens sich mit dem Worte begnügen. Das meiste von&lt;br /&gt;
dem, was man im gewöhnlichen Leben Denken nennt, verläuft&lt;br /&gt;
nämlich in Worten. Man denkt in Worten. Viel mehr, als man&lt;br /&gt;
glaubt, denkt man in Worten. Und viele Menschen sind, wenn sie&lt;br /&gt;
nach einer Erklärung von dem oder jenem verlangen, damit zufrieden,&lt;br /&gt;
daß man ihnen irgendein Wort sagt, das einen für sie bekannten&lt;br /&gt;
Klang hat, das sie an dieses oder jenes erinnert; und dann halten&lt;br /&gt;
sie das, was sie bei einem solchen Wort empfinden, für eine Erklärung&lt;br /&gt;
und glauben, sie hätten dann den Gedanken.&amp;quot; {{Lit|{{G|151|10f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder wie schon [[Goethe]] seinen [[Mephistopheles]] in [[Faust I]] so treffend sagen lässt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|align=&amp;quot;center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
MEPHISTOPHELES. Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen;&lt;br /&gt;
Denn eben, wo Begriffe fehlen,&lt;br /&gt;
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.&lt;br /&gt;
Mit Worten läßt sich trefflich streiten,&lt;br /&gt;
Mit Worten ein System bereiten,&lt;br /&gt;
An Worte läßt sich trefflich glauben,&lt;br /&gt;
Von einem Wort läßt sich kein Iota rauben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt aber auch andere Denkformen, die nicht unmittelbar an die Logik und an die Sprache gebunden sind. Dazu zählen vor allem rein [[Bild|bildhafte]] [[Gedanke]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der luziferische und ahrimanische Einfluss auf den Zusammenhang von Denken und Sprechen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hätten in der [[Erdentwicklung]] nur die [[Geister der Form]] gewirkt und nicht auch die [[luzifer]]ischen und [[ahriman]]ischen Mächte, so würde heute ein vollkommener Einklang zwischen Denken und Sprechen herrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie wäre Sprachentwickelung und wie wäre Gedankenentwickelung&lt;br /&gt;
im Erdendasein zur Entfaltung gekommen, wenn&lt;br /&gt;
nicht luziferische und ahrimanische Einflüsse gewirkt hätten? - Mit&lt;br /&gt;
anderen Worten: Wie würde der Mensch denken, und wie würde er&lt;br /&gt;
sprechen und das Gesprochene hören, wenn nur die Geister der&lt;br /&gt;
Form und ihre Diener die Erde schaffen und leiten würden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dies der Fall wäre, wenn kein luziferischer und ahrimanischer&lt;br /&gt;
Einfluß in der Erdenentwickelung sich zur Geltung gebracht&lt;br /&gt;
hätte, so würde von vornherein in dieser Erdenentwickelung ein&lt;br /&gt;
völliger Einklang gewesen sein zwischen dem Sprechen und dem&lt;br /&gt;
Denken. Wir müssen diesen Einklang erst wiederum durch eine gewisse&lt;br /&gt;
Objektivität suchen. Dadurch, daß wir nach und nach die&lt;br /&gt;
Sprache zum Zeichen machen müssen, dadurch wird das luziferischahrimanische&lt;br /&gt;
Element überwunden werden. Wäre es aber gar nicht&lt;br /&gt;
gekommen, so wäre ein inniger Einklang zwischen Sprechen und&lt;br /&gt;
Denken in der Menschheit zur Entfaltung gekommen; das heißt, es&lt;br /&gt;
wäre so gekommen, daß der Mensch eine Wahrnehmung, eine lebendige&lt;br /&gt;
Empfindung haben würde für das, was im Sprachlaut liegt,&lt;br /&gt;
für das, was im D, T, Th und so weiter liegt, was er ja heute nicht&lt;br /&gt;
hat. Es geht bei ihm das Sprechen neben dem Denken einher. Sie sehen&lt;br /&gt;
das ja schon daraus, daß wenigstens im wesentlichen die Mensehen&lt;br /&gt;
über die Erde hin, wenn sie eine gewisse Gestalt des Denkens&lt;br /&gt;
in bezug auf irgend etwas erlangt haben, in ihren Begriffen sich&lt;br /&gt;
nicht unterscheiden, wohl aber sich in ihren Worten unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies Einseitige des Denkens, das ganz und gar nicht in dem Sprechen&lt;br /&gt;
zum Ausdruck kommt, das müssen wir ins Auge fassen; denn&lt;br /&gt;
es ist etwas, das vom Sprechen schon abgezweigt ist. Das hätte mit&lt;br /&gt;
dem Sprechen in einem viel innigeren Zusammenhang erscheinen&lt;br /&gt;
müssen, wenn keine ahrimanisch-luziferischen Wirkungen in das&lt;br /&gt;
Erdendasein eingegriffen hätten. Die Menschen würden mit ihren&lt;br /&gt;
innersten Lebensempfindungen durchdringen das Sprachliche; sie&lt;br /&gt;
würden sozusagen in dem Laut drinnenstehen, aber im Laut drinnen&lt;br /&gt;
zu gleicher Zeit den Begriff, die Vorstellung erleben; beides nicht getrennt&lt;br /&gt;
empfinden, sondern beides als eines empfinden. So haben es&lt;br /&gt;
die Geister der Form für den Menschen veranlagt gehabt. Denn jenes&lt;br /&gt;
seelische Element - wohlgemerkt, jenes seelische Element, das&lt;br /&gt;
im Menschen auftritt, wenn er sich auf der einen Seite hingibt dem,&lt;br /&gt;
was ihm seine Vorstellungen geben, auf der anderen Seite dem, was&lt;br /&gt;
ihm das Sprechen gibt, also wenn er in dem Vorstellen aufgeht, und&lt;br /&gt;
wenn er im Sprechen aufgeht -, dieses Seelenelement, das haben die&lt;br /&gt;
Geister der Form ursprünglich den Erdenmenschen gar nicht zugedacht&lt;br /&gt;
gehabt, sondern sie haben ihm zugedacht die Einheit des Sprechens&lt;br /&gt;
und Denkens. Das Als-Eines-Erleben des Sprechens und Denkens&lt;br /&gt;
hatten sie ihm zugedacht. Wenn wir unser heutiges Auseinandergerissensein&lt;br /&gt;
von Sprechen und Denken ins Auge fassen, so&lt;br /&gt;
ist das eben durchaus auf die Einflüsse Luzifers und Ahrimans zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch empfindet heute nicht den besonderen Charakter&lt;br /&gt;
des M, des G und so weiter, sondern das ist ihm etwas geworden, das&lt;br /&gt;
er in ganz anderer Weise mit seiner Seele verbindet, als die Weise,&lt;br /&gt;
die Art ist, wie er seine Seele mit dem Denken verbindet. Die Geister&lt;br /&gt;
der Form und ihre dienenden Wesenheiten haben dem Menschen&lt;br /&gt;
ein viel selbstverständlicheres natürliches Dasein zugedacht,&lt;br /&gt;
als es der Mensch dann auf Erden hat erringen können. Die Geister&lt;br /&gt;
der Form haben dem Menschen zugedacht ein liebevolles Drinnenleben&lt;br /&gt;
- aber jetzt nicht in einem Sprechen, aus dem der Saft des Denkens&lt;br /&gt;
ausgepreßt ist, sondern in einem solchen Sprechen, das in sich&lt;br /&gt;
das Denken selber, ich möchte sagen, auf seinen Flügeln trägt. Solches&lt;br /&gt;
haben die Geister der Form den Menschen zugedacht gehabt.&lt;br /&gt;
Und es hätten nach den Intentionen der Geister der Form die Menschen&lt;br /&gt;
nicht sich unterscheiden sollen nach Sprach-Charakteren auf&lt;br /&gt;
der Erde, sondern der Unterschied der Nationen war von den Geistern&lt;br /&gt;
der Form so gedacht, daß er sich nur gründen sollte auf Natur-Untergrundlagen, auf geographische und klimatische Verschiedenheit.&lt;br /&gt;
Der Mensch sollte sich als Nation fühlen dadurch, daß er sich im&lt;br /&gt;
Zusammenhang gefühlt hätte mit gewissen, wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
in den Natur-Untergrundlagen seines Daseins wirkenden Mächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen wäre es, wenn die Intentionen der Geister der Form allein&lt;br /&gt;
ausgeführt worden wären, dem Menschen möglich geworden zu&lt;br /&gt;
verstehen, wenn er als Angehöriger der einen Nation dem Angehörigen&lt;br /&gt;
einer anderen Nation entgegengetreten wäre, fühlend zu verstehen&lt;br /&gt;
von vornherein, was in dem Worte liegt. Verschiedene Sprachen&lt;br /&gt;
würde es schon gegeben haben. Aber nicht wären die Menschen&lt;br /&gt;
in bezug auf das Verständnis der Sprachen verschieden gewesen;&lt;br /&gt;
sondern im Empfinden dessen, was in dem einzelnen Laut, in&lt;br /&gt;
dem einzelnen Buchstaben liegt, hätte zwar der Mensch die andere&lt;br /&gt;
Sprache gehört, aber er hätte nicht gehört das Ausgehülste des&lt;br /&gt;
Lautes, des Wortes; in dem Wort, in dem Laut drinnen hätte er die&lt;br /&gt;
Vorstellung gehört, auf den Flügeln des Wortes wäre ihm die Vorstellung&lt;br /&gt;
gekommen. Man versteht jetzt die fremde Sprache aus&lt;br /&gt;
dem Grunde nicht, weil in dem Worte ja die Vorstellungen gar&lt;br /&gt;
nicht drinnen liegen, weil die Worte enthülst sind von den Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist also ein Riß zwischen Sprechen und Vorstellen entstanden.|162|135f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurde das Wort seines geistigen Inhalts beraubt, der sich zum abstrakten Gedanken verflüchtigte. Dennoch ist dieser Riss keinesfalls nur negativ zu bewerten. Durch die Ablösung des äußerlich hörbaren von dem innerlich nur in der Vorstellung geformten Wort entstand erst jene Trennung von Innen- und Außenwelt, durch die sich das Denken als eigenständige Kraft entwickeln konnte und damit überhaupt erst das [[Ich-Bewusstsein]] ermöglichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begriff und Wort ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Textbox|&amp;lt;poem&amp;gt;Denn eben wo Begriffe fehlen,&lt;br /&gt;
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.&lt;br /&gt;
Mit Worten läßt sich trefflich streiten,&lt;br /&gt;
Mit Worten ein System bereiten,&lt;br /&gt;
An Worte läßt sich trefflich glauben,&lt;br /&gt;
Von einem Wort läßt sich kein Jota rauben.&amp;lt;/poem&amp;gt;|[[Goethe]], [[Faust I]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Begriff]]e sind durch den Einfluss der [[Widersachermächte]] also nicht identisch mit den [[Sprache|sprachlichen]] [[Bezeichnung]]en, die auf sie hindeuten, obwohl [[Worte]] häufig auch heute noch beim Denken als deren [[mental]]e Repräsentanten verwendet werden. Namentlich bei den [[Griechisch-Lateinische Kultur|Griechen]] waren [[Wort]] und Begriff noch kaum voneinander geschieden und Denken ein inneres, stummes Sprechen, gleichsam ein [[intellektuell]]es Selbstgespräch, das aber, wie sie teilweise noch sehr deutlich empfanden, nicht nur im [[Mensch]]en stattfindet, sondern auch in der [[Natur]] als die eigentliche [[Schöpferkraft]] waltet - ein Prinzip, das seine höchste Ausformung im Prolog des [[Johannesevangelium]]s findet (&#039;&#039;„Im Anfang war das Wort“&#039;&#039; {{B|Joh|1|1|LUT}}). Aber auch schon das [[Wikipedia:Altes Testament|Alte Testament]] lässt im [[Sechstagewerk]] die [[Schöpfung]] aus dem Wort der [[Elohim]] hervorgehen. Die Griechen unterschieden daher das ausgesprochene Wort ({{ELSalt|λόγος προφορικός}} &#039;&#039;[[logos prophorikos]]&#039;&#039;) von dem beim Denken nur innerlich stumm gesprochenen Wort ({{ELSalt|λόγος ἐνδιάθετος}} &#039;&#039;[[logos endiathetos]]&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was wir Denken nennen, hat sich&lt;br /&gt;
eigentlich herausentwickelt aus der Handhabung der&lt;br /&gt;
Sprache. Wer einen Sinn hat für das, was in der Sprache&lt;br /&gt;
eines Volkes wirksam ist, für das, was an Logik in der&lt;br /&gt;
Sprache wirkt, an Logik, in die wir uns während unserer&lt;br /&gt;
Kindheit hineinleben, und wer dann psychologischen&lt;br /&gt;
Sinn genug dazu hat, um das im Leben zu beobachten,&lt;br /&gt;
der wird finden, daß unser heutiges Denken eigentlich&lt;br /&gt;
aus dem hervorgeht, was die Sprache aus unserer Seelenkonstitution&lt;br /&gt;
macht. Ich möchte sagen, aus der Sprache&lt;br /&gt;
lösen wir allmählich die Gedanken und Gedankengesetzmäßigkeiten&lt;br /&gt;
heraus; unser heutiges Denken ist eine Gabe&lt;br /&gt;
des Sprechens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade das Denken, das eine Gabe des Sprechens&lt;br /&gt;
ist, das ist dasjenige Denken, das in der zivilisierten&lt;br /&gt;
Menschheit groß geworden ist seit den Tagen des&lt;br /&gt;
Kopernikus, des Galilei, des Giordano Bruno, das groß&lt;br /&gt;
geworden ist in den Zeiten, in denen die Menschheit vorzugsweise&lt;br /&gt;
ihre Aufmerksamkeit der Naturbetrachtung&lt;br /&gt;
im modernen Sinn zugewendet hat. Das Denken, das&lt;br /&gt;
auf Beobachtung und Experiment angewendet wird, das&lt;br /&gt;
muß, ich möchte sagen, so vertraut mit uns leben, daß&lt;br /&gt;
wir das, was wir mit der Sprache uns aneignen als ein allgemeines&lt;br /&gt;
Volksgut, ideell so verfeinern, daß es in uns&lt;br /&gt;
zum ideellen Gedanken wird, durch den wir dann die&lt;br /&gt;
Außenwelt ergreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir brauchen nur eine im Verhältnis zur gesamten&lt;br /&gt;
Menschheitsentwickelung kurze Zeitspanne zurückzugehen,&lt;br /&gt;
und wir finden etwas ganz anderes. Wir gehen&lt;br /&gt;
zum Beispiel zurück bis zum Griechentum. Wer sich&lt;br /&gt;
hineinzuversetzen weiß in das, was in der griechischen&lt;br /&gt;
Kunst, in der griechischen Dichtung, in der griechischen&lt;br /&gt;
Philosophie wirkte, was überhaupt zu uns herübertönt&lt;br /&gt;
aus dem Griechentum, der findet - auf ganz empirische&lt;br /&gt;
Weise ist das möglich -, daß der Grieche noch das, was&lt;br /&gt;
Gedanke war, innig mit dem Worte verwoben erlebte.&lt;br /&gt;
Gedanke und Wort waren eines. Man sprach, indem&lt;br /&gt;
man den Logosbegriff entwickelte, von etwas anderem,&lt;br /&gt;
als wovon wir sprechen, wenn wir von dem Gedanken&lt;br /&gt;
oder der Gedankenverbindung sprechen. Man sprach&lt;br /&gt;
von dem Gedanken so, daß dieser Gedanke das sprachliche&lt;br /&gt;
Element zu seiner selbstverständlichen Körperlichkeit&lt;br /&gt;
hatte. Ebensowenig wie wir in der physischen Welt&lt;br /&gt;
uns unsere Seele räumlich abgetrennt denken können&lt;br /&gt;
vom physischen Organismus, ebensowenig sonderte sich&lt;br /&gt;
für das griechische Bewußtsein der Gedanke vom Wort.&lt;br /&gt;
Man fühlte die beiden durchaus als ein Einheit, und auf&lt;br /&gt;
den Wogen der Worte strömte der Gedanke dahin.|83|91f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Begriff]] und [[Wort]] sind heute viel deutlicher voneinander geschieden, obwohl noch viel von der Bindung des Denkens an das Sprechen nachklingt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bis in die Physik und Mathematik hinein&lt;br /&gt;
wird ja heute in Worten gedacht, nicht in Sachen. In dieser Beziehung&lt;br /&gt;
sind ja die Menschen heute recht merkwürdig. Wenn einer ganz&lt;br /&gt;
gescheit sein will, dann zitiert er rasch: «Denn eben, wo Begriffe&lt;br /&gt;
fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein». - Es geschieht&lt;br /&gt;
das heute aber meistens aus dem Drang heraus, daß dem Betreffenden&lt;br /&gt;
selbst alle Begriffe ausgegangen sind: da stellt sich ihm nämlich&lt;br /&gt;
rasch das Goethesche Wort ein. Aber das merkt er dann nicht. Er&lt;br /&gt;
merkt nicht, daß er in dieser Untugend ganz bitter drinnen ist in&lt;br /&gt;
dem Moment, wo er sie rügt.|228|41f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was im weitesten Umkreise unseres Lebens die Menschen verhindert,&lt;br /&gt;
Gedanken zu haben, das ist, daß die Menschen für den gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Gebrauch des Lebens gar nicht immer das Bedürfnis&lt;br /&gt;
haben, wirklich bis zum Gedanken vorzudringen, sondern daß sie&lt;br /&gt;
statt des Gedankens sich mit dem Worte begnügen. Das meiste von&lt;br /&gt;
dem, was man im gewöhnlichen Leben Denken nennt, verläuft&lt;br /&gt;
nämlich in Worten. Man denkt in Worten. Viel mehr, als man&lt;br /&gt;
glaubt, denkt man in Worten. Und viele Menschen sind, wenn sie&lt;br /&gt;
nach einer Erklärung von dem oder jenem verlangen, damit zufrieden,&lt;br /&gt;
daß man ihnen irgendein Wort sagt, das einen für sie bekannten&lt;br /&gt;
Klang hat, das sie an dieses oder jenes erinnert; und dann halten&lt;br /&gt;
sie das, was sie bei einem solchen Wort empfinden, für eine Erklärung&lt;br /&gt;
und glauben, sie hätten dann den Gedanken.|151|10f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch heute wird das Denken noch häufig als ein inneres Sprechen erlebt, in dem die Begriffe mental durch innerlich erlebte Worte repräsentiert werden, doch kann heute viel bewusster erlebt werden, dass das &#039;&#039;eigentliche&#039;&#039; Denken, das dieses innere Sprechen hervorbringt und bestimmt, auf einer eigenen Metaebene darüber steht. Solange das Denken unmittelbar &#039;&#039;in&#039;&#039; der [[Sprache]] verhaftet bleibt, ist es noch kein allgemein menschliches, sondern bleibt mehr oder weniger an eine bestimmte [[Volksseele]] gebunden, wobei diese Bindung bei den verschiedenen Volkssprachen unterschiedlich stark ausgeprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir modernen Menschen müssen genau unterscheiden zwischen dem&lt;br /&gt;
Begriff und dem Worte. Es würde nur zum Unheil in der menschlichen&lt;br /&gt;
Besonnenheit führen, wenn wir nicht genau unterscheiden würden&lt;br /&gt;
zwischen dem, was im abstrakten Verstande innerlich lebt, und dem,&lt;br /&gt;
was im Worte lebt. Der abstrakte Verstand ist ja auch universell, allgemein&lt;br /&gt;
menschlich. Das Wort lebt in den einzelnen Volkssprachen.&lt;br /&gt;
Wir können schon unterscheiden zwischen dem, was da lebt im Begriffe,&lt;br /&gt;
in der Idee und im Worte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man das, was uns von den Griechen rein historisch vorliegt,&lt;br /&gt;
richtig verstehen, so kommt man nicht zurecht, wenn man den Griechen&lt;br /&gt;
diesen selben Unterschied zuschreibt, wie wir ihn entwickeln im&lt;br /&gt;
Unterscheiden zwischen Begriff und Wort. Die Griechen unterschieden&lt;br /&gt;
nicht mit derselben Stärke Begriff, Idee und Wort. Wenn sie sprachen,&lt;br /&gt;
lebte für sie das, was in der Idee lebt, auf den Flügeln des Wortes. Sie&lt;br /&gt;
glaubten in das Wort hineinzulegen den Begriff. Wenn sie dachten,&lt;br /&gt;
dachten sie nicht in einer abstrakten, intellektualistischen Weise wie&lt;br /&gt;
wir. Es ging durch ihre Seele etwas wie der allerdings unhörbare, aber&lt;br /&gt;
doch Laut des Wortes. Es klang unhörbar in ihnen. Das Wort lebte,&lt;br /&gt;
nicht der abstrakte Begriff.&amp;quot; {{Lit|{{G|206|174}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Jene Trennung, die wir heute psychologisch vollziehen&lt;br /&gt;
müssen zwischen dem Worte und dem Inhalte der Vorstellung&lt;br /&gt;
- besonders bei Betrachtung des Mathematisierens&lt;br /&gt;
tritt das mit aller Klarheit hervor —, ist in älteren Zeiten&lt;br /&gt;
nicht gemacht worden. Und gerade auf diese Unterscheidung&lt;br /&gt;
kam zuerst Aristoteles. Er hob innerhalb des Seelenlebens&lt;br /&gt;
dasjenige, was Vorstellung, Begriff ist, aus dem&lt;br /&gt;
Gewebe der Sprache heraus, machte es für die Erkenntnis&lt;br /&gt;
zu etwas abgesondert Vorliegendem. Dadurch aber drängte&lt;br /&gt;
er wiederum dasjenige, was in der Sprache lebt, weiter in&lt;br /&gt;
das Unbewußte hinunter, als es vorher war. Es wurde&lt;br /&gt;
gewissermaßen ein Abgrund für die Erkenntnis geschaffen&lt;br /&gt;
zwischen dem Begriff oder der Vorstellung und dem Worte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je weiter wir nämlich zurückgehen in der Betrachtung&lt;br /&gt;
der menschlichen Sprache, desto mehr finden wir, daß in&lt;br /&gt;
der Auffassung des Menschen Wort und Begriff oder Vorstellung&lt;br /&gt;
als eines erlebt werden, daß der Mensch gewissermaßen&lt;br /&gt;
das, was er denkt, innerlich hört, daß er ein Wortbild,&lt;br /&gt;
nicht so sehr ein Gedankenbild hat. Der Gedanke&lt;br /&gt;
wird draußen an die Sinneswahrnehmungen und drinnen&lt;br /&gt;
an das Wort geknüpft. Dadurch aber war auch für diese&lt;br /&gt;
älteren Zeiten eine gewisse Empfindung vorhanden, die&lt;br /&gt;
sich etwa so charakterisieren läßt: Indem die Menschen&lt;br /&gt;
sich in ihren Worten aussprachen, fühlten sie, als ob das,&lt;br /&gt;
was in ihren Worten widerklingt, unmittelbar auf eine&lt;br /&gt;
im Instinktiven verborgene, unterbewußte Art von den&lt;br /&gt;
Dingen in ihre Sprache hineingelangt wäre. Sie fühlten&lt;br /&gt;
gewissermaßen, daß ein realer Vorgang sich abspielt zwischen&lt;br /&gt;
dem, was in den Dingen und namentlich in den Tatsachen&lt;br /&gt;
lebt, und dem, was innerlich den Impuls zum Erklingen&lt;br /&gt;
des Wortes bildet. Sie fühlten einen solchen realen&lt;br /&gt;
Zusammenhang, wie der Mensch heute noch einen realen&lt;br /&gt;
Zusammenhang zwischen den Stoffen fühlt, die draußen&lt;br /&gt;
sind, sagen wir Ei, Kalbfleisch, Salat, und dem, was dann&lt;br /&gt;
in seinem Inneren mit dem Inhalte dieser Stoffe sich abspielt,&lt;br /&gt;
wenn er verdaut. Er wird in diesem Vorgang, der&lt;br /&gt;
sich abspielt vom Draußensein der Stoffe zu dem, was&lt;br /&gt;
drinnen in der Verdauung geschieht, einen realen Vorgang&lt;br /&gt;
sehen. Diesen realen Vorgang erlebt er unterbewußt. So&lt;br /&gt;
unterbewußt - wenn auch viel deutlicher, von einem gewissen&lt;br /&gt;
dämmerigen Bewußtsein schon durchzogen — war&lt;br /&gt;
dasjenige, was man an der Sprache erlebte. Man hatte die&lt;br /&gt;
Empfindung, daß etwas, was in den Dingen lebt, mit den&lt;br /&gt;
Lauten, mit den Worten verwandt ist. Wie die Substanzen&lt;br /&gt;
der Stoffe, die man ißt, mit dem, was innerlich im Menschen&lt;br /&gt;
im Stoffwechsel geschieht, zusammenhängen, so&lt;br /&gt;
empfand man einen inneren Zusammenhang zwischen&lt;br /&gt;
dem, was in den Dingen und Tatsachen vorgeht, was&lt;br /&gt;
wortähnlich ist, und dem, was innerlich als Wort erklingt.&lt;br /&gt;
Und indem Aristoteles das, was man da als einen realen&lt;br /&gt;
Vorgang empfand, ins Bewußtsein heraufhob, wo die Begriffe&lt;br /&gt;
spielen, war für die Sprache dasselbe geleistet, was&lt;br /&gt;
ein Mensch leistet, der darüber nachdenkt, was die Substanzen&lt;br /&gt;
der Stoffe in seinem Organismus anfangen. Etwas&lt;br /&gt;
weiter voneinander entfernt ist allerdings das Denken&lt;br /&gt;
über die Verdauung von dem realen Verdauungsvorgange&lt;br /&gt;
selbst als das Denken von der Sprache. Aber eine Vorstellung&lt;br /&gt;
von dem entsprechenden Verhältnis kann man gewinnen,&lt;br /&gt;
wenn man sich diese Vorstellung dadurch verdeutlicht,&lt;br /&gt;
daß man von einem Naheliegenderen zu einem&lt;br /&gt;
Entfernteren und in der Entfernung Deutlicherwerdenden&lt;br /&gt;
übergeht.&amp;quot; {{Lit|{{G|76|122ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die unterschiedliche Beziehung von Sprache und Denken in den europäischen Volkssprachen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bedenken Sie nur, wie schwierig es zum Beispiel ist, das Folgende zu&lt;br /&gt;
erkennen - was damit gemeint ist, ist keine trockene Theorie, sondern&lt;br /&gt;
liegt dem Leben zugrunde - : Es gibt ein gewisses Verhältnis in der Seele&lt;br /&gt;
zwischen der Vorstellung und dem Worte. Das ist eine Tatsache, die&lt;br /&gt;
ich Ihnen jetzt angebe. Nehmen wir an, im Seelengefüge läge das Wort&lt;br /&gt;
gewissermaßen auf diesem Felde, der Gedanke auf diesem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_209a.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 209]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache ist nun so, daß das französische Volkstum die Tendenz hat,&lt;br /&gt;
den Gedanken bis zum Worte herunterzudrangen, das heißt, indem&lt;br /&gt;
gesprochen wird, in das Gesprochene den Gedanken hineinzudrücken.&lt;br /&gt;
Daher so leicht gerade auf diesem Felde das Sich-Berauschen am Worte,&lt;br /&gt;
das Sich-Berauschen an der Phrase geschieht, wobei ich Phrase durchaus&lt;br /&gt;
im guten Sinne meine:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_209b.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 209]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das englische Volkstum nun drückt den Gedanken unter das Wort herunter,&lt;br /&gt;
so daß der Gedanke das Wort durchsetzt und jenseits des Wortes&lt;br /&gt;
Realität sucht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_210a.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 210]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Deutsche hat die Eigentümlichkeit, nicht bis zum Worte zu gehen&lt;br /&gt;
mit dem Gedanken. Und nur durch diese Tatsache sind Philosophen,&lt;br /&gt;
die sonst nirgends in der Welt möglich gewesen wären, wie &#039;&#039;[[Fichte]]&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Schelling]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Hegel]]&#039;&#039;, möglich geworden, daß das Deutsche nicht bis zum&lt;br /&gt;
Worte den Gedanken trägt, sondern den Gedanken im Gedanken erhält.&lt;br /&gt;
Dadurch aber werden sich die Menschen sehr leicht mißverstehen&lt;br /&gt;
können. Denn ein wirklich richtiges Übersetzen ist ja nicht möglich,&lt;br /&gt;
ist immer nur Surrogat. Es gibt keine Möglichkeit, das, was Hegel gesagt&lt;br /&gt;
hat, auch auf englisch zu sagen oder auf französisch. Das ist ganz&lt;br /&gt;
ausgeschlossen, solche Übersetzungen können immer nur ein Surrogat&lt;br /&gt;
sein. Eine Verständnismöglichkeit ist nur dadurch vorhanden, daß gewisse&lt;br /&gt;
romanische Grundelemente noch durchgängig sind, denn ob man&lt;br /&gt;
sagt «association», französisch, oder «association», englisch, ist gleich,&lt;br /&gt;
das geht alles zurück auf das Romanische. In solchen Dingen werden&lt;br /&gt;
Brücken gebaut. Aber jedes Volkstum hat seine besondere Mission, und&lt;br /&gt;
man kann ihm nur beikommen aus der Sehnsucht heraus, zu einem&lt;br /&gt;
solchen Verständnis zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das slawische Volkstum stößt den Gedanken in das Innere zurück&lt;br /&gt;
und hat ihn hier:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA173_210b.gif|center|500px|Zeichnung aus [[GA 173]], S. 210]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort liegt das Wort dem Gedanken ganz fern, es schwebt wie abgesondert&lt;br /&gt;
von ihm.&lt;br /&gt;
Die stärkste Koinzidenz zwischen Gedanke und Wort, so daß der&lt;br /&gt;
Gedanke verschwindet gegenüber dem Worte, ist im Französischen.&lt;br /&gt;
Das stärkste Selbstausleben des Gedankens ist im Deutschen, weshalb&lt;br /&gt;
auch nur im Deutschen das Wort einen Sinn hat, das Hegel und Hegelianer&lt;br /&gt;
geprägt haben: «Das Selbstbewußtsein des Gedankens.» Was&lt;br /&gt;
für den Nichtdeutschen ein Abstraktum ist, ist für den Deutschen das&lt;br /&gt;
größte Erlebnis, das er haben kann, wenn er es im lebendigen Sinne&lt;br /&gt;
versteht. Das Deutsche geht darauf aus, die Ehe zu begründen zwischen&lt;br /&gt;
dem Spirituellen an sich und dem Spirituellen des Gedankens. Nirgends&lt;br /&gt;
in der Welt, in keinem Volkstum kann das erreicht werden außer im&lt;br /&gt;
deutschen.|173|209ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Englisch-Sprechen ist noch viel mehr&lt;br /&gt;
eine Tätigkeit, wo im Sprechen, im Lautentwickeln selber gedacht&lt;br /&gt;
wird, während das Hochdeutsch-Sprechen etwas ist, wo im Lautentwickeln&lt;br /&gt;
nicht gedacht wird, sondern das Denken als eine Parallelerscheinung&lt;br /&gt;
neben der Lautentwickelung einhergeht. Überhaupt, die&lt;br /&gt;
westlichen Sprachen haben sich noch viel mehr bewahrt von diesem&lt;br /&gt;
Zusammengehören, von diesem instinktmäßigen Zusammengehören&lt;br /&gt;
von Laut und Vorstellung als die mitteleuropäischen Sprachen. Und&lt;br /&gt;
daher haben auch die westeuropäischen Sprachen eine solch starre&lt;br /&gt;
Form angenommen. Man kann kaum irgendwie etwas in den westeuropäischen&lt;br /&gt;
Sprachen formulieren, ohne daß einem gesagt wird: Das&lt;br /&gt;
kann man nicht sagen, so drückt man sich nicht aus. - Das ist eine&lt;br /&gt;
Sache, die es im Hochdeutschen so nicht gibt. Da kann man beinahe&lt;br /&gt;
alles sagen: da kann man das Subjekt da hinstellen, dort hinstellen,&lt;br /&gt;
denn der Gedanke geht mehr parallel mit dem Lautbestande als in den&lt;br /&gt;
westlichen Sprachen. Nur indem wir an ältere Stufen unserer Sprachbildung&lt;br /&gt;
herankommen, kommen wir auch immer mehr und mehr zu&lt;br /&gt;
einem strengen Verbundensein von Vorstellung und Lautbestand, und&lt;br /&gt;
daher können wir an unseren älteren Stufen und Dialekten das studieren,&lt;br /&gt;
was bei den westlichen Sprachen heute noch immer als ein Atavismus&lt;br /&gt;
vorhanden ist.|299|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Traum, Abstraktion, Imagination ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bildlose abstrakte Denken, wie es heute in den [[Wissenschaft]]en und immer mehr auch im Alltagsleben gepflegt wird, ist nur eine Durchgangsstufe in der menschheitlichen Entwicklung. Ihm ging ein [[traum]]artiges bildhaftes Denken voran, das sich etwa in den [[Mythologie]]en der verschiedenen Völker niederschlug. Zukünftig wird sich in Form der [[Imagination]] ein vollkommen waches [[Bilderbewusstsein]] entwickeln, bei dem das [[Selbstbewusstsein]], das im [[Traum]] weitgehend verloren geht, voll gewahrt bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Aber dieses abstrakte Denken ist nur eine Entwickelungsphase&lt;br /&gt;
im Leben der Menschheit. Ihm geht ein bildhaftes, mit&lt;br /&gt;
den Dingen verbundenes und in den Menschentaten pulsierendes&lt;br /&gt;
Denken voraus. Im bewußten Menschenleben wirkt dieses&lt;br /&gt;
Denken allerdings traumhaft, aber es ist der Schöpfer aller&lt;br /&gt;
Frühstadien der Kulturen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch dieses abstrakte Denken ist nur eine Durchgangs stufe&lt;br /&gt;
der denkerischen Fähigkeit. Wer es in seiner völligen Reinheit&lt;br /&gt;
erlebt hat, wer seine Kälte und Kraftlosigkeit, aber auch seine&lt;br /&gt;
Durchsichtigkeit mit vollem menschlichen Anteil in sich aufgenommen&lt;br /&gt;
hat, der kann bei ihm nicht stehen bleiben. Es ist&lt;br /&gt;
ein totes Denken; aber es kann zum Leben erweckt werden.&lt;br /&gt;
Es hat die Bildhaftigkeit verloren, die es als Traumerlebnis gehabt&lt;br /&gt;
hat; aber es kann diese wieder erringen im Lichte eines&lt;br /&gt;
intensiveren Bewußtseins. Von traumhafter Bildlichkeit durch&lt;br /&gt;
vollbewußte Abstraktion zur ebenso vollbewußten Imagination:&lt;br /&gt;
das ist der Entwickelungsgang des menschlichen Denkens.&lt;br /&gt;
Der Aufstieg zu dieser bewußten Imagination steht als&lt;br /&gt;
Zukunftsaufgabe vor der abendländischen Menschheit. Goethe&lt;br /&gt;
hat einen Anfang damit gemacht, indem er für das Verständnis&lt;br /&gt;
der Pflanzengestaltung das Ideenbild der Urpflanze&lt;br /&gt;
forderte. Und dieses imaginative Denken kann wieder Impulse&lt;br /&gt;
des Handelns aus sich heraustreiben.|36|88f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken im Gespräch mit dem Engel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir denken nicht nur, sondern wir werden zugleich auch gedacht von den [[Angeloi]]. Sie denken unser [[Bewusstsein]] und umfassen dabei nicht nur den einzelnen Gedanken, sondern unsere ganze Gedankenwelt. Denken im Gespräch mit dem Engel heißt, sich dessen bewusst zu werden, dass wir von ihm gedacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir Menschen denken. Wir glauben zunächst, nur&lt;br /&gt;
unsere Gedanken zu erleben. Aber indem unsere Gedanken durch unsere Seele&lt;br /&gt;
ziehen, leben in unseren Gedanken die Angeloi in Wirklichkeit darinnen. Und wie&lt;br /&gt;
wir mit unseren Sinnen empfinden, wie wir irgend etwas angreifen, erfassen, so&lt;br /&gt;
leben in unserem Denken - das ist ihr Empfinden - die Angeloi drinnen. Sie&lt;br /&gt;
bringen uns das zum Bewußtsein. Und ebenso wie empfinden in unserem Denken&lt;br /&gt;
die Angeloi, so erleben in unserem Fühlen die Archangeloi und so schauen in&lt;br /&gt;
unserem Wollen die Archai.|270b|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nehmen wir einmal einen Gedanken, also das, was wir als Menschen denken. Zunächst sind diese Gedanken in unserem Bewußtsein, aber sie sind nicht bloß in unserem Bewußtsein. Sie sind zugleich in dem&lt;br /&gt;
Bewußtsein der Wesen der nächsthöheren Hierarchie, der Angeloi, der Engel. Während wir einen Gedanken haben, ist unsere ganze Gedankenwelt zum Beispiel Gedanke der Engel. Die Engel denken unser&lt;br /&gt;
Bewußtsein. Und darum werden Sie erkennen, wie man, wenn man zum Sehertum aufsteigt, eine andere Empfindung gegenüber dem Anschauen der Wesen der höheren Welten entwickeln muß als in der&lt;br /&gt;
gewöhnlichen äußeren Wirklichkeit. Wenn man so wie über die physisch-sinnliche Welt, über das irdische Dasein denkt, kann man nicht zu einem höheren Sehertum hinaufkommen. Man muß da nicht bloß denken, sondern man muß gedacht werden und ein Wissen davon haben, daß man gedacht wird.|148|307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Ägyptisch-Chaldäische Kultur|ägyptisch-chaldäischen Zeit]], im Zeitalter der [[Empfindungsseele]], ehe die [[Verstandesseele]] erwacht war, fühlte man das Denken noch als eine von den Engeln [[Inspiration|inspirierte]] Gabe. Selbst im [[Frühmittelalter]] bis ins [[Wikipedia:9. Jahrhundert|9. Jahrhundert]] konnten das noch [[christlich]]e Denker wie [[Johannes Scottus Eriugena]] nachempfinden, obwohl bereits ihr auf den [[Verstand]] gegründetes [[Spekulation|spekulatives]] und daher oft auch dem [[Irrtum]] verfallenes [[Eigendenken]] erwacht war. Deutlich fühlte Eriugena sich aber auch noch in der [[Wahrheit|wahren]] [[Erkenntnis]] von einer Engelwesenheit durchdrungen. Sein Denken wurde damit zu einer Art von innerem Zwiegespräch mit dem Engel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bei Johannes Scotus ist es so, daß er in diesem Zwiespalt&lt;br /&gt;
lebt. Er kann bloß denken; aber wenn dieses Denken zum Erkennen&lt;br /&gt;
wird, da fühlt er, da ist noch etwas da von den alten Mächten, welche&lt;br /&gt;
den Menschen durchdrungen haben in der alten Art der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
Er fühlt den Engel, den Angelos in sich. Daher sagt er, der Mensch&lt;br /&gt;
erkenne als Engel. Es war Erbstück aus den alten Zeiten, daß in&lt;br /&gt;
dieser Zeit der Verstandeserkenntnis ein solcher Geist wie Scotus&lt;br /&gt;
Erigena noch sagen konnte, der Mensch erkenne wie ein Engel. In&lt;br /&gt;
den Zeiten der ägyptischen, der chaldäischen Zeit, in den älteren&lt;br /&gt;
Zeiten der hebräischen Zivilisation würde niemand etwas anderes&lt;br /&gt;
gesagt haben, als: Der Engel erkennt in mir, und ich nehme&lt;br /&gt;
Teil als Mensch an der Erkenntnis des Engels. Der Engel wohnt in&lt;br /&gt;
mir, der erkennt, und ich mache das mit, was der Engel erkennt. -&lt;br /&gt;
Das war in der Zeit, als noch kein Verstand da war. Als dann der&lt;br /&gt;
Verstand heraufgekommen war, da mußte man das mit dem&lt;br /&gt;
Verstande durchdringen; aber es war eben in Scotus Erigena&lt;br /&gt;
noch ein Bewußtsein von diesem Durchdrungensein mit der Angelosnatur.|204|269f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johannes Scottus Eriugena]] schreibt in seinem Hauptwerk «[[Über die Einteilung der Natur]]»:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wenn du die wechselseitige Verbindung und Einheit der geistigen und vernünftigen Naturen aufmerksam&lt;br /&gt;
betrachtest, so wirst du in der That finden, dass sowohl die&lt;br /&gt;
englische Wesenheit in der menschlischen, als die menschliche in der englischen mitgegründet ist. In jeder vollzieht sich, was der reine Verstand auf das Vollkommenste&lt;br /&gt;
erkennt, und wird in jeder eins und dasselbe bewirkt. So&lt;br /&gt;
gross nämlich war die Gemeinschaft der englischen und&lt;br /&gt;
menschlichen Natur und würde es auch geblieben sein,&lt;br /&gt;
wenn der erste Mensch nicht gesündigt hätte, dass aus&lt;br /&gt;
beiden Eins wurde, was auch bei den hervorragendsten&lt;br /&gt;
Menschen, deren Erstlinge unter den Himmlischen sind,&lt;br /&gt;
bereits zu geschehen beginnt. Denn der Engel entsteht&lt;br /&gt;
im Menschen durch den Begriff des Engels, der im&lt;br /&gt;
Menschen ist, und der Mensch entsteht im Engel durch&lt;br /&gt;
den im Menschen gegründeten Begriff des Engels. Wer&lt;br /&gt;
nämlich, wie ich sagte, den reinen Begriff hat, wird&lt;br /&gt;
in dem, was er begreift. Die geistige und vernünftige&lt;br /&gt;
Engelnatur ist also in der geistigen und vernünftigen&lt;br /&gt;
menschlichen Natur ebenso geworden, wie die menschliche&lt;br /&gt;
in der englischen durch gegenseitiges Begreifen, worin&lt;br /&gt;
der Mensch den Engel und der Engel den Menschen begreift. Dies ist auch gar nicht wunderbar; denn auch&lt;br /&gt;
wir selbst werden, indem wir uns mit einander unterreden,&lt;br /&gt;
gegenseitig in einander verwandelt. Indem ich nämlich&lt;br /&gt;
begreife, was du begreifst, werde ich dein Begriff&lt;br /&gt;
und bin auf unaussprechliche Weise in dich aufgenommen&lt;br /&gt;
worden. Ebenso wenn du rein begreifst, was ich durchaus begreife, wirst du mein Begriff und aus den&lt;br /&gt;
beiden Begriffen wird einer, welcher aus dem, was&lt;br /&gt;
wir beide lauter und unverweilt begreifen, gebildet ist.&lt;br /&gt;
Nehmen wir ein Beispiel aus den Zahlen zu Hülfe, so&lt;br /&gt;
begreifst du, dass die Sechszahl in ihren Theilen gleich&lt;br /&gt;
ist, und ich begreife dies ebenso, und ich begreife deinen,&lt;br /&gt;
wie du meinen Begriff begreifst. Unser beider Begriff wird ein durch die Sechszahl gebildeter einiger,&lt;br /&gt;
und dadurch werde ich nicht blos in dir, sondern auch du&lt;br /&gt;
in mir geschaffen. Denn wir sind nicht etwas Anderes,&lt;br /&gt;
als unser Begriff, und unsere wahre und höchste&lt;br /&gt;
Wesenheit ist ein Begriff, welcher sich in der Betrachtung der Wahrheit beurkundet. Dass aber solcher&lt;br /&gt;
Begriff nicht blos in gleichwesentlichen, sondern&lt;br /&gt;
auch in untergeordneten Naturen sich entwickeln kann,&lt;br /&gt;
sobald die Liebe vermittelnd eintritt, dies lehren die Worte&lt;br /&gt;
des Apostels, welcher die Meinung, als ob unser Begriff&lt;br /&gt;
sichtbare Formen liebe, mit der Mahnung ablehnt:&lt;br /&gt;
Werdet nicht gleich dieser Welt! In solchem Sinn wird&lt;br /&gt;
also ganz sachgemäss gesagt, dass in gegenseitigem&lt;br /&gt;
Begreifen der Mensch im Engel und der Engel im Menschen geschaffen werde, und dass auch der Engel dem&lt;br /&gt;
Menschen in keinem Verhältniss irgendwie vorangehe, wird&lt;br /&gt;
gleichfalls richtig geglaubt und eingesehen, mag auch nach&lt;br /&gt;
der Darstellung des Propheten die Schöpfung der engelischen&lt;br /&gt;
Natur, wie Viele wollen, früher oder später, als die&lt;br /&gt;
Schöpfung der menschlichen Natur geschehen sein.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, Ludwig Noack (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Zweite Abtheilung, S. 61ff [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=492&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sehr erlebt Eriugena also noch die [[geist]]ige [[Wirklichkeit]] des Denkens, dass er sagen kann, dass der Engel in ihm - und zwar nicht als [[Abbild]], sondern als Wirklichkeit - entsteht, wenn er ihn denkt und der Mensch nicht minder im Engel entsteht, wenn der Mensch den [[Begriff]] des Engels bildet! Und so für alle [[Wesen]]. [[Erkenntnis]] ist nicht bloß wesenloser Abglanz des [[Sein]]s, sondern das wahre Sein selbst. In diesem Sinn ist es auch zu verstehen, wenn oben gesagt wurde, dass der Mensch als [[Bild und Gleichnis Gottes]] die gesamte Schöpfung umspannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Denn die Gedanken der Dinge sind wahrhaft die Dinge&lt;br /&gt;
selbst, wie der heilige Dionysius sagt: „die Erkenntniss&lt;br /&gt;
des Seienden ist das Seiende selbst;“ aber ihre uranfänglichen Ursachen und Gründe werden durch Denkthätigkeit,&lt;br /&gt;
nicht durch die Dinge selbst zur Vereinigung geführt.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, Ludwig Noack (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 133f [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=140&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Engel stehen damit für Eriugena auf gleicher Stufe; eben dadurch können sie einander wechselseitig erkennen. Doch ist diese Erkenntnis, wie auch ihre jeweilige [[Selbsterkenntnis]], niemals vollständig. Denn um sich selbst vollständig erkennen, d.h. [[Definition|definieren]], umgrenzen zu können, müsste man sich selbst überragen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich glaube, dass Keiner von Beiden sich selber,&lt;br /&gt;
noch auch Einer den Andern definieren kann. Denn wenn&lt;br /&gt;
der Mensch sich selber oder einen Engel definiert, so ist&lt;br /&gt;
er grösser als er selber oder als der Engel; denn das&lt;br /&gt;
Definirende ist ein Grösseres als das Definierte. Dasselbe&lt;br /&gt;
findet beim Engel statt. Ich glaube deshalb, dass diese&lt;br /&gt;
Beiden allein von Dem, der sie nach seinem Bilde geschaffen hat, definiert werden können.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, Ludwig Noack (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 63 [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=70&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der ganzheitliche Charakter des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was uns die Wahrnehmungswelt so rätselhaft macht, ist, dass sie sich uns, solange wir uns des Denkens enthalten, als eine Welt zusammenhanglos erscheinender Einzelheiten darbietet. Erst das Denken schlägt Verbindungsfäden zwischen den einzelnen Elementen und verknüpft sie zu einem sinnvollen Ganzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ein Ding erklären, verständlich machen heißt nichts anderes, als es in den Zusammenhang hineinversetzen, aus dem es durch die oben geschilderte Einrichtung unserer Organisation herausgerissen ist. Ein von dem Weltganzen abgetrenntes Ding gibt es nicht. Alle Sonderung hat bloß subjektive Geltung für unsere Organisation. Für uns legt sich das Weltganze auseinander in: oben und unten, vor und nach, Ursache und Wirkung, Gegenstand und Vorstellung, Stoff und Kraft, Objekt und Subjekt usw. Was uns in der Beobachtung an Einzelheiten gegenübertritt, das verbindet sich durch die zusammenhängende, einheitliche Welt unserer Intuitionen Glied für Glied; und wir fügen durch das Denken alles wieder in eins zusammen, was wir durch das Wahrnehmen getrennt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätselhaftigkeit eines Gegenstandes liegt in seinem Sonderdasein. Diese ist aber von uns hervorgerufen und kann, innerhalb der Begriffswelt, auch wieder aufgehoben werden.&amp;quot; {{Lit|{{G|4|95}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken verknüpft also die Wahrnehmungen miteinander und verbindet sie mit den zugehörigen Begriffen. Und auch die durch das Denken gebildeten Begriffe bleiben nicht vereinzelt stehen, sondern schließen sich zu umfangreicheren Begriffen und Begriffssystemen zusammen, die wir als [[Idee]]n bezeichnen, die alle letztlich in der einen einzigen Idee schlechthin wurzeln. Zurecht sagt daher Goethe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Idee ist ewig und einzig; daß wir auch den Plural brauchen, ist nicht wohlgetan. Alles, was wir gewahr werden und wovon wir reden können, sind nur Manifestationen der Idee; Begriffe sprechen wir aus, und insofern ist die Idee selbst ein Begriff.&amp;quot; {{Lit|Goethe: &#039;&#039;Maximen und Reflexionen&#039;&#039;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analytisches und synthetisches Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethes Worte unterstreichen den fundamental ganzheitlichen, synthetischen Charakter des Denkens, der heute aber zumeist übersehen wird, weil wir gewohnt sind, vorwiegend &#039;&#039;analytisch&#039;&#039; zu denken. Das analytische Denken ist notwendig, um einzelne Begriffe aus der Gesamtidee herauszusondern, damit sie uns besonders deutlich und klar bewusst werden. Sie bleiben aber bedeutungslos, wenn sie nicht letztlich wieder dem Ganzen eingegliedert werden, mit dem sie in der Wirklichkeit untrennbar verbunden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das diskursive Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das diskursive, logisch ableitende Denken ist heute im Zeitalter des [[Intellekt]]s das weithin verbreitetste. Es ist eng an die [[Sprache]] gebunden, weitgehend bildlos abstrakt und schreitet konsequent in lückenloser Folge ohne logische Sprünge über logische [[Schluß|Schlüsse]] und [[Urteil]]e zu den [[Begriff]]en vorwärts. Nur im logischen Schließen sind wir stets vollwach. Urteile sinken sehr schnell in das [[Traumbewusstsein]], in dem auch das [[Gefühl]] beständig lebt, herab und werden so zu Seelengewohnheiten. Begriffe steigen sogar bis in das [[Schlafbewusstsein]] hinunter, wo auch der menschliche [[Wille]] wirkt. Hier werden sie zu einer gestaltenden Kraft, die bis in den [[Physischer Leib|physischen Leib]] hineinwirkt. Das zu berücksichtigen, ist für vor allem für die [[Pädagogik]] von größter Bedeutung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Indem wir uns logisch, das heißt denkend-erkennend betätigen, haben wir in dieser Betätigung immer drei Glieder. Erstens haben wir immerfort dasjenige in unserem denkenden Erkennen drinnen, was wir Schlüsse nennen. Für das gewöhnliche Leben äußert sich ja das Denken in der Sprache. Wenn Sie das Gefüge der Sprache überblicken, werden Sie finden: indem Sie sprechen, bilden Sie fortwährend Schlüsse aus. Diese Tätigkeit des Schließens ist die allerbewußteste im Menschen. Der Mensch würde sich durch die Sprache nicht äußern können, wenn er nicht fortwährend Schlüsse sprechen würde; er würde nicht das, was der andere zu ihm sagt, verstehen können, wenn er nicht fortwährend Schlüsse in sich aufnehmen könnte. Die Schullogik zergliedert gewöhnlich die Schlüsse; dadurch verfälscht sie sie schon, insofern die Schlüsse im gewöhnlichen Leben vorkommen. Die Schullogik bedenkt nicht, daß wir schon einen Schluß ziehen, wenn wir ein einzelnes Ding ins Auge fassen. Denken Sie sich, Sie gehen in eine Menagerie und sehen dort einen Löwen. Was tun Sie denn zuallererst, indem Sie den Löwen wahrnehmen? Sie werden zuallererst das, was Sie am Löwen sehen, sich zum Bewußtsein bringen, und nur durch dieses Sich-zum-Bewußtsein-Bringen kommen Sie mit Ihren Wahrnehmungen gegenüber dem Löwen zurecht. Sie haben im Leben gelernt, ehe Sie in die Menagerie gegangen sind, daß solche Wesen, die sich so äußern wie der Löwe, den Sie jetzt sehen, «Tiere» sind. Was Sie da aus dem Leben gelernt haben, bringen Sie schon mit in die Menagerie. Dann schauen Sie den Löwen an und finden: der Löwe tut eben auch das, was Sie bei den Tieren kennengelernt haben. Dies verbinden Sie mit dem, was Sie aus der Lebenserkenntnis mitgebracht haben, und bilden sich dann das Urteil: Der Löwe ist ein Tier. - Erst wenn Sie dieses Urteil sich gebildet haben, verstehen Sie den einzelnen Begriff «Löwe». Das erste, was Sie ausführen, ist ein Schluß; das zweite, was Sie ausführen, ist ein Urteil; und das letzte, wozu Sie im Leben kommen, ist ein Begriff. Sie wissen natürlich nicht, daß Sie diese Betätigung fortwährend vollziehen; aber würden Sie sie nicht vollziehen, so würden Sie kein bewußtes Leben führen, das Sie geeignet macht, sich durch die Sprache mit anderen Menschenwesen zu verständigen. Man glaubt gewöhnlich, der Mensch komme zuerst zu den Begriffen. Das ist nicht wahr. Das erste im Leben sind die Schlüsse. Und wir können sagen: Wenn wir nicht unsere Wahrnehmung des Löwen, wenn wir in die Menagerie gehen, aus der gesamten übrigen Lebenserfahrung herausschälen, sondern wenn wir sie in unsere ganze übrige Lebenserfahrung hineinstellen, so ist das erste, was wir in der Menagerie vollbringen, das Ziehen eines Schlusses. - Wir müssen uns klar sein: daß wir in die Menagerie gehen und den Löwen sehen, ist nur eine Einzelhandlung und gehört zum ganzen Leben hinzu. Wir haben nicht angefangen zu leben, als wir die Menagerie betreten und den Blick auf den Löwen gerichtet haben. Das schließt sich an das vorherige Leben an, und das vorherige Leben spielt da hinein, und wiederum wird das, was wir aus der Menagerie mitnehmen, hinausgetragen in das übrige Leben. - Wenn wir aber nun den ganzen Vorgang betrachten, was ist dann der Löwe zuerst? Er ist zuerst ein Schluß. Wir können durchaus sagen: Der Löwe ist ein Schluß. Ein bißchen später: Der Löwe ist ein Urteil. Und wieder ein bißchen später: Der Löwe ist ein Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie Logiken aufschlagen, namentlich solche älteren Kalibers, dann werden Sie unter den Schlüssen gewöhnlich den allerdings berühmt gewordenen Schluß angeführt finden: Alle Menschen sind sterblich; Cajus ist ein Mensch; also ist Cajus sterblich. - Cajus ist ja die allerberühmteste logische Persönlichkeit. Nun, dieses Auseinanderschälen der drei Urteile: «Alle Menschen sind sterblich», «Cajus ist ein Mensch», «also ist Cajus sterblich», findet in der Tat nur beim Logikunterricht statt. Im Leben weben diese drei Urteile ineinander, sind eins, denn das Leben verläuft fortwährend denkend-erkennend. Sie vollziehen immer alle drei Urteile gleichzeitig, indem Sie an einen Menschen «Cajus» herantreten. In dem, was Sie über ihn denken, stecken schon die drei Urteile drinnen. Das heißt, der Schluß ist zuerst da; dann erst bilden Sie das Urteil, das hier in der Conclusio ist: «also ist Cajus sterblich.» Und das letzte, was Sie bekommen, ist der individualisierte Begriff: «Der sterbliche Cajus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben diese drei Dinge - Schluß, Urteil, Begriff - ihr Dasein im Erkennen, das heißt im lebendigen Geiste des Menschen. Wie verhalten sie sich im lebendigen Geiste des Menschen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schluß kann nur leben im lebendigen Geiste des Menschen, nur dort hat er ein gesundes Leben; das heißt, der Schluß ist nur ganz gesund, wenn er verläuft im vollwachenden Leben. Das ist sehr wichtig, wie wir noch sehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher ruinieren Sie die Seele des Kindes, wenn Sie darauf hinarbeiten, daß fertige Schlüsse dem Gedächtnis anvertraut werden sollen. Was ich jetzt für den Unterricht sage, das ist, wie wir es noch im einzelnen auszuführen haben, von ganz fundamentaler Wichtigkeit. Sie werden in der Waldorfschule Kinder aller Altersstufen bekommen mit den Ergebnissen vorangehenden Unterrichtes. Es wird mit den Kindern gearbeitet worden sein - Sie werden das Ergebnis davon schon vorfinden im Schluß, Urteil, Begriff. Sie werden ja aus den Kindern das Wissen wieder heraufholen müssen, denn Sie können nicht mit jedem Kinde von neuem beginnen. Wir haben ja das Eigentümliche, daß wir die Schule nicht von unten aufbauen können, sondern gleich mit acht Klassen beginnen. Sie werden also präparierte Kinderseelen vorfinden und werden in der Methode in den allerersten Zeiten darauf Rücksicht nehmen müssen, daß Sie möglichst wenig die Kinder damit plagen, fertige Schlüsse aus dem Gedächtnis herauszuholen. Sind diese fertigen Schlüsse zu stark in die Seelen der Kinder gelegt, dann lasse man sie lieber unten liegen und bemühe sich, das gegenwärtige Leben des Kindes im Schließen leben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Urteil entwickelt sich ja zunächst auch, selbstverständlich, im vollwachenden Leben. Aber das Urteil kann schon hinuntersteigen in die Untergründe der menschlichen Seele, da, wo die Seele träumt. Der Schluß sollte nicht einmal in die träumende Seele hinunterziehen, sondern nur das Urteil kann in die träumende Seele hinunterziehen. Also alles, was wir uns als Urteil über die Welt bilden, zieht in die träumende Seele hinunter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, was ist denn diese träumende Seele eigentlich? Sie ist mehr das Gefühlsmäßige, wie wir gelernt haben. Wenn wir also im Leben Urteile gefällt haben und dann über die Urteilsfällung hinweggehen und das Leben weiterführen, so tragen wir unsere Urteile durch die Welt; aber wir tragen sie im Gefühl durch die Welt. Das heißt aber weiter: das Urteilen wird in uns eine Art Gewohnheit. Sie bilden die Seelengewohnheiten des Kindes aus durch die Art, wie Sie die Kinder urteilen lehren. Dessen müssen Sie sich durchaus bewußt sein. Denn der Ausdruck des Urteils im Leben ist der Satz, und mit jedem Satze, den Sie zu dem Kinde sprechen, tragen Sie ein Atom hinzu zu den Seelengewohnheiten des Kindes. Daher sollte der ja Autorität besitzende Lehrer sich immer bewußt sein, daß das, was er spricht, haften werde an den Seelengewohnheiten des Kindes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und kommen wir vom Urteil zum Begriff, so müssen wir uns gestehen: was wir als Begriff ausbilden, das steigt hinunter bis in die tiefste Tiefe des Menschenwesens, geistig betrachtet, steigt hinunter bis in die schlafende Seele. Der Begriff steigt hinunter bis in die schlafende Seele, und dies ist die Seele, die fortwährend am Leibe arbeitet. Die wachende Seele arbeitet nicht am Leibe. Ein wenig arbeitet die träumende Seele am Leibe; sie erzeugt das, was in seinen gewohnten Gebärden liegt. Aber die schlafende Seele wirkt bis in die Formen des Leibes hinein. Indem Sie Begriffe bilden, das heißt, indem Sie Ergebnisse der Urteile bei den Menschen feststellen, wirken Sie bis in die schlafende Seele oder, mit anderen Worten, bis in den Leib des Menschen hinein. Nun ist ja der Mensch in hohem Grade dem Leibe nach fertig gebildet, indem er geboren wird, und die Seele hat nur die Möglichkeit, das, was durch die Vererbungsströmung den Menschen überliefert wird, feiner auszubilden. Aber sie bildet es feiner aus. Wir gehen durch die Welt und schauen uns Menschen an. Diese Menschen treten uns entgegen mit ganz bestimmten Gesichtsphysiognomien. Was ist in diesen Gesichtsphysiognomien enthalten? Es ist in ihnen unter anderem enthalten das Ergebnis aller Begriffe, welche die Lehrer und Erzieher während der Kindheit in den Menschen hineingebracht haben. Aus dem Gesicht des reifen Menschen strahlt uns wieder das entgegen, was an Begriffen in die Kinderseele hineingegossen ist, denn die schlafende Seele hat die Physiognomie des Menschen unter anderem auch nach den feststehenden Begriffen gebildet. Hier sehen wir die Macht des Erzieherischen und Unterrichtlichen von uns auf den Menschen. Seinen Siegelabdruck bekommt der Mensch bis in den Leib hinein durch das Begriffebilden.&amp;quot; {{Lit|{{G|293|134ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gestaltendes Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gibt eben zwei Arten, sich Gedanken zu bilden. Die eine Art ist&lt;br /&gt;
die zergliedernde, die unterscheidende, die gerade in der Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
heute eine so große Rolle spielt, wo man unterscheidet, sorgfältig&lt;br /&gt;
unterscheidet. Sie finden das gerade in der Naturwissenschaft tonangebend.&lt;br /&gt;
Alles, was in der Naturwissenschaft gesagt, geschrieben,&lt;br /&gt;
getan wird, steht unter dem Einfluß der zergliedernden Denkweise,&lt;br /&gt;
der unterscheidenden Denkweise. Man sucht stramme Definitionen.&lt;br /&gt;
Und wenn einer heute etwas sagt, so nagelt man ihn an stramme&lt;br /&gt;
Definitionen. Stramme Definitionen sind aber nichts weiter als Unterscheidungen&lt;br /&gt;
der Sachen, die man definiert, von andern Sachen. Diese&lt;br /&gt;
Denkweise ist eine Art von Maske, der sich insbesondere gern bedienen&lt;br /&gt;
die Geister, die heute uns zerreißen möchten, die in diesem Kampfe&lt;br /&gt;
drinnenstehen. Trivial könnte man sagen: Eine große Anzahl derjenigen&lt;br /&gt;
Menschen, die die gegenwärtige Kriegskatastrophe herbeigeführt&lt;br /&gt;
haben, und derjenigen, die noch drinnenstehen in dem, was&lt;br /&gt;
die Folgen sind, sind eigentlich verrückt. Aber das ist, wie gesagt, nur&lt;br /&gt;
etwas Triviales. Um was es sich da handelt, ist, daß man versteht,&lt;br /&gt;
wodurch ihre Persönlichkeiten zerrissen werden. Von dieser Denkweise,&lt;br /&gt;
zu der einen Zugang haben die verschiedenen, den Menschen&lt;br /&gt;
auseinanderreißenden Mächte, muß man klar unterscheiden die&lt;br /&gt;
andere, die in der Geisteswissenschaft allein angewendet wird. Sie ist&lt;br /&gt;
eine ganz andere Vorstellungsart, eine ganz andere Denkweise. Sie ist,&lt;br /&gt;
im Gegensatz zu der zergliedernden, eine gestaltende Denkweise.&lt;br /&gt;
Sehen Sie genauer zu, verfolgen Sie, was ich versuche in den verschiedenen&lt;br /&gt;
Büchern über Geisteswissenschaft auszuführen, so werden Sie&lt;br /&gt;
sich sagen: Nicht so sehr liegt der Unterschied in dem, was mitgeteilt&lt;br /&gt;
wird - das kann man so oder so beurteilen -, aber aufmerksam sollte&lt;br /&gt;
man werden, daß die ganze Art der Eingliederung der ganzen Welt,&lt;br /&gt;
die ganze Art der Vorstellungen eine andere ist. Diese ist gestaltend,&lt;br /&gt;
sie gibt abgeschlossene Bildheiten, sie versucht Konturen und durch&lt;br /&gt;
Konturen Farben zu geben. Das werden Sie durch die ganze Darstellung&lt;br /&gt;
hindurch verfolgen können: sie hat nicht das Zergliedernde,&lt;br /&gt;
welches die ganze heutige Wissenschaft hat. Dieser Unterschied des&lt;br /&gt;
Wie muß hervorgehoben werden ebenso wie der Unterschied des Was.&lt;br /&gt;
Also es gibt eine gestaltende Denkweise, die insbesondere ausgebildet&lt;br /&gt;
wird und die den Zweck hat, in die übersinnlichen Welten hineinzuführen.&lt;br /&gt;
Wenn Sie zum Beispiel das Buch nehmen «Wie erlangt man&lt;br /&gt;
Erkenntnisse der höheren Welten?», wo ein solcher Weg in die übersinnlichen&lt;br /&gt;
Welten vorgezeichnet wird, so werden Sie finden, daß&lt;br /&gt;
darin alles, was die Gedanken und Vorstellungen in Anspruch nimmt,&lt;br /&gt;
auf &#039;&#039;&#039;gestaltendes Denken&#039;&#039;&#039; veranlagt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was für die Gegenwart notwendig ist. Denn das gestaltende&lt;br /&gt;
Denken hat eine ganz bestimmte Eigenschaft. Wenn Sie&lt;br /&gt;
zergliedernd denken, wenn Sie so denken, wie der heutige Naturforscher&lt;br /&gt;
denkt, dann denken Sie ebenso wie gewisse Geister der ahrimanischen&lt;br /&gt;
Welt, und daher können diese ahrimanischen Geister in&lt;br /&gt;
Ihre Seele hereindringen. Wenn Sie aber das gestaltende Denken&lt;br /&gt;
nehmen, das metamorphosierte Denken, ich könnte auch sagen das&lt;br /&gt;
Goethesche Denken, wie es sich zum Beispiel darstellt in der Gestaltung&lt;br /&gt;
unserer Säulen und Kapitale und so weiter, wenn Sie dieses&lt;br /&gt;
gestaltende Denken nehmen, das auch in all den Büchern beachtet ist,&lt;br /&gt;
die ich versuchte in die Geisteswissenschaft hineinzustellen, so ist&lt;br /&gt;
dieses Denken eng an den Menschen gebunden. So gestaltend, wie&lt;br /&gt;
der Mensch mit dem Denken in sich selber wirkt, vermögen es keine&lt;br /&gt;
andern Wesen als diejenigen, die mit der normalen Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
zusammenhängen. Das ist das Eigentümliche. Dadurch&lt;br /&gt;
können Sie nie auf falsche Wege kommen, wenn Sie sich durch die&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft auf gestaltendes Denken einlassen. Da können&lt;br /&gt;
Sie niemals sich verlieren an die verschiedenen geistigen Wesenheiten,&lt;br /&gt;
die Einfluß gewinnen wollen auf Sie. Die gehen natürlich durchaus&lt;br /&gt;
durch Ihre Wesenheit hindurch. Aber sobald Sie gestaltend denken,&lt;br /&gt;
sobald Sie sich bemühen, nicht bloß zu spintisieren und zu unterscheiden,&lt;br /&gt;
sondern so zu denken, wie es wirklich diese moderne Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
will, so bleiben Sie in sich, so können Sie nicht das Gefühl&lt;br /&gt;
der bloßen Ausgehöhltheit haben. Deshalb betont man, wenn man auf&lt;br /&gt;
dem Standpunkt unserer Geisteswissenschaft steht, so häufig den&lt;br /&gt;
Christus-Impuls, weil der Christus-Impuls in der geraden Linie des&lt;br /&gt;
gestaltenden Denkens liegt. Die Evangelien kann man auch nicht&lt;br /&gt;
verstehen, wenn man sie bloß zergliedert. Was dabei herauskommt,&lt;br /&gt;
hat gerade die moderne protestantische Theologie gezeigt. Die zergliedert,&lt;br /&gt;
aber es ist ihr auch alles entfallen, und es ist gar nichts mehr&lt;br /&gt;
geblieben. Diejenigen Zyklen, die von den Evangelien handeln, die&lt;br /&gt;
verfolgen den entgegengesetzten Weg. Sie bauen etwas auf, was gestaltet&lt;br /&gt;
wird, um durch diese neuen Gestaltungen zum Verstehen der&lt;br /&gt;
alten Evangelien vorzurücken. Es braucht heute tatsächlich - das ist&lt;br /&gt;
gar nicht übertrieben - jemand nichts anderes, als sich an die Vorstellungsart,&lt;br /&gt;
an die Denkweise dieser Geisteswissenschaft zu halten,&lt;br /&gt;
dann können ihm diejenigen dämonischen Wesenheiten, die als Begleiterscheinungen&lt;br /&gt;
der Geister der Persönlichkeit hereinrollen mit der&lt;br /&gt;
neuen Welle, nichts anhaben. Daher sehen Sie, was es eigentlich für&lt;br /&gt;
ein großer Schaden für die Menschheit ist, wenn sie sich sträubt,&lt;br /&gt;
geisteswissenschaftlich zu denken.|187|176ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterschied zwischen gestaltendem Denken und künstlerischer Phantasie ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei aller scheinbaren Ähnlichkeit besteht der wesentliche Unterschied zwischen dem gestaltenden [[Imagination|imaginativen]] Denken und der künstlerischen [[Phantasie]] darin, dass letztere im eminentesten Sinn an die physische Leiblichkeit gebunden ist und nur ein unwirkliches Bild liefert, während das imaginative gestaltende Denken auf der reinen Tätigkeit des [[Ätherleib|Ätherleibs]] beruht und damit unmittelbar in die geistige Wirklichkeit eintaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn man nun in der imaginativen Erkenntnis so weit kommt, daß man in der geistig-seelischen Außenwelt drinnensteht und zunächst es bis dahin gebracht hat, das eigene Lebenstableau, also den Äther- oder den Bildekräfteleib wahrzunehmen, dann hat man eine gewisse Umänderung, eine Transformation des Erkenntnislebens erfahren. Was man da im Erkennen dieses ätherischen Wesens ausführt, das ist ähnlich und doch wiederum sehr unähnlich nicht der gewöhnlich naturalistisch-abstrakten Erkenntnisweise, sondern der künstlerischen Betätigung. Man muß vielmehr ein gestaltendes Denken entwickeln, ein Denken, das in einer gewissen Beziehung schon an die besondere Vorstellungsweise des Künstlers erinnert. Allerdings, es ist auch wiederum der künstlerischen Vorsteilungsweise sehr unähnlich. Denn dasjenige, was der Künstler bildet, bleibt innerhalb des Wesens der Phantasie stehen. Die phantasievoll bildende Tätigkeit ist im eminentesten Sinne an die Leiblichkeit, an die Körperlichkeit gebunden, ist nicht eine Tätigkeit frei von der Leiblichkeit. Die Tätigkeit, die man in der imaginativen Erkenntnis ausübt, ist frei von der Leiblichkeit, und deswegen ergreift sie auch ein Reales. Die Schöpfungen des Künstlers sind nicht so, daß sie sich als Reales in die Welt hineinstellen können. Sie werden noch niemals die Vorstellung gehabt haben von der Venus von Milo, daß sie anfängt weiterzuschreiten und auf Sie zuzukommen. Dasjenige, was der Künstler bildet, ist doch nicht Realität. Ebensowenig werden Sie, wenn Sie auf einem Gemälde einen Teufel gesehen haben, die Befürchtung haben hegen können, daß der Teufel, der da gemalt ist, Sie holen könnte. Es ist die Art und Weise, wie der Künstler sich in die Realität hineinstellt, an die menschliche physische Realität gebunden, taucht aber nicht in die geistig-seelische Realität hinein. Dasjenige, was in imaginativer Erkenntnis erobert wird, das taucht in eine wirkliche Realität, in ein Geschehen ein.|303|88f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man muß dazu gelangen, das Denken so stark zu machen, daß es in seinem Inhalte lebt, wie man sonst nur in der Sinneserfahrung, in den Sinnen lebt. Dann aber, wenn man eine genügend lange Zeit solche Übungen durchgemacht hat, wenn man wirklich zu einer solchen inneren Lebendigkeit des Denkens gekommen ist, dann tritt das ein, was man eben bildhaftes, gestaltendes, morphologisches Denken nennen kann. Dann hat man im Denken ein so Lebendiges, einen so lebendigen Inhalt, wie man ihn sonst nur in der sinnlichen Wahrnehmung hat. Dann aber lernt man noch etwas anderes erkennen. Das, was uns die moderne Wissenschaft heraufgebracht hat, wird ja eigentlich von vielen bedauert: Es ist der Materialismus. Nun aber muß auf einem gewissen Gebiete gerade Anthroposophie, welche mit ihren Methoden in die übersinnlichen Welten eindringen will, unter der Anregung der modernen Wissenschaft im rechten Sinne auf gewissen Gebieten durchaus materialistisch werden. Und das ist der Fall, wenn man nun gelernt hat, sein Denken in gesunder Weise zu verstärken, wenn man gelernt hat, im imaginativen Denken Bilder von sinnlicher Lebendigkeit vor Augen zu haben, durch die man wirklich frei wird in der Behandlung des Wahrnehmungsmaterials, wie man sonst nur frei ist in der Sinneswahrnehmung, wo man ganz gewiß weiß: Wenn ich Rot sehe, wenn ich Cis höre, so habe ich es mit etwas Äußerlichem zu tun, nicht mit etwas, was aus meiner Seele aufsteigt. So weiß ich, wenn ich das imaginative Denken habe, daß ich nicht etwas habe, was als Phantasma aus meiner Seele aufsteigt, sondern was in mir lebt wie eine Sinneswahrnehmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann aber, wenn man dieses innerlich erlebt, dieses Freigewordensein von der Leiblichkeit, wie man eben nur frei ist in der Sinneswahrnehmung, dann weiß man auch, was die Erinnerung des gewöhnlichen Lebens ist, dann weiß man, daß man mit der Erinnerung, mit den Gedächtnisvorstellungen jederzeit hinuntertaucht in den physischen Leib, daß man jederzeit, indem man eine Erinnerungsvorstellung hat, einen parallelgehenden physischen oder wenigstens ätherischen Leibesvorgang hat. Man lernt die materielle Bedeutung desjenigen Lebens kennen, das das gewöhnliche Gedankenleben ist. Man schreibt nicht mehr, wie es etwa der französische Philosoph Bergson tut, das, was in den Erinnerungen lebt, der selbständigen Seele zu, sondern man weiß, daß im gewöhnlichen Erinnerungsleben die Seele einfach in den Leib untertaucht und im Leibe das Instrument hat, die Erinnerungen heraufzuzaubern. Denn man weiß jetzt, daß man erst in der Imagination dazu gekommen ist, körperfrei zu denken, mit der bloßen Seele zu denken, und daß man das niemals im gewöhnlichen Leben tut. Im gewöhnlichen Leben nimmt man sinnlich wahr, zieht die Gedanken ab von der sinnlichen Wahrnehmung, behält die Gedanken im Gedächtnis. Dieses Im-Gedächtnis-Behalten aber bedeutet, in den Leib untergetaucht sein. Man lernt jetzt erst durch imaginatives Erkennen den Prozeß des Erinnerns und den Prozeß der Sinneswahrnehmungen kennen. Man lernt erkennen, was es heißt, frei, leib-, körperfrei in Gedanken zu leben.|79|89ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die inhaltsvolle Tätigkeit des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tätigkeit des Denkens ist eine &#039;&#039;inhaltsvolle&#039;&#039;. Sie liefert kein ideelles Abbild der Wahrnehmungswelt, sondern offenbart deren innere Gesetzmäßigkeit, die der unmittelbaren Wahrnehmung verborgen bleibt. Die Wahrnehmung zeigt uns gleichsam die Welt von ihrer Außenseite, durch das Denken treten wir in ihr Innerstes ein. Die begriffliche Seite der Welt ist uns, wie Rudolf Steiner sagt, durch [[Intuition]] gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Am tiefsten eingewurzelt in das naive Menschheitsbewusstsein ist die Meinung: das Denken sei abstrakt, ohne allen konkreten Inhalt. Es könne höchstens ein «ideelles» Gegenbild der Welteinheit liefern, nicht etwa diese selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer so urteilt, hat sich niemals klar gemacht, was die Wahrnehmung ohne den Begriff ist. Sehen wir uns nur diese Welt der Wahrnehmung an: als ein bloßes Nebeneinander im Raum und Nacheinander in der Zeit, ein Aggregat zusammenhangloser Einzelheiten erscheint sie. Keines der Dinge, die da auftreten und abgehen auf der Wahrnehmungsbühne, hat mit dem andern unmittelbar etwas zu tun, was sich wahrnehmen lässt. Die Welt ist da eine Mannigfaltigkeit von gleichwertigen Gegenständen. Keiner spielt eine größere Rolle als der andere im Getriebe der Welt. Soll uns klar werden, dass diese oder jene Tatsache größere Bedeutung hat als die andere, so müssen wir unser Denken befragen. Ohne das funktionierende Denken erscheint uns das rudimentäre Organ des Tieres, das ohne Bedeutung für dessen Leben ist, gleichwertig mit dem wichtigsten Körpergliede. Die einzelnen Tatsachen treten in ihrer Bedeutung in sich und für die übrigen Teile der Welt erst hervor, wenn das Denken seine Fäden zieht von Wesen zu Wesen. Diese Tätigkeit des Denkens ist eine inhaltvolle. Denn nur durch einen ganz bestimmten konkreten Inhalt kann ich wissen, warum die Schnecke auf einer niedrigeren Organisationsstufe steht als der Löwe. Der bloße Anblick, die Wahrnehmung gibt mir keinen Inhalt, der mich über die Vollkommenheit der Organisation belehren könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Inhalt bringt das Denken der Wahrnehmung aus der Begriffs- und Ideenwelt des Menschen entgegen. Im Gegensatz zum Wahrnehmungsinhalte, der uns von außen gegeben ist, erscheint der Gedankeninhalt im Innern. Die Form, in der er zunächst auftritt, wollen wir als Intuition bezeichnen. Sie ist für das Denken, was die Beobachtung für die Wahrnehmung ist. Intuition und Beobachtung sind die Quellen unserer Erkenntnis. Wir stehen einem beobachteten Dinge der Welt so lange fremd gegenüber, so lange wir in unserem Innern nicht die entsprechende Intuition haben, die uns das in der Wahrnehmung fehlende Stück der Wirklichkeit ergänzt. Wer nicht die Fähigkeit hat, die den Dingen entsprechenden Intuitionen zu finden, dem bleibt die volle Wirklichkeit verschlossen. Wie der Farbenblinde nur Helligkeitsunterschiede ohne Farbenqualitäten sieht, so kann der Intuitionslose nur unzusammenhängende Wahrnehmungsfragmente beobachten.|4|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Durch das Denken wird der Mensch über das Eigenleben hinausgeführt Er erwirbt sich etwas, das über seine Seele hinausreicht. Es ist für ihn eine selbstverständliche Überzeugung, daß die Denkgesetze in Übereinstimmung mit der Weltordnung sind. Er betrachtet sich deshalb als ein Einheimischer in der Welt, weil diese Übereinstimmung besteht. Diese Übereinstimmung ist eine der gewichtigen Tatsachen, durch die der Mensch seine eigene Wesenheit kennenlernt. In seiner Seele sucht der Mensch nach Wahrheit; und durch diese Wahrheit spricht sich nicht allein die Seele, sondern sprechen sich die Dinge der Welt aus. Was durch das Denken als Wahrheit erkannt wird, hat eine &#039;&#039;selbständige Bedeutung&#039;&#039;, die sich auf die Dinge der Welt bezieht, nicht bloß auf die eigene Seele.|9|44|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schauendes Denken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem der Mensch die Tätigkeit seines gestaltenden Denkens [[Beobachtung des Denkens|beobachtet]], schaut er etwas an, das er zwar selbst (also [[subjektiv]]) hervorbringt, das aber zugleich inhaltlich durch sich selbst (also [[objektiv]]) bestimmt ist. In Form der [[Mathematik]] ist diese Art des Denkens heute praktisch jedem Menschen zugänglich. Um zu erfassen, was etwa ein [[Kreis]] ist, muss man ihn in klaren Begriffen erfassen können. Die Gesetzmäßigkeit, die den Kreis zum Kreis macht, das [[Wesen]] des Kreises, ist aber inhaltlich durch sich selbst bestimmt und völlig unabhängig von persönlicher Willkür. Der Kreis, den man nur durch die eigene aktive Denktätigkeit erfassen kann, ist damit zugleich ein voll und ganz durch sich selbst Gegebenes, das geistig wahrgenommen, also „geschaut“ wird. Dieses Prinzip kann über den engen Bereich der Mathematik hinaus erweiter werden und schafft damit die Basis für ein erweitertes &#039;&#039;&#039;schauendes Denken&#039;&#039;&#039;, auf das alle weitere [[geistige Wahrnehmung]] aufbauen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wird der Erkenntnisvorgang als Entwickelungserlebnis&lt;br /&gt;
des Menschenwesens erkannt, dann kann man nicht mehr&lt;br /&gt;
die Möglichkeit zugeben, durch Begriffe und Ideen von den&lt;br /&gt;
Wahrnehmungen der Sinne auf eine jenseits aller Bewußtheit&lt;br /&gt;
liegende Wirklichkeit durch bloße logische Schlußfolgerung&lt;br /&gt;
oder Aufstellung von Hpothesen hinzuweisen. Von&lt;br /&gt;
einer über die Sinnes Wahrnehmungen hinaus liegenden Welt&lt;br /&gt;
kann dann nur in dem Sinne gesprochen werden, daß eine&lt;br /&gt;
solche Welt dem «schauenden Bewußtsein» sich so offenbart&lt;br /&gt;
wie die sinnenfällige Welt der Sinneswahrnehmung. Indem&lt;br /&gt;
ich diese Anschauung zu der meinigen machen mußte,&lt;br /&gt;
stand ich in einem vollkommenen Gegensatz zu denjenigen&lt;br /&gt;
Philosophien, die ein Erleben der über die Sinnes weit hinaus&lt;br /&gt;
liegenden Wirklichkeitsgebiete ablehnen und höchstens zugeben&lt;br /&gt;
wollen, daß eine logische Notwendigkeit vorliege, hypothetisch&lt;br /&gt;
eine der bewußten weltfremde Wirklichkeit anzunehmen.|35|323f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Farbwahrnehmung und Denken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Farbwahrnehmung|Blaublindheit der Griechen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Der Grieche erlebte den Gedanken als etwas Wahrgenommenes, nicht als etwas aktiv Ausgebildetes. Und daher waren die Griechen eigentlich nicht ein nachdenkliches Volk in dem Sinne, wie wir es sind. Nachdenklich sind die Menschen eigentlich erst geworden seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Denkprozeß hat sich verinnerlicht. Er hat sich verinnerlicht gleichzeitig mit dem Gang des Sinnesprozesses. Die Griechen sahen, ich möchte sagen mehr auf den aktiven Teil des Spektrums hin, auf die rote, die warme Seite des Spektrums; sie empfanden nur undeutlich die kalte, blaue Seite des Spektrums. Und wir haben heute ganz gewiß eine ganz andere Vorstellung von der roten und warmen Seite des Spektrums, wir sehen es viel mehr gegen das Grüne hin verschoben als die Griechen, die es über unser äußerstes Rot hinaus noch sensitiv verfolgten. Es war das griechische Spektrum ganz nach der roten Seite verschoben. Die Griechen sahen daher auch den Regenbogen anders als wir. Und dadurch, daß wir mehr nach der anderen Seite des Spektrums hin unsere Sensitivität verschoben haben, dadurch wenden wir gewissermaßen unsere Aufmerksamkeit dem Dunklen zu, und das ist schon etwas wie das Eingehen in eine Art von Dämmerung. Da wird man nachdenklich.&amp;quot; {{Lit|{{G|73a|69}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Denken als geistiges Wahrnehmungsorgan ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Begriffswahrnehmung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im eigentlichen Sinn ist das Denken ein Auffassungsorgan, ein Wahrnehmungsorgan für [[Begriff]]e und [[Ideen]]. Darauf hat [[Rudolf Steiner]] schon in seinen [[Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung]] hingewiesen. Die Tätigkeit des Denkens besteht darin, Begriffe und Ideen im [[mensch]]lichen [[Bewusstsein]] zur [[Erscheinung]] zu bringen. Es dient also der [[Ideenwahrnehmung]] bzw. [[Begriffswahrnehmung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wer dem Denken seine über die Sinnesauffassung&lt;br /&gt;
hinausgehende Wahrnehmungsfähigkeit zuerkennt, der muss&lt;br /&gt;
ihm notgedrungen auch Objekte zuerkennen, die über die&lt;br /&gt;
bloße sinnenfällige Wirklichkeit hinaus liegen. Die Objekte des&lt;br /&gt;
Denkens sind aber die Ideen. Indem sich das Denken der Idee&lt;br /&gt;
bemächtigt, verschmilzt es mit dem Urgrunde des&lt;br /&gt;
Weltendaseins; das, was außen wirkt, tritt in den Geist des&lt;br /&gt;
Menschen ein: er wird mit der objektiven Wirklichkeit auf ihrer&lt;br /&gt;
höchsten Potenz eins. &#039;&#039;&#039;Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken hat den Ideen gegenüber dieselbe Bedeutung wie&lt;br /&gt;
das Auge dem Lichte, das Ohr dem Ton gegenüber. Es ist Organ&lt;br /&gt;
der Auffassung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Ansicht ist in der Lage, zwei Dinge zu vereinigen, die man&lt;br /&gt;
heute für völlig unvereinbar hält: empirische Methode und&lt;br /&gt;
Idealismus als wissenschaftliche Weltansicht. Man glaubt, die&lt;br /&gt;
Anerkennung der ersteren habe die Abweisung des letzteren im&lt;br /&gt;
Gefolge. Das ist durchaus nicht richtig. Wenn man freilich die&lt;br /&gt;
Sinne für die einzigen Auffassungsorgane einer objektiven&lt;br /&gt;
Wirklichkeit hält, so muss man zu dieser Ansicht kommen.&lt;br /&gt;
Denn die Sinne liefern bloß solche Zusammenhänge der Dinge,&lt;br /&gt;
die sich auf mechanische Gesetze zurückführen lassen. Und&lt;br /&gt;
damit wäre die mechanische Weltansicht als die einzig wahre&lt;br /&gt;
Gestalt einer solchen gegeben. Dabei begeht man den Fehler,&lt;br /&gt;
dass man die andern ebenso objektiven Bestandteile der&lt;br /&gt;
Wirklichkeit, die sich auf mechanische Gesetze nicht&lt;br /&gt;
zurückführen lassen, einfach übersieht. Das objektiv Gegebene&lt;br /&gt;
deckt sich durchaus nicht mit dem sinnlich Gegebenen, wie die&lt;br /&gt;
mechanische Weltauffassung glaubt. Das letztere ist nur die&lt;br /&gt;
Hälfte des Gegebenen. Die andere Hälfte desselben sind die&lt;br /&gt;
Ideen, die ebenso Gegenstand der Erfahrung sind, freilich einer&lt;br /&gt;
höheren, deren Organ das Denken ist. Auch die Ideen sind für&lt;br /&gt;
eine induktive Methode erreichbar.|1|125f|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wer weiß, daß der Mensch bei jedem Gedanken einen&lt;br /&gt;
göttlichen Strom in sich einströmen läßt, wer sich dessen bewußt&lt;br /&gt;
ist, der erhält als Folgeerscheinung die Gabe der höheren Erkenntnis.&lt;br /&gt;
Wer weiß, daß Erkenntnis Kommunion ist, der weiß auch,&lt;br /&gt;
daß sie nichts anderes ist, als dasjenige, was sich symbolisiert in&lt;br /&gt;
dem Abendmahl.|266a|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wenn die&lt;br /&gt;
Welt bloß von Sinnenwesen bewohnt wäre, so bliebe ihr&lt;br /&gt;
Wesen (ihr ideeller Inhalt) stets im Verborgenen; die Gesetze&lt;br /&gt;
würden zwar die Weltprozesse beherrschen, aber sie&lt;br /&gt;
kämen nicht zur Erscheinung. Soll das letztere sein, so muß&lt;br /&gt;
zwischen Erscheinungsform und Gesetz ein Wesen treten,&lt;br /&gt;
dem sowohl Organe gegeben sind, durch die es jene sinnenfällige,&lt;br /&gt;
von den Gesetzen abhängige Wirklichkeitsform&lt;br /&gt;
wahrnimmt, als auch das Vermögen, die Gesetzlichkeit&lt;br /&gt;
selbst wahrzunehmen. Von der einen Seite muß an ein solches&lt;br /&gt;
Wesen die Sinnenwelt, von der anderen das ideelle&lt;br /&gt;
Wesen derselben herantreten, und es muß in eigener Tätigkeit&lt;br /&gt;
diese beiden Wirklichkeitsfaktoren verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier sieht man wohl ganz klar, daß unser Geist nicht wie&lt;br /&gt;
ein Behälter der Ideenwelt anzusehen ist, der die Gedanken&lt;br /&gt;
in sich enthält, sondern wie ein Organ, das dieselben wahrnimmt.&lt;br /&gt;
Er ist gerade so Organ des Auffassens wie Auge und&lt;br /&gt;
Ohr. Der Gedanke verhält sich zu unserem Geiste nicht&lt;br /&gt;
anders wie das Licht zum Auge, der Ton zum Ohr. Es fällt&lt;br /&gt;
gewiß niemandem ein, die Farbe wie etwas anzusehen, das&lt;br /&gt;
sich dem Auge als Bleibendes einprägt, das gleichsam haften&lt;br /&gt;
bleibt an demselben. Beim Geiste ist diese Ansicht sogar die&lt;br /&gt;
vorherrschende. Im Bewußtsein soll sich von jedem Dinge&lt;br /&gt;
ein Gedanke bilden, der dann in demselben verbleibt, um&lt;br /&gt;
aus demselben je nach Bedarf hervorgeholt zu werden.&lt;br /&gt;
Man hat darauf eine eigene Theorie gegründet, als wenn die&lt;br /&gt;
Gedanken, deren wir uns im Momente nicht bewußt sind,&lt;br /&gt;
zwar in unserem Geiste aufbewahrt seien; nur liegen sie&lt;br /&gt;
unter der Schwelle des Bewußtseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese abenteuerlichen Ansichten zerfließen sofort in&lt;br /&gt;
nichts, wenn man bedenkt, daß die Ideenwelt doch eine aus&lt;br /&gt;
sich heraus bestimmte ist. Was hat dieser durch sich selbst&lt;br /&gt;
bestimmte Inhalt mit der Vielheit der Bewußtseine zu tun?&lt;br /&gt;
Man wird doch nicht annehmen, daß er sich in unbestimmter&lt;br /&gt;
Vielheit so bestimmt, daß immer der eine Teilinhalt von&lt;br /&gt;
dem andern unabhängig ist! Die Sache liegt ja ganz klar. Der&lt;br /&gt;
Gedankeninhalt ist ein solcher, daß nur überhaupt ein geistiges&lt;br /&gt;
Organ notwendig ist zu seiner Erscheinung, daß aber&lt;br /&gt;
die Zahl der mit diesem Organe begabten Wesen gleichgültig&lt;br /&gt;
ist. Es können also unbestimmt viele geistbegabte Individuen&lt;br /&gt;
dem einen Gedankeninhalte gegenüberstehen. Der&lt;br /&gt;
Geist nimmt also den Gedankengehalt der Welt wahr, wie&lt;br /&gt;
ein Auffassungsorgan. Es gibt nur einen Gedankeninhalt&lt;br /&gt;
der Welt. Unser Bewußtsein ist nicht die Fähigkeit, Gedanken&lt;br /&gt;
zu erzeugen und aufzubewahren, wie man so vielfach&lt;br /&gt;
glaubt, sondern die Gedanken (Ideen) wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
Goethe hat dies [so] vortrefflich mit den Worten ausgedrückt:&lt;br /&gt;
«Die Idee ist ewig und einzig; daß wir auch den&lt;br /&gt;
Plural brauchen, ist nicht wohlgetan. Alles, was wir gewahr&lt;br /&gt;
werden und wovon wir reden können, sind nur Manifestationen&lt;br /&gt;
der Idee; Begriffe sprechen wir aus, und insofern ist&lt;br /&gt;
die Idee selbst ein Begriff.»&amp;quot; {{Lit|{{G|2|77f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was als Wahrnehmung auftritt,&lt;br /&gt;
das muß der Mensch auf seinem Lebenswege schlechterdings&lt;br /&gt;
&#039;&#039;erwarten&#039;&#039;. Es könnte sich nur fragen: darf aus dem&lt;br /&gt;
Gesichtspunkte, der sich bloß aus dem intuitiv erlebten Denken&lt;br /&gt;
ergibt, berechtigt &#039;&#039;erwartet&#039;&#039; werden, daß der Mensch&lt;br /&gt;
außer dem Sinnlichen auch Geistiges &#039;&#039;wahrnehmen&#039;&#039; könne?&lt;br /&gt;
Dies darf erwartet werden. Denn, wenn auch &#039;&#039;einerseits&#039;&#039; das&lt;br /&gt;
intuitiv erlebte Denken ein im Menschengeiste sich vollziehender&lt;br /&gt;
tätiger Vorgang ist, so ist es &#039;&#039;andererseits&#039;&#039; zugleich&lt;br /&gt;
eine geistige, ohne sinnliches Organ erfaßte Wahrnehmung.&lt;br /&gt;
Es ist eine Wahrnehmung, in der der Wahrnehmende selbst&lt;br /&gt;
tätig ist, und es ist eine Selbstbetätigung, die zugleich wahrgenommen&lt;br /&gt;
wird. Im intuitiv erlebten Denken ist der Mensch&lt;br /&gt;
in eine geistige Welt auch als Wahrnehmender versetzt. Was&lt;br /&gt;
ihm innerhalb dieser Welt als Wahrnehmung so entgegentritt&lt;br /&gt;
wie die geistige Welt seines eigenen Denkens, das erkennt&lt;br /&gt;
der Mensch als geistige Wahrnehmungswelt. Zu dem&lt;br /&gt;
Denken hätte diese Wahrnehmungswelt dasselbe Verhältnis&lt;br /&gt;
wie nach der Sinnenseite hin die sinnliche Wahrnehmungswelt.&lt;br /&gt;
Die geistige Wahrnehmungswelt kann dem Menschen,&lt;br /&gt;
sobald er sie erlebt, nichts Fremdes sein, weil er im intuitiven&lt;br /&gt;
Denken schon ein Erlebnis hat, das rein geistigen Charakter&lt;br /&gt;
trägt. Von einer solchen geistigen Wahrnehmungswelt sprechen&lt;br /&gt;
eine Anzahl der von mir nach diesem Buche veröffentlichten&lt;br /&gt;
Schriften. Diese «[[Philosophie der Freiheit]]» ist die&lt;br /&gt;
philosophische Grundlegung für diese späteren Schriften.|4|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Phänomenologie des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie sich die Begriffe miteinander verbinden, hängt von keinen äußeren Faktoren ab, sondern wird allein durch den Inhalt der Begriffe selbst bestimmt. Das ist selbst dann der Fall, wenn wir uns der Wahrnehmung gegenüber unrichtige Begriffe gebildet haben. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; wir diese miteinander in Beziehung setzen, hängt doch &#039;&#039;nur&#039;&#039; von ihrer inhaltlichen Bestimmung ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Was in den übrigen Beobachtungssphären nur auf mittelbare Weise gefunden werden kann: der sachlich-entsprechende Zusammenhang und das Verhältnis der einzelnen Gegenstände, das wissen wir beim Denken auf ganz unmittelbare Weise. Warum für meine Beobachtung der Donner auf den Blitz folgt, weiß ich nicht ohne weiteres; warum mein Denken den Begriff Donner mit dem des Blitzes verbindet, weiß ich unmittelbar aus den Inhalten der beiden Begriffe. Es kommt natürlich gar nicht darauf an, ob ich die richtigen Begriffe von Blitz und Donner habe. Der Zusammenhang derer, die ich habe, ist mir klar, und zwar durch sie selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese durchsichtige Klarheit in bezug auf den Denkprozess ist ganz unabhängig von unserer Kenntnis der physiologischen Grundlagen des Denkens. Ich spreche hier von dem Denken, insofern es sich aus der Beobachtung unserer geistigen Tätigkeit ergibt. Wie ein materieller Vorgang meines Gehirns einen andern veranlasst oder beeinflusst, während ich eine Gedankenoperation ausführe, kommt dabei gar nicht in Betracht. Was ich am Denken beobachte, ist nicht: welcher Vorgang in meinem Gehirne den Begriff des Blitzes mit dem des Donners verbindet, sondern, was mich veranlasst, die beiden Begriffe in ein bestimmtes Verhältnis zu bringen. Meine Beobachtung ergibt, dass mir für meine Gedankenverbindungen nichts vorliegt, nach dem ich mich richte, als der Inhalt meiner Gedanken; nicht nach den materiellen Vorgängen in meinem Gehirn richte ich mich. Für ein weniger materialistisches Zeitalter als das unsrige wäre diese Bemerkung natürlich vollständig überflüssig. Gegenwärtig aber, wo es Leute gibt, die glauben: wenn wir wissen, was Materie ist, werden wir auch wissen, wie die Materie denkt, muss doch gesagt werden, dass man vom Denken reden kann, ohne sogleich mit der Gehirnphysiologie in Kollision zu treten.&amp;quot; {{Lit|{{G|4|44}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen daher das Denken durch eine reine &#039;&#039;Phänomenologie des Denkens&#039;&#039; charakterisieren, ohne auf außerhalb des Denkens liegende Faktoren, wie etwa Gehirnvorgänge, zurückzugreifen. Eine solche Phänomenologie des Denkens, die sich ausschließlich auf die [[Beobachtung des Denkens]] gründet, hat Rudolf Steiner im ersten Teil seiner [[Philosophie der Freiheit]] gegeben. Das heißt &#039;&#039;nicht&#039;&#039;, dass nicht [[leib]]liche Faktoren am &#039;&#039;Zustandekommen&#039;&#039; des Denkens beteiligt sind; sie sind sogar sehr wesentlich beteiligt, aber sie tragen beim gesunden Menschen &#039;&#039;inhaltlich&#039;&#039; nichts zum Denken bei. Sofern die Leibestätigkeit ihren Schatten in den &#039;&#039;Inhalt&#039;&#039; des Denkens wirft, liegt eine pathologische Störung der Leibestätigkeit vor, die sich als [[wahn]]hafte inhaltliche Denkstörung äußert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Anthroposophie]] ist nach Rudolf Steiner ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall fürhren möchte. Indem wir unser Denken beobachten, beobachten wir unsere eigene geistige Tätigkeit. Die Beobachtung des Denkens kann damit zu einem fruchtbaren Ausgangspunkt des anthroposophischen Erkenntnisstrebens werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Der Mensch erlebt in sich das, was wir den Gedanken nennen können, und in dem Gedanken kann sich der Mensch als etwas unmittelbar Tätiges, als etwas, was seine Tätigkeit überschauen kann, erfühlen. Wenn wir irgendein äußeres Ding betrachten, zum Beispiel eine Rose oder einen Stein, und wir stellen dieses äußere Ding vor, so kann jemand mit Recht sagen: Du kannst niemals eigentlich wissen, wieviel du in dem Steine oder in der Rose, indem du sie vorstellst, von dem Ding, von der Pflanze, eigentlich hast. Du siehst die Rose, ihre äußere Röte, ihre Form, wie sie in einzelne Blumenblätter abgeteilt ist, du siehst den Stein mit seiner Farbe, mit seinen verschiedenen Ecken, aber du mußt dir immer sagen: Da kann noch etwas drinnenstecken, was dir nicht nach außen hin erscheint. Du weißt nicht, wieviel du in deiner Vorstellung von dem Steine, von der Rose eigentlich hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn aber jemand einen Gedanken hat, dann ist er es selber, der diesen Gedanken macht. Man möchte sagen, in jeder Faser dieses seines Gedankens ist er drinnen. Daher ist er für den ganzen Gedanken ein Teilnehmer seiner Tätigkeit. Er weiß: Was in dem Gedanken ist, das habe ich so in den Gedanken hineingedacht, und was ich nicht in den Gedanken hineingedacht habe, das kann auch nicht in ihm drinnen sein. Ich überschaue den Gedanken. Keiner kann behaupten, wenn ich einen Gedanken vorstelle, da könnte in dem Gedanken noch so und so viel anderes drinnen sein wie in der Rose und in dem Stein; denn ich habe ja selber den Gedanken erzeugt, bin in ihm gegenwärtig, weiß also, was drinnen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirklich, der Gedanke ist unser Ureigenstes. Finden wir die Beziehung des Gedankens zum Kosmos, zum Weltall, dann finden wir die Beziehung unseres Ureigensten zum Kosmos, zum Weltall... Das also, was eben gesagt worden ist, verspricht uns, daß der Mensch, wenn er sich an das hält, was er im Gedanken hat, eine intime Beziehung seines Wesens zum Weltall, zum Kosmos, finden kann.&amp;quot; {{Lit|{{G|151|9f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Bewusstsein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche [[Bewusstsein]] ist der Ort, wo Begriff und Wahrnehmung im Erkenntnisakt miteinander verbunden werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun ist es am Platze, von dem Denken auf das denkende Wesen überzugehen. Denn durch dieses wird das Denken mit der Beobachtung verbunden. Das menschliche Bewusstsein ist der Schauplatz, wo Begriff und Beobachtung einander begegnen und wo sie miteinander verknüpft werden. Dadurch ist aber dieses (menschliche) Bewusstsein zugleich charakterisiert. Es ist der Vermittler zwischen Denken und Beobachtung. Insofern der Mensch einen Gegenstand beobachtet, erscheint ihm dieser als gegeben, insofern er denkt, erscheint er sich selbst als tätig. Er betrachtet den Gegenstand als Objekt, sich selbst als das denkende Subjekt. Weil er sein Denken auf die Beobachtung richtet, hat er Bewusstsein von den Objekten; weil er sein Denken auf sich richtet, hat er Bewusstsein seiner selbst oder Selbstbewusstsein. Das menschliche Bewusstsein muss notwendig zugleich Selbstbewusstsein sein, weil es denkendes Bewusstsein ist. Denn wenn das Denken den Blick auf seine eigene Tätigkeit richtet, dann hat es seine ureigene Wesenheit, also sein Subjekt, als Objekt zum Gegenstande.|4|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist zweierlei festzuhalten: Erstens ist das Feld, auf dem die [[Gedanke]]n auftreten, einzig das individuelle menschliche Bewusstsein; zweitens beruht aber das Denken auf seinen eigenen inhärenten Gesetzmäßigkeiten, weshalb es stets ein und dieselbe, allen Menschen gemeinsame Gedankenwelt ist, aus der jedes Individuum durch seine Denktätigkeit die in seinem Bewusstsein auftretenden Gedanken schöpft. Die durch das Denken bewirkte Erscheinung der Gedanken ist also [[subjektiv]] hervorgerufen, der Gedankeninhalt als solcher aber [[objektiv]].   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|[[Hegel]] hat ein &#039;&#039;absolutes Vertrauen&#039;&#039; auf das Denken, ja es&lt;br /&gt;
ist der einzige Wirklichkeitsfaktor, dem er im wahren Sinne&lt;br /&gt;
des Wortes vertraut. So richtig seine Ansicht im allgemeinen&lt;br /&gt;
auch ist, so ist es aber gerade er, der das Denken durch die&lt;br /&gt;
allzuschroffe Form, in der er es verteidigt, um alles Ansehen&lt;br /&gt;
gebracht hat. Die Art, wie er seine Ansicht vorgebracht hat,&lt;br /&gt;
ist schuld an der heillosen Verwirrung, die in unser «Denken&lt;br /&gt;
über das Denken» gekommen ist. Er hat die Bedeutung&lt;br /&gt;
des Gedankens, der Idee, so recht anschaulich machen wollen&lt;br /&gt;
dadurch, daß er die Denknotwendigkeit zugleich als die&lt;br /&gt;
Notwendigkeit der Tatsachen bezeichnete. Damit hat er den&lt;br /&gt;
Irrtum hervorgerufen, daß die Bestimmungen des Denkens&lt;br /&gt;
nicht rein ideelle seien, sondern tatsächliche. Man faßte seine&lt;br /&gt;
Ansicht bald so auf, als ob er in der Welt der sinnenfälligen&lt;br /&gt;
Wirklichkeit selbst den Gedanken wie eine Sache gesucht&lt;br /&gt;
hätte. Er hat das wohl auch nie so ganz klargelegt. &#039;&#039;Es muß eben festgestellt werden, daß das Feld des Gedankens einzig das menschliche Bewußtsein ist.&#039;&#039; Dann muß gezeigt werden,&lt;br /&gt;
daß durch diesen Umstand die Gedankenwelt nichts an&lt;br /&gt;
Objektivität einbüßt. Hegel kehrte nur die objektive Seite&lt;br /&gt;
des Gedankens hervor; die Mehrheit aber sieht, weil dies&lt;br /&gt;
leichter ist, nur die subjektive; und es dünkt ihr, daß jener&lt;br /&gt;
etwas rein Ideelles wie eine Sache behandelt, mystifiziert&lt;br /&gt;
habe. Selbst viele Gelehrte der Gegenwart sind von diesem&lt;br /&gt;
Irrtum nicht freizusprechen. Sie verdammen Hegel wegen&lt;br /&gt;
eines Mangels, den er nicht an sich hat, den man aber freilich&lt;br /&gt;
in ihn hineinlegen kann, weil er die betreffende Sache zu&lt;br /&gt;
wenig klargestellt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir geben zu, daß hier für unser Urteilsvermögen eine&lt;br /&gt;
Schwierigkeit vorliegt. Wir glauben aber, daß dieselbe für&lt;br /&gt;
jedes energische Denken zu überwinden ist. Wir müssen uns&lt;br /&gt;
zweierlei vorstellen: einmal, daß wir die ideelle Welt &#039;&#039;tätig&#039;&#039; zur&lt;br /&gt;
Erscheinung bringen, und zugleich, daß das, was wir tätig ins&lt;br /&gt;
Dasein rufen, &#039;&#039;auf seinen eigenen Gesetzen beruht&#039;&#039;. Wir sind&lt;br /&gt;
nun freilich gewohnt, uns eine Erscheinung so vorzustellen,&lt;br /&gt;
daß wir ihr nur passiv, beobachtend gegenüberzutreten&lt;br /&gt;
brauchten. Allein das ist kein unbedingtes Erfordernis. So&lt;br /&gt;
ungewohnt uns die Vorstellung sein mag, daß wir selbst ein&lt;br /&gt;
Objektives tätig zur Erscheinung bringen, daß wir mit&lt;br /&gt;
anderen Worten eine Erscheinung nicht bloß wahrnehmen,&lt;br /&gt;
sondern zugleich produzieren: sie ist keine unstatthafte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man braucht einfach die gewöhnliche Meinung aufzugeben,&lt;br /&gt;
daß es so viele Gedankenwelten gibt als menschliche&lt;br /&gt;
Individuen. Diese Meinung ist ohnehin nichts weiter als ein&lt;br /&gt;
althergebrachtes Vorurteil. Sie wird überall stillschweigend&lt;br /&gt;
vorausgesetzt, ohne Bewußtsein, daß eine andere zum mindesten&lt;br /&gt;
ebensogut möglich ist, und daß die Gründe der Gültigkeit&lt;br /&gt;
der einen oder der andern denn doch erst erwogen&lt;br /&gt;
werden müssen. Man denke sich an Stelle &#039;&#039;dieser&#039;&#039; Meinung&lt;br /&gt;
einmal die folgende gesetzt: es gibt überhaupt nur &#039;&#039;einen einzigen&#039;&#039; Gedankeninhalt und unser individuelles Denken&lt;br /&gt;
sei weiter nichts als ein Hineinarbeiten unseres Selbstes, unserer&lt;br /&gt;
individuellen Persönlichkeit in das &#039;&#039;Gedankenzentrum&#039;&#039; der Welt.|2|51f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Erscheinen des Denkens wird durch die Zurückdrängung der Leibesorganisation vorbereitet ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;Erscheinen des Denkens&#039;&#039; im Bewusstsein wird dadurch vorbereitet, das &#039;&#039;zuvor&#039;&#039; die Leibesorganisation &#039;&#039;zurückgedrängt&#039;&#039; wird. Dadurch treten namentlich bestimmte, durch das Denken bewirkte [[Gehirn]]prozesse auf, &#039;&#039;bevor&#039;&#039; uns ein [[Gedanke]] bewusst werden kann. Dem entspricht auch die Tatsache, dass ein Gedanke &#039;&#039;zuerst&#039;&#039; tätig hervorgebracht werden muss, ehe er beobachtet werden kann - wie es bei jeder [[schöpferisch]]en Tätigkeit der Fall ist. Der [[Geist]] wirkt über den [[Wille]]n und stirbt zuletzt hinein in den Gedanken. Das bedeutet mithin keineswegs, dass die Gehirnprozesse die Ursache der gebildeten Gedanken sind und deren Inhalt bestimmen, wie vielfach in den [[Neurowissenschaften]] angenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Wesenhaften, das im Denken wirkt, obliegt&lt;br /&gt;
ein Doppeltes: Erstens drängt es die menschliche Organisation&lt;br /&gt;
in deren eigener Tätigkeit zurück, und zweitens setzt&lt;br /&gt;
es sich selbst an deren Stelle. Denn auch das erste, die Zurückdrängung&lt;br /&gt;
der Leibesorganisation, ist Folge der Denktätigkeit.&lt;br /&gt;
Und zwar desjenigen Teiles derselben, der das&lt;br /&gt;
Erscheinen des Denkens vorbereitet. Man ersieht aus diesem,&lt;br /&gt;
in welchem Sinne das Denken in der Leibesorganisation sein&lt;br /&gt;
Gegenbild findet. Und wenn man dieses ersieht, wird man&lt;br /&gt;
nicht mehr die Bedeutung dieses Gegenbildes für das Denken&lt;br /&gt;
selbst verkennen können. Wer über einen erweichten&lt;br /&gt;
Boden geht, dessen Fußspuren graben sich in dem Boden ein.&lt;br /&gt;
Man wird nicht versucht sein, zu sagen, die Fußspurenformen&lt;br /&gt;
seien von Kräften des Bodens, von unten herauf, getrieben&lt;br /&gt;
worden. Man wird diesen Kräften keinen Anteil&lt;br /&gt;
an dem Zustandekommen der Spurenformen zuschreiben.&lt;br /&gt;
Ebensowenig wird, wer die Wesenheit des Denkens unbefangen&lt;br /&gt;
beobachtet, den Spuren im Leibesorganismus an dieser&lt;br /&gt;
Wesenheit einen Anteil zuschreiben, die dadurch entstehen,&lt;br /&gt;
daß das Denken sein Erscheinen durch den Leib&lt;br /&gt;
vorbereitet&amp;lt;ref&amp;gt;Wie innerhalb der Psychologie, der Physiologie usw. sich die obige&lt;br /&gt;
Anschauung geltend macht, hat der Verfasser in Schriften, die auf&lt;br /&gt;
dieses Buch gefolgt sind, nach verschiedenen Richtungen dargestellt.&lt;br /&gt;
Hier sollte nur das gekennzeichnet werden, was die unbefangene Beobachtung&lt;br /&gt;
des Denkens selbst ergibt.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber eine bedeutungsvolle Frage taucht hier auf. Wenn&lt;br /&gt;
an dem &#039;&#039;Wesen&#039;&#039; des Denkens der menschlichen Organisation&lt;br /&gt;
kein Anteil zukommt, welche Bedeutung hat diese Organisation&lt;br /&gt;
innerhalb der Gesamtwesenheit des Menschen? Nun,&lt;br /&gt;
was in dieser Organisation durch das Denken geschieht, hat&lt;br /&gt;
wohl mit der Wesenheit des Denkens nichts zu tun, wohl&lt;br /&gt;
aber mit der Entstehung des Ich-Bewußtseins aus diesem&lt;br /&gt;
Denken heraus. Innerhalb des Eigenwesens des Denkens&lt;br /&gt;
liegt wohl das wirkliche «Ich», nicht aber das Ich-Bewußtsein.&lt;br /&gt;
Dies durchschaut derjenige, der eben unbefangen das&lt;br /&gt;
Denken beobachtet. Das «Ich» ist innerhalb des Denkens&lt;br /&gt;
zu finden; das «Ich-Bewußtsein» tritt dadurch auf, daß im&lt;br /&gt;
allgemeinen Bewußtsein sich die Spuren der Denktätigkeit&lt;br /&gt;
in dem oben gekennzeichneten Sinne eingraben. (Durch die&lt;br /&gt;
Leibesorganisation entsteht also das Ich-Bewußtsein. Man&lt;br /&gt;
verwechsele das aber nicht etwa mit der Behauptung, daß&lt;br /&gt;
das einmal entstandene Ich-Bewußtsein von der Leibesorganisation&lt;br /&gt;
abhängig bleibe. Einmal entstanden, wird es in&lt;br /&gt;
das Denken aufgenommen und teilt fortan dessen geistige&lt;br /&gt;
Wesenheit.)|4|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Denken ist die bewussteste aller Seelentätigkeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken, insofern wir es aktiv [[wille]]ntlich ausführen, ist die bewussteste unserer Seelentätigkeiten. Dabei muss aber dieses aktive Denken deutlich von dem bloßen „Gedankenhaben“ unterscheiden, das auftritt, wenn Gedanken unwillkürlich und dadurch auch mehr oder weniger [[traum]]artig unser [[Bewusstsein]] durchziehen. Das auf das aktive Denken gegründete Bewusstsein ist zugleich notwendig [[Selbstbewusstsein]], weil es untrennbar mit dem [[Wissen]] um die eigene [[geist]]ige Tätigkeit verbunden ist. Wesentlich weniger wach ist bereits die [[Sinneswahrnehmung]], an die wir in der Regel viel passiver hingegeben sind, denn an wie vielen Dingen gehen wir tagein tagaus mit offenen Augen vorbei und haben sie doch nicht &#039;&#039;bewusst&#039;&#039; gesehen. Die [[Wahrnehmung]], sofern sie nicht vom denkenden Bewusstein durchdrungen wird, hat bereits einen traumartigen Charakter. Noch stärker ist das bei den [[Gefühl]]en der Fall. Und den [[Willen]], sofern er nicht voll und ganz vom Denken durchdrungen ist und sich in diesem als &#039;&#039;Denkwille&#039;&#039;, d.h. als bewusst gewolltes Denken äußert, verschlafen wir vollkommen. Denn davon, wie ein Willensimpuls den Körper ergreift und in Bewegung setzt, haben wir normalerweise nicht das geringste Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es gibt für uns Menschen überhaupt nichts, worinnen wir so&lt;br /&gt;
ganz gegenwärtig sind, wie unsere Ideen, Ideale und Vorstellungsmassen.&lt;br /&gt;
In ihnen leben und weben wir. Wenn wir im Dunkeln, in lautloser&lt;br /&gt;
Stille sind, so daß wir gar keine Sinneseindrücke haben, was ist das,&lt;br /&gt;
wessen wir uns da ganz und voll bewußt sind? Unsere Gedanken und&lt;br /&gt;
Ideen. Nach diesen kommt dann alles, was ich durch die Sinne wahrnehme.&lt;br /&gt;
Dieses habe ich gegeben, wenn ich meine Sinnesorgane der&lt;br /&gt;
Außenwelt gegenüber offen und empfänglich halte. Außer Ideen, Idealen&lt;br /&gt;
und Sinneseindrücken ist mir aber nichts gegeben. Alles übrige&lt;br /&gt;
könnte nur erschlossen, d. h. auf Grund der Sinneseindrücke und Ideen&lt;br /&gt;
als bestehend angenommen werden.&amp;quot; {{Lit|{{BE|063|26}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Denken ist keine bloß subjektive Tätigkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde fehlgehen, wenn man das Denken als bloß subjektive Tätigkeit auffassen wollte, wie es einem beliebten Vorurteil entspricht, denn erst &#039;&#039;durch&#039;&#039; das Denken selbst definieren wir uns als [[Subjekt|Subjek]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;t, das sich den [[Objekt|Objekten]] gegenübergestellt sieht. Das Denken ist also weder subjektiv noch objektiv, sondern über den von ihm selbst hervorgebrachten [[Subjekt-Objekt-Spaltung|Gegensatz von Subjekt und Objekt]] erhaben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun darf aber nicht übersehen werden, dass wir uns nur mit Hilfe des Denkens als Subjekt bestimmen und uns den Objekten entgegensetzen können. Deshalb darf das Denken niemals als eine bloß subjektive Tätigkeit aufgefasst werden. Das Denken ist jenseits von Subjekt und Objekt. Es bildet diese beiden Begriffe ebenso wie alle anderen. Wenn wir als denkendes Subjekt also den Begriff auf ein Objekt beziehen, so dürfen wir diese Beziehung nicht als etwas bloß Subjektives auffassen. Nicht das Subjekt ist es, welches die Beziehung herbeiführt, sondern das Denken. Das Subjekt denkt nicht deshalb, weil es Subjekt ist; sondern es erscheint sich als ein Subjekt, weil es zu denken vermag. Die Tätigkeit, die der Mensch als denkendes Wesen ausübt, ist also keine bloß subjektive, sondern eine solche, die weder subjektiv noch objektiv ist, eine über diese beiden Begriffe hinausgehende. Ich darf niemals sagen, dass mein individuelles Subjekt denkt; dieses lebt vielmehr selbst von des Denkens Gnaden. Das Denken ist somit ein Element, das mich über mein Selbst hinausführt und mit den Objekten verbindet. Aber es trennt mich zugleich von ihnen, indem es mich ihnen als Subjekt gegenüberstellt.&amp;quot; {{Lit|{{G|4|60}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Über die Stellung des Denkens in der Welt ===&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Denken gilt gemeinhin heute als etwas, was in den Köpfen der Menschen entsteht. In den menschlichen Hirnen, so meint man, werden die Gedankennetze gewoben, die wir der Welt überwerfen, um die wechselnden Erscheinungen in eine gewisse widerspruchsfreie Ordnung zu bringen. An die wahre Wirklichkeit kämen wir so freilich nicht heran, die „Dinge an sich“ im Sinne Kants blieben uns unzugänglich, sie lägen jenseits unserer intellektuellen Erkenntnisfähigkeit. Für das &#039;&#039;diskursive&#039;&#039; Denken trifft das auch zu. Im Grunde betreiben wir so eine etwas sonderbare Form von spekulativer Metaphysik. Letztlich können wir nur mehr oder weniger gut begründete Vermutungen über die Wirklichkeit anstellen und müssen es der weiteren Erfahrung überlassen, ob unsere Theorien etwas taugen oder widerlegt werden – und tatsächlich werden sie sehr häufig durch die Praxis widerlegt, [[Falsifikation|falsifiziert]], um mit [[Karl Popper]] zu sprechen. Alles so gewonnene Wissen bleibt letztlich bloße [[Hypothese]]. Eine endgültige [[Verifikation]] ist auf &#039;&#039;diesem&#039;&#039; Weg nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann die Sache aber probeweise auch ganz anders betrachten. Dazu gilt es zunächst, ein ganz spezifisches, starkes Gefühl dem Denken gegenüber zu entwickeln. Auf die Schulung dieses energischen Gefühls kommt zunächst alles an; man darf das nicht leichtfertig nehmen, indem man es bloß verstandesmäßig anerkennt, sondern muss sich konsequent erziehen, bis es zu einer tiefen gefühlsmäßigen Überzeugung wird. Und dieses Gefühl ist folgendes: Das Denken ist etwas, was tief in der [[Wirklichkeit]] verwurzelt ist, und nicht bloß etwas, das unseren Köpfen entspringt. Liegt der Wirklichkeit nicht das Denken zugrunde, dann macht es keinen Sinn, gedanklich etwas über die Welt erfahren zu wollen. Man kann Gedanken nur dort herausholen, wo sie auch drinnen sind. Freilich ist dieses Denken, das in der Welt waltet, etwas ganz anderes als das, was wir in unserem denkenden Bewusstsein erleben. Was unseren Hirnen entspringt, sind kraftlose blasse gedankliche Schemen; das Denken in der Wirklichkeit ist eine reale gestaltende Naturkraft. Wir kennen dieses Denken zunächst nicht, aber es lassen sich Wege finden, durch die sich in unserem Denken ein klares und deutliches Abbild dieses Weltendenkens formt, so dass ersteres schließlich zu einem Wahrnehmungsorgan für das Weltendenken wird. Wenn es gelingt, vereinigen wir uns im Denken mit der wahren Wirklichkeit, und dann gilt der Ausspruch, den Rudolf Steiner schon in jungen Jahren so getan hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Indem sich das Denken der Idee&lt;br /&gt;
bemächtigt, verschmilzt es mit dem Urgrunde des&lt;br /&gt;
Weltendaseins; das, was außen wirkt, tritt in den Geist des&lt;br /&gt;
Menschen ein: er wird mit der objektiven Wirklichkeit auf ihrer&lt;br /&gt;
höchsten Potenz eins. [[Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Denken hat den Ideen gegenüber dieselbe Bedeutung wie&lt;br /&gt;
das Auge dem Lichte, das Ohr dem Ton gegenüber. Es ist Organ&lt;br /&gt;
der Auffassung.|1|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf hatte auch schon der von Rudolf Steiner hochgeschätzte, früh verstorbene Philosoph und Theologe [[Paul Asmus]] (1842-1877) hingewiesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Machen wir uns die Sache deutlich: wollte unser einzelnes Ich in seiner absoluten Einzelheit verharren und sich in nichts Anderes versenken, so wäre es allerdings absolut getrennt vom allgemeinen Ich; dann fehlte auch die in der allgemeinen Ichheit beruhende Gemeinschaft mit den andern besondern Ichen. So lassen wir auch einen Menschen, der sich nur auf sein allereigenstes Gefühl beruft, ohne den allgemein vernünftigeu Gründen Gehör zu geben, ruhig stehen; es fehlt eben die Basis der Gemeinschaft. Aber das Ich kann sich nicht in dieser absoluten Vereinzelung behaupten, es ist ihm unmöglich gemacht durch seinen Begriff, der es mit seiner Negation verbindet. So sind wir jederzeit in etwas Anderes versenkt, wir vermögen uns beim besten Willen nicht in unsrer Einzelheit zu erhalten und auch, wenn wir nur über uns selbst reflectiren, haben wir unser Ich uns als ein anderes, einen Gegenstand gegenüberstellen müssen. So beruhen auch die Aussagen jenes nur aus seiner Einzelheit schöpfenden Menschen factisch nur auf Selbsttäuschung. Er bleibt ebenso wenig in seiner Einzelheit eingeschlossen wie ein Anderer; nur ist sein Bewusstsein noch nicht gebildet genug, die Allgemeinheit seines Ich, damit seine Vernünftigkeit zu begreifen. Die Thätigkeit nun, uns in ein anderes zu versenken, nennen wir „denken“; im Denken hat das Ich seinen Begriff erfüllt, es hat sich als einzelnes selbst aufgegeben; deshalb befinden wir uns denkend in einer für Alle gleichen Sphäre, denn das Princip der Besonderung, das da in dem Verhältniss unsres Ich zu dem ihm Anderen liegt, ist verschwunden in der Thätigkeit der Selbstaufhebung des einzelnen Ich, es ist da nur die Allen gemeinsame Ichheit oder Vernünftigkeit. — So haben wir also das Verhältniss des einzelnen zum allgemeinen Ich dahin bestimmt, dass jenes in seiner ursprünglichsten Thätigkeit, dem Denken, eins sei mit diesem; so muss dieses, da es ausser den einzelnen Ichen nicht existirt, sondern nur als deren Thätigkeit, eben als dieses ursprüngliche Denken bestimmt werden und damit verliert unser Princip den letzten Schein der blossen Subjectivität, der ihm bisher noch durch den Namen des (wenn gleich absoluten) Ich anhaftete.|Paul Asmus|&#039;&#039;Die indogermanische Religion in den Hauptpunkten ihrer Entwickelung&#039;&#039;, Band 1, [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11315442_00044.html S. 28f]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses [[Weltendenken]], dieses [[Kosmische Intelligenz|kosmische Denken]] wird von [[Michael]] verwaltet. Und im michaelischen Sinne denken lernen heißt, sich zum Wahrnehmungsorgan für dieses kosmische Denken zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Realität der Gedanken im Weltenäther ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die realen Gedanken, die auch unser [[Gehirn]] aufbauen, leben im [[Weltenäther]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wo sind diese Gedanken? Nun sehen Sie, wir sind umgeben von&lt;br /&gt;
der physischen Welt. Aber auch von der ätherischen Welt, aus der ja&lt;br /&gt;
unmittelbar, bevor wir heruntersteigen zu unserer physischen Inkarnation,&lt;br /&gt;
der menschliche Ätherleib genommen wird. Der menschliche&lt;br /&gt;
Ätherleib wird ja aus dem allgemeinen Weltenäther genommen, der&lt;br /&gt;
durchaus überall vorhanden ist. Nun, dieser Weltenäther, meine lieben&lt;br /&gt;
Freunde, der ist in Wirklichkeit der Träger der Gedanken. Dieser Weltenäther,&lt;br /&gt;
den alle gemeinsam haben, er ist der Träger der Gedanken,&lt;br /&gt;
da sind die Gedanken darinnen, da sind jene lebendigen Gedanken&lt;br /&gt;
eben darinnen, von denen ich Ihnen immer gesprochen habe auch in&lt;br /&gt;
anthroposophischen Vorträgen, daß der Mensch ihrer teilhaftig ist im&lt;br /&gt;
vorirdischen Leben, bevor er auf die Erde heruntersteigt. Das alles,&lt;br /&gt;
was überhaupt an solchen Gedanken vorhanden ist, ist im lebendigen&lt;br /&gt;
Zustande im Weltenäther darinnen und wird niemals entnommen aus&lt;br /&gt;
dem Weltenäther im Leben zwischen Geburt und Tod, niemals, sondern&lt;br /&gt;
alles, was der Mensch an lebendigem Gedankenvorrat in sich enthält,&lt;br /&gt;
empfängt er dann in dem Augenblick, wo er aus der geistigen Welt&lt;br /&gt;
heruntersteigt, also sein eigenes lebendiges Gedankenelement verläßt,&lt;br /&gt;
wenn er heruntersteigt und sich seinen Ätherleib bildet. Dadrinnen&lt;br /&gt;
sind noch die lebendigen Gedanken, in dem, was am Menschen bildet&lt;br /&gt;
und organisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA 317 26.6.1924.jpg|thumb|400px|Tafel 1 ([[GA 317]])]]&lt;br /&gt;
Wenn ich also das Schema von gestern noch einmal mache (siehe&lt;br /&gt;
Tafel 2, Mitte), wenn Sie hier den Menschen sehen, wenn wir hier das&lt;br /&gt;
symptomatische Seelenleben, Denken, Fühlen, Wollen haben, wenn wir&lt;br /&gt;
dahinter haben das Seelenleben, das wirkliche Seelenleben, so haben&lt;br /&gt;
wir einen Teil des wirklichen Seelenlebens in den Gedanken. - Und&lt;br /&gt;
diese Gedanken, die wir aus dem allgemeinen Weltenäther herausnehmen,&lt;br /&gt;
die bilden uns vorzugsweise unser Gehirn und im weiteren&lt;br /&gt;
Sinne unser Nerven-Sinnessystem. Das ist das lebendige Denken, das&lt;br /&gt;
bildet uns das Gehirn zum Abbauorgan, zu dem Organ, das gewissermaßen&lt;br /&gt;
in folgender Art die Materie behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir hinausschauen auf die Umgebung, da haben wir die Substanz&lt;br /&gt;
des Irdischen um uns herum, in ihren verschiedenen Prozessen&lt;br /&gt;
und Wirkungsarten. Diese Prozesse, die da in der Natur leben, die&lt;br /&gt;
werden stufenweise abgebaut von der Tätigkeit des lebendigen Denkens, so daß fortwährend hier (siehe Tafel 2) abgebaut wird, das&lt;br /&gt;
heißt, die Prozesse gestoppt werden, die die Naturprozesse sind. Also&lt;br /&gt;
im Gehirn wird der Anfang damit gemacht, daß die Naturprozesse&lt;br /&gt;
gestoppt werden und die Materie fortwährend in Absonderung herausfällt.&lt;br /&gt;
Die herausgefallene Materie, die also ausgeschiedene und unbrauchbar&lt;br /&gt;
gewordene Materie: das sind die Nerven. Und diese Nerven&lt;br /&gt;
bekommen dadurch, daß sie in dieser Weise vom lebendigen Denken&lt;br /&gt;
bearbeitet werden, bekommen dadurch, daß sie fortwährend ertötet&lt;br /&gt;
werden, eine Fähigkeit, die der Spiegelungsfähigkeit ähnlich ist. Dadurch&lt;br /&gt;
bekommen sie die Fähigkeit, daß sich durch sie die Gedanken&lt;br /&gt;
des umliegenden Äthers spiegeln, und dadurch entsteht das subjektive&lt;br /&gt;
Denken, das oberflächliche Denken, das nur in Spiegelbildern besteht,&lt;br /&gt;
das wir in uns tragen zwischen Geburt und Tod. Wir werden also dadurch,&lt;br /&gt;
daß wir das lebendige Denken in uns wirkend tragen, fähig&lt;br /&gt;
gemacht, der Welt unser Sinnes- und Nervensystem entgegenzustellen,&lt;br /&gt;
die Eindrücke, die im umliegenden Äther leben, in Spiegelbildern zu&lt;br /&gt;
erzeugen und in unser Bewußtsein zu schmeißen. So daß also dieses&lt;br /&gt;
Denken und Vorstellen des oberflächlichen Seelenlebens nichts anderes&lt;br /&gt;
ist, als der Reflex der im Weltenäther lebenden Gedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wenn Sie sich selber mit Ihrem Spiegelbild vergleichen, so werden&lt;br /&gt;
Sie darauf kommen, daß Sie etwas anderes sind als das Spiegelbild.&lt;br /&gt;
Ebenso können Sie die Gedanken mit ihren Spiegelbildern vergleichen&lt;br /&gt;
und bekommen dadurch das tote Denken, wie das Spiegelbild tot ist&lt;br /&gt;
Ihnen gegenüber, der Sie als Lebender vor dem Spiegelbild stehen. Es&lt;br /&gt;
kann ein verzerrter, ein unlogischer, ein verrückter Gedanke niemals&lt;br /&gt;
im Weltenäther vorhanden sein. Die Gedanken aber, welche das gewöhnliche,&lt;br /&gt;
das oberflächliche Seelenleben enthält, sind ja nur die Spiegelungen&lt;br /&gt;
der Gedanken im Weltenäther. Woher kann nun ein verrückter,&lt;br /&gt;
ein querköpfiger Gedanke kommen? Dadurch, daß der Spiegel,&lt;br /&gt;
all dasjenige, was da entstanden ist im Aufbau des Gehirns, nicht in&lt;br /&gt;
Ordnung ist. Also handelt es sich darum, daß wir in richtiger Weise&lt;br /&gt;
den Weg zurückfinden von den verzerrten Gedanken zu dem, was im&lt;br /&gt;
menschlichen Gehirn beziehungsweise im Sinnes-Nervensystem eigentlich&lt;br /&gt;
wirkt, was der Mensch sich aufgebaut hat aus dem wirklichen&lt;br /&gt;
lebendigen Gedankenleben heraus. Daraus ersehen Sie, daß es sich&lt;br /&gt;
eigentlich ungeheuer stark darum handeln wird, daß wir von dem Bewußtsein&lt;br /&gt;
ausgehen: an den Gedankeninhalt selber, an die eigentlichen&lt;br /&gt;
Gedanken können wir gar nicht herankommen, denn die sind ja im&lt;br /&gt;
Weltenäther in ihrer absoluten Richtigkeit vorhanden.|317|29ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die leibliche Grundlage des Denkens ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus anthroposophischer Sicht besitzt der Mensch nicht nur einen [[Physischer Leib|physischen Leib]], sondern verfügt auch über höhere, übersinnliche leibliche [[Wesensglieder]], die als [[Ätherleib]] und [[Astralleib]] bezeichnet werden. In gewissem Sinn zählt sogar unser niederes [[Ich]] zu diesen übersinnlichen Leibesgliedern. Wie wir oben gesehen haben, tragen die Leibesglieder des Menschen &#039;&#039;inhaltlich&#039;&#039; nichts zum Denken bei. Man kann und muss daher den geistigen Inhalt des Denken verstehen, ohne sie zu berücksichtigen. Welche Bedeutung sie für das &#039;&#039;Zustandekommen&#039;&#039; des Denkens haben, soll nun kurz umrissen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wir denken nicht mit dem Kopf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht der [[Kopf]] bzw. das [[Gehirn]], das denkt, sondern dieses macht nur bewusst, was sonst unbewusst als weisheitsvolle Tätigkeit im restlichen [[Organismus]] waltet. Das [[Geometrie|geometrische]], [[mechanistisch]]e und [[Kausalität|kausale]] Denken gründet sich namentlich darauf, dass die Gesetzmäßigkeiten der [[Knochen]]mechanik des [[Gliedmaßen-System]]s ins Bewusstsein gehoben werden. Das [[Begreifen]] als [[Erkenntnis]]akt gründet sich auf das Ergreifen und Begreifen der äußeren Dinge mit der [[Hand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist ein Vorurteil, daß&lt;br /&gt;
wir mit dem Kopf denken. Das ist gar nicht wahr. Wir denken mit den&lt;br /&gt;
Beinen und mit den Armen; und dasjenige, was in den Armen und&lt;br /&gt;
Beinen vor sich geht, bei dem schaut der Kopf zu und nimmt es in den&lt;br /&gt;
Bildern der Gedanken auf. Er würde niemals, ich habe Ihnen das schon&lt;br /&gt;
gesagt bei dem Weihnachtskursus, das Gesetz des Winkels kennenlernen,&lt;br /&gt;
wenn er nicht schreiten würde. Er würde niemals mechanische&lt;br /&gt;
Gleichgewichtsgesetze kennenlernen, wenn er sie nicht durch seinen&lt;br /&gt;
eigenen Schwerpunkt, den er im Unterbewußtsein herumführt, kennenlernen&lt;br /&gt;
würde. Sobald man zu dem Astralleib hinunterkommt, der&lt;br /&gt;
das alles im Unterbewußtsein verarbeitet, erscheint einem der Mensch,&lt;br /&gt;
wenn er [auch] manchmal auf der physischen Welt ganz töricht ist, ungemein weise, weil das alles, was da zum Beispiel an Geometrie entwickelt&lt;br /&gt;
wird im Gehen, im Sich-Fühlen, weil das alles, wenn ich mich des&lt;br /&gt;
Paradoxons bedienen darf, durchaus gewußt wird im Unterbewußtsein&lt;br /&gt;
und dann durch das Gehirn angeschaut wird.|316|208f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was das flüssige Element und insbesondere die [[Muskel]]tätigkeit betrifft, kann durch diese Art des Denkens nicht mehr erfasst werden, sondern bedarf bereits der [[Imagination|imaginativen Erkenntnis]]. Der Luftmensch und die damit zusammenhängende Tätigkeit der inneren Organe erschließt sich erst der [[Inspiration]] und in den Wärmemenschen kann man bewusst nur durch [[Intuition]] eintauchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Ja, sehen Sie, wenn Sie Gedanken anwenden, so müssen Sie auch die&lt;br /&gt;
Gesetzmäßigkeiten anwenden, auf die der Gedanke kommt, das ist die&lt;br /&gt;
mechanische Gesetzmäßigkeit. Sie müssen Statik und Dynamik anwenden.&lt;br /&gt;
Das können Sie nur beim Knochensystem.|316|92}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|In dem Augenblicke, wo man an das&lt;br /&gt;
Muskelsystem herankommt, muß man eine ganz andere Erkenntnisart&lt;br /&gt;
anwenden, das ist die Imagination, so daß man also sagen kann - nur&lt;br /&gt;
repräsentativ, es sind überall Übergänge -, daß durch die Imagination&lt;br /&gt;
begriffen wird das Muskelsystem.|316|92f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Wenn wir nun aufsteigen von der Imagination zur Inspiration, dann&lt;br /&gt;
kommen wir nun schon an den luftförmigen Menschen, an dasjenige,&lt;br /&gt;
was im Menschen luftförmig ist. Und wir kommen, indem wir an die&lt;br /&gt;
Inspiration herankommen, an eine Auffassungsweise, die sehr ähnlich&lt;br /&gt;
ist dem Hören musikalischer Töne, Harmonien, Melodien, sehr ähnlich&lt;br /&gt;
ist dem musikalischen Hören. Die Inspiration hat nichts mehr mit etwas&lt;br /&gt;
Begriffsmäßigem zu tun, sondern mit etwas, was auch in der Auffassung&lt;br /&gt;
eine Art Musikalisches ist. Das Musikalische muß nicht immer&lt;br /&gt;
gehört werden, es kann auch, indem es geistig ist, empfunden werden.&lt;br /&gt;
Aber im Grunde genommen hat alle Inspiration etwas Musikalisches.&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche hier vorhanden, daß die Form der menschlichen&lt;br /&gt;
inneren Organe, derjenigen Organe, die eigentlich die werdende&lt;br /&gt;
Organisation während des Lebens besorgen in der Ernährung, in der&lt;br /&gt;
Atmung und so weiter, also die Organe, die dem zugrunde liegen, daß&lt;br /&gt;
alle diese Organformen nicht erklärbar sind etwa aus irgendwelchen&lt;br /&gt;
mechanischen Gesetzen. Aber nicht einmal imaginativ sind sie zu erklären.&lt;br /&gt;
Es ist einfach ein Unding, ein Nonsens, wenn man die Form des&lt;br /&gt;
Lungenorganes, des Leberorganes etwa nur erklären wollte aus Lageverhältnissen,&lt;br /&gt;
wie da die Zellen liegen, oder aus Gewichtsverhältnissen.&lt;br /&gt;
Versuchen Sie darüber nachzuforschen, ob das schon irgend jemandem&lt;br /&gt;
gelungen ist, die Leber- oder Lungenform als Form zu erklären. Es ist&lt;br /&gt;
niemandem gelungen. Denn diese Organe, die das werdende Leben&lt;br /&gt;
während des Erdendaseins versorgen, die sind in ihren Anlagen trotzdem&lt;br /&gt;
sehr früh vorhanden, wenn auch sehr stark metamorphosiert. Alle&lt;br /&gt;
kommen sie heraus aus den Gestaltungskräften des Luftförmigen. Der&lt;br /&gt;
heutige wissenschaftliche Mensch sagt: Luft ist Sauerstoff, Stickstoff,&lt;br /&gt;
einiges andere ist darin, und das ist so eine mehr oder weniger gleichmäßige,&lt;br /&gt;
nur durch innere mechanische Bewegung, die im Winde sich&lt;br /&gt;
darstellt, differenzierte luftförmige Substanz. Aber solche Luft, wie sie&lt;br /&gt;
heute der Physiker beschreibt, die gibt es nicht, sondern es gibt nur die&lt;br /&gt;
konkrete Luft, die unsere Erde umgibt. Aber, meine lieben Freunde, die&lt;br /&gt;
Luft, die unsere Erde umgibt, die ist überall durchdrungen von lauter&lt;br /&gt;
Gestaltungskräften. Diese Gestaltungskräfte atmen wir mit der physischen&lt;br /&gt;
Substanz der Luft ein. Wenn unsere Organe fertig sind, wenn&lt;br /&gt;
wir eine fertige Lunge haben, dann geschieht das, daß die Gestaltungskräfte,&lt;br /&gt;
die wir da einatmen mit der Substanz der Luft, sozusagen zusammenfallen&lt;br /&gt;
mit der Form der Lunge, daß sie dann, wenn wir geboren&lt;br /&gt;
sind, keine große Bedeutung mehr haben, nur zum Wachstum. Aber&lt;br /&gt;
während der Embryonalzeit, während der physischen Absonderung&lt;br /&gt;
von der Außenluft, da wirken zuerst durch den mütterlichen Leib die&lt;br /&gt;
Gestaltungskräfte der Luft. Die bauen die Lunge auf, wie alle Organe&lt;br /&gt;
des Menschen daraus auferbaut werden, mit Ausnahme der Muskeln&lt;br /&gt;
und der Knochen. Alle inneren Organe, die das werdende Leben erhalten,&lt;br /&gt;
sind auferbaut aus den gestaltenden Kräften der Luft. Was da geschieht, kann man vergleichen, aber es ist ein grober Vergleich, mit der&lt;br /&gt;
Entstehung der Chladnischen Klangfiguren. Also Platten, die mit Staub&lt;br /&gt;
belegt sind, werden an einem Punkt befestigt, mit dem Violinbogen in&lt;br /&gt;
bestimmter Weise gestrichen, dann gestaltet sich dieser Staub in gewisse&lt;br /&gt;
Formen, je nachdem man den Bogen ansetzt. Da werden aus den Gestaltungskräften,&lt;br /&gt;
die man in der Luft hervorruft, die Staubfiguren gebildet.&lt;br /&gt;
So werden aus den allgemeinen Gestaltungskräften der Luft die&lt;br /&gt;
inneren Organe des Menschen gebildet. Die sind herausgebildet aus den&lt;br /&gt;
Gestaltungskräften der Luft. Die Lunge ist tatsächlich aus den Atmungskräften&lt;br /&gt;
gebildet, aber ebenso die andern Organe. Nur sind es die&lt;br /&gt;
andern Organe mehr oder weniger auf Umwegen, während die Lunge&lt;br /&gt;
direkt gebildet ist. Aber dies, was da vorliegt, daß die Organe des Menschen&lt;br /&gt;
herausgebildet werden aus den sich gestaltenden Schwingungen&lt;br /&gt;
der Luft, das ist nur durch Inspiration zu begreifen. Das, was sich&lt;br /&gt;
herausgestaltet aus dem Luftförmigen, eben Geformtes, das ist in der&lt;br /&gt;
Auffassung gleich dem Musikalischen, wie den Klangfiguren auch ein&lt;br /&gt;
Musikalisches zugrunde liegt.|316|93ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Und steigen wir auf zur wahren Intuition, dann kommen wir zum&lt;br /&gt;
Wärmemenschen, zu der Organisation, die innerlich differenzierter&lt;br /&gt;
Wärmeraum ist. Ich habe nun das gesagt, daß man in der Wärme ja&lt;br /&gt;
wirklich drinnen sich erlebt, daß man nicht ebenso wie dem Kohlenstoff,&lt;br /&gt;
dem Stickstoff der Wärme gegenübersteht, sondern die Wärme&lt;br /&gt;
ist da, die Wärme ist in einem, und man ist in der Wärme, indem man&lt;br /&gt;
Wärme erlebt. Sie ist gerade dasjenige, was am intensivsten erlebt wird.&lt;br /&gt;
Deshalb kann der heutige Mensch nicht leugnen, daß er Wärme erlebt,&lt;br /&gt;
während er keine Ahnung davon hat, daß er Luft, Wasser, Erde erlebt.&lt;br /&gt;
Er hat keine Ahnung davon, weil er da herausgewachsen ist. Aber das&lt;br /&gt;
Erleben der Wärme ist eben unmittelbar die Anwendung der Intuition&lt;br /&gt;
auf den menschlichen Organismus, nur muß man jetzt nicht bloß im&lt;br /&gt;
Groben, wie man das für den Tagesgebrauch nötig hat, sondern in&lt;br /&gt;
Differenzierung die Wärme erleben, die sehr fein ausdifferenziert ist in&lt;br /&gt;
den Formen der Organe selber. Wenn man durch Intuition diesen&lt;br /&gt;
Wärmeorganismus durch den ganzen Körper betrachten kann, kommt&lt;br /&gt;
man durch diese Erkenntnisart zum Verstehen nun nicht der inneren&lt;br /&gt;
Organe, sondern der Tätigkeit der inneren Organe. Die ganze Tätigkeit&lt;br /&gt;
der inneren Organe muß begriffen werden durch Verstehen der&lt;br /&gt;
Organisation im Wärmeäther. Alles übrige ist durchaus ungeeignet, ein&lt;br /&gt;
Verständnis der Tätigkeit der Organe zu bringen. Die Anschauung, die&lt;br /&gt;
intuitive Anschauung der Tätigkeit des Wärmeäthers, also der Wärmemensch,&lt;br /&gt;
der ist es, der durch Intuition erkannt werden muß. Das heißt&lt;br /&gt;
mit andern Worten, es genügt nicht, daß man bloß die Meinung habe,&lt;br /&gt;
da ist physische Welt, man eignet sich Imagination, Inspiration, Intuition&lt;br /&gt;
an, um in andere Welten zu kommen. Die andern Welten sind da.&lt;br /&gt;
Die ätherische Welt ist dadurch da, daß der Mensch ein Muskelsystem&lt;br /&gt;
hat, die astralische Welt ist dadurch da, daß der Mensch ein Organsystem&lt;br /&gt;
hat, und die devachanische Welt, die Geisteswelt ist dadurch&lt;br /&gt;
da, daß der Wärmemensch da ist. Das Geistige geht fortwährend unter&lt;br /&gt;
uns herum. Es ist da. Der Mensch ist ja ein Geist, er ist nur angefüllt&lt;br /&gt;
mit physischer Substanz, dieser Geist.|316|97f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|width=700px |&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Gedanke]]: || [[Knochensystem]] || = fester erdiger Mensch || [[physischer Leib]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Imagination]]: || [[Muskelsystem]] || = flüssiger wäßriger Mensch || [[Ätherleib]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Inspiration]]: || [[Organe|Innenorgane]] || = luftförmiger Mensch || [[Astralleib]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Intuition]]: || Tätigkeit der Innenorgane || = Wärme-Mensch || [[Ich]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erwachen des abstrakten Denkens um das 12. Lebensjahr ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa mit dem [[12. Lebensjahr]] beginnt der abstrakte [[Intellekt]] zu erwachen, da der heranwachsende Mensch nun nicht mehr so sehr mit dem [[Muskelsystem]], das intim mit dem [[Rhythmisches System|rhythmischen System]] zusammenhängt, sondern vermehrt mit dem [[Knochensystem]] zu denken beginnt, dessen [[Bewegung]]en mit dem [[Eigenbewegungssinn]] vermittels der sogenannten „motorischen“ Nerven wahrgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die sogenannten motorischen Nerven sind keine motorischen Nerven,&lt;br /&gt;
die sind bloß dasjenige, was die Äußerungen, den Impuls des Willens&lt;br /&gt;
wahrnimmt. Ehe man diesen Zusammenhang nicht einsehen wird, eher&lt;br /&gt;
wird man nicht zu einer durchsichtigen Menschenerkenntnis kommen.&lt;br /&gt;
Wenn Sie aber diesen Zusammenhang voll einsehen, dann werden Sie&lt;br /&gt;
es auch begreiflich finden, daß ich nun eben ein Paradoxon, eine Ketzerei&lt;br /&gt;
vor Sie hinstellen muß: denn dann wirkt das Geistig-Seelische ja&lt;br /&gt;
eben auf den ganzen übrigen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Kinde also bis gegen das zwölfte Jahr hin äußern sich die Wirkungen&lt;br /&gt;
nach Maßgabe des eben Geschilderten in den Muskelkräften,&lt;br /&gt;
die ein intimes Verhältnis zur Atmung und zum Zirkulationssystem&lt;br /&gt;
haben. Beim Kinde vom zwölften Jahre an bis zur Geschlechtsreife&lt;br /&gt;
nach denjenigen Kräften hin, die gegen das Skelett gehen. So daß wir&lt;br /&gt;
also vor dem zwölften Jahre mehr dasjenige, was noch in unseren Muskein&lt;br /&gt;
liegt, mit dem sogenannten motorischen Nerv wahrnehmen, nach&lt;br /&gt;
dem zwölften Jahre nehmen wir mit diesem sogenannten motorischen&lt;br /&gt;
Nerv mehr dasjenige wahr, was in unseren Muskeln und Knochen vorgeht.&lt;br /&gt;
Nun, wenn Sie bedenken, daß in allem Denken etwas Willensmäßiges&lt;br /&gt;
liegt - es ist ja Wille, was da wirkt, wenn ich Vorstellungen&lt;br /&gt;
synthetisch zusammenfasse oder analytisch trenne, es ist überall Wille&lt;br /&gt;
darinnen - , so müssen Sie diesen Willen auch im Organismus aufsuchen.&lt;br /&gt;
Und gerade dieser Wille in der seelischen Funktion des Denkens ist in&lt;br /&gt;
dieser Art angeschlossen, wie ich es jetzt geschildert habe. Indem wir&lt;br /&gt;
ins zwölfte Jahr eintreten, lernen wir ein solches Denken, das nach der&lt;br /&gt;
Willensnatur seine Vorgänge in den Knochen, in der Skelettdynamik&lt;br /&gt;
hat. Wir machen da den wichtigen Übergang vom weichen System des&lt;br /&gt;
Menschen zum ganz harten System, das sich, ich möchte sagen, wie ein&lt;br /&gt;
objektives Hebelsystem in die Welt hineinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Ketzerei, das Paradoxon, das ich vor Sie hinstellen muß,&lt;br /&gt;
daß der Mensch, wenn er seine Gedanken über die unbelebte äußerliche&lt;br /&gt;
Natur faßt, das nicht in unmittelbarer Weise mit dem Kopfe,&lt;br /&gt;
mit dem Gehirn tut, sondern daß er es mit dem Skelett tut. Selbstverständlich,&lt;br /&gt;
man kann darüber lachen, wenn man in der heutigen Physiologie&lt;br /&gt;
drinnensteckt, daß da einer in Dornach ist, der behauptet, daß&lt;br /&gt;
die Menschen mit den Knochen abstrakt denken; aber die Sache ist&lt;br /&gt;
eben so. Es wäre bequemer, das nicht auszusprechen, aber es muß eben&lt;br /&gt;
ausgesprochen werden, denn wir brauchen eine wirkliche Menschenerkenntnis.&lt;br /&gt;
Was wir an Gedanken im Gehirn haben, das sind nur Bilder&lt;br /&gt;
dessen, was sich im wirklichen Gedankenprozeß abspielt. Dasjenige,&lt;br /&gt;
wofür das Gehirn das Werkzeug ist, das sind die passiven Bilder für&lt;br /&gt;
die wirklichen Prozesse, die sich beim Denken abspielen. Daß das&lt;br /&gt;
Denken zum Bewußtsein kommt, das ist von diesen Bildern abhängig;&lt;br /&gt;
aber in diesen Bildern liegt nicht die innere Kraft, die im Denken wirkt,&lt;br /&gt;
liegt nicht das Willensgemäße des Denkens. Dasjenige, was das Wesenhafte&lt;br /&gt;
des Denkens ist, das hat mit diesen Bildern, die das Gehirn zur&lt;br /&gt;
Voraussetzung haben, nicht mehr zu tun als ein Bild, das Sie dort auf&lt;br /&gt;
der Wand sehen würden von Herrn X, mit dem wirklichen Herrn X zu&lt;br /&gt;
tun hätte. Sie müssen das Bild von Herrn X von dem wirklichen Herrn&lt;br /&gt;
X unterscheiden. So unterscheidet sich der reale Prozeß, der sich während&lt;br /&gt;
des Denkens abspielt, von den Bildern. Während des Denkens&lt;br /&gt;
über die physische Natur waltet eigentlich der Prozeß im ganzen, im&lt;br /&gt;
vollen- Menschen, und zwar gerade für das Denken im Skelett. Wir&lt;br /&gt;
setzen uns auch mit unserem Denken in das Skelett hinein mit unserem&lt;br /&gt;
zwölften Jahre. Das ist dasjenige, was uns einen wirklichen inneren Anhaltspunkt&lt;br /&gt;
bietet für das, was wir zu tun haben in der Überleitung des&lt;br /&gt;
Unterrichts zu dem, was ich gestern charakterisierte: das Kennenlernen&lt;br /&gt;
der Pflanzenwelt im Zusammenhang mit der Erde, das Kennenlernen&lt;br /&gt;
der Tierwelt im Zusammenhang mit dem Menschen bis zu dem zwölften&lt;br /&gt;
Jahre, bis zu der Geschlechtsreife.|303|209ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Bedeutung des physischen Leibes und der Gehirnvorgänge für das Denken === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Gehirn]] trägt zwar nichts zur inhaltlichen Bestimmung des Denkens bei, aber das Gehirn ist ein [[Gehirn#Das Gehirn als Spiegelungsapparat für das Denken|Spiegelungsapparat für das Denken]], welcher uns das Denken in Form abstrakter [[Gedanken]]  [[Bewusstsein|bewusst]] macht. Das Gehirn denkt zwar nicht, aber es macht uns die Gedanken bewusst, indem es die gedanklichen Ergebnisse unserer Denktätigkeit in das [[Seele|seelische]] Erleben hereinspiegelt. Derart dem [[Physischer Leib|physischen Leib]] eingeprägte Gedankenspuren sind später der [[Erinnerung]] zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und da kommen wir darauf, daß&lt;br /&gt;
sich dasjenige, was wir im engeren Sinne Denken, Vorstellen nennen,&lt;br /&gt;
so wie der Mensch hier auf dem physischen Plan lebt, eigentlich abspielt&lt;br /&gt;
im Ätherleib. Aber damit sich Gedanken bilden durch dieses&lt;br /&gt;
Denken, durch dieses Vorstellen, ist der physische Leib notwendig,&lt;br /&gt;
denn der physische Leib muß seine Eindrücke bekommen, wenn Gedanken&lt;br /&gt;
hier im physischen Leben erinnerungsmäßig festgehalten werden&lt;br /&gt;
sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang ist also der: Wenn wir denken, so geht natürlich das&lt;br /&gt;
Denken vom Ich aus, geht durch den astralischen Leib, aber es spielt&lt;br /&gt;
sich dann hauptsächlich in den Bewegungen des Ätherleibes ab. Was&lt;br /&gt;
wir immer denken, was wir vorstellen, spielt sich in den Bewegungen&lt;br /&gt;
des Ätherleibes ab. Diese Bewegungen des Ätherleibes drücken sich&lt;br /&gt;
förmlich ein in den physischen Leib. Das ist grob gesprochen, denn es&lt;br /&gt;
handelt sich um viel feinere Vorgänge als um ein grobes Einprägen,&lt;br /&gt;
aber man kann die Sache vergleichsweise so nennen. Und dadurch, daß&lt;br /&gt;
diese Bewegungen des Ätherleibes in den physischen Leib eingeprägt&lt;br /&gt;
werden, spielen sich für unser Bewußtsein die Gedanken ab, und dadurch&lt;br /&gt;
auch erhalten sich die Gedanken in der Erinnerung. Gewissermaßen&lt;br /&gt;
ist es so: Wenn wir einen Gedanken haben und den später einmal&lt;br /&gt;
aus der Erinnerung hervorholen, so kommt bei dieser Arbeit des&lt;br /&gt;
Sich-Erinnern-Wollens unser Ätherleib in Bewegung, und er paßt sich&lt;br /&gt;
mit seinen Bewegungen dem physischen Leib an, und indem er hineinkommt&lt;br /&gt;
in jene Eindrücke, die dieser Ätherleib bei dem entsprechenden&lt;br /&gt;
Gedanken in den physischen Leib gemacht hat, kommt der Gedanke&lt;br /&gt;
wieder herauf ins Bewußtsein. Also Erinnerung ist daran geknüpft,&lt;br /&gt;
daß die Bewegungen des Ätherleibes sich in den physischen&lt;br /&gt;
Leib einprägen können. Natürlich ist das Gedächtnis an den Ätherleib&lt;br /&gt;
gebunden, aber der Ätherleib muß eine Art von Bewahrer seiner&lt;br /&gt;
Bewegungen haben, damit im physischen Leben das Erinnern zustande&lt;br /&gt;
kommen könne. Und so leben wir denn unser Leben zwischen Geburt&lt;br /&gt;
und Tod, haben unsere Erlebnisse und erinnern uns unserer Erlebnisse,&lt;br /&gt;
das heißt, es läuft unser Gedankenleben in uns ab. Im wachen Zustande&lt;br /&gt;
haben wir immer mehr oder weniger dieses in unserem Inneren ablaufende&lt;br /&gt;
Gedankenleben.|174b|160f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt wirkt das Denken auch sehr wesentlich auf den physischen Leib zurück. Nicht das Gehirn denkt, aber durch das Denken wird das Gehirn in seinen feineren Strukturen ausgeformt. Das ist bis ins hohe Alter der Fall, gilt aber ganz besonders für das heranwachsende Kind. Das Gehirn des kleinen Kindes ist weich und bildsam und in entscheidenden Bereichen noch wenig ausgeformt. Wesentliche Gehirnstrukturen werden erst durch das allmählich erwachende Denken des Kindes ausgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Antlitz eines Menschen zeigen sich im Laufe der Jahre die Spuren seines Denkens. Ein Mensch, der ein reiches lebendiges Denken mit beweglichen Begriffen entwickelt hat, wird lebendigere, beweglichere Gesichtszüge zeigen als ein Mensch, der nur wenige tote Begriffe in sich aufgehäuft hat. Sein Gesicht wird verhältnismäßig starr und unpersönlich wirken, sein Gehirn wird steif und unbeweglich. Darin ist eine der wesentlichsten Ursachen für die heute nicht so selten auftretende Alters-Demenz zu sehen. Der größte Schaden entsteht, wenn schon kleine Kinder mit abstrakten Begriffen überfordert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sich das Denken als Gedanke am Gehirn spiegeln kann, muss es erst durch das [[Seele|Seelisch]]-[[Geist]]ige, das in den [[Organismus]] eingreift, als Spiegelungsapparat zubereitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der grobe Materialist unserer Zeit findet es seinen Intentionen&lt;br /&gt;
gemäß, davon zu sprechen, daß das Gehirn den Gedanken bildet,&lt;br /&gt;
respektive, daß das Zentralnervensystem den Gedanken bildet. Für&lt;br /&gt;
den, der die Dinge durchschaut, ist das geradeso wahr, wie es wahr&lt;br /&gt;
wäre, zu meinen, wenn man in einen Spiegel hineinschaut, der Spiegel&lt;br /&gt;
habe das Gesicht gemacht, das man sieht. Aber er macht gar&lt;br /&gt;
nicht das Gesicht, das man sieht, sondern das Gesicht ist außerhalb&lt;br /&gt;
des Spiegels. Der Spiegel reflektiert nur das Gesicht, wirft es zurück.&lt;br /&gt;
Ich habe das sogar schon in öffentlichen Vorträgen wiederholt auseinandergesetzt.&lt;br /&gt;
In ganz ähnlicher Weise verhält es sich mit dem,&lt;br /&gt;
was der Mensch an Gedanken erlebt. Wir wollen jetzt von anderen&lt;br /&gt;
Seeleninhalten absehen. Das Gedankenerlebnis, das in der Seele&lt;br /&gt;
regsam, real ist, indem der Mensch den Gedanken erlebt, entsteht&lt;br /&gt;
sowenig durch das Gehirn, wie durch den Spiegel das Bild des Gesichtes&lt;br /&gt;
produziert wird. Das Gehirn wirkt in der Tat nur als Reflektionsapparat,&lt;br /&gt;
damit es die Seelentätigkeit zurückwirft und diese sich&lt;br /&gt;
selber sichtbar wird. Mit dem, was der Mensch als Gedanken wahrnimmt,&lt;br /&gt;
hat wirklich das Gehirn so wenig zu tun, wie der Spiegel mit&lt;br /&gt;
Ihrem Gesicht zu tun hat, wenn Sie Ihr Gesicht im Spiegel sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber etwas anderes ist vorhanden. Der Mensch nimmt, indem er&lt;br /&gt;
denkt, eigentlich nur die letzte Phase seiner denkerischen Tätigkeit,&lt;br /&gt;
seines denkerischen Erlebens wahr. Um das klarzumachen, möchte&lt;br /&gt;
ich wiederum den Spiegelvergleich nehmen. Denken Sie sich einmal,&lt;br /&gt;
Sie würden sich hinstellen und Ihr Gesicht in einem Spiegel&lt;br /&gt;
sehen wollen. Wenn Sie keinen Spiegel da haben, können Sie Ihr&lt;br /&gt;
Gesicht nicht sehen. Sie können noch so lange hinstarren, Ihr Gesicht&lt;br /&gt;
sehen Sie nicht. Wollen Sie es sehen, so müssen Sie irgend etwas, was&lt;br /&gt;
an Materie daliegt, so bearbeiten, daß es ein Spiegel wird. Das heißt,&lt;br /&gt;
Sie müssen es erst zubereiten, damit es das Spiegelbild hervorbringen&lt;br /&gt;
kann. Wenn Sie das getan haben und dann hineinschauen, sehen Sie&lt;br /&gt;
Ihr Gesicht. - Dasselbe muß die Seele machen mit dem Gehirn, was&lt;br /&gt;
ein Mensch mit dem Spiegel machen würde. Es geht der eigentlichen&lt;br /&gt;
denkerischen Tätigkeit der Wahrnehmung des Gedankens eine&lt;br /&gt;
solche Tätigkeit voraus, die, wenn Sie zum Beispiel den Gedanken&lt;br /&gt;
«Löwe» wahrnehmen wollen, erst tief drinnen die Teile des Gehirns&lt;br /&gt;
so in Bewegung versetzt, daß diese Spiegel werden für die Wahrnehmung&lt;br /&gt;
des Gedankens «Löwe». Und der, welcher das Gehirn erst&lt;br /&gt;
zum Spiegel macht, das sind Sie selber. Was Sie als Gedanken zuletzt&lt;br /&gt;
wahrnehmen, das sind Spiegelbilder; was Sie erst präparieren&lt;br /&gt;
müssen, damit das betreffende Spiegelbild erscheint, das ist irgendeine&lt;br /&gt;
Partie des Gehirnes. Sie sind es selbst mit Ihrer Seelentätigkeit,&lt;br /&gt;
der das Gehirn in diejenige Struktur und in die Fähigkeit bringt,&lt;br /&gt;
um das, was Sie denken, als Gedanke spiegeln zu können. Wollen&lt;br /&gt;
Sie auf die Tätigkeit zurückgehen, die dem Denken zugrunde liegt,&lt;br /&gt;
so ist es die Tätigkeit, die von der Seele aus ins Gehirn eingreift und&lt;br /&gt;
sich im Gehirn betätigt. Und wenn Sie eine gewisse Tätigkeit von der&lt;br /&gt;
Seele aus im Gehirn verrichten, dann wird eine solche Spiegelung im&lt;br /&gt;
Gehirn bewirkt, daß Sie den Gedanken «Löwe» wahrnehmen. - Sie&lt;br /&gt;
sehen, ein Geistig-Seelisches muß erst da sein. Das muß am Gehirn&lt;br /&gt;
arbeiten. Dann wird das Gehirn durch diese geistig-seelische Tätigkeit&lt;br /&gt;
zum Spiegelapparat, um den Gedanken zurückzuspiegeln. Das&lt;br /&gt;
ist der wirkliche Vorgang, der sich für so viele Leute der Gegenwart&lt;br /&gt;
so konfundiert, daß sie ihn überhaupt nicht fassen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer im okkulten Wahrnehmen ein wenig vordringt, kann die&lt;br /&gt;
beiden Phasen seelischer Tätigkeit auseinanderhalten. Er kann verfolgen,&lt;br /&gt;
wie er zuerst, wenn er irgend etwas denken will, notwendig&lt;br /&gt;
hat, nicht bloß den Gedanken zu fassen, sondern ihn vorzubereiten;&lt;br /&gt;
das heißt, er hat sein Gehirn zu präparieren. Hat er es präpariert&lt;br /&gt;
soweit, daß es spiegelt, dann hat er den Gedanken. Man hat immer,&lt;br /&gt;
wenn man okkult forschen will, so daß man die Dinge vorstellen&lt;br /&gt;
kann, zuerst die Aufgabe, nicht gleich vorzustellen, sondern erst die&lt;br /&gt;
Tätigkeit auszuüben, die das Vorstellen vorbereitet. Das ist es, was&lt;br /&gt;
so außerordentlich wichtig zu berücksichtigen ist. Diese Dinge&lt;br /&gt;
müssen wir deshalb ins Auge fassen, weil wir jetzt erst, wenn wir sie&lt;br /&gt;
ins Auge fassen, die wirkliche Wirksamkeit des menschlichen Gedankens&lt;br /&gt;
vor uns haben. Jetzt wissen wir erst, wie die menschliche&lt;br /&gt;
Denkertätigkeit arbeitet. Zuerst ergreift diese Denkertätigkeit das&lt;br /&gt;
Gehirn, respektive das Zentralnervensystem irgendwo, übt eine&lt;br /&gt;
Tätigkeit aus, bewegt, sagen wir, meinetwillen, die atomistischen&lt;br /&gt;
Teile in irgendeiner Weise, bringt sie in irgendwelche Bewegungen.&lt;br /&gt;
Dadurch werden sie zum Spiegelapparat, und der Gedanke wird&lt;br /&gt;
reflektiert und der Seele als solcher Gedanke bewußt. Wir haben also&lt;br /&gt;
zwei Phasen zu unterscheiden: erst vom Geistig-Seelischen aus die&lt;br /&gt;
Gehirnarbeit; dann kommt die Wahrnehmung zustande, nachdem&lt;br /&gt;
für diese Wahrnehmung durch die Seele die vorbereitende Gehirnarbeit&lt;br /&gt;
getan ist. Beim gewöhnlichen Menschen bleibt die Gehirnarbeit&lt;br /&gt;
ganz im Unterbewußten; er nimmt nur die Spiegelung wahr.&lt;br /&gt;
Beim okkult forschenden Menschen ist wirklich das vorhanden, daß&lt;br /&gt;
man zunächst die Vorbereitung erleben muß. Man muß erleben, wie&lt;br /&gt;
man die Seelentätigkeit hineingießen muß und das Gehirn erst zubereiten&lt;br /&gt;
muß, damit es sich herbeiläßt, einem den Gedanken vorzustellen.|151|72ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die drohende Materialisierung des Denkens ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[ahrimanisch]]en Einfluss droht das Denken immer stärker an das physische Gehirn gebunden, d.h. immer mehr [[Materialismus|materialisiert]] zu werden, wodurch der [[Mensch]] zu einem bloßen Denkautomaten herabsinken und sein [[unsterblich]] [[Geist]]ig-[[Seele|Seelisches]] verlieren würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man hat&lt;br /&gt;
heute die Meinung, wenn man von Materialismus spricht, daß der&lt;br /&gt;
Materialismus eine falsche Weltanschauung ist, daß er abzulehnen&lt;br /&gt;
ist, weil er nicht richtig ist. So einfach verhält sich die Sache nicht.&lt;br /&gt;
Der Mensch ist ein seelisch-geistiges Wesen, er ist ein leiblich-physisches&lt;br /&gt;
Wesen. Aber das Leiblich-Physische ist ein getreues Abbild des&lt;br /&gt;
Seelisch-Geistigen, insofern wir leben zwischen Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
Und wenn die Menschen so verphilistert sind in den materialistischen&lt;br /&gt;
Gedanken, wie das geworden ist im Laufe des 19. Jahrhundertsund&lt;br /&gt;
bis in die Gegenwart hinein, dann wird immer mehr das Leiblich-&lt;br /&gt;
Physische ein Abdruck dieses Seelisch-Geistigen, das selbst in den&lt;br /&gt;
materialistischen Impulsen lebt. Dann ist es nicht etwas Falsches,&lt;br /&gt;
wenn man sagt, das Gehirn denkt, dann wird es richtig. Es werden&lt;br /&gt;
durch das Fest-darin-Stecken im Materialismus nicht bloß Menschen&lt;br /&gt;
erzeugt, die schlecht denken über das Leibliche, Seelische und Geistige,&lt;br /&gt;
sondern es werden materiell denkende und materiell fühlende&lt;br /&gt;
Menschen erzeugt. Das heißt, der Materialismus bewirkt, daß der&lt;br /&gt;
Mensch ein Denkautomat wird, daß der Mensch ein Wesen wird, das&lt;br /&gt;
als physisches Wesen denkt, fühlt und will. Und es ist nicht bloß die&lt;br /&gt;
Aufgabe der Anthroposophie, an die Stelle einer falschen Weltanschauung&lt;br /&gt;
eine richtige zu setzen — das ist eine theoretische Forderung&lt;br /&gt;
—, das Wesen der Anthroposophie heute besteht darin, daß&lt;br /&gt;
angestrebt wird nicht nur eine andere Idee, sondern eine Tat: das&lt;br /&gt;
Geistig-Seelische wieder herauszureißen aus dem Leiblich-Physischen,&lt;br /&gt;
den Menschen heraufzuheben in die Sphäre des Geistig-Seelischen,&lt;br /&gt;
damit er nicht ein Denk-, Fühl- und Empfindungsautomat sei.&lt;br /&gt;
Die Menschheit steht heute in der Gefahr — einiges soll auch morgen&lt;br /&gt;
im Zweigvortrag angedeutet werden —, das Seelisch-Geistige zu verlieren.|300a|163f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denken mit dem Herzen ===&lt;br /&gt;
{{Textbox|&amp;lt;poem&amp;gt;Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das&lt;br /&gt;
Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.&amp;lt;/poem&amp;gt;|[[w:Antoine de Saint-Exupéry|Antoine de Saint-Exupéry]]: &#039;&#039;Der kleine Prinz&#039;&#039; [https://www.derkleineprinz-online.de/zitate/man-sieht-nur-mit-dem-herzen-gut-das-wesentliche-ist-fuer-die-augen-unsichtbar/]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Herzdenken}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Herzdenken]] ist eine Fähigkeit, über die die Menschen in früheren Zeiten auf &#039;&#039;unbewusste&#039;&#039; Art verfügten. Das „[[Sehen mit dem Herzen]]“ war mit einem sicheren [[Wahrheit]]sgefühl verbunden, das zwar noch nicht in klare, bewusste Konturen gefasst werden konnte, aber doch gewisse Einblicke in die höheren, [[Geistige Welt|geistigen Welten]] ermöglichte. Selbst [[Aristoteles]] hat noch das [[Herz]] als das Zentralorgan des [[Denken]]s angesehen. Er hat aber zugleich mit seiner [[Logik]] die sichere Basis für das [[Verstand]]esdenken gelegt, das nicht mehr im Herzen, sondern im [[Kopf]] zentriert ist. Diese Art des Denkens hat seine Blüte in unserem heutigen [[Intellekt]], der aber zunächst nur die [[sinnlich]]en Tatsachen erfassen und in ihrer logischen Ordnung durchschauen kann, und zwar mit vollem, wachen [[Ich-Bewusstsein]]. In Zukunft wird sich eine neue Art des Herzdenkens entwickeln, das mit dem vollwachen Ich-Bewusstsein vereinbar ist, und so auf ganz bewusste und besonnene Weise den Einblick in rein geistige Zusammenhänge erlaubt. Es wird sich wesentlich von unserem gegenwärtigen Verstand unterscheiden, indem es kein [[diskursiv]]es, ableitendes Denken ist, sondern die Wahrheit mit einem Blick überschaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Michael (Erzengel)|Erzengel Michael]] hängt eng mit der Entwicklung des [[Denken]]s zusammen. Er ist der Verwalter der [[Kosmische Intelligenz|kosmischen Intelligenz]]. Seine wesentliche Aufgabe liegt darin, diese kosmische Intelligenz in Form des [[Denken]]s dem [[Mensch]]en zugänglich zu machen. Im letzten Michaelzeitalter vor der Zeitenwende, das etwa vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis 200 v. Chr. währte, leitete er den Übergang von der [[Mythologie]] zur [[Philosophie]] ein. Er begründete damit das [[Verstand]]esdenken, das Kopfdenken, das zugleich die Grundlage für das [[Ich-Bewusstsein]] des Menschen schuf. Darin lebt aber ein [[luzifer]]isches Element - der luziferische Drache, den Michael auf die Erde herabgestoßen hat in die Häupter der Menschen. In der Folge geriet das ursprünglich noch sehr lebendige Kopfdenken immer stärker unter die Herrschaft [[Ahriman]]s und vertrocknete dadurch zu einem gefühllosen toten mechanistischen Denken, das heute allgegenwärtig ist und den Menschen von seinen geistigen Wurzeln abschneidet. Durch den zunehmenden Einfluss Ahrimans ist das Denken blass und willensschwach geworden. Den Gedanken, die nur mehr im Kopf kreisen, ist das sichere Wahrheitsgefühl verlorengegangen, es verliert sich in [[Illusion]]en und hat auch nicht die Kraft, den [[Wille]]n [[moral]]isch zu impulsieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Herzdenken.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/die-kleinen-begleiter/herzdenken}}]]&lt;br /&gt;
Heute stehen wie neuerlich in einem [[Michaelzeitalter]]s, das [[1879]] begonnen hat. Dessen zentrale Aufgabe ist es, ein neue Herzdenken zu entwickeln, welches das bloße Kopfdenken ablösen, aber zugleich dessen Früchte weiterentwickeln soll. Das Kopfdenken bildet daher die unverzichtbare Grundlage des zu entwickelnden Herzdenkens. Mit Recht schreibt [[Rudolf Steiner]] daher schon in seiner «[[GA 4|Philosophie der Freiheit]]»: {{&amp;quot;|&#039;&#039;Der Weg zum Herzen geht durch den Kopf.&#039;&#039;|{{G|4|25}}}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das Kopfdenken zum Herzdenken weiterzuentwickeln, muss das rechte Gleichgewicht zwischen den luziferischen und ahrimanischen Kräften hergestellt werden. Dazu ist die [[Christuskraft]] notwendig. Das neue Herzdenken stützt sich auf die Mitte des Menschen, auf seine Herzregion, die den [[Widersacher]]mächten nicht zugänglich ist, sondern einzig dem [[Christus]], dem [[Makrokosmisches Ich|makrokosmischen Ich]], das weseneins dem [[Wirkliches Ich|wirklichen Ich]] des Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Menschen, die im vorangehenden Erdenleben in inspiriertem&lt;br /&gt;
Gedankenwesen gestanden haben, also Michaeldiener&lt;br /&gt;
waren, fühlten sich, am Ende des neunzehnten Jahrhunderts wieder ins Erdenleben gekommen, zu solcher&lt;br /&gt;
freiwilligen Michaelgemeinschaft gedrängt. Sie betrachteten&lt;br /&gt;
ihren alten Gedankeninspirator nunmehr als den Weiser&lt;br /&gt;
im höheren Gedankenwesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer auf solche Dinge zu achten versteht, der konnte wissen,&lt;br /&gt;
welch ein Umschwung im letzten Drittel des neunzehnten&lt;br /&gt;
Jahrhunderts sich mit Bezug auf das Gedankenleben&lt;br /&gt;
der Menschen vollzogen hat. Vorher konnte der&lt;br /&gt;
Mensch nur fühlen, wie aus seinem Wesen heraus die Gedanken&lt;br /&gt;
sich formten; von dem angedeuteten Zeitabschnitt&lt;br /&gt;
an kann er sich über sein Wesen erheben; er kann den Sinn&lt;br /&gt;
ins Geistige lenken; da tritt ihm Michael entgegen, und&lt;br /&gt;
der erweist sich als altverwandt mit allem Gedankenweben.&lt;br /&gt;
Der befreit die Gedanken aus dem Bereich des Kopfes; er&lt;br /&gt;
macht ihnen den Weg zum Herzen frei; er löst die Begeisterung&lt;br /&gt;
aus dem Gemüte los, so daß der Mensch in seelischer&lt;br /&gt;
Hingabe leben kann an alles, was sich im Gedankenlicht&lt;br /&gt;
erfahren läßt. Das Michaelzeitalter ist angebrochen.&lt;br /&gt;
Die Herzen beginnen, Gedanken zu haben; die Begeisterung&lt;br /&gt;
entströmt nicht mehr bloß mystischem Dunkel, sondern&lt;br /&gt;
gedankengetragener Seelenklarheit. Dies verstehen,&lt;br /&gt;
heißt, Michael in sein Gemüt aufnehmen. Gedanken, die&lt;br /&gt;
heute nach dem Erfassen des Geistigen trachten, müssen&lt;br /&gt;
Herzen entstammen, die für Michael als den feurigen Gedankenfürsten&lt;br /&gt;
des Weltalls schlagen.|26|61f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das neue Herzdenken, das sich nicht auf das physische, sondern auf das von diesem mittlerweile weitgehend losgelöste [[Ätherherz]] stützt, entfaltet sich nicht in einer Kette logisch aneinander gefügter [[Begriff]]e, sondern in innerlich erlebten [[Seele|seelischen]] Sinnbildern, in von [[Inspiration]]en durchklungenen [[Imagination]]en, die mit einem Schlag die geistigen Zusammenhänge offenbaren. [[Paulus]] spricht in seinem [[Wikipedia:Brief des Paulus an die Epheser|Brief an die Epheser]] von den &#039;&#039;«erleuchtete[n] Augen des Herzens»&#039;&#039; {{Bibel|Eph|1|18|LUT}}. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende [[Herzensbildung]]. Sie äußert sich zivilisatorisch idealerweise in einer [[Herzenskultur]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das volle Entfaltung des Herzdenkens erfordert die regelmäßige Ausbildung und Aktivierung des [[Herzchakra]]s, der [[Zwölfblättrige Lotosblume|12-blättrigen Lotosblume]], die in unmittelbarer Nähe des Herzens als [[Lotosblumen|seelisches Organ]] tätig ist. Sie ist der hauptsächliche [[Intuition]]ssinn, durch den unter anderem der Rückblick in frühere [[Inkarnation]]en möglich wird. Ausgebildet und aktiviert wird das Herzchakra vor allem durch die von [[Rudolf Steiner]] gegebenen sechs [[Nebenübungen]] - die keinesfalls &#039;&#039;nebensächlich&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;essentiell&#039;&#039; für jede moderne [[Geistesschulung]] sind und stets die meditativen [[Hauptübungen]] begleiten müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Charakterisieren, nicht definieren, als Grundforderung der Pädagogik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Denken Sie sich, Sie bilden Begriffe, und diese Begriffe sind tot. Dann impfen Sie den Menschen Begriffsleichname ein. Bis in seinen Leib hinein impfen Sie dem Menschen Begriffsleichname ein, wenn Sie ihm tote Begriffe einimpfen. Wie muß der Begriff sein, den wir dem Menschen beibringen? Er muß lebendig sein, wenn der Mensch mit ihm soll leben können. Der Mensch muß leben, also muß der Begriff mitleben können. Impfen Sie dem Kinde im neunten, zehnten Jahre Begriffe ein, die dazu bestimmt sind, daß sie der Mensch im dreißigsten, vierzigsten Jahre noch ebenso hat, dann impfen Sie ihm Begriffsleichname ein, denn der Begriff lebt dann nicht mit dem Menschen mit, wenn dieser sich entwickelt. Sie müssen dem Kinde solche Begriffe beibringen, die sich im Laufe des weiteren Lebens des Kindes umwandeln können. Der Erzieher muß darauf bedacht sein, solche Begriffe dem Kinde zu übermitteln, welche der Mensch dann im späteren Leben nicht mehr so hat, wie er sie einmal bekommen hat, sondern die sich selbst umwandeln im späteren Leben. Wenn Sie das machen, dann impfen Sie dem Kinde lebendige Begriffe ein. Und wann impfen Sie ihm tote Begriffe ein? Wenn Sie dem Kinde fortwährend Definitionen geben, wenn Sie sagen: Ein Löwe ist ... - und so weiter und das auswendig lernen lassen, dann impfen Sie ihm tote Begriffe ein; dann rechnen Sie damit, daß das Kind, wenn es dreißig Jahre ist, noch ganz genau so diese Begriffe hat, wie Sie sie ihm einmal beigebracht haben. Das heißt: das viele Definieren ist der Tod des lebendigen Unterrichtes. Was müssen wir also tun? Wir sollten im Unterricht nicht definieren, wir sollten versuchen zu charakterisieren. Wir charakterisieren, wenn wir die Dinge unter möglichst viele Gesichtspunkte stellen. Wenn wir einfach in der Naturgeschichte dem Kinde das beibringen, was zum Beispiel in den heutigen Naturgeschichten von den Tieren steht, so definieren wir ihm eigentlich nur das Tier. Wir müssen versuchen, in allen Gliedern des Unterrichtes das Tier von anderen Seiten aus zu charakterisieren, zum Beispiel von der Seite, wie die Menschen allmählich dazu gekommen sind, dieses Tier kennenzulernen, sich seiner Arbeit zu bedienen und so weiter. Aber schon ein rationell eingerichteter Unterricht selber wirkt charakterisierend, wenn Sie nicht einfach nur - wenn die betreffende Etappe des Unterrichtes gerade an der Reihe ist - naturgeschichtlich den Tintenfisch beschreiben, dann wieder, wenn es drankommt, die Maus, und dann wieder den Menschen, wenn es drankommt, sondern wenn Sie nebeneinanderstellen Tintenfisch, Maus und Menschen und diese aufeinander beziehen. Dann sind diese Beziehungen so vielgliedrig, daß nicht eine Definition herauskommt, sondern eine Charakteristik, Ein richtiger Unterricht arbeitet daher von vornherein nicht auf die Definition hin, sondern auf die Charakteristik.&amp;quot; {{Lit|{{G|293|139}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Astralleib und Ich ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[Astralleib]] sind wir bewusste, durch unser [[Ich]] selbstbewusste [[geistige Wesen]]. Ohne Astralleib könnte uns das Denken nicht bewusst werden und ohne Ich könnten wir es nicht selbstbewusst ergreifen. Denken, [[Fühlen]] und [[Wollen]] wirken als seelische Erlebnisse im Astralleib und werden hier vom Ich aufgegriffen und geleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denken als Tätigkeit des Ätherleibs ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dieses Denken ist eigentlich ein Vorgang unseres Ätherleibes. Und von dem, was eigentlich geschieht beim Denken, weiß der Mensch das Allerwenigste. Das Allerwenigste von dem, was geschieht in seinem Denken, begleitet der Mensch mit seinem Bewußtsein. Indem der Mensch denkt, weiß er ja einiges von dem, was er denkt. Aber unendlich viel mehr wird als begleitendes Denken entfaltet schon beim Tagesdenken. Und dazu kommt, daß wir in der Nacht, wenn wir schlafen, fortdenken. Es ist nicht wahr, daß das Denken mit dem Einschlafen aufhört und mit dem Aufwachen wieder anfängt. Das Denken dauert fort. Und unter den mancherlei Traumesvorgängen, Vorgängen des Traumlebens, sind auch diese, daß der Mensch beim Aufwachen mit seinem Ich und astralischen Leib in seinen Ätherleib und physischen Leib untertaucht. Da taucht er unter und kommt in ein Gewoge hinein, in ein webendes Leben, von dem er, wenn er nur ein wenig zuschaut, wissen kann: das sind webende Gedanken, da tauche ich unter wie in ein Meer, das nur aus webenden Gedanken besteht. Mancher hat schon beim Aufwachen dann sich gesagt: Wenn ich mich nur erinnern könnte, was ich da gedacht habe, das war etwas sehr Gescheites, das würde mir ungeheuer viel helfen, wenn ich es mir jetzt erinnern könnte! Das ist kein Irrtum. Da unten ist wirklich etwas wie ein wogendes Meer; das ist eben die wogende, webende, ätherische Welt, die nicht so bloß eine etwas dünnere Materie ist, wie es so gerne die englische Theosophie darstellt, sondern die webende Gedankenwelt selbst ist, wirklich Geistiges ist. Man taucht in eine webende Gedankenwelt unter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was wir als Menschen sind, ist wirklich viel gescheiter als das, was wir als bewußte Menschen sind. Da bleibt nichts übrig, als es zu gestehen. Es wäre auch traurig, wenn wir nicht unbewußt gescheiter wären, als wir bewußt sind, denn sonst könnten wir nichts tun, als uns in jedem Leben auf der gleichen Stufe der Gescheitheit zu wiederholen. Aber wir tragen in der Tat schon im gegenwärtigen Leben mit uns, was wir werden können im nächsten Leben; denn das wird die Frucht sein. Und würden wir wirklich immer imstande sein, das zu erhäschen, in das wir da untertauchen, so würden wir viel erhaschen von dem, was wir im nächsten Leben sein werden. Also da unten wogt es und webt es; da ist der Keim für unsere nächste Verkörperung, und das nehmen wir in uns auf. Daher das Prophetische des Traumlebens. Das Denken ist etwas ungeheuer Kompliziertes, und nur einen Teil von dem, was da im Denken vor sich geht, nimmt der Mensch in sein Bewußtsein auf. Denn im Gedanken geht vor sich, was einen Zeitenprozeß bedeutet. Indem wir wachen Sinnes wahrnehmen, sind wir zugleich kosmische Menschen. Unser Vorgang des Sehens bewirkt das Leuchten, da sind wir kosmische Raumesmenschen. Durch das, was im Denken sich vollzieht, sind wir kosmische Zeitenmenschen, da wirkt alles mit, was schon vor unserer Geburt geschehen ist, was nach unserem Tode geschieht und so weiter. So nehmen wir durch unser Denken am ganzen kosmischen Prozeß der Zeit teil, durch unser Sinneswahrnehmen am ganzen kosmischen Prozeß des Raumes. Und nur der irdische Prozeß des Sinneswahrnehmens ist für uns selber [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowie man dem Denken jene Abstraktheit abstreift, die es für unser Bewußtsein hat, und untertaucht in jenes Meer der webenden Gedankenwelt, kommt man in die Notwendigkeit, dadrinnen nicht nur solche abstrakte Gedanken zu haben wie der Erdenmensch, sondern dadrinnen Bilder zu haben. Denn aus Bildern ist alles geschaffen, Bilder sind die wahren Ursachen der Dinge, Bilder liegen hinter allem, was uns umgibt, und in diese Bilder tauchen wir ein, wenn wir in das Meer des Denkens eintauchen. Diese Bilder hat Plato gemeint, diese Bilder haben alle gemeint, die von geistigen Urgründen gesprochen haben, diese Bilder hat Goethe gemeint, wenn er von seiner Urpflanze sprach. Diese Bilder findet man im imaginativen Denken. Aber dieses imaginative Denken ist eine Wirklichkeit, und darin tauchen wir ein, wenn wir in das wogende, im Strom der Zeit dahingehende Denken eintauchen.|157|296ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Denken und Bildekräftetätigkeit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man denkt, man stellt vor, und man hat das Bewußtsein, daß man&lt;br /&gt;
durch die Gedanken, die man sich bildet, durch die Vorstellungen,&lt;br /&gt;
die man erlebt, etwas erfährt von der Welt, daß man gewissermaßen&lt;br /&gt;
etwas wissen lernt von der Welt, daß eben die Vorstellungen etwas&lt;br /&gt;
abbilden von der Welt. Dieses Bewußtsein hat man. Jeder, der über&lt;br /&gt;
die Straße geht, hat ja das Gefühl, daß ihm dadurch, daß er die Bäume&lt;br /&gt;
und so weiter anschaut, Vorstellungen aufleben, und daß diese&lt;br /&gt;
Vorstellungen innere Repräsentanten sind desjenigen, was er wahrnimmt,&lt;br /&gt;
daß er also durch die Vorstellungen gewissermaßen die Welt&lt;br /&gt;
der äußeren Wahrnehmungen in sich aufnimmt und sie dann weiterlebt,&lt;br /&gt;
diese Wahrnehmungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß daneben der Gedanke, das Denken überhaupt noch etwas&lt;br /&gt;
Wesentliches ist in unserem inneren Selbst, in unserem inneren&lt;br /&gt;
Selbst als Menschen, daß wir etwas tun, indem wir denken, daß das&lt;br /&gt;
eine innere Tätigkeit ist, dieses Denken, eine innere Arbeit, das&lt;br /&gt;
bringt man sich in den seltensten Fällen, man kann schon sagen,&lt;br /&gt;
eigentlich gar nicht innerhalb der europäischen Weltanschauung&lt;br /&gt;
so recht zum Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einmal hier darauf aufmerksam gemacht, daß jeder Gedanke&lt;br /&gt;
noch etwas wesentlich anderes ist als dasjenige, als was man&lt;br /&gt;
ihn gewöhnlich anerkennt. Man erkennt ihn an als ein Abbild von&lt;br /&gt;
etwas äußerlich Wahrnehmbarem. Aber man erkennt ihn nicht an&lt;br /&gt;
als Formbildner, als Gestalter. Jeder Gedanke, der in uns auftaucht,&lt;br /&gt;
ergreift gewissermaßen unser inneres Leben und hat Teil zunächst,&lt;br /&gt;
so lange wir wachsen, an unserem ganzen Aufbauen als Menschen.&lt;br /&gt;
Er hatte schon Anteil an unserem Aufbau, bevor wir überhaupt geboren&lt;br /&gt;
worden sind, und gehört zu den bildenden Kräften unserer&lt;br /&gt;
Natur. Er arbeitet immer weiter und er stellt immer wieder und wieder&lt;br /&gt;
das her, was abstirbt in uns. Also es ist nicht nur so, daß wir außerhalb&lt;br /&gt;
unsere Vorstellungen wahrnehmen, sondern wir arbeiten&lt;br /&gt;
immer als denkende Wesen, wir arbeiten durch das, was wir vorstellen,&lt;br /&gt;
immerfort neu an unserer Gestaltung und Bildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftlich angesehen erscheint jeder Gedanke so&lt;br /&gt;
ähnlich wie ein Kopf mit etwas wie einer Fortsetzung nach unten,&lt;br /&gt;
so daß wir mit jedem Gedanken eigentlich in uns einschachteln etwas&lt;br /&gt;
wie ein Schattenbild von uns selber; nicht ganz ähnlich mit uns,&lt;br /&gt;
aber so ähnlich wie ein Schattenbild. Dieses Schattenbild von uns&lt;br /&gt;
selber muß in uns hineingeschachtelt werden, denn es geht fortwährend&lt;br /&gt;
von uns etwas verloren, etwas zugrunde; es bröckelt ab in&lt;br /&gt;
Wirklichkeit. Und das, was so da der Gedanke in uns als Menschengestalt&lt;br /&gt;
hineinschachtelt, das erhält uns überhaupt bis zu unserem&lt;br /&gt;
Tode hin. Also der Gedanke ist zugleich eine richtige innere Tätigkeit,&lt;br /&gt;
ein Bauen an uns selber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese letztere Erkenntnis hat man innerhalb der abendländischen&lt;br /&gt;
Weltanschauung fast gar nicht. Man verspürt nicht, man fühlt nicht&lt;br /&gt;
in seinem Gemüte, wie einen der Gedanke ergreift, wie er sich wirklich&lt;br /&gt;
in uns ausbreitet. Ein Mensch, der atmet, fühlt noch ab und zu,&lt;br /&gt;
obwohl er meist jetzt auch darauf nicht mehr achtet, daß der Atem&lt;br /&gt;
sich in ihm ausbreitet, daß der Atem etwas zu tun hat mit seinem&lt;br /&gt;
Wiederaufbau, mit seiner Regeneration. So ist es auch mit dem Gedanken.&lt;br /&gt;
Aber da fühlt es der europäische Mensch schon kaum mehr,&lt;br /&gt;
daß der Gedanke eigentlich bestrebt ist, fortwährend Mensch zu&lt;br /&gt;
werden oder, besser gesagt, Menschengestalt zu bilden.&lt;br /&gt;
Ohne dies Erfühlen von solchen Kräften, die in uns sind, kommen&lt;br /&gt;
wir aber kaum dazu, wirklich ein richtiges Verständnis, ein inneres&lt;br /&gt;
Gefühls- und Lebensverständnis dessen zu gewinnen, was die&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will. Denn sie arbeitet eigentlich gar nicht in&lt;br /&gt;
dem, was der Gedanke uns liefert, indem er ein Äußeres abbildet,&lt;br /&gt;
sondern sie arbeitet in diesem Lebenselemente des Gedankens, in&lt;br /&gt;
diesem fortwährenden Gestalten des Gedankens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war schon seit Jahrhunderten deshalb, weil der europäischen&lt;br /&gt;
Menschheit dieses zuletzt charakterisierte Bewußtsein immer mehr&lt;br /&gt;
abhanden kam, recht schwierig, von Geisteswissenschaft zu sprechen,&lt;br /&gt;
respektive verstanden zu werden, wenn man davon sprach. In&lt;br /&gt;
der morgenländischen Weltanschauung ist dieses Gefühl, das ich&lt;br /&gt;
eben ausgesprochen habe gegenüber dem Gedanken, in einem hohen&lt;br /&gt;
Maße vorhanden. Es ist wirklich in einem hohen Maße vorhanden;&lt;br /&gt;
mindestens ist das Bewußtsein vorhanden, daß man dieses Gefühl&lt;br /&gt;
vom inneren Erleben des Gedankens suchen muß. Daher die&lt;br /&gt;
Neigung der Morgenländer zum Meditieren; denn das Meditieren&lt;br /&gt;
soll ja sein ein solches Sich-Hineinleben in die Gestaltungskräfte des&lt;br /&gt;
Gedankens, soll werden ein Gewahrwerden des lebendigen Fühlens&lt;br /&gt;
des Gedankens. Daß der Gedanke in uns etwas tut, sollte man gewahr&lt;br /&gt;
werden während des Meditierens. Daher finden wir solche&lt;br /&gt;
Aussprüche im Morgenlande wie: Im Meditieren Einswerden mit&lt;br /&gt;
dem Brahma, mit dem Gestaltenden der Welt. Dieses Bewußtsein,&lt;br /&gt;
daß man mit dem Gedanken, wenn man sich recht in ihn einlebt,&lt;br /&gt;
nicht nur etwas in sich hat, nicht nur selber denkt, sondern sich einlebt&lt;br /&gt;
in die Gestaltungskräfte der Welt, das wird in der morgenländischen&lt;br /&gt;
Weltanschauung gesucht. Aber es ist erstarrt, erstarrt aus dem&lt;br /&gt;
Grunde, weil die morgenländische Weltanschauung es versäumt hat,&lt;br /&gt;
sich ein Verständnis anzueignen für das Mysterium von Golgatha.|162|190ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Imaginatives Denken als erneuerte platonische Ideenschau ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Pauli.jpg|miniatur|[[Wolfgang Pauli]] (1900-1958)]]&lt;br /&gt;
Ohne selbst über geisteswissenschaftliche Kenntnisse zu verfügen, kam der österreichische Quantenphysisker [[Wolfgang Pauli]] (1900 - 1958) aus seinen persönlichen Erfahrungen zu einer einer sehr präzisen Darstellung des imaginativen Denkens, das die Grundlage für unser abstraktes Denken bildet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Wenn man die vorbewusste Stufe der Begriffe analysiert, findet man immer Vorstellungen, die aus «symbolischen» Bildern mit im allgemeinen starkem emotionalen Gehalt bestehen. Die Vorstufe des Denkens ist ein malendes Schauen dieser inneren Bilder, deren Ursprung nicht allgemein und nicht in erster Linie auf Sinneswahrnehmungen ... zurückgeführt werden kann ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archaische Einstellung ist aber auch die notwendige Voraussetzung und die Quelle der wissenschaftlichen Einstellung. Zu einer vollständigen Erkenntnis gehört auch diejenige der Bilder, aus denen die rationalen Begriffe gewachsen sind. ... Das Ordnende und Regulierende muss jenseits der Unterscheidung von «physisch» und «psychisch» gestellt werden - so wie Platos&#039;s «Ideen» etwas von Begriffen und auch etwas von «Naturkräften» haben (sie erzeugen von sich aus Wirkungen). Ich bin sehr dafür, dieses «0rdnende und Regulierende» «Archetypen» zu nennen; es wäre aber dann unzulässig, diese als psychische Inhalte zu definieren. Vielmehr sind die erwähnten inneren Bilder («Dominanten des kollektiven Unbewussten» nach Jung) die psychische Manifestation der Archetypen, die aber auch alles Naturgesetzliche im Verhalten der Körperwelt hervorbringen, erzeugen, bedingen müssten. Die Naturgesetze der Körperwelt wären dann die physikalische Manifestation der Archetypen. ... Es sollte dann jedes Naturgesetz eine Entsprechung innen haben und umgekehrt, wenn man auch heute das nicht immer unmittelbar sehen kann.|Atmanspacher, S 219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Immanuel Kant]] hielt einen solchen &#039;&#039;[[intellectus archetypus]]&#039;&#039;, der der unmittelbaren Anschauung der [[Urbild]]er fähig ist zwar prinzipiell für möglich, meinte jedoch, dass sich der Mensch niemals zu diesem erheben könne. [[Goethe]] dachte anders:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Als ich die Kantische Lehre, wo nicht zu durchdringen, doch möglichst zu nutzen suchte, wollte mir manchmal dünken, der köstliche Mann verfahre schalkhaft ironisch, in dem er bald das Erkenntnisvermögen aufs engste einzuschränken bemüht schien, bald über die Grenzen, die er selbst gezogen hatte, mit einem Seitenwink hinausdeutete. Er mochte freilich bemerkt haben, wie anmaßend und naseweis der Mensch verfährt, wenn er behaglich, mit wenigen Erfahrungen ausgerüstet, sogleich unbesonnen abspricht und voreilig etwas festzusetzen, eine Grille, die ihm durchs Gehirn läuft, den Gegenständen aufzuheben trachtet. Deswegen beschränkt unser Meister seinen Denkenden auf eine reflektierende diskursive Urteilskraft, untersagt ihm eine bestimmende ganz und gar. Sodann aber, nachdem er uns genugsam in die Enge getrieben, ja zur Verzweiflung gebracht, entschließt er sich zu den liberalsten Äußerungen und überläßt uns, welchen Gebrauch wir von der Freiheit machen wollen, die er einigermaßen zugesteht. In diesem Sinne war mir folgende Stelle höchst bedeutend:&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:40px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
«Wir können uns einen Verstand denken, der, weil er nicht wie der unsrige diskursiv, sondern intuitiv ist, vom synthetisch Allgemeinen, der Anschauung eines Ganzen als eines solchen, zum Besondern geht, das ist, von dem Ganzen zu den Teilen: Hierbei ist gar nicht nötig zu beweisen, daß ein solcher intellectus archetypus möglich sei, sondern nur, daß wir in der Dagegenhaltung unseres diskursiven, der Bilder bedürftigen Verstandes (intellectus ectypus) und der Zufälligkeit einer solchen Beschaffenheit auf jene Idee eines intellectus archetypus geführt werden, diese auch keinen Widerspruch enthalte.» {{Lit|Kant, § 77}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zwar scheint der Verfasser hier auf einen göttlichen Verstand zu deuten, allein wenn wir ja im sittlichen, durch Glauben an Gott, Tugend und Unsterblichkeit uns in eine obere Region erheben und an das erste Wesen annähern sollen: so dürft&#039; es wohl im Intellektuellen derselbe Fall sein, daß wir uns, durch das Anschauen einer immer schaffenden Natur zur geistigen Teilnahme an ihren Produktionen würdig machten. Hatte ich doch erst unbewußt und aus innerem Trieb auf jenes Urbildliche, Typische rastlos gedrungen, war es mir sogar geglückt, eine naturgemäße Darstellung aufzubauen, so konnte mich nunmehr nichts weiter verhindern, das Abenteuer der Vernunft, wie es der Alte vom Königsberge selbst nennt, mutig zu bestehen.&amp;quot; {{Lit|Goethe, Anschauende Urteilskraft}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner machte aber auch deutlich, dass diese Art des imaginativen Denkens, die geistige Wahrnehmung der Urbilder, zeitweise in den Hintergrund treten musste, damit sich der Mensch im abstrakten bildlosen [[Intellekt]] zum selbstständigen Denken emporringen konnte. Die Reste des alten Hellsehens, das in der [[platon]]ischen [[Ideenschau]] noch nachwirkte, mussten zunächst verblassen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die alte Zeit hat noch Überbleibsel gehabt vom alten Hellsehen, durch das in uralter Zeit die Menschen hineingeschaut haben in die geistige Welt, wo sie wirklich gesehen haben, wie es der Mensch tut, wenn er mit Ich und astralischem Leib draußen ist aus dem physischen und Ätherleib und im Kosmos draußen. Da würde der Mensch nie zur vollen Freiheit gekommen sein, zur Individualität; Unselbständigkeit wäre eingetreten, wenn es beim alten Hellsehen geblieben wäre. Der Mensch mußte das alte Hellsehen verlieren; er mußte gleichsam Besitz ergreifen von seinem physischen Ich. Das Denken, das er entwickeln würde, wenn er das ganze Gewoge unter dem Bewußtsein sehen würde, das als Denken, Fühlen, Wollen dort vorhanden ist, das würde ein himmlisches Denken sein, aber nicht das selbständige Denken. Wie kommt der Mensch zu diesem selbständigen Denken? Nun, denken Sie sich, daß Sie in der Nacht schlafen, Sie liegen im Bette. Das heißt, im Bette liegt der physische Leib und Ätherleib. Nun kommen beim Aufwachen von außen das Ich und der astralische Leib herein. Da wird fortgedacht im Ätherleib. Da tauchen jetzt das Ich und der astralische Leib unter, die fassen nun zunächst den Ätherleib. Aber es dauert nicht lange, denn in diesem Augenblick kann aufblitzen jenes: Was habe ich da nur gedacht, was war das doch Gescheites? Aber der Mensch hat die Begierde, gleich auch den physischen Leib zu ergreifen, und in diesem Moment entschwindet das alles; jetzt ist der Mensch ganz in der Sphäre des Erdenlebens darinnen. Es kommt also daher, daß der Mensch gleich den Erdenleib ergreift, daß er das feine Gewoge des ätherischen Denkens sich nicht zum Bewußtsein bringen kann. Der Mensch muß eben, um das Bewußtsein entwickeln zu können «ich bin es, der da denkt», seinen Erdenleib als Instrument ergreifen, sonst würde er nicht das Bewußtsein haben «ich bin es, der da denkt», sondern «der mich beschützende Engel ist es, der da denkt». Dieses Bewußtsein «ich denke» ist nur möglich durch das Ergreifen des Erdenleibes. Darum ist es notwendig, daß im Erdenleben der Mensch befähigt wird zum Gebrauche seines Erdenleibes. In der nächsten Zeit wird er immer mehr und mehr durch das, was die Erde ihm gibt, diesen Erdenleib ergreifen müssen. Sein berechtigter Egoismus wird immer größer und größer werden. Dem muß eben das Gegengewicht geschaffen werden dadurch, daß man auf der anderen Seite die Erkenntnisse gewinnt, die die Geisteswissenschaft gibt. Im Ausgangspunkt dieser Zeit stehen wir.&amp;quot; {{Lit|{{G|157|300f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist die Zeit reif, um das imaginative Denken, das mit der platonischen Ideenschau verdämmerte, auf neuer, höherer Stufe mit voll entwickeltem [[Selbstbewusstsein]] wiederzugewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Denken als keimhafter Beginn eines neuen Hellsehens ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im bewussten imaginativen Denken eröffnet sich ein erster Einblick in die [[geistige Welt]]. Das Denken wird zur Quelle eines erneuerten [[Hellsehen]]s:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Kein Mensch könnte eigentlich zu wirklichem Hellsehen kommen, wenn er nicht zunächst ein Winziges an Hellsehen in der Seele hätte. Wenn es wahr wäre, was ein allgemeiner Glaube ist, daß die Menschen, wie sie sind, nicht hellsichtig seien, dann könnten sie überhaupt nicht hellsichtig werden. Denn wie der Alchimist meint, daß man etwas Gold haben muß, um viele Mengen Goldes hervorzuzaubern, so muß man unbedingt etwas hellsehend schon sein, damit man dieses Hellsehen immer weiter und weiter ins Unbegrenzte hinein ausbilden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten Sie ja die Alternative aufstellen und sagen: Also glaubst du, daß wir schon alle hellsichtig sind, wenn auch nur ein Winziges, oder daß diejenigen unter uns, die nicht hellsichtig sind, es auch nie werden können? - Sehen Sie, darauf kommt es an, daß man versteht, daß der erste Fall der Alternative richtig ist: Es gibt wirklich keinen unter Ihnen, der nicht - wenn er sich dessen auch nicht bewußt ist - diesen Ausgangspunkt hätte. Sie haben ihn alle. Keiner von Ihnen ist in der Not, weil Sie alle ein gewisses Quantum Hellsehen haben. Und was ist dieses Quantum? Das ist dasjenige, was gewöhnlich gar nicht als Hellsehen geschätzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verzeihen Sie einen etwas groben Vergleich: Wenn eine Perle am Wege liegt und ein Huhn findet sie, so schätzt das Huhn die Perle nicht besonders. Solche Hühner sind die modernen Menschen zumeist. Sie schätzen die Perle, die ganz offen daliegt, gar nicht, sie schätzen etwas ganz anderes, sie schätzen nämlich ihre Vorstellungen. Niemand könnte abstrakt denken, wirkliche Gedanken und Ideen haben, wenn er nicht hellsichtig wäre, denn in den gewöhnlichen Gedanken und Ideen ist die Perle der Hellsichtigkeit von allem Anfange an. Diese Gedanken und Ideen entstehen genau durch denselben Prozeß der Seele, durch den die höchsten Kräfte entstehen. Und es ist ungeheuer wichtig, daß man zunächst verstehen lernt, daß der Anfang der Hellsichtigkeit etwas ganz Alltägliches eigentlich ist: man muß nur die übersinnliche Natur der Begriffe und Ideen erfassen. Man muß sich klar sein, daß aus den übersinnlichen Welten die Begriffe und Ideen zu uns kommen, dann erst sieht man recht. Wenn ich Ihnen erzähle von Geistern der höheren Hierarchien, von den Seraphim, Cherubim, von den Thronen herunter bis zu den Archangeloi und Angeloi, so sind das Wesenheiten, die aus geistigen, höheren Welten zu der Menschenseele sprechen müssen. Aus eben diesen Welten kommen der Seele die Ideen und Begriffe, sie kommen geradezu in die Seele aus höheren Welten herein und nicht aus der Sinnenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde als ein großes Wort eines großen Aufklärers gehalten, das dieser gesagt hat im achtzehnten Jahrhundert: Mensch, erkühne dich, deiner Vernunft dich zu bedienen. - Heute muß ein größeres Wort in die Seelen klingen, das heißt: Mensch, erkühne dich, deine Begriffe und Ideen als die Anfänge deines Hellsehertums anzusprechen. - Das, was ich jetzt ausgesprochen habe, habe ich schon vor vielen Jahren ausgesprochen, ausgesprochen in aller Öffentlichkeit, nämlich in meinen Büchern «Wahrheit und Wissenschaft» und «Philosophie der Freiheit», wo ich gezeigt habe, daß die menschlichen Ideen aus übersinnlichem, geistigem Erkennen kommen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den heutigen Menschen ist eines notwendig, wenn er zu einer innerlich erlebten Wahrheit kommen will. Wenn er wirklich einmal innerlich Wahrheit erleben will, dann muß der Mensch einmal durchgemacht haben das Gefühl der Vergänglichkeit aller äußeren Verwandlungen, dann muß der Mensch die Stimmung der unendlichen Trauer, der unendlichen Tragik und das Frohlocken der Seligkeit zugleich erlebt haben, erlebt haben den Hauch, den Vergänglichkeit aus den Dingen ausströmt. Er muß sein Interesse haben fesseln können an diesen Hauch des Werdens, des Entstehens und der Vergänglichkeit der Sinnenwelt. Dann muß der Mensch, wenn er höchsten Schmerz und höchste Seligkeit an der Außenwelt hat empfinden können, einmal so recht allein gewesen sein, allein gewesen sein nur mit seinen Begriffen und Ideen; dann muß er einmal empfunden haben: Ja, in diesen Begriffen und Ideen, da fassest du doch das Weltengeheimnis, das Weltgeschehen an einem Zipfel - derselbe Ausdruck, den ich einstmals gebraucht habe in meiner «Philosophie der Freiheit» -. Aber erleben muß man dieses, nicht bloß verstandesmäßig begreifen, und wenn man es erleben will, erlebt man es in völligster Einsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man hat dann noch ein Nebengefühl. Auf der einen Seite erlebt man die Grandiosität der Ideenwelt, die sich ausspannt über das All, auf der anderen Seite erlebt man mit der tiefsten Bitternis, daß man sich trennen muß von Raum und Zeit, wenn man mit seinen Begriffen und Ideen Zusammensein will. Einsamkeit! Man erlebt die frostige Kälte. Und weiter enthüllt sich einem, daß die Ideenwelt sich jetzt wie in einem Punkte zusammengezogen hat, wie in einem Punkte dieser Einsamkeit. Man erlebt: Jetzt bist du mit ihr allein. - Man muß das erleben können. Man erlebt dann das Irrewerden an dieser Ideenwelt, ein Erlebnis, das einen tief aufwühlt in der Seele. Dann erlebt man es, daß man sich sagt: Vielleicht bist du das alles doch nur selber, vielleicht ist an diesen Gesetzen nur wahr, daß es lebt in dem Punkte deiner eigenen Einsamkeit. - Dann erlebt man, ins Unendliche vergrößert, alle Zweifel am Sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man dieses Erlebnis in seiner Ideenwelt hat, wenn sich aller Zweifel am Sein schmerzlich und bitter abgeladen hat auf die Seele, dann erst ist man im Grunde reif dazu, zu verstehen, wie es doch nicht die unendlichen Räume und die unendlichen Zeiten der physischen Welt sind, die einem die Ideen gegeben haben. Jetzt erst, nach dem bitteren Zweifel, öffnet man sich den Regionen des Spirituellen und weiß, daß der Zweifel berechtigt war, und wie er berechtigt war. Denn er mußte berechtigt sein, weil man geglaubt hat, daß die Ideen aus den Zeiten und Räumen in die Seele gekommen seien. Aber was empfindet man jetzt? Als was empfindet man die Ideenwelt, nachdem man sie erlebt hat aus den spirituellen Welten heraus? Jetzt fühlt man sich zum ersten Male inspiriert, jetzt beginnt man, während man früher wie einen Abgrund die unendliche Öde um sich ausgedehnt empfunden hat, jetzt beginnt man sich zu fühlen wie auf einem Felsen stehend, der aus dem Abgrunde emporwächst, und man fühlt sich so, daß man weiß: Jetzt bist du in Verbindung mit den geistigen Welten, diese und nicht die Sinnenwelt haben dich mit der Ideenwelt beschenkt.&amp;quot; {{Lit|{{G|146|34ff}}}} &lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken, Fühlen und Wollen und Luzifer und Ahriman ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken, [[Fühlen]] und [[Wollen]] liegt eine einheitliche Seelentätigkeit zugrunde, nur macht die [[luzifer]]ische Tätigkeit das Wollen jung und die [[ahrimanisch]]e Tätigkeit das Denken alt. Im Fühlen stehen Luzifer und Ahriman im Kampf miteinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die luziferische Tätigkeit macht das Wollen jung. Unsere Seelentätigkeit,&lt;br /&gt;
durchzogen von Luziferischem, ist Wollen. Wenn das Luziferische&lt;br /&gt;
in unserer Seelentätigkeit überwiegt, wenn in unserer Seele nur&lt;br /&gt;
Luzifer seine Kräfte geltend macht, so ist das Wollen. Luzifer wirkt verjüngend&lt;br /&gt;
auf den Gesamtstrom unserer Seelentätigkeit. Wenn Ahriman&lt;br /&gt;
dagegen hauptsächlich seine Wirkungen äußert in unserer Seelentätigkeit,&lt;br /&gt;
dann verhärtet er unsere Seelentätigkeit, sie wird alt, und das ist&lt;br /&gt;
das Denken. Dieses Denken, dieses Gedankenhaben ist gar nicht möglich&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Leben, ohne daß in dem ätherischen Leibe Ahriman&lt;br /&gt;
seine Kräfte entfaltet. Man kann im Seelenleben, insofern es sich&lt;br /&gt;
im Ätherleibe äußert, nicht ohne Ahriman und Luzifer auskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:GA158_134.gif|center|500px|Zeichnung aus GA 158, S 134]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Würde Luzifer sich ganz zurückziehen von unserem ätherischen Leibe,&lt;br /&gt;
dann würden wir kein luziferisches Feuer haben zum Wollen. Würde&lt;br /&gt;
Ahriman sich ganz zurückziehen von unserem Seelenleben, dann würden&lt;br /&gt;
wir niemals die Kühle des Denkens entwickeln können. In der&lt;br /&gt;
Mitte von beiden ist eine Region, wo sie miteinander kämpfen. Hier&lt;br /&gt;
durchdringen sie sich, Luzifer und Ahriman, hier spielen ihre Tätigkeiten&lt;br /&gt;
ineinander. Das ist die Region des Fühlens. In der Tat, so erscheint&lt;br /&gt;
der menschliche Ätherleib, daß man darinnen wahrnehmen&lt;br /&gt;
kann das luziferische Licht und die ahrimanische Härte. Wenn man&lt;br /&gt;
den menschlichen Ätherleib überblickt, so ist das natürlich nicht so angeordnet,&lt;br /&gt;
wie hier (auf der Zeichnung) symbolisch, sondern da ist ein&lt;br /&gt;
Durcheinander. Da sind Einschiebsel, in denen der Ätherleib undurchsichtig&lt;br /&gt;
erscheint, so, wie wenn er, ich möchte sagen, Eiseinschläge hätte.&lt;br /&gt;
Figuren treten im Ätherleibe auf, die man vergleichen kann mit Eisfiguren,&lt;br /&gt;
wie sie auf Fensterscheiben erscheinen. Das sind die Verhärtungen&lt;br /&gt;
in dem Ätherleibe. An solchen Stellen wird er undurchsichtig.&lt;br /&gt;
Das sind aber die Auslebungen des Gedankenlebens im Ätherleibe. Dieses&lt;br /&gt;
Gefrieren des Ätherleibes an gewissen Stellen rührt von Ahriman&lt;br /&gt;
her, der seine Kräfte da hineinschickt durch das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:GA158_135.gif|center|200px|Zeichnung aus GA 158, S 135]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An andern Stellen des Ätherleibes ist es so, als wenn er Vakuolen,&lt;br /&gt;
ganz lichte Stellen in sich hätte, die durchsichtig sind, die glänzend,&lt;br /&gt;
lichtglitzernd sind. Da sendet Luzifer seine Strahlen, seine Kräfte hinein,&lt;br /&gt;
das sind die Willenszentren im Ätherleibe. Und in dem, was dazwischen&lt;br /&gt;
liegt, wo gleichsam fortwährende Tätigkeit ist im Ätherleibe,&lt;br /&gt;
ist es so, daß man sieht, hier ist eine harte Stelle, aber nun wird sie sogleich&lt;br /&gt;
von einer solchen Lichtstelle gefaßt und aufgelöst. Ein fortwährendes&lt;br /&gt;
Festwerden und Wiederauflösen. Das ist der Ausdruck der&lt;br /&gt;
Gefühlstätigkeit im Ätherleibe.|158|133ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die praktische Ausbildung des Denkens ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Renatus Ziegler - Revolution des Denkens.jpg|thumb|Ein Arbeits- und Übungsbuch zum philosophisch-anthroposophischen Menschenbild: Erkenntniswissenschaftliche und freiheitspraktische Fundamente der Anthroposophie auf der Grundlage des Werkes «[[Die Philosophie der Freiheit]]» von Rudolf Steiner.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[https://www.futurumverlag.com/de/ Futurum Verlag] 2025, &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
ISBN 978-3-85636-285-0]]&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat eine Reihe einfacher Übungen gegeben, das Denken [[wirklichkeitsgemäß]]er auszubilden. {{Lit|{{G|108|256ff}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst muss man sich darüber klar werden, dass es nur dann Sinn macht, über die Welt nachzudenken, wenn diese auch nach Gedanken aufgebaut ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer das richtige Gefühl erlangen will gegenüber dem&lt;br /&gt;
Denken, der muß sich sagen: Wenn ich mir Gedanken machen&lt;br /&gt;
kann über die Dinge, wenn ich durch Gedanken etwas ergründen&lt;br /&gt;
kann über die Dinge, so müssen die Gedanken erst darinnen sein in&lt;br /&gt;
den Dingen. Die Dinge müssen nach den Gedanken aufgebaut sein,&lt;br /&gt;
nur dann kann ich die Gedanken auch herausholen aus den Dingen.&amp;quot; {{Lit|{{G|108|259}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erste Übung, um das eigenen Denken an der Wirklichkeit zu erziehen, kann man insbesondere Naturvorgängen gegenüber machen, deren innere Gesetzmäßigkeit man vorerst noch nicht überschauen kann. Man beobachtet beispielsweise die Witterung am Abend, die Wolkenkonfiguration, die Art, wie die Sonne untergegangen ist und hält diese Beobachtungen im Gedächtnis möglichst detailgetreu und bildhaft fest, der Abstraktion enthält man sich so weit als möglich. Am Morgen macht man sich wiederum ein deutliches Bild von den Witterungsverhältnissen, und so kann man das dann weiter fortsetzen. Auf jegliche Spekulation verzichtet man, aber man lässt immer wieder im seelischen Nacherleben die aufeinanderfolgenden Bilder ineinander übergehen. Man entwickelt dadurch „[[Anschauende Urteilskraft]]“, wie sie [[Goethe]] in hohem Maße zueigen war. Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten, etwa seine Farbenlehre, seine Metamorphosenlehre oder seine Witterungslehre sind aus dieser denkenden Anschauung, aus diesem anschauenden Denken hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegebenheiten gegenüber, die leichter zu durchschauen sind, soll man aber auch das kausale Denken schulen. Man beobachtet etwa einen Menschen bei dem, was er heute tut, und versucht darauf zu schließen, was er morgen als Folge dieser Handlungen vollbringen wird. Anfangs wird man dabei wahrscheinlich öfter danebenliegen, aber mit der Zeit wird das Urteil immer treffsicherer werden. Man kann die ganze Übung auch umgekehrt machen, indem aus dem heute Beobachteten auf die vorangegangenen Ursachen dafür schließt. Das macht allerdings nur Sinn, wenn es möglich ist, sich nachträglich über diese Ursachen zu informieren. Ähnliches tut man an sich tagtäglich, das ist gar nichts Ungewohntes, es gilt nur, das konsequenter und systematischer auszubilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielen Menschen fällt im rechten Moment nicht das Richtige ein. Das passiert besonders Menschen, die ihr Gedankenleben nicht recht in der Hand haben und gerne die Gedanken frei umherschweifen lassen. Man kann aber auch die Schlagfertigkeit des Denkens schulen. Immer, wenn sich eine Gelegenheit dazu ergibt, etwa wenn man auf den Bus wartet oder sonst wie eine Pause macht, rückt man ganz willkürlich einen völlig frei gewählten Gedanken egal welcher Art, es kann etwas ganz Banales sein, in den Mittelpunkt des Bewusstseins und versucht sich allein mit diesem zu beschäftigen und alle anderen Gedanken fernzuhalten. Man muss aber den Gedanken, auf den man sich derart konzentriert, wirklich völlig frei wählen, er soll sich nicht zwangsläufig aus den momentanen Lebensnotwendigkeiten ergeben. Je unscheinbarer und langweiliger das ist, worüber man so nachdenkt, desto fruchtbarer ist die Übungen; es sollen also ganz und gar nicht irgendwelche hochgestochenen philosophischen Erwägungen sein. Diese Übung zur [[Gedankenkontrolle]] ist so wichtig, dass Rudolf Steiner sie auch als erste der sogenannten [[Nebenübungen]] gegeben hat, die jede geistige Schulung begleiten müssen. Wir werden uns mit den weiteren Nebenübungen im Laufe dieser Vorträge noch näher beschäftigen, da sie allesamt einen ganz unmittelbaren lebenspraktischen Wert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtig ist auch die Schulung des [[Gedächtnis]]ses. Man ist etwa gestern auf der Straße einem Bekannten begegnet, hat ihn kurz gegrüßt, und ist dann weiter gegangen. Man versucht sich nun heute ganz detailgetreu an diese Begegnung zu erinnern. Wie war er gekleidet, welche Farbe hatte das Gewand, trug er einen Hut? Man wird bald merken, dass man sich meist nur an wenige Details erinnern kann. Man versuche nun, sich die fehlenden Details durch die Phantasie möglichst bildhaft zu ergänzen. Auf die Bildhaftigkeit kommt dabei alles an. Man stellt ihn sich beispielsweise vor im dunklen zweireihigen Anzug, mit Krawatte und Hut am Kopf; die Wahrheit trifft man dadurch zwar nicht, aber man wird so die Aufmerksamkeit für künftige Beobachtungen schulen und das Gedächtnis wird nach und nach immer getreuer werden. Bildhaftigkeit ist dabei übrigens sehr allgemein aufzufassen; man kann auch versuchen, sich den Klang der Stimme und die genaue Wortwahl auszumalen, obwohl das meist noch schwieriger ist, als die bildhafte Erinnerung im engeren Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders bedeutsam ist die Geduld, die man beim Denken aufbringt. Diese mangelt dem [[Intellekt]] meist sehr. Wir wollen sehr rasch zu einem Ergebnis unserer Überlegungen kommen. Besser ist es, sich zunächst mehrere sehr unterschiedliche Möglichkeiten auszumalen, wie man zu einer Lösung kommen könnte, und dann die Sache ruhen zu lassen. Am besten, man überschläft das Ganze, und kommt erst am nächsten Tag wieder darauf zurück. Bei sehr bedeutsamen Dingen kann die Frist, während der man des Denken darüber ruhen lässt, noch viel länger sein – das alles geht natürlich nur insoweit, als es die Lebensanforderungen zulassen, aber man soll es eben üben, so gut es geht. Entscheidungen, die man so trifft, werden sich stets als viel tiefer gegründet erweisen, als wenn man sie überhastet aus dem Augenblick heraus trifft. Später wird das allerdings auch dazu führen, dass man gegebenenfalls auch ganz spontan und unmittelbar sehr fundierte Entscheidungen treffen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derartige Denkübungen, verbunden mit einer gesteigerten [[Aufmerksamkeit]], stärken den [[Ätherleib]]. Weitere Anregungen dazu hat Steiner in dem Vortrag &#039;&#039;&amp;quot;Nervosität und Ichheit&amp;quot;&#039;&#039; gegeben {{Lit|{{G|143|9ff}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rückwärtsdenken ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Rückwärtsdenken}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besonders fruchtbare Übung, die Steiner häufig empfohlen hat, ist das [[Rückwärtsdenken]]. Man versucht sich dabei einen konkret gegebenen äußeren Vorgang möglichst detailreich Schritt für Schritt entgegen dem äußeren [[Zeit]]verlauf von hinten nach vorne [[Vorstellung|vorzustellen]]. Man beginnt z.B. bei einem Drama mit dem Ende des 5. Aktes und geht dann weiter zurück durch alle Akte bis zum Anfang. Man reißt sich dadurch los vom äußeren Zeitstrom und taucht ein in den [[Astralwelt|Astralstrom]], der uns aus der Zukunft entgegenkommt. Das erfordert gegenüber dem gewohnten Erleben eine erhöhte [[Aufmerksamkeit]] und steigert dadurch das [[Bewusstsein]] und damit auch das [[Gedächtnis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Gewöhnlich erleben&lt;br /&gt;
Sie die Lebensereignisse so, daß Sie einfach dem fortlaufenden Strom&lt;br /&gt;
des Erlebens folgen. Wenn eine Glocke tönt, einmal, ein zweites, ein&lt;br /&gt;
drittes Mal anschlägt, so hören Sie zuerst den ersten, dann den zweiten&lt;br /&gt;
und dann den dritten Ton. Dann sind Sie aber fertig. Wenn Sie ein&lt;br /&gt;
Drama anhören, hören Sie die einzelnen Teile hintereinander; dann&lt;br /&gt;
sind Sie fertig. Das heißt, Sie leben in dem Ätherleibe mit dem fortlaufenden&lt;br /&gt;
Strom. Nehmen wir aber an, Sie betreiben es systematisch, den&lt;br /&gt;
umgekehrten Strom sich anzueignen, Sie gewöhnten sich daran, Dinge,&lt;br /&gt;
die Sie sonst nur in der einen Richtung verfolgen, auch umgekehrt&lt;br /&gt;
zu verfolgen. Zum Beispiel, Sie nehmen sich vor, einige Ereignisse des&lt;br /&gt;
Tages in umgekehrter Reihenfolge zu erinnern. Wenn Sie so das Tagesleben&lt;br /&gt;
rückwärts betrachten, dann folgen Sie nicht dem gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Ich-Strom, der dadurch zustande kommt, daß das Ich im&lt;br /&gt;
Ätherleibe lebt, sondern Sie folgen dann dem entgegengesetzten&lt;br /&gt;
Strom, dem Strom des Astralleibes. Wenn Sie zum Beispiel das Vaterunser&lt;br /&gt;
statt, wie Sie gewohnt sind, es vorwärts zu beten, es jetzt rückwärts&lt;br /&gt;
beten, dann folgen Sie einem dem gewöhnlichen Strom der&lt;br /&gt;
Ereignisse entgegengesetzten Strom. Das ist nicht der gewöhnliche&lt;br /&gt;
Strom, der dadurch zustande kommt, daß das Ich den Ätherleib ausfüllt.&lt;br /&gt;
Und die Folge ist, daß Sie Ihrem Ich dadurch eine Kraftzufuhr&lt;br /&gt;
bereiten aus dem astralischen Strom heraus. Dann tritt in der Tat eine&lt;br /&gt;
Erinnerungsfähigkeit ein in ganz gewaltigem Maße. Ich selbst habe in&lt;br /&gt;
meiner Erziehertätigkeit bei meinen Schülern dahin gewirkt, damit sie&lt;br /&gt;
eine Stärkung des Gedächtnisses für später haben sollten, daß sie&lt;br /&gt;
gewisse Dinge, die man sonst nur in einer Richtung lernt, auch in der&lt;br /&gt;
umgekehrten Richtung lernten und immer wieder und wieder üben&lt;br /&gt;
mußten. So wird die Härteskala der Mineralien gewöhnlich in der&lt;br /&gt;
folgenden Reihenfolge gelernt: 1. Talk, 2. Steinsalz, 3. Kalkspat, 4.&lt;br /&gt;
Flußspat, 5. Apatit, 6. Orthoklas oder Kalifeldspat, 7. Quarz, 8. Topas,&lt;br /&gt;
9. Korund, 10. Diamant. Da habe ich nun die Schüler neben dieser&lt;br /&gt;
Aufzählung auch immer wieder die umgekehrte Reihenfolge üben&lt;br /&gt;
lassen: Diamant, Korund, Topas, Quarz, Orthoklas, Apatit, Flußspat,&lt;br /&gt;
Kalkspat, Steinsalz, Talk. Das ist eine außerordentlich gute Übung -&lt;br /&gt;
besonders wenn sie zu guter Zeit im Kindheitsalter vorgenommen&lt;br /&gt;
wird - für die Stärkung der Gedächtniskraft.|115|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisierung des Gedankenlebens ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Politisierung des Gedankenlebens}}&lt;br /&gt;
Auf die heute allgegenwärtige [[Politisierung des Gedankenlebens]] und ihre unheilsamen Wirkungen hat bereits [[Rudolf Steiner]] nachdrücklich hingewiesen:{{GZ|Ich habe in einem andern Zusammenhange schon auf den Sinn&lt;br /&gt;
der «Policy» aufmerksam darauf gemacht, wo fortwährend von Policy&lt;br /&gt;
gesprochen wird, von dem In-Szene-Setzen von gewissen Gedanken, um&lt;br /&gt;
dieses oder jenes zu erreichen. Aber wie ist dieses überhaupt verbreitet in&lt;br /&gt;
der Welt! Aus dieser Politisierung des Gedankenlebens geht in unserem&lt;br /&gt;
[[Germanisch-Angelsächsische Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum]] geradezu das Schlimmste hervor.&lt;br /&gt;
Eine Zeit, die noch glauben konnte in einer gewissen Weise, wenn sie&lt;br /&gt;
Gedanken bildete, inspiriert zu sein, konnte auf ihren Konzilien meinetwillen&lt;br /&gt;
dieses oder jenes Dogma, das dann verwendet wurde, um das&lt;br /&gt;
oder jenes in der Welt zu erreichen, beschließen. Unsere Zeit, die aber&lt;br /&gt;
wahrhaftig in ihrem materialistischen Gefüge inspirationslos ist, wird,&lt;br /&gt;
wenn sie den Gedanken nicht so knüpft, daß er in Verantwortung gegenüber&lt;br /&gt;
der unpersönlichen Wahrheit geknüpft ist, den Gedanken nur&lt;br /&gt;
aus der persönlich-willkürlichen oder aus der vereinsmäßig-willkürlichen&lt;br /&gt;
oder sonst irgendwie gemeinsamkeits-willkürlichen Aspiration&lt;br /&gt;
heraus fassen. Und da wird der Gedanke nicht in die Welt gestellt, weil&lt;br /&gt;
man seine Richtigkeit einsieht, sondern weil man mit ihm politisieren&lt;br /&gt;
will. Diese Politisierung des Gedankenlebens geht immer weiter und&lt;br /&gt;
weiter. Und man erzieht sich nicht so, daß man zu dem richtigen, zu&lt;br /&gt;
dem wahren Gedanken kommt, sondern man erzieht sich so, daß man zu&lt;br /&gt;
einem Gedanken kommt, mit dem man politisieren kann, zum Beispiel&lt;br /&gt;
mit dem Gedanken des Nichtvivisezierens der Tiere. Aber man faßt den&lt;br /&gt;
Gedanken nicht in seinem Wahrheitsgehalt, sondern durch seine politische&lt;br /&gt;
Agitationskraft. Man agitiert mit dem Gedanken, man politisiert&lt;br /&gt;
mit dem Gedanken in Abstinenzvereinen, in Anti-Vivisektionsvereinen.&lt;br /&gt;
Man faßt einen Gedanken nicht in seiner Realität - Abstinenz, Vivisektion&lt;br /&gt;
oder dergleichen-, sondern man politisiert ihm gegenüber. Überall&lt;br /&gt;
wird mit den Gedanken politisiert. Sie werden in politische Getriebe&lt;br /&gt;
hineinversenkt.|272|318f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denken und Freiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um deutlich zu machen, dass das Denken des Menschen ein ausgesprochener Freiheitspol ist, was Steiner ja schon in der [[Philosophie der Freiheit]] sagt, hat [[Joseph Beuys]] einmal folgende Formel aufgestellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;&#039;Denken = Wissenschaft = Freiheit ([[Beuys]])&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur == &lt;br /&gt;
{{Glomer-Suche|Denken}}&lt;br /&gt;
*[[Johann Gottlieb Fichte]]: &#039;&#039;Sämtliche Werke&#039;&#039;. Herausgegeben von J.H. Fichte, Erster Band, Verlag von Veit und Comp. Berlin 1845 [https://archive.org/details/johanngottliebf27fichgoog/page/n10 archive.org]&lt;br /&gt;
* [[Paul Asmus]]: &#039;&#039;Das Ich und das Ding an sich. Geschichte ihrer begrifflichen Entwickelung in der neuesten Philosophie&#039;&#039;, Verlag C. E. M. Pfeffer, Halle 1873 {{MDZ|11163813-5}}&lt;br /&gt;
** neu herausgegeben und eingeleitet von [[Thomas Brunner]], [https://www.edition-immanente.de/alle-buecher/das-ich-und-das-ding-an-sich.html edition immanente], Berlin 2014, ISBN 978-3-942754-30-9&lt;br /&gt;
* [[Paul Asmus]]: &#039;&#039;Die indogermanische Religion in den Hauptpunkten ihrer Entwickelung. Ein Beitrag zur Religionsphilosophie&#039;&#039;, Erster Band:: &#039;&#039;Indogermanische Naturreligion&#039;&#039;, Verlag C. E. M. Pfeffer, Halle 1875 {{Google Buch|BuchID=kB1mAAAAcAAJ}}, {{MDZ|11315442-0}}&lt;br /&gt;
* [[Paul Asmus]]: &#039;&#039;Die indogermanische Religion in den Hauptpunkten ihrer Entwickelung. Ein Beitrag zur Religionsphilosophie&#039;&#039;, Zweiter Band: &#039;&#039;Das Absolute und die Vergeistigung der einzelnen indogermanischen Religionen&#039;&#039;, Verlag C. E. M. Pfeffer, Halle 1877 {{Google Buch|BuchID=HePMpWOiwYYC}}, {{MDZ|11315443-6}}&lt;br /&gt;
** Neuausgabe beider Bände (Reprint): &#039;&#039;Die Indogermanische Religion in den Hauptpunkten Ihrer Entwickelung: Ein Beitrag Zur Religionsphilosophie&#039;&#039;, Volumes 1-2, WENTWORTH PR 2018, ISBN 978-0270960525&lt;br /&gt;
* H. Atmanspacher, H. Primas, E. Wertenschlag-Birkhäuser (Hrsg.), &#039;&#039;Der Pauli-Jung-Dialog&#039;&#039;, Springer Verlag, Berlin Heidelberg 1995&lt;br /&gt;
* [[Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Maximen und Reflexionen&#039;&#039;, Goethe-BA Bd. 18, S 528&lt;br /&gt;
* [[Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Anschauende Urteilskraft&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Immanuel Kant]]: &#039;&#039;Kritik der reinen Urteilskraft&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Matthias Wenke: &#039;&#039;Im Gehirn gibt es keine Gedanken. Bewusstsein und Wissenschaft. Phänomenologische Skizzen zu Biologie, Psychoanalyse, Yoga und Buddhismus&#039;&#039;. Königshausen u. Neumann 2010, ISBN 978-3826038143; eBook {{ASIN|B0CKW9BS34}} (2023)&lt;br /&gt;
* [[Stanislas Dehaene]], Helmut Reuter (Übers.): &#039;&#039;Denken: Wie das Gehirn Bewusstsein schafft&#039;&#039;, Albrecht Knaus Verlag 2014, ISBN 978-3813504200, eBook ASIN B00KG66INQ&lt;br /&gt;
* [[Raymond Kurzweil|Ray Kurzweil]]: &#039;&#039;Das Geheimnis des menschlichen Denkens: Einblicke in das Reverse Engineering des Gehirns&#039;&#039;, Lola Books 2014, ISBN 978-3944203065, eBook ASIN B01348W39K&lt;br /&gt;
* Markus Gabriel: &#039;&#039;Ich ist nicht Gehirn. Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert&#039;&#039;, 2. Auflage, Ullstein Taschenbuch 2017, ISBN 978-3548376806; eBook {{ASIN|B00WWNQ700}}&lt;br /&gt;
* Markus Gabriel: &#039;&#039;Der Sinn des Denkens&#039;&#039;, Ullstein Hardcover 2018, ISBN 978-3550081934; eBook {{ASIN|B07CVLYJB1}}&lt;br /&gt;
* Bernardo J. Gut: &#039;&#039;Inhaltliches Denken und formale Systeme – Der platonische Standpunkt in Logik, Mathematik und Erkenntnistheorie&#039;&#039;, Verlag Rolf Kugler, Oberwil bei Zug 1979 [http://www.agraffenverlag.ch/wp-content/uploads/2015/11/Bernardo-J.-Gut-Inhaltliches-Denken-und-formale-Systeme-%C2%A9-1979.pdf]&lt;br /&gt;
* Jürgen Strube: &#039;&#039;Die Beobachtung des Denkens: Rudolf Steiners &#039;Philosophie der Freiheit&#039; als Weg zur Bildekräfte-Erkenntnis&#039;&#039;, 3. Auflage, Verlag für Anthroposophie 2017, ISBN 978-3037690239&lt;br /&gt;
* Otto Jachmann: &#039;&#039;Denken wird Wahrnehmung: Die Philosophie von Brentano, Husserl, Heidegger und Derrida und die Anthroposophie&#039;&#039;, Verlag Christian Möllmann 2009, ISBN 978-3899791266&lt;br /&gt;
* [[Renatus Ziegler]]: &#039;&#039;Intuition und Ich-Erfahrung: Erkenntnis und Freiheit zwischen Gegenwart und Ewigkeit&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben 2006, ISBN 978-3772517853&lt;br /&gt;
* [[Renatus Ziegler]]: &#039;&#039;Dimensionen des Selbst: Eine philosophische Anthropologie&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben 2013, ISBN 978-3772524974&lt;br /&gt;
* Christoph Hueck: &#039;&#039;Intuition - das Auge der Seele. Die Darstellung des intuitiven Erkennens im schriftlichen Werk Rudolf Steiners&#039;&#039;, Akanthos Akademie Edition, Books on Demand 2016, ISBN 978-3741298264; eBook {{ASIN|B01N0H7HXN}}&lt;br /&gt;
* Christoph Hueck: &#039;&#039;Philosophie als Initiation: Die sieben philosophischen Schriften Rudolf Steiners als spiritueller Schulungsweg&#039;&#039;, Books on Demand 2017, ISBN 978-3746046785; eBook{{ASIN|B0788R72FS}}&lt;br /&gt;
* [[Hans Bonneval]]: &#039;&#039;Revolution im Denken: Rudolf Steiner. Warum Computer nicht denken können&#039;&#039;, BoD, Norderstedt 2017, ISBN 978-3743157521&lt;br /&gt;
* Florin Lowndes: &#039;&#039;Das Erwecken des Herz-Denkens. Wesen und Leben des sinnlichkeitsfreien Denkens in der Darstellung Rudolf Steiners. Umriß einer Methodik&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 1998, ISBN 978-3772517358&lt;br /&gt;
* Florin Lowndes: &#039;&#039;Die Belebung des Herzchakra: Ein Leitfaden zu den Nebenübungen Rudolf Steiners&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart Januar 2017, ISBN 978-3772516207&lt;br /&gt;
* Wolfgang Findeisen: &#039;&#039;Mit dem Herzen sehen lernen&#039;&#039;. Das Herz als Grundlage einer spirituellen Entwicklung. Die sechs Nebenübungen Rudolf Steiners, Edel-Vlg., Duisburg 2012, ISBN 978-3938957424&lt;br /&gt;
* Martina Maria Sam (Hrsg.): &#039;&#039;Rudolf Steiner. Herzdenken: Über inspiratives Erkennen&#039;&#039;, Rudolf Steiner Vlg., Dornach 2014, ISBN 978-3727453007&lt;br /&gt;
* Andreas Neider: &#039;&#039;Denken mit dem Herzen: Wie wir unsere Gedanken aus dem Kopf befreien können&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2019, ISBN 978-3772527241; eBook {{ASIN|B07T1MHRH9}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften&#039;&#039;, [[GA 1]] (1987) {{Schriften|1}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung&#039;&#039;, [[GA 2]] (2002), ISBN 3-7274-0020-X {{Schriften|002}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheit und Wissenschaft&#039;&#039;, [[GA 3]] (1980), ISBN 3-7274-0030-7 {{Schriften|003}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit&#039;&#039;, [[GA 4]] (1995) {{Schriften|4}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung &#039;&#039;, [[GA 9]] (2003), ISBN 3-7274-0090-0; &#039;&#039;&#039;Tb 615&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6151-4 {{Schriften|009}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Daniel Hartmann (Hrsg.): &#039;&#039;Theosophie. Die Textentwicklung in den Auflagen 1904-1922 in vollständiger Lesefassung&#039;&#039; (Rudolf Steiner Studien), Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2009, ISBN 978-3-7274-5329-8&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Christian Clement (Hrsg.): &#039;&#039;Theosophie – Anthroposophie. Ein Fragment&#039;&#039;, [[SKA]] Band 6: &#039;&#039;Schriften zur Anthropologie&#039;&#039;, Rudolf Steiner Verlag 2016, ISBN 978-3-7274-5806-4&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Drei Schritte der Anthroposophie. Philosophie – Kosmologie – Religion&#039;&#039;, [[GA 25]] (1999), ISBN 3-7274-0252-0 {{Schriften|025}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Goetheanumgedanke inmitten der Kulturkrisis der Gegenwart&#039;&#039;, [[GA 36]] (1961), ISBN 3-7274-0360-8 {{Vorträge|036}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Fachwissenschaften und Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 73a]] (2005), ISBN 3-7274-0735-2 {{Vorträge|073a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die befruchtende Wirkung der Anthroposophie auf die Fachwissenschaften&#039;&#039;, [[GA 76]] (1977), ISBN 3-7274-0760-3 {{Vorträge|076}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Wirklichkeit der höheren Welten&#039;&#039;, [[GA 79]] (1988), ISBN 3-7274-0790-5 {{Vorträge|079}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Westliche und östliche Weltgegensätzlichkeit&#039;&#039;, [[GA 83]] (1981), ISBN 3-7274-0830-8 {{Vorträge|083}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Bewußtsein – Leben – Form &#039;&#039;, [[GA 89]] (2001), ISBN 3-7274-0890-1 {{Vorträge|089}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Beantwortung von Welt- und Lebensfragen durch Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 108]] (1986) {{Vorträge|108}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie – Psychosophie – Pneumatosophie&#039;&#039;, [[GA 115]] (2001), ISBN 3-7274-1150-3 {{Vorträge|115}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens im Lichte der Evangelien&#039;&#039;, [[GA 117]] (1986), ISBN 3-7274-1170-8 {{Vorträge|117}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege der Seele zu Christus&#039;&#039;, [[GA 143]] (1994), ISBN 3-7274-1430-8 {{Vorträge|143}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulten Grundlagen der Bhagavad Gita&#039;&#039;, [[GA 146]] (1962), Zweiter Vortrag, Helsingfors, 29. Mai 1913 {{Vorträge|146}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung. Das Fünfte Evangelium&#039;&#039;, [[GA 148]] (1992), ISBN 3-7274-1480-4 {{Vorträge|148}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der menschliche und der kosmische Gedanke&#039;&#039;, [[GA 151]] (1980), Erster Vortrag, Berlin, 20. Januar 1914 {{Vorträge|151}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorstufen zum Mysterium von Golgatha &#039;&#039;, [[GA 152]] (1990), ISBN 3-7274-1520-7 {{Vorträge|152}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?&#039;&#039;, [[GA 154]] (1985), ISBN 3-7274-1540-1 {{Vorträge|154}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenschicksale und Völkerschicksale&#039;&#039;, [[GA 157]] (1981), Vierzehnter Vortrag, Berlin, 6. Juli 1915 {{Vorträge|157}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Zusammenhang des Menschen mit der elementarischen Welt&#039;&#039;, [[GA 158]] (1993), ISBN 3-7274-1580-0 {{Vorträge|158}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Kunst- und Lebensfragen im Lichte der Geisteswissenschaft&#039;&#039;, [[GA 162]] (2000), ISBN 3-7274-1620-3 {{Vorträge|162}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 173]] (1978), ISBN 3-7274-1730-7 {{Vorträge|173}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges&#039;&#039;, [[GA 174b]] (1994), ISBN 3-7274-1742-0 {{Vorträge|174b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie kann die Menschheit den Christus wiederfinden?&#039;&#039;, [[GA 187]] (1995), ISBN 3-7274-1870-2 {{Vorträge|187}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Perspektiven der Menschheitsentwickelung&#039;&#039;, [[GA 204]] (1979), ISBN 3-7274-2040-5 {{Vorträge|204}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Zweiter Teil&#039;&#039;, [[GA 206]] (1991), ISBN 3-7274-2060-X {{Vorträge|206}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Initiationswissenschaft und Sternenerkenntnis&#039;&#039;, [[GA 228]] (2002), ISBN 3-7274-2280-7 {{Vorträge|228}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Initiaten-Bewußtsein. Die wahren und die falschen Wege der geistigen Forschung.&#039;&#039;, [[GA 243]] (2004), ISBN 3-7274-2430-3 {{Vorträge|243}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltkultur&#039;&#039;, [[GA 254]] (1986), ISBN 3-7274-2540-7 {{Geschichte|254}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909&#039;&#039;, [[GA 266/1]] (1995), ISBN 3-7274-2661-6 {{Schule|266a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Esoterische Unterweisungen für die erste Klasse der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum 1924&#039;&#039;, [[GA 270/2]] (1999),  ISBN 3-7274-2700-0 {{Vorträge|270b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes «Faust»&#039;&#039;, Band I: Faust, der strebende Mensch , [[GA 272]] (1981), ISBN 3-7274-2720-5 {{Vorträge|272}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik&#039;&#039;, [[GA 293]] (1992), Neunter Vortrag, Stuttgart, 30. August 1919 {{Vorträge|293}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Sprachbetrachtungen&#039;&#039;, [[GA 299]] (1981), ISBN 3-7274-2990-9 {{Vorträge|299}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924&#039;&#039;, [[GA 300]] a-c (1995), ISBN 3-7274-3000-1 {{Vorträge|300}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die gesunde Entwickelung des Menschenwesens. Eine Einführung in die anthroposophische Pädagogik und Didaktik.&#039;&#039;, [[GA 303]] (1978), ISBN 3-7274-3031-1 {{Vorträge|303}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Meditative Betrachtungen und Anleitungen zur Vertiefung der Heikunst&#039;&#039;, [[GA 316]] (2003), ISBN 3-7274-3160-1 {{Vorträge|316}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heilpädagogischer Kurs&#039;&#039;, [[GA 317]] (1995), ISBN 3-7274-3171-7 {{Vorträge|317}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vom Leben des Menschen und der Erde. Über das Wesen des Christentums&#039;&#039;, [[GA 349]] (1980), ISBN 3-7274-3490-2 {{Vorträge|349}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]]&#039;&#039;, Heft 63: &#039;&#039;Rudolf Steiner über den Atomismus. Zwei Aufsätze aus dem Frühwerk&#039;&#039; {{BE|063}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|denken}}&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Peter]]: [https://www.youtube.com/watch?v=Zb2GBNUUBbg Anregung für ein lebendiges Denken] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=eofF7aBu4p4 Welche Macht haben Gedanken?] Videobeitrag auf [[W:Arte|Arte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Skandhas|204]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rosenkreuzerischer Schulungsweg]]&lt;br /&gt;
[[en:Thinking]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Raumw%C3%BCrfel&amp;diff=626875</id>
		<title>Raumwürfel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Raumw%C3%BCrfel&amp;diff=626875"/>
		<updated>2026-10-27T14:51:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Gralsburg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Kabbala_Raumwuerfel.gif|thumb|300px|Der Raumwürfel der Kabbala]]&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Raumwürfel&#039;&#039;&#039; ist ein grundlegendes, gegenüber dem bekannteren [[Sephirothbaum]] aber meist viel weniger beachtetes, aber schon im [[Sefer Jetzira]], dem ältesten überlieferten Werk der Kabbala, eingeführtes Grundkonzept der [[jüdisch]]en [[Kabbala]], das die [[Würfel (Geometrie)|kubische]] Grundstruktur der [[Schöpfung]] symbolisiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlagen ==&lt;br /&gt;
Die Würfelgestalt der Welt darf nicht im physisch-räumlichen Sinn missverstanden werden. Sie ergibt sich vielmehr aus einer systematischen Gliederung der [[Seelenwelt]] in verschiedene Gegensatzpaare, die nach ihrer [[seelisch]]-[[moral]]ischen [[Qualität]] zueinander in Beziehung gesetzt werden. &#039;&#039;Höhe&#039;&#039; und &#039;&#039;Tiefe&#039;&#039; etwa sind hier nicht primär räumlich aufzufassen, sondern eher im Sinn von &#039;&#039;moralisch Erhaben&#039;&#039; oder &#039;&#039;moralisch Niedrig&#039;&#039;. Im &#039;&#039;Osten&#039;&#039; geht das geht das [[geist]]ige [[Licht]] auf, im &#039;&#039;Westen&#039;&#039; zieht es sich zurück usw. Die räumliche Struktur, die wir in der [[Sinnliche Welt|sinnlichen Welt]] erleben, ist nur das äußere schattenhafte Abbild dieser seelischen Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Sefer Jetzira&#039;&#039; heißt es zunächst noch recht allgemein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Zehn Sephiroth aus dem Nichts, ihr Maß ist zehn, doch haben sie kein Ende: eine Dimension des Anfangs und eine Dimension des Endes, eine Dimension des Guten und eine Dimension des Bösen, eine Dimension der Höhe und eine Dimension der Tiefe, eine Dimension des Ostens und eine Dimension des Westens, eine Dimension des Nordens und eine Dimension des Südens und ein einziger Herr, Gott, der beständige König, herrscht über sie alle in seiner heiligen Wohnung bis in alle Ewigkeit.|Sefer Jetzira 1,5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Aufbau des Würfels aus den 10 Sephiroth und den 22 Buchstaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie beim Sephirothbaum werden auch dem Raumwürfel nach und nach die zehn [[Sephiroth]], also die [[Zahlen]] [[1]] bis [[10]], und die 22 Buchstaben des [[Hebräisches Alphabet|hebräischen Alphabets]] zugeordnet. Die zweiundzwanzig Buchstaben gliedern sich dabei nach den Lehren der Kabbala in die drei [[Mütter (Kabbala)|Mütter]] [[Shin]] (ש), [[Aleph]] (א) und [[Mem]] (מ) (A M S), die [[Feuer]], [[Luft]] und [[Wasser]], aber auch [[Geist]], [[Seele]] und [[Leib]] entsprechen. Sie bilden die drei Raumachsen im Inneren des Würfels und stehen damit für die &#039;&#039;innersten&#039;&#039; Qualitäten der Schöpfung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Er wählte drei Buchstaben von den einfachen und setzte sie in seinen grossen Namen JHV und versiegelte mit ihnen sechs Enden. Fünf, er versiegelte die Höhe, wandte sich aufwärts und versiegelte sie mit JHV. Sechs, er versiegelte die Tiefe, wandte sich nach unten und versiegelte sie mit JVH. Sieben, er versiegelte den Osten, wandte sich nach vorn und versiegelte ihn mit HJV. Acht, er versiegelte den Westen, wandte sich nach hinten und versiegelte ihn mit HVJ. Neun, er versiegelte den Süden, wandte sich nach rechts und versiegelte ihn mit VJH. Zehn, er versiegelte den Norden, wandte sich nach links und versiegelte ihn mit VHJ.|Sefer Jetzira 1,13}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheinbar ist zunächst nicht von den Müttern die Rede, sondern von drei der einfachen Buchstaben bzw. Lauten (siehe unten), die den Heiligen Namen JHV bilden, doch [[Wikipedia:Lazarus Goldschmidt|Goldschmidt]] weist in seiner Übersetzung darauf hin, dass es sich hierbei um ein Geheimnis der drei Mütter Aleph, Mem und Shin handelt. Tatsächlich findet man später den Hinweis:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Drei Mütter: Aleph, Mem, Shin. Ein großes, verborgenes, wunderbares Geheimnis, versiegelt mit sechs Siegeln. Aus ihnen gehen hervor Feuer, Wasser und Wind, eingewickelt in männlich und weiblich. Erkenne, bedenke und mache dir ein Bild davon, dass Feuer das Wasser trägt.|Sefer Jetzira 3,2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sechs Siegel entsprechen den 6 möglichen [[Kombinatorik|Permutationen]] (3! = 1*2*3 = 6) der Buchstaben Aleph (A), Mem (M) und Shin (S). Durch ihre Verbindungen werden die Achsen des Würfels festgelegt und man erkennt dann auch die Korrespondenz der drei Einfachen J H V zu den drei Müttern A M S:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Auf welche Weise verband er sie? &#039;&#039;Aleph, Mem, Shin&#039;&#039; mit &#039;&#039;Aleph, Shin, Mem&#039;&#039;, &#039;&#039;Mem, Aleph, Shin&#039;&#039; mit &#039;&#039;Mem, Shin, Aleph&#039;&#039;, &#039;&#039;Shin, Mem, Aleph&#039;&#039; mit &#039;&#039;Shin, Aleph, Mem&#039;&#039;. Himmel mit Feuer, Luft mit Wind, Erde mit Wasser, den Kopf des Menschen mit Feuer, seinen Bauch mit Wasser, sein Herz mit dem Wind.|Sefer Jetzira 3,11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Raumwuerfel.gif|thumb|300px|Der Raumwürfel]]&lt;br /&gt;
Weiters gibt es die 7 Doppelten, die deshalb so heißen, weil sie [[Wikipedia:Aspiration (Phonetik)|aspiriert]] oder unbehaucht gesprochen werden können; sie entsprechen u.a. den  7 Wochentagen, den [[sieben Planeten]] usw. Alle frühen Ausgaben des [[Sefer Jetzira]], die Kurzfassung (ausgenommen das erste Manuskript, das keine explizite Zuordnung erwähnt), die Langfassung und auch die Saadia-Ausgabe ordnen die 7 Doppelten übereinstimmend nach der [[Geozentrisches Weltbild|geozentrischen]] [[Okkulte Reihenfolge der Planeten|okkulten Reihenfolge der Planeten]] zu: [[Beth]] ([[Saturn]]), [[Gimel]] ([[Jupiter]]), [[Daleth]] ([[Mars]]), [[Kaph]] ([[Sonne]]), [[Peh]] ([[Venus]]), [[Resch]] ([[Merkur]]), [[Taw]] ([[Mond]]). Von den sieben Doppelten bildet [[Taw]] (ת), der letzte Buchstabe des hebräischen Alphabet, der damit von der Bedeutung dem [[Griechische Sprache|griechischen]] [[Omega]] (Ω) entspricht, das Zentrum des Würfels, das damit üblicherweise dem [[Mond]] zugeordnet wird. Tatsächlich ist der Mond die Wohnstatt, der &amp;quot;Palast&amp;quot; [[JHVH]]s, des Mondenelohim. Die restlichen sechs Doppelten und die sechs übrigen [[Planet]]en werden den 6 Flächen des Würfels zugeordnet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Sieben Doppelte: [[Beth]] (ב), [[Gimel]] (ג), [[Daleth]] (ד), [[Kaph]] (כ), [[Peh]] (ף), [[Resch]] (ר), [[Taw]] (ת), entsprechend den sieben Enden; sech dieser Enden sind: Oben, Unten, Osten, Westen, Norden, Süden und der heilige Palast in der Mitte, und er trägt sie alle.|Sefer Jetzira 4,4}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich sind noch die 12 Einfachen zu betrachten, die die zwölf [[Tierkreiszeichen]], die 12 [[Monat]]e, die 12 Körperteile usw. repräsentieren. Sie werden den 12 Kanten oder Winkeln des Kubus zugewiesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Zwölf Einfache: [[Heh]] (ה), [[Waw]] (ו), [[Zajin]] (ז), [[Cheth]] (ח), [[Tet]] (ט), [[Jod (Hebräisch)|Jod]] (י), [[Lamed]] (ל), [[Nun]] (נ), [[Samech]] (ס), [[Ajin]] (ע), [[Zade]] (צ), [[Qoph]] (ק); zwölf und nicht elf, zwölf und nicht dreizehn. Ihr Grund ist entsprechend den zwölf Winkeln, nordöstlicher Winkel, südöstlicher Winkel, obenöstlicher Winkel, untenöstlicher Winkel, obennördlicher Winkel, untennördlicher Winkel, nordwestlicher Winkel, südwestlicher Winkel, obenwestlicher Winkel, untenwestlicher Winkel, obensüdlicher Winkel, untensüdlicher Winkel. Sie dehnen sich aus und erweitern sich bis in das Unendliche, denn sie sind die Arme der Welt.|Sefer Jetzira 5,2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raumwürfel der Kabbala ist ein Konzept, das die gegenwärtige [[Schöpfung]] in ihrem Sein und Werden beschreibt. In der [[Apokalypse des Johannes]] wird auf die künftige [[Planet|planetarische]] Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]] hingewiesen, auf den [[Neuer Jupiter|neuen Jupiter]], der aber hier als das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]] bezeichnet und als vollkommener Würfel beschrieben wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott,&lt;br /&gt;
11 die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall;&lt;br /&gt;
12 sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, nämlich die Namen der zwölf Stämme der Israeliten:&lt;br /&gt;
13 von Osten drei Tore, von Norden drei Tore, von Süden drei Tore, von Westen drei Tore.&lt;br /&gt;
14 Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.&lt;br /&gt;
15 Und der mit mir redete, hatte einen Messstab, ein goldenes Rohr, um die Stadt zu messen und ihre Tore und ihre Mauer.&lt;br /&gt;
16 Und die Stadt ist viereckig angelegt und ihre Länge ist so groß wie die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr: zwölftausend Stadien. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich.&lt;br /&gt;
17 Und er maß ihre Mauer: hundertvierundvierzig Ellen nach Menschenmaß, das der Engel gebrauchte.&lt;br /&gt;
18 Und ihr Mauerwerk war aus Jaspis und die Stadt aus reinem Gold, gleich reinem Glas.&lt;br /&gt;
19 Und die Grundsteine der Mauer um die Stadt waren geschmückt mit allerlei Edelsteinen. Der erste Grundstein war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd,&lt;br /&gt;
20 der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sarder, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst.&lt;br /&gt;
21 Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, ein jedes Tor war aus einer einzigen Perle, und der Marktplatz der Stadt war aus reinem Gold wie durchscheinendes Glas.&lt;br /&gt;
22 Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm.&lt;br /&gt;
23 Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.&lt;br /&gt;
24 Und die Völker werden wandeln in ihrem Licht; und die Könige auf Erden werden ihre Herrlichkeit in sie bringen.&lt;br /&gt;
25 Und ihre Tore werden nicht verschlossen am Tage; denn da wird keine Nacht sein.&lt;br /&gt;
26 Und man wird die Pracht und den Reichtum der Völker in sie bringen.&lt;br /&gt;
27 Und nichts Unreines wird hineinkommen und keiner, der Gräuel tut und Lüge, sondern allein, die geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes. {{Bibel|Offb|21|14|LUT}} &lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen Vorträgen über [[Apokalypse und Priesterwirken]] hat Rudolf Steiner sehr ausgeführlich geschildert, wie der Aufbau des Neuen Jerusalem - und damit die Umwandlung der alten Schöpfung in die neue - eigentlich im Menschen stattfindet. Bis zum [[Mysterium von Golgatha]] bzw. bis zur Zerstörung des alten Jerusalems überwog der Aufbau von unten aus den Naturkräften, seitdem ist der Aufbau von oben aus den geistigen Kräften wichtiger und das ist der Aufbau des geistigen neuen Jerusalems. Steiner schildert dabei, wie die mit der Nahrung aufgenommenen irdischen Stoffe tatsächlich nur die Organe des [[Nerven-Sinnes-System]]s aufbauen, nicht aber den [[Stoffwechsel-Gliedmaßen-System|Stoffwechsel-Gliedmaßen-Menschen]]. Das ist auch an der Umwandlung des [[Gehirn]]s abzulesen, durch die das Vorderhirn immer ähnlicher einem Verdauungsorgan wird. {{Lit|{{G|346|132ff}}}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Äußerlich sichtbar wird diese fortschreitende Entwicklung in der Physiognomie des Menschen in der zunehmenden Aufwölbung der Stirn, namentlich über das Stadium des klassischen griechischen Profils hinaus, bei dem Nasenrücken und Stirne noch in einer Linie verliefen. Dadurch drückt sich die [[Dreigliederung des menschlichen Organismus]] erst vollkommen auch in der Schädelbildung aus und im [[Seelenleben]] trennen sich [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]] voneinander. Die Kinnpartie, die dem Wollen entspricht, hatte sich schon in der [[Ägyptisch-Chaldäische Zeit|Ägyptisch-Chaldäischen Zeit]] deutlich abzusetzen begonnen, aber Denken und Fühlen waren auch noch in der Antike stark ineinander verwoben. Heute haben sich die drei [[Seelenkräfte]] bereits sehr stark voneinander getrennt und müssen aktiv durch das [[Ich]] zusammengehalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gralsburg ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem überlieferten Gespräch mit [[Johanna Gräfin Keyserlingk]] zeigt Steiner auch die Verbindung zur [[Gralsburg]] auf: Die Gralsburg existiere wirklich in der ätherischen Welt. Das neue Jerusalem sei das Urbild, wie es in Zukunft&lt;br /&gt;
sein werde.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Koberwitz 1924&#039;&#039;, herausgegeben v. Adalbert Graf Keyserlingk Stuttgart 1974, S 82&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Grals-Imagination]] enthüllt sich, wenn wir während des [[Schlaf]]es geistig auf den [[Ätherleib]] zurückblicken können:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bedenken wir, was der Schlaf ist: Dasjenige, was mit Bewußtsein den physischen und ätherischen Leib durchdringt, ist draußen; da drinnen gehen jetzt nur sozusagen vegetative Vorgänge vor sich, spielt sich alles ab, was die während des Tages verbrauchten Kräfte wiederum ersetzt. Ja, das nehmen wir wahr, nehmen wahr, wie da aus dem Physischen heraus die Kräfte, die namentlich im Gehirn verbraucht worden sind, ersetzt werden. Aber nicht so, daß wir das Gehirn sehen würden wie der Anatom, sondern wir sehen, wie der Mensch der physischen Welt, dessen wir uns während des Tagwachens für unser Bewußtsein bedienen, wie dieser Mensch — von uns verlassen zwar, aber deutlich zeigend, daß er unser Werkzeug ist — gleichsam verzaubert in einer Burg liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie unser Gehirn innerhalb der Schädeldecke wie ein Sinnbild liegt, so erscheint uns unser Menschenwesen auf Erden wie eine verzauberte Wesenheit, in einer Burg lebend. Wir treten unserer Menschenwesenheit entgegen wie einer Wesenheit, die wie gefangen, umschlossen von Felsenmauern ist. Das Sinnbild, das gleichsam wiederum zusammengezogene Sinnbild davon ist unsere Schädeldecke. Von außen erscheint uns das als die kleine Schädeldecke. Wenn wir aber auf die ätherischen Kräfte blicken, die zugrunde liegen, so erscheint uns in der Tat das, was Erdenmensch ist, wie da drinnen in der Schädeldecke sich befindend und eingefangen in dieser Burg. Und dann strömen herauf aus dem anderen Organismus die Kräfte, die diesen Menschen unterhalten, der eigentlich in der Schädeldecke drinnen ist wie in einem mächtigen Schlosse. Da strömen die Kräfte herauf. Zunächst strömt diejenige Kraft herauf, die da kommt aus dem im Organismus verbreiteten Werkzeug des astralischen Menschenleibes; es strömt herauf alles das, was erglüht und mächtig den Menschen macht durch die Nervenstränge; das alles strömt zusammen in den irdischen Gehirnmenschen: das erscheint einem als das «mächtige Schwert», das der Mensch sich auf der Erde geschmiedet hat. — Dann dringen herauf die Kräfte des Blutes; diese Kräfte des Blutes — man fühlt allmählich, man lernt erkennen — erscheinen einem als das, was eigentlich den bloß in dem Zauberschloß der Schädeldecke liegenden Gehirnmenschen verwundet: wie die «blutige Lanze» sind die Kräfte, die im Ätherleibe nach dem irdischen Menschen heraufströmen, der in dem Zauberschloß des Gehirns liegt. — Und dann gewinnt man eine Erkenntnis. Diese eine Erkenntnis ist, daß man beobachten kann, was da alles heraufströmen darf nach den edelsten Teilen des Gehirns. Davon hat man ja vorher gar keine Ahnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, sehen Sie, da komme ich von einem anderen Gesichtspunkt aus auf das zurück, was ich schon in diesen Tagen berührt habe. Der Mensch kann nämlich noch so viel aus dem Tierreich essen: für einen gewissen Teil seines Gehirns ist das alles nicht brauchbar, ist das alles nur Ballast. Andere Organe mögen dadurch ernährt werden, aber im Gehirn gibt es etwas, wovon der ätherische Leib sogleich alles zurückstößt, was vom tierischen Reiche kommt. Ja, sogar alles das stößt der ätherische Leib zurück von einem Teil des Gehirnes, von einem kleinen edlen Teil des Gehirnes, was vom pflanzlichen Reiche kommt, und nur den mineralischen Extrakt läßt er gelten in einem kleinen edlen Teil des Gehirns; und da bringt er zusammen diesen mineralischen Extrakt mit den edelsten Einstrahlungen durch die Sinnesorgane. Das Edelste des Lichtes, das Edelste des Tones, das Edelste der Wärme berührt sich hier mit den edelsten Produkten des mineralischen Reiches; denn von der Verbindung der edelsten Sinneseindrücke mit den edelsten mineralischen Produkten nährt sich der edelste Teil des menschlichen Gehirns. Von diesem edelsten Teile des menschlichen Gehirns sondert der Ätherleib alles aus, was aus dem Pflanzen- oder Tierreich kommt. Dann dringen ja auch alle die Dinge, die der Mensch als seine Nahrung bekommen hat, herauf. Das Gehirn hat auch unedlere Teile, die halten Mahlzeit von alledem, was da heraufströmt und wovon sich eben der Organismus ernährt. Nur der edelste Teil des Gehirns muß von dem schönsten Zusammenfluß von Sinnesempfindungen und dem edelsten, gereinigten mineralischen Extrakt genährt werden. Da lernt man erkennen einen wunderbaren kosmischen Zusammenhang des Menschen mit dem ganzen übrigen Kosmos. Da blickt man sozusagen an eine Stelle des Menschen, wo sich vor einem abspielt, wie das Denken des Menschen durch das Instrument des dem Astralleibe dienenden Nervensystems das Schwert bereitet für die menschliche Stärke auf Erden; da macht man Bekanntschaft mit dem, was alles dem Blut beigemischt ist und was gewissermaßen zur Tötung gerade des Edelsten im Gehirn beiträgt. Und immerdar hält aufrecht dieses Edelste im Gehirn der Zusammenfluß der feinsten Sinnesempfindungen mit den edelsten Produkten des mineralischen Reiches. Und dann strömen nach dem Gehirne zur schlafenden Zeit, wo sich das Denken nicht mit dem Gehirne beschäftigt, die Produkte, die sich weiter abwärts im Innern gebildet haben aus dem Pflanzen- und dem Tierreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist es, wenn man in seinen eigenen Ätherleib hineindringt, wie wenn man an einem Abgrunde ankommen würde und über diesen Abgrund hinweg in seinem Ätherleibe sehen würde, was der da macht; und das erscheint alles in mächtigen Bildern, die Vorgänge des geistigen Menschen während des Schlafes darstellen. Dieses Ich und der astralische Leib, dieser geistige Mensch, der untertaucht in die Burg, die gebildet wird aus dem, was eben sich nur symbolisch in der Schädeldecke darstellt, wo schlafend, verwundet vom Blut, der Mensch liegt, dem man es ansieht, wie Gedanken seine Stärke sind — das, was sich da ernähren lassen muß von alledem, was aus den Reichen der Natur heraufdringt, was in seinem edelsten Teile von jenem Feinsten bedient werden muß, das da gekennzeichnet worden ist —, dieses alles in Bilder gebracht, gab die Gralssage. Und die Sage von dem Heiligen Gral kündet uns von jener Wunderspeise, die zubereitet ist aus den feinsten Wirkungen der Sinneseindrücke und aus den feinsten Wirkungen der mineralischen Extrakte, die dazu berufen sind, den edelsten Teil des Menschen zu ernähren sein Leben hindurch, wie er es physisch zubringt auf der Erde; denn durch alles andere würde er getötet. Diese Himmelsspeise ist das, was in dem Heiligen Gral drinnen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das, was sonst geschieht, was aus den übrigen Reichen hinaufdringt, finden wir genugsam dargestellt, wenn wir zurückgehen auf die ursprünglich beschriebene Gralssage, da wo wir vor eine Mahlzeit geführt werden, bei der zuerst eine Hirschkuh aufgetischt wird. Das Hinaufdringen in das Gehirn, wo immerdar schwebt der Gral — das heißt das Gefäß für die edelste Nahrung des durch alles übrige getöteten menschlichen Heros, der in der Burg des Gehirns liegt -, das alles wird uns dargestellt.|145|109ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Lazarus Goldschmidt|Lazarus Goldschmidt]], &#039;&#039;Sefer Jesirah. Das Buch der Schöpfung&#039;&#039;, Frankfurt 1894, Nachdruck Hamburg 2004 ISBN 3-937392-14-9 &lt;br /&gt;
* Arjeh Kaplan, &#039;&#039;Sefer Jezira - Das Buch der Schöpfung in Theorie und Praxis&#039;&#039;, Grevenbroich, 2007, ISBN 978-3-929588-25-5&lt;br /&gt;
* Guillaume Postel, Wolf P. Klein (Herausgeber), &#039;&#039;Sefer jezirah.&#039;&#039;, Stuttgart, 1994, ISBN 3-7728-1623-1&lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen und sein Selbst?&#039;&#039;, [[GA 145]] (1986) {{Vorträge|145}}&lt;br /&gt;
* Rudolf Steiner: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001) {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
=== Sefer Jetzira online Textausgaben ===&lt;br /&gt;
;Hebräisch:&lt;br /&gt;
* [http://kabbalah.info/hebkab/yetzirah.htm Hebräisch]&lt;br /&gt;
* [http://faculty.biu.ac.il/~barilm/yezifra.html Hebräisch mit hebräischem Kommentar]&lt;br /&gt;
* [http://www.hebrewbooks.org/pdfpager.aspx?req=38753 Hebräisch-Englisch]&lt;br /&gt;
;Deutsch:&lt;br /&gt;
* [http://www.hermetik.ch/ath-ha-nour/site/kabbalajetzirah.htm Deutsch]&lt;br /&gt;
;Englisch:&lt;br /&gt;
* [http://www.psyche.com/psyche/txt/kaplan_sy_short.html Englische Übersetzung der Kurzfassung] (A. Kaplan)&lt;br /&gt;
* [http://www.sacred-texts.com/jud/yetzirah.htm Englisch] (W. Wescott)&lt;br /&gt;
* [http://www.holyebooks.org/judaism/sepher_yetzirah.html Englisch] (W.W. Wescott, 1887)&lt;br /&gt;
* [http://www.scribd.com/doc/3206349/sefer-yetzira Englisch] (Peter Hayman)&lt;br /&gt;
* [http://www.psyche.com/psyche/txt/scholem_sy.html Englisch] ([[Wikipedia:Gershom Scholem|Gershom Scholem]])&lt;br /&gt;
* [http://www.wbenjamin.org/saadia.html Englisch mit dem Kommentar von Saadja] (Scott J. Thompson &amp;amp; Dominique Marson)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Raumwürfel ===&lt;br /&gt;
* [http://www.hermetik.ch/ath-ha-nour/site/kabbalaraum.htm Der Raumwürfel]&lt;br /&gt;
* [http://www.psyche.com/psyche/cube/cube.html The Sefer Yetzirah: Cube of Space] (Englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sefer Jetzira|Gp]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Otto_von_Lerchenfeld-K%C3%B6fering&amp;diff=626874</id>
		<title>Otto von Lerchenfeld-Köfering</title>
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		<updated>2026-10-27T14:06:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lerchenfeld-Wappen.png|mini|Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&#039;&#039;&#039; (* [[2. Oktober]] [[1869]] in [[W:München|München]]; † [[5. Oktober]] [[1938]] in [[W:Salzburg|Salzburg]]) war ein deutscher [[W:Gutsbesitzer|Gutsbesitzer]] und Mitglied der [[W:Bayerische Ständeversammlung|Bayerischen Ständeversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto entstammte dem [[W:Altbayern|altbayerischen]] [[W:Deutscher Adel|Uradelsgeschlecht]] [[W:Lerchenfeld (Adelsgeschlecht)|von Lerchenfeld]], das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages [[W:Ludwig von Lerchenfeld-Köfering|Ludwig von Lerchenfeld-Köfering]] (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin [[W:Bray (Adelsgeschlecht)|von Bray-Steinburg]] (1848–1909). Sein Bruder [[W:Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg|Hugo]] (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss_Köfering_03.jpg|mini|Wasserschloss Köfering, im Besitz des Grafen Otto Ludwig von Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg]]&lt;br /&gt;
Er diente zunächst als [[W:Leutnant|Sekondeleutnant]] im [[W:Königlich Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“|1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] der [[W:Bayerische Armee|Bayerischen Armee]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Militär-Handbuch des Königreiches Bayern|Datum=1895 |Online={{Google Buch |BuchID=o4epVX--iI8C|Seite=130}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Renz|Titel=Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet |Datum=1898 |Online={{Google Buch |BuchID=Dh9tJg57VggC|Seite= 79}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und stieg bis zum [[W:Major|Major]] [[W:À la suite|à la suite]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lerchenfeld war bayerischer [[W:Kämmerer|Kämmerer]] und übernahm 1908 den umfangreichen [[W:Familienfideikommiss|Familienfideikommiss]] in der [[W:Oberpfalz|Oberpfalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher [[W:Reichsrat (Bayern)|Reichsrat]] einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der [[W:Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] den [[W:Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für die Erneuerung der [[Landwirtschaft]], wurde Vorstand des Generalkomitees der [[W:Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft]] und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Titel=7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893 |Datum=1893 |Online={{Google Buch |BuchID=q-bFay8oY_IC |Seite= IV}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1907 kam er mit [[Rudolf Steiner]] in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]] an und war Mitbegründer des „[[Johannesbauverein|Johannesbauvereins]]“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 trat er in die [[Dreigliederung des sozialen Organismus|Dreigliederungsbewegung]] ein. Nach dem von Steiner [[1924]] in [[Koberwitz]] gehaltenen [[GA 327|Landwirtschaftlichen Kurs]] griff er dessen Ideen zur [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]] auf und setzte sie in der Praxis um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 1893 heiratete er in [[W:Maxlrain|Maxlrain]] Walburga Gräfin [[W:Arco (Adelsgeschlecht)|von Arco-Zinneberg]] (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von [[W:Thun und Hohenstein|Thun und Hohenstein]] (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana [[W:Pauw (Adels- und Patriziergeschlecht)|Pauw von Wieldrecht]] (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin [[W:Bethlen (Adelsgeschlecht)|Bethlen von Bethlen]] (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[W:Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)|Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922.&#039;&#039; Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. ([https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=owgYAAAAMAAJ&amp;amp;q=Lerchenfeld#v=snippet&amp;amp;q=Lerchenfeld&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[https://www.bavariathek.bayern/medien-themen/portale/geschichte-des-bayerischen-parlaments/person/139313230 Otto von Lerchenfeld-Köfering] in der Parlamentsdatenbank des [[w:Haus_der_Bayerischen_Geschichte|Hauses der Bayerischen Geschichte]] in der Bavariathek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139313230|VIAF=100595065}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LerchenfeldKofering, Otto von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1869]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>Kategorie:Datei:Hoheitszeichen</title>
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		<updated>2026-10-27T14:01:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Leere Seite erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Otto von Lerchenfeld-Köfering</title>
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		<updated>2026-10-27T13:19:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Leben */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lerchenfeld-Wappen.png|mini|Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&#039;&#039;&#039; (* [[2. Oktober]] [[1869]] in [[W:München|München]]; † [[5. Oktober]] [[1938]] in [[W:Salzburg|Salzburg]]) war ein deutscher [[W:Gutsbesitzer|Gutsbesitzer]] und Mitglied der [[W:Bayerische Ständeversammlung|Bayerischen Ständeversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto entstammte dem [[W:Altbayern|altbayerischen]] [[W:Deutscher Adel|Uradelsgeschlecht]] [[W:Lerchenfeld (Adelsgeschlecht)|von Lerchenfeld]], das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages [[W:Ludwig von Lerchenfeld-Köfering|Ludwig von Lerchenfeld-Köfering]] (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin [[W:Bray (Adelsgeschlecht)|von Bray-Steinburg]] (1848–1909). Sein Bruder [[W:Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg|Hugo]] (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss_Köfering_03.jpg|mini|Wasserschloss Köfering, im Besitz des Grafen Otto Ludwig von Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg]]&lt;br /&gt;
Er diente zunächst als [[W:Leutnant|Sekondeleutnant]] im [[W:Königlich Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“|1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] der [[W:Bayerische Armee|Bayerischen Armee]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Militär-Handbuch des Königreiches Bayern|Datum=1895 |Online={{Google Buch |BuchID=o4epVX--iI8C|Seite=130}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Renz|Titel=Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet |Datum=1898 |Online={{Google Buch |BuchID=Dh9tJg57VggC|Seite= 79}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und stieg bis zum [[W:Major|Major]] [[W:À la suite|à la suite]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lerchenfeld war bayerischer [[W:Kämmerer|Kämmerer]] und übernahm 1908 den umfangreichen [[W:Familienfideikommiss|Familienfideikommiss]] in der [[W:Oberpfalz|Oberpfalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher [[W:Reichsrat (Bayern)|Reichsrat]] einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der [[W:Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] den [[W:Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für die Erneuerung der [[Landwirtschaft]], wurde Vorstand des Generalkomitees der [[W:Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft]] und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Titel=7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893 |Datum=1893 |Online={{Google Buch |BuchID=q-bFay8oY_IC |Seite= IV}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1907 kam er mit [[Rudolf Steiner]] in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]] an und war Mitbegründer des „[[Johannesbauverein|Johannesbauvereins]]“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 trat er in die [[Dreigliederung des sozialen Organismus|Dreigliederungsbewegung]] ein. Nach dem von Steiner [[1924]] in [[Koberwitz]] gehaltenen [[GA 327|Landwirtschaftlichen Kurs]] griff er dessen Ideen zur [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]] auf und setzte sie in der Praxis um. Sie betrachtet den Hof als eigenständigen Organismus, der in sich geschlossene Kreisläufe von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenfruchtbarkeit schafft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 1893 heiratete er in [[W:Maxlrain|Maxlrain]] Walburga Gräfin [[W:Arco (Adelsgeschlecht)|von Arco-Zinneberg]] (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von [[W:Thun und Hohenstein|Thun und Hohenstein]] (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana [[W:Pauw (Adels- und Patriziergeschlecht)|Pauw von Wieldrecht]] (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin [[W:Bethlen (Adelsgeschlecht)|Bethlen von Bethlen]] (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[W:Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)|Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922.&#039;&#039; Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. ([https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=owgYAAAAMAAJ&amp;amp;q=Lerchenfeld#v=snippet&amp;amp;q=Lerchenfeld&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[https://www.bavariathek.bayern/medien-themen/portale/geschichte-des-bayerischen-parlaments/person/139313230 Otto von Lerchenfeld-Köfering] in der Parlamentsdatenbank des [[w:Haus_der_Bayerischen_Geschichte|Hauses der Bayerischen Geschichte]] in der Bavariathek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139313230|VIAF=100595065}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LerchenfeldKofering, Otto von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1869]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Otto_von_Lerchenfeld-K%C3%B6fering&amp;diff=626871</id>
		<title>Otto von Lerchenfeld-Köfering</title>
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		<updated>2026-10-27T13:17:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Leben */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lerchenfeld-Wappen.png|mini|Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&#039;&#039;&#039; (* [[2. Oktober]] [[1869]] in [[W:München|München]]; † [[5. Oktober]] [[1938]] in [[W:Salzburg|Salzburg]]) war ein deutscher [[W:Gutsbesitzer|Gutsbesitzer]] und Mitglied der [[W:Bayerische Ständeversammlung|Bayerischen Ständeversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto entstammte dem [[W:Altbayern|altbayerischen]] [[W:Deutscher Adel|Uradelsgeschlecht]] [[W:Lerchenfeld (Adelsgeschlecht)|von Lerchenfeld]], das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages [[W:Ludwig von Lerchenfeld-Köfering|Ludwig von Lerchenfeld-Köfering]] (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin [[W:Bray (Adelsgeschlecht)|von Bray-Steinburg]] (1848–1909). Sein Bruder [[W:Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg|Hugo]] (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss_Köfering_03.jpg|mini|Wasserschloss Köfering, im Besitz des Grafen Otto Ludwig von Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg]]&lt;br /&gt;
Er diente zunächst als [[W:Leutnant|Sekondeleutnant]] im [[W:Königlich Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“|1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] der [[W:Bayerische Armee|Bayerischen Armee]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Militär-Handbuch des Königreiches Bayern|Datum=1895 |Online={{Google Buch |BuchID=o4epVX--iI8C|Seite=130}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Renz|Titel=Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet |Datum=1898 |Online={{Google Buch |BuchID=Dh9tJg57VggC|Seite= 79}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und stieg bis zum [[W:Major|Major]] [[W:À la suite|à la suite]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lerchenfeld war bayerischer [[W:Kämmerer|Kämmerer]] und übernahm 1908 den umfangreichen [[W:Familienfideikommiss|Familienfideikommiss]] in der [[W:Oberpfalz|Oberpfalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher [[W:Reichsrat (Bayern)|Reichsrat]] einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der [[W:Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] den [[W:Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für die Erneuerung der [[Landwirtschaft]], wurde Vorstand des Generalkomitees der [[W:Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft]] und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Titel=7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893 |Datum=1893 |Online={{Google Buch |BuchID=q-bFay8oY_IC |Seite= IV}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1907 kam er mit [[Rudolf Steiner]],  der einer der Begründer der [[ Anthroposophie]] und der [[Spiritualität|spirituellen Weltanschauung]] war, in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]] an und war Mitbegründer des „Johannesbauvereins“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 trat er in die [[Dreigliederung des sozialen Organismus|Dreigliederungsbewegung]] ein. Nach dem von Steiner [[1924]] in [[Koberwitz]] gehaltenen [[GA 327|Landwirtschaftlichen Kurs]] griff er dessen Ideen zur [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]] auf und setzte sie in der Praxis um. Sie betrachtet den Hof als eigenständigen Organismus, der in sich geschlossene Kreisläufe von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenfruchtbarkeit schafft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 1893 heiratete er in [[W:Maxlrain|Maxlrain]] Walburga Gräfin [[W:Arco (Adelsgeschlecht)|von Arco-Zinneberg]] (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von [[W:Thun und Hohenstein|Thun und Hohenstein]] (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana [[W:Pauw (Adels- und Patriziergeschlecht)|Pauw von Wieldrecht]] (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin [[W:Bethlen (Adelsgeschlecht)|Bethlen von Bethlen]] (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[W:Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)|Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922.&#039;&#039; Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. ([https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=owgYAAAAMAAJ&amp;amp;q=Lerchenfeld#v=snippet&amp;amp;q=Lerchenfeld&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[https://www.bavariathek.bayern/medien-themen/portale/geschichte-des-bayerischen-parlaments/person/139313230 Otto von Lerchenfeld-Köfering] in der Parlamentsdatenbank des [[w:Haus_der_Bayerischen_Geschichte|Hauses der Bayerischen Geschichte]] in der Bavariathek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139313230|VIAF=100595065}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LerchenfeldKofering, Otto von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1869]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Otto_von_Lerchenfeld-K%C3%B6fering&amp;diff=626870</id>
		<title>Otto von Lerchenfeld-Köfering</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Otto_von_Lerchenfeld-K%C3%B6fering&amp;diff=626870"/>
		<updated>2026-10-27T13:16:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Leben */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lerchenfeld-Wappen.png|mini|Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&#039;&#039;&#039; (* [[2. Oktober]] [[1869]] in [[W:München|München]]; † [[5. Oktober]] [[1938]] in [[W:Salzburg|Salzburg]]) war ein deutscher [[W:Gutsbesitzer|Gutsbesitzer]] und Mitglied der [[W:Bayerische Ständeversammlung|Bayerischen Ständeversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto entstammte dem [[W:Altbayern|altbayerischen]] [[W:Deutscher Adel|Uradelsgeschlecht]] [[W:Lerchenfeld (Adelsgeschlecht)|von Lerchenfeld]], das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages [[W:Ludwig von Lerchenfeld-Köfering|Ludwig von Lerchenfeld-Köfering]] (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin [[W:Bray (Adelsgeschlecht)|von Bray-Steinburg]] (1848–1909). Sein Bruder [[W:Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg|Hugo]] (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss_Köfering_03.jpg|mini|Wasserschloss Köfering, im Besitz des Grafen Otto Ludwig von Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg]]&lt;br /&gt;
Er diente zunächst als [[W:Leutnant|Sekondeleutnant]] im [[W:Königlich Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“|1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] der [[W:Bayerische Armee|Bayerischen Armee]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Militär-Handbuch des Königreiches Bayern|Datum=1895 |Online={{Google Buch |BuchID=o4epVX--iI8C|Seite=130}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Renz|Titel=Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet |Datum=1898 |Online={{Google Buch |BuchID=Dh9tJg57VggC|Seite= 79}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und stieg bis zum [[W:Major|Major]] [[W:À la suite|à la suite]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lerchenfeld war bayerischer [[W:Kämmerer|Kämmerer]] und übernahm 1908 den umfangreichen [[W:Familienfideikommiss|Familienfideikommiss]] in der [[W:Oberpfalz|Oberpfalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher [[W:Reichsrat (Bayern)|Reichsrat]] einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der [[W:Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] den [[W:Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für die Erneuerung der [[Landwirtschaft]], wurde Vorstand des Generalkomitees der [[W:Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft]] und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Titel=7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893 |Datum=1893 |Online={{Google Buch |BuchID=q-bFay8oY_IC |Seite= IV}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1907 kam er mit [[Rudolf Steiner]],  der einer der Begründer der [[ Anthroposophie]] und der [[Spiritualität|spirituellen Weltanschauung]] war, in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]] an und war Mitbegründer des „Johannesbauvereins“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 trat er in die [[Dreigliederung des sozialen Organismus|Dreigliederungsbewegung]] ein. Nach dem von Steiner [[1924]] in [[Koberwitz]] gehaltenen [[GA 327|Landwirtschaftlichen Kurs]] griff er Steiners Ideen zur [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]] auf und setzte sie in der Praxis um. Sie betrachtet den Hof als eigenständigen Organismus, der in sich geschlossene Kreisläufe von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenfruchtbarkeit schafft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 1893 heiratete er in [[W:Maxlrain|Maxlrain]] Walburga Gräfin [[W:Arco (Adelsgeschlecht)|von Arco-Zinneberg]] (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von [[W:Thun und Hohenstein|Thun und Hohenstein]] (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana [[W:Pauw (Adels- und Patriziergeschlecht)|Pauw von Wieldrecht]] (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin [[W:Bethlen (Adelsgeschlecht)|Bethlen von Bethlen]] (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[W:Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)|Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922.&#039;&#039; Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. ([https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=owgYAAAAMAAJ&amp;amp;q=Lerchenfeld#v=snippet&amp;amp;q=Lerchenfeld&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[https://www.bavariathek.bayern/medien-themen/portale/geschichte-des-bayerischen-parlaments/person/139313230 Otto von Lerchenfeld-Köfering] in der Parlamentsdatenbank des [[w:Haus_der_Bayerischen_Geschichte|Hauses der Bayerischen Geschichte]] in der Bavariathek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139313230|VIAF=100595065}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LerchenfeldKofering, Otto von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1869]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Otto_von_Lerchenfeld-K%C3%B6fering&amp;diff=626869</id>
		<title>Otto von Lerchenfeld-Köfering</title>
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		<updated>2026-10-27T13:07:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Leben */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lerchenfeld-Wappen.png|mini|Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&#039;&#039;&#039; (* [[2. Oktober]] [[1869]] in [[W:München|München]]; † [[5. Oktober]] [[1938]] in [[W:Salzburg|Salzburg]]) war ein deutscher [[W:Gutsbesitzer|Gutsbesitzer]] und Mitglied der [[W:Bayerische Ständeversammlung|Bayerischen Ständeversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto entstammte dem [[W:Altbayern|altbayerischen]] [[W:Deutscher Adel|Uradelsgeschlecht]] [[W:Lerchenfeld (Adelsgeschlecht)|von Lerchenfeld]], das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages [[W:Ludwig von Lerchenfeld-Köfering|Ludwig von Lerchenfeld-Köfering]] (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin [[W:Bray (Adelsgeschlecht)|von Bray-Steinburg]] (1848–1909). Sein Bruder [[W:Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg|Hugo]] (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss_Köfering_03.jpg|mini|Wasserschloss Köfering, im Besitz des Grafen Otto Ludwig von Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg]]&lt;br /&gt;
Er diente zunächst als [[W:Leutnant|Sekondeleutnant]] im [[W:Königlich Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“|1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] der [[W:Bayerische Armee|Bayerischen Armee]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Militär-Handbuch des Königreiches Bayern|Datum=1895 |Online={{Google Buch |BuchID=o4epVX--iI8C|Seite=130}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Renz|Titel=Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet |Datum=1898 |Online={{Google Buch |BuchID=Dh9tJg57VggC|Seite= 79}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und stieg bis zum [[W:Major|Major]] [[W:À la suite|à la suite]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lerchenfeld war bayerischer [[W:Kämmerer|Kämmerer]] und übernahm 1908 den umfangreichen [[W:Familienfideikommiss|Familienfideikommiss]] in der [[W:Oberpfalz|Oberpfalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher [[W:Reichsrat (Bayern)|Reichsrat]] einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der [[W:Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] den [[W:Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für die Erneuerung der [[Landwirtschaft]], wurde Vorstand des Generalkomitees der [[W:Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft]] und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Titel=7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893 |Datum=1893 |Online={{Google Buch |BuchID=q-bFay8oY_IC |Seite= IV}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1907 kam er mit [[Rudolf Steiner]],  der einer der Begründer der [[ Anthroposophie]] und der [[Spiritualität|spirituellen Weltanschauung]] war, in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Nach dessen Ideen entwickelte er die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Sie betrachtet den Hof als eigenständigen Organismus, der in sich geschlossene Kreisläufe von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenfruchtbarkeit schafft. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]] an und war Mitbegründer des „Johannesbauvereins“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 trat er in die [[Dreigliederung des sozialen Organismus|Dreigliederungsbewegung]] ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 1893 heiratete er in [[W:Maxlrain|Maxlrain]] Walburga Gräfin [[W:Arco (Adelsgeschlecht)|von Arco-Zinneberg]] (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von [[W:Thun und Hohenstein|Thun und Hohenstein]] (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana [[W:Pauw (Adels- und Patriziergeschlecht)|Pauw von Wieldrecht]] (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin [[W:Bethlen (Adelsgeschlecht)|Bethlen von Bethlen]] (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[W:Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)|Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922.&#039;&#039; Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. ([https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=owgYAAAAMAAJ&amp;amp;q=Lerchenfeld#v=snippet&amp;amp;q=Lerchenfeld&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[https://www.bavariathek.bayern/medien-themen/portale/geschichte-des-bayerischen-parlaments/person/139313230 Otto von Lerchenfeld-Köfering] in der Parlamentsdatenbank des [[w:Haus_der_Bayerischen_Geschichte|Hauses der Bayerischen Geschichte]] in der Bavariathek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139313230|VIAF=100595065}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LerchenfeldKofering, Otto von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1869]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<title>Otto von Lerchenfeld-Köfering</title>
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		<updated>2026-10-27T13:01:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lerchenfeld-Wappen.png|mini|Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&#039;&#039;&#039; (* [[2. Oktober]] [[1869]] in [[W:München|München]]; † [[5. Oktober]] [[1938]] in [[W:Salzburg|Salzburg]]) war ein deutscher [[W:Gutsbesitzer|Gutsbesitzer]] und Mitglied der [[W:Bayerische Ständeversammlung|Bayerischen Ständeversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto entstammte dem [[W:Altbayern|altbayerischen]] [[W:Deutscher Adel|Uradelsgeschlecht]] [[W:Lerchenfeld (Adelsgeschlecht)|von Lerchenfeld]], das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages [[W:Ludwig von Lerchenfeld-Köfering|Ludwig von Lerchenfeld-Köfering]] (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin [[W:Bray (Adelsgeschlecht)|von Bray-Steinburg]] (1848–1909). Sein Bruder [[W:Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg|Hugo]] (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss_Köfering_03.jpg|mini|Wasserschloss Köfering, im Besitz des Grafen Otto Ludwig von Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg]]&lt;br /&gt;
Er diente zunächst als [[W:Leutnant|Sekondeleutnant]] im [[W:Königlich Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“|1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] der [[W:Bayerische Armee|Bayerischen Armee]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Militär-Handbuch des Königreiches Bayern|Datum=1895 |Online={{Google Buch |BuchID=o4epVX--iI8C|Seite=130}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Renz|Titel=Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet |Datum=1898 |Online={{Google Buch |BuchID=Dh9tJg57VggC|Seite= 79}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und stieg bis zum [[W:Major|Major]] [[W:À la suite|à la suite]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lerchenfeld war bayerischer [[W:Kämmerer|Kämmerer]] und übernahm 1908 den umfangreichen [[W:Familienfideikommiss|Familienfideikommiss]] in der [[W:Oberpfalz|Oberpfalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher [[W:Reichsrat (Bayern)|Reichsrat]] einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der [[W:Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] den [[W:Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft]], wurde Vorstand des Generalkomitees der [[W:Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft]] und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Titel=7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893 |Datum=1893 |Online={{Google Buch |BuchID=q-bFay8oY_IC |Seite= IV}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1907 kam er mit [[Rudolf Steiner]],  der einer der Begründer der [[ Anthroposophie]] und der [[Spiritualität|spirituellen Weltanschauung]] war, in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Nach dessen Ideen entwickelte er die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Sie betrachtet den Hof als eigenständigen Organismus, der in sich geschlossene Kreisläufe von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenfruchtbarkeit schafft. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]] an und war Mitbegründer des „Johannesbauvereins“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 trat er in die [[Dreigliederung des sozialen Organismus|Dreigliederungsbewegung]] ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 1893 heiratete er in [[W:Maxlrain|Maxlrain]] Walburga Gräfin [[W:Arco (Adelsgeschlecht)|von Arco-Zinneberg]] (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von [[W:Thun und Hohenstein|Thun und Hohenstein]] (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana [[W:Pauw (Adels- und Patriziergeschlecht)|Pauw von Wieldrecht]] (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin [[W:Bethlen (Adelsgeschlecht)|Bethlen von Bethlen]] (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[W:Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)|Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922.&#039;&#039; Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. ([https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=owgYAAAAMAAJ&amp;amp;q=Lerchenfeld#v=snippet&amp;amp;q=Lerchenfeld&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[https://www.bavariathek.bayern/medien-themen/portale/geschichte-des-bayerischen-parlaments/person/139313230 Otto von Lerchenfeld-Köfering] in der Parlamentsdatenbank des [[w:Haus_der_Bayerischen_Geschichte|Hauses der Bayerischen Geschichte]] in der Bavariathek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139313230|VIAF=100595065}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LerchenfeldKofering, Otto von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1869]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<updated>2026-10-27T12:58:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Leben */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lerchenfeld-Wappen.png|mini|Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&#039;&#039;&#039; (* [[2. Oktober]] [[1869]] in [[W:München|München]]; † [[5. Oktober]] [[1938]] in [[W:Salzburg|Salzburg]]) war ein deutscher [[W:Gutsbesitzer|Gutsbesitzer]] und Mitglied der [[W:Bayerische Ständeversammlung|Bayerischen Ständeversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto entstammte dem [[W:Altbayern|altbayerischen]] [[W:Deutscher Adel|Uradelsgeschlecht]] [[W:Lerchenfeld (Adelsgeschlecht)|von Lerchenfeld]], das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages [[W:Ludwig von Lerchenfeld-Köfering|Ludwig von Lerchenfeld-Köfering]] (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin [[W:Bray (Adelsgeschlecht)|von Bray-Steinburg]] (1848–1909). Sein Bruder [[W:Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg|Hugo]] (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss_Köfering_03.jpg|mini|Wasserschloss Köfering, im Besitz des Grafen Otto Ludwig von Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg]]&lt;br /&gt;
Er diente zunächst als [[W:Leutnant|Sekondeleutnant]] im [[W:Königlich Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“|1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] der [[W:Bayerische Armee|Bayerischen Armee]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Militär-Handbuch des Königreiches Bayern|Datum=1895 |Online={{Google Buch |BuchID=o4epVX--iI8C|Seite=130}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Renz|Titel=Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet |Datum=1898 |Online={{Google Buch |BuchID=Dh9tJg57VggC|Seite= 79}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und stieg bis zum [[W:Major|Major]] [[W:À la suite|à la suite]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lerchenfeld war bayerischer [[W:Kämmerer|Kämmerer]] und übernahm 1908 den umfangreichen [[W:Familienfideikommiss|Familienfideikommiss]] in der [[W:Oberpfalz|Oberpfalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher [[W:Reichsrat (Bayern)|Reichsrat]] einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der [[W:Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] den [[W:Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft]], wurde Vorstand des Generalkomitees der [[W:Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft]] und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Titel=7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893 |Datum=1893 |Online={{Google Buch |BuchID=q-bFay8oY_IC |Seite= IV}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1907 kam er mit [[Rudolf Steiner]],  der einer der Begründer der [[ Anthroposophie]] und der [[Spiritualität|spirituellen Weltanschauung]] war, in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Nach dessen Ideen entwickelte er die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Sie betrachtet den Hof als eigenständigen Organismus, der in sich geschlossene Kreisläufe von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenfruchtbarkeit schafft. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]] an und war Mitbegründer des „Johannesbauvereins“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 trat er in die [[Dreigliederung des sozialen Organismus|Dreigliederungsbewegung]] ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 1893 heiratete er in [[W:Maxlrain|Maxlrain]] Walburga Gräfin [[W:Arco (Adelsgeschlecht)|von Arco-Zinneberg]] (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von [[W:Thun und Hohenstein|Thun und Hohenstein]] (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana [[W:Pauw (Adels- und Patriziergeschlecht)|Pauw von Wieldrecht]] (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin [[W:Bethlen (Adelsgeschlecht)|Bethlen von Bethlen]] (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[W:Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)|Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922.&#039;&#039; Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. ([https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=owgYAAAAMAAJ&amp;amp;q=Lerchenfeld#v=snippet&amp;amp;q=Lerchenfeld&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[https://www.bavariathek.bayern/medien-themen/portale/geschichte-des-bayerischen-parlaments/person/139313230 Otto von Lerchenfeld-Köfering] in der Parlamentsdatenbank des [[w:Haus_der_Bayerischen_Geschichte|Hauses der Bayerischen Geschichte]] in der Bavariathek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139313230|VIAF=100595065}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LerchenfeldKofering, Otto von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Titulargraf (Lerchenfeld)|Otto]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Lerchenfeld|Otto]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kämmerer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Bayerischen Reichsrates]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Major (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bayer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1869]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<updated>2026-10-27T12:57:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Familie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lerchenfeld-Wappen.png|mini|Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&#039;&#039;&#039; (* [[2. Oktober]] [[1869]] in [[W:München|München]]; † [[5. Oktober]] [[1938]] in [[W:Salzburg|Salzburg]]) war ein deutscher [[W:Gutsbesitzer|Gutsbesitzer]] und Mitglied der [[W:Bayerische Ständeversammlung|Bayerischen Ständeversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto entstammte dem [[W:Altbayern|altbayerischen]] [[W:Deutscher Adel|Uradelsgeschlecht]] [[W:Lerchenfeld (Adelsgeschlecht)|von Lerchenfeld]], das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages [[W:Ludwig von Lerchenfeld-Köfering|Ludwig von Lerchenfeld-Köfering]] (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin [[W:Bray (Adelsgeschlecht)|von Bray-Steinburg]] (1848–1909). Sein Bruder [[W:Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg|Hugo]] (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss_Köfering_03.jpg|mini|Wasserschloss Köfering, im Besitz des Grafen Otto Ludwig von Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg]]&lt;br /&gt;
Er diente zunächst als [[W:Leutnant|Sekondeleutnant]] im [[W:Königlich Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“|1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] der [[W:Bayerische Armee|Bayerischen Armee]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Militär-Handbuch des Königreiches Bayern|Datum=1895 |Online={{Google Buch |BuchID=o4epVX--iI8C|Seite=130}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Renz|Titel=Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet |Datum=1898 |Online={{Google Buch |BuchID=Dh9tJg57VggC|Seite= 79}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und stieg bis zum [[W:Major|Major]] [[W:À la suite|à la suite]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lerchenfeld war bayerischer [[W:Kämmerer|Kämmerer]] und übernahm 1908 den umfangreichen [[W:Familienfideikommiss|Familienfideikommiss]] in der [[W:Oberpfalz|Oberpfalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher [[W:Reichsrat (Bayern)|Reichsrat]] einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der [[W:Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] den [[W:Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft]], wurde Vorstand des Generalkomitees der [[W:Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft]] und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Titel=7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893 |Datum=1893 |Online={{Google Buch |BuchID=q-bFay8oY_IC |Seite= IV}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1907 kam er mit [[Rudolf Steiner]],  der einer der Begründer der [[ Anthroposophie]] und der [[Spiritualität|spirituellen Weltanschauung]] war, in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Nach dessen Ideen entwickelte er die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Sie betrachtet den Hof als eigenständigen Organismus, der in sich geschlossene Kreisläufe von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenfruchtbarkeit schafft. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]] an und war Mitbegründer des „Johannesbauvereins“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 trat er in die [[Dreigliederung des sozialen Organismus|Dreigliederungsbewegung]] ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 1893 heiratete er in [[W:Maxlrain|Maxlrain]] Walburga Gräfin [[W:Arco (Adelsgeschlecht)|von Arco-Zinneberg]] (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von [[W:Thun und Hohenstein|Thun und Hohenstein]] (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana [[W:Pauw (Adels- und Patriziergeschlecht)|Pauw von Wieldrecht]] (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin [[W:Bethlen (Adelsgeschlecht)|Bethlen von Bethlen]] (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[W:Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)|Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922.&#039;&#039; Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. ([https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=owgYAAAAMAAJ&amp;amp;q=Lerchenfeld#v=snippet&amp;amp;q=Lerchenfeld&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[https://www.bavariathek.bayern/medien-themen/portale/geschichte-des-bayerischen-parlaments/person/139313230 Otto von Lerchenfeld-Köfering] in der Parlamentsdatenbank des [[w:Haus_der_Bayerischen_Geschichte|Hauses der Bayerischen Geschichte]] in der Bavariathek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139313230|VIAF=100595065}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LerchenfeldKofering, Otto von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Titulargraf (Lerchenfeld)|Otto]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Lerchenfeld|Otto]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kämmerer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Bayerischen Reichsrates]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Major (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bayer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1869]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div id=&amp;quot;Vorlage_Wappenrecht&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| {{Lizenzdesign4}}&lt;br /&gt;
| Diese Datei oder Bestandteile davon stellen eine [[Flagge]], ein [[W:Wappen|Wappen]], ein [[Siegel]] oder ein anderes [[W:Hoheitszeichen|Hoheitszeichen]] dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn diese Datei unter einer [[W:Freie Lizenz|freien Lizenz]] steht oder nicht urheberrechtlich geschützt ist, kann ihre Verbreitung, Veränderung oder sonstige Verwertung durch besondere rechtliche Bestimmungen innerhalb und außerhalb des Urheberrechts eingeschränkt sein.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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| Diese Datei oder Bestandteile davon stellen eine [[Flagge]], ein [[Wappen]], ein [[Siegel]] oder ein anderes [[Hoheitszeichen]] dar. &lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Datei:Hoheitszeichen]]&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
{{Information&lt;br /&gt;
|Beschreibung=Stammwappen der von Lerchenfeld&lt;br /&gt;
|Quelle=[[w:Genealogisches Handbuch des Adels|GHdA]] Band 97, 1989 [[w:Adelslexikon|Adelslexikon]] &lt;br /&gt;
|Urheber=unbekannt&lt;br /&gt;
|Datum= ca. 14. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|Genehmigung=&lt;br /&gt;
|Andere Versionen= &lt;br /&gt;
|Anmerkungen= nach Vorlage und Blasonierung erstellt&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Wappenrecht}}&lt;br /&gt;
{{Bild-PD-alt}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: {{Information
|Beschreibung=Stammwappen der von Lerchenfeld
|Quelle=GHdA Band 97, 1989 Adelslexikon 
|Urheber=unbekannt
|Datum= ca. 14. Jahrhundert
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|Anmerkungen= nach Vorlage und Blasonierung erstellt
}}
== Lizenz ==
{{Wappenrecht}}
{{Bild-PD-alt}}&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
{{Information&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lerchenfeld-Wappen.png|mini|Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&#039;&#039;&#039; (* [[2. Oktober]] [[1869]] in [[W:München|München]]; † [[5. Oktober]] [[1938]] in [[W:Salzburg|Salzburg]]) war ein deutscher [[W:Gutsbesitzer|Gutsbesitzer]] und Mitglied der [[W:Bayerische Ständeversammlung|Bayerischen Ständeversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto entstammte dem [[W:Altbayern|altbayerischen]] [[W:Deutscher Adel|Uradelsgeschlecht]] [[W:Lerchenfeld (Adelsgeschlecht)|von Lerchenfeld]], das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages [[W:Ludwig von Lerchenfeld-Köfering|Ludwig von Lerchenfeld-Köfering]] (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin [[W:Bray (Adelsgeschlecht)|von Bray-Steinburg]] (1848–1909). Sein Bruder [[W:Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg|Hugo]] (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss_Köfering_03.jpg|mini|Wasserschloss Köfering, im Besitz des Grafen Otto Ludwig von Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg]]&lt;br /&gt;
Er diente zunächst als [[W:Leutnant|Sekondeleutnant]] im [[W:Königlich Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“|1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] der [[W:Bayerische Armee|Bayerischen Armee]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Militär-Handbuch des Königreiches Bayern|Datum=1895 |Online={{Google Buch |BuchID=o4epVX--iI8C|Seite=130}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Renz|Titel=Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet |Datum=1898 |Online={{Google Buch |BuchID=Dh9tJg57VggC|Seite= 79}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und stieg bis zum [[W:Major|Major]] [[W:À la suite|à la suite]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lerchenfeld war bayerischer [[W:Kämmerer|Kämmerer]] und übernahm 1908 den umfangreichen [[W:Familienfideikommiss|Familienfideikommiss]] in der [[W:Oberpfalz|Oberpfalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher [[W:Reichsrat (Bayern)|Reichsrat]] einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der [[W:Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] den [[W:Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft]], wurde Vorstand des Generalkomitees der [[W:Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft]] und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Titel=7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893 |Datum=1893 |Online={{Google Buch |BuchID=q-bFay8oY_IC |Seite= IV}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1907 kam er mit [[Rudolf Steiner]],  der einer der Begründer der [[ Anthroposophie]] und der [[Spiritualität|spirituellen Weltanschauung]] war, in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Nach dessen Ideen entwickelte er die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Sie betrachtet den Hof als eigenständigen Organismus, der in sich geschlossene Kreisläufe von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenfruchtbarkeit schafft. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]] an und war Mitbegründer des „Johannesbauvereins“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 trat er in die [[Dreigliederung des sozialen Organismus|Dreigliederungsbewegung]] ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 1893 heiratete er in [[W:Maxlrain|Maxlrain]] Walburga Gräfin [[W:Arco (Adelsgeschlecht)|von Arco-Zinneberg]] (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von [[W:Thun und Hohenstein|Thun und Hohenstein]] (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana [[Pauw (Adels- und Patriziergeschlecht)|Pauw von Wieldrecht]] (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin [[W:Bethlen (Adelsgeschlecht)|Bethlen von Bethlen]] (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[W:Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)|Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922.&#039;&#039; Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. ([https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=owgYAAAAMAAJ&amp;amp;q=Lerchenfeld#v=snippet&amp;amp;q=Lerchenfeld&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[https://www.bavariathek.bayern/medien-themen/portale/geschichte-des-bayerischen-parlaments/person/139313230 Otto von Lerchenfeld-Köfering] in der Parlamentsdatenbank des [[w:Haus_der_Bayerischen_Geschichte|Hauses der Bayerischen Geschichte]] in der Bavariathek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139313230|VIAF=100595065}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LerchenfeldKofering, Otto von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Titulargraf (Lerchenfeld)|Otto]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Lerchenfeld|Otto]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kämmerer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Bayerischen Reichsrates]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Major (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bayer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1869]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Otto_von_Lerchenfeld-K%C3%B6fering&amp;diff=626860</id>
		<title>Otto von Lerchenfeld-Köfering</title>
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		<updated>2026-10-27T12:37:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Die Seite wurde neu angelegt: „Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* 2. Oktober 1869 in München; † 5. Oktober 1938 in Salzburg) war ein deutscher Gutsbesitzer und Mitglied der Bayerischen Ständeversammlung.  == Leben == Otto entstammte dem altbayerischen Deutsc…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lerchenfeld-Wappen.png|mini|Stammwappen der Grafen von Lerchenfeld]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Ludwig Maximilian Franz Hugo Emmeran Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg&#039;&#039;&#039; (* [[2. Oktober]] [[1869]] in [[München]]; † [[5. Oktober]] [[1938]] in [[Salzburg]]) war ein deutscher [[Gutsbesitzer]] und Mitglied der [[Bayerische Ständeversammlung|Bayerischen Ständeversammlung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Otto entstammte dem [[Altbayern|altbayerischen]] [[Deutscher Adel|Uradelsgeschlecht]] [[Lerchenfeld (Adelsgeschlecht)|von Lerchenfeld]], das Ende des 17. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben wurde. Er war das älteste Kind des Präsidenten des bayerischen Landtages [[Ludwig von Lerchenfeld-Köfering]] (1837–1907) und dessen Ehefrau Klara, geborene Gräfin [[Bray (Adelsgeschlecht)|von Bray-Steinburg]] (1848–1909). Sein Bruder [[Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg|Hugo]] (1871–1944) war bayerischer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserschloss_Köfering_03.jpg|mini|Wasserschloss Köfering, im Besitz des Grafen Otto Ludwig von Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg]]&lt;br /&gt;
Er diente zunächst als [[Leutnant|Sekondeleutnant]] im [[Königlich Bayerisches 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“|1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] der [[Bayerische Armee|Bayerischen Armee]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Militär-Handbuch des Königreiches Bayern|Datum=1895 |Online={{Google Buch |BuchID=o4epVX--iI8C|Seite=130}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Renz|Titel=Geschichte des K. B. 1. Ulanen-Regiments, Kaiser Wilhelm II., König von Preußen 1863–1898; für Unteroffiziere und Mannschaften im Auftrage des Regiments bearbeitet |Datum=1898 |Online={{Google Buch |BuchID=Dh9tJg57VggC|Seite= 79}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und stieg bis zum [[Major]] [[à la suite]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lerchenfeld war bayerischer [[Kämmerer]] und übernahm 1908 den umfangreichen [[Familienfideikommiss]] in der [[Oberpfalz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 13. März 1908 bis 1918 hatte er als erblicher [[Reichsrat (Bayern)|Reichsrat]] einen Sitz in der Kammer der Reichsräte, deren Mitglieder neben den Mitgliedern der [[Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] den [[Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtag]] bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft]], wurde Vorstand des Generalkomitees der [[Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft]] und gehörte bei der 7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis 12. Juni 1893 zu den Organisatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|Titel=7. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zu München vom 8. bis. 12. Juni 1893 |Datum=1893 |Online={{Google Buch |BuchID=q-bFay8oY_IC |Seite= IV}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1907 kam er mit [[Rudolf Steiner]],  der einer der Begründer der [[ Anthroposophie]] und der [[Spiritualität|spirituellen Weltanschauung]] war, in Verbindung und wurde sein früher Schüler. Nach dessen Ideen entwickelte er die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Sie betrachtet den Hof als eigenständigen Organismus, der in sich geschlossene Kreisläufe von Pflanzenbau, Tierhaltung und Bodenfruchtbarkeit schafft. Von Dezember 1911 bis zur Gründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] Ende 1912 gehörte Lerchenfeld dem Vorstand der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]] an und war Mitbegründer des „Johannesbauvereins“ und bis zum 8. Februar 1925 dessen Vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 trat er in die [[Soziale Dreigliederung nach Rudolf Steiner|Dreigliederungsbewegung]] ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 1893 heiratete er in [[Maxlrain]] Walburga Gräfin [[Arco (Adelsgeschlecht)|von Arco-Zinneberg]] (1873–1958). Aus der Ehe sind die Kinder Ludwig (1894–1917), Joseph (1895–1936) ⚭ 1922 Sophie Gräfin von [[Thun und Hohenstein]] (1901–1981), Hugo (1896–1975) ⚭ 1931 Adriana [[Pauw (Adels- und Patriziergeschlecht)|Pauw von Wieldrecht]] (1907–1989), Heinrich (1897–1967) ⚭ 1932 in Wien Sarolta Gräfin [[Bethlen (Adelsgeschlecht)|Bethlen von Bethlen]] (1897–1964), Clara (1899–1976), Sophie (1900–1951) und Rosa (* 1910) hervorgegangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtages (Königreich, 21. Wahlperiode)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922.&#039;&#039; Fünfundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 551 ff. ([https://books.google.de/books?redir_esc=y&amp;amp;hl=de&amp;amp;id=owgYAAAAMAAJ&amp;amp;q=Lerchenfeld#v=snippet&amp;amp;q=Lerchenfeld&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{HdBG Parlament|139313230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=139313230|VIAF=100595065}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LerchenfeldKofering, Otto von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Titulargraf (Lerchenfeld)|Otto]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Lerchenfeld|Otto]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kämmerer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Bayerischen Reichsrates]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Major (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bayer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1869]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1938]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Otto_Graf_von_Lerchenfeld&amp;diff=626859</id>
		<title>Otto Graf von Lerchenfeld</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Otto_Graf_von_Lerchenfeld&amp;diff=626859"/>
		<updated>2026-10-27T12:37:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Weiterleitung nach Otto von Lerchenfeld-Köfering erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Otto von Lerchenfeld-Köfering]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Apokalypse_des_Johannes&amp;diff=626858</id>
		<title>Apokalypse des Johannes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Apokalypse_des_Johannes&amp;diff=626858"/>
		<updated>2026-10-27T12:08:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Textüberlieferung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;gt;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter Vortragsreihe rund um die «Apokalypse des Johannes» von Wolfgang Peter]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden &#039;&#039;&#039;Dienstag&#039;&#039;&#039; live ab &#039;&#039;&#039;19h&#039;&#039;&#039;. Die Vorträge sind frei zugänglich und können wenig später auch als Video, Audio und als transkripierter Text abgerufen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mehr Infos dazu auf auf [[Datei:Rosenfenster-gelb.png|20px|link=https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter|anthro.world]]&amp;amp;nbsp;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter anthro.world]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Datei:Johannes auf Patmos Hans Memling.jpg|thumb|[[Johannes (Evangelist)|Johannes]] schaut auf [[Patmos]] die Apokalypse, Altarbild von [[Wikipedia:Hans Memling|Hans Memling]], entstanden 1474-79]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Apokalypse&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|αποκάλυψις}} „Enthüllung, [[Offenbarung]]“; [[Englische Sprache|eng.]] &#039;&#039;revelation&#039;&#039;) oder &#039;&#039;&#039;Offenbarung des Johannes&#039;&#039;&#039; ist das letzte Buch des [[Neues Testament|Neuen Testaments]] der [[Bibel]]. Sie umfasst 22 Kapitel und gibt eine Vorschau auf die künftige Entwicklung der [[Menschheit]] und der [[Erde]] und enthüllt zugleich das Wesen des [[Christus]] und ist damit gemäß den Anfangsworten die &#039;&#039;&#039;Apokalypsis Jesu Christi&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|Ἀποκάλυψις Ἰησοῦ Χριστοῦ}} &#039;&#039;Apokalypsis Jesu Christu&#039;&#039;), die &#039;&#039;&#039;Offenbarung Jesu Christi&#039;&#039;&#039;. Ihr Verfasser ist laut [[Rudolf Steiner]] der [[Johannes (Evangelist)|Evangelist Johannes]], der auch das [[Johannesevangelium]] und die [[Briefe des Johannes|Johannes-Briefe]] geschrieben haben soll. Nach traditioneller theologischer Auffassung ist er identisch mit dem [[Apostel Johannes]] und mit dem im [[Johannes-Evangelium]] namentlich nicht genannten [[Lieblingsjünger]] [[Jesus Christus|Jesu]], der nach den Angaben [[Rudolf Steiner]]s zudem niemand anderer als der durch den [[Christus]] von den Toten wiedererweckte [[Lazarus]] war und damit zugleich zum ersten durch den Christus selbst [[Eingeweihter|Eingeweihten]] wurde. Die Offenbarung des Johannes ist die Frucht einer umfassenden [[Geistige Schau|geistigen Schau]], die er nach eigenen Angaben auf der Insel [[Patmos]] empfing {{Bibel|Off|1|9-20|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistiger Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] sieht in der «Apokalypse des Johannes» eine Erneuerung der antiken [[Mysterien]], die in [[Christentum|christlicher]] Form allen [[Mensch]]en zugänglich gemacht werden sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|An die Stelle der vielen Mysterien sollte das&lt;br /&gt;
Eine, das Urmysterium, das christliche, treten. Jesus, in&lt;br /&gt;
dem der Logos Fleisch geworden, sollte der Initiator einer&lt;br /&gt;
ganzen Menschheit sein. Und diese Menschheit sollte seine&lt;br /&gt;
eigene Mystengemeinde werden. Nicht Absonderung Erwählter,&lt;br /&gt;
sondern Zusammenschluß aller sollte stattfinden.&lt;br /&gt;
Nach Maßgabe seiner Reife sollte jeder ein Myste &#039;&#039;werden können&#039;&#039;. Allen erklingt die Botschaft; wer ein Ohr hat, sie&lt;br /&gt;
zu hören, der eilt herbei, ihre Geheimnisse zu vernehmen.&lt;br /&gt;
Die Stimme des Herzens soll bei jedem einzelnen entscheiden.&lt;br /&gt;
Nicht hineingeführt in die Mysterientempel soll dieser&lt;br /&gt;
oder jener werden, sondern zu allen sollte das Wort gesprochen&lt;br /&gt;
werden; der eine vermag es dann weniger stark,&lt;br /&gt;
der andere stärker zu hören. Dem Dämon, dem Engel in&lt;br /&gt;
der eigenen Brust des Menschen wird anheimgegeben, wie&lt;br /&gt;
weit er eingeweiht werden kann. Die ganze Welt ist ein&lt;br /&gt;
Mysterientempel. Nicht nur jene sollen selig werden, die&lt;br /&gt;
in den besonderen Mysterientempeln die wunderbaren Verrichtungen&lt;br /&gt;
schauen, die ihnen eine Gewähr geben sollen für&lt;br /&gt;
das Ewige, sondern «Selig sind, die nicht &#039;&#039;schauen&#039;&#039; und doch&lt;br /&gt;
&#039;&#039;glauben&#039;&#039;». Mögen sie auch zunächst im Finstern tappen,&lt;br /&gt;
vielleicht kommt doch noch das Licht zu ihnen. Keinem&lt;br /&gt;
soll etwas vorenthalten werden; jedem soll der Weg&lt;br /&gt;
offen stehen. - Anschaulich werden dann weiter in der&lt;br /&gt;
Apokalypse die Gefahren geschildert, die dem Christlichen&lt;br /&gt;
von dem Antichristlichen drohen können, und wie dann&lt;br /&gt;
das Christliche dennoch siegen muß. Alle andern Götter&lt;br /&gt;
gehen auf in der Einen christlichen Göttlichkeit: «Und die&lt;br /&gt;
Stadt bedarf keiner Sonne, noch des Mondes, daß sie ihr&lt;br /&gt;
scheinen; denn die Offenbarung Gottes erleuchtet sie, und&lt;br /&gt;
ihre Leuchte ist das Lamm» (Kap. 21, V 23). Es ist das Mysterium&lt;br /&gt;
der «Offenbarung St. Johannis», daß die Mysterien&lt;br /&gt;
nicht mehr verschlossen sein sollen. «Und er spricht zu mir:&lt;br /&gt;
Versiegle &#039;&#039;nicht&#039;&#039; die Worte der Weissagung in diesem Buche;&lt;br /&gt;
denn die Gottheit ist nahe.» - Was der Verfasser der Apokalypse&lt;br /&gt;
für einen Glauben hatte über das Verhältnis &#039;&#039;seiner&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Kirche zu den alten Kirchen: &#039;&#039;das&#039;&#039; hat er dargelegt. Er hat&lt;br /&gt;
sich über die Mysterien selbst in einem geistigen Mysterium&lt;br /&gt;
aussprechen wollen. Auf der Insel &#039;&#039;Patmos&#039;&#039; hat der Verfasser&lt;br /&gt;
sein Mysterium geschrieben. In einer &#039;&#039;Grotte&#039;&#039; soll er die&lt;br /&gt;
«Offenbarung» erhalten haben. In dieser Mitteilung ist&lt;br /&gt;
selbst der Mysteriencharakter der Offenbarung ausgedrückt.&lt;br /&gt;
- Also aus den Mysterien ist das Christentum hervorgegangen.&lt;br /&gt;
Seine Weisheit wird in der Apokalypse selbst&lt;br /&gt;
als ein Mysterium geboren; aber als ein Mysterium, das über&lt;br /&gt;
den Rahmen der alten Mysterienwelt hinausgehen will. Das&lt;br /&gt;
Einzelmysterium soll universelles Mysterium werden. - Es&lt;br /&gt;
könnte ein Widerspruch darin gefunden werden, daß hier&lt;br /&gt;
gesagt wird, die Geheimnisse der Mysterien seien durch das&lt;br /&gt;
Christentum offenbar geworden, und daß dann doch wieder&lt;br /&gt;
in dem Erleben der geistigen Schauungen des Apokalyptikers&lt;br /&gt;
ein christliches Mysterium gesehen wird. Der Widerspruch&lt;br /&gt;
löst sich, sobald man bedenkt: die Geheimnisse&lt;br /&gt;
der &#039;&#039;alten&#039;&#039; Mysterien sind durch die Vorgänge in Palästina&lt;br /&gt;
offenbar geworden. Dadurch hat sich enthüllt, was vorher&lt;br /&gt;
verhüllt in den Mysterien war. Ein neues Geheimnis ist&lt;br /&gt;
nun, was in die Weltentwicklung durch die Erscheinung&lt;br /&gt;
Christi eingefügt worden ist. Der alte Eingeweihte erlebte&lt;br /&gt;
in der geistigen Welt, wie die Entwicklung auf den noch&lt;br /&gt;
«verborgenen Christus» hinweist; der christliche Eingeweihte&lt;br /&gt;
erfährt die verborgenen Wirkungen des «offenbaren&lt;br /&gt;
Christus».|8|143ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[Rudolf Steiner]] musste Johannes ganz besondere Bedingungen herstellen, um seine Offenbarung in reiner Form empfangen zu können. Um sich von den Einflüssen seiner unmittelbaren Gegenwart zu befreien, versetzte er sich geistig an den Abend des [[30. September]]s [[395]], an dem eine ganze besondere [[Himmelskonstellation vom 30. September 395|Sternenkonstellation]] gegeben war.&amp;lt;ref&amp;gt;„Im Jahre&lt;br /&gt;
1912 erschien in deutscher Übersetzung eine astronomisch-historische Untersuchung&lt;br /&gt;
von [[Nikolaus Morosow]] (*1854) über die Offenbarung Johannis («Offenbarung in Gewitter und Sturm», Petersburg 1907; deutsch: «[[Die Offenbarung Johannis – Eine astronomisch-historische Untersuchung|Die Offenbarung&lt;br /&gt;
Johannis. Eine astronomisch-historische Untersuchung von Nikolaus Morosow]]»,&lt;br /&gt;
mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Arthur Drews, Stuttgart 1912). Darin kommt&lt;br /&gt;
Morosow bei der Datierung der in der Apokalypse enthaltenen Sternenkonstellation&lt;br /&gt;
auf eben diesen 30. September 395. Aus diesem Grunde gibt er auch den zu&lt;br /&gt;
dieser Zeit lebenden Johannes Chrysostomos als Verfasser der Apokalypse an&lt;br /&gt;
... Nicht erklärbar ist damit allerdings - nach den&lt;br /&gt;
Worten von Arthur Drews -, wieso schon vor dem Jahre 395 zahlreiche christliche&lt;br /&gt;
Schriftsteller auf die Apokalypse Bezug nehmen.“ {{GZ||266b|484|485}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Sonne]] stand zu diesem Zeitpunkt im [[Jungfrau (Sternbild)|Sternbild Jungfrau]]. Das fand seinen Ausdruck im [[5. apokalyptisches Siegel|5. apokalyptischen Siegelbild]]: Die [[Jungfrau, mit der Sonne bekleidet, den Mond zu ihren Füßen]]. In den Aufzeichnungen B&amp;lt;ref&amp;gt;Die Aufzeichnung B liegt in der Handschrift von Nelly Lichtenberg vor.{{GZ||266b|485|486}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zu einer am [[5. März]] [[1911]] in [[w:Hannover|Hannover]] gehaltenen esoterischen Stunde heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alles was wir erleben an Freuden und Leiden, ist wie ein&lt;br /&gt;
Nebel um uns herum, der das Geistige verdeckt, dasselbe Geistige,&lt;br /&gt;
das wir finden, wenn wir die äußere Decke durchstoßen.&lt;br /&gt;
Damit sich die Menschheit wieder fortentwickelt zum Geistigen&lt;br /&gt;
hin, gibt es von Zeit zu Zeit Menschen, welche weiter vorgeschritten&lt;br /&gt;
sind, als es die augenblickliche Entwicklung zuläßt,&lt;br /&gt;
und welche Mitteilungen zu machen haben über Zeiten, die weit&lt;br /&gt;
hinaus in die Zukunft der Menschheitsentwicklung hineinreichen.&lt;br /&gt;
Ein solcher war der Schreiber der Apokalypse, Johannes.&lt;br /&gt;
Aber ehe er diese Offenbarung der zukünftigen Menschheitszustände&lt;br /&gt;
schrieb, da sagte er sich: Bevor ich das kann, muß ich&lt;br /&gt;
dazu gelangen, ganz aus meiner jetzigen Umgebung herauszukommen,&lt;br /&gt;
in welcher ich beeinflußt werde von meinem eigenen&lt;br /&gt;
Selbst, das in meinem Körper eingeschlossen ist, von mir selbst,&lt;br /&gt;
der ich verbunden und gebunden bin an alles das, was mich&lt;br /&gt;
ringsum umgibt. - Von alle dem muß ich mich frei machen. Wie&lt;br /&gt;
auf einen Fels mußte er sich stellen, der ihm als feste Grundlage&lt;br /&gt;
diente, auf dem er nicht wankte, auf dem er von nichts beeinflußt&lt;br /&gt;
werden konnte, was um ihn und in ihm wogte und lebte. -&lt;br /&gt;
Und er versetzte sich an den Abend des 30. September des Jahres&lt;br /&gt;
395 bei Sonnenuntergang auf die Insel Patmos. Als die Sonne&lt;br /&gt;
am Horizonte beinah verschwunden war, als die Sterne und der&lt;br /&gt;
Mond hervortraten, da stand am westlichen Himmel das Sternbild&lt;br /&gt;
der Jungfrau, bestrahlt von der untergehenden Sonne, unter&lt;br /&gt;
ihr, zu ihren Füßen der Mond. Dies Bild, die Jungfrau mit der&lt;br /&gt;
strahlenden Sonne, zu ihren Füßen der Mond, ist wiedergegeben&lt;br /&gt;
in dem einen Siegel. - So sind alle Siegel herausgeholt aus tief&lt;br /&gt;
mystischen Zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes hatte also die äußere Decke in dieser Richtung hin&lt;br /&gt;
durchstoßen, in der Richtung des Sternbildes der Jungfrau. So&lt;br /&gt;
gibt es aber zwölf Richtungen, nach den zwölf Sternbildern, sieben&lt;br /&gt;
davon sind gute; fünf davon sind mehr oder weniger gefährlich.&lt;br /&gt;
So wie nun Johannes sich diese ganz bestimmten Punkte in&lt;br /&gt;
der Zeit und dem Raum ausersah, um sich ganz von sich selbst&lt;br /&gt;
und allem Zeitlichen, was ihn umgab, loszulösen, so muß der&lt;br /&gt;
Rosenkreuzerschüler in sich einen festen Halt finden, sich einen&lt;br /&gt;
festen Grund erringen [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In sich muß man einen festen Halt gewinnen,&lt;br /&gt;
wie Johannes, als er die Apokalypse schreiben wollte und&lt;br /&gt;
sich versetzte an den Abend des 30. Septembers 395 auf die Insel&lt;br /&gt;
Patmos. Dies kann auch astronomisch nachgeprüft werden, diese&lt;br /&gt;
Stellung der Gestirne - Sonne, Jungfrau, Mond - und es ist&lt;br /&gt;
nachgeprüft worden. Und daraus zieht die materialistische Wissenschaft&lt;br /&gt;
nun den Schluß: Also ist damals die Apokalypse geschrieben&lt;br /&gt;
worden. Und dann heißt es, die Wissenschaft hat dies&lt;br /&gt;
festgestellt. So stellt die Wissenschaft fest!|266b|153ff|154}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
{{Positionskarte+&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|caption=Geographische Lage der Insel [[Patmos]], nordöstlich davon [[Ephesos]]&lt;br /&gt;
|width=400&lt;br /&gt;
|float=right&lt;br /&gt;
|Alternativkarte=Turkey relief location map.jpg&lt;br /&gt;
|places=&lt;br /&gt;
{{Positionskarte~&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|label=&#039;&#039;&#039;[[Ephesos]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|lat = 37.939722&lt;br /&gt;
|long = 27.340833&lt;br /&gt;
|region = TR&lt;br /&gt;
|position=right&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Positionskarte~&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|label=&#039;&#039;&#039;[[Patmos]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|lat = 37/18/39&lt;br /&gt;
|long = 26/32/57&lt;br /&gt;
|region = TR&lt;br /&gt;
|position=right&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der eigentliche Inhalt der Apokalypse wird schon aus den ersten Worten deutlich: {{lang|grc|Ἀποκάλυψις Ἰησοῦ Χριστοῦ}} &#039;&#039;Apokalypsis Jesou Christou&#039;&#039; - es geht um die Wesensenthüllung [[Jesu Christi]], dem göttlichen [[Makrokosmos|makrokosmischen]] [[Welten-Ich]], und das ihm gleichgeartete [[Mikrokosmos|mikrokosmische]]  [[Ich]] des [[Mensch]]en, von dem der [[Christus]] (nach der Übersetzung von [[Emil Bock]]) sagt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;„Die gleiche Vollmacht des Ich soll ihm eigen sein, die ich von meinem Vater empfangen habe. Und ich will ihm den [[Morgenstern]] geben.“ (Off 2,27-28&amp;lt;ref&amp;gt;nach der Übersetzung von [[Emil Bock]]&amp;lt;/ref&amp;gt;)&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Vollmacht des Ich, von der im [[Sendschreiben]] an die Gemeinde von [[Thyatira]] gesprochen wird, soll sich der Mensch allmählich erwerben, indem er die Apokalypse oder ähnlich geartete Einweihungsschriften nicht nur studiert und kommentiert, sondern so verinnerlicht und zu eigen macht, dass er durch sein Ich selbst zum Offenbarer Christi wird. Dann wird ihm der [[Morgenstern]] gegeben, der für die zukünftige Entwicklung der [[Erde (Planet)|Erde]] und der mit ihr verbundenen [[Menschheit]] steht, die in unsere Hände gelegt ist. Im Gegensatz zu dem im 5. Kapitel beschriebenen [[Das Buch mit den sieben Siegeln|Buch mit den sieben Siegeln]] ist die Apokalypse selbst &#039;&#039;nicht&#039;&#039; [[Versiegelung|versiegelt]] und nur den [[Eingeweihter|Eingeweihten]] zugänglich, sondern jedem, der guten Willens ist. Dafür zu sorgen, wird [[Johannes (Evangelist)|Johannes]] nachdrücklich aufgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;„Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch; denn die Zeit ist nahe!“ {{Bibel|Off|22|10|LUT}}&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst in dieser Weise zum Apokalyptiker zu werden, hat [[Rudolf Steiner]] namentlich den [[Priester|Priestern]] der [[Christengemeinschaft]] ans Herz gelegt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%;&amp;quot; style=&amp;quot;margin: 0.1em 0.1em 0.1em 0.1em; padding: 0.1em 0.1em 0.1em 0.1em; font-size: 105%; background-color: #ddddff; border: 1px solid #aaaaff;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|{{GZ|Es hat gar&lt;br /&gt;
keine Bedeutung, die Apokalypse so zu nehmen, daß man sie lediglich kommentiert. Es hat einzig und allein einen Sinn, wenn man an der Apokalypse selbst zum Apokalyptiker wird und aus diesem Apokalyptiker-Werden seine Zeit so verstehen lernt, daß man die Impulse dieser Zeit zu Impulsen des eigenen Wirkens machen kann.|346|125}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 1 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 01 (Tafel VII) AS.jpg|thumb|Erstes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Apokalypsis Jesu Christi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin das A und W , Der Anfang (arché) und das Ende (télos), spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erstes apokalyptisches Siegel|1. Siegelbild]]: 7 goldene Leuchter (=Gemeinden) ; der Menschensohn mit den 7 Sternen (die Engel der 7 Gemeinden) in seiner Rechten, im langen Gewand, begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel; sein Haar wie weiße Wolle, Augen wie Feuerflammen, Füße wie goldenes Erz und eine Stimme wie großes Wasserrauschen; aus seinem Munde ging ein scharfes zweischneidiges Schwert und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne in ihrer Macht (dynameis).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin der Erste (protos) und der Letzte (eschaton) und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit (Äon) zu Ewigkeit und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 2 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Sieben Sendschreiben}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sendschreiben an die 7 Gemeinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ephesus]]: der Herr mit den 7 Sternen&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Smyrna]]: das sagt der Erste und der Letzte:&lt;br /&gt;
:Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pergamon]]: der mit dem scharfen, zweischneidigen Schwert:&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein; auf dem Stein aber steht ein neuer Name geschrieben, welchen niemand kennt, als der ihn empfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thyatira]]: Sohn Gottes mit Augen wie Feuerflammen und Füßen wie goldenes Erz:&lt;br /&gt;
:Wer überwindet ...ich will ihm geben den [[Morgenstern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kulturepochen.png|mini|center|950px|&amp;lt;center&amp;gt;Die Kulturepochen in Zusammenhang mit den Sendschreiben an die 7 Gemeinden in Kleinasien (Julia Lauber)&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sardes]]: der die 7 Geister Gottes hat und die 7 Sterne:&lt;br /&gt;
:Du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot.&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Philadelphia]]: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf.&lt;br /&gt;
:Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme!&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes ... und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des Neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt, und meinen Namen, den Neuen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Laodicea]]: Das sagt, der da Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:&lt;br /&gt;
:Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich!&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kulturepochen.png|center|950px|Die Kulturepochen in Zusammenhang mit den Sendschreiben an die 7 Gemeinden in Kleinasien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 4 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 02 (Tafel VIII) AS.jpg|thumb|Zweites apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Ein Engel mit Posaunenstimme sprach zu mir ... und siehe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zweites apokalyptisches Siegel|2. Siegelbild]]: Ein Thron wie Jaspis und Sarder, worauf einer saß; ein Regenbogen wie Smaragd; herum die 24 Ältesten mit weißen Kleidern und goldenen Kronen; 7 Fackeln mit Feuer; vor dem Thron das gläserne Meer; die 4 Sphinxtiere (Löwe, Stier, Adler, Mensch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Einmal gab es eine Zeit, wo unsere Erde eine viel weichere&lt;br /&gt;
Materie hatte als heute, wo noch nicht Fels und Stein so verfestigt&lt;br /&gt;
waren wie heute, wo die Pflanzenformen noch anders aussahen, wo&lt;br /&gt;
das Ganze wie ein Urmeer in Wasserhöhlen eingebettet war, wo&lt;br /&gt;
Luft und Wasser nicht geschieden waren, wo von all den Wesen,&lt;br /&gt;
die heute auf der Erde wohnen, Tiere und Pflanzen im Wasser ausgebildet&lt;br /&gt;
waren. Als die mineralischen Wesen anfingen ihre heutige&lt;br /&gt;
Form zu bekommen, da konnte man sagen: Der Mensch trat aus&lt;br /&gt;
der Unsichtbarkeit hervor. So stellte er sich dem Einzuweihenden&lt;br /&gt;
dar. Außen mit einer Art von Schale umgeben, stieg er aus den&lt;br /&gt;
Regionen herunter, die heute die Luftregionen sind. Der Mensch&lt;br /&gt;
war noch nicht dicht physisch da, als das Tier schon im Fleisch&lt;br /&gt;
vorhanden war. Er war eine feine Luftwesenheit, selbst in den&lt;br /&gt;
lemurischen Zeiten noch. Und er hat sich so herausgegliedert, daß&lt;br /&gt;
sich das hellseherische Bild darstellt mit den vier Gruppenseelen:&lt;br /&gt;
auf der einen Seite wie ein Löwenbild, auf der anderen wie das&lt;br /&gt;
Bild eines Stieres, oben wie das eines Adlers, und in der Mitte&lt;br /&gt;
unten etwas, was schon menschenähnlich ist. So zeigt sich das hellseherische&lt;br /&gt;
Bild. So kommt aus dem Dunkel des Geisterlandes heraus&lt;br /&gt;
der Mensch. Und das, was ihn an Kraft ausgebildet hat, das&lt;br /&gt;
erscheint in einer Art Regenbogenbildung. Die mehr physischen&lt;br /&gt;
Kräfte umgeben die ganze Bildung dieses Menschen wie ein Regenbogen.&lt;br /&gt;
— Man muß auf den verschiedensten Gebieten und in der&lt;br /&gt;
verschiedensten Weise dieses Menschwerden schildern. Jetzt wird&lt;br /&gt;
es geschildert, wie es dem Forscher im Rückblick erscheint: wie&lt;br /&gt;
diese vier Gruppenseelen sich herausgestaltet haben aus dem&lt;br /&gt;
gemeinsamen Göttlich-Menschlichen, das heruntersteigt. Man hat&lt;br /&gt;
von jeher diesen Moment symbolisch in die Form gebracht, die Sie&lt;br /&gt;
auf dem zweiten der sogenannten sieben okkulten Siegel dargestellt&lt;br /&gt;
finden. Das ist die symbolische Darstellung, sie ist aber mehr als&lt;br /&gt;
ein bloßes Symbolum. Da haben Sie herauskommend aus dem&lt;br /&gt;
unbestimmten Geistigen diese vier Gruppenseelen, den Regenbogen&lt;br /&gt;
ringsherum und eine Zwölfzahl. Wir müssen auch verstehen,&lt;br /&gt;
was diese Zwölfzahl bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das herauskommen sehen, was eben geschildert worden&lt;br /&gt;
ist, so haben Sie hellseherisch das Gefühl: Das ist von etwas&lt;br /&gt;
umgeben, was ganz anderer Wesenheit und Art ist als das, was da&lt;br /&gt;
heraustritt aus dem unbestimmten Geistigen. Und das, wovon es&lt;br /&gt;
umgeben ist, das symbolisierte man in alten Zeiten in dem Tierkreis,&lt;br /&gt;
in den zwölf Zeichen des Tierkreises.|104|58f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 5 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Rechten dessen, der am Thron saß ein Buch mit 7 Siegeln, die niemand öffnen kann außer das Lamm mit den 7 Hörnern und den 7 Augen (= 7 Geister Gottes). Und die 4 Gestalten und die 24 Ältesten fielen vor ihm nieder und jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 6 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 03 (Tafel IX) AS.jpg|thumb|Drittes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[Drittes apokalyptisches Siegel|3. Siegelbild]] (Siegel und Posaunen):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Siegel: weißes Pferd; der Reiter hatte einen Bogen und ihm wurde eine Krone gegeben.&lt;br /&gt;
2. Siegel: feuerrotes Pferd; er soll den Frieden von der Erde nehmen und ihm ward ein großes Schwert gegeben.&lt;br /&gt;
3. Siegel: schwarzes Pferd; der Reiter hatte eine Waage in seiner Hand.&lt;br /&gt;
4. Siegel: fahles Pferd; der Name des Reiters hieß Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihm ward Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und Hunger und Tod und durch die wilden Tiere auf Erden.&lt;br /&gt;
5. Siegel: die Seelen derer, die getötet waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen; jedem wurde ein weiße Kleid gegeben.&lt;br /&gt;
6. Siegel: Der Tag des Zorns des Lammes: großes Erdbeben; die Sonne ward finster wie ein schwarzer Sack; der Mond wie Blut und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde und der Himmel entwich, wie ein Buch zusammengerollt wird.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 7 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen andern Engel aufsteigen vom Aufgang der Sonne, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: [[144.000]] und dann eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgendeine Hitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 8 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegel: da ward eine große Stille für eine halbe Stunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Engel kam mit einem goldenen Räuchergefäß und er schüttete das Feuer auf die Erde. Und 7 Engel mit [[Die sieben Posaunen|7 Posaunen]] hatten sich gerüstet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Posaune: Hagel und Feuer, mit Blut gemengt fiel auf die Erde und der dritte Teil der Erde verbrannte, der dritte Teil der Bäume und alles grüne Gras.&lt;br /&gt;
2. Posaune: wie ein großer Berg mit Feuer brennend fuhr in das Meer; und der dritte Teil des Meeres ward Blut; und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde.&lt;br /&gt;
3. Posaune: ein großer Stern mit dem Namen Wermut fiel vom Himmel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und Brunnen, so daß sie bitter wurden.&lt;br /&gt;
4. Posaune: der dritte Teil der Sonne, des Mondes und der Sterne ward verfinstert; und ich sah einen Adler fliegen durch des Himmels Mitte und hörte:&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wehe, wehe, wehe denen, die auf Erden wohnen, um der andern Posaunen willen der drei Engel, die nun ihre Stimme erheben sollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 9 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Posaune: ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. Rauch stieg aus dem Brunnen und Heuschrecken wie Skorpione, gleich Rossen zum Krieg gerüstet, auf ihrem Haupt wie Kronen aus Gold, mit Menschenantlitz und Zähnen wie Löwen; sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds (Abaddon = Apollyon) – das erste Wehe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Posaune: eine Stimme von den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott: Löse die 4 Engel, die gebunden sind an den großen Wasserstrom Euphrat. Sie töteten den dritten Teil der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Zahl des reitenden Volkes war vieltausendmal tausend: die Rosse hatten feurige, blaue und schwefelgelbe Panzer und Löwenhäupter und aus ihren Mäulern ging Feuer, Rauch und Schwefel; ihre Schwänze waren Schlangen gleich und hatten Häupter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 10 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 04 (Tafel X) AS.jpg|thumb|Viertes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[4. apokalyptisches Siegel|4. Siegelbild]]: Ein Engel kam vom Himmel herab, mit einer [[Wolke]] bekleidet und dem [[Regenbogen]] auf dem Haupt und ein Antlitz wie die [[Sonne]] und Füße wie Feuersäulen. Und er hatte ein [[Buch]] in seiner Hand, das war aufgetan. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde. Und er gebot mir, das Buch zu verschlingen. Es war im Munde wie [[Honig]], doch grimmig im Bauch. Dieses Buch enthält die Botschaft des [[Christus]] und entfaltet, wenn es verschlungen wird, die lebendige Kraft der [[Liebe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Höchste, das uns gegeben&lt;br /&gt;
werden kann, ist die Botschaft von Christus Jesus. Wohl müssen&lt;br /&gt;
wir sie aufnehmen, und nicht bloß mit dem Verstand. Wir müssen&lt;br /&gt;
sie in unser Innerstes aufnehmen, wie man die Nahrung im physischen&lt;br /&gt;
Leibe aufnimmt. Und indem die Menschheit sich durch&lt;br /&gt;
diese Kulturstufe hinüberentwickelt, wird sie immer mehr und&lt;br /&gt;
mehr die frohe Botschaft in ihr Inneres aufnehmen, und gerade&lt;br /&gt;
die Aufnahme der Botschaft der Liebe wird sie als das Ergebnis&lt;br /&gt;
der Erdenmission zu betrachten haben. In den Evangelien, in dem&lt;br /&gt;
«Buche», ist die Kraft der Liebe enthalten, alle Kraft der Liebe.&lt;br /&gt;
Und der Seher kann nichts anderes sagen als: Ich sehe im Geiste&lt;br /&gt;
eine Zeit vor mir, wo dasjenige, was im Evangelium ist, nicht mehr&lt;br /&gt;
in einem Buche draußen sein wird, sondern wo das verschlungen&lt;br /&gt;
sein wird vom Menschen selber.|104|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Füße wie Feuersäulen sind die die beiden Säulen, [[Stärke]] und [[Weisheit]], auf denen die ganze [[Erdentwicklung]] beruht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unsere Erdenentwickelung beruht auf zweierlei. Unserer Erde&lt;br /&gt;
ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen den Kosmos der&lt;br /&gt;
Weisheit, und ihm ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen&lt;br /&gt;
— das Wort sagt freilich nicht viel, aber wir müssen es gebrauchen,&lt;br /&gt;
weil es gebräuchlich geworden ist — den Kosmos der Stärke,&lt;br /&gt;
der Kraft. Weisheit und Stärke ist es, was die Erde als Erbschaft&lt;br /&gt;
von früheren Entwickelungsstufen, vom alten Mond und der alten&lt;br /&gt;
Sonne übernommen hat. Wir werden sehen, wie innerhalb unserer&lt;br /&gt;
Erdenentwickelung das auch zum Ausdruck kommt dadurch, daß&lt;br /&gt;
wir die erste Hälfte der Erdenentwickelung nach dem Vertreter der&lt;br /&gt;
Sonnenkraft, dem Mars, benennen. Denn jetzt brauchen wir nur zu&lt;br /&gt;
bedenken, daß wir innerhalb unserer Erdenefttwickelung im Mars&lt;br /&gt;
dasjenige haben, was der Erde eingepflanzt hat das Eisen. Wir&lt;br /&gt;
sehen im Mars den Bringer von Stärke. Und in dem, was die zweite&lt;br /&gt;
Hälfte der Erdenentwickelung beherrscht, haben wir den Stellvertreter&lt;br /&gt;
der alten Mondenentwickelung, den Merkur, welcher der&lt;br /&gt;
Erde die alte Erbschaft des Mondes, die Weisheit, einverleibt. So&lt;br /&gt;
setzt sich uns die Erdenentwickelung zusammen aus Mars- und&lt;br /&gt;
Merkurentwickelung. Sie hat als Erbschaft übernommen zwei starke,&lt;br /&gt;
gewaltige Kräfte. Das, was sie ererbt hat vom Kosmos der Stärke,&lt;br /&gt;
drückt sich aus im Mars, und was sie ererbt hat vom Kosmos der&lt;br /&gt;
Weisheit, drückt sich im Merkur aus. Sie, die Erde selber, soll hinzubringen&lt;br /&gt;
die Liebe durch ihre Mission. Diese Liebe soll als das&lt;br /&gt;
Ergebnis der Erdenentwickelung sich herrlich offenbaren. Das ist&lt;br /&gt;
ein sehr tiefer Gedanke des Apokalyptikers. Das ist der tiefe&lt;br /&gt;
Gedanke, der außerdem anknüpft an die ganze übrige Erdenentwickelung.|104|169f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diese zwei Säulen stellen dar die&lt;br /&gt;
zwei Teile der Erdenmission, die zwei Erbschaften, die der Mensch&lt;br /&gt;
gemacht hat von früheren Zeiten. Und über ihnen symbolisiert sich&lt;br /&gt;
dasjenige, was durch die Erde selber erreicht werden soll: die Liebe,&lt;br /&gt;
die sich darlebt, herrlich sich offenbarend, die gestützt wird durch&lt;br /&gt;
diese Erbschaften.|104|170f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 11 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir ward ein Rohr gegeben: miß den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten, aber den Vorhof laß weg. Mit dem Tempel ist hier der Tempel der Seele gemeint, der in allen Maßen stimmen muss, wenn das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]], d.h. die nächste Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], der [[Neuer Jupiter|Neue Jupiter]], in rechter Weise aufgebaut werden soll. Der [[Physischer Leib|physische Leib]] und der [[Ätherleib]] haben zu diesem Zeitpunkt ihre Aufgabe erfüllt und müssen abgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie sich Ihre heutige Seele in Ihrem heutigen Leibe, den Sie vom&lt;br /&gt;
Monde ererbt haben, entwickelt, so wird sich die künftige Seele in&lt;br /&gt;
demjenigen entwickeln, was Sie selber aus ihrem Leibe machen.&lt;br /&gt;
Daher bezeichnet man den Leib, dasjenige, was die Seele, das Ich&lt;br /&gt;
umkleidet, umhüllt, was von diesem Ich bewohnt wird, als den&lt;br /&gt;
Tempel der im Innern befindlichen Ichheit, den Tempel der im&lt;br /&gt;
Menschen lebendigen Göttlichkeit, den Tempel Gottes. Indem Sie&lt;br /&gt;
also diesen Leib gestalten, bauen Sie einen künftigen Tempel, das&lt;br /&gt;
heißt die neue Verkörperung der Erde, auf. Sie bauen in den richtigen&lt;br /&gt;
Maßen den Jupiter auf, indem Sie den menschlichen Leib in&lt;br /&gt;
der richtigen Weise ausgestalten. Was muß daher zum Vorschein&lt;br /&gt;
kommen, wenn die Erde am Ziel angekommen sein wird? Ein in&lt;br /&gt;
allen Maßen stimmender Tempel der Seele. Daher wird dem Eingeweihten&lt;br /&gt;
der Auftrag gegeben, diesen Tempel, den der Mensch&lt;br /&gt;
dann gebaut haben wird, zu untersuchen. Daß die Seele das Richtige&lt;br /&gt;
gemacht hat, wird dadurch zum Vorschein kommen, daß er&lt;br /&gt;
gemessen wird, dieser Tempel Gottes. «Und es ward mir ein Rohr&lt;br /&gt;
gegeben, einem Stecken gleich, und er sprach: Stehe auf und miß&lt;br /&gt;
den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten. Aber&lt;br /&gt;
den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus!» (Kapitel 11, 1.)&lt;br /&gt;
Das heißt: Alles dasjenige muß hinausgeworfen werden aus dem&lt;br /&gt;
Tempel, was zur Vorbereitung da war. Der Mensch mußte erst physischen&lt;br /&gt;
Leib und Ätherleib haben, bevor er drinnen arbeiten&lt;br /&gt;
konnte. Dieser physische Leib und der Ätherleib, die sind der Vorhof:&lt;br /&gt;
die müssen abfallen, die wirf hinaus. — Dasjenige, was der&lt;br /&gt;
Mensch allein gemacht hat, das behält er. Das ist der Tempel, in&lt;br /&gt;
dem wohnen sollen neue Wesen zur Zeit des Jupiter-Daseins.|104|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Zeugen will ich geben, die sollen weissagen [[1260 (Zahl)|1260]] Tage, angetan mit Trauerkleidern. Und wenn sie ihr Zeugnis geredet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund steigt, mit ihnen Krieg führen und sie töten. Nach dreieinhalb Tagen werden sie auferstehen und zum Himmel aufsteigen in einer Wolke. Und zu der selben Stunde ward ein großes Erdbeben und der zehnte Teil der Stadt fiel und 7000 Menschen wurden getötet – das zweite Wehe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Zeugen sind, wie bei der [[Verklärung Christi]], [[Moses]] und [[Elias]]. Moses repräsentiert die [[Weisheit]] und [[Elias]] die [[Stärke]], die der Entwicklung ihren Impuls, ihre Richtung gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Vor allen Dingen erscheinen die Träger der geistigen Strömungen&lt;br /&gt;
wieder, auf denen die Erde feststeht, aus denen sie hervorgegangen&lt;br /&gt;
ist. Die Träger dieser Strömungen erscheinen lebendig wieder. Es&lt;br /&gt;
werden in Elias und Moses, wenn wir der christlichen Tradition&lt;br /&gt;
folgen, die persönlichen Vertreter dessen gesehen, was uns gestern&lt;br /&gt;
in den zwei Säulen erschienen ist. Die, welche die Lehren der zwei&lt;br /&gt;
Säulen geben, werden in der christlichen Esoterik angesehen als&lt;br /&gt;
Elias und Moses. Elias war derjenige, der dem Menschen die Kundschaft&lt;br /&gt;
und Botschaft brachte von der einen Säule, der Säule der&lt;br /&gt;
Stärke, Moses derjenige, der sie brachte von der Säule der Weisheit.&lt;br /&gt;
«Moses» heißt: Weisheit oder Wahrheit, und «Elias» heißt -&lt;br /&gt;
ja es ist schwer, das Wort im Deutschen auszudrücken — die weisende&lt;br /&gt;
Kraft, das, was die Richtung, den Impuls gibt. So sehen wir&lt;br /&gt;
diese beiden in der geistig gewordenen Welt auftreten, und zwar&lt;br /&gt;
auf der Entwicklungsstufe, zu der sie es dann gebracht haben werden.&lt;br /&gt;
Denn wie bei der «Verklärung» nach der christlichen Tradition&lt;br /&gt;
der Christus erschienen ist zwischen Moses und Elias, so erscheint&lt;br /&gt;
der ganze Vorgang am Ende der Erdenentwickelung so, daß&lt;br /&gt;
die Sonne, die geistige Sonne der Liebe, die Offenbarung der Erdenmission&lt;br /&gt;
der Liebe erscheint, gestützt durch Sonne-Mars und Mond-&lt;br /&gt;
Merkur, durch Elias und Moses. Wie wir gestern gesehen haben die&lt;br /&gt;
beiden Säulen, die zunächst vor dem Eingeweihten erscheinen als&lt;br /&gt;
die Symbole von Stärke und Weisheit, und darüber die Sonne der&lt;br /&gt;
Liebe, so können wir uns jetzt ein Stück weiter die Erdenentwickelung&lt;br /&gt;
vorstellen, und in seiner Lebendigkeit, in seinem Persönlichen&lt;br /&gt;
wird uns dasjenige, was die eine Säule ist, als Elias erscheinen, und&lt;br /&gt;
die andere als Moses, und was darüber ist, als das eigentliche Christus-Prinzip.|104|184f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Posaune: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Tempel Gottes im Himmel ward aufgetan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 12 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 05 (Tafel XI) AS.jpg|thumb|Fünftes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[5. apokalyptisches Siegel|5. Siegelbild]]: Das [[Weib, mit der Sonne bekleidet, der Mond zu ihren Füßen]] und auf dem Haupt eine Krone von 12 Sternen. Sie hatte große Geburtswehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und siehe, ein großer roter Drache mit 7 Häuptern (mit 7 Kronen) und 10 Hörnern erschien am Himmel und fegte den dritten Teil der Sterne hinweg und warf das Weib auf die Erde. Sie gebar einen Sohn und floh in die Wüste, wo sie von Gott [[1260]] Tage ernährt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es erhob sich ein Streit am Himmel: Michael und seine Engel stritten wider den Drachen und stürzten die [[alte Schlange]] ([[Diabolus]] und [[Satanas]]) auf die Erde. Da jagte er das Weib, aber diesem wurden die 2 Flügel des Adlers gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 13 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Tier mit zehn Hörnern und sieben Köpfen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein [[Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern|Tier mit 10 Hörnern und 7 Häuptern]] aus dem Meer steigen und auf seinen Hörnern 10 Kronen. Es glich einem Panther, mit Bärenfüßen und einem Löwenrachen. Und ihm ward die Macht gegeben, die Heiligen zu überwinden und Macht über alle Geschlechter, Völker, Sprachen und Nationen. (vgl. Hosea 1 ff und Hos 13,4-8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein zweites [[Tier mit 2 Hörnern]] gleichwie ein Lamm und redete wie ein Drache. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist [[666]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 14 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Mystisches Lamm|Lamm]] stand auf dem Berg Zion, mit ihm [[144000 (Zahl)|144.000]], die hatten seinen Namen und den Namen des Vaters geschrieben an ihrer Stirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der verkündigte das [[Ewiges Evangelium|ewige Evangelium]] (Evangelium aionion). Und ein zweiter Engel folgte und sprach: [[Babylon]], die große Stadt, ist gefallen. Und ein dritter Engel kam: wer das Tier anbetet, soll den [[Zorn Gottes]] trinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einer Wolke erscheint der Menschensohn, mit goldener Krone und einer scharfen Sichel in der Hand, denn die Ernte der Erde ist reif geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 15 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7 Engel mit den letzten 7 Plagen ([[7 Zornesschalen]]) mit denen sich der Zorn Gottes vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein [[gläsernes Meer]], mit Feuer vermengt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 16 ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Zornesschale: ein böses und arges Geschwür, an den Menschen die das Malzeichen des Tieres hatten und sein Bild anbeteten.&lt;br /&gt;
2. Zornesschale: ins Meer gegossen, das wurde wie das Blut eines Toten und alle lebendigen Wesen im Meer starben.&lt;br /&gt;
3. Zornesschale: in die Wasserströme und Brunnen; und es ward Blut&lt;br /&gt;
4. Zornesschale: in die Sonne gegossen, daß ihr Feuer die Menschen versengte.&lt;br /&gt;
5. Zornesschale: auf den Thron des Tieres und sein Reich ward verfinstert.&lt;br /&gt;
6. Zornesschale: auf den Euphrat, daß er vertrocknete, damit bereitet würde der Weg den Königen vom Aufgang der Sonne.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schlacht von [[Harmagedon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Zornesschale: er goß seine Schale in die Luft und die Stimme vom Thron erscholl:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist vollbracht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 17 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht über die große [[Hure Babylon]]: ein Weib auf einem scharlachfarbenen Tier voll lästerlicher Namen mit 7 Häuptern und 10 Hörnern, bekleidet mit Purpur und Scharlach, mit Gold und edlen Steinen und Perlen mit einem goldenen Becher voll Greuel und Unflat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist nicht und wird wieder emporsteigen aus dem Abgrund und wird fahren in die Verdammnis. Die 7 Häupter sind 7 Berge, auf denen das Weib sitzt und sind 7 Könige. 5 sind gefallen, einer ist, der andere ist noch nicht gekommen. Und das Tier, das gewesen ist und nicht ist, ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis. Die 10 Hörner sind 10 Könige, die ihr Reich noch nicht empfangen haben, aber sie werden Macht empfangen eine Stunde mit dem Tier und streiten wider das Lamm. Doch das Lamm wird sie überwinden. Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat’s ihnen in ihr Herz gegeben, nach &#039;&#039;seinem Sinn&#039;&#039; zu handeln und eines Sinnes zu werden und ihr Reich dem Tier zu geben, bis vollendet werden die Worte Gottes. Und das Weib, das du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 18 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 06 (Tafel XII) AS.jpg|thumb|Sechstes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Die große Babylon ist gefallen und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen Vögel und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Tiere. Denn von dem Zorneswein ihrer Hurerei haben alle Völker getrunken, und die Könige auf Erden haben mit ihr Hurerei getrieben, und die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer großen Üppigkeit. Und ein starker Engel hob einen Stein auf, groß wie ein Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: So wird mit Sturmgewalt niedergeworfen die große Stadt Babylon und nicht mehr gefunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 19 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat das Reich eingenommen! Lasset uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben, den die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet. Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Himmel ward aufgetan und ein weißes Pferd erschient, dessen Reiter trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst - ein deutlicher Hinweis auf den [[Unaussprechlicher Name Gottes|unaussprechlichen Namen Gottes]], das [[Ich]], mit dem sich jeder nur selbst bezeichnen kann. Sein Kleid war mit Blut besprengt und dessen Name ist: [[Das Wort Gottes]]. Aus seinem Munde ging ein scharfes [[Schwert]]. Und das Tier ward gegriffen und sein falscher Prophet und in den feurigen Pfuhl geworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 20 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 07 (Tafel XIII) AS.jpg|thumb|Siebentes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
6. Siegelbild: Ein Engel fuhr vom Himmel mit dem Schlüssel zum Abgrund und mit einer großen Kette, und er ergriff den großen Drachen ([[Diabolus]] und [[Satan]]) und verschloß ihn für 1000 Jahre im Abgrund. Danach muß er los werden für kurze Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß; und vor seinem Angesicht floh die Erde und der Himmel; Und die Toten standen auf und wurden gerichtet. Und so jemand nicht gefunden ward geschrieben in dem [[Buch des Lebens]], der ward geworfen in den feurigen Pfuhl ([[Zweiter Tod|der zweite Tod]]),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 21 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegelbild: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]] senkte sich vom Himmel herab, geschmückt wie eine Braut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin das A und Ω.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 22 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortsetzung der Schilderung des Neuen Jerusalem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Gnade]] (charis) unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch allen. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:172 Formzustand Seite 2.pdf|mini|center|950px|&amp;lt;center&amp;gt;Der 172. Formzustand mit den 7 [[Hauptzeitalter]]n (Julia Lauber)&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textüberlieferung ==&lt;br /&gt;
Die gegenwärtig weithin vertretene [[W:Historisch-kritische Methode (Theologie)|historisch-kritische Auffassung]] geht davon aus, dass die Offenbarung gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. von einem frühchristlichen Propheten namens Johannes verfasst wurde, der in enger Beziehung zu den christlichen Gemeinden Kleinasiens stand. Eine Identität mit dem [[Apostel Johannes]] ist damit zwar nicht ausgeschlossen, lässt sich historisch jedoch nicht überzeugend nachweisen. Tatsächlich wird die Gleichsetzung mit dem Verfasser des [[Johannesevangelium|Johannesevangeliums]] heute von einem großen Teil der modernen Forschung abgelehnt oder zumindest als sehr unwahrscheinlich betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offenbarung des Johannes wurde im Vergleich zu den anderen Schriften des Neuen Testaments seltener abgeschrieben, vermutlich wegen der umstrittenen Kanonizität. Unter den 320 erhaltenen [[w:Unziale|Unzialhandschriften]] enthalten nur etwa ein Dutzend Textteile der Offenbarung, und nur wenige davon den vollständigen Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Griechisch des Buches weist zahlreiche Semitismen und grammatikalische Abweichungen von der [[Koine|Koiné]] auf und unterscheidet sich auch stilistisch und sprachlich deutlich von den übrigen neutestamentlichen Schriften. Aufgrund der schwierigen und mehrdeutigen Aussagen kam es beim Abschreiben häufig zu Textänderungen, wodurch sich starke Abweichungen in der Überlieferung ergeben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offenbarung ist daher das textkritisch problematischste Buch des Neuen Testaments. Als wichtigste Handschrift gilt der [[w:Codex Alexandrinus|Codex Alexandrinus]] aus dem [[5. Jahrhundert]], noch vor dem [[w:Codex Sinaiticus|Codex Sinaiticus]], einer unvollständig erhaltene koine-griechische [[Bibel|Vollbibel]] aus dem [[4. Jahrhundert]], während der [[w:Codex Vaticanus|Codex Vaticanus]], der ebenfalls im 4. Jahrhundert geschrieben wurde, den Text der Offenbarung nicht mehr enthält, da sein Schluss verloren ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Offenbarung des Johannes}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Siegfried Gussmann]]: &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, Urachhaus-Verlag 1996, ISBN 978-3825170943&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, übersetzt und kommentiert von Bernd Lampe, Vlg. der Kooperative Dürnau, 4. überarbeitete Auflage, Dürnau 2013, ISBN 978-3888610332&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Offenbarung des Johannes - Eine okkulte Zahlenlehre&#039;&#039;, übersetzt, mit Fußnoten und Kommentaren versehen von Hergen Noordendorp, Novalis Vlg., Schaffhausen 2004, ISBN 978-3907260265&lt;br /&gt;
*  Christiane Haid (Hrsg.), Jaap Sijmons (Hrsg.): &#039;&#039;Apokalypse im Ich: Anthroposophische Perspektiven auf die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2018, ISBN 978-3723516126&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Alexandra Riggins: &#039;&#039;Die sieben apokalyptischen Siegel&#039;&#039;, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums&#039;&#039;, [[GA 8]] (1989), ISBN 3-7274-0080-3; &#039;&#039;&#039;Tb 619&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6190-3 {{Schriften|008}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, [[GA 104]] (1985), ISBN 3-7274-1040-X {{Vorträge|104}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, [[GA 104a]] (1991), ISBN 3-7274-1045-0 {{Vorträge|104a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912&#039;&#039;, [[GA 266/2]] (1996), ISBN 3-7274-2662-4 {{Schule|266b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongreß Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen.&#039;&#039;, [[GA 284]] (1993), ISBN 3-7274-2840-6 {{Vorträge|284}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tapisserie de l&#039;Apocalypse|Apokalypse (Wandteppich)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.bibel-online.net/buch/66.offenbarung/ Die Offenbarung des Johannes] - der gesamte Text nach der Ausgabe der Luther Bibel 1984.&lt;br /&gt;
* [http://theol.uibk.ac.at/leseraum/bibel/offb1.html Die Offenbarung des Johannes] - Einheitsübersetzung&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=vaMhWXD5Hww Hymnenmusik zur Apokalypse] YouTube&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Peter]]: [https://anthro.world/Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vortr%C3%A4ge_von_Wolfgang_Peter Apokalypse des Johannes]. Eine Vortragsreihe über Gott und die Welt bei YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.arte.tv/de/videos/RC-020742/die-apokalypse/ Die Apokalypse - Die Entstehung des Christentums] - Doku in 12 Teilen auf [https://www.arte.tv arte.tv] und auf [https://www.youtube.com/watch?v=uZdX5jL1Ero&amp;amp;list=PLlQWnS27jXh96VaW7tw01IIMbxDcRwrBi YouTube]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apokalypse des Johannes nach Kapitel|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apokalypse des Johannes|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christologie]] &lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Offenbarung des Johannes}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Griechische_Sprache&amp;diff=626857</id>
		<title>Griechische Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Griechische_Sprache&amp;diff=626857"/>
		<updated>2026-10-27T12:07:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AncientGreekDialects (Woodard) de.svg|mini|200px|Verbreitungsgebiet der griechischen Dialekte.]]&lt;br /&gt;
{{Griechische Sprache}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;griechische Sprache&#039;&#039;&#039; ({{elS|ελληνική γλώσσα|ellinikí glóssa|neu=1}}, {{grcS|ἑλληνικὴ γλῶσσα|hellēnikē glõssa|variant=alt}} bzw. [[Wikipedia:Attisches Griechisch|att.]] {{polytonisch|ἑλληνικὴ γλῶττα}} &#039;&#039;hellēnikē glõtta&#039;&#039;) ist eine [[Indogermanische Sprachen|indogermanische Sprache]] mit einer Schrifttradition, die sich über einen Zeitraum von 3400 Jahren erstreckt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.britannica.com/topic/Greek-language &#039;&#039;Greek language&#039;&#039;] in: [[Wikipedia:Encyclopædia Britannica|Encyclopædia Britannica]] (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Das in der Antike verwendete und heute an den Schulen gelehrte &#039;&#039;&#039;[[Wikipedia:Altgriechische Sprache|Altgriechische]]&#039;&#039;&#039; und das heute in [[Wikipedia:Griechenland|Griechenland]] gesprochene &#039;&#039;&#039;[[Wikipedia:Neugriechische Sprache|Neugriechische]]&#039;&#039;&#039; sind verschiedene Stufen der griechischen Sprache. Die Wissenschaft von der altgriechischen Sprache und [[Literatur]] ist die &#039;&#039;&#039;altgriechische Philologie&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Gräzistik&#039;&#039;&#039;. Für das Neugriechische ist die &#039;&#039;&#039;Neogräzistik&#039;&#039;&#039; zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von der Zeit des [[Hellenismus]] bis in die [[Wikipedia:römische Kaiserzeit|römische Kaiserzeit]] (etwa 300 v. Chr. bis 600 n. Chr.) überregional  verwendete griechische Gemeinsprache war die &#039;&#039;&#039;Koine&#039;&#039;&#039; (von {{ELSalt|ἡ κοινὴ διάλεκτος}} &#039;&#039;hē koinè diálektos&#039;&#039;, „der allgemeine Dialekt“, Betonung auf der zweiten Silbe), die auch die Grundlage des &#039;&#039;&#039;Bibelgriechischen&#039;&#039;&#039; bildete und in der griechischen Übersetzung des [[Altes Testament|Alten Testaments]], der [[Wikipedia:Septuaginta|Septuaginta]], und im [[Neues Testament|Neuen Testament]] verwendet wurde&amp;lt;ref&amp;gt;„Die Koine ist auch die Grdl. des sog. &#039;&#039;Bibelgriechisch&#039;&#039;, womit zusammenfassend das Griechisch des AT (griech. Übers. u. urspr. griechisch verf. Schriften) u. des NT bezeichnet wird.“ (Winfried Hamm: Art. &#039;&#039;Griechische Sprache.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Wikipedia:Lexikon für Theologie und Kirche|]]&#039;&#039;. 3. Auflage. Band 4, Herder, Freiburg i. Br. 1995, ISBN 3-45-122004-0, Sp. 1054)&amp;lt;/ref&amp;gt;.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die abendländische Kultur ist maßgeblich durch die Sprache und Kultur des [[Antikes Griechenland|antiken Griechenlands]] geprägt. In griechischer Sprache beginnt die europäische Literatur, Philosophie und Wissenschaft. Bedeutende Werke der Weltliteratur wie die [[Wikipedia:homer|homer]]ischen [[Wikipedia:Epos|Epen]], die großen Dramen von [[Wikipedia:Aischylos|Aischylos]], [[Wikipedia:Sophokles|Sophokles]] und [[Wikipedia:Euripides|Euripides]], die philosophischen Schriften von [[Platon]] und [[Aristoteles]] oder das [[Neues Testament|Neue Testament]] sind auf Griechisch verfasst. In zahlreichen [[Wikipedia:Lehnwort|Lehn]]- und Fremdwörtern ([[Wikipedia:Gräzismus|Gräzismen]]) ist Griechisch in vielen modernen Sprachen lebendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die griechische Sprache zeigt als Sprache überall, daß hinter dem&lt;br /&gt;
griechischen Geistesleben dasjenige steht, was hereingeflossen ist aus&lt;br /&gt;
den alten Imaginationen des ägyptisch-chaldäischen Zeitraumes. Allerdings,&lt;br /&gt;
die heutige Menschheit ist ja oftmals nicht sehr geeignet dazu,&lt;br /&gt;
zu fühlen hinter jedem griechischen Wort dieses Lebendige, das da war&lt;br /&gt;
in der griechischen Seele. Da war das Wort in der Tat mehr eine äußere&lt;br /&gt;
Gebärde für ein volles, inhaltsvolles Erleben. Gewiß, die Imagination,&lt;br /&gt;
das bildhafte, visionelle Vorstellen war nicht mehr in dem Grade bei&lt;br /&gt;
den Griechen vorhanden wie im ägyptisch-chaldäischen Zeitraum.&lt;br /&gt;
Aber den Worten merkt man noch an, daß ein Nachempfinden, ein&lt;br /&gt;
starkes inneres Nacherfühlen in der griechischen Seele lebt von dem,&lt;br /&gt;
was das alte imaginative Vorstellen durchweht hat. Und in das Wort&lt;br /&gt;
drängt sich überall hinein, ich möchte sagen, ein Nichtachten des bloßen&lt;br /&gt;
Wortes in der griechischen Sprache, ein noch Gesättigtsein von&lt;br /&gt;
Seelenhaftigkeit. Den besten überlieferten griechischen Worten merkt&lt;br /&gt;
man diese Seelenhaftigkeit an. Man schaut durch das Wort hindurch;&lt;br /&gt;
man hört nicht das Wort unmittelbar, sondern schaut durch das Wort&lt;br /&gt;
hindurch auf einen Seelenprozeß, der sich abspielt. In der Lautung und&lt;br /&gt;
in der grammatikalischen Konfiguration der griechischen Sprache ist&lt;br /&gt;
dieses ausgedrückt.|171|16}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir modernen Menschen müssen genau unterscheiden zwischen dem&lt;br /&gt;
Begriff und dem Worte. Es würde nur zum Unheil in der menschlichen&lt;br /&gt;
Besonnenheit führen, wenn wir nicht genau unterscheiden würden&lt;br /&gt;
zwischen dem, was im abstrakten Verstande innerlich lebt, und dem,&lt;br /&gt;
was im Worte lebt. Der abstrakte Verstand ist ja auch universell, allgemein&lt;br /&gt;
menschlich. Das Wort lebt in den einzelnen Volkssprachen.&lt;br /&gt;
Wir können schon unterscheiden zwischen dem, was da lebt im Begriffe,&lt;br /&gt;
in der Idee und im Worte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man das, was uns von den Griechen rein historisch vorliegt,&lt;br /&gt;
richtig verstehen, so kommt man nicht zurecht, wenn man den Griechen&lt;br /&gt;
diesen selben Unterschied zuschreibt, wie wir ihn entwickeln im&lt;br /&gt;
Unterscheiden zwischen Begriff und Wort. Die Griechen unterschieden&lt;br /&gt;
nicht mit derselben Stärke Begriff, Idee und Wort. Wenn sie sprachen,&lt;br /&gt;
lebte für sie das, was in der Idee lebt, auf den Flügeln des Wortes. Sie&lt;br /&gt;
glaubten in das Wort hineinzulegen den Begriff. Wenn sie dachten,&lt;br /&gt;
dachten sie nicht in einer abstrakten, intellektualistischen Weise wie&lt;br /&gt;
wir. Es ging durch ihre Seele etwas wie der allerdings unhörbare, aber&lt;br /&gt;
doch Laut des Wortes. Es klang unhörbar in ihnen. Das Wort lebte,&lt;br /&gt;
nicht der abstrakte Begriff.|206|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Griechische Sprache}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts&#039;&#039;, [[GA 171]] (1984), ISBN 3-7274-1710-2 {{Vorträge|171}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Zweiter Teil&#039;&#039;, [[GA 206]] (1991), ISBN 3-7274-2060-X {{Vorträge|206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einzelsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Griechisch|!]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indogermanische Sprachen]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Apokalypse_des_Johannes&amp;diff=626856</id>
		<title>Apokalypse des Johannes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Apokalypse_des_Johannes&amp;diff=626856"/>
		<updated>2026-10-27T12:02:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Textüberlieferung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;gt;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter Vortragsreihe rund um die «Apokalypse des Johannes» von Wolfgang Peter]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden &#039;&#039;&#039;Dienstag&#039;&#039;&#039; live ab &#039;&#039;&#039;19h&#039;&#039;&#039;. Die Vorträge sind frei zugänglich und können wenig später auch als Video, Audio und als transkripierter Text abgerufen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mehr Infos dazu auf auf [[Datei:Rosenfenster-gelb.png|20px|link=https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter|anthro.world]]&amp;amp;nbsp;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter anthro.world]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Datei:Johannes auf Patmos Hans Memling.jpg|thumb|[[Johannes (Evangelist)|Johannes]] schaut auf [[Patmos]] die Apokalypse, Altarbild von [[Wikipedia:Hans Memling|Hans Memling]], entstanden 1474-79]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Apokalypse&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|αποκάλυψις}} „Enthüllung, [[Offenbarung]]“; [[Englische Sprache|eng.]] &#039;&#039;revelation&#039;&#039;) oder &#039;&#039;&#039;Offenbarung des Johannes&#039;&#039;&#039; ist das letzte Buch des [[Neues Testament|Neuen Testaments]] der [[Bibel]]. Sie umfasst 22 Kapitel und gibt eine Vorschau auf die künftige Entwicklung der [[Menschheit]] und der [[Erde]] und enthüllt zugleich das Wesen des [[Christus]] und ist damit gemäß den Anfangsworten die &#039;&#039;&#039;Apokalypsis Jesu Christi&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|Ἀποκάλυψις Ἰησοῦ Χριστοῦ}} &#039;&#039;Apokalypsis Jesu Christu&#039;&#039;), die &#039;&#039;&#039;Offenbarung Jesu Christi&#039;&#039;&#039;. Ihr Verfasser ist laut [[Rudolf Steiner]] der [[Johannes (Evangelist)|Evangelist Johannes]], der auch das [[Johannesevangelium]] und die [[Briefe des Johannes|Johannes-Briefe]] geschrieben haben soll. Nach traditioneller theologischer Auffassung ist er identisch mit dem [[Apostel Johannes]] und mit dem im [[Johannes-Evangelium]] namentlich nicht genannten [[Lieblingsjünger]] [[Jesus Christus|Jesu]], der nach den Angaben [[Rudolf Steiner]]s zudem niemand anderer als der durch den [[Christus]] von den Toten wiedererweckte [[Lazarus]] war und damit zugleich zum ersten durch den Christus selbst [[Eingeweihter|Eingeweihten]] wurde. Die Offenbarung des Johannes ist die Frucht einer umfassenden [[Geistige Schau|geistigen Schau]], die er nach eigenen Angaben auf der Insel [[Patmos]] empfing {{Bibel|Off|1|9-20|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistiger Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] sieht in der «Apokalypse des Johannes» eine Erneuerung der antiken [[Mysterien]], die in [[Christentum|christlicher]] Form allen [[Mensch]]en zugänglich gemacht werden sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|An die Stelle der vielen Mysterien sollte das&lt;br /&gt;
Eine, das Urmysterium, das christliche, treten. Jesus, in&lt;br /&gt;
dem der Logos Fleisch geworden, sollte der Initiator einer&lt;br /&gt;
ganzen Menschheit sein. Und diese Menschheit sollte seine&lt;br /&gt;
eigene Mystengemeinde werden. Nicht Absonderung Erwählter,&lt;br /&gt;
sondern Zusammenschluß aller sollte stattfinden.&lt;br /&gt;
Nach Maßgabe seiner Reife sollte jeder ein Myste &#039;&#039;werden können&#039;&#039;. Allen erklingt die Botschaft; wer ein Ohr hat, sie&lt;br /&gt;
zu hören, der eilt herbei, ihre Geheimnisse zu vernehmen.&lt;br /&gt;
Die Stimme des Herzens soll bei jedem einzelnen entscheiden.&lt;br /&gt;
Nicht hineingeführt in die Mysterientempel soll dieser&lt;br /&gt;
oder jener werden, sondern zu allen sollte das Wort gesprochen&lt;br /&gt;
werden; der eine vermag es dann weniger stark,&lt;br /&gt;
der andere stärker zu hören. Dem Dämon, dem Engel in&lt;br /&gt;
der eigenen Brust des Menschen wird anheimgegeben, wie&lt;br /&gt;
weit er eingeweiht werden kann. Die ganze Welt ist ein&lt;br /&gt;
Mysterientempel. Nicht nur jene sollen selig werden, die&lt;br /&gt;
in den besonderen Mysterientempeln die wunderbaren Verrichtungen&lt;br /&gt;
schauen, die ihnen eine Gewähr geben sollen für&lt;br /&gt;
das Ewige, sondern «Selig sind, die nicht &#039;&#039;schauen&#039;&#039; und doch&lt;br /&gt;
&#039;&#039;glauben&#039;&#039;». Mögen sie auch zunächst im Finstern tappen,&lt;br /&gt;
vielleicht kommt doch noch das Licht zu ihnen. Keinem&lt;br /&gt;
soll etwas vorenthalten werden; jedem soll der Weg&lt;br /&gt;
offen stehen. - Anschaulich werden dann weiter in der&lt;br /&gt;
Apokalypse die Gefahren geschildert, die dem Christlichen&lt;br /&gt;
von dem Antichristlichen drohen können, und wie dann&lt;br /&gt;
das Christliche dennoch siegen muß. Alle andern Götter&lt;br /&gt;
gehen auf in der Einen christlichen Göttlichkeit: «Und die&lt;br /&gt;
Stadt bedarf keiner Sonne, noch des Mondes, daß sie ihr&lt;br /&gt;
scheinen; denn die Offenbarung Gottes erleuchtet sie, und&lt;br /&gt;
ihre Leuchte ist das Lamm» (Kap. 21, V 23). Es ist das Mysterium&lt;br /&gt;
der «Offenbarung St. Johannis», daß die Mysterien&lt;br /&gt;
nicht mehr verschlossen sein sollen. «Und er spricht zu mir:&lt;br /&gt;
Versiegle &#039;&#039;nicht&#039;&#039; die Worte der Weissagung in diesem Buche;&lt;br /&gt;
denn die Gottheit ist nahe.» - Was der Verfasser der Apokalypse&lt;br /&gt;
für einen Glauben hatte über das Verhältnis &#039;&#039;seiner&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Kirche zu den alten Kirchen: &#039;&#039;das&#039;&#039; hat er dargelegt. Er hat&lt;br /&gt;
sich über die Mysterien selbst in einem geistigen Mysterium&lt;br /&gt;
aussprechen wollen. Auf der Insel &#039;&#039;Patmos&#039;&#039; hat der Verfasser&lt;br /&gt;
sein Mysterium geschrieben. In einer &#039;&#039;Grotte&#039;&#039; soll er die&lt;br /&gt;
«Offenbarung» erhalten haben. In dieser Mitteilung ist&lt;br /&gt;
selbst der Mysteriencharakter der Offenbarung ausgedrückt.&lt;br /&gt;
- Also aus den Mysterien ist das Christentum hervorgegangen.&lt;br /&gt;
Seine Weisheit wird in der Apokalypse selbst&lt;br /&gt;
als ein Mysterium geboren; aber als ein Mysterium, das über&lt;br /&gt;
den Rahmen der alten Mysterienwelt hinausgehen will. Das&lt;br /&gt;
Einzelmysterium soll universelles Mysterium werden. - Es&lt;br /&gt;
könnte ein Widerspruch darin gefunden werden, daß hier&lt;br /&gt;
gesagt wird, die Geheimnisse der Mysterien seien durch das&lt;br /&gt;
Christentum offenbar geworden, und daß dann doch wieder&lt;br /&gt;
in dem Erleben der geistigen Schauungen des Apokalyptikers&lt;br /&gt;
ein christliches Mysterium gesehen wird. Der Widerspruch&lt;br /&gt;
löst sich, sobald man bedenkt: die Geheimnisse&lt;br /&gt;
der &#039;&#039;alten&#039;&#039; Mysterien sind durch die Vorgänge in Palästina&lt;br /&gt;
offenbar geworden. Dadurch hat sich enthüllt, was vorher&lt;br /&gt;
verhüllt in den Mysterien war. Ein neues Geheimnis ist&lt;br /&gt;
nun, was in die Weltentwicklung durch die Erscheinung&lt;br /&gt;
Christi eingefügt worden ist. Der alte Eingeweihte erlebte&lt;br /&gt;
in der geistigen Welt, wie die Entwicklung auf den noch&lt;br /&gt;
«verborgenen Christus» hinweist; der christliche Eingeweihte&lt;br /&gt;
erfährt die verborgenen Wirkungen des «offenbaren&lt;br /&gt;
Christus».|8|143ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[Rudolf Steiner]] musste Johannes ganz besondere Bedingungen herstellen, um seine Offenbarung in reiner Form empfangen zu können. Um sich von den Einflüssen seiner unmittelbaren Gegenwart zu befreien, versetzte er sich geistig an den Abend des [[30. September]]s [[395]], an dem eine ganze besondere [[Himmelskonstellation vom 30. September 395|Sternenkonstellation]] gegeben war.&amp;lt;ref&amp;gt;„Im Jahre&lt;br /&gt;
1912 erschien in deutscher Übersetzung eine astronomisch-historische Untersuchung&lt;br /&gt;
von [[Nikolaus Morosow]] (*1854) über die Offenbarung Johannis («Offenbarung in Gewitter und Sturm», Petersburg 1907; deutsch: «[[Die Offenbarung Johannis – Eine astronomisch-historische Untersuchung|Die Offenbarung&lt;br /&gt;
Johannis. Eine astronomisch-historische Untersuchung von Nikolaus Morosow]]»,&lt;br /&gt;
mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Arthur Drews, Stuttgart 1912). Darin kommt&lt;br /&gt;
Morosow bei der Datierung der in der Apokalypse enthaltenen Sternenkonstellation&lt;br /&gt;
auf eben diesen 30. September 395. Aus diesem Grunde gibt er auch den zu&lt;br /&gt;
dieser Zeit lebenden Johannes Chrysostomos als Verfasser der Apokalypse an&lt;br /&gt;
... Nicht erklärbar ist damit allerdings - nach den&lt;br /&gt;
Worten von Arthur Drews -, wieso schon vor dem Jahre 395 zahlreiche christliche&lt;br /&gt;
Schriftsteller auf die Apokalypse Bezug nehmen.“ {{GZ||266b|484|485}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Sonne]] stand zu diesem Zeitpunkt im [[Jungfrau (Sternbild)|Sternbild Jungfrau]]. Das fand seinen Ausdruck im [[5. apokalyptisches Siegel|5. apokalyptischen Siegelbild]]: Die [[Jungfrau, mit der Sonne bekleidet, den Mond zu ihren Füßen]]. In den Aufzeichnungen B&amp;lt;ref&amp;gt;Die Aufzeichnung B liegt in der Handschrift von Nelly Lichtenberg vor.{{GZ||266b|485|486}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zu einer am [[5. März]] [[1911]] in [[w:Hannover|Hannover]] gehaltenen esoterischen Stunde heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alles was wir erleben an Freuden und Leiden, ist wie ein&lt;br /&gt;
Nebel um uns herum, der das Geistige verdeckt, dasselbe Geistige,&lt;br /&gt;
das wir finden, wenn wir die äußere Decke durchstoßen.&lt;br /&gt;
Damit sich die Menschheit wieder fortentwickelt zum Geistigen&lt;br /&gt;
hin, gibt es von Zeit zu Zeit Menschen, welche weiter vorgeschritten&lt;br /&gt;
sind, als es die augenblickliche Entwicklung zuläßt,&lt;br /&gt;
und welche Mitteilungen zu machen haben über Zeiten, die weit&lt;br /&gt;
hinaus in die Zukunft der Menschheitsentwicklung hineinreichen.&lt;br /&gt;
Ein solcher war der Schreiber der Apokalypse, Johannes.&lt;br /&gt;
Aber ehe er diese Offenbarung der zukünftigen Menschheitszustände&lt;br /&gt;
schrieb, da sagte er sich: Bevor ich das kann, muß ich&lt;br /&gt;
dazu gelangen, ganz aus meiner jetzigen Umgebung herauszukommen,&lt;br /&gt;
in welcher ich beeinflußt werde von meinem eigenen&lt;br /&gt;
Selbst, das in meinem Körper eingeschlossen ist, von mir selbst,&lt;br /&gt;
der ich verbunden und gebunden bin an alles das, was mich&lt;br /&gt;
ringsum umgibt. - Von alle dem muß ich mich frei machen. Wie&lt;br /&gt;
auf einen Fels mußte er sich stellen, der ihm als feste Grundlage&lt;br /&gt;
diente, auf dem er nicht wankte, auf dem er von nichts beeinflußt&lt;br /&gt;
werden konnte, was um ihn und in ihm wogte und lebte. -&lt;br /&gt;
Und er versetzte sich an den Abend des 30. September des Jahres&lt;br /&gt;
395 bei Sonnenuntergang auf die Insel Patmos. Als die Sonne&lt;br /&gt;
am Horizonte beinah verschwunden war, als die Sterne und der&lt;br /&gt;
Mond hervortraten, da stand am westlichen Himmel das Sternbild&lt;br /&gt;
der Jungfrau, bestrahlt von der untergehenden Sonne, unter&lt;br /&gt;
ihr, zu ihren Füßen der Mond. Dies Bild, die Jungfrau mit der&lt;br /&gt;
strahlenden Sonne, zu ihren Füßen der Mond, ist wiedergegeben&lt;br /&gt;
in dem einen Siegel. - So sind alle Siegel herausgeholt aus tief&lt;br /&gt;
mystischen Zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes hatte also die äußere Decke in dieser Richtung hin&lt;br /&gt;
durchstoßen, in der Richtung des Sternbildes der Jungfrau. So&lt;br /&gt;
gibt es aber zwölf Richtungen, nach den zwölf Sternbildern, sieben&lt;br /&gt;
davon sind gute; fünf davon sind mehr oder weniger gefährlich.&lt;br /&gt;
So wie nun Johannes sich diese ganz bestimmten Punkte in&lt;br /&gt;
der Zeit und dem Raum ausersah, um sich ganz von sich selbst&lt;br /&gt;
und allem Zeitlichen, was ihn umgab, loszulösen, so muß der&lt;br /&gt;
Rosenkreuzerschüler in sich einen festen Halt finden, sich einen&lt;br /&gt;
festen Grund erringen [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In sich muß man einen festen Halt gewinnen,&lt;br /&gt;
wie Johannes, als er die Apokalypse schreiben wollte und&lt;br /&gt;
sich versetzte an den Abend des 30. Septembers 395 auf die Insel&lt;br /&gt;
Patmos. Dies kann auch astronomisch nachgeprüft werden, diese&lt;br /&gt;
Stellung der Gestirne - Sonne, Jungfrau, Mond - und es ist&lt;br /&gt;
nachgeprüft worden. Und daraus zieht die materialistische Wissenschaft&lt;br /&gt;
nun den Schluß: Also ist damals die Apokalypse geschrieben&lt;br /&gt;
worden. Und dann heißt es, die Wissenschaft hat dies&lt;br /&gt;
festgestellt. So stellt die Wissenschaft fest!|266b|153ff|154}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
{{Positionskarte+&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|caption=Geographische Lage der Insel [[Patmos]], nordöstlich davon [[Ephesos]]&lt;br /&gt;
|width=400&lt;br /&gt;
|float=right&lt;br /&gt;
|Alternativkarte=Turkey relief location map.jpg&lt;br /&gt;
|places=&lt;br /&gt;
{{Positionskarte~&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|label=&#039;&#039;&#039;[[Ephesos]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|lat = 37.939722&lt;br /&gt;
|long = 27.340833&lt;br /&gt;
|region = TR&lt;br /&gt;
|position=right&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Positionskarte~&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|label=&#039;&#039;&#039;[[Patmos]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|lat = 37/18/39&lt;br /&gt;
|long = 26/32/57&lt;br /&gt;
|region = TR&lt;br /&gt;
|position=right&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der eigentliche Inhalt der Apokalypse wird schon aus den ersten Worten deutlich: {{lang|grc|Ἀποκάλυψις Ἰησοῦ Χριστοῦ}} &#039;&#039;Apokalypsis Jesou Christou&#039;&#039; - es geht um die Wesensenthüllung [[Jesu Christi]], dem göttlichen [[Makrokosmos|makrokosmischen]] [[Welten-Ich]], und das ihm gleichgeartete [[Mikrokosmos|mikrokosmische]]  [[Ich]] des [[Mensch]]en, von dem der [[Christus]] (nach der Übersetzung von [[Emil Bock]]) sagt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;„Die gleiche Vollmacht des Ich soll ihm eigen sein, die ich von meinem Vater empfangen habe. Und ich will ihm den [[Morgenstern]] geben.“ (Off 2,27-28&amp;lt;ref&amp;gt;nach der Übersetzung von [[Emil Bock]]&amp;lt;/ref&amp;gt;)&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Vollmacht des Ich, von der im [[Sendschreiben]] an die Gemeinde von [[Thyatira]] gesprochen wird, soll sich der Mensch allmählich erwerben, indem er die Apokalypse oder ähnlich geartete Einweihungsschriften nicht nur studiert und kommentiert, sondern so verinnerlicht und zu eigen macht, dass er durch sein Ich selbst zum Offenbarer Christi wird. Dann wird ihm der [[Morgenstern]] gegeben, der für die zukünftige Entwicklung der [[Erde (Planet)|Erde]] und der mit ihr verbundenen [[Menschheit]] steht, die in unsere Hände gelegt ist. Im Gegensatz zu dem im 5. Kapitel beschriebenen [[Das Buch mit den sieben Siegeln|Buch mit den sieben Siegeln]] ist die Apokalypse selbst &#039;&#039;nicht&#039;&#039; [[Versiegelung|versiegelt]] und nur den [[Eingeweihter|Eingeweihten]] zugänglich, sondern jedem, der guten Willens ist. Dafür zu sorgen, wird [[Johannes (Evangelist)|Johannes]] nachdrücklich aufgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;„Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch; denn die Zeit ist nahe!“ {{Bibel|Off|22|10|LUT}}&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst in dieser Weise zum Apokalyptiker zu werden, hat [[Rudolf Steiner]] namentlich den [[Priester|Priestern]] der [[Christengemeinschaft]] ans Herz gelegt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%;&amp;quot; style=&amp;quot;margin: 0.1em 0.1em 0.1em 0.1em; padding: 0.1em 0.1em 0.1em 0.1em; font-size: 105%; background-color: #ddddff; border: 1px solid #aaaaff;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|{{GZ|Es hat gar&lt;br /&gt;
keine Bedeutung, die Apokalypse so zu nehmen, daß man sie lediglich kommentiert. Es hat einzig und allein einen Sinn, wenn man an der Apokalypse selbst zum Apokalyptiker wird und aus diesem Apokalyptiker-Werden seine Zeit so verstehen lernt, daß man die Impulse dieser Zeit zu Impulsen des eigenen Wirkens machen kann.|346|125}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 1 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 01 (Tafel VII) AS.jpg|thumb|Erstes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Apokalypsis Jesu Christi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin das A und W , Der Anfang (arché) und das Ende (télos), spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erstes apokalyptisches Siegel|1. Siegelbild]]: 7 goldene Leuchter (=Gemeinden) ; der Menschensohn mit den 7 Sternen (die Engel der 7 Gemeinden) in seiner Rechten, im langen Gewand, begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel; sein Haar wie weiße Wolle, Augen wie Feuerflammen, Füße wie goldenes Erz und eine Stimme wie großes Wasserrauschen; aus seinem Munde ging ein scharfes zweischneidiges Schwert und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne in ihrer Macht (dynameis).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin der Erste (protos) und der Letzte (eschaton) und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit (Äon) zu Ewigkeit und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 2 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Sieben Sendschreiben}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sendschreiben an die 7 Gemeinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ephesus]]: der Herr mit den 7 Sternen&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Smyrna]]: das sagt der Erste und der Letzte:&lt;br /&gt;
:Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pergamon]]: der mit dem scharfen, zweischneidigen Schwert:&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein; auf dem Stein aber steht ein neuer Name geschrieben, welchen niemand kennt, als der ihn empfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thyatira]]: Sohn Gottes mit Augen wie Feuerflammen und Füßen wie goldenes Erz:&lt;br /&gt;
:Wer überwindet ...ich will ihm geben den [[Morgenstern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kulturepochen.png|mini|center|950px|&amp;lt;center&amp;gt;Die Kulturepochen in Zusammenhang mit den Sendschreiben an die 7 Gemeinden in Kleinasien (Julia Lauber)&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sardes]]: der die 7 Geister Gottes hat und die 7 Sterne:&lt;br /&gt;
:Du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot.&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Philadelphia]]: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf.&lt;br /&gt;
:Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme!&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes ... und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des Neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt, und meinen Namen, den Neuen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Laodicea]]: Das sagt, der da Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:&lt;br /&gt;
:Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich!&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kulturepochen.png|center|950px|Die Kulturepochen in Zusammenhang mit den Sendschreiben an die 7 Gemeinden in Kleinasien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 4 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 02 (Tafel VIII) AS.jpg|thumb|Zweites apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Ein Engel mit Posaunenstimme sprach zu mir ... und siehe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zweites apokalyptisches Siegel|2. Siegelbild]]: Ein Thron wie Jaspis und Sarder, worauf einer saß; ein Regenbogen wie Smaragd; herum die 24 Ältesten mit weißen Kleidern und goldenen Kronen; 7 Fackeln mit Feuer; vor dem Thron das gläserne Meer; die 4 Sphinxtiere (Löwe, Stier, Adler, Mensch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Einmal gab es eine Zeit, wo unsere Erde eine viel weichere&lt;br /&gt;
Materie hatte als heute, wo noch nicht Fels und Stein so verfestigt&lt;br /&gt;
waren wie heute, wo die Pflanzenformen noch anders aussahen, wo&lt;br /&gt;
das Ganze wie ein Urmeer in Wasserhöhlen eingebettet war, wo&lt;br /&gt;
Luft und Wasser nicht geschieden waren, wo von all den Wesen,&lt;br /&gt;
die heute auf der Erde wohnen, Tiere und Pflanzen im Wasser ausgebildet&lt;br /&gt;
waren. Als die mineralischen Wesen anfingen ihre heutige&lt;br /&gt;
Form zu bekommen, da konnte man sagen: Der Mensch trat aus&lt;br /&gt;
der Unsichtbarkeit hervor. So stellte er sich dem Einzuweihenden&lt;br /&gt;
dar. Außen mit einer Art von Schale umgeben, stieg er aus den&lt;br /&gt;
Regionen herunter, die heute die Luftregionen sind. Der Mensch&lt;br /&gt;
war noch nicht dicht physisch da, als das Tier schon im Fleisch&lt;br /&gt;
vorhanden war. Er war eine feine Luftwesenheit, selbst in den&lt;br /&gt;
lemurischen Zeiten noch. Und er hat sich so herausgegliedert, daß&lt;br /&gt;
sich das hellseherische Bild darstellt mit den vier Gruppenseelen:&lt;br /&gt;
auf der einen Seite wie ein Löwenbild, auf der anderen wie das&lt;br /&gt;
Bild eines Stieres, oben wie das eines Adlers, und in der Mitte&lt;br /&gt;
unten etwas, was schon menschenähnlich ist. So zeigt sich das hellseherische&lt;br /&gt;
Bild. So kommt aus dem Dunkel des Geisterlandes heraus&lt;br /&gt;
der Mensch. Und das, was ihn an Kraft ausgebildet hat, das&lt;br /&gt;
erscheint in einer Art Regenbogenbildung. Die mehr physischen&lt;br /&gt;
Kräfte umgeben die ganze Bildung dieses Menschen wie ein Regenbogen.&lt;br /&gt;
— Man muß auf den verschiedensten Gebieten und in der&lt;br /&gt;
verschiedensten Weise dieses Menschwerden schildern. Jetzt wird&lt;br /&gt;
es geschildert, wie es dem Forscher im Rückblick erscheint: wie&lt;br /&gt;
diese vier Gruppenseelen sich herausgestaltet haben aus dem&lt;br /&gt;
gemeinsamen Göttlich-Menschlichen, das heruntersteigt. Man hat&lt;br /&gt;
von jeher diesen Moment symbolisch in die Form gebracht, die Sie&lt;br /&gt;
auf dem zweiten der sogenannten sieben okkulten Siegel dargestellt&lt;br /&gt;
finden. Das ist die symbolische Darstellung, sie ist aber mehr als&lt;br /&gt;
ein bloßes Symbolum. Da haben Sie herauskommend aus dem&lt;br /&gt;
unbestimmten Geistigen diese vier Gruppenseelen, den Regenbogen&lt;br /&gt;
ringsherum und eine Zwölfzahl. Wir müssen auch verstehen,&lt;br /&gt;
was diese Zwölfzahl bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das herauskommen sehen, was eben geschildert worden&lt;br /&gt;
ist, so haben Sie hellseherisch das Gefühl: Das ist von etwas&lt;br /&gt;
umgeben, was ganz anderer Wesenheit und Art ist als das, was da&lt;br /&gt;
heraustritt aus dem unbestimmten Geistigen. Und das, wovon es&lt;br /&gt;
umgeben ist, das symbolisierte man in alten Zeiten in dem Tierkreis,&lt;br /&gt;
in den zwölf Zeichen des Tierkreises.|104|58f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 5 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Rechten dessen, der am Thron saß ein Buch mit 7 Siegeln, die niemand öffnen kann außer das Lamm mit den 7 Hörnern und den 7 Augen (= 7 Geister Gottes). Und die 4 Gestalten und die 24 Ältesten fielen vor ihm nieder und jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 6 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 03 (Tafel IX) AS.jpg|thumb|Drittes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[Drittes apokalyptisches Siegel|3. Siegelbild]] (Siegel und Posaunen):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Siegel: weißes Pferd; der Reiter hatte einen Bogen und ihm wurde eine Krone gegeben.&lt;br /&gt;
2. Siegel: feuerrotes Pferd; er soll den Frieden von der Erde nehmen und ihm ward ein großes Schwert gegeben.&lt;br /&gt;
3. Siegel: schwarzes Pferd; der Reiter hatte eine Waage in seiner Hand.&lt;br /&gt;
4. Siegel: fahles Pferd; der Name des Reiters hieß Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihm ward Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und Hunger und Tod und durch die wilden Tiere auf Erden.&lt;br /&gt;
5. Siegel: die Seelen derer, die getötet waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen; jedem wurde ein weiße Kleid gegeben.&lt;br /&gt;
6. Siegel: Der Tag des Zorns des Lammes: großes Erdbeben; die Sonne ward finster wie ein schwarzer Sack; der Mond wie Blut und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde und der Himmel entwich, wie ein Buch zusammengerollt wird.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 7 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen andern Engel aufsteigen vom Aufgang der Sonne, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: [[144.000]] und dann eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgendeine Hitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 8 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegel: da ward eine große Stille für eine halbe Stunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Engel kam mit einem goldenen Räuchergefäß und er schüttete das Feuer auf die Erde. Und 7 Engel mit [[Die sieben Posaunen|7 Posaunen]] hatten sich gerüstet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Posaune: Hagel und Feuer, mit Blut gemengt fiel auf die Erde und der dritte Teil der Erde verbrannte, der dritte Teil der Bäume und alles grüne Gras.&lt;br /&gt;
2. Posaune: wie ein großer Berg mit Feuer brennend fuhr in das Meer; und der dritte Teil des Meeres ward Blut; und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde.&lt;br /&gt;
3. Posaune: ein großer Stern mit dem Namen Wermut fiel vom Himmel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und Brunnen, so daß sie bitter wurden.&lt;br /&gt;
4. Posaune: der dritte Teil der Sonne, des Mondes und der Sterne ward verfinstert; und ich sah einen Adler fliegen durch des Himmels Mitte und hörte:&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wehe, wehe, wehe denen, die auf Erden wohnen, um der andern Posaunen willen der drei Engel, die nun ihre Stimme erheben sollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 9 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Posaune: ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. Rauch stieg aus dem Brunnen und Heuschrecken wie Skorpione, gleich Rossen zum Krieg gerüstet, auf ihrem Haupt wie Kronen aus Gold, mit Menschenantlitz und Zähnen wie Löwen; sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds (Abaddon = Apollyon) – das erste Wehe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Posaune: eine Stimme von den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott: Löse die 4 Engel, die gebunden sind an den großen Wasserstrom Euphrat. Sie töteten den dritten Teil der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Zahl des reitenden Volkes war vieltausendmal tausend: die Rosse hatten feurige, blaue und schwefelgelbe Panzer und Löwenhäupter und aus ihren Mäulern ging Feuer, Rauch und Schwefel; ihre Schwänze waren Schlangen gleich und hatten Häupter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 10 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 04 (Tafel X) AS.jpg|thumb|Viertes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[4. apokalyptisches Siegel|4. Siegelbild]]: Ein Engel kam vom Himmel herab, mit einer [[Wolke]] bekleidet und dem [[Regenbogen]] auf dem Haupt und ein Antlitz wie die [[Sonne]] und Füße wie Feuersäulen. Und er hatte ein [[Buch]] in seiner Hand, das war aufgetan. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde. Und er gebot mir, das Buch zu verschlingen. Es war im Munde wie [[Honig]], doch grimmig im Bauch. Dieses Buch enthält die Botschaft des [[Christus]] und entfaltet, wenn es verschlungen wird, die lebendige Kraft der [[Liebe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Höchste, das uns gegeben&lt;br /&gt;
werden kann, ist die Botschaft von Christus Jesus. Wohl müssen&lt;br /&gt;
wir sie aufnehmen, und nicht bloß mit dem Verstand. Wir müssen&lt;br /&gt;
sie in unser Innerstes aufnehmen, wie man die Nahrung im physischen&lt;br /&gt;
Leibe aufnimmt. Und indem die Menschheit sich durch&lt;br /&gt;
diese Kulturstufe hinüberentwickelt, wird sie immer mehr und&lt;br /&gt;
mehr die frohe Botschaft in ihr Inneres aufnehmen, und gerade&lt;br /&gt;
die Aufnahme der Botschaft der Liebe wird sie als das Ergebnis&lt;br /&gt;
der Erdenmission zu betrachten haben. In den Evangelien, in dem&lt;br /&gt;
«Buche», ist die Kraft der Liebe enthalten, alle Kraft der Liebe.&lt;br /&gt;
Und der Seher kann nichts anderes sagen als: Ich sehe im Geiste&lt;br /&gt;
eine Zeit vor mir, wo dasjenige, was im Evangelium ist, nicht mehr&lt;br /&gt;
in einem Buche draußen sein wird, sondern wo das verschlungen&lt;br /&gt;
sein wird vom Menschen selber.|104|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Füße wie Feuersäulen sind die die beiden Säulen, [[Stärke]] und [[Weisheit]], auf denen die ganze [[Erdentwicklung]] beruht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unsere Erdenentwickelung beruht auf zweierlei. Unserer Erde&lt;br /&gt;
ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen den Kosmos der&lt;br /&gt;
Weisheit, und ihm ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen&lt;br /&gt;
— das Wort sagt freilich nicht viel, aber wir müssen es gebrauchen,&lt;br /&gt;
weil es gebräuchlich geworden ist — den Kosmos der Stärke,&lt;br /&gt;
der Kraft. Weisheit und Stärke ist es, was die Erde als Erbschaft&lt;br /&gt;
von früheren Entwickelungsstufen, vom alten Mond und der alten&lt;br /&gt;
Sonne übernommen hat. Wir werden sehen, wie innerhalb unserer&lt;br /&gt;
Erdenentwickelung das auch zum Ausdruck kommt dadurch, daß&lt;br /&gt;
wir die erste Hälfte der Erdenentwickelung nach dem Vertreter der&lt;br /&gt;
Sonnenkraft, dem Mars, benennen. Denn jetzt brauchen wir nur zu&lt;br /&gt;
bedenken, daß wir innerhalb unserer Erdenefttwickelung im Mars&lt;br /&gt;
dasjenige haben, was der Erde eingepflanzt hat das Eisen. Wir&lt;br /&gt;
sehen im Mars den Bringer von Stärke. Und in dem, was die zweite&lt;br /&gt;
Hälfte der Erdenentwickelung beherrscht, haben wir den Stellvertreter&lt;br /&gt;
der alten Mondenentwickelung, den Merkur, welcher der&lt;br /&gt;
Erde die alte Erbschaft des Mondes, die Weisheit, einverleibt. So&lt;br /&gt;
setzt sich uns die Erdenentwickelung zusammen aus Mars- und&lt;br /&gt;
Merkurentwickelung. Sie hat als Erbschaft übernommen zwei starke,&lt;br /&gt;
gewaltige Kräfte. Das, was sie ererbt hat vom Kosmos der Stärke,&lt;br /&gt;
drückt sich aus im Mars, und was sie ererbt hat vom Kosmos der&lt;br /&gt;
Weisheit, drückt sich im Merkur aus. Sie, die Erde selber, soll hinzubringen&lt;br /&gt;
die Liebe durch ihre Mission. Diese Liebe soll als das&lt;br /&gt;
Ergebnis der Erdenentwickelung sich herrlich offenbaren. Das ist&lt;br /&gt;
ein sehr tiefer Gedanke des Apokalyptikers. Das ist der tiefe&lt;br /&gt;
Gedanke, der außerdem anknüpft an die ganze übrige Erdenentwickelung.|104|169f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diese zwei Säulen stellen dar die&lt;br /&gt;
zwei Teile der Erdenmission, die zwei Erbschaften, die der Mensch&lt;br /&gt;
gemacht hat von früheren Zeiten. Und über ihnen symbolisiert sich&lt;br /&gt;
dasjenige, was durch die Erde selber erreicht werden soll: die Liebe,&lt;br /&gt;
die sich darlebt, herrlich sich offenbarend, die gestützt wird durch&lt;br /&gt;
diese Erbschaften.|104|170f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 11 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir ward ein Rohr gegeben: miß den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten, aber den Vorhof laß weg. Mit dem Tempel ist hier der Tempel der Seele gemeint, der in allen Maßen stimmen muss, wenn das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]], d.h. die nächste Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], der [[Neuer Jupiter|Neue Jupiter]], in rechter Weise aufgebaut werden soll. Der [[Physischer Leib|physische Leib]] und der [[Ätherleib]] haben zu diesem Zeitpunkt ihre Aufgabe erfüllt und müssen abgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie sich Ihre heutige Seele in Ihrem heutigen Leibe, den Sie vom&lt;br /&gt;
Monde ererbt haben, entwickelt, so wird sich die künftige Seele in&lt;br /&gt;
demjenigen entwickeln, was Sie selber aus ihrem Leibe machen.&lt;br /&gt;
Daher bezeichnet man den Leib, dasjenige, was die Seele, das Ich&lt;br /&gt;
umkleidet, umhüllt, was von diesem Ich bewohnt wird, als den&lt;br /&gt;
Tempel der im Innern befindlichen Ichheit, den Tempel der im&lt;br /&gt;
Menschen lebendigen Göttlichkeit, den Tempel Gottes. Indem Sie&lt;br /&gt;
also diesen Leib gestalten, bauen Sie einen künftigen Tempel, das&lt;br /&gt;
heißt die neue Verkörperung der Erde, auf. Sie bauen in den richtigen&lt;br /&gt;
Maßen den Jupiter auf, indem Sie den menschlichen Leib in&lt;br /&gt;
der richtigen Weise ausgestalten. Was muß daher zum Vorschein&lt;br /&gt;
kommen, wenn die Erde am Ziel angekommen sein wird? Ein in&lt;br /&gt;
allen Maßen stimmender Tempel der Seele. Daher wird dem Eingeweihten&lt;br /&gt;
der Auftrag gegeben, diesen Tempel, den der Mensch&lt;br /&gt;
dann gebaut haben wird, zu untersuchen. Daß die Seele das Richtige&lt;br /&gt;
gemacht hat, wird dadurch zum Vorschein kommen, daß er&lt;br /&gt;
gemessen wird, dieser Tempel Gottes. «Und es ward mir ein Rohr&lt;br /&gt;
gegeben, einem Stecken gleich, und er sprach: Stehe auf und miß&lt;br /&gt;
den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten. Aber&lt;br /&gt;
den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus!» (Kapitel 11, 1.)&lt;br /&gt;
Das heißt: Alles dasjenige muß hinausgeworfen werden aus dem&lt;br /&gt;
Tempel, was zur Vorbereitung da war. Der Mensch mußte erst physischen&lt;br /&gt;
Leib und Ätherleib haben, bevor er drinnen arbeiten&lt;br /&gt;
konnte. Dieser physische Leib und der Ätherleib, die sind der Vorhof:&lt;br /&gt;
die müssen abfallen, die wirf hinaus. — Dasjenige, was der&lt;br /&gt;
Mensch allein gemacht hat, das behält er. Das ist der Tempel, in&lt;br /&gt;
dem wohnen sollen neue Wesen zur Zeit des Jupiter-Daseins.|104|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Zeugen will ich geben, die sollen weissagen [[1260 (Zahl)|1260]] Tage, angetan mit Trauerkleidern. Und wenn sie ihr Zeugnis geredet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund steigt, mit ihnen Krieg führen und sie töten. Nach dreieinhalb Tagen werden sie auferstehen und zum Himmel aufsteigen in einer Wolke. Und zu der selben Stunde ward ein großes Erdbeben und der zehnte Teil der Stadt fiel und 7000 Menschen wurden getötet – das zweite Wehe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Zeugen sind, wie bei der [[Verklärung Christi]], [[Moses]] und [[Elias]]. Moses repräsentiert die [[Weisheit]] und [[Elias]] die [[Stärke]], die der Entwicklung ihren Impuls, ihre Richtung gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Vor allen Dingen erscheinen die Träger der geistigen Strömungen&lt;br /&gt;
wieder, auf denen die Erde feststeht, aus denen sie hervorgegangen&lt;br /&gt;
ist. Die Träger dieser Strömungen erscheinen lebendig wieder. Es&lt;br /&gt;
werden in Elias und Moses, wenn wir der christlichen Tradition&lt;br /&gt;
folgen, die persönlichen Vertreter dessen gesehen, was uns gestern&lt;br /&gt;
in den zwei Säulen erschienen ist. Die, welche die Lehren der zwei&lt;br /&gt;
Säulen geben, werden in der christlichen Esoterik angesehen als&lt;br /&gt;
Elias und Moses. Elias war derjenige, der dem Menschen die Kundschaft&lt;br /&gt;
und Botschaft brachte von der einen Säule, der Säule der&lt;br /&gt;
Stärke, Moses derjenige, der sie brachte von der Säule der Weisheit.&lt;br /&gt;
«Moses» heißt: Weisheit oder Wahrheit, und «Elias» heißt -&lt;br /&gt;
ja es ist schwer, das Wort im Deutschen auszudrücken — die weisende&lt;br /&gt;
Kraft, das, was die Richtung, den Impuls gibt. So sehen wir&lt;br /&gt;
diese beiden in der geistig gewordenen Welt auftreten, und zwar&lt;br /&gt;
auf der Entwicklungsstufe, zu der sie es dann gebracht haben werden.&lt;br /&gt;
Denn wie bei der «Verklärung» nach der christlichen Tradition&lt;br /&gt;
der Christus erschienen ist zwischen Moses und Elias, so erscheint&lt;br /&gt;
der ganze Vorgang am Ende der Erdenentwickelung so, daß&lt;br /&gt;
die Sonne, die geistige Sonne der Liebe, die Offenbarung der Erdenmission&lt;br /&gt;
der Liebe erscheint, gestützt durch Sonne-Mars und Mond-&lt;br /&gt;
Merkur, durch Elias und Moses. Wie wir gestern gesehen haben die&lt;br /&gt;
beiden Säulen, die zunächst vor dem Eingeweihten erscheinen als&lt;br /&gt;
die Symbole von Stärke und Weisheit, und darüber die Sonne der&lt;br /&gt;
Liebe, so können wir uns jetzt ein Stück weiter die Erdenentwickelung&lt;br /&gt;
vorstellen, und in seiner Lebendigkeit, in seinem Persönlichen&lt;br /&gt;
wird uns dasjenige, was die eine Säule ist, als Elias erscheinen, und&lt;br /&gt;
die andere als Moses, und was darüber ist, als das eigentliche Christus-Prinzip.|104|184f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Posaune: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Tempel Gottes im Himmel ward aufgetan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 12 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 05 (Tafel XI) AS.jpg|thumb|Fünftes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[5. apokalyptisches Siegel|5. Siegelbild]]: Das [[Weib, mit der Sonne bekleidet, der Mond zu ihren Füßen]] und auf dem Haupt eine Krone von 12 Sternen. Sie hatte große Geburtswehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und siehe, ein großer roter Drache mit 7 Häuptern (mit 7 Kronen) und 10 Hörnern erschien am Himmel und fegte den dritten Teil der Sterne hinweg und warf das Weib auf die Erde. Sie gebar einen Sohn und floh in die Wüste, wo sie von Gott [[1260]] Tage ernährt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es erhob sich ein Streit am Himmel: Michael und seine Engel stritten wider den Drachen und stürzten die [[alte Schlange]] ([[Diabolus]] und [[Satanas]]) auf die Erde. Da jagte er das Weib, aber diesem wurden die 2 Flügel des Adlers gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 13 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Tier mit zehn Hörnern und sieben Köpfen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein [[Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern|Tier mit 10 Hörnern und 7 Häuptern]] aus dem Meer steigen und auf seinen Hörnern 10 Kronen. Es glich einem Panther, mit Bärenfüßen und einem Löwenrachen. Und ihm ward die Macht gegeben, die Heiligen zu überwinden und Macht über alle Geschlechter, Völker, Sprachen und Nationen. (vgl. Hosea 1 ff und Hos 13,4-8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein zweites [[Tier mit 2 Hörnern]] gleichwie ein Lamm und redete wie ein Drache. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist [[666]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 14 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Mystisches Lamm|Lamm]] stand auf dem Berg Zion, mit ihm [[144000 (Zahl)|144.000]], die hatten seinen Namen und den Namen des Vaters geschrieben an ihrer Stirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der verkündigte das [[Ewiges Evangelium|ewige Evangelium]] (Evangelium aionion). Und ein zweiter Engel folgte und sprach: [[Babylon]], die große Stadt, ist gefallen. Und ein dritter Engel kam: wer das Tier anbetet, soll den [[Zorn Gottes]] trinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einer Wolke erscheint der Menschensohn, mit goldener Krone und einer scharfen Sichel in der Hand, denn die Ernte der Erde ist reif geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 15 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7 Engel mit den letzten 7 Plagen ([[7 Zornesschalen]]) mit denen sich der Zorn Gottes vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein [[gläsernes Meer]], mit Feuer vermengt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 16 ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Zornesschale: ein böses und arges Geschwür, an den Menschen die das Malzeichen des Tieres hatten und sein Bild anbeteten.&lt;br /&gt;
2. Zornesschale: ins Meer gegossen, das wurde wie das Blut eines Toten und alle lebendigen Wesen im Meer starben.&lt;br /&gt;
3. Zornesschale: in die Wasserströme und Brunnen; und es ward Blut&lt;br /&gt;
4. Zornesschale: in die Sonne gegossen, daß ihr Feuer die Menschen versengte.&lt;br /&gt;
5. Zornesschale: auf den Thron des Tieres und sein Reich ward verfinstert.&lt;br /&gt;
6. Zornesschale: auf den Euphrat, daß er vertrocknete, damit bereitet würde der Weg den Königen vom Aufgang der Sonne.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schlacht von [[Harmagedon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Zornesschale: er goß seine Schale in die Luft und die Stimme vom Thron erscholl:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist vollbracht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 17 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht über die große [[Hure Babylon]]: ein Weib auf einem scharlachfarbenen Tier voll lästerlicher Namen mit 7 Häuptern und 10 Hörnern, bekleidet mit Purpur und Scharlach, mit Gold und edlen Steinen und Perlen mit einem goldenen Becher voll Greuel und Unflat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist nicht und wird wieder emporsteigen aus dem Abgrund und wird fahren in die Verdammnis. Die 7 Häupter sind 7 Berge, auf denen das Weib sitzt und sind 7 Könige. 5 sind gefallen, einer ist, der andere ist noch nicht gekommen. Und das Tier, das gewesen ist und nicht ist, ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis. Die 10 Hörner sind 10 Könige, die ihr Reich noch nicht empfangen haben, aber sie werden Macht empfangen eine Stunde mit dem Tier und streiten wider das Lamm. Doch das Lamm wird sie überwinden. Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat’s ihnen in ihr Herz gegeben, nach &#039;&#039;seinem Sinn&#039;&#039; zu handeln und eines Sinnes zu werden und ihr Reich dem Tier zu geben, bis vollendet werden die Worte Gottes. Und das Weib, das du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 18 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 06 (Tafel XII) AS.jpg|thumb|Sechstes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Die große Babylon ist gefallen und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen Vögel und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Tiere. Denn von dem Zorneswein ihrer Hurerei haben alle Völker getrunken, und die Könige auf Erden haben mit ihr Hurerei getrieben, und die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer großen Üppigkeit. Und ein starker Engel hob einen Stein auf, groß wie ein Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: So wird mit Sturmgewalt niedergeworfen die große Stadt Babylon und nicht mehr gefunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 19 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat das Reich eingenommen! Lasset uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben, den die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet. Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Himmel ward aufgetan und ein weißes Pferd erschient, dessen Reiter trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst - ein deutlicher Hinweis auf den [[Unaussprechlicher Name Gottes|unaussprechlichen Namen Gottes]], das [[Ich]], mit dem sich jeder nur selbst bezeichnen kann. Sein Kleid war mit Blut besprengt und dessen Name ist: [[Das Wort Gottes]]. Aus seinem Munde ging ein scharfes [[Schwert]]. Und das Tier ward gegriffen und sein falscher Prophet und in den feurigen Pfuhl geworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 20 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 07 (Tafel XIII) AS.jpg|thumb|Siebentes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
6. Siegelbild: Ein Engel fuhr vom Himmel mit dem Schlüssel zum Abgrund und mit einer großen Kette, und er ergriff den großen Drachen ([[Diabolus]] und [[Satan]]) und verschloß ihn für 1000 Jahre im Abgrund. Danach muß er los werden für kurze Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß; und vor seinem Angesicht floh die Erde und der Himmel; Und die Toten standen auf und wurden gerichtet. Und so jemand nicht gefunden ward geschrieben in dem [[Buch des Lebens]], der ward geworfen in den feurigen Pfuhl ([[Zweiter Tod|der zweite Tod]]),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 21 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegelbild: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]] senkte sich vom Himmel herab, geschmückt wie eine Braut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin das A und Ω.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 22 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortsetzung der Schilderung des Neuen Jerusalem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Gnade]] (charis) unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch allen. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:172 Formzustand Seite 2.pdf|mini|center|950px|&amp;lt;center&amp;gt;Der 172. Formzustand mit den 7 [[Hauptzeitalter]]n (Julia Lauber)&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textüberlieferung ==&lt;br /&gt;
Die gegenwärtig weithin vertretene [[W:Historisch-kritische Methode (Theologie)|historisch-kritische Auffassung]] geht davon aus, dass die Offenbarung gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. von einem frühchristlichen Propheten namens Johannes verfasst wurde, der in enger Beziehung zu den christlichen Gemeinden Kleinasiens stand. Eine Identität mit dem [[Apostel Johannes]] ist damit zwar nicht ausgeschlossen, lässt sich historisch jedoch nicht überzeugend nachweisen. Tatsächlich wird die Gleichsetzung mit dem Verfasser des [[Johannesevangelium|Johannesevangeliums]] heute von einem großen Teil der modernen Forschung abgelehnt oder zumindest als sehr unwahrscheinlich betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offenbarung des Johannes wurde im Vergleich zu den anderen Schriften des Neuen Testaments seltener abgeschrieben, vermutlich wegen der umstrittenen Kanonizität. Unter den 320 erhaltenen [[w:Unziale|Unzialhandschriften]] enthalten nur etwa ein Dutzend Textteile der Offenbarung, und nur wenige davon den vollständigen Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Griechisch des Buches weist zahlreiche Semitismen und grammatikalische Abweichungen von der Koiné auf und unterscheidet sich auch stilistisch und sprachlich deutlich von den übrigen neutestamentlichen Schriften. Aufgrund der schwierigen und mehrdeutigen Aussagen kam es beim Abschreiben häufig zu Textänderungen, wodurch sich starke Abweichungen in der Überlieferung ergeben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offenbarung ist daher das textkritisch problematischste Buch des Neuen Testaments. Als wichtigste Handschrift gilt der [[w:Codex Alexandrinus|Codex Alexandrinus]] aus dem [[5. Jahrhundert]], noch vor dem [[w:Codex Sinaiticus|Codex Sinaiticus]], einer unvollständig erhaltene koine-griechische [[Bibel|Vollbibel]] aus dem [[4. Jahrhundert]], während der [[w:Codex Vaticanus|Codex Vaticanus]], der ebenfalls im 4. Jahrhundert geschrieben wurde, den Text der Offenbarung nicht mehr enthält, da sein Schluss verloren ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Offenbarung des Johannes}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Siegfried Gussmann]]: &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, Urachhaus-Verlag 1996, ISBN 978-3825170943&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, übersetzt und kommentiert von Bernd Lampe, Vlg. der Kooperative Dürnau, 4. überarbeitete Auflage, Dürnau 2013, ISBN 978-3888610332&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Offenbarung des Johannes - Eine okkulte Zahlenlehre&#039;&#039;, übersetzt, mit Fußnoten und Kommentaren versehen von Hergen Noordendorp, Novalis Vlg., Schaffhausen 2004, ISBN 978-3907260265&lt;br /&gt;
*  Christiane Haid (Hrsg.), Jaap Sijmons (Hrsg.): &#039;&#039;Apokalypse im Ich: Anthroposophische Perspektiven auf die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2018, ISBN 978-3723516126&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Alexandra Riggins: &#039;&#039;Die sieben apokalyptischen Siegel&#039;&#039;, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums&#039;&#039;, [[GA 8]] (1989), ISBN 3-7274-0080-3; &#039;&#039;&#039;Tb 619&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6190-3 {{Schriften|008}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, [[GA 104]] (1985), ISBN 3-7274-1040-X {{Vorträge|104}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, [[GA 104a]] (1991), ISBN 3-7274-1045-0 {{Vorträge|104a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912&#039;&#039;, [[GA 266/2]] (1996), ISBN 3-7274-2662-4 {{Schule|266b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongreß Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen.&#039;&#039;, [[GA 284]] (1993), ISBN 3-7274-2840-6 {{Vorträge|284}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tapisserie de l&#039;Apocalypse|Apokalypse (Wandteppich)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.bibel-online.net/buch/66.offenbarung/ Die Offenbarung des Johannes] - der gesamte Text nach der Ausgabe der Luther Bibel 1984.&lt;br /&gt;
* [http://theol.uibk.ac.at/leseraum/bibel/offb1.html Die Offenbarung des Johannes] - Einheitsübersetzung&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=vaMhWXD5Hww Hymnenmusik zur Apokalypse] YouTube&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Peter]]: [https://anthro.world/Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vortr%C3%A4ge_von_Wolfgang_Peter Apokalypse des Johannes]. Eine Vortragsreihe über Gott und die Welt bei YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.arte.tv/de/videos/RC-020742/die-apokalypse/ Die Apokalypse - Die Entstehung des Christentums] - Doku in 12 Teilen auf [https://www.arte.tv arte.tv] und auf [https://www.youtube.com/watch?v=uZdX5jL1Ero&amp;amp;list=PLlQWnS27jXh96VaW7tw01IIMbxDcRwrBi YouTube]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apokalypse des Johannes nach Kapitel|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apokalypse des Johannes|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christologie]] &lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Offenbarung des Johannes}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Apokalypse_des_Johannes&amp;diff=626855</id>
		<title>Apokalypse des Johannes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Apokalypse_des_Johannes&amp;diff=626855"/>
		<updated>2026-10-27T12:01:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Textüberlieferung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;gt;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter Vortragsreihe rund um die «Apokalypse des Johannes» von Wolfgang Peter]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden &#039;&#039;&#039;Dienstag&#039;&#039;&#039; live ab &#039;&#039;&#039;19h&#039;&#039;&#039;. Die Vorträge sind frei zugänglich und können wenig später auch als Video, Audio und als transkripierter Text abgerufen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mehr Infos dazu auf auf [[Datei:Rosenfenster-gelb.png|20px|link=https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter|anthro.world]]&amp;amp;nbsp;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter anthro.world]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Datei:Johannes auf Patmos Hans Memling.jpg|thumb|[[Johannes (Evangelist)|Johannes]] schaut auf [[Patmos]] die Apokalypse, Altarbild von [[Wikipedia:Hans Memling|Hans Memling]], entstanden 1474-79]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Apokalypse&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|αποκάλυψις}} „Enthüllung, [[Offenbarung]]“; [[Englische Sprache|eng.]] &#039;&#039;revelation&#039;&#039;) oder &#039;&#039;&#039;Offenbarung des Johannes&#039;&#039;&#039; ist das letzte Buch des [[Neues Testament|Neuen Testaments]] der [[Bibel]]. Sie umfasst 22 Kapitel und gibt eine Vorschau auf die künftige Entwicklung der [[Menschheit]] und der [[Erde]] und enthüllt zugleich das Wesen des [[Christus]] und ist damit gemäß den Anfangsworten die &#039;&#039;&#039;Apokalypsis Jesu Christi&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|Ἀποκάλυψις Ἰησοῦ Χριστοῦ}} &#039;&#039;Apokalypsis Jesu Christu&#039;&#039;), die &#039;&#039;&#039;Offenbarung Jesu Christi&#039;&#039;&#039;. Ihr Verfasser ist laut [[Rudolf Steiner]] der [[Johannes (Evangelist)|Evangelist Johannes]], der auch das [[Johannesevangelium]] und die [[Briefe des Johannes|Johannes-Briefe]] geschrieben haben soll. Nach traditioneller theologischer Auffassung ist er identisch mit dem [[Apostel Johannes]] und mit dem im [[Johannes-Evangelium]] namentlich nicht genannten [[Lieblingsjünger]] [[Jesus Christus|Jesu]], der nach den Angaben [[Rudolf Steiner]]s zudem niemand anderer als der durch den [[Christus]] von den Toten wiedererweckte [[Lazarus]] war und damit zugleich zum ersten durch den Christus selbst [[Eingeweihter|Eingeweihten]] wurde. Die Offenbarung des Johannes ist die Frucht einer umfassenden [[Geistige Schau|geistigen Schau]], die er nach eigenen Angaben auf der Insel [[Patmos]] empfing {{Bibel|Off|1|9-20|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistiger Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] sieht in der «Apokalypse des Johannes» eine Erneuerung der antiken [[Mysterien]], die in [[Christentum|christlicher]] Form allen [[Mensch]]en zugänglich gemacht werden sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|An die Stelle der vielen Mysterien sollte das&lt;br /&gt;
Eine, das Urmysterium, das christliche, treten. Jesus, in&lt;br /&gt;
dem der Logos Fleisch geworden, sollte der Initiator einer&lt;br /&gt;
ganzen Menschheit sein. Und diese Menschheit sollte seine&lt;br /&gt;
eigene Mystengemeinde werden. Nicht Absonderung Erwählter,&lt;br /&gt;
sondern Zusammenschluß aller sollte stattfinden.&lt;br /&gt;
Nach Maßgabe seiner Reife sollte jeder ein Myste &#039;&#039;werden können&#039;&#039;. Allen erklingt die Botschaft; wer ein Ohr hat, sie&lt;br /&gt;
zu hören, der eilt herbei, ihre Geheimnisse zu vernehmen.&lt;br /&gt;
Die Stimme des Herzens soll bei jedem einzelnen entscheiden.&lt;br /&gt;
Nicht hineingeführt in die Mysterientempel soll dieser&lt;br /&gt;
oder jener werden, sondern zu allen sollte das Wort gesprochen&lt;br /&gt;
werden; der eine vermag es dann weniger stark,&lt;br /&gt;
der andere stärker zu hören. Dem Dämon, dem Engel in&lt;br /&gt;
der eigenen Brust des Menschen wird anheimgegeben, wie&lt;br /&gt;
weit er eingeweiht werden kann. Die ganze Welt ist ein&lt;br /&gt;
Mysterientempel. Nicht nur jene sollen selig werden, die&lt;br /&gt;
in den besonderen Mysterientempeln die wunderbaren Verrichtungen&lt;br /&gt;
schauen, die ihnen eine Gewähr geben sollen für&lt;br /&gt;
das Ewige, sondern «Selig sind, die nicht &#039;&#039;schauen&#039;&#039; und doch&lt;br /&gt;
&#039;&#039;glauben&#039;&#039;». Mögen sie auch zunächst im Finstern tappen,&lt;br /&gt;
vielleicht kommt doch noch das Licht zu ihnen. Keinem&lt;br /&gt;
soll etwas vorenthalten werden; jedem soll der Weg&lt;br /&gt;
offen stehen. - Anschaulich werden dann weiter in der&lt;br /&gt;
Apokalypse die Gefahren geschildert, die dem Christlichen&lt;br /&gt;
von dem Antichristlichen drohen können, und wie dann&lt;br /&gt;
das Christliche dennoch siegen muß. Alle andern Götter&lt;br /&gt;
gehen auf in der Einen christlichen Göttlichkeit: «Und die&lt;br /&gt;
Stadt bedarf keiner Sonne, noch des Mondes, daß sie ihr&lt;br /&gt;
scheinen; denn die Offenbarung Gottes erleuchtet sie, und&lt;br /&gt;
ihre Leuchte ist das Lamm» (Kap. 21, V 23). Es ist das Mysterium&lt;br /&gt;
der «Offenbarung St. Johannis», daß die Mysterien&lt;br /&gt;
nicht mehr verschlossen sein sollen. «Und er spricht zu mir:&lt;br /&gt;
Versiegle &#039;&#039;nicht&#039;&#039; die Worte der Weissagung in diesem Buche;&lt;br /&gt;
denn die Gottheit ist nahe.» - Was der Verfasser der Apokalypse&lt;br /&gt;
für einen Glauben hatte über das Verhältnis &#039;&#039;seiner&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Kirche zu den alten Kirchen: &#039;&#039;das&#039;&#039; hat er dargelegt. Er hat&lt;br /&gt;
sich über die Mysterien selbst in einem geistigen Mysterium&lt;br /&gt;
aussprechen wollen. Auf der Insel &#039;&#039;Patmos&#039;&#039; hat der Verfasser&lt;br /&gt;
sein Mysterium geschrieben. In einer &#039;&#039;Grotte&#039;&#039; soll er die&lt;br /&gt;
«Offenbarung» erhalten haben. In dieser Mitteilung ist&lt;br /&gt;
selbst der Mysteriencharakter der Offenbarung ausgedrückt.&lt;br /&gt;
- Also aus den Mysterien ist das Christentum hervorgegangen.&lt;br /&gt;
Seine Weisheit wird in der Apokalypse selbst&lt;br /&gt;
als ein Mysterium geboren; aber als ein Mysterium, das über&lt;br /&gt;
den Rahmen der alten Mysterienwelt hinausgehen will. Das&lt;br /&gt;
Einzelmysterium soll universelles Mysterium werden. - Es&lt;br /&gt;
könnte ein Widerspruch darin gefunden werden, daß hier&lt;br /&gt;
gesagt wird, die Geheimnisse der Mysterien seien durch das&lt;br /&gt;
Christentum offenbar geworden, und daß dann doch wieder&lt;br /&gt;
in dem Erleben der geistigen Schauungen des Apokalyptikers&lt;br /&gt;
ein christliches Mysterium gesehen wird. Der Widerspruch&lt;br /&gt;
löst sich, sobald man bedenkt: die Geheimnisse&lt;br /&gt;
der &#039;&#039;alten&#039;&#039; Mysterien sind durch die Vorgänge in Palästina&lt;br /&gt;
offenbar geworden. Dadurch hat sich enthüllt, was vorher&lt;br /&gt;
verhüllt in den Mysterien war. Ein neues Geheimnis ist&lt;br /&gt;
nun, was in die Weltentwicklung durch die Erscheinung&lt;br /&gt;
Christi eingefügt worden ist. Der alte Eingeweihte erlebte&lt;br /&gt;
in der geistigen Welt, wie die Entwicklung auf den noch&lt;br /&gt;
«verborgenen Christus» hinweist; der christliche Eingeweihte&lt;br /&gt;
erfährt die verborgenen Wirkungen des «offenbaren&lt;br /&gt;
Christus».|8|143ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[Rudolf Steiner]] musste Johannes ganz besondere Bedingungen herstellen, um seine Offenbarung in reiner Form empfangen zu können. Um sich von den Einflüssen seiner unmittelbaren Gegenwart zu befreien, versetzte er sich geistig an den Abend des [[30. September]]s [[395]], an dem eine ganze besondere [[Himmelskonstellation vom 30. September 395|Sternenkonstellation]] gegeben war.&amp;lt;ref&amp;gt;„Im Jahre&lt;br /&gt;
1912 erschien in deutscher Übersetzung eine astronomisch-historische Untersuchung&lt;br /&gt;
von [[Nikolaus Morosow]] (*1854) über die Offenbarung Johannis («Offenbarung in Gewitter und Sturm», Petersburg 1907; deutsch: «[[Die Offenbarung Johannis – Eine astronomisch-historische Untersuchung|Die Offenbarung&lt;br /&gt;
Johannis. Eine astronomisch-historische Untersuchung von Nikolaus Morosow]]»,&lt;br /&gt;
mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Arthur Drews, Stuttgart 1912). Darin kommt&lt;br /&gt;
Morosow bei der Datierung der in der Apokalypse enthaltenen Sternenkonstellation&lt;br /&gt;
auf eben diesen 30. September 395. Aus diesem Grunde gibt er auch den zu&lt;br /&gt;
dieser Zeit lebenden Johannes Chrysostomos als Verfasser der Apokalypse an&lt;br /&gt;
... Nicht erklärbar ist damit allerdings - nach den&lt;br /&gt;
Worten von Arthur Drews -, wieso schon vor dem Jahre 395 zahlreiche christliche&lt;br /&gt;
Schriftsteller auf die Apokalypse Bezug nehmen.“ {{GZ||266b|484|485}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Sonne]] stand zu diesem Zeitpunkt im [[Jungfrau (Sternbild)|Sternbild Jungfrau]]. Das fand seinen Ausdruck im [[5. apokalyptisches Siegel|5. apokalyptischen Siegelbild]]: Die [[Jungfrau, mit der Sonne bekleidet, den Mond zu ihren Füßen]]. In den Aufzeichnungen B&amp;lt;ref&amp;gt;Die Aufzeichnung B liegt in der Handschrift von Nelly Lichtenberg vor.{{GZ||266b|485|486}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zu einer am [[5. März]] [[1911]] in [[w:Hannover|Hannover]] gehaltenen esoterischen Stunde heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alles was wir erleben an Freuden und Leiden, ist wie ein&lt;br /&gt;
Nebel um uns herum, der das Geistige verdeckt, dasselbe Geistige,&lt;br /&gt;
das wir finden, wenn wir die äußere Decke durchstoßen.&lt;br /&gt;
Damit sich die Menschheit wieder fortentwickelt zum Geistigen&lt;br /&gt;
hin, gibt es von Zeit zu Zeit Menschen, welche weiter vorgeschritten&lt;br /&gt;
sind, als es die augenblickliche Entwicklung zuläßt,&lt;br /&gt;
und welche Mitteilungen zu machen haben über Zeiten, die weit&lt;br /&gt;
hinaus in die Zukunft der Menschheitsentwicklung hineinreichen.&lt;br /&gt;
Ein solcher war der Schreiber der Apokalypse, Johannes.&lt;br /&gt;
Aber ehe er diese Offenbarung der zukünftigen Menschheitszustände&lt;br /&gt;
schrieb, da sagte er sich: Bevor ich das kann, muß ich&lt;br /&gt;
dazu gelangen, ganz aus meiner jetzigen Umgebung herauszukommen,&lt;br /&gt;
in welcher ich beeinflußt werde von meinem eigenen&lt;br /&gt;
Selbst, das in meinem Körper eingeschlossen ist, von mir selbst,&lt;br /&gt;
der ich verbunden und gebunden bin an alles das, was mich&lt;br /&gt;
ringsum umgibt. - Von alle dem muß ich mich frei machen. Wie&lt;br /&gt;
auf einen Fels mußte er sich stellen, der ihm als feste Grundlage&lt;br /&gt;
diente, auf dem er nicht wankte, auf dem er von nichts beeinflußt&lt;br /&gt;
werden konnte, was um ihn und in ihm wogte und lebte. -&lt;br /&gt;
Und er versetzte sich an den Abend des 30. September des Jahres&lt;br /&gt;
395 bei Sonnenuntergang auf die Insel Patmos. Als die Sonne&lt;br /&gt;
am Horizonte beinah verschwunden war, als die Sterne und der&lt;br /&gt;
Mond hervortraten, da stand am westlichen Himmel das Sternbild&lt;br /&gt;
der Jungfrau, bestrahlt von der untergehenden Sonne, unter&lt;br /&gt;
ihr, zu ihren Füßen der Mond. Dies Bild, die Jungfrau mit der&lt;br /&gt;
strahlenden Sonne, zu ihren Füßen der Mond, ist wiedergegeben&lt;br /&gt;
in dem einen Siegel. - So sind alle Siegel herausgeholt aus tief&lt;br /&gt;
mystischen Zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes hatte also die äußere Decke in dieser Richtung hin&lt;br /&gt;
durchstoßen, in der Richtung des Sternbildes der Jungfrau. So&lt;br /&gt;
gibt es aber zwölf Richtungen, nach den zwölf Sternbildern, sieben&lt;br /&gt;
davon sind gute; fünf davon sind mehr oder weniger gefährlich.&lt;br /&gt;
So wie nun Johannes sich diese ganz bestimmten Punkte in&lt;br /&gt;
der Zeit und dem Raum ausersah, um sich ganz von sich selbst&lt;br /&gt;
und allem Zeitlichen, was ihn umgab, loszulösen, so muß der&lt;br /&gt;
Rosenkreuzerschüler in sich einen festen Halt finden, sich einen&lt;br /&gt;
festen Grund erringen [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In sich muß man einen festen Halt gewinnen,&lt;br /&gt;
wie Johannes, als er die Apokalypse schreiben wollte und&lt;br /&gt;
sich versetzte an den Abend des 30. Septembers 395 auf die Insel&lt;br /&gt;
Patmos. Dies kann auch astronomisch nachgeprüft werden, diese&lt;br /&gt;
Stellung der Gestirne - Sonne, Jungfrau, Mond - und es ist&lt;br /&gt;
nachgeprüft worden. Und daraus zieht die materialistische Wissenschaft&lt;br /&gt;
nun den Schluß: Also ist damals die Apokalypse geschrieben&lt;br /&gt;
worden. Und dann heißt es, die Wissenschaft hat dies&lt;br /&gt;
festgestellt. So stellt die Wissenschaft fest!|266b|153ff|154}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
{{Positionskarte+&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|caption=Geographische Lage der Insel [[Patmos]], nordöstlich davon [[Ephesos]]&lt;br /&gt;
|width=400&lt;br /&gt;
|float=right&lt;br /&gt;
|Alternativkarte=Turkey relief location map.jpg&lt;br /&gt;
|places=&lt;br /&gt;
{{Positionskarte~&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|label=&#039;&#039;&#039;[[Ephesos]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|lat = 37.939722&lt;br /&gt;
|long = 27.340833&lt;br /&gt;
|region = TR&lt;br /&gt;
|position=right&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Positionskarte~&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|label=&#039;&#039;&#039;[[Patmos]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|lat = 37/18/39&lt;br /&gt;
|long = 26/32/57&lt;br /&gt;
|region = TR&lt;br /&gt;
|position=right&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der eigentliche Inhalt der Apokalypse wird schon aus den ersten Worten deutlich: {{lang|grc|Ἀποκάλυψις Ἰησοῦ Χριστοῦ}} &#039;&#039;Apokalypsis Jesou Christou&#039;&#039; - es geht um die Wesensenthüllung [[Jesu Christi]], dem göttlichen [[Makrokosmos|makrokosmischen]] [[Welten-Ich]], und das ihm gleichgeartete [[Mikrokosmos|mikrokosmische]]  [[Ich]] des [[Mensch]]en, von dem der [[Christus]] (nach der Übersetzung von [[Emil Bock]]) sagt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;„Die gleiche Vollmacht des Ich soll ihm eigen sein, die ich von meinem Vater empfangen habe. Und ich will ihm den [[Morgenstern]] geben.“ (Off 2,27-28&amp;lt;ref&amp;gt;nach der Übersetzung von [[Emil Bock]]&amp;lt;/ref&amp;gt;)&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Vollmacht des Ich, von der im [[Sendschreiben]] an die Gemeinde von [[Thyatira]] gesprochen wird, soll sich der Mensch allmählich erwerben, indem er die Apokalypse oder ähnlich geartete Einweihungsschriften nicht nur studiert und kommentiert, sondern so verinnerlicht und zu eigen macht, dass er durch sein Ich selbst zum Offenbarer Christi wird. Dann wird ihm der [[Morgenstern]] gegeben, der für die zukünftige Entwicklung der [[Erde (Planet)|Erde]] und der mit ihr verbundenen [[Menschheit]] steht, die in unsere Hände gelegt ist. Im Gegensatz zu dem im 5. Kapitel beschriebenen [[Das Buch mit den sieben Siegeln|Buch mit den sieben Siegeln]] ist die Apokalypse selbst &#039;&#039;nicht&#039;&#039; [[Versiegelung|versiegelt]] und nur den [[Eingeweihter|Eingeweihten]] zugänglich, sondern jedem, der guten Willens ist. Dafür zu sorgen, wird [[Johannes (Evangelist)|Johannes]] nachdrücklich aufgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;„Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch; denn die Zeit ist nahe!“ {{Bibel|Off|22|10|LUT}}&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst in dieser Weise zum Apokalyptiker zu werden, hat [[Rudolf Steiner]] namentlich den [[Priester|Priestern]] der [[Christengemeinschaft]] ans Herz gelegt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%;&amp;quot; style=&amp;quot;margin: 0.1em 0.1em 0.1em 0.1em; padding: 0.1em 0.1em 0.1em 0.1em; font-size: 105%; background-color: #ddddff; border: 1px solid #aaaaff;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|{{GZ|Es hat gar&lt;br /&gt;
keine Bedeutung, die Apokalypse so zu nehmen, daß man sie lediglich kommentiert. Es hat einzig und allein einen Sinn, wenn man an der Apokalypse selbst zum Apokalyptiker wird und aus diesem Apokalyptiker-Werden seine Zeit so verstehen lernt, daß man die Impulse dieser Zeit zu Impulsen des eigenen Wirkens machen kann.|346|125}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 1 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 01 (Tafel VII) AS.jpg|thumb|Erstes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Apokalypsis Jesu Christi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin das A und W , Der Anfang (arché) und das Ende (télos), spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erstes apokalyptisches Siegel|1. Siegelbild]]: 7 goldene Leuchter (=Gemeinden) ; der Menschensohn mit den 7 Sternen (die Engel der 7 Gemeinden) in seiner Rechten, im langen Gewand, begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel; sein Haar wie weiße Wolle, Augen wie Feuerflammen, Füße wie goldenes Erz und eine Stimme wie großes Wasserrauschen; aus seinem Munde ging ein scharfes zweischneidiges Schwert und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne in ihrer Macht (dynameis).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin der Erste (protos) und der Letzte (eschaton) und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit (Äon) zu Ewigkeit und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 2 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Sieben Sendschreiben}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sendschreiben an die 7 Gemeinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ephesus]]: der Herr mit den 7 Sternen&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Smyrna]]: das sagt der Erste und der Letzte:&lt;br /&gt;
:Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pergamon]]: der mit dem scharfen, zweischneidigen Schwert:&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein; auf dem Stein aber steht ein neuer Name geschrieben, welchen niemand kennt, als der ihn empfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thyatira]]: Sohn Gottes mit Augen wie Feuerflammen und Füßen wie goldenes Erz:&lt;br /&gt;
:Wer überwindet ...ich will ihm geben den [[Morgenstern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kulturepochen.png|mini|center|950px|&amp;lt;center&amp;gt;Die Kulturepochen in Zusammenhang mit den Sendschreiben an die 7 Gemeinden in Kleinasien (Julia Lauber)&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sardes]]: der die 7 Geister Gottes hat und die 7 Sterne:&lt;br /&gt;
:Du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot.&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Philadelphia]]: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf.&lt;br /&gt;
:Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme!&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes ... und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des Neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt, und meinen Namen, den Neuen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Laodicea]]: Das sagt, der da Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:&lt;br /&gt;
:Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich!&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kulturepochen.png|center|950px|Die Kulturepochen in Zusammenhang mit den Sendschreiben an die 7 Gemeinden in Kleinasien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 4 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 02 (Tafel VIII) AS.jpg|thumb|Zweites apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Ein Engel mit Posaunenstimme sprach zu mir ... und siehe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zweites apokalyptisches Siegel|2. Siegelbild]]: Ein Thron wie Jaspis und Sarder, worauf einer saß; ein Regenbogen wie Smaragd; herum die 24 Ältesten mit weißen Kleidern und goldenen Kronen; 7 Fackeln mit Feuer; vor dem Thron das gläserne Meer; die 4 Sphinxtiere (Löwe, Stier, Adler, Mensch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Einmal gab es eine Zeit, wo unsere Erde eine viel weichere&lt;br /&gt;
Materie hatte als heute, wo noch nicht Fels und Stein so verfestigt&lt;br /&gt;
waren wie heute, wo die Pflanzenformen noch anders aussahen, wo&lt;br /&gt;
das Ganze wie ein Urmeer in Wasserhöhlen eingebettet war, wo&lt;br /&gt;
Luft und Wasser nicht geschieden waren, wo von all den Wesen,&lt;br /&gt;
die heute auf der Erde wohnen, Tiere und Pflanzen im Wasser ausgebildet&lt;br /&gt;
waren. Als die mineralischen Wesen anfingen ihre heutige&lt;br /&gt;
Form zu bekommen, da konnte man sagen: Der Mensch trat aus&lt;br /&gt;
der Unsichtbarkeit hervor. So stellte er sich dem Einzuweihenden&lt;br /&gt;
dar. Außen mit einer Art von Schale umgeben, stieg er aus den&lt;br /&gt;
Regionen herunter, die heute die Luftregionen sind. Der Mensch&lt;br /&gt;
war noch nicht dicht physisch da, als das Tier schon im Fleisch&lt;br /&gt;
vorhanden war. Er war eine feine Luftwesenheit, selbst in den&lt;br /&gt;
lemurischen Zeiten noch. Und er hat sich so herausgegliedert, daß&lt;br /&gt;
sich das hellseherische Bild darstellt mit den vier Gruppenseelen:&lt;br /&gt;
auf der einen Seite wie ein Löwenbild, auf der anderen wie das&lt;br /&gt;
Bild eines Stieres, oben wie das eines Adlers, und in der Mitte&lt;br /&gt;
unten etwas, was schon menschenähnlich ist. So zeigt sich das hellseherische&lt;br /&gt;
Bild. So kommt aus dem Dunkel des Geisterlandes heraus&lt;br /&gt;
der Mensch. Und das, was ihn an Kraft ausgebildet hat, das&lt;br /&gt;
erscheint in einer Art Regenbogenbildung. Die mehr physischen&lt;br /&gt;
Kräfte umgeben die ganze Bildung dieses Menschen wie ein Regenbogen.&lt;br /&gt;
— Man muß auf den verschiedensten Gebieten und in der&lt;br /&gt;
verschiedensten Weise dieses Menschwerden schildern. Jetzt wird&lt;br /&gt;
es geschildert, wie es dem Forscher im Rückblick erscheint: wie&lt;br /&gt;
diese vier Gruppenseelen sich herausgestaltet haben aus dem&lt;br /&gt;
gemeinsamen Göttlich-Menschlichen, das heruntersteigt. Man hat&lt;br /&gt;
von jeher diesen Moment symbolisch in die Form gebracht, die Sie&lt;br /&gt;
auf dem zweiten der sogenannten sieben okkulten Siegel dargestellt&lt;br /&gt;
finden. Das ist die symbolische Darstellung, sie ist aber mehr als&lt;br /&gt;
ein bloßes Symbolum. Da haben Sie herauskommend aus dem&lt;br /&gt;
unbestimmten Geistigen diese vier Gruppenseelen, den Regenbogen&lt;br /&gt;
ringsherum und eine Zwölfzahl. Wir müssen auch verstehen,&lt;br /&gt;
was diese Zwölfzahl bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das herauskommen sehen, was eben geschildert worden&lt;br /&gt;
ist, so haben Sie hellseherisch das Gefühl: Das ist von etwas&lt;br /&gt;
umgeben, was ganz anderer Wesenheit und Art ist als das, was da&lt;br /&gt;
heraustritt aus dem unbestimmten Geistigen. Und das, wovon es&lt;br /&gt;
umgeben ist, das symbolisierte man in alten Zeiten in dem Tierkreis,&lt;br /&gt;
in den zwölf Zeichen des Tierkreises.|104|58f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 5 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Rechten dessen, der am Thron saß ein Buch mit 7 Siegeln, die niemand öffnen kann außer das Lamm mit den 7 Hörnern und den 7 Augen (= 7 Geister Gottes). Und die 4 Gestalten und die 24 Ältesten fielen vor ihm nieder und jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 6 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 03 (Tafel IX) AS.jpg|thumb|Drittes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[Drittes apokalyptisches Siegel|3. Siegelbild]] (Siegel und Posaunen):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Siegel: weißes Pferd; der Reiter hatte einen Bogen und ihm wurde eine Krone gegeben.&lt;br /&gt;
2. Siegel: feuerrotes Pferd; er soll den Frieden von der Erde nehmen und ihm ward ein großes Schwert gegeben.&lt;br /&gt;
3. Siegel: schwarzes Pferd; der Reiter hatte eine Waage in seiner Hand.&lt;br /&gt;
4. Siegel: fahles Pferd; der Name des Reiters hieß Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihm ward Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und Hunger und Tod und durch die wilden Tiere auf Erden.&lt;br /&gt;
5. Siegel: die Seelen derer, die getötet waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen; jedem wurde ein weiße Kleid gegeben.&lt;br /&gt;
6. Siegel: Der Tag des Zorns des Lammes: großes Erdbeben; die Sonne ward finster wie ein schwarzer Sack; der Mond wie Blut und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde und der Himmel entwich, wie ein Buch zusammengerollt wird.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 7 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen andern Engel aufsteigen vom Aufgang der Sonne, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: [[144.000]] und dann eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgendeine Hitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 8 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegel: da ward eine große Stille für eine halbe Stunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Engel kam mit einem goldenen Räuchergefäß und er schüttete das Feuer auf die Erde. Und 7 Engel mit [[Die sieben Posaunen|7 Posaunen]] hatten sich gerüstet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Posaune: Hagel und Feuer, mit Blut gemengt fiel auf die Erde und der dritte Teil der Erde verbrannte, der dritte Teil der Bäume und alles grüne Gras.&lt;br /&gt;
2. Posaune: wie ein großer Berg mit Feuer brennend fuhr in das Meer; und der dritte Teil des Meeres ward Blut; und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde.&lt;br /&gt;
3. Posaune: ein großer Stern mit dem Namen Wermut fiel vom Himmel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und Brunnen, so daß sie bitter wurden.&lt;br /&gt;
4. Posaune: der dritte Teil der Sonne, des Mondes und der Sterne ward verfinstert; und ich sah einen Adler fliegen durch des Himmels Mitte und hörte:&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wehe, wehe, wehe denen, die auf Erden wohnen, um der andern Posaunen willen der drei Engel, die nun ihre Stimme erheben sollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 9 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Posaune: ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. Rauch stieg aus dem Brunnen und Heuschrecken wie Skorpione, gleich Rossen zum Krieg gerüstet, auf ihrem Haupt wie Kronen aus Gold, mit Menschenantlitz und Zähnen wie Löwen; sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds (Abaddon = Apollyon) – das erste Wehe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Posaune: eine Stimme von den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott: Löse die 4 Engel, die gebunden sind an den großen Wasserstrom Euphrat. Sie töteten den dritten Teil der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Zahl des reitenden Volkes war vieltausendmal tausend: die Rosse hatten feurige, blaue und schwefelgelbe Panzer und Löwenhäupter und aus ihren Mäulern ging Feuer, Rauch und Schwefel; ihre Schwänze waren Schlangen gleich und hatten Häupter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 10 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 04 (Tafel X) AS.jpg|thumb|Viertes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[4. apokalyptisches Siegel|4. Siegelbild]]: Ein Engel kam vom Himmel herab, mit einer [[Wolke]] bekleidet und dem [[Regenbogen]] auf dem Haupt und ein Antlitz wie die [[Sonne]] und Füße wie Feuersäulen. Und er hatte ein [[Buch]] in seiner Hand, das war aufgetan. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde. Und er gebot mir, das Buch zu verschlingen. Es war im Munde wie [[Honig]], doch grimmig im Bauch. Dieses Buch enthält die Botschaft des [[Christus]] und entfaltet, wenn es verschlungen wird, die lebendige Kraft der [[Liebe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Höchste, das uns gegeben&lt;br /&gt;
werden kann, ist die Botschaft von Christus Jesus. Wohl müssen&lt;br /&gt;
wir sie aufnehmen, und nicht bloß mit dem Verstand. Wir müssen&lt;br /&gt;
sie in unser Innerstes aufnehmen, wie man die Nahrung im physischen&lt;br /&gt;
Leibe aufnimmt. Und indem die Menschheit sich durch&lt;br /&gt;
diese Kulturstufe hinüberentwickelt, wird sie immer mehr und&lt;br /&gt;
mehr die frohe Botschaft in ihr Inneres aufnehmen, und gerade&lt;br /&gt;
die Aufnahme der Botschaft der Liebe wird sie als das Ergebnis&lt;br /&gt;
der Erdenmission zu betrachten haben. In den Evangelien, in dem&lt;br /&gt;
«Buche», ist die Kraft der Liebe enthalten, alle Kraft der Liebe.&lt;br /&gt;
Und der Seher kann nichts anderes sagen als: Ich sehe im Geiste&lt;br /&gt;
eine Zeit vor mir, wo dasjenige, was im Evangelium ist, nicht mehr&lt;br /&gt;
in einem Buche draußen sein wird, sondern wo das verschlungen&lt;br /&gt;
sein wird vom Menschen selber.|104|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Füße wie Feuersäulen sind die die beiden Säulen, [[Stärke]] und [[Weisheit]], auf denen die ganze [[Erdentwicklung]] beruht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unsere Erdenentwickelung beruht auf zweierlei. Unserer Erde&lt;br /&gt;
ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen den Kosmos der&lt;br /&gt;
Weisheit, und ihm ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen&lt;br /&gt;
— das Wort sagt freilich nicht viel, aber wir müssen es gebrauchen,&lt;br /&gt;
weil es gebräuchlich geworden ist — den Kosmos der Stärke,&lt;br /&gt;
der Kraft. Weisheit und Stärke ist es, was die Erde als Erbschaft&lt;br /&gt;
von früheren Entwickelungsstufen, vom alten Mond und der alten&lt;br /&gt;
Sonne übernommen hat. Wir werden sehen, wie innerhalb unserer&lt;br /&gt;
Erdenentwickelung das auch zum Ausdruck kommt dadurch, daß&lt;br /&gt;
wir die erste Hälfte der Erdenentwickelung nach dem Vertreter der&lt;br /&gt;
Sonnenkraft, dem Mars, benennen. Denn jetzt brauchen wir nur zu&lt;br /&gt;
bedenken, daß wir innerhalb unserer Erdenefttwickelung im Mars&lt;br /&gt;
dasjenige haben, was der Erde eingepflanzt hat das Eisen. Wir&lt;br /&gt;
sehen im Mars den Bringer von Stärke. Und in dem, was die zweite&lt;br /&gt;
Hälfte der Erdenentwickelung beherrscht, haben wir den Stellvertreter&lt;br /&gt;
der alten Mondenentwickelung, den Merkur, welcher der&lt;br /&gt;
Erde die alte Erbschaft des Mondes, die Weisheit, einverleibt. So&lt;br /&gt;
setzt sich uns die Erdenentwickelung zusammen aus Mars- und&lt;br /&gt;
Merkurentwickelung. Sie hat als Erbschaft übernommen zwei starke,&lt;br /&gt;
gewaltige Kräfte. Das, was sie ererbt hat vom Kosmos der Stärke,&lt;br /&gt;
drückt sich aus im Mars, und was sie ererbt hat vom Kosmos der&lt;br /&gt;
Weisheit, drückt sich im Merkur aus. Sie, die Erde selber, soll hinzubringen&lt;br /&gt;
die Liebe durch ihre Mission. Diese Liebe soll als das&lt;br /&gt;
Ergebnis der Erdenentwickelung sich herrlich offenbaren. Das ist&lt;br /&gt;
ein sehr tiefer Gedanke des Apokalyptikers. Das ist der tiefe&lt;br /&gt;
Gedanke, der außerdem anknüpft an die ganze übrige Erdenentwickelung.|104|169f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diese zwei Säulen stellen dar die&lt;br /&gt;
zwei Teile der Erdenmission, die zwei Erbschaften, die der Mensch&lt;br /&gt;
gemacht hat von früheren Zeiten. Und über ihnen symbolisiert sich&lt;br /&gt;
dasjenige, was durch die Erde selber erreicht werden soll: die Liebe,&lt;br /&gt;
die sich darlebt, herrlich sich offenbarend, die gestützt wird durch&lt;br /&gt;
diese Erbschaften.|104|170f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 11 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir ward ein Rohr gegeben: miß den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten, aber den Vorhof laß weg. Mit dem Tempel ist hier der Tempel der Seele gemeint, der in allen Maßen stimmen muss, wenn das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]], d.h. die nächste Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], der [[Neuer Jupiter|Neue Jupiter]], in rechter Weise aufgebaut werden soll. Der [[Physischer Leib|physische Leib]] und der [[Ätherleib]] haben zu diesem Zeitpunkt ihre Aufgabe erfüllt und müssen abgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie sich Ihre heutige Seele in Ihrem heutigen Leibe, den Sie vom&lt;br /&gt;
Monde ererbt haben, entwickelt, so wird sich die künftige Seele in&lt;br /&gt;
demjenigen entwickeln, was Sie selber aus ihrem Leibe machen.&lt;br /&gt;
Daher bezeichnet man den Leib, dasjenige, was die Seele, das Ich&lt;br /&gt;
umkleidet, umhüllt, was von diesem Ich bewohnt wird, als den&lt;br /&gt;
Tempel der im Innern befindlichen Ichheit, den Tempel der im&lt;br /&gt;
Menschen lebendigen Göttlichkeit, den Tempel Gottes. Indem Sie&lt;br /&gt;
also diesen Leib gestalten, bauen Sie einen künftigen Tempel, das&lt;br /&gt;
heißt die neue Verkörperung der Erde, auf. Sie bauen in den richtigen&lt;br /&gt;
Maßen den Jupiter auf, indem Sie den menschlichen Leib in&lt;br /&gt;
der richtigen Weise ausgestalten. Was muß daher zum Vorschein&lt;br /&gt;
kommen, wenn die Erde am Ziel angekommen sein wird? Ein in&lt;br /&gt;
allen Maßen stimmender Tempel der Seele. Daher wird dem Eingeweihten&lt;br /&gt;
der Auftrag gegeben, diesen Tempel, den der Mensch&lt;br /&gt;
dann gebaut haben wird, zu untersuchen. Daß die Seele das Richtige&lt;br /&gt;
gemacht hat, wird dadurch zum Vorschein kommen, daß er&lt;br /&gt;
gemessen wird, dieser Tempel Gottes. «Und es ward mir ein Rohr&lt;br /&gt;
gegeben, einem Stecken gleich, und er sprach: Stehe auf und miß&lt;br /&gt;
den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten. Aber&lt;br /&gt;
den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus!» (Kapitel 11, 1.)&lt;br /&gt;
Das heißt: Alles dasjenige muß hinausgeworfen werden aus dem&lt;br /&gt;
Tempel, was zur Vorbereitung da war. Der Mensch mußte erst physischen&lt;br /&gt;
Leib und Ätherleib haben, bevor er drinnen arbeiten&lt;br /&gt;
konnte. Dieser physische Leib und der Ätherleib, die sind der Vorhof:&lt;br /&gt;
die müssen abfallen, die wirf hinaus. — Dasjenige, was der&lt;br /&gt;
Mensch allein gemacht hat, das behält er. Das ist der Tempel, in&lt;br /&gt;
dem wohnen sollen neue Wesen zur Zeit des Jupiter-Daseins.|104|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Zeugen will ich geben, die sollen weissagen [[1260 (Zahl)|1260]] Tage, angetan mit Trauerkleidern. Und wenn sie ihr Zeugnis geredet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund steigt, mit ihnen Krieg führen und sie töten. Nach dreieinhalb Tagen werden sie auferstehen und zum Himmel aufsteigen in einer Wolke. Und zu der selben Stunde ward ein großes Erdbeben und der zehnte Teil der Stadt fiel und 7000 Menschen wurden getötet – das zweite Wehe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Zeugen sind, wie bei der [[Verklärung Christi]], [[Moses]] und [[Elias]]. Moses repräsentiert die [[Weisheit]] und [[Elias]] die [[Stärke]], die der Entwicklung ihren Impuls, ihre Richtung gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Vor allen Dingen erscheinen die Träger der geistigen Strömungen&lt;br /&gt;
wieder, auf denen die Erde feststeht, aus denen sie hervorgegangen&lt;br /&gt;
ist. Die Träger dieser Strömungen erscheinen lebendig wieder. Es&lt;br /&gt;
werden in Elias und Moses, wenn wir der christlichen Tradition&lt;br /&gt;
folgen, die persönlichen Vertreter dessen gesehen, was uns gestern&lt;br /&gt;
in den zwei Säulen erschienen ist. Die, welche die Lehren der zwei&lt;br /&gt;
Säulen geben, werden in der christlichen Esoterik angesehen als&lt;br /&gt;
Elias und Moses. Elias war derjenige, der dem Menschen die Kundschaft&lt;br /&gt;
und Botschaft brachte von der einen Säule, der Säule der&lt;br /&gt;
Stärke, Moses derjenige, der sie brachte von der Säule der Weisheit.&lt;br /&gt;
«Moses» heißt: Weisheit oder Wahrheit, und «Elias» heißt -&lt;br /&gt;
ja es ist schwer, das Wort im Deutschen auszudrücken — die weisende&lt;br /&gt;
Kraft, das, was die Richtung, den Impuls gibt. So sehen wir&lt;br /&gt;
diese beiden in der geistig gewordenen Welt auftreten, und zwar&lt;br /&gt;
auf der Entwicklungsstufe, zu der sie es dann gebracht haben werden.&lt;br /&gt;
Denn wie bei der «Verklärung» nach der christlichen Tradition&lt;br /&gt;
der Christus erschienen ist zwischen Moses und Elias, so erscheint&lt;br /&gt;
der ganze Vorgang am Ende der Erdenentwickelung so, daß&lt;br /&gt;
die Sonne, die geistige Sonne der Liebe, die Offenbarung der Erdenmission&lt;br /&gt;
der Liebe erscheint, gestützt durch Sonne-Mars und Mond-&lt;br /&gt;
Merkur, durch Elias und Moses. Wie wir gestern gesehen haben die&lt;br /&gt;
beiden Säulen, die zunächst vor dem Eingeweihten erscheinen als&lt;br /&gt;
die Symbole von Stärke und Weisheit, und darüber die Sonne der&lt;br /&gt;
Liebe, so können wir uns jetzt ein Stück weiter die Erdenentwickelung&lt;br /&gt;
vorstellen, und in seiner Lebendigkeit, in seinem Persönlichen&lt;br /&gt;
wird uns dasjenige, was die eine Säule ist, als Elias erscheinen, und&lt;br /&gt;
die andere als Moses, und was darüber ist, als das eigentliche Christus-Prinzip.|104|184f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Posaune: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Tempel Gottes im Himmel ward aufgetan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 12 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 05 (Tafel XI) AS.jpg|thumb|Fünftes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[5. apokalyptisches Siegel|5. Siegelbild]]: Das [[Weib, mit der Sonne bekleidet, der Mond zu ihren Füßen]] und auf dem Haupt eine Krone von 12 Sternen. Sie hatte große Geburtswehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und siehe, ein großer roter Drache mit 7 Häuptern (mit 7 Kronen) und 10 Hörnern erschien am Himmel und fegte den dritten Teil der Sterne hinweg und warf das Weib auf die Erde. Sie gebar einen Sohn und floh in die Wüste, wo sie von Gott [[1260]] Tage ernährt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es erhob sich ein Streit am Himmel: Michael und seine Engel stritten wider den Drachen und stürzten die [[alte Schlange]] ([[Diabolus]] und [[Satanas]]) auf die Erde. Da jagte er das Weib, aber diesem wurden die 2 Flügel des Adlers gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 13 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Tier mit zehn Hörnern und sieben Köpfen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein [[Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern|Tier mit 10 Hörnern und 7 Häuptern]] aus dem Meer steigen und auf seinen Hörnern 10 Kronen. Es glich einem Panther, mit Bärenfüßen und einem Löwenrachen. Und ihm ward die Macht gegeben, die Heiligen zu überwinden und Macht über alle Geschlechter, Völker, Sprachen und Nationen. (vgl. Hosea 1 ff und Hos 13,4-8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein zweites [[Tier mit 2 Hörnern]] gleichwie ein Lamm und redete wie ein Drache. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist [[666]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 14 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Mystisches Lamm|Lamm]] stand auf dem Berg Zion, mit ihm [[144000 (Zahl)|144.000]], die hatten seinen Namen und den Namen des Vaters geschrieben an ihrer Stirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der verkündigte das [[Ewiges Evangelium|ewige Evangelium]] (Evangelium aionion). Und ein zweiter Engel folgte und sprach: [[Babylon]], die große Stadt, ist gefallen. Und ein dritter Engel kam: wer das Tier anbetet, soll den [[Zorn Gottes]] trinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einer Wolke erscheint der Menschensohn, mit goldener Krone und einer scharfen Sichel in der Hand, denn die Ernte der Erde ist reif geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 15 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7 Engel mit den letzten 7 Plagen ([[7 Zornesschalen]]) mit denen sich der Zorn Gottes vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein [[gläsernes Meer]], mit Feuer vermengt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 16 ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Zornesschale: ein böses und arges Geschwür, an den Menschen die das Malzeichen des Tieres hatten und sein Bild anbeteten.&lt;br /&gt;
2. Zornesschale: ins Meer gegossen, das wurde wie das Blut eines Toten und alle lebendigen Wesen im Meer starben.&lt;br /&gt;
3. Zornesschale: in die Wasserströme und Brunnen; und es ward Blut&lt;br /&gt;
4. Zornesschale: in die Sonne gegossen, daß ihr Feuer die Menschen versengte.&lt;br /&gt;
5. Zornesschale: auf den Thron des Tieres und sein Reich ward verfinstert.&lt;br /&gt;
6. Zornesschale: auf den Euphrat, daß er vertrocknete, damit bereitet würde der Weg den Königen vom Aufgang der Sonne.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schlacht von [[Harmagedon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Zornesschale: er goß seine Schale in die Luft und die Stimme vom Thron erscholl:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist vollbracht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 17 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht über die große [[Hure Babylon]]: ein Weib auf einem scharlachfarbenen Tier voll lästerlicher Namen mit 7 Häuptern und 10 Hörnern, bekleidet mit Purpur und Scharlach, mit Gold und edlen Steinen und Perlen mit einem goldenen Becher voll Greuel und Unflat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist nicht und wird wieder emporsteigen aus dem Abgrund und wird fahren in die Verdammnis. Die 7 Häupter sind 7 Berge, auf denen das Weib sitzt und sind 7 Könige. 5 sind gefallen, einer ist, der andere ist noch nicht gekommen. Und das Tier, das gewesen ist und nicht ist, ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis. Die 10 Hörner sind 10 Könige, die ihr Reich noch nicht empfangen haben, aber sie werden Macht empfangen eine Stunde mit dem Tier und streiten wider das Lamm. Doch das Lamm wird sie überwinden. Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat’s ihnen in ihr Herz gegeben, nach &#039;&#039;seinem Sinn&#039;&#039; zu handeln und eines Sinnes zu werden und ihr Reich dem Tier zu geben, bis vollendet werden die Worte Gottes. Und das Weib, das du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 18 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 06 (Tafel XII) AS.jpg|thumb|Sechstes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Die große Babylon ist gefallen und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen Vögel und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Tiere. Denn von dem Zorneswein ihrer Hurerei haben alle Völker getrunken, und die Könige auf Erden haben mit ihr Hurerei getrieben, und die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer großen Üppigkeit. Und ein starker Engel hob einen Stein auf, groß wie ein Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: So wird mit Sturmgewalt niedergeworfen die große Stadt Babylon und nicht mehr gefunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 19 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat das Reich eingenommen! Lasset uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben, den die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet. Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Himmel ward aufgetan und ein weißes Pferd erschient, dessen Reiter trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst - ein deutlicher Hinweis auf den [[Unaussprechlicher Name Gottes|unaussprechlichen Namen Gottes]], das [[Ich]], mit dem sich jeder nur selbst bezeichnen kann. Sein Kleid war mit Blut besprengt und dessen Name ist: [[Das Wort Gottes]]. Aus seinem Munde ging ein scharfes [[Schwert]]. Und das Tier ward gegriffen und sein falscher Prophet und in den feurigen Pfuhl geworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 20 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 07 (Tafel XIII) AS.jpg|thumb|Siebentes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
6. Siegelbild: Ein Engel fuhr vom Himmel mit dem Schlüssel zum Abgrund und mit einer großen Kette, und er ergriff den großen Drachen ([[Diabolus]] und [[Satan]]) und verschloß ihn für 1000 Jahre im Abgrund. Danach muß er los werden für kurze Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß; und vor seinem Angesicht floh die Erde und der Himmel; Und die Toten standen auf und wurden gerichtet. Und so jemand nicht gefunden ward geschrieben in dem [[Buch des Lebens]], der ward geworfen in den feurigen Pfuhl ([[Zweiter Tod|der zweite Tod]]),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 21 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegelbild: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]] senkte sich vom Himmel herab, geschmückt wie eine Braut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin das A und Ω.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 22 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortsetzung der Schilderung des Neuen Jerusalem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Gnade]] (charis) unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch allen. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:172 Formzustand Seite 2.pdf|mini|center|950px|&amp;lt;center&amp;gt;Der 172. Formzustand mit den 7 [[Hauptzeitalter]]n (Julia Lauber)&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textüberlieferung ==&lt;br /&gt;
Die gegenwärtig weithin vertretene [[W:Historisch-kritische Methode (Theologie)|historisch-kritische Auffassung]] geht davon aus, dass die Offenbarung gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. von einem frühchristlichen Propheten namens Johannes verfasst wurde, der in enger Beziehung zu den christlichen Gemeinden Kleinasiens stand. Eine Identität mit dem [[Apostel Johannes]] ist damit zwar nicht ausgeschlossen, lässt sich historisch jedoch nicht überzeugend nachweisen. Tatsächlich wird die Gleichsetzung mit dem Verfasser des [[Johannesevangelium|Johannesevangeliums]] heute von einem großen Teil der modernen Forschung abgelehnt oder zumindest als sehr unwahrscheinlich betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offenbarung des Johannes wurde im Vergleich zu den anderen Schriften des Neuen Testaments seltener abgeschrieben, vermutlich wegen der umstrittenen Kanonizität. Unter den 320 erhaltenen [[w:Unziale|Unzialhandschriften]] enthalten nur etwa ein Dutzend Textteile der Offenbarung, und nur wenige davon den vollständigen Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Griechisch des Buches weist zahlreiche Semitismen und grammatikalische Abweichungen von der Koiné auf und unterscheidet sich auch stilistisch und sprachlich deutlich von den übrigen neutestamentlichen Schriften. Aufgrund der schwierigen und mehrdeutigen Aussagen kam es beim Abschreiben häufig zu Textänderungen, wodurch sich starke Abweichungen in der Überlieferung ergeben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offenbarung ist daher das textkritisch problematischste Buch des Neuen Testaments. Als wichtigste Handschrift gilt der [[w:Codex Alexandrinus|Codex Alexandrinus]] aus dem [[5. Jahrhundert]], noch vor dem [[w:Codex Sinaiticus|Codex Sinaiticus]], einer unvollständig erhaltene koine-griechische [[Bibel|Vollbibel]] aus dem [[4. Jahrhundert]], während der [[w:Codex Vaticanus|Codex Vaticanus]] den Text der Offenbarung nicht mehr enthält, da sein Schluss verloren ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Offenbarung des Johannes}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Siegfried Gussmann]]: &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, Urachhaus-Verlag 1996, ISBN 978-3825170943&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, übersetzt und kommentiert von Bernd Lampe, Vlg. der Kooperative Dürnau, 4. überarbeitete Auflage, Dürnau 2013, ISBN 978-3888610332&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Offenbarung des Johannes - Eine okkulte Zahlenlehre&#039;&#039;, übersetzt, mit Fußnoten und Kommentaren versehen von Hergen Noordendorp, Novalis Vlg., Schaffhausen 2004, ISBN 978-3907260265&lt;br /&gt;
*  Christiane Haid (Hrsg.), Jaap Sijmons (Hrsg.): &#039;&#039;Apokalypse im Ich: Anthroposophische Perspektiven auf die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2018, ISBN 978-3723516126&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Alexandra Riggins: &#039;&#039;Die sieben apokalyptischen Siegel&#039;&#039;, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums&#039;&#039;, [[GA 8]] (1989), ISBN 3-7274-0080-3; &#039;&#039;&#039;Tb 619&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6190-3 {{Schriften|008}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, [[GA 104]] (1985), ISBN 3-7274-1040-X {{Vorträge|104}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, [[GA 104a]] (1991), ISBN 3-7274-1045-0 {{Vorträge|104a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912&#039;&#039;, [[GA 266/2]] (1996), ISBN 3-7274-2662-4 {{Schule|266b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongreß Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen.&#039;&#039;, [[GA 284]] (1993), ISBN 3-7274-2840-6 {{Vorträge|284}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tapisserie de l&#039;Apocalypse|Apokalypse (Wandteppich)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.bibel-online.net/buch/66.offenbarung/ Die Offenbarung des Johannes] - der gesamte Text nach der Ausgabe der Luther Bibel 1984.&lt;br /&gt;
* [http://theol.uibk.ac.at/leseraum/bibel/offb1.html Die Offenbarung des Johannes] - Einheitsübersetzung&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=vaMhWXD5Hww Hymnenmusik zur Apokalypse] YouTube&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Peter]]: [https://anthro.world/Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vortr%C3%A4ge_von_Wolfgang_Peter Apokalypse des Johannes]. Eine Vortragsreihe über Gott und die Welt bei YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.arte.tv/de/videos/RC-020742/die-apokalypse/ Die Apokalypse - Die Entstehung des Christentums] - Doku in 12 Teilen auf [https://www.arte.tv arte.tv] und auf [https://www.youtube.com/watch?v=uZdX5jL1Ero&amp;amp;list=PLlQWnS27jXh96VaW7tw01IIMbxDcRwrBi YouTube]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apokalypse des Johannes nach Kapitel|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apokalypse des Johannes|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christologie]] &lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Offenbarung des Johannes}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Apokalypse_des_Johannes&amp;diff=626854</id>
		<title>Apokalypse des Johannes</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Apokalypse_des_Johannes&amp;diff=626854"/>
		<updated>2026-10-27T11:57:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Textüberlieferung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;gt;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter Vortragsreihe rund um die «Apokalypse des Johannes» von Wolfgang Peter]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden &#039;&#039;&#039;Dienstag&#039;&#039;&#039; live ab &#039;&#039;&#039;19h&#039;&#039;&#039;. Die Vorträge sind frei zugänglich und können wenig später auch als Video, Audio und als transkripierter Text abgerufen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mehr Infos dazu auf auf [[Datei:Rosenfenster-gelb.png|20px|link=https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter|anthro.world]]&amp;amp;nbsp;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter anthro.world]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Datei:Johannes auf Patmos Hans Memling.jpg|thumb|[[Johannes (Evangelist)|Johannes]] schaut auf [[Patmos]] die Apokalypse, Altarbild von [[Wikipedia:Hans Memling|Hans Memling]], entstanden 1474-79]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Apokalypse&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|αποκάλυψις}} „Enthüllung, [[Offenbarung]]“; [[Englische Sprache|eng.]] &#039;&#039;revelation&#039;&#039;) oder &#039;&#039;&#039;Offenbarung des Johannes&#039;&#039;&#039; ist das letzte Buch des [[Neues Testament|Neuen Testaments]] der [[Bibel]]. Sie umfasst 22 Kapitel und gibt eine Vorschau auf die künftige Entwicklung der [[Menschheit]] und der [[Erde]] und enthüllt zugleich das Wesen des [[Christus]] und ist damit gemäß den Anfangsworten die &#039;&#039;&#039;Apokalypsis Jesu Christi&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|Ἀποκάλυψις Ἰησοῦ Χριστοῦ}} &#039;&#039;Apokalypsis Jesu Christu&#039;&#039;), die &#039;&#039;&#039;Offenbarung Jesu Christi&#039;&#039;&#039;. Ihr Verfasser ist laut [[Rudolf Steiner]] der [[Johannes (Evangelist)|Evangelist Johannes]], der auch das [[Johannesevangelium]] und die [[Briefe des Johannes|Johannes-Briefe]] geschrieben haben soll. Nach traditioneller theologischer Auffassung ist er identisch mit dem [[Apostel Johannes]] und mit dem im [[Johannes-Evangelium]] namentlich nicht genannten [[Lieblingsjünger]] [[Jesus Christus|Jesu]], der nach den Angaben [[Rudolf Steiner]]s zudem niemand anderer als der durch den [[Christus]] von den Toten wiedererweckte [[Lazarus]] war und damit zugleich zum ersten durch den Christus selbst [[Eingeweihter|Eingeweihten]] wurde. Die Offenbarung des Johannes ist die Frucht einer umfassenden [[Geistige Schau|geistigen Schau]], die er nach eigenen Angaben auf der Insel [[Patmos]] empfing {{Bibel|Off|1|9-20|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistiger Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] sieht in der «Apokalypse des Johannes» eine Erneuerung der antiken [[Mysterien]], die in [[Christentum|christlicher]] Form allen [[Mensch]]en zugänglich gemacht werden sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|An die Stelle der vielen Mysterien sollte das&lt;br /&gt;
Eine, das Urmysterium, das christliche, treten. Jesus, in&lt;br /&gt;
dem der Logos Fleisch geworden, sollte der Initiator einer&lt;br /&gt;
ganzen Menschheit sein. Und diese Menschheit sollte seine&lt;br /&gt;
eigene Mystengemeinde werden. Nicht Absonderung Erwählter,&lt;br /&gt;
sondern Zusammenschluß aller sollte stattfinden.&lt;br /&gt;
Nach Maßgabe seiner Reife sollte jeder ein Myste &#039;&#039;werden können&#039;&#039;. Allen erklingt die Botschaft; wer ein Ohr hat, sie&lt;br /&gt;
zu hören, der eilt herbei, ihre Geheimnisse zu vernehmen.&lt;br /&gt;
Die Stimme des Herzens soll bei jedem einzelnen entscheiden.&lt;br /&gt;
Nicht hineingeführt in die Mysterientempel soll dieser&lt;br /&gt;
oder jener werden, sondern zu allen sollte das Wort gesprochen&lt;br /&gt;
werden; der eine vermag es dann weniger stark,&lt;br /&gt;
der andere stärker zu hören. Dem Dämon, dem Engel in&lt;br /&gt;
der eigenen Brust des Menschen wird anheimgegeben, wie&lt;br /&gt;
weit er eingeweiht werden kann. Die ganze Welt ist ein&lt;br /&gt;
Mysterientempel. Nicht nur jene sollen selig werden, die&lt;br /&gt;
in den besonderen Mysterientempeln die wunderbaren Verrichtungen&lt;br /&gt;
schauen, die ihnen eine Gewähr geben sollen für&lt;br /&gt;
das Ewige, sondern «Selig sind, die nicht &#039;&#039;schauen&#039;&#039; und doch&lt;br /&gt;
&#039;&#039;glauben&#039;&#039;». Mögen sie auch zunächst im Finstern tappen,&lt;br /&gt;
vielleicht kommt doch noch das Licht zu ihnen. Keinem&lt;br /&gt;
soll etwas vorenthalten werden; jedem soll der Weg&lt;br /&gt;
offen stehen. - Anschaulich werden dann weiter in der&lt;br /&gt;
Apokalypse die Gefahren geschildert, die dem Christlichen&lt;br /&gt;
von dem Antichristlichen drohen können, und wie dann&lt;br /&gt;
das Christliche dennoch siegen muß. Alle andern Götter&lt;br /&gt;
gehen auf in der Einen christlichen Göttlichkeit: «Und die&lt;br /&gt;
Stadt bedarf keiner Sonne, noch des Mondes, daß sie ihr&lt;br /&gt;
scheinen; denn die Offenbarung Gottes erleuchtet sie, und&lt;br /&gt;
ihre Leuchte ist das Lamm» (Kap. 21, V 23). Es ist das Mysterium&lt;br /&gt;
der «Offenbarung St. Johannis», daß die Mysterien&lt;br /&gt;
nicht mehr verschlossen sein sollen. «Und er spricht zu mir:&lt;br /&gt;
Versiegle &#039;&#039;nicht&#039;&#039; die Worte der Weissagung in diesem Buche;&lt;br /&gt;
denn die Gottheit ist nahe.» - Was der Verfasser der Apokalypse&lt;br /&gt;
für einen Glauben hatte über das Verhältnis &#039;&#039;seiner&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Kirche zu den alten Kirchen: &#039;&#039;das&#039;&#039; hat er dargelegt. Er hat&lt;br /&gt;
sich über die Mysterien selbst in einem geistigen Mysterium&lt;br /&gt;
aussprechen wollen. Auf der Insel &#039;&#039;Patmos&#039;&#039; hat der Verfasser&lt;br /&gt;
sein Mysterium geschrieben. In einer &#039;&#039;Grotte&#039;&#039; soll er die&lt;br /&gt;
«Offenbarung» erhalten haben. In dieser Mitteilung ist&lt;br /&gt;
selbst der Mysteriencharakter der Offenbarung ausgedrückt.&lt;br /&gt;
- Also aus den Mysterien ist das Christentum hervorgegangen.&lt;br /&gt;
Seine Weisheit wird in der Apokalypse selbst&lt;br /&gt;
als ein Mysterium geboren; aber als ein Mysterium, das über&lt;br /&gt;
den Rahmen der alten Mysterienwelt hinausgehen will. Das&lt;br /&gt;
Einzelmysterium soll universelles Mysterium werden. - Es&lt;br /&gt;
könnte ein Widerspruch darin gefunden werden, daß hier&lt;br /&gt;
gesagt wird, die Geheimnisse der Mysterien seien durch das&lt;br /&gt;
Christentum offenbar geworden, und daß dann doch wieder&lt;br /&gt;
in dem Erleben der geistigen Schauungen des Apokalyptikers&lt;br /&gt;
ein christliches Mysterium gesehen wird. Der Widerspruch&lt;br /&gt;
löst sich, sobald man bedenkt: die Geheimnisse&lt;br /&gt;
der &#039;&#039;alten&#039;&#039; Mysterien sind durch die Vorgänge in Palästina&lt;br /&gt;
offenbar geworden. Dadurch hat sich enthüllt, was vorher&lt;br /&gt;
verhüllt in den Mysterien war. Ein neues Geheimnis ist&lt;br /&gt;
nun, was in die Weltentwicklung durch die Erscheinung&lt;br /&gt;
Christi eingefügt worden ist. Der alte Eingeweihte erlebte&lt;br /&gt;
in der geistigen Welt, wie die Entwicklung auf den noch&lt;br /&gt;
«verborgenen Christus» hinweist; der christliche Eingeweihte&lt;br /&gt;
erfährt die verborgenen Wirkungen des «offenbaren&lt;br /&gt;
Christus».|8|143ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut [[Rudolf Steiner]] musste Johannes ganz besondere Bedingungen herstellen, um seine Offenbarung in reiner Form empfangen zu können. Um sich von den Einflüssen seiner unmittelbaren Gegenwart zu befreien, versetzte er sich geistig an den Abend des [[30. September]]s [[395]], an dem eine ganze besondere [[Himmelskonstellation vom 30. September 395|Sternenkonstellation]] gegeben war.&amp;lt;ref&amp;gt;„Im Jahre&lt;br /&gt;
1912 erschien in deutscher Übersetzung eine astronomisch-historische Untersuchung&lt;br /&gt;
von [[Nikolaus Morosow]] (*1854) über die Offenbarung Johannis («Offenbarung in Gewitter und Sturm», Petersburg 1907; deutsch: «[[Die Offenbarung Johannis – Eine astronomisch-historische Untersuchung|Die Offenbarung&lt;br /&gt;
Johannis. Eine astronomisch-historische Untersuchung von Nikolaus Morosow]]»,&lt;br /&gt;
mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Arthur Drews, Stuttgart 1912). Darin kommt&lt;br /&gt;
Morosow bei der Datierung der in der Apokalypse enthaltenen Sternenkonstellation&lt;br /&gt;
auf eben diesen 30. September 395. Aus diesem Grunde gibt er auch den zu&lt;br /&gt;
dieser Zeit lebenden Johannes Chrysostomos als Verfasser der Apokalypse an&lt;br /&gt;
... Nicht erklärbar ist damit allerdings - nach den&lt;br /&gt;
Worten von Arthur Drews -, wieso schon vor dem Jahre 395 zahlreiche christliche&lt;br /&gt;
Schriftsteller auf die Apokalypse Bezug nehmen.“ {{GZ||266b|484|485}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Sonne]] stand zu diesem Zeitpunkt im [[Jungfrau (Sternbild)|Sternbild Jungfrau]]. Das fand seinen Ausdruck im [[5. apokalyptisches Siegel|5. apokalyptischen Siegelbild]]: Die [[Jungfrau, mit der Sonne bekleidet, den Mond zu ihren Füßen]]. In den Aufzeichnungen B&amp;lt;ref&amp;gt;Die Aufzeichnung B liegt in der Handschrift von Nelly Lichtenberg vor.{{GZ||266b|485|486}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zu einer am [[5. März]] [[1911]] in [[w:Hannover|Hannover]] gehaltenen esoterischen Stunde heißt es dazu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alles was wir erleben an Freuden und Leiden, ist wie ein&lt;br /&gt;
Nebel um uns herum, der das Geistige verdeckt, dasselbe Geistige,&lt;br /&gt;
das wir finden, wenn wir die äußere Decke durchstoßen.&lt;br /&gt;
Damit sich die Menschheit wieder fortentwickelt zum Geistigen&lt;br /&gt;
hin, gibt es von Zeit zu Zeit Menschen, welche weiter vorgeschritten&lt;br /&gt;
sind, als es die augenblickliche Entwicklung zuläßt,&lt;br /&gt;
und welche Mitteilungen zu machen haben über Zeiten, die weit&lt;br /&gt;
hinaus in die Zukunft der Menschheitsentwicklung hineinreichen.&lt;br /&gt;
Ein solcher war der Schreiber der Apokalypse, Johannes.&lt;br /&gt;
Aber ehe er diese Offenbarung der zukünftigen Menschheitszustände&lt;br /&gt;
schrieb, da sagte er sich: Bevor ich das kann, muß ich&lt;br /&gt;
dazu gelangen, ganz aus meiner jetzigen Umgebung herauszukommen,&lt;br /&gt;
in welcher ich beeinflußt werde von meinem eigenen&lt;br /&gt;
Selbst, das in meinem Körper eingeschlossen ist, von mir selbst,&lt;br /&gt;
der ich verbunden und gebunden bin an alles das, was mich&lt;br /&gt;
ringsum umgibt. - Von alle dem muß ich mich frei machen. Wie&lt;br /&gt;
auf einen Fels mußte er sich stellen, der ihm als feste Grundlage&lt;br /&gt;
diente, auf dem er nicht wankte, auf dem er von nichts beeinflußt&lt;br /&gt;
werden konnte, was um ihn und in ihm wogte und lebte. -&lt;br /&gt;
Und er versetzte sich an den Abend des 30. September des Jahres&lt;br /&gt;
395 bei Sonnenuntergang auf die Insel Patmos. Als die Sonne&lt;br /&gt;
am Horizonte beinah verschwunden war, als die Sterne und der&lt;br /&gt;
Mond hervortraten, da stand am westlichen Himmel das Sternbild&lt;br /&gt;
der Jungfrau, bestrahlt von der untergehenden Sonne, unter&lt;br /&gt;
ihr, zu ihren Füßen der Mond. Dies Bild, die Jungfrau mit der&lt;br /&gt;
strahlenden Sonne, zu ihren Füßen der Mond, ist wiedergegeben&lt;br /&gt;
in dem einen Siegel. - So sind alle Siegel herausgeholt aus tief&lt;br /&gt;
mystischen Zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes hatte also die äußere Decke in dieser Richtung hin&lt;br /&gt;
durchstoßen, in der Richtung des Sternbildes der Jungfrau. So&lt;br /&gt;
gibt es aber zwölf Richtungen, nach den zwölf Sternbildern, sieben&lt;br /&gt;
davon sind gute; fünf davon sind mehr oder weniger gefährlich.&lt;br /&gt;
So wie nun Johannes sich diese ganz bestimmten Punkte in&lt;br /&gt;
der Zeit und dem Raum ausersah, um sich ganz von sich selbst&lt;br /&gt;
und allem Zeitlichen, was ihn umgab, loszulösen, so muß der&lt;br /&gt;
Rosenkreuzerschüler in sich einen festen Halt finden, sich einen&lt;br /&gt;
festen Grund erringen [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In sich muß man einen festen Halt gewinnen,&lt;br /&gt;
wie Johannes, als er die Apokalypse schreiben wollte und&lt;br /&gt;
sich versetzte an den Abend des 30. Septembers 395 auf die Insel&lt;br /&gt;
Patmos. Dies kann auch astronomisch nachgeprüft werden, diese&lt;br /&gt;
Stellung der Gestirne - Sonne, Jungfrau, Mond - und es ist&lt;br /&gt;
nachgeprüft worden. Und daraus zieht die materialistische Wissenschaft&lt;br /&gt;
nun den Schluß: Also ist damals die Apokalypse geschrieben&lt;br /&gt;
worden. Und dann heißt es, die Wissenschaft hat dies&lt;br /&gt;
festgestellt. So stellt die Wissenschaft fest!|266b|153ff|154}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
{{Positionskarte+&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|caption=Geographische Lage der Insel [[Patmos]], nordöstlich davon [[Ephesos]]&lt;br /&gt;
|width=400&lt;br /&gt;
|float=right&lt;br /&gt;
|Alternativkarte=Turkey relief location map.jpg&lt;br /&gt;
|places=&lt;br /&gt;
{{Positionskarte~&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|label=&#039;&#039;&#039;[[Ephesos]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|lat = 37.939722&lt;br /&gt;
|long = 27.340833&lt;br /&gt;
|region = TR&lt;br /&gt;
|position=right&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Positionskarte~&lt;br /&gt;
|Türkei&lt;br /&gt;
|label=&#039;&#039;&#039;[[Patmos]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|lat = 37/18/39&lt;br /&gt;
|long = 26/32/57&lt;br /&gt;
|region = TR&lt;br /&gt;
|position=right&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der eigentliche Inhalt der Apokalypse wird schon aus den ersten Worten deutlich: {{lang|grc|Ἀποκάλυψις Ἰησοῦ Χριστοῦ}} &#039;&#039;Apokalypsis Jesou Christou&#039;&#039; - es geht um die Wesensenthüllung [[Jesu Christi]], dem göttlichen [[Makrokosmos|makrokosmischen]] [[Welten-Ich]], und das ihm gleichgeartete [[Mikrokosmos|mikrokosmische]]  [[Ich]] des [[Mensch]]en, von dem der [[Christus]] (nach der Übersetzung von [[Emil Bock]]) sagt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;„Die gleiche Vollmacht des Ich soll ihm eigen sein, die ich von meinem Vater empfangen habe. Und ich will ihm den [[Morgenstern]] geben.“ (Off 2,27-28&amp;lt;ref&amp;gt;nach der Übersetzung von [[Emil Bock]]&amp;lt;/ref&amp;gt;)&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Vollmacht des Ich, von der im [[Sendschreiben]] an die Gemeinde von [[Thyatira]] gesprochen wird, soll sich der Mensch allmählich erwerben, indem er die Apokalypse oder ähnlich geartete Einweihungsschriften nicht nur studiert und kommentiert, sondern so verinnerlicht und zu eigen macht, dass er durch sein Ich selbst zum Offenbarer Christi wird. Dann wird ihm der [[Morgenstern]] gegeben, der für die zukünftige Entwicklung der [[Erde (Planet)|Erde]] und der mit ihr verbundenen [[Menschheit]] steht, die in unsere Hände gelegt ist. Im Gegensatz zu dem im 5. Kapitel beschriebenen [[Das Buch mit den sieben Siegeln|Buch mit den sieben Siegeln]] ist die Apokalypse selbst &#039;&#039;nicht&#039;&#039; [[Versiegelung|versiegelt]] und nur den [[Eingeweihter|Eingeweihten]] zugänglich, sondern jedem, der guten Willens ist. Dafür zu sorgen, wird [[Johannes (Evangelist)|Johannes]] nachdrücklich aufgetragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;„Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch; denn die Zeit ist nahe!“ {{Bibel|Off|22|10|LUT}}&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst in dieser Weise zum Apokalyptiker zu werden, hat [[Rudolf Steiner]] namentlich den [[Priester|Priestern]] der [[Christengemeinschaft]] ans Herz gelegt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%;&amp;quot; style=&amp;quot;margin: 0.1em 0.1em 0.1em 0.1em; padding: 0.1em 0.1em 0.1em 0.1em; font-size: 105%; background-color: #ddddff; border: 1px solid #aaaaff;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|{{GZ|Es hat gar&lt;br /&gt;
keine Bedeutung, die Apokalypse so zu nehmen, daß man sie lediglich kommentiert. Es hat einzig und allein einen Sinn, wenn man an der Apokalypse selbst zum Apokalyptiker wird und aus diesem Apokalyptiker-Werden seine Zeit so verstehen lernt, daß man die Impulse dieser Zeit zu Impulsen des eigenen Wirkens machen kann.|346|125}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 1 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 01 (Tafel VII) AS.jpg|thumb|Erstes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Apokalypsis Jesu Christi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin das A und W , Der Anfang (arché) und das Ende (télos), spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erstes apokalyptisches Siegel|1. Siegelbild]]: 7 goldene Leuchter (=Gemeinden) ; der Menschensohn mit den 7 Sternen (die Engel der 7 Gemeinden) in seiner Rechten, im langen Gewand, begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel; sein Haar wie weiße Wolle, Augen wie Feuerflammen, Füße wie goldenes Erz und eine Stimme wie großes Wasserrauschen; aus seinem Munde ging ein scharfes zweischneidiges Schwert und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne in ihrer Macht (dynameis).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin der Erste (protos) und der Letzte (eschaton) und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit (Äon) zu Ewigkeit und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 2 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Sieben Sendschreiben}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sendschreiben an die 7 Gemeinden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ephesus]]: der Herr mit den 7 Sternen&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Smyrna]]: das sagt der Erste und der Letzte:&lt;br /&gt;
:Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pergamon]]: der mit dem scharfen, zweischneidigen Schwert:&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein; auf dem Stein aber steht ein neuer Name geschrieben, welchen niemand kennt, als der ihn empfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thyatira]]: Sohn Gottes mit Augen wie Feuerflammen und Füßen wie goldenes Erz:&lt;br /&gt;
:Wer überwindet ...ich will ihm geben den [[Morgenstern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kulturepochen.png|mini|center|950px|&amp;lt;center&amp;gt;Die Kulturepochen in Zusammenhang mit den Sendschreiben an die 7 Gemeinden in Kleinasien (Julia Lauber)&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 3 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sardes]]: der die 7 Geister Gottes hat und die 7 Sterne:&lt;br /&gt;
:Du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot.&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Philadelphia]]: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf.&lt;br /&gt;
:Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme!&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes ... und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des Neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt, und meinen Namen, den Neuen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Laodicea]]: Das sagt, der da Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:&lt;br /&gt;
:Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich!&lt;br /&gt;
:Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kulturepochen.png|center|950px|Die Kulturepochen in Zusammenhang mit den Sendschreiben an die 7 Gemeinden in Kleinasien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 4 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 02 (Tafel VIII) AS.jpg|thumb|Zweites apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Ein Engel mit Posaunenstimme sprach zu mir ... und siehe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zweites apokalyptisches Siegel|2. Siegelbild]]: Ein Thron wie Jaspis und Sarder, worauf einer saß; ein Regenbogen wie Smaragd; herum die 24 Ältesten mit weißen Kleidern und goldenen Kronen; 7 Fackeln mit Feuer; vor dem Thron das gläserne Meer; die 4 Sphinxtiere (Löwe, Stier, Adler, Mensch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Einmal gab es eine Zeit, wo unsere Erde eine viel weichere&lt;br /&gt;
Materie hatte als heute, wo noch nicht Fels und Stein so verfestigt&lt;br /&gt;
waren wie heute, wo die Pflanzenformen noch anders aussahen, wo&lt;br /&gt;
das Ganze wie ein Urmeer in Wasserhöhlen eingebettet war, wo&lt;br /&gt;
Luft und Wasser nicht geschieden waren, wo von all den Wesen,&lt;br /&gt;
die heute auf der Erde wohnen, Tiere und Pflanzen im Wasser ausgebildet&lt;br /&gt;
waren. Als die mineralischen Wesen anfingen ihre heutige&lt;br /&gt;
Form zu bekommen, da konnte man sagen: Der Mensch trat aus&lt;br /&gt;
der Unsichtbarkeit hervor. So stellte er sich dem Einzuweihenden&lt;br /&gt;
dar. Außen mit einer Art von Schale umgeben, stieg er aus den&lt;br /&gt;
Regionen herunter, die heute die Luftregionen sind. Der Mensch&lt;br /&gt;
war noch nicht dicht physisch da, als das Tier schon im Fleisch&lt;br /&gt;
vorhanden war. Er war eine feine Luftwesenheit, selbst in den&lt;br /&gt;
lemurischen Zeiten noch. Und er hat sich so herausgegliedert, daß&lt;br /&gt;
sich das hellseherische Bild darstellt mit den vier Gruppenseelen:&lt;br /&gt;
auf der einen Seite wie ein Löwenbild, auf der anderen wie das&lt;br /&gt;
Bild eines Stieres, oben wie das eines Adlers, und in der Mitte&lt;br /&gt;
unten etwas, was schon menschenähnlich ist. So zeigt sich das hellseherische&lt;br /&gt;
Bild. So kommt aus dem Dunkel des Geisterlandes heraus&lt;br /&gt;
der Mensch. Und das, was ihn an Kraft ausgebildet hat, das&lt;br /&gt;
erscheint in einer Art Regenbogenbildung. Die mehr physischen&lt;br /&gt;
Kräfte umgeben die ganze Bildung dieses Menschen wie ein Regenbogen.&lt;br /&gt;
— Man muß auf den verschiedensten Gebieten und in der&lt;br /&gt;
verschiedensten Weise dieses Menschwerden schildern. Jetzt wird&lt;br /&gt;
es geschildert, wie es dem Forscher im Rückblick erscheint: wie&lt;br /&gt;
diese vier Gruppenseelen sich herausgestaltet haben aus dem&lt;br /&gt;
gemeinsamen Göttlich-Menschlichen, das heruntersteigt. Man hat&lt;br /&gt;
von jeher diesen Moment symbolisch in die Form gebracht, die Sie&lt;br /&gt;
auf dem zweiten der sogenannten sieben okkulten Siegel dargestellt&lt;br /&gt;
finden. Das ist die symbolische Darstellung, sie ist aber mehr als&lt;br /&gt;
ein bloßes Symbolum. Da haben Sie herauskommend aus dem&lt;br /&gt;
unbestimmten Geistigen diese vier Gruppenseelen, den Regenbogen&lt;br /&gt;
ringsherum und eine Zwölfzahl. Wir müssen auch verstehen,&lt;br /&gt;
was diese Zwölfzahl bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie das herauskommen sehen, was eben geschildert worden&lt;br /&gt;
ist, so haben Sie hellseherisch das Gefühl: Das ist von etwas&lt;br /&gt;
umgeben, was ganz anderer Wesenheit und Art ist als das, was da&lt;br /&gt;
heraustritt aus dem unbestimmten Geistigen. Und das, wovon es&lt;br /&gt;
umgeben ist, das symbolisierte man in alten Zeiten in dem Tierkreis,&lt;br /&gt;
in den zwölf Zeichen des Tierkreises.|104|58f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 5 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Rechten dessen, der am Thron saß ein Buch mit 7 Siegeln, die niemand öffnen kann außer das Lamm mit den 7 Hörnern und den 7 Augen (= 7 Geister Gottes). Und die 4 Gestalten und die 24 Ältesten fielen vor ihm nieder und jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 6 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 03 (Tafel IX) AS.jpg|thumb|Drittes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[Drittes apokalyptisches Siegel|3. Siegelbild]] (Siegel und Posaunen):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Siegel: weißes Pferd; der Reiter hatte einen Bogen und ihm wurde eine Krone gegeben.&lt;br /&gt;
2. Siegel: feuerrotes Pferd; er soll den Frieden von der Erde nehmen und ihm ward ein großes Schwert gegeben.&lt;br /&gt;
3. Siegel: schwarzes Pferd; der Reiter hatte eine Waage in seiner Hand.&lt;br /&gt;
4. Siegel: fahles Pferd; der Name des Reiters hieß Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihm ward Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und Hunger und Tod und durch die wilden Tiere auf Erden.&lt;br /&gt;
5. Siegel: die Seelen derer, die getötet waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen; jedem wurde ein weiße Kleid gegeben.&lt;br /&gt;
6. Siegel: Der Tag des Zorns des Lammes: großes Erdbeben; die Sonne ward finster wie ein schwarzer Sack; der Mond wie Blut und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde und der Himmel entwich, wie ein Buch zusammengerollt wird.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 7 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen andern Engel aufsteigen vom Aufgang der Sonne, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: [[144.000]] und dann eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgendeine Hitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 8 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegel: da ward eine große Stille für eine halbe Stunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Engel kam mit einem goldenen Räuchergefäß und er schüttete das Feuer auf die Erde. Und 7 Engel mit [[Die sieben Posaunen|7 Posaunen]] hatten sich gerüstet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Posaune: Hagel und Feuer, mit Blut gemengt fiel auf die Erde und der dritte Teil der Erde verbrannte, der dritte Teil der Bäume und alles grüne Gras.&lt;br /&gt;
2. Posaune: wie ein großer Berg mit Feuer brennend fuhr in das Meer; und der dritte Teil des Meeres ward Blut; und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde.&lt;br /&gt;
3. Posaune: ein großer Stern mit dem Namen Wermut fiel vom Himmel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und Brunnen, so daß sie bitter wurden.&lt;br /&gt;
4. Posaune: der dritte Teil der Sonne, des Mondes und der Sterne ward verfinstert; und ich sah einen Adler fliegen durch des Himmels Mitte und hörte:&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wehe, wehe, wehe denen, die auf Erden wohnen, um der andern Posaunen willen der drei Engel, die nun ihre Stimme erheben sollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 9 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Posaune: ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. Rauch stieg aus dem Brunnen und Heuschrecken wie Skorpione, gleich Rossen zum Krieg gerüstet, auf ihrem Haupt wie Kronen aus Gold, mit Menschenantlitz und Zähnen wie Löwen; sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds (Abaddon = Apollyon) – das erste Wehe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Posaune: eine Stimme von den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott: Löse die 4 Engel, die gebunden sind an den großen Wasserstrom Euphrat. Sie töteten den dritten Teil der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Zahl des reitenden Volkes war vieltausendmal tausend: die Rosse hatten feurige, blaue und schwefelgelbe Panzer und Löwenhäupter und aus ihren Mäulern ging Feuer, Rauch und Schwefel; ihre Schwänze waren Schlangen gleich und hatten Häupter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 10 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 04 (Tafel X) AS.jpg|thumb|Viertes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[4. apokalyptisches Siegel|4. Siegelbild]]: Ein Engel kam vom Himmel herab, mit einer [[Wolke]] bekleidet und dem [[Regenbogen]] auf dem Haupt und ein Antlitz wie die [[Sonne]] und Füße wie Feuersäulen. Und er hatte ein [[Buch]] in seiner Hand, das war aufgetan. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde. Und er gebot mir, das Buch zu verschlingen. Es war im Munde wie [[Honig]], doch grimmig im Bauch. Dieses Buch enthält die Botschaft des [[Christus]] und entfaltet, wenn es verschlungen wird, die lebendige Kraft der [[Liebe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Höchste, das uns gegeben&lt;br /&gt;
werden kann, ist die Botschaft von Christus Jesus. Wohl müssen&lt;br /&gt;
wir sie aufnehmen, und nicht bloß mit dem Verstand. Wir müssen&lt;br /&gt;
sie in unser Innerstes aufnehmen, wie man die Nahrung im physischen&lt;br /&gt;
Leibe aufnimmt. Und indem die Menschheit sich durch&lt;br /&gt;
diese Kulturstufe hinüberentwickelt, wird sie immer mehr und&lt;br /&gt;
mehr die frohe Botschaft in ihr Inneres aufnehmen, und gerade&lt;br /&gt;
die Aufnahme der Botschaft der Liebe wird sie als das Ergebnis&lt;br /&gt;
der Erdenmission zu betrachten haben. In den Evangelien, in dem&lt;br /&gt;
«Buche», ist die Kraft der Liebe enthalten, alle Kraft der Liebe.&lt;br /&gt;
Und der Seher kann nichts anderes sagen als: Ich sehe im Geiste&lt;br /&gt;
eine Zeit vor mir, wo dasjenige, was im Evangelium ist, nicht mehr&lt;br /&gt;
in einem Buche draußen sein wird, sondern wo das verschlungen&lt;br /&gt;
sein wird vom Menschen selber.|104|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Füße wie Feuersäulen sind die die beiden Säulen, [[Stärke]] und [[Weisheit]], auf denen die ganze [[Erdentwicklung]] beruht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unsere Erdenentwickelung beruht auf zweierlei. Unserer Erde&lt;br /&gt;
ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen den Kosmos der&lt;br /&gt;
Weisheit, und ihm ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen&lt;br /&gt;
— das Wort sagt freilich nicht viel, aber wir müssen es gebrauchen,&lt;br /&gt;
weil es gebräuchlich geworden ist — den Kosmos der Stärke,&lt;br /&gt;
der Kraft. Weisheit und Stärke ist es, was die Erde als Erbschaft&lt;br /&gt;
von früheren Entwickelungsstufen, vom alten Mond und der alten&lt;br /&gt;
Sonne übernommen hat. Wir werden sehen, wie innerhalb unserer&lt;br /&gt;
Erdenentwickelung das auch zum Ausdruck kommt dadurch, daß&lt;br /&gt;
wir die erste Hälfte der Erdenentwickelung nach dem Vertreter der&lt;br /&gt;
Sonnenkraft, dem Mars, benennen. Denn jetzt brauchen wir nur zu&lt;br /&gt;
bedenken, daß wir innerhalb unserer Erdenefttwickelung im Mars&lt;br /&gt;
dasjenige haben, was der Erde eingepflanzt hat das Eisen. Wir&lt;br /&gt;
sehen im Mars den Bringer von Stärke. Und in dem, was die zweite&lt;br /&gt;
Hälfte der Erdenentwickelung beherrscht, haben wir den Stellvertreter&lt;br /&gt;
der alten Mondenentwickelung, den Merkur, welcher der&lt;br /&gt;
Erde die alte Erbschaft des Mondes, die Weisheit, einverleibt. So&lt;br /&gt;
setzt sich uns die Erdenentwickelung zusammen aus Mars- und&lt;br /&gt;
Merkurentwickelung. Sie hat als Erbschaft übernommen zwei starke,&lt;br /&gt;
gewaltige Kräfte. Das, was sie ererbt hat vom Kosmos der Stärke,&lt;br /&gt;
drückt sich aus im Mars, und was sie ererbt hat vom Kosmos der&lt;br /&gt;
Weisheit, drückt sich im Merkur aus. Sie, die Erde selber, soll hinzubringen&lt;br /&gt;
die Liebe durch ihre Mission. Diese Liebe soll als das&lt;br /&gt;
Ergebnis der Erdenentwickelung sich herrlich offenbaren. Das ist&lt;br /&gt;
ein sehr tiefer Gedanke des Apokalyptikers. Das ist der tiefe&lt;br /&gt;
Gedanke, der außerdem anknüpft an die ganze übrige Erdenentwickelung.|104|169f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diese zwei Säulen stellen dar die&lt;br /&gt;
zwei Teile der Erdenmission, die zwei Erbschaften, die der Mensch&lt;br /&gt;
gemacht hat von früheren Zeiten. Und über ihnen symbolisiert sich&lt;br /&gt;
dasjenige, was durch die Erde selber erreicht werden soll: die Liebe,&lt;br /&gt;
die sich darlebt, herrlich sich offenbarend, die gestützt wird durch&lt;br /&gt;
diese Erbschaften.|104|170f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 11 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir ward ein Rohr gegeben: miß den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten, aber den Vorhof laß weg. Mit dem Tempel ist hier der Tempel der Seele gemeint, der in allen Maßen stimmen muss, wenn das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]], d.h. die nächste Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], der [[Neuer Jupiter|Neue Jupiter]], in rechter Weise aufgebaut werden soll. Der [[Physischer Leib|physische Leib]] und der [[Ätherleib]] haben zu diesem Zeitpunkt ihre Aufgabe erfüllt und müssen abgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie sich Ihre heutige Seele in Ihrem heutigen Leibe, den Sie vom&lt;br /&gt;
Monde ererbt haben, entwickelt, so wird sich die künftige Seele in&lt;br /&gt;
demjenigen entwickeln, was Sie selber aus ihrem Leibe machen.&lt;br /&gt;
Daher bezeichnet man den Leib, dasjenige, was die Seele, das Ich&lt;br /&gt;
umkleidet, umhüllt, was von diesem Ich bewohnt wird, als den&lt;br /&gt;
Tempel der im Innern befindlichen Ichheit, den Tempel der im&lt;br /&gt;
Menschen lebendigen Göttlichkeit, den Tempel Gottes. Indem Sie&lt;br /&gt;
also diesen Leib gestalten, bauen Sie einen künftigen Tempel, das&lt;br /&gt;
heißt die neue Verkörperung der Erde, auf. Sie bauen in den richtigen&lt;br /&gt;
Maßen den Jupiter auf, indem Sie den menschlichen Leib in&lt;br /&gt;
der richtigen Weise ausgestalten. Was muß daher zum Vorschein&lt;br /&gt;
kommen, wenn die Erde am Ziel angekommen sein wird? Ein in&lt;br /&gt;
allen Maßen stimmender Tempel der Seele. Daher wird dem Eingeweihten&lt;br /&gt;
der Auftrag gegeben, diesen Tempel, den der Mensch&lt;br /&gt;
dann gebaut haben wird, zu untersuchen. Daß die Seele das Richtige&lt;br /&gt;
gemacht hat, wird dadurch zum Vorschein kommen, daß er&lt;br /&gt;
gemessen wird, dieser Tempel Gottes. «Und es ward mir ein Rohr&lt;br /&gt;
gegeben, einem Stecken gleich, und er sprach: Stehe auf und miß&lt;br /&gt;
den Tempel Gottes und den Altar und die darinnen anbeten. Aber&lt;br /&gt;
den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus!» (Kapitel 11, 1.)&lt;br /&gt;
Das heißt: Alles dasjenige muß hinausgeworfen werden aus dem&lt;br /&gt;
Tempel, was zur Vorbereitung da war. Der Mensch mußte erst physischen&lt;br /&gt;
Leib und Ätherleib haben, bevor er drinnen arbeiten&lt;br /&gt;
konnte. Dieser physische Leib und der Ätherleib, die sind der Vorhof:&lt;br /&gt;
die müssen abfallen, die wirf hinaus. — Dasjenige, was der&lt;br /&gt;
Mensch allein gemacht hat, das behält er. Das ist der Tempel, in&lt;br /&gt;
dem wohnen sollen neue Wesen zur Zeit des Jupiter-Daseins.|104|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Zeugen will ich geben, die sollen weissagen [[1260 (Zahl)|1260]] Tage, angetan mit Trauerkleidern. Und wenn sie ihr Zeugnis geredet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund steigt, mit ihnen Krieg führen und sie töten. Nach dreieinhalb Tagen werden sie auferstehen und zum Himmel aufsteigen in einer Wolke. Und zu der selben Stunde ward ein großes Erdbeben und der zehnte Teil der Stadt fiel und 7000 Menschen wurden getötet – das zweite Wehe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Zeugen sind, wie bei der [[Verklärung Christi]], [[Moses]] und [[Elias]]. Moses repräsentiert die [[Weisheit]] und [[Elias]] die [[Stärke]], die der Entwicklung ihren Impuls, ihre Richtung gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Vor allen Dingen erscheinen die Träger der geistigen Strömungen&lt;br /&gt;
wieder, auf denen die Erde feststeht, aus denen sie hervorgegangen&lt;br /&gt;
ist. Die Träger dieser Strömungen erscheinen lebendig wieder. Es&lt;br /&gt;
werden in Elias und Moses, wenn wir der christlichen Tradition&lt;br /&gt;
folgen, die persönlichen Vertreter dessen gesehen, was uns gestern&lt;br /&gt;
in den zwei Säulen erschienen ist. Die, welche die Lehren der zwei&lt;br /&gt;
Säulen geben, werden in der christlichen Esoterik angesehen als&lt;br /&gt;
Elias und Moses. Elias war derjenige, der dem Menschen die Kundschaft&lt;br /&gt;
und Botschaft brachte von der einen Säule, der Säule der&lt;br /&gt;
Stärke, Moses derjenige, der sie brachte von der Säule der Weisheit.&lt;br /&gt;
«Moses» heißt: Weisheit oder Wahrheit, und «Elias» heißt -&lt;br /&gt;
ja es ist schwer, das Wort im Deutschen auszudrücken — die weisende&lt;br /&gt;
Kraft, das, was die Richtung, den Impuls gibt. So sehen wir&lt;br /&gt;
diese beiden in der geistig gewordenen Welt auftreten, und zwar&lt;br /&gt;
auf der Entwicklungsstufe, zu der sie es dann gebracht haben werden.&lt;br /&gt;
Denn wie bei der «Verklärung» nach der christlichen Tradition&lt;br /&gt;
der Christus erschienen ist zwischen Moses und Elias, so erscheint&lt;br /&gt;
der ganze Vorgang am Ende der Erdenentwickelung so, daß&lt;br /&gt;
die Sonne, die geistige Sonne der Liebe, die Offenbarung der Erdenmission&lt;br /&gt;
der Liebe erscheint, gestützt durch Sonne-Mars und Mond-&lt;br /&gt;
Merkur, durch Elias und Moses. Wie wir gestern gesehen haben die&lt;br /&gt;
beiden Säulen, die zunächst vor dem Eingeweihten erscheinen als&lt;br /&gt;
die Symbole von Stärke und Weisheit, und darüber die Sonne der&lt;br /&gt;
Liebe, so können wir uns jetzt ein Stück weiter die Erdenentwickelung&lt;br /&gt;
vorstellen, und in seiner Lebendigkeit, in seinem Persönlichen&lt;br /&gt;
wird uns dasjenige, was die eine Säule ist, als Elias erscheinen, und&lt;br /&gt;
die andere als Moses, und was darüber ist, als das eigentliche Christus-Prinzip.|104|184f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Posaune: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und der Tempel Gottes im Himmel ward aufgetan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 12 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 05 (Tafel XI) AS.jpg|thumb|Fünftes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
[[5. apokalyptisches Siegel|5. Siegelbild]]: Das [[Weib, mit der Sonne bekleidet, der Mond zu ihren Füßen]] und auf dem Haupt eine Krone von 12 Sternen. Sie hatte große Geburtswehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und siehe, ein großer roter Drache mit 7 Häuptern (mit 7 Kronen) und 10 Hörnern erschien am Himmel und fegte den dritten Teil der Sterne hinweg und warf das Weib auf die Erde. Sie gebar einen Sohn und floh in die Wüste, wo sie von Gott [[1260]] Tage ernährt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und es erhob sich ein Streit am Himmel: Michael und seine Engel stritten wider den Drachen und stürzten die [[alte Schlange]] ([[Diabolus]] und [[Satanas]]) auf die Erde. Da jagte er das Weib, aber diesem wurden die 2 Flügel des Adlers gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 13 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Tier mit zehn Hörnern und sieben Köpfen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein [[Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern|Tier mit 10 Hörnern und 7 Häuptern]] aus dem Meer steigen und auf seinen Hörnern 10 Kronen. Es glich einem Panther, mit Bärenfüßen und einem Löwenrachen. Und ihm ward die Macht gegeben, die Heiligen zu überwinden und Macht über alle Geschlechter, Völker, Sprachen und Nationen. (vgl. Hosea 1 ff und Hos 13,4-8)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein zweites [[Tier mit 2 Hörnern]] gleichwie ein Lamm und redete wie ein Drache. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist [[666]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 14 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Mystisches Lamm|Lamm]] stand auf dem Berg Zion, mit ihm [[144000 (Zahl)|144.000]], die hatten seinen Namen und den Namen des Vaters geschrieben an ihrer Stirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der verkündigte das [[Ewiges Evangelium|ewige Evangelium]] (Evangelium aionion). Und ein zweiter Engel folgte und sprach: [[Babylon]], die große Stadt, ist gefallen. Und ein dritter Engel kam: wer das Tier anbetet, soll den [[Zorn Gottes]] trinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einer Wolke erscheint der Menschensohn, mit goldener Krone und einer scharfen Sichel in der Hand, denn die Ernte der Erde ist reif geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 15 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7 Engel mit den letzten 7 Plagen ([[7 Zornesschalen]]) mit denen sich der Zorn Gottes vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah ein [[gläsernes Meer]], mit Feuer vermengt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 16 ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Zornesschale: ein böses und arges Geschwür, an den Menschen die das Malzeichen des Tieres hatten und sein Bild anbeteten.&lt;br /&gt;
2. Zornesschale: ins Meer gegossen, das wurde wie das Blut eines Toten und alle lebendigen Wesen im Meer starben.&lt;br /&gt;
3. Zornesschale: in die Wasserströme und Brunnen; und es ward Blut&lt;br /&gt;
4. Zornesschale: in die Sonne gegossen, daß ihr Feuer die Menschen versengte.&lt;br /&gt;
5. Zornesschale: auf den Thron des Tieres und sein Reich ward verfinstert.&lt;br /&gt;
6. Zornesschale: auf den Euphrat, daß er vertrocknete, damit bereitet würde der Weg den Königen vom Aufgang der Sonne.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schlacht von [[Harmagedon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Zornesschale: er goß seine Schale in die Luft und die Stimme vom Thron erscholl:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist vollbracht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 17 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht über die große [[Hure Babylon]]: ein Weib auf einem scharlachfarbenen Tier voll lästerlicher Namen mit 7 Häuptern und 10 Hörnern, bekleidet mit Purpur und Scharlach, mit Gold und edlen Steinen und Perlen mit einem goldenen Becher voll Greuel und Unflat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist nicht und wird wieder emporsteigen aus dem Abgrund und wird fahren in die Verdammnis. Die 7 Häupter sind 7 Berge, auf denen das Weib sitzt und sind 7 Könige. 5 sind gefallen, einer ist, der andere ist noch nicht gekommen. Und das Tier, das gewesen ist und nicht ist, ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis. Die 10 Hörner sind 10 Könige, die ihr Reich noch nicht empfangen haben, aber sie werden Macht empfangen eine Stunde mit dem Tier und streiten wider das Lamm. Doch das Lamm wird sie überwinden. Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen. Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat’s ihnen in ihr Herz gegeben, nach &#039;&#039;seinem Sinn&#039;&#039; zu handeln und eines Sinnes zu werden und ihr Reich dem Tier zu geben, bis vollendet werden die Worte Gottes. Und das Weib, das du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 18 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 06 (Tafel XII) AS.jpg|thumb|Sechstes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
Die große Babylon ist gefallen und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen Vögel und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Tiere. Denn von dem Zorneswein ihrer Hurerei haben alle Völker getrunken, und die Könige auf Erden haben mit ihr Hurerei getrieben, und die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer großen Üppigkeit. Und ein starker Engel hob einen Stein auf, groß wie ein Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: So wird mit Sturmgewalt niedergeworfen die große Stadt Babylon und nicht mehr gefunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 19 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat das Reich eingenommen! Lasset uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben, den die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet. Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Himmel ward aufgetan und ein weißes Pferd erschient, dessen Reiter trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst - ein deutlicher Hinweis auf den [[Unaussprechlicher Name Gottes|unaussprechlichen Namen Gottes]], das [[Ich]], mit dem sich jeder nur selbst bezeichnen kann. Sein Kleid war mit Blut besprengt und dessen Name ist: [[Das Wort Gottes]]. Aus seinem Munde ging ein scharfes [[Schwert]]. Und das Tier ward gegriffen und sein falscher Prophet und in den feurigen Pfuhl geworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 20 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 07 (Tafel XIII) AS.jpg|thumb|Siebentes apokalyptisches Siegel]]&lt;br /&gt;
6. Siegelbild: Ein Engel fuhr vom Himmel mit dem Schlüssel zum Abgrund und mit einer großen Kette, und er ergriff den großen Drachen ([[Diabolus]] und [[Satan]]) und verschloß ihn für 1000 Jahre im Abgrund. Danach muß er los werden für kurze Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß; und vor seinem Angesicht floh die Erde und der Himmel; Und die Toten standen auf und wurden gerichtet. Und so jemand nicht gefunden ward geschrieben in dem [[Buch des Lebens]], der ward geworfen in den feurigen Pfuhl ([[Zweiter Tod|der zweite Tod]]),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 21 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Siegelbild: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]] senkte sich vom Himmel herab, geschmückt wie eine Braut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin das A und Ω.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 22 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fortsetzung der Schilderung des Neuen Jerusalem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Gnade]] (charis) unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch allen. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:172 Formzustand Seite 2.pdf|mini|center|950px|&amp;lt;center&amp;gt;Der 172. Formzustand mit den 7 [[Hauptzeitalter]]n (Julia Lauber)&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textüberlieferung ==&lt;br /&gt;
Die gegenwärtig weithin vertretene [[W:Historisch-kritische Methode (Theologie)|historisch-kritische Auffassung]] geht davon aus, dass die Offenbarung gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. von einem frühchristlichen Propheten namens Johannes verfasst wurde, der in enger Beziehung zu den christlichen Gemeinden Kleinasiens stand. Eine Identität mit dem [[Apostel Johannes]] ist damit zwar nicht ausgeschlossen, lässt sich historisch jedoch nicht überzeugend nachweisen. Tatsächlich wird die Gleichsetzung mit dem Verfasser des [[Johannesevangelium|Johannesevangeliums]] heute von einem großen Teil der modernen Forschung abgelehnt oder zumindest als sehr unwahrscheinlich betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offenbarung des Johannes wurde im Vergleich zu den anderen Schriften des Neuen Testaments seltener abgeschrieben, vermutlich wegen der umstrittenen Kanonizität. Unter den 320 erhaltenen [[w:Unziale|Unzialhandschriften]] enthalten nur etwa ein Dutzend Textteile der Offenbarung, und nur wenige davon den vollständigen Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Griechisch des Buches weist zahlreiche Semitismen und grammatikalische Abweichungen von der Koiné auf und unterscheidet sich auch stilistisch und sprachlich deutlich von den übrigen neutestamentlichen Schriften. Aufgrund der schwierigen und mehrdeutigen Aussagen kam es beim Abschreiben häufig zu Textänderungen, wodurch sich starke Abweichungen in der Überlieferung ergeben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Offenbarung ist daher das textkritisch problematischste Buch des Neuen Testaments. Als wichtigste Handschrift gilt der [[w:Codex Alexandrinus|Codex Alexandrinus]] aus dem [[5. Jahrhundert]], noch vor dem [[w:Codex Sinaiticus|Codex Sinaiticus]], während der [[w:Codex Vaticanus|Codex Vaticanus]] den Text der Offenbarung nicht mehr enthält, da sein Schluss verloren ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Offenbarung des Johannes}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Siegfried Gussmann]]: &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, Urachhaus-Verlag 1996, ISBN 978-3825170943&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, übersetzt und kommentiert von Bernd Lampe, Vlg. der Kooperative Dürnau, 4. überarbeitete Auflage, Dürnau 2013, ISBN 978-3888610332&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Offenbarung des Johannes - Eine okkulte Zahlenlehre&#039;&#039;, übersetzt, mit Fußnoten und Kommentaren versehen von Hergen Noordendorp, Novalis Vlg., Schaffhausen 2004, ISBN 978-3907260265&lt;br /&gt;
*  Christiane Haid (Hrsg.), Jaap Sijmons (Hrsg.): &#039;&#039;Apokalypse im Ich: Anthroposophische Perspektiven auf die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2018, ISBN 978-3723516126&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Alexandra Riggins: &#039;&#039;Die sieben apokalyptischen Siegel&#039;&#039;, Triskel Verlag 2005, ISBN 978-3-905893-02-1&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums&#039;&#039;, [[GA 8]] (1989), ISBN 3-7274-0080-3; &#039;&#039;&#039;Tb 619&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6190-3 {{Schriften|008}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, [[GA 104]] (1985), ISBN 3-7274-1040-X {{Vorträge|104}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes&#039;&#039;, [[GA 104a]] (1991), ISBN 3-7274-1045-0 {{Vorträge|104a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912&#039;&#039;, [[GA 266/2]] (1996), ISBN 3-7274-2662-4 {{Schule|266b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongreß Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen.&#039;&#039;, [[GA 284]] (1993), ISBN 3-7274-2840-6 {{Vorträge|284}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V: Apokalypse und Priesterwirken&#039;&#039;, [[GA 346]] (2001), ISBN 3-7274-3460-0 {{Vorträge|346}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tapisserie de l&#039;Apocalypse|Apokalypse (Wandteppich)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.bibel-online.net/buch/66.offenbarung/ Die Offenbarung des Johannes] - der gesamte Text nach der Ausgabe der Luther Bibel 1984.&lt;br /&gt;
* [http://theol.uibk.ac.at/leseraum/bibel/offb1.html Die Offenbarung des Johannes] - Einheitsübersetzung&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=vaMhWXD5Hww Hymnenmusik zur Apokalypse] YouTube&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Peter]]: [https://anthro.world/Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vortr%C3%A4ge_von_Wolfgang_Peter Apokalypse des Johannes]. Eine Vortragsreihe über Gott und die Welt bei YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.arte.tv/de/videos/RC-020742/die-apokalypse/ Die Apokalypse - Die Entstehung des Christentums] - Doku in 12 Teilen auf [https://www.arte.tv arte.tv] und auf [https://www.youtube.com/watch?v=uZdX5jL1Ero&amp;amp;list=PLlQWnS27jXh96VaW7tw01IIMbxDcRwrBi YouTube]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apokalypse des Johannes nach Kapitel|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apokalypse des Johannes|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christologie]] &lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Offenbarung des Johannes}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Sonnensystem&amp;diff=626853</id>
		<title>Sonnensystem</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Sonnensystem&amp;diff=626853"/>
		<updated>2026-10-27T06:08:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Allgemeine Struktur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt &#039;&#039;unser&#039;&#039; Sonnensystem. Das Wort kann auch allgemein ein [[Planetensystem]] bezeichnen.}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;width:20%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Objekte des Sonnensystems (Auswahl)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;background:#1B1F28; color:#FFFFFF; padding:0;&amp;quot; |[[Datei:Sonnensystem-Grafik.pdf|ohne|frameless|Schematische Darstellung des Sonnensystems bis zum Kuipergürtel mit der Sonne, den acht Planeten und den wichtigsten Zwergplaneten und Monden]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&amp;lt;small&amp;gt;Schematische Darstellung des Sonnensystems bis zum Kuipergürtel, mit der Sonne, den acht Planeten, den Zwergplaneten und den wichtigsten Asteroiden und Monden&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;[[Sonne]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;9&amp;quot; |[[Innerer und äußerer Planet|Innere Planeten]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;1. [[Merkur (Planet)|Merkur]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;2. [[Venus (Planet)|Venus]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |[[Aten-Typ]]-Asteroiden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;3. [[Erde]]&#039;&#039;&#039;||[[Mond]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Erdbahnkreuzer]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |[[Apollo-Typ]]-Asteroiden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;4. [[Mars (Planet)|Mars]]&#039;&#039;&#039;||[[Phobos (Mond)|Phobos]], [[Deimos (Mond)|Deimos]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Trojaner (Astronomie)|Mars-Trojaner]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |[[Amor-Typ]]-Asteroiden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Asteroidengürtel|Asteroiden&amp;amp;shy;gürtel]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |[[(4) Vesta|Vesta]], [[(3) Juno|Juno]], &#039;&#039;&#039;[[(1) Ceres|Ceres]]&#039;&#039;&#039;, [[(2) Pallas|Pallas]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;9&amp;quot; |[[Innerer und äußerer Planet|Äußere Planeten]]&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;5. [[Jupiter (Planet)|Jupiter]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|[[Io (Mond)|Io]], [[Europa (Mond)|Europa]], [[Ganymed (Mond)|Ganymed]], [[Kallisto (Mond)|Kallisto]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; | &#039;&#039;&#039;8. [[Neptun (Planet)|Neptun]]&#039;&#039;&#039;|| [[Triton (Mond)|Triton]], [[Nereid]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Trojaner (Astronomie)|Neptun-Trojaner]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|[[Kuipergürtel]]&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;[[(136199) Eris|Eris]]&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;[[Pluto]]&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;[[(136108) Haumea|Haumea]]&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;[[(136472) Makemake|Makemake]]&#039;&#039;&#039;, [[(225088) Gonggong|Gonggong]], [[(50000) Quaoar|Quaoar]], [[(90482) Orcus|Orcus]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |[[(90377) Sedna|Sedna]], [[2012 VP113|2012 VP&amp;lt;sub&amp;gt;113&amp;lt;/sub&amp;gt;]], [[2018_VG18|Farout]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot; |[[Oortsche Wolke]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hypothetisch, bisher nicht nachgewiesen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Sonnensystem&#039;&#039;&#039; ist das [[Planetensystem]], das die [[Sonne]], die sie umkreisenden [[Planet]]en (siehe &#039;&#039;[[Liste der Planeten des Sonnensystems]]&#039;&#039;) und deren [[Satellit (Astronomie)|natürliche Satelliten]], die [[Zwergplanet]]en und andere Kleinkörper wie [[Komet]]en, [[Asteroid]]en und [[Meteoroid]]en sowie die Gesamtheit aller [[Gas]]- und [[Staubwolke|Staubteilchen]], die durch die [[Gravitation|Anziehungskraft]] der Sonne an diese gebunden sind, umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufbau ==&lt;br /&gt;
===Allgemeine Struktur===&lt;br /&gt;
Die Sonne ist der Zentral[[stern]] des Sonnensystems. Da sie 99,86 % der Gesamtmasse des Systems besitzt, ist sie sehr nahe dem [[Baryzentrum#Sonnensystem|Baryzentrum des Sonnensystems]]. In der Reihenfolge ihres Abstands von der Sonne folgen die [[Erdähnlicher Planet|terrestrischen Planeten]] Merkur, Venus, Erde und Mars, die den inneren Teil des Planetensystems ausmachen. Den äußeren Teil bilden die [[Gasplanet]]en Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Weitere Begleiter der Sonne sind neben Zwergplaneten Millionen von [[Asteroiden]] (auch [[Planetoidengürtel|Planetoiden]] oder Kleinplaneten genannt) und Kometen, die vorwiegend in drei Kleinkörperzonen des Sonnensystems anzutreffen sind: dem [[Asteroidengürtel]] zwischen den inneren und den äußeren Planeten, dem [[Kuipergürtel]] jenseits der äußeren Planeten und der [[Oortsche Wolke|Oortschen Wolke]] ganz außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bahnen der Planeten sind nur wenig gegenüber der Erdbahnebene geneigt, um höchstens 7°, sie liegen also in einer flachen Scheibe. Bei den meisten der bisher (2019) bekannten Kleinplaneten, speziell denen des Kuipergürtels, beträgt die Neigung weniger als 30°. Für die Oortsche Wolke wird dagegen eine Kugelform angenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der von den einzelnen Sonnenbegleitern beherrschten Raumbereiche – ihrer [[Hill-Sphäre]]n – befinden sich oft kleinere [[Astronomisches Objekt|Himmelskörper]] als umlaufende Begleiter dieser Objekte. Nach dem altbekannten [[Mond]] der Erde werden sie analog ebenfalls als Monde, aber auch als [[Satellit (Astronomie)|Satelliten]] oder Trabanten bezeichnet. Bis auf den Erdmond und den Plutomond [[Charon (Mond)|Charon]] sind sie zumindest bei den Planeten und Zwergplaneten wesentlich kleiner als ihr Hauptkörper. Mondlose Ausnahmen unter den Planeten sind nur Merkur und Venus. Eine definitiv untere Grenzgröße, ab der man wie bei den Bestandteilen der [[Planetenring|Ringe]] der Gasplaneten nicht mehr von einem Mond spricht, wurde noch nicht offiziell festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Durchmesser der Sonne ist mit etwa 1,39 Millionen Kilometern bei weitem größer als der Durchmesser aller anderen Objekte im System. Die größten dieser Objekte sind die acht Planeten, die vier Jupitermonde [[Ganymed (Mond)|Ganymed]], [[Kallisto (Mond)|Kallisto]], [[Europa (Mond)|Europa]] und [[Io (Mond)|Io]] (die [[Galileische Monde|Galileischen Monde]]), der Saturnmond [[Titan (Mond)|Titan]] und der [[Mond|Erdmond]]. Zwei Drittel der restlichen Masse von 0,14 % entfallen dabei auf Jupiter. (Siehe auch &#039;&#039;[[W:Liste der größten Objekte im Sonnensystem|Liste der größten Objekte im Sonnensystem]]&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Folge der [[Entstehung des Sonnensystems]] bewegen sich alle Planeten, Zwergplaneten und der Asteroidengürtel auf ihrer [[Umlaufbahn]] um die Sonne im gleichen [[Umlaufsinn]], den man [[rechtläufig]] nennt. Sie umrunden die Sonne von Norden gesehen gegen den Uhrzeigersinn. Die meisten größeren Monde bewegen sich ebenfalls in diese Richtung um ihren Hauptkörper. Auch die Rotation der meisten größeren Körper des Sonnensystems erfolgt in rechtläufigem Drehsinn. Von den Planeten dreht sich lediglich die Venus entgegengesetzt, und die Rotationsachse von Uranus liegt nahezu in seiner Bahnebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zone der Planeten ===&lt;br /&gt;
{{Mehrere Bilder&lt;br /&gt;
 | align       = right&lt;br /&gt;
 | Richtung    = horizontal&lt;br /&gt;
 | Kopfzeile   = Die Umlaufbahnen der Planeten (ein Rasterquadrat besitzt jeweils die Kantenlänge 100 Mio. km)&lt;br /&gt;
 | Breite      = 400&lt;br /&gt;
 | Bild1       = Inner Planet Orbits 01.svg&lt;br /&gt;
 | Untertitel1 = die vier inneren Planeten&lt;br /&gt;
 | Bild2       = Outer Planet Orbits 01.svg&lt;br /&gt;
 | Untertitel2 = die vier äußeren Planeten&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sonne am nächsten befinden sich die &#039;&#039;[[Innerer Planet|inneren]], [[Erdähnlicher Planet|erdähnlichen Planeten]]&#039;&#039; [[Merkur (Planet)|Merkur]] (Abstand zur Sonne 57,9&amp;amp;nbsp;Mio. km bzw. 0,39&amp;amp;nbsp;[[Astronomische Einheit|AE]]), [[Venus (Planet)|Venus]] (108,2&amp;amp;nbsp;Mio. km bzw. 0,72&amp;amp;nbsp;AE), [[Erde]] (149,6&amp;amp;nbsp;Mio. km bzw. 1&amp;amp;nbsp;AE) und [[Mars (Planet)|Mars]] (227,9&amp;amp;nbsp;Mio. km bzw. 1,52&amp;amp;nbsp;AE). Ihr Durchmesser beträgt zwischen 4878&amp;amp;nbsp;km und 12756&amp;amp;nbsp;km, ihre Dichte zwischen 3,95&amp;amp;nbsp;g/cm³ und 5,52&amp;amp;nbsp;g/cm³. Innerhalb der &#039;&#039;[[Habitable Zone|habitablen Zone]]&#039;&#039; um die Sonne befinden sich jedoch nur die Erde und, je nach Modell, noch ganz knapp der Mars.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Mars und [[Jupiter (Planet)|Jupiter]] befindet sich der sogenannte [[Asteroidengürtel]], eine Ansammlung von &#039;&#039;Kleinplaneten&#039;&#039;. Die meisten dieser Asteroiden sind nur wenige Kilometer groß (siehe [[Liste der Asteroiden]]) und nur wenige haben einen Durchmesser von 100&amp;amp;nbsp;km oder mehr. [[(1) Ceres|Ceres]] ist mit etwa 960&amp;amp;nbsp;km der größte dieser Körper und gilt als Zwergplanet. Die Bahnen der Asteroiden sind teilweise stark elliptisch, einige kreuzen sogar die Merkur- ([[(1566) Icarus|Icarus]]) beziehungsweise die Neptunbahn ([[(20461) Dioretsa|Dioretsa]]). Zu den &#039;&#039;[[Äußerer Planet|äußeren Planeten]]&#039;&#039; zählen die &#039;&#039;[[Gasplanet|Gasriesen]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Jupiter (Planet)|Jupiter]] (778,3&amp;amp;nbsp;Mio.&amp;amp;nbsp;km bzw. 5,2&amp;amp;nbsp;AE) und [[Saturn (Planet)|Saturn]] (1,429&amp;amp;nbsp;Mrd.&amp;amp;nbsp;km bzw. 9,53&amp;amp;nbsp;AE) sowie die &#039;&#039;[[Eisriese (Astronomie)|Eisriesen]]&#039;&#039; [[Uranus (Planet)|Uranus]] (2,875&amp;amp;nbsp;Mrd.&amp;amp;nbsp;km bzw. 19,2&amp;amp;nbsp;AE) und [[Neptun (Planet)|Neptun]] (4,504&amp;amp;nbsp;Mrd.&amp;amp;nbsp;km bzw. 30,1&amp;amp;nbsp;AE) mit Dichten zwischen 0,7&amp;amp;nbsp;g/cm³ und 1,66&amp;amp;nbsp;g/cm³.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable zebra float-right&amp;quot; style=&amp;quot;font-size:90%; text-align:center;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;6&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot; |Die gerundeten (und genauen) Verhältnisse&amp;lt;br /&amp;gt; zwischen den Umlaufzeiten der Planeten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Merkur&lt;br /&gt;
|[[Datei:Mercury symbol (fixed width).svg|25px|Merkur]]&lt;br /&gt;
|2:5{{0}}&lt;br /&gt;
|(2:{{0}}5,11){{0}}&lt;br /&gt;
|[[Datei:Venus symbol (fixed width).svg|25px|Venus]]&lt;br /&gt;
|Venus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Venus&lt;br /&gt;
|[[Datei:Venus symbol (fixed width).svg|25px|Venus]]&lt;br /&gt;
|8:13&lt;br /&gt;
|(8:13,004)&lt;br /&gt;
|[[Datei:Earth symbol (fixed width).svg|25px|Erde]]&lt;br /&gt;
|Erde&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Erde&lt;br /&gt;
|[[Datei:Earth symbol (fixed width).svg|25px|Erde]]&lt;br /&gt;
|1:2{{0}}&lt;br /&gt;
|(1:{{0}}1,88){{0}}&lt;br /&gt;
|[[Datei:Mars symbol (fixed width).svg|25px|Mars]]&lt;br /&gt;
|Mars&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Mars&lt;br /&gt;
| [[Datei:Mars symbol (fixed width).svg|25px|Mars]]&lt;br /&gt;
|1:6{{0}}&lt;br /&gt;
|(1:{{0}}6,31){{0}}&lt;br /&gt;
| [[Datei:Jupiter symbol (fixed width).svg|25px|Jupiter]]&lt;br /&gt;
|Jupiter&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jupiter&lt;br /&gt;
|[[Datei:Jupiter symbol (fixed width).svg|25px|Jupiter]]&lt;br /&gt;
|2:5{{0}}&lt;br /&gt;
|(2:{{0}}4,97){{0}}&lt;br /&gt;
|[[Datei:Saturn symbol (fixed width).svg|25px|Saturn]]&lt;br /&gt;
|Saturn&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Saturn&lt;br /&gt;
|[[Datei:Saturn symbol (fixed width).svg|25px|Saturn]]&lt;br /&gt;
|1:3{{0}}&lt;br /&gt;
|(1:{{0}}2,85){{0}}&lt;br /&gt;
|[[Datei:Uranus symbol (fixed width).svg|25px|Uranus]]&lt;br /&gt;
|Uranus&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Uranus&lt;br /&gt;
|[[Datei:Uranus symbol (fixed width).svg|25px|Uranus]]&lt;br /&gt;
|1:2{{0}}&lt;br /&gt;
|(1:{{0}}1,96){{0}}&lt;br /&gt;
|[[Datei:Neptune symbol (fixed width).svg|25px|Neptun]]&lt;br /&gt;
|Neptun&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mittleren Abstände der Planeten von der Sonne lassen sich durch mathematische Reihen wie der [[Titius-Bode-Reihe]] genähert beschreiben. Diese gewisse Regelmäßigkeit der Bahnabstände dürfte auf [[Bahnresonanz|Resonanzeffekte]] bei der Entstehung des Sonnensystems zurückzuführen sein. Dass sich der mittlere Abstand des [[Asteroidengürtel]]s ebenfalls in dieser Reihe einordnen lässt, der von Neptun jedoch nicht, gab und gibt Anlass zu Spekulationen über kosmische Katastrophen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten können sich Merkur und Venus mit einer minimalen Distanz von 0,26 AE kommen. Geringfügig größer ist die minimale Entfernung von Venus und Erde. Nimmt man die mittleren Bahnradien, so sind Venus und Erde die Planeten mit der geringsten Distanz zueinander (41 Mio. km oder knapp 0,28 AE).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn waren schon im [[Altertum]] als [[Wandelgestirne|Wandelsterne]] bekannt und wurden mit einzelnen Göttern in Verbindung gebracht. Die nach Göttern der [[Römische Mythologie|Römischen Mythologie]] gewählten Namen haben sich durchgesetzt. Auch die 1781 und 1846 entdeckten Planeten Uranus und Neptun sowie der 1930 entdeckte Zwergplanet [[Pluto]] – bis 2006 ebenfalls als Planet eingestuft – wurden aus Gründen der Tradition in ähnlicher Weise benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;{{Anker|Merksatz zur Reihenfolge der Planeten}} Merksatz zur Reihenfolge der Planeten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um sich die Planeten in ihrer Reihenfolge – nach zunehmendem Sonnenabstand – leichter einprägen zu können, wurden verschiedene [[Liste der Merksprüche#Astronomie|Merksprüche]] ersonnen, meist sogenannte [[Eselsbrücke]]n in Form eines [[Akrostichon]]s, z.&amp;amp;nbsp;B.&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;M&#039;&#039;&#039;ein &#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;ater &#039;&#039;&#039;e&#039;&#039;&#039;rklärt &#039;&#039;&#039;m&#039;&#039;&#039;ir &#039;&#039;&#039;j&#039;&#039;&#039;eden &#039;&#039;&#039;S&#039;&#039;&#039;onntag &#039;&#039;&#039;u&#039;&#039;&#039;nseren &#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;achthimmel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Name_der_Quelle_a&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spektrum.de/alias/dachzeile/seit-pluto-nur-noch-zwergplanet-ist-neue-merksprueche-fuer-die-planetenordnung/968396 Seit Pluto nur noch Zwergplanet ist: Neue Merksprüche für die Planetenordnung], &#039;&#039;Spektrum.de&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; alternativ „… &#039;&#039;&#039;u&#039;&#039;&#039;nsere &#039;&#039;&#039;N&#039;&#039;&#039;achbarplaneten.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Merkspruch, der auch die Kleinkörper berücksichtigt, lautet:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;M&#039;&#039;&#039;ein &#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;ater &#039;&#039;&#039;e&#039;&#039;&#039;rklärt &#039;&#039;&#039;m&#039;&#039;&#039;ir &#039;&#039;&#039;a&#039;&#039;&#039;n &#039;&#039;&#039;j&#039;&#039;&#039;edem &#039;&#039;&#039;S&#039;&#039;&#039;onntag &#039;&#039;&#039;u&#039;&#039;&#039;nsere &#039;&#039;&#039;n&#039;&#039;&#039;atürliche &#039;&#039;&#039;k&#039;&#039;&#039;osmische &#039;&#039;&#039;O&#039;&#039;&#039;rdnung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Name_der_Quelle_a&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zu lesen als &#039;&#039;M&#039;&#039;erkur &#039;&#039;V&#039;&#039;enus &#039;&#039;E&#039;&#039;rde &#039;&#039;M&#039;&#039;ars [[Asteroid|&#039;&#039;A&#039;&#039;steroiden]] &#039;&#039;J&#039;&#039;upiter &#039;&#039;S&#039;&#039;aturn &#039;&#039;U&#039;&#039;ranus &#039;&#039;N&#039;&#039;eptun [[Kuipergürtel|&#039;&#039;K&#039;&#039;uipergürtel]] [[Oortsche Wolke|&#039;&#039;O&#039;&#039;ortsche Wolke]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste der Planeten des Sonnensystems}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Äußere Zonen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Oort cloud Sedna orbit-de.svg|mini|hochkant=1.8|Die Umlaufbahnen der Objekte des Sonnensystems im Maßstab]]&lt;br /&gt;
Seit den 1990er-Jahren wurden tausende Objekte gefunden, die sich jenseits der Neptunbahn bewegen. Fast alle dieser Objekte sind 4,5–7,5 Milliarden km (30–50&amp;amp;nbsp;AE) von der Sonne entfernt und bilden dort den [[Kuipergürtel]]. Er ist ein Reservoir für Kometen mit mittleren Umlaufperioden. Die Objekte dieser Zone sind wahrscheinlich nahezu unveränderte Überbleibsel aus der Entstehungsphase des Sonnensystems; man nennt sie deshalb auch [[Planetesimal]]e.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Zu folgender Auskommentierung siehe Diskussion „Ausschluss großer Körper durch Pulsar“ am 20. März 2010:&lt;br /&gt;
Aufgrund genauer Messungen an einem [[Pulsar]] außerhalb des Sonnensystems konnte die Existenz von Objekten größer als Uranus in einer Hälfte des Kuipergürtels ausgeschlossen werden. Aus demselben Grund sind Objekte von Jupitergröße außerhalb des Kuipergürtels bis zu einer Entfernung von 226&amp;amp;nbsp;AE unwahrscheinlich.&amp;lt;ref&amp;gt;A. T. Deller et al.: &#039;&#039;Extremely high precision VLBI astrometry of PSR J0437-4715 and implications for theories of gravity.&#039;&#039; {{arXiv|0808.1594}}&amp;lt;/ref&amp;gt;--&amp;gt;Der Kuipergürtel enthält eine Reihe von Zwergplaneten wie [[Pluto]], [[(136199) Eris]], [[(136472) Makemake]], [[(136108) Haumea]] und eine Reihe weiterer Objekte, die ihrer Größe nach wahrscheinlich Zwergplaneten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Sonnenwind]] wirkt im interplanetaren Raum ungehindert bis in den Kuipergürtel und verdrängt die [[interstellare Materie]]. Jenseits des Kuipergürtels verlangsamt und verdichtet sich der Teilchenstrom der Sonne durch die Wechselwirkung mit dem interstellaren Medium und bildet als äußere Schale der [[Heliosphäre]] die [[Heliohülle]] &#039;&#039;(heliosheath)&#039;&#039;. Die Grenzschicht zwischen der Heliosphäre und dem interstellaren Medium ist die [[Heliopause]] in einer Entfernung von circa 120&amp;amp;nbsp;AE (dem 4-fachen Abstand Neptun–Sonne).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerhalb der Heliopause befindet sich bis zu einem Abstand zur Sonne von circa 1,5 [[Lichtjahr]]en (etwa 100.000&amp;amp;nbsp;AE) theoretisch die [[Oortsche Wolke]]. Durch den Einfluss der Gravitation vorbeiziehender Sterne werden aus ihr vermutlich Körper herausgelöst und fallen als langperiodische Kometen in die inneren Bereiche des Sonnensystems. Einige dieser Kometen verbleiben dann auf stark elliptischen Bahnen in der Nähe der Sonne, andere werden von den Planeten, insbesondere von Jupiter, gestört und abgelenkt, so dass sie aus dem Sonnensystem katapultiert werden oder auf Planeten oder in die Sonne stürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ausmaße===&lt;br /&gt;
Es gibt keine allgemein anerkannte Definition, wie weit sich das Sonnensystem erstreckt. Oft wurde das Ausmaß des Sonnensystems mit dem der Heliosphäre gleichgesetzt. Aber mit der Entdeckung weit entfernter [[Transneptunisches Objekt|Transneptunischer Objekte]] war bewiesen, dass es auch jenseits der Heliopause gravitativ an die Sonne gebundene Objekte gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da astronomische Dimensionen für die meisten Menschen schwer vorstellbar sind, ist ein maßstabsgerecht verkleinertes [[W:Modell des Sonnensystems|Modell des Sonnensystems]] oder der Besuch eines [[W:Planetenweg|Planetenweges]] hilfreich, um sich die Größenverhältnisse und Distanzen der Objekte zu veranschaulichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umgebung==&lt;br /&gt;
===Lokale stellare Nachbarschaft===&lt;br /&gt;
[[Datei:Local Interstellar Clouds with motion arrows.jpg|mini|250px|Bewegungsrichtung des Sonnensystems durch das lokale instellare Medium]]&lt;br /&gt;
Der sonnennächste individuelle Stern ist der [[Roter Zwerg|Rote Zwerg]] [[Proxima Centauri]]. Sein Abstand zum Sonnensystem beträgt etwa 4,22 Lichtjahre bzw. 268.000&amp;amp;nbsp;[[Astronomische Einheit|AE]]. Der Stern wird von einem [[Exoplanet]]en umkreist (→ [[Proxima Centauri b]]), der 2016 entdeckt wurde und sich in der [[Habitable Zone|habitablen Zone]] befindet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Guillem Anglada-Escudé et al. |Titel=A terrestrial planet candidate in a temperate orbit around Proxima Centauri|Sammelwerk=Nature|Datum=2016-08-25|Band=536|Nummer=7617|Seiten=437–440|DOI=10.1038/nature19106|Online=http://www.nature.com/nature/journal/v536/n7617/full/nature19106.html|Sprache=en|ISSN=0028-0836}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Mindestmasse entspricht in etwa der Masse der Erde. Proxima Centauri ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gravitativ an das [[Doppelsternsystem]] [[Alpha Centauri]] gebunden,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kervella, P.; Thévenin, F.; Lovis, C. |Titel=Proxima’s orbit around Alpha Centauri |Datum= |arXiv=1611.03495}}&amp;lt;/ref&amp;gt; das 4,34 [[Lichtjahr]]e (1,33 [[Parsec]]) von der Sonne entfernt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://wwwadd.zah.uni-heidelberg.de/datenbanken/aricns/cnspages/4c01151.htm ARICNS 4C01151 (HD 128620, Alpha Cen A)], ARICNS ARI Database for Nearby Stars&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Hauptkomponenten von Alpha Centauri sind zwei [[Sonnenähnlicher Stern|sonnenähnliche Sterne]], bei denen um Alpha Centauri B seit 2012 ebenfalls ein planetarer Begleiter vermutet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Dumusque et al. (Übersetzung: Carolin Liefke) |url=http://www.eso.org/public/germany/news/eso1241/ |titel=Planet in sonnennächstem Sternsystem entdeckt |werk=eso.org |datum=2012-10-16 |sprache=de |abruf=2012-10-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Alpha-Centauri-System enthält damit sowohl die drei sonnennächsten Sterne als auch den nächstgelegenen extrasolaren Planeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stellare Nachbarschaft des Sonnensystems (siehe &#039;&#039;[[W:Liste der nächsten Sterne|Liste der nächsten Sterne]]&#039;&#039;) wird von massearmen roten Zwergen dominiert. Von den 64 Sternen innerhalb von 5 Parsec um die Sonne sind allein 49 rote Zwergsterne der [[Spektralklasse]] M. Lediglich zwei Sterne (Alpha Centauri A und [[Tau Ceti]]) gehören wie die Sonne zum Spektraltyp G. Der hellste und massereichste Stern in diesem Gebiet ist [[Sirius]] mit 2,12 Sonnenmassen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kervella2003&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=P. Kervella, F. Thévenin, P. Morel, P. Bordé, E. di Folco |Titel=The interferometric diameter and internal structure of Sirius A |Sammelwerk=[[Astronomy and Astrophysics]] |Band=408 |Datum=2003 |Seiten=681–688 |DOI=10.1051/0004-6361:20030994 |bibcode=2003A&amp;amp;A...408..681K}}&amp;lt;/ref&amp;gt; welcher auch der hellste Stern am irdischen Nachthimmel ist. Bei mehreren der nahen Sterne konnten inzwischen Planetensysteme bzw. einzelne Exoplaneten nachgewiesen oder Hinweise darauf gefunden werden, nämlich Alpha Centauri (einschließlich Proxima Centauri), [[Epsilon Eridani]], [[Ross 128]], Tau Ceti, [[YZ Ceti]], [[Wolf 1061]], [[Luytens Stern]], [[Gliese 674]], [[Gliese 687]], [[Gliese 832]], [[Gliese 876]], [[Groombridge 34]] und [[Kapteyns Stern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durchschnittliche Sternendichte in diesem Gebiet mit einem Radius von fünf Parsec um das Sonnensystem beträgt etwa 4 Sterne pro 1000 Kubiklichtjahre (ein Würfel von 10 Lichtjahren Kantenlänge), der durchschnittliche Abstand zwischen den Sternen der solaren Nachbarschaft liegt bei etwa 6 Lichtjahren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.astronomy.ohio-state.edu/~pogge/Ast141/Unit5/Lect32_Neighbors.pdf astronomy.ohio-state.edu] (PDF; 888&amp;amp;nbsp;kB) S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sonnennahe Gebiet ist arm an Riesensternen und Sternenhaufen. Die nächstgelegenen [[Roter Riese|roten Riesen]] sind [[Pollux (Stern)|Pollux]] und [[Arktur|Arcturus]] in 34 bzw. 37 Lichtjahren Entfernung. Der nächste [[Blauer Riese|blaue Riesenstern]] ist der 130 Lichtjahre entfernte [[Elnath]]. Der nächste [[Offener Sternhaufen|offene Sternhaufen]], die [[Hyaden (Astronomie)|Hyaden]], ist 153 Lichtjahre entfernt. Das nächstgelegene bekannte [[Schwarzes Loch|schwarze Loch]] ist Teil des Systems [[A0620−00]] in etwa 3000 Lichtjahren Entfernung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Alpha Centauri|45}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Milchstrasse lokale blase 25 lj.jpg|250px|mini|Erweiterte Nachbarschaft der Sonne in der lokalen Blase. (Draufsicht auf galaktische Ebene, galaktisches Zentrum ist oben)]]&lt;br /&gt;
Die galaktische Region um das Sonnensystem ist weitgehend frei von [[Interstellarer Staub|interstellarem Staub]], da die Sonne seit etwa fünf bis zehn Millionen Jahren&amp;lt;ref name=&amp;quot;solstation&amp;quot;&amp;gt;[http://www.solstation.com/x-objects/chimney.htm Local Chimney and Superbubbles], Solstation.com&amp;lt;/ref&amp;gt; eine Region durchquert, die die [[Lokale Blase]] genannt wird. Sie misst entlang der galaktischen Ebene circa 200 und senkrecht zu ihr circa 600 Lichtjahre und besteht aus sehr heißem und extrem verdünntem Gas, hauptsächlich [[Wasserstoff]], welches den interstellaren Staub fernhält. Innerhalb dieser Blase bewegt sich das Sonnensystem zurzeit durch eine lokale interstellare Wolke, die als [[lokale Flocke]] bekannt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;P. C. Frisch: &#039;&#039;Is the Sun Embedded in a Typical Interstellar Cloud?&#039;&#039; {{arXiv|0804.3798}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sonnensystem durchquert die Lokale Flocke seit ca. 100.000 Jahren und wird sie voraussichtlich in 10.000 bis 20.000 Jahren wieder verlassen. In der lokalen Wolke befinden sich bei variierender Teilchendichte durchschnittlich 0,26 Atome pro Kubikzentimeter. Die Temperatur der Wolke beträgt etwa 6000 Kelvin, etwas heißer als an der Oberfläche der Sonne. Die Lokale Blase ist das Ergebnis von [[Supernova]]e, die in den letzten 10 bis 20 Millionen Jahren explodierten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;solstation&amp;quot; /&amp;gt; Der größte Teil des Gases der Blase wird im Einflussbereich der Sonne wiederum durch den ihm entgegenstürmenden Sonnenwind abgeschirmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine noch größere Blase wurde 500 Lichtjahre entfernt in Richtung des Sternbildes [[Skorpion (Sternbild)|Skorpion]] entdeckt und [[Loop-I-Superblase|&#039;&#039;Loop I&#039;&#039;]] genannt. Sie hat einen Durchmesser von etwa 1000 Lichtjahren. In ihrem Zentrum befindet sich die junge [[Scorpius-Centaurus-Assoziation]]. Es wird vermutet, dass die Milchstraße von Hunderten solcher heißen Blasen durchsetzt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;imagemap&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Orion Arm.JPG|mini|center|hochkant=3|Eine Kartierung von ca. einem Sechstel der, das Sonnensystem umgebenden, Galaxie „[[Milchstraße]]“ − der Orionarm und seine galaktischen Nachbarspiralarme; Sterne (blau), Nebel (rot) (interaktive Karte)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rect 126 149 188 182 [[Rosettennebel]]&lt;br /&gt;
rect 285 116 327 145 [[Krebsnebel]]&lt;br /&gt;
rect 243 245 284 274 [[Orionnebel]]&lt;br /&gt;
rect 299 288 345 312 [[Trifidnebel]]&lt;br /&gt;
rect 343 304 384 333 [[Lagunennebel]]&lt;br /&gt;
rect 393 322 434 353 [[Omeganebel]]&lt;br /&gt;
rect 445 322 494 353 [[Adlernebel]]&lt;br /&gt;
rect 424 244 483 280 [[Nordamerikanebel]]&lt;br /&gt;
rect 293 248 319 266 [[Rigel]]&lt;br /&gt;
rect 225 179 299 246 [[Oriongürtel]]&lt;br /&gt;
rect 331 211 368 234 [[Polarstern]]&lt;br /&gt;
rect 318 236 353 259 [[Sonne]]&lt;br /&gt;
poly 302 176 303 241 315 242 361 177 [[Beteigeuze]]&lt;br /&gt;
rect 419 222 458 245 [[Deneb]]&lt;br /&gt;
poly 0 123 508 118 637 160 637 217 470 163 0 178 [[Perseusarm]]&lt;br /&gt;
poly 2 202 460 201 633 261 637 326 408 260 1 258 [[Orion-Arm|Orionarm]]&lt;br /&gt;
poly 1 284 397 293 633 360 637 477 541 475 357 413 0 400 [[Sagittariusarm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
desc bottom-left&lt;br /&gt;
&amp;lt;/imagemap&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Januar 2020 berichteten Astronomen die Entdeckung der „[[Radcliffe-Welle]]“ – die größte bekannte [[Gaswolke]] in der Milchstraße, in welcher Sterne entstehen. Es wurde vorgeschlagen, dass sie der Ursprungsort der [[Sonne]] sein könnte. Diese wird die momentan ca. 500 Lichtjahre entfernte Wolke in ca. 13 Mio. Jahren erneut durchqueren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/science/2020/jan/07/astronomers-discover-huge-gaseous-wave-holding-milky-ways-newest-stars theguardian.com]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/astronomie-physik/riesenwelle-in-der-milchstrasse/ wissenschaft.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41586-019-1874-z nature.com]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Milchstraßensystem===&lt;br /&gt;
[[Datei:Milky Way Spiral Arm DE de.svg|mini|Die ungefähre Position der Sonne im Orionarm der Milchstraße und der Verlauf ihres galaktischen Orbits]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonne mit ihren Begleitern ist, wie alle Sterne, Teil eines [[Sternhaufen]]s bzw. einer [[Galaxie]]. Sie ist mit mindestens 100&amp;amp;nbsp;Milliarden (manche Schätzungen gehen bis 400&amp;amp;nbsp;Milliarden) weiteren [[Stern]]en ein Mitglied des [[Milchstraße]]nsystems, einer [[Balkenspiralgalaxie]] mit einem Durchmesser von etwa 100.000&amp;amp;nbsp;Lichtjahren. Das Sonnensystem befindet sich zwischen zwei der spiralförmigen Sternkonzentrationen, zwischen dem [[W:Perseusarm|Perseusarm]] und dem [[W:Sagittarius-Arm|Sagittariusarm]], in einer lokalen Abzweigung, dem [[W:Orionarm|Orionarm]]. Es liegt rund 15&amp;amp;nbsp;Lichtjahre nördlich der galaktischen Symmetrieebene, ist etwa 27.000&amp;amp;nbsp;Lichtjahre vom [[Galaktisches Zentrum|galaktischen Zentrum]] entfernt und umkreist es mit einer Geschwindigkeit von rund 240&amp;amp;nbsp;km/s binnen etwa 210&amp;amp;nbsp;Millionen Jahren, einem &#039;&#039;[[Galaktisches Jahr|galaktischen Jahr]]&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Brunthaler u. a.: &#039;&#039;The Bar and Spiral Structure Legacy (BeSSeL) survey: Mapping the Milky Way with VLBI astrometry&#039;&#039;. Astron. Nachr. 999, 2011, S.&amp;amp;nbsp;789–794, [[doi:10.1002/asna.201111560]], {{arXiv|1102.5350}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben dieser galaktischen Rotation bewegt sich die Sonne nach den aktuellen Werten von Anfang des 21.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts mit 19,7&amp;amp;nbsp;km/s in Richtung des [[Sonnenapex]], der bei einer galaktischen Länge von 57° und einer galaktischen Breite von 22° in Richtung des Sternbildes [[W:Herkules (Sternbild)|Herkules]] liegt. Dabei kreuzt die Sonne die Scheibenebene etwa alle 30&amp;amp;nbsp;Millionen Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage der mittleren Bahnebene der Planeten des Sonnensystems entspricht nicht der Äquatorebene der Galaxis, sondern ist stark dagegen geneigt. Der nördliche [[Ekliptikpol]] liegt im [[Sternbild]] [[W:Drache (Sternbild)|Drache]], an der [[Himmelskugel|Himmelssphäre]] nur circa 30&amp;amp;nbsp;Grad vom galaktischen Äquator (in dem am [[Nachthimmel]] schimmernden Band der Milchstraße). Der südliche Pol der [[Ekliptik|Erdbahnebene]] liegt im Sternbild [[W:Schwertfisch (Sternbild)|Schwertfisch]]. Der Nordpol der Galaxie befindet sich 30&amp;amp;nbsp;Grad über der Ekliptik im [[W:Haar der Berenike|Haar der Berenike]], der galaktische Südpol im [[W:Bildhauer (Sternbild)|Bildhauer]]. Das Zentrum der Galaxie liegt nahe der Erdbahnebene, perspektivisch im Sternbild [[Schütze (Sternbild)|Schütze]]. Von der hellen zentralen Verdickung, der [[Bulge]], scheint im sichtbaren [[Licht]] nur wenig auf, da sie im Scheibenbereich auch von großen Mengen [[Interstellarer Staub|interstellaren Staubes]] umgeben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Drehsinn des Milchstraßensystems stimmt nicht mit dem der Planeten um die Sonne überein. Die galaktische Scheibe rotiert von Norden gesehen im Uhrzeigersinn, als würden die Spiralarme vom Zentralbereich nachgeschleppt, und damit gegenläufig zum Drehsinn des Sonnensystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Astronomen vermuten, dass die Spiralstruktur in der Verteilung der Sterne auf Dichtewellen noch unbekannten Ursprungs zurückgeht und die Gas- und Staubmassen der galaktischen Scheibe während deren Rotation an ihnen auflaufen und dadurch zur Bildung neuer Sterne angeregt werden, siehe [[Dichtewellentheorie]]. Manche Paläontologen sahen in datierten [[Massenaussterben]] und Impaktkratern periodische Muster und machten diese Dichtewellen, obiges Pendeln durch die Scheibenebene oder einem unentdeckten Begleiter der Sonne, sh. [[Nemesis (Stern)|Nemesis]], dafür verantwortlich, indem Kometen der [[Oortsche Wolke|Oortschen Wolke]] aus der Bahn gebracht werden. Die Existenz derartiger Muster ist jedoch mittlerweile widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Coryn A.L. Bailer-Jones: &#039;&#039;Bayesian time series analysis of terrestrial impact cratering&#039;&#039;. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 416, 2011, S.&amp;amp;nbsp;1163–1180, [[doi:10.1111/j.1365-2966.2011.19112.x]] (freier Volltext)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Celestia Sol.jpg|mini|hochkant=1.5|Die Bahnen der Planeten um die Sonne liegen in einer gemeinsamen Ebene, der [[Protoplanetare Scheibe|protoplanetaren Scheibe]], die Ausgangspunkt für die [[#Entstehung|Entstehung des Sonnensystems]] war.]]&lt;br /&gt;
Die derzeit gängige Theorie zur Entstehung des Sonnensystems basiert auf der [[Kant-Laplace-Theorie|Kant’schen Nebularhypothese]], nach der die großen Körper etwa zeitgleich aus einer rotierenden Wolke aus Gas und Staub entstanden sind. Die Idee einer Urwolke hatte der deutsche Philosoph [[Immanuel Kant]] im Jahr 1755 in seinem Werk &#039;&#039;[[Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels]]&#039;&#039; formuliert, sie ist aber erst in den letzten Jahrzehnten von den [[Astronom]]en neu aufgegriffen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Urwolke===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Urwolke}}&lt;br /&gt;
Nach heutigen Erkenntnissen bewegte sich vor etwa 4,6 Milliarden Jahren an Stelle des Sonnensystems eine ausgedehnte [[Molekülwolke]] um ein gemeinsames Zentrum innerhalb des Milchstraßensystems. Die Wolke bestand zu über 99 % aus den Gasen [[Wasserstoff]] und [[Helium]] sowie einem geringen Anteil [[Meter#Mikrometer|mikrometergroßer]] [[Präsolare Minerale|Staubteilchen]], die sich aus schwereren [[Chemisches Element|Elementen]] und Verbindungen, wie [[Wasser]], [[Kohlenmonoxid]], [[Kohlendioxid]], anderen [[Kohlenstoff]]verbindungen, [[Ammoniak]] und [[Silizium]]verbindungen zusammensetzten. Der Wasserstoff und der überwiegende Teil des Heliums war bereits beim [[Urknall]] entstanden. Die schwereren Elemente und Verbindungen wurden im Innern von Sternen erzeugt und bei deren Explosion als [[Sternenstaub (Astronomie)|Sternenstaub]] freigesetzt. Teile der Materiewolke zogen sich infolge der eigenen Schwerkraft zusammen und verdichteten sich. Den Anstoß dazu könnte die Explosion einer nahen [[Supernova]] gegeben haben, deren Druckwellen durch die Wolke wanderten. Diese Verdichtungen führten zu der Bildung von vermutlich mehreren hundert oder gar tausend Sternen in einem [[Sternhaufen]], der sich wahrscheinlich nach einigen hundert Millionen Jahren in freie Einzel- oder Doppelsterne auflöste. Im Folgenden wird die Entwicklung desjenigen „Fragments“ der Materiewolke betrachtet, aus dem sich das Sonnensystem bildete – der [[Sonnennebel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bei der Kontraktion der [[Drehimpuls]] erhalten bleiben muss, hat sich eine schon minimal existierende [[Rotationsbewegung|Rotation]] des kollabierenden [[Nebel (Astronomie)|Nebels]] erhöht ([[W:Pirouetteneffekt|Pirouetteneffekt]]). Die dabei entstehenden, nach außen wirkenden [[Fliehkraft|Fliehkräfte]] führten dazu, dass sich die Wolke zu einer rotierenden [[Akkretionsscheibe]] formte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast die gesamte Materie des Sonnennebels stürzte dabei in das Zentrum und bildete einen [[Protostern]], der weiter kollabierte. Im Innern dieses Gaskörpers stiegen [[Druck (Physik)|Druck]] und [[Temperatur]] so weit an, bis ein [[Kernfusion]]sprozess gezündet wurde, bei dem Wasserstoffkerne zu Heliumkernen verschmelzen. Die dabei freigesetzte Energie erzeugte einen [[Strahlungsdruck]], der der [[Gravitation]] entgegenwirkte und die weitere Kontraktion aufhielt. Ein stabiler Stern –&amp;amp;nbsp;die Sonne&amp;amp;nbsp;– war entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Alter===&lt;br /&gt;
Das Alter des Sonnensystems wurde nach Untersuchungen aus dem Jahr 2010 (durch die Wissenschaftler Audrey Bouvier und Meenakshi Wadhwa) auf ca. 4,5682 Milliarden Jahre (mit einer Abweichung von +200.000 bis −400.000 Jahren) mittels Isotopenzerfall berechnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Audrey Bouvier, Meenakshi Wadhwa |Titel=The age of the Solar System redefined by the oldest Pb–Pb age of a meteoritic inclusion |Sammelwerk=Nature Geoscience |Band=3 |Datum=2010-09 |Seiten=637–641 |Sprache=en |Online=[https://www.nature.com/articles/ngeo941.epdf Auszug] |Format=PDF |Abruf=2018-09-08 |DOI=10.1038/NGEO941}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Christoph Seidler&amp;lt;!--chs--&amp;gt; |url=http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/neue-datierung-sonnensystem-ist-aelter-als-angenommen-a-713250.html |titel=Sonnensystem ist älter als angenommen |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2010-08-23 |abruf=2018-09-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entstehung der Planeten===&lt;br /&gt;
[[Datei:Protoplanetary disk.jpg|mini|Zeichnung einer protoplanetaren Scheibe (NASA)]]&lt;br /&gt;
Die rotierende Akkretionsscheibe entwickelte sich zu einer [[Protoplanetare Scheibe|protoplanetaren Scheibe]], die nach dem bisherigen Modell über die Verklumpung von Staubteilchen (Koagulation) zur Bildung von Planetesimalen, den Bausteinen der Planeten führte. Diese kilometergroßen Gebilde besaßen genug Masse, um sich durch ihre Gravitation mit anderen [[Planetesimal]]en zu größeren Objekten zu vereinigen. Der Zeitpunkt der Bildung der berggroßen Planetesimale, und damit der Beginn der Planetenentstehung, konnte durch Untersuchungen an bestimmten Meteoriten bestimmt werden (siehe Alter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach neueren Modellen könnten auch gravitative Instabilitäten zu sich selbst verstärkenden Massekonzentrationen und damit zur Bildung von Planetesimalen führen. Dabei verlief das Wachstum nicht gleichmäßig. Die schwersten Objekte übten die größten Gravitationskräfte aus, zogen Materie aus einem weiten Umkreis an und konnten so noch schneller wachsen. Der Protojupiter störte schließlich mit seinem Gravitationsfeld andere Planetesimale und beeinflusste deren Wachstum. Wahrscheinlich verhinderte er auch die Bildung eines größeren Körpers zwischen der Mars- und Jupiterbahn, was zur Entstehung des Asteroidengürtels führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen maßgeblichen Einfluss auf die Prozesse der Planetenentstehung hatte der Abstand der [[Protoplanet]]en zur jungen Sonne. In Sonnennähe [[Kondensation|kondensierten]] schwerflüchtige Elemente und Verbindungen aus, während leichtflüchtige Gase durch den kräftigen [[Sonnenwind]] weggerissen wurden. Hier entstanden die inneren Planeten, Merkur, Venus, Erde und Mars, mit festen [[silikat]]ischen Oberflächen. In den kälteren Außenregionen konnten die entstehenden Planeten auch die leichtflüchtigen Gase, wie Wasserstoff, Helium und [[Methan]] festhalten. Hier bildeten sich die Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Materie, der nicht von den Planeten eingefangen wurde, verband sich zu kleineren Objekten, den Kometen und Asteroiden. Da diese Himmelskörper seit der Frühzeit des Sonnensystems nahezu unverändert blieben, kann ihre Erforschung wichtige Hinweise zu dessen Entstehungsgeschichte liefern. Ebenfalls sehr wertvolle Erkenntnisse brachte die Untersuchung von [[Meteorit]]en. Das sind Bruchstücke von Planetoiden, die ins Schwerefeld der Erde gerieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten im Allgemeinen ergeben sich aus Beobachtungen mit einem 2014 in Betrieb genommenen Instrument des [[W:Paranal-Observatorium|Paranal-Observatoriums]], einer Kamera namens SPHERE ([[W:Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet Research|Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet Research]]), die erstmals protoplanetare Scheiben ablichtete, in denen konzentrische Bahnen um den Zentralstern sichtbar sind, die frei von Gas und Staub sind. Diese Bahnen geben Aufschluss über die [[Exoplanet]]en, die aus dem Gas und Staub auf diesen Bahnen entstanden sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Guido Meyer |url=https://www.welt.de/wissenschaft/article160630606/Atemberaubender-Blick-in-die-Vergangenheit-des-Weltalls.html |titel=Am Anfang war die Wolke: Atemberaubender Blick in die Vergangenheit des Weltalls |werk=Welt.de |datum=2016-12-27 |abruf=2016-12-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Offene Fragen ===&lt;br /&gt;
Auch wenn die Grundprinzipien der Planetenentstehung bereits als weitgehend verstanden gelten, gibt es doch noch zahlreiche offene und nicht unwesentliche Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der Probleme ist die Verteilung des [[Drehimpuls]]es auf die Sonne und die Planeten: der Zentralkörper enthält fast 99,9 % der Masse des gesamten Systems, besitzt aber nur etwa 0,5 % des Drehimpulses; der Hauptanteil daran steckt im [[Bahndrehimpuls]] ihrer Begleiter.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Wilhelm Kley |url=http://www.tat.physik.uni-tuebingen.de/~kley/lehre/planeten/folien/kap4 |titel=Kapitel 4: Sternentstehung – Das Drehimpulsproblem |werk=Vorlesungsskript: Planetenentstehung (Wintersemester 2012/2013) |hrsg=Universität Tübingen |seiten=9–10 |format=PDF |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160125202947/http://www.tat.physik.uni-tuebingen.de/~kley/lehre/planeten/folien/kap4 |archiv-datum=2016-01-25 |archiv-bot=2018-11-30 14:09:41 InternetArchiveBot |abruf=2016-01-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist die Neigung der Äquatorebene der Sonne gegenüber der mittleren Bahnebene der Planeten von etwa 7° ein Rätsel. Aufgrund ihrer überaus dominierenden Masse dürfte die Sonne (anders als zum Beispiel die Erde) durch die Wechselwirkung mit ihnen kaum ins Taumeln geraten. Möglicherweise hatte sie in ihrer Frühzeit einen [[Zwergstern]] als Begleiter oder erhielt „Besuch“ von einem Nachbarstern des ursprünglichen Sternhaufens, der durch seine Anziehung die &#039;&#039;protoplanetare Scheibe&#039;&#039; um etwa 7° kippte, während die Sonne aufgrund ihrer geringen räumlichen Ausdehnung weitgehend unbeeinflusst blieb.&amp;lt;ref&amp;gt;C. H. Heller 1993, P. Kroupa 1995.&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem muss die Allgemeingültigkeit der Aussagen über die Entstehung von [[Planetensystem]]en angezweifelt werden, da auch Exoplaneten entdeckt wurden, deren Bahnen entgegen der Rotation ihres Zentralsterns verlaufen, was nach dem oben beschriebenen Modell nicht möglich wäre.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,688770,00.html &#039;&#039;Ferne Sonnensysteme. Falsch rotierende Exoplaneten stellen Theorie in Frage&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Spiegel Online]].&#039;&#039; 13. April 2010; abgerufen am 13. April 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*{{WikipediaDE|Kategorie:Sonnensystem}}&lt;br /&gt;
*{{WikipediaDE|Sonnensystem}}&lt;br /&gt;
*[[w:Liste der größten Objekte im Sonnensystem|Liste der größten Objekte im Sonnensystem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Thorsten Dambeck: &#039;&#039;Planetenwelten – in den Tiefen des Sonnensystems&#039;&#039;. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-440-15630-8.&lt;br /&gt;
*Serge Brunier: &#039;&#039;Reise durch das Sonnensystem&#039;&#039;. Westermann, Braunschweig 1994 (Bildband; schildert mit der Hilfe der Aufnahmen u.&amp;amp;nbsp;a. von Voyager&amp;amp;nbsp;1 und [oyager&amp;amp;nbsp;2 die Eindrücke, die ein Raumfahrer haben würde)&lt;br /&gt;
*Pat Dasch: &#039;&#039;Icy worlds of the solar system.&#039;&#039; Cambridge Univ. Press, Cambridge 2004, ISBN 0-521-64048-2.&lt;br /&gt;
*Joachim Gürtler, Johann Dorschner: &#039;&#039;Das Sonnensystem. Wissenschaftliche Schriften zur Astronomie.&#039;&#039; Barth, Leipzig/Berlin/Heidelberg 1993, ISBN 3-335-00281-4.&lt;br /&gt;
*C. H. Heller: &#039;&#039;Encounters with protostellar disks. I – Disk tilt and the nonzero solar obliquity.&#039;&#039; In: &#039;&#039;ApJ.&#039;&#039; Band 408, 1993, S. 337.&lt;br /&gt;
*Pavel Kroupa: &#039;&#039;The dynamical properties of stellar systems in the Galactic disc.&#039;&#039; In: &#039;&#039;MNRAS.&#039;&#039; Band 277, 1995, S. 1507.&lt;br /&gt;
*Glenn J. MacPherson: &#039;&#039;Oxygen in the solar system.&#039;&#039; Mineralogical Society of America, Chantilly 2008, ISBN 978-0-939950-80-5.&lt;br /&gt;
*Eugene F. Milone, William J. Wilson: &#039;&#039;Solar system astrophysics. &#039;&#039; Springer, New York 2008, ISBN 978-0-387-73153-7.&lt;br /&gt;
*Rüdiger Vaas, Thorsten Dambeck, Thomas Bürke, Peter Veit: &#039;&#039;Das neue Sonnensystem&#039;&#039; (Hörbuch auf Audio-CD). Komplett-Media, 2007, ISBN 978-3-8312-6180-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Solar System|Sonnensystem}}&lt;br /&gt;
{{Wikibooks|Wikijunior Sonnensystem|Wikijunior Sonnensystem}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
*{{Alpha Centauri|52}}&lt;br /&gt;
*[http://www.atlasoftheuniverse.com/250lys.html Lage des Sonnensystems in der Milchstraße.] atlasoftheuniverse.com&lt;br /&gt;
*[http://www.dlr.de/next/portaldata/69/Resources/flash/popup/sonnensystem/sonnensystem.html Virtuelle Reise durch das Sonnensystem.] dlr.de, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt&lt;br /&gt;
*[https://www.geo.de/natur/5960-rtkl-das-sonnensystem-die-geschichte-des-sonnensystems Die Geschichte des Sonnensystems.] In: GEOkompakt, Nr. 21&lt;br /&gt;
*Bill Arnett: [http://www.neunplaneten.de/nineplanets/nineplanets.html &#039;&#039;Die neun Planeten. Eine Multimediatour durch das Sonnensystem. Ein Stern, acht Planeten und noch mehr&#039;&#039;.] The Nine Planets|neunplaneten.de&lt;br /&gt;
*[https://solarsystem.nasa.gov/planets/overview/ Übersicht der Planeten.] solarsystem.nasa.gov (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Sonnensystem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sonnensystem|!]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 180%;&amp;gt;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter Die Erbauung des Neuen Jerusalem in uns&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 130%;&amp;gt;Vortragsreihe rund um die «Apokalypse des Johannes» von Wolfgang Peter]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegel 07 (Tafel XIII) AS.jpg|mini|180px|[[Siebentes apokalyptisches Siegel]]&amp;lt;br&amp;gt;[[Neues Jerusalem|Das Neue Jerusalem]] ]]&lt;br /&gt;
Jeden &#039;&#039;&#039;Dienstag&#039;&#039;&#039; live ab &#039;&#039;&#039;19h&#039;&#039;&#039;. Die Vorträge sind frei zugänglich und können wenig später auch als Video, Audio und als transkripierter Text abgerufen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color: red; font-size: 120%&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Neuer Link:&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/span&amp;gt; &#039;&#039;&#039;https://sichere-videokonferenz.de/Ahuameo6JnF5h&#039;&#039;&#039; (läuft ohne Zeitlimit auf einem deutschen Server mit der gewohnten Jitsi-Software). Wenn du &amp;quot;neu&amp;quot; bist, bitte kontaktiere Wolfgang oder François im Voraus über die dir bekannten Kontaktmöglichkeiten oder übers [https://blog.anthro.world/impressum/kontakt-formular/ Kontaktformular]. &#039;&#039;&#039;Um Störungen zu vermeiden:&#039;&#039;&#039; Bitte schalte das Mikrofon &#039;&#039;&#039;vor&#039;&#039;&#039; Eintreten stumm. Unser Miteinander ist persönlich- bitte mit Kamera und Vornamen einloggen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Alternativ kannst du hier live im youtube schauen:&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039; https://www.youtube.com/@AnthroWorld_Anthroposophie&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mehr Infos dazu auf auf [[Datei:Rosenfenster-gelb.png|20px|link=https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter|anthro.world]]&amp;amp;nbsp;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter anthro.world]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:FAUST Plakat Oktober November 2026.pdf|center|500px|link=https://odysseetheater.at/images/d/d3/FAUST_Plakat_Oktober_November_2026.pdf]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;center&amp;gt;[[Datei:Emberson Tage.pdf|center|700px|link=https://anthrowiki.at/images/4/40/Paul_Emberson_Tage_-_Programm_-_Berlin_2026.pdf]]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;center&amp;gt;[[Datei:Bühnenkunst amwort 193x82 Banner .pdf|center|780px|link=https://www.buehnenkunst-amwort.ch]]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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|[[Datei:Michael Rheinheimer 2026-9-24.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=uYEJST3S_Ns|links|270x270px]]&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=uYEJST3S_Ns Michael Rheinheimer: Arminius. Das 5. Evangelium und die Varusschlacht]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|[[Datei:Annonce+Online-Seminar.jpg|center|800px|link=https://www.erwachsen-und-werden.de/seminar]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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|[[Datei:Faust-Mephisto.jpg|left|210px|link=https://anthro.world/Faust_spricht_%C3%BCber_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter_vom_27._Dezember_2023]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Faust_spricht_über_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2023|Faust spricht über Faust]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[aw:Faust_spricht_über_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2023|Vortrag von Dr. Wolfgang Peter am 27. Dezember 2023 in der anthroposophischen Landesgesellschaft in Wien.]]&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 90%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Veranstaltungskalender Aktuelle Aufführungstermine:]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust Johann Wolfgang von Goethe]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust_I FAUST I: Samstag, 31. Oktober 2026, 16&amp;lt;sup&amp;gt;h&amp;lt;/sup&amp;gt;]&amp;lt;br&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust_II FAUST II: Sonntag, 1. November 2026, 16&amp;lt;sup&amp;gt;h&amp;lt;/sup&amp;gt;]&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Friedrich Eymann Waldorfschule, Feldmühlgasse 26, 1130 Wien&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 75%; color: #37a; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;Kartenreservierung:  [mailto:info@odysseetheater.com?subject=Kartenreservierung info@odysseetheater.com] oder Tel.: +43 (676) 9 414 616&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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|[[Datei:Anthrowiki-Banner-ELIANT.jpg|center|790px|link=https://eliant.eu/]]&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 250%;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Online_Lesekreise|öffentlicher Lesekreis &amp;quot;Das 5. Evangelium&amp;quot;]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 130%;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Online_Lesekreise|Dienstags 19h. Start am 29. September 2026. Öffentlich in youtube sichtbar. Für weitere Infos hier klicken.]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Beginn Banner ELIANT-AAAT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|[[Datei:Anthrowiki-Banner-AAAT korr.jpg|center|790px|link=https://eliant.eu/aktuelles/all-africa-anthroposophic-training/]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|[[Datei:Banner BE.png|center|790px|link=https://basic-exercises.com/]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Beginn Marcel Trilogie 3.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Marcel_Waldhausen_2026-5-28.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=l3D3T02y1-U|links|270x270px]]&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=l3D3T02y1-U Trilogie (3v3): Pfingsten 1924 - Der Landwirtschaftliche Kurs als Grundlage einer zeitgemäßen Entwicklung - ein Vortrag von Marcel Waldhausen, 2026]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Marcel Trilogie 3.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Gerhard Reisch --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Gerhard Reisch Anthrowiki Banner.png|center|800px|link=https://www.gerhardreisch.com/portal]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Gerhard Reisch --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Biographæa --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:EB Anthrowiki Banner 03.png|center|800px|link=https://www.biographaea.com/de/volumes]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Biographæa --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Lichtwurzeln --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Lichtwurzel-Pulver-GlashausFrankfurt-de.jpg|links|300px|link=https://glashausfrankfurt.de/de/produkt/50-g-demeter-bio-lichtwurzel-pulver-handvermahlen/?utm_source=anthrowiki.at&amp;amp;utm_medium=banner&amp;amp;utm_campaign=support-light-root]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://glashausfrankfurt.de/de/produkt/50-g-demeter-bio-lichtwurzel-pulver-handvermahlen/?utm_source=anthrowiki.at&amp;amp;utm_medium=banner&amp;amp;utm_campaign=support-light-root/ vom Demeter Gärtner Hans-Martin Aurich]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Lichtwurzeln --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Glomer --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Glomer Katalog 2025-2026.jpg|links|120px|link=https://www.glomer.com/beliebteste-artikel/glomer-katalog-2024-25_42987637_36511?utm_source=newsletter&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_campaign=Glomer+Katalog%2C+Michaeli+und+Neue+Kinderb%C3%BCcher_Duplikat |&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 250%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.glomer.com/beliebteste-artikel/glomer-katalog-2024-25_42987637_36511?utm_source=newsletter&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_campaign=Glomer+Katalog%2C+Michaeli+und+Neue+Kinderb%C3%BCcher_Duplikat Der neue Glomer Katalog 2025/26 ist da!]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 130%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.glomer.com/neuerscheinungen?utm_source=anthrowiki&amp;amp;utm_medium=referral&amp;amp;utm_campaign=anthrowiki Aktuelle Neuerscheinungen und alle lieferbaren Bücher anthroposophischer Verlage]&amp;lt;br /&amp;gt;Anthroposophie, Waldorf, Jugend &amp;amp; Kinderbücher, Gesundheit, Lebensphasen, Wissenschaften mit mehr als 7.500 Titeln aus über 80 Verlagen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Glomer --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Marcel Trilogie 1.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Marcel Trilogie 1.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;section end=Banner /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Julius_Breitenstein&amp;diff=626851</id>
		<title>Julius Breitenstein</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Julius_Breitenstein&amp;diff=626851"/>
		<updated>2026-10-26T06:14:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Julius Breitenstein&#039;&#039;&#039; (* [[1871]] in [[Wikipedia:Hermannstadt|Hermannstadt]] in [[Wikipedia:Siebenbürgen|Siebenbürgen]]; † [[4. Mai]] [[1950]] in [[Wien]]) war [[Anthroposoph]] und enger Freund [[Rudolf Steiner]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod seines älteren Bruders &#039;&#039;Fritz Breitenstein&#039;&#039; (1858-1915) heiratete Julius Breitenstein [[Wikipedia:1915|1915]] dessen Witwe Amalie Breitenstein (1860-1942). Alle drei waren schon seit den 1880iger Jahren mit Rudolf Steiner befreundet gewesen. Steiner schreibt dazu in «[[Mein Lebensgang]]»:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und so&lt;br /&gt;
hatte ich denn außer dem andern sehr ausgebreiteten geselligen&lt;br /&gt;
Verkehr auch einen solchen mit Siebenbürgern.&lt;br /&gt;
Unter diesen waren Herr und Frau Breitenstein, die mir&lt;br /&gt;
damals befreundet wurden und die es in herzlichster&lt;br /&gt;
Weise geblieben sind. Sie haben seit langem eine führende&lt;br /&gt;
Stellung in der Wiener Anthroposophischen Gesellschaft.|28|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon [[1911]] waren Amalie und Julius Breitenstein von Steiner in den Wiener Zweig der [[Theosophische Gesellschaft|Theosophischen Gesellschaft]] eingeführt worden. Schon bald hielt Julius Breitenstein selbst Einführungsvorträge und wirkte bei der Leitung des Zweiges mit. Ab etwa [[Wikipedia:1914|1914]] führten die Breitensteins ein Vegetarierheim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Steiner nach Wien kam, wohnte er meist bei Breitensteins, deren Wohnung in der Köstlergasse 8 über Jahre das Zentrum der anthroposophischen Bewegung in Wien war. Erst nach Rudolf Steiners Tod bezog die Gesellschaft ab dem [[1. April]] [[1925]] größere Räumlichkeiten in der Mariahilferstraße 22, III. Stiege, Halbstock, über dem damals sehr renommierten Café Siller. Während der Herrschaft des [[Wikipedia:Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus |Nationalsozialismus in Österreich]] ab [[1938]] wurde die Wohnung der Breitensteins wieder zum vertraulichen Treffpunkt der [[Anthroposophen]] in Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zusammenbruch des [[Wikipedia:Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus |NS-Regimes]], setzte sich [[Karl Rössel-Majdan]] gemeinsam mit Julius Breitenstein und seinem Vater, [[Professor Karl Rössel-Majdan]], für die Neubegründung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] in Österreich ein, die sich 1938 nach dem Einmarsch [[Wikipedia:Adolf Hitler|Hitlers]] selbst aufgelöst hatte, um dem drohenden Verbot zu entgehen. Die Zeit drängte, denn durch Erlass der Besatzungsmächte gab es eine Frist, innerhalb derer die von Hitler verbotenen Gesellschaften wieder anzumelden waren. Die neubegründete [[Anthroposophische Gesellschaft in Österreich (1913)]] wurde jedoch auf Betreiben zahlreicher [[Anthroposoph]]en in Österreich von der [[Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft|Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft]] in [[Wikipedia:Dornach SO|Dornach]] nicht als Landesgesellschaft anerkannt, was für lange Zeit zu einer bedauerlichen Spaltung der anthroposophischen Bewegung in Österreich führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die zehn Jahre ältere Amalie Breitenstein schon [[1942]] verstorben war, heiratete Julius Breitenstein später in hohem Alter nochmals. Nach langer Krankheit starb er an den Folgen eines Schlaganfalls am [[4. Mai]] [[Wikipedia:1950|1950]] in [[Wikipedia:Wien|Wien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mein Lebensgang&#039;&#039;, [[GA 28]] (2000), ISBN 3-7274-0280-6; &#039;&#039;&#039;Tb 636&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6361-7 {{Schriften|028}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{Biographie|95}}&lt;br /&gt;
* [https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Caf%C3%A9_Siller_(7) Café Siller] ([https://www.geschichtewiki.wien.gv.at Wien Geschichte Wiki])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Breitenstein, Julius}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophische Gesellschaft in Österreich (1913)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposoph (20. Jahrhundert)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person um Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Banner&amp;diff=626850</id>
		<title>Banner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Banner&amp;diff=626850"/>
		<updated>2026-10-26T06:05:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;section begin=Banner /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Apokalypse --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 180%;&amp;gt;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter Die Erbauung des Neuen Jerusalem in uns&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 130%;&amp;gt;Vortragsreihe rund um die «Apokalypse des Johannes» von Wolfgang Peter]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeden &#039;&#039;&#039;Dienstag&#039;&#039;&#039; live ab &#039;&#039;&#039;19h&#039;&#039;&#039;. Die Vorträge sind frei zugänglich und können wenig später auch als Video, Audio und als transkripierter Text abgerufen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color: red; font-size: 120%&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Neuer Link:&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/span&amp;gt; &#039;&#039;&#039;https://sichere-videokonferenz.de/Ahuameo6JnF5h&#039;&#039;&#039; (läuft ohne Zeitlimit auf einem deutschen Server mit der gewohnten Jitsi-Software). Wenn du &amp;quot;neu&amp;quot; bist, bitte kontaktiere Wolfgang oder François im Voraus über die dir bekannten Kontaktmöglichkeiten oder übers [https://blog.anthro.world/impressum/kontakt-formular/ Kontaktformular]. &#039;&#039;&#039;Um Störungen zu vermeiden:&#039;&#039;&#039; Bitte schalte das Mikrofon &#039;&#039;&#039;vor&#039;&#039;&#039; Eintreten stumm. Unser Miteinander ist persönlich- bitte mit Kamera und Vornamen einloggen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Alternativ kannst du hier live im youtube schauen:&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039; https://www.youtube.com/@AnthroWorld_Anthroposophie&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mehr Infos dazu auf auf [[Datei:Rosenfenster-gelb.png|20px|link=https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter|anthro.world]]&amp;amp;nbsp;[https://anthro.world/Die_Apokalypse_des_Johannes_-_alle_Vorträge_von_Wolfgang_Peter anthro.world]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt; &lt;br /&gt;
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|[[Datei:FAUST Plakat Oktober November 2026.pdf|center|500px|link=https://odysseetheater.at/images/d/d3/FAUST_Plakat_Oktober_November_2026.pdf]]&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;center&amp;gt;[[Datei:Emberson Tage.pdf|center|700px|link=https://anthrowiki.at/images/4/40/Paul_Emberson_Tage_-_Programm_-_Berlin_2026.pdf]]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|[[Datei:Geschlossene Gesellschaft Plakat WERKL 2026-11-27.pdf|center|500px|link=https://odysseetheater.at/images/a/a3/Geschlossene_Gesellschaft_Plakat_WERKL_2026-11-27.pdf]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Geschlossene Gesellschaft 2026 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;center&amp;gt;[[Datei:Bühnenkunst amwort 193x82 Banner .pdf|center|780px|link=https://www.buehnenkunst-amwort.ch]]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Michael Rheinheimer 2026-9-24.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=uYEJST3S_Ns|links|270x270px]]&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=uYEJST3S_Ns Michael Rheinheimer: Arminius. Das 5. Evangelium und die Varusschlacht]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Beginn Banner Anthroposophische Pädagogik --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Annonce+Online-Seminar.jpg|center|800px|link=https://www.erwachsen-und-werden.de/seminar]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Faust-Mephisto.jpg|left|210px|link=https://anthro.world/Faust_spricht_%C3%BCber_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter_vom_27._Dezember_2023]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Faust_spricht_über_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2023|Faust spricht über Faust]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[aw:Faust_spricht_über_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2023|Vortrag von Dr. Wolfgang Peter am 27. Dezember 2023 in der anthroposophischen Landesgesellschaft in Wien.]]&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 90%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Veranstaltungskalender Aktuelle Aufführungstermine:]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust Johann Wolfgang von Goethe]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust_I FAUST I: Samstag, 31. Oktober 2026, 16&amp;lt;sup&amp;gt;h&amp;lt;/sup&amp;gt;]&amp;lt;br&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust_II FAUST II: Sonntag, 1. November 2026, 16&amp;lt;sup&amp;gt;h&amp;lt;/sup&amp;gt;]&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Friedrich Eymann Waldorfschule, Feldmühlgasse 26, 1130 Wien&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 75%; color: #37a; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;Kartenreservierung:  [mailto:info@odysseetheater.com?subject=Kartenreservierung info@odysseetheater.com] oder Tel.: +43 (676) 9 414 616&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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Ende Banner Faust --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner ELIANT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Anthrowiki-Banner-ELIANT.jpg|center|790px|link=https://eliant.eu/]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Ende Banner ELIANT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner LK --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 250%;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Online_Lesekreise|öffentlicher Lesekreis &amp;quot;Das 5. Evangelium&amp;quot;]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 130%;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Online_Lesekreise|Dienstags 19h. Start am 29. September 2026. Öffentlich in youtube sichtbar. Für weitere Infos hier klicken.]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Ende Banner LK --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner ELIANT-AAAT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|[[Datei:Anthrowiki-Banner-AAAT korr.jpg|center|790px|link=https://eliant.eu/aktuelles/all-africa-anthroposophic-training/]]&lt;br /&gt;
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|[[Datei:Banner BE.png|center|790px|link=https://basic-exercises.com/]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Beginn Marcel Trilogie 3.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Marcel_Waldhausen_2026-5-28.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=l3D3T02y1-U|links|270x270px]]&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=l3D3T02y1-U Trilogie (3v3): Pfingsten 1924 - Der Landwirtschaftliche Kurs als Grundlage einer zeitgemäßen Entwicklung - ein Vortrag von Marcel Waldhausen, 2026]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Marcel Trilogie 3.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Gerhard Reisch --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Gerhard Reisch Anthrowiki Banner.png|center|800px|link=https://www.gerhardreisch.com/portal]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Gerhard Reisch --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Biographæa --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:EB Anthrowiki Banner 03.png|center|800px|link=https://www.biographaea.com/de/volumes]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Biographæa --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Lichtwurzeln --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Lichtwurzel-Pulver-GlashausFrankfurt-de.jpg|links|300px|link=https://glashausfrankfurt.de/de/produkt/50-g-demeter-bio-lichtwurzel-pulver-handvermahlen/?utm_source=anthrowiki.at&amp;amp;utm_medium=banner&amp;amp;utm_campaign=support-light-root]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://glashausfrankfurt.de/de/produkt/50-g-demeter-bio-lichtwurzel-pulver-handvermahlen/?utm_source=anthrowiki.at&amp;amp;utm_medium=banner&amp;amp;utm_campaign=support-light-root/ vom Demeter Gärtner Hans-Martin Aurich]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Lichtwurzeln --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Glomer --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Glomer Katalog 2025-2026.jpg|links|120px|link=https://www.glomer.com/beliebteste-artikel/glomer-katalog-2024-25_42987637_36511?utm_source=newsletter&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_campaign=Glomer+Katalog%2C+Michaeli+und+Neue+Kinderb%C3%BCcher_Duplikat |&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 250%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.glomer.com/beliebteste-artikel/glomer-katalog-2024-25_42987637_36511?utm_source=newsletter&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_campaign=Glomer+Katalog%2C+Michaeli+und+Neue+Kinderb%C3%BCcher_Duplikat Der neue Glomer Katalog 2025/26 ist da!]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 130%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.glomer.com/neuerscheinungen?utm_source=anthrowiki&amp;amp;utm_medium=referral&amp;amp;utm_campaign=anthrowiki Aktuelle Neuerscheinungen und alle lieferbaren Bücher anthroposophischer Verlage]&amp;lt;br /&amp;gt;Anthroposophie, Waldorf, Jugend &amp;amp; Kinderbücher, Gesundheit, Lebensphasen, Wissenschaften mit mehr als 7.500 Titeln aus über 80 Verlagen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Glomer --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Marcel Trilogie 1.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Marcel Trilogie 1.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;section end=Banner /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>Datei:Geschlossene Gesellschaft Plakat WERKL 2026-11-27.pdf</title>
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		<updated>2026-10-26T06:01:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Jean-Paul Sartre]] [https://odysseetheater.at/Geschlossene_Gesellschaft Geschlossene Gesellschaft]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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	<entry>
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		<title>Datei:Geschlossene Gesellschaft Plakat WERKL 2026-11-27.pdf</title>
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		<updated>2026-10-26T06:00:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Jean-Paul Sartre o:Geschlossene Gesellschaft&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Jean-Paul Sartre]] [[o:Geschlossene Gesellschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Niklas_Luhmann&amp;diff=626847</id>
		<title>Niklas Luhmann</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Niklas_Luhmann&amp;diff=626847"/>
		<updated>2026-10-25T17:29:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Die erkenntnistheoretische Position Luhmanns */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Niklas Luhmann&#039;&#039;&#039; (* 8. Dezember 1927 in Lüneburg; † 6. November 1998 in Oerlinghausen) war ein deutscher [[wikipedia:Soziologe|Soziologe]] und [[wikipedia:Gesellschaftstheorie|Gesellschaftstheoretiker]]. Als einer der Begründer der [[wikipedia:Soziologische Systemtheorie|soziologischen Systemtheorie]] zählt Luhmann zu den herausragenden Klassikern der [[wikipedia:Sozialwissenschaften|Sozialwissenschaften]] im 20. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftlicher Werdegang ==&lt;br /&gt;
Luhmann studierte von 1946 bis 1949 Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, mit einem Schwerpunkt auf  römischem Recht. Es folgte bis 1953 eine Referendarausbildung in Lüneburg. 1954 bis 1962 war er Verwaltungsbeamter in Lüneburg, 1954 bis 1955 am Oberverwaltungsgericht Lüneburg Assistent des Präsidenten. In dieser Zeit begann er auch mit dem Aufbau seiner [[wikipedia:Zettelkasten|Zettelkästen]].&lt;br /&gt;
1960/1961 erhielt Luhmann ein Fortbildungs-Stipendium für die Harvard-Universität, das er nach seiner Beurlaubung wahrnehmen konnte. Dort kam er in Kontakt mit [[Talcott Parsons]] und dessen [[wikipedia:Strukturfunktionalismus|strukturfunktionaler]] [[wikipedia:Systemtheorie#Systemtheorie bei Parsons|Systemtheorie]]. Nach seiner Tätigkeit als Referent an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer von 1962 bis 1965 und als Abteilungsleiter an der Sozialforschungsstelle an der Universität Münster in Dortmund von 1965 bis 1968 (1965/66 daneben ein Semester Studium der Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen)) promovierte er dort 1966 zum Dr.sc.pol. (Doktor der Sozialwissenschaften) mit dem bereits 1964 erschienenen Buch &#039;&#039;Funktionen und Folgen formaler Organisation&#039;&#039;. Fünf Monate später habilitierte er sich bei [[wikipedia:Dieter Claessens|Dieter Claessens]] und [[wikipedia:Helmut Schelsky|Helmut Schelsky]] mit &#039;&#039;Recht und Automation in der öffentlichen Verwaltung. Eine verwaltungswissenschaftliche Untersuchung&#039;&#039;. Mit seiner Berufung 1968 wurde Luhmann der erste Professor der Universität Bielefeld. Dort trug er zum Aufbau der ersten soziologischen Fakultät im deutschsprachigen Raum bei, lehrte und forschte bis zu seiner Emeritierung 1993.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Niklas Luhmann |Titel=„Was ist der Fall?” und „Was steckt dahinter?” Die zwei Soziologien und die Gesellschaftstheorie |Ort=Bielefeld |Jahr=1993 |Seiten=3}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die funktional-strukturelle Systemtheorie Luhmanns bis 1975 ==&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Kennzeichen der luhmannschen Systemtheorie dieser Zeit (der Grundbegriff ist hier für ihn noch die soziale Handlung, im Gegensatz zu seiner späteren Systemtheorie, wo Systeme aus Kommunikationen bestehen) ist eine Umstellung im funktionalistischen Paradigma. [[Parsons]] Systemtheorie war ein Strukturfunktionalismus, Strukturen oder Systeme nehmen Funktionen für ein übergeordnetes System wahr, dienen der Strukturerhaltung. Luhmann kritisiert diese Sichtweise und entwickelt seine funktional-strukturelle Systemtheorie, in der Funktionen und deren Analyse eine andere Bedeutung bekommen als noch bei Parsons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Beitrag zur Systemerhaltung bezieht sich Funktionalität nun zusätzlich auf umweltbedingte Problemlösungsanforderungen in spezifischen Situationen. Die funktionale Analyse verlagert den Bezugspunkt der theoretischen Orientierung von den Strukturen auf die Funktionen. Funktionen sind nicht als &amp;quot;zu bewirkende Wirkung&amp;quot;, sondern als &amp;quot;regulatives Sinnschema&amp;quot; zu fassen, das zu Zwecken der Bewältigung von Umwelteinwirkungen gebildet wird. Funktionen sind unter dem funktional-strukturellen Aspekt im wesentlichen Anpassungsleistungen an die Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Gabor Kiss: Einführung in die soziologischen Theorien II, 3. Aufl. 1977, S. 321ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist eine Wandlung des Systembegriffs verbunden, weg von der Vorstellung eines Systems als ein Ganzes mit seinen Teilen, hin zu der Vorstellung eines Systems in seiner Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Handlung als Reduktion von Komplexität ====&lt;br /&gt;
Soziales Handeln ist für Luhmann zwar weiter wie für [[Max Weber]] durch sinnhafte Bezogenheit auf fremdes Verhalten bestimmt, z.B. Verfolgung von Zielen unter Berücksichtigung der zu erwartenden Reaktionen anderer, stellt jedoch wesentlich eine Reduktionsleistung dar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Für Luhmann ist Handlung Reduktion, d.h. ein Ergebnis jener Selektionsleistungen, die soziologisch nicht [[wikipedia:soziologische Handlungstheorie|handlungstheoretisch]], sondern immer nur systemtheoretisch - d.h. in Handlungs&#039;&#039;systemen&#039;&#039; transparent gemacht werden können. (...) Das Faktum der Weltkomplexität macht eben im Interesse des Überlebens eine handlungsorientierende Überlebensstrategie erforderlich, deren grundlegendes Merkmal in der Reduktion dieser Komplexitäten besteht.&amp;quot; (Gabor Kiss: 326f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luhmanns Begriff von Komplexität darf nicht mit &amp;quot;Kompliziertheit&amp;quot; verwechselt werden. Kompliziert wären z.B. schwierig zu verstehende Handlungen anderer, weil man deren Motive und Rücksichten nicht ohne weiteres durchschaut, die aber ansonsten als ein so gegebenes, wenn auch unverstandenes, vorliegen. Komplexität bezieht sich auf die Freiheitsgrade des Handelns anderer. Man kann nicht im voraus wissen, wie andere Menschen handeln werden, darin besteht die Komplexität des Sozialen, und soziale Systeme haben die Funktion, Erwartbarkeit herzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Luhmanns Begriff des sozialen Systems ====&lt;br /&gt;
&amp;quot;Mit dem Begriff soziales System soll ein ... Sinnzusammenhang von sozialen Handlungen bezeichnet werden, die, durch wechselseitige Erwartbarkeit verknüpft, aufeinander verweisen, ihre Selektivität wechselseitig bestimmen und dadurch von einer nicht dazugehörenden Umwelt abgrenzbar sind.&amp;quot; (Luhmann, Bielefelder Manuskripte, 1974, S. 28, zit. nach Gabor Kiss: S. 333)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Soziale Systeme können wie alle Systeme begriffen werden als strukturierte Beziehungsgefüge, die bestimmte Möglichkeiten festlegen und andere ausschließen. Ihre Besonderheit besteht darin, daß sie aus sozialen Handlungen gebildet werden, das heißt aus Handlungen, denen ein Sinnbezug auf das Handeln anderer Menschen immanent ist. Solche Sinnbeziehungen werden durch soziale Systeme in einer übermäßig komplexen unübersehbaren und unbeherrschbaren Umwelt relativ einfach und relativ invariant gehalten. Ein soziales System reduziert mithin die äußerste Komplexität seiner Umwelt auf bestimmte, oder doch bestimmbare, ausgewählte Handlungsmöglichkeiten und kann dadurch zwischenmenschliches Handeln sinnhaft orientieren. Das ist seine Funktion. Es muß um dieser Funktion willen einen Weltausschnitt gegen laufende Bedrohung durch andere Möglichkeiten verteidigen, zum Beispiel durch Institutionalisierung von Werten oder durch Normierung von Verhaltenserwartungen. Das ist seine Problematik. Dabei steht für soziale Systeme die soziale Komplexität im Vordergrund, die darin begründet ist, daß der andere Mensch anders erleben, anders erwarten, anders handeln kann, als in dem je eigenen Kontext des Erlebens und Handelns sinnvoll wäre.&amp;quot; (Luhmann, Gesellschaftliche Organisation, in: Erziehungswissenschaftliches Handbuch, hrsg. Th. Ellwein, H. Groothoff u.a., Berlin 1969, I, (S. 387 - 405), S. 392. Zitiert nach Gabor Kiss: S. 333)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Interaktionen, Organisationen und Gesellschaft als soziale Systeme ====&lt;br /&gt;
Durch die Popularisierung von sozialwissenschaftlichen Begriffen, wie dem des sozialen Systems, denkt man zu &amp;quot;System&amp;quot; gewöhnlich an größere Einheiten, wie dem Wirtschaftsystem etwa. Aus systemtheoretischer Sicht ist jedoch eine jede [[Organisation]], wie z.B. eine [[Waldorfschule]], ein soziales System.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Handlungssystem [[Parsons]] ist zwar das übergeordnete &amp;quot;Großeganze&amp;quot;, aber gleichzeitig auch die einzelne Handlung eines Individuums, als systemischer Vorgang betrachtet. Zur sozialen Systembildung kommt es bereits auf der Ebene der [[wikipedia:Interaktion|Interaktion]]. Dies wird von Luhmann am Beipiel der [[wikipedia:Doppelte Kontingenz|Doppelten Kontingenz]] erörtert. Bei der Begegnung von sich bisher unbekannten Ego und Alter, oder in neuen Situationen, für die es keine Rezepte gibt, entsteht die Situation einer völligen Offenheit, was zu tun ist, etwa einen Smalltalk beginnen. Sobald jedoch das Gespräch in Gang kommt, verringert sich die Kontingenz, es bildet sich ein Interaktionssystem, weil Ego und Alter sich aufeinander einstellen, und es im Fortlauf der Interaktionen eine stabilisierende Einschränkung stattfindet, was weiter folgen kann. Dies ist die Komplexitätsreduktion, von der Luhmann annimmt, daß soziales Handeln wesentlich durch sie bestimmt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Komplexität bezieht sich mehr auf Wahrnehmung und Erleben, Kontingenz auf mögliche Alternativen der Selektion. Indem das handelnde Individuum die Kontingenz einschränkt und Komplexität reduziert, ist es zusammen mit anderen sozialen Individuen Stifter der sozialen Systeme, angefangen bei den Interaktionen, über Institutionen und Organisationen bis zum System der Gesellschaft. Die Gesellschaft als System ist aus Handeln aufgebaut, bzw. dem, was als Handeln &#039;&#039;erwartbar&#039;&#039; ist. Die Erwartbarkeit des Handelns ist ein wesentliches Element von Handlungssystemen. Von einem Lehrer einer Waldorfschule erwartet man anderes Verhalten als von einem Schüler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus solcher systemtheoretischen Sicht findet Soziales generell im Rahmen von Systemen statt. Es gibt kein soziales Handeln außerhalb solcher Systeme, oder wenn es solches soziales Handeln gibt, dann ist mit ihm die System&#039;&#039;bildung&#039;&#039; gegeben. Dieser Systemcharakter des sozialen Handelns zeigt sich in der modernen Gesellschaft als stark gesteigert, die moderne Gesellschaft ist &#039;&#039;organisiert&#039;&#039;, weshalb Soziologen auch von der modernen Gesellschaft als einer [[Organisationsgesellschaft]] sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist auch ein Thema eines Interviews mit [[Konrad Schily]] 2010 gewesen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;&#039;&#039;Thomas Brunner&#039;&#039;: Da kann ich ganz gut anschließen mit der nächsten Frage. Wir gehen über in grundsätzliche Fragestellungen. [[Pestalozzi]] unterscheidet, ganz deutlich zwischen individueller Existenz und kollektiver Existenz und er sagt, der Mensch wird entwurzelt, wenn er in seinem Bildungsweg in ein generalisiertes, verallgemeinertes System verpflanzt wird. Also deswegen ist er ja erst mal auch ein Gegner von organisierter Schule. Der Soziologe Niklas Luhmann hingegen, nennt diese ganze idealistische Zeit einen moralischen Mythos. Er sagt, das sind schöne Ideale. Heute gelte es, in den modernen komplexen Gesellschaften aber, eine adäquate Wahrheitstheorie zu entwickeln, also nicht mehr die Vernunft des Individuums solle zur Wirksamkeit kommen, sondern eine adäquate, die sich nicht mehr durch die menschliche Unmittelbarkeit definiert, sondern grundsätzlich im Sinne eines generalisierenden und abstrakten Codes von Regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Konrad Schily&#039;&#039;: Also es gibt nicht die Wahrheit, sondern es gibt die Vereinbarung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Thomas Brunner&#039;&#039;: Genau. Für Luhmann gibt es deshalb nur die Möglichkeit sich mit den bestehenden Systemen durch Kompromisse zu arrangieren. Realität haben für ihn nur der Markt und der Staat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Konrad Schily&#039;&#039;: Ich halte den Luhmann für den Philosophen des Unwesentlichen, denn er macht ja alles Wesentliche zu einem Surrogat. Zu einem Vorgestellten. Und der Chomeni sagt, die Gemeinde in Allah ist einig und wer nicht einig ist, ist nicht bei Allah und den kann man umbringen. Und das macht der Westen auch. Der grenzt auch aus. Das ist die Vereinbarung. Ja, da gibt ´s mal Vereinbarungen hin und her. Also deutsche Rechtschreibung und so. Das ist dann wieder komisch. Aber manchmal ist es gar nicht komisch. Oder ich könnte auch sagen, Luhmann ist für mich jemand des „Dran vorbei“, ja? Ein Organismus ist etwas total anderes, als ein System. Aber alle Leute lieben heute das System. Das System tut. Na, das eignet sich wunderbar. Alle Moleküle versammeln sich im System und das System beschließt, ja? Das System beschließt also jetzt machen wir den aufrechten Menschen oder wir machen die Qualle oder so. Na, Unsinn ist das! Oder die Gehirnforscher sagen, das Gehirn überlegt. Ich sage, ja und heute Morgen kam ich ans Klavier. Da hat sich das Klavier Mozart überlegt. War wunderbar. Hab´s nur nicht gehört, weil da saß keiner, der Mozart spielt. Also da merkt man, wie man in die Täuschung gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Ralf Gleide&#039;&#039;: Ja, mal eine freie Frage dazwischen. Jetzt noch mal, wenn man jetzt unterscheidet: Individuelle Existenz und kollektive Existenz und sagen, wir sind mit dem Staat und mit den Verabredungen im Reich dieser kollektiven Existenz und im Geistesleben brauchen wir aber die Individualität mit ihrer Ursprünglichkeit, wie Sie das auch in Ihrem Buch nennen. Warum haben Sie vorhin davon gesprochen, dass es gegenüber der Klüngelei eine Aufsichtsfunktion des Staates braucht? Also warum sehen Sie den Staat als die Instanz an, die diese Aufsichtsfunktion übernehmen muss.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Die Standardisierung ist genau das Mittel, um die Komplexität nicht mehr begreifbar zu machen&#039;&#039;, Konrad Schily, 8/2010	          &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomas Brunner, Ralf Gleide und Clara Steinkellner im Gespräch mit Dr. Konrad Schily, Witten, 17.8.2010. Eine gekürzte Fassung ist in Die Drei, Ausgabe 2011/1 erschienen. zitiert nach [http://www.dreigliederung.de/essays/2010-08-001.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erwähnten &amp;quot;Vereinbarungen&amp;quot; sind aber aus systemtheoretischer Sicht nur eine Variante von &#039;&#039;Erwartbarkeit&#039;&#039;. In dem Ausschnitt des Interviews ist die Fragestellung mit der Unterscheidung von individueller vs. kollektiver Existenz scharf herausgestellt: Darf eine Waldorfschule &#039;&#039;organisiert&#039;&#039; sein, wenn sie ihren Auftrag einer freiheitlichen Erziehung wahrnehmen können soll? Und wenn ja, wie unterscheidet sich dann solche Organisation von der üblichen Organisationsweise? Nicht nur auf der großen Ebene der drei Teilbereiche der Gesellschaft ist diese Frage gestellt: Eine Waldorfschule als sozialer Organismus ist etwas total anderes als ein soziales System. (Sinngemäß K. Schily) &#039;&#039;(oder sollte es sein, wozu der Unterschied genauer zu bestimmen wäre&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt dazu eine Anmerkung von Steiner, daß soziale Institutionen, also auch eine Waldorfschule, die Tendenz haben, in ihren Formen zu erstarren, unlebendig zu werden. Das Ergebnis davon ist dann die Organisation von der Art, wie sie Schily kritisiert. Um es nicht zu solcher System- bzw. Organisationsbildung, Verknöcherung kommen zu lassen, gilt es fortwährend dagegen anzukämpfen&amp;lt;Quelle&amp;gt; ... Es wäre dann insofern auch auch ganz falsch, die Waldorfschule mit so einer Organisation zu identifizieren. Die Organisation könnte so allenfalls etwas sein, auf das sich die Waldorfschule stützt, wie auf ein Skelett gewissermaßen. Eine Ausweitung dieser Frage beinhaltet auch die Relevanz des folgend erläuterten Unterschieds zwischen Interaktions- und Organisationssystemen, wie ihn Luhmann zieht. Sollten Institutionen des Geisteslebens wie Schulen sich auf dem Systembildungslevel von Interaktion zu halten suchen, besteht etwa das Eigentümliche des Kulturbereichs gerade darin, Systembildungsprozesse in Richtung der von Schily kritisierten Kollektivierung zu unterdrücken, und ist diese Unterdrückung die Bedingung der Freiheitlichkeit des Geisteslebens?&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luhmann selbst liefert mit seiner späteren Umstellung des Grundbegriffs seiner Systemtheorie von Handlung auf Kommunikation einen Aspekt: Diese Umstellung erfolgt nicht, weil sie &amp;quot;wahrer&amp;quot; ist, sondern weil die Phänomene des Sozialen so besser faßbar und adäquater zu beschreiben seien, womit Luhmann keine objektive Wahrheit beansprucht, sondern die Sichtweise seiner neuen Systemtheorie als ihm gutdünkende Bewältigung von &amp;quot;Irritationen&amp;quot; aus &amp;quot;Struktureller Kopplung&amp;quot; ansieht. Gemäß der hier näher zu untersuchenden frühen Systemtheorie, bezieht sich das auf die Funktionaliät von System und Strukturen in ihrem Umweltbezug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luhmann unterscheidet eine systemdifferentielle, nach Systemebenen differenzierte, und eine evolutionäre, auf gesellschaftliche Entwicklungsformationen bezogene Analyse von sozialen Systemtypen:&amp;lt;ref&amp;gt;Die folgenden Angaben beruhen auf Lit: Gabor Kiss, S.333ff. Kiss gibt als Quelle seiner Ausführungen an: &amp;quot;Die folgende Kurzfassung ist aufgrund eines unveröffentlichten Manuskriptes für fortgesetzte&lt;br /&gt;
Veranstaltungen Luhmanns über „Gesellschaftstheorie&amp;quot; (Bielefeld  1973-1975) und meiner Teilnahme an diesen Veranstaltungen entstanden. Die Auswahl der - für ein Einführungsbuch geeigneten - Schwerpunkte erfolgte nach Rücksprache mit Luhmann, dem ich für seine Bereitschaft, das Material verwenden zu dürfen, an dieser Stelle meinen besonderen Dank aussprechen möchte. (Lit.: Gabor Kiss, FN 2 Seite 333f.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Interaktionssysteme =====&lt;br /&gt;
* Die Systembildung setzt die »wahrgenommene Anwesenheit« von Personen voraus;&lt;br /&gt;
* Es besteht Handlungszwang (der sich zumindest in einem aufmerksamen Zuhören äußern muß);&lt;br /&gt;
* Interaktionssysteme sind zwar durch Sinngehalte - wie z. B. Tausch, Warteschlange, Gruß, Kampf und dgl. - identifizierbar, doch macht die Lebendigkeit wechselseitiger Erwartungserwartungen diese Systeme in hohem Maße unstabil, fluktuierend und enttäuschungsgefährdet;&lt;br /&gt;
* »Fließende Systemgrenzen« ermöglichen keine »zeitliche Ordnungsgarantien und sachliche Strukturierungsleistungen«;&lt;br /&gt;
* Es gibt keine gemeinsame Informationsverarbeitung noch ein »höheres Abstraktions- und Kontrollpotential« (= »ungeordnetes System«).&lt;br /&gt;
* „Für das Funktionieren des Systems ist zumindest ein »gemeinsames Thema« erforderlich, das als »minimaler« Bezugspunkt die Aufmerksamkeit der Beteiligten und deren gemeinsame »Zuwendung zu einem Mittelpunkt« erforderlich macht. Die Beteiligten steuern verschiedene Beiträge zum jeweils gemeinsamen Thema bei“;&lt;br /&gt;
* „In diesem Handlungszusammenhang bilden sich nach situationsrelevanten Eigenschaften - wie z.B. rednerische Dominanz, Schönheit und dgl. -Vorformen der Rollendifferenzierungen heraus“;&lt;br /&gt;
* „Diese Konstellationen können unter Umständen Interesse an der Wiederholung der Begegnung und der Festlegung von Verhaltensregeln bewirken und »Vorkehrungen für die Anschließbarkeit weiteren Handelns« treffen (z. B. Kartenspieler)“;&lt;br /&gt;
* „Die »Vorkehrungen« - auch z. B. aus dem Interesse einer gemeinsamen Gedächtnispflege - können einen gewissen Grad an Spezifikation (in der Verfestigung von Rollendifferenzierungen) hervorbringen, zu der aber das Interaktionssystem »von sich aus« nicht in der Lage ist: Es bedarf dazu der Strukturvorgaben einer gesellschaftlich geordneten Umwelt, die in die Verhaltensprämissen der Interaktionsbeziehungen eingehen müssen - (Luhmann nennt das Beispiel des Krankenbesuchs eines Pfarrers, der die Anerkennung dieser Situation für die Aufnahme von Beziehungen zur Voraussetzung hat)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Alles soziale Handeln »muß faktisch durch dieses Nadelöhr hindurch und wird durch die Eigengesetzlichkeit der Interaktionssysteme deformiert« - und obgleich die »Flüchtigkeit des Systembestandes« kein Verlaß bietet, ist gerade diese Unbeständigkeit das Normale und Sinnvolle an diesem Typus von Systemen. Die dominante Bedeutung »intermittierender Interaktionssysteme« ist vor allem - aber nicht allein! - für archaische Gesellschaften (vgl. unten) typisch. Infolge der zunehmenden Verflechtung intermittierender Interaktionssysteme kann ihr Spezifikationsgrad durch Schichten- und Rollendifferenzierung erhöht werden, was dann die »Ausdehnung der Möglichkeit von Strukturvorgaben« bewirkt. Zwischen die elementaren Interaktionssysteme schiebt sich dann eine »neuartige Ebene der Systembildung dazwischen« - die Ebene der Organisation.&amp;quot; (Gabor Kiss: Seite 334f)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Organisationssysteme =====&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die wichtigste Funktion von Organisationssystemen kann in der »Festlegung« (= Spezifikation) spontaner, flukturierender und relativ »ungeordneter« Interaktionsprozesse auf berechenbare Abläufe strategisch wichtiger Handlungsprozesse gesehen werden. Luhmann betont, daß nur ein Teil des gesellschaftlichen und interaktionellen Handelns innerhalb organisierter Sozialsysteme verläuft: Organisation bezeichnet einen Systemtyp, der »um besonderer Leistung willen eingerichtet ist«. Das Wesentliche an diesen spezifischen Leistungen sollte nicht in erster Linie an der »Ausrichtung an Zielen« (vgl. oben, S. 213 [Bezug auf [[Parsons]]]), sondern an der spezifischen Art der Regelungen von Umweltverhältnissen gesehen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Das bedeutet unter anderem, daß ein organisiertes Sozialsystem stets mindestens zwei Umwelten unterscheiden muß: seine Mitglieder und Nichtmitglieder. Der Leistungsgewinn, der durch Organisation erzielt werden kann, beruht sehr wesentlich darauf, daß diese beiden Umwelten verschieden behandelt werden können, daß in beiden Richtungen verschiedenartige Einflußmittel zur Verfügung stehen und daß die unterschiedlichen Strategien beiden Umwelten gegenüber aufeinander abgestimmt werden; typisch in der Form, daß die Mitglieder arbeiten müssen, um eine Leistung zu erstellen, die Nichtmitglieder schätzen; diese aber dafür mit Geld, Prestigezuweisung oder sonstwie zahlen müssen, um es dem System zu ermöglichen, die Mitgliedschaft attraktiv zu erhalten« (Luhmann, Gesellschaftliche Organisation, in: Erziehungswissenschaftliches Handbuch, hrsg. Th. Ellwein, H. Groothoff u.a., Berlin 1969, I, (S. 387 - 405), S. 394. Zitiert nach Gabor Kiss: S. 335)&amp;quot;. (Gabor Kiss: S. 335)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zitate werden hier ungekürzt wiedergegeben, weil es kaum möglich ist, eine verständliche kürzere Zusammenfassung zu geben. Hervorzuheben an der Aussage des letzten Zitates von Luhmann (alles in diesem Referat nach Gabor Kiss, was in Interklammern steht, ist Originalton Luhmann) ist, daß die Mitglieder sowie Nichtmitglieder einer Organisation &#039;&#039;Umwelt&#039;&#039; für dieses Organisationssystem sind. In dieser Phase seiner Systemtheorie gibt es noch Menschen bzw. Personen, hier in der Rolle von Mitgliedschaft, die aber nicht mit zum System dazugehören, sondern außenvor sind, nur ihre Handlungen sind zum System zugehörig. In seiner späteren Systemtheorie wird dies zu einem Verhältnis von &amp;quot;psychischen Systemen&amp;quot;, die mit sozialen Systemen (=Kommunikationssystemen) &amp;quot;strukturell gekoppelt&amp;quot; sind. [[wikipedia:Strukturelle Kopplung|Strukturelle Kopplung]] meint da in etwa ein Verhältnis von [[Autopoiesis|autopoietischen]] Systemen, bzw. von einem System zur Umwelt, wo ein Austausch nur durch sog. &amp;quot;Irritationen&amp;quot; stattfindet. Was man sich in etwa so vorstellen kann, wie die Reibung zwischen zwei welligen Pappstücken (das eine Pappstück = System, das andere = Umwelt), aus der das System Information zieht. Bei diesem späteren Systementwurf ist der &amp;quot;Mensch&amp;quot; für Luhmann lediglich noch ein &amp;quot;semantisches Konstrukt&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu Interaktionssystemen können sich in Organisationssystemen (statt segmentäre) funktional differenzierte Teilsysteme zur Erledigung spezifischer Aufgaben herausbilden. Obwohl Organisationen aus Interaktionen bestehen, gehen ihre Strukturbildungen über diese hinaus (insb. in der Stellenbildung mit Austauschbarkeit des Personals). Organisationsstrukturen können Interaktionsstrukturen &amp;quot;sprengen&amp;quot;, und sie können zu Strukturänderungen in der gesellschaftlichen Umwelt führen. (vgl. Gabor Kiss, S.335ff)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Gesellschaftssysteme =====&lt;br /&gt;
Während der Begriff Organisation ganz allgemein eine gewisse Faßlichkeit hat, auch wenn die näheren Bestimmungen umstritten sein mögen, gilt dies so keineswegs für den Begriff der &amp;quot;Gesellschaft&amp;quot;. Es ist überaus unklar, was mit Gesellschaft gemeint sein soll, und oftmals entpuppt sich die Rede von Gesellschaft als leeres Wort, mit einem Platzhalter, der für alles und nichts stehen kann, wie &amp;quot;Gott&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Unter Gesellschaft versteht Luhmann einen »Sonderhorizont«, der »für sinnhaftes Erleben und Handeln konstitutiv ist«&amp;quot; (Kiss: S. 337)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Gesellschaft, ist das jeweils umfassendste System menschlichen Zusammenlebens. Über weitere einschränkende Merkmale besteht kein Einverständnis&amp;quot;. (in: Lexikon zur Soziologie, 1973, Opladen. S. 235)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moderne soziale Systeme sind nach Luhmann nicht mehr mittels des Schemas &amp;quot;Das Ganze ist mehr als seine Teile&amp;quot; zu verstehen, im Gegenteil:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Anwendung dieses traditional ganzheitlich konzipierten Gesellschaftsbegriffs auf moderne Systeme hält Luhmann für falsch: Er meint, daß das »Ganze« — nämlich das Gesellschaftliche — weniger ist als die Summe seiner Teile und, daß das Handeln im Gesellschaftssystem nicht mit der Totalität sozialer Beziehungen gleichgesetzt werden kann, sondern - neben den Handlungen in Interaktions- und Organisationssystemen - nur einen Teil jener Systembildungsprozesse umfaßt, die nur zur Erhaltung der Gesellschaft als des umfassenderen Systems menschlichen Zusammenlebens beitragen. Das Sozialsystem schließt also dieser Konzeption nach das Gesellschaftssystem ein: Seine dominierenden Steuerungsfunktionen werden aber trotz dieser einschränkenden Begriffsbezeichnung keinesfalls geleugnet.&amp;quot; (Kiss, S. 338)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat sich also einen Systemzusammenhang des Sozialen zu denken, in dem es Handeln in Interaktionsystemen, Organisationssystemen und dem Gesellschaftssystem quasi nebeneinander gibt. Gesellschaft ist ein Teilsystem des umfassenden sozialen Systems. Die Funktion des Gesellschaftssystems und das Prinzip seiner Bildung ist die Konstitution von Sinn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;»nämlich dadurch, daß jeder Sinngehalt auf mögliche Auffassungen und Anschlußselektionen fremden Erlebens und Handelns verweist« und [es] garantiert dadurch eine geordnete Umwelt aller übrigen Sozialsysteme - also auch für Interaktions- und Organisationssysteme —;&amp;quot; (ebend.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesellschaftssystem reguliert Sinngrenzen mit seinen zentralen Funktionen &lt;br /&gt;
* Generalisierung von Sinn (zeitlich, sachlich, sozial), &lt;br /&gt;
* Systemdifferenzierung (Bildung von Systemen in Systemen, z.B. funktionale Differenzierung)&lt;br /&gt;
* Evolutionssteuerung (zentrale Mechanismen, die Systembildung bewirken)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Funktionen dienen jedoch der eigentlichen primären Funktion der Gesellschaft: Stabilisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Von allen Typen sozialer Systeme ist nur die Gesellschaft selbst mitsamt ihren funktionalen Subsystemen eine selbstsubstitutive Ordnung. Interaktionen können mit oder ohne Ersatz abgebrochen, Organisationen können aufgelöst und neu gegründet werden. Über den Wechsel befinden externe Instanzen, zum Beispiel einzelne Personen. Die Kontinuität der Gesellschaft ist jedoch eine unerläßliche Voraussetzung für das Diskontinuieren dieser anderen Systeme« (MS. Bielefeld 1974, S. 174, zitiert nach Kiss: 341)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen Auffassungen Luhmanns mit der Konzeption von Subsystemen Wirtschaft, Politik usw. des Gesellschaftsystems, das selbst jedoch nur ein Teilsystem des sozialen Systems sei (in der Darstellung Gabor Kiss&#039;), läßt sich folgern, daß es soziale Handlungen geben können muß, die nicht einem Subsystem der Gesellschaft zuzuordnen sind. Sie setzen allerdings das Gesellschaftssystem als Bedingung ihrer Möglichkeit  voraus, insofern jede soziale Handlung sinnorientiert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was es mit diesem umfassenden Sozialsystem auf sich hat, wird in der Darstellung Kiss&#039; nicht ganz klar, nicht mal, ob das Luhmann explizit so sieht, oder es eine Interpretation Kiss&#039; ist. In den genannten Zitaten ist nur von &amp;quot;geordneter Umwelt&amp;quot; die Rede. Wenn es dieses umfassende Sozialsystem gibt, wo wären dann dessen Grenzen, und warum bekommt dann nicht dieses umfassende Sozialsystem den &#039;&#039;Namen&#039;&#039; Gesellschaft, und das Gesellschaftssystem etwa die Bezeichnung Kultursystem, was doch auch passen würde, wo das Gesellschaftssystem doch &amp;quot;Sinn konstituiert&amp;quot;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Symbolische Kommunikationsmedien und binäre Codes =====&lt;br /&gt;
Luhmanns Systemtheorie ist nicht verständlich ohne Berücksichtigung seines Konzeptes der [[wikipedia:Symbolisch_generalisierte_Kommunikationsmedien|symbolischen Kommunikationsmedien]] und der binären Codes, ein zentraler Baustein seiner Systemtheorie.&lt;br /&gt;
Am leichtesten fassbar ist das Kommunikationsmedium beim Wirtschaftssystem: Geld. Der zugehörige binäre Code ist haben/nicht haben, oder auch zahlen/nicht zahlen. Ist zwischen haben/nicht haben und zahlen/nicht zahlen ein Unterschied? An der Frage kann man sich prüfen, ob man versteht, was Luhmann unter einem binären Code versteht. Das symbolische Kommunikationsmedium des von Luhmann postulierten Systems Intimbeziehungen (oder auch Familie) ist Liebe. Für dieses System gäbe es keinen binären Code. Auch hier kann man sich selbst als Verständnisfrage vorlegen: Warum gibt es da keinen binären Code? Auch beim Politiksystem, dem das symbolische Kommunikationsmedium &amp;quot;Macht&amp;quot; zugeordnet wird, was noch einigermaßen plausibel ist, gibt es nach Luhmann einen binären Code: Regieren/Nicht regieren. Allerdings ist hier schon etwas Zweifel angebracht. Zudem ist zwischen Politik und Recht zu unterscheiden. Für Luhmann sind das (heute) zwei verschiedene Systeme. Im Kulturbereich wird dieses Konzept Luhmanns, nach dem die funktionale Ausdifferenzierung von Subsystemen stattfinden soll, vollends unklar. Orientiert sich etwa das Kunstsystem, falls es so etwas geben sollte, tatsächlich an einem Code schön/häßlich, und läßt sich mittels eines solchen Codes Kunst von Wissenschaft oder Religion unterscheiden, insbesondere die Handlungen und/oder Kommunikationen des Systems: Sind sie mittels solchen Codes eindeutig abgegrenzt einer dem System fremden Umwelt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Wissenschaftsystem hat die Sozialwissenschaftlerin [[wikipedia:Knorr-Cetina|Karin Knorr-Retina]] aufgrund ihrer empirischen Forschungen die Behauptung Luhmanns, der Wissenschaftsbetrieb würde sich am Code wahr/unwahr orientieren, zurückgewiesen. Es gäbe empirisch keine Belege, daß die &#039;&#039;praktische&#039;&#039; Tätigkeit in der Wissenschaft sich an solchem Code orientiere. Wissenschaft funktioniere anders&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Knorr-Cetina:  Zur Unterkomplexität der Differenzierungstheorie.  Empirische  Anfragen  an  die  Systemtheorie, 1992, Zeitschrift für Soziologie 21: 406–419, S. 411 ff., [http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/viewFile/2810/2347 PDF]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Weltgesellschaft und ihre Subsysteme ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Geht man aus von einem Begriff der Gesellschaft als einem System, das alles kommunikativ erreichbare Handeln einschließt, dann ist kein Zweifel daran möglich, daß die soziokulturelle Evolution heute die Weltgesellschaft realisiert hat.&amp;quot; (Luhmann, Bielefelder Manuskripte 1974, S. 209, zit. n. Kiss)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kiss nennt folgende besondere Merkmale der Weltgesellschaft (S. 346f. Lit.a.a.O.):&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Die Welt bildet heute ein - alle Gesellschaftssysteme tangierendes - »Globalsystem«, das durch allmähliches Verschwinden von territorialen Grenzen und kommunikativen Limitationen gekennzeichnet ist.&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Die Entwicklung ist nach Luhmann (1974) abgeschlossen, es gibt kaum noch &amp;quot;weiße Flecken&amp;quot;, die &amp;quot;die nicht in das »internationale System« der Kommunikationen, Interdependenzen und Kontingenzen mit einbezogen wären.«&amp;quot; Die [[Globalisierung]] des Gesellschaftssystems erfordere die Generalisierung des Gesellschaftskonzepts und dessen Überhöhung in Form einer Supertheorie.&lt;br /&gt;
* Die wichtigste evolutionäre Errungenschaft der Moderne ist die Ausdifferenzierung des Teilsystems Wirtschaft (Primat der Ökonomie). Die industrielle Produktionsweise hat ein neuartiges Niveau funktionaler Differenzierung erzwungen, das nun nur noch als Weltgesellschaftssystem &amp;quot;stabilisiert&amp;quot; werden kann. (Bielefelder Manuskripte 1974 a.a.O. S. 211)&lt;br /&gt;
* Die Dynamisierung der Entwicklung durch die Expansion des Ökonomischen erlaubt die Integration primärer Teilsysteme der Gesellschaft nicht mehr auf der Basis &amp;quot;substanzieller&amp;quot; Gleichheit, sondern sie können »nur noch in der Interdependenz ihrer Funktionen und in der Kompatibilität ihrer Möglichkeiten integriert werden«, durch das Tempo werden Integrationsmöglichkeiten problematisch. (Kiss: 347)&lt;br /&gt;
* Es entstehen durch die Dynamik des Wandels &amp;quot;Grenzunsicherheiten&amp;quot;, »was gehört noch und nicht mehr zum System?«:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Die &#039;&#039;&#039;Wirtschaft&#039;&#039;&#039; erfordert nach ihrer Eigenlogik und nach ihren optimalen Verwirklichungsbedingungen andere Grenzen als die &#039;&#039;&#039;Politik&#039;&#039;&#039;, die &#039;&#039;&#039;Religion&#039;&#039;&#039; andere als die &#039;&#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039;&#039;, und deren Grenzen sind nicht identisch mit dem Spielraum der Wahl von Partnern für &#039;&#039;&#039;Intimbeziehungen&#039;&#039;&#039;. Der noch sozialisierbare Nachwuchs mag einen anderen Umfang haben als der Bedarf für Arbeitskräfte, das touristische Interesse andere Grenzen haben als das militärische. Sobald einige Teilsysteme der Gesellschaft, etwa das für &#039;&#039;&#039;wissenschaftliche Forschung&#039;&#039;&#039;, das für &#039;&#039;&#039;öffentliche Kommunikation&#039;&#039;&#039; und mindestens einige Bereiche der Wirtschaft, weltweite Relevanz erfordern und gewinnen, kann ein Konvergieren der Grenzen nur noch durch ein &#039;&#039;&#039;einheitliches Weltgesellschaftssystem&#039;&#039;&#039; gewährleistet werden. &#039;&#039;Teilsysteme, die eine solche Reichweite nicht erlangen können, müssen dann innerhalb eines weltweit relevanten Funktionsbereichs segmentär rekonstruiert werden - so die &#039;&#039;&#039;Familien&#039;&#039;&#039;, die &#039;&#039;&#039;Staaten&#039;&#039;&#039;, die &#039;&#039;&#039;Einrichtungen für medizinische Versorgung&#039;&#039;&#039; und anderes mehr.&#039;&#039; Wie immer ausbalanciert, kann die Einheit dieses neuen Zusammenhangs von funktionaler und segmentärer Differenzierung nur noch welteinheitlich realisiert werden. Das hat durchgreifende Folgen für die Autonomiechancen und die Anpassungsproblerne, die sich in allen Teilsystemen stellen, und ist insofern bestimmend für einen neuartigen Gesellschaftstypus« (MS. Bielefeld 1974, S. 213, a.a.O., Hervorh. anthrowiki).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Teilsysteme neben der dominanten Wirtschaft, die das Primat der Politik abgelöst hat, nennt Luhmann neben der Politik/den Staaten die Religion, die Wissenschaft, Intimbeziehungen (Familie), öffentliche Kommunikation, medizinische Versorgung. Das Politiksystem bringt es nicht zur globalen funktionalen Ausdifferenzierung, die Staaten bleiben weiter segmentär differenziert, ebenso das Teilsystem Familie/Intimbeziehungen. Wissenschaft hingegen differenziert sich im vollen Maße weltgesellschaftlich funktional aus.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Kontrast zur [[Soziale Dreigliederung|Dreigliederungsidee]] Rudolf Steiners gibt es als Teilbereiche der Gesellschaft also nicht Wirtschaft, Politik und Kultur, sondern vornehmlich der Kulturbereich ist von Luhmann anders konzipiert, ein eigentliches Kultursystem gibt es für ihn nicht, sondern es gibt die Teilsysteme Religion, Wissenschaft, Familie usw. In der späteren Systemtheorie Luhmanns werden noch weitere auch als [[Autopoiesis|autopoietisch]] geschlossene Systeme beschrieben, wie das Kunstsystem. Schüler Luhmanns identifizieren weitere Systeme, wie ein System &amp;quot;Soziale Hilfe&amp;quot;. [[wikipedia:Dirk Baecker|Dirk Baecker]] beklagt in einer Aufsatzfolge in der TAZ, daß das Erziehungsystem bisher noch keinen klaren binären Code entwickeln konnte, um seine Ausdifferenzierung (und damit autopoietische Eigenständigkeit) ausreichend voranzutreiben und sieht darin eine Ursache für seine mangelnde Leistungsfähigkeit. (Baecker sieht in den folgenden Teilen der Serie als das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium &amp;quot;Intelligenz&amp;quot; an, der binäre Code sei &amp;quot;Wissen/Nicht Wissen&amp;quot;, bzw. Baecker stellt sich vor, die Erziehung solle sich zu einem funktionalen Teilsystem der Gesellschaft mit diesem Medium und Code ausdifferenzieren)&amp;lt;ref&amp;gt; [Artikel in der taz: Die Bildung kennt ihre Grenzen nicht, 17.02.2004, von Dirk Baecker (Dirk Baecker ist Luhmannianer) http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/02/17/a0218]). &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;(Dieser Aufsatz verdient einige Aufmerksamkeit, weil Baecker auf die Dreigliederungsidee Steiners Bezug nimmt)&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Teil 2: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/02/24/a0238&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Teil 3: http://www.taz.de/1/archiv/?id=archivseite&amp;amp;dig=2004/03/02/a0265&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Teil 4: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/03/09/a0203&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Teil 5: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/03/16/a0200&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;Teil 6: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/03/23/a0222&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. auch Dieter Lenzen: &amp;quot;Schien es zunächst noch so, als sei&lt;br /&gt;
für das Erziehungssystem kein symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium entwickelt worden (vgl. LUHMANN 1987, S. 85), so verstärkte sich später der Eindrack, das&lt;br /&gt;
Kind sei Medium der Erziehung (vgl. LUHMANN 1995c); inzwischen wird angenommen,&lt;br /&gt;
daß die Differenz Lebenslauf/Humanontogenese oder der Code vermittelbar/nichtvermittelbar&lt;br /&gt;
eine angemessene Beschreibung darstellt (vgl. LENZEN/LUHMANN 1998).&lt;br /&gt;
Gerade am Beispiel des Erziehungssystems, bei genauerer Betrachtung aber auch sicher bei anderen funktionalen Teilsystemen, wird deutlich, daß die genannten Veränderungsprozesse der Systemcodes einem raschen Wandel unterliegen bzw. nebeneinander&lt;br /&gt;
existieren. Jedoch erweist sich diese Einschätzung theoretisch als sehr unbefriedigend.&amp;quot; (Lenzen, Dieter&lt;br /&gt;
Jenseits von Inklusion und Exklusion. Disklusion durch Entdifferenzierung der&lt;br /&gt;
Systemcodes&lt;br /&gt;
Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 2 (1999) 4, S. 545-555 [http://www.pedocs.de/volltexte/2011/4535/pdf/ZfE_1999_04_Lenzen_Inklusion_Exklusion_D_A.pdf Lenzen, Dieter:&lt;br /&gt;
Jenseits von Inklusion und Exklusion. Disklusion durch Entdifferenzierung der&lt;br /&gt;
Systemcodes]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baecker nimmt in dem Aufsatz in der TAZ (siehe FN 7ff.) in geradezu vereinahmender Weise Bezug auf die Dreigliederungsidee Rudolf Steiners, sieht aber die Luhmannsche Systemtheorie, in Kombination mit Parsonschen Ansichten, als diejenige an, die es sozusagen &amp;quot;besser&amp;quot; weiß, was zu tun wäre. Das von ihm vorgeschlagene Medium &amp;quot;Intelligenz&amp;quot; und der Code Wissen/Nicht Wissen scheint aber vielleicht den Gefühls- und Willensaspekt der menschlichen Seele, die doch bei der Erziehung genauso Berücksichtigung finden müssen, zu vernachlässigen? Die Problematik bei solchen Überlegungen besteht darin, daß sie nicht aus der Lebenswirklichkeit und pädagogischen Praxis entwickelt werden, sondern sich aus dem Systemgesichtspunkt, aus den theoretischen Voraussetzungen der Luhmannschen Systemtheorie ergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exkurs: Die Grenzen von Systemen und der intersystemische Austausch ==&lt;br /&gt;
Zu dem scheinbar leicht faßbaren Begriff des Systems gehört der Begriff der &amp;quot;Grenze&amp;quot;. Ein System ist abgegrenzt zu seiner Umwelt, hat aber Beziehungen zur Umwelt. Diese Beziehungswirklichkeit ist auch bei Annahme [[Autopoiesis|autopoietisch]] geschlossener Systeme nicht aufgehoben.&lt;br /&gt;
Wie sich etablierte oder sich etablierende Systeme zur Umwelt verhalten ist wichtiges Forschungsgebiet der Sozialwissenschaften.&lt;br /&gt;
Die besondere Schwierigkeit für die Forschung auf dem Gebiet ist die Verquickung von Begriff und Wahrnehmung mit dem aktiven Handeln und der realitätsbewirkenden Macht des Handelns, auch des sozialen Verhaltens ohne Handlungsintention. Der amerikanische [[Pragmatismus]] hat diesen &amp;lt;ref&amp;gt;Dies entspricht nicht dem populären Verständnis von &amp;quot;Pragmatismus&amp;quot;. Die erkenntnistheoretische Position ist darüber hinaus, daß Wahrheit ein Produkt des Wollens ist, des Ja-Sagens zu einer zukünftigen Realität, die aber natürlich nur aus dem schon gegebenen gesetzmäßig hervorgehen kann, wobei die Freiheit der Fortsetzung dann zukünftige Realität schafft.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Der amerikanische Pragmatismus ist eine originäre Schöpfung des invasiven Amerikas, ist nicht &#039;anglo-amerikanisch&#039;, sondern Ergebnis des Kulturbedürfnisses entwurzelter Auswanderer, sich in einer fremden Welt zurecht zu finden, in der die mitgebrachten kulturellen Traditionen nutzlos waren. (nach [[wikipedia:George Herbert Mead|George Herbert Mead]])&amp;lt;/ref&amp;gt;Aspekt zum Prinzip seiner Philosophie erhoben, und es ist in der Tat wahr, daß die soziale Realität &#039;&#039;mit&#039;&#039;(?)&amp;lt;ref&amp;gt;Hieraus ergibt sich eine sehr schwierige Fragestellung mit Bezug auf das Eigentliche der Dreigliederungsidee Rudolf Steiners, die an anderer Stelle ausführlich zu erörtern ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; ein Ergebnis davon ist, wie Menschen über sie denken, und wie sie entsprechend handeln.&lt;br /&gt;
Dies gilt natürlich auch für die Wahrnehmung von Grenzen, und ihre Bestätigung oder &#039;&#039;Überschreitung&#039;&#039; im sozialen Handeln. Der Grenzbegriff ist in sich widersprüchlich. Eine Grenze ist eine Grenze und zugleich keine. Man kann zum Beispiel [[wikipedia:Korruption|Korruption]] als eine &#039;&#039;unerlaubte&#039;&#039; Überschreitung einer rechtlich bestimmten oder sozial anerkannten Grenze ansehen. In der implizit gegebenen Anerkennung des Verbots bei seiner Mißachtung wird die Grenze zwar bestätigt, aber mit einer massenhaften Überschreitung ist oft die Beschädigung oder gar Auflösung verbunden. Es gibt Länder oder Regionen, oder es gibt solche Verhältnisse zu Zeiten, in denen ohne Bestechung sich von den zuständigen Beamten nichts erreichen läßt, ihr Verhalten ökonomisch manipuliert ist, statt dem Prinzip der Gleichbehandlung zu folgen. Ähnlich im Verhältnis zwischen Wissenschaft (Kultursystem) und dem Ökonomischen, wenn z.B. ein von der Zigarettenindustrie bezahlter Wissenschaftler Forschungsergebnisse bezügl. der Schädlichkeit des Rauchens manipuliert.&lt;br /&gt;
Der Übergang von einem erlaubten oder erwünschten Verhalten bei Grenzüberschreitungen zu einem unerlaubten oder jedenfalls nicht wünschenswerten, oder unter anderem Aspekt objektiv schädlichen Verhalten kann fließend sein, wie beim [[wikipedia:Lobbyismus|Lobbyismus]], dessen grassierende Auswüchse demokratische Prinzipien zu untergraben drohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die wesentlichen Unterschiede zwischen Luhmanns Systemtheorie und der Dreigliederungsidee Rudolf Steiners ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Soziale Dreigliederung#Abgrenzung von anderen sozial- und gesellschaftstheoretischen Konzepten|&#039;&#039;Siehe auch Hauptartikel --&amp;gt; Soziale Dreigliederung Abgrenzung von anderen sozial- und gesellschaftstheoretischen Konzepten&#039;&#039;]] sowie &#039;&#039;[[Freies Geistesleben, Zivilgesellschaft und Lebenswelt]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil bei Betrachtung der frühen Systemtheorie die Heranziehung der [[Habermas-Luhmann-Kontroverse]] naheliegt, sei als erster Aspekt die Frage nach dem Systemcharakter des Kulturbereichs, bzw. von allen dem, was nicht Wirtschaft und Politik/Recht ist, gestellt. Der Systemcharakter von Wirtschaft und Politik  wird auch von Habermas nicht geleugnet, und er ist ohnehin plausibel. Und dann wäre da noch die Kultur. Also Dreigliederung. Wer will da widersprechen? Die Unterscheidungen von Subsystemen im Kulturbereich, etwa ein besonderes System Massenmedien&amp;lt;ref&amp;gt;Niklas Luhmann: Die Realität der Massenmedien, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 4. Aufl. 2010 (Luhmann beschreibt die Massenmedien als ein autopoietisches System mit dem Code Information/Nichtinformation); zum Pressewesen innerhalb eines dreigegliederten Organismus vgl. [[GA 337a]] S. 68ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;, oder ein Religionssystem, könnte man dann als Subsubsysteme ansehen, die meinetwegen dann noch nicht in allen Fällen die vollständige funktionale Ausdifferenzierung erfuhren, insofern mit &amp;quot;noch&amp;quot; unklaren Systemgrenzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Aspekt der Beförderung guten Lebens, dem Fortschritt der Moderne hin zu besseren Lebensbedingungen für die Menschheit, muß die Entstehung von verselbständigten Systemen, insbesondere des Wirtschaftssystems unter dem Aspekt des real existierenden Kapitalismus, kritisch gesehen werden. Wollen die Menschen sich der Selbstbestimmung ihres sozialen Schicksals begeben, oder sind sie aufgerufen, ihre soziale Welt selbst zu gestalten? Von Habermas wird dies unter dem Stichwort &amp;quot;Kolonisierung der [[Lebenswelt]]&amp;quot; thematisiert. Der philosophisch ausgearbeitete Begriff Lebenswelt stammt ursprünglich von [[Husserl]], Habermas hat den Begriff umdefiniert, was auch vielfach kritisiert worden ist&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. z.B. Bernhard Waldenfels: In den Netzen der Lebenswelt. Frankfurt am Main 1985; s.a. [[Freies Geistesleben, Zivilgesellschaft und Lebenswelt]]&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Jedoch ist diese Perspektive, daß sich zwei Arten Systeme Wirtschaft und Politik in aggressiver und menschenunwürdiger Weise auf dem Gebiet der Lebenswelt betätigen, diese &amp;quot;kolonisieren&amp;quot;, kaputt machen&amp;lt;ref&amp;gt;Bezüglich der deskriptiven Fakten kann man sich besser an [[Karl Marx|Marx]] halten als an Luhmann. Ein Vertreter einer Kombination von Systemtheorie auf Basis Maturana/Varela (wie Luhmann) und Marxismus ist [[wikipedia:Klaus Türk|Klaus Türk]] (Lit.:Klaus Türk: Die Organisation der Welt. Herrschaft durch Organisation in der modernen Gesellschaft. Westdt. Verlag, Opladen 1995.)&amp;lt;/ref&amp;gt;, weit führend. Um &#039;&#039;eine&#039;&#039; Differenz zwischen der Konzeption Luhmanns und derjenigen Rudolf Steiners näher zu bestimmen, ist daher das Verhältnis des Begriffes des Bereichs Kultur/Geistesleben des sozialen Organismus, im Sinne der Dreigliederungsidee Rudolf Steiners, zu dem Begriff der Lebenswelt, vornehmlich, wie sie Husserl verstand, aber auch die Modifikationen ihres Begriffs bei [[Alfred Schütz]] und Habermas, in ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden, zu untersuchen. (Aus dem Luhmannschen Systemkonzept ist die Unterscheidung von Interaktions- und Organisationssystemen nützlich, neben der Zurückweisung des Gedankens der autopoietischen Geschlossenheit, sogar dem des Systemcharakters überhaupt, auf dem Gebiet der Kultur.)&amp;lt;ref&amp;gt;Näheres dazu siehe den Artikel [[Freies Geistesleben, Zivilgesellschaft und Lebenswelt]], wo die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Begriffen &amp;quot;Kultur&amp;quot;, &amp;quot;Lebenswelt&amp;quot; und &amp;quot;&#039;&#039;freies&#039;&#039; Geistesleben&amp;quot; näher erörtert werden, und im Anschluß daran eine Bestimmung des Freien Geisteslebens im Sinne der sozialen Dreigliederung im Unterschied zu anderen, scheinbar das Gleiche oder ähnliches meinende Konzepten, versucht wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bildung und Erziehung - ein funktionales Teilsystem der Gesellschaft? ====&lt;br /&gt;
Der o.a. Aufsatz von Dirk Baecker in der TAZ gibt nähere Aufschlüsse, wie sich Systemtheoretiker die Problematik einer vom Staat gegängelten Bildung und Erziehung vorstellen. Luhmann selbst hatte offenbar einige Schwierigkeit gesehen, ein eigentliches Erziehungs&#039;&#039;system&#039;&#039;, als ein funktional differenziertes Subsystem der Gesellschaft auszumachen. Er überlegte, ob das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium des Erziehungssystems das &amp;quot;Kind&amp;quot; sei&amp;lt;ref&amp;gt;Quelle&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dirk Baecker macht in der TAZ (2004) den Vorschlag, das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium müsse &amp;quot;Intelligenz&amp;quot; heißen, mit einem binären Code &amp;quot;Wissen/Nicht Wissen&amp;quot;. Dazu erwähnt er freundlich [[Parsons]]&#039; Vorstellung von Universitäten als &amp;quot;Intelligenzbanken&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Zu diesem Beispiel sind nun, um das eigentliche der Dreigliederungsidee deutlicher herauszuarbeiten, bezügliche Aussagen von Luhmann, auch die späteren, wo er soziale Systeme schon als Kommunikationssysteme auffaßt, näher zu analysieren, und mit Hinzunahme der Ausführungen Baeckers und anderer, - mit dem Lebensweltkonzept, und der Stellung von Erziehung und Bildung in einer intakten Lebenswelt, zu kontrastieren. Baecker war einige Jahre Soziologieprofessor an der [[Universität Witten-Herdecke]], man darf daher davon ausgehen, daß er mit der Dreigliederungsidee Rudolf Steiners &amp;quot;näher bekannt&amp;quot; ist. [[Diether Lauenstein]] hatte noch in den siebziger Jahren gemeint, Luhmann würde das gleiche sagen wie Rudolf Steiner, Baecker geht über solches Mißverständnis hinaus und behauptet, Luhmann, und allgemeiner die akademische Soziologie überhaupt, wisse besser über diese Fragen Bescheid als Rudolf Steiner, der damit in die wohl schon beachtenswerten Vorläufer differenzierungstheoretischen Denkens eingeordnet wird, ohne aber daß noch eine genauere Analyse, wie Steiner die Dreigliederungsidee insb. als Gestaltungs&#039;&#039;auftrag&#039;&#039; konzipierte, für nötig gehalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die moderne Soziologie &amp;quot;nimmt den Menschen nach keiner Richtung hin als Einzelwesen, sondern als ein Glied der sozialen Entwickelung. Wie der Mensch vorstellt, erkennt, handelt, fühlt: das alles wird als ein Ergebnis sozialer Mächte aufgefaßt, unter deren Einfluß der einzelne steht. (...) Es wird bei allen diesen Gedankenkreisen nicht die Frage aufgeworfen: Was entsteht im einzelnen Individuum, was vollbringt dieses aus seiner ureigensten Natur heraus?&amp;quot; ({{G|018|549}})&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage ist jedoch das Paradigma des Bereichs &amp;quot;Freies Geistesleben/Kultur&amp;quot; im Sinne der Dreigliederung. Die &amp;quot;Intelligenz&amp;quot;, die Kreativität, die Sozialkompetenzen, das praktische Vermögen usw. der Individuen sind wohl für die Gesellschaft Ressourcen. Aber die Individuen existieren um ihrer selbst willen, genauso, wie das Weizenkorn nicht geschaffen ist, Menschen zu ernähren. Der Mensch nutzt und tötet Pflanzen zu seiner Ernährung. Dies ist aber nicht die Idee der Pflanzen. Genauso wenig ist das einzelne Individuum dazu da, an Gesellschaftssysteme Ressourcen abzuliefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem gärtnerischen Kultivieren wird man darauf achten, den Lebensbedingungen der Pflanzen gerecht zu werden, der größeren Früchte wegen, wenn es um die benötigte Nahrung geht. Baecker will mit seinem Vorschlag eines Mediums &amp;quot;Intelligenz&amp;quot; das Erziehungssystem auch abgrenzen von allem, was &amp;quot;Liebe&amp;quot; als Medium ist (von Luhmann zugeordnet den Intimbeziehungen, der Familie). Bei einer nicht segmentären, sondern funktionalen Differenzierung würde dann innerhalb der Familien ein Doppelaspekt wirksam: Das Kind nicht nur aus Liebe erziehen, sondern um seine Intelligenz und Kreativität als Nutzressource möglichst effizient herauszupowern, (Ehrgeiz der Muttis usw.). Das ist aber völlig entgegen der traditionellen Auffassung von Familie, Liebe usw. und das scheinen Auffassungen zu sein, wie diejenigen von Gärtnern, die ihren Garten danach ausrichten, was die Früchte auf dem Markt einbringen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann dies wohl bei allen diesen angeblichen sich funktional ausdifferenzierenden Subsystemen im Kulturbereich feststellen, daß sie bei einer etwas simpleren, dadurch nicht falscheren Systemkonstruktion Bestandteile, [[wikipedia:Basis und Überbau|Überbau]] wären des Wirtschafts- und Politik-Systems, &amp;quot;[[wikipedia:Kulturindustrie_–_Aufklärung_als_Massenbetrug|Kulturindustrie]]&amp;quot;, wie sie [[wikipedia:Adorno|Adorno]] diagnostizierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch FN 4, der dort angeführte Gedanke impliziert das Gegenteil von Baeckers Ansichten: Die Dysfunktionalität des Geisteslebens wäre Resultat zu weit gehender Systembildung. Vgl. dazu auch [[Soziale Dreigliederung#Wachsender Organismus vs. künstliche Organisiertheit]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die erkenntnistheoretische Position Luhmanns ==&lt;br /&gt;
Luhmann arbeitete unter Voraussetzung des [[Naturalismus (Philosophie)|Naturalismus]]. Er überträgt für seine spätere Systemtheorie die Annahmen des biologistischen Konzepts von [[Humberto Maturana]] auf seine Soziologie. Das  ist ein sog. &amp;quot;[[radikaler Konstruktivismus]]&amp;quot;. Praktisch geht Luhmann phänomenologisch vor, beruft sich auch häufig auf Husserl. Seine Systemtheorie sei Resultat phänomenologischer Beobachtung des Gegebenen, also mit empirischem Gehalt (= Bewältigung von Irritationen des psychischen Systems als ein Teilsystem der Person Niklas Luhmann, durch strukturelle Koppelung mit dem Wissenschaftssystem, das wiederum irritiert worden war durch das Gesellschaftssystem, bzw. seine dynamische Entwicklung wie sie Luhmann mit seinem Gedankengebäude zu fassen suchte.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Systemtheorie solcher Art kommt jedoch zu der Anerkennung eigenständiger Bereiche des Seienden. Soziale Systeme sind nicht reduzierbar, ableitbar aus dem Materiellen oder Biologischen, sie stellen eine Realiät aus eigenem Recht dar. Jedoch [[Emergenz|emergieren]] sie aus der &amp;quot;Materie&amp;quot;. Geist ist als Phänomen anerkannt, aber nicht als das Ursprüngliche, und insofern auch nicht als das eigentlich Geistige wahrgenommen, aus dem alles erst hervorgeht, bzw. das dieses Hervorgehen selbst ist, aber doch als ein Besonderes registriert, das sich nicht materialistisch reduzieren läßt. Zudem wird von Maturana die Prozeßhaftigkeit des Geistigen betont, was in der Systemtheorie Luhmanns das &amp;quot;Operieren&amp;quot; der Systeme ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luhmann war Bewunderer des Mathematikers [[wikipedia:Spencer-Brown|George Spencer-Brown]], den er öfter in seinem Werk lobend erwähnt. Spencer Brown vermittelte Luhmann u.a. den für ihn zentralen Gedanken: &amp;quot;Ein Unterschied ist, was einen Unterschied ausmacht&amp;quot; (vgl. Artikel zu Spencer Browns Werk: [[wikipedia:Laws of Form|Laws of Form]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Funktionen und Folgen formaler Organisation&#039;&#039; (1964)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Zweckbegriff und Systemrationalität&#039;&#039; (1968) &#039;&#039;(Ein Klassiker der [[wikipedia:Organisationssoziologie|Organisationssoziologie]]; [http://www.suhrkamp.de/buecher/zweckbegriff_und_systemrationalitaet-niklas_luhmann_27612.pdf Suhrkamp Klappentext])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Rechtssoziologie&#039;&#039; (1980)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Soziologische Aufklärung.&#039;&#039; (Bd. 1, Heute Bd. 1 - 6 Sammelband), Westdeutscher Verlag, Opladen 1970&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie. Was leistet die Systemforschung? &#039;&#039;(zus. mit [[Jürgen Habermas]]), Frankfurt am Main 1971, ISBN 978-3-518-06358-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Geeignete Einstiegsliteratur:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*Liebe als Passion: Zur Codierung von Intimität Suhrkamp, 1982 &#039;&#039;(Luhmanns schönstes Buch, heißt es. Untersucht die Genese (bzw. die Genese des Ideals) der romantischen Liebe)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*Ökologische Kommunikation: Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen? 1986 &#039;&#039;(An einem populären Thema stellt Luhmann alle wesentlichen Aspekte seiner späteren Systemtheorie vor. Das Buch ist von ihm möglichst einfach und verständlich gehalten, und insofern als Einführung geeignet)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Niklas Luhmann}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Soziales System}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gabor Kiss: &#039;&#039;Einführung in die soziologischen Theorien II&#039;&#039; (Studienbücher zur Sozialwissenschaft 27), 3. Aufl. 1977, Westdeutscher Verlag, Opdaden, ISBN 3531211498&lt;br /&gt;
* Christian Grauer: &#039;&#039;Am Anfang war die Unterscheidung. Der ontologische Monismus. Eine Theorie des Bewusstseins im Anschluss an Kant, Steiner, Husserl und Luhmann&#039;&#039;, INFO 3 Vlg., Frankfurt a. M. 2007, ISBN 3-924391-37-8, [http://d-nb.info/98588374x/04 Inhaltsverzeichnis], (2. Aufl. 2013), [http://www.holger-niederhausen.de/aufsaetze-und-mehr/aufsaetze/aufsaetze/2009/2009-05-16-grauer-unterscheidung Rezension Holger Niederhausen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
*[http://bildungsforschung.org/index.php/bildungsforschung/article/download/104/pdf Michael Reder 2010: Habermas-Luhmann Debatte  &amp;quot;revisited&amp;quot; (mit Aspekt auf Religionstheorie) (&#039;&#039;Reder ist Professor für [[Sozialphilosophie]] an der [[wikipedia:Hochschule für Philosophie München|Hochschule für Philosophie München]]&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
*[http://www.ndr.de/geschichte/koepfe/luhmann130.html NDR.de Notiz 2008 Die Habermas-Luhmann-Kontroverse]&lt;br /&gt;
*[http://www.ndr.de/geschichte/koepfe/luhmann100.html NDR.de Niklas Luhmann. Der Mann mit dem Zettelkasten. Portrait 2008]&lt;br /&gt;
*[http://geloggd.alexander-filipovic.de/category/allgemein Einblicke in die frühe Phase gibt ein Luhmann-Interview von Ulrich Boehm aus dem Jahr 1973 (Video)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Luhmann, Niklas}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologie und Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologe (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Niklas Luhmann|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<title>Milutin Milanković</title>
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		<updated>2026-10-25T06:31:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Milanković-Strahlungskurven */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bista Milutina Milankovića, Studentski grad.JPG|mini|hochkant|Büste von Milutin Milanković in [[w:Novi Sad|Novi Sad]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milutin Milanković.jpg|mini|hochkant|Milutin Milanković als Student]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Milutin Milanković&#039;&#039;&#039; ([[w:Kyrillisches Alphabet|kyrill.]] Милутин Миланковић, im deutschen Sprachraum auch &#039;&#039;Milankovic&#039;&#039; oder &#039;&#039;Milankowitsch&#039;&#039;, im englischen Sprachraum &#039;&#039;Milankovich&#039;&#039; oder &#039;&#039;Milankovitch&#039;&#039; geschrieben; * [[28. Mai]] [[1879]] in [[w:Dalj|Dalj]], damals [[Österreich-Ungarn]]; † [[12. Dezember]] [[1958]] in [[w:Belgrad|Belgrad]]) war ein [[w:Serbien|serbischer]] [[Geophysiker]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.britannica.com/EBchecked/topic/382148/Milutin-Milankovitch Eintrag &#039;&#039;Milanković&#039;&#039; in Ezyklopedia Britannica]&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Mathematiker]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Milanković erlangte 1920 durch die Berechnung der [[Milanković-Zyklen]] große Bekanntheit in der [[Paläoklimatologie]]. Er begründete ebenso den neuen [[w:Orthodoxer Kalender|Kalender]] der [[Orthodoxe Kirchen|Orthodoxen Kirche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Milanković studierte [[w:Tiefbau|Tiefbau]] bis 1902 an der [[w:Technische Universität Wien|Technischen Hochschule in Wien]]. Im Jahr 1904 promovierte er in den technischen Wissenschaften. Später arbeitete Milanković in der Betonbau-Firma von [[w:Adolph Freiherr von Pittel|Adolph Freiherr von Pittel]], der heutigen Firma [[w:Pittel+Brausewetter|Pittel+Brausewetter]], in Wien, welche Staudämme, Brücken, Viadukte, Aquädukte und andere Betonbauten in ganz [[Österreich-Ungarn]] errichtete. Im Jahr 1909 wurde ihm der Lehrstuhl für angewandte Mathematik an der [[w:Universität Belgrad|Universität Belgrad]] angeboten. Dieses Jahr kennzeichnet auch einen Wendepunkt in seinem Leben. Obwohl er sich weiter mit ingenieur-technischen Betonbauproblemen auseinandersetzte, wandte er sich verstärkt der astronomisch-mathematischen Grundlagenforschung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] im Jahr 1914 wurde Milanković aufgrund seiner serbischen Nationalität interniert – zuerst in [[w:Neusiedl am See|Neusiedl am See]], später in [[w:Budapest|Budapest]]. Dort wurde ihm erlaubt, in der Bibliothek der ungarischen Akademie der Wissenschaften zu arbeiten, wo das erste Manuskript über den Einfluss astronomischer Zyklen auf das Klima der Erde entstand. Die „Mathematische Theorie der thermischen Phänomene verursacht durch Solarstrahlung“ veröffentlichte er erstmals in französischer Sprache im Jahr 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Aufnahme von Milankovićs Solarstrahlungskurve in das Werk „Die Klimate der geologischen Vorzeit“ (1924) der international renommierten Meteorologen [[W:Wladimir Peter Köppen|Wladimir Köppen]] und [[Alfred Wegener]] wurde Milankovićs Theorie weltweit bekannt. Nach dieser ersten Anerkennung wurde er eingeladen, an zwei grundlegenden Lehrbüchern mitzuwirken – dem „Handbuch der Klimatologie“ (1930), und dem „Handbuch der Geophysik“ (1933). Die Einführung „Mathematische Klimalehre und astronomische Theorie der Klimaschwankungen“ (1930) wurde 1939 ins Russische übersetzt. Die Zusammenfassung seiner Forschungen veröffentlichte Milanković 1941 in deutscher Sprache unter dem Titel „Kanon der Erdbestrahlung und seine Anwendung auf das Eiszeitenproblem“. Das Werk wurde 1969 und nochmals 1998 ins Englische übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er lebte im 1927 errichteten [[w:Haus von Milutin Milanković|Haus von Milutin Milanković]] in Belgrad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Milanković-Strahlungskurven ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Milanković versuchte mit seiner Theorie eine Verbindung zwischen dem [[W:Strahlungshaushalt der Erde|Strahlungshaushalt der Erde]] und den in der Vergangenheit aufgetretenen [[Eiszeitalter|Eiszeiten]] herzustellen. Der Strahlungshaushalt wird unter anderem durch geringfügige Änderungen der [[Präzession]] der Rotationsachse, der Neigung der Erdachse (Schiefe der [[Ekliptik]]) und der [[Exzentrizität (Astronomie)|Exzentrizität]] der [[Erdbahn]] beeinflusst. Der mögliche Einfluss dieser drei orbitalen Zyklen und ihr periodisches Auftreten werden noch heute als [[Milanković-Zyklen]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Milanković selbst entwickelte erstmals (nach vielen Messungen in den 1920 und 1930er Jahren) eine Formel, mit der für jeden [[Geographische Breite|Breitengrad]] diese Milanković-Strahlungskurven berechnet werden konnten. Die Schwankungen der [[Jahreszeit|jahreszeitlichen]] [[Sonneneinstrahlung]] sind für jeden Breitengrad unterschiedlich. Ebenso verhält es sich mit den Maxima und Minima der Strahlungskurven auf der Nord- und Südhalbkugel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1924 versuchten erstmals [[W:Vladimir Köppen|Köppen]] und [[Alfred Wegener|Wegener]] eine Parallelisierung der Strahlungskurven mit der von [[w:Albrecht Penck|Albrecht Penck]] aufgestellten Gliederung der Eiszeiten im süddeutschen Raum vorzunehmen und glaubten eine gute Übereinstimmung gefunden zu haben. Spätere Überprüfungen mit genauer berechneten Strahlungskurven konnten diese [[Korrelation]] jedoch nicht belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Milanković aufgestellte Theorie, dass Unterschiede im Strahlungshaushalt der Erde, die durch die oben genannten veränderlichen Bahnparameter hervorgerufen werden, als &#039;&#039;alleinige Begründung&#039;&#039; für die Eiszeiten herangezogen werden können, haben sich als nicht richtig erwiesen. Vermutet wird, dass durch die anfängliche, den veränderten Bahnparametern zugeschriebene Erwärmung [[Treibhausgas]]e wie [[Kohlenstoffdioxid|Kohlendioxid]] ausgegast werden, was für das weitere Aufheizen verantwortlich ist. Unbestritten ist zumindest, dass die Unterschiede im Strahlungshaushalt der Erde einen maßgebenden Einfluss auf das [[Klima]] der Vergangenheit hatten und es auch in Zukunft haben werden. In diesem Zusammenhang spielen seine Thesen auch eine Rolle in Bezug auf den [[Treibhauseffekt]] und die [[globale Erwärmung]]. Der am 13.&amp;amp;nbsp;April 1936 entdeckte Asteroid [[w:(1605) Milankovitch|(1605) Milankovitch]] wurde 1980 nach ihm benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.minorplanetcenter.net/iau/ECS/MPCArchive/1980/MPC_19800801.pdf Minor Planet Circ. 5449]&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem trägt ein [[w:Milankovic (Mondkrater)|Mondkrater]] seinen Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1955 wurde er zum Mitglied der [[w:Leopoldina|Leopoldina]] gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Théorie mathématique des phénomènes thermiques produits par la radiation solaire.&#039;&#039; XVI, Gauthier-Villars, Paris 1920.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Reforma julijanskog kalendara.&#039;&#039; Srpska Kr. Akad. Pos. Izda’na 47: Sv. Sava, Beograd 1923.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mathematische Klimalehre und astronomische Theorie der Klimaschwankungen.&#039;&#039; In: W. Köppen, R. Geiger (Hrsg.): &#039;&#039;Handbuch der Klimatologie.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeine Klimalehre.&#039;&#039; Borntraeger, Berlin 1930.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mathematische Klimalehre.&#039;&#039; In: B. Gutenberg (Hrsg.): &#039;&#039;Handbuch der Geophysik.&#039;&#039; Borntraeger, Berlin 1933.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Durch ferne Welten und Zeiten, Briefe eines Weltallbummlers.&#039;&#039; Koehler &amp;amp; Amelang, Leipzig 1936.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kanon der Erdbestrahlung und seine Anwendung auf das Eiszeitenproblem.&#039;&#039; Académie royale serbe. Éditions speciales; 132 [vielm. 133]: XX, 633, Belgrad 1941.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Canon of insolation and the ice-age problem.&#039;&#039; English translation by the Israel Program for Scientific Translations, published for the U.S. Department of Commerce and National Science Foundation, Washington D.C. 1969.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Canon of Insolation and the Ice-Age Problem.&#039;&#039; N. Pantic (Hrsg.). Zavod Nastavna Sredstva, Beograd 1998.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Milutin Milanković}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* A. Berger: &#039;&#039;The Milankovitch astronomical theory of paleoclimates; a modern review.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Vistas Astronomical.&#039;&#039; 24, 1980, S. 103–122,&lt;br /&gt;
* A. Berger (Hrsg.): &#039;&#039;Milankovitch and climate - Understanding the response to astronomical forcing.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Proceedings of the NATO Advanced Research Workshop on Milankovitch and Climate, Palisades, N.Y., U.S.A., Nov. 30-Dec. 4, 1982.&#039;&#039; NATO ASI series; Ser. C, 126. Reidel, Dordrecht 1984.&lt;br /&gt;
* W. Köppen, A. Wegener: &#039;&#039;Die Klimate der geologischen Vorzeit.&#039;&#039; Borntraeger, Berlin 1924.&lt;br /&gt;
** Faksimile der 1. Auflage 1924 und Englische Übersetzung: [http://www.borntraeger-cramer.de/9783443010881 &#039;&#039;The climates of the geological past - Klimate der geologischen Vorzeit&#039;&#039;] Borntraeger, Berlin/ Stuttgart 2015, ISBN 978-3-443-01088-1.&lt;br /&gt;
* V. Milankovic (Hrsg.): &#039;&#039;Milutin Milankovic: 1879–1958, from his autobiography with comments by his son Vasko and a pref. by André Berger.&#039;&#039; Europ. Geophysical Soc., Katlenburg/ Lindau 1995.&lt;br /&gt;
* W. Schwarzacher: &#039;&#039;Cyclostratigraphy and the Milankovitch theory.&#039;&#039; (= Developments in sedimentology. 52). XI, Elsevier, Amsterdam 1993.&lt;br /&gt;
* R. Spitaler: &#039;&#039;Die Bestrahlungskurve in der Eiszeit, nach Milankovitch und Spitaler&#039;&#039;. (= Abhandlungen der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Prag. Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse. 13). Prag 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://scc.digital.nb.rs/document/II-016015-133 Kanon der Erdbestrahlung und seine Anwendung auf das Eiszeitenproblem]&lt;br /&gt;
* [http://earthobservatory.nasa.gov/Features/Milankovitch/milankovitch_3.php Kurze Einführung in die Milankovic-Theorie auf den Seiten der NASA]&lt;br /&gt;
* [http://www.teslasociety.com/milankovic.htm Ehrung durch die Tesla Society]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118888005|LCCN=n/80/113337|VIAF=66618750}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Milankovic, Milutin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astrophysiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geophysiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Naturwissenschaften)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Serbe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1879]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1958]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Milankovi%C4%87-Zyklen&amp;diff=626842</id>
		<title>Milanković-Zyklen</title>
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		<updated>2026-10-24T13:32:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Überblick */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Milankovitch Variations.png|mini|hochkant=1.75|Diagramm der Milanković-Zyklen wie sie für die letzte 1 Million Jahre berechnet wurden, mit den Zyklen der [[Präzession]]&amp;amp;nbsp;(&#039;&#039;Precession&#039;&#039;){{FN|*}} und der Neigung der [[Erdachse]]&amp;amp;nbsp;(&#039;&#039;Obliquity&#039;&#039;) sowie der [[Exzentrizität (Astronomie)|Exzentrizität]] der [[Erdbahn]]&amp;amp;nbsp;(&#039;&#039;Excentricity&#039;&#039;). Zudem aufgetragen sind die daraus berechneten Schwankungen der Intensität der [[Solarstrahlung]]&amp;amp;nbsp;(&#039;&#039;Solar Forcing&#039;&#039;) sowie der aus geologischen [[W:Proxy (Klimaforschung)|Klima-Proxys]] ermittelte Wechsel der [[Kaltzeit|Kalt-]] und [[Warmzeit]]en im jüngeren [[Pleistozän]]&amp;amp;nbsp;(&#039;&#039;Stages of Glaciation&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
{{FNBox|&lt;br /&gt;
{{FNZ|*|&amp;lt;small&amp;gt;Hier dargestellt in Form des sogenannten &#039;&#039;Präzessionsindex&#039;&#039;, der die Schwankungen der Exzentrizität der Erdbahn als [[Multiplikation|Faktor]] enthält&amp;lt;ref name=&amp;quot;rubincam2004&amp;quot;&amp;gt;David Parry Rubincam: &#039;&#039;The Precession Index, A Nonlinear Energy Balance Model, And Seversmith Psychroterms.&#039;&#039; NASA Technical Report, Greenbelt (MD) 2004 ([http://hdl.handle.net/2060/20040082139 PDF] 2,8&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
}}]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den &#039;&#039;&#039;Milanković-Zyklen&#039;&#039;&#039; (nach dem serbischen Mathematiker&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.britannica.com/EBchecked/topic/382148/Milutin-Milankovitch|werk=Encyclopædia Britannica|titel=Milutin Milankovitch|sprache=en|zugriff=2015-12-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Milutin Milanković]]) handelt es sich um zeitvariante Muster, in welchen die auf die [[Erde]] auftreffende [[Sonnenstrahlung]] über die jährliche Schwankung hinaus variiert, also um langperiodische Variationen der [[Solarkonstante]] sowie der Ausprägung der [[Jahreszeit]]en. Sie erklären teilweise die natürlichen [[Klimaschwankung]]en der Erde und sind daher im Kontext der [[Klimatologie]] und der [[Paläoklimatologie]] von großer Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überblick ==&lt;br /&gt;
Auf der Erde kommen die Zyklen zum Ausdruck als langperiodische Änderungen der Solarkonstante und der Ausprägung der [[Jahreszeit]]en (extremer oder milder) auf der Nord- bzw. Südhalbkugel.&lt;br /&gt;
Als [[Himmelsmechanik|himmelsmechanische]] Ursache für diese Schwankungen werden heute drei sich überlagernde [[säkular (Astronomie)|säkulare]] Änderungen der Parameter der [[Erdbahn]] und der [[Erdachse]] unterschieden:&lt;br /&gt;
* Die [[Präzession]], deren Periodizität ungefähr zwischen 19.000 und 24.000 Jahren schwankt, und bei der sich zwei verschiedene Zyklen überlagern:&lt;br /&gt;
** die [[Zyklus der Präzession|Präzession der Erdrotationsachse]] („trudelnder Kreisel“) mit Zyklen von 25.700 bis 25.800&amp;amp;nbsp;Jahren&lt;br /&gt;
** die [[Apsidendrehung|Präzession der Apsiden]] ([[Periheldrehung]]) mit Zyklen von 112.000 Jahren&lt;br /&gt;
* Die Variation der [[Ekliptikschiefe]] (Neigungswinkel der Erdachse) mit einem Zyklus von 41.000&amp;amp;nbsp;Jahren &lt;br /&gt;
* Die Änderung der [[Exzentrizität (Mathematik)|Exzentrizität]] (Variation der Länge der [[Halbachsen der Ellipse|Halbachsen]] der Erdbahn) mit einem einfachen Zyklus von rund 100.000&amp;amp;nbsp;Jahren, wobei ein Exzentrizitätsmaximum rund alle 400.000 Jahre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es infolge der Exzentrizitätsschwankungen zu geringfügigen Änderungen der Energiemenge, die die gesamte Erde jährlich von der Sonne erhält (Größenordnung der Schwankung um 0,2 %&amp;lt;ref name=&amp;quot;MODV&amp;quot;&amp;gt;nach Daten des [http://biocycle.atmos.colostate.edu/shiny/Milankovitch/ Milankovitch Orbital Data Viewer], Denning Research Group, Colorado State University&amp;lt;/ref&amp;gt;) und infolge der Präzession und der Änderung der Achsneigung zu beträchtlichen Änderungen der Energiemenge die die beiden Halbkugeln und insbesondere deren höhere [[geographische Breite]]n jeweils jährlich erhalten (Größenordnung der Schwankung auf 65°&amp;amp;nbsp;N zur [[Sommersonnenwende]] im Schnitt um 28 %&amp;lt;ref name=&amp;quot;MODV&amp;quot; /&amp;gt;). Im Zusammenspiel mit beispielsweise der Verteilung der Landmassen über die Erdoberfläche oder dem globalen Meeresspiegelstand, die Auswirkungen auf das [[Albedo|Rückstrahlvermögen]] (Albedo) der Erdoberfläche haben und in geologischen Zeiträumen ebenfalls stark variieren (siehe →&amp;amp;nbsp;[[Kontinentaldrift]], →&amp;amp;nbsp;[[W:Eustasie|Eustasie]]), kann dies zu erheblichen Schwankungen in der [[W:Strahlungshaushalt der Erde|Strahlungsbilanz der Erde]] oder zumindest einer der beiden Hemisphären führen, mit entsprechenden Folgen für das globale Klima.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Präzession ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Earth precession.svg|mini|links|hochkant=0.75|Schematische Darstellung der Achsenpräzession der Erde]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Precessing Kepler orbit 280frames e0.6 smaller.gif|mini|Schematische Animation zur Apsidendrehung der Erdbahn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erdachse ist nur im [[Erdmittelpunkt]] wirklich fix. Außerhalb des Erdmittelpunktes beschreibt sie mit einer Periode von 26.000&amp;amp;nbsp;Jahren eine Kreisbewegung um die gedachte Senkrechtstellung zur [[Ekliptikebene]] (mit zunehmendem Radius des Kreises bei zunehmendem Abstand zu Erdmittelpunkt). Eine solche „Taumelbewegung“ wird [[Präzession]] genannt. Ursache für die [[Zyklus der Präzession|Achsenpräzession]] der Erde sind die Kräfte von [[Sonne]] und [[Mond]] auf den Äquatorwulst des rotierenden [[W:Erdellipsoid|Erdellipsoids]]. Die Achsenpräzession führt dazu, dass die Wechsel der Jahreszeiten nicht immer in den gleichen Bahnpunkten der Erdbahnellipse auftreten. Das bedeutet unter anderem auch, dass die Erde einen Viertelzyklus lang im Nordsommer ihren sonnennächsten Punkt ([[Perihel]]) passiert und einen Viertelzyklus lang, so wie es aktuell der Fall ist, im Nordwinter. Entsprechend fallen die Sommer und Winter auf der Nordhalbkugel in diesen beiden Abschnitten des Zyklus extremer bzw. gemäßigter aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zyklus der Achsenpräzession wird überlagert vom Zyklus der [[Apsidendrehung|Apsidenpräzession]] der Erdbahn, dessen Periode 112.000 Jahre beträgt. Bei der Apsidenpräzession der Erdbahn, auch Periheldrehung genannt, rotieren die Halbachsen in der Bahnebene in Umlaufrichtung um die Sonne. Auch dies beeinflusst die Zeitpunkte der Jahreszeitenwechsel relativ zur Bewegung der Erde auf ihrer Umlaufbahn und damit relativ zum sonnennächsten und sonnenfernsten Punkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Überlagerung der beiden Präzessionsbewegungen resultiert in der sogenannten &#039;&#039;tropischen Apsidendrehung&#039;&#039;, der zyklischen Veränderung der Stellung des [[Frühlingspunkt]]es relativ zum Perihel. Die tropische Apsidendrehung entspricht einem Milanković-Zyklus von durchschnittlich rund 21.000 Jahren. So passiert die Erde zurzeit ihr Perihel um den 3.&amp;amp;nbsp;Januar, also mitten im Nordwinter, ihr [[Aphel]] (sonnenfernsten Punkt) um den 5.&amp;amp;nbsp;Juli.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.usno.navy.mil/USNO/astronomical-applications/data-services/earth-seasons/|sprache=en|titel=Earth&#039;s seasons|werk=Naval Oceoanography Portal|archiv-url=https://web.archive.org/web/20120901202336/http://www.usno.navy.mil/USNO/astronomical-applications/data-services/earth-seasons/|archiv-datum=2012-09-01|zugriff=2015-12-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In 11.000&amp;amp;nbsp;Jahren wird das Perihel im Nordsommer durchlaufen, sodass dann die Jahreszeiten auf der Nordhalbkugel extremer ausfallen als heute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus wird unter „Präzession“ im Zusammenhang mit den Milanković-Zyklen auch der sogenannte &#039;&#039;Präzessionsindex&#039;&#039; verstanden. Dieser ist das [[Multiplikation|mathematische Produkt]] aus Apsidenpräzession und den Schwankungen der Exzentrizität der Erdbahn (siehe [[#Änderung der Exzentrizität|unten]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;rubincam2004&amp;quot; /&amp;gt; An seiner folglich nicht konstanten [[Amplitude]] können die Exzentrizitätszyklen abgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Änderung der Achsneigung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Earth obliquity range.svg|mini|hochkant=0.9|Schematische Darstellung zur Veränderlichkeit der Neigung der Erdachse (Ekliptikschiefe). Die weiße Linie ist die Senkrechte auf der Erdbahnebene.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Ekliptikschiefe|Schiefe der Erdachse]] (Obliquität, Ekliptikschiefe) gegen die Normale zur Erdbahnebene ändert sich periodisch zwischen 22,1° und 24,5°, mit einer Periode von ungefähr 41.000 Jahren. Dieser Effekt führt unter anderem zu einer Änderung des maximalen und minimalen Auftreffwinkels der Sonnenstrahlen und damit zu stärkeren Schwankungen der [[Strahlungsintensität]] in höheren geographischen Breiten im Jahresverlauf. Bei größerer Achsneigung sind folglich die Winter in den höheren Breiten kälter und die Sommer wärmer als bei geringerer Achsneigung. Derzeit beträgt die Ekliptikschiefe 23,43° und liegt etwa im Mittel zwischen den Extremwerten. Sie nimmt langsam ab und wird ihr Minimum in voraussichtlich 8.000 Jahren erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei geringer Achsneigung sind die Winter in den höheren Breiten zwar weniger streng, jedoch können [[W:Gletscher|Gletscher]] größere Schneemassen akkumulieren, da die [[Verdunstung]] über dem Meer höher ist und damit verbreitet mehr Schnee fällt, wo die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen. In den Sommern ist dagegen die [[W:Ablation (Meteorologie)|Ablation]] durch die geringere Sonneneinstrahlung und die damit im Mittel niedrigeren Temperaturen vermindert. Lässt man nicht-astromische Klimafaktoren (siehe [[#Weitere Effekte und kritische Betrachtung|unten]]) außer acht, sind folglich bei geringer Achsneigung die Voraussetzungen für die Bildung von kontinentalen [[W:Eisschild|Eisschilden]] insgesamt günstiger als bei hoher Achsneigung. Tatsächlich liegen die Kaltzeiten des [[Pleistozän]]s oft in Phasen, für die eine geringe Achsneigung berechnet wurde, während die Warmzeiten mit Phasen hoher Achsneigung korrelieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Änderung der Exzentrizität ==&lt;br /&gt;
{| align=&amp;quot;right&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[Datei:Eccentricity_zero.png|mini|hochkant=0.89|Kreisförmige Umlaufbahn mit einer Exzentrizität von 0]]&lt;br /&gt;
| [[Datei:Eccentricity_half.png|mini|hochkant=0.84|Umlaufbahn mit einer Exzentrizität von 0,5]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Umlaufbahn]] der Erde um die Sonne ist eine [[Ellipse]]. Die [[Exzentrizität (Mathematik)|Exzentrizität]] gibt an, wie stark die ellipsenförmige Umlaufbahn von einer kreisförmigen Bahn abweicht. Die Form der Umlaufbahn der Erde variiert von nahezu kreisförmig (geringe Exzentrizität von 0,0006) bis leicht elliptisch (hohe Exzentrizität von 0,058). Im Mittel beträgt die Exzentrizität 0,028. Die Hauptkomponente dieser Abweichung tritt in einer Periode von 413.000 Jahren (Variation der Exzentrizität um ±&amp;amp;nbsp;0,012) auf. Etliche weitere Parameter der Erdbahn verändern sich in Zyklen zwischen 95.000 und 136.000 Jahren und vereinen sich mit der Hauptkomponente lose in einem Zyklus von 100.000 Jahren (Variation zwischen −0,03 und +0,02).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gegenwärtige Exzentrizität beträgt 0,0167 (bei abnehmender Tendenz), sodass die Sonnenentfernung im Jahresverlauf um 3,4 % variiert. Dies entspricht einer Variation der Einstrahlung um 6,9 %. Bei minimal exzentrischer Erdbahn beträgt die Strahlungsänderung nur etwa 2 %, im Maximum dagegen über 23 %. Ursache dieser Variationen sind Störungen der Erdbahn durch die anderen Planeten des Sonnensystems, in erster Linie durch [[Jupiter (Planet)|Jupiter]] und [[Saturn (Planet)|Saturn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des [[Keplersche Gesetze#2. Keplersches Gesetz (Flächensatz)|2. Keplersches Gesetzes]] dauert ein Umlauf durch den „entfernteren“ Teil der Erdbahn um die Sonne (Aphelgeschwindigkeit) länger als durch den näher gelegenen Teil, so dass die Erde bei einer elliptischen Bahn im Vergleich zu einer nahezu kreisförmigen Bahn länger unterdurchschnittlich stark angestrahlt wird. Die reduzierte Einstrahlung wird allerdings im Jahresverlauf durch die quadratische Zunahme der Bestrahlungsstärke in Sonnennähe mehr als nur ausgeglichen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da gegenwärtig die Erde während des Winters auf der Nordhalbkugel der Sonne näher ist, ist das Herbst-Winter-Halbjahr etwa 7&amp;amp;nbsp;Tage kürzer als das Frühlings-Sommer-Halbjahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Effekte und kritische Betrachtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Milankovic-Zyklen 2017 (cropped).jpg|miniatur|hochkant=1.8|Klimaparameter der letzten 420.000 Jahre, bestimmt aus [[W:Eisbohrkern|Eiskernanalysen]] der [[W:Wostok-Station|Wostok-Station]] in der [[Antarktis]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Effekt, der von Milanković in seinen Berechnungen nicht berücksichtigt wurde, ist die periodische Kippung der Erdbahnebene im Vergleich zur Sonne-Jupiter-Ebene, die wie die anderen Störungen auch im Wesentlichen durch Jupiter und Saturn verursacht wird. Der Zyklus von etwa 100.000 Jahren deckt sich gut mit der Periodizität der [[Kaltzeit]]en während der letzten 700.000 Jahre des [[Pleistozän]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Online=[http://www.pnas.org/content/94/16/8329.full#sec-2 online]|Zugriff=2015-12-14|Kapitel=Orbital Inclination: An Alternative 100-kyr Cycle.|Autor=Richard A. Muller, Gordon J. MacDonald|Titel=Spectrum of 100-kyr glacial cycle: Orbital inclination, not eccentricity|Sammelwerk=PNAS|Jahr=1997|Band=94|Nummer=16|Seiten=8329–8334}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Five Myr Climate Change (de).svg|miniatur|hochkant=1.8|Variation der Dauer der pleistozänen Vereisungszyklen, ermittelt aus Ozeansedimenten. Man beachte das „Umspringen“ der Zyklizität von 41.000 Jahre auf 100.000 Jahre bei ungefähr 1,2 Ma.]]&lt;br /&gt;
Aus [[Paläoklimatologie|paläoklimatologischen]] Untersuchungen sind verschiedene Klimaperioden bekannt, die sich nicht unbedingt mit den astronomischen Zyklen decken. Auch sind für einige Zeitabschnitte zwar Korrelationen zwischen Klima- und astronomischen Zyklen nachweisbar, allerdings nicht mit allen drei Milanković-Zyklen, sondern nur mit einem einzelnen, wobei die Klimazyklen auch von einem auf einen anderen Milanković-Zyklus „umschalten“ können, sodass es in diesen Fällen schwierig ist, eine kausale Beziehung zwischen beiden herzustellen. Eine 2019 veröffentlichte Studie postuliert als Hauptursache für den Zyklenwechsel im [[Mittelpleistozän]] eine signifikante Abschwächung der Tiefenwasserzirkulation in den subpolaren Regionen des südlichen Ozeans, mit dem Resultat eines geringeren Kohlenstoffdioxid-Transports aus der Tiefsee an die Oberfläche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;10.1126/science.aat7067&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal | author = Adam P. Hasenfratz | coauthors = Samuel L. Jaccard, Alfredo Martínez-García, Daniel M. Sigman, David A. Hodell, Derek Vance, Stefano M. Bernasconi, Helga (Kikki) F. Kleiven, F. Alexander Haumann, Gerald H. Haug | year = 2019 | month = März | title = The residence time of Southern Ocean surface waters and the 100,000-year ice age cycle | journal = Science | volume = 363 | issue = 6431 | pages = 1080–1084 | doi = 10.1126/science.aat7067 | url = | format = | language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursachen für solche Unregelmäßigkeiten liegen darin, dass auch nichtastronomische Faktoren das globale Klima beeinflussen, beispielsweise die Veränderungen der Erdatmosphäre hinsichtlich ihres Gehaltes an [[Aerosol]]en und [[Treibhausgas]]en (beides u.&amp;amp;nbsp;a. durch [[Vulkanismus]] beeinflusst) oder Veränderungen von Meeres- und Luftströmungen im Zuge der [[Kontinentaldrift]] (Aufreißen von Meeresstraßen, Gebirgsbildungen). Solche Faktoren können sowohl untereinander als auch mit astronomischen Faktoren komplex wechselwirken, mit positiver und negativer Rückkopplung auf das Klima. Diese komplexen Wechselbeziehungen können dafür sorgen, dass ein Milanković-Signal in den Datensätzen manchmal nur undeutlich oder gar nicht vorhanden ist. Hingegen gelten die Zyklen in neueren paläoklimatologischen Studien als stabile und nachweisbare Einflussgröße über große Teile des [[Phanerozoikum]]s.  So konnte der die Exzentrizität beeinflussende Großzyklus von 405.000 Jahren bis in die [[Trias (Geologie)|Obertrias]] vor rund 215 Millionen Jahren zurückverfolgt und chronologisch eingeordnet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;10.1073/pnas.1800891115&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal | author=Dennis V. Kent | coauthors=Paul E. Olsen, Cornelia Rasmussen, Christopher Lepre, Roland Mundil, Randall B. Irmis, George E. Gehrels, Dominique Giesler, John W. Geissman, William G. Parker | year=2018 | month=Juni | title=Empirical evidence for stability of the 405-kiloyear Jupiter–Venus eccentricity cycle over hundreds of millions of years | journal=PNAS | volume=115 | issue=24 | pages=6153–6158 | doi=10.1073/pnas.1800891115 | url=| language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch für die während des [[W:Karoo-Eiszeit|Permokarbonen Eiszeitalters]] auftretenden Klimaschwankungen im späten [[Karbon]] (etwa 315 bis 299 mya) wird den &#039;&#039;Milanković-Zyklen&#039;&#039; ein signifikanter Einfluss zugeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;10.1038/ngeo2822&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal | author=Isabel P. Montañez | coauthors=Jennifer C. McElwain, Christopher J. Poulsen, Joseph D. White, William A. DiMichele, Jonathan P. Wilson, Galen Griggs, Michael T. Hren | year=2016 | month=November | title=Climate, pCO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; and terrestrial carbon cycle linkages during late Palaeozoic glacial–interglacial cycles | journal=Nature Geoscience | volume=9 | issue=11 | pages=824–828 | doi=10.1038/ngeo2822 | url=https://www.researchgate.net/profile/Jonathan_Wilson13/publication/309439742_Climate_pCO2_and_terrestrial_carbon_cycle_linkages_during_late_Palaeozoic_glacial-interglacial_cycles/links/5aa069c80f7e9badd9a1ce24/Climate-pCO2-and-terrestrial-carbon-cycle-linkages-during-late-Palaeozoic-glacial-interglacial-cycles.pdf | format=PDF | language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnliches gilt für die mit abrupten Klimawechseln und zwei Massenaussterben verknüpften Krisenzeiten im [[Oberdevon]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;doi=10.1016/j.epsl.2013.01.016&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal | author=David De Vleeschouwer | coauthors=Micha Rakociński, Grzegorz Racki, David P. G. Bond, Katarzyna Sobień, Philippe Claeys | year=2013 | month=März | title=The astronomical rhythm of Late-Devonian climate change (Kowala section, Holy Cross Mountains, Poland) | journal=Earth and Planetary Science Letters | volume=365 | pages=25–37 | url=http://www.we.vub.ac.be/~dglg/Web/Claeys/pdf/De_Vleeschouwer_2013.pdf | doi=10.1016/j.epsl.2013.01.016 | format=PDF | language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimatologe [[w:Christian-Dietrich Schönwiese|Ch.-D. Schönwiese]] weist darauf hin, dass Milankovićs Idee zunächst stark angezweifelt wurde, auch in den Jahrzehnten nach der Veröffentlichung von 1920. Die Idee wurde dann erneut – mit erheblichen Modifikationen vor allem im Sinne der kryosphärischen Rückkopplungen – durch [[w:Nicholas Shackleton|Nicholas Shackleton]] 1976,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur&lt;br /&gt;
| Autor=J. D. Hays, J. Imbrie, N. J. Shackleton&lt;br /&gt;
| Titel=Variations in the Earth&#039;s Orbit: Pacemaker of the Ice Ages&lt;br /&gt;
| Sammelwerk=Science&lt;br /&gt;
| Band=194&lt;br /&gt;
| Nummer=4270&lt;br /&gt;
| Jahr=1976&lt;br /&gt;
| Monat=12&lt;br /&gt;
| Tag=10&lt;br /&gt;
| Seiten=1121–1132&lt;br /&gt;
| DOI=10.1126/science.194.4270.1121&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; Berger (1978&amp;lt;ref name=&amp;quot;Berger1978&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{cite journal&lt;br /&gt;
| author = André L. Berger&lt;br /&gt;
| authorlink =&lt;br /&gt;
| year = 1978&lt;br /&gt;
| month = 12&lt;br /&gt;
| day =&lt;br /&gt;
| title = Long-Term Variations of Daily Insolation and Quaternary Climatic Changes&lt;br /&gt;
| journal = Journal of the Atmospheric Sciences&lt;br /&gt;
| volume = 35&lt;br /&gt;
| issue = 12&lt;br /&gt;
| pages = 2362&lt;br /&gt;
| doi = 10.1175/1520-0469(1978)035&amp;lt;2362:LTVODI&amp;gt;2.0.CO;2&lt;br /&gt;
| pmid =&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; und 1984) sowie Berger und Loutre (1997a, 1997b) aufgegriffen und geteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Schönwiese, Christian-Dietrich|Titel=Klimatologie|Auflage=4. (überarbeitete und aktualisierte)|Ort=Stuttgart|Jahr=2013|Seiten=299|ISBN=978-3825239008}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Milankovitch cycles|Milanković-Zyklen}}&lt;br /&gt;
* [http://channel.nationalgeographic.com/channel/videos/ice-age-cycles/ Video zu den Milanković-Zyklen] bei [[w:National Geographic|National Geographic]] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Milankovic Zyklen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimawandel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=GA_252&amp;diff=626841</id>
		<title>GA 252</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=GA_252&amp;diff=626841"/>
		<updated>2026-10-24T04:38:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:GA252.jpg|thumb|{{RSV|zur-geschichte-des-johannesbau-vereins-und-des-goetheanum-vereins-1911-1924/}}]]&lt;br /&gt;
== Zur Geschichte des Johannesbau-Vereins und des Goetheanum-Vereins 1911–1924 ==&lt;br /&gt;
=== Vorträge, Ansprachen, Wortmeldungen und Dokumente Oktober Oktober 1911 bis Juni 1924 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Goetheanum hat eine bewegte Geschichte hinter sich, angefangen vom Impuls zur Errichtung eines theosophischen Zentralbaus in München über den Bau des Goetheanums in Dornach bis hin zu dessen Zerstörung und dem Bau des zweiten Goetheanums. So klar und gradlinig der Wille war, der Anthroposophie einen sichtbaren Ort zu verschaffen, so mühsam und wechselvoll war der Weg dazu. Rudolf Steiner war unermüdlich im Gespräch mit den Mitgliedern, nahm an den Verhandlungen zu rechtlichen Fragen teil und musste immer wieder darauf hinweisen, was mit diesem Bau eigentlich gemeint war. Der Band enthält Texte, Briefe, Vorträge, Ansprachen und Diskussionsbeiträge Rudolf Steiners während der Zeit des «Johannesbau-Vereins» (ab 1911) und des «Vereins des Goetheanum, der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft» (1918–1924). Ebenfalls enthalten ist die erstmalige vollständige Edition der Texte und Ansprachen zur Grundsteinlegung des Goetheanumbaus auf dem Dornacher Hügel im September 1913. Damit liegt eine Dokumentation dieser bewegten Entstehungsgeschichte vor, die zum Ausdruck bringt, welch ungeheure Willenskräfte aufgebracht werden mussten, um der Anthroposophie Raum zu verschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zur Geschichte des Johannesbau-Vereins und des Goetheanum-Vereins 1911–1924&#039;&#039;, [[GA 252]] (2020), ISBN 978-3-7274-2520-2 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 252 Zur Geschichte des Johannesbau-Vereins und des Goetheanum-Vereins 1911–1924|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 252]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Chemie&amp;diff=626840</id>
		<title>Chemie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Chemie&amp;diff=626840"/>
		<updated>2026-10-23T09:47:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Chemie&#039;&#039;&#039; (von {{ELSalt|χυμεία}} &#039;&#039;chymeia&#039;&#039; „Kunst des Gießens“, vermutlich abgeleitet von [[Altägyptische Sprache|altägypt.]] &#039;&#039;[[kemet]]&#039;&#039; „Schwarze Erde“&amp;lt;ref&amp;gt;So berichtet [[Plutarch]] und ergänzt, dass eigentlich das &#039;&#039;Schwarze im Auge&#039;&#039;, also ein tiefes Geheimnis, gemeint sei - ein Hinweis auf die „schwarze Kunst“ der Ägypter, auf die [[Alchemie]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, dem alten Namen [[Ägypten]]s), die sich etwa ab dem [[Wikipedia:17. Jahrhundert|17. Jahrhundert]] aus der mittelalterlichen [[Alchemie]] entwickelt hat und früher auch als &#039;&#039;&#039;Scheidekunst&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{internetquelle|zugriff=2014-02-03|hrsg=[[Wikipedia:Duden|Duden]]|url=http://www.duden.de/rechtschreibung/Scheidekunst|titel=Scheidekunst}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &#039;&#039;&#039;Scheidekunde&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{internetquelle|zugriff=2014-02-03|hrsg=[[Wikipedia:Duden|Duden]]|url=http://www.duden.de/rechtschreibung/Scheidekunde|titel=Scheidekunde}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet wurde, ist eine [[Naturwissenschaft]], die sich mit den Eigenschaften, dem Aufbau und der chemischen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wikipedia:Kernreaktion|Kernreaktion]]en, die zu einer Umwandlung der [[Chemisches Element|chemischen Elemente]] führt, werden nicht als chemische, sondern als [[physik]]alische Prozesse betrachtet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umwandlung der [[Stoff]]e beschäftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn einer lebendig über [[Kalium]] und [[Kalzium]] redet, das heißt lebendige&lt;br /&gt;
Chemie treibt, so ist das viel wertvoller, als wenn einer zum&lt;br /&gt;
Beispiel eine tote, intellektualistische [[Theosophie]] treibt.|217|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chemie und Sphärenharmonie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn der Mensch etwas wahrzunehmen lernt&lt;br /&gt;
von dem, was er sonst nur als Maja in der Wirkung der chemischen&lt;br /&gt;
Zusammensetzungen und Auflösungen sieht, dann hört er diese Geister&lt;br /&gt;
der Bewegung, dann nimmt er die Sphärenmusik wahr, von der die&lt;br /&gt;
pythagoräische und andere Geheimschulen sprechen. Das ist auch das,&lt;br /&gt;
was Goethe beschreibt, wenn er von der Sonne nicht als der Lichtspenderin&lt;br /&gt;
spricht, sondern sagt: «Die Sonne tönt nach alter Weise in Brudersphären&lt;br /&gt;
Wettgesang, und ihre vorgeschriebne Reise vollendet sie&lt;br /&gt;
mit Donnergang.»|121|93}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In der Welt sind eine Anzahl Substanzen, die verbindbar&lt;br /&gt;
und trennbar sind. Was wir Chemismus nennen, ist hineinprojiziert&lt;br /&gt;
in die physische Welt aus der Welt des Devachan,&lt;br /&gt;
der Sphärenharmonie. So daß in der Verbindung zweier&lt;br /&gt;
Stoffe nach ihren Atomgewichten wir die Abschattung&lt;br /&gt;
haben zweier Töne der Sphärenharmonie. Die chemische&lt;br /&gt;
Verwandtschaft zweier Stoffe in der physischen Welt ist&lt;br /&gt;
eine Abschattung aus der Welt der Sphärenharmonie. Die&lt;br /&gt;
Zahlenverhältnisse der Chemie sind wirklich die Ausdrücke&lt;br /&gt;
für die Zahlenverhältnisse der Sphärenharmonie. Diese&lt;br /&gt;
letztere ist stumm geworden durch die Verdichtung der&lt;br /&gt;
Materie. Würde man die Stoffe tatsächlich bis zur ätherischen&lt;br /&gt;
Verdünnung bringen und die Atomzahlen als innerlich&lt;br /&gt;
formendes Prinzip wahrnehmen können, so würde man&lt;br /&gt;
die Sphärenharmonie hören. Man hat die physische, die&lt;br /&gt;
astralische Welt, das untere Devachan und das obere Devachan.&lt;br /&gt;
Wenn man nun einen Körper noch weiter hinunterdrückt&lt;br /&gt;
als zur physischen Welt, dann kommt man in die&lt;br /&gt;
unterphysische Welt, in die unterastralische Welt, das untere&lt;br /&gt;
oder schlechte Unterdevachan und das untere oder schlechte&lt;br /&gt;
Oberdevachan. Die schlechte Astralwelt ist das Gebiet des&lt;br /&gt;
Luzifer, das schlechte untere Devachan ist das Gebiet des&lt;br /&gt;
Ahriman und das schlechte obere Devachan ist das Gebiet&lt;br /&gt;
der Asuras. Wenn man den Chemismus noch weiter hinunterstößt&lt;br /&gt;
als unter den physischen Plan, in die schlechte&lt;br /&gt;
untere devachanische Welt, entsteht Magnetismus, und&lt;br /&gt;
wenn man das Licht ins Untermaterielle stößt, also um eine&lt;br /&gt;
Stufe tiefer als die materielle Welt, entsteht die Elektrizität.&lt;br /&gt;
Wenn wir das, was lebt in der Sphärenharmonie, noch&lt;br /&gt;
weiter hinabstoßen bis zu den Asuras, dann gibt es eine&lt;br /&gt;
noch furchtbarere Kraft, die nicht mehr lange wird geheim&lt;br /&gt;
gehalten werden können. Man muß nur wünschen, daß&lt;br /&gt;
wenn diese Kraft kommt, die wir uns viel, viel stärker vorstellen&lt;br /&gt;
müssen als die stärksten elektrischen Entladungen,&lt;br /&gt;
und die jedenfalls kommen wird - dann muß man wünschen,&lt;br /&gt;
daß, bevor diese Kraft der Menschheit durch einen&lt;br /&gt;
Erfinder gegeben wird, die Menschen nichts Unmoralisches&lt;br /&gt;
mehr an sich haben werden!|130|102f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man müßte ausgehen vom Weltenrhythmus, das periodische&lt;br /&gt;
System aus dem Weltenrhythmus heraus erklären. Diesen&lt;br /&gt;
Umweg muß man machen, der aber nicht in die Schule hereingehört.&lt;br /&gt;
Überhaupt ist es ein Unfug, von Atomgewichten auszugehen. Vom&lt;br /&gt;
Rhythmischen muß man ausgehen! Die ganzen quantitativen Verhältnisse&lt;br /&gt;
muß man aus den Schwingungen heraus erklären. Etwas&lt;br /&gt;
wie eine Oktave zum Beispiel hat man im Verhältnis von Wasserstoff&lt;br /&gt;
zu Sauerstoff.|300c|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Leber als «Chemikator» im Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Leber}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Leber]] ist der eigentliche &#039;&#039;&#039;Chemikator&#039;&#039;&#039; im [[mensch]]lichen [[Organismus]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Mensch hat in sich — wenn&lt;br /&gt;
ich mich so ausdrücken darf — einen Chemikator. Er hat etwas von&lt;br /&gt;
der himmlischen Sphäre in sich, in der der Ursprung der chemischen&lt;br /&gt;
Aktionen liegt. Und das ist recht stark lokalisiert im Menschen,&lt;br /&gt;
was da so wirkt, das ist nämlich lokalisiert in der Leber.&lt;br /&gt;
Und studieren Sie diese ganze merkwürdige Tätigkeit, welche die&lt;br /&gt;
Leber im menschlichen Organismus entfaltet, all den Anteil, den&lt;br /&gt;
sie hat auf der einen Seite, indem sie, ich möchte sagen, wie saugend&lt;br /&gt;
wirkt für die Beschaffenheit des Blutes, auf der anderen Seite,&lt;br /&gt;
indem sie regulierend wirkt durch die Gallenabsonderung im&lt;br /&gt;
menschlichen Organismus, für die ganze Zubereitung der Blutflüssigkeit.&lt;br /&gt;
Sehen Sie diese ganze ausgebreitete Tätigkeit der Leber&lt;br /&gt;
an, und Sie werden in ihr erblicken müssen dasjenige, was, wenn&lt;br /&gt;
es zu Ende studiert wird, die Chemie, die wirkliche Chemie gibt,&lt;br /&gt;
denn unsere äußerliche Chemie ist ja auf der Erde gar nicht in&lt;br /&gt;
ihrer Wirklichkeit zu finden. Die müssen wir ja als ein Spiegelbild&lt;br /&gt;
der außermenschlichen chemischen Sphäre ansehen. Aber&lt;br /&gt;
wir können auch diese außerirdische Sphäre studieren, indem&lt;br /&gt;
wir alle die wunderbaren Wirkungen der menschlichen Leber&lt;br /&gt;
studieren.|312|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Chemie}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Chemie}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Chemie}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Geschichte der Chemie}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Biochemie}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Anorganische Chemie}}&lt;br /&gt;
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* {{WikipediaDE|Theoretische Chemie}}&lt;br /&gt;
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* {{WikipediaDE|Analytische Chemie}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Technische Chemie}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kosmochemie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
{{Glomer-Suche|Chemie}}&lt;br /&gt;
* Sylvia Feil, Jörg Resag, Kristin Riebe: &#039;&#039;Faszinierende Chemie: Eine Entdeckungsreise vom Ursprung der Elemente bis zur modernen Chemie&#039;&#039;, 2. Auflage, Springer Verlag 2018, ISBN 978-3662573235; eBook {{ASIN|B07FDZ6V4S}} (kindle), ISBN 978-3-662-49920-7 (pdf)&lt;br /&gt;
* Walter Dietz: &#039;&#039;Chemie - Ergebnisse aus dem Epochenunterricht in der 7. und 8. Klasse&#039;&#039;, Verlag der Kooperative Dürnau, 1989, ISBN 978-3-88861-026-4&lt;br /&gt;
* [[Frits H. Julius]]: &#039;&#039;[[Grundlagen einer phänomenologischen Chemie (Buch)|Grundlagen einer phänomenologischen Chemie]], Teil 1, Zum Chemieunterricht der Mittelstufe&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1992, ISBN 978-3772505928&lt;br /&gt;
* [[Frits H. Julius]]: &#039;&#039;[[Grundlagen einer phänomenologischen Chemie (Buch)|Grundlagen einer phänomenologischen Chemie]], Teil 2, Zum Chemieunterricht der Oberstufe&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1988, ISBN 978-3772502200&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Hauschka]]: &#039;&#039;Substanzlehre: Zum Verständnis der Physik, der Chemie und therapeutischen Wirkungen der Stoffe&#039;&#039;, 12. Auflage, Verlag Vittorio Klostermann 2007, ISBN 978-3465035183&lt;br /&gt;
*[[Eugen Kolisko]], Martin Rozumek (Hrsg.): &#039;&#039;Hypothesenfreie Chemie. «Hypothesenfreie Chemie» im Sinne der Geisteswissenschaft, der Atomismusstreit 1922/23 und Rudolf Steiners Stellung zum Atomismus&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2012, ISBN 978-3-7235-1480-1&lt;br /&gt;
* Martin Rozumek/Peter Buck (Hrsg.): &#039;&#039;Das Chemische und die Stoffe: Zugänge zur Chemie&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2008, ISBN 978-3723513316&lt;br /&gt;
* [[Otto Wolff]]: &#039;&#039;Grundlagen einer geisteswissenschaftlich erweiterten Biochemie&#039;&#039;, 2. Aufl., Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2013, ISBN 978-3772510915&lt;br /&gt;
*Ulrich Wunderlin: &#039;&#039;Lehrbuch der Phänomenologischen Chemie&#039;&#039;, Band 1: &#039;&#039;Chemieprojekte der 7., 8. und 9. Klasse&#039;&#039;, 2. Auflage, Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen e. V. 2014, ISBN 978-3940606808&lt;br /&gt;
*Ulrich Wunderlin: &#039;&#039;Lehrbuch der Phänomenologischen Chemie&#039;&#039;, Band 2: &#039;&#039;Chemieprojekte der 10., 11. und 12. Klasse&#039;&#039;, 2. Auflage, Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen e. V. 2012, ISBN 978-3940606860&lt;br /&gt;
*Ulrich Wunderlin: &#039;&#039;Lehrbuch der Phänomenologischen Chemie&#039;&#039;, Band 3, 1. Auflage, Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen e. V. 2013, ISBN 978-3940606976&lt;br /&gt;
*Anja Grund: &#039;&#039;Chemie-Praktikum 9. Klasse&#039;&#039;, Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen e. V. 2018, ISBN 978-3939374381&lt;br /&gt;
*Anja Grund: &#039;&#039;Chemie-Praktikum 10. Klasse&#039;&#039;, Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen e. V. 2018, ISBN 978-3939374398&lt;br /&gt;
*[[Peter Heusser]]: &#039;&#039;Anthroposophie und Wissenschaft: Eine Einführung. Erkenntniswissenschaft, Physik, Chemie, Genetik, Biologie, Neurobiologie, Psychologie, Philosophie des Geistes, Anthropologie, Anthroposophie, Medizin&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2016, ISBN 978-3723515686&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie&#039;&#039;, [[GA 121]] (1982), ISBN 3-7274-1210-0 {{Vorträge|121}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit&#039;&#039;, [[GA 130]] (1995), ISBN 3-7274-1300-X {{Vorträge|130}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geistige Wirkenskräfte im Zusammenleben von alter und junger Generation. Pädagogischer Jugendkurs.&#039;&#039;, [[GA 217]] (1988), ISBN 3-7274-2170-3 {{Vorträge|217}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule 1919 bis 1924&#039;&#039;, [[GA 300c]] (1995), ISBN 3-7274-3000-1 {{Vorträge|300c}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaft und Medizin&#039;&#039;, [[GA 312]] (1999), ISBN 3-7274-3120-2 {{Vorträge|312}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.cas.org CAS Chemical Abstracts Service] - the only organization in the world whose objective is to find, collect and organize all publicly disclosed substance information.&lt;br /&gt;
* [http://goldbook.iupac.org/ IUPAC Compendium of Chemical Terminology - the Gold Book]&lt;br /&gt;
* [http://illumina-chemie.de illumina-chemie.de] - Chemieexperimente aus allen Gebieten und Schwierigkeitsgraden.&lt;br /&gt;
* [http://web.lemoyne.edu/~giunta/ Classic Chemistry] - Selected Classic Papers from the History of Chemistry (Carmen Giunta)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemie|!]]&lt;br /&gt;
[[en:Chemistry]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Tethys (Ozean)</title>
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		<updated>2026-10-20T10:13:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Laurasia-Gondwana-de.svg|mini|hochkant|[[Laurasia]] und [[Gondwana]] bilden [[Pangaea]] im globalen [[Panthalassa]]-Ozean; im Osten die Tethys]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wie Neuseeland entstanden ist.webm|mini|Video zur Entstehung Neuseelands zeigt anfangs [[Pangaea]], Tethysmeer, [[Gondwana]] und [[Laurasia]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Tethys&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;&#039;Tethysmeer&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Tethyssee&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Neotethys&#039;&#039;&#039; genannt, war in der [[Erdgeschichte]] ein [[Ozean]] (Weltmeer), der überwiegend im [[Mesozoikum]] und frühen [[Känozoikum]] existierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr ging die [[Palaeotethys]] voraus, die vom [[Kambrium]] bis zur frühen [[Trias (Geologie)|Trias]] bestand, während sich die Neotethys in der späten [[Trias (Geologie)|Trias]] bildete und sich erst im frühen [[Eozän]] (vor etwa 50 Millionen Jahren) vollständig schloss.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.britannica.com/place/Tethys-Sea |titel=Tethys Sea |werk=Britannica |sprache=en |abruf=2022-11-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Paratethys]] bildete sich im späten [[Jura (Geologie)|Jura]] aus der nördliche Region des Tethys-Ozeans (Peri-Tethys), wurde im [[Oligozän]]s von der mediterranen Region isoliert und dauerte bis zur weitestgehenden Austrocknung im [[Pliozän]] (vor etwa 5 Millionen Jahren) an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Gérard Stampfli |url=http://www.unil.ch/webdav/site/igp/shared/Research/Geodynamics_-_Stampfli/155.pdf |titel=155 Ma - Late Oxfordian (an. M25) |archiv-url=https://web.archive.org/web/20120113060454/http://www.unil.ch/webdav/site/igp/shared/Research/Geodynamics_-_Stampfli/155.pdf |abruf=2022-11-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reste des Meeresbodens der Tethys finden sich nordwestlich von [[Australien]], im östlichen [[Mittelmeer]] sowie im [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensgebung ==&lt;br /&gt;
Der Name stammt aus der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]]. Dort ist [[Tethys (Mythologie)|Tethys]] die Schwester und Gemahlin des [[Titan (Mythologie)|Titanen]] [[Okeanos]]. [[Eduard Suess]] schlug diesen Namen 1893 vor. Eine kurze Gasse bei Suess’ letztem Wohnhaus in [[Wien]] wurde daher anlässlich seines 100. Todestages [[Liste der Straßennamen von Wien/Leopoldstadt#T|Tethysgasse]] benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
Die Tethys war, wie ihr Vorläufer, die [[Palaeotethys]], ein [[Ozean]] in einer riesigen Bucht im Osten des [[Superkontinent]]s [[Pangaea]]. Ihre Ränder bildeten die heutigen Kontinente Asien, Europa, Afrika und Australien, wobei Indien kein Teil Asiens war, sondern sich am Südrand der Tethys befand. Dieser Ozean besaß entlang des Kontinentalrandes ausgedehnte flache [[Randmeer]]e ([[Schelf]]e), insbesondere im europäischen Raum&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ardmediathek.de/tv/W-wie-Wissen/Fossilien-in-den-Alpen-Das-Urmeer-Tethy/Das-Erste/Video?bcastId=427262&amp;amp;documentId=45628750 TV-Doku: &#039;&#039;Fossilien in den Alpen: Das Urmeer Tethys&#039;&#039;], Quelle: Das Erste, ARD-Mediathek, &#039;&#039;W wie Wissen&#039;&#039;, 2. August 2017&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Entwicklung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:249 global.png|mini|300px|Paläotektonische Darstellung der östlichen Pangäa zur Perm-Trias-Wende. Die Kimmerischen Terrane haben sich vom Südostrand Pangäas abgelöst und driften nordwärts. Man beachte die Beschriftung der Ozeanbecken.]]&lt;br /&gt;
Durch die Wanderung der sogenannten [[Cimmeria (Kontinent)|Kimmerischen Terrane]] vom Nordrand der Südostpangaeaa zum Südrand der Nordostpangaeaa entstand die Tethys über die Neotethys aus der Paläotethys. Während dieser Wanderung, die im [[Perm (Geologie)|Perm]] begann, öffnete sich an der Rückseite (südlich) der Terrankette die Neotethys, während die Paläotethys durch [[Subduktion]] am Südrand der Nordostpangaeaa schmaler wurde. Nach der Kollision der Kimmerischen Terrane mit Nordostpangaeaa an der [[Trias (Geologie)|Trias]]-[[Jura (Geologie)|Jura]]-Wende war die Bildung der Tethys abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aufbrechen Pangaeas in [[Laurasia]] und [[Gondwana]] während des Jura (vor etwa 200–150 Mio. Jahren) weitete sich die Tethys nach Westen, und wo sich zuvor Flachwasserzonen oder gar Festland befunden hatte, entstanden nun [[Tiefseebecken]]. Im Laufe der [[Kreide (Geologie)|Kreidezeit]] und des [[Tertiär]] schloss sich die Tethys zwischen den Resten Gondwanas – [[Afrika]] und [[Indien]] –, die gegen den [[Uhrzeigersinn]] nach Nordosten [[Plattentektonik|drifteten]], und [[Eurasien]], das im Uhrzeigersinn nach Süden und Südwesten trieb. Durch den Zusammenstoß von Afrika und Indien mit Eurasien entstanden die [[Alpidische Orogenese|Alpidischen Ketten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Meeresbecken des [[Mittelmeer]]es, des [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meeres]] und des [[Kaspisches Meer|Kaspischen Meeres]] sind Überreste der Neotethys. Im Verlauf des Tertiärs teilten die sich in Südosteuropa und Vorderasien bildenden alpidischen Ketten die westliche Tethys zunehmend in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Der nördliche Teil wird paläogeographisch als [[Paratethys]] bezeichnet und aus dem südlichen Teil ging das Mittelmeer hervor. Während die sogenannte westliche und zentrale Paratethys infolge der fortschreitenden Gebirgsbildung in Südosteuropa im [[Pliozän]] komplett verlandeten, ist die östliche Paratethys heute in Form des Schwarzen Meeres und des Kaspischen Meeres erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil sowohl der Teil Pangaeas, der heute [[Afrika]] ist, als auch der Teil, der heute Europa ist, deutlich weiter südlich lagen als Afrika und Europa heute und auch die durchschnittliche Welttemperatur höher war, herrschte im Bereich der Tethys ein überwiegend tropisches, im europäischen Bereich jedenfalls subtropisches [[Klima]] mit [[Korallenriff]]en und einer enormen Vielfalt weiterer Meerestiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Entstehung der Alpen.webm|mini|Video: Die Entstehung der Alpen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Tatsache, dass zahlreiche Schelfregionen der Kontinente, welche die Tethys umgaben, später in [[Gebirgsbildung]]en einbezogen wurden, befinden sich die [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimente]] dieser Schelfe heute in zahlreichen jungen [[Faltengebirge]]n in Europa und dem südlichen Asien. Dadurch sind sie leicht zugänglich für Geologen und Paläontologen und können u.&amp;amp;nbsp;a. Auskunft über das Leben in der Zeit ihrer Ablagerung geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann man aufgrund der Lebensspanne der Tethys vom [[Perm (Geologie)|Perm]] bis zum [[Tertiär]] in diesen Sedimenten die nach dem Massenaussterben am Ende des Perm einsetzende Entwicklung neuer Lebensformen gut nachvollziehen. Auch das am Ende der Kreidezeit beobachtete Massenaussterben ist in Tethyssedimenten dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Dorrik Stow: &#039;&#039;Vanished Ocean: How Tethys Reshaped the World.&#039;&#039; Oxford University Press (2012) ISBN 0-19-921429-8&lt;br /&gt;
* H. Yin; J.M. Dickins; G.R. Shi; J. Tong (Hrsg.): &#039;&#039;Permian-Triassic Evolution of Tethys and Western Circum-Pacific.&#039;&#039; Elsevier Science (2000) ISBN 0-444-53941-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.scotese.com/jurassic.htm Die Weltkarte im Jura – vor 200 Mio. Jahren]&lt;br /&gt;
* [http://www.scotese.com/miocene.htm Die Weltkarte im Miozän – vor 14 Mio. Jahren]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Proto-Tethys]]&lt;br /&gt;
* [[Paratethys]]&lt;br /&gt;
* [[Alpidische Orogenese]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ozean]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mesozoikum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Känozoikum]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Salomonischer_Tempel&amp;diff=626838</id>
		<title>Salomonischer Tempel</title>
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		<updated>2026-10-20T10:03:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Die geistige Bedeutung des Tempels */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Salomonischer_Tempel.jpg|thumb|350px|Modell des [[Salomonischer Tempel|Salomonischen Tempels]] mit dem [[Ehernes Meer|ehernen Meer]] (links) und dem zentralen Altar (rechts) im Vorhof.]]&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Salomonische Tempel&#039;&#039;&#039;, der erste fest gebaute Tempel [[Wikipedia:Israel|Israel]]s, wurde im Auftrag [[Salomo]]s auf dem [[Tempelberg]] [[Moria]] in [[Jerusalem]] mit Hilfe [[Wikipedia:Phönizier|phönizischer]] Baumeister errichtet, die gemäß der [[Tempellegende]] von [[Hiram Abif]] angeführt wurden. Baubeginn war [[Wikipedia:957 v. Chr.|957 v. Chr.]], die Weihe erfolgte [[Wikipedia:951 v. Chr.|951 v. Chr.]], der Bau dauerte also [[sieben]] Jahre ({{B|1 Kön|6|38}}). Zu Beginn der [[Wikipedia:Babylonische Gefangenschaft|babylonischen Gefangenschaft]] (586/87 v.Chr.) wurde der Tempel von den [[Wikipedia:Babylon|Babylon]]iern unter der Führung von [[Wikipedia:Nebukadnezar II.|Nebukadnezar II.]] - vermutlich durch gezieltes Abbrennen - zerstört. Einige Jahrzehnte nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil wurde der [[Salomonischer Tempel#Zweiter Tempel|zweite Tempel]] errichtet und [[Wikipedia:515 v. Chr.|515 v. Chr.]] vollendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Ab [[Wikipedia:21 v. Chr.|21 v. Chr.]] ließ ihn [[Herodes der Große]] gänzlich umgestalten. Im Jahr [[Wikipedia:70|70 n. Chr.]] wurde er im  [[Wikipedia:Jüdischer Aufstand|jüdisch-römischen Krieg]] (66–70) vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Freimaurer]]tum hat sich ein Schatten der [[Altes Testament|alttestamentarischen]] [[Esoterik]] erhalten, die im salomonischen Tempelbau ihren symbolischen Ausdruck fand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige, was die Geheimnisse des Salomonischen Tempels waren, ist mit einigen Ausnahmen fast restlos aufgegangen in all die maurerischen und andern Geheimgesellschaften der jetzigen Zeit.|187|37f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Bau des Tempels ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Solomons_Tempel.png|thumb|350px|Der Salomonische Temple im Grund- und Aufriß]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Christian-van-adrichom JERVSALEM-et-suburbia-eius detail-solomon-temple 1-1497x1000.jpg|thumb|350px|[[Wikipedia:Christian van Adrichom|Christian van Adrichom]] (1533-1585): &#039;&#039;Der Tempel des Königs Salomo (Detail; Köln 1584)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Solomon&#039;s Temple, Museum für Hamburgische Geschichte, Hamburg, Germany IMG 5846 edit.jpg|mini|350px|Modell des salomonischen Tempels im [[Wikipedia:Museum für Hamburgische Geschichte|Museum für Hamburgische Geschichte]] (Detailansicht)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Salomonische Tempel war aus Stein gebaut, hatte eine Länge von 60 [[Wikipedia:Elle|Elle]]n&amp;lt;ref name=Elle&amp;gt;Die [[Wikipedia:Elle|Elle]] entspricht dem Maß des Vorderarms vom Ellenbogen bis zur äußersten Spitze des Mittelfingers. Im ägyptischen System betrug die große, die &amp;quot;königliche&amp;quot; Elle 52,5 cm, die kleinste 45,8 cm. Nach dem babylonischen Sytem betrugen diese Maße 51,8 cm bzw. 49,5 cm. 1 Elle = 2 Spannen; 1 Spanne = 3 Handbreiten; 1 Handbreite = 4 Fingerbreiten (siehe auch [[Wikipedia:Maße und Gewichte in der Bibel|Maße und Gewichte in der Bibel]])&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine Breite von 20 Ellen und 30 Ellen Höhe. An drei Seiten war er mit außen umlaufenden Räumen umgeben, welche, in drei Stockwerken übereinander, zur Bewahrung der Schätze und Gerätschaften des Tempels dienten. Es drückt sich darin die [[leib]]liche und [[Seele|seelische]] [[Dreigliederung]] des [[Mensch]]enwesens aus und wirft auch ein Licht auf die für unsere Zeit von [[Rudolf Steiner]] geforderte [[Dreigliederung des sozialen Organismus]]. Insbesondere wird damit auch auf die drei unteren [[Wesensglieder]] des [[Mensch]]en hingewiesen, auf den [[Physischer Leib|physischen Leib]], den [[Ätherleib]] und den [[Astralleib]], die durch das [[Ich]], dem man nur im verhangenen Allerheiligsten begegnen kann, verwandelt werden zu den höheren geistigen Wesensgliedern ([[Manas]], [[Buddhi]] und [[Atma]]), die zusammen als das sog. [[Goldenes Dreieck|Goldene Dreieck]] symbolisiert werden und gemeinsam das [[Höheres Selbst|höhere Selbst]] des Menschen bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eingangsseite vorgelagert war die 10 Ellen tiefe Vorhalle, vor der zwei bronzene Säulen standen, [[Jachin und Boas|&#039;&#039;Jachin&#039;&#039; und &#039;&#039;Boas&#039;&#039;]] („Festigkeit und Stärke“), die aber keine konstruktive Funktion hatten, sondern als vielsagende Symbole den Eingang flankierten. Wie in der Antike üblich befand sich der Eingang im Osten, das [[Allerheiligstes|Allerheiligste]] im Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Thema der [[Tempellegende]] ist der Guß des [[Ehernes Meer|Ehernen Meeres]] ({{B|1 Kön|7|23|LUT}}), eines [[Wikipedia:Bronze|bronzenen]] Beckens, das vor dem Tempel auf zwölf bronzenen Rindern ruhte, die die Kräfte des [[Tierkreis]]es symbolisieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Innere des Tempels bestand aus einem 40 Ellen langen Vorderraum, das Heilige, in dem die goldenen [[Menora|Leuchter]], der [[Wikipedia:Schaubrottisch|Schaubrottisch]] und der [[Wikipedia:Rauchopfer|Räucheraltar]] standen, und aus einem durch einen Vorhang davon geschiedenen quadratischen Hinterraum von 20 Ellen Länge, das Allerheiligste, mit der [[Bundeslade]] und zwei großen [[Cherubim]]. Beide Räume waren an den Wänden, das Allerheiligste ([[Adyton]]) auch am Boden und an der Decke mit Holzwerk getäfelt und mit [[Gold]] ausgekleidet. Der große Hauptaltar für die Brandopfer stand im Hof, vor dem Eingang des eigentlichen Tempels. Im [[Wikipedia:1. Buch der Könige|1. Buch der Könige]] wird der Tempelbau so beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
1 Im vierhundertachtzigsten Jahr nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, im vierten Jahr der Regierung Salomos über Israel, im Monat Siw, das ist der zweite Monat, begann er das Haus des Herrn zu bauen. 2 Das Haus, das König Salomo für den Herrn baute, war sechzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch. 3 Die Vorhalle vor dem Hauptraum des Hauses war zwanzig Ellen breit, entsprechend der Breite des Hauses, und zehn Ellen tief in der Längsrichtung des Hauses. 4 Er machte für das Haus Fenster mit Rahmen und Gittern. 5 An die Wände des Hauses, und zwar an die Wände des Hauptraums und des hinteren Raumes, legte er ringsum einen Anbau mit Kammern. 6 Dieser war im Untergeschoss fünf Ellen, im mittleren sechs und im dritten sieben Ellen breit; die Außenwand des Hauses hatte er abgestuft, um sie nachher nicht beschädigen zu müssen. 7 Beim Bau des Hauses wurden Steine verwendet, die man schon im Steinbruch fertig behauen hatte; Hämmer, Meißel und sonstige eiserne Werkzeuge waren beim Bau des Hauses nicht zu hören. 8 Die Türe zu den unteren Kammern war an der Südseite des Hauses. Über Treppen stieg man zum mittleren und vom mittleren zum dritten Stockwerk hinauf. 9 Als er den Bau des Hauses vollendet hatte, überdeckte er es mit Balken und Brettern aus Zedernholz. 10 Den Anbau führte er um das ganze Haus. Seine Höhe betrug (in jedem Stockwerk) fünf Ellen und Zedernbalken verbanden ihn mit dem Haus. 11 Das Wort des Herrn erging an Salomo: 12 Dieses Haus, das du baust, - wenn du meinen Geboten gehorchst und auf meine Vorschriften achtest und alle meine Befehle ausführst und befolgst, dann werde ich an dir das Wort wahr machen, das ich zu deinem Vater David gesprochen habe. 13 Und ich werde inmitten der Israeliten wohnen und mein Volk Israel nicht verlassen. 14 So vollendete Salomo den Bau des Hauses. 15 Er täfelte seine Innenwände mit Zedernholz aus; vom Fußboden bis zu den Balken der Decke ließ er eine Holzvertäfelung anbringen. Den Fußboden belegte er mit Zypressenholz. 16 Zwanzig Ellen vor der Rückseite des Hauses errichtete er vom Fußboden bis zum Gebälk eine Wand aus Zedernholz und schuf so die Gotteswohnung, das Allerheiligste. 17 Vierzig Ellen lang war der davorliegende Hauptraum. 18 Im Innern hatte das Haus Zedernverkleidung mit eingeschnitzten Blumengewinden und Blütenranken. Alles war aus Zedernholz, kein Stein war zu sehen. 19 Im Innern des Hauses richtete er die Gotteswohnung ein, um die Bundeslade des Herrn aufstellen zu können. 20 Die Wohnung war zwanzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und zwanzig Ellen hoch; er überzog sie mit bestem Gold. Auch ließ er einen Altar aus Zedernholz herstellen. 21 Das Innere des Hauses ließ Salomo mit bestem Gold auskleiden und vor der Gotteswohnung ließ er goldene Ketten anbringen. 22 So überzog er das ganze Haus vollständig mit Gold; auch den Altar vor der Gotteswohnung überzog er ganz mit Gold. 23 In der Gotteswohnung ließ er zwei Kerubim aus Olivenholz anfertigen. Ihre Höhe betrug zehn Ellen. 24 Fünf Ellen maß der eine Flügel des Kerubs und fünf Ellen sein anderer Flügel. Von einem Flügelende bis zum anderen waren es zehn Ellen. 25 Auch der zweite Kerub war zehn Ellen hoch. Beide hatten gleiches Maß und gleiche Gestalt. 26 Der eine Kerub war zehn Ellen hoch und ebenso hoch war der andere. 27 Er stellte die Kerubim mitten in den innersten Raum. Ihre Flügel waren so ausgespannt, dass der Flügel des einen Kerubs die eine Wand, der Flügel des zweiten Kerubs die andere Wand, die Flügel in der Mitte des Raumes aber einander berührten. 28 Er ließ die Kerubim mit Gold überziehen. 29 An allen Wänden des Hauses, im inneren wie im äußeren Raum, ließ er ringsum Kerubim, Palmen und Blütenranken einschnitzen. 30 Auch die Fußböden des hinteren und des vorderen Raumes ließ er mit Gold belegen. 31 Für den Eingang zur Gotteswohnung ließ er Türflügel aus Olivenholz anfertigen. Die Giebelbalken und die Seitenpfosten bildeten ein Fünfeck. 32 An den beiden Türflügeln aus Olivenholz ließ er Kerubim, Palmen und Blütenranken einschnitzen und sie mit Gold überziehen, indem er auf die Kerubim und die Palmen Gold auftragen ließ. 33 Ebenso ließ er für den Eingang zum Hauptraum Türpfosten aus Olivenholz anfertigen, die ein Viereck bildeten, 34 dazu zwei Türflügel aus Zypressenholz. Zwei drehbare Teile hatte der eine Türflügel und zwei drehbare Teile der andere. 35 Er ließ auf ihnen Kerubim, Palmen und Blütenranken einschnitzen und auf das Schnitzwerk dünnes Blattgold legen. 36 Er legte den inneren Hof an (und umgab ihn mit einer Mauer) aus drei Lagen Quadern und einer Lage Zedernbalken. 37 Im vierten Jahr, im Monat Siw, war das Fundament für das Haus des Herrn gelegt worden 38 und im elften Jahr, im Monat Bul, das ist der achte Monat, wurde das Haus mit all seinem Zubehör vollendet, ganz so, wie es geplant war. Sieben Jahre hatte man an ihm gebaut. {{B|1 Kön|6|1}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man geht heute allgemein davon aus, dass das Heilige nur den Priestern zugänglich war, das Allerheiligste durfte nur der Hohenpriester einmal jährlich, am [[Wikipedia:Jom Kippur|Jom Kippur]], betreten. Nach Überlieferung des [[Wikipedia:Talmud|Talmud]] wurden allerdings von Zeit zu Zeit Reinigungskräfte von oben in Körben in den Raum hinabgelassen; diese verrichteten ihre Arbeit mit Blick zur Wand, das Betrachten des Inneren des Raumes war ihnen strikt verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tempelgebäude war von einem inneren Vorhof der Priester mit dem Brandopferaltar, dem Reinigungsbecken und anderen Gerätschaften umgeben, und dieser durch Säulengänge mit bronzenen Toren von dem für das Volk bestimmten und von einer Mauer umschlossenen äußern Vorhof getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzeichnungen über den Salomonischen Tempelbau finden sich, - außer einzelnen Notizen bei {{B|Jer|52}} und in {{B|2 Kön|25}} - in {{B|1 Kön|5-7}}, und {{B|2 Chr|2-4}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweiter Tempel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der serubbabelische und der herodianische Tempel ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Jerusalemer_Tempel.jpg|thumb|left|300px|Rekonstruktion des herodianischen Tempels]]&lt;br /&gt;
Nachdem der salomonische Tempel [[Wikipedia:586 v. Chr.|586 v. Chr.]] durch [[Wikipedia:Nebukadnezar II.|Nebukadnezar II.]] zerstört worden war, wurde einige Jahrzehnte nach der Rückkehr der Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft der zweite, nach [[Wikipedia:Serubbabel|Serubbabel]] benannte Tempel errichtet. Dieser wurde wahrscheinlich an gleicher Stätte und zumindest grob nach dem Plan des ersten erbaut und [[Wikipedia:515 v. Chr.|515 v. Chr.]] vollendet&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[[Wikipedia:Erwin Reidinger|Erwin Reidinger]]: &#039;&#039;Die Tempelanlage in Jerusalem von Salomo bis Herodes aus der Sicht der Bautechnischen Archäologie.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Biblische Notizen, Beiträge zur exegetischen Diskussion&#039;&#039;, Heft 114/115, München 2002, 89–150 (Summary 150), {{ISSN|0178-2967}}; ders: &#039;&#039;The Temple Mount Platform in Jerusalem from Solomon to Herod: An Archaeological Re-Examination.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Assaph, Studies in Art History&#039;&#039;, Band 9, Tel Aviv 2004, S. 1–64; {{ISSN|0333-6476}}; ders.: &#039;&#039;Der Tempel in Jerusalem: Datierung nach der Sonne.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Biblische Notizen, Aktuelle Beiträge zur Exegese der Bibel und ihrer Welt.&#039;&#039; Neue Folge, Heft n.128, Salzburg 2006, 81–104 (Summary 102,103), {{ISSN|0178-2967}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Er reichte in Größe und Pracht nicht an den ersten Tempel heran. Das Allerheiligste war jetzt leer, da die [[Wikipedia:Bundeslade|Bundeslade]] bei der Zerstörung des salomonischen Tempels vermutlich verloren gegangen war. Die Auseinandersetzungen um den Neubau des Tempels haben im [[Wikipedia:Haggai|Haggai]]buch ihren literarischen Niederschlag gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Wikipedia:Antiochos IV.|Antiochos IV. Epiphanes]] [[Wikipedia:169 v. Chr.|169 v. Chr.]] entweiht, wurde dieser Tempel von [[Wikipedia:Judas Makkabäus|Judas Makkabäus]] wiederhergestellt (was bis heute im [[Wikipedia:Chanukka|Chanukka]]-Fest gefeiert wird) und militärisch befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Herodes der Große|Herodes dem Großen]] begann seit [[Wikipedia:21 v. Chr.|21 v. Chr.]] eine gänzliche Umgestaltung des Tempels in großartigem Maßstab und im griechischen Stil (daher [[Wikipedia:Herodianischer Tempel|Herodianischer Tempel]]). Wenn in den [[Evangelien]] vom &#039;&#039;Tempel&#039;&#039; gesprochen wird, so ist damit im &#039;&#039;äußeren&#039;&#039; Sinn &#039;&#039;dieser&#039;&#039; herodianische Tempel gemeint. Die Tempelanlage war nach [[Wikipedia:Flavius Josephus|Flavius Josephus]] ein [[Wikipedia:Maße und Gewichte in der Bibel|Stadion]] (zwischen 185 bis 200 m) lang und ein Stadion breit. Im [[Wikipedia:Jüdischer Aufstand|jüdisch-römischen Krieg]] im Jahr [[Wikipedia:70|70]] war der Tempel die letzte Schutzwehr der Juden und wurde schließlich zerstört. Einige Historiker vermuten, dass die Juden den Tempel selbst anzündeten, um seine Entweihung zu verhindern. Von der [[Wikipedia:Klagemauer|Klagemauer]] wird heute angenommen, sie sei der einzige erhaltene Teil der unter Herodes errichteten Westmauer der Tempelberganlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Felsendom.jpg|thumb|Der Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem, gesehen vom Ölberg.]]&lt;br /&gt;
Auf dem [[Tempelberg]] stand dann zunächst ein römischer [[Wikipedia:Jupiter (Mythologie)|Jupiter]]-Tempel, der unter dem zum Christentum konvertierten römischen Kaisers [[Wikipedia:Konstantin der Große|Konstantin]] niedergerissen und durch eine christliche [[Wikipedia:Basilika|Basilika]] ersetzt wurde. [[Julian Apostata]], der sich wieder vom Christentum abgewandt hatte, plante 363 n.Chr. den Wiederaufbau des ursprünglichen Salomonischen Tempels, doch sein Plan scheiterte. Wie der Kirchenhistoriker [[Wikipedia:Theodoret|Theodoret]] in seiner Kirchengeschichte (Bd. 3, Kap. 20) berichtet, wurde der Bau zwar begonnen, doch sei es zu übernatürlichen Erscheinungen, schweren Erdbeben und Feuern gekommen, worauf die aus aller Welt herbeigekommenen jüdischen Bauleute ihr Vorhaben aufgegeben und die Flucht ergriffen hätten. [[Rudolf Steiner]] schildert, &amp;quot;dass jeder Arbeiter, der angefangen hat im Tempel zu Jerusalem zu bauen, eine Vision gehabt hat, dass ihm an seiner Arbeitsstätte Feuerflammen entgegengeschlagen sind, und er abgezogen ist.&amp;quot; {{Lit|{{G|126|75ff}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Felsendom und Al-Aqsa-Moschee ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit [[Wikipedia:691|691]] stehen auf der Tempelstätte der unter den [[Wikipedia:Umayyaden|Umayyaden]] errichtete [[islam]]ische [[Wikipedia:Felsendom|Felsendom]] und seit [[Wikipedia:705|705]]/[[Wikipedia:715|715]] die [[Wikipedia:Al-Aqsa-Moschee|Al-Aqsa-Moschee]]. Streng orthodoxe Juden betreten den Tempelberg nicht, aus Angst, dort unwissentlich das Allerheiligste zu betreten, in dem die Bundeslade stand. Man weiß nicht genau, an welcher Stelle sie sich befand, weil der damalige Ort des Allerheiligsten unbekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geistige Bedeutung des Tempels ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Tempel_Salomos.png|thumb|Tempel Salomos, Rekonstruktion]]&lt;br /&gt;
{{GZ|Was die [[Gnosis]] als Weisheit war, war der Salomonische Tempel als Symbolik. Dasjenige, was der Salomonische Tempel als Symbolik umschloss, enthielt alles im Bilde, was Weltengeheimnisse sind.|173|223ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Salomonische Tempel verkörperte die Weisheit des [[Altes Testament|Alten Testaments]]. Er stand damit zugleich in einem gewissen Gegensatz zum aufstrebenden [[Christentum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In einem gewissen Sinne versteht man das ganze Wesen des Salomonischen Tempels nur, wenn man diesen Tempel zugleich im Gegensatz auf fassen kann zum werdenden, zum geborenwerdenden Christentum. Bekannt ist, wie rasch nach dem Entstehen des Christentums der Salomonische Tempel für das äußere Weltendasein zerstört worden ist. An derjenigen Stätte, von der ausgeströmt ist die Geistigkeit des Christentums, sollte fortan das äußere Denkmal der alten Entwickelung, aus der hervorgegangen ist diese Geistigkeit des Christentums, nicht mehr vorhanden sein. Ein Gegensatz ist zwischen dem Wesen des Salomonischen Tempels und dem Wesen des Christentums. Der Salomonische Tempel faßte zusammen in wunderbaren, großartigen, zum Teil gigantischen Symbolen dasjenige, was die Weltanschauung des Alten Testamentes in sich geschlossen hat. Der Salomonische Tempel ist ein Bild gewesen des ganzen Weltenalls, soweit es in seiner Gesetzmäßigkeit, in seiner inneren Struktur, in seinem Durchwalltsein von göttlich-geistigen Wesenheiten vorgestellt werden konnte durch die Weltanschauung des Alten Testamentes. Dieser Salomonische Tempel ist aber doch ein Bild des Weltenalls, welches in einer gewissen Beziehung nach einer Richtung außergewöhnlich einseitig ist. Der Salomonische Tempel ist nämlich ein Raumbild des Weltenalls, ein Bild, das räumliche Verhältnisse, räumliche Gestalten zu Hilfe nimmt, wenn die Geheimnisse dieses Weltenalls ausgedrückt werden sollen. Aber dasjenige, was an Symbolismus am Salomonischen Tempel war, belebte sich für die Anschauung derjenigen, die dieses Anblickes teilhaftig wurden aus dem Geiste des Alten Testamentes heraus.|187|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Äußerlich wurde der Tempel in Jerusalem schon bald nach der Begründung des Christentums endgültig zerstört. Umso mehr reicht seine geistige Wirksamkeit für das Wesen des Menschen, insbesondere für seinen [[Physischer Leib|physischen Leib]], noch weit in die Zukunft. Der liegende, sich aufrichtende Mensch, der sich mit den von oben hereinströmenden göttlichen Kräften verbindet, war das Vorbild aller vorderasiatischen [[Tempel]] {{Lit|{{G|286|19ff}}}}. Nach [[Rudolf Steiner]] symbolisieren die Maße des Salomonischen Tempels die [[physisch]]e Leibesform des [[Mensch]]en der [[Sechste Wurzelrasse|sechsten Wurzelrasse]] so, wie die Maße der [[Arche Noah]] die unserer gegenwärtigen [[Fünfte Wurzelrasse|fünften Wurzelrasse]] wiedergeben. Die Arche Noah war 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch; der Salomonische Tempel hatte hingegen eine Länge von 60 Ellen, eine Breite von 20 Ellen und eine Höhe von 30 Ellen ([[#Der Bau des Tempels|siehe oben]]). Die nächste Entwicklungsstufe, die bereits auf den [[Neuer Jupiter|Neuen Jupiter]] hinweist, ist das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]], von dem in der [[Apokalypse des Johannes]] gesprochen wird. Länge, Breite und Höhe sind hier von gleicher Größe, nämlich 12.000 Stadien&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stadium&amp;quot;&amp;gt;1 [[Wikipedia:Alte Maße und Gewichte (Römische Antike)|Stadium]] hat eine Länge von 185,22 m und entspricht 1/8 einer [[Wikipedia:Meile|römischen Meile]] (mille passus) bzw. 625 [[Wikipedia:Fuß (Einheit)|Fuß]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Mauer misst 144 (= 12 x 12) Ellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Arche Noah ist erbaut worden, damit sich der Mensch hinüberretten konnte in den jetzigen Zustand seines Daseins. Vor Noah lebte der Mensch in der atlantischen und lemurischen Zeit. Da hatte er noch nicht das Schiff gebaut, mit dem er über die Wasser des Astralen in das irdische Dasein kommen konnte. Von den Wassern des Astralen ist der Mensch gekommen, die Arche Noah trägt ihn hinüber. Die Arche stellt das Gebäude dar, welches die unbewußten göttlichen Kräfte gebaut hatten. Es gibt Abmessungen, wonach die Maße der Arche übereinstimmen mit den Maßen des menschlichen Körpers und mit den Maßen des Salomonischen Tempels auch wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Arche Noah ist der Mensch hinausgewachsen, und nun soll er selbst das höhere Ich mit einem Haus umgeben, das durch seinen Geist, durch seine Weisheit, durch salomonische Weisheit geschaffen worden ist.|93|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Physischer Leib|physische Leib]] des Menschen wird in der [[Sechstes Hauptzeitalter|sechsten Wurzelrasse]] eine ganz andere, viel vergeistigtere [[Form]] angenommen haben, als wir sie heute kennen. {{Lit|{{G|101|231}}}} Der Mensch wird dann auch schon wesentliche Teile seines [[Höheres Selbst|höheren Selbst]], des [[Geistselbst]], entwickelt haben. Das entspricht der Erweiterung des [[Pythagoräisches Viereck|Pythagoräischen Vierecks]], das den unteren vier [[Wesensglieder]]n bis hinauf zum [[Ich]] entspricht, zum [[Fünfeck]] {{Lit|{{G|93|143ff}}}}. Darum bildeten die Giebelbalken und die Seitenpfosten des Eingangs zum Allerheiligsten ein Fünfeck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir treten ein in den Salomonischen Tempel. Das Tor ist schon charakteristisch. Das Viereck galt als ein altes Symbol. Der Mensch ist nun heute aus dem Zustand der Vierheit in den der Fünfheit getreten als der fünfgliedrige Mensch, der sich seines höheren Selbstes bewußt wird. Der innere göttliche Tempel ist so geformt, daß er den fünfgliedrigen Menschen umschließt. Das Quadrat ist heilig. Das Tor, die Bedachung und die Seitenpfosten geben zusammen ein Fünfeck. Wenn der Mensch erwacht aus der Vierheit, das ist, wenn er in das Innere hineingeht - das Innere ist das Wichtigste des Tempels -, da sieht man eine Art Altar; wir erblicken zwei Cherubim, welche wie zwei schützende Geister über der Bundeslade, dem Allerheiligsten, schweben; denn das fünfte Prinzip, welches noch nicht heruntergestiegen ist, soll von den beiden höheren Wesenheiten - Buddhi und Atma - in Schutz genommen werden. Das ist der Eintritt in die manasische Entwicklung des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Innere ist mit Gold ausgekleidet, weil das Gold von jeher das Symbol der Weisheit ist. Nun tritt die Weisheit in das manasische Stadium. Palmblätter finden wir als das Friedenssymbol. Das stellt eine gewisse Epoche des Menschen dar und ist hier als etwas hingestellt, was erst später, im Christentum, zum Ausdruck gekommen ist. Jetzt hatten es die Tempelleiter in sich bewahrt und auf diese Art etwas für später Beschlossenes hier ausgedrückt.|93|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vorchristlicher Zeit war der Salomonische Tempel so etwas wie ein weithin leuchtender „Mittelpunktsstern“ für jene [[Geistige Wesen|geistigen Wesenheiten]], welche die sich [[Inkarnation|inkarnierenden]] [[Seele]]n zur Erde hinab geleiteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] lebte die Idee des Salomonischen Tempels von neuem in den [[Tempelritter]]n auf, die den Gedanken des Tempels in das Abendland hinübertragen wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn Sie die Lehren der Templer verfolgen, so ist da etwas im&lt;br /&gt;
Mittelpunkte, was als etwas Weibliches verehrt wurde. Dieses Weibliche&lt;br /&gt;
nannte man die göttliche Sophia, die göttliche Weisheit. Manas&lt;br /&gt;
ist das fünfte Prinzip, das geistige Selbst des Menschen, das aufgehen&lt;br /&gt;
soll, dem ein Tempel errichtet werden sollte. Und wie das Fünfeck&lt;br /&gt;
vom Eingang des Salomonischen Tempels den fünfgliedrigen Menschen&lt;br /&gt;
charakterisiert, ebenso charakterisiert dieses Weibliche die Weisheit&lt;br /&gt;
des Mittelalters. Dante hat mit seiner «Beatrice» nichts anderes&lt;br /&gt;
als diese Weisheit zur Darstellung bringen wollen. Nur der versteht&lt;br /&gt;
Dantes «Göttliche Komödie», der sie von dieser Seite betrachtet. Daher&lt;br /&gt;
finden Sie auch bei Dante dieselben Symbole, die bei den Templern,&lt;br /&gt;
den christlichen Ritterschaften, den Gralsrittern und so weiter&lt;br /&gt;
zum Ausdruck kommen. Alles was geschehen soll, wird schon lange&lt;br /&gt;
vorher von den großen Eingeweihten vorbereitet, die dasjenige, was&lt;br /&gt;
in der Zukunft geschehen soll, in der Weise sagen, wie es in der Apokalypse&lt;br /&gt;
geschehen ist, damit die Seelen vorbereitet werden für dieses&lt;br /&gt;
Geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweierlei Strömungen haben wir nach der Sage beim Eingang des&lt;br /&gt;
Menschengeschlechtes in die Welt: Die Kainskinder, die einer der&lt;br /&gt;
Elohim mit Eva gezeugt, die Kinder der Welt, bei denen wir die großen&lt;br /&gt;
Künste und äußeren Wissenschaften finden. Das ist die eine Strömung,&lt;br /&gt;
die geächtet wurde und dann durch das Christentum geheiligt&lt;br /&gt;
werden soll, wenn das fünfte Prinzip in die Welt gekommen ist. Die&lt;br /&gt;
andere Strömung sind die Gotteskinder, die den Menschen gebracht&lt;br /&gt;
haben bis zur Erfassung des fünften Prinzips. Es sind die, die Adam&lt;br /&gt;
geschaffen hat. Dann wurden die Kainssöhne aufgerufen, um jetzt&lt;br /&gt;
dasjenige in einer Hülle einzufassen, was die Gottessöhne, die Abel-&lt;br /&gt;
Seth-Kinder geschaffen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bundeslade ist der heilige Name des Jahve geborgen. Aber&lt;br /&gt;
das, was die Welt umgestalten soll, was für das Allerheiligste die Umhüllung&lt;br /&gt;
schaffen soll, das soll wieder hergestellt werden durch die&lt;br /&gt;
Kainssöhne. Gott hat des Menschen Leib geschaffen, darin geht des&lt;br /&gt;
Menschen Ich auf und zerstört zunächst diesen Tempel. Der Mensch&lt;br /&gt;
kann sich nur retten, wenn er sich zuerst das Haus baut, das ihn hinüberträgt&lt;br /&gt;
über die Wasser der Leidenschaften, wenn er sich die Arche&lt;br /&gt;
Noah baut. Dieses Haus muß der Mensch wieder aufrichten. So baut&lt;br /&gt;
am Äußeren, was als die Kainskinder in die Welt gekommen ist, und&lt;br /&gt;
was die Gotteskinder gebracht haben, das baut am Inneren [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann erst verstehen wir die Theosophie, wenn wir sie als Testament&lt;br /&gt;
auffassen, das, was als der Salomonische Tempel aufgezeichnet&lt;br /&gt;
und was als Zukünftiges zu erwarten ist, vorzubereiten. Vorbereiten&lt;br /&gt;
sollen wir den neuen Bund anstelle des alten Bundes. Der alte ist der&lt;br /&gt;
Bund des schöpferischen Gottes, wo das Göttliche am Menschentempel&lt;br /&gt;
schafft. Der neue ist derjenige, wo der Mensch selbst den&lt;br /&gt;
Weisheitstempel um das Göttliche herumhüllt, wo er ihn wieder herstellt,&lt;br /&gt;
damit dieses Ich eine Zuflucht auf dieser Erde findet, wenn es&lt;br /&gt;
befreit aus der Materie auferstehen wird.|93|152f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun wohnt ja der Mensch in seiner physischen, ätherischen und&lt;br /&gt;
astralischen Hülle mit seinem Ich, durch das er diese dreifache Natur&lt;br /&gt;
so umwandeln soll, damit die drei höheren Prinzipien hier auf der&lt;br /&gt;
Erde ihren entsprechenden Wohnplatz erhalten und sich heimisch&lt;br /&gt;
fühlen können. Dafür sollte der alte Bund sorgen. Er sollte durch die&lt;br /&gt;
Künste des Kainsgeschlechtes Menschensöhne in die Welt bringen&lt;br /&gt;
und durch diese Menschensöhne sollte alles Äußere geschaffen werden,&lt;br /&gt;
was dem physischen, ätherischen und astralischen Leibe dient.&lt;br /&gt;
Was ist das alles ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dem physischen Leib dient, ist zunächst alles, was durch die&lt;br /&gt;
technischen Künste eingerichtet wird zur Befriedigung des physischen&lt;br /&gt;
Leibes und zu seiner Behaglichkeit. Was wir dann an gesellschaftlichen,&lt;br /&gt;
staatlichen Einrichtungen und Organisationen haben in bezug&lt;br /&gt;
auf das Zusammenleben der Menschen, was sich auf Ernährung und&lt;br /&gt;
Fortpflanzung bezieht, dient zum Aufbau des Lebensleibes. Und auf&lt;br /&gt;
den Astralkörper wirkend haben wir das Gebiet der sittlichen Vorschriften,&lt;br /&gt;
der Ethik, was die Triebe und Leidenschaften in Ordnung&lt;br /&gt;
bringen, die astralische Natur regeln und auf eine höhere Stufe heben&lt;br /&gt;
soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bauten die Kainssöhne den ganzen alten Bund hindurch diesen&lt;br /&gt;
dreistufigen Tempel auf. Er ist, so wie er sich zusammensetzt aus&lt;br /&gt;
unseren äußeren Einrichtungen - Sie können dabei an unsere Wohnungen,&lt;br /&gt;
Werkzeuge, an das Gesellschafts- und Staatswesen, die sittlichen&lt;br /&gt;
Einrichtungen denken -, in allem diesem ist er der Bau&lt;br /&gt;
der Kainssöhne, der den unteren Gliedern der menschlichen Natur&lt;br /&gt;
dient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben arbeitete die andere Strömung, welcher die Göttersöhne,&lt;br /&gt;
ihre Schüler und ihre Nachfolger vorstehen. Von dorther haben wir&lt;br /&gt;
die Diener der göttlichen Weltordnung, die Diener der Bundeslade.&lt;br /&gt;
In ihnen haben wir etwas, was als eigene Strömung hergeht neben&lt;br /&gt;
den Dienern der Welt. Sie nahmen eine besondere Stellung ein. Erst&lt;br /&gt;
als der Salomonische Tempel errichtet war, sollte ja die Bundeslade&lt;br /&gt;
hineingestellt werden, das heißt, alles andere sollte gleichsam hingeordnet&lt;br /&gt;
werden zu der Bundeslade, sich um sie gruppieren. Alles was&lt;br /&gt;
früher weltlich war, sollte ein äußerer Ausdruck, ein Bau werden für&lt;br /&gt;
das, was die Bundeslade für die Menschheit bedeutet. Derjenige wird&lt;br /&gt;
sich am besten den Tempel Salomos vorstellen, der sich ihn vorstellt&lt;br /&gt;
als etwas, was äußerlich, als Physiognomie zum Ausdruck bringt, was&lt;br /&gt;
die Bundeslade als Seele sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die äußeren drei Körper des Menschen belebt hat, ihnen das&lt;br /&gt;
Leben gegeben hat, ist von den Göttersöhnen entlehnt dem Baum&lt;br /&gt;
des Lebens. Das ist sinnbildlich ausgedrückt in jenem Bauholz, das&lt;br /&gt;
später zum Kreuz Christi verwendet worden ist. Den Göttersöhnen&lt;br /&gt;
war es zuerst gegeben. Was taten sie damit? Was bedeutet im tieferen&lt;br /&gt;
Sinn das Kreuzesholz? Es liegt eine ungeheuer tiefe Bedeutung&lt;br /&gt;
in dieser heiligen Legende vom Kreuzesholz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Aufgabe hat denn überhaupt der Mensch bei seiner irdischen&lt;br /&gt;
Entwickelung? Er soll seine jetzigen drei Körper, die er erhalten hat,&lt;br /&gt;
um eine Stufe höher hinaufheben. Also, er soll den physischen Körper&lt;br /&gt;
hinaufheben in ein höheres Reich und er soll auch den Ätherund&lt;br /&gt;
Astralleib hinaufheben in ein höheres Reich. Diese Entwickelung&lt;br /&gt;
obliegt dem Menschen. Das ist ihr eigentlicher Sinn: unsere drei&lt;br /&gt;
Körper zu drei höheren Gliedern der ganzen göttlichen Weltordnung&lt;br /&gt;
zu machen.|93|157ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der unsichtbare Tempel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unsichtbare bzw. nur übersinnlich sichtbare Tempel, das ist die menschliche [[Seele]] selbst, die den [[Geist]] von oben empfängt und das geistig Empfangene in die rechte &#039;&#039;Seelenform&#039;&#039; gießt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir hören von dem salomonischen Tempel bei mancherlei Gelegenheiten als von jenem Tempel, von dem wir wissen, daß in ihm zum Ausdruck kommen sollte der ganze Geist der Menschheitsentwickelung. Wir hören davon; an die Menschen der physischen Erde stellt man aber - und das ist das Rätselhafte an der Sache - die ganz vergebliche Frage: wer hat jenen salomonischen Tempel, von dem wir als einer grandiosen Wahrheit sprechen - wenn wir überhaupt im Ernst davon sprechen -, wer hat ihn mit physischen Augen gesehen? Ja, es ist ein Rätsel, was ich da sage! Herodot hat wenige Jahrhunderte, nachdem der salomonische Tempel aufgebaut gewesen sein mußte, Ägypten bereist, hat Vorderasien bereist. Aus seinen Reiseschilderungen, die sich wahrhaftig über viel Geringeres hermachen als über das, was der salomonische Tempel gewesen sein muß, wissen wir, daß er nur wenige Meilen vorbeigegangen sein mußte am salomonischen Tempel - aber er hat ihn nicht gesehen. Den salomonischen Tempel hatten die Leute noch nicht gesehen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rätselvolle ist nun, daß ich über etwas sprechen muß, was doch da war und was die Leute nicht gesehen haben. Aber es ist so. Nun, es gibt auch in der Natur etwas, was da sein kann und was die Leute doch nicht sehen. Der Vergleich ist aber nicht vollständig, und wer ihn ausnützen wollte, würde ganz danebenschießen. Es sind die Pflanzen, die in ihrem Samen enthalten sind; aber die Menschen sehen die Pflanzen in ihrem Samen nicht. Es sollte aber nun niemand weitergehen in diesem Vergleich, denn wer jetzt darnach den salomonischen Tempel interpretieren würde, der würde gleich etwas Falsches sagen. Soweit ich es selbst gesagt habe, ist der Vergleich durchaus richtig, der Vergleich des Pflanzensamens mit dem salomonischen Tempel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was will der salomonische Tempel? Er will dasselbe, was der Tempel der Zukunft wollen soll und allein wollen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann den physischen Menschen darstellen in der Anthroposophie. Man kann den Menschen, insofern er der Tempel der Seele selber ist und von der Seele durchseelt ist, darstellen in der Psychosophie. Und man kann den Menschen darstellen durch Pneumatosophie, insofern der Mensch Geist ist. Der geistige Mensch, dürfen wir ihn denn nicht so vor uns hinstellen, daß wir sagen: Zuerst erblicken wir den Menschen, der, am Boden liegend, sich aufrichtet; dann den Menschen, der in sich selbst geschlossen wie ein in sich gegründetes Unendliches vor uns steht mit dem gerade vor sich hingerichteten Blick; und dann erblicken wir den Menschen, der nach oben schaut, seelisch in sich gegründet, aber die Seele zum Geiste erhebend und den Geist empfangend. «Der Geist ist spirituell», das ist eine Tautologie, aber sie kann uns doch klarmachen, was wir zu sagen haben: Der Geist ist das Übersinnliche, die Kunst kann nur im Sinnlichen formen und im Sinnlichen überhaupt zum Ausdruck kommen. Mit anderen Worten: Was die Seele als Geist empfängt, muß in die Form sich ergießen können. So wie der sich aufrichtende Mensch, der in sich gefestigte Mensch zum Tempel geworden ist, so muß die Seele zum Tempel werden können, die den Geist empfängt. Dazu ist unser Zeitalter da, daß es den Anfang macht mit einer Tempelkunst, die laut zu den Menschen der Zukunft sprechen kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tempel, das ist der Mensch, der Mensch, der in seiner Seele den Geist empfängt!&amp;quot; {{Lit|{{G|286|23f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Seelenform bildet sich im Laufe der aufeinanderfolgenden irdischen [[Inkarnation]]en des [[Mensch]]en auch die [[physisch]]e [[Leib]]esform entsprechend aus, die im salomonischen Tempelbau ihren äußeren symbolischen Ausdruck fand, wobei die äußeren [[Architektur|architektonischen]] [[Form]]en zugleich wieder bildend und veredelnd auf die [[Seele]] zurückwirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Jerusalemer Tempel}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Jerusalemer Tempel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Tempellegende und die Goldene Legende &#039;&#039;, [[GA 93]] (1991) {{Vorträge|93}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole&#039;&#039;, [[GA 101]] (1992) {{Vorträge|101}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Okkulte Geschichte&#039;&#039;, [[GA 126]] (1992) {{Vorträge|126}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 173]] (1978) {{Vorträge|173}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie kann die Menschheit den Christus wiederfinden?&#039;&#039; [[GA 187]] (1995) {{Vorträge|187}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wege zu einem neuen Baustil&#039;&#039;, [[GA 286]] (1982) {{Vorträge|286}}&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia1|Israelitischer_Tempel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die spirituellsten Bauwerke der Welt|104]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Salomonischer Tempel|!]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tempel]]&lt;br /&gt;
[[en:Solomon&#039;s Temple]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die 6. Posaune]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Salomonischer_Tempel&amp;diff=626837</id>
		<title>Salomonischer Tempel</title>
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		<updated>2026-10-20T09:59:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Die geistige Bedeutung des Tempels */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Salomonischer_Tempel.jpg|thumb|350px|Modell des [[Salomonischer Tempel|Salomonischen Tempels]] mit dem [[Ehernes Meer|ehernen Meer]] (links) und dem zentralen Altar (rechts) im Vorhof.]]&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Salomonische Tempel&#039;&#039;&#039;, der erste fest gebaute Tempel [[Wikipedia:Israel|Israel]]s, wurde im Auftrag [[Salomo]]s auf dem [[Tempelberg]] [[Moria]] in [[Jerusalem]] mit Hilfe [[Wikipedia:Phönizier|phönizischer]] Baumeister errichtet, die gemäß der [[Tempellegende]] von [[Hiram Abif]] angeführt wurden. Baubeginn war [[Wikipedia:957 v. Chr.|957 v. Chr.]], die Weihe erfolgte [[Wikipedia:951 v. Chr.|951 v. Chr.]], der Bau dauerte also [[sieben]] Jahre ({{B|1 Kön|6|38}}). Zu Beginn der [[Wikipedia:Babylonische Gefangenschaft|babylonischen Gefangenschaft]] (586/87 v.Chr.) wurde der Tempel von den [[Wikipedia:Babylon|Babylon]]iern unter der Führung von [[Wikipedia:Nebukadnezar II.|Nebukadnezar II.]] - vermutlich durch gezieltes Abbrennen - zerstört. Einige Jahrzehnte nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil wurde der [[Salomonischer Tempel#Zweiter Tempel|zweite Tempel]] errichtet und [[Wikipedia:515 v. Chr.|515 v. Chr.]] vollendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Ab [[Wikipedia:21 v. Chr.|21 v. Chr.]] ließ ihn [[Herodes der Große]] gänzlich umgestalten. Im Jahr [[Wikipedia:70|70 n. Chr.]] wurde er im  [[Wikipedia:Jüdischer Aufstand|jüdisch-römischen Krieg]] (66–70) vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Freimaurer]]tum hat sich ein Schatten der [[Altes Testament|alttestamentarischen]] [[Esoterik]] erhalten, die im salomonischen Tempelbau ihren symbolischen Ausdruck fand:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige, was die Geheimnisse des Salomonischen Tempels waren, ist mit einigen Ausnahmen fast restlos aufgegangen in all die maurerischen und andern Geheimgesellschaften der jetzigen Zeit.|187|37f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Bau des Tempels ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Solomons_Tempel.png|thumb|350px|Der Salomonische Temple im Grund- und Aufriß]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Christian-van-adrichom JERVSALEM-et-suburbia-eius detail-solomon-temple 1-1497x1000.jpg|thumb|350px|[[Wikipedia:Christian van Adrichom|Christian van Adrichom]] (1533-1585): &#039;&#039;Der Tempel des Königs Salomo (Detail; Köln 1584)&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Solomon&#039;s Temple, Museum für Hamburgische Geschichte, Hamburg, Germany IMG 5846 edit.jpg|mini|350px|Modell des salomonischen Tempels im [[Wikipedia:Museum für Hamburgische Geschichte|Museum für Hamburgische Geschichte]] (Detailansicht)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Salomonische Tempel war aus Stein gebaut, hatte eine Länge von 60 [[Wikipedia:Elle|Elle]]n&amp;lt;ref name=Elle&amp;gt;Die [[Wikipedia:Elle|Elle]] entspricht dem Maß des Vorderarms vom Ellenbogen bis zur äußersten Spitze des Mittelfingers. Im ägyptischen System betrug die große, die &amp;quot;königliche&amp;quot; Elle 52,5 cm, die kleinste 45,8 cm. Nach dem babylonischen Sytem betrugen diese Maße 51,8 cm bzw. 49,5 cm. 1 Elle = 2 Spannen; 1 Spanne = 3 Handbreiten; 1 Handbreite = 4 Fingerbreiten (siehe auch [[Wikipedia:Maße und Gewichte in der Bibel|Maße und Gewichte in der Bibel]])&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine Breite von 20 Ellen und 30 Ellen Höhe. An drei Seiten war er mit außen umlaufenden Räumen umgeben, welche, in drei Stockwerken übereinander, zur Bewahrung der Schätze und Gerätschaften des Tempels dienten. Es drückt sich darin die [[leib]]liche und [[Seele|seelische]] [[Dreigliederung]] des [[Mensch]]enwesens aus und wirft auch ein Licht auf die für unsere Zeit von [[Rudolf Steiner]] geforderte [[Dreigliederung des sozialen Organismus]]. Insbesondere wird damit auch auf die drei unteren [[Wesensglieder]] des [[Mensch]]en hingewiesen, auf den [[Physischer Leib|physischen Leib]], den [[Ätherleib]] und den [[Astralleib]], die durch das [[Ich]], dem man nur im verhangenen Allerheiligsten begegnen kann, verwandelt werden zu den höheren geistigen Wesensgliedern ([[Manas]], [[Buddhi]] und [[Atma]]), die zusammen als das sog. [[Goldenes Dreieck|Goldene Dreieck]] symbolisiert werden und gemeinsam das [[Höheres Selbst|höhere Selbst]] des Menschen bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eingangsseite vorgelagert war die 10 Ellen tiefe Vorhalle, vor der zwei bronzene Säulen standen, [[Jachin und Boas|&#039;&#039;Jachin&#039;&#039; und &#039;&#039;Boas&#039;&#039;]] („Festigkeit und Stärke“), die aber keine konstruktive Funktion hatten, sondern als vielsagende Symbole den Eingang flankierten. Wie in der Antike üblich befand sich der Eingang im Osten, das [[Allerheiligstes|Allerheiligste]] im Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Thema der [[Tempellegende]] ist der Guß des [[Ehernes Meer|Ehernen Meeres]] ({{B|1 Kön|7|23|LUT}}), eines [[Wikipedia:Bronze|bronzenen]] Beckens, das vor dem Tempel auf zwölf bronzenen Rindern ruhte, die die Kräfte des [[Tierkreis]]es symbolisieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Innere des Tempels bestand aus einem 40 Ellen langen Vorderraum, das Heilige, in dem die goldenen [[Menora|Leuchter]], der [[Wikipedia:Schaubrottisch|Schaubrottisch]] und der [[Wikipedia:Rauchopfer|Räucheraltar]] standen, und aus einem durch einen Vorhang davon geschiedenen quadratischen Hinterraum von 20 Ellen Länge, das Allerheiligste, mit der [[Bundeslade]] und zwei großen [[Cherubim]]. Beide Räume waren an den Wänden, das Allerheiligste ([[Adyton]]) auch am Boden und an der Decke mit Holzwerk getäfelt und mit [[Gold]] ausgekleidet. Der große Hauptaltar für die Brandopfer stand im Hof, vor dem Eingang des eigentlichen Tempels. Im [[Wikipedia:1. Buch der Könige|1. Buch der Könige]] wird der Tempelbau so beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
1 Im vierhundertachtzigsten Jahr nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, im vierten Jahr der Regierung Salomos über Israel, im Monat Siw, das ist der zweite Monat, begann er das Haus des Herrn zu bauen. 2 Das Haus, das König Salomo für den Herrn baute, war sechzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch. 3 Die Vorhalle vor dem Hauptraum des Hauses war zwanzig Ellen breit, entsprechend der Breite des Hauses, und zehn Ellen tief in der Längsrichtung des Hauses. 4 Er machte für das Haus Fenster mit Rahmen und Gittern. 5 An die Wände des Hauses, und zwar an die Wände des Hauptraums und des hinteren Raumes, legte er ringsum einen Anbau mit Kammern. 6 Dieser war im Untergeschoss fünf Ellen, im mittleren sechs und im dritten sieben Ellen breit; die Außenwand des Hauses hatte er abgestuft, um sie nachher nicht beschädigen zu müssen. 7 Beim Bau des Hauses wurden Steine verwendet, die man schon im Steinbruch fertig behauen hatte; Hämmer, Meißel und sonstige eiserne Werkzeuge waren beim Bau des Hauses nicht zu hören. 8 Die Türe zu den unteren Kammern war an der Südseite des Hauses. Über Treppen stieg man zum mittleren und vom mittleren zum dritten Stockwerk hinauf. 9 Als er den Bau des Hauses vollendet hatte, überdeckte er es mit Balken und Brettern aus Zedernholz. 10 Den Anbau führte er um das ganze Haus. Seine Höhe betrug (in jedem Stockwerk) fünf Ellen und Zedernbalken verbanden ihn mit dem Haus. 11 Das Wort des Herrn erging an Salomo: 12 Dieses Haus, das du baust, - wenn du meinen Geboten gehorchst und auf meine Vorschriften achtest und alle meine Befehle ausführst und befolgst, dann werde ich an dir das Wort wahr machen, das ich zu deinem Vater David gesprochen habe. 13 Und ich werde inmitten der Israeliten wohnen und mein Volk Israel nicht verlassen. 14 So vollendete Salomo den Bau des Hauses. 15 Er täfelte seine Innenwände mit Zedernholz aus; vom Fußboden bis zu den Balken der Decke ließ er eine Holzvertäfelung anbringen. Den Fußboden belegte er mit Zypressenholz. 16 Zwanzig Ellen vor der Rückseite des Hauses errichtete er vom Fußboden bis zum Gebälk eine Wand aus Zedernholz und schuf so die Gotteswohnung, das Allerheiligste. 17 Vierzig Ellen lang war der davorliegende Hauptraum. 18 Im Innern hatte das Haus Zedernverkleidung mit eingeschnitzten Blumengewinden und Blütenranken. Alles war aus Zedernholz, kein Stein war zu sehen. 19 Im Innern des Hauses richtete er die Gotteswohnung ein, um die Bundeslade des Herrn aufstellen zu können. 20 Die Wohnung war zwanzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und zwanzig Ellen hoch; er überzog sie mit bestem Gold. Auch ließ er einen Altar aus Zedernholz herstellen. 21 Das Innere des Hauses ließ Salomo mit bestem Gold auskleiden und vor der Gotteswohnung ließ er goldene Ketten anbringen. 22 So überzog er das ganze Haus vollständig mit Gold; auch den Altar vor der Gotteswohnung überzog er ganz mit Gold. 23 In der Gotteswohnung ließ er zwei Kerubim aus Olivenholz anfertigen. Ihre Höhe betrug zehn Ellen. 24 Fünf Ellen maß der eine Flügel des Kerubs und fünf Ellen sein anderer Flügel. Von einem Flügelende bis zum anderen waren es zehn Ellen. 25 Auch der zweite Kerub war zehn Ellen hoch. Beide hatten gleiches Maß und gleiche Gestalt. 26 Der eine Kerub war zehn Ellen hoch und ebenso hoch war der andere. 27 Er stellte die Kerubim mitten in den innersten Raum. Ihre Flügel waren so ausgespannt, dass der Flügel des einen Kerubs die eine Wand, der Flügel des zweiten Kerubs die andere Wand, die Flügel in der Mitte des Raumes aber einander berührten. 28 Er ließ die Kerubim mit Gold überziehen. 29 An allen Wänden des Hauses, im inneren wie im äußeren Raum, ließ er ringsum Kerubim, Palmen und Blütenranken einschnitzen. 30 Auch die Fußböden des hinteren und des vorderen Raumes ließ er mit Gold belegen. 31 Für den Eingang zur Gotteswohnung ließ er Türflügel aus Olivenholz anfertigen. Die Giebelbalken und die Seitenpfosten bildeten ein Fünfeck. 32 An den beiden Türflügeln aus Olivenholz ließ er Kerubim, Palmen und Blütenranken einschnitzen und sie mit Gold überziehen, indem er auf die Kerubim und die Palmen Gold auftragen ließ. 33 Ebenso ließ er für den Eingang zum Hauptraum Türpfosten aus Olivenholz anfertigen, die ein Viereck bildeten, 34 dazu zwei Türflügel aus Zypressenholz. Zwei drehbare Teile hatte der eine Türflügel und zwei drehbare Teile der andere. 35 Er ließ auf ihnen Kerubim, Palmen und Blütenranken einschnitzen und auf das Schnitzwerk dünnes Blattgold legen. 36 Er legte den inneren Hof an (und umgab ihn mit einer Mauer) aus drei Lagen Quadern und einer Lage Zedernbalken. 37 Im vierten Jahr, im Monat Siw, war das Fundament für das Haus des Herrn gelegt worden 38 und im elften Jahr, im Monat Bul, das ist der achte Monat, wurde das Haus mit all seinem Zubehör vollendet, ganz so, wie es geplant war. Sieben Jahre hatte man an ihm gebaut. {{B|1 Kön|6|1}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man geht heute allgemein davon aus, dass das Heilige nur den Priestern zugänglich war, das Allerheiligste durfte nur der Hohenpriester einmal jährlich, am [[Wikipedia:Jom Kippur|Jom Kippur]], betreten. Nach Überlieferung des [[Wikipedia:Talmud|Talmud]] wurden allerdings von Zeit zu Zeit Reinigungskräfte von oben in Körben in den Raum hinabgelassen; diese verrichteten ihre Arbeit mit Blick zur Wand, das Betrachten des Inneren des Raumes war ihnen strikt verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Tempelgebäude war von einem inneren Vorhof der Priester mit dem Brandopferaltar, dem Reinigungsbecken und anderen Gerätschaften umgeben, und dieser durch Säulengänge mit bronzenen Toren von dem für das Volk bestimmten und von einer Mauer umschlossenen äußern Vorhof getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufzeichnungen über den Salomonischen Tempelbau finden sich, - außer einzelnen Notizen bei {{B|Jer|52}} und in {{B|2 Kön|25}} - in {{B|1 Kön|5-7}}, und {{B|2 Chr|2-4}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweiter Tempel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der serubbabelische und der herodianische Tempel ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Jerusalemer_Tempel.jpg|thumb|left|300px|Rekonstruktion des herodianischen Tempels]]&lt;br /&gt;
Nachdem der salomonische Tempel [[Wikipedia:586 v. Chr.|586 v. Chr.]] durch [[Wikipedia:Nebukadnezar II.|Nebukadnezar II.]] zerstört worden war, wurde einige Jahrzehnte nach der Rückkehr der Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft der zweite, nach [[Wikipedia:Serubbabel|Serubbabel]] benannte Tempel errichtet. Dieser wurde wahrscheinlich an gleicher Stätte und zumindest grob nach dem Plan des ersten erbaut und [[Wikipedia:515 v. Chr.|515 v. Chr.]] vollendet&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[[Wikipedia:Erwin Reidinger|Erwin Reidinger]]: &#039;&#039;Die Tempelanlage in Jerusalem von Salomo bis Herodes aus der Sicht der Bautechnischen Archäologie.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Biblische Notizen, Beiträge zur exegetischen Diskussion&#039;&#039;, Heft 114/115, München 2002, 89–150 (Summary 150), {{ISSN|0178-2967}}; ders: &#039;&#039;The Temple Mount Platform in Jerusalem from Solomon to Herod: An Archaeological Re-Examination.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Assaph, Studies in Art History&#039;&#039;, Band 9, Tel Aviv 2004, S. 1–64; {{ISSN|0333-6476}}; ders.: &#039;&#039;Der Tempel in Jerusalem: Datierung nach der Sonne.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Biblische Notizen, Aktuelle Beiträge zur Exegese der Bibel und ihrer Welt.&#039;&#039; Neue Folge, Heft n.128, Salzburg 2006, 81–104 (Summary 102,103), {{ISSN|0178-2967}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Er reichte in Größe und Pracht nicht an den ersten Tempel heran. Das Allerheiligste war jetzt leer, da die [[Wikipedia:Bundeslade|Bundeslade]] bei der Zerstörung des salomonischen Tempels vermutlich verloren gegangen war. Die Auseinandersetzungen um den Neubau des Tempels haben im [[Wikipedia:Haggai|Haggai]]buch ihren literarischen Niederschlag gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Wikipedia:Antiochos IV.|Antiochos IV. Epiphanes]] [[Wikipedia:169 v. Chr.|169 v. Chr.]] entweiht, wurde dieser Tempel von [[Wikipedia:Judas Makkabäus|Judas Makkabäus]] wiederhergestellt (was bis heute im [[Wikipedia:Chanukka|Chanukka]]-Fest gefeiert wird) und militärisch befestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Herodes der Große|Herodes dem Großen]] begann seit [[Wikipedia:21 v. Chr.|21 v. Chr.]] eine gänzliche Umgestaltung des Tempels in großartigem Maßstab und im griechischen Stil (daher [[Wikipedia:Herodianischer Tempel|Herodianischer Tempel]]). Wenn in den [[Evangelien]] vom &#039;&#039;Tempel&#039;&#039; gesprochen wird, so ist damit im &#039;&#039;äußeren&#039;&#039; Sinn &#039;&#039;dieser&#039;&#039; herodianische Tempel gemeint. Die Tempelanlage war nach [[Wikipedia:Flavius Josephus|Flavius Josephus]] ein [[Wikipedia:Maße und Gewichte in der Bibel|Stadion]] (zwischen 185 bis 200 m) lang und ein Stadion breit. Im [[Wikipedia:Jüdischer Aufstand|jüdisch-römischen Krieg]] im Jahr [[Wikipedia:70|70]] war der Tempel die letzte Schutzwehr der Juden und wurde schließlich zerstört. Einige Historiker vermuten, dass die Juden den Tempel selbst anzündeten, um seine Entweihung zu verhindern. Von der [[Wikipedia:Klagemauer|Klagemauer]] wird heute angenommen, sie sei der einzige erhaltene Teil der unter Herodes errichteten Westmauer der Tempelberganlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Felsendom.jpg|thumb|Der Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem, gesehen vom Ölberg.]]&lt;br /&gt;
Auf dem [[Tempelberg]] stand dann zunächst ein römischer [[Wikipedia:Jupiter (Mythologie)|Jupiter]]-Tempel, der unter dem zum Christentum konvertierten römischen Kaisers [[Wikipedia:Konstantin der Große|Konstantin]] niedergerissen und durch eine christliche [[Wikipedia:Basilika|Basilika]] ersetzt wurde. [[Julian Apostata]], der sich wieder vom Christentum abgewandt hatte, plante 363 n.Chr. den Wiederaufbau des ursprünglichen Salomonischen Tempels, doch sein Plan scheiterte. Wie der Kirchenhistoriker [[Wikipedia:Theodoret|Theodoret]] in seiner Kirchengeschichte (Bd. 3, Kap. 20) berichtet, wurde der Bau zwar begonnen, doch sei es zu übernatürlichen Erscheinungen, schweren Erdbeben und Feuern gekommen, worauf die aus aller Welt herbeigekommenen jüdischen Bauleute ihr Vorhaben aufgegeben und die Flucht ergriffen hätten. [[Rudolf Steiner]] schildert, &amp;quot;dass jeder Arbeiter, der angefangen hat im Tempel zu Jerusalem zu bauen, eine Vision gehabt hat, dass ihm an seiner Arbeitsstätte Feuerflammen entgegengeschlagen sind, und er abgezogen ist.&amp;quot; {{Lit|{{G|126|75ff}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Felsendom und Al-Aqsa-Moschee ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit [[Wikipedia:691|691]] stehen auf der Tempelstätte der unter den [[Wikipedia:Umayyaden|Umayyaden]] errichtete [[islam]]ische [[Wikipedia:Felsendom|Felsendom]] und seit [[Wikipedia:705|705]]/[[Wikipedia:715|715]] die [[Wikipedia:Al-Aqsa-Moschee|Al-Aqsa-Moschee]]. Streng orthodoxe Juden betreten den Tempelberg nicht, aus Angst, dort unwissentlich das Allerheiligste zu betreten, in dem die Bundeslade stand. Man weiß nicht genau, an welcher Stelle sie sich befand, weil der damalige Ort des Allerheiligsten unbekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die geistige Bedeutung des Tempels ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Tempel_Salomos.png|thumb|Tempel Salomos, Rekonstruktion]]&lt;br /&gt;
{{GZ|Was die [[Gnosis]] als Weisheit war, war der Salomonische Tempel als Symbolik. Dasjenige, was der Salomonische Tempel als Symbolik umschloss, enthielt alles im Bilde, was Weltengeheimnisse sind.|173|223ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Salomonische Tempel verkörperte die Weisheit des [[Altes Testament|Alten Testaments]]. Er stand damit zugleich in einem gewissen Gegensatz zum aufstrebenden [[Christentum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In einem gewissen Sinne versteht man das ganze Wesen des Salomonischen Tempels nur, wenn man diesen Tempel zugleich im Gegensatz auf fassen kann zum werdenden, zum geborenwerdenden Christentum. Bekannt ist, wie rasch nach dem Entstehen des Christentums der Salomonische Tempel für das äußere Weltendasein zerstört worden ist. An derjenigen Stätte, von der ausgeströmt ist die Geistigkeit des Christentums, sollte fortan das äußere Denkmal der alten Entwickelung, aus der hervorgegangen ist diese Geistigkeit des Christentums, nicht mehr vorhanden sein. Ein Gegensatz ist zwischen dem Wesen des Salomonischen Tempels und dem Wesen des Christentums. Der Salomonische Tempel faßte zusammen in wunderbaren, großartigen, zum Teil gigantischen Symbolen dasjenige, was die Weltanschauung des Alten Testamentes in sich geschlossen hat. Der Salomonische Tempel ist ein Bild gewesen des ganzen Weltenalls, soweit es in seiner Gesetzmäßigkeit, in seiner inneren Struktur, in seinem Durchwalltsein von göttlich-geistigen Wesenheiten vorgestellt werden konnte durch die Weltanschauung des Alten Testamentes. Dieser Salomonische Tempel ist aber doch ein Bild des Weltenalls, welches in einer gewissen Beziehung nach einer Richtung außergewöhnlich einseitig ist. Der Salomonische Tempel ist nämlich ein Raumbild des Weltenalls, ein Bild, das räumliche Verhältnisse, räumliche Gestalten zu Hilfe nimmt, wenn die Geheimnisse dieses Weltenalls ausgedrückt werden sollen. Aber dasjenige, was an Symbolismus am Salomonischen Tempel war, belebte sich für die Anschauung derjenigen, die dieses Anblickes teilhaftig wurden aus dem Geiste des Alten Testamentes heraus.|187|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Äußerlich wurde der Tempel in Jerusalem schon bald nach der Begründung des Christentums endgültig zerstört. Umso mehr reicht seine geistige Wirksamkeit für das Wesen des Menschen, insbesondere für seinen [[Physischer Leib|physischen Leib]], noch weit in die Zukunft. Der liegende, sich aufrichtende Mensch, der sich mit den von oben hereinströmenden göttlichen Kräften verbindet, war das Vorbild aller vorderasiatischen [[Tempel]] {{Lit|{{G|286|19ff}}}}. Nach [[Rudolf Steiner]] symbolisieren die Maße des Salomonischen Tempels die [[physisch]]e Leibesform des [[Mensch]]en der [[Sechste Wurzelrasse|sechsten Wurzelrasse]] so, wie die Maße der [[Arche Noah]] die unserer gegenwärtigen [[Fünfte Wurzelrasse|fünften Wurzelrasse]] wiedergeben. Die Arche Noah war 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch; der Salomonische Tempel hatte hingegen eine Länge von 60 Ellen, eine Breite von 20 Ellen und eine Höhe von 30 Ellen ([[#Der Bau des Tempels|siehe oben]]). Die nächste Entwicklungsstufe, die bereits auf den [[Neuer Jupiter|Neuen Jupiter]] hinweist, ist das [[Neues Jerusalem|Neue Jerusalem]], von dem in der [[Apokalypse des Johannes]] gesprochen wird. Länge, Breite und Höhe sind hier von gleicher Größe, nämlich 12.000 Stadien&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stadium&amp;quot;&amp;gt;1 [[Wikipedia:Alte Maße und Gewichte (Römische Antike)|Stadium]] hat eine Länge von 185,22 m und entspricht 1/8 einer [[Wikipedia:Meile|römischen Meile]] (mille passus) bzw. 625 [[Wikipedia:Fuß (Einheit)|Fuß]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Mauer misst 144 (= 12 x 12) Ellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Arche Noah ist erbaut worden, damit sich der Mensch hinüberretten konnte in den jetzigen Zustand seines Daseins. Vor Noah lebte der Mensch in der atlantischen und lemurischen Zeit. Da hatte er noch nicht das Schiff gebaut, mit dem er über die Wasser des Astralen in das irdische Dasein kommen konnte. Von den Wassern des Astralen ist der Mensch gekommen, die Arche Noah trägt ihn hinüber. Die Arche stellt das Gebäude dar, welches die unbewußten göttlichen Kräfte gebaut hatten. Es gibt Abmessungen, wonach die Maße der Arche übereinstimmen mit den Maßen des menschlichen Körpers und mit den Maßen des Salomonischen Tempels auch wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Arche Noah ist der Mensch hinausgewachsen, und nun soll er selbst das höhere Ich mit einem Haus umgeben, das durch seinen Geist, durch seine Weisheit, durch salomonische Weisheit geschaffen worden ist.|93|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Physischer Leib|physische Leib]] des Menschen wird in der [[Sechstes Hauptzeitalter|sechsten Wurzelrasse]] eine ganz andere, viel vergeistigtere [[Form]] angenommen haben, als wir sie heute kennen. {{Lit|{{G|101|231}}}} Der Mensch wird dann auch schon wesentliche Teile seines [[Höheres Selbst|höheren Selbsts]], des [[Geistselbst]]s, entwickelt haben. Das entspricht der Erweiterung des [[Pythagoräisches Viereck|Pythagoräischen Vierecks]], das den unteren vier [[Wesensglieder]]n bis hinauf zum [[Ich]] entspricht, zum [[Fünfeck]] {{Lit|{{G|93|143ff}}}}. Darum bildeten die Giebelbalken und die Seitenpfosten des Eingangs zum Allerheiligsten ein Fünfeck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir treten ein in den Salomonischen Tempel. Das Tor ist schon charakteristisch. Das Viereck galt als ein altes Symbol. Der Mensch ist nun heute aus dem Zustand der Vierheit in den der Fünfheit getreten als der fünfgliedrige Mensch, der sich seines höheren Selbstes bewußt wird. Der innere göttliche Tempel ist so geformt, daß er den fünfgliedrigen Menschen umschließt. Das Quadrat ist heilig. Das Tor, die Bedachung und die Seitenpfosten geben zusammen ein Fünfeck. Wenn der Mensch erwacht aus der Vierheit, das ist, wenn er in das Innere hineingeht - das Innere ist das Wichtigste des Tempels -, da sieht man eine Art Altar; wir erblicken zwei Cherubim, welche wie zwei schützende Geister über der Bundeslade, dem Allerheiligsten, schweben; denn das fünfte Prinzip, welches noch nicht heruntergestiegen ist, soll von den beiden höheren Wesenheiten - Buddhi und Atma - in Schutz genommen werden. Das ist der Eintritt in die manasische Entwicklung des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Innere ist mit Gold ausgekleidet, weil das Gold von jeher das Symbol der Weisheit ist. Nun tritt die Weisheit in das manasische Stadium. Palmblätter finden wir als das Friedenssymbol. Das stellt eine gewisse Epoche des Menschen dar und ist hier als etwas hingestellt, was erst später, im Christentum, zum Ausdruck gekommen ist. Jetzt hatten es die Tempelleiter in sich bewahrt und auf diese Art etwas für später Beschlossenes hier ausgedrückt.|93|145f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vorchristlicher Zeit war der Salomonische Tempel so etwas wie ein weithin leuchtender „Mittelpunktsstern“ für jene [[Geistige Wesen|geistigen Wesenheiten]], welche die sich [[Inkarnation|inkarnierenden]] [[Seele]]n zur Erde hinab geleiteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] lebte die Idee des Salomonischen Tempels von neuem in den [[Tempelritter]]n auf, die den Gedanken des Tempels in das Abendland hinübertragen wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn Sie die Lehren der Templer verfolgen, so ist da etwas im&lt;br /&gt;
Mittelpunkte, was als etwas Weibliches verehrt wurde. Dieses Weibliche&lt;br /&gt;
nannte man die göttliche Sophia, die göttliche Weisheit. Manas&lt;br /&gt;
ist das fünfte Prinzip, das geistige Selbst des Menschen, das aufgehen&lt;br /&gt;
soll, dem ein Tempel errichtet werden sollte. Und wie das Fünfeck&lt;br /&gt;
vom Eingang des Salomonischen Tempels den fünfgliedrigen Menschen&lt;br /&gt;
charakterisiert, ebenso charakterisiert dieses Weibliche die Weisheit&lt;br /&gt;
des Mittelalters. Dante hat mit seiner «Beatrice» nichts anderes&lt;br /&gt;
als diese Weisheit zur Darstellung bringen wollen. Nur der versteht&lt;br /&gt;
Dantes «Göttliche Komödie», der sie von dieser Seite betrachtet. Daher&lt;br /&gt;
finden Sie auch bei Dante dieselben Symbole, die bei den Templern,&lt;br /&gt;
den christlichen Ritterschaften, den Gralsrittern und so weiter&lt;br /&gt;
zum Ausdruck kommen. Alles was geschehen soll, wird schon lange&lt;br /&gt;
vorher von den großen Eingeweihten vorbereitet, die dasjenige, was&lt;br /&gt;
in der Zukunft geschehen soll, in der Weise sagen, wie es in der Apokalypse&lt;br /&gt;
geschehen ist, damit die Seelen vorbereitet werden für dieses&lt;br /&gt;
Geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweierlei Strömungen haben wir nach der Sage beim Eingang des&lt;br /&gt;
Menschengeschlechtes in die Welt: Die Kainskinder, die einer der&lt;br /&gt;
Elohim mit Eva gezeugt, die Kinder der Welt, bei denen wir die großen&lt;br /&gt;
Künste und äußeren Wissenschaften finden. Das ist die eine Strömung,&lt;br /&gt;
die geächtet wurde und dann durch das Christentum geheiligt&lt;br /&gt;
werden soll, wenn das fünfte Prinzip in die Welt gekommen ist. Die&lt;br /&gt;
andere Strömung sind die Gotteskinder, die den Menschen gebracht&lt;br /&gt;
haben bis zur Erfassung des fünften Prinzips. Es sind die, die Adam&lt;br /&gt;
geschaffen hat. Dann wurden die Kainssöhne aufgerufen, um jetzt&lt;br /&gt;
dasjenige in einer Hülle einzufassen, was die Gottessöhne, die Abel-&lt;br /&gt;
Seth-Kinder geschaffen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bundeslade ist der heilige Name des Jahve geborgen. Aber&lt;br /&gt;
das, was die Welt umgestalten soll, was für das Allerheiligste die Umhüllung&lt;br /&gt;
schaffen soll, das soll wieder hergestellt werden durch die&lt;br /&gt;
Kainssöhne. Gott hat des Menschen Leib geschaffen, darin geht des&lt;br /&gt;
Menschen Ich auf und zerstört zunächst diesen Tempel. Der Mensch&lt;br /&gt;
kann sich nur retten, wenn er sich zuerst das Haus baut, das ihn hinüberträgt&lt;br /&gt;
über die Wasser der Leidenschaften, wenn er sich die Arche&lt;br /&gt;
Noah baut. Dieses Haus muß der Mensch wieder aufrichten. So baut&lt;br /&gt;
am Äußeren, was als die Kainskinder in die Welt gekommen ist, und&lt;br /&gt;
was die Gotteskinder gebracht haben, das baut am Inneren [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann erst verstehen wir die Theosophie, wenn wir sie als Testament&lt;br /&gt;
auffassen, das, was als der Salomonische Tempel aufgezeichnet&lt;br /&gt;
und was als Zukünftiges zu erwarten ist, vorzubereiten. Vorbereiten&lt;br /&gt;
sollen wir den neuen Bund anstelle des alten Bundes. Der alte ist der&lt;br /&gt;
Bund des schöpferischen Gottes, wo das Göttliche am Menschentempel&lt;br /&gt;
schafft. Der neue ist derjenige, wo der Mensch selbst den&lt;br /&gt;
Weisheitstempel um das Göttliche herumhüllt, wo er ihn wieder herstellt,&lt;br /&gt;
damit dieses Ich eine Zuflucht auf dieser Erde findet, wenn es&lt;br /&gt;
befreit aus der Materie auferstehen wird.|93|152f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun wohnt ja der Mensch in seiner physischen, ätherischen und&lt;br /&gt;
astralischen Hülle mit seinem Ich, durch das er diese dreifache Natur&lt;br /&gt;
so umwandeln soll, damit die drei höheren Prinzipien hier auf der&lt;br /&gt;
Erde ihren entsprechenden Wohnplatz erhalten und sich heimisch&lt;br /&gt;
fühlen können. Dafür sollte der alte Bund sorgen. Er sollte durch die&lt;br /&gt;
Künste des Kainsgeschlechtes Menschensöhne in die Welt bringen&lt;br /&gt;
und durch diese Menschensöhne sollte alles Äußere geschaffen werden,&lt;br /&gt;
was dem physischen, ätherischen und astralischen Leibe dient.&lt;br /&gt;
Was ist das alles ?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dem physischen Leib dient, ist zunächst alles, was durch die&lt;br /&gt;
technischen Künste eingerichtet wird zur Befriedigung des physischen&lt;br /&gt;
Leibes und zu seiner Behaglichkeit. Was wir dann an gesellschaftlichen,&lt;br /&gt;
staatlichen Einrichtungen und Organisationen haben in bezug&lt;br /&gt;
auf das Zusammenleben der Menschen, was sich auf Ernährung und&lt;br /&gt;
Fortpflanzung bezieht, dient zum Aufbau des Lebensleibes. Und auf&lt;br /&gt;
den Astralkörper wirkend haben wir das Gebiet der sittlichen Vorschriften,&lt;br /&gt;
der Ethik, was die Triebe und Leidenschaften in Ordnung&lt;br /&gt;
bringen, die astralische Natur regeln und auf eine höhere Stufe heben&lt;br /&gt;
soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bauten die Kainssöhne den ganzen alten Bund hindurch diesen&lt;br /&gt;
dreistufigen Tempel auf. Er ist, so wie er sich zusammensetzt aus&lt;br /&gt;
unseren äußeren Einrichtungen - Sie können dabei an unsere Wohnungen,&lt;br /&gt;
Werkzeuge, an das Gesellschafts- und Staatswesen, die sittlichen&lt;br /&gt;
Einrichtungen denken -, in allem diesem ist er der Bau&lt;br /&gt;
der Kainssöhne, der den unteren Gliedern der menschlichen Natur&lt;br /&gt;
dient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben arbeitete die andere Strömung, welcher die Göttersöhne,&lt;br /&gt;
ihre Schüler und ihre Nachfolger vorstehen. Von dorther haben wir&lt;br /&gt;
die Diener der göttlichen Weltordnung, die Diener der Bundeslade.&lt;br /&gt;
In ihnen haben wir etwas, was als eigene Strömung hergeht neben&lt;br /&gt;
den Dienern der Welt. Sie nahmen eine besondere Stellung ein. Erst&lt;br /&gt;
als der Salomonische Tempel errichtet war, sollte ja die Bundeslade&lt;br /&gt;
hineingestellt werden, das heißt, alles andere sollte gleichsam hingeordnet&lt;br /&gt;
werden zu der Bundeslade, sich um sie gruppieren. Alles was&lt;br /&gt;
früher weltlich war, sollte ein äußerer Ausdruck, ein Bau werden für&lt;br /&gt;
das, was die Bundeslade für die Menschheit bedeutet. Derjenige wird&lt;br /&gt;
sich am besten den Tempel Salomos vorstellen, der sich ihn vorstellt&lt;br /&gt;
als etwas, was äußerlich, als Physiognomie zum Ausdruck bringt, was&lt;br /&gt;
die Bundeslade als Seele sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die äußeren drei Körper des Menschen belebt hat, ihnen das&lt;br /&gt;
Leben gegeben hat, ist von den Göttersöhnen entlehnt dem Baum&lt;br /&gt;
des Lebens. Das ist sinnbildlich ausgedrückt in jenem Bauholz, das&lt;br /&gt;
später zum Kreuz Christi verwendet worden ist. Den Göttersöhnen&lt;br /&gt;
war es zuerst gegeben. Was taten sie damit? Was bedeutet im tieferen&lt;br /&gt;
Sinn das Kreuzesholz? Es liegt eine ungeheuer tiefe Bedeutung&lt;br /&gt;
in dieser heiligen Legende vom Kreuzesholz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Aufgabe hat denn überhaupt der Mensch bei seiner irdischen&lt;br /&gt;
Entwickelung? Er soll seine jetzigen drei Körper, die er erhalten hat,&lt;br /&gt;
um eine Stufe höher hinaufheben. Also, er soll den physischen Körper&lt;br /&gt;
hinaufheben in ein höheres Reich und er soll auch den Ätherund&lt;br /&gt;
Astralleib hinaufheben in ein höheres Reich. Diese Entwickelung&lt;br /&gt;
obliegt dem Menschen. Das ist ihr eigentlicher Sinn: unsere drei&lt;br /&gt;
Körper zu drei höheren Gliedern der ganzen göttlichen Weltordnung&lt;br /&gt;
zu machen.|93|157ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der unsichtbare Tempel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unsichtbare bzw. nur übersinnlich sichtbare Tempel, das ist die menschliche [[Seele]] selbst, die den [[Geist]] von oben empfängt und das geistig Empfangene in die rechte &#039;&#039;Seelenform&#039;&#039; gießt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir hören von dem salomonischen Tempel bei mancherlei Gelegenheiten als von jenem Tempel, von dem wir wissen, daß in ihm zum Ausdruck kommen sollte der ganze Geist der Menschheitsentwickelung. Wir hören davon; an die Menschen der physischen Erde stellt man aber - und das ist das Rätselhafte an der Sache - die ganz vergebliche Frage: wer hat jenen salomonischen Tempel, von dem wir als einer grandiosen Wahrheit sprechen - wenn wir überhaupt im Ernst davon sprechen -, wer hat ihn mit physischen Augen gesehen? Ja, es ist ein Rätsel, was ich da sage! Herodot hat wenige Jahrhunderte, nachdem der salomonische Tempel aufgebaut gewesen sein mußte, Ägypten bereist, hat Vorderasien bereist. Aus seinen Reiseschilderungen, die sich wahrhaftig über viel Geringeres hermachen als über das, was der salomonische Tempel gewesen sein muß, wissen wir, daß er nur wenige Meilen vorbeigegangen sein mußte am salomonischen Tempel - aber er hat ihn nicht gesehen. Den salomonischen Tempel hatten die Leute noch nicht gesehen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rätselvolle ist nun, daß ich über etwas sprechen muß, was doch da war und was die Leute nicht gesehen haben. Aber es ist so. Nun, es gibt auch in der Natur etwas, was da sein kann und was die Leute doch nicht sehen. Der Vergleich ist aber nicht vollständig, und wer ihn ausnützen wollte, würde ganz danebenschießen. Es sind die Pflanzen, die in ihrem Samen enthalten sind; aber die Menschen sehen die Pflanzen in ihrem Samen nicht. Es sollte aber nun niemand weitergehen in diesem Vergleich, denn wer jetzt darnach den salomonischen Tempel interpretieren würde, der würde gleich etwas Falsches sagen. Soweit ich es selbst gesagt habe, ist der Vergleich durchaus richtig, der Vergleich des Pflanzensamens mit dem salomonischen Tempel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was will der salomonische Tempel? Er will dasselbe, was der Tempel der Zukunft wollen soll und allein wollen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann den physischen Menschen darstellen in der Anthroposophie. Man kann den Menschen, insofern er der Tempel der Seele selber ist und von der Seele durchseelt ist, darstellen in der Psychosophie. Und man kann den Menschen darstellen durch Pneumatosophie, insofern der Mensch Geist ist. Der geistige Mensch, dürfen wir ihn denn nicht so vor uns hinstellen, daß wir sagen: Zuerst erblicken wir den Menschen, der, am Boden liegend, sich aufrichtet; dann den Menschen, der in sich selbst geschlossen wie ein in sich gegründetes Unendliches vor uns steht mit dem gerade vor sich hingerichteten Blick; und dann erblicken wir den Menschen, der nach oben schaut, seelisch in sich gegründet, aber die Seele zum Geiste erhebend und den Geist empfangend. «Der Geist ist spirituell», das ist eine Tautologie, aber sie kann uns doch klarmachen, was wir zu sagen haben: Der Geist ist das Übersinnliche, die Kunst kann nur im Sinnlichen formen und im Sinnlichen überhaupt zum Ausdruck kommen. Mit anderen Worten: Was die Seele als Geist empfängt, muß in die Form sich ergießen können. So wie der sich aufrichtende Mensch, der in sich gefestigte Mensch zum Tempel geworden ist, so muß die Seele zum Tempel werden können, die den Geist empfängt. Dazu ist unser Zeitalter da, daß es den Anfang macht mit einer Tempelkunst, die laut zu den Menschen der Zukunft sprechen kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tempel, das ist der Mensch, der Mensch, der in seiner Seele den Geist empfängt!&amp;quot; {{Lit|{{G|286|23f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Seelenform bildet sich im Laufe der aufeinanderfolgenden irdischen [[Inkarnation]]en des [[Mensch]]en auch die [[physisch]]e [[Leib]]esform entsprechend aus, die im salomonischen Tempelbau ihren äußeren symbolischen Ausdruck fand, wobei die äußeren [[Architektur|architektonischen]] [[Form]]en zugleich wieder bildend und veredelnd auf die [[Seele]] zurückwirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Jerusalemer Tempel}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Jerusalemer Tempel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Tempellegende und die Goldene Legende &#039;&#039;, [[GA 93]] (1991) {{Vorträge|93}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole&#039;&#039;, [[GA 101]] (1992) {{Vorträge|101}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Okkulte Geschichte&#039;&#039;, [[GA 126]] (1992) {{Vorträge|126}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 173]] (1978) {{Vorträge|173}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie kann die Menschheit den Christus wiederfinden?&#039;&#039; [[GA 187]] (1995) {{Vorträge|187}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wege zu einem neuen Baustil&#039;&#039;, [[GA 286]] (1982) {{Vorträge|286}}&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia1|Israelitischer_Tempel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die spirituellsten Bauwerke der Welt|104]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Salomonischer Tempel|!]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tempel]]&lt;br /&gt;
[[en:Solomon&#039;s Temple]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die 6. Posaune]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Technik&amp;diff=626836</id>
		<title>Technik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Technik&amp;diff=626836"/>
		<updated>2026-10-20T05:00:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Die Technik als übergeologische Schichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Steam engine in action.gif|thumb|300px|[[Wikipedia:Dampfmaschine|Dampfmaschine]] mit [[Wikipedia:Fliehkraftregler|Fliehkraftregler]] (Animation)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fliehkraftregler.jpg|thumb|300px|[[Wikipedia:Fliehkraftregler|Fliehkraftregler]] einer [[Wikipedia:Dampfmaschine|Dampfmaschine]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Magnetelektrische Maschinen 1890.jpg|thumb|300px|&amp;quot;Magnetelektrische Maschinen&amp;quot; (um 1890)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gluehbirne 2 db.jpg|thumb|300px|[[Wikipedia:Glühlampe|Glühlampe]] für 230 V mit 40 Watt Leistungsaufnahme, klarem Glaskolben und einem Edisonsockel E14]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Technik&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|τέχνη}} [&#039;&#039;téchne&#039;&#039;], „Fähigkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk“) umfasst im weitesten Sinn alle [[Verfahren]], [[Methode]]n, [[Fähigkeit]]en und [[Theorie|theoretischen Kenntnisse]] (Technologie), um die [[Natur]] durch die Erzeugung [[Kunst|künstlerischer]], [[Handwerk|handwerklicher]] oder [[Industrie|industrieller]] Produkte zweckvoll zu verwandeln oder [[Dienstleistung]]en zu vollbringen, um dadurch [[Materie|materielle]], aber auch [[Kultur|kulturelle]] Bedürfnisse zu befriedigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Geschichte der Technik&#039;&#039;&#039; ist aufs Engste mit der [[Menschheitsgeschichte]] verflochten. Technik war von Anfang an ein wesentlicher und notwendiger Bestandteil des [[Mensch]]seins, beschränkte sich aber für lange Zeit auf die engsten Bedürfnisse. Einen ersten wesentlichen Aufschwung erlebte die Technik mit den ersten [[Hochkulturen]] der [[Ägyptisch-Chaldäische Kultur|ägyptisch-chaldäischen Zeit]], als die [[Menschheit]] begann, die [[Empfindungsseele]] zu entwickeln. Ein weiterer Fortschritt wurde in der [[Griechisch-Lateinische Kultur|griechisch-lateinischen Zeit]] erreicht. Der große, geradezu explosionsartige Durchbruch der Technik kam aber erst mit unserem gegenwärtigen [[Bewusstseinsseelenzeitalter]], insbesondere mit der im späten [[18. Jahrhundert]] und verstärkt ab Mitte des [[19. Jahrhundert]]s einsetzenden [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]]. Die Technik wurde dabei selbst zu einer wesentlichen und notwendigen Antriebskraft für die weitere Entwicklung der [[Bewusstseinsseele]]. Verbunden damit sind weitreichende Auswirkungen auf die [[Natur|natürliche]] und [[sozial]]e [[Umwelt]]. Um die mit dem rasanten &#039;&#039;&#039;technischen Fortschritt&#039;&#039;&#039; verbundenen Risiken für [[Mensch]] und [[Erde (Planet)|Erde]] abzuschätzen, entstand in den 1960er-Jahren in den [[USA]] das Forschungsgebiet der [[Technikfolgenabschätzung]] (&#039;&#039;&#039;TA&#039;&#039;&#039;; {{EnS|technology assessment}}), das sich ab den 1970er-Jahren zunehmend auch in [[Europa]] verbreitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Technologie&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|τεχνολογία}} &#039;&#039;technologia&#039;&#039;) ist ein etwas unscharf gebrauchter Begriff, der gegenwärtig hauptsächlich im Sinn von „Lehre vom Handwerk“ und „Wissenschaft von der Technik“ gebraucht wird. Technik, die dem neusten technischen Stand entspricht und die modernsten Verfahren einsetzt, wird als &#039;&#039;&#039;Hochtechnologie&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Spitzentechnologie&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Hightech&#039;&#039;&#039; ({{EnS}}) bezeichnet. Die &#039;&#039;&#039;Technikphilosophie&#039;&#039;&#039; beschäftigt sich mit den [[Philosophie|philosophischen]] und die &#039;&#039;&#039;Technikethik&#039;&#039;&#039; speziell mit den [[Ethik|ethischen]] Implikationen der Technik und ihr Verhältnis zu [[Mensch]] und [[Welt]] bzw. [[Natur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Technik auf dem Weg von der Natur zur Unter-Natur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat deutlich gemacht, dass die [[Menschheit]] mit der hochindustrialisierten Technik der [[Neuzeit]], insbesondere seit der immer weiter um sich greifenden Anwendung der modernen [[Elektrotechnik]], den Weg von der [[Natur]] zur [[Unter-Natur]] eingeschlagen hat und dadurch verstärkt in den Einflussbereich [[Ahriman]]s geraten ist. Das ist ein an sich notwendiger Schritt in der [[Menschheitsentwicklung]], er bedarf aber des Ausgleichs durch eine entsprechende [[Bewusstsein|bewusste]] [[Schulungsweg|geistige Entwicklung]], wenn die Menschheit dadurch nicht Schaden nehmen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man spricht davon, daß mit der Überwindung des philosophischen Zeitalters das naturwissenschaftliche in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts heraufgezogen ist. Und man spricht auch so, daß dieses naturwissenschaftliche Zeitalter heute noch andauert, indem zugleich viele betonen, man habe sich zu gewissen philosophischen Intentionen wieder zurückgefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles entspricht den Erkenntniswegen, die die neuere Zeit eingeschlagen hat, nicht aber den Lebenswegen. Mit seinen Vorstellungen lebt der Mensch noch in der Natur, wenn er auch das mechanische Denken in die Naturauffassung hineinträgt. Mit seinem Willensleben aber lebt er in so weitem Umfange in einer Mechanik des technischen Geschehens, daß dies dem naturwissenschaftlichen Zeitalter seit lange eine ganz neue Nuance gegeben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man das menschliche Leben verstehen, so muß man es zunächst von zwei Seiten her betrachten. Aus den vorigen Erdenleben bringt sich der Mensch die Fähigkeit mit, das Kosmische aus dem Erden-Umkreis und das im Erdenbereich wirkende vorzustellen. Er nimmt durch die Sinne das auf der Erde wirksame Kosmische wahr, und er denkt durch seine Denkorganisation das aus dem Erden-Umkreis auf die Erde hereinwirkende Kosmische.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So lebt er durch seinen physischen Leib im Wahrnehmen, durch seinen Ätherleib im Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was in seinem astralischen Leib und in seinem Ich vor sich geht, waltet in verborgeneren Regionen der Seele. Es waltet zum Beispiel im Schicksal. Aber man muß es zunächst nicht in den komplizierten Schicksalszusammenhängen, sondern in den elementarischen, einfachen Lebensvorgängen aufsuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch verbindet sich mit gewissen Erdenkräften, indem er seinen Organismus in diese Kräfte hineinorientiert. Er lernt aufrechtstehen und gehen, er lernt mit seinen Armen und Händen sich in das Gleichgewicht der irdischen Kräfte hineinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sind diese Kräfte keine solchen, die vom Kosmos hereinwirken, sondern die bloß irdisch sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit ist nichts eine Abstraktion, das der Mensch erlebt. Er durchschaut nur nicht, woher das Erlebnis kommt, und so bildet er aus Ideen über Wirklichkeiten Abstraktionen. Der Mensch redet von der mechanischen Gesetzmäßigkeit. Er glaubt, sie aus den Naturzusammenhängen heraus abstrahiert zu haben. Das ist aber nicht der Fall, sondern alles, was der Mensch an rein mechanischen Gesetzen in der Seele erlebt, ist an seinem Orientierungsverhältnis zur Erdenwelt (an seinem Stehen, Gehen usw.) innerlich erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit aber kennzeichnet sich das Mechanische als das rein Irdische. Denn das Naturgesetzmäßige, in Farbe, Ton und so weiter ist im Irdischen aus dem Kosmos zugeflossen. Erst im Erdenbereich wird auch dem Naturgesetzmäßigen das Mechanische eingepflanzt, wie ihm der Mensch mit seinem eigenen Erleben erst im Erdenbereich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das weitaus meiste dessen, was heute durch die Technik in der Kultur wirkt und in das er mit seinem Leben im höchsten Grade versponnen ist, das ist nicht Natur, sondern Unter-Natur. Es ist eine Welt, die sich nach unten hin von der Natur emanzipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sehe, wie der Orientale, wenn er nach dem Geiste strebt, herauszukommen sucht aus den Gleichgewichtszuständen, die bloß vom Irdischen kommen. Er nimmt eine Meditationsstellung an, die ihn in das bloße kosmische Gleichgewicht hineinbringt. Die Erde wirkt dann nicht mehr auf die Orientierung seines Organismus. (Dies sei nicht zur Nachahmung, sondern nur zur Verdeutlichung des hier Vorgebrachten gesagt. Wer meine Schriften kennt, weiß, wie sich in dieser Richtung östliches und westliches Geistesleben unterscheiden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch brauchte die Beziehung zu dem bloß Irdischen für seine Bewußtseinsseelenentwickelung. Da kam denn in der neuesten Zeit die Tendenz zustande, überall auch im Tun das zu verwirklichen, in das sich der Mensch einleben muß. Er trifft, indem er sich in das bloß Irdische einlebt, das Ahrimanische. Er muß sich mit seinem eigenen Wesen in das rechte Verhältnis zu diesem Ahrimanischen bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es entzieht sich ihm in dem bisherigen Verlauf des technischen Zeitalters noch die Möglichkeit, auch gegenüber der ahrimanischen Kultur das rechte Verhältnis zu finden. Der Mensch muß die Stärke, die innere Erkenntniskraft finden, um von Ahriman in der technischen Kultur nicht überwältigt zu werden. Die Unter-Natur muß als solche begriffen werden. Sie kann es nur, wenn der Mensch in der geistigen Erkenntnis mindestens gerade so weit hinaufsteigt zur außerirdischen Über-Natur, wie er in der Technik in die Unter-Natur heruntergestiegen ist. Das Zeitalter braucht eine über die Natur gehende Erkenntnis, weil es innerlich mit einem gefährlich wirkenden Lebensinhalt fertig werden muß, der unter die Natur heruntergesunken ist. Es soll hier natürlich nicht etwa davon gesprochen werden, daß man zu früheren Kulturzuständen wieder zurückkehren soll, sondern davon, daß der Mensch den Weg finde, die neuen Kulturverhältnisse in ein rechtes Verhältnis zu sich und zum Kosmos zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute fühlen noch die wenigsten, welch bedeutsamen geistigen Aufgaben sich da für den Menschen herausbilden. Die Elektrizität, die nach ihrer Entdeckung als die Seele des natürlichen Daseins gepriesen wurde, sie muß erkannt werden in ihrer Kraft, von der Natur in die Unter-Natur hinabzuleiten. Es darf der Mensch nur nicht mitgleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit, in der es eine von der eigentlichen Natur unabhängige Technik noch nicht gab, fand der Mensch den Geist in der Naturanschauung. Die sich unabhängig machende Technik ließ den Menschen auf das Mechanistisch-Materielle als das für ihn nun wissenschaftlich werdende hinstarren. In diesem ist nun alles Göttlich-Geistige, das mit dem Ursprünge der Menschheitsentwickelung zusammenhängt, abwesend. Das rein Ahrimanische beherrscht die Sphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Geistwissenschaft wird nun die andere Sphäre geschaffen, in der ein Ahrimanisches gar nicht vorhanden ist. Und gerade durch das erkennende Aufnehmen derjenigen Geistigkeit, zu der die ahrimanischen Mächte keinen Zutritt haben, wird der Mensch gestärkt, um in der Welt Ahriman gegenüberzutreten.|26|255ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technik und geistige Entwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem wir der [[Natur]] die notwendigen Materialien für unsere Technik entnehmen, wird der Naturzusammenhang zunehmend zerstört. Die in der Natur wirkenden [[Elementarwesen]] werden dadurch aus der Natur ausgetrieben, was diese Elementarwesen aber durchaus als Befreiung, als Wohltat empfinden. Allerdings wird die Natur dadurch auch immere ärmer an Elementarwesen. Fügen wir nun die der Natur entnommenen toten Materialen zu [[Maschine]]n zusammen, so werden diese unweigerlich von [[ahrimanisch]]en Elementarwesen besiedelt. In unserer zunehmend technisierten Welt sind wir daher auch zunehmend den Wirkungen dieser ahrimanischen Elementarwesen ausgesetzt, namentlich im Schlaf, und unsere geistige Entwicklung wird dadurch immer mehr erschwert. Diese Entwicklung wird nicht aufzuhalten sein und sich dagegen zu sträuben, wird uns nichts nützen, wie auch [[Rudolf Steiner]] nachdrücklich betont. Es wird künftig alles davon abhängen, dass es uns gelingt, unsere geistigen Kräfte an diesem Widerstand so zu stärken, dass sie das notwendige Gegengewicht zur zunehmenden Ahrimanisierung unserer Welt schaffen. Nur auf diesem Weg ist es auch möglich, eine [[moralische Technik der Zukunft]] zu entwickeln, die sich nicht allein auf die toten, ahrimanisierten [[physik]]alischen Kräfte stützt, sondern [[Ätherkräfte]] zur Wirksamkeit bringt, wie es etwa Rudolf Steiner in seinem dritten [[Mysteriendrama]] «[[Der Hüter der Schwelle]]» durch den sogenannten [[Strader-Apparat]] angedeutet hat (siehe auch → [[#Technik und moralische Gesinnung|Technik und moralische Gesinnung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nehmen wir zunächst ganz äußerlich das, was geschieht, wenn wir&lt;br /&gt;
die moderne Technik ausbilden. Was da geschieht, ist ja nichts anderes&lt;br /&gt;
zunächst, als, ich möchte sagen, ein Arbeiten in zwei Etappen. Die&lt;br /&gt;
erste Etappe besteht darin, daß wir den Zusammenhang der Natur&lt;br /&gt;
zerstören. Wir zerklopfen die Steinbrüche, holen aus ihnen heraus die&lt;br /&gt;
Steine, wir malträtieren die Wälder, holen aus ihnen heraus das Holz -&lt;br /&gt;
man könnte das noch weiter ausführen - , kurz, man schafft zunächst&lt;br /&gt;
Rohmaterialien, indem man den Naturzusammenhang zerklopft und&lt;br /&gt;
zermürbt. Und die zweite Etappe besteht darinnen, daß das, was man&lt;br /&gt;
so aus der Natur herausgeschlagen hat, wieder zusammengefügt wird&lt;br /&gt;
zu einer Maschine nach den Gesetzen, die man erkannt hat als Naturgesetze.&lt;br /&gt;
Das sind die zwei Etappen, wenn man die Sache äußerlich&lt;br /&gt;
betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wie ist die Sache innerlich betrachtet? Innerlich betrachtet ist&lt;br /&gt;
die Sache so; Wenn wir die Natur zermürben, zunächst die mineralische,&lt;br /&gt;
so ist dies - wir wissen es aus früheren Betrachtungen - verknüpft&lt;br /&gt;
mit einem gewissen Wohlgefühl, welches das geistige Elementarische&lt;br /&gt;
darinnen empfindet. Das soll uns aber hier weniger bekümmern.&lt;br /&gt;
In dem aber, was da vorgeht, ist das wichtig, daß wir aus der&lt;br /&gt;
Natur austreiben die die Natur zusammenhaltenden Elementargeister,&lt;br /&gt;
welche zu dem Reiche, der Sphäre der regelrecht fortschreitenden&lt;br /&gt;
Hierarchien gehören. In allem Naturdasein sind elementare geistige&lt;br /&gt;
Wesen. Indem wir die Natur zermürben, pressen wir in das Reich des&lt;br /&gt;
Geistigen hinaus die Naturgeister. Das ist in der Tat dasjenige, was&lt;br /&gt;
mit der ersten Etappe fortwährend verknüpft ist. Wir zerschlagen,&lt;br /&gt;
zermürben die materielle Natur und lösen dadurch heraus aus dieser&lt;br /&gt;
Natur die Naturgeister, die wir gewissermaßen aus ihrer, ihnen von&lt;br /&gt;
den, ich mochte sagen, Jahvegöttern angewiesenen Sphäre hinausjagen&lt;br /&gt;
in das Reich, wo sie frei flattern können und nicht mehr gebunden&lt;br /&gt;
sind an den ihnen angewiesenen Wohnplatz. Also die erste&lt;br /&gt;
Etappe können wir auch nennen die Austreibung der Naturgeister.&lt;br /&gt;
Die zweite Etappe ist diese, wo wir zusammenfügen nach den von uns&lt;br /&gt;
erkannten Naturgesetzen das, was wir aus der Natur herausgemürbt,&lt;br /&gt;
herausgemartert haben. Ja, wenn wir nach einem Naturgesetze, das wir&lt;br /&gt;
erkannt haben, aus Rohmaterialien eine Maschine oder einen Zusammenhang&lt;br /&gt;
von Maschinen bilden, dann versetzen wir wiederum gewisse&lt;br /&gt;
geistige Wesenheiten hinein in das Gebilde, das wir also formen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebilde, das wir also formen, ist keineswegs ein geistloses.&lt;br /&gt;
Indem wir es formen, schaffen wir das Bett für andere geistige Wesen,&lt;br /&gt;
und diese geistigen Wesen, die wir jetzt aber in unsere maschinellen&lt;br /&gt;
Gebilde hineinzaubern, sind die Wesenheiten, die zur ahrimanischen&lt;br /&gt;
Hierarchie gehören. Also in der ersten Etappe treffen wir die Naturgeister&lt;br /&gt;
an, die in fortlaufender Entwickelung sind, treiben sie heraus,&lt;br /&gt;
und in der andern Etappe vereinigen wir diese ahrimanischen Geister&lt;br /&gt;
mit dem, was wir als Mechanismen oder sonstige Werke der Technik&lt;br /&gt;
aufbauen. Das aber bewirkt, indem wir in diesem technischen Milieu&lt;br /&gt;
in der neueren Zeit darinnen leben, daß wir uns für dasjenige, was wir&lt;br /&gt;
entweder bei Nacht oder bei Tag in uns schlafend haben, durchaus&lt;br /&gt;
eine ahrimanische Umgebung schaffen. Es ist daher kein Wunder, daß&lt;br /&gt;
der, welcher auf der ersten Stufe der Initiation steht, wenn er beim&lt;br /&gt;
Aufwachen dasjenige hereinbringt, was er erlebt hat draußen in dem&lt;br /&gt;
Gebrause, Gezerre und Getöse, es als ein Zerstörendes empfindet,&lt;br /&gt;
wenn er mit demselben in seinem Ich und seinem astralischen Leibe&lt;br /&gt;
in den physischen und ätherischen Leib hineinkommt. Denn er bringt&lt;br /&gt;
sich ja sozusagen die Folge eines Zusammenlebens mit den ahrimanischen&lt;br /&gt;
Elementargeistern mit hinein in seinen eigenen Organismus.&lt;br /&gt;
Wir können sagen: Als dritte Etappe jetzt, als Kulturetappe, haben&lt;br /&gt;
wir das von der uns umgebenden Technik, daß wir uns mit ahrimanischen&lt;br /&gt;
Geistern ausstopfen, so recht mit ihnen durchstopfen. - So&lt;br /&gt;
sieht sich die Sache innerlich an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blicken wir jetzt von dem, was wir so gleichsam als die okkulte&lt;br /&gt;
Seite des modernen Lebens kennengelernt haben, zurück auf jene&lt;br /&gt;
Zeiten, wo der Mensch mehr so gelebt hat, daß er nur von der Natur&lt;br /&gt;
durch die geistig leicht durchlässigen Mauerwände getrennt schlief,&lt;br /&gt;
oder auch arbeitete bei Tag innerhalb der Natur, in der noch die&lt;br /&gt;
rechten Geister von der Jahve-Hierarchie darinnen waren, so müssen&lt;br /&gt;
wir sagen: Damals brachten sich die Seelen der Menschen, das Ich&lt;br /&gt;
und der astralische Leib, in den physischen und Ätherleib hinein die&lt;br /&gt;
Naturgeistigkeiten, welche anregend auf das innere Seelenleben wirkten.&lt;br /&gt;
Und je weiter wir zurückgehen in der Entwickelungsgeschichte&lt;br /&gt;
der Menschheit, um so mehr finden wir dasjenige, was heute immer&lt;br /&gt;
seltener und seltener wird, daß die Menschen sich nicht durchstopfen&lt;br /&gt;
mit den ahrimanischen Geistern der Technik, sondern mit den in&lt;br /&gt;
gerader Linie sich fortlaufend entwickelnden Naturgeistern, welche,&lt;br /&gt;
wenn wir den Ausdruck gebrauchen dürfen, die guten Geister der&lt;br /&gt;
Hierarchien vereinigt haben mit dem, was in der Natur draußen an&lt;br /&gt;
Tatsachen oder an Wesenheiten sich vollzieht oder vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gelangt der Mensch zu jenem Zusammenhang, den er haben&lt;br /&gt;
muß, wenn er im wahren Sinne des Wortes Mensch sein will, nur&lt;br /&gt;
dadurch, daß er diesen Zusammenhang durch das Leben in seinem&lt;br /&gt;
Inneren sucht, daß er in seinem inneren Erleben so weit in die Tiefen&lt;br /&gt;
seiner Seele hinabsteigen kann, daß er in diesen Tiefen die Kräfte&lt;br /&gt;
findet, die ihn zusammenbringen mit dem Geistigen des Kosmos, von&lt;br /&gt;
dem er abstammt und in das er eingebettet ist, und von dem er abgetrennt&lt;br /&gt;
werden kann, von dem er abgetrennt worden ist schon durch&lt;br /&gt;
Sinnes Wahrnehmung und Verstandesdenken, jetzt aber auch dadurch,&lt;br /&gt;
wie wir gesehen haben, daß ihn das moderne Leben mit ahrimanischen&lt;br /&gt;
Geistern ausstopft. Nur dadurch, daß der Mensch in seines eigenen&lt;br /&gt;
Wesens Tiefen hinuntersteigt, kommt er in Zusammenhang mit den&lt;br /&gt;
für ihn guten und heilsamen göttlich-geistigen Wesen, mit den in&lt;br /&gt;
geradem Schritte sich fortlaufend entwickelnden geistigen Hierarchien.&lt;br /&gt;
Dieses Zusammenkommen mit den geistigen Hierarchien,&lt;br /&gt;
für die wir eigentlich geistig geboren worden sind, dieses Zusammenleben&lt;br /&gt;
mit ihnen wird dem Menschen in hohem Grade erschwert durch&lt;br /&gt;
das immer mehr und mehr Durchsetztwerden der Welt mit dem Milieu&lt;br /&gt;
der modernen Technik. Der Mensch wird gewissermaßen herausgerissen&lt;br /&gt;
aus seinem geistig-kosmischen Zusammenhange, und es wird&lt;br /&gt;
abgedämpft und abgedämmert in seinem Inneren dasjenige, was er an&lt;br /&gt;
Kräften entwickeln soll, um mit dem Geistig-Seelischen des Kosmos&lt;br /&gt;
in Zusammenhang zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derjenige, der die ersten Schritte der Initiation schon durchgemacht&lt;br /&gt;
hat, merkt daher, daß alles das, was an Maschinellem das&lt;br /&gt;
moderne Leben durchdringt, so in die geistig-seelische Menschlichkeit&lt;br /&gt;
eindringt, daß es vieles in ihr ertötet, zerstört. Und ein solcher&lt;br /&gt;
merkt, daß durch diese Zerstörung es ihm besonders schwierig gemacht&lt;br /&gt;
wird, die inneren Kräfte nun wirklich zu entwickeln, die den&lt;br /&gt;
Menschen in Zusammenhang bringen mit den rechtmäßigen - mißverstehen&lt;br /&gt;
Sie das Wort nicht - geistigen Wesenheiten der Hierarchien.&lt;br /&gt;
Wenn der, welcher so die ersten Schritte der Initiation gemacht hat,&lt;br /&gt;
in einem modernen Eisenbahnwagen oder auf einem modernen&lt;br /&gt;
Dampfschiffe meditierend sich einleben will in die geistige Welt, so&lt;br /&gt;
gibt er sich natürlich Mühe, in sich diejenige Schau- und Seherkraft&lt;br /&gt;
zu entwickeln, welche ihn hinaufträgt in die geistige Welt, aber er&lt;br /&gt;
merkt, wie die ahrimanische Welt ihn ausstopft mit allem, was widerstrebt&lt;br /&gt;
dieser Hingabe an die geistige Welt, und der Kampf ist dann ein&lt;br /&gt;
ungeheurer. Man kann sagen, es ist ein innerer, im Ätherleibe zu&lt;br /&gt;
erlebender, zermürbender und zerquetschender Kampf. Diesen Kampf&lt;br /&gt;
machen natürlich auch die andern durch, die nicht die ersten Schritte&lt;br /&gt;
der Initiation durchgemacht haben, und der Unterschied ist nur der,&lt;br /&gt;
daß ihn derjenige, der die ersten Schritte der Initiation durchgemacht&lt;br /&gt;
hat, bewußt erkennt. Durchmachen muß ihn jeder, in seinen Wirkungen&lt;br /&gt;
erlebt ihn jeder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre das Allerfalscheste, wenn man nun etwa sagen würde, da&lt;br /&gt;
müsse man sich sträuben gegen das, was nun einmal die Technik uns&lt;br /&gt;
in dem modernen Leben gebracht hat, man müsse sich hüten vor dem&lt;br /&gt;
Ahriman, man müsse sich eben zurückziehen von diesem modernen&lt;br /&gt;
Leben. Das würde in gewissem Sinne eine spirituelle Feigheit bedeuten.&lt;br /&gt;
Das wahre Heilmittel besteht darinnen, nicht die Kräfte der&lt;br /&gt;
modernen Seele schwächen zu lassen und sich zurückzuziehen von&lt;br /&gt;
dem modernen Leben, sondern die Kräfte der Seele stark zu machen,&lt;br /&gt;
damit das moderne Leben ertragen werden kann. Ein tapferes Sich-Verhalten zum modernen Leben ist dasjenige, was notwendig ist nach&lt;br /&gt;
dem Weltenkarma, und deshalb hat die wahre Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
diesen eigentümlichen Charakter, daß sie von vornherein Anstrengungen,&lt;br /&gt;
mehr oder weniger sogar intensive Anstrengungen von der&lt;br /&gt;
menschlichen Seele fordert.|275|22ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technik und Elementarwesen der Geburt und des Todes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Technik hängt eng zusammen mit den [[Elementarwesen der Geburt und des Todes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun glaubt ja allerdings der Gegenwartsmensch, daß sich das alles - Telegraph, Telephon, Dampfkraftverwendung und so weiter - ohne das Mittun von geistigen Wesenheiten vollzieht. Das ist aber nicht der Fall. Die Fortentwickelung der Menschheitskultur, auch wenn der Mensch nichts davon weiß, geschieht auch unter dem Mittun von Elementargeistern. Und es ist nicht etwa - wie es sich die moderne materialistische Menschheit vorstellt - bloß das, was der Mensch als Gedanke von seinem Gehirn ausgeschwitzt hat, was ihn dazu geführt hat, Telefon und Telegraf zu konstruieren, Dampfmaschinen über die Erde zu treiben und über den Acker, sondern all das, was der Mensch in dieser Weise tut, steht unter dem Einfluß von elementargeistigen Wesenheiten. Die wirken und helfen überall mit. Auf diesem Gebiete führt der Mensch nicht allein, sondern er wird geführt. In den Laboratorien, in den Werkstätten, namentlich überall da, wo erfinderischer Geist waltet, da sind die Inspiratoren gewisse elementargeistige Wesenheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sind diejenigen Elementargeister, welche seit dem 18. Jahrhundert unserer Kultur die Impulse geben, von derselben Art wie die, welcher sich die Götter bedienen, um Geburt und Tod herbeizuführen. Das ist eines der Geheimnisse, mit denen sich der Mensch in der Gegenwart bekanntmachen muß. Und das weltgeschichtliche Gesetz, wie ich es genannt habe, besteht darin, daß die Entwickelung so vor sich geht, daß immer auf einem gewissen Gebiete von elementargeistigen Wesenheiten zuerst die Götter herrschend sind, und nachher kommen die Menschen selbst in dieses Gebiet hinein und bedienen sich dieser elementargeistigen Wesenheiten. Während also in älteren Zeiten die Elementargeister der Geburt und des Todes im wesentlichen Diener der göttlich-geistigen Weltenlenker waren, werden von unserer Zeit an - es ist ja schon einige Zeit her, daß das im Gange ist - diese Elementargeister der Geburt und des Todes die Diener von Technik, Industrie, von kommerziellem Menschenwesen. Das ist wichtig, daß wir diese erschütternde Wahrheit in aller Stärke und Intensität auf unsere Seele wirken lassen.|177|68f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technik und Freiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In der Maschine hat sich der Mensch mit einem zwar Durchsichtigen,&lt;br /&gt;
aber ihm Fremden umgeben. Er hat sein Leben mit&lt;br /&gt;
diesem Fremden verbunden. Kalt und menschenfern steht die&lt;br /&gt;
Maschine da, ein Triumph der «sicheren» Erkenntnis; neben&lt;br /&gt;
ihr steht der Mensch selbst, Finsternis vor sich, wenn er mit&lt;br /&gt;
dieser Erkenntnis in sich selbst hineinsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch: &#039;&#039;diesen&#039;&#039; Blick in das durchsichtige Tote mußte&lt;br /&gt;
die Menschheit in sich erziehen, wenn sie völlig &#039;&#039;wach&#039;&#039; werden&lt;br /&gt;
sollte. Sie braucht das &#039;&#039;Bildwissen&#039;&#039; von dem, was ihrem eigenen&lt;br /&gt;
Wesen fremd ist, zum Wachsein. Denn alles vorangehende&lt;br /&gt;
Wissen ist aus dem Dunkel der eigenen Menschennatur mitbestimmt;&lt;br /&gt;
klar wird es erst vor der Seele, wenn die Menschenseele&lt;br /&gt;
zum bloßen Spiegel wird, der nur noch &#039;&#039;Bilder&#039;&#039; des Menschenfremden&lt;br /&gt;
entwirft. Vorher hatte der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Seeleninhalt, wenn er von Wissen sprach, die Triebe, die Inhalte&lt;br /&gt;
seiner eigenen Natur, die als solche nicht klar sein können.&lt;br /&gt;
Seine Ideen waren von einem Sein durchsetzt; aber sie&lt;br /&gt;
waren nicht klar. - Die &#039;&#039;Bilder&#039;&#039; des leblosen Seins sind klar. Nun&lt;br /&gt;
aber hat der Mensch an diesen Bildern &#039;&#039;nicht nur&#039;&#039; die Offenbarung&lt;br /&gt;
des Leblosen, sondern auch innere Erlebnisse. &#039;&#039;Bilder&#039;&#039;&lt;br /&gt;
können durch ihre eigene Natur nichts veranlassen. Sie sind&lt;br /&gt;
kraftlos. Erlebt der Mensch seine sittlichen Impulse in dem&lt;br /&gt;
Reich des Bildlichen so, wie er es an der leblosen Natur sich&lt;br /&gt;
anerzogen hat, dann erhebt er sich zur Freiheit. Denn Bilder&lt;br /&gt;
können nicht wie Triebe, Leidenschaften oder Instinkte den&lt;br /&gt;
Willen bestimmen. Erst das Zeitalter, das am Toten das Mathematik-ähnliche Bilddenken entwickelte, kann den Menschen&lt;br /&gt;
zur Freiheit geleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kalte Technik gibt dem Menschendenken ein Gepräge,&lt;br /&gt;
das in die Freiheit führt. Zwischen Hebel, Rädern und Motoren&lt;br /&gt;
lebt nur ein toter Geist; aber in diesem Totenreiche &#039;&#039;erwacht&#039;&#039;&lt;br /&gt;
die freie Menschenseele. Sie muß den Geist in sich erwecken,&lt;br /&gt;
der vorher nur mehr oder weniger träumte, als er&lt;br /&gt;
noch die Natur beseelte. Aus dem träumenden wird waches&lt;br /&gt;
Denken an der Kälte der Maschine.|36|84f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefahren der Technik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schreibmaschinenschreiben ===&lt;br /&gt;
[[File:Adler 7 - ohne Deckel 2006-07-26.jpg|mini|300px|Stoßstangen-Schreibmaschine &amp;quot;Adler&amp;quot; Modell No. 7 (ohne Frontdeckel), Baujahr um 1915]]&lt;br /&gt;
Exemplarisch hat [[Rudolf Steiner]] auf die mit einzelnen technischen Erfindungen verbundenen gesundheitlichen Risiken hingewiesen. So wirkt etwa das [[Schreibmaschinenschreiben]] schädigend auf das [[Rhythmisches System|rhythmische System]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Man kann dasjenige, was im Inneren des Menschen geschieht, besonders anschaulich vor Augen haben, wenn man es dann im hellsichtigen Imaginieren vor sich hingestellt findet: jeder Druck auf eine Taste wird zu einem Blitzschlag in diesem objektiven Anschauen des Subjektiven. Und dasjenige, was hingestellt ist als das menschliche Herz, das wird fortwährend von diesen Blitzschlägen durchstoßen. Und nun ist ja auf der Schreibmaschine nicht gerade nach einem spirituellen Prinzip eine Taste neben die andere gestellt, sondern nach dem reinen Utilitätsprinzip die Buchstaben, welche man öfter notwendig hat, so daß man schnell schreiben kann. Das alles bewirkt, daß dadrinnen nicht gerade viel Spirituelles ist. So daß das Fahren des Fingers von einer Taste auf die andere die Blitzschläge nicht nur als Blitzschläge erscheinen läßt, sondern noch dazu in Unordnung bringt. Kurz, es ist ein fürchterliches Gewitter, in dem sich ein Schreibmaschinenschreiben objektiviert.&amp;quot; {{Lit|{{G|303|167f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kernenergie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Nuclear fireball.jpg|thumb|300px|Oberirdische [[Wikipedia:Kernwaffenexplosion|Kernwaffenexplosion]] auf der [[Wikipedia:Nevada Test Site|Nevada Test Site]] am 18. April 1953]]&lt;br /&gt;
Auf die Frage, ob nach der [[Wikipedia:Albert Einstein|Einsteinsche]] Theorie, dass in einem Kilogramm Masse gemäß der Formel E = mc&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; eine ungeheure Energie aufgespeichert ist, durch Auflösung, also Vergeistigung, der Materie eine neue Kraftquelle erschlossen werden könne, hat Rudolf Steiner geantwortet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Hinter diesen Sachen steckt sehr viel, aufzusuchen die Kraft, die man bekommt, wenn man Masse zersplittert. Da handelt es sich dann darum - das Theoretische bietet ja keine besonderen Schwierigkeiten -, ob man diese Kraft technisch ausnützen kann. Und da würde es darauf ankommen, ob man diese Riesenkräfte, wenn man sie bloßlegt, verwerten kann. Denn wenn der Motor, durch den man sie ver­werten will, sogleich durch die Energie dieser Kräfte zersplittert wird, kann man sie nicht verwerten. Es handelt sich darum, daß man die Möglichkeit gewinne, diese Energien auch in mechani schen Maschinensystemen zu verwerten. Dann ist erst der Weg gefunden.&lt;br /&gt;
Rein theoretisch gedacht, brauchen wir, wenn wir die höchste Strahlungsenergie - oder eine hohe Strahlungsenergie - irgend einer Materie bloßlegen können, um sie verwerten zu können in einem mechanischen System, eine Materie, die einen Widerstand leistet gegen diese Energie. Die Möglichkeit, diese Energie frei­zumachen, ist vorhanden, sie liegt näher, als die Energie auszu nützen.&amp;quot; {{Lit|{{G|342a|146}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wikipedia:Kernspaltung|Kernspaltung]], die erst [[Wikipedia:1938|1938]] gemeinsam von [[Wikipedia:Otto Hahn|Otto Hahn]] und [[Wikipedia:Fritz Straßmann|Fritz Straßmann]] und im Kontakt mit [[Wikipedia:Lise Meitner|Lise Meitner]] entdeckt wurde, war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Audiovisuellen Medien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kinetograph.jpg|thumb|300px|Um 1891 von [[Wikipedia:William K. L. Dickson|William K. L. Dickson]] als Chef-Ingenieur der &#039;&#039;Edison Laboratories&#039;&#039; entwickelter [[Wikipedia:Kinetograph|Kinetograph]] mit horizontalem Filmlauf.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kino&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Fernsehen&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Video&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Radio&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;CD-Player&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Mobiltelefone&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Computer&#039;&#039;&#039; sind heute in den modernen Industrieländern nahezu allgegenwärtig und so innig mit dem menschlichen Leben verbunden wie kein anderes technisches Produkt. Dass mit diesen [[Audiovisuelle Medien|audiovisuellen Medien]] ganz besondere Gefahren verbunden sind, hat [[Rudolf Steiner]] am Beispiel des [[Grammophon]]s verdeutlicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Aber all das, was die Menschheit wird durchmachen müssen, um wirklich hinaufzufinden den innersten Impuls in die geistige Welt, das hängt zusammen mit mancherlei scheinbar unbedeutenden Kulturzivilisationssystemen und -Symptomen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verzeihen Sie, daß ich Großes, das ich eben ausgesprochen habe, mit Kleinem zusammenbringe, aber man sieht an den kleinen Symptomen das Große. Ich habe vor einigen Tagen gesagt: Gerade hier, wo sich die Imaginationen wie fest hinstellen schon im Geiste, bekomme man die Autos störend hinein. Ich spreche nicht gegen die Autos, das habe ich schon erwähnt; Anthroposophie kann nichts Reaktionäres aussprechen. Ich fahre selbstverständlich leidenschaftlich gern im Auto, wenn es notwendig ist, denn man darf nicht die Welt zurückschrauben wollen, sondern man muß demjenigen, was auf der einen Seite auftritt, eben das andere entgegensetzen können, so daß das Im-Auto-Fahren ganz richtig ist. Aber neben dem Autofahren mit allem, was damit zusammenhängt, muß auftreten ein Herz, das hinneigt zur spirituellen Welt. Und dann wird sich die Menschheit, auch wenn noch andere Sachen kommen werden als das Autofahren, gerade durch ihre eigene Kraft und Freiheit, die entstehen mußte, die aber auch wiederum zum Bodhisattva führen muß, weiter durchringen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Dingen gegenüber, die für die mechanische Verrichtung der Menschendienste in die Welt eintreten, wird sich die Menschheit selber helfen können. Und so kann man schon sagen: gegen all das, was von Auto, Schreibmaschine und so weiter auftritt, wird sich die Menschheit selber helfen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders liegt die Sache - verzeihen Sie, daß ich mit diesem scheinbar Trivialen abschließe - beim Grammophon. Beim Grammophon ist es so, daß die Menschheit in das Mechanische die Kunst hereinzwingen will. Wenn die Menschheit also eine leidenschaftliche Vorliebe für solche Dinge bekäme, wo das, was als Schatten des Spirituellen in die Welt herunterkommt, mechanisiert würde, wenn die Menschheit also Enthusiasmus für so etwas, wofür das Grammophon ein Ausdruck ist, zeigen würde, dann könnte sie sich davor nicht mehr helfen. Da müßten ihr die Götter helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, die Götter sind gnädig, und heute liegt die Hoffnung ja auch vor, daß in bezug auf das Vorrücken der Menschheitszivilisation die gnädigen Götter selbst über solche Geschmacksverirrungen, wie sie beim Grammophon zum Ausdrucke kommen, weiter hinweghelfen.&amp;quot; {{Lit|{{G|227|222f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Viele Erscheinungen des heutigen Kulturlebens wirken zerstörend, zum Beispiel insbesondere auch die Lichtbilder, die den Ätherleib durchaus schädigen. Lichtbilder erregen auch die Sinnlichkeit.&amp;quot; {{Lit|{{G|130|326}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* siehe auch: [[Audiovisuelle Medien]], [[Schreibmaschinenschreiben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Gefahren des mit der Technik verbundenen abstrakten Denkens ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Craiyon 014933 A photorealistic symbol for AI with a female human face and a network in the backgrou.png|thumb|&#039;&#039;Gefangen im Netz der künstlichen Intelligenz&#039;&#039;, erzeugt von [https://www.craiyon.com/ Craiyon V2] (2023)]]&lt;br /&gt;
Nicht nur die Anwendung der Technik als solcher, sondern auch das zu ihrer Erzeugung notwendige abstrakte [[Denken]], wenn es einseitig ohne entsprechenden geistigen Ausgleich gepflegt wird, gefährdet die Zukunft der Menschheit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sehen Sie, heute kann es den Menschen verhältnismäßig noch harmlos erscheinen, wenn sie nur diejenigen Gedanken ausdenken, automatische, leblose Gedanken, welche entstehen, wenn man er faßt die mineralische Welt und das Mineral an Pflanzen, das Mineral an Tieren, das Mineral am Menschen. Ich möchte sagen, an diesen Gedanken, an denen laben sich heute die Menschen, mit denen fühlen sie sich als Materialisten wohl, denn nur sie werden heute gedacht. Aber bedenken Sie einmal, die Menschen dächten so fort, die Menschen würden wirklich nichts anderes ausbilden als solche Gedanken, bis zu dem Zeitpunkte, wo im 8. Jahrtausend das Mondendasein wiederum sich mit dem Erdendasein vereinigt, was würde dann entstehen? Ja, die Wesenheiten, von denen ich gesprochen habe, sie werden nach und nach auf die Erde herunterkommen, Vulkanwesenheiten, vulkanische Übermenschen, Venus-Übermenschen, Merkur-Übermenschen, Sonnen-Übermenschen und so weiter werden sich mit dem Erdendasein vereinigen. Aber wenn die Menschen fortfahren, ihnen bloß Opposition zu machen, so wird das Erdendasein in ein Chaos im Laufe der nächsten Jahrtausende über gehen. Die Erdenmenschen werden ihren Intellekt ja weiter automatisch entwickeln können; der kann sich auch innerhalb der Barbarei entwickeln; aber das Vollmenschentum wird nicht hineingezogen sein in diesen Intellekt, und die Menschen werden keine Beziehung haben zu denjenigen Wesenheiten, die sich ihnen hinunterneigen wollen ins Erdendasein herein. Und alle diejenigen Wesen, welche nun vom Menschen unrichtig gedacht werden, die Wesen, welche unrichtig gedacht werden aus dem Grunde, weil der bloße schatten hafte Intellekt nur das Mineralische, ich möchte sagen das grob Materielle im Mineralteich, im Pflanzen-, im Tierreich und sogar im Menschenreich denkt, diese Gedanken der Menschen, die keine Wirklichkeit haben, die bekommen mit einem Schlage Wirklichkeit, wenn der Mond sich mit der Erde vereinigt. Und aus der Erde wird aufsprießen ein furchtbares Gezücht von Wesenheiten, die in ihrem Charakter zwischen dem Mineralreich und dem Pflanzenreich drinnenstehen als automatenartige Wesen mit einem überreichlichen Verstande, mit einem intensiven Verstande. Mit dieser Bewegung, die über der Erde Platz greifen wird, wird die Erde überzogen werden wie mit einem Netz, einem Gewebe von furchtbaren Spinnen, Spinnen von einer riesigen Weisheit, die aber in ihrer Organisation nicht einmal bis zum Pflanzendasein heraufreichen, furchtbare Spinnen, die sich ineinander verstricken werden, die in ihren äußeren Bewegungen alles das imitieren werden, was die Menschen ausdachten mit dem schattenhaften Intellekt, der sich nicht anregen ließ von demjenigen, was durch eine neue Imagination, was über haupt durch Geisteswissenschaft kommen soll. All dasjenige, was die Menschen an solchen Gedanken denken, die irreal sind, das wird wesenhaft. Die Erde wird überzogen sein, wie sie jetzt mit einer Luftschicht überzogen ist, wie sie sich manchmal mit Heuschreckenschwärmen überzieht, mit furchtbaren mineralisch-pflanzlichen Spinnen, die sehr verständig, aber furchtbar bösartig sich ineinanderspinnen. Und der Mensch wird, insoweit er nicht seine schattenhaften intellektuellen Begriffe belebt hat, statt sein Wesen mit den Wesen, die heruntersteigen wollen seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, zu vereinigen, er wird sein Wesen mit diesen furchtbaren mineralisch-pflanzlichen Spinnengetieren vereinigen müssen. Er wird selber zusammenleben mit diesen Spinnentieren, und er wird sein weiteres Fortschreiten im Weltendasein suchen müssen in derjenigen Entwickelung, die dann annimmt dieses Spinnengetier.|204|244f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technik und Naturrhythmen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sobald wir über das bloß Spektrale, über das bloße Gespenstische&lt;br /&gt;
der Naturerscheinungen herauskommen, treffen wir Geistiges. Das&lt;br /&gt;
heißt, alles Forschen nach der sogenannten groben Materie ist überhaupt&lt;br /&gt;
ziemlich unsinnig. Wird man einmal aufgeben - und die Menschheit&lt;br /&gt;
wird es vor dem 4. Jahrtausend tun - das Suchen nach dem Grobsinnlichen&lt;br /&gt;
als der Natur zugrunde liegend, dann wird man auf etwas&lt;br /&gt;
ganz anderes kommen, dann wird man überall in der Natur Rhythmen&lt;br /&gt;
finden, rhythmische Ordnungen. Diese rhythmischen Ordnungen&lt;br /&gt;
sind vorhanden, nur macht sich die heutige materialistische Wissenschaft&lt;br /&gt;
über diese rhythmischen Ordnungen in der Regel lustig. Wir&lt;br /&gt;
haben diese rhythmische Ordnung bildhaft ausgedrückt in unseren&lt;br /&gt;
sieben Säulen, in der ganzen Konfiguration unseres Baues hier. Aber&lt;br /&gt;
diese rhythmische Ordnung ist in der ganzen Natur vorhanden.&lt;br /&gt;
Rhythmisch wächst an der Pflanze ein Blatt nach dem andern;&lt;br /&gt;
rhythmisch sind die Blumenblätter angeordnet, rhythmisch ist alles&lt;br /&gt;
angeordnet. Rhythmisch tritt das Fieber ein bei einer Krankheit,&lt;br /&gt;
flutet wieder ab; rhythmisch ist das ganze Leben. Das Durchdringen&lt;br /&gt;
der Naturrhythmen, das wird wahre Naturwissenschaft sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber durch das Durchdringen der Naturrhythmen kommt man&lt;br /&gt;
auch zu einer gewissen Benützung der Rhythmik in der Technik. Das&lt;br /&gt;
ist dann das Ziel der künftigen Technik: durch zusammenstimmende&lt;br /&gt;
Schwingungen, Schwingungen, die man im Kleinen erregt und die&lt;br /&gt;
sich dann ins Große übertragen, durch das einfache Zusammenstimmen&lt;br /&gt;
ungeheuere Arbeit zu verrichten.|184|295}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Technik als übergeologische Schichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] beschreibt, wie durch die von [[Mensch|Menschen]] geschaffene Technik, durch das [[Mechanismus|mechanistisch]]-[[Ahriman|ahrimanische]] Maschinenwesen, etwa seit Mitte des [[19. Jahrhundert|19. Jahrhunderts]] eine neue geologische Schichte, eine &#039;&#039;&#039;übergeologische Schichte&#039;&#039;&#039;, entstanden ist, zu der durch eine [[Anthroposophie|geisteswissenschaftliche]] inspirierte Kultur und Zivilisation das notwendige Gegenwicht geschaffen werden muss, wenn der Mensch nicht durch die von ihm hervorgebrachte Technik überwältigt werden soll:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist nicht irgendeine Erfindung, irgendein abstraktes Ideal, irgendein Schlagwort, was mit der Geisteswissenschaft auftritt und was nach der Erkenntnis der Imagination, Inspiration, Intuition strebt, sondern es ist etwas, was in seiner Notwendigkeit handgreiflich abgelesen werden kann von dem Gang der Menschheitsentwickelung. Und man muß hinweisen darauf, daß der Mensch überwältigt werden würde durch das Außermenschliche, das er selbst geschaffen hat in einer ahrimanisierten Welt in errechenbaren Pferdekräften. Als dem Menschen von außen zukam, was ihm Weisheit, Schönheit und Stärke gab, da hatte er noch nicht um sich die ahrimanisierte Welt, da konnte er es in Gnade aufnehmen, oder durch Gnade aufnehmen, und er hatte auf der Erde, was er höchstens durch die Kraft des Feuers oder durch die einfachsten mechanischen Werkzeuge, die nicht viel hinzutaten zu seiner eigenen Kraft, sich dazu erarbeitete. Und ungefähr erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben wir eine neue Welt, ich möchte sagen, eine mächtige neue geologische Schichte die Erde bedeckend. Zu all den Schichten, Diluvium, Alluvium, kommt hinzu die ahrimanische Schichte der mechanisierten Kräfte, welche wie eine Kruste über die Erde sich bildet. Also aus den Tiefen steigt auf, was den Menschen überwältigt, wenn der Mensch sich nicht hineinstellt in die äußere Welt mit jener Welt, die ihm aus dem Geiste, das heißt aus Imagination, Intuition, Inspiration heraus kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind wahrhaftig starke Impulse aus der Erkenntnis des Weltenganges heraus, welche hinweisen auf die Notwendigkeit geisteswissenschaftlicher Kultur und Zivilisation. Es sind heute schon errechenbare Notwendigkeiten. Denn, ist es nicht furchtbar, daß neben dem Menschen mit so rasender Eile diese, sagen wir, &#039;&#039;&#039;übergeologische Schichte&#039;&#039;&#039; heraufzieht wie eine neue Erdkruste, und daß viele Menschen heute noch so denken, wie gedacht worden ist, als zum Beispiel in Deutschland nur 6,7 Millionen Pferdekraftjahre produziert wurden durch die Mechanisierung? Denken denn die Leute daran, woher der Gang der Welt eigentlich durchkraftet wird? Ist man im Bilde, was in Wirklichkeit geschieht? Man ist es nicht, sonst würde man aus der Erkenntnis dessen, was geschieht, wirklich die Notwendigkeit ersehen, eine neue Form zu finden für die Durchtränkung des Menschen mit dem, was abgelaufene Zeiten Schönheit, Weisheit, Stärke genannt haben, und was wir nach dem Gang, den die menschliche Persönlichkeit nehmen muß, um es zu erlangen, Imagination, Inspiration, Intuition nennen müssen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir blicken also hinein in eine Welt ahrimanischer Durchseuchung. Ich habe schon öfter gesagt: Ich möchte nicht leichtsinnig das Wort «Übergangszeit» gebrauchen, denn im Grunde ist jede Zeit eine Übergangszeit; aber eine Zeit, in der sich etwas so Besonderes wie der Ahri- manismus so rasend schnell entwickelt hat, wie seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, solch eine Zeit ist nicht immer da. Und die für einen großen Teil von Mitteleuropa unmittelbar vorangehende Biedermeierzeit, die ist wahrhaftig nicht zu vergleichen mit demjenigen, was in den letzten Jahrzehnten sich eigentlich in Wirklichkeit zugetragen hat. Man muß schon die ganze Schwere empfinden dieser neuzeitlichen Ereignisse. Und man muß folgendes empfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man hinschaut auf solch ein Ereignis, wie es sich 1870/71 in Mitteleuropa als Kriegsereignis abgespielt hat: man konnte es überdenken, man konnte nachkommen mit seinen Gedanken. Aber sehen Sie sich doch nur einmal an, wie die Menschen noch immer in derselben Weise versuchen, sich die Vorgänge der letzten Jahre zu vergegenwärtigen! Sie denken ja noch immer so, wie man gedacht hat, als in Deutschland nur 6,7 Millionen Pferdekraftjahre vorhanden waren! Man begreift gar nicht, daß man anders denken muß, wenn 79 Millionen Pferdekraftjahre außer dem Menschen arbeiten! Das erfordert, daß ganz anderes Denken Platz greift. Ohne daß man sich zur Geisteswissenschaft wendet, lösen sich die Rätsel, die aus diesen Ereignissen heraus kommen, eben durchaus nicht. Wenn der Mensch um sich herum durch die äußere Wissenschaft die Welt mechanisiert, dann muß er um so mehr aus seinem Inneren heraus eine innere Wissenschaft, die wiederum Weisheit ist, erstehen lassen. Die wird die Kraft haben, das zu dirigieren, was ihn sonst überwältigen würde.|202|53f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:DALL·E 2023-02-24 01.10.07.png|thumb|&#039;&#039;Mensch und Maschine&#039;&#039;, erzeugt von [https://openai.com/dall-e-2/ DALL•E 2] (2023)]]&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat darauf hingewiesen, dass in der Zukunft eine immer engere Verbindung des Menschen mit den von ihm erzeugten Maschinen entstehen wird. Durch seine [[Gedanke]]nkraft wird der Mensch die Maschinen lenken, die zunehmend zu einem Teil seines eigenen Wesens werden. Deutliche Ansätze dazu sind heute bereits vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht&lt;br /&gt;
in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen&lt;br /&gt;
in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen&lt;br /&gt;
Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen&lt;br /&gt;
Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große&lt;br /&gt;
Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll&lt;br /&gt;
versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren&lt;br /&gt;
praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf&lt;br /&gt;
gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird&lt;br /&gt;
lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher&lt;br /&gt;
Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen&lt;br /&gt;
lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden&lt;br /&gt;
muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden&lt;br /&gt;
muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam&lt;br /&gt;
gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil&lt;br /&gt;
unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich&lt;br /&gt;
habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise&lt;br /&gt;
heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben&lt;br /&gt;
selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen,&lt;br /&gt;
die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis&lt;br /&gt;
gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl&lt;br /&gt;
Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich&lt;br /&gt;
ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft&lt;br /&gt;
zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht&lt;br /&gt;
so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine&lt;br /&gt;
ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie&lt;br /&gt;
werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtliehen&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die&lt;br /&gt;
mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut&lt;br /&gt;
sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob&lt;br /&gt;
sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur&lt;br /&gt;
im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen.&lt;br /&gt;
Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem&lt;br /&gt;
Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man&lt;br /&gt;
die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der&lt;br /&gt;
Erdenentwickelung. &#039;&#039;&#039;Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch&lt;br /&gt;
in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt&lt;br /&gt;
mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen&lt;br /&gt;
Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein ersterben&lt;br /&gt;
wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden&lt;br /&gt;
immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung&lt;br /&gt;
hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften,&lt;br /&gt;
die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den&lt;br /&gt;
äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine&lt;br /&gt;
Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte.&lt;br /&gt;
Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt&lt;br /&gt;
werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und&lt;br /&gt;
magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit&lt;br /&gt;
dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in&lt;br /&gt;
der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen&lt;br /&gt;
Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht&lt;br /&gt;
werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl&lt;br /&gt;
Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen&lt;br /&gt;
muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.|178|218f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Umgestaltung der Erde zu einem selbstfunktionierenden elektrischen Apparat ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir gehen&lt;br /&gt;
einer Zeit entgegen, in der, wie ich neulich schon andeutete, das Verständnis&lt;br /&gt;
bis ins Atom hinein kommen wird. Man wird begreifen - auch&lt;br /&gt;
in der populären Meinung -, daß das Atom nichts anderes ist als geronnene&lt;br /&gt;
Elektrizität. Der Gedanke selbst ist aus derselben Substanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wird in der Tat so weit kommen, noch ehe die fünfte Unterrasse&lt;br /&gt;
zu Ende geht, daß man imstande sein wird, bis ins Atom hineinzuwirken.&lt;br /&gt;
Wenn man nur erst die Stofflichkeit zwischen dem Gedanken&lt;br /&gt;
und dem Atom begreifen kann, so wird man auch bald das Hineinwirken&lt;br /&gt;
ins Atom verstehen. Und nichts wird mehr für gewisse&lt;br /&gt;
Wirkungsarten verschlossen sein: Ich werde hier stehen und unbemerkt&lt;br /&gt;
auf einen Knopf, den ich in der Tasche trage, drücken können,&lt;br /&gt;
um einen Gegenstand in weiter Ferne, sagen wir in Hamburg,&lt;br /&gt;
in die Luft zu sprengen, so wie Sie jetzt schon drahtlos telegraphieren&lt;br /&gt;
können, indem Sie hier eine Wellenbewegung hervorbringen und sie&lt;br /&gt;
an einer anderen bestimmten Stelle in bestimmter Weise zum Ausdruck&lt;br /&gt;
bringen können. Das wird in dem Momente eintreten können,&lt;br /&gt;
wo die okkulte Wahrheit, daß Gedanke und Atom aus derselben Substanz&lt;br /&gt;
bestehen, im praktischen Leben durchgeführt sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist unmöglich, sich auszudenken, was in einem solchen Falle&lt;br /&gt;
geschehen würde, wenn die Menschheit dann nicht bis zur Selbstlosigkeit&lt;br /&gt;
gelangt wäre. Nur durch das Erringen der Selbstlosigkeit&lt;br /&gt;
wird es möglich sein, die Menschheit vom Rande des Verderbens&lt;br /&gt;
zurückzuhalten. Der Untergang unserer gegenwärtigen Wurzelrasse&lt;br /&gt;
wird herbeigeführt werden durch den Mangel an Moralität. Die lemurische&lt;br /&gt;
Rasse ist durch Feuer zugrunde gegangen, die atlantische durch&lt;br /&gt;
Wasser; unsere wird zugrunde gehen durch den Krieg aller gegen alle,&lt;br /&gt;
das Böse, durch den Kampf der Menschen untereinander. Die Menschen&lt;br /&gt;
werden sich selbst im gegenseitigen Kampf vernichten. Und es&lt;br /&gt;
wird das Trostlose sein - trostloser als andere Untergangsarten -, daß&lt;br /&gt;
die Menschen selbst die Schuld daran tragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein kleines Häuflein wird sich hinüberretten in die sechste Wurzelrasse.&lt;br /&gt;
Dieses kleine Häuflein wird zur vollständigen Selbstlosigkeit&lt;br /&gt;
sich entwickelt haben. Die anderen werden alles Raffinement in der&lt;br /&gt;
Durcharbeitung und Dienstbarmachung der physischen Naturkräfte&lt;br /&gt;
anwenden, aber ohne den nötigen Grad der Selbstlosigkeit erlangt zu&lt;br /&gt;
haben. Sie werden den Kampf aller gegen alle inaugurieren, und das&lt;br /&gt;
bildet den Grund des Untergangs unserer Wurzelrasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Namentlich in der siebenten Unterrasse wird dieser Kampf aller gegen alle sich in der furchtbarsten Weise austoben. &#039;&#039;&#039;Starke, gewaltige Kräfte werden ausgehen von Entdeckungen, die den ganzen Erdball zu einer Art selbstfunktionierendem elektrischem Apparat umgestalten werden&#039;&#039;&#039;. Auf eine Weise, über die nicht gesprochen werden kann, wird das kleine Häuflein geschützt werden.|93|122ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technik und moralische Gesinnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Technik wird sich künftig sehr stark verändern. Laut [[Rudolf Steiner]] wird man Maschinen entwerfen, die nur funktionieren, wenn sie von [[Mensch]]en mit entsprechend guter [[moral]]ischer Gesinnung in Gang gesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Vielleicht ist Ihnen bekannt, daß Keely einen Motor konstruiert hat,&lt;br /&gt;
der nur ging, wenn er selbst dabei war. Er hat damit den Leuten&lt;br /&gt;
nichts vorgemacht, denn er hatte in sich selbst jene treibende Kraft,&lt;br /&gt;
die aus dem Seelischen hervorgeht und Mechanisches in Bewegung&lt;br /&gt;
setzen kann. Eine Antriebskraft, die nur moralisch sein kann, das ist&lt;br /&gt;
die Idee der Zukunft; die wichtigste Kraft, die der Kultur eingeimpft&lt;br /&gt;
werden muß, wenn sie sich nicht selbst überschlagen soll. Das Mechanische&lt;br /&gt;
und das Moralische werden sich durchdringen, weil dann das&lt;br /&gt;
Mechanische ohne das Moralische nichts ist. Hart vor dieser Grenze&lt;br /&gt;
stehen wir heute. Nicht bloß mit Wasser und Dampf, sondern mit&lt;br /&gt;
spiritueller Kraft, mit spiritueller Moral werden in Zukunft die Maschinen&lt;br /&gt;
getrieben werden. Diese Kraft ist symbolisiert durch das Tau-&lt;br /&gt;
Zeichen und wurde schon poetisch angedeutet durch das Bild des&lt;br /&gt;
Heiligen Gral. Wie der Mensch nicht mehr nur angewiesen ist darauf,&lt;br /&gt;
zu benützen, was ihm die Natur freiwillig hergibt, sondern wie er die&lt;br /&gt;
Natur formt und umgestaltet, wie er zum Werkbaumeister des Unlebendigen&lt;br /&gt;
geworden ist, so wird er zum Werkbaumeister des Lebendigen&lt;br /&gt;
werden.|93|286}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die&lt;br /&gt;
feinen, in dem menschlichen Willensleben und Gesinnungsleben liegenden&lt;br /&gt;
Pulsationen werden sich immer mehr und mehr in dasjenigehin&lt;br /&gt;
ein verweben, hineingliedern, was der Mensch erzeugt, und es wird&lt;br /&gt;
nicht gleichgültig sein, ob man einen zubereiteten Stoff von dem einen&lt;br /&gt;
Menschen empfängt oder von dem anderen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst die äußerste, kälteste technische Entwickelung tendiert nach&lt;br /&gt;
einem ganz bestimmten Ziele hin. Derjenige, der heute sich ahnende&lt;br /&gt;
Vorstellungen von der Zukunft der technischen Entwickelung machen&lt;br /&gt;
kann, der weiß, daß in der Zukunft ganze Fabriken individuell wirken&lt;br /&gt;
werden, je nach demjenigen, der die Fabrik leitet. Die Gesinnung wird&lt;br /&gt;
mit in die Fabrik hineingehen und sich übertragen auf die Art und&lt;br /&gt;
Weise, wie die Maschinen arbeiten. Der Mensch wird zusammenwachsen&lt;br /&gt;
mit der Objektivität. Alles, was wir berühren werden, wird nach&lt;br /&gt;
und nach den Abdruck menschlichen Wesens an sich tragen. Und Zeiten&lt;br /&gt;
werden kommen, so dumm es heute noch den gescheiten Leuten&lt;br /&gt;
auch erscheinen mag - aber schon der heilige Paulus sagte, dasjenige,&lt;br /&gt;
was die Menschen für gescheit halten, ist manchmal Torheit vor Gott -,&lt;br /&gt;
in denen ein Mechanismus dastehen wird, der in Ruhe verharrt; ein&lt;br /&gt;
Mensch wird hinzutreten, der wissen wird, daß er eine Handbewegung&lt;br /&gt;
so, eine andere in einer bestimmten Weise dazu, eine dritte so zu machen&lt;br /&gt;
hat, und durch dasjenige, was da als Luftschwingungen entsteht und&lt;br /&gt;
was die Folge eines bestimmten Zeichens ist, wird der Motor in Bewegung&lt;br /&gt;
gesetzt sein, der abgestimmt sein wird auf dieses Zeichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die nationalökonomische Entwickelung wird ein solches Gesicht&lt;br /&gt;
bekommen, daß äußere Patente und dergleichen völlig ausgeschlossen&lt;br /&gt;
sein werden, denn was in solchen Dingen liegt, wird durch&lt;br /&gt;
das ersetzt werden, was ich eben auseinandergesetzt habe. Dafür aber&lt;br /&gt;
wird auch alles dasjenige ausgeschaltet werden, was in keiner Beziehung&lt;br /&gt;
steht zur menschlichen Natur. Dadurch wird etwas ganz Bestimmtes&lt;br /&gt;
bewirkt werden können. Denn denken Sie sich einmal einen&lt;br /&gt;
recht guten Menschen in der Zukunft, einen Menschen, der wirklich&lt;br /&gt;
auf besonderer Höhe menschlicher Gesinnung ist, was wird der können?&lt;br /&gt;
Der wird Maschinen konstruieren und Zeichen für sie festsetzen können,&lt;br /&gt;
die nur vollzogen werden können von Menschen, die so gesinnt&lt;br /&gt;
sind wie er, die also auch gutgesinnt sind. Und alle Bösgesinnten werden&lt;br /&gt;
mit dem Zeichen eine ganz andere Schwingung erregen, und die&lt;br /&gt;
Maschine wird nicht gehen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon, sagte ich, ahnen die Leute heute schon einiges. Ich habe Ihnen&lt;br /&gt;
nicht umsonst den Hinweis darauf gegeben, wie gewisse Leute Flammen&lt;br /&gt;
tanzen sehen unter dem Einfluß bestimmter Töne. Wird man einmal&lt;br /&gt;
nach dieser Richtung weiter forschen, dann wird man den Weg finden&lt;br /&gt;
zu dem, was ich gerade angedeutet habe, man könnte auch sagen, zurückfinden&lt;br /&gt;
zu gewissen alten Zeiten, wo der eine Alchimist, der nur&lt;br /&gt;
Geld in seinen Beutel stecken wollte, nichts erreichen konnte mit dem&lt;br /&gt;
nämlichen Prozesse, mit dem der andere, der nicht Geld in seinen Beutel&lt;br /&gt;
stecken wollte, sondern der ein Sakrament verrichten wollte zur Ehre&lt;br /&gt;
der Götter und zum Heile der Menschheit, etwas erzielte.|172|91ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und nun steht die Menschheit davor, ganz bestimmte Dinge lösen&lt;br /&gt;
zu müssen. Vor allen Dingen etwas, worauf ich schon aufmerksam&lt;br /&gt;
gemacht habe und was zusammenhängt mit der bewunderten modernen&lt;br /&gt;
Technik, die ein Ergebnis ist der auch von der Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
bewunderten Naturwissenschaft. Diese bewunderte moderne Technik&lt;br /&gt;
gelangt in verhältnismäßig nicht zu ferner Zeit an ein Ende, wo sie sich&lt;br /&gt;
in einer gewissen Weise selber aufheben wird. Dagegen wird etwas eintreten,&lt;br /&gt;
was dahin gehen wird - ich habe die Sache hier schon angedeutet&lt;br /&gt;
- , daß der Mensch die Möglichkeit erlangen wird, von jenen feinen&lt;br /&gt;
Vibrationen, feinen Schwingungen, die in seinem Ätherleib sind, Gebrauch&lt;br /&gt;
zu machen für die Imputation von Mechanismen. Maschinen&lt;br /&gt;
wird man haben, die an den Menschen gebunden sein werden, aber der&lt;br /&gt;
Mensch wird seine eigenen Vibrationen auf die Maschine übertragen,&lt;br /&gt;
und nur er wird imstande sein, unter dem Einfluß gewisser von ihm&lt;br /&gt;
erregter Schwingungen gewisse Maschinen in Bewegung zu setzen. Die&lt;br /&gt;
Leute, die sich heute als Praktiker betrachten, werden sich in gar nicht&lt;br /&gt;
zu ferner Zeit einer vollständigen Umänderung dessen gegenübergestellt&lt;br /&gt;
sehen, was man Praxis nennt, wenn der Mensch mit seinem Willen eingeschaltet&lt;br /&gt;
werden wird in das objektive Fühlen der Welt.|173|214f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technik und soziales Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die moderne Technik hat das [[Soziales Leben|soziale Leben]] tiefgreifend verwandelt und fordert eine angemessene Neustrukturierung des ganzen [[Sozialer Organismus|sozialen Organismus]]. Anregungen dazu hat [[Rudolf Steiner]] durch seinen Impuls der [[Soziale Dreigliederung|sozialen Dreigliederung]] gegeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Technik und Nationalismus ===&lt;br /&gt;
Darüber hinaus hat Steiner sehr deutlich ausgesprochen, dass die moderne Technik nur dann segensvoll für die [[Menschheit]] sein kann, wenn sie nicht durch [[Nationalismus|nationalistische Gesinnungen]] missbraucht wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Heute gibt es - ich meine jetzt nicht bloß in bezug auf die menschliche Wissenschaft, sondern in bezug auf das soziale Leben, das ja alle Menschen angeht, nicht bloß diejenigen, die zu den sogenannten Gebildeten gehören -, heute gibt es wirksam im sozialen Leben eine große Anzahl von Dingen, die deshalb da sind, weil man gewisse rein technisch-mechanische, physikalische, chemische und ähnliche Gedanken hat, weil man einen gewissen Umfang der physischen Wissenschaft hat. Man kennt heute, benützt heute Maschinen, man benützt ein gewisses maschinelles Vorgehen auch in der Finanzgebarung der Welt. Man denkt mechanisch über die ganze Welt hin. Ich meine jetzt nicht bloß die mechanische Weltanschauung, sondern ich meine das, was jeden Menschen angeht, den einfachsten Bauern in der letzten Alphütte angeht, denn er weiß natürlich nichts von mechanischer Wissenschaft. Aber worinnen er lebt, das ist durchzogen von diesen Gedanken. Darauf kommt es ja an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Altertum diese mechanischen, chemischen, physischen Verrichtungen sich mit luziferischer Kraft vermischten, so vermischen sie sich heute, wo sie nicht mehr hintangehalten werden können, mit ahrimanischen Kräften, und zwar durch einen ganz gewissen Umstand. Es ist ein Gesetz, daß alles das, was herstammt aus maschineller, mechanischer, chemischer, physischer Denkweise, in einer eigentümlichen Weise befruchtet werden kann von dem, was aus partieller Menschennatur stammt, in der folgenden Weise: Diese Gedankensummen, die sich auf Chemisches, Physikalisches, Mechanisches, Technisches beziehen, Finanzielles beziehen, die werden heute gedacht von Menschen, welche zum Beispiel - es kommen auch noch andere Dinge in Betracht - noch in nationaler Denkweise drinnen sind; aber damit vertragen sie sich nicht. Denkt man das, was heute physikalisch, mechanisch, chemisch ist, so, daß gleichzeitig dasselbe Hirn, das diese Dinge denkt, von nationaler Gesinnung durchdrungen ist, dann wirkt durch die nationale Gesinnung auf diese Dinge, die man denkt in bezug auf Physikalisches, Chemisches, Mechanisches, Technisches, dann wirkt Ahriman befruchtend, und es entstehen durch die Verbindungen von nationaler Gesinnung mit internationaler physischer Wissenschaft heute ahrimanische Elementarwesenheiten in unserer Umgebung. Denn verträglich sind Gedanken und Verrichtungen, wie sie die heutige Chemie, Physik, Mechanik, Technik, Finanzgebarung, die kommerzielle Gebarung hat, verträglich sind sie nur mit nichtnationaler Denkweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist ein bedeutsames Geheimnis, das man kennen muß, wenn man das Gefüge des Lebens in der Gegenwart verstehen will. Es liegt nicht in der Zeitmöglichkeit, diese Dinge auf eine andere Weise hintanzuhalten als durch Erkenntnis. Die alten Mysterienführer suchten durch Sekretierung der Erkenntnisse die Dinge hintanzuhalten. Heute muß das Gegenteil eintreten: durch möglichst weite Verbreitung der entgegengesetzt wirkenden geistigen Erkenntnisse muß das Übel gebannt werden. In dieser Beziehung hat die Menschheit einen vollständigen Umschwung erfahren. Dazumal mußte man durch die Schranken der Mysterien etwas zurückhalten über die physischen Wissenschaften; heute muß man geistige Wissenschaft so viel verbreiten, als möglich ist, weil nur dadurch allmählich dasjenige, was in der Richtung wirkt, die eben geschildert worden ist, ausgetrieben werden kann. Die Menschheit hat ja heute vielfach gar keine Ahnung davon, was es bedeutet, wenn man auf der einen Seite national gesinnt ist und auf der ändern Seite internationale Physik treiben will. Diese Dinge begegnen sich aber in der Menschennatur und befruchten sich in der Menschennatur und führen, wie sie im Altertum geführt haben zu luziferischen Bildungen, in der Gegenwart zu ahrimanischen Bildungen. Die Menschheit hat ja keine andere Alternative, als entweder alles, was Physik, Chemie und dergleichen ist, zu lassen, oder international zu werden in der Denkweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß es solche Gesetze gibt, die innig zusammenhängen mit dem allgemeinen Leben, das ahnen ja die Menschen der Gegenwart noch nicht. Und doch ist es eine Wahrheit, die unmittelbar an die Türe unserer Gegenwartsentwickelung klopft und eingelassen werden muß zum Heile der Gegenwartsentwickelung. Die dem Menschenfortschritt am meisten feindlichen Mächte widerstreben solchen Dingen gerade und verführen heute die Menschen dazu, die Nationalitätsidee zum besonders radikalen Ausdruck zu bringen. Es müßte schon auf solche Dinge heute hingewiesen werden, denn sie enthalten dasjenige, was wahr ist, und sie sind vielleicht allein in der Lage, weil sie die lautere und wirkliche Wahrheit enthalten, die Menschen zu heilen vor solchem Zeug, wie es gegenwärtig in den Köpfen figuriert.|180|53ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dämonomagie und Technik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Alles, was der Mensch der Erde einverleibt unter dem Gesichtspunkte der Erkenntnis, der Weisheit und Schönheit und des wahren sozialen Lebens, alles, was er an Symbolen in die äußere Welt hineinwirkt, selbst wenn er es nur in Gedanken bildet, wird zu einer großen erfreulichen fortschrittlichen Gewalt für die Fortentwickelung der Erde; es werden reale Kräfte und Formen der Zukunft sein. Unsere Maschinen und unsere Fabriken aber, alles, was wir nur machen, um der äußeren Nützlichkeit zu dienen, dem Utilitätsprinzip, wird in der nächsten Verkörperung unserer Erde ein schädliches Element sein. Wenn wir der Materie Symbole einprägen, die Ausdruck höherer Welten sind, werden sie fortschrittlich wirken; unsere Maschinen und Fabriken dagegen, die nur dem äußeren Nutzen dienen, werden zu einer Art dämonischer, verderblicher Wirkung in der nächsten Verkörperung unserer Erde. Wir formen uns also selbst unsere guten Kräfte und ebenso die dämonischen Gewalten für das nächste Zeitalter der Menschheit. Heute, in der fünften nachatlantischen Kulturepoche, sind wir am tiefsten in der Materie und schaffen die schlimmsten dämonischen Gewalten für die nächste Zeitepoche. Wo wir Uralt-Heiliges in physisch-mechanische Dinge umgestalten, da arbeiten wir unter den physischen Plan hinunter. Unterwelt wird das sein, was der Mensch so gestaltet. Man muß sich darüber im klaren sein, daß auch die bösen Mächte der Erdentwickelung eingefügt werden müssen. In der Zeit, wo sie überwunden werden müssen, wird der Mensch eine gewaltige Kraft aufzuwenden haben, um das Böse und das Dämonische wiederum in das Gute umzuwandeln. Aber seine Kraft wird dadurch wachsen, denn das Böse ist dazu da, die Kraft des Menschen zu stählen durch dessen Überwindung. Alles Böse muß wiederum umgeschmolzen werden in das Gute, und es ist geradezu im Blicke der Vorsehung gelegen, damit starke energische Wirkungen im Menschen zu entwickeln, viel höhere, als wenn er niemals Böses in Gutes zu verwandeln hätte.|101|237f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den [[Geister der Persönlichkeit|Geistern der Persönlichkeit]], die in unserer Zeit zu [[schöpferisch]]en [[Geister der Form|Geistern der Form]] aufsteigen und dadurch die Impulsatoren der modernen [[Anthroposophie|anthroposophischen Geisteswissenschaft]] sind, stehen durch die sich immer weiter ausbreitende [[Maschine]]nwelt [[ahriman]]ische [[Geister der Finsternis]] gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sehen Sie, wenn heute gefragt wird, wieviel Menschen auf Erden&lt;br /&gt;
sind, so sagt man gewöhnlich: 1500 Millionen, nicht wahr. Das würde&lt;br /&gt;
die Konsequenz haben, daß auch auf der Erde nur so viel Arbeit&lt;br /&gt;
geleistet wird, als diese 1500 Millionen Menschen leisten. Das ist aber&lt;br /&gt;
nicht der Fall, sondern es ist heraufgezogen seit dem Beginne des&lt;br /&gt;
fünften nachatlantischen Zeitraums die Möglichkeit, daß außer den&lt;br /&gt;
1500 Millionen Menschen auf der Erde, von denen man gewöhnlich&lt;br /&gt;
spricht, noch fünfhundert weitere Millionen Arbeitskraft da sind. Das&lt;br /&gt;
ist durch die Maschinen! Wenn alle Maschinenarbeit heute verrichtet&lt;br /&gt;
würde von Menschen, so müßten fünfhundert Millionen Menschen&lt;br /&gt;
diese Arbeit verrichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen daraus, daß gewissermaßen Menschenarbeit auf der Erde&lt;br /&gt;
einen Ersatz gefunden hat, daß etwas da ist, was wie Menschen wirkt,&lt;br /&gt;
aber nicht Mensch aus Fleisch und Blut ist. Diese Tatsache ist außerordentlich&lt;br /&gt;
wichtig für die Gesamtmenschheitsentwickelung. Diese&lt;br /&gt;
Tatsache hängt mit anderen Tatsachen in der Entwickelung der&lt;br /&gt;
Gegenwart zusammen. Die fünfhundert Millionen Menschen, die&lt;br /&gt;
eigentlich nicht als Menschen von Fleisch und Blut vorhanden sind,&lt;br /&gt;
aber als Arbeiter - die Arbeit leisten die Maschinen geradeso, wie&lt;br /&gt;
wenn Menschen sie leisten würden -, diese menschlichen Arbeitsleistungen,&lt;br /&gt;
die geben Gelegenheit, daß sich die finsteren Geister verwirklichen&lt;br /&gt;
können innerhalb unserer Menschheitsentwickelung, jene&lt;br /&gt;
finsteren Geister, die Gegner sind derjenigen Geister der Persönlichkeit,&lt;br /&gt;
die die neuen Offenbarungen bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So haben wir auf der einen Seite die für ein neues Hellsehen hereinbrechenden&lt;br /&gt;
neuen Offenbarungen der Himmel, und auf der anderen&lt;br /&gt;
Seite haben wir, aus dem Unterirdischen gewissermaßen herauskommend,&lt;br /&gt;
die Körperlichkeit für die Gegner, für gewisse dämonische&lt;br /&gt;
Geister, für Geister der Finsternis, welche sich nun nicht durch&lt;br /&gt;
Menschen von Fleisch und Blut verwirklichen, aber die doch unter&lt;br /&gt;
uns wandeln dadurch, daß menschliche Kräfte ersetzt werden durch&lt;br /&gt;
Mechanismen, durch Maschinen.|186|274f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dämonische ahrimanische Elementarwesenheiten durch die moderne Technik, durch die [[Maschine]]nwelt, immer mehr in unser modernes Zivilisationsleben einziehen, ist in unserer Zeit eine welthistorische Notwendigkeit. Und obwohl dadurch zerstörerische Kräfte in die ganze [[Erdentwicklung]] hereingetragen werden, macht es keinen Sinn, vor diesen Kräften fliehen zu wollen und sich in die Einsamkeit zurückzuziehen. Darauf hat [[Rudolf Steiner]], der ja selbst im Umfeld der damals modernsten Technik, der Eisenbahntechnik, aufgewachsen ist, wiederholt hingewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun machen wir uns einmal klar, wie - wenigstens für die weitaus&lt;br /&gt;
größte Zahl derjenigen Menschen, die bei den Geschicken der&lt;br /&gt;
Gegenwart in Betracht kommen - unsere Umgebung sich gerade&lt;br /&gt;
seit den letzten Jahrhunderten, seit dem fünfzehnten, sechzehnten&lt;br /&gt;
Jahrhundert verändert hat. Man braucht sich nur vorzustellen, was&lt;br /&gt;
von den Maschinerien der Gegenwart, von den Mechanismen der&lt;br /&gt;
Gegenwart zur Zeit, als die Jungfrau von Orleans wirkte, vorhanden&lt;br /&gt;
war. Wir können geradezu sagen, seit jener Zeit hat sich in mechanischer&lt;br /&gt;
Beziehung die Erde vollkommen verändert, denn alles,&lt;br /&gt;
was wir an Maschinen erleben, ist erst nachher gekommen. Diejenigen&lt;br /&gt;
von Ihnen, die einmal aufmerksam nachts in einem Schlafwagen&lt;br /&gt;
gefahren sind, können eine merkwürdige Erfahrung gemacht&lt;br /&gt;
haben, die Erfahrung, daß im Aufwachen - und man kann ja bei&lt;br /&gt;
einer solchen Gelegenheit recht oft aufwachen - etwas nachrumpelt&lt;br /&gt;
von dem, was ringsherum in der Maschinerie des Zuges ist, und&lt;br /&gt;
daß gewissermaßen im traumhaften Aufwachen etwas vernommen&lt;br /&gt;
werden kann von diesem Gekrächze und Gequietsche des Zuges&lt;br /&gt;
oder des Dampfschiffes, wo man dann ist, wenn man aufwacht.&lt;br /&gt;
Das kommt davon her, daß unsere Seele eigentlich nicht in unserem&lt;br /&gt;
Leibe, sondern in der Umgebung des Leibes ist und hineinversetzt&lt;br /&gt;
ist in diese Mechanismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sind wir nicht nur bei so außerordentlichen Gelegenheiten&lt;br /&gt;
in das ganze Getriebe unserer Zeit hineinversetzt, sondern man darf&lt;br /&gt;
sagen: das maschinelle Leben erstreckt sich ja in der heutigen Zeit&lt;br /&gt;
auch hinaus auf das Land, und wir sind im Grunde genommen&lt;br /&gt;
immer in dieses maschinelle Leben der Zeit hineinversetzt. Unsere&lt;br /&gt;
Seele im schlafenden Zustande geht auf in alles, was Mechanismen&lt;br /&gt;
sind. Solche Mechanismen haben wir aber auf erbaut. Ein Mechanismus,&lt;br /&gt;
den wir auf erbaut haben, ist aber etwas ganz anderes als die&lt;br /&gt;
Natur draußen, die auferbaut ist von den Elementargeistern. Draußen,&lt;br /&gt;
wenn wir zum Beispiel im Walde sind, wo alles aufgebaut ist&lt;br /&gt;
von den Naturgeistern, da sind wir in einer ganz anderen Umgebung,&lt;br /&gt;
als wenn wir in der Umgebung der Mechanismen sind, die&lt;br /&gt;
wir auferbaut haben. Denn was tun wir, indem wir das, was wir&lt;br /&gt;
der Natur entnehmen, mechanisch zusammenfügen für unser Leben&lt;br /&gt;
zu Maschinen und Geräten? Da fügen wir nicht nur die Teile&lt;br /&gt;
der Materie zusammen. Sondern dadurch, daß wir Teile der Materie&lt;br /&gt;
zusammenfügen, geben wir jedesmal Gelegenheit, daß ein ahrimanisch-&lt;br /&gt;
dämonischer Diener sich mit der Maschine vereinigt. Bei&lt;br /&gt;
jeder Maschine, bei jedem Mechanismus, bei allem, was in dieser&lt;br /&gt;
Beziehung zum heutigen Kulturleben gehört, vollziehen wir das,&lt;br /&gt;
daß wir dämonischen Elementargeistern, den ahrimanischen Naturen&lt;br /&gt;
angehörenden Dienern einen Ansatzpunkt geben. Und indem&lt;br /&gt;
wir in dieser Umgebung der Maschinen leben, leben wir dann zusammen&lt;br /&gt;
mit diesen dämonisch-ahrimanischen Elementargeistern.&lt;br /&gt;
Wir durchdringen uns mit ihnen; wir durchdringen uns nicht nur&lt;br /&gt;
mit dem Gequietsche und Geknarre der Mechanismen, sondern&lt;br /&gt;
auch mit dem, was im eminentesten Sinne für unseren Geist, für&lt;br /&gt;
unsere Seele etwas Zerstörendes hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wohlgemerkt - ich habe bei ähnlichen Gelegenheiten oftmals&lt;br /&gt;
eine ähnliche Bemerkung gemacht -, es soll das, was ich sage, nicht&lt;br /&gt;
eine Kritik unseres ahrimanischen Zeitalters sein. Denn das muß so&lt;br /&gt;
sein, daß wir überall Dämonen hineinströmen lassen und uns von&lt;br /&gt;
ihnen umgeben lassen. Das liegt in der Entwickelung der Menschheit.&lt;br /&gt;
Und weil wir es einfach als notwendig anerkennen müssen,&lt;br /&gt;
deshalb werden wir, wenn wir den eigentlichen Impuls der Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
verstehen, nun nicht etwa ein Lob anstimmen auf&lt;br /&gt;
die, welche da sagen: Also muß man sich möglichst schützen vor&lt;br /&gt;
den Dämonen und die Kultur fliehen, muß sich möglichst in der&lt;br /&gt;
Einsamkeit eine Kolonie erbauen, so daß man nichts mit diesen&lt;br /&gt;
dämonisch-ahrimanischen Elementargeistern zu tun hat. Das ist nie&lt;br /&gt;
der Tenor gewesen, den ich bei meinen Ausführungen angeschlagen&lt;br /&gt;
habe, sondern ich habe immer gesagt, daß das, was die Notwendigkeit&lt;br /&gt;
der Entwickelung über uns bringt, voll hingenommen werde,&lt;br /&gt;
daß man sich nicht zur Flucht vor der Welt dadurch verleiten&lt;br /&gt;
laßt. Aber ins Auge gefaßt, verstanden muß es werden, daß unser&lt;br /&gt;
Zeitalter dazu angetan ist, daß wir unsere Umgebung immer mehr&lt;br /&gt;
mit dämonischen Naturen durchdringen, daß wir immer mehr zu&lt;br /&gt;
tun haben mit dem, was unsere Kultur mechanisiert. Ein solches&lt;br /&gt;
Zeitalter erfordert etwas ganz anderes, als jenes Zeitalter erfordert&lt;br /&gt;
hat, aus dem die Jungfrau von Orleans zu ihrer Wirksamkeit berufen&lt;br /&gt;
worden ist.|157|96ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|Ahrimanisches wirkt eben durchaus überall in unserer&lt;br /&gt;
Zeit. Nicht auflehnen können wir uns dagegen, nicht kritisieren&lt;br /&gt;
können wir es, nicht davor schützen sollen wir uns wollen, sondern&lt;br /&gt;
es als eine Notwendigkeit unserer Zeit ansehen, als etwas, was da&lt;br /&gt;
sein muß in unserer Zeit. Es fragt sich nur: Wie finden wir demgegenüber&lt;br /&gt;
die rechte Stellung? Wie finden wir dasjenige, was uns anweist,&lt;br /&gt;
wie wir uns zu verhalten haben gerade in unserem Zeitalter,&lt;br /&gt;
wenn wir den göttlich-geistigen Kräften und Mächten den Eingang&lt;br /&gt;
in unsere Handlungen möglich machen wollen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da muß ich auf ein Ereignis der geistigen Welt hinweisen, das einige&lt;br /&gt;
Jahrzehnte hinter uns liegt. Ich habe es öfter in den verschiedensten&lt;br /&gt;
Zusammenhängen erwähnt: jenes Ereignis, das stattgefunden&lt;br /&gt;
hat hinter den Kulissen unseres Daseins, in der geistigen Welt,&lt;br /&gt;
im November ungefähr des Jahres 1879. Wir wissen ja, daß von&lt;br /&gt;
Epoche zu Epoche immer gewissermaßen ein anderer Regent des&lt;br /&gt;
Erdendaseins da ist; ein Regent löst den andern ab. Bis zum Jahre&lt;br /&gt;
1879 war aus den geistigen Welten heraus wirkend der Geist, den&lt;br /&gt;
wir den Geist Gabriel nennen, um einen Namen zu haben. Seit&lt;br /&gt;
dem Jahre 1879 war es jener Geist, den wir Michael nennen. Er ist&lt;br /&gt;
derjenige, der die Zeitereignisse in unserer Zeit dirigiert; und wer&lt;br /&gt;
bewußt in die geistigen Welten hineinzuschauen vermag, der empfindet&lt;br /&gt;
den Geist Michael als den eigentlich dirigierenden, anführenden&lt;br /&gt;
Geist unserer Zeit. Michael ist in einer gewissen Weise der&lt;br /&gt;
stärkste der einander stets ablösenden führenden Geister der Zeiten.&lt;br /&gt;
In einer gewissen Weise, sagte ich, ist er der stärkste dieser Geister.&lt;br /&gt;
Die anderen waren vorzugsweise geistig im Geistigen wirksam. Michael&lt;br /&gt;
hat die Stärke, den Geist durchzupressen bis in die physische&lt;br /&gt;
Welt hinein. Er war derjenige Geist, der, bevor das Mysterium von&lt;br /&gt;
Golgatha herangekommen ist, gleichsam dem Christus voranschreitend&lt;br /&gt;
zur Erde hinunterstieg und damals - etwa durch vier bis fünf&lt;br /&gt;
Jahrhunderte - die Führung der Erde hatte. Er ist wieder in unserer&lt;br /&gt;
Zeit der führende Geist der Erde. Man möchte vergleichsweise sagen:&lt;br /&gt;
Was das Gold unter den Metallen ist, das ist Michael unter den&lt;br /&gt;
Geistern, die der Hierarchie der Archangeloi angehören. Wie alle&lt;br /&gt;
anderen Metalle vorzugsweise auf den Ätherleib wirken, das Gold&lt;br /&gt;
aber zugleich auf unseren physischen Leib wirkt als Arzneimittel,&lt;br /&gt;
so wirken alle anderen führenden Geister in die Seele hinein, Michael&lt;br /&gt;
dagegen ist der, welcher zugleich auf den physischen Verstand,&lt;br /&gt;
auf die physische Vernunft wirken kann. Wenn sein Zeitalter&lt;br /&gt;
gekommen ist, dann kann von dem Geist aus auf den physischen&lt;br /&gt;
Verstand, auf die physische Vernunft gewirkt werden. Er mußte&lt;br /&gt;
sich, weil er im fünfzehnten Jahrhundert nicht der eigentliche führende&lt;br /&gt;
Geist war, bei der Jungfrau von Orleans den Weg suchen&lt;br /&gt;
ohne menschlichen Verstand, ohne menschliches Begreifen, ohne&lt;br /&gt;
menschliches Vorstellungsvermögen, einen gewissermaßen ganz inneren&lt;br /&gt;
Weg durch die intimsten menschlichen Seelenkräfte. Der&lt;br /&gt;
Christus hat ja durch seinen michaelischen Geist auf die Jungfrau&lt;br /&gt;
von Orleans gewirkt; aber durch alles andere konnte er eher wirken&lt;br /&gt;
als durch die Verstandes- und Vernunftkräfte [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserem Zeitalter handelt es sich darum, daß wir&lt;br /&gt;
vor allem begreifen die Notwendigkeit des Gekettetseins an Ahriman,&lt;br /&gt;
an Ahrimanisches, das wir selber in unseren Mechanismen erzeugen,&lt;br /&gt;
und die Notwendigkeit, diese Zusammenhänge richtig zu&lt;br /&gt;
erkennen; denn sonst leben wir in Furcht vor vielem, was in unserem&lt;br /&gt;
Zeitalter vorhanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher entsteht die Frage: Wodurch bieten wir diesem Ahrimanischen&lt;br /&gt;
in unserem Zeitalter Widerstand, wie Widerstand geboten&lt;br /&gt;
wurde dem Luziferischen in dem Zeitalter der Jungfrau von Orleans?&lt;br /&gt;
Wir bieten dem Ahrimanischen dadurch Widerstand, daß wir&lt;br /&gt;
gerade jenen Weg gehen, der immer wieder und wieder innerhalb&lt;br /&gt;
unserer geisteswissenschaftlichen Strömung betont wird: den Weg&lt;br /&gt;
der Spiritualisierung der menschlichen Kultur, des menschlichen&lt;br /&gt;
Begriffs- und Vorstellungsvermögens. Daher haben wir es immer&lt;br /&gt;
wieder und wieder betont: Es gibt eine Möglichkeit, alles, was uns&lt;br /&gt;
die Geisteswissenschaft bringt, wenn es auch zunächst und zumeist&lt;br /&gt;
aus der geistigen Welt heraus gegeben ist, wirklich mit dem der&lt;br /&gt;
Menschheit heute seit dem sechzehnten Jahrhundert zugeteilten&lt;br /&gt;
Verstände, mit der Vernunft restlos zu begreifen. Und wenn wir&lt;br /&gt;
sagen, wir begreifen es nicht, so ist das nur aus dem Grunde der&lt;br /&gt;
Fall, weil wir hinhören auf die Vorurteile, die uns aus dem landläufigen&lt;br /&gt;
Materialismus der Zeit geboten werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Natur wie die Jungfrau von Orleans, in unsere heutige Zeit&lt;br /&gt;
hineinversetzt, würde nichts vermögen. Sie würde eine interessante&lt;br /&gt;
Persönlichkeit sein, würde manches Wunderbare prophetisch und&lt;br /&gt;
sonstwie offenbaren können. Aber wie eine solche intime Offenbarungsnatur&lt;br /&gt;
wirksam den luziferischen Kräften begegnen kann, so&lt;br /&gt;
muß heute der Mensch den ahrimanischen Kräften Widerstand leisten,&lt;br /&gt;
muß sich stark machen gegen diese Kräfte, so stark, wie es dem&lt;br /&gt;
Zeitalter des Michael geziemt. Dem Zeitalter des Michael ziemt&lt;br /&gt;
eben das Sonnenhafte, das, was wir in uns aufnehmen durch eine&lt;br /&gt;
Spiritualisierung derjenigen Kräfte, die wir innehaben vom Aufwachen&lt;br /&gt;
bis zum Einschlafen: der Kräfte unserer Vernunft, unseres Begreifens,&lt;br /&gt;
unseres Verstehens. Denn diese unsere Kräfte des Begreifens&lt;br /&gt;
und Verstehens, sie wandeln sich um in unserer Seele, wenn&lt;br /&gt;
wir dazu nur Geduld genug haben. So wandeln sie sich um, daß aus&lt;br /&gt;
dem, was sich uns entpuppt in der Geisteswissenschaft, die Gewißheit&lt;br /&gt;
herausspringt: was wir da begreifen, das ist unmittelbar der&lt;br /&gt;
Ausdruck der Gedanken der geistigen Welt. Also nicht um ein Zurückziehen&lt;br /&gt;
von der ahrimanisch durchsetzten äußeren Welt kann es&lt;br /&gt;
sich heute handeln, sondern um ein notwendiges Darinnenstehen in&lt;br /&gt;
dieser Welt, aber zugleich um ein sich Starkmachen gegenüber diesen&lt;br /&gt;
ahrimanischen Kräften.|157|104ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von den ahrimanischen Geistern der Finsternis angeregte [[Mechanistisches Denken|mechanistische Denken]] hat durchaus auch eine notwendige positive Aufgabe in unserer Zeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|...in der Offenbarungswelt hat ein&lt;br /&gt;
jegliches Ding zwei Seiten, und Sie dürfen nicht deshalb sagen: Weil&lt;br /&gt;
das so ist, haben sich die mechanistischen Vorstellungen in die Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
hereingeschlichen als etwas, was man meiden&lt;br /&gt;
müsse. - Nein, das wäre durchaus falsch! So gefährlich die mechanistischen&lt;br /&gt;
Vorstellungen sind, weil sie gewissen Geistern der Finsternis&lt;br /&gt;
Gelegenheit geben, aufzutreten gegen die sich offenbarenden&lt;br /&gt;
Geister der Persönlichkeit, so gefährlich diese mechanistischen VorStellungen,&lt;br /&gt;
namentlich die mechanistische Ordnung, von der sie genommen&lt;br /&gt;
sind, sind, so wohltätig auf der andern Seite ist gerade dieses&lt;br /&gt;
Denken, welches sich anlehnt an solche mechanistischen Vorstellungen.&lt;br /&gt;
Denn das ist die Aufgabe der neueren Zeit, daß sich unser&lt;br /&gt;
Seelenvermögen rüstet mit diesen Vorstellungen, die ja auch im&lt;br /&gt;
modernen naturwissenschaftlichen, überhaupt im modernen Denken&lt;br /&gt;
leben, daß wir uns durchdringen mit diesen Vorstellungen, aber dann&lt;br /&gt;
diese Vorstellungen in den Dienst der neuen Offenbarung der Himmel&lt;br /&gt;
stellen. Mit andern Worten, die mechanistischen Vorstellungen haben&lt;br /&gt;
die Menschheit gelehrt, in klaren, scharfen Konturen zu denken. So,&lt;br /&gt;
wie innerhalb der mechanistischen Vorstellung, ist früher nicht gedacht&lt;br /&gt;
worden. Die Vorstellungen älterer Zeiten hatten immer verschwommene&lt;br /&gt;
Konturen. Wer die Geistesgeschichte der Zeit verfolgt,&lt;br /&gt;
der weiß dieses. Selbst wenn man scharfe Geister wie Plato studiert,&lt;br /&gt;
ihre Begriffe haben verschwommene Konturen. In scharfen Gedankenkonturen&lt;br /&gt;
zu denken, das hat sich der Mensch erst anerziehen können&lt;br /&gt;
dadurch, daß er in die Einseitigkeit verfallen ist, sich mechanistische&lt;br /&gt;
Weltvorstellungen zu bilden. Die einseitigen mechanistischen Vorstellungen&lt;br /&gt;
sind außerordentlich arm an Weltinhalt; sie enthalten im&lt;br /&gt;
Grunde genommen nur das Tote. Aber sie sind ein Erziehungsmittel&lt;br /&gt;
außerordentlicher Art; das ist ja auch heute zu merken. Eigentlich&lt;br /&gt;
scharf denken können nur diejenigen Menschen heute, welche sich&lt;br /&gt;
gewisse naturwissenschaftliche Vorstellungen angeeignet haben. Die&lt;br /&gt;
anderen sind versucht, verschwommen zu denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun obliegt aber dieser Erziehung, die sich die Menschheit angeeignet&lt;br /&gt;
hat durch scharf konturiertes Denken, sich hinzuwenden&lt;br /&gt;
nach der neuen GeistesofFenbarung, und die geistigen Welten nun in&lt;br /&gt;
ebensolcher Klarheit aufzufassen, wie man gewohnt worden ist, die&lt;br /&gt;
naturwissenschaftliche Welt aufzufassen. Das ist es, was das moderne&lt;br /&gt;
intellektualistische Gewissen fordert und ohne das die Menschheit&lt;br /&gt;
nicht auskommen wird, ohne das sie ihre wichtigsten Fragen nicht&lt;br /&gt;
wird lösen können, die in der Gegenwart und in der nächsten Zukunft&lt;br /&gt;
auftreten: Scharfes Denken, herangezogen an den modernsten naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Vorstellungen, angewendet aber auf die geistige&lt;br /&gt;
Welt, die sich neu offenbart. Das ist im Grunde genommen auch die&lt;br /&gt;
Konfiguration der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft.|186|275ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf deuten auch die an [[Ahriman]] gerichteten Worte der [[Maria (Mysteriendrama)|Maria]] im 11. Bild von Rudolf Steiners zweitem Mysteriendrama «[[Die Prüfung der Seele]]»:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;Von dir entspringen die Gedankenkräfte,&lt;br /&gt;
Die Ursprung zwar der Wissens-Truggebilde,&lt;br /&gt;
Doch auch des Wahrheitssinnes Führer sind.&lt;br /&gt;
Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen. {{GZ||14|264f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Technik}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Technik}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Technik nach Fachgebiet}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Technisches Fachgebiet}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Methoden, Techniken und Verfahren‎}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Technik}}&lt;br /&gt;
* [[Maschinensteuer]]&lt;br /&gt;
* [[Dritte Kraft]]&lt;br /&gt;
* [[Keely-Motor]]&lt;br /&gt;
* [[Strader-Apparat]]&lt;br /&gt;
* [[Mechanischer Okkultismus]]&lt;br /&gt;
* [[Morgen- und Abendkräfte]]&lt;br /&gt;
* [[Mittagskräfte]]&lt;br /&gt;
* [[Mitternachtskräfte]]&lt;br /&gt;
* [[Universalkräfte]]&lt;br /&gt;
* [[Vril-Kraft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[w:Ivan Illich|Ivan Illich]]: &#039;&#039;Tools for Conviviality&#039;&#039;, Marion Boyars 2001, ISBN 978-1842300114; eBook {{ASIN|‎B007558B04}}&lt;br /&gt;
* Andrea Vetter: &#039;&#039;Convivial and Emancipatory Technologies – suitable conceptions for Technology in a Degrowth Society?&#039;&#039;, Degrowth conference, Leipzig, September 2014 [https://www.researchgate.net/publication/269332675_Convivial_and_Emancipatory_Technologies_-_suitable_conceptions_for_Technology_in_a_Degrowth_Society researchgate.net]&lt;br /&gt;
* Andrea Vetter: &#039;&#039;The Matrix of Convivial Technology – Assessing technologies for degrowth&#039;&#039;. in: &#039;&#039;Journal of Cleaner Production&#039;&#039; 197. March 2017 {{DOI|10.1016/j.jclepro.2017.02.195}} [https://www.researchgate.net/publication/314271426_The_Matrix_of_Convivial_Technology_-_Assessing_technologies_for_degrowth researchgate.net]&lt;br /&gt;
* Paul Emberson: &#039;&#039;Maschinen und Menschengeist&#039;&#039;, The DewCross Centre for Moral Technology, Edinburgh 2013&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Leitsätze&#039;&#039;, [[GA 26]] (1998) {{Schriften|26}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Goetheanumgedanke inmitten der Kulturkrisis der Gegenwart&#039;&#039;, [[GA 36]] (1961), ISBN 3-7274-0360-8 {{Vorträge|036}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Tempellegende und die Goldene Legende &#039;&#039;, [[GA 93]] (1991), ISBN 3-7274-0930-4 {{Vorträge|093}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit&#039;&#039;, [[GA 130]] (1987) {{Vorträge|130}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenschicksale und Völkerschicksale&#039;&#039;, [[GA 157]] (1981), ISBN 3-7274-1571-1 {{Vorträge|157}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben&#039;&#039;, [[GA 172]] (2002), ISBN 3-7274-1720-X {{Vorträge|172}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 173]] (1978), ISBN 3-7274-1730-7 {{Vorträge|173}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis&#039;&#039;, [[GA 177]] (1999), ISBN 3-7274-1771-4 {{Vorträge|177}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis&#039;&#039;, [[GA 177]], 9. Auflage (2023), ISBN 978-3-7274-1772-6&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mysterienwahrheiten und Weihnachtsimpulse&#039;&#039;, [[GA 180]] (1980) {{Vorträge|180}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Polarität von Dauer und Entwickelung im Menschenleben. Die kosmische Vorgeschichte der Menschheit.&#039;&#039;, [[GA 184]] (2002), ISBN 3-7274-1840-0 {{Vorträge|184}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die soziale Grundforderung unserer Zeit – In geänderter Zeitlage&#039;&#039;, [[GA 186]] (1990), ISBN 3-7274-1860-5 {{Vorträge|186}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Brücke zwischen der Weltgeistigkeit und dem Physische des Menschen&#039;&#039;, [[GA 202]] (1993), ISBN 3-7274-2020-0 {{Vorträge|202}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Perspektiven der Menschheitsentwickelung&#039;&#039;, [[GA 204]] (1979) {{Vorträge|204}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Initiations-Erkenntnis&#039;&#039;, [[GA 227]] (1982) {{Vorträge|227}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Kunst im Lichte der Mysterienweisheit&#039;&#039;, [[GA 275]] (1990), ISBN 3-7274-2750-7 {{Vorträge|275}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die gesunde Entwicklung des Menschenwesens&#039;&#039;, [[GA 303]] (1978) {{Vorträge|303}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die vierte Dimension&#039;&#039;, [[GA 324a]] (1995) {{Vorträge|324a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* [http://www.anthroposophie.net/steiner/leitsaetze/bib_steiner_leitsaetze.htm Anthroposophische Leitsätze] - Der gesamte Text online.&lt;br /&gt;
* [http://anthroposophie.byu.edu/schriften/026.pdf Anthroposophische Leitsätze] - Der gesamte Text als PDF-Dokument.&lt;br /&gt;
* [http://www.anthrowiki.info/jump.php?url=http://www.anthrowiki.info/ftp/anthroposophie/Die_modernen_elektronischen_Medien.pdf Wolfgang Peter: &#039;&#039;Die modernen elektronischen Medien und ihre Wirkung auf die kindliche Seele&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.anthrowiki.info/jump.php?url=http://www.anthrowiki.info/ftp/anthroposophie/ENetz.pdf Wolfgang Peter: &#039;&#039;Gefangen im weltweiten elektronischen Netz?&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Freie_Intelligenz.pdf Wolfgang Peter: &#039;&#039;Freie Intelligenz oder weltweite maschinelle Vernetzung?&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.anthrowiki.info/jump.php?url=http://www.anthrowiki.info/ftp/anthroposophie/Dritte_Kraft.pdf Wolfgang Peter: &#039;&#039;Die dritte Kraft&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
* Wolfgang Peter: &#039;&#039;[http://www.perseus.ch/PDF-Europaer/JG_05/Europaer_09_2001.pdf#page=30&amp;amp;view=Fit Die dritte Kraft]&#039;&#039;, in: &#039;&#039;[[Der Europäer]]&#039;&#039;, Jg 05/Heft 9/10, Perseus-Verlag, Basel 2001, S. 30f&lt;br /&gt;
* Christoph Podak: &#039;&#039;«... weil sonst das ahrimanische Gegenbild entwickelt wird.» Materialien und Aspekte zum Konzept der «Strader-Technik»&#039;&#039;, in: &#039;&#039;Der Europäer&#039;&#039;, Jg 07, Perseus-Verlag, Basel 2003, Heft [http://www.perseus.ch/PDF-Europaer/JG_07/Europaer_05_2003.pdf 05], [http://www.perseus.ch/PDF-Europaer/JG_07/Europaer_06_2003.pdf 06], [http://www.perseus.ch/PDF-Europaer/JG_07/Europaer_07_2003.pdf 07], [http://www.perseus.ch/PDF-Europaer/JG_07/Europaer_08_2003.pdf 08], [http://www.perseus.ch/PDF-Europaer/JG_07/Europaer_09_2003.pdf 09]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Animation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophische Technik|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Technik nach Fachgebiet|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Technisches Fachgebiet|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Technik|!]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Motive|110]] &lt;br /&gt;
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		<author><name>Odyssee</name></author>
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