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	<title>AnthroWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Ahnenkult&amp;diff=626548</id>
		<title>Ahnenkult</title>
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		<updated>2026-09-10T18:28:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;Ahnenkult&#039;&#039;&#039;, die [[Ritus|rituelle]] und meist von [[Opfer]]n begleitete [[kult]]ische Verehrung der Geister der verstorbenen Vorfahren, der &#039;&#039;&#039;Ahnen&#039;&#039;&#039; bzw. [[Manen]] (daher auch die Bezeichnung &#039;&#039;&#039;Manismus&#039;&#039;&#039;, von [[lat.]] &#039;&#039;manes&#039;&#039;), war vor allem in alten Zeiten weit verbreitet als eine Urform der [[Religion]]. Der &#039;&#039;&#039;Totenkult&#039;&#039;&#039; umfasst auch entsprechende &#039;&#039;&#039;Bestattungsrituale&#039;&#039;&#039; und wird und wurde dann oft auch weiterhin regelmäßig in unmittelbarer Nähe der [[Gräber]] der [[Verstorbene]]n gepflegt. Der Begriff des Anhnenkults ist dabei insoweit weiter gefasst als der des Totenkults, als er sich nicht nur die unmittelbar Verstorbenen, sondern auch die [[Mythos|mythischen]] Vorfahren und Begründer des Stammes oder Volkes miteinbezieht. Tatsächlich suchte man dabei die Beziehung zu dem nach dem [[Tod]] abgelegten [[Ätherleib]], der bei entsprechend entwickelten [[Mensch]]en noch verhältnismäßig lange erhalten blieb. Durch diesen Ätherleib konnten sich die [[Zeitgeister]], die [[Archai]], offenbaren; diese waren es, die eigentlich verehrt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn wir weit genug zurückgehen,&lt;br /&gt;
finden wir dasjenige, was früher die Menschen als eine atavistische&lt;br /&gt;
Weisheit hatten, als ein wirkliches Anschauen der geistigen Welten,&lt;br /&gt;
ausgedrückt im Nachklang religiöser Weltanschauungen dadurch, daß&lt;br /&gt;
die Menschen verehrten, was mehr oder weniger ein bedeutungsvoller,&lt;br /&gt;
hochangesehener Vorfahre war. Das heißt, wir finden in den verschiedenen&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde religiöse Kulte, die wir als Ahnenkulte&lt;br /&gt;
bezeichnen können. Solche Ahnenkulte sind ja noch geblieben bei mehr&lt;br /&gt;
oder weniger auf früheren Stufen der Entwickelung stehengebliebenen&lt;br /&gt;
Menschen. Menschen also verehren oder schauen verehrend auf zu&lt;br /&gt;
einem Ahnen. Was liegt diesem Aufschauen zu Ahnen eigentlich zugrunde?&lt;br /&gt;
Was ist die Realität dieses Aufschauens zu Ahnen in alten Zeiten,&lt;br /&gt;
in jenen ältesten Zeiten, zu denen noch die Geschichte zurückblicken&lt;br /&gt;
kann? Sagen wir: Da geht es in graue Zeiten zurück; dann&lt;br /&gt;
haben wir eine gewisse Epoche, in der Ahnenkulte da sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Ahnenkulte gründeten sich nicht etwa, wie die heutige oberflächliche&lt;br /&gt;
Wissenschaft glaubt, darauf, daß die Leute sich einbildeten,&lt;br /&gt;
sie müßten zu einem Vorfahren hinaufschauen, sondern die ältesten&lt;br /&gt;
Ahnenkulte waren durchaus so, daß die Menschen in gewissen Zeiten&lt;br /&gt;
ihres Lebens eine unmittelbare Anschauung des Ahnen hatten. Derjenige,&lt;br /&gt;
der hinaufblickte zu einem Ahnen-Gott, kam in gewissen Zeiten&lt;br /&gt;
seines Lebens, in Zuständen zwischen Wachen und Schlafen, wie sie ja&lt;br /&gt;
in der älteren Menschheitsentwickelung durchaus vorhanden waren,&lt;br /&gt;
dazu, mit dem, was er als seinen Ahnen verehrte, wirklich zusammenzusein.&lt;br /&gt;
Der Ahne erschien ihm nicht bloß in einem Traume, sondern in&lt;br /&gt;
einer traumhaften Vorstellung, die etwas Reales bedeutete für ihn. Und&lt;br /&gt;
diejenigen Menschen gehörten zusammen zu einem Ahnendienst, denen&lt;br /&gt;
eben ein gemeinschaftlicher Ahne erschien. Dasjenige, was die Menschen&lt;br /&gt;
im Geiste schauten, war allerdings eine ins Erhabene hinaufgesteigerte&lt;br /&gt;
Menschengestalt; aber hinter dieser Menschengestalt verbarg sich noch&lt;br /&gt;
etwas ganz anderes. Will man erkennen, was sich eigentlich hinter dieser&lt;br /&gt;
Geistgestalt verbarg, so muß man sich das Folgende vor Augen führen:&lt;br /&gt;
Der Ahne war einmal gestorben; er ging von der Erde ab als eine,&lt;br /&gt;
wie gesagt, hochangesehene Persönlichkeit, die viel Gutes gewirkt hatte&lt;br /&gt;
für eine menschliche Gemeinschaft. Der Ahne war durch die Pforte des&lt;br /&gt;
Todes gegangen, war also, während die Menschen zu ihm aufsahen, auf&lt;br /&gt;
dem Wege zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Was von dem&lt;br /&gt;
Ahnen sahen denn da die Menschen, wenn sie zu ihm aufblickten?&lt;br /&gt;
Wir wissen ja, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet,&lt;br /&gt;
so ist er noch eine kurze Zeit in seinem Ätherleib; dann wird dieser&lt;br /&gt;
Ätherleib abgelegt. Aber das Ablegen bedeutet, daß der Ätherleib in&lt;br /&gt;
die geistigen Welten, in die Ätherwelt übertritt. Der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Ich und seinem astralischen Leib entwickelt sich weiter; der Ätherleib&lt;br /&gt;
geht über in die Ätherwelt. Da der betreffende Mensch Konsistentes&lt;br /&gt;
getan hatte auf Erden, blieb die Erinnerung des Ätherleibes lange. Den&lt;br /&gt;
Ätherleib ihres Ahnen nahmen die Leute in ihrem alten atavistischen,&lt;br /&gt;
traumhaften Hellsehen wahr, verehrten dasjenige, was sich ihnen offenbarte&lt;br /&gt;
durch diesen Ätherleib. Aber zwischen dem Tod und einer neuen&lt;br /&gt;
Geburt kommt dieser Ätherleib in Berührung mit den Geistern der&lt;br /&gt;
höheren Hierarchien, vor allen Dingen mit den Geistern aus der Hierarchie&lt;br /&gt;
der Archai, der Zeitgeister. Und weil der Betreffende eine für&lt;br /&gt;
die Menschheitsentwickelung bedeutsame Persönlichkeit war, so verband&lt;br /&gt;
er sich mit dem Zeitgeist, der die Menschheitsentwickelung um&lt;br /&gt;
ein Stück vorwärts brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was sich durch dieses, sagen wir meinetwillen, Gespenst&lt;br /&gt;
der Vorfahren kundgab, das war im Grunde genommen der Zeitgeist,&lt;br /&gt;
einer der Zeitgeister, so daß die älteste religiöse Kultverehrung dem&lt;br /&gt;
Zeitgeist dargebracht wurde. Überall, wo wir zurückgehen bis in die&lt;br /&gt;
Zeiten, die noch als graue Zeiten die Geschichte sehen kann, finden wir,&lt;br /&gt;
daß die Menschen verehrten die ätherischen Leiber ihrer Vorfahren als&lt;br /&gt;
Offenbarungsmittel der Zeitgeister. Also indem wir zu den Ahnenkulten&lt;br /&gt;
zurückgehen, haben wir die Verehrung der Zeitgeister, der Archai.|172|200ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] hat der &#039;&#039;&#039;Ahnenkultus&#039;&#039;&#039; seinen Ursprung in der zweiten [[Unterrasse]] &amp;lt;ref name=Unterrasse&amp;gt;Der Begriff &#039;&#039;[[Unterrasse]]&#039;&#039; entstammt der damals gebräuchlichen Terminologie der [[Theosophische Gesellschaft|Theosophischen Gesellschaft]] und wurde von [[Rudolf Steiner]] später ebenso wie der Begriff «[[Wurzelrasse]]» nicht mehr verwendet. Steiner hat wiederholt darauf hingewiesen, dass der Begriff «[[Rasse]]» in der [[Kulturepochen|nachatlantischen Zeit]] eigentlich nicht mehr berechtigt ist, da nun nicht mehr die körperliche, sondern die seelisch-geistige Entwicklung in den Vordergrund rückt. Die Gliederung der Menschheit in Rassen wird allmählich völlig überwunden werden und ist schon heute für die geistige Entwicklung der Menschheit bedeutungslos.&amp;lt;/ref&amp;gt; der alten [[Atlantis]], bei den [[Tlavatli-Völker]]n:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Menschen dieser Rasse fingen an, ihren persönlichen Wert zu fühlen. Der Ehrgeiz, der eine den Rmoahals unbekannte Eigenschaft war, machte sich bei ihnen geltend. Die Erinnerung übertrug sich in gewissem Sinne auf die Auffassung des Zusammenlebens. Wer auf gewisse Taten zurückblicken konnte, der forderte von seinen Mitmenschen dafür Anerkennung. Er verlangte, daß seine Werke im Gedächtnisse behalten werden. Und auf dieses Gedächtnis von den Taten war es auch begründet, daß eine zusammengehörige Gruppe von Menschen Einen als Führer erkor. Eine Art Königswürde entwickelte sich. Ja diese Anerkennung wurde bis über den Tod hinaus bewahrt. Das Gedächtnis, das Andenken an die Vorfahren oder an diejenigen, die sich im Leben Verdienste erworben hatten, bildeten sich heraus. Und daraus ging dann bei einzelnen Stämmen eine Art religiöser Verehrung Verstorbener hervor, ein Ahnenkultus. Dieser hat sich in viel spätere Zeiten fortgepflanzt und die verschiedensten Formen angenommen. Noch bei den Rmoahals galt der Mensch eigentlich nur in dem Maße, als er sich im Augenblicke durch seine Machtfülle Geltung verschaffen konnte. Wollte da jemand Anerkennung für das, was er in früheren Tagen getan hatte, so mußte er zeigen - durch neue Taten -, daß ihm die alte Kraft noch eigen ist. Er mußte gewissermaßen durch neue Werke die alten ins Gedächtnis rufen. Das Getane als solches galt noch nichts. Erst die zweite Unterrasse rechnete so weit mit dem persönlichen Charakter eines Menschen, daß sie dessen vergangenes Leben bei der Schätzung dieses Charakters mit in Anschlag brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der Gedächtniskraft für das Zusammenleben der Menschen war die Tatsache, daß sich Gruppen von Menschen bildeten, die durch die Erinnerung an gemeinsame Taten zusammengehalten wurden. Vorher war solche Gruppenbildung ganz von den Naturmächten, von der gemeinsamen Abstammung bedingt. Der Mensch tat durch seinen eigenen Geist noch nichts hinzu zu dem, was die Natur aus ihm gemacht hatte. Jetzt warb eine mächtige Persönlichkeit eine Anzahl von Leuten zu einer gemeinsamen Unternehmung, und die Erinnerung an dieses gemeinsame Werk bildete eine gesellschaftliche Gruppe.|11|35f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Ahnenkult}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben&#039;&#039;, [[GA 172]] (2002), ISBN 3-7274-1720-X {{Vorträge|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[en:Ancestor cult]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Monadenlehre&amp;diff=626547</id>
		<title>Monadenlehre</title>
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		<updated>2026-09-09T11:50:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Weiterleitungsziel von Monadologie nach Monade geändert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Monade]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=16._Jahrhundert&amp;diff=626545</id>
		<title>16. Jahrhundert</title>
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		<updated>2026-09-09T09:48:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:1555-56 CE World Map.PNG|mini|500px|Die Welt im Jahr 1555]]&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;16. Jahrhundert&#039;&#039;&#039; begann am 1. Januar 1501 und endete am 31. Dezember 1600. Es dauerte wegen der gregorianischen Kalenderreform von 1582 nach dem [[Gregorianischer Kalender|julianisch-gregorianischen Kalender]] nur 36.514 Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weltbevölkerung zu Beginn dieses Jahrhunderts wird im Mittel auf 440 Millionen Menschen geschätzt, während sie zum Ende des Jahrhunderts schätzungsweise auf 560 Millionen Menschen anstieg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[w:Andreas Weigl|Andreas Weigl]] |Titel=Bevölkerungsgeschichte Europas: von den Anfängen bis in die Gegenwart |Verlag=Böhlau Verlag |Ort=Wien |Datum=2012 |ISBN=978-3-8252-3756-1 |Seiten=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der globale Austausch von Gütern und Ideen erreichte eine nie zuvor gekannte Intensität und Qualität. Die iberischen Reiche etablierten ein weltumspannendes Handelsnetz, in das sie Amerika integrierten. Amerikanische Güter gelangten sowohl nach Europa als auch nach Asien und Afrika und erweiterten das dortige Lebensmittelangebot. Umgekehrt gelangten zahlreiche Kulturpflanzen und vor allem Nutztiere von Europa nach Amerika. Einerseits ging die indigene Bevölkerung durch die von Europäern mitgebrachten Epidemien stark zurück, anderseits gab es eine starke Einwanderung aus Afrika und Europa. Die lateinische Christenheit Europas spaltete sich im Zuge der [[Reformation]]. Der eng mit der Reformation verknüpfte starke Anstieg gedruckter Werke vergrößerte die Bildung breiter europäischer Bevölkerungsschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das am Rande Europas gelegene [[w:Zarentum Russland|Russische Zarenreich]] seine Expansion nach Sibirien begann, expandierte das [[w:Osmanisches Reich|Osmanische Reich]] rund um das Mittelmeer und wandelte sich zu einer Regionalmacht mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung. Weiter östlich entstanden mit dem iranischen [[w:Safawiden|Safawiden]]reich und dem indischen [[w:Mogulreich|Mogulreich]] zwei weitere große islamische Regionalmächte. Wie im christlichen Europa wurde auch für die islamischen Schießpulver-Reiche die konfessionelle Ausrichtung als Merkmal zur gegenseitigen Abgrenzung immer wichtiger. Auf den südostasiatischen Inseln wurde der Islam zur vorherrschenden Religion. Chinas wirtschaftlicher Aufschwung ging mit einer Reduzierung der Standesunterschiede einher. Der Anstieg der Buchproduktion deckte die Nachfrage breiter Bevölkerungsschichten. In der zweiten Jahrhunderthälfte wurde das in viele Herrschaften zersplitterte Japan durch mehrere Feldherren geeint. Nach ihrer gescheiterten [[w:Imjin-Krieg|Invasion Koreas]] ließen die Japaner ein zerstörtes Land zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|16. Jahrhundert}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frühe Neuzeit]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Solanum&amp;diff=626544</id>
		<title>Solanum</title>
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		<updated>2026-09-09T07:53:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Weiterleitung nach Nachtschatten erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Nachtschatten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Nachtschatten&amp;diff=626543</id>
		<title>Nachtschatten</title>
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		<updated>2026-09-09T07:52:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Nachtschatten&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Solanum&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Nachtschattengewächse&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Solanaceae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Nachtschattenartige&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Solanales&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Euasteriden I&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Asteriden&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Kerneudikotyledonen&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Potato flowers.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachtschatten&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Solanum&#039;&#039;) ist eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Nachtschattengewächse]] (Solanaceae). Die Gattung enthält etwa 1400&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot; /&amp;gt; [[Art (Biologie)|Arten]]. In der Regel sind es krautige Pflanzen, die aufrecht bis kriechend, manchmal auch rankend wachsen. In den Tropen gibt es auch verholzende Arten: [[Strauch|Sträucher]] und sogar bis zu 20&amp;amp;nbsp;m hohe Bäume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Nutzpflanzen der Gattung sind die [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;), die [[W:Aubergine|Aubergine]] (&#039;&#039;Solanum melongena&#039;&#039;) und die [[Tomate]] (&#039;&#039;Solanum lycopersicum&#039;&#039;), es gibt jedoch noch eine Vielzahl anderer Arten, die als Nahrungsmittel, Arzneipflanzen (&#039;&#039;[[W:Schwarzer Nachtschatten|Solanum nigrum]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[W:Bittersüßer Nachtschatten|Solanum dulcamara]]&#039;&#039;) oder Zierpflanzen Bedeutung für den Menschen haben. Viele Nachtschatten sind für den Menschen giftig oder haben giftige Teile. Ursache sind zumeist diverse [[Alkaloide]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter anderem auf Grund der Größe der Gattung ist die Systematik noch sehr unsicher. Beispielsweise wurden die [[Tomate|Tomaten]] und die [[W:Solanum sect. Pachyphylla|Tamarillos]] lange Zeit in den eigenständigen Gattungen &#039;&#039;Lycopersicon&#039;&#039; beziehungsweise &#039;&#039;Cyphomandra&#039;&#039; eingeordnet, aktuell werden diese Gruppen der Gattung Nachtschatten untergeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Solanum rostratum (Buffalo bur).jpg|mini|220px|&#039;&#039;[[w:Solanum rostratum|Solanum rostratum]]&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot;&amp;gt;Sandra Knapp: &#039;&#039;A revision of the Dulcamaroid Clade of Solanum L. (Solanaceae).&#039;&#039; In: &#039;&#039;PhytoKeys&#039;&#039;, Band 22, 10. Mai 2013. S. 1–428. {{DOI|10.3897/phytokeys.22.4041}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachtschatten| ]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Nachtschatten&amp;diff=626542</id>
		<title>Nachtschatten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Nachtschatten&amp;diff=626542"/>
		<updated>2026-09-09T07:43:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Nachtschatten&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Solanum&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Nachtschattengewächse&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Solanaceae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Nachtschattenartige&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Solanales&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Euasteriden I&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Asteriden&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Kerneudikotyledonen&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Potato flowers.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachtschatten&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Solanum&#039;&#039;) ist eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Nachtschattengewächse]] (Solanaceae). Die Gattung enthält etwa 1400&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot; /&amp;gt; [[Art (Biologie)|Arten]]. In der Regel sind es krautige Pflanzen, die aufrecht bis kriechend, manchmal auch rankend wachsen. In den Tropen gibt es auch verholzende Arten: [[Strauch|Sträucher]] und sogar bis zu 20&amp;amp;nbsp;m hohe Bäume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Nutzpflanzen der Gattung sind die [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;), die [[W:Aubergine|Aubergine]] (&#039;&#039;Solanum melongena&#039;&#039;) und die [[Tomate]] (&#039;&#039;Solanum lycopersicum&#039;&#039;), es gibt jedoch noch eine Vielzahl anderer Arten, die als Nahrungsmittel, Arzneipflanzen (&#039;&#039;[[W:Schwarzer Nachtschatten|Solanum nigrum]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[W:Bittersüßer Nachtschatten|Solanum dulcamara]]&#039;&#039;) oder Zierpflanzen Bedeutung für den Menschen haben. Viele Nachtschatten sind für den Menschen giftig oder haben giftige Teile. Ursache sind zumeist diverse [[Alkaloide]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter anderem auf Grund der Größe der Gattung ist die Systematik noch sehr unsicher. Beispielsweise wurden die [[Tomate|Tomaten]] und die [[W:Solanum sect. Pachyphylla|Tamarillos]] lange Zeit in den eigenständigen Gattungen &#039;&#039;Lycopersicon&#039;&#039; beziehungsweise &#039;&#039;Cyphomandra&#039;&#039; eingeordnet, aktuell werden diese Gruppen der Gattung Nachtschatten untergeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot;&amp;gt;Sandra Knapp: &#039;&#039;A revision of the Dulcamaroid Clade of Solanum L. (Solanaceae).&#039;&#039; In: &#039;&#039;PhytoKeys&#039;&#039;, Band 22, 10. Mai 2013. S. 1–428. {{DOI|10.3897/phytokeys.22.4041}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachtschatten| ]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>Nachtschatten</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Nachtschatten&lt;br /&gt;
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| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
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| Taxon2_WissName  = Solanaceae&lt;br /&gt;
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| Bild             = Potato flowers.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachtschatten&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Solanum&#039;&#039;) ist eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Nachtschattengewächse]] (Solanaceae). Die Gattung enthält etwa 1400&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot; /&amp;gt; [[Art (Biologie)|Arten]]. In der Regel sind es krautige Pflanzen, die aufrecht bis kriechend, manchmal auch rankend wachsen. In den Tropen gibt es auch verholzende Arten: [[Strauch|Sträucher]] und sogar bis zu 20&amp;amp;nbsp;m hohe Bäume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Nutzpflanzen der Gattung sind die [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;), die [[Aubergine]] (&#039;&#039;Solanum melongena&#039;&#039;) und die [[Tomate]] (&#039;&#039;Solanum lycopersicum&#039;&#039;), es gibt jedoch noch eine Vielzahl anderer Arten, die als Nahrungsmittel, Arzneipflanzen (&#039;&#039;[[Schwarzer Nachtschatten|Solanum nigrum]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Bittersüßer Nachtschatten|Solanum dulcamara]]&#039;&#039;) oder Zierpflanzen Bedeutung für den Menschen haben. Viele Nachtschatten sind für den Menschen giftig oder haben giftige Teile. Ursache sind zumeist diverse [[Alkaloide]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter anderem auf Grund der Größe der Gattung ist die Systematik noch sehr unsicher. Beispielsweise wurden die [[Tomaten (Sektion)|Tomaten]] und die [[Solanum sect. Pachyphylla|Tamarillos]] lange Zeit in den eigenständigen Gattungen &#039;&#039;Lycopersicon&#039;&#039; beziehungsweise &#039;&#039;Cyphomandra&#039;&#039; eingeordnet, aktuell werden diese Gruppen der Gattung Nachtschatten untergeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot;&amp;gt;Sandra Knapp: &#039;&#039;A revision of the Dulcamaroid Clade of Solanum L. (Solanaceae).&#039;&#039; In: &#039;&#039;PhytoKeys&#039;&#039;, Band 22, 10. Mai 2013. S. 1–428. {{DOI|10.3897/phytokeys.22.4041}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachtschatten| ]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Die Seite wurde neu angelegt: „Kategorie:Nachtschattengewächse“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kategorie:Nachtschattengewächse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>Nachtschatten</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Einzelnachweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Nachtschatten&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Solanum&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
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| Bild             = Potato flowers.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachtschatten&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Solanum&#039;&#039;) ist eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Nachtschattengewächse]] (Solanaceae). Die Gattung enthält etwa 1400&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot; /&amp;gt; [[Art (Biologie)|Arten]]. In der Regel sind es krautige Pflanzen, die aufrecht bis kriechend, manchmal auch rankend wachsen. In den Tropen gibt es auch verholzende Arten: [[Strauch|Sträucher]] und sogar bis zu 20&amp;amp;nbsp;m hohe Bäume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Nutzpflanzen der Gattung sind die [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;), die [[Aubergine]] (&#039;&#039;Solanum melongena&#039;&#039;) und die [[Tomate]] (&#039;&#039;Solanum lycopersicum&#039;&#039;), es gibt jedoch noch eine Vielzahl anderer Arten, die als Nahrungsmittel, Arzneipflanzen (&#039;&#039;[[Schwarzer Nachtschatten|Solanum nigrum]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Bittersüßer Nachtschatten|Solanum dulcamara]]&#039;&#039;) oder Zierpflanzen Bedeutung für den Menschen haben. Viele Nachtschatten sind für den Menschen giftig oder haben giftige Teile. Ursache sind zumeist diverse [[Alkaloide]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter anderem auf Grund der Größe der Gattung ist die Systematik noch sehr unsicher. Beispielsweise wurden die [[Tomaten (Sektion)|Tomaten]] und die [[Solanum sect. Pachyphylla|Tamarillos]] lange Zeit in den eigenständigen Gattungen &#039;&#039;Lycopersicon&#039;&#039; beziehungsweise &#039;&#039;Cyphomandra&#039;&#039; eingeordnet, aktuell werden diese Gruppen der Gattung Nachtschatten untergeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Solanum rostratum (Buffalo bur).jpg|mini|200px|&#039;&#039;[[Solanum rostratum]]&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot;&amp;gt;Sandra Knapp: &#039;&#039;A revision of the Dulcamaroid Clade of Solanum L. (Solanaceae).&#039;&#039; In: &#039;&#039;PhytoKeys&#039;&#039;, Band 22, 10. Mai 2013. S. 1–428. {{DOI|10.3897/phytokeys.22.4041}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachtschatten| ]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<title>Nachtschatten</title>
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		<updated>2026-09-09T07:34:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Nachtschatten&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Solanum&lt;br /&gt;
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| Taxon2_WissName  = Solanaceae&lt;br /&gt;
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| Bild             = Potato flowers.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachtschatten&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Solanum&#039;&#039;) ist eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Nachtschattengewächse]] (Solanaceae). Die Gattung enthält etwa 1400&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot; /&amp;gt; [[Art (Biologie)|Arten]]. In der Regel sind es krautige Pflanzen, die aufrecht bis kriechend, manchmal auch rankend wachsen. In den Tropen gibt es auch verholzende Arten: [[Strauch|Sträucher]] und sogar bis zu 20&amp;amp;nbsp;m hohe Bäume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Nutzpflanzen der Gattung sind die [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;), die [[Aubergine]] (&#039;&#039;Solanum melongena&#039;&#039;) und die [[Tomate]] (&#039;&#039;Solanum lycopersicum&#039;&#039;), es gibt jedoch noch eine Vielzahl anderer Arten, die als Nahrungsmittel, Arzneipflanzen (&#039;&#039;[[Schwarzer Nachtschatten|Solanum nigrum]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Bittersüßer Nachtschatten|Solanum dulcamara]]&#039;&#039;) oder Zierpflanzen Bedeutung für den Menschen haben. Viele Nachtschatten sind für den Menschen giftig oder haben giftige Teile. Ursache sind zumeist diverse [[Alkaloide]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter anderem auf Grund der Größe der Gattung ist die Systematik noch sehr unsicher. Beispielsweise wurden die [[Tomaten (Sektion)|Tomaten]] und die [[Solanum sect. Pachyphylla|Tamarillos]] lange Zeit in den eigenständigen Gattungen &#039;&#039;Lycopersicon&#039;&#039; beziehungsweise &#039;&#039;Cyphomandra&#039;&#039; eingeordnet, aktuell werden diese Gruppen der Gattung Nachtschatten untergeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Solanum rostratum (Buffalo bur).jpg|mini|200px|&#039;&#039;[[Solanum rostratum]]&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot;&amp;gt;Sandra Knapp: &#039;&#039;A revision of the Dulcamaroid Clade of Solanum L. (Solanaceae).&#039;&#039; In: &#039;&#039;PhytoKeys&#039;&#039;, Band 22, 10. Mai 2013. S. 1–428. {{DOI|10.3897/phytokeys.22.4041}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachtschatten| ]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Nachtschatten&amp;diff=626536</id>
		<title>Nachtschatten</title>
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		<updated>2026-09-09T07:27:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte Wikipedia:Taxoboxen. --&amp;gt; {{Taxobox | Taxon_Name       = Nachtschatten | Taxon_WissName   = Solanum | Taxon_Rang       = Gattung | Taxon_Autor      = L. | Taxon2_Name      = Nachtschattengewächse | Taxon2_WissName  = Solanaceae | Taxon2_Rang      = Familie | Taxon3_Name      = Nachtschattenartige | Taxon3_WissName  = Solanales | Taxon3_Rang      = Ordnung | Taxon4_Na…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Nachtschatten&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Solanum&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
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| Bild             = Potato flowers.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachtschatten&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Solanum&#039;&#039;) ist eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Nachtschattengewächse]] (Solanaceae). Die Gattung enthält etwa 1400&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp13&amp;quot; /&amp;gt; [[Art (Biologie)|Arten]]. In der Regel sind es krautige Pflanzen, die aufrecht bis kriechend, manchmal auch rankend wachsen. In den Tropen gibt es auch verholzende Arten: [[Strauch|Sträucher]] und sogar bis zu 20&amp;amp;nbsp;m hohe Bäume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Nutzpflanzen der Gattung sind die [[Kartoffel]] (&#039;&#039;Solanum tuberosum&#039;&#039;), die [[Aubergine]] (&#039;&#039;Solanum melongena&#039;&#039;) und die [[Tomate]] (&#039;&#039;Solanum lycopersicum&#039;&#039;), es gibt jedoch noch eine Vielzahl anderer Arten, die als Nahrungsmittel, Arzneipflanzen (&#039;&#039;[[Schwarzer Nachtschatten|Solanum nigrum]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Bittersüßer Nachtschatten|Solanum dulcamara]]&#039;&#039;) oder Zierpflanzen Bedeutung für den Menschen haben. Viele Nachtschatten sind für den Menschen giftig oder haben giftige Teile. Ursache sind zumeist diverse [[Alkaloide]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter anderem auf Grund der Größe der Gattung ist die Systematik noch sehr unsicher. Beispielsweise wurden die [[Tomaten (Sektion)|Tomaten]] und die [[Solanum sect. Pachyphylla|Tamarillos]] lange Zeit in den eigenständigen Gattungen &#039;&#039;Lycopersicon&#039;&#039; beziehungsweise &#039;&#039;Cyphomandra&#039;&#039; eingeordnet, aktuell werden diese Gruppen der Gattung Nachtschatten untergeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Solanum rostratum (Buffalo bur).jpg|mini|&#039;&#039;[[Solanum rostratum]]&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachtschatten| ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=1250&amp;diff=626535</id>
		<title>1250</title>
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		<updated>2026-09-07T11:38:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Um &#039;&#039;&#039;1250&#039;&#039;&#039; trat für eine kurze Zeit eine völlige geistige Finsternis ein, während der auch geistig höchstentwickelten Persönlichkeiten der Einblick in die [[geistige Welt]] verwehrt wurde, nachdem die letzten Reste des alten [[Hellsehen|Hellsehens]] schon lange zuvor mit dem Beginn des [[Kali Yuga]], dessen Beginn [[Rudolf Steiner]] für das Jahr 3101 v. Chr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blavatsky&amp;quot;&amp;gt;Nach [[H. P. Blavatsky]] und auch nach [[Hinduismus|hinduistischer]] Tradition begann das finstere Zeitalter schon am 18. Februar 3102 v. Chr. mit dem Tode [[Krishna|Krishnas]].&amp;lt;/ref&amp;gt; ansetzt, am Ende der [[Urpersische Zeit|Urpersischen Zeit]] für den weitaus größten Teil der [[Menschheit]] schlagartig erloschen waren. Das Kaliyuga währte 5000 Jahre und endete somit nach Rudolf Steiner [[1899]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da auch für die höchsten [[Eingeweihter|Eingeweihten]] um 1250 das Hellsehen vollkommen erlosch, konnten auch sie nur mehr aus der Überlieferung über die geistigen Zusammenhänge sprechen. Das Verhältnis des Menschen zur [[Kosmische Intelligenz|kosmischen Intelligenz]] änderte sich. Es wurde das Zeitalter des [[Intellekt]]s und eine diesem Zeitalter angemessene neue Form der [[Einweihung]], die [[Rosenkreuzer-Schulungsweg|Rosenkreuzer-Einweihung]] vorbereitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in den Wirkungen der höheren geistigen [[Hierarchien]] gab es einschneidende Veränderungen. Die [[Archai]], die [[Zeitgeister]] oder [[Geister der Persönlichkeit]], haben im positiven Sinne sehr stark in die irdische Entwicklung eingegriffen seit der [[Ägyptisch-Chaldäische Kultur|ägyptisch-babylonischen Zeit]]. Ab dem Jahr [[1250]] ist das anders geworden, die Archai greifen nicht mehr so stark unmittelbar in das irdische Geschehen ein, sondern wirken mehr in den höheren Welten. Das hängt äußerlich zusammen mit einer Änderung der Stellung der Erdachse um diese Zeit, was auch die Jahreszeiten beeinflusst hat, die früher gleichmäßiger verteilt waren. Zugleich übernehmen aber seit dem [[Asuras]], böse Geister der Persönlichkeit, auch [[Geister des Egoismus]] genannt, ihren Platz und wecken in einzelnen menschlichen Persönlichkeiten den bewussten Willen zum [[Das Böse|Bösen]], wie er erst seit dem [[Bewusstseinsseelen-Zeitalter]] möglich ist. Beispiele sind etwa die  Borgia-Päpste, die Konquistatoren und überhaupt die sich unter den Herrschenden immer stärker ausbreitende macchiavellistische Gesinnung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Im dreizehnten Jahrhundert war für alle Menschen eine geistige Finsternis, selbst für die erleuchtetsten Geister, auch für die Eingeweihten. Alles, was damals im dreizehnten Jahrhundert gewußt wurde von geistigen Welten, das wußte man durch Überlieferung oder von schon früher Eingeweihten, die ihre Erinnerung an das, was sie damals erlebt hatten, weckten. Aber für eine kurze Zeit konnten auch diese Geister nicht unmittelbar hineinblicken in die geistige Welt. Diese kurze Zeit der Verfinsterung mußte damals sein, um das Charakteristische unseres jetzigen Zeitalters vorzubereiten: die heutige intellektuelle, verstandesmäßige Kultur. Das ist das Wichtige, daß wir das heute in der fünften nachatlantischen Kulturperiode haben. Das war nicht so in der griechischen Kulturperiode. Da war an Stelle des jetzigen verstandesmäßigen Denkens die unmittelbare Anschauung das Dominierende. Der Mensch wuchs sozusagen zusammen mit dem, was er sah und hörte, ja, auch mit dem, was er dachte, wuchs der Mensch damals zusammen. Damals wurde nicht so viel spintisiert, wie es heute geschieht und geschehen muß, denn das ist die Aufgabe der fünften nachatlantischen Kulturperiode. Damals, im dreizehnten Jahrhundert, mußten ganz besonders geeignete Persönlichkeiten für die Einweihung ausgewählt werden, und diese Einweihung selbst konnte erst geschehen nach Ablauf jener kurzen Zeit der Verfinsterung. Es ist heute noch nicht möglich, den Ort in Europa zu nennen, wo das geschehen ist, was ich jetzt sagen werde. Aber es wird in nicht ferner Zeit auch dieses geschehen können.|130|228ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir stehen auf einer Erde, die der Auflösung entgegengeht. Allmählich wird es dahin kommen, daß Seen, Flüsse austrocknen. Durch&lt;br /&gt;
solche Umlagerungen ändert sich das Bild der Erde. Die Geologie&lt;br /&gt;
gibt schon an, wie wir bereits in einer zerfallenden Epoche darinnen&lt;br /&gt;
sind. Der namhafte Geologe Sueß bestätigt es, daß statt steigender,&lt;br /&gt;
belebender Prozesse in der Erde Verwesungsprozesse stattfinden. Das&lt;br /&gt;
geht bereits durch die große letzte Entwkkelungsepoche der Erde hindurch. Besonders intensiv äußert es sich in der kleinen, seit dem Jahre&lt;br /&gt;
1250. Einige Forscher und in ihrem Fach geniale Menschen zeigen&lt;br /&gt;
manches Fünkchen von Einsicht. Zum Beispiel Burdach. Er bemerkt&lt;br /&gt;
einen Umschwung seit der Renaissance, doch weiß er nichts von der&lt;br /&gt;
Richtungsänderung der Erdachse zur Zeit, da sich die Geister der&lt;br /&gt;
Persönlichkeit zurückzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene geistige Wesenheiten greifen in verschiedener Art zu&lt;br /&gt;
verschiedenen Zeiten ein. Dadurch hat jedes Zeitalter einen eigenen&lt;br /&gt;
Charakter, wie auch jedes Lebensalter seine besondere Aufgabe hat.&lt;br /&gt;
Es würde zerstörend, untergrabend wirken, wenn man einführen&lt;br /&gt;
wollte was nicht zeitgemäß ist, zum Beispiel alte ägyptische Lehren,&lt;br /&gt;
die im atavistischen Schauen des Volkes verankert waren und als&lt;br /&gt;
Glaube an eine übersinnliche Welt sich in umgewandelter Gestalt er-&lt;br /&gt;
halten haben. Nicht, was der Verstand sieht, nicht das Äußere in der&lt;br /&gt;
Welt ist Gegenstand des Glaubens; dieser hat seine starken Wurzeln&lt;br /&gt;
in früheren Erfahrungen der Seele. Die Geister der Persönlichkeit, die&lt;br /&gt;
Archai, sind nicht sichtbar, und doch sind sie da und greifen ein. Ein&lt;br /&gt;
besonders starkes Eingreifen der Archai war vorhanden in der ägyptisch-babylonischen Zeit. Die Geister der Persönlichkeit waren damals besonders angezogen durch die Erdensphäre. Jetzt ist es anders.&lt;br /&gt;
Jetzt sind sie am wenigsten angezogen oder sympathisch berührt von&lt;br /&gt;
dem, was auf Erden geschieht. Sie greifen nicht mehr ein, auch nicht&lt;br /&gt;
in den Charakter der Menschen. Seit dem Jahre 1250 ist es anders geworden. Im dreizehnten Jahrhundert fand eine wichtige, bedeutende&lt;br /&gt;
Umwandlung der Erdenverhältnisse statt. Seitdem ließen die Archai&lt;br /&gt;
nach, so stark einzugreifen. Sie zogen sich zurück zu Taten in den&lt;br /&gt;
höheren Welten. Vorher war ihre Wirksamkeit mehr auf der Erde&lt;br /&gt;
selbst gewesen. Solche Ereignisse sind entsprechend zu würdigen,&lt;br /&gt;
denn es walten seitdem andere Gesetze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen fortschrittlichen Geistern im Weltenall stehen Gegner gegenüber, in diesem Falle jene, die zurückgebliebene Geister der Persönlichkeit sind. Diese Gegner, die schlimmen Geister der Persönlichkeit, gewinnen nun das Feld. Das hängt zusammen mit der Änderung der Stellung der Erdachse um 1250. Die Erde beschreibt ja im Laufe von Jahrtausenden eine Kegelbewegung, eine tanzende Bewegung. Seit dem fünften, sechsten Jahrtausend vor Christus hat die Erdachse sich immer mehr gewendet. Man nennt das wissenschaftlich das Vorrücken des Frühlingspunktes, des Äquinoktiums. Auch die Verteilung von Frühling, Sommer, Herbst und Winter war früher anders, gleichmäßiger.|130|327ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Um 1250 war die Krisis, da die Menschheit am meisten von den geistigen Welten abgeschlossen war, während sie dann wieder aufsteigen sollte, und wir sind heute schon wieder auf dem Gange nach der spirituellen Welt. Damals wurde es notwendig die Bilanz zu schaffen zwischen Einweihung und Hellseher-Prinzip. Das war die besondere Aufgabe eines Impulses, der sich hereinbegab in die Lenkung und Leitung der Menschheit, als das Jahr 1250 heranrückte. Damals musste beginnen eine neue Art der Führung, eine neue Art, die Menschen zu leiten und das Gleichgewicht zu schaffen zwischen Einweihung und Hellsehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurde denn vorbereitet das Rosenkreuzerprinzip der Einweihung und des Hellsehens, das seinen Anfang genommen hat seit den Zeiten des Mittelalters, als die Menschen glaubten, der Mensch könnte überhaupt nicht die geistige Welt erreichen. Denn wenn solche Individualitäten, die in den vorherigen Inkarnationen schon vieles, vieles erreicht hatten, um das Jahr 1250 wieder inkarniert wurden, so war ihr Blick eine Zeit lang vollständig getrübt. Ganz erleuchtete Individuen hatten etwas, als wenn sie wie abgeschnitten wären von der geistigen Welt. So sehen wir, dass es von jener Zeit an notwendig wurde, dass in der Lenkung und Führung der Menschheit ein neues Element auftrat. Das war das Element des Rosenkreuzerprinzipes. Durch dasselbe ist erst im wahren Sinne zu verstehen, wie in die Lenkung und Leitung der ganzen Menschheit wie auch des einzelnen Menschen eingreifen kann für alle Betätigungen dasjenige, was wir den «Christus-Impuls» nennen. Das ist erst durch das Rosenkreuzerprinzip möglich.|246|369f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit&#039;&#039;, [[GA 130]] (1987) {{Vorträge|130}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge&#039;&#039;, [[GA 246]] (2025), ISBN 978-3-7274-2460-1 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jahreszahlen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hellsehen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<updated>2026-09-07T11:27:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Um &#039;&#039;&#039;1250&#039;&#039;&#039; trat für eine kurze Zeit eine völlige geistige Finsternis ein, während der auch geistig höchstentwickelten Persönlichkeiten der Einblick in die [[geistige Welt]] verwehrt wurde, nachdem die letzten Reste des alten [[Hellsehen|Hellsehens]] schon lange zuvor mit dem Beginn des [[Kali Yuga]], dessen Beginn [[Rudolf Steiner]] für das Jahr 3101 v. Chr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blavatsky&amp;quot;&amp;gt;Nach [[H. P. Blavatsky]] und auch nach [[Hinduismus|hinduistischer]] Tradition begann das finstere Zeitalter schon am 18. Februar 3102 v. Chr. mit dem Tode [[Krishna|Krishnas]].&amp;lt;/ref&amp;gt; ansetzt, am Ende der [[Urpersische Zeit|Urpersischen Zeit]] für den weitaus größten Teil der [[Menschheit]] schlagartig erloschen waren. Das Kaliyuga währte 5000 Jahre und endete somit nach Rudolf Steiner [[1899]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da auch für die höchsten [[Eingeweihter|Eingeweihten]] um 1250 das Hellsehen vollkommen erlosch, konnten auch sie nur mehr aus der Überlieferung über die geistigen Zusammenhänge sprechen. Das Verhältnis des Menschen zur [[Kosmische Intelligenz|kosmischen Intelligenz]] änderte sich. Es wurde das Zeitalter des [[Intellekt]]s und eine diesem Zeitalter angemessene neue Form der [[Einweihung]], die [[Rosenkreuzer-Schulungsweg|Rosenkreuzer-Einweihung]] vorbereitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in den Wirkungen der höheren geistigen [[Hierarchien]] gab es einschneidende Veränderungen. Die [[Archai]], die [[Zeitgeister]] oder [[Geister der Persönlichkeit]], haben im positiven Sinne sehr stark in die irdische Entwicklung eingegriffen seit der [[Ägyptisch-Chaldäische Kultur|ägyptisch-babylonischen Zeit]]. Ab dem Jahr [[1250]] ist das anders geworden, die Archai greifen nicht mehr so stark unmittelbar in das irdische Geschehen ein, sondern wirken mehr in den höheren Welten. Das hängt äußerlich zusammen mit einer Änderung der Stellung der Erdachse um diese Zeit, was auch die Jahreszeiten beeinflusst hat, die früher gleichmäßiger verteilt waren. Zugleich übernehmen aber seit dem [[Asuras]], böse Geister der Persönlichkeit, auch [[Geister des Egoismus]] genannt, ihren Platz und wecken in einzelnen menschlichen Persönlichkeiten den bewussten Willen zum [[Das Böse|Bösen]], wie er erst seit dem [[Bewusstseinsseelen-Zeitalter]] möglich ist. Beispiele sind etwa die  Borgia-Päpste, die Konquistatoren und überhaupt die sich unter den Herrschenden immer stärker ausbreitende macchiavellistische Gesinnung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Im dreizehnten Jahrhundert war für alle Menschen eine geistige Finsternis, selbst für die erleuchtetsten Geister, auch für die Eingeweihten. Alles, was damals im dreizehnten Jahrhundert gewußt wurde von geistigen Welten, das wußte man durch Überlieferung oder von schon früher Eingeweihten, die ihre Erinnerung an das, was sie damals erlebt hatten, weckten. Aber für eine kurze Zeit konnten auch diese Geister nicht unmittelbar hineinblicken in die geistige Welt. Diese kurze Zeit der Verfinsterung mußte damals sein, um das Charakteristische unseres jetzigen Zeitalters vorzubereiten: die heutige intellektuelle, verstandesmäßige Kultur. Das ist das Wichtige, daß wir das heute in der fünften nachatlantischen Kulturperiode haben. Das war nicht so in der griechischen Kulturperiode. Da war an Stelle des jetzigen verstandesmäßigen Denkens die unmittelbare Anschauung das Dominierende. Der Mensch wuchs sozusagen zusammen mit dem, was er sah und hörte, ja, auch mit dem, was er dachte, wuchs der Mensch damals zusammen. Damals wurde nicht so viel spintisiert, wie es heute geschieht und geschehen muß, denn das ist die Aufgabe der fünften nachatlantischen Kulturperiode. Damals, im dreizehnten Jahrhundert, mußten ganz besonders geeignete Persönlichkeiten für die Einweihung ausgewählt werden, und diese Einweihung selbst konnte erst geschehen nach Ablauf jener kurzen Zeit der Verfinsterung. Es ist heute noch nicht möglich, den Ort in Europa zu nennen, wo das geschehen ist, was ich jetzt sagen werde. Aber es wird in nicht ferner Zeit auch dieses geschehen können.|130|228ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir stehen auf einer Erde, die der Auflösung entgegengeht. Allmählich wird es dahin kommen, daß Seen, Flüsse austrocknen. Durch&lt;br /&gt;
solche Umlagerungen ändert sich das Bild der Erde. Die Geologie&lt;br /&gt;
gibt schon an, wie wir bereits in einer zerfallenden Epoche darinnen&lt;br /&gt;
sind. Der namhafte Geologe Sueß bestätigt es, daß statt steigender,&lt;br /&gt;
belebender Prozesse in der Erde Verwesungsprozesse stattfinden. Das&lt;br /&gt;
geht bereits durch die große letzte Entwkkelungsepoche der Erde hindurch. Besonders intensiv äußert es sich in der kleinen, seit dem Jahre&lt;br /&gt;
1250. Einige Forscher und in ihrem Fach geniale Menschen zeigen&lt;br /&gt;
manches Fünkchen von Einsicht. Zum Beispiel Burdach. Er bemerkt&lt;br /&gt;
einen Umschwung seit der Renaissance, doch weiß er nichts von der&lt;br /&gt;
Richtungsänderung der Erdachse zur Zeit, da sich die Geister der&lt;br /&gt;
Persönlichkeit zurückzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene geistige Wesenheiten greifen in verschiedener Art zu&lt;br /&gt;
verschiedenen Zeiten ein. Dadurch hat jedes Zeitalter einen eigenen&lt;br /&gt;
Charakter, wie auch jedes Lebensalter seine besondere Aufgabe hat.&lt;br /&gt;
Es würde zerstörend, untergrabend wirken, wenn man einführen&lt;br /&gt;
wollte was nicht zeitgemäß ist, zum Beispiel alte ägyptische Lehren,&lt;br /&gt;
die im atavistischen Schauen des Volkes verankert waren und als&lt;br /&gt;
Glaube an eine übersinnliche Welt sich in umgewandelter Gestalt er-&lt;br /&gt;
halten haben. Nicht, was der Verstand sieht, nicht das Äußere in der&lt;br /&gt;
Welt ist Gegenstand des Glaubens; dieser hat seine starken Wurzeln&lt;br /&gt;
in früheren Erfahrungen der Seele. Die Geister der Persönlichkeit, die&lt;br /&gt;
Archai, sind nicht sichtbar, und doch sind sie da und greifen ein. Ein&lt;br /&gt;
besonders starkes Eingreifen der Archai war vorhanden in der ägyptisch-babylonischen Zeit. Die Geister der Persönlichkeit waren damals besonders angezogen durch die Erdensphäre. Jetzt ist es anders.&lt;br /&gt;
Jetzt sind sie am wenigsten angezogen oder sympathisch berührt von&lt;br /&gt;
dem, was auf Erden geschieht. Sie greifen nicht mehr ein, auch nicht&lt;br /&gt;
in den Charakter der Menschen. Seit dem Jahre 1250 ist es anders geworden. Im dreizehnten Jahrhundert fand eine wichtige, bedeutende&lt;br /&gt;
Umwandlung der Erdenverhältnisse statt. Seitdem ließen die Archai&lt;br /&gt;
nach, so stark einzugreifen. Sie zogen sich zurück zu Taten in den&lt;br /&gt;
höheren Welten. Vorher war ihre Wirksamkeit mehr auf der Erde&lt;br /&gt;
selbst gewesen. Solche Ereignisse sind entsprechend zu würdigen,&lt;br /&gt;
denn es walten seitdem andere Gesetze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen fortschrittlichen Geistern im Weltenall stehen Gegner gegenüber, in diesem Falle jene, die zurückgebliebene Geister der Persönlichkeit sind. Diese Gegner, die schlimmen Geister der Persönlichkeit, gewinnen nun das Feld. Das hängt zusammen mit der Änderung der Stellung der Erdachse um 1250. Die Erde beschreibt ja im Laufe von Jahrtausenden eine Kegelbewegung, eine tanzende Bewegung. Seit dem fünften, sechsten Jahrtausend vor Christus hat die Erdachse sich immer mehr gewendet. Man nennt das wissenschaftlich das Vorrücken des Frühlingspunktes, des Äquinoktiums. Auch die Verteilung von Frühling, Sommer, Herbst und Winter war früher anders, gleichmäßiger.|130|327ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit&#039;&#039;, [[GA 130]] (1987) {{Vorträge|130}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jahreszahlen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hellsehen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>SeelischeBeobachtungsresultate</title>
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		<updated>2026-09-07T08:12:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Odyssee verschob die Seite SeelischeBeobachtungsresultate nach Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode</title>
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		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode</title>
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		<updated>2026-09-07T08:12:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Weiterleitung nach GA 4 erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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		<title>Giordano Bruno</title>
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		<updated>2026-09-07T07:16:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Leben und Werk */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|250px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um [[W:1562|1562]] trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]]. [[1572]] empfing er die [[Priesterweihe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch [[Europa]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in [[W:Genf|Genf]], [[W:Toulouse|Toulouse]], [[Paris]], [[London]], [[W:Wittenberg|Wittenberg]], [[W:Prag|Prag]], [[W:Helmstedt|Helmstedt]], [[W:Frankfurt|Frankfurt]] und [[W:Zürich|Zürich]] auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen [[Aristoteliker]], Schulphilosophen und etablierte [[Theologie|Theologen]] verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in [[England]], besonders in [[London]], zwischen [[1583]] und [[W:1585|1585]]. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;[[Kopernikus]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;[[Kepler]]&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;[[Galilei]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie/ Volltext Projekt Gutenberg]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/das-aschermittwochsmahl/ Volltext Projekt Gutenberg]  Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Thomas Leinkauf|Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626529</id>
		<title>Giordano Bruno</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626529"/>
		<updated>2026-09-07T07:06:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Leben und Werk */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|250px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um [[W:1562|1562]] trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]]. [[1572]] empfing er die [[Priesterweihe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen [[1583]] und [[W:1585|1585]]. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;[[Kopernikus]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;[[Kepler]]&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;[[Galilei]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie/ Volltext Projekt Gutenberg]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/das-aschermittwochsmahl/ Volltext Projekt Gutenberg]  Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Thomas Leinkauf|Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626528</id>
		<title>Giordano Bruno</title>
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		<updated>2026-09-05T21:58:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Leben und Werk */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|250px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;[[Kopernikus]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;[[Kepler]]&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;[[Galilei]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie/ Volltext Projekt Gutenberg]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/das-aschermittwochsmahl/ Volltext Projekt Gutenberg]  Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Thomas Leinkauf|Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<title>Filippo Bruno</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Weiterleitung nach Giordano Bruno erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Giordano Bruno]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<title>Giordano Bruno</title>
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		<updated>2026-09-05T15:39:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Einzelwerke */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|250px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie/ Volltext Projekt Gutenberg]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/das-aschermittwochsmahl/ Volltext Projekt Gutenberg]  Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Thomas Leinkauf|Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626525</id>
		<title>Giordano Bruno</title>
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		<updated>2026-09-05T15:39:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Einzelwerke */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|250px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie/ Volltext Projekt Gutenb erg]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/das-aschermittwochsmahl/ Volltext Projekt Gutenberg]  Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Thomas Leinkauf|Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<updated>2026-09-05T15:37:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;section begin=Banner /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:Der höchste Opferweise, der Schwellenhüter und Maria als Neophyt.JPG|left|225px|link=https://mysteriendramen.at/Der_Seelen_Erwachen]]&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 190%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://mysteriendramen.at/Der_Seelen_Erwachen Rudolf Steiner: Der Seelen Erwachen]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 150%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://gruenes-goetheanum-lichtberg.de/ 12. September 2026, 14&amp;lt;sup&amp;gt;h&amp;lt;/sup&amp;gt;]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 150%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://gruenes-goetheanum-lichtberg.de/ Grünes Goetheanum, Weilrod-Riedelbach]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://gruenes-goetheanum-lichtberg.de/ Bei Schlechtwetter: Bürgerhaus in Riedelbach, Weiherstr. 16]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Beginn Banner ELIANT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Anthrowiki-Banner-ELIANT.jpg|center|790px|link=https://eliant.eu/]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Ende Banner ELIANT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner LK --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 250%;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Online_Lesekreise|öffentlicher Lesekreis &amp;quot;Das 5. Evangelium&amp;quot;]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 130%;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Online_Lesekreise|Dienstags 19h. Start in Kürze. Öffentlich (für ehem. Teilnehmer aus den LK und Nebenübungsgruppen). Für weitere Infos hier klicken.]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Beginn Banner ELIANT-AAAT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Anthrowiki-Banner-AAAT korr.jpg|center|790px|link=https://eliant.eu/aktuelles/all-africa-anthroposophic-training/]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Ende Banner ELIANT-AAAT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Ben Aharon --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;[[Datei:Aharon.pdf|center|700px|link=https://anthrowiki.at/images/a/a3/YBA_D_mit_Fotos.pdf]]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Ende Banner Ben Aharon --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|[[Datei:Banner BE.png|center|790px|link=https://basic-exercises.com/]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner BE --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Goetheanum Nawi Herbstagung 2026 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Goetheanum Herbsttagung 2026.png|center|790px|link=https://science.goetheanum.org/veranstaltungen/herbsttagung-2026]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;Bild: Robert Wróblewski&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Goetheanum Nawi Herbstagung 2026 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Paul Emberson Tage Berlin 2026 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;[[Datei:Emberson Tage.pdf|center|700px|link=https://anthrowiki.at/images/4/40/Paul_Emberson_Tage_-_Programm_-_Berlin_2026.pdf]]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Banner Paul Emberson Tage Berlin 2026 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Marcel Trilogie 3.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Marcel_Waldhausen_2026-5-28.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=l3D3T02y1-U|links|270x270px]]&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=l3D3T02y1-U Trilogie (3v3): Pfingsten 1924 - Der Landwirtschaftliche Kurs als Grundlage einer zeitgemäßen Entwicklung - ein Vortrag von Marcel Waldhausen, 2026]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Marcel Trilogie 3.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Gerhard Reisch --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Gerhard Reisch Anthrowiki Banner.png|center|800px|link=https://www.gerhardreisch.com/portal]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Gerhard Reisch --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Biographæa --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:EB Anthrowiki Banner 03.png|center|800px|link=https://www.biographaea.com/de/volumes]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Biographæa --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner 2 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Michael Rheinheimer 2026-4-23.jpg|links|270px|link=aw:Der_Gral_im_Orient._Das_geheime_Christentum_Arabiens_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2026]]&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Der_Gral_im_Orient._Das_geheime_Christentum_Arabiens_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2026|Michael Rheinheimer, Priester der Christengemeinschaft:]]&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[[aw:Der_Gral_im_Orient._Das_geheime_Christentum_Arabiens_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2026|„Der Gral im Orient. Das geheime Christentum Arabiens“]]&#039;&#039;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner 2 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner 4 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Wolfgang Peter_2026-4-22.jpg|links|270px|link=https://anthro.world/Das_R%C3%A4tsel_des_B%C3%B6sen_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter_in_Essen,_2026]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://anthro.world/Das_R%C3%A4tsel_des_B%C3%B6sen_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter_in_Essen,_2026 Dr. Wolfgang Peter in Essen: DAS RÄTSEL DES BÖSEN]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner 4 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Gral im Orient --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Michael Rheinheimer_2026-6-17.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=m5KisP1Z_Do|links|270x270px]]&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=m5KisP1Z_Do Priester Michael Rheinheimer: Die 7 Chakren-Wahrnehmungsorgane der Seele ...]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Gral im Orient --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Lichtwurzeln --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Lichtwurzel-Pulver-GlashausFrankfurt-de.jpg|links|300px|link=https://glashausfrankfurt.de/de/produkt/50-g-demeter-bio-lichtwurzel-pulver-handvermahlen/?utm_source=anthrowiki.at&amp;amp;utm_medium=banner&amp;amp;utm_campaign=support-light-root]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://glashausfrankfurt.de/de/produkt/50-g-demeter-bio-lichtwurzel-pulver-handvermahlen/?utm_source=anthrowiki.at&amp;amp;utm_medium=banner&amp;amp;utm_campaign=support-light-root/ vom Demeter Gärtner Hans-Martin Aurich]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Lichtwurzeln --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Gentechnik --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Neue Gentechnische Verfahren Gespräch mit Clara Behr, Dr. Carl Vollenweider, Francois Hagdorn 2025-3-10.jpg|links|200px|link=https://biodyn.wiki/Neue_Gentechnik_-_ein_Gespr%C3%A4ch_mit_Clara_Behr_vom_10._März_2025]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;strong&amp;gt;[https://biodyn.wiki/Neue_Gentechnik_-_ein_Gespr%C3%A4ch_mit_Clara_Behr_vom_10._März_2025 NEUE GENTECHNIK]&amp;lt;/strong&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 110%;&amp;quot;&amp;gt;[https://biodyn.wiki/Neue_Gentechnik_-_ein_Gespr%C3%A4ch_mit_Clara_Behr_vom_10._März_2025 Ein update mit der Expertin Clara Behr aus Brüssel über die politischen Hintergründe]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Gentechnik --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Glomer --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Glomer Katalog 2025-2026.jpg|links|120px|link=https://www.glomer.com/beliebteste-artikel/glomer-katalog-2024-25_42987637_36511?utm_source=newsletter&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_campaign=Glomer+Katalog%2C+Michaeli+und+Neue+Kinderb%C3%BCcher_Duplikat |&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 250%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.glomer.com/beliebteste-artikel/glomer-katalog-2024-25_42987637_36511?utm_source=newsletter&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_campaign=Glomer+Katalog%2C+Michaeli+und+Neue+Kinderb%C3%BCcher_Duplikat Der neue Glomer Katalog 2025/26 ist da!]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 130%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.glomer.com/neuerscheinungen?utm_source=anthrowiki&amp;amp;utm_medium=referral&amp;amp;utm_campaign=anthrowiki Aktuelle Neuerscheinungen und alle lieferbaren Bücher anthroposophischer Verlage]&amp;lt;br /&amp;gt;Anthroposophie, Waldorf, Jugend &amp;amp; Kinderbücher, Gesundheit, Lebensphasen, Wissenschaften mit mehr als 7.500 Titeln aus über 80 Verlagen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Glomer --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Faust --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Faust-Mephisto.jpg|left|210px|link=https://anthro.world/Faust_spricht_%C3%BCber_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter_vom_27._Dezember_2023]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Faust_spricht_über_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2023|Faust spricht über Faust]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[aw:Faust_spricht_über_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2023|Vortrag von Dr. Wolfgang Peter am 27. Dezember 2023 in der anthroposophischen Landesgesellschaft in Wien.]]&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 90%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Veranstaltungskalender Aktuelle Aufführungstermine:]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust Johann Wolfgang von Goethe]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust_I FAUST I: Samstag, 31. Oktober 2026, 16&amp;lt;sup&amp;gt;h&amp;lt;/sup&amp;gt;]&amp;lt;br&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust_II FAUST II: Sonntag, 1. November 2026, 16&amp;lt;sup&amp;gt;h&amp;lt;/sup&amp;gt;]&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Friedrich Eymann Waldorfschule, Feldmühlgasse 26, 1130 Wien&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 75%; color: #37a; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;Kartenreservierung:  [mailto:info@odysseetheater.com?subject=Kartenreservierung info@odysseetheater.com] oder Tel.: +43 (676) 9 414 616&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Faust --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Marcel Trilogie 1.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Marcel Trilogie 1.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;section end=Banner /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Banner</title>
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		<updated>2026-09-05T15:36:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;section begin=Banner /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner MD4 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:Der höchste Opferweise, der Schwellenhüter und Maria als Neophyt.JPG|left|225px|link=https://mysteriendramen.at/Der_Seelen_Erwachen]]&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 190%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://mysteriendramen.at/Der_Seelen_Erwachen Rudolf Steiner: Der Seelen Erwachen]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 150%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://gruenes-goetheanum-lichtberg.de/ 12. September 2026, 14&amp;lt;sup&amp;gt;h&amp;lt;/sup&amp;gt;]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 150%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://gruenes-goetheanum-lichtberg.de/ Grünes Goetheanum, Weilrod-Riedelbach]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://gruenes-goetheanum-lichtberg.de/ Bei Schlechtwetter: Bürgerhaus in Riedelbach, Weiherstr. 16]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner MD4 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner ELIANT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Anthrowiki-Banner-ELIANT.jpg|center|790px|link=https://eliant.eu/]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Ende Banner ELIANT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner LK --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 250%;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Online_Lesekreise|öffentlicher Lesekreis &amp;quot;Das 5. Evangelium&amp;quot;]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 130%;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Online_Lesekreise|Dienstags 19h. Start in Kürze. Öffentlich (für ehem. Teilnehmer aus den LK und Nebenübungsgruppen). Für weitere Infos hier klicken.]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Ende Banner LK --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner ELIANT-AAAT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Anthrowiki-Banner-AAAT korr.jpg|center|790px|link=https://eliant.eu/aktuelles/all-africa-anthroposophic-training/]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;!-- Ende Banner ELIANT-AAAT --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;[[Datei:Aharon.pdf|center|700px|link=https://anthrowiki.at/images/a/a3/YBA_D_mit_Fotos.pdf]]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Ben Aharon --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner BE --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Banner BE.png|center|790px|link=https://basic-exercises.com/]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner BE --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Goetheanum Nawi Herbstagung 2026 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Goetheanum Herbsttagung 2026.png|center|790px|link=https://science.goetheanum.org/veranstaltungen/herbsttagung-2026]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;Bild: Robert Wróblewski&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Goetheanum Nawi Herbstagung 2026 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Paul Emberson Tage Berlin 2026 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;[[Datei:Emberson Tage.pdf|center|700px|link=https://anthrowiki.at/images/4/40/Paul_Emberson_Tage_-_Programm_-_Berlin_2026.pdf]]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Banner Paul Emberson Tage Berlin 2026 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Marcel Trilogie 3.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Marcel_Waldhausen_2026-5-28.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=l3D3T02y1-U|links|270x270px]]&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=l3D3T02y1-U Trilogie (3v3): Pfingsten 1924 - Der Landwirtschaftliche Kurs als Grundlage einer zeitgemäßen Entwicklung - ein Vortrag von Marcel Waldhausen, 2026]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Marcel Trilogie 3.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Gerhard Reisch --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Gerhard Reisch Anthrowiki Banner.png|center|800px|link=https://www.gerhardreisch.com/portal]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Gerhard Reisch --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Biographæa --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:EB Anthrowiki Banner 03.png|center|800px|link=https://www.biographaea.com/de/volumes]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Biographæa --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner 2 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Michael Rheinheimer 2026-4-23.jpg|links|270px|link=aw:Der_Gral_im_Orient._Das_geheime_Christentum_Arabiens_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2026]]&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Der_Gral_im_Orient._Das_geheime_Christentum_Arabiens_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2026|Michael Rheinheimer, Priester der Christengemeinschaft:]]&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[[aw:Der_Gral_im_Orient._Das_geheime_Christentum_Arabiens_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2026|„Der Gral im Orient. Das geheime Christentum Arabiens“]]&#039;&#039;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner 2 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner 4 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Wolfgang Peter_2026-4-22.jpg|links|270px|link=https://anthro.world/Das_R%C3%A4tsel_des_B%C3%B6sen_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter_in_Essen,_2026]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://anthro.world/Das_R%C3%A4tsel_des_B%C3%B6sen_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter_in_Essen,_2026 Dr. Wolfgang Peter in Essen: DAS RÄTSEL DES BÖSEN]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner 4 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Gral im Orient --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|[[Datei:Michael Rheinheimer_2026-6-17.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=m5KisP1Z_Do|links|270x270px]]&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=m5KisP1Z_Do Priester Michael Rheinheimer: Die 7 Chakren-Wahrnehmungsorgane der Seele ...]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Gral im Orient --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Lichtwurzeln --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Lichtwurzel-Pulver-GlashausFrankfurt-de.jpg|links|300px|link=https://glashausfrankfurt.de/de/produkt/50-g-demeter-bio-lichtwurzel-pulver-handvermahlen/?utm_source=anthrowiki.at&amp;amp;utm_medium=banner&amp;amp;utm_campaign=support-light-root]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://glashausfrankfurt.de/de/produkt/50-g-demeter-bio-lichtwurzel-pulver-handvermahlen/?utm_source=anthrowiki.at&amp;amp;utm_medium=banner&amp;amp;utm_campaign=support-light-root/ vom Demeter Gärtner Hans-Martin Aurich]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Lichtwurzeln --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Gentechnik --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz1&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Neue Gentechnische Verfahren Gespräch mit Clara Behr, Dr. Carl Vollenweider, Francois Hagdorn 2025-3-10.jpg|links|200px|link=https://biodyn.wiki/Neue_Gentechnik_-_ein_Gespr%C3%A4ch_mit_Clara_Behr_vom_10._März_2025]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;strong&amp;gt;[https://biodyn.wiki/Neue_Gentechnik_-_ein_Gespr%C3%A4ch_mit_Clara_Behr_vom_10._März_2025 NEUE GENTECHNIK]&amp;lt;/strong&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 110%;&amp;quot;&amp;gt;[https://biodyn.wiki/Neue_Gentechnik_-_ein_Gespr%C3%A4ch_mit_Clara_Behr_vom_10._März_2025 Ein update mit der Expertin Clara Behr aus Brüssel über die politischen Hintergründe]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Gentechnik --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Glomer --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Glomer Katalog 2025-2026.jpg|links|120px|link=https://www.glomer.com/beliebteste-artikel/glomer-katalog-2024-25_42987637_36511?utm_source=newsletter&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_campaign=Glomer+Katalog%2C+Michaeli+und+Neue+Kinderb%C3%BCcher_Duplikat |&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 250%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.glomer.com/beliebteste-artikel/glomer-katalog-2024-25_42987637_36511?utm_source=newsletter&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_campaign=Glomer+Katalog%2C+Michaeli+und+Neue+Kinderb%C3%BCcher_Duplikat Der neue Glomer Katalog 2025/26 ist da!]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 130%;&amp;quot;&amp;gt;[https://www.glomer.com/neuerscheinungen?utm_source=anthrowiki&amp;amp;utm_medium=referral&amp;amp;utm_campaign=anthrowiki Aktuelle Neuerscheinungen und alle lieferbaren Bücher anthroposophischer Verlage]&amp;lt;br /&amp;gt;Anthroposophie, Waldorf, Jugend &amp;amp; Kinderbücher, Gesundheit, Lebensphasen, Wissenschaften mit mehr als 7.500 Titeln aus über 80 Verlagen.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Glomer --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Banner Faust --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Datei:Faust-Mephisto.jpg|left|210px|link=https://anthro.world/Faust_spricht_%C3%BCber_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter_vom_27._Dezember_2023]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[[aw:Faust_spricht_über_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2023|Faust spricht über Faust]]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[aw:Faust_spricht_über_Faust_-_ein_Vortrag_von_Wolfgang_Peter,_2023|Vortrag von Dr. Wolfgang Peter am 27. Dezember 2023 in der anthroposophischen Landesgesellschaft in Wien.]]&amp;lt;/center&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 90%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Veranstaltungskalender Aktuelle Aufführungstermine:]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust Johann Wolfgang von Goethe]&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust_I FAUST I: Samstag, 31. Oktober 2026, 16&amp;lt;sup&amp;gt;h&amp;lt;/sup&amp;gt;]&amp;lt;br&amp;gt;[https://odysseetheater.at/Faust_II FAUST II: Sonntag, 1. November 2026, 16&amp;lt;sup&amp;gt;h&amp;lt;/sup&amp;gt;]&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Friedrich Eymann Waldorfschule, Feldmühlgasse 26, 1130 Wien&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;font-size: 75%; color: #37a; color: #2a4b8d;&amp;quot;&amp;gt;Kartenreservierung:  [mailto:info@odysseetheater.com?subject=Kartenreservierung info@odysseetheater.com] oder Tel.: +43 (676) 9 414 616&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Banner Faust --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Beginn Marcel Trilogie 1.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Ende Marcel Trilogie 1.3 --&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz1 centered&amp;quot; width=&amp;quot;800px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;[[Datei:Zauberflöte Aufführungen.pdf|center|700px|link=https://anthrowiki.at/images/1/1e/Zauberfl%C3%B6te_Auff%C3%BChrungen.pdf]]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;section end=Banner /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626522</id>
		<title>Giordano Bruno</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626522"/>
		<updated>2026-09-05T15:33:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|250px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039;Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie/ Volltext Projekt Gutenb erg]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/das-aschermittwochsmahl/ Volltext Projekt Gutenberg]  Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Thomas Leinkauf|Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626521</id>
		<title>Giordano Bruno</title>
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		<updated>2026-09-05T15:30:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Einzelwerke */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|200px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039;Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie/ Volltext Projekt Gutenb erg]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/das-aschermittwochsmahl/ Volltext Projekt Gutenberg]  Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Thomas Leinkauf|Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<title>Giordano Bruno</title>
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		<updated>2026-09-05T15:28:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Einzelwerke */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|200px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039;Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, [https://projekt-gutenberg.org/authors/giordano-bruno/books/die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie/ Volltext Projekt Gutenb erg]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, &#039;&#039;Volltext&#039;&#039;  Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Thomas Leinkauf|Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626519</id>
		<title>Giordano Bruno</title>
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		<updated>2026-09-05T15:24:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Einzelwerke */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|200px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039;Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, &#039;&#039;Volltext&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, &#039;&#039;Volltext&#039;&#039;  Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Thomas Leinkauf|Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>Modul:Vorlage:projekt-gutenberg.org</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Die Seite wurde neu angelegt: „local PGorg = { suite   = &amp;quot;projekt-gutenberg.org&amp;quot;,                 serial  = &amp;quot;2026-06-22&amp;quot;,                 item    = 140008106,                 globals = { WLink = 19363224 },                 config  = { }               } --[=[ Create external link for projekt-gutenberg.org loadJsonData: ./config.json               ./a.json require:      getArticleBase@WLink ]=] local Failsafe  = PGorg local GlobalMod = PGorg    local foreignModule = function ( access, ad…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;local PGorg = { suite   = &amp;quot;projekt-gutenberg.org&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                serial  = &amp;quot;2026-06-22&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                item    = 140008106,&lt;br /&gt;
                globals = { WLink = 19363224 },&lt;br /&gt;
                config  = { }&lt;br /&gt;
              }&lt;br /&gt;
--[=[&lt;br /&gt;
Create external link for projekt-gutenberg.org&lt;br /&gt;
loadJsonData: ./config.json&lt;br /&gt;
              ./a.json&lt;br /&gt;
require:      getArticleBase@WLink&lt;br /&gt;
]=]&lt;br /&gt;
local Failsafe  = PGorg&lt;br /&gt;
local GlobalMod = PGorg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
local foreignModule = function ( access, advanced, append, alt, alert )&lt;br /&gt;
    -- Fetch global module&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     access    -- string, with name of base module&lt;br /&gt;
    --     advanced  -- true, for require(); else mw.loadData()&lt;br /&gt;
    --     append    -- string, with subpage part, if any; or false&lt;br /&gt;
    --     alt       -- number, of wikidata item of root; or false&lt;br /&gt;
    --     alert     -- true, for throwing error on data problem&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Returns whatever, probably table&lt;br /&gt;
    -- 2020-01-01&lt;br /&gt;
    local storage = access&lt;br /&gt;
    local finer = function ()&lt;br /&gt;
                      if append then&lt;br /&gt;
                          storage = string.format( &amp;quot;%s/%s&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                                                   storage,&lt;br /&gt;
                                                   append )&lt;br /&gt;
                      end&lt;br /&gt;
                  end&lt;br /&gt;
    local fun, lucky, r, suited&lt;br /&gt;
    if advanced then&lt;br /&gt;
        fun = require&lt;br /&gt;
    else&lt;br /&gt;
        fun = mw.loadData&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    GlobalMod.globalModules = GlobalMod.globalModules or { }&lt;br /&gt;
    suited = GlobalMod.globalModules[ access ]&lt;br /&gt;
    if not suited then&lt;br /&gt;
        finer()&lt;br /&gt;
        lucky, r = pcall( fun,  &amp;quot;Module:&amp;quot; .. storage )&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    if not lucky then&lt;br /&gt;
        if not suited  and&lt;br /&gt;
           type( alt ) == &amp;quot;number&amp;quot;  and&lt;br /&gt;
           alt &amp;gt; 0 then&lt;br /&gt;
            suited = string.format( &amp;quot;Q%d&amp;quot;, alt )&lt;br /&gt;
            suited = mw.wikibase.getSitelink( suited )&lt;br /&gt;
            GlobalMod.globalModules[ access ] = suited or true&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
        if type( suited ) == &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
            storage = suited&lt;br /&gt;
            finer()&lt;br /&gt;
            lucky, r = pcall( fun, storage )&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
        if not lucky and alert then&lt;br /&gt;
            error( &amp;quot;Missing or invalid page: &amp;quot; .. storage )&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return r&lt;br /&gt;
end -- foreignModule()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
local facility = function ( access )&lt;br /&gt;
    -- Retrieve JSON page name&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     access  -- string, page identifier&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Returns page name&lt;br /&gt;
    return string.format( &amp;quot;%s/%s.json&amp;quot;, PGorg.sources, access )&lt;br /&gt;
end -- facility()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
local factory = function ( assign, assigned )&lt;br /&gt;
    -- Retrieve transclusion suggestion&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     assign    -- string, with template name&lt;br /&gt;
    --     assigned  -- table, with [1]= key and [2]= name&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Returns wikitext&lt;br /&gt;
    local r = assigned[ 2 ] .. &amp;quot;\n&amp;quot;&lt;br /&gt;
    local s = string.format( &amp;quot;{{%s |a=%s}}&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                             assign,&lt;br /&gt;
                             assigned[ 1 ] )&lt;br /&gt;
    r = r .. PGorg.frame:extensionTag( &amp;quot;syntaxhighlight&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                                       s,&lt;br /&gt;
                                       { lang = &amp;quot;wikitext&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                                         copy = &amp;quot;1&amp;quot; } )&lt;br /&gt;
    return r .. &amp;quot;\n&amp;quot;&lt;br /&gt;
end -- factory()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
local fault = function ( alert, about, access )&lt;br /&gt;
    -- Create error message&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     alert   -- string, message identifier&lt;br /&gt;
    --     about   -- ID code&lt;br /&gt;
    --     access  -- JSON id&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Build PGorg.scream&lt;br /&gt;
    --     Returns PGorg.scream&lt;br /&gt;
    local e   = mw.html.create( &amp;quot;span&amp;quot; )&lt;br /&gt;
                       :addClass( &amp;quot;error&amp;quot; )&lt;br /&gt;
    local err = PGorg.config.err&lt;br /&gt;
    if type( err ) ~= &amp;quot;table&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        err = { }&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    e:wikitext( string.format( &amp;quot;[[%s]] &amp;amp;#8211; &amp;quot;,  PGorg.sources ) )&lt;br /&gt;
    if type( err[ alert ] ) == &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        e:wikitext( err[ alert ] )&lt;br /&gt;
    else&lt;br /&gt;
        e:wikitext( alert )&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    if type( about ) == &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        local e2 = mw.html.create( &amp;quot;code&amp;quot; )&lt;br /&gt;
                          :css( &amp;quot;white-space&amp;quot;, &amp;quot;nowrap&amp;quot; )&lt;br /&gt;
                          :wikitext( &amp;quot; &amp;amp;#8211; &amp;quot;,&lt;br /&gt;
                                     mw.text.nowiki( about ) )&lt;br /&gt;
        e:wikitext( tostring( e2 ) )&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    if type( access ) == &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        e:wikitext( string.format( &amp;quot; &amp;amp;#8211; [[%s]]&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                                   facility( access ) ) )&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    PGorg.scream = tostring( e )&lt;br /&gt;
    if type( err.cat ) == &amp;quot;string&amp;quot;   then&lt;br /&gt;
        PGorg.scream = string.format( &amp;quot;%s[[category:%s]]&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                                      PGorg.scream, err.cat )&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return PGorg.scream&lt;br /&gt;
end -- fault()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
local fetch = function ( access, allow )&lt;br /&gt;
    -- Retrieve JSON object&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     access  -- page identifier&lt;br /&gt;
    --     allow   -- lazy mode&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Returns JSON object, or not&lt;br /&gt;
    local s = facility( access )&lt;br /&gt;
    local lucky, json, r&lt;br /&gt;
    lucky, json = pcall( mw.loadJsonData, s )&lt;br /&gt;
    if type( json ) == &amp;quot;table&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        r = json&lt;br /&gt;
    elseif not allow then&lt;br /&gt;
        fault( &amp;quot;0json&amp;quot;, false, access )&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return r&lt;br /&gt;
end -- fetch()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
local fiat = function ( apply )&lt;br /&gt;
    -- Create external link&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     apply  -- table, with URL segments&lt;br /&gt;
    --               .site&lt;br /&gt;
    --               .a&lt;br /&gt;
    --               .w&lt;br /&gt;
    --               .n&lt;br /&gt;
    --               .live&lt;br /&gt;
    --               .locked&lt;br /&gt;
    --               .show&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Returns string, with external link&lt;br /&gt;
    local r    = apply.site&lt;br /&gt;
    local last, show&lt;br /&gt;
    if apply.show then&lt;br /&gt;
        show = apply.show&lt;br /&gt;
        if not show:match( &amp;quot;[.!?]$&amp;quot; )  and&lt;br /&gt;
           not show:match( &amp;quot;[.!?]&#039;&#039;$&amp;quot; ) then&lt;br /&gt;
            last = true&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    else&lt;br /&gt;
        show = string.format( &amp;quot;?????%s?????&amp;quot;, apply.a )&lt;br /&gt;
        if not PGorg.scream then&lt;br /&gt;
            fault( &amp;quot;unknown&amp;quot;, show )&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    if type( PGorg.config.a ) == &amp;quot;table&amp;quot;  and&lt;br /&gt;
       type( PGorg.config.a.slice ) == &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        r = r .. PGorg.config.a.slice&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    r = r .. apply.a&lt;br /&gt;
    if apply.w then&lt;br /&gt;
       r = r .. &amp;quot;/&amp;quot;&lt;br /&gt;
       if type( PGorg.config.w ) == &amp;quot;table&amp;quot;  and&lt;br /&gt;
          type( PGorg.config.w.slice ) == &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
           r = r .. PGorg.config.w.slice&lt;br /&gt;
       end&lt;br /&gt;
       r = r .. apply.w&lt;br /&gt;
       if type( apply.n ) == &amp;quot;number&amp;quot; then&lt;br /&gt;
           local configN = PGorg.config.n&lt;br /&gt;
           r = r .. &amp;quot;/&amp;quot;&lt;br /&gt;
           if type( configN ) == &amp;quot;table&amp;quot; then&lt;br /&gt;
               if type( configN.slice ) == &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                   r = r .. configN.slice&lt;br /&gt;
               end&lt;br /&gt;
               if not apply.locked then&lt;br /&gt;
                   local scheme = &amp;quot;&amp;amp;nbsp;#%d&amp;quot;&lt;br /&gt;
                   if type( configN.dPattern ) == &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                       if configN.dPattern:find( &amp;quot;%d&amp;quot;, 1, true ) then&lt;br /&gt;
                           scheme = configN.dPattern&lt;br /&gt;
                       elseif configN.dPattern == &amp;quot;-&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                           scheme = false&lt;br /&gt;
                       end&lt;br /&gt;
                   end&lt;br /&gt;
                   if scheme then&lt;br /&gt;
                       show = show .. string.format( scheme, apply.n )&lt;br /&gt;
                   end&lt;br /&gt;
               end&lt;br /&gt;
           end&lt;br /&gt;
           r = r .. tostring( apply.n )&lt;br /&gt;
       end&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    r = r .. &amp;quot;/&amp;quot;&lt;br /&gt;
    if not apply.locked then&lt;br /&gt;
        show = mw.text.nowiki( mw.text.decode( show ) )&lt;br /&gt;
        if apply.live then&lt;br /&gt;
            show = string.format( &amp;quot;&#039;&#039;%s&#039;&#039;&amp;quot;, show )&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    if last then&lt;br /&gt;
        show = show .. &amp;quot;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    r = string.format( &amp;quot;[%s %s]&amp;quot;, r, show )&lt;br /&gt;
    if PGorg.scream then&lt;br /&gt;
        r = string.format( &amp;quot;%s %s&amp;quot;, r, PGorg.scream )&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return r&lt;br /&gt;
end -- fiat()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
local fill = function ( adapt )&lt;br /&gt;
    -- Initialize config&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     adapt  -- string, JSON environment, or not&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Returns string, with transclusion&lt;br /&gt;
    if adapt then&lt;br /&gt;
        PGorg.sources = adapt&lt;br /&gt;
    else&lt;br /&gt;
        PGorg.sources = string.format( &amp;quot;%s:%s&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                                       mw.site.namespaces.Template.name,&lt;br /&gt;
                                       PGorg.suite )&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    PGorg.config = fetch( &amp;quot;config&amp;quot; )&lt;br /&gt;
    return PGorg.config&lt;br /&gt;
end -- fill()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
local find = function ( args )&lt;br /&gt;
    -- Find author code for author name query&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     args  -- table, with parameters&lt;br /&gt;
    --              .seek     -- string, with author query&lt;br /&gt;
    --              .supply   -- string, with template name, or not&lt;br /&gt;
    --              .sources  -- string, with JSON environment, or not&lt;br /&gt;
    --              .luxury   -- .seek is a pattern&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Returns string, with (temporary) transclusion&lt;br /&gt;
    local r&lt;br /&gt;
    if fill( args.sources ) then&lt;br /&gt;
        if args.seek then&lt;br /&gt;
            local json = fetch( &amp;quot;a&amp;quot; )&lt;br /&gt;
            if json then&lt;br /&gt;
                if type( json.hash ) == &amp;quot;table&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                    local seek = args.seek&lt;br /&gt;
                    local s    = mw.ustring.char( 0x2019 )&lt;br /&gt;
                    local got, log&lt;br /&gt;
                    local n&lt;br /&gt;
                    seek, n = mw.ustring.gsub( seek, &amp;quot;&#039;&amp;quot;, s )&lt;br /&gt;
                    if args.luxury then&lt;br /&gt;
                        if seek:find( &amp;quot;%&amp;quot;, 1, true ) then&lt;br /&gt;
                            seek, n = mw.ustring.gsub( seek,&lt;br /&gt;
                                                       &amp;quot;([^%%])%-&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                                                       &amp;quot;%1%%-&amp;quot; )&lt;br /&gt;
                        end&lt;br /&gt;
                    else&lt;br /&gt;
                        seek  = mw.ustring.lower( args.seek )&lt;br /&gt;
                    end&lt;br /&gt;
                    for k, v in pairs( json.hash ) do&lt;br /&gt;
                        s   = mw.ustring.lower( v )&lt;br /&gt;
                        log = false&lt;br /&gt;
                        if args.luxury then&lt;br /&gt;
                            if mw.ustring.find( s, seek ) then&lt;br /&gt;
                                log = true&lt;br /&gt;
                            end&lt;br /&gt;
                        else&lt;br /&gt;
                            if mw.ustring.find( s, seek, 1, true ) then&lt;br /&gt;
                                log = true&lt;br /&gt;
                            end&lt;br /&gt;
                        end&lt;br /&gt;
                        if log then&lt;br /&gt;
                            local e = { }&lt;br /&gt;
                            got = got  or  { }&lt;br /&gt;
                            table.insert( e, k )&lt;br /&gt;
                            table.insert( e, v )&lt;br /&gt;
                            table.insert( got, e )&lt;br /&gt;
                        end&lt;br /&gt;
                    end -- for k, v&lt;br /&gt;
                    if got then&lt;br /&gt;
                        local supply = args.supply or PGorg.suite&lt;br /&gt;
                        r = &amp;quot;----\n&amp;quot;&lt;br /&gt;
                        for i = 1, #got do&lt;br /&gt;
                            r = r .. factory( supply, got[ i ] )&lt;br /&gt;
                        end -- for i&lt;br /&gt;
                    end&lt;br /&gt;
                else&lt;br /&gt;
                    fault( &amp;quot;0hash&amp;quot;, false, &amp;quot;a&amp;quot; )&lt;br /&gt;
                end&lt;br /&gt;
            end&lt;br /&gt;
        else&lt;br /&gt;
            fault( &amp;quot;0query&amp;quot; )&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    if not r then&lt;br /&gt;
        if PGorg.scream then&lt;br /&gt;
            r = PGorg.scream&lt;br /&gt;
        else&lt;br /&gt;
            r = &amp;quot;???????&amp;quot;&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return r&lt;br /&gt;
end -- find()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
local fix = function ( a, authors )&lt;br /&gt;
    -- Fix author code by legacy redirect&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     a        -- string, with author code&lt;br /&gt;
    --     authors  -- table, with current name hash map&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Returns table, with author code and link text, or not&lt;br /&gt;
    local last, r, shift, sign&lt;br /&gt;
    if a:match( &amp;quot;^[1-9]%d?%d?%d?$&amp;quot; ) then&lt;br /&gt;
        shift = &amp;quot;Num&amp;quot;&lt;br /&gt;
        sign  = tonumber( a )&lt;br /&gt;
        last  = true&lt;br /&gt;
    elseif a:match( &amp;quot;^%l+%-?%l*%d?$&amp;quot; )  and  a:len() &amp;lt;= 9 then&lt;br /&gt;
        shift = &amp;quot;Str&amp;quot;&lt;br /&gt;
        sign  = a&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    if shift then&lt;br /&gt;
        local json&lt;br /&gt;
        shift = &amp;quot;Aex&amp;quot; .. shift&lt;br /&gt;
        json  = fetch( shift, true )&lt;br /&gt;
        if json then&lt;br /&gt;
            if type( json.hash ) == &amp;quot;table&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                local swap = json.hash[ sign ]&lt;br /&gt;
                if swap then&lt;br /&gt;
                    shift = authors[ swap ]&lt;br /&gt;
                    if shift then&lt;br /&gt;
                        r      = { }&lt;br /&gt;
                        r.a    = swap&lt;br /&gt;
                        r.show = shift&lt;br /&gt;
                        r.live = true&lt;br /&gt;
                    else&lt;br /&gt;
                        fault( &amp;quot;redir&amp;quot;, swap )&lt;br /&gt;
                    end&lt;br /&gt;
                elseif last then&lt;br /&gt;
                    fault( &amp;quot;invalid&amp;quot;, a )&lt;br /&gt;
                end&lt;br /&gt;
            else&lt;br /&gt;
                fault( &amp;quot;0hash&amp;quot;, false, shift )&lt;br /&gt;
            end&lt;br /&gt;
        elseif last then&lt;br /&gt;
            fault( &amp;quot;invalid&amp;quot;, a )&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return r&lt;br /&gt;
end -- fix()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
local fulfil = function ( args )&lt;br /&gt;
    -- Execute main task&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     args  -- table, with parameters&lt;br /&gt;
    --              .sources  -- string, with JSON environment, or not&lt;br /&gt;
    --              .lazy&lt;br /&gt;
    --              .sA&lt;br /&gt;
    --              .sW&lt;br /&gt;
    --              .n&lt;br /&gt;
    --              .show&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Returns string, with transclusion&lt;br /&gt;
    local r&lt;br /&gt;
    if fill( args.sources ) then&lt;br /&gt;
        if type( PGorg.config.site ) ~= &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
            r = fault( &amp;quot;0site&amp;quot;, false, &amp;quot;config&amp;quot; )&lt;br /&gt;
        elseif not args.sA then&lt;br /&gt;
            r = fault( &amp;quot;0a&amp;quot; )&lt;br /&gt;
        elseif not args.sA:match( &amp;quot;^[%l%-%d]+$&amp;quot; ) then&lt;br /&gt;
            r = fault( &amp;quot;invalid&amp;quot;, args.sA )&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
        if not r then&lt;br /&gt;
            local url = { }&lt;br /&gt;
            url.site = PGorg.config.site&lt;br /&gt;
            if args.sW then&lt;br /&gt;
                if args.sA:match( &amp;quot;^%l%l[%l%-]*%d?$&amp;quot; ) then&lt;br /&gt;
                    url.a = args.sA&lt;br /&gt;
                    url.w = args.sW&lt;br /&gt;
                    if type( PGorg.config.w ) == &amp;quot;table&amp;quot;  and&lt;br /&gt;
                       type( PGorg.config.w.show ) == &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                        url.show = PGorg.config.w.show&lt;br /&gt;
                    else&lt;br /&gt;
                        url.show = args.sW&lt;br /&gt;
                    end&lt;br /&gt;
                    if args.n then&lt;br /&gt;
                        if args.n:match( &amp;quot;^[1-9]%d?%d?$&amp;quot; ) then&lt;br /&gt;
                            url.n = tonumber( args.n )&lt;br /&gt;
                        else&lt;br /&gt;
                            r = fault( &amp;quot;invalid&amp;quot;, args.n )&lt;br /&gt;
                        end&lt;br /&gt;
                    end&lt;br /&gt;
                else&lt;br /&gt;
                    r = fault( &amp;quot;invalid&amp;quot;, args.sW )&lt;br /&gt;
                end&lt;br /&gt;
            else&lt;br /&gt;
                local json = fetch( &amp;quot;a&amp;quot; )&lt;br /&gt;
                if json then&lt;br /&gt;
                    if type( json.hash ) == &amp;quot;table&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                        local show = json.hash[ args.sA ]&lt;br /&gt;
                        if show then&lt;br /&gt;
                            url.a    = args.sA&lt;br /&gt;
                            url.show = show&lt;br /&gt;
                            url.live = true&lt;br /&gt;
                        else&lt;br /&gt;
                            local polyfill = fix( args.sA, json.hash )&lt;br /&gt;
                            if polyfill then&lt;br /&gt;
                                url.a    = polyfill.a&lt;br /&gt;
                                url.show = polyfill.show&lt;br /&gt;
                                url.live = polyfill.live&lt;br /&gt;
                            elseif PGorg.scream then&lt;br /&gt;
                                r = PGorg.scream&lt;br /&gt;
                            elseif args.lazy then&lt;br /&gt;
                                url.a = args.sA&lt;br /&gt;
                            else&lt;br /&gt;
                                fault( &amp;quot;invalid&amp;quot;, args.sA )&lt;br /&gt;
                            end&lt;br /&gt;
                        end&lt;br /&gt;
                    else&lt;br /&gt;
                        r = fault( &amp;quot;0hash&amp;quot;, false, &amp;quot;a&amp;quot; )&lt;br /&gt;
                    end&lt;br /&gt;
                else&lt;br /&gt;
                    r = PGorg.scream&lt;br /&gt;
                end&lt;br /&gt;
            end&lt;br /&gt;
            if not r then&lt;br /&gt;
                if args.show then&lt;br /&gt;
                    url.show   = args.show&lt;br /&gt;
                    url.locked = true&lt;br /&gt;
                elseif not url.show  and  args.lazy then&lt;br /&gt;
                    local WLink = foreignModule( &amp;quot;WLink&amp;quot;,&lt;br /&gt;
                                                 true,&lt;br /&gt;
                                                 false,&lt;br /&gt;
                                                 PGorg.globals.WLink )&lt;br /&gt;
                    if type( WLink ) == &amp;quot;table&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                        local lucky&lt;br /&gt;
                        lucky, WLink = pcall( WLink )&lt;br /&gt;
                        if type( WLink ) == &amp;quot;table&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                            local fallback = WLink.getArticleBase&lt;br /&gt;
                            if type( fallback ) == &amp;quot;function&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                                url.show = fallback()&lt;br /&gt;
                            end&lt;br /&gt;
                        end&lt;br /&gt;
                    end&lt;br /&gt;
                end&lt;br /&gt;
                r = fiat( url )&lt;br /&gt;
            end&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    else&lt;br /&gt;
        r = PGorg.scream&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return r&lt;br /&gt;
end -- fulfil()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Failsafe.failsafe = function ( atleast )&lt;br /&gt;
    -- Retrieve versioning and check for compliance&lt;br /&gt;
    -- Precondition:&lt;br /&gt;
    --     atleast  -- string, with required version&lt;br /&gt;
    --                         or wikidata|item|~|@ or false&lt;br /&gt;
    -- Postcondition:&lt;br /&gt;
    --     Returns  string  -- with queried version/item, also if problem&lt;br /&gt;
    --              false   -- if appropriate&lt;br /&gt;
    -- 2024-03-01&lt;br /&gt;
    local since  = atleast&lt;br /&gt;
    local last   = ( since == &amp;quot;~&amp;quot; )&lt;br /&gt;
    local linked = ( since == &amp;quot;@&amp;quot; )&lt;br /&gt;
    local link   = ( since == &amp;quot;item&amp;quot; )&lt;br /&gt;
    local r&lt;br /&gt;
    if last  or  link  or  linked  or  since == &amp;quot;wikidata&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        local item = Failsafe.item&lt;br /&gt;
        since = false&lt;br /&gt;
        if type( item ) == &amp;quot;number&amp;quot;  and  item &amp;gt; 0 then&lt;br /&gt;
            local suited = string.format( &amp;quot;Q%d&amp;quot;, item )&lt;br /&gt;
            if link then&lt;br /&gt;
                r = suited&lt;br /&gt;
            else&lt;br /&gt;
                local entity = mw.wikibase.getEntity( suited )&lt;br /&gt;
                if type( entity ) == &amp;quot;table&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                    local seek = Failsafe.serialProperty or &amp;quot;P348&amp;quot;&lt;br /&gt;
                    local vsn  = entity:formatPropertyValues( seek )&lt;br /&gt;
                    if type( vsn ) == &amp;quot;table&amp;quot;  and&lt;br /&gt;
                       type( vsn.value ) == &amp;quot;string&amp;quot;  and&lt;br /&gt;
                       vsn.value ~= &amp;quot;&amp;quot; then&lt;br /&gt;
                        if last  and  vsn.value == Failsafe.serial then&lt;br /&gt;
                            r = false&lt;br /&gt;
                        elseif linked then&lt;br /&gt;
                            if mw.title.getCurrentTitle().prefixedText&lt;br /&gt;
                               ==  mw.wikibase.getSitelink( suited ) then&lt;br /&gt;
                                r = false&lt;br /&gt;
                            else&lt;br /&gt;
                                r = suited&lt;br /&gt;
                            end&lt;br /&gt;
                        else&lt;br /&gt;
                            r = vsn.value&lt;br /&gt;
                        end&lt;br /&gt;
                    end&lt;br /&gt;
                end&lt;br /&gt;
            end&lt;br /&gt;
        elseif link then&lt;br /&gt;
            r = false&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    if type( r ) == &amp;quot;nil&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        if not since  or  since &amp;lt;= Failsafe.serial then&lt;br /&gt;
            r = Failsafe.serial&lt;br /&gt;
        else&lt;br /&gt;
            r = false&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return r&lt;br /&gt;
end -- Failsafe.failsafe()&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-- Export&lt;br /&gt;
local p = { }&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
p.f = function ( frame )&lt;br /&gt;
    -- Major template call&lt;br /&gt;
    local params = { }&lt;br /&gt;
    local parent = frame:getParent().args&lt;br /&gt;
    params.sources = frame.args.root&lt;br /&gt;
    params.sA      = parent.a&lt;br /&gt;
    params.sW      = parent.w&lt;br /&gt;
    params.n       = parent.n&lt;br /&gt;
    params.show    = parent.linktext&lt;br /&gt;
    for k, v in pairs( params ) do&lt;br /&gt;
        if v == &amp;quot;&amp;quot; then&lt;br /&gt;
            params[ k ] = false&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end -- for k, v&lt;br /&gt;
    if frame.args.lazy == &amp;quot;1&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        params.lazy = true&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return fulfil( params )&lt;br /&gt;
end -- p.f&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
p.find = function ( frame )&lt;br /&gt;
    -- Template to find an author name&lt;br /&gt;
    local params = { }&lt;br /&gt;
    local parent = frame:getParent().args&lt;br /&gt;
    PGorg.frame = frame&lt;br /&gt;
    params.sources = frame.args.root&lt;br /&gt;
    params.supply  = frame.args.template&lt;br /&gt;
    if parent[ 1 ] then&lt;br /&gt;
        params.seek = mw.text.trim( parent[ 1 ] )&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    for k, v in pairs( params ) do&lt;br /&gt;
        if v == &amp;quot;&amp;quot; then&lt;br /&gt;
            params[ k ] = false&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end -- for k, v&lt;br /&gt;
    if parent.pattern == &amp;quot;1&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        params.luxury = true&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return find( params )&lt;br /&gt;
end -- p.find&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
p.failsafe = function ( frame )&lt;br /&gt;
    -- Versioning interface&lt;br /&gt;
    local s = type( frame )&lt;br /&gt;
    local since&lt;br /&gt;
    if s == &amp;quot;table&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        since = frame.args[ 1 ]&lt;br /&gt;
    elseif s == &amp;quot;string&amp;quot; then&lt;br /&gt;
        since = frame&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    if since then&lt;br /&gt;
        since = mw.text.trim( since )&lt;br /&gt;
        if since == &amp;quot;&amp;quot; then&lt;br /&gt;
            since = false&lt;br /&gt;
        end&lt;br /&gt;
    end&lt;br /&gt;
    return Failsafe.failsafe( since )  or  &amp;quot;&amp;quot;&lt;br /&gt;
end -- p.failsafe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
return p&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Vorlage:Projekt-gutenberg.org/Doku&amp;diff=626517</id>
		<title>Vorlage:Projekt-gutenberg.org/Doku</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Vorlage:Projekt-gutenberg.org/Doku&amp;diff=626517"/>
		<updated>2026-09-05T15:13:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Die Seite wurde neu angelegt: „{{SEITENTITEL:Vorlage:projekt-gutenberg.org&amp;lt;noinclude&amp;gt;/Doku&amp;lt;/noinclude&amp;gt;}} &amp;lt;noinclude&amp;gt;{{Dokumentation/Dokuseite}}&amp;lt;/noinclude&amp;gt;{{TemplateData|JSON= { &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Weblink auf [https://projekt-gutenberg.org/ &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;projekt-gutenberg.org&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;] mit Autorenprofil oder Digitalisat eines Textes&amp;quot;,   &amp;quot;params&amp;quot;: {      &amp;quot;a&amp;quot;:         { &amp;quot;label&amp;quot;:       &amp;quot;Autoren-ID&amp;quot;,           &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Autoren-Bezeichner der Website&amp;quot;,           &amp;quot;type&amp;quot;:        &amp;quot;line&amp;quot;,           &amp;quot;require…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{SEITENTITEL:Vorlage:projekt-gutenberg.org&amp;lt;noinclude&amp;gt;/Doku&amp;lt;/noinclude&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;noinclude&amp;gt;{{Dokumentation/Dokuseite}}&amp;lt;/noinclude&amp;gt;{{TemplateData|JSON=&lt;br /&gt;
{ &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Weblink auf [https://projekt-gutenberg.org/ &#039;&#039;&#039;projekt-gutenberg.org&#039;&#039;&#039;] mit Autorenprofil oder Digitalisat eines Textes&amp;quot;,&lt;br /&gt;
  &amp;quot;params&amp;quot;: {&lt;br /&gt;
     &amp;quot;a&amp;quot;:&lt;br /&gt;
        { &amp;quot;label&amp;quot;:       &amp;quot;Autoren-ID&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Autoren-Bezeichner der Website&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;type&amp;quot;:        &amp;quot;line&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;required&amp;quot;:    true,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;example&amp;quot;:     &amp;quot;joachim-ringelnatz&amp;quot; },&lt;br /&gt;
     &amp;quot;w&amp;quot;:&lt;br /&gt;
        { &amp;quot;label&amp;quot;:       &amp;quot;Werk-ID&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Werk-Bezeichner der Website&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;type&amp;quot;:        &amp;quot;line&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;required&amp;quot;:    false,&lt;br /&gt;
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     &amp;quot;n&amp;quot;:&lt;br /&gt;
        { &amp;quot;label&amp;quot;:       &amp;quot;Teilstück&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Nummer eines Teilstücks, etwa Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Vorwort, Einleitung, Kapitel, Abschnitt, Epilog&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;type&amp;quot;:        &amp;quot;number&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;required&amp;quot;:    false,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;example&amp;quot;:     &amp;quot;13&amp;quot; },&lt;br /&gt;
     &amp;quot;linktext&amp;quot;:&lt;br /&gt;
        { &amp;quot;label&amp;quot;:       &amp;quot;Linktext&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Link-Beschriftung&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;type&amp;quot;:        &amp;quot;line&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;required&amp;quot;:    false },&lt;br /&gt;
     &amp;quot;x&amp;quot;:&lt;br /&gt;
        { &amp;quot;label&amp;quot;:       &amp;quot;Info&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Hinterlegte Information ohne Auswirkung, beispielsweise der Werktitel in der Website&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;type&amp;quot;:        &amp;quot;line&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;suggested&amp;quot;:    false },&lt;br /&gt;
     &amp;quot;Aex&amp;quot;:&lt;br /&gt;
        { &amp;quot;label&amp;quot;:       &amp;quot;Autor (veraltet)&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Früherer Autoren-Bezeichner in der Website; Zahl 1–1999 oder Kürzel mit 3–9 Kleinbuchstaben (letztes Zeichen auch Ziffer)&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;type&amp;quot;:        &amp;quot;line&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;deprecated&amp;quot;:  &amp;quot;Belassen als Referenz&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;example&amp;quot;:     &amp;quot;ringelnz&amp;quot; },&lt;br /&gt;
     &amp;quot;Wex&amp;quot;:&lt;br /&gt;
        { &amp;quot;label&amp;quot;:       &amp;quot;Werk (veraltet)&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Früherer Werk-Bezeichner in der Website&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;type&amp;quot;:        &amp;quot;line&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;deprecated&amp;quot;:  &amp;quot;Belassen als Referenz&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;example&amp;quot;:     &amp;quot;ringelnz/kuttelda/kuttel03&amp;quot; },&lt;br /&gt;
     &amp;quot;Tex&amp;quot;:&lt;br /&gt;
        { &amp;quot;label&amp;quot;:       &amp;quot;Linktext (veraltet)&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;description&amp;quot;: &amp;quot;Früherer Linktext&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;type&amp;quot;:        &amp;quot;line&amp;quot;,&lt;br /&gt;
          &amp;quot;deprecated&amp;quot;:  &amp;quot;Löschen sobald nicht mehr benötigt&amp;quot; }&lt;br /&gt;
            }&lt;br /&gt;
}&lt;br /&gt;
|TOC=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kopiervorlagen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight lang=&amp;quot;wikitext&amp;quot; copy&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Projekt-gutenberg.org |a=}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelwerk:&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight lang=&amp;quot;wikitext&amp;quot; copy&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Projekt-gutenberg.org |a= |w=}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelabschnitt:&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight lang=&amp;quot;wikitext&amp;quot; copy&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Projekt-gutenberg.org |a= |w= |n=}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Parameter:&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight lang=&amp;quot;wikitext&amp;quot; copy&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Projekt-gutenberg.org |a= |w= |n= |linktext=}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight lang=&amp;quot;wikitext&amp;quot; style=&amp;quot;white-space:pre-wrap; overflow:auto;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{projekt-gutenberg.org |a=joachim-ringelnatz}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{projekt-gutenberg.org |a=joachim-ringelnatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight lang=&amp;quot;wikitext&amp;quot; style=&amp;quot;white-space:pre-wrap; overflow:auto;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{projekt-gutenberg.org |a=joachim-ringelnatz |w=joachim-ringelnatz-kuttel-daddeldu}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{projekt-gutenberg.org |a=joachim-ringelnatz |w=joachim-ringelnatz-kuttel-daddeldu}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight lang=&amp;quot;wikitext&amp;quot; style=&amp;quot;white-space:pre-wrap; overflow:auto;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{projekt-gutenberg.org |a=joachim-ringelnatz |w=joachim-ringelnatz-kuttel-daddeldu |n=13}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{projekt-gutenberg.org |a=joachim-ringelnatz |w=joachim-ringelnatz-kuttel-daddeldu |n=13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hinweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== URL transferieren ===&lt;br /&gt;
Die URL einer Webseite kann wie folgt in Vorlagenparameter transferiert werden:&lt;br /&gt;
* &amp;lt;code&amp;gt;https&amp;amp;#58;//projekt-gutenberg.org/authors/&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;hintergrundfarbe9&amp;quot; style=&amp;quot;white-space:nowrap&amp;quot;&amp;gt;joachim-ringelnatz&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;code&amp;gt;/books/&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;hintergrundfarbe9&amp;quot; style=&amp;quot;white-space:nowrap&amp;quot;&amp;gt;joachim-ringelnatz-kuttel-daddeldu&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;code&amp;gt;/chapter/&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;hintergrundfarbe9&amp;quot; style=&amp;quot;white-space:nowrap&amp;quot;&amp;gt;13&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;code&amp;gt;/&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;code&amp;gt;&amp;amp;#123;{projekt-gutenberg.org |a=&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;hintergrundfarbe9&amp;quot; style=&amp;quot;white-space:nowrap&amp;quot;&amp;gt;joachim-ringelnatz&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;code&amp;gt;|w=&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;hintergrundfarbe9&amp;quot; style=&amp;quot;white-space:nowrap&amp;quot;&amp;gt;joachim-ringelnatz-kuttel-daddeldu&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;code&amp;gt;|n=&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;hintergrundfarbe9&amp;quot; style=&amp;quot;white-space:nowrap&amp;quot;&amp;gt;13&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;code&amp;gt;}}&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Autoren-Bezeichnung ===&lt;br /&gt;
Autoren sollten in genau der Ansetzung dargestellt werden, wie sie von der Website verwendet wird. So gibt es zahlreiche und teils wenig bekannte Pseudonyme, und die üblichen Probleme mit mehreren Vornamen, Adelstiteln sowie Geburts- und Ehename.&lt;br /&gt;
* Alle zurzeit bekannten Ansetzungen sind hinterlegt in: [[Vorlage:Projekt-gutenberg.org/a.json]] ([[Hilfe:JSON|JSON]])&lt;br /&gt;
* Bei fehlenden Einträgen kann zunächst mit &amp;lt;code&amp;gt;[[#templatedata:linktext|linktext]]&amp;lt;/code&amp;gt; abgeholfen werden.&lt;br /&gt;
* Langfristig sollte unser JSON ergänzt werden.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Beispiel:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Unser Artikel [[Stendhal]] verwendet &amp;lt;code&amp;gt;henri-beyle&amp;lt;/code&amp;gt; (früher: &amp;lt;code&amp;gt;stendhal&amp;lt;/code&amp;gt;), für &#039;&#039;Marie-Henri Beyle&#039;&#039;. Die Ansetzung lautet deshalb:&lt;br /&gt;
** {{projekt-gutenberg.org |a=henri-beyle}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelwerk ===&lt;br /&gt;
Die Grundannahme ist, dass in einem Artikel über ein Werk mittels der Vorlage eine digitale Reproduktion angegeben werden kann. Werk und Autor sind also bereits bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ein Text zitiert werden soll, dann stehen die Angaben zum Autor und Werk (ggf. auf unsere Artikel verlinkt) separat:&lt;br /&gt;
&amp;lt;syntaxhighlight lang=&amp;quot;wikitext&amp;quot; style=&amp;quot;white-space:pre-wrap; overflow:auto;&amp;quot;&amp;gt;* &#039;&#039;Matrosensang&#039;&#039;. In: [[Joachim Ringelnatz]]: &#039;&#039;[[Kuttel Daddeldu]]&#039;&#039;. Kurt Wolff Verlag, 1924; {{projekt-gutenberg.org |a=joachim-ringelnatz |w=joachim-ringelnatz-kuttel-daddeldu |n=13}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/syntaxhighlight&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Matrosensang&#039;&#039;. In: [[Joachim Ringelnatz]]: &#039;&#039;[[Kuttel Daddeldu]]&#039;&#039;. Kurt Wolff Verlag, 1924; {{projekt-gutenberg.org |a=joachim-ringelnatz |w=joachim-ringelnatz-kuttel-daddeldu |n=13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Autoren-ID finden ===&lt;br /&gt;
Siehe: &amp;lt;code&amp;gt;[[Vorlage:Projekt-gutenberg.org/finde|/finde]]&amp;lt;/code&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Migration ==&lt;br /&gt;
Seit 2026 hat die Website neue Bezeichner eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Autoren werden soweit möglich die veralteten Kürzel im ANR erkannt:&lt;br /&gt;
* Zahl 1–1999&lt;br /&gt;
* 2–9 Kleinbuchstaben (letztes Zeichen auch Ziffer)&lt;br /&gt;
Bei Einbindungen sollten die früheren Codes im Parameter &amp;lt;code&amp;gt;[[#templatedata:Aex|Aex]]&amp;lt;/code&amp;gt; hinterlegt und der neue Code unter &amp;lt;code&amp;gt;[[#templatedata:a|a]]&amp;lt;/code&amp;gt; zugewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Werk-Bezeichnung gilt Entsprechendes; den früheren Code zu Referenzzwecken unter &amp;lt;code&amp;gt;[[#templatedata:Wex|Wex]]&amp;lt;/code&amp;gt; hinterlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wartung ==&lt;br /&gt;
{{Vorlagenfehler-Wartungskat |Vorlage=Vorlage:projekt-gutenberg.org}}&lt;br /&gt;
{{Dokumentation/Lua|Vorlage:projekt-gutenberg.org #f}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;includeonly&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorlage:Zitation/Digitalisate]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorlage:Zitation/Website]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/includeonly&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Vorlage:Projekt-gutenberg.org&amp;diff=626516</id>
		<title>Vorlage:Projekt-gutenberg.org</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Vorlage:Projekt-gutenberg.org&amp;diff=626516"/>
		<updated>2026-09-05T15:12:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;lt;onlyinclude&amp;gt;&amp;lt;includeonly&amp;gt;{{#invoke:Vorlage:projekt-gutenberg.org|f |root= |lazy=1}} {{#if: {{{w|}}} | | Werkverzeichnis und Digitalisate.}} Projekt Gutenberg (deutsch).&amp;lt;/includeonly&amp;gt;&amp;lt;/onlyinclude&amp;gt;  {{Dokumentation}}“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;onlyinclude&amp;gt;&amp;lt;includeonly&amp;gt;{{#invoke:Vorlage:projekt-gutenberg.org|f |root= |lazy=1}} {{#if: {{{w|}}} | | Werkverzeichnis und Digitalisate.}} [[Projekt Gutenberg-DE|Projekt Gutenberg]] (deutsch).&amp;lt;/includeonly&amp;gt;&amp;lt;/onlyinclude&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Dokumentation}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626515</id>
		<title>Giordano Bruno</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626515"/>
		<updated>2026-09-05T15:00:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Werkausgaben */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|200px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039;Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, &#039;&#039;Volltext&#039;&#039; {{projekt-gutenberg.org |a=giordano-bruno |w=die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie |x=Die Vertreibung der triumphierenden Bestie |Wex=bruno/bestie/bestie |Tex=Volltext}}{{PGDW/Migration}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, &#039;&#039;Volltext&#039;&#039; {{projekt-gutenberg.org |a=giordano-bruno |w=das-aschermittwochsmahl |x=Das Aschermittwochsmahl |Wex=bruno/aschermi/aschermi |Tex=Volltext}}{{PGDW/Migration}}. Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Thomas Leinkauf|Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Giordano_Bruno&amp;diff=626514</id>
		<title>Giordano Bruno</title>
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		<updated>2026-09-05T15:00:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Einzelwerke */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|200px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[W:Candelaio|Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039;Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, &#039;&#039;Volltext&#039;&#039; {{projekt-gutenberg.org |a=giordano-bruno |w=die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie |x=Die Vertreibung der triumphierenden Bestie |Wex=bruno/bestie/bestie |Tex=Volltext}}{{PGDW/Migration}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[W:Ludwig Kuhlenbeck|Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, &#039;&#039;Volltext&#039;&#039; {{projekt-gutenberg.org |a=giordano-bruno |w=das-aschermittwochsmahl |x=Das Aschermittwochsmahl |Wex=bruno/aschermi/aschermi |Tex=Volltext}}{{PGDW/Migration}}. Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[W:Hans Blumenberg|Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[W:Paul Richard Blum|Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[W:Elisabeth von Samsonow|Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[W:Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Giordano Bruno</title>
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		<updated>2026-09-05T14:56:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|200px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Einzelwerke ===&lt;br /&gt;
Ein erheblicher Teil der Werke Brunos ist erst postum erschienen. In diesem Fall erscheint das Jahr des Abfassens einer Schrift in Klammern, gefolgt von Ort und Jahr der Erstpublikation.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Candelaio]].&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Der Kerzenzieher.&#039;&#039; Hrsg. von Sergius Kodera (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;544). Meiner, Hamburg 2003, ISBN 3-7873-1795-3. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Candelaio – Kerzen, Gold und Sprachgelichter. Komödie in fünf Akten.&#039;&#039; Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Johannes Gerber (= &#039;&#039;Materialien des ITW Bern.&#039;&#039; Nr.&amp;amp;nbsp;4). Editions Theaterkultur, Basel 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cantus Circaeus.&#039;&#039; Paris 1582.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De compendiosa architectura et complemento artis Lullii.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De umbris idearum.&#039;&#039; &#039;&#039;Ars memoriae.&#039;&#039; Paris 1582&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ars reminiscendi.&#039;&#039; &#039;&#039;Triginta sigilli.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Triginta sigillorum explicatio.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sigillus sigillorum.&#039;&#039; England 1583.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Siegel der Siegel.&#039;&#039; Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7448-1304-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039;Übersetzt von Paul Seliger. Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin/Leipzig 1904, &#039;&#039;Volltext&#039;&#039; {{projekt-gutenberg.org |a=giordano-bruno |w=die-vertreibung-der-triumphierenden-bestie |x=Die Vertreibung der triumphierenden Bestie |Wex=bruno/bestie/bestie |Tex=Volltext}}{{PGDW/Migration}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La cena de le ceneri.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; Übersetzt von [[Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, 1904, &#039;&#039;Volltext&#039;&#039; {{projekt-gutenberg.org |a=giordano-bruno |w=das-aschermittwochsmahl |x=Das Aschermittwochsmahl |Wex=bruno/aschermi/aschermi |Tex=Volltext}}{{PGDW/Migration}}. Neuübersetzung: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl&#039;&#039; (= &#039;&#039;Insel-Taschenbuch.&#039;&#039; 548). Hrsg. von [[Hans Blumenberg]]. Insel, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-458-32248-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio et uno.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Princip und dem Einen.&#039;&#039; Übersetzung von Adolf Lasson. Heimann, Berlin 1872, {{Zeno-Werk|/nid/20009159290|3. Auflage 1902}}. Erste deutsche Übersetzung in: Thaddä Anselm Rixner, Thaddäus Siber: &#039;&#039;Leben und Lehrmeinungen berühmter Physiker am Ende des XVI. und am Anfange des XVII. Jahrhunderts.&#039;&#039; Heft 5: &#039;&#039;Jordanus Brunus.&#039;&#039; Seidel, Sulzbach 1824.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De l&#039;infinito universo et Mondi.&#039;&#039; London 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 3-15-005114-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Kabbala des Pegasus&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 528). Hrsg. von Kai Neubauer. Meiner, Hamburg 2000, ISBN 3-7873-1543-8, {{URN|nbn:de:101:1-201708303299}}.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De gli eroici furori.&#039;&#039; London 1585.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften&#039;&#039; (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 398). Übers. und hrsg. von Christiane Bacmeister Meiner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-7873-1807-0. &#039;&#039;Die heroische Leidenschaft&#039;&#039;, übersetzt von Erika Rojas, BOD, ISBN 978-3-7534-5411-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De la causa, principio e uno.&#039;&#039; 1584.&lt;br /&gt;
** Deutsch: {{Webarchiv | url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Philosophie/Giordano_Bruno/Giordano_Bruno_Von_der_Ursache.pdf | wayback=20111222004012 | text=&#039;&#039;Von der Ursache, Prinzip und dem Einen&#039;&#039;}} (PDF-Datei; 502&amp;amp;nbsp;kB). Hrsg. von [[Paul Richard Blum]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band&amp;amp;nbsp;21). 7.&amp;amp;nbsp;Auflage. Meiner, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1147-5. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine.&#039;&#039; Anhang: &#039;&#039;Akten des Prozesses der Inquisition gegen Giordano Bruno.&#039;&#039; Reclam, Ditzingen 1986, ISBN 3-15-005113-4. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen.&#039;&#039; Hrsg. von Bruno Kern. Wiesbaden 2015 (deutsch).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Centum et viginti articuli de natura et mundo adversus peripateticos.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Figuratio Aristotelici physici auditus.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialogi duo de Fabricii Mordentis Salernitani prope divina adinventione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Idiota triumphans - De somnii interpretatione.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mordentius - De Mordentii circino.&#039;&#039; Paris 1586.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia / De vinculis in genere.&#039;&#039; 1586–1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Magie / Die verschiedenen Arten des Bannens und Bezauberns.&#039;&#039; Peißenberg 1999. Erstmals 1891 in Florenz erschienen, ISBN 978-3-7431-7569-3&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De lampade combinatoria lulliana.&#039;&#039; Wittenberg 1587.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lampas triginta statuarum&#039;&#039; (1587), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Die Fackel der dreißig Statuen.&#039;&#039; Peißenberg 1999, ISBN 978-3-7504-0832-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Animadversiones circa lampadem lullianam.&#039;&#039; (1587), Augsburg 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Artificium perorandi&#039;&#039; (1587), Frankfurt 1612.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De progressu et lampade venatoria logicorum.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Camoeracensis Acrotismus seu rationes articulorum physicorum adversus peripateticos.&#039;&#039; Wittenberg 1588 (Neufassung von &#039;&#039;Centum et viginti articuli&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio valedictoria.&#039;&#039; Wittenberg 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Libri physicorum Aristotelis explanati&#039;&#039; (1588), Neapel 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De specierum scrutinio et lampade combinatoria Raymundi Lullii.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Articuli centum et sexaginta adversus huius tempestatis mathematicos atque philosophos.&#039;&#039; Prag 1588.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Oratio consolatoria.&#039;&#039; Helmstedt 1589.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De magia mathematica&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De rerum principiis et elementis et causis&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Medicina lulliana&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Theses de magia&#039;&#039; (1590), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De imaginum, signorum et idearum compositione.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De monade, numero et figura.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Über die Monas, die Zahl und die Figur als Elemente einer sehr geheimen Physik, Mathematik und Metaphysik.&#039;&#039; Hrsg. von [[Elisabeth von Samsonow]] (= &#039;&#039;Philosophische Bibliothek.&#039;&#039; Band 436). Meiner, Hamburg 1991, ISBN 3-7873-1008-8. Weitere Ausgabe: &#039;&#039;Giordano Bruno, Das Buch über die Monade, die Zahl und die Figur.&#039;&#039; Einleitung, Übersetzung, Kommentar, hrsg. von [[Wolfgang Neuser (Philosoph)|Wolfgang Neuser]], Michael Spang, Erhard Wicke. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-558-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De triplici minimo et la mensura ad trium speculativarum scientiarum et multarum activarum artium principia.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das dreifache Minimum und das Maß.&#039;&#039; Peißenberg 2002, ISBN 978-3-7412-2847-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De innumerabilibus, immenso et infigurabili.&#039;&#039; Frankfurt 1591.&lt;br /&gt;
** Deutsch: &#039;&#039;Das unermessliche Universum und die zahllosen Welten.&#039;&#039; ISBN 978-3-7460-2764-7 Peißenberg 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;De vinculis in genere&#039;&#039; (1591), Florenz 1891.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum&#039;&#039; (1591), Zürich 1595.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum. Accessit eiusdem Praxis descensus seu applicatio entis&#039;&#039; (1591), Marburg 1609.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke.&#039;&#039; Hrsg. von [[Thomas Leinkauf]] u.&amp;amp;nbsp;a. Meiner, Hamburg 2007 ff. (7 Bände, Italienisch-Deutsch mit ausführlicher Einleitung, Kommentar, Bibliographie, Namen- und Sachregister sowie Glossar).&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Der Kerzenzieher / Candelaio.&#039;&#039; 2013.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl / La cena de le ceneri.&#039;&#039; 2018.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Über die Ursache, das Prinzip und das Eine / De la causa, principio et uno.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Über das Unendliche, das Universum und die Welten / De l’infinito, universo et mondi.&#039;&#039; 2007.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Austreibung des triumphierenden Tieres / Spaccio della bestia trionfante.&#039;&#039; 2009.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Die Kabbala des pegaseischen Pferdes / Cabala del cavallo pegaseo.&#039;&#039; 2008.&lt;br /&gt;
** Bd. 7: &#039;&#039;Von den heroischen Leidenschaften / De gl’heroici furori.&#039;&#039; 2019.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Werke.&#039;&#039; 6 Bde. Hrsg. und übersetzt von [[Ludwig Kuhlenbeck]]. Diederichs, Leipzig 1904–1909.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &#039;&#039;Das Aschermittwochsmahl.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &#039;&#039;Die Vertreibung der triumphierenden Bestie.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Zwiegespräche vom unendlichen All und den Welten.&#039;&#039; 1904.&lt;br /&gt;
** Bd. 4: &#039;&#039;Von der Ursache, dem Anfangsgrund und dem Einen.&#039;&#039; 1906.&lt;br /&gt;
** Bd. 5: &#039;&#039;Eroici furori: (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmen).&#039;&#039; 1907.&lt;br /&gt;
** Bd. 6: &#039;&#039;Kabbala, Kyllenischer Esel, Reden, Inquisitionsakten.&#039;&#039; 1909.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dialoghi italiani. Dialoghi metafisici e dialoghi morali. Nuovamente ristampati con note da G. Gentile.&#039;&#039; 3. Aufl. Hrsg. von Giovanni Aquilecchia. Sansoni, Florenz 1958.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jordani Bruni Nolani opera latine conscripta publicis sumptibus edita [Lateinische Schriften].&#039;&#039; Hrsg. von Francesco Fiorentino und Felice Tocco. 3 Bände in 8 Teilen. Moreno, Neapel &amp;amp; Florenz 1879–1891. Nachdruck: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1962, {{DNB|450656519}}.&lt;br /&gt;
** Bd. 1.1: &#039;&#039; Oratio valedictoria / Oratio consolatoria / Acrotismus Camoeracensis / De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 1–3).&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola11brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.2: &#039;&#039;De Immenso et Innumerabilibus (Lib. 4–8) / De Monade, Numero et Figura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola12brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.3: &#039;&#039;Articuli adversus Mathematicos / De triplici minimo et mensura.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola13brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 1.4: &#039;&#039;Summa terminorum metaphysicorum / Figuratio physici auditus Aristotelis / Mordentius et de Mordentii circino.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola1pt4brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.1: &#039;&#039;De Umbris Idearum / Ars Memoriae / Cantus Circaeus.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt1brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.2: &#039;&#039;De Architectura Lulliana / Ars reminiscendi, Triginta sigilli etc, Sigillus Sigillorum / Centum et viginti Articuli de natura et mundo / De Lampade combinatoria et De specierum Scrutinio / Animadversiones in Lampadem Lullianam ex codice Augustano nunc primum editae.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt2brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 2.3: &#039;&#039;De lampade venatoria / De imaginum compositione / Artificium perorandi.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola2pt3brun}}&lt;br /&gt;
** Bd. 3: &#039;&#039;Lampas triginta statuarum / Libri physicorum Aristotelis explanati / De magia et Theses de magia / De magia mathematica / De principiis rerum, elementis et causis / Medicina Lulliana / De vinculis in genere.&#039;&#039; {{Digitalisat|IA=jordanibruninola03brun}}&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Opere italiane&#039;&#039;. Hrsg.: Giovanni Aquilecchia. UTET, Torino 2002/2004 (italienisch)&lt;br /&gt;
** Band 1: ISBN 978-88-02-07633-1 (2. Aufl. 2007): &#039;&#039;Candelaio&#039;&#039;; &#039;&#039;La cena de la ceneri&#039;&#039;; &#039;&#039;De la causa, principio et uno&#039;&#039;. [https://archive.org/details/opereitaliane01brun/mode/2up Volltext im Internet-Archiv]&lt;br /&gt;
** Band 2: ISBN 978-88-02-05917-4 (2004): &#039;&#039;De l&#039;infinito, universo e mondi&#039;&#039;; &#039;&#039;Spaccio de la bestia trionfante&#039;&#039;; &#039;&#039;Cabala del cavallo pegaseo&#039;&#039;; &#039;&#039;De gli eroici furori&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|200px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italiener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1548]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1600]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<title>Giordano Bruno</title>
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		<updated>2026-09-05T14:46:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Giordano Bruno BW 2.JPG|miniatur|200px|Giordano Bruno-Denkmal auf dem Campo de’ Fiori von Ettore Ferrari]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039;&#039; (* [[Wikipedia:Januar|Januar]] [[Wikipedia:1548|1548]] in [[Wikipedia:Nola (Kampanien)|Nola]]; † [[Wikipedia:17. Februar|17. Februar]] [[Wikipedia:1600|1600]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]]; eigentlich &#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;) war ein [[Italien|italien]]ischer [[Priester]], [[Philosoph]], [[Astronom]] und [[Dichter]]. Er lehnte das auf die Lehren des [[Aristoteles]] gegründete und damals noch vorherrschende, in [[Sphären]] gegliederte [[Geozentrisches Weltbild|geozentrische Weltbild]] ab. Ähnliche Ideen, die Bruno vermutlich auch bekannt waren, hatte kurz zuvor schon der englische Astronom und Mathematiker [[w:Thomas Digges|Thomas Digges]] (1546-1595), ein früher Verfechter des [[Kopernikanisches Weltbild|kopernikanischen Weltbildes]], geäußert. Auch [[Platon]], [[Epikur]], [[Lukrez]], [[Thomas von Aquin]], [[Johannes Scotus Eriugena]], [[Nikolaus von Kues]] und [[Ramon Llull]] beeinflussten Brunos Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Giordano Bruno wurde [[W:1548|1548]] als &#039;&#039;&#039;Filippo Bruno&#039;&#039;&#039; in [[W:Nola|Nola]] bei [[W:Neapel|Neapel]] geboren; daher bezeichnete er sich später häufig als &#039;&#039;il Nolano&#039;&#039;, „der Nolaner“. Um 1562 trat er in den [[Dominikaner|Dominikanerorden]] von [[W:San Domenico Maggiore|San Domenico Maggiore]] in Neapel ein, nahm den Ordensnamen Giordano an und erhielt eine gründliche Ausbildung in aristotelischer Philosophie, [[Theologie]], [[Logik]] und [[Rhetorik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon während der Ordenszeit fiel Bruno durch seine intellektuelle Unabhängigkeit auf. Er wandte sich gegen Heiligenbilder in seiner Zelle, las verbotene oder verdächtige Texte und stellte Fragen, die mit der kirchlich fixierten Lehre nur schwer vereinbar waren. [[1576]] entzog er sich einem drohenden Verfahren wegen [[Häresie]] durch Flucht. Damit begann ein fast sechzehnjähriges Wanderleben durch Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno hielt sich nacheinander unter anderem in Genf, Toulouse, Paris, London, Wittenberg, Prag, Helmstedt, Frankfurt und Zürich auf. Er war kein stiller Gelehrter im modernen Sinn, sondern ein streitbarer öffentlicher Intellektueller: Er hielt Vorlesungen, suchte die Nähe von Höfen und Universitäten, nahm an Disputationen teil und veröffentlichte in rascher Folge lateinische sowie italienische Schriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Karriere war jedoch von Konflikten geprägt. Katholische, lutherische und calvinistische Autoritäten standen ihm gleichermaßen reserviert oder feindlich gegenüber. Bruno wollte sich keiner Konfession und keinem akademischen Dogmatismus unterordnen. Seine Polemik gegen Aristoteliker, Schulphilosophen und etablierte Theologen verschärfte seine Isolation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fruchtbarste Zeit seines schriftstellerischen Schaffens war sein Aufenthalt in England, besonders in London, zwischen 1583 und 1585. Dort entstanden mehrere seiner bedeutendsten italienischen Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno war ein Wegbereiter des [[Pantheismus]] und sprach von der [[Unendlichkeit]] und [[ewig]]en Dauer des [[Kosmos]]. Besonders angekreidet wurde ihm, dass die von ihm postulierte unendliche [[materie]]lle Welt keinen Raum für das [[Jenseits]] ließ und aufgrund ihres anfangs- und endlosen ewigen Bestandes sowohl den [[Schöpfung]]sgedanken als auch das [[Jüngste Gericht]] ausschloss. Die letzten, unteilbaren Ureinheiten der Welt waren ihm die belebten und beseelten [[Monade]]n. Mit seiner Lehre nahm er bereits Gedanken von [[Baruch de Spinoza]] und [[Leibniz]] vorweg. Nachdem ihn die [[Inquisition]] wegen seiner Ansichten der [[Ketzerei]] und [[Magie]] schuldig gesprochen hatte, wurde er in Rom auf dem [[Wikipedia:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt. Im Jahr [[2000]] wurde durch [[Papst]] [[Wikipedia:Johannes Paul II.|Johannes Paul II.]] zwar seine Hinrichtung als unrechtmäßig im Sinne des [[Kirchenrecht]]s deklariert, seine Anschauungen gelten aber nach wie vor als nicht vereinbar mit der kirchlichen Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Grundzug von Brunos [[Denken]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Aufblühen der Naturwissenschaft in der neueren&lt;br /&gt;
Zeit liegt dasselbe Suchen wie J. Böhmes Mystik zugrunde.&lt;br /&gt;
Es zeigt sich dies an einem Denker, welcher unmittelbar&lt;br /&gt;
aus der Geistesströmung herausgewachsen ist, die in &#039;&#039;Kopernikus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1473—1543), &#039;&#039;Kepler&#039;&#039; (1571—1630), &#039;&#039;Galilei&#039;&#039;&lt;br /&gt;
(1564—1642) und anderen zu den ersten großen naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Errungenschaften der neueren Zeit&lt;br /&gt;
führte. Es ist &#039;&#039;Giordano Bruno&#039;&#039; (1548—1600). Wenn man&lt;br /&gt;
betrachtet, wie er die Welt aus unendlich vielen kleinen&lt;br /&gt;
belebten und sich seelisch erlebenden Urwesen bestehen&lt;br /&gt;
läßt, den Monaden, die unentstanden und unvergänglich&lt;br /&gt;
sind, und die in ihrem Zusammenwirken die Naturerscheinungen&lt;br /&gt;
ergeben, so könnte man versucht sein, Giordano&lt;br /&gt;
Bruno mit Anaxagoras zusammenzustellen, dem die Welt&lt;br /&gt;
aus den Homoiomerien besteht. Und doch ist zwischen&lt;br /&gt;
beiden ein bedeutsamer Unterschied. Dem Anaxagoras&lt;br /&gt;
entfaltet sich der Gedanke der Homoiomerien, indem er&lt;br /&gt;
sich der Welt betrachtend hingibt; die Welt gibt ihm diesen&lt;br /&gt;
Gedanken ein. Giordano Bruno fühlt: Was hinter den&lt;br /&gt;
Naturerscheinungen liegt, muß als Weltbild so gedacht&lt;br /&gt;
werden, daß das Wesen des Ich in dem Weltbilde möglich&lt;br /&gt;
ist. Das [[Ich]] muß eine [[Monade]] sein, sonst könnte es&lt;br /&gt;
nicht wirklich sein. So wird die Annahme der Monaden&lt;br /&gt;
notwendig. Und weil nur die Monade wirklich sein kann,&lt;br /&gt;
sind die wahrhaft wirklichen Wesen Monaden mit verschiedenen&lt;br /&gt;
inneren Eigenschaften. Es geht in den Tiefen&lt;br /&gt;
der Seele einer Persönlichkeit wie Giordano Bruno etwas&lt;br /&gt;
vor, was nicht voll zum Bewußtsein derselben kommt;&lt;br /&gt;
die Wirkung dieses inneren Vorganges ist dann die Fassung&lt;br /&gt;
des Weltbildes. Was in den Tiefen vorgeht, ist ein&lt;br /&gt;
unbewußter Seelenprozeß: Das Ich fühlt, es muß sich&lt;br /&gt;
selbst so vorstellen, daß ihm die Wirklichkeit verbürgt&lt;br /&gt;
ist; und es muß die Welt so vorstellen, daß es in dieser&lt;br /&gt;
Welt wirklich sein kann. Giordano Bruno muß sich die&lt;br /&gt;
Vorstellung der Monade bilden, damit beides möglich ist.&lt;br /&gt;
In Giordano Bruno kämpft im Weltanschauungsleben der&lt;br /&gt;
neueren Zeit das Ich um sein Dasein in der Welt. Und&lt;br /&gt;
der Ausdruck dieses Kampfes ist die Anschauung: Ich bin&lt;br /&gt;
eine Monade; eine solche ist unentstanden und unvergänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man vergleiche, wie verschieden Aristoteles und Giordano&lt;br /&gt;
Bruno zur Gottesvorstellung kommen. Aristoteles&lt;br /&gt;
betrachtet die Welt; er sieht das Sinnvolle der Naturvorgänge;&lt;br /&gt;
er gibt sich diesem Sinnvollen hin; auch an den&lt;br /&gt;
Naturvorgängen offenbart sich ihm der Gedanke des «ersten&lt;br /&gt;
Bewegers» dieser Vorgänge. Giordano Bruno kämpft&lt;br /&gt;
sich in seinem Seelenleben zur Vorstellung der Monaden&lt;br /&gt;
durch; die Naturvorgänge sind gleichsam ausgelöscht in&lt;br /&gt;
dem Bilde, in dem unzählige Monaden aufeinanderwirkend&lt;br /&gt;
auftreten; und Gott wird die hinter allen Vorgängen&lt;br /&gt;
der wahrnehmbaren Welt wirkende, in allen Monaden&lt;br /&gt;
lebende Kraftwesenheit. In der leidenschaftlichen Gegnerschaft&lt;br /&gt;
Giordano Brunos gegen Aristoteles drückt sich der&lt;br /&gt;
Gegensatz aus zwischen dem Denker Griechenlands und&lt;br /&gt;
dem der neueren Zeit.|18|101f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Antworten der Geisteswissenschaft auf die großen Fragen des Daseins&#039;&#039;, [[GA 60]] (1983), ISBN 3-7274-0600-3, {{GG|60|300ff}}, {{Vorträge|060}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ergebnisse der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 62]] (1988), ISBN 3-7274-0620-8 {{Vorträge|062}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus schicksaltragender Zeit&#039;&#039;, [[GA 64]] (1959), ISBN 3-7274-0640-2, {{GG|64|403ff}}, {{Vorträge|064}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1, {{GG|69a|29ff}}, {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/die-unheilige-allianz-a-97ee7e4a-0002-0001-0000-000015680697?context=issue Jochen Kirchhoff: &#039;&#039;Die unheilige Allianz&#039;&#039;], aus [https://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2000-7.html DER SPIEGEL 7/2000] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (Renaissance)]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giordano Bruno|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Geisteswissenschaft&amp;diff=626508</id>
		<title>Geisteswissenschaft</title>
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		<updated>2026-09-04T16:31:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;notiz centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; color: #2a4b8d; font-size: 100%;&amp;gt;„[[Anthroposophie|Und die Erweiterung des Ich-Bewußtseins über die geistige Welt, das ist Geisteswissenschaft.]]“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;float:right;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;([[Rudolf Steiner]], {{G|158|112}})&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat die von ihm entwickelte [[Anthroposophie]] vielfach auch als &#039;&#039;&#039;anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft&#039;&#039;&#039; bezeichnet, verwendet diesen Begriff aber anders, als das heute allgemein üblich ist, wo man unter den &#039;&#039;&#039;[[Geisteswissenschaften]]&#039;&#039;&#039; all jene [[Wissenschaft]]en versteht, die sich mit den kulturell-geistigen Schöpfungen des Menschen wie [[Philosophie]], [[Geschichte]], [[Kunst]], [[Religion]], [[Staat]], [[Recht]] usw. befassen. Mit dem Ausdruck &#039;&#039;&#039;Geisteswissenschaft&#039;&#039;&#039; meint Rudolf Steiner die genaue [[Methode|methodisch]] geleitete empirische Beobachtung und exakte wissenschaftliche Beschreibung des [[Geist]]igen, die sich vollgültig neben die [[Naturwissenschaft]] hinstellt, die sich ihrerseits die wissenschaftliche Erforschung der [[Natur]] zur Aufgabe gemacht hat. Steiner gebraucht für seine Forschungsmethode auch den Ausdruck &#039;&#039;&#039;Initiationswissenschaft&#039;&#039;&#039;, weil sie eine gewisse [[Initiation]] in die inneren Zusammenhänge der [[Geistige Welt|geistigen Welt]] voraussetzt, d.h. den Zugang zu dem besonderen Gebiet, auf dem geforscht wird, voraussetzt. Die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gründet sich auf eine rein [[geist]]ige [[Beobachtung]], der sich nur einzelne geistige [[Tatsache]]n, sondern auch deren innerer geistiger Zusammenhang unmittelbar erschließt. Ähnlich wie bei der [[Goetheanismus|goetheanistischen Forschung]] wird dabei auf jegliche Art von [[Hypothese]]nbildung verzichtet, da diese für die geistige Erkenntnis weder notwendig noch förderlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung als &#039;&#039;Wissenschaft&#039;&#039; wollen viele Kritiker nicht gelten lassen, da geisteswissenschaftliche Erkenntnis nicht mit den Mitteln der modernen Wissenschaft errungen werden könne, sondern als Forschungswerkzeug die genannte [[Geistesschau]] angibt, die von der äußeren Wissenschaft nicht anerkannt wird. Zudem erfordere die anthroposophische Geisteswissenschaft ein langjähriges Studium und eine anstrengende Arbeit an sich selbst und sei damit nur subjektiv erlebbar, also nur vom einzelnen Menschen durch unmittelbare Erfahrung zu verifizieren. Die [[Erkenntnis]]se der anthroposophischen Geisteswissenschaft seien daher weder [[Objektivität|objektivierbar]] noch [[intersubjektiv]] nachprüfbar. Übersehen wird dabei, dass die Fähigkeiten zur geistigen Erfahrung in jedem Menschen schlummern und durch gezielte Übungen auch geweckt werden können. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der anthroposophischen Geisteswissenschaft in klare Gedanken gefasst, die von jedem nachvollzogen werden können, der über ein klares [[Denken]] verfügt und dessen [[Urteilsvermögen]] nicht durch überkommene [[Vorurteil]]e geblendet ist. Weiters können die Erkenntnisse der anthroposophischen Geisteswissenschaft auch jederzeit an der Lebenspraxis geprüft werden. Rudolf Steiner ließ zu diesem Zweck systematische &#039;&#039;&#039;[[Forschung]]&#039;&#039;&#039; betreiben und gab hierzu in seinen Vorträgen viele Anregungen, um seine Wissenschaft auf vielen Lebensgebieten praktisch anwendbar zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterschiede zwischen Philosophie, Naturwissenschaft und anthroposophischer Geisteswissenschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während sich die [[Philosophie]] spätestens seit [[Aristoteles]] vornehmlich auf das [[Spekulation|spekulative]] bzw. [[diskursiv]]e [[Denken]] gründet, beruht die Anthroposophie unmittelbar auf gedankenklarer, vollbewusster [[Hellsehen|geistiger Wahrnehmung]]. Das bereits in [[Rudolf Steiner]]s [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretischen]] Grundlagenwerken angesprochene [[Intuitives Denken|intuitive Denken]] stellt eine elementare Form einer solchen geistigen Wahrnehmung dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Man verleumdet Anthroposophie, wenn man sie bloß&lt;br /&gt;
eine Philosophie nennt. Sie beruht nicht auf einer philosophischen&lt;br /&gt;
Spekulation, sondern sie beruht auf einer Anschauung,&lt;br /&gt;
die ebenso lebendig ist, wie nur je eine sinnliche&lt;br /&gt;
Anschauung sein kann, die aber eben errungen werden&lt;br /&gt;
muss, indem der Mensch die Kräfte, die in seiner Seele&lt;br /&gt;
sonst nur schlummern, so ausbildet, wie ich sie im Prinzip&lt;br /&gt;
angedeutet habe. […]|R. Steiner: &#039;&#039;Anthroposophie und die Rätsel der Seele&#039;&#039;, Vortrag in Bern, 20. März 1922 [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220320-01-01.pdf pdf]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Christian Clement]] weist in seiner Einleitung zu [[SKA 5]] darauf hin, dass [[Rudolf Steiner]] stets betont habe, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|... dass eine wirklichkeitsgemäße Erkenntnis nicht allein&lt;br /&gt;
durch gedankliche Verarbeitung und Deutung&lt;br /&gt;
sinnlicher Beobachtungen erworben werden könne,&lt;br /&gt;
sondern dass zu diesem „sinnlichen“ Erkennen eine&lt;br /&gt;
völlig andere Art des Denkens und Wahrnehmens&lt;br /&gt;
hinzukommen müsse. Ein „höheres“, „übersinnliches“&lt;br /&gt;
Bewusstsein müsse entfaltet, ein neues „Organ“ erschlossen&lt;br /&gt;
werden, dessen Inhalt nicht einfach „gegeben“&lt;br /&gt;
seien, wie diejenigen der sinnlichen Wahrnehmung,&lt;br /&gt;
sondern die in energischer geistig-seelischer&lt;br /&gt;
Selbsterziehung erst innerlich hervorgebracht werden&lt;br /&gt;
müssten. Zu diesem höheren Bewusstsein sei die&lt;br /&gt;
Menschheit insgesamt derzeit erst noch unterwegs,&lt;br /&gt;
doch könne es durch seelisches und geistiges Üben&lt;br /&gt;
vom Philosophen bzw. Mystiker schon jetzt, gewissermaßen&lt;br /&gt;
als bewusstseinsevolutive Frühgeburt, bewusst&lt;br /&gt;
hervorgebracht werden. Dieses grundlegende&lt;br /&gt;
Postulat eines im Menschen als Potenzial schlummernden,&lt;br /&gt;
nicht auf sinnlichen Inhalten beruhenden&lt;br /&gt;
‚höheren‘ Bewusstseins verbindet nach Steiners Auffassung&lt;br /&gt;
seine eigene Philosophie mit so disparaten&lt;br /&gt;
Geistesströmungen wie Platonismus und Neuplatonismus,&lt;br /&gt;
der mittelalterlichen Mystik, mit Cusanus,&lt;br /&gt;
Paracelsus und Böhme, mit den Anschauungen Goethes&lt;br /&gt;
und Schillers und dem Idealismus eines Fichte,&lt;br /&gt;
Schelling und Hegel.|Christian Clement, SKA 5, XXXV}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anthroposophische Geisteswissenschaft im Sinne Rudolf Steiners versteht sich, wie schon oben bemerkt, nicht als [[Spekulation|spekulative]], sondern als streng [[Empirie|empirische]] [[Wissenschaft]], die sich [[Methode|methodisch]] an der [[Naturwissenschaft]] orientiert, anders als diese aber nicht vordringlich die äußere [[physisch]]e [[Natur]] zum Gegenstand hat, sondern sich der Erforschung der [[Geistige Welt|geistigen Welt]] widmet, in der sie eine eigenständige, der [[physische Welt|physischen Welt]] übergeordnete und letztere bedingende [[Wirklichkeit]] erblickt, die durch die gezielte Entwicklung entsprechender [[seelisch]]er Wahrnehmungsorgane der [[Erfahrung]] zugänglich ist und durch das [[Denken]] in ihrem inneren Zusammenhang begriffen werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Geisteswissenschaft ist die &#039;&#039;wahre Fortsetzerin&#039;&#039; der naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Forschung dadurch, daß sie das Gebiet&lt;br /&gt;
des Geistes mit denjenigen Mitteln zu erkennen strebt,&lt;br /&gt;
welche für dieses Gebiet tauglich sind. Als &#039;&#039;Fortsetzerin&#039;&#039; der&lt;br /&gt;
Naturwissenschaft kann sie nicht selbst &#039;&#039;bloße&#039;&#039; Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
sein. Denn diejenigen Mittel, welche dieser Wissenschaft&lt;br /&gt;
so gewaltige Triumphe gebracht haben, vermochten&lt;br /&gt;
dies eben aus dem Grunde, weil sie der Erforschung der&lt;br /&gt;
Natur im höchsten Maße angepaßt waren, und weil diese&lt;br /&gt;
Forschung sie nicht durch andre - nicht für das Naturgebiet&lt;br /&gt;
geeignete - beeinträchtigt hat. Um auf dem Gebiete des&lt;br /&gt;
Geistes ein Ähnliches zu leisten, wie Naturwissenschaft auf&lt;br /&gt;
dem der Natur geleistet hat, muß Geisteswissenschaft andre&lt;br /&gt;
Erkenntnisfähigkeiten zur Entwickelung bringen, als die in&lt;br /&gt;
der Naturforschung anwendbaren sind. Damit muß sie&lt;br /&gt;
allerdings einen Gesichtspunkt geltend machen, der begreiflicherweise&lt;br /&gt;
in der Gegenwart vielseitigem Zweifel begegnen&lt;br /&gt;
kann. Man betrachte doch nur einmal unbefangen, was&lt;br /&gt;
über diese «andern Erkenntnisfähigkeiten» gesagt wird. Es&lt;br /&gt;
sind Fähigkeiten, welche durchaus in der Entwickelungslinie&lt;br /&gt;
der gewöhnlichen menschlichen Seelenkräfte liegen. Wie&lt;br /&gt;
muß die Geisteswissenschaft ihren Unterschied von der Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
auffassen? Die Erforschung der Natur kann&lt;br /&gt;
nur mit den Erkenntniskräften gepflegt werden, welche der&lt;br /&gt;
Mensch im naturgemäßen Verlauf seines Lebens erlangt&lt;br /&gt;
und die zum Zwecke dieser Erforschung durch geregelte Beobachtung&lt;br /&gt;
und wissenschaftliche Versuchswerkzeuge unterstützt&lt;br /&gt;
werden. Um in die geistige Welt einzudringen, muß&lt;br /&gt;
sie der Mensch durch geistig-seelische Übungen über den&lt;br /&gt;
Punkt hinaus weiterentwickeln, bis zu dem sie ohne solche&lt;br /&gt;
Übungen sich - gleichsam von selbst - bilden.|35|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Tunnelgleichnis}}&lt;br /&gt;
Die fruchtbare Zusammenarbeit von Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft vergleicht [[Rudolf Steiner]] gelegentlich mit dem Bau eines Tunnels, der von zwei Seiten her gegraben wird, um in der Mitte zusammenzutreffen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|So stellt sich heute die Geisteswissenschaft neben die Naturwissenschaft hin, nicht der Naturwissenschaft widersprechend, sondern sie voll anerkennend. Ja, gerade aus derselben Gesinnung, wie die Naturwissenschaft sie der Natur gegenüber hat, möchte die Geistesforschung zu einer Wissenschaft des Geistes kommen. Sie möchte so eindringen in die inneren Kräfte des Daseins, wie die Naturwissenschaft eindringt in die äußeren Kräfte des Daseins. Und zeigen wird sich, wenn einmal diese Geisteswissenschaft Platz greift im Geistesleben unserer Zeit, wie das volle Dasein, die volle Wirklichkeit nur dadurch erfaßt werden kann, daß man von zwei Seiten her sich dieser Wirklichkeit nähert, auf der einen Seite naturforscherisch, indem man die Welt von außen betrachtet, auf der anderen Seite geisteswissenschaftlich, indem man sie vom Geiste aus betrachtet, bis man von beiden Seiten kommend, [wie bei einem Tunnelbau,] in der richtigen Richtung bohrend, in der Mitte zusammentrifft. So findet man die wahre Wirklichkeit, indem man von der Natur und vom Geiste her in entgegengesetzter Linie zusammenarbeitet, bis die zwei Richtungen zusammenkommen.|69a|268f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Denn Geistesforschung und Naturwissenschaft werden einander begegnen, die Geistesforschung von der geistigen Seite her, die Naturwissenschaft von der materiellen Seite her. Sie werden sich treffen, wie Arbeiter, die einen Tunnel graben, wenn sie richtig orientiert sind, von beiden Seiten her in der Mitte zusammentreffen.|72|130}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Naturwissenschaft vermag uns nicht über das ganze Wesen des [[Mensch]]en aufzuklären. Sie kann uns nur eine Erkenntnis dessen vermitteln, was mit der [[Zeugung]] bzw. [[Geburt]] in der [[sinnliche Welt]] erscheint und mit dem [[Tod]] wieder vergeht. Das wahre Wesen des Menschen reicht jedoch weit über diese Grenzen hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Daher kann man sagen: Wirkliche Erkenntnis bietet heute dem,&lt;br /&gt;
der sie sucht, eigentlich nur die Naturwissenschaft. Aber was lehrt&lt;br /&gt;
die Naturwissenschaft vom Menschen? Sie lehrt das, was am Menschen&lt;br /&gt;
mit der Geburt oder Empfängnis entsteht und mit dem Tode&lt;br /&gt;
vergeht. Nichts anderes! Wenn man ehrlich sein will, so hat sie&lt;br /&gt;
nichts anderes. Daher ist es für den, der auf diesem Gebiete ehrlich&lt;br /&gt;
sein will, nicht anders möglich, als seinen Blick auf das zu richten,&lt;br /&gt;
was heute nicht mit den üblichen naturwissenschaftlichen Mitteln&lt;br /&gt;
erreicht werden kann, das heißt, eine wirkliche Seelen- und Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
zu begründen, die wiederum auf einer Erfahrung und&lt;br /&gt;
Beobachtung von Geistigem beruht, wie die alte Geisteserkenntnis.&lt;br /&gt;
Und das kann nicht anders geschehen als mit den Mitteln, die Sie&lt;br /&gt;
angegeben finden in meinen Büchern «[[Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?]]», «[[Die Geheimwissenschaft]]» und anderen,&lt;br /&gt;
indem sich der Mensch dadurch in die Möglichkeit versetzt, das&lt;br /&gt;
Geistige wirklich zu schauen und darüber so zu sprechen, wie er&lt;br /&gt;
über das spricht, was im Sinnlich-Materiellen vorliegt und zu einer&lt;br /&gt;
gediegenen Naturwissenschaft geführt hat. Alles, was auf der Erde&lt;br /&gt;
den Sinnen gegeben ist, was herangebracht werden kann an das Experiment,&lt;br /&gt;
das ist natürlich noch nicht abgeschlossen, aber es ist auf&lt;br /&gt;
gutem Wege. Doch das alles liefert nur Erkenntnisse über den vergänglichen,&lt;br /&gt;
den sinnlichen, den zeitlichen Menschen. Daher können&lt;br /&gt;
wir gar nicht über das Irdische hinausschauen, wenn wir mit diesen&lt;br /&gt;
Mitteln den Menschen erfassen wollen. Denn schauen wir bloß auf&lt;br /&gt;
das Irdische, so schauen wir nur auf das, was vom Menschen vergänglich&lt;br /&gt;
ist.|231|61f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie will eine Eröffnung&lt;br /&gt;
der Tore zu einer übersinnlichen Welt sein. Und sie will&lt;br /&gt;
diese Welt nicht durch bloßes spekulatives Denken finden,&lt;br /&gt;
sondern durch wirkliche Wahrnehmung, welche der menschlichen&lt;br /&gt;
Seele ebenso zugänglich ist wie die Wahrnehmung&lt;br /&gt;
der physischen Sinne. Man ist gewöhnlich der Ansicht, daß&lt;br /&gt;
eine solche Wahrnehmung in geistiger Art nur in Zuständen&lt;br /&gt;
der Vision, der Ekstase in der Seele auftritt, und daß&lt;br /&gt;
sie bei den mit ihr begnadeten Menschen keiner wissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Kontrolle unterliege. Deshalb will man ihr&lt;br /&gt;
auch keinen anderen Wert beilegen als einen solchen persönlicher&lt;br /&gt;
Erlebnisse der einzelnen menschlichen Individuen.&lt;br /&gt;
Mit dieser Art von Seelenerlebnissen hat die moderne Theosophie nichts gemein. Sie zeigt, daß in der menschlichen&lt;br /&gt;
Seele Erkenntniskräfte schlummern, welche im gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Leben und auch in der äußeren Wissenschaft nicht&lt;br /&gt;
zutage treten. Diese Kräfte können durch Meditation und&lt;br /&gt;
durch eine energische Konzentration des inneren Empfindungs-&lt;br /&gt;
und Willenslebens wachgerufen werden. Es muß&lt;br /&gt;
die Seele, um dazu zu kommen, sich abschließen können&lt;br /&gt;
gegenüber allen äußeren Eindrücken und auch gegenüber&lt;br /&gt;
allem, was das Gedächtnis von solchen äußeren Eindrücken&lt;br /&gt;
aufbewahrt. Meditation ist die intensive Hingabe der Seele&lt;br /&gt;
an Vorstellungen, Empfindungen und Gefühle, so, daß&lt;br /&gt;
man kein Bewußtsein davon entwickelt, was diese Vorstellungen&lt;br /&gt;
oder Gefühle für die physische Welt bedeuten, sondern&lt;br /&gt;
so, daß diese sich innerhalb des Seelenlebens als Kräfte&lt;br /&gt;
erweisen, welche die Seele gleichsam durchstrahlen und so&lt;br /&gt;
aus deren Tiefen Mächte herausholen, deren sich der Mensch&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Leben nicht bewußt ist. Die Wirkung dieser&lt;br /&gt;
inneren Versenkung ist eine solche, daß sich durch sie&lt;br /&gt;
der Mensch als einer geistigen Realität seines eigenen Wesens&lt;br /&gt;
bewußt wird, von welcher er sonst keine Wahrnehmung&lt;br /&gt;
hat. Bevor er solche Übungen anstellt, erkennt er sich&lt;br /&gt;
als eine Wesenheit, welche durch körperliche Organe von&lt;br /&gt;
sich und von der Welt etwas weiß. Nach solchen Übungen&lt;br /&gt;
weiß er, daß er ein Leben in sich entfalten kann, auch ohne&lt;br /&gt;
daß ihm seine körperlichen Organe ein solches Leben vermitteln.&lt;br /&gt;
Er weiß, daß er sich geistig abtrennen kann von seinem&lt;br /&gt;
physischen Körper und daß er durch diese Abtrennung&lt;br /&gt;
nicht in den Zustand der Bewußtlosigkeit versinken muß.&lt;br /&gt;
Und er erlangt nicht nur von sich selbst eine solche Erkenntnis,&lt;br /&gt;
sondern auch von einer übersinnlichen Welt,&lt;br /&gt;
welche sich für die gewöhnliche Erkenntnis hinter der&lt;br /&gt;
physisch-sinnlichen Welt verbirgt und in welcher die wahren&lt;br /&gt;
Ursachen dieser letzteren liegen.|35|145ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Geisteswissenschaften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], [[Christian Clement]] (Hrsg.): &#039;&#039;Schriften. Kritische Ausgabe / Band 5: Schriften über Mystik, Mysterienwesen und Religionsgeschichte&#039;&#039;, Bd. [[SKA 5]], frommann-holzboog Verlag, Stuttgart-Bad Cannstatt/Basel 2013, ISBN 978-3-7728-2635-1&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Philosophie und Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 35]] (1984) {{Vorträge|35}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1 {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Freiheit – Unsterblichkeit – Soziales Leben&#039;&#039;, [[GA 72]] (1990), ISBN 3-7274-0720-4 {{Vorträge|072}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Zusammenhang des Menschen mit der elementarischen Welt&#039;&#039;, [[GA 158]] (1993), ISBN 3-7274-1580-0 {{Vorträge|158}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der übersinnliche Mensch, anthroposophisch erfaßt&#039;&#039;, [[GA 231]] (1999), ISBN 3-7274-2310-2 {{Vorträge|231}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaft nach Fachgebiet]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geisteswissenschaften|!]][[Kategorie:Wissenschaftstheorie]][[Kategorie:Erkenntnistheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Anthroposophie&amp;diff=626507</id>
		<title>Anthroposophie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Anthroposophie&amp;diff=626507"/>
		<updated>2026-09-04T13:23:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;notiz centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; color: #2a4b8d; font-size: 100%;&amp;gt;„[[Geisteswissenschaft|Und die Erweiterung des Ich-Bewußtseins über die geistige Welt, das ist Geisteswissenschaft.]]“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;float:right;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;([[Rudolf Steiner]], {{G|158|112}})&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf Steiner 01.jpg|thumb|[[Rudolf Steiner]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stichwort Anthroposophie.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://steinerverlag.com/shop/kategorie/spirituelle-perspektiven/stichwort-anthroposophie/}}|link=https://steinerverlag.com/shop/kategorie/spirituelle-perspektiven/stichwort-anthroposophie/]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anthro.world|Anthroposophie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anthroposophie&#039;&#039;&#039; (von {{grS|ἄνθρωπος}} ánthropos ‚Mensch‘ und {{lang|gr|σοφία}} sophίa ‚Weisheit‘; {{EnS}} &#039;&#039;[[a:anthroposophy|anthroposophy]]&#039;&#039;) ist ein von [[Rudolf Steiner]] (*[[1861]], †[[1925]]) begründeter &#039;&#039;„Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte“&#039;&#039; {{Lit|{{G|26|14}}}} und in diesem Sinn das &#039;&#039;„Bewußtsein seines Menschentums“&#039;&#039; {{Lit|{{G|257|76}}}} erweitern will. Von einer vertieften, auf geistige [[Erfahrung]] gegründeten Erkenntnis des [[Mensch]]en ausgehend, eröffnet Anthroposophie einen neuen, den Anforderungen unserer Zeit entsprechenden, vollbewussten gedankenklaren und [[wissenschaft]]lich exakten Zugang zur [[Geistige Welt|geistigen Welt]], der sich [[Methode|methodisch]] an der [[Naturwissenschaft]] orientiert und diese durch eine entsprechende [[empirisch]] begründete &#039;&#039;&#039;geistige Erkenntnis&#039;&#039;&#039; ergänzt und erweitert, die den modernen [[Evolution|Entwicklungsgedanken]] auch für den [[Seele|seelischen]] und [[geist]]igen Bereich fruchtbar macht und so dessen einseitig [[Materialismus|materialistische]] Missdeutung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unter Anthroposophie verstehe ich eine wissenschaftliche Erfor­schung der geistigen Welt, welche die Einseitigkeiten einer bloßen Natur-Erkenntnis ebenso wie diejenigen der ge­wöhnlichen Mystik durchschaut, und die, bevor sie den Versuch macht, in die übersinnliche Welt einzudringen, in der erkennenden Seele erst die im gewöhnlichen Bewußtsein und in der gewöhnlichen Wissenschaft noch nicht tätigen Kräfte entwickelt, welche ein solches Eindringen ermöglichen.|35|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anthroposophie wird daher von Rudolf Steiner vielfach auch als anthroposophisch orientierte [[Geisteswissenschaft]] bezeichnet. Ihre Quelle ist der in [[Freiheit]] tätig nach [[Erkenntnis]] strebende [[Mensch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Stelle dich in die Mitte zwischen Gott und Natur, laß den Menschen in dir sprechen über das, was über dir ist und in dich hineinleuchtet, und über das, was von unten in dich hineinragt, dann hast du Anthroposophie, die Weisheit, die der Mensch spricht.|115|17f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was ist Anthroposophie? ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot; style=&amp;quot;float: right; margin-left:30px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:Yt Was ist Anthroposophie WP.JPG|400px|center|link=https://www.youtube.com/watch?v=_6ZlUijRyJI]]&amp;lt;center&amp;gt;Wolfgang Peter: &#039;&#039;Was ist Anthroposophie?&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Eine Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners.&amp;lt;br&amp;gt; (Vortrag im [[Brunner Heimathaus]] vom 6.5.2010)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;[https://anthro.world anthro.world]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die überwiegend [[naturwissenschaft]]lich orientierte [[Anthropologie]] allein den äußerlich fassbaren [[Mensch]]en beschreibt, will Anthroposophie darüber hinaus den nur innerlich [[Erleben|erlebbaren]] [[Seele|seelischen]] und [[geist]]igen Menschen und die diesem durch konsequente [[Schulungsweg|Bewusstseinsschulung]] [[Wahrnehmung|wahrnehmbare]] [[Seelenwelt|seelische]] und [[geistige Welt]] rein [[Empirie|empirisch]] erforschen – ohne [[Metaphysik|metaphysische]] [[Spekulation]] und unabhängig von jeglicher [[Religion|religiösen]] [[Dogmatik]] oder herkömmlichen [[Mystik]]. In dieser geistigen Welt ist aber auch das [[Wesen]] der ganzen Welt begründet und der [[Erkenntnis]] jedes Menschen, der „&#039;&#039;immer strebend sich bemüht&#039;&#039;“,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Faust. Der Tragödie zweiter Teil&#039;&#039;, V. Akt&amp;lt;/ref&amp;gt; prinzipiell zugänglich. Anthroposophie lässt sich daher zunächst wie folgt charakterisieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte.|26|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Wirkungen in der Welt gehen, wie [[Rudolf Steiner]] betont, letztlich von [[Geistige Wesen|geistigen Wesenheiten]] aus, die in verschiedenen [[Bewusstseinszustände]]n leben. In ihrem Bewusstsein, zu dem sich der Mensch durch [[höhere Erkenntnis]] erheben kann, liegt der Ursprungsquell und die eigentliche [[Substanz]], aus der die [[Wirklichkeit]] gewoben ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Also, die wirklichen Realitäten der Welt sind Wesen in den verschiedenen Bewußtseinszuständen.|148|306|307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistig vertiefte [[Selbsterkenntnis]] wird damit zugleich zur umfassenden Welterkenntnis, zur [[Kosmologie]] bzw. [[Kosmosophie]] im weitesten Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Können wir auf uns selbst zurückschauend uns selbst&lt;br /&gt;
erkennen, dann können wir auch im Kosmos beobachten.&lt;br /&gt;
Und dann ergeben sich solche Beobachtungen, die&lt;br /&gt;
uns eine wirkliche Kosmologie, eine Kosmosophie liefern,&lt;br /&gt;
wie ich sie versucht habe zu geben in meinem Buche&lt;br /&gt;
«[[Die Geheimwissenschaft]]».|82|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es wird im Kosmos überhaupt nichts betrachtet, ohne daß man&lt;br /&gt;
gleichzeitig den Menschen darinnen hat. Es bekommt alles nur&lt;br /&gt;
dadurch Sinn und zu gleicher Zeit Erkenntnisboden, daß man es&lt;br /&gt;
in bezug auf den Menschen betrachtet. Nirgends wird der Mensch&lt;br /&gt;
ausgeschlossen. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
führt unsere Weltbetrachtung wiederum zu einer Betrachtung&lt;br /&gt;
des menschlichen Wesens zurück.|338|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat die von ihm [[Methode|methodisch]] entwickelte Anthroposophie auch sinngemäß als &#039;&#039;&#039;anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft&#039;&#039;&#039; oder kürzer als &#039;&#039;&#039;anthroposophische Geisteswissenschaft&#039;&#039;&#039; und ganz kurz schlicht als &#039;&#039;&#039;[[Geisteswissenschaft]]&#039;&#039;&#039; bezeichnet, um auf die von ihm angestrebte, auf konkrete &#039;&#039;geistige&#039;&#039; [[Erfahrung]] gegründete, exakte [[Wissenschaft|wissenschaftliche]] Erforschung des [[Geist]]igen hinzuweisen. Schon sein [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretisches]] Hauptwerk, die «[[Philosophie der Freiheit]]» {{GZ||4}}, trägt den Untertitel: &#039;&#039;Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In «[[Mein Lebensgang]]» schreibt Steiner später über seine «Philosophie der Freiheit»:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ich suchte in meinem Buche darzulegen, daß &#039;&#039;nicht hinter&#039;&#039; der Sinneswelt ein Unbekanntes liegt, sondern &#039;&#039;in&#039;&#039;&lt;br /&gt;
ihr die geistige Welt. Und von der menschlichen Ideenwelt&lt;br /&gt;
suchte ich zu zeigen, daß sie in dieser geistigen Welt&lt;br /&gt;
ihren Bestand hat. Es ist also dem menschlichen Bewußtsein&lt;br /&gt;
das Wesenhafte der Sinneswelt nur so &#039;&#039;lange&#039;&#039; verborgen,&lt;br /&gt;
als die Seele &#039;&#039;nur&#039;&#039; durch die Sinne wahrnimmt. Wenn&lt;br /&gt;
zu den Sinneswahrnehmungen die Ideen hinzuerlebt&lt;br /&gt;
werden, dann wird die Sinneswelt in ihrer objektiven&lt;br /&gt;
Wesenhaftigkeit von dem Bewußtsein erlebt. Erkennen&lt;br /&gt;
ist nicht ein Abbilden eines Wesenhaften, sondern ein&lt;br /&gt;
Sich-hinein-Leben der Seele in dieses Wesenhafte. &#039;&#039;Innerhalb&#039;&#039;&lt;br /&gt;
des Bewußtseins vollzieht sich das Fortschreiten von&lt;br /&gt;
der noch unwesenhaften Sinnenwelt zu dem Wesenhaften&lt;br /&gt;
derselben. So ist die Sinnenwelt nur so lange Erscheinung&lt;br /&gt;
(Phänomen), als das Bewußtsein mit ihr noch&lt;br /&gt;
nicht fertig geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist die Sinneswelt also geistige Welt; und&lt;br /&gt;
mit dieser erkannten geistigen Welt lebt die Seele zusammen,&lt;br /&gt;
indem sie das Bewußtsein über sie ausdehnt. Das&lt;br /&gt;
Ziel des Erkenntnisvorganges ist das bewußte &#039;&#039;Erleben&#039;&#039;&lt;br /&gt;
der geistigen Welt, vor deren Anblick sich alles in Geist&lt;br /&gt;
auflöst.|28|244f|263}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit [[Rosa Mayreder]], der sich Rudolf Steiner geistig sehr verbunden fühlte, führte er einen regen Briefwechsel über die «Philosophie der Freiheit». Ihr Urteil über sein Werk war ihm sehr wertvoll. Von [[w:Weimar|Weimar]] aus sandte er ihr das kurz zuvor in den Druck gekommene Buch. Im Begleitbrief vom 14. Dezember 1893 betont er sehr nachdrücklich, dass er im ersten Teil eine radikale &#039;&#039;[[Diesseits]]lehre&#039;&#039; begründet habe und dass es im zweiten Teil um einen [[Ethischer Individualismus|ethischen Individualismus]] gehe, der nichts weniger als die Emanzipation des höheren Menschheitsbewusstseins von &#039;&#039;jeglicher&#039;&#039; [[Autorität]] zum Ziel habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heute weltweit vertretenen Anthroposophie entstammen fruchtbare Anregungen für vielfältigste Lebensbereiche, etwa für die [[Waldorfpädagogik]] und [[Heilpädagogik]], die [[anthroposophisch erweiterte Medizin]], die [[Heilmittel]]- und Kosmetikproduktion ([[Weleda]], [[Wala]]), die [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]] ([[Demeter (Marke)|Demeter]]), für praktisch alle Bereiche der [[Kunst]] (wie z.B. auch der [[Architektur]]), inklusive der neu aus der Anthroposophie hervorgegangenen Raumbewegungskunst [[Eurythmie]], für die [[Dreigliederung des sozialen Lebens]] und das Finanzwesen ([[GLS Gemeinschaftsbank]], [[Freie Gemeinschaftsbank]]), für die weitere Vertiefung der [[Goetheanismus|Goetheanistischen Naturwissenschaft]], für die Religion ([[Die Christengemeinschaft]] und [[Freier Religionsunterricht]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Anthroposophie versteht sich als eine Methode der [[individuell]]en [[Bewusstseinsentwicklung]]. Ihre Grundlage ist ein erkenntniswissenschaftlich fundiertes Konzept der menschlichen [[Individualität]],&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung.8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2002&amp;lt;/ref&amp;gt; ist zudem „ausgebildeter [[Goetheanismus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit - Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts, Rudolf Steiner Verlag, Dornach, 1984, Seite 136&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie enthält Inhalte des [[Christian Rosenkreutz|Rosenkreuzertums]], insofern diese von Rudolf Steiner ausgeführt worden sind,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99 (1985)&amp;lt;/ref&amp;gt; eine ausführliche Darstellung der [[Weltentwicklungsstufen]] sowie eine unserer Zeit angemessene Auffassung von [[Wiederverkörperung]] und [[Schicksal]], welche sich von vielen östlichen Ansätzen grundlegend unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;section begin=Naturwissenschaft /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;[[anthroposophische Geisteswissenschaft]]&#039;&#039; im Sinne Rudolf Steiners versteht sich nicht als [[Spekulation|spekulative]], sondern als streng [[Empirie|empirische]] [[Wissenschaft]], die sich [[Methode|methodisch]] an der [[Naturwissenschaft]] orientiert, anders als diese aber nicht vordringlich die äußere [[physisch]]e [[Natur]] zum Gegenstand hat, sondern sich der Erforschung der [[Geistige Welt|geistigen Welt]] widmet, in der sie eine eigenständige, der [[physische Welt|physischen Welt]] übergeordnete und letztere bedingende [[Wirklichkeit]] erblickt, die durch die gezielte Entwicklung entsprechender [[seelisch]]er Wahrnehmungsorgane der [[Erfahrung]] zugänglich ist und durch das [[Denken]] in ihrem inneren Zusammenhang begriffen werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Geisteswissenschaft ist die &#039;&#039;wahre Fortsetzerin&#039;&#039; der naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Forschung dadurch, daß sie das Gebiet&lt;br /&gt;
des Geistes mit denjenigen Mitteln zu erkennen strebt,&lt;br /&gt;
welche für dieses Gebiet tauglich sind. Als &#039;&#039;Fortsetzerin&#039;&#039; der&lt;br /&gt;
Naturwissenschaft kann sie nicht selbst &#039;&#039;bloße&#039;&#039; Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
sein. Denn diejenigen Mittel, welche dieser Wissenschaft&lt;br /&gt;
so gewaltige Triumphe gebracht haben, vermochten&lt;br /&gt;
dies eben aus dem Grunde, weil sie der Erforschung der&lt;br /&gt;
Natur im höchsten Maße angepaßt waren, und weil diese&lt;br /&gt;
Forschung sie nicht durch andre - nicht für das Naturgebiet&lt;br /&gt;
geeignete - beeinträchtigt hat. Um auf dem Gebiete des&lt;br /&gt;
Geistes ein Ähnliches zu leisten, wie Naturwissenschaft auf&lt;br /&gt;
dem der Natur geleistet hat, muß Geisteswissenschaft andre&lt;br /&gt;
Erkenntnisfähigkeiten zur Entwickelung bringen, als die in&lt;br /&gt;
der Naturforschung anwendbaren sind. Damit muß sie&lt;br /&gt;
allerdings einen Gesichtspunkt geltend machen, der begreiflicherweise&lt;br /&gt;
in der Gegenwart vielseitigem Zweifel begegnen&lt;br /&gt;
kann. Man betrachte doch nur einmal unbefangen, was&lt;br /&gt;
über diese «andern Erkenntnisfähigkeiten» gesagt wird. Es&lt;br /&gt;
sind Fähigkeiten, welche durchaus in der Entwickelungslinie&lt;br /&gt;
der gewöhnlichen menschlichen Seelenkräfte liegen. Wie&lt;br /&gt;
muß die Geisteswissenschaft ihren Unterschied von der Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
auffassen? Die Erforschung der Natur kann&lt;br /&gt;
nur mit den Erkenntniskräften gepflegt werden, welche der&lt;br /&gt;
Mensch im naturgemäßen Verlauf seines Lebens erlangt&lt;br /&gt;
und die zum Zwecke dieser Erforschung durch geregelte Beobachtung&lt;br /&gt;
und wissenschaftliche Versuchswerkzeuge unterstützt&lt;br /&gt;
werden. Um in die geistige Welt einzudringen, muß&lt;br /&gt;
sie der Mensch durch geistig-seelische Übungen über den&lt;br /&gt;
Punkt hinaus weiterentwickeln, bis zu dem sie ohne solche&lt;br /&gt;
Übungen sich - gleichsam von selbst - bilden.|35|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie will eine Eröffnung&lt;br /&gt;
der Tore zu einer übersinnlichen Welt sein. Und sie will&lt;br /&gt;
diese Welt nicht durch bloßes spekulatives Denken finden,&lt;br /&gt;
sondern durch wirkliche Wahrnehmung, welche der menschlichen&lt;br /&gt;
Seele ebenso zugänglich ist wie die Wahrnehmung&lt;br /&gt;
der physischen Sinne. Man ist gewöhnlich der Ansicht, daß&lt;br /&gt;
eine solche Wahrnehmung in geistiger Art nur in Zuständen&lt;br /&gt;
der Vision, der Ekstase in der Seele auftritt, und daß&lt;br /&gt;
sie bei den mit ihr begnadeten Menschen keiner wissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Kontrolle unterliege. Deshalb will man ihr&lt;br /&gt;
auch keinen anderen Wert beilegen als einen solchen persönlicher&lt;br /&gt;
Erlebnisse der einzelnen menschlichen Individuen.&lt;br /&gt;
Mit dieser Art von Seelenerlebnissen hat die moderne Theosophie nichts gemein. Sie zeigt, daß in der menschlichen&lt;br /&gt;
Seele Erkenntniskräfte schlummern, welche im gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Leben und auch in der äußeren Wissenschaft nicht&lt;br /&gt;
zutage treten. Diese Kräfte können durch Meditation und&lt;br /&gt;
durch eine energische Konzentration des inneren Empfindungs-&lt;br /&gt;
und Willenslebens wachgerufen werden. Es muß&lt;br /&gt;
die Seele, um dazu zu kommen, sich abschließen können&lt;br /&gt;
gegenüber allen äußeren Eindrücken und auch gegenüber&lt;br /&gt;
allem, was das Gedächtnis von solchen äußeren Eindrücken&lt;br /&gt;
aufbewahrt. Meditation ist die intensive Hingabe der Seele&lt;br /&gt;
an Vorstellungen, Empfindungen und Gefühle, so, daß&lt;br /&gt;
man kein Bewußtsein davon entwickelt, was diese Vorstellungen&lt;br /&gt;
oder Gefühle für die physische Welt bedeuten, sondern&lt;br /&gt;
so, daß diese sich innerhalb des Seelenlebens als Kräfte&lt;br /&gt;
erweisen, welche die Seele gleichsam durchstrahlen und so&lt;br /&gt;
aus deren Tiefen Mächte herausholen, deren sich der Mensch&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Leben nicht bewußt ist. Die Wirkung dieser&lt;br /&gt;
inneren Versenkung ist eine solche, daß sich durch sie&lt;br /&gt;
der Mensch als einer geistigen Realität seines eigenen Wesens&lt;br /&gt;
bewußt wird, von welcher er sonst keine Wahrnehmung&lt;br /&gt;
hat. Bevor er solche Übungen anstellt, erkennt er sich&lt;br /&gt;
als eine Wesenheit, welche durch körperliche Organe von&lt;br /&gt;
sich und von der Welt etwas weiß. Nach solchen Übungen&lt;br /&gt;
weiß er, daß er ein Leben in sich entfalten kann, auch ohne&lt;br /&gt;
daß ihm seine körperlichen Organe ein solches Leben vermitteln.&lt;br /&gt;
Er weiß, daß er sich geistig abtrennen kann von seinem&lt;br /&gt;
physischen Körper und daß er durch diese Abtrennung&lt;br /&gt;
nicht in den Zustand der Bewußtlosigkeit versinken muß.&lt;br /&gt;
Und er erlangt nicht nur von sich selbst eine solche Erkenntnis,&lt;br /&gt;
sondern auch von einer übersinnlichen Welt,&lt;br /&gt;
welche sich für die gewöhnliche Erkenntnis hinter der&lt;br /&gt;
physisch-sinnlichen Welt verbirgt und in welcher die wahren&lt;br /&gt;
Ursachen dieser letzteren liegen.|35|145ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anthroposophische Geisteswissenschaft, von Rudolf Steiner anfangs auch als [[Geheimwissenschaft]] bezeichnet, weil sie der Erforschung des „Geheimen“, d. h. des nicht sinnlich, sondern nur übersinnlich Erfahrbaren dient, versteht sich, weil sie sich an der strengen [[Methodik]] der Naturwissenschaften orientiert, als eine die höheren Welten systematisch erforschende [[Wissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Geheimwissenschaft will die naturwissenschaftliche&lt;br /&gt;
Forschungsart und Forschungsgesinnung, die auf&lt;br /&gt;
ihrem Gebiete sich an den Zusammenhang und Verlauf der&lt;br /&gt;
sinnlichen Tatsachen hält, von dieser besonderen Anwendung&lt;br /&gt;
loslösen, aber sie in ihrer denkerischen und sonstigen&lt;br /&gt;
Eigenart festhalten. Sie will über Nichtsinnliches in derselben&lt;br /&gt;
Art sprechen, wie die Naturwissenschaft über Sinnliches&lt;br /&gt;
spricht. Während die Naturwissenschaft im Sinnlichen mit&lt;br /&gt;
dieser Forschungsart und Denkweise stehenbleibt, will Geheimwissenschaft&lt;br /&gt;
die seelische Arbeit an der Natur als eine&lt;br /&gt;
Art Selbsterziehung der Seele betrachten und das Anerzogene&lt;br /&gt;
auf das nichtsinnliche Gebiet anwenden. Sie will so&lt;br /&gt;
verfahren, daß sie zwar nicht über die sinnlichen Erscheinungen&lt;br /&gt;
als solche spricht, aber über die nichtsinnlichen Weltinhalte&lt;br /&gt;
so, &#039;&#039;wie&#039;&#039; der Naturforscher über die sinnenfalligen.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Sie&#039;&#039; hält von dem naturwissenschaftlichen Verfahren die seelische&lt;br /&gt;
Verfassung innerhalb dieses Verfahrens fest, also gerade&lt;br /&gt;
das, durch welches Naturerkenntnis Wissenschaft erst&lt;br /&gt;
wird. Sie darf sich deshalb als Wissenschaft bezeichnen.|13|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Naturwissenschaft ist nicht nur durch ihre methodische Vorgangsweise die beste Vorbereitung für die Geisteswissenschaft, sie führt auch an jene Grenzen heran, an denen das Bewusstsein für das Geistige erwachen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diese moderne Naturwissenschaft gibt dem, der sich&lt;br /&gt;
ihr widmet, nicht nur Aufschlüsse, die niemand mehr&lt;br /&gt;
bewundern kann als der Geistesforscher selbst, über den&lt;br /&gt;
äußeren Naturverlauf, über mancherlei, was auch einzuschlagen&lt;br /&gt;
hat in das praktische Leben, sondern diese&lt;br /&gt;
Naturwissenschaft gibt dem, der sich ihr von gewissen&lt;br /&gt;
Gesichtspunkten aus hingebungsvoll widmet, eine innere&lt;br /&gt;
Erziehung des menschlichen Seelenlebens. Und mehr als&lt;br /&gt;
man dazu in früheren Stadien naturwissenschaftlichen Erkennens&lt;br /&gt;
in der Lage war, ist man heute erkenntnismäßig&lt;br /&gt;
eigentlich gerade durch die Naturwissenschaft zur Geistesforschung&lt;br /&gt;
vorbereitet. Man soll sich nur nicht einengen&lt;br /&gt;
lassen durch das, was die Naturwissenschaft auf&lt;br /&gt;
ihrem eigenen Gebiete über die Außenwelt zu sagen hat.&lt;br /&gt;
Man soll sich vielmehr aufschwingen können zu einer&lt;br /&gt;
inneren Disziplinierung, zu einer inneren Zucht des seelischen&lt;br /&gt;
Lebens durch die Art und Weise, wie man an der&lt;br /&gt;
Natur forscht. Die Vorstellungen, die die Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
selbst liefert, können nur Aufschluß geben über die&lt;br /&gt;
äußere Natur; ihrem Inhalte nach werden sie nichts sagen&lt;br /&gt;
über das geistige Leben. Aber indem man sie gebraucht,&lt;br /&gt;
indem man sie gerade hingebungsvoll gebraucht bei der&lt;br /&gt;
Naturforschung, bei der Naturerkenntnis, erziehen sie,&lt;br /&gt;
ich möchte sagen, nebenbei in demjenigen Menschen, der&lt;br /&gt;
in der Lage ist achtzugeben auf das, was in ihm da vorgeht,&lt;br /&gt;
gewisse innere Lebensverhältnisse, die ihn dahin&lt;br /&gt;
bringen, einen Begriff, ein inneres Erlebnis zu erhalten&lt;br /&gt;
von dem, was es heißt: mit seiner Seele außerhalb des&lt;br /&gt;
Leibes leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, daß dieser Begriff - mit seiner Seele&lt;br /&gt;
außerhalb des Leibes leben — heute für viele der Gipfel des&lt;br /&gt;
Unsinns ist. Doch das macht nichts. Jeder kann sich&lt;br /&gt;
überzeugen, daß die innere Erfahrung ihm die gewisse&lt;br /&gt;
Einsicht in das Leben außerhalb des Leibes gibt, wenn er&lt;br /&gt;
solche Übungen des Seelenlebens durchmacht, wie sie in&lt;br /&gt;
meinen Schriften angedeutet sind oder wie ich sie im&lt;br /&gt;
Prinzip hier aussprechen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders Bedeutungsvolles kann man durchmachen,&lt;br /&gt;
wenn man eben an jenen Grenzort des Erkenntnislebens&lt;br /&gt;
kommt, an den einen die Naturwissenschaft so vielfach&lt;br /&gt;
führt. Grenzort! Sehen Sie, von den großen Grenzfragen&lt;br /&gt;
des Erkennens sprechen ja viele Leute. Man spricht davon,&lt;br /&gt;
daß die menschliche Seele an eine Grenze kommt,&lt;br /&gt;
wenn sie darüber forschen will, ob die Welt, räumlich&lt;br /&gt;
oder zeitlich, unendlich oder endlich ist, wenn die Seele&lt;br /&gt;
forschen will, ob sie einem unwiderstehlichen Zwang in&lt;br /&gt;
allen ihren Handlungen unterliegt oder ob sie frei ist.&lt;br /&gt;
Gewiß, das sind höchste Grenzfragen. Du Bois-Reymond&lt;br /&gt;
hat in seiner berühmten Rede über die Grenzen des&lt;br /&gt;
Naturerkennens, über die sieben Welträtsel, andere solche&lt;br /&gt;
Grenzfragen hingestellt. Tiefsten Eindruck kann auf&lt;br /&gt;
einen machen, wenn man so recht, ich möchte sagen, aus&lt;br /&gt;
dem Erkenntnisschmerze eines Erkenntnismenschen heraus&lt;br /&gt;
fühlt, wie ein solcher Mensch an einem solchen&lt;br /&gt;
Grenzorte steht.|72|25f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Daher kann man sagen: Wirkliche Erkenntnis bietet heute dem,&lt;br /&gt;
der sie sucht, eigentlich nur die Naturwissenschaft. Aber was lehrt&lt;br /&gt;
die Naturwissenschaft vom Menschen? Sie lehrt das, was am Menschen&lt;br /&gt;
mit der Geburt oder Empfängnis entsteht und mit dem Tode&lt;br /&gt;
vergeht. Nichts anderes! Wenn man ehrlich sein will, so hat sie&lt;br /&gt;
nichts anderes. Daher ist es für den, der auf diesem Gebiete ehrlich&lt;br /&gt;
sein will, nicht anders möglich, als seinen Blick auf das zu richten,&lt;br /&gt;
was heute nicht mit den üblichen naturwissenschaftlichen Mitteln&lt;br /&gt;
erreicht werden kann, das heißt, eine wirkliche Seelen- und Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
zu begründen, die wiederum auf einer Erfahrung und&lt;br /&gt;
Beobachtung von Geistigem beruht, wie die alte Geisteserkenntnis.&lt;br /&gt;
Und das kann nicht anders geschehen als mit den Mitteln, die Sie&lt;br /&gt;
angegeben finden in meinen Büchern «[[Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?]]», «[[Die Geheimwissenschaft]]» und anderen,&lt;br /&gt;
indem sich der Mensch dadurch in die Möglichkeit versetzt, das&lt;br /&gt;
Geistige wirklich zu schauen und darüber so zu sprechen, wie er&lt;br /&gt;
über das spricht, was im Sinnlich-Materiellen vorliegt und zu einer&lt;br /&gt;
gediegenen Naturwissenschaft geführt hat. Alles, was auf der Erde&lt;br /&gt;
den Sinnen gegeben ist, was herangebracht werden kann an das Experiment,&lt;br /&gt;
das ist natürlich noch nicht abgeschlossen, aber es ist auf&lt;br /&gt;
gutem Wege. Doch das alles liefert nur Erkenntnisse über den vergänglichen,&lt;br /&gt;
den sinnlichen, den zeitlichen Menschen. Daher können&lt;br /&gt;
wir gar nicht über das Irdische hinausschauen, wenn wir mit diesen&lt;br /&gt;
Mitteln den Menschen erfassen wollen. Denn schauen wir bloß auf&lt;br /&gt;
das Irdische, so schauen wir nur auf das, was vom Menschen vergänglich&lt;br /&gt;
ist.|231|61f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die fruchtbare Zusammenarbeit von Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft zu charakterisieren, benutzt [[Rudolf Steiner]] gelegentlich das [[Tunnelgleichnis]], d.&amp;amp;nbsp;h. den Bau eines Tunnels, der von zwei Seiten her gegraben wird, um in der Mitte zusammenzutreffen und so den Durchgang zwischen der [[Geistwelt]] und der [[Naturwelt]] für die [[Erkenntnis]] zu eröffnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|So stellt sich heute die Geisteswissenschaft neben die Naturwissenschaft hin, nicht der Naturwissenschaft widersprechend, sondern sie voll anerkennend. Ja, gerade aus derselben Gesinnung, wie die Naturwissenschaft sie der Natur gegenüber hat, möchte die Geistesforschung zu einer Wissenschaft des Geistes kommen. Sie möchte so eindringen in die inneren Kräfte des Daseins, wie die Naturwissenschaft eindringt in die äußeren Kräfte des Daseins. Und zeigen wird sich, wenn einmal diese Geisteswissenschaft Platz greift im Geistesleben unserer Zeit, wie das volle Dasein, die volle Wirklichkeit nur dadurch erfaßt werden kann, daß man von zwei Seiten her sich dieser Wirklichkeit nähert, auf der einen Seite naturforscherisch, indem man die Welt von außen betrachtet, auf der anderen Seite geisteswissenschaftlich, indem man sie vom Geiste aus betrachtet, bis man von beiden Seiten kommend, [wie bei einem Tunnelbau,] in der richtigen Richtung bohrend, in der Mitte zusammentrifft. So findet man die wahre Wirklichkeit, indem man von der Natur und vom Geiste her in entgegengesetzter Linie zusammenarbeitet, bis die zwei Richtungen zusammenkommen.|69a|268f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Denn Geistesforschung und Naturwissenschaft werden einander begegnen, die Geistesforschung von der geistigen Seite her, die Naturwissenschaft von der materiellen Seite her. Sie werden sich treffen, wie Arbeiter, die einen Tunnel graben, wenn sie richtig orientiert sind, von beiden Seiten her in der Mitte zusammentreffen.|72|130}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;section end=Naturwissenschaft /&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Philosophie und Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während sich die [[Philosophie]] spätestens seit [[Aristoteles]] vornehmlich auf das [[Spekulation|spekulative]] bzw. [[diskursiv]]e [[Denken]] gründet, beruht die Anthroposophie unmittelbar auf gedankenklarer, vollbewusster [[Hellsehen|geistiger Wahrnehmung]]. Das bereits in [[Rudolf Steiner]]s [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretischen]] Grundlagenwerken angesprochene [[Intuitives Denken|intuitive Denken]] stellt eine elementare Form einer solchen geistigen Wahrnehmung dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Man verleumdet Anthroposophie, wenn man sie bloss&lt;br /&gt;
eine Philosophie nennt. Sie beruht nicht auf einer philosophischen&lt;br /&gt;
Spekulation, sondern sie beruht auf einer Anschauung,&lt;br /&gt;
die ebenso lebendig ist, wie nur je eine sinnliche&lt;br /&gt;
Anschauung sein kann, die aber eben errungen werden&lt;br /&gt;
muss, indem der Mensch die Kräfte, die in seiner Seele&lt;br /&gt;
sonst nur schlummern, so ausbildet, wie ich sie im Prinzip&lt;br /&gt;
angedeutet habe...|R. Steiner: &#039;&#039;Anthroposophie und die Rätsel der Seele&#039;&#039;, Vortrag in Bern, 20. März 1922 [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220320-01-01.pdf pdf]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Christian Clement]] weist in seiner Einleitung zu [[SKA 5]] ganz richtig darauf hin, dass Rudolf Steiner stets betont habe, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|... dass eine wirklichkeitsgemäße Erkenntnis nicht allein&lt;br /&gt;
durch gedankliche Verarbeitung und Deutung&lt;br /&gt;
sinnlicher Beobachtungen erworben werden könne,&lt;br /&gt;
sondern dass zu diesem „sinnlichen“ Erkennen eine&lt;br /&gt;
völlig andere Art des Denkens und Wahrnehmens&lt;br /&gt;
hinzukommen müsse. Ein „höheres“, „übersinnliches“&lt;br /&gt;
Bewusstsein müsse entfaltet, ein neues „Organ“ erschlossen&lt;br /&gt;
werden, dessen Inhalt nicht einfach „gegeben“&lt;br /&gt;
seien, wie diejenigen der sinnlichen Wahrnehmung,&lt;br /&gt;
sondern die in energischer geistig-seelischer&lt;br /&gt;
Selbsterziehung erst innerlich hervorgebracht werden&lt;br /&gt;
müssten. Zu diesem höheren Bewusstsein sei die&lt;br /&gt;
Menschheit insgesamt derzeit erst noch unterwegs,&lt;br /&gt;
doch könne es durch seelisches und geistiges Üben&lt;br /&gt;
vom Philosophen bzw. Mystiker schon jetzt, gewissermaßen&lt;br /&gt;
als bewusstseinsevolutive Frühgeburt, bewusst&lt;br /&gt;
hervorgebracht werden. Dieses grundlegende&lt;br /&gt;
Postulat eines im Menschen als Potenzial schlummernden,&lt;br /&gt;
nicht auf sinnlichen Inhalten beruhenden&lt;br /&gt;
‚höheren‘ Bewusstseins verbindet nach Steiners Auffassung&lt;br /&gt;
seine eigene Philosophie mit so disparaten&lt;br /&gt;
Geistesströmungen wie Platonismus und Neuplatonismus,&lt;br /&gt;
der mittelalterlichen Mystik, mit Cusanus,&lt;br /&gt;
Paracelsus und Böhme, mit den Anschauungen Goethes&lt;br /&gt;
und Schillers und dem Idealismus eines Fichte,&lt;br /&gt;
Schelling und Hegel.|Christian Clement, SKA 5, XXXV}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Wir sehen das Kind, wie es in die&lt;br /&gt;
Welt tritt mit nur geringen Fähigkeiten, sich eine Einsicht in&lt;br /&gt;
die Umgebung zu verschaffen, wir sehen, wie die Fähigkeiten immer&lt;br /&gt;
tiefer und tiefer hineinführen in die äußere und innere Welt&lt;br /&gt;
und wie diese Fähigkeiten sich entwickeln. Im gewöhnlichen Leben&lt;br /&gt;
schließen wir diese Entwicklung an einem gewissen Punkt ab und&lt;br /&gt;
indem wir uns eine bestimmte Art des Denkens, eine bestimmte Art&lt;br /&gt;
des Fühlens und eine bestimmte Art des Wollens als Erwachsene&lt;br /&gt;
angeeignet haben, bleiben wir bei diesem stehen, treiben mit&lt;br /&gt;
diesem unser alltägliches Leben und unsere gewöhnliche Wissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derjenige, der anthroposophische Forschung treiben will,&lt;br /&gt;
der muss die Entwicklung weiterleiten, er muss sich sagen in einem&lt;br /&gt;
bestimmten Punkt seines Lebens: Dasjenige, was an Fähigkeiten in&lt;br /&gt;
der Seele ist, ist auf solche Art nicht voll entwickelt; es kann&lt;br /&gt;
weiteres aus den Untergründen der Seele heraufgehoben werden. Und&lt;br /&gt;
dieses Heraufholen, das führt dann zu denjenigen Erkenntnisfähigkeiten,&lt;br /&gt;
welche in die übersinnlichen Welten hineingeleiten können.|Rudolf Steiner, München, 16. Januar 1922 [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220116a-01-01.pdf pdf]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schein und Wirklichkeit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Grundirrtum des [[Philosophie|Philosophierens]] besteht nach [[Rudolf Steiner]] darin, die [[Sinneswelt]] bereits als fertige Wirklichkeit anzusehen. Erst das [[Denken]], das die [[Wahrnehmungen]] durchdringt, enthüllt auch ihre inneren Gesetzmäßigkeiten, ohne die sie nicht bestehen könnte, und führt damit erst zur vollen Wirklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das ist der Grundfehler des Philosophierens des 19. Jahrhunderts,&lt;br /&gt;
daß immer einfach die Sinneswelt als fertige genommen wird.&lt;br /&gt;
Man ist sich nicht bewußt geworden, daß zur wahren Wirklichkeit&lt;br /&gt;
der Mensch dazugehört, daß dasjenige, was im Menschen namentlich&lt;br /&gt;
an Gedanken auftritt, sich abspaltet von der Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
indem der Mensch in die Wirklichkeit hineingeboren wird, daß die&lt;br /&gt;
Wirklichkeit zunächst verborgen ist, so daß sie uns als eine Scheinwirklichkeit&lt;br /&gt;
entgegentritt; und erst wenn wir diese Scheinwirklichkeit&lt;br /&gt;
durchdringen mit dem, was in uns aufleben kann, haben wir&lt;br /&gt;
die volle Wirklichkeit vor uns. Damit aber würde von vornherein&lt;br /&gt;
philosophisch, vom Gesichtspunkt einer gewissen Erkenntnistheorie,&lt;br /&gt;
alles dasjenige charakterisiert sein, was später wiederum meiner&lt;br /&gt;
Anthroposophie zugrundeliegt. Denn es ist vom Anfang an versucht&lt;br /&gt;
worden nachzuweisen, daß die Sinneswelt nicht eine Wirklichkeit&lt;br /&gt;
ist, sondern daß sie eine Scheinwirklichkeit ist, zu der erst&lt;br /&gt;
hinzukommen muß dasjenige, was der Mensch zu ihr hinzubringt,&lt;br /&gt;
was dem Menschen in seinem Inneren aufleuchtet und was er dann&lt;br /&gt;
erarbeitet. Die ganze kantische und nach-kantische Philosophie&lt;br /&gt;
geht im Grunde genommen davon aus, daß man eine fertige&lt;br /&gt;
Wirklichkeit vor sich habe und daß man dann die Frage aufstellen&lt;br /&gt;
könne: Ja, kann man denn diese fertige Wirklichkeit erkennen oder&lt;br /&gt;
kann man sie nicht erkennen? - Sie ist aber keine fertige Wirklichkeit, sie ist nur eine halbe Wirklichkeit, und die ganze Wirklichkeit&lt;br /&gt;
entsteht erst, wenn der Mensch dazukommt und dasjenige in die&lt;br /&gt;
Wirklichkeit hineingießt, was ihm in seinem Innersten aufgeht.|255b|41f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirklichkeit ist dem [[Mensch]]en gemäß [[Rudolf Steiner]]s [[Philosophie der Freiheit]] nicht unmittelbar gegeben, sondern fließt ihm von zwei Seiten her zu, nämlich durch [[Beobachtung]] und [[Denken]]. Dadurch wird im menschlichen Bewusstsein zunächst eine unüberbrückbar scheinende Kluft (→ [[Chorismos]]) aufgerissen. Erst indem der Mensch beiden Hälften, die in der Wirklichkeit zwar stets untrennbar miteinander verbunden, dem menschlichen [[Bewusstsein]] aber zunächst nur getrennt gegeben sind, im [[Erkenntnis]]akt miteinander verbindet, d.&amp;amp;nbsp;h. die [[Wahrnehmung]] mit dem zugehörigen [[Begriff]] durchdringt, stößt er zur vollen Wirklichkeit vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Nicht an den Gegenständen liegt es, dass sie uns zunächst ohne die entsprechenden Begriffe gegeben werden, sondern an unserer geistigen Organisation. Unsere totale Wesenheit funktioniert in der Weise, dass ihr bei jedem Dinge der Wirklichkeit von zwei Seiten her die Elemente zufließen, die für die Sache in Betracht kommen: von seiten des Wahrnehmens und des Denkens.“ {{Lit|{{G|4|90}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Begriff des Baumes ist für das Erkennen durch die Wahrnehmung des Baumes bedingt. Ich kann der bestimmten Wahrnehmung gegenüber nur einen ganz bestimmten Begriff aus dem allgemeinen Begriffssystem herausheben. Der Zusammenhang von Begriff und Wahrnehmung wird durch das Denken an der Wahrnehmung mittelbar und objektiv bestimmt Die Verbindung der Wahrnehmung mit ihrem Begriffe wird nach dem Wahrnehmungsakte erkannt; die Zusammengehörigkeit ist aber in der Sache selbst bestimmt.“ {{Lit|{{G|4|145}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dem Menschen die Wirklichkeit nicht unmittelbar, sondern zunächst nur in Form zweier unwirklicher Hälften gegeben ist, die er aktiv verbinden muss, begründet die Möglichkeit seiner [[Freiheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Widersprüchlichkeit und Objektivität der Geisteswissenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Naturwissenschaft in geistigem Dunkel tastet und daher oft zu den gleichen Ergebnissen kommt, beleuchtet die Geisteswissenschaft die Gegenstände von verschiedenen Punkten aus und liefert unterschiedliche Perspektiven. Der häufige Einwand, dass Geistesforscher widersprüchlich seien, entsteht, weil sie das Licht von verschiedenen Blickwinkeln entzünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Rudolf Steiner vertretene Geisteswissenschaft strebt an, den Geist [[Objektivität|objektiv]] zu beschreiben, indem sie ihn aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Dies führt zwar zu scheinbaren Widersprüchen, diese sind aber notwendig, um ein vollständiges Bild zu erhalten, ähnlich wie Fotografien eines Raumes aus verschiedenen Winkeln. Die Naturwissenschaft steht nicht im Widerspruch zur Geisteswissenschaft, sondern bestätigt sie in vielen Aspekten. Der Geist ist lebendig und enthält Widersprüche, die durch unterschiedliche Perspektiven sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige, was als Geist erforscht wird, das wirft eigentlich erst auf dasjenige, was uns als Natur umgibt, Licht. Naturwissenschaft wird dadurch nicht entkräftet, aber sie nimmt sich der Geisteswissenschaft gegenüber so aus wie die Anschauung, die jemand hat, der in einem finsteren Zimmer die Gegenstände abtastet, zu dem, der ein Licht anzündet und die Gegenstände beleuchtet. Allerdings, wenn man die Gegenstände im Dunkel abtastet, den einen, einen zweiten, einen dritten – man tastet immer dasselbe. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das bloß abgetastete Zimmer von allen gleich beschrieben ist. Weil Naturwissenschaft in geistigem Dunkel forscht, sind die Begriffe von selbst immer die gleichen, weil, wenn man ein Licht anzündet, man da und dort hinleuchten kann, wird die Konfiguration von den verschiedenen Punkten aus verschieden sein. Daher der leicht auffindbare, aber durchaus nicht treffende Einwand, den man gewöhnlich macht, dass der eine Geistesforscher dieses, der andere jenes spricht. Das ist der Fall, aber es ist der Fall aus dem Grunde, weil der Geistesforscher zunächst auch geistig von einem bestimmten Gesichtspunkte aus das Licht entzündet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt einen Ausweg. Und gerade die Richtung, die ich selber vertrete, sucht diesen Ausweg. Die Menschen scheuen sich vor der inneren Seelendramatik, vor der Erkenntnisdramatik, die man durchmachen muss, weil sie fürchten, in das Subjektive hineinzukommen. Das ist ein Übergang, aber dann kommt man in ein Gebiet, wo der Geist das Objektive ist, wo der Geist von allen Seiten gleich beschrieben werden kann, wie die Sinneswelt beschrieben werden kann. Wenn man in einem Zimmer ein Licht anzündet, hat man allerdings nur einen gewissen Aspekt von dem Zimmer. Dreht man das Licht herum, dann widersprechen sich die Eindrücke; von jedem Orte sieht das Zimmer anders aus, aber man bekommt so allmählich einen objektiven Überblick über das ganze Zimmer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sucht insbesondere jene geisteswissenschaftliche Richtung, die von mir angestrebt wird, zwar die geistesforscherischen Methoden anzuwenden und alles mit dem Lichte des Geistes zu beleuchten, aber es wird versucht, das von verschiedenen Gesichtspunkten aus zu tun. Dadurch kommt eine andere Misere heraus, aber das ist nicht weiter schlimm, dass, während man sonst sagt, dass man bei einem Geistesforscher, der die verschiedenen Standpunkte einnimmt, sagt, er widerspreche sich selber. Er widerspricht sich selber, aber er tut es, um allmählich zu charakterisieren. Das liegt den neuerdings so beliebt gewordenen Kritiken meiner Weltanschauung zugrunde, wo Widersprüche aufgesucht werden. Diese Widersprüche sind nicht mehr wert als vier Fotografien von vier Seiten eines Raumes. Der Geistesforscher muss sich in einer gewissen Weise widersprechen, indem er das Leben von verschiedenen Standpunkten aus charakterisiert. Mögen dann nur unverständige Leute kommen – gerade durch das Vorhandensein verschiedener Bilder, die der Geistesforscher gibt, will er seine Objektivität zeigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der gewöhnlichen physischen Sinneswelt ist es ja so, dass man dem nicht ausgesetzt zu sein braucht, wenn man bloß äußerliche Tatsachen beschreibt. Aber es kommt anders bei dem Geistigen. Der Geist ist ein Lebendiges, und das Lebendige hat seine Widersprüche. Überhaupt ist es auch sonst so, dass derjenige, der die Geisteswissenschaft kennt, dann sorgfältig und gewissenhaft in die Denkungsart der Naturwissenschaft sich hineinvertieft, wie sie in der Gegenwart ausgebildet ist, der findet, dass die Naturwissenschaft bis in alle Einzelheiten hinein nicht nur nicht in Widerspruche steht mit der Geisteswissenschaft, sondern vollständig eine Bestätigung ist alles desjenigen, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat.|71b|51ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie im Wandel der Zeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gibt zwar absolute Wahrheiten, aber sie können der Menschheit nicht ohne weiteres zu jeder Zeit überliefert werden. Jede Zeit muß ihre besonderen Verrichtungen, ihre besonderen Wahrheiten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum dürfen wir heute über Reinkarnation und so weiter sprechen? Warum dürfen wir in einer solchen Versammlung zusammensitzen und Geisteswissenschaft pflegen? Wir dürfen das, weil alle die Seelen, die heute in Ihnen sind, in so und so vielen Körpern so und so oft auf der Erde inkarniert waren. Gar manche von den Seelen, die heute in Ihnen sind, haben einstmals gelebt innerhalb der germanischen Länder, wo die Druidenpriester unter sie getreten sind und das, was geistige Weisheit ist, in Form von Mythen und Sagen an die Seele herangebracht haben. Und weil die Seele das dazumal in jener Form aufgenommen hat, ist sie heute in der Lage, das in einer anderen Form, in anthroposophischer Form aufzunehmen. Damals im Bilde, heute in der Form der Anthroposophie. Aber nicht hätte damals die Wahrheit in der heutigen Form vorgetragen werden können. Sie dürfen nicht glauben, daß der alte Druidenpriester die Wahrheit hätte in dieser Form verkünden können, wie es heute geschieht. Aber Anthroposophie ist diejenige Form, die für die heutigen oder unmittelbar kommenden Menschen taugt. In späteren Inkarnationen wird in ganz anderen Formen die Wahrheit verkündet und für sie gewirkt werden, und das, was man heute Anthroposophie nennt, wird als eine Erinnerung erzählt werden, wie man heute die Sagen und Märchen erzählt. So unsinnig darf der Anthroposoph nicht sein, zu sagen: Es hat in alten Zeiten nur Dummheiten und kindliche Anschauungen gegeben, und «nur wir haben es heute so herrlich weit gebracht». - Das tun zum Beispiel diejenigen, die vorgeben, Monisten zu sein. Wir aber arbeiten in der Geisteswissenschaft, um die nächste Epoche vorzubereiten. Denn würde unsere Epoche nicht da sein, so würde die nächste eben auch nicht kommen. Aber auch keiner darf die Gegenwart mit der Zukunft entschuldigen. Auch mit der Reinkarnationslehre wird da viel Unfug getrieben. Es sind mir Menschen vorgekommen, die gesagt haben, sie brauchten in ihrer heutigen Inkarnation noch keine anständigen Menschen zu sein, dafür hätten sie noch später Zeit. Wenn man aber heute damit nicht beginnt, dann wird die Folge davon gerade in der nächsten Inkarnation eintreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen wir uns klar sein, daß es etwas Absolutes in den Formen der Wahrheit nicht gibt, sondern daß jedesmal das erkannt wird, was einer gewissen Epoche der Menschheit entspricht.|103|95}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie als Kosmosophie ===&lt;br /&gt;
Anthroposophie ist notwendig zugleich auch &#039;&#039;&#039;Kosmosophie&#039;&#039;&#039; (von {{ELSalt|κόσμος}} &#039;&#039;kósmos&#039;&#039; „Welt[-ordnung]“, auch „Schmuck“, „Anstand“ und {{polytonisch|σοφία}} &#039;&#039;sophίa&#039;&#039; „[[Weisheit]]“), da sie anders als die herkömmliche [[Kosmologie]] stets die [[Entwicklung]] des [[Mensch]]en mit der [[Weltentwicklung]] zusammenschaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Durch unsere Erinnerung im Inneren verstehen wir unser Erleben. Durch unsere gesamte menschliche Organisation verstehen wir, wenn wir sie richtig anzuschauen wissen, den Weltenprozeß. Aber das ist erst Anthroposophie, wenn man den Menschen durch und durch verstehen kann. Aber Anthroposophie ist damit zu gleicher Zeit Kosmosophie. Denn so wie Erinnerung von uns Vergegenwärtigung unseres Lebens ist, so ist anthroposophische Erkenntnis Welterinnerung, Vergegenwärtigung des gesamten Weltenprozesses, Kosmosophie. Beide sind in Trennung voneinander gar nicht zu denken. Kosmosophie und Anthroposophie gehören zusammen. Der Mensch ist in der Welt, die Welt im Menschen zu finden. Daher ist es auch nicht Anthropomorphismus in meiner «Geheimwissenschaft», wenn, indem die Entwickelung gegeben ist durch Saturn, Sonne, Mond und so weiter, zu gleicher Zeit eine Menschheitsentwickelung gegeben ist. Weltenentwickelung ist gegeben, Menschheitsentwickelung ist gegeben, weil, je weiter man eindringt in die Geheimnisse des Daseins, um so mehr fließen Welt und Mensch zusammen; um so mehr zeigt sich, daß jene Trennung, die wir für unser Erdenleben haben zwischen Welt und Mensch, eigentlich nur eine Täuschung ist; daß der Mensch der Welt, die Welt dem Menschen angehört, in der Welt der Mensch, im Menschen die Welt zu finden ist.|208|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie als evolutionäre Wissenschaft ===&lt;br /&gt;
{{#lst:Evolution|Evolution}}&lt;br /&gt;
{{#lst:Evolution|Involution}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie als Weg zur Selbsterkenntnis ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Vortrag in Berlin am 3. Februar 1913 anlässlich der ersten Generalversammlung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] das Wesen der Anthroposophie als Weg zur [[Selbsterkenntnis]] des [[Mensch]]en, der den Anforderungen des gegenwärtigen [[Bewusstseinsseelenzeitalter]]s angemessen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Lernen werden die Menschen, wie tief in der Gesamtwesenheit des Menschen das begründet ist, was wir durch unsere Anthroposophie vortragen. Was wir durch Anthroposophie aufnehmen, ist das Wesen von uns selbst, das erst bis an den Menschen heranschwebte als Sophia, als Philosophia, um sich zu zeigen wie eine himmlische Göttin, zu der er in ein persönliches Verhältnis kommen konnte, das lebte. Dieses wird er wieder aus sich heraussetzen, wird erkennen in ihr das Spiegelbild seiner Wesenheit, wird es vor sich hinstellen als Ergebnis wahrer Selbsterkenntnis in der Anthroposophie. Wir können ruhig warten, bis die Welt wird prüfen wollen, wie tief begründet, bis in alle Einzelheiten hinein, das ist, was wir zu sagen haben. Denn das ist das Wesen der Anthroposophie, daß ihr eigenes Wesen besteht in dem, was des Menschen Wesen ist. Und das ist das Wesen ihrer Wirksamkeit: daß der Mensch das, was er selber ist, in der Theosophie oder Anthroposophie empfängt und es vor sich hinstellen muß, weil er Selbsterkenntnis üben muß.|R. Steiner: &#039;&#039;Das Wesen der Anthroposophie&#039;&#039;, 3. Februar 1913, Berlin, S. 24f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Hauptsache der Anthroposophie liegt im Leben und nicht in der Form ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie wird nur dann recht verstanden, wenn sie in ihrer lebendigen Entwicklung gesehen wird. Sie strebt nicht an, «absolute Wahrheiten» zu geben, die für alle Zeiten gültig sein sollen, sondern rechnet damit, dass der Geist der Menschheit in beständiger Entwicklung ist und dass folglich diese Wahrheiten für künftige Zeitalter wieder in ganz anderer Form gegeben werden müssen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Es gibt zahlreiche Wege zur Anthroposophie. Man sollte darüber hinauskommen, sich zu stoßen an dem Wesen einzelner Menschen, die Anthroposophen sein wollen, und sollte versuchen, die Anthroposophie wirklich zu erleben. In der Gegenwart ist eigentlich Anthroposophie das einzige, das nicht dogmatisiert, und das nicht darauf erpicht ist, etwas in ganz bestimmter Weise hinzustellen, sondern das bestrebt ist, etwas von verschiedenen Seiten anzuschauen. Die Hauptsache der Anthroposophie liegt im Leben und nicht in der Form. Man ist ja wohl gezwungen, wenn man verstanden werden will, Formen anzuwenden, die gegenwärtig üblich sind.“ {{Lit|{{G|217a|44}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Menschliche Meinungen, namentlich dann, wenn sie&lt;br /&gt;
Weltanschauungsmeinungen sein wollen, fühlen sich nur&lt;br /&gt;
dann befriedigt, wenn sie, in gewissem Sinne und in gewissen&lt;br /&gt;
Grenzen wenigstens, sich sagen können: Ich habe&lt;br /&gt;
Gedanken, die gelten; die sind in sich absolut gültig; die&lt;br /&gt;
habe ich gefunden oder die hat die Wissenschaft oder die&lt;br /&gt;
Religion oder irgend etwas anderes gefunden; aber sie&lt;br /&gt;
gelten, sie gelten absolut in sich. - So steht es um Anthroposophie&lt;br /&gt;
nun nicht. Anthroposophie weiß, daß die Gedanken&lt;br /&gt;
herausgeboren sein müssen in jeder Zeit aus dem,&lt;br /&gt;
was man in einem tieferen Sinne den Geist der Zeit nennen&lt;br /&gt;
kann. Und der Geist der Menschheit ist in fortdauernder&lt;br /&gt;
Entwicklung. So daß dasjenige, was als Meinung&lt;br /&gt;
über die Welt in einem Zeitalter auftritt, eine andere&lt;br /&gt;
Form haben muß als dasjenige, was in solcher Art in&lt;br /&gt;
einem anderen Zeitalter auftritt. Indem Anthroposophie&lt;br /&gt;
heute vor die Welt hintritt, weiß sie, daß nach Jahrhunderten&lt;br /&gt;
dasjenige, was sie heute sagt, in ganz anderer Form&lt;br /&gt;
für ganz andere Menschheitsbedürfnisse und ganz andere&lt;br /&gt;
Menschheitsinteressen wird gesagt werden müssen, daß&lt;br /&gt;
sie nicht «absolute Wahrheiten» anstreben kann, sondern&lt;br /&gt;
daß sie in lebendiger Entwicklung ist.|72|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diese anthroposophische&lt;br /&gt;
Weltanschauung kommt auf die individuellste Weise zustande&lt;br /&gt;
und ist zu gleicher Zeit das Unindividuellste, das sich überhaupt&lt;br /&gt;
nur denken läßt. Sie kann nur dadurch auf die individuellste Art zustande&lt;br /&gt;
kommen, daß sich die Geheimnisse des Weltalls in einer&lt;br /&gt;
menschlichen Seele offenbaren, daß in sie einströmen die großen geistigen&lt;br /&gt;
Wesenheiten der Welt. In der menschlichen Individualität muß&lt;br /&gt;
der Inhalt der Welt erlebt werden auf die individuellste Art, aber zu&lt;br /&gt;
gleicher Zeit muß er erlebt werden mit einem Charakter vollständiger&lt;br /&gt;
Unpersönlichkeit. Wer erleben will den wahren Charakter der Weltgeheimnisse,&lt;br /&gt;
der muß ganz auf demjenigen Gesichtspunkt stehen, von&lt;br /&gt;
dem aus er sich sagt: Wer die eigene Meinung noch achtet, der kann&lt;br /&gt;
nicht zur Wahrheit kommen. - Das ist nämlich das Eigenartige&lt;br /&gt;
anthroposophischer Wahrheit, daß der Beobachter keine eigene Meinung,&lt;br /&gt;
keine Vorliebe für diese oder jene Theorie haben darf, daß er&lt;br /&gt;
durchaus nicht durch seine besondere individuelle Eigentümlichkeit&lt;br /&gt;
diese oder jene Anschauung mehr lieben darf als eine andere. Solange&lt;br /&gt;
er auf diesem Standpunkte steht, ist es unmöglich, daß sich ihm die&lt;br /&gt;
wahren Weltgeheimnisse offenbaren. Er muß ganz individuell erkennen;&lt;br /&gt;
aber seine Individualität muß so weit gediehen sein, daß sie&lt;br /&gt;
nichts mehr von dem Persönlichen, also auch von dem ihm individuell&lt;br /&gt;
Sympathischen und Antipathischen hat. Das muß streng und ernsthaft&lt;br /&gt;
genommen werden. Wer noch irgendwelche Vorliebe hat für diese&lt;br /&gt;
oder jene Begriffe und Anschauungen, wer durch seine Erziehung,&lt;br /&gt;
durch sein Temperament zu dem oder jenem hinneigen kann, der&lt;br /&gt;
wird niemals die objektive Wahrheit erkennen.|117|155f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die objektive [[Wahrheit]], durch die sich der Mensch in die geistigen Welten erheben kann, darf niemals auf persönliche [[Autorität]], sondern nur auf individuelle [[Einsicht]] gegründet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es muß ein Ideal der Mensehen&lt;br /&gt;
sein, die objektive Wahrheit zu durchdringen und anzuerkennen,&lt;br /&gt;
sich zu erheben durch objektive Wahrheit in die geistigen Welten.&lt;br /&gt;
Dem würde ein Hindernis entgegengeschoben werden, wenn man&lt;br /&gt;
irgendeine Wahrheit, die, wie es nicht sein kann in der Zukunft, einseitig&lt;br /&gt;
auf persönliche Autorität begründen wollte!|133|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es treten Menschen&lt;br /&gt;
auf, die das Anthroposophische mit Recht, mit vollem Recht,&lt;br /&gt;
mit Enthusiasmus verkünden. Sie betonen dabei aber, daß sie bei dieser&lt;br /&gt;
Verkündung eine Lehre geben, die ihrer Erfahrung zunächst nicht&lt;br /&gt;
zugänglich sei, die sie vertreten als eine Lehre, die nur dem Geistesforscher&lt;br /&gt;
als solchem zugänglich sei. Dadurch wird ein Konflikt herbeigeführt&lt;br /&gt;
mit der Geisteshaltung der heutigen Zivilisation. Die heutige&lt;br /&gt;
Zivilisation macht dem Menschen einen Vorwurf, wenn er gewissermaßen&lt;br /&gt;
doch auf eine Art Autorität hin irgendeine Weltanschauung&lt;br /&gt;
vertritt. Dieser Vorwurf würde ja wegfallen, wenn man gründlich einmal&lt;br /&gt;
hüben und drüben einsehen würde, daß die Ergebnisse der Geistesforschung,&lt;br /&gt;
wie sie in der Anthroposophie gemeint sind, zwar gefunden&lt;br /&gt;
werden müssen mit Methoden, die der einzelne sich auf verschiedenen&lt;br /&gt;
Wegen aneignen muß, daß diese Ergebnisse aber von dem wirklich unbefangenen&lt;br /&gt;
Menschenverstände, wenn sie einmal da sind, tatsächlich&lt;br /&gt;
auch eingesehen werden können.|257|50f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie sollte eben nicht auf Treu und Glauben angenommen werden, sondern durch eigenes individuelles Verständnis errungen werde. Rudolf Steiner gab sich aber keiner Illusion darüber hin, dass dies noch sehr selten geschieht und Anthroposophie oft nur mit einer Art von religiösem Gefühl aufgefasst wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Anthroposophie wird gelehrt, vorgetragen, in Büchern geschrieben;&lt;br /&gt;
und ich habe die, wie ich glaube, begründete Überzeugung,&lt;br /&gt;
daß in der Art, wie es durch die Fragesteller hier, durch einzelne&lt;br /&gt;
Fragesteller wenigstens, verlangt wird, daß Anthroposophie für den&lt;br /&gt;
einzelnen Menschen ein Wissen sei -, daß ein solches Wissen, ein&lt;br /&gt;
solches Verständnis für die meisten, für sehr viele wenigstens, ja für&lt;br /&gt;
die Majorität derjenigen, die sich heute für Anthroposophie ganz&lt;br /&gt;
intensiv interessieren, noch nicht vorhanden ist. Es gibt heute sehr&lt;br /&gt;
viele Menschen, die eben auf das hin, was sie gehört haben, auf Treu&lt;br /&gt;
und Glauben hin die Anthroposophie annehmen. Aber warum tun&lt;br /&gt;
sie denn das? Warum sind gerade solche Menschen in großer Anzahl&lt;br /&gt;
da, die auf Treu und Glauben die Anthroposophie aufnehmen?&lt;br /&gt;
Sehen Sie, unter denen sind die meisten in einer ganz bestimmten&lt;br /&gt;
Richtung angelegte religiöse Naturen, und ohne daß sie eigentlich&lt;br /&gt;
Anspruch darauf machen, die Dinge gleich bis in den Grund hinein&lt;br /&gt;
zu verstehen, folgen sie der Anthroposophie, weil sie einen gewissen&lt;br /&gt;
religiösen Duktus in der ganzen Führung, möchte ich sagen, der&lt;br /&gt;
anthroposophischen Angelegenheiten verspüren. Es ist gerade eine&lt;br /&gt;
Art religiöses Gefühl, ein religiöses Empfinden, was heute zahlreiche&lt;br /&gt;
von den Menschen zur Anthroposophie bringt, die nicht in der&lt;br /&gt;
Lage sind, die Anthroposophie so zu durchschauen, wie der Botaniker&lt;br /&gt;
die Botanik durchschaut; und das wird ja eigentlich hier&lt;br /&gt;
gefordert.|343a|92f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner wollte die Anthroposophie auch nicht als abgeschlossenes Lehrsystem verstanden wissen; um auf ihr beständig lebendig sich wandelndes, fern jeder Dogmatik stehendes Wesen hinzuweisen, hätte er ihr am liebsten jede Woche einen neuen Namen gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und so handelt es sich darum, daß Anthroposophie in dem&lt;br /&gt;
Augenblicke, wo sie ins Leben eingreifen will, nur allgemein menschlich&lt;br /&gt;
sein will, absehen will von jeder Dogmatik, wiederum das Leben&lt;br /&gt;
selber ergreifen will, darstellen will. [...]&lt;br /&gt;
Und diesen Unterschied der anthroposophischen&lt;br /&gt;
Bewegung gegenüber anderen Bewegungen, den müßte man&lt;br /&gt;
sich bestreben, der Welt klar zu machen: ihr Umfassendes, ihr Unvoreingenommenes,&lt;br /&gt;
ihr Vorurteilsloses, ihr Dogmenfreies: daß sie bloß&lt;br /&gt;
eine Versuchsmethode des allgemein Menschlichen und der allgemeinen&lt;br /&gt;
Welterscheinungen sein will. [...] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so möchte man eigentlich, daß Anthroposophie jede Woche&lt;br /&gt;
einen andern Namen haben könnte, damit sich die Leute gar nicht&lt;br /&gt;
gewöhnen können an all das, was aus einer Namengebung folgt.|259|173f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrheit, als &#039;&#039;freies Erzeugnis des Menschengeistes&#039;&#039; {{Lit|{{G|3|11f|8}}}}, muss im unermüdlichen individuellen Streben nach Wahrhaftigkeit immer wieder neu begründet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es mag manches&lt;br /&gt;
hier zusammengetragen sein über okkulte Dinge. In fünfzig&lt;br /&gt;
Jahren wird man vielleicht diese oder jene Punkte genauer erforscht&lt;br /&gt;
haben, wird dieses oder jenes anders sagen können. Und wenn kein&lt;br /&gt;
Stein zurückbleiben würde von dem, was als Inhalt hier ausgeführt&lt;br /&gt;
worden ist, daß aber das eine zurückbleibt, möchte ich: daß hier inauguriert&lt;br /&gt;
und scharf eingehalten worden ist eine theosophisch-okkultistische&lt;br /&gt;
Bewegung, die einzig und allein begründet sein will auf Wahrhaftigkeit&lt;br /&gt;
und Wahrheit! Und wenn man selbst schon in fünfzig&lt;br /&gt;
Jahren sagen wird: Alles muß korrigiert werden, was die da gesagt&lt;br /&gt;
haben; aber wahr wollten sie sein und nichts passieren lassen als das,&lt;br /&gt;
was wahr sein kann, - dann wäre auch mein Ideal erreicht. Wahrhaftigkeit&lt;br /&gt;
und Wahrheit, daß sie bestehen können auch mit einer&lt;br /&gt;
okkultistischen Bewegung, das sollte einmal, und wenn sich noch so&lt;br /&gt;
viele Stürme dagegen erheben werden, mit unserer Bewegung in der&lt;br /&gt;
Welt - ich will nicht stolz sein und sagen «gezeigt» -, sondern angestrebt&lt;br /&gt;
werden!|133|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gelten auch bezüglich der Anthroposophie die gegen jegliche [[Dogma|Dogmatik]] gerichteten Worte, die der Geisteslehrer [[Benedictus]] im 6. Bild des zweiten Mysteriendramas „[[Die Prüfung der Seele]]“ spricht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;Sie können sich dabei auf jene Worte stützen,&lt;br /&gt;
Die ich im Erdensein gesprochen.&lt;br /&gt;
Sie ahnen nicht, daß diese Worte&lt;br /&gt;
Sich lebend nur erzeugen können,&lt;br /&gt;
Wenn sie im rechten Sinne fortgebildet werden&lt;br /&gt;
Von jenen, welche meiner Arbeit Folger sind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bei jeder anderen Wissenschaft sind auch in der anthroposophischen Geisteswissenschaft [[Irrtum|Irrtümer]] möglich, die einer späteren Korrektur bedürfen; allerdings ist die Gefahr hier nicht so groß wie bei einer Forschung, die sich nur auf äußere Tatsachen stützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Um einem&lt;br /&gt;
möglichen Irrtum vorzubeugen, sei hier gleich gesagt,&lt;br /&gt;
daß auch der geistigen Anschauung keine Unfehlbarkeit&lt;br /&gt;
innewohnt. Auch diese Anschauung kann sich täuschen,&lt;br /&gt;
kann ungenau, schief, verkehrt sehen. Von Irrtum frei ist&lt;br /&gt;
auch auf diesem Felde kein Mensch; und stünde er noch&lt;br /&gt;
so hoch. Deshalb soll man sich nicht daran stoßen, wenn&lt;br /&gt;
Mitteilungen, die aus solchen geistigen Quellen stammen,&lt;br /&gt;
nicht immer völlig übereinstimmen. Allein die Zuverlässigkeit&lt;br /&gt;
der Beobachtung ist hier eine doch weit größere als&lt;br /&gt;
in der äußerlichen Sinnenwelt.|11|23|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hat Rudolf Steiner wiederholt darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse der Geistesforschung zwar nur durch die [[Geistesschau]] gefunden, sehr wohl aber mit gesundem Menschenverstand und sachgemäßer Tatsachenlogik verstanden und auch auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist nicht nötig, daß man dem Geistesforscher blind glaubt. Gewiß,&lt;br /&gt;
zum Entdecken solcher Dinge, wie ich sie dargestellt habe in «Die&lt;br /&gt;
geistige Führung des Menschen und der Menschheit», gehört Geistesforschung.&lt;br /&gt;
Wird das aber dargestellt, dann muß der Geistesforscher&lt;br /&gt;
ganz offen zugestehen demjenigen, der dann die Tatsachen prüft, die&lt;br /&gt;
der Geistesforscher aus dem, was er die höheren Wesenheiten nennt,&lt;br /&gt;
erklären will, der die äußeren Tatsachen sieht, der alles sammeln kann,&lt;br /&gt;
was ihm nur irgend zugänglich ist, er muß ihm zugestehen: Du kannst&lt;br /&gt;
und darfst mir ordentlich auf die Finger klopfen, wenn du irgend&lt;br /&gt;
etwas findest, was den äußeren Tatsachenfolgen widerspricht, die&lt;br /&gt;
eintreten müssen, wenn meine Anschauung richtig wäre.|324|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|&#039;&#039;Erforscht&#039;&#039; können die&lt;br /&gt;
übersinnlichen Tatsachen nur durch die übersinnliche Wahrnehmung&lt;br /&gt;
werden; sind sie aber erforscht und werden sie&lt;br /&gt;
von der Wissenschaft des Übersinnlichen mitgeteilt, so können&lt;br /&gt;
sie &#039;&#039;eingesehen&#039;&#039; werden durch das gewöhnliche Denken,&lt;br /&gt;
wenn dieses nur wirklich unbefangen sein will [...] Wenn&lt;br /&gt;
nun jemand das betrachtet, was er gegenwärtig in bloßer&lt;br /&gt;
sinnlicher Wahrnehmung vor sich hat, und dann dasjenige&lt;br /&gt;
in sich aufnimmt, was die übersinnliche Erkenntnis darüber&lt;br /&gt;
sagt, wie seit urferner Vergangenheit dieses Gegenwärtige&lt;br /&gt;
sich entwickelt habe, so vermag er bei wahrhaft unbefangenem&lt;br /&gt;
Denken sich zu sagen: Erstens ist es durchaus logisch,&lt;br /&gt;
was diese Erkenntnis berichtet; zweitens kann ich einsehen,&lt;br /&gt;
daß die Dinge so geworden sind, wie sie mir eben entgegentreten,&lt;br /&gt;
wenn ich annehme, daß dies richtig sei, was durch&lt;br /&gt;
die übersinnliche Forschung mitgeteilt wird. Mit dem «Logischen» ist natürlich in diesem Zusammenhange nicht gemeint,&lt;br /&gt;
daß innerhalb irgendeiner Darstellung übersinnlicher&lt;br /&gt;
Forschung nicht Irrtümer in logischer Beziehung enthalten&lt;br /&gt;
sein könnten. Auch hier soll von dem «Logischen» nur so&lt;br /&gt;
gesprochen werden, wie man im gewöhnlichen Leben der&lt;br /&gt;
physischen Welt davon spricht. Wie da die logische Darstellung&lt;br /&gt;
als Forderung gilt, trotzdem der einzelne Darsteller&lt;br /&gt;
eines Tatsachengebietes logischen Irrtümern verfallen&lt;br /&gt;
kann, so ist es auch in der übersinnlichen Forschung. Es kann&lt;br /&gt;
sogar vorkommen, daß ein Forscher, der auf übersinnlichen&lt;br /&gt;
Gebieten wahrzunehmen vermag, sich Irrtümern in der&lt;br /&gt;
logischen Darstellung hingibt und daß einen solchen dann&lt;br /&gt;
jemand verbessern kann, der gar nicht übersinnlich wahrnimmt,&lt;br /&gt;
wohl aber die Fähigkeit eines gesunden Denkens hat.|13|142f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unrichtig ist es,&lt;br /&gt;
wenn von dieser oder jener Seite immer wieder und wiederum gesagt&lt;br /&gt;
wird: Ja, wie soll ich denn einsehen, daß das richtig ist, was der oder&lt;br /&gt;
jener als Initiationswissenschaft vorbringt, wenn ich nicht selber in die&lt;br /&gt;
geistige Welt hineinsehen kann. — Unrichtig ist es. Der gesunde Menschenverstand,&lt;br /&gt;
der nicht irregeleitet ist durch irrtümliche natürliche&lt;br /&gt;
oder soziale Ideen von heute, der kann von sich aus entscheiden, ob&lt;br /&gt;
Wahrheitsduktus waltet in dem, was irgend jemand spricht. Irgend&lt;br /&gt;
jemand spricht von geistigen Welten: man muß nur alles zusammen&lt;br /&gt;
nehmen, die Art, wie gesprochen wird, der Ernst, in dem die Dinge aufgefaßt&lt;br /&gt;
werden, die Logik, die entfaltet wird und so weiter, dann wird&lt;br /&gt;
man sich ein Urteil darüber aneignen können, ob dasjenige, was als&lt;br /&gt;
Kunde von der geistigen Welt gebracht wird, Scharlatanismus ist, oder&lt;br /&gt;
ob es einen Fond hat. Dies kann jeder entscheiden, und bei niemandem&lt;br /&gt;
ist ein Hindernis vorhanden, das fruchtbar zu machen im natürlichen&lt;br /&gt;
und im sozialen Denken, was aus dem Quell des geistigen Lebens herausgeholt&lt;br /&gt;
wird von jenen, die berechtigt sind, von dem Prinzip der&lt;br /&gt;
Initiation zu sprechen.|194|198f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Archai als Impulsatoren der modernen Geisteswissenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zum [[4. Jahrhundert n. Chr.]] waren die [[Exusiai]], die [[Geister der Form]], die in der [[Genesis]] als [[Elohim]] bezeichnet werden, die Träger der kosmischen Intelligenz. Dann ging diese Aufgabe auf die [[Archai]], die [[Geister der Persönlichkeit]] über. Dieser Übergabeprozess begann schon in vorchristlicher Zeit und vollendete sich erst im 14. Jahrhundert. Dadurch wurde auch der Zugang des [[Mensch]]en zur Gedankenwelt ein anderer. Empfing man früher die Gedanken von außen wie die [[Sinneswahrnehmung]]en, so traten sie nun immer mehr im Inneren auf und kamen dadurch zunehmend in den Besitz der [[Persönlichkeit]]. {{GZ||222|46ff}} Hemmend steht dem der Einfluss zurückgebliebener Geister der Form {{GZ||222|60ff}}, aber auch durch die sich immer weiter ausbreitende [[Maschine]]nwelt [[ahriman]]ische [[Geister der Finsternis]] gegenüber{{GZ||186|274ff}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als neue Träger der kosmischen Intelligenz steigen die [[Archai]] sehr rasch selbst in die Rangordnung der [[Geister der Form]] auf. Das ist ein bedeutsamer Übergang, denn sie steigen dadurch zugleich von der [[Dritte Hierarchie|dritten]] in die [[zweite Hierarchie]] auf und werden dadurch zu [[schöpferisch]]en Wesenheiten. Als solche sind sie die Impulsatoren der anthroposophischen [[Geisteswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie erinnern sich, wie ich in diesen Tagen ausgeführt habe, daß zum&lt;br /&gt;
Allerwichtigsten, zum Allerwesentlichsten in der Erkenntnis der&lt;br /&gt;
gegenwärtigen Zeit gehört, daß die Menschheit gewissermaßen vor&lt;br /&gt;
einer neuen Offenbarung steht. Es ist diejenige Offenbarung, die geschehen&lt;br /&gt;
soll, und in gewisser Beziehung auch schon geschieht, durch&lt;br /&gt;
die Geister der Persönlichkeit, welche, wenn man sich so ausdrücken&lt;br /&gt;
will, zu der Würde von Schöpfern aufsteigen, während wir als Schöpfer&lt;br /&gt;
im Weltengange der Menschheit bisher nur haben ansprechen&lt;br /&gt;
können diejenigen Geister, welche in der Bibel die Elohim genannt&lt;br /&gt;
werden, die wir die Geister der Form nennen. Etwas Schöpferisches&lt;br /&gt;
also wird auftauchen innerhalb desjenigen, was der Mensch beim Verfolgen&lt;br /&gt;
der Außenwelt bemerken kann.|187|164f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn wir alles das, was wir da geisteswissenschaftlich betrachten&lt;br /&gt;
können, ins Auge fassen, so können wir die Geister der Form eben&lt;br /&gt;
schöpferische Geister nennen. Ihnen verdankt der Mensch vor allen&lt;br /&gt;
Dingen sein Dasein, so wie er als Erdenmensch ist. Bis zu unserem&lt;br /&gt;
Zeitalter aber waren die Geister der Persönlichkeit nicht schöpferische&lt;br /&gt;
Geister. Sie waren Geister, welche verschiedene Angelegenheiten vom&lt;br /&gt;
geistigen Reiche aus ordneten. Sie können ja nachlesen in meiner&lt;br /&gt;
«Geheimwissenschaft» über die Tätigkeit dieser Geister der Persönlichkeit.&lt;br /&gt;
Aber es beginnt die Zeit, wo sie zunächst wirklich einzugreifen&lt;br /&gt;
haben in das Schöpferische der Menschheitsentwickelung.&lt;br /&gt;
Später werden sie auch in das Schöpferische der anderen Reiche einzugreifen&lt;br /&gt;
haben. Es findet ja Entwickelung statt im Hierarchischen.&lt;br /&gt;
Die Geister der Persönlichkeit steigen zu einer schöpferischen Tätigkeit&lt;br /&gt;
auf. Das weist überhaupt hin auf ein bedeutsames Geheimnis in&lt;br /&gt;
der Menschheitsentwickelung. Wer nicht in oberflächlicher Naturbetrachtung,&lt;br /&gt;
wie sie heute gang und gäbe ist, die Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
zu umfassen sucht, sondern wer sie mit geisteswissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Impulsen innerlich anschaut, der weiß, daß seit dem Beginne&lt;br /&gt;
der jetzt oft von verschiedenen Gesichtspunkten besprochenen fünften&lt;br /&gt;
nachatlantischen Zeit in dem Menschen etwas zu ersterben beginnt.&lt;br /&gt;
Mit diesem Ersterben, ich möchte sagen, mit diesem Abgelähmtwerden&lt;br /&gt;
von etwas in unserer Natur, mit dem hängt im Grunde unser&lt;br /&gt;
ganzer Fortschritt auch im Seelischen und Geistigen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind nicht mehr in demselben Sinne lebendige Menschenwesen,&lt;br /&gt;
wenn ich es kraß ausdrücken will, wie es die Menschen vor Jahrhunderten&lt;br /&gt;
oder gar vor Jahrtausenden waren. Die hatten stärkere&lt;br /&gt;
Vitalität in sich, stärkere Kraft in sich, Kraft, die vom bloßen Leiblichen&lt;br /&gt;
ausging. Der Mensch kennt ja das Sterben nur, wenn es in der&lt;br /&gt;
radikalen Form des Auf hörens des Erdenlebens auftritt. Allein, Sie&lt;br /&gt;
wissen aus den geisteswissenschaftlichen Betrachtungen, daß in uns&lt;br /&gt;
fortwährend etwas stirbt. Und wenn nicht fortwährend etwas stürbe,&lt;br /&gt;
so hätten wir kein Bewußtsein. Bewußtsein hängt zusammen gerade&lt;br /&gt;
mit dem Ersterben von etwas in uns. Aber dieses Ersterben, dieser&lt;br /&gt;
Prozeß des Ersterbens, der ist jetzt stärker, als er zum Beispiel im&lt;br /&gt;
ersten christlichen Jahrhundert oder gar in den vorchristlichen Jahrhunderten&lt;br /&gt;
war. Dasjenige, was im Menschen von den schöpferischen&lt;br /&gt;
Geistern als Geistern der Form herrührte, das beginnt, wenn ich so&lt;br /&gt;
sagen darf, stark zu sterben, und neues Schöpferisches muß der Menschennatur&lt;br /&gt;
eingefügt werden, Schöpferisches, das zunächst vom Geistigen&lt;br /&gt;
auszugehen hat. Es ist in der Tat so, daß dem Menschen, der&lt;br /&gt;
sich nicht dagegen sträubt, von unserem Zeitalter ab schöpferische&lt;br /&gt;
Kräfte aus dem Geiste heraus zufließen. Diese schöpferischen Kräfte&lt;br /&gt;
sucht Geisteswissenschaft zu verstehen. Sie sucht das, was hereindringt&lt;br /&gt;
aus Welten, die bisher nicht ihre Impulse in die Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
einfließen ließen, was als neues Geistiges in die Zeitentwickelung&lt;br /&gt;
eintritt, denkend, schauend zu erfassen. Und das ist&lt;br /&gt;
eigentlich, was im wirklich modernen Sinne orientierte Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
ist. Also die tritt nicht auf wie irgendein anderes, sei es wissenschaftliches&lt;br /&gt;
oder sonstiges Programm, sondern die tritt gewissermaßen&lt;br /&gt;
auf, weil die Himmel neue Offenbarungen den Menschen zusenden,&lt;br /&gt;
und weil diese neuen Offenbarungen verstanden werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nicht in diesem Sinne die Aufgabe der anthroposophisch&lt;br /&gt;
orientierten Geisteswissenschaft versteht, der versteht sie überhaupt&lt;br /&gt;
nicht. Denn diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
würde schweigen, wenn sie nicht Neues, eben erst Hereinbrechendes,&lt;br /&gt;
wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, von den Himmeln der&lt;br /&gt;
Menschheit sich Offenbarendes zu verkünden hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was sich offenbart durch den Schleier der Erscheinungen, das&lt;br /&gt;
ist der Ausdruck eines neuen schöpferischen Prinzips, das besorgt&lt;br /&gt;
wird durch die Geister der Persönlichkeit. Damit hängt es zusammen,&lt;br /&gt;
daß gerade dieses unser Zeitalter, von dem wir ja sagten, daß es begonnen&lt;br /&gt;
habe mit dem fünfzehnten nachchristlichen Jahrhundert, als&lt;br /&gt;
seine charakteristische Eigenschaft die Ausprägung der Impulse der&lt;br /&gt;
Persönlichkeit hat. Die Persönlichkeit will sich, wenn ich den trivialen&lt;br /&gt;
Ausdruck gebrauchen darf, auf die eigenen Füße stellen, und wird das&lt;br /&gt;
immer mehr und mehr wollen in das dritte Jahrtausend hinein. Dann&lt;br /&gt;
werden andere Impulse nach Vollendung der Persönlichkeit auftreten.|186|272f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Urwesen}}Diese Wirkung der zu schöpferischen Wesenheiten aufgestiegenen [[Archai]] offenbart sich schon in dem [[Reines Denken|reinen Denken]], das aus der allen Menschen gemeinsamen [[Ideenwelt]] schöpft, wie es [[Rudolf Steiner]] bereits in seiner «[[Philosophie der Freiheit]]» beschrieben hat. Dort heißt es:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Jeder Mensch umspannt mit seinem&lt;br /&gt;
Denken nur einen Teil der gesamten Ideenwelt, und insofern&lt;br /&gt;
unterscheiden sich die Individuen auch durch den tatsächlichen&lt;br /&gt;
Inhalt ihres Denkens. Aber diese Inhalte sind in&lt;br /&gt;
einem in sich geschlossenen Ganzen, das die Denkinhalte&lt;br /&gt;
aller Menschen umfaßt. Das gemeinsame Urwesen, das alle&lt;br /&gt;
Menschen durchdringt, ergreift somit der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Denken. Das mit dem Gedankeninhalt erfüllte Leben in der&lt;br /&gt;
Wirklichkeit ist zugleich das Leben in Gott.|4|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass „&#039;&#039;&#039;das gemeinsame Urwesen, das alle Menschen durchdringt&#039;&#039;&#039;“ tatsächlich auf die Archai hinweist, erhellt sich aus Rudolf Steiners Antwort auf eine diesbezügliche Frage von [[Walter Johannes Stein]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Da durfte ich an Rudolf Steiner einmal die Frage richten nach diesem&lt;br /&gt;
Wesen, und er gab mir die Antwort: «Das ist eine Art Gruppenseele&lt;br /&gt;
der Menschheit, das ist der älteste der Archai, der eben auf dem&lt;br /&gt;
Wege ist, ein Geist der Form zu werden.»| Thomas Meyer (Hg.): &#039;&#039;Walter Johannes Stein - Rudolf Steiner. Dokumentation eines wegweisenden Zusammenwirkens&#039;&#039;, S. 284}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann man Zugang zur Anthroposophie finden? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gibt heute viele Weltanschauungen, und ihre Vertreter treten unter die Menschen hin, um zu lehren eine bestimmte Wahrheit, und meinen, die Menschen müssten unter allen Umständen diese Wahrheit aufnehmen. Der Theosoph will nicht sein ein dogmatischer Lehrer; er will sein ein Erzähler von den Tatsachen der geistigen Welten. Ein bedeutender Franzose hat einmal gegenüber den Tatsachen der sinnlichen Welt das Wort geprägt: «Ich lehre nicht, ich erzähle.»&amp;lt;ref&amp;gt;Ein bedeutender Franzose … «Ich lehre nicht, ich erzähle»: [[Michel de Montaigne]] (1533–1592) beginnt seinen Essai «Du Repentir» mit den Worten: «Ich lehre nicht, ich erzähle.» – «Les autres forment l‘homme; je le récite», in: Essais (III, 2: «Du Repentir». In: Montaigne: Œuvres completes. Ed. par A. Thibaudet et M. Rat, Paris 1962, Bibliothèque de la Pléiade 14, S. 782). Goethe zitierte diese Worte am Schluss des ersten und zu Beginn des zweiten Abschnitts in seinem Bericht über den französischen Akademiestreit von 1830; siehe: GA 1a, S. 395 f. bzw. Goethes Werke (Hamburger Ausgabe), hrsg. v. E. Trunz, Bd. XIII, Hamburg 1955, S. 228. Rudolf Steiner schrieb wohl in Anlehnung an Montaigne und Goethe in einem Brief an Rosa Mayreder vom 4. November 1894 über seine Philosophie der Freiheit: «Ich lehre nicht; ich erzähle, was ich innerlich durchlebt habe. Ich erzähle es so: wie ich es gelebt habe. Es ist alles in meinem Buche persönlich gemeint. Auch die Form der Gedanken.» &amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelt sich durchaus darum, dass zur Theosophie gerade die herankommen, die durch ihre Gesinnung schon hingewiesen sind auf die Tatsachen, die ihr zugrunde liegen, welche durch ihre ganze Empfindungsweise schon genügend auf sie hingewiesen sind, auf das, was der Mitteiler zu sagen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Menschen gibt es solche, die vielleicht hineinschauen können in die geistigen Welten. Das sind sehr wenige. Zweitens gibt es solche, die aus wissenschaftlichen Gründen die Logik der geistigen Welten anerkennen. Deren gibt es auch nur wenige, da die Wissenschaft heute noch eine Unsumme von Vorurteilen hat. Viele gibt es aber, die aus einem gewissen Wahrheitsgefühl, aus der Ahnung ihrer Seele heraus zur Theosophie hinkommen. Mancher Wissenschaftler wird noch mit einem gewissen Lächeln an die Theosophie herankommen; er bedenkt aber nicht, dass die menschliche Seele nicht auf Unwahrheit, sondern auf Wahrheit angelegt ist. Wenn die menschliche Seele nicht durch Vorurteile befangen ist, so findet sie den geraden Weg, da sie zur Wahrheit angelegt ist. Jeder muss zur Theosophie freiwillig hinkommen. Jeder, in dem irgendeiner der drei angeführten Gründe wirksam ist, der kommt zur Theosophie.|68d|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbstständiges Weiterdenken der Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, das die unverzichtbare Grundlage der Anthroposophie ist. Diese kann sich aber selbstverständlich nicht darin erschöpfen, dieses Werk beständig zu zitieren und zu rezitieren. Fruchtbar wird die Anthroposophie nur dort, wo sie selbstständig weitergedacht wird. Darauf hat Rudolf Steiner nachdrücklich hingewiesen. Die Basis dazu können insbesondere die grundlegenden Schriften Rudolf Steiners bilden, insbesondere die «[[GA 9|Theosophie]]», die «[[GA 13|Die Geheimwissenschaft im Umriss]]» und «[[GA 10|Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?]]» und  auch die vier [[Mysteriendramen]], die sehr konkret dazu einladen, im aktiven Mitvollzug selbstständig weiter verarbeitet zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ja, das Idealste wäre, wenn das Studium eines solchen Buches, wie&lt;br /&gt;
die «Theosophie» es ist, so eifrig betrieben würde, daß gar mancher&lt;br /&gt;
Leser selber aus solchen Andeutungen, wie sie dort gegeben sind, auf&lt;br /&gt;
so etwas kommen würde, wie es jetzt auseinandergesetzt worden ist.&lt;br /&gt;
Es liegt vieles in diesen Büchern drin, und man könnte schon durchaus&lt;br /&gt;
nur durch eigenes Lesen darauf kommen, wenn man mit dem&lt;br /&gt;
Herzen, mit dem ganzen inneren seelischen Erleben liest. Aber Bücher,&lt;br /&gt;
die auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft geschrieben sind,&lt;br /&gt;
die werden in der Regel ja nicht mit der für sie nötigen Aufmerksamkeit&lt;br /&gt;
gelesen. Das werden sie wirklich nicht, denn sonst hätten,&lt;br /&gt;
nachdem «Theosophie» und «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren&lt;br /&gt;
Welten?» und vielleicht auch noch die «Geheimwissenschaft&lt;br /&gt;
im Umriß» geschrieben worden sind, alle Zyklen von irgend jemand&lt;br /&gt;
anderem geschrieben oder gehalten werden können als von mir selber.&lt;br /&gt;
Es steht im Grunde genommen alles in diesen Büchern drin,&lt;br /&gt;
man glaubt es nur gewöhnlich nicht. Und wie vieles könnte erst geschrieben&lt;br /&gt;
werden, wenn alles herausgeholt würde, was in den vier&lt;br /&gt;
Mysteriendramen enthalten ist! Ich sage das nicht, um zu renommieren&lt;br /&gt;
- ich habe schon genugsam über die Demut des Okkultisten,&lt;br /&gt;
des Geistesforschers gesprochen - , ich sage es, um anzueifern zum&lt;br /&gt;
wirklichen Lesen dieser Schriften, die gerade in unserer Zeit gegeben&lt;br /&gt;
werden mußten, und an denen man persönlich eigentlich so wenig&lt;br /&gt;
wie nur möglich Verdienst hat.|156|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essentiell ist das selbstständige Weiterdenken der Anthroposophie:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun liegen die Sachen doch so, daß mit Bezug auf das Weltan­schauungsleben man immer sagen muß: Wer in irgendeinem Zeit­punkte in der Menschheitsentwickelung drinnensteht, der kommt zu gewissen Anschauungen. Gewisse Perspektiven dieser Anschauungen sieht er dann nicht; diese sehen dann die Späteren. Man möchte sagen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Späteren ist es immer aufbewahrt, gründlicher, wahrer irgend etwas zu sehen, als derjenige sehen kann, der gewisse Dinge aus­sprechen muß in einem gewissen Zeitpunkte der Menschheitsent­wickelung. - Und über diese Tatsache kommt man nicht hinweg. Und gut ist es, wenn insbesondere auf unserem anthroposophischen Standpunkte das der Fall ist, was ich öfter schon erwähnt habe, wenn auf unserem anthroposophischen Standpunkte bewußt und gründlich erkannt wird: Auch dasjenige Wissen, das man in der Gegenwart, und sei es auch ein noch so ausgeprägtes, über spirituelle Dinge erwerben kann, es darf nicht aufgefaßt werden wie eine Summe von absoluten Dogmen. Man muß sich klar sein darüber, daß Spätere in kommenden Zeiten auftreten werden, die gerade an dem, was wir heute vorzubringen in der Lage sind, Wahreres sehen werden, als wir selbst sehen können. Darauf beruht eigentlich die geistige Ent­wickelung der Menschheit.|184|12f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie und Lebenspraxis ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anthroposophische Geisteswissenschaft wurde von Rudolf Steiner nicht als theoretisches Lehrgebäude konzipiert, sondern zielt darauf ab, in der unmittelbaren Lebenspraxis fruchtbar zu werden. Steiner hat dazu folgende Devise formuliert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eine Devise muß aus geisteswissenschaftlicher Gesinnung die&lt;br /&gt;
Menschen ergreifen, sonst wird kein Fortschritt in unserer heillosen&lt;br /&gt;
Zeit möglich sein. Und diese Devise muß sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;Suchet das wirklich praktische materielle Leben,&lt;br /&gt;
Aber suchet es so, daß es euch nicht betäubt&lt;br /&gt;
   über den Geist, der in ihm wirksam ist.&lt;br /&gt;
Suchet den Geist,&lt;br /&gt;
Aber suchet ihn nicht in übersinnlicher Wollust,&lt;br /&gt;
   aus übersinnlichem Egoismus,&lt;br /&gt;
Sondern suchet ihn,&lt;br /&gt;
Weil ihr ihn selbstlos im praktischen Leben,&lt;br /&gt;
   in der materiellen Welt anwenden wollt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wendet an den alten Grundsatz:&lt;br /&gt;
«Geist ist niemals ohne Materie, Materie niemals&lt;br /&gt;
   ohne Geist» in der Art, daß ihr sagt:&lt;br /&gt;
Wir wollen alles Materielle im Lichte des Geistes tun,&lt;br /&gt;
Und wir wollen das Licht des Geistes so suchen,&lt;br /&gt;
Daß es uns Wärme entwickele für unser praktisches Tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geist, der von uns in die Materie geführt wird,&lt;br /&gt;
Die Materie, die von uns bearbeitet wird bis zu ihrer Offenbarung,&lt;br /&gt;
Durch die sie den Geist aus sich selber heraustreibt;&lt;br /&gt;
Die Materie, die von uns den Geist offenbart erhält,&lt;br /&gt;
Der Geist, der von uns an die Materie herangetrieben wird,&lt;br /&gt;
Die bilden dasjenige lebendige Sein,&lt;br /&gt;
Welches die Menschheit zum wirklichen Fortschritt bringen kann,&lt;br /&gt;
Zu demjenigen Fortschritt, der von den Besten&lt;br /&gt;
   in den tiefsten Untergründen der&lt;br /&gt;
   Gegenwartsseelen nur ersehnt werden kann.&amp;lt;/poem&amp;gt;|297|116f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat sich die Anthroposophie in vielen Lebensbereichen als fruchtbar erwiesen (→ [[#Bereiche|Bereiche]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung und Bedeutung des Begriffes Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbatel Wissenschaft des Guten.jpg|mini|300px|Arbatel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff, auf den das Wort „Anthroposophie“ hindeutet, wurde nicht von Rudolf Steiner geprägt, sondern kann bis in die [[frühe Neuzeit]] zurück verfolgt werden. Schon in einem anonymen Buch mit dem Titel &#039;&#039;[[Arbatel|Arbatel de magia veterum, summum sapientiae studium]]&#039;&#039; (1575), das dem [[Esoterik|Esoteriker]] und [[Neuplatonismus|Neuplatoniker]] [[Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim]] zugeschrieben wird, wird die Anthroposophie (Anthroposophiam, &#039;&#039;Menschliche Weisheit&#039;&#039;) ebenso wie die [[Theosophie]] der „Wissenschaft des Guten“ zugerechnet und mit „Kenntnis der Natur und der natürlichen Dinge“ bzw. „Klugheit in menschlichen Angelegenheiten“ übersetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wikipedia:1650|1650]] veröffentlichte der [[Wikipedia:Wales|walisische]] [[Wikipedia:Poet|Poet]] und [[Alchemist]] [[WikipediaEN:Thomas Vaughan (philosopher)|Thomas Vaughn]] (1622–1666) unter dem [[Wikipedia:Pseudonym|Pseudonym]] &#039;&#039;„Eugenius Philalethes“&#039;&#039; das mystisch-magische Werk &#039;&#039;«Anthroposophia Theomagica Or a Discourse of the Nature of Man and His State After Death».&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.rexresearch.com/alchemy6/anthrotheo.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://archive.org/details/anthroposophiath00vaug&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 19. Jahrhunderts übernahm der Schweizer Arzt und Philosoph [[Ignaz Paul Vitalis Troxler|I.P.V. Troxler]] (1780-1866) den Begriff „Anthroposophie“ und ordnete ihn der &#039;&#039;Biosophie&#039;&#039; zu &#039;&#039;(Elemente der Biosophie,&#039;&#039; 1806). Im Sinne der Vorläufer der [[Lebensphilosophie]], vor allem des [[Naturphilosophie|Naturphilosophen]] [[Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling|Schelling]], bei dem Troxler studiert hatte, sollte Biosophie „Naturerkenntnis durch Selbsterkenntnis“ bedeuten. Die Erkenntnis der menschlichen Natur nannte Troxler Anthroposophie. Die Philosophie – und alle Philosophie sei Naturerkenntnis – muss ihm zufolge zur Anthroposophie werden. Diese wird als eine „objektivierte [[Anthropologie]]“ vorgestellt, die vom „ursprünglichen Menschen“ ausgehen soll. In der menschlichen Natur vereinen sich demzufolge in einem mystischen Vorgang Gott und Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Immanuel Hermann Fichte]] verwendete den Begriff 1856 in &#039;&#039;„Anthropologie – Die Lehre der menschlichen Seele“&#039;&#039; und bezeichnete damit eine „gründliche Selbsterkenntniss des Menschen“, die „nur in der erschöpfenden Anerkenntnis des Geistes“ liege. Wahrhaft gründlich oder ergründend könne sich der „Menschengeist“ aber nicht erkennen, ohne damit der „Gegenwart oder Bewährung des göttlichen Geistes an ihm inne zu werden“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von [[Rudolf Steiner]] sehr geschätzte [[Religionsphilosophie|Religionsphilosoph]] [[Gideon Spicker]] (1872-1920) und späteres Vorbild des [[Doktor Strader]] in Steiners [[Mysteriendramen]], strebte eine „Religion in philosophischer Form auf naturwissenschaftlicher Grundlage“ an. Er sah den Konflikt zwischen Glauben und Wissen, zwischen Religion und Naturwissenschaft als das Grundproblem seines Lebens und Denkens an und formulierte das Programm einer Anthroposophie, die er ebenfalls im Sinne „höchster Selbsterkenntnis“ verstand: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Handelt es sich aber in der Wissenschaft um die Erkenntnis der Dinge, in der Philosophie dagegen in letzter Instanz um die Erkenntnis dieser Erkenntnis, so ist das eigentliche Studium des Menschen der Mensch selbst, und der Philosophie höchstes Ziel ist Selbsterkenntnis oder Anthroposophie. Hier ist kein Dualismus mehr möglich. Denn ob mein Vorstellen von der Natur oder die Natur von meiner Vorstellung abhängt; ob ich mich selbst in die Natur hineinschaue oder die Natur in meinen Vorstellungen sich spiegele: in beiden Fällen ist Erkennen und Erkanntes relativ ein und dasselbe.|2=[https://anthrowiki.at/images/7/72Die_Philosophie_des_Grafen_von_Shaftesbury.pdf#page=338 Die Philosophie des Grafen von Shaftesbury, 1872, S. 319]}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spickers Ideal umfasste in der Religion die Einheit von Gott und Welt als selbstverantwortete Erkenntnis unter Anwendung von [[Vernunft]] und [[Erfahrung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der österreichische Philosoph und [[Johann Friedrich Herbart|Herbartianer]] [[Robert Zimmermann]] (1824-98), Schöpfer der „Philosophischen [[Wikipedia:Propädeutik|Propädeutik]]“, wählte die Bezeichnung „Anthroposophie“ 1882 als Titel einer Programmschrift, die ein System idealer Weltsicht auf [[Realismus|realistischer ]]Grundlage zu beschreiben suchte &#039;&#039;(„Anthroposophie im Umriß. Entwurf eines Systems idealer Weltsicht auf realistischer Grundlage“,&#039;&#039; 1882). Zimmermann, bei dem Steiner Philosophie-Vorlesungen hörte, wollte in seinem System über die „Schranken und Widersprüche, die der gemeine Erfahrungsstandpunkt in sich trägt“, hinausgehen und eine „Philosophie des Menschenwissens“ errichten, die als Wissenschaft von der Erfahrung ausgeht, aber, wo es das [[Logik|logische Denken]] erfordert, über sie hinausreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner wählte bereits 1902 den Begriff &#039;&#039;Anthroposophie&#039;&#039; für den Titel von Vorträgen in Berlin.&amp;lt;ref&amp;gt;Erika Beltle und Kurt Vierl (Hrsg.), Erinnerungen an Rudolf Steiner, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 1979, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem auf den 16. September 1902 datierten Brief an [[Wilhelm von Hübbe-Schleiden]] schreibt er:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Außerdem werde ich&lt;br /&gt;
noch irgendwo einen fortlaufenden Kursus halten: «Anthroposophie&lt;br /&gt;
oder die Verbindung von Moral, Religion und Wissenschaft»&lt;br /&gt;
Im Bruno-Bund hoffe ich ebenfalls einen Vortrag zu halten über&lt;br /&gt;
«Brunos Monismus und die Anthroposophie»&amp;lt;ref&amp;gt;Der Vortrag über «Brunos Monismus und die Anthroposophie» fand am 8. Oktober 1902 unter dem geänderten Titel «Theosophie und Monismus» statt. {{Lit|{{BE|121|50}}, {{G|051|311ff}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das ist nur so vorläufig&lt;br /&gt;
Projektiertes.“ {{Lit|{{G|169|80f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 beschrieb Steiner die Anregung durch Zimmermann: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Als es sich vor einer Anzahl von Jahren darum handelte, unserer Sache einen Namen zu geben, da verfiel ich auf einen solchen, der mir lieb geworden war, deshalb, weil ein Philosophie-Professor, dessen Vorträge ich in meiner Jugendzeit gehört habe, Robert Zimmermann, sein Hauptwerk &#039;Anthroposophie&#039; genannt hat. Das war in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
Übrigens führt der Name Anthroposophie weiter&lt;br /&gt;
zurück in der Literatur. Man brauchte ihn auch schon im&lt;br /&gt;
18. Jahrhundert; ja auch früher. Der Name ist also alt;&lt;br /&gt;
wir wenden ihn für Neues an. Uns soll der Name nicht&lt;br /&gt;
bedeuten «Wissen vom Menschen». Das ist die ausdrückliche&lt;br /&gt;
Absicht derjenigen, die den Namen gegeben haben.&lt;br /&gt;
Unsere Wissenschaft selbst führt uns zu der Überzeugung,&lt;br /&gt;
daß innerhalb des Sinnesmenschen ein Geistesmensch lebt,&lt;br /&gt;
ein innerer Mensch, gewissermaßen ein zweiter Mensch.&lt;br /&gt;
Während nun dasjenige, was der Mensch durch seine&lt;br /&gt;
Sinne und durch den an die Sinnesbeobachtung sich haltenden&lt;br /&gt;
Verstand über die Welt wissen kann, «Anthropologie» genannt werden kann, soll dasjenige, was der innere&lt;br /&gt;
Mensch, der Geistesmensch wissen kann, «Anthroposophie»&lt;br /&gt;
genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie ist also das Wissen des Geistesmenschen;&lt;br /&gt;
und es erstreckt sich dieses Wissen nicht bloß über den&lt;br /&gt;
Menschen, sondern es ist ein Wissen von allem, was in der&lt;br /&gt;
geistigen Welt der Geistesmensch so wahrnehmen kann,&lt;br /&gt;
wie der Sinnesmensch in der Welt das Sinnliche wahrnimmt. Weil dieser andere Mensch, dieser innere Mensch,&lt;br /&gt;
der Geistesmensch ist, so kann man dasjenige, was er als&lt;br /&gt;
Wissen erlangt, auch «Geisteswissenschaft» nennen. Und&lt;br /&gt;
der Name Geisteswissenschaft ist noch weniger neu als der&lt;br /&gt;
Name Anthroposophie.“ {{Lit|{{G|35|176f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Im Grunde genommen soll ja Anthroposophie&lt;br /&gt;
nichts anderes sein als jene Sophia, das heißt jener Bewußtseinsinhalt,&lt;br /&gt;
jenes innerlich Erlebte in der menschlichen Seelenverfassung,&lt;br /&gt;
die den Menschen zum vollen Menschen macht. Nicht&lt;br /&gt;
«Weisheit vom Menschen» ist die richtige Interpretation des Wortes&lt;br /&gt;
Anthroposophie, sondern «Bewußtsein seines Menschentums»; das&lt;br /&gt;
heißt, hinzielen sollen Willensumwendung, Erkenntniserfahrung, Miterleben&lt;br /&gt;
des Zeitenschicksals dahin, der Seele eine Bewußtseinsrichtung,&lt;br /&gt;
eine Sophia zu geben.“ {{Lit|{{G|257|76}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eng&lt;br /&gt;
hängt gewissermaßen zusammen die Rettung, das Verständnis des Ereignisses&lt;br /&gt;
von Golgatha mit der anthroposophischen Vertiefung der&lt;br /&gt;
Menschheit, mit einer neuerlichen wirklichen Erkenntnis des Wesens des&lt;br /&gt;
Menschen. Deshalb der Name Anthroposophie, das heißt: Weisheit, die&lt;br /&gt;
entspringt, wenn der Mensch sich in seinem höheren Selbst findet.&lt;br /&gt;
Man kann eigentlich keinen prägnanteren Namen finden als&lt;br /&gt;
«Anthroposophie», wenn man dasjenige Wissen bezeichnen will,&lt;br /&gt;
welches nicht vom Menschen handelt wie die gewöhnliche Geschichte,&lt;br /&gt;
wie die Anthropologie oder ähnliches.|198|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Anthropologie]], [[Theosophie]] und Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die [[Anthropologie]] den sinnenfälligen Menschen durch vorwiegend naturwissenschaftliche Methoden zu erkennen strebt, richtet die [[Theosophie]] ihren Blick auf den nur übersinnlich erfahrbaren, rein geistigen Menschen. Anthroposophie versucht die Kluft zu überbrücken, die sich zwischen diesen beiden gegensätzlichen Betrachtungsweisen auftut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir wollen uns zuerst durch einen Vergleich klarmachen, was Anthroposophie ist. Man kann, wenn man eine Gegend kennenlernen will, alles das, was sich da ausbreitet an Dörfern, Wäldern, Auen, Straßen und so weiter, anschauen, indem man unten herumgeht von Dorf zu Dorf, durch Straße um Straße, durch Auen und Wälder, von Ort zu Ort. Man wird dann jedesmal, je nachdem man sich da oder dort befindet, immer einen kleinen, einen ganz geringen Teil des ganzen Gebietes vor Augen haben. Man kann aber auch hinaufsteigen auf einen Bergesgipfel und kann von diesem hohen Bergesgipfel aus das ganze Land überschauen. Dann werden sich für den gewöhnlichen Blick die Einzelheiten nur sehr undeutlich ausnehmen; dafür wird man aber eine Überschau haben über das Ganze. So etwa könnte man das Verhältnis bezeichnen, welches besteht zwischen dem, was man im gewöhnlichen Leben menschliche Erkenntnis, menschliche Wissenschaft nennt, zu dem, was Theosophie ist. Das gewöhnliche menschliche Erkennen geht in der Welt der Tatsachen herum von Einzelheit zu Einzelheit. Die Theosophie steigt auf einen hohen Bergesgipfel hinauf, und je höher sie hinaufsteigt, desto größer wird der Umkreis, den sie überschaut. Sie muß aber dann besondere Mittel anwenden, um überhaupt noch etwas von dem Unteren zu sehen. Die Mittel, die da angewendet werden müssen, sind oft und oft beschrieben worden, auch in meiner Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Da ist gezeigt, wie es dem Menschen möglich ist, zu diesem idealen Gipfel emporzudringen, ohne daß er die Möglichkeit verliert, unten überhaupt noch etwas zu sehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gibt es aber - und das kann unmittelbar hervorgehen aus diesem Vergleich - noch eine dritte Möglichkeit: Man steigt nicht ganz zum Bergesgipfel hinauf, man bleibt sozusagen in der Mitte stehen. Wenn man unten ist, so sieht man lauter Einzelheiten vor sich; man hat keinen Überblick, und man sieht das Obere von unten her. Wenn man oben ist, hat man nichts über sich außer dem göttlichen Himmel, und man sieht unter sich alles nur undeutlich, verschwommen, in Dunst gehüllt. Wenn man in der Mitte ist, so ist das ein besonderer Standpunkt: man hat etwas unter sich und etwas über sich, und man kann die beiden Aussichten miteinander vergleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[...] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theosophie ist dasjenige, was erforscht wird, wenn der Gott im Menschen spricht. - Das ist im Grunde die wirkliche Definition der Theosophie: Laß den Gott in dir sprechen, und was er dir dann über die Welt sagt, ist Theosophie. Anthroposophie ist damit zu charakterisieren, daß man sagt: Stelle dich in die Mitte zwischen Gott und Natur, laß den Menschen in dir sprechen über das, was über dir ist und in dich hineinleuchtet, und über das, was von unten in dich hineinragt, dann hast du Anthroposophie, die Weisheit, die der Mensch spricht. - Diese Weisheit, die der Mensch spricht, wird einem aber ein wichtiger Stützpunkt und Schlüssel sein können zu dem Gesamtgebiete der Theosophie.|115|16ff}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Der erste Gesichtspunkt, der in solcher Beziehung in&lt;br /&gt;
Betracht kommt, ist derjenige der &#039;&#039;Anthropologie&#039;&#039;. Diese&lt;br /&gt;
Wissenschaft sammelt, was sich der sinnenfälligen Beobachtung&lt;br /&gt;
über den Menschen ergibt und sucht aus den&lt;br /&gt;
Ergebnissen ihrer Beobachtung Aufschlüsse über dessen&lt;br /&gt;
Wesen zu erhalten. […] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anthropologie hält sich gegenwärtig in der Regel&lt;br /&gt;
innerhalb der Grenzen, die man heute als diejenigen der&lt;br /&gt;
naturwissenschaftlichen Methoden ansieht. Ein gewaltiges&lt;br /&gt;
Tatsachenmaterial ist durch sie zusammengetragen&lt;br /&gt;
worden. Trotz der verschiedenen Vorstellungsarten, in&lt;br /&gt;
welchen dieses Material zusammengefaßt wird, liegt in&lt;br /&gt;
demselben etwas vor, das in der segensreichsten Art auf&lt;br /&gt;
die Erkenntnis der menschlichen Wesenheit wirken&lt;br /&gt;
kann. Und fortwährend mehrt sich dieses Material. Es&lt;br /&gt;
entspricht den Anschauungen der Gegenwart, große&lt;br /&gt;
Hoffnungen auf dasjenige zu setzen, was von dieser Seite&lt;br /&gt;
an Aufhellung der Menschenrätsel gewonnen werden&lt;br /&gt;
kann. Und es ist ganz selbstverständlich, daß viele den&lt;br /&gt;
Gesichtspunkt der Anthropologie für ebenso sicher&lt;br /&gt;
halten, wie sie den nächsten, der hier zu charakterisieren&lt;br /&gt;
ist, für einen zweifelhaften ansehen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser andere Gesichtspunkt ist derjenige der &#039;&#039;Theosophie&#039;&#039;.[…]&lt;br /&gt;
Theosophie geht davon aus, daß&lt;br /&gt;
der Mensch vor allem ein geistiges Wesen ist. Und sie&lt;br /&gt;
sucht ihn als solches zu erkennen. Sie hat im Auge, daß&lt;br /&gt;
die menschliche Seele nicht nur wie in einem Spiegel die&lt;br /&gt;
sinnenfälligen Dinge und Vorgänge zeigt und diese verarbeitet,&lt;br /&gt;
sondern daß sie ein eigenes Leben zu führen&lt;br /&gt;
vermag, welches seine Anregungen und seinen Inhalt&lt;br /&gt;
von einer Seite her erhält, die man geistig nennen kann.&lt;br /&gt;
Sie beruft sich darauf, daß der Mensch in ein geistiges&lt;br /&gt;
Gebiet eindringen kann, wie er in ein sinnenfälliges&lt;br /&gt;
dringt. In dem letzteren erweitert sich die Erkenntnis des&lt;br /&gt;
Menschen dadurch, daß er seine Sinne auf immer mehr&lt;br /&gt;
Dinge und Vorgänge richtet, und auf Grund dieser sich&lt;br /&gt;
seine Vorstellungen bildet. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das unmittelbare Erleben der geistigen Erkenntnisse&lt;br /&gt;
erfordert komplizierte Seelenwege und Seelenverrichtungen;&lt;br /&gt;
der Besitz solcher Erkenntnisse ist für jede Seele&lt;br /&gt;
notwendig, welche ein volles Bewußtsein ihrer Menschlichkeit&lt;br /&gt;
haben will. Und ohne ein solches Bewußtsein ist&lt;br /&gt;
ein menschliches Leben von einem bestimmten Punkte&lt;br /&gt;
des Daseins an nicht mehr möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn nun auch die Theosophie Erkenntnisse zu&lt;br /&gt;
liefern vermag, welche den wichtigsten Bedürfnissen der&lt;br /&gt;
Menschenseele Befriedigung gewähren, und welche&lt;br /&gt;
durch den natürlichen Wahrheitssinn und durch die gesunde&lt;br /&gt;
Logik anerkannt werden können: so wird doch&lt;br /&gt;
immer eine gewisse Kluft bleiben zwischen ihr und der&lt;br /&gt;
Anthropologie. Es wird zwar immer folgendes möglich&lt;br /&gt;
sein. Man wird die Ergebnisse der Theosophie über die&lt;br /&gt;
geistige Wesenheit des Menschen aufzeigen können und&lt;br /&gt;
dann in der Lage sein, darauf hinzuweisen, wie die&lt;br /&gt;
Anthropologie alles bestätigt, was die Theosophie sagt.&lt;br /&gt;
Doch wird von dem einen zu dem anderen Erkenntnisgebiete&lt;br /&gt;
ein weiter Weg sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aber möglich, die Kluft auszufüllen. In einer&lt;br /&gt;
gewissen Beziehung soll dies hier durch die Skizzierung&lt;br /&gt;
einer &#039;&#039;Anthroposophie&#039;&#039; geschehen. Wenn Anthropologie&lt;br /&gt;
sich vergleichen läßt mit den Beobachtungen eines Wanderers,&lt;br /&gt;
welcher in der Ebene von Ort zu Ort, von Haus&lt;br /&gt;
zu Haus geht, um eine Vorstellung von dem Wesen eines&lt;br /&gt;
Landstriches zu gewinnen; wenn Theosophie dem Überblick&lt;br /&gt;
gleicht, den man von dem Gipfel einer Anhöhe&lt;br /&gt;
über denselben Landstrich gewinnt: so soll Anthroposophie&lt;br /&gt;
verglichen werden dem Anblick, den man haben&lt;br /&gt;
kann von dem Abhänge der Anhöhe, wo das Einzelne&lt;br /&gt;
noch vor Augen steht, doch sich aber das Mannigfaltige&lt;br /&gt;
schon zu einem Ganzen zusammenzuschließen beginnt.&lt;br /&gt;
Anthroposophie wird den Menschen betrachten, wie&lt;br /&gt;
er sich vor die physische Beobachtung hinstellt. Doch&lt;br /&gt;
wird sie die Beobachtung so pflegen, daß aus der physischen&lt;br /&gt;
Tatsache der Hinweis auf einen geistigen Hintergrund&lt;br /&gt;
gesucht wird. So kann Anthroposophie aus der&lt;br /&gt;
Anthropologie in die Theosophie hinüberleiten.[…]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An sie&lt;br /&gt;
muß sich dann reihen eine [[Psychosophie]], welche das Seelische&lt;br /&gt;
betrachtet, und eine [[Pneumatosophie]], die sich mit&lt;br /&gt;
dem Geist beschäftigt. Damit mündet dann Anthroposophie&lt;br /&gt;
in die Theosophie selbst ein.“ {{Lit|{{G|45|14ff|14}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zu Lebzeiten Rudolf Steiners ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf_Steiner_02.jpg|thumb|[[Rudolf Steiner]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner selbst beschrieb in seiner Autobiographie einen „tiefgehenden Umschwung“ in seinem seelischen Erleben in den Jahren vor der Jahrhundertwende und bezeichnete diese als eine „Prüfungszeit“ mit „harten Seelenkämpfen“, die insbesondere sein Verhältnis zum Christentum betrafen. {{GZ||28|365|387}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1900 wurde der Philosoph und [[Friedrich Nietzsche|Nietzsche]]-Forscher [[Rudolf Steiner]] gebeten, in der [[Theosophie|Theosophischen]] Bibliothek des  [[Cay Lorenz Graf von Brockdorff|Grafen von Brockdorff]] in Berlin einen Vortrag über Friedrich Nietzsche zu halten. Dieser Vortrag fand so großen Anklang, dass man Steiner kurz darauf für ein halbes Jahr engagierte, in wöchentlichen Vorträgen über christliche [[Mystik]] zu sprechen. Es folgte ein weiterer Vortragszyklus, und im Dezember 1901 forderten Brockdorff und seine Gattin Steiner auf, die Leitung der theosophischen Arbeit in Deutschland zu übernehmen, die bisher sie innehatten. Offiziell geschah das dann im Oktober 1902 bei der Gründung der deutschen Sektion der [[Theosophische Gesellschaft|Theosophischen Gesellschaft]] (Adyar-TG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Infolge dieser Voträge wurde ich aufgefordert, in die &amp;quot;theosophische Gesellschaft&amp;quot; einzutreten. Ich kam dieser Aufforderung nach in der Absicht, niemals etwas anderes zu vertreten als den Inhalt dessen, was sich mir als anthroposophische Weltanschauung ergeben hatte. Meine Ansicht war stets, dass ich vor allen Menschen vortragen solle, die mich hören wollen, gleichgültig wie der Parteiname lautet, unter dem sie sich zu irgendeiner Gruppe zusammengeschlossen haben, oder ob sie ohne alle solche Voraussetzung zu meinen Vorträgen kamen.|259|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiners Tätigkeit innerhalb der Theosophischen Gesellschaft, bestand vor allem im Halten von Vorträgen, in der Herausgabe einer eigenen theosophischen Zeitschrift (&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;, später &#039;&#039;[[Lucifer-Gnosis]]&#039;&#039;) und im Verfassen von Büchern. Die organisatorische Arbeit übernahm [[Marie Steiner|Marie von Sivers]], die spätere zweite Ehefrau Steiners. Neben den Vorträgen für Mitglieder der TG, hielt Steiner auch zahlreiche öffentliche Vorträge. Darin nahm er unter anderem Bezug auf das mitteleuropäische (deutschsprachige) Geistesleben. Unter Steiners Leitung wuchs die Zahl der Mitglieder der TG in Deutschland rapide: Zählte man bei der ersten Generalversammlung 1903 nur 130 Mitglieder, waren es 1912 bereits 2489.&amp;lt;ref&amp;gt;Zahlen nach Christoph Lindenberg: &#039;&#039;Rudolf Steiner - eine Chronik&#039;&#039; (1988), S. 211 und 329f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu diesem Zeitpunkt war die TG in 54 deutschen Städten durch einen „Zweig“ vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund zunehmender Differenzen mit der Präsidentin der internationalen Theosophischen Gesellschaft, [[Annie Besant]], die vor allem die Stilisierung des jungen [[Jiddu Krishnamurti]] zu einer Art Messias durch Besant und [[Charles W. Leadbeater]] betrafen, kam es im Frühjahr 1913 zum Bruch mit der Theosophischen Gesellschaft. Bereits Ende 1912 war in Köln die [[Anthroposophische Gesellschaft]] gegründet worden, der sich nun die meisten in Deutschland lebenden Theosophen anschlossen und die bald auch in anderen Ländern präsent war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1913 begannen in [[Wikipedia:Dornach SO|Dornach]] bei [[Wikipedia:Basel|Basel]] ([[Wikipedia:Schweiz|Schweiz]]) die Arbeiten am ersten &#039;&#039;[[Goetheanum]]&#039;&#039;, das als Veranstaltungsstätte und Zentrum der Gesellschaft dienen sollte, nachdem für ein ursprünglich in München geplantes Gebäude mehrfach die Baugenehmigung versagt worden war. Parallel dazu kam es zu vielfältigen Aktivitäten im sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. So gründete Emil Molt, Generaldirektor der Zigarettenfabrik &#039;&#039;Waldorf-Astoria&#039;&#039;, 1919 in [[Wikipedia:Stuttgart|Stuttgart]] für die Kinder seiner Arbeiter und Angestellten die erste [[Waldorfschule]], deren Leitung Steiner selbst übernahm. 1921 wurde die Pharmafirma [[Weleda (Unternehmen)|Weleda AG]] gegründet, die anthroposophische und [[Homöopathie|homöopathische]] Arzneimittel herstellt und vertreibt. 1922 gründete eine Gruppe überwiegender Theologiestudenten, durch Rudolf Steiners private Hilfe (außerhalb der anthroposophischen Bewegung) die [[Die Christengemeinschaft|Christengemeinschaft]], eine Bewegung für religiöse Erneuerung, welche die Anthroposophie anerkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig formierten sich Gegner. In der Silvesternacht 1922/23 brannte das aus Holz errichtete erste [[Goetheanum]] bis auf seine Grundmauern nieder, vermutlich von Unbekannten in Brand gesetzt. Daraufhin entwarf Steiner ein zweites, größeres Goetheanum aus Beton, das erst 1928 fertiggestellt wurde. Parallel bemühte er sich um eine Reorganisation der Anthroposophischen Gesellschaft, an deren Leitung er bis dahin nicht beteiligt war. Als diese Bemühungen nicht den gewünschten Erfolg brachten, gründete er zu Weihnachten 1923 in Dornach ohne Bezug zur bisher bestehenden Anthroposophischen Gesellschaft die &#039;&#039;Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;, deren Vorsitz er nun selber übernahm. Zugleich gründete er die schon lange geplante &#039;&#039;[[Freie Hochschule für Geisteswissenschaft]]&#039;&#039; und übernahm als vorläufig einziger Dozent auch deren Leitung. Bereits während der Gründungsfeierlichkeiten erlitt Steiner jedoch eine, vermutlich durch einen Giftanschlag&amp;lt;ref&amp;gt;Lidia Gentilli Baratto, Eine Erinnerung an Marie Steiner, Selbstverlag 1947, S. 20f&amp;lt;/ref&amp;gt; hervorgerufene, Erkrankung, von der er sich nicht mehr erholen sollte. So kam von den drei geplanten „Klassen“ der Hochschule nur die erste, elementare zustande. Im Verlauf des Jahres 1924 musste Steiner seine Vortragstätigkeit zunehmend einschränken. Seinen letzten Vortrag am 28. September 1924 musste er nach kurzer Zeit abbrechen. Bis zwei Tage vor seinem Tod am 30. März 1925 arbeitete er im Krankenbett noch an diversen Publikationen, zuletzt an einem gemeinsam mit seiner behandelnden Ärztin [[Ita Wegman]] verfassten Buch zur Begründung der Anthroposophischen Medizin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise nach Steiners Tod ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fall seines Ablebens, hatte Rudolf Steiner in Bezug auf die Anthroposophische Gesellschaft und die Hochschule keinen Nachfolger ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, Die Weihnachtstagung zur Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 1923/1924, Rudolf Steiner Verlag, Dornach, 1994, Seite 51&amp;lt;/ref&amp;gt; Der fünfköpfige Vorstand der Gesellschaft, den Steiner erst gut ein Jahr zuvor berufen hatte, war daraufhin ratlos und zerstritt sich bald.&amp;lt;ref&amp;gt;Bodo von Plato: &amp;quot;Zur Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft. Ein historischer Überblick&amp;quot;, 1986&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere konnte keine Einigkeit darüber erzielt werden, ob man Steiners Initiativen fortsetzen oder realistischerweise nur noch das Vorhandene verwalten könne. Ende 1925 wurde [[Albert Steffen]] als Vorsitzender einer Anthroposophischen Gesellschaft gewählt, die 1925 aus dem Bauverein des Goetheanum hervorgegangen war. Zu diesem Zeitpunkt, bestand dadurch bereits die von Rudolf Steiner begründete Anthroposophische Gesellschaft nicht mehr. Auf Initiative namentlich von [[Ita Wegman]] beschloss man bald darauf gegen die Vorkehrungen Rudolf Steiners, die Hochschule formal weiter bestehen zu lassen. Der Dornacher Vorstand verlor jedoch zunehmend an Bedeutung und in mehreren Ländern spalteten sich neue Gruppierungen von der Anthroposophischen Gesellschaft ab, teils unter Beteiligung einzelner Vorstandsmitglieder. 1935 beschloss deshalb die Generalversammlung auf Betreiben Albert Steffens, die daran beteiligten Personen, darunter die Vorstandsmitglieder Ita Wegman und Elisabeth Vreede und andere führende Anthroposophen in Deutschland, Holland und England, aus der Gesellschaft auszuschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu diesem Zerfall der Anthroposophischen Gesellschaft entwickelten sich jedoch einige der von Steiner angeregten Kulturimpulse weiter, so die Waldorfbewegung durch Gründung neuer Schulen und die künstlerischen Initiativen Steiners, die unter der Leitung [[Marie Steiner]]s fortgeführt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Während des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war die Behauptung aufgestellt worden, die Anthroposophen hätten ihre „Anhänger tief in die national-sozialistischen Kreise geschoben“.&amp;lt;ref&amp;gt;Das hatte [[Wikipedia:Erich Ludendorff|Erich Ludendorff]] in seinen Lebenserinnerungen behauptet: „Da die Anthroposophie ihre Anhänger tief in die national-sozialistischen Kreise geschoben hatte, so war sie besonders gefährlich. In welchem Umfange dies der Fall war, wurde mir erst nach der Machtübernahme voll bewusst.“ Erich Ludendorff: &#039;&#039;Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung.&#039;&#039; Band III. Meine Lebenserinnerungen von 1933 bis 1937, 1955. S. 67 ff. Zitiert nach: Arfst Wagner: &#039;&#039;Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus.&#039;&#039; Teil II. In: Flensburger Hefte. Sonderheft 8: &#039;&#039;Anthroposophen in der Zeit des deutschen Faschismus – Zur Verschwörungsthese&#039;&#039;, 1991. S. 50–94, hier S. 53–55.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Nationalsozialisten blieben bei ihrer Ablehnung der Anthroposophie, auch wenn sie einige Übereinstimmungen konstatierten. Das geht jedenfalls aus einem Gutachten hervor, dass der Nazi-Pädagoge [[Wikipedia:Alfred Baeumler|Alfred Baeumler]] im Auftrag des [[Wikipedia:Amt Rosenberg|Amtes Rosenberg]] angefertigt hatte. In dem Gutachten hieß es: „In der Menschenkunde, die der Methode der Waldorfschulen zugrunde liegt, sind tiefe und richtige Einsichten enthalten, die Rudolf Steiner zum größten Teil seinem äußerst fruchtbaren Studium der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes verdankt. Die nationalsozialistische Menschenkunde kann nur von der Rasse her entworfen werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Walter Kugler, Feindbild Steiner, 2001, S. 29 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach 1945 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg wurden die im Dritten Reich verbotenen anthroposophischen Aktivitäten auch in Deutschland und Österreich bald wieder aufgenommen. Der Konflikt um die Rechte an Rudolf Steiners Werk spitzte sich jedoch weiter zu. Nach dem Tod [[Marie Steiner]]s 1948 betrachtete sich der von ihr gegründete Nachlassverein (heute: Rudolf Steiner Verlag) als Alleininhaber dieser Rechte. Darüber kam es zu einem Rechtsstreit mit der Anthroposophischen Gesellschaft, der 1952 mit einem Sieg des Nachlassvereins endete. Die unterlegene Partei verbannte daraufhin alle Werke Rudolf Steiners aus der Buchhandlung im [[Goetheanum]], woran bis 1968 festgehalten wurde. Die Rolle Dornachs als internationales Zentrum der Anthroposophischen Gesellschaft wurde wieder vollständig hergestellt, indem die 1935 abgespaltenen Landesgesellschaften in Holland und England sich 1960 bzw. 1963 wieder anschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die starke Expansion der [[Waldorfschule]]n (derzeit gibt es weltweit 1251 Rudolf-Steiner-Schulen in 70 Ländern und 1915 Waldorfkindergärten in 59 Ländern (Stand Mai 2021)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.freunde-waldorf.de/fileadmin/user_upload/images/Waldorf_World_List/Waldorf_World_List.pdf Waldorf_World_List.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;), der [[Anthroposophische Medizin|Anthroposophischen Medizin]] und der ebenfalls durch Rudolf Steiner angeregten [[biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landwirtschaft]] ([[Demeter (Marke)|Demeter]]) verlief von diesen Schwierigkeiten weitgehend unberührt. 1960 wurde in [[Wikipedia:Bochum|Bochum]] auch eine Bank mit anthroposophischer Zielsetzung gegründet (GLS-[[Gemeinschaftsbank]]). 1969 entstand das anthroposophische [[Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke]] als erste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Auch die 1983 gegründete [[Universität Witten/Herdecke]], Deutschlands älteste Privatuniversität, hat überwiegend anthroposophische Gründer ([[Gerhard Kienle]] und [[Konrad Schily]]). Zur Zeit sind nach Aussagen der Anthroposophischen Gesellschaft weltweit über 10&amp;amp;nbsp;000 anthroposophische Einrichtungen in 103 Ländern tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezug der Anthroposophischen Bewegung zu politischen Strömungen ==&lt;br /&gt;
Die anthroposophische Gesellschaft war von Rudolf Steiner als nicht politisch tätige Institution begründet worden. So heißt es in den Statuen: „Die Gesellschaft lehnt jedes sektiererische Bestreben ab. Die Politik betrachtet sie nicht als in ihren Aufgaben liegend.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| titel = Die anthroposophische Gesellschaft und die Politik - Institut für soziale Dreigliederung| url = https://www.dreigliederung.de/essays/1965-04-folkert-wilken-die-anthroposophische-gesellschaft-und-die-politik| abruf = 2022-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Einzelne Personen, wie auch die Anthroposophische Gesellschaft als Ganze hatten im Laufe der Zeit wechselnde Beziehungen unterschiedlicher Art und Intensität mit verschiedenen politischen Bewegungen.&lt;br /&gt;
Vertreter der Anthroposophie werden traditionell eher dem links-liberalen Spektrum zugeordnet. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schieren2022&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle| autor=Jost Schieren| titel = Erziehungskunst – Waldorfpädagogik heute: Anthroposophie in der Kritik| datum = 2022-04| url = https://www.erziehungskunst.de/artikel/anthroposophie-in-der-kritik/?fbclid=IwAR1yb032fQgYqcPeFdI8o_3VCnHknah_6l9ssz95QJpybXuv-MzIm9cXv-8| abruf = 2022-06-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Menschen mit Bezug zur Anthroposophie waren beispielsweise in der Gründungszeit der Partei [[Bündnis 90/Die Grünen|Die Grünen]] aktiv. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| autor=Silke Mende| titel = Wie anthro­po­so­phisch waren die Grünen? – Geschichte der Gegenwart| sprache = de-DE| datum = 2022-01-09| url = https://geschichtedergegenwart.ch/wie-anthroposophisch-waren-die-gruenen/| abruf = 2022-06-18| werk = geschichtedergegenwart.ch}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Einzelne Personen mit Bezug zur Anthroposophie standen aber in Bezug zu politisch rechten Ideologien und greifen auch gegenwärtig Motive des rechten Spektrums auf im Sinne einer „neuen Rechten“, wie Jost Schieren in einem Artikel von 2022 schreibt. Er nennt als Beispiele hier [[Axel Burkart]], [[Martin Barkhoff]], Caroline Sommerfeld-Lethen und [[Thomas Meyer]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schieren2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bereiche==&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] wurde aus vielen Lebensbereichen um Hilfe gebeten und so entstanden durch seinen Rat:&lt;br /&gt;
{| cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Pädagogik]] || die [[Waldorfschule|Waldorfschulen]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Medizin]] || die [[Anthroposophische Medizin|Anthroposophisch erweiterte (Schul-)Medizin]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Landwirtschaft]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| der [[Biologisch-dynamische_Landwirtschaft|Biologisch-dynamische Landbau]] &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Gesellschaft]] || die [[Soziale_Dreigliederung|Dreigliederung des sozialen Organismus]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Als Zentrum der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] wurde das [[Goetheanum]] in Dornach (Schweiz) erbaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anthroposophische Medizin===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Anthroposophische Medizin}}&lt;br /&gt;
In Zusammenarbeit mit der Ärztin [[Ita Wegman]] entwickelte Steiner medizinische und pharmazeutische Grundlagen für die &#039;&#039;[[Anthroposophische Medizin]]&#039;&#039;, die in Deutschland als „besondere Therapierichtung“ neben [[Homöopathie]] und [[Wikipedia:Phytotherapie|Phytotherapie]] gesetzlich anerkannt und von den Krankenkassen teilweise erstattet wird. Die Bewegung befürwortet eine rationale, auf den individuellen Menschen hin orientierte Medizin unter Einbezug [[Homöopathie|potenzierter Arzneimittel]]. Das medizinische Konzept anthroposophisch ausgerichteter Mediziner basiert u.a. auf entsprechend zubereiteten mineralischen, pflanzlichen und tierischen Heilmitteln. Diese können aufgrund einer „evolutionären Verwandtschaft“ mit dem Menschen therapeutisch verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lehre (Auszug)==&lt;br /&gt;
=== Die Wesensglieder des Menschen ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Wesensglieder}}&lt;br /&gt;
Laut der anthroposophischen Lehre existiert der Mensch in vier ineinandergreifenden Ebenen, die auch als [[Wesensglieder]] bezeichnet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das [[Ich]]&lt;br /&gt;
* Der [[Astralleib]] und &lt;br /&gt;
* Der [[Ätherleib]] oder Lebensleib&lt;br /&gt;
* Der [[Physischer Leib|physische Leib]] (Körper)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verbindung mache den Menschen nach Steiners Lehre zu einem im Geiste wurzelnden Wesen. Die Menschheit als Ganzes bilde ein viertes Naturreich der Erde. Zum Tierreich gehöre nur die Summe der ersten drei genannten Leiber, denn Tiere verfügten über eine nicht selbstbewusste Körperseele. Das Pflanzenreich lebe im Physischen mit dem Lebensleib (Äther). Die Bestimmung der Wesensglieder sei damit jedoch nicht erschöpft. Prinzipiell gliedere sich das Wesen des Menschen in [[Leib]], [[Seele]], [[Geist]]. Zum leiblichen Wesen gehörten demnach die einfachen Leiber von Physis, [[Lebensleib]] und [[Astralleib]]. Das seelische Wesen gliedere sich in [[Empfindungsseele]], [[Verstandesseele]] und [[Bewusstseinsseele]]. Der Mensch schreite in seiner Entwicklung sowohl individuell wie auch als Gattungswesen in einem Vergeistigungsprozess von Leib und Seele fort. Dieser Prozess führe zu einer Differenzierung des Geistes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner beschreibt eine Dreigliederung des menschlichen geistigen Wesens in [[Geistselbst]] (auch [[Manas]] genannt), [[Lebensgeist]] (auch [[Buddhi]] genannt) und [[Geistesmensch]] (auch [[Atman]] genannt). Der [[Astralleib]] und die [[Empfindungsseele]] verbinde sich dabei zum empfindenden [[Seelenleib]] und die sog. [[Bewusstseinsseele]] verbinde sich mit dem [[Geistselbst]] zur geisterfüllten [[Bewusstseinsseele]]. Daraus ergebe sich eine Gliederung in 7 Teile des irdischen Menschen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der [[Geistesmensch]]&lt;br /&gt;
* Der [[Lebensgeist]]&lt;br /&gt;
* Das [[Geistselbst]]&lt;br /&gt;
* Das [[Ich]]&lt;br /&gt;
* Der [[Astralleib]] oder „empfindende [[Seelenleib]]“&lt;br /&gt;
* Der [[Ätherleib]] oder „[[Lebensleib]]“&lt;br /&gt;
* Der [[Physischer Leib|physische Leib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Schlaf erhalte der [[Ätherleib]] den physischen Leib und regeneriere so die Körperorgane. Nach dem [[Tod]] löse sich der [[Ätherleib]] innerhalb weniger Tage auf. Er bilde währenddessen die Basis für die Lebensrückschau der [[Seele]], mit deren Essenz sie die nachtodliche Seelenwelt betritt und anschließend das Geisterland bis zu einer Wiederverkörperung des Geistes in der physischen Welt bewohnt. Diese zyklische [[Reinkarnation]] sei durch das individuelle Schicksal notwendig und vom Leben des Menschen bestimmt (siehe auch [[Karma]] und [[Reinkarnation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Reinkarnation]]===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Reinkarnation}}&lt;br /&gt;
Die Lehre der [[Wiedergeburt]] des menschlichen Geistes. Die zyklische Wiedergeburt des Geistes um vergangenes Karma (in vergangenen Leben gelegte Ursachen) abzuarbeiten und um sich evolutionsmäßig weiter zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Karma]]===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Karma}}&lt;br /&gt;
Die Lehre von „Ursache und Wirkung“ und die Zwillingslehre der „Reinkarnation“. Jede Handlung ruft eine ihr entsprechende Wirkung hervor. Diese kommt auf ihren Ausgangspunkt, der verursachenden Person zurück. In der Regel wird dies als „negativ“ oder „positiv“ erfahren, ist aber letztlich nur die in der ursprünglichen Handlung liegende Charakteristik, die vom Menschen entsprechend empfunden wird. Da alles in der Natur miteinander verbunden ist und gegenseitig ineinandergreift, werden auch andere Personen und Wesen von den Taten eines Einzelnen beeinflusst. Dies ruft dementsprechende Rückwirkungen hervor. Wenn Disteln gesät werden, können nicht Rosen geerntet werden. Somit liegt im Gesetz von Karma eine tiefgehende [[Ethik]]. Karma ist kein [[Fatalismus]], da der Mensch immer einen freien Willen besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophische Basis===&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] Erkenntnisse entstammen nach eigenen Angaben einer ihm seit seiner Kindheit bewussten und methodisch vertieften geistig-übersinnlichen Schau. Zu den von Steiner besonders geschätzten Persönlichkeiten gehören [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]], [[Johann Gottlieb Fichte]], [[Max Stirner]]  und [[Ernst Haeckel]]. Was Rudolf Steiner mit seiner Geisteswissenschaft anstrebte, charakterisierte er kurz so: „&#039;&#039;Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschen zum Geistigen im Weltall führen möchte.“&#039;&#039; {{GZ||26|14}} Die philosophische Basis der Anthroposophie findet sich in Steiners Hauptwerken [[Wahrheit und Wissenschaft]] ([[GA 3]]) und  [[Die Philosophie der Freiheit]] ([[GA 4]]). Dieses Werk befasst sich mit der [[Wikipedia:Kritik der reinen Vernunft|Kritik der reinen Vernunft]] von [[Immanuel Kant|Immanuel Kant]] und dem Neokantianismus sowie in Weiterentwicklung des wissenschaftsmethodischen Ansatzes von Goethes [[Phänomenologie]] auch mit einem auf seelischer Beobachtungserfahrung gründenden ontologischen [[Monismus]]. Im intuitiven Denken, so betont Steiner, habe der Mensch bereits ein rein geistiges Erlebnis:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die geistige Wahrnehmungswelt kann&lt;br /&gt;
dem Menschen, sobald er sie erlebt, nichts Fremdes sein, weil er im intuitiven Denken&lt;br /&gt;
schon ein Erlebnis hat, das rein geistigen Charakter trägt.“ {{Lit|{{G|4|181}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu gehört auch eine als [[ethischer Individualismus]] bezeichnete Form der Lebensführung, in deren Zentrum der Gedanke einer aus [[Erkenntnis]] und [[Liebe]] handelnden und gesellschaftsbildenden [[Individualität]] steht. Kernpunkt sei hierbei, dass [[Erfahrung]] ihren Anspruch von [[Objektivität]] aus dem Denken bezieht, dass seiner selbst gewahr wird. Dieser Vorgang wird als Ergebnis einer [[Synthese]] von [[Wahrnehmung]] und [[Begriff]] verstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hierzu:&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun darf aber nicht übersehen werden, daß wir uns nur mit Hilfe des Denkens als Subjekt bestimmen und uns den Objekten entgegensetzen können. […] Das Denken ist jenseits von Subjekt und Objekt. Es bildet diese beiden Begriffe ebenso wie alle anderen. […] Das Subjekt denkt nicht deshalb, weil es Subjekt ist; sondern es erscheint sich als ein Subjekt, weil es zu denken vermag. […] Das Denken ist somit ein Element, das mich über mein Selbst hinausführt und mit den Objekten verbindet. Aber es trennt mich zugleich von ihnen, indem es mich ihnen als Subjekt gegenüberstellt.|4|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das könnte folgendermaßen interpretiert werden: &lt;br /&gt;
# Das Denken des Menschen ist selbst beobachtbar und bildet erst den sog. „Ich“-Begriff. Dieser steht den Dingen und Objekten gegenüber, welche der Mensch, ebenso wie sich selbst, benennt.&lt;br /&gt;
# Das Denken des Menschen (seine höheren geistigen Funktionen) kann den „Ich“-Begriff genauso zum Gegenstand seiner Betrachtungen machen wie die Begriffe von den Objekten. (Ich kann über mich nachdenken wie über den Baum.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner bezeichnet den Wahrnehmungsbegriff als einen Inhalt, der sich darin erschöpft, dass er bewusst wird. Das Objekt als Gegenstand ist demnach das Produkt der Synthese aus Wahrnehmung und Begriff. Hieraus folgert Steiner, dass Wirklichkeit ein Produkt von und nicht eine Bedingung für Erkenntnisprozesse ist. Diese Ansicht bildet die Grundlage für Steiners weitere, geisteswissenschaftliche Forschungsergebnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudolf Steiner über Wesen und Methode der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, strebt nicht an die Begründung irgend einer neuen Religion oder irgend einer neuen religiösen Sekte oder dergleichen. Geisteswissenschaft will sein oder glaubt sein zu dürfen dasjenige, was unserer gegenwärtigen Kultur auferlegt ist in geistiger Beziehung. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für die Erkenntnis der äußeren Natur, was für das Leben durch die Erkenntnis der äußeren Naturgesetze diese Naturwissenschaft der Menschheit geworden ist, das möchte Geisteswissenschaft werden durch die Erkenntnis der Gesetze unseres Seelen- und Geisteslebens und durch die Anwendung dieser Gesetze des Seelen- und Geisteslebens im ethischen, im sozialen, im allerweitesten Kulturleben; das möchte sie werden für unsere Gegenwart und für die nächste Zukunft. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrhaftig ganz im Geiste der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart ist die Vorstellungsart der Geisteswissenschaft gehalten. Aber da sich diese Geisteswissenschaft auf ein ganz anderes Gebiet erstreckt als die Naturwissenschaft, nämlich nicht auf das Gebiet dessen, was sinnenfällig wahrgenommen werden kann, auf das Gebiet der äußeren Natur, sondern auf das Gebiet des Geistes, so muß es ja einleuchtend sein, daß gerade eine naturwissenschaftliche Denkweise da, wo es sich darum handelt, das Gebiet des Geistigen zu erforschen, sich wesentlich modifizieren muß, zu etwas anderem werden muß als auf dem Gebiete der Naturwissenschaft. Und obgleich die Methode, die Forschungsweise der Geisteswissenschaft ganz so gehalten ist in dem Geiste der Naturwissenschaft, daß jeder naturwissenschaftlich Gebildete, der heute Naturwissenschaft ohne Vorurteile nimmt, sich auf den Boden dieser Geisteswissenschaft stellen kann, so muß doch gesagt werden, daß allerdings, solange man die naturwissenschaftlichen Methoden in ihrer Einseitigkeit nimmt, wie es vielfach heute geschieht, Vorurteil über Vorurteil gegen die Anwendung naturwissenschaftlicher Vorstellungsart auf das geistige Leben erwachsen kann. Muß doch naturwissenschaftliches Denken, man möchte sagen, naturwissenschaftliche Logik angewendet werden auf das, was dem Menschen wohl am nächsten liegt, was aber auch am schwersten zu erforschen ist, muß doch diese Denkungsweise angewendet werden auf das Wesen des Menschen selbst. Muß doch der Mensch in der Geisteswissenschaft sich selber untersuchen, und muß er doch auch zu dem einzigen Werkzeug greifen, welches ihm zu seiner Untersuchung zur Verfügung steht, nämlich zu sich selbst. Davon geht die Geisteswissenschaft aus, daß der Mensch in sich selbst, indem er zum Instrument wird, um die Geisteswelt zu untersuchen, eine Verwandlung erfahren muß, daß er etwas mit sich vornehmen muß, das ihn in die Lage versetzt, in die geistige Welt hineinzusehen, was er ja nicht tut im alltäglichen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einem Vergleich lassen Sie mich ausgehen, von einem naturwissenschaftlichen Vergleich, der nichts beweisen soll, der nur verdeutlichen soll, wie die geisteswissenschaftliche Vorstellungsart ganz auf dem Boden naturwissenschaftlicher Denkungsweise steht. In der Natur tritt uns zum Beispiel das Wasser entgegen. Wenn wir das Wasser ansehen, wie es uns draußen entgegentritt, so stellt es sich zunächst in seinen Eigenschaften dar. Aber der Chemiker kommt mit seinen Methoden und wendet diese auf das Wasser an; er zerlegt uns das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Ja, was macht da der Naturwissenschaftler aus dem Wasser? Das Wasser brennt bekanntlich nicht. Der Chemiker zieht den Wasserstoff aus dem Wasser heraus, und das ist ein Gas, das brennt. Niemand, der äußerlich das Wasser ansieht, kann diesem Wasser ansehen, daß da Wasserstoff drinnen ist und Sauerstoff drinnen ist, die ganz andere Eigenschaften haben als das Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebensowenig, das zeigt eben die Geisteswissenschaft, kann der Mensch, wenn er dem Menschen gegenübersteht im Leben, erkennen, was dieser Mensch ist in seinem Inneren. Und so wie der Chemiker, der Naturwissenschaftler, kommt und uns das Wasser zerlegt in Wasserstoff und Sauerstoff, so muß, allerdings jetzt in einem innerlichen Seelenprozeß, der sich in den tiefsten Tiefen der Seele vorbereiten muß, der Geisteswissenschaftler kommen und muß dasjenige, was sich im äußeren Leben darbietet, zerlegen. Und zerlegen kann der Geistesforscher durch die geistesforscherischen Methoden den Menschen in das Äußerlich-Leibliche und in das Geistig-Seelische. Zunächst interessiert es, vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft aus das Geistig-Seelische abgesondert vom Leiblichen zu untersuchen. Niemand kann die wahre Wirklichkeit des Geistig-Seelischen aus dem Äußerlich-Leiblichen erkennen, ebensowenig wie die Natur des Wasserstoffs erkannt werden kann, wenn er nicht aus dem Wasser herausgezogen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute sehr oft der Fall, daß in dem Augenblick, wo man beginnt, in dieser Art zu sprechen, einem gesagt wird: Das verstößt doch wider den Monismus, an dem man unbedingt festhalten muß. Nun, der Monismus darf ja auch den Chemiker nicht hindern, daß er das Wasser zerlegt in eine Zweiheit. Der Monimus wird gar nicht dadurch angefochten, daß dasjenige, was in Wirklichkeit geschehen kann, geschieht: daß durch die Geistesforschung, durch die geistesforscherischen Methoden abgetrennt wird von dem Leiblich-Körperhaften das Geistig-Seelische. Nun aber sind diese Methoden allerdings nicht solche, die man im Laboratorium, im physikalischen Kabinett, in der Klinik vollziehen kann, sondern es sind Vorgänge, die in der Seele selber vollzogen werden müssen. Es sind aber keine Vorgänge der Seele, die Wunder darstellen, sondern es sind nur Steigerungen desjenigen, was der Mensch im gewöhnlichen Leben beobachten kann. Es sind nicht wunderbare Eigenschaften, sondern solche Eigenschaften, die der Mensch im alltäglichen Leben in einem gewissen Maße hat, die er nur ins Unbegrenzte steigern muß, wenn er zum Geistesforscher werden soll. Und da ich nicht in allgemeinen Redensarten herumreden will, so will ich gleich in die Betrachtung der Sache selbst eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder kennt dasjenige, was man im menschlichen Seelenleben nennt das Erinnerungsvermögen, das Gedächtnis. Jeder weiß ja, wieviel von dem Gedächtnis im Grunde genommen abhängt. Man stelle sich einmal vor, wir würden eines Morgens aufwachen und keine Ahnung haben, was früher um uns und in uns war. Wir würden dadurch die ganze menschliche Wesenheit verlieren. Unser Gedächtnis, das in sich zusammenhängt von einem gewissen frühen Zeitpunkt in der Kindheit an, das gehört notwendig zu unserem menschlichen Leben. Nun werden schon die Philosophen der Gegenwart gegenüber der Untersuchung der Gedächtniskraft stutzig. Sie haben jetzt schon Persönlichkeiten in ihrer Mitte, die gerade, indem sie das Gedächtnis betrachten, von einer materialistisch-monistischen Weltanschauung abkommen, indem sie durch genaue Untersuchung finden, daß, wenn man auch die Sinnesempfindungen, soviel man das nur sagen kann von Seelentätigkeit, in äußerlicher Weise gebunden findet an den Leib, man das Gedächtnis nie als an den Leib gebunden wird anerkennen können. Darauf brauche ich ja nur aufmerksam zu machen. Denn ein Mann, der wahrhaftig keine Neigung hat, in die Geisteswissenschaft einzudringen, der französische Philosoph Bergson, hat auf diese geistige Art des Gedächtnisses hingedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie aber tritt uns im Leben das Gedächtnis, die Erinnerungskraft entgegen? Längst vergangene Ereignisse kommen in Bildern in unsere Seele herein. Die Ereignisse sind längst vergangen, aber die Seele hat es mit sich selbst zu tun. Sie hat es damit zu tun, daß sie heraufzaubert das vergangene Erlebnis aus den Tiefen des inneren Lebens. Und man kann das, was da heraufkommt aus den Seelentiefen, mit dem ursprünglichen Erlebnis vergleichen. Blaß sind die Erinnerungen gegenüber den Bildern, die uns die Wahrnehmung der Sinne bietet. Aber mit der Integrität des Seelenlebens hängen sie zusammen. Und wir könnten uns in der Welt nicht zurechtfinden, wenn wir nicht das Gedächtnis hätten. Diesem Gedächtnis aber liegt die Kraft des Gedächtnisses zugrunde. Die Seele kann dasjenige, was in ihren Erinnerungen verborgen ist, durch die Kraft des Gedächtnisses heraufholen. Aber da gerade setzt nun Geisteswissenschaft ein. Nicht das Gedächtnis als solches — ich bitte ins Auge zu fassen, was ich sagen will —, nicht das Gedächtnis als solches, wohl aber die Kraft, welche dem Heraufholen eines geistigen Inhaltes aus den Tiefen der Seele zugrunde liegt, diese Kraft kann verstärkt werden, ins Unbegrenzte verstärkt werden, so daß sie im Leben der Seele nicht bloß verwendet wird, um durchgemachte Erlebnisse aus der Seele heraufzuholen, sondern daß sie zu etwas ganz anderem verwendet werden kann. Nicht äußere Methoden, die im Laboratorium verfolgt werden können, nicht das, was man durch die äußeren Sinne wahrnehmen kann, liegt zugrunde den geistesforscherischen Methoden, sondern intensive Seelenvorgänge, die jeder durchmachen kann. Das, was den Wert dieser intensiven Seelenvorgänge ausmacht, ist die unbegrenzte Steigerung der Aufmerksamkeit im Menschenleben, oder wie man es nennt: die Konzentration des Gedankenlebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist diese Konzentration des Gedankenlebens?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann heute nur in einer kurzen […] Betrachtung die Prinzipien dessen anführen, um was es sich handelt. Das Nähere können Sie nachlesen in meinen Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft» im zweiten Teil; […] Ferner in dem Buche «Die Schwelle der geistigen Welt». Aber den Prinzipien nach will ich die ersten Vornahmen der Seele auseinandersetzen, die eine unbegrenzte Steigerung dessen sind, was für das menschliche Leben notwendig ist, eine Steigerung der Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit muß in unbegrenzter Weise gesteigert werden, damit Geistesforschung in die Seele eintreten könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was macht denn der Mensch in der Regel, wenn er der Außenwelt gegenübertritt? Er nimmt die Dinge wahr; er verarbeitet die Dinge durch den Verstand, der an das Gehirn gebunden ist. Dann macht er sich Vorstellungen über das Wahrgenommene. Und in der Regel ist er zufrieden, wenn er die äußeren Vorstellungen in der Seele bewahrt. Da, wo das Alltagsleben aufhört, da beginnen die Methoden der Geisteswissenschaft, da beginnt dasjenige, was man Konzentration des Denkens nennen kann. Derjenige, der ein Geistesforscher werden will, der muß den Faden des Seelenlebens da aufnehmen, wo er gewöhnlich im äußeren Leben verlassen wird. Vorstellungen, die wir uns selbst bilden, die wir genau überschauen können, am besten sinnbildliche Vorstellungen, bei denen wir nicht nötig haben, die Übereinstimmung mit der Außenwelt zu prüfen, sie stellen wir in den Horizont unseres Bewußtseins; Vorstellungen, die wir entweder finden, aus der Praxis der Geisteswissenschaft hervorgegangen, oder zu denen uns der Geistesforscher raten kann, sie stellen wir in den Mittelpunkt des ganzen Bewußtseins, so daß wir durch längere Zeit die Aufmerksamkeit der Seele von allem Äußeren ablenken und uns nur konzentrieren auf eine Vorstellung. Während man sonst nicht bei einer Vorstellung stehenbleibt, zieht man jetzt alle Kräfte seiner Seele zusammen, konzentriert sie auf eine Vorstellung und bleibt ganz in seinem Inneren hingegeben an diese Vorstellung. Wenn man den Menschen betrachtet bei einer solchen Vornahme, so vollzieht er im Grunde genommen etwas, was dem Schlafe gewissermaßen ähnlich ist, und was doch auch wiederum radikal verschieden ist. Denn, soll solche Konzentration fruchtbar werden, so muß der Mensch in der Tat wie ein Schlafender werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir einschlafen, da fühlen wir zuerst, wie die Willenskräfte in unseren Gliedern ruhig werden, wie eine gewisse Dämmerung um uns auftritt, wie die Sinne in ihrer Tätigkeit abebben. Dann gehen wir über in Bewußtlosigkeit. Alles Äußere muß so werden in der Konzentration wie beim Schlafe. Die Sinne müssen vollständig frei werden von allen Eindrücken der Außenwelt. Das Auge darf so wenig sehen wie im Schlafe; das Ohr so wenig hören wie im Schlafe und so weiter. Dann wird das ganze Seelenleben zusammengenommen und auf eine Vorstellung konzentriert; das ist der radikale Unterschied vom Schlafe. Man könnte den Zustand nennen ein bewußtes Schlafen, ein voll bewußtes Schlafen. Während im Schlafe die Finsternis der Unbewußtheit sich ausdehnt im Seelenleben, lebt in einem erhöhten Seelenleben derjenige, der ein Geistesforscher werden will. Er strengt alle Kräfte des Seelenlebens an und wendet sie auf eine Vorstellung. Nicht darauf kommt es an, daß wir diese Vorstellung betrachten; sie gibt uns nur eine Gelegenheit, unsere Seelenkräfte zusammenzuraffen, zusammenzudrängen. Auf dieses Zusammendrängen der Seelenkräfte kommt es an. Denn dadurch gelangen wir allmählich dazu — ich muß da wiederum auf das Nähere in meinen Büchern verweisen —, wirklich das Geistig-Seelische, das in uns ist, wie der Wasserstoff im Wasser ist, herauszureißen aus dem Physisch-Leiblichen, es frei zu machen vom Physisch-Leiblichen. Nicht sozusagen in einem Ansturm ist das zu erreichen, was ich jetzt charakterisiert habe. Es brauchen die meisten Menschen ein jahrelanges Arbeiten in solchen Konzentrationen, wenn auch das Tagesleben von solchen Konzentrationen nicht abgelenkt wird; denn man kann sie nur durch wenige Minuten, höchstens durch Teile einer Stunde festhalten, aber man muß sie immer und immer wiederum wiederholen, bis es wirklich gelingt, die Kräfte, die sonst nur schlummern in der menschlichen Natur — die im Alltagsleben ja auch da sind, die aber schlummern —, so zu verstärken, daß sie wirksam werden in unserer Seele und herausreißen das Geistig-Seelische aus dem Physisch-Leiblichen.Da ich, wie gesagt, nicht herumreden möchte in abstrakter Art, sondern Ihnen Tatsachen mitteilen möchte, so sei es gleich gesagt, daß, wenn es dem Geistesforscher gelingt, durch Energie und Ausdauer, durch Hingabe an seine Übungen wirklich zur Frucht seiner Übungen zu kommen, er dann zu einem Erlebnis gelangt, das zunächst genannt werden könnte ein Erlebnis des rein inneren Bewußtseins. Man weiß mit einem Worte von einem bestimmten Zeitpunkte an einen Sinn zu verbinden mit dem Worte, das vorher sinnlos war: Ich weiß mich außerhalb meines Leibes; ich bin, mein Inneres erfassend, mein Inneres erlebend, außerhalb meines Leibes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will Ihnen von diesem Erlebnis im einzelnen erzählen. Zunächst verspürt man, daß wirklich die Denkkraft, die sonst nur in den Verrichtungen des Alltags sich regt, sich loslöst vom Leibe. Dumpf ist zunächst das Erlebnis, aber es tritt doch so auf, daß man seine Natur erkennt, wenn man es gehabt hat. Man weiß zuerst dann, wenn man wiederum zurückkehrt in seinen Leib — das möchte ich zunächst charakterisieren —, wie es ist, wenn man nun in das Gehirnleben, das die physische Materie darbietet, untertaucht, wie es Widerstand bietet, dieses Gehirn. Man weiß: Mit dem Alltagsdenken denkt man so, daß das Gehirn das Instrument ist; jetzt war man aber draußen. Dann kommt man allmählich dazu, einen Sinn zu verbinden mit dem Worte: Du erlebst dich im Seelisch-Geistigen. Man erlebt, wie das eigene Haupt umkleidet ist gewissermaßen mit seinen Gedanken. Man weiß, was es heißt, das Seelisch-Geistige abgetrennt zu haben vom äußeren, physisch-leiblichen Leben. Zuerst lernt man den Widerstand kennen, den das leibliche Leben bietet. Dann lernt man erkennen das selbständige Leben außerhalb des Leibes. Es ist wahrhaftig so, wie wenn der Wasserstoff einmal sich selbst außerhalb des Wassers wahrnehmen sollte. So ist es mit dem Menschen, wenn er solche Übungen durchmacht. Und dann, wenn er solche Übungen getreulich fortsetzt, dann tritt der große, der bedeutungsvolle Augenblick ein, an dem man sozusagen den Ausgangspunkt der eigentlichen Geistesforschung hat. Ein Augenblick, der tief erschütternd ist, der ungeheuer bedeutungsvoll ins ganze Leben eingreift. Dieser Augenblick kann in der verschiedensten Art sich einstellen. Er kann tausendfach verschieden sein. Ich will ihn aber typisch charakterisieren, wie er doch seiner Charakteristik nach meistens sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat man so eine gewisse Zeit hindurch geübt, hat man gewissermaßen aus der naturwissenschaftlichen Denkweise heraus die eigene Seele so behandelt, dann kommt der Moment, der eintreten kann entweder im alltäglichen Leben, oder auch mitten im Schlafe, so daß man aus dem Schlafe aufwacht und weiß: man träumt nicht, man erlebt eine neue Wirklichkeit. Man kann das zum Beispiel so erleben, daß man sich sagt: Was ist doch um mich? Es ist, wie wenn ich mich in einer Umgebung befände, die sich von mir loslöst, wie wenn die Elemente blitzartig einschlügen und wie wenn mein Leib zerstört würde durch die Elemente und ich mich aufrecht erhalte gegenüber diesem Leibe. Man lernt erkennen, was alle Geistesforscher durch alle Zeiten hindurch mit einem bildlichen Ausdruck genannt haben: an die Pforte des Todes gelangen. Denn das erlebt man, daß man jetzt weiß durch das Bild — also nicht durch die Wirklichkeit, diese erlebt man nur im Tode —, man erlebt durch das Bild, daß man jetzt weiß, wie der Mensch geistig-seelisch ist, wenn er nicht durch das Instrument seines Leibes sich und die Welt wahrnimmt, sondern wenn er nur im Geistig-Seelischen lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zunächst das Erschütternde; man weiß: Du hast dich mit deiner Denkkraft losgelöst von deinem Leibe. Und ebenso können andere Kräfte losgelöst werden von dem Leibe, so daß der Mensch immer reicher, immer innerlicher mit Bezug auf sein Seelenleben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es genügt die eine Übung nicht, welche ich mit dem Ausdruck Konzentration oder unbegrenzte Steigerung der Aufmerksamkeit bezeichnet habe. Durch diese Übung erlangt man das Folgende: Wenn man an dem Punkte angelangt ist, wo die Seele sich selbst erlebt, dann steigen auch auf die Bilder, die man reale Imaginationen nennen kann. Bilder steigen auf, aber Bilder, die sich gewaltig unterscheiden von den Bildern des gewöhnlichen Gedächtnisses. &amp;quot;Während das gewöhnliche Gedächtnis nur dasjenige in Bildern hat, was äußerlich erlebt worden ist, steigen jetzt Bilder auf aus den grauen Seelentiefen, die nichts gemein haben mit dem, was man in der äußeren Sinneswelt erleben kann. Alle Einwände, daß man sich leicht täuschen könne, daß das, was da aus den grauen Seelentiefen heraufsteigt, nur Reminiszenzen des Gedächtnisses sein könnten, alle diese Einwände sind hinfällig. Denn der Geistesforscher lernt eben wirklich unterscheiden zwischen dem, was das Gedächtnis heraufrufen kann, und dem, was radikal verschieden ist von allem, was im Gedächtnis stehen kann. Allerdings, eines muß bedacht werden, wenn von diesem Punkte des Eintretens in die geistige Welt gesprochen wird. Es ist dasjenige, daß zur Geistesforschung wenig sich solche Personen eignen, welche an Halluzinationen, an Visionen oder ähnlichen krankhaften Seelengebilden und Seelenzuständen leiden. Je weniger der Mensch dazu neigt, was ja doch nur eine Reminiszenz des Tageslebens ist, desto sicherer kommt er vorwärts auf dem Gebiete der Geistesforschung. Und darin besteht ein großer Teil der Vorbereitung zur Geistesforschung, daß man alles dasjenige, was nur irgendwie unbewußt aus der Menschenseele sich aufdrängen könnte in solch krankhafter Art, genau unterscheiden lernt von dem, was als ein neues Element, als eine geistige Wirklichkeit durch die geisteswissenschaftliche Ausbildung der Seele eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte gerade einen radikalen Unterschied angeben zwischen dem Visionären, dem Halluzinatorischen und dem, was der Geistesforscher erschaut. Warum ist es denn so, daß so viele Menschen glauben, schon in der geistigen Welt drinnen zu stehen, wenn sie nur Halluzinationen und Visionen haben? Ja, die Menschen lernen so ungern etwas wirklich Neues kennen! Sie halten so gerne an dem Alten, in dem sie schon drinnen stehen, fest. Im Grunde genommen treten uns in Halluzinationen und Visionen die krankhaften Seelengebilde so entgegen, wie uns die äußere sinnliche Wirklichkeit entgegentritt. Sie sind da; sie stellen sich vor uns hin. Wir tun gewissermaßen nichts dazu, wenn sie sich vor uns hinstellen. In dieser Lage ist der Geistesforscher gegenüber seinem neuen geistigen Element nicht. Ich habe davon gesprochen, daß der Geistesforscher alle Kräfte seiner Seele, die im gewöhnlichen Leben schlummern, konzentrieren, heraufarbeiten muß. Das erfordert aber, daß er eine seelische Energie, eine seelische Stärke anwendet, die im äußeren Leben nicht da ist. Aber diese Stärke muß er immer festhalten, wenn er eintritt in die geistige Welt. Der Mensch bleibt passiv, er braucht sich nicht anzustrengen: das ist das Charakteristische der Halluzinationen, der Visionen. In dem Augenblick, wo wir der geistigen Welt gegenüber auch nur einen Moment passiv werden, verschwindet sogleich alles. Wir müssen unausgesetzt tätig, aktiv dabeisein. Daher können wir uns auch nicht täuschen, denn nichts kann aus der geistigen Welt vor unsere Augen treten so, wie eine Vision oder Halluzination vor unsere Augen tritt. Wir müssen überall mit unserer Tätigkeit dabeisein, bei jedem Atom desjenigen, was uns aus der geistigen Welt entgegentritt. Wir müssen wissen, wie es sich damit verhält. Diese Aktivität, dieses fortlaufende Tätigsein, das ist notwendig für die wirkliche Geistesforschung. Dann aber tritt man ein in eine Welt, die sich radikal unterscheidet von der physisch-sinnlichen Welt. Man tritt ein in eine Welt, wo geistige Wesen, geistige Tatsachen um uns sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein Zweites ist dazu notwendig. Daß man losreißt die Seele vom Leibe, das geschieht in der geschilderten Weise. Das zweite aber, es kann wiederum durch einen naturwissenschaftlichen Vergleich klar gemacht werden. Wenn wir den Wasserstoff abtrennen, so ist er zunächst für sich allein; aber er geht Verbindungen ein mit anderen Stoffen, er wird zu etwas ganz anderem. Dasselbe muß sich vollziehen mit unserem Geistig-Seelischen nach der Abtrennung vom Leibe. Dieses Geistig-Seelische muß sich verbinden mit Wesenheiten, die nicht in der Sinneswelt sind. Es muß mit ihnen eins werden; dadurch nimmt es sie wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Stufe der Geistesforschung ist das Abtrennen des Seelisch-Geistigen vom Physisch-Leiblichen. Die zweite Stufe ist das Eingehen von Verbindungen mit Wesen, die hinter der Sinneswelt sind. Das letztere ist etwas, was einem in der Gegenwart nicht verziehen wird, weit weniger verziehen wird als das Reden von einem «Geiste im allgemeinen». Es gibt ja heute schon viele Menschen, die wissen, daß es sie drängt, ein Geistiges anzunehmen. Sie sprechen aber von einem Geiste, der hinter der &amp;quot;Welt ist und sind froh beseelt, wenn sie Pantheisten sein können. Aber für den Geistesforscher ist der Pantheismus gerade dasselbe, wie wenn man jemand in die Natur führt und sagt zu ihm: Schau nur, das alles, was dich hier umgibt, es ist Natur! wenn man ihm nicht sagt: Das sind Bäume, das sind Wolken, das ist eine Lilie, das ist eine Rose, sondern: das ist alles Natur! Wenn man den Menschen also von einem Vorgang zum anderen Vorgang, von einem Wesen zum anderen Wesen führt und ihm sagt: Es ist das alles Natur! — damit ist ja nichts gesagt. Im einzelnen, im Konkreten muß auf die Tatsachen eingegangen werden. Es wird einem heute verziehen, wenn man von einem Geiste spricht, der in allem darinnen ist. Der Geistesforscher kann sich aber damit nicht zufrieden geben. Er tritt ja ein in eine Welt, die besteht aus einer Welt von geistigen Wesenheiten, geistigen Tatsachen, die differenziert sind so, wie die äußere Welt konkret differenziert ist, indem sie besteht aus Wolken, Bergen, Tälern, aus Bäumen, Blumen und so weiter. Daß man aber davon spricht, daß nicht nur die natürlichen Vorgänge differenziert sind in Pflanzen-, Tier- und Menschenreich, sondern daß man, wenn der Mensch in eine geistige Welt eintritt, auch dort von konkreten Einzelheiten und Tatsachen spricht, das wird einem heute nicht verziehen. Aber der Geistesforscher kann nicht anders als darauf aufmerksam machen, daß, wenn er so in die geistige Welt eintritt, er eintritt in eine Welt wirklicher, konkreter geistiger Wesenheiten und geistiger Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite, das dann notwendig ist, das ist eine Steigerung der Hingabe, jener Hingabe, die der Mensch im gewöhnlichen Leben oder im gesteigerten gewöhnlichen Leben in der religiösen Frömmigkeit empfindet. Aber wiederum ins Unendliche gesteigert muß das entwickelt werden, daß der Mensch wirklich dazu kommt, daß er gleichsam im Strome des Weltgeschehens hingebungsvoll ruht wie im Schlafe. Im Schlafe vergißt er jede Regung des eigenen Leibes, so muß der Mensch jede Regung des eigenen Leibes vergessen in der Kontemplation oder Meditation. Es ist dies die zweite Übung, die abwechseln muß mit der ersten Übung. Der Übende vergißt seinen Leib vollständig, nicht nur in denkerischer Beziehung, sondern so, daß er auch alle Gemütsregungen und Willensregungen abzusondern vermag, so wie er sich im Schlafe abzusondern vermag von jeder Regsamkeit des Leibes. Aber bewußt muß dieser Zustand herbeigeführt werden. Indem der Mensch diese Hingabe hinzufügt zu der ersten Übung, gelangt er dazu, wirklich sich durch die erwachenden geistigen Sinne so in eine geistige Welt hineinzustellen, wie er sich hineinlebt durch die äußeren Sinne in die Welt der Sinnlichkeit, die uns umgibt. Eine neue Welt tritt dann vor dem Menschen auf, die Welt, in der der Mensch mit seinem Geistig-Seelischen immer ist. Dann aber wird für den Menschen etwas zur Tatsache. Zur Tatsache wird es, so sagte ich, für die Innenbeobachtung, was heute noch durchaus zurückgewiesen wird von den Vorurteilen unserer Zeit, was aber ebenso ein Ergebnis einer streng wissenschaftlichen Forschung ist, wie die Evolutionslehre der neueren Zeit es ist: der Mensch lernt seinen seelisch-geistigen Wesenskern kennen, und zwar so lernt er ihn kennen, daß er weiß: Bevor ich vor der Empfängnis und vor der Geburt in dieses Leben eingetreten bin, das mich mit dem Leibe bekleidete, war ich geistig-seelisch in einem geistigen Reiche. Indem ich durch die Pforte des Todes schreiten werde, wird mein Leib abfallen, aber dasjenige, was ich jetzt kennen gelernt habe als geistig-seelischen Wesenskern, dasjenige, was außer dem Leibe leben kann, das wird durch die Pforte des Todes schreiten. Das gehört, nachdem es durch die Pforte des Todes geschritten ist, zu einer geistigen Welt, das geht in eine geistige Welt ein. - Man lernt, mit anderen Worten, die unsterbliche Seele kennen schon in diesem Leben zwischen Geburt und Tod. Man lernt kennen dasjenige, wovon man weiß, daß es auf den Leib nicht angewiesen ist. Die Welt lernt man kennen, in welche die Menschenseele nach dem Tode eintritt. Aber man lernt diesen geistig-seelischen Wesenskern des Menschen in einer solchen Weise erkennen, wie es sich wiederum wissenschaftlich-anschaulich beschreiben läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die Pflanze betrachten, wie der Keim sich entwickelt, wie die Blätter und Blüten entstehen, wie die Frucht sich bildet, aus der dann wiederum ein Keim hervorgeht, dann werden wir gewahr, daß das Leben dieser Pflanze sich zuspitzt in diesem Keim. Man sieht das Abfallen der Blüten und Blätter, man sieht, daß der Keim bleibt, der in sich trägt eine neue Pflanze. So wird man gewahr: In dieser Pflanze, die man vor sich hat, da lebt der Keim, der Kern zu einer neuen Pflanze. So lernt man erkennen, indem man das Leben zwischen Geburt und Tod betrachtet, daß sich im Geistig-Seelischen dasjenige entwickelt, was durch die Pforte des Todes geht, was aber der Keim, der Kern eines neuen Lebens ist. So gewiß wie der Pflanzenkeim die Anlage hat, eine neue Pflanze zu werden, so gewiß hat dasjenige, was sich in dem Alltagsleben als Seelisch-Geistiges verbirgt, was sich aber der Geisteswissenschaft zeigt, die Anlage zu einem neuen Menschen. Und durch eine solche Betrachtung gelangt man in voller Übereinstimmung mit der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart zu den wiederholten Erdenleben. Man weiß, daß das gesamte Menschenleben besteht aus dem Leben zwischen Geburt und Tod und aus dem Leben, das verläuft zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aus dem dann der Mensch wiederum in ein neues Erdenleben eintritt. Das einzige, was eingewendet werden könnte gegen das eben Gesagte, ist, daß ja der Pflanzenkeim auch zugrunde gehen könnte, wenn die Bedingungen nicht da sind, die ihn zu einer neuen Pflanze aufrufen. Dieser Einwand erledigt sich für die Geisteswissenschaft dadurch, daß allerdings der Pflanzenkeim, weil er angewiesen ist auf die äußere Welt, auch zugrunde gehen kann. In der geistigen Welt aber, in der der menschliche Seelenwesenskern heranreift zu einem neuen Erdenleben, da gibt es kein Hindernis dafür, daß dasjenige, was als Seelenkern im Erdenleben reift, in einem anderen Erdenleben wiederum zum Vorschein kommt. Ich kann nur flüchtig in kurzen Worten andeuten, wie der Geistesforscher, festhaltend an der naturwissenschaftlichen Forschungsart, zu der Anschauung der wiederholten Erdenleben kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat die Geisteswissenschaft angeklagt des Buddhismus, weil sie von den wiederholten Erdenleben spricht. Nun, die Geisteswissenschaft holt das, was sie zu sagen hat, wahrhaftig nicht aus dem Buddhismus, sondern sie steht voll und ganz auf dem Boden der neueren Naturwissenschaft. Aber, sie dehnt diese neuere Naturwissenschaft auf das geistige Leben aus. Und sie kann nichts dafür, daß sie, ohne irgendwie auf den Buddhismus Rücksicht zu nehmen, zu der Anschauung von den wiederholten Erdenleben kommt. Sie kann nichts dafür, daß der Buddhismus in uralten Zeiten aus alten Traditionen heraus gesprochen hat von den wiederholten Erdenleben.In diesem Zusammenhange möchte ich darauf aufmerksam machen, daß Lessing aus seinem reifen und erfahrungsreichen Denken heraus dazu gekommen ist, von den wiederholten Erdenleben zu sprechen. Nach einem arbeitsreichen Leben hat Lessing seine Abhandlung «Über die Erziehung des Menschengeschlechts» geschrieben, und da vertritt er diese Lehre von den wiederholten Erdenleben. Er sagt ungefähr das Folgende: Sollte denn diese Lehre deshalb zu verwerfen sein, weil sie in den ersten Morgenstunden der Menschheit aufgetreten ist, als noch keine Vorurteile der Schulen sie getrübt haben? So wenig Lessing sich beirren ließ dadurch, daß diese Lehre von den wiederholten Erdenleben in der Morgenröte der Menschheit aufgetreten ist und dann später durch die Vorurteile der Schulen in den Hintergrund gedrängt worden ist, so wenig braucht die Geisteswissenschaft vor dieser Lehre zurückzuschrecken, weil diese Lehre auch im Buddhismus vorkommt. Es ist durchaus unbegründet, die Geisteswissenschaft deshalb des Buddhismus zu zeihen. Geisteswissenschaft bekennt sich zu der Lehre von den wiederholten Erdenleben aus ihren eigenen Quellen heraus, und der Mensch wird hingewiesen durch diese Geisteswissenschaft darauf, daß er mit dem gesamten Menschheitsleben auf Erden in Zusammenhang steht. Denn diese Seelen, die in uns leben, sie waren schon oftmals da, sie werden noch oftmals da sein. Wir blicken zurück auf uralte Kulturepochen, auf Zeiten zum Beispiel, wo die Augen der Menschen hinauf geblickt haben zu den Pyramiden. Wir wissen: Unsere Seelen haben schon dazumal gelebt, und wiederum werden sie erscheinen in der Zukunft; sie nehmen teil an allen Menschheitsepochen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, in welchem Sinne will die Geisteswissenschaft dasjenige, was soeben auseinandergesetzt worden ist, vor die ganze Menschheitskultur hintragen? In keinem anderen Sinne, als die neuere Naturwissenschaft ihre Erkenntnisse vor die Menschheit bringt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Geisteswissenschaft will nicht etwas sein, was zu tun hat mit einer neuen Religionsstiftung. Sie will keine neue Sekte stiften. Sie will keine Propheten und keine Religionsstifter hervorbringen. Die Zeit der Religionsstiftungen, die Zeit der Propheten ist vorüber. Die Menschheit ist reif geworden. Und Menschen, die mit Prophetennatur in der Zukunft vor die Menschheit hintreten wollten, sie werden ein anderes Schicksal haben als die alten Propheten. Die alten Propheten, sie sind mit Recht nach den Eigenarten ihrer Zeit als hervorragende Menschen verehrt worden. Propheten der Gegenwart, die es in dem alten Sinne sein wollten, werden ihr Schicksal erfahren: sie werden ausgelacht werden! Geisteswissenschaft braucht keine Propheten, denn Geisteswissenschaft steht ihrer ganzen Natur nach auf dem Boden, daß dasjenige, was sie zu sagen hat, Eigentum ist der Tiefen der Menschenseele, derjenigen Tiefen, in welche die Menschenseele nur nicht immer hinunterleuchten kann. Und dasjenige, was der Geistesforscher sagt, will er als schlichter Forscher erforschen. Er will aufmerksam machen auf dasjenige, was notwendig ist. Der Geistesforscher sagt: Ich habe es gefunden; wenn du suchst, findest du es selbst! Und immer mehr und mehr werden sich die Zeiten nähern, wo der Geistesforscher anerkannt werden wird als schlichter Forscher, so wie der Chemiker, der Biologe als Forscher anerkannt werden auf ihrem Gebiete; nur daß der Geistesforscher auf dem Gebiete forscht, das jeder Menschenseele nahegeht. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will nicht das Christentum ersetzen, aber ein Instrument zum Ergreifen des Christentums will sie sein. Und gerade dadurch wird uns durch die Geisteswissenschaft klar, daß dasjenige Wesen, das wir den Christus nennen, in den Mittelpunkt alles Erdendaseins zu stellen ist, daß dasjenige, was wir das christliche Bekenntnis nennen, die letzte der Religionen ist, die für die Erdenzukunft ewige Religion ist. Gerade das zeigt uns die Geisteswissenschaft, daß die vorchristlichen Religionen aus ihrer Einseitigkeit herausgewachsen sind, zusammengewachsen sind in die Religion des Christentums. Geisteswissenschaft will nicht etwas anderes an die Stelle des Christentums setzen, sondern sie will nur dazu helfen, das Christentum tiefer, inniger zu verstehen. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewaltiger Unterschied ist vorhanden in bezug auf das Verhältnis der Menschenseele zu der geistigen Welt gegenüber den vorchristlichen Zeiten. Dasjenige, was ich Ihnen heute erzählt habe, und was jede Seele vornehmen kann mit sich, um ihren Einzug in die geistige Welt zu halten, das ist erst möglich in der Welt seit der Begründung des Christentums. Seither erst kann jede Seele, die dasjenige anwendet, was ich heute und in den genannten Büchern dargestellt habe, durch Selbsterziehung hinaufgelangen in die geistige Welt. Vor der Begründung des Christentums brauchte man die Mysterien, brauchte man die autoritativen Anweisungen der Lehrer. Selbsteinweihung hat es in alten Zeiten nicht gegeben. Und wenn die Geisteswissenschaft gefragt wird: Worauf beruht dieser Umschwung? - dann hat sie aus ihren Forschungen heraus zu antworten: Dieser Umschwung ist möglich geworden durch das Mysterium von Golgatha. Durch die Begründung des Christentums ist eine Tatsache, die nur im Geiste erforscht werden kann, in die Menschheit eingetreten. Etwas, was vorher nur im Geistigen zu finden war, wenn der Mensch den Leib verlassen hatte durch die Mysterien, der Christus selbst, er ist nach der Begründung des Christentums von jeder Menschenseele durch eigene Anstrengung zu finden. Dasjenige, was gleichsam die Mysterien in die Menschenseelen hineinbrachten, das liegt seit dem Mysterium von Golgatha in jeder Menschenseele, das ist allen Menschenseelen zuteil geworden. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Menschenseelen haben durchgemacht Erdenleben in Zeiten, wo der Christus noch nicht mit der Erde vereinigt war, und sie werden durchmachen noch fernere Erdenleben, in denen der Christus mit der Erde vereint ist. Der Christus lebt nunmehr in den Menschenseelen selbst. Dann aber, wenn die Menschenseele sich immer mehr und mehr vertieft, wenn die Menschenseele immer wieder und wiederum durch wiederholte Erdenleben geht, dann wird sie immer selbständiger und selbständiger, immer innerlich freier und freier. Daher ist es so, daß sie immer neue Instrumente braucht, um die alten Wahrheiten zu verstehen, daß sie aus dieser inneren Freiheit heraus immer weiter und weiter vorzudringen hat. So muß gesagt werden: Das Christentum wird gerade durch die Geisteswissenschaft in einer solchen Tiefe erkannt, in einer solchen Wahrheit, in einer solchen Wichtigkeit erkannt, daß die Geisteswissenschaft Vertrauen haben darf, wenn sie in einer neuen Form diese alten christlichen Wahrheiten verkündigt. Mögen diejenigen, die nur bei ihren Vorurteilen stehenbleiben wollen, glauben, daß Geisteswissenschaft dem Christentum Abbruch tue. Wer in die Kultur der Gegenwart eindringt, der wird finden, daß gerade diejenigen Menschen, die nicht mehr in der alten Weise Christen sein können, durch Geisteswissenschaft wiederum von der Wahrheit des Christentums überzeugt werden. Denn dasjenige, was die Geisteswissenschaft über das Christentum zu sagen hat, das darf sie sagen zu jeder Seele, weil den Christus, von dem sie spricht, jede Seele in sich selbst finden kann. Aber sie darf auch sagen, daß sie den Christus findet als das Wesen, das einmal wirklich durch die Tatsache des Mysteriums von Golgatha eingetreten ist in die Menschenseelen, in die Erdenwelt. Der Glaube hat nichts zu fürchten von dem Wissen, denn die Gegenstände des Glaubens, wenn sie zum Geiste aufsteigen, haben das Licht des Wissens nicht zu scheuen. Und so wird Geisteswissenschaft dem Christentum diejenigen Seelen erobern, die ihm nicht anders werden gewonnen werden können als dadurch, daß man zu ihnen nicht spricht wie ein prophetischer Religionsstifter, sondern wie ein schlichter Wissenschaftler, der aufmerksam macht auf dasjenige, was auf geisteswissenschaftlichem Gebiete gefunden werden kann, und der die Saiten, die in jeder Seele sind, zum Mitschwingen bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistesforscher kann zwar ein jeder Mensch werden; die Wege dazu können Sie in den genannten Büchern angegeben finden. Aber auch derjenige, der nicht Geistesforscher ist, kann, wenn er die Wahrheit in unbefangener Weise auf sich wirken läßt, von dieser Wahrheit durchdrungen werden. Und wenn er das nicht tut, dann kann er sich eben nicht frei machen von Vorurteilen. In der Seele des Menschen liegen alle Wahrheiten. Es hat vielleicht nicht jeder Mensch Gelegenheit, als Geistesforscher die Wahrheit des Geistigen zu überschauen; aber so wahr wir schon mit dem Denken aus dem Gebiet der Sinneswelt heraus sind, so wahr geht das Denken mit, wenn der Geisteswissenschaftler auf das aufmerksam machen will, was er auf seinen geistigen Wegen erforscht. Und nur aufmerksam machen will er darauf, daß es Wahrheiten gibt, die in jeder Seele keimen können, weil sie in jeder Seele vorhanden sind.“ {{Lit|{{G|155|215ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Anthroposophie-Kritik}}&lt;br /&gt;
Seit ihrem Bestehen hat die Anthroposophie als „Wissenschaft vom Übersinnlichen“ nicht nur eine große Anhängerschaft, sondern auch eine ebenso aktive Gegnerschaft. Dabei sind der Streitpunkt meist die nach dem heutigen [[Naturwissenschaft|Naturwissenschaftsbegriff]] nicht belegbaren Lehren Steiners. Gedanklich nachvollziehen könne die Anthroposophie jeder Mensch, der sie vorurteilsfrei prüft, behauptet Steiner. Um eigene [[Übersinnliche Welt|übersinnliche]] Erkenntnisse zu erlangen, muss, folgt man [[Rudolf Steiner|Steiner]], allerdings das persönliche spirituelle Erkenntnisvermögen entwickelt werden. Der Aufforderung, sich auf die Anthroposophie denkend einzulassen oder gar das persönliche Erkenntnisvermögen durch [[Meditation]] weiterzuentwickeln, um sie zu verstehen, wird derjenige nicht folgen, der Übersinnliches ohne Belege im naturwissenschaftlichen Sinn von vornherein nicht gelten lassen will. In der heutigen Zeit ist eine solche Forderung für viele wissenschaftlich vorgeschulte und skeptisch beziehungsweise materialistisch eingestellte Menschen allerdings eine Zumutung und sie kommen ihr in der Regel nicht nach. Anthroposophie wird auch daran gemessen werden, wie sie mit solcher, aus unserer Zeitbildung durchaus verständlicher Kritik, sachlich und konkret umzugehen weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
*[[Anthroposophische Gesellschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Goetheanum]]&lt;br /&gt;
*[[Waldorfschule]]&lt;br /&gt;
*[[Soziale Dreigliederung]]&lt;br /&gt;
*[[Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Anthroposophische Medizin]]&lt;br /&gt;
*[[Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Demeter (Marke)]]&lt;br /&gt;
*[[Heilpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Anthroposophie}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Anthroposophie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Glomer|thema/anthroposophie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke Rudolf Steiners ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner#Werke|Eine Liste der Werke Rudolf Steiners]]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheit und Wissenschaft&#039;&#039;, [[GA 3]] (1980), ISBN 3-7274-0030-7 {{Schriften|003}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit&#039;&#039;, [[GA 4]] (1992) {{Schriften|004}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung &#039;&#039;, [[GA 9]] (2003), ISBN 3-7274-0090-0 {{Schriften|009}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?&#039;&#039;, [[GA 10]] (1993), ISBN 3-7274-0100-1 {{Schriften|010}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Chronik&#039;&#039;, [[GA 11]] (1986), ISBN 3-7274-0110-9 {{Schriften|011}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Geheimwissenschaft im Umriß&#039;&#039;, [[GA 13]] (1989), ISBN 3-7274-0130-3 {{Schriften|013}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vom Menschenrätsel&#039;&#039;, [[GA 20]] (1984), ISBN 3-7274-0200-8 {{Schriften|020}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Leitsätze&#039;&#039;, [[GA 26]] (1998), ISBN 3-7274-0260-1 {{Schriften|026}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mein Lebensgang&#039;&#039;, [[GA 28]] (2000), ISBN 3-7274-0280-6 {{Schriften|028}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Methodische Grundlagen der Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 30]] (1989), ISBN 3-7274-0300-4 {{Vorträge1|29}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Philosophie und Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 35]] (1984) {{Vorträge|35}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie. Ein Fragment aus dem Jahre 1910&#039;&#039;, [[GA 45]] (2002), ISBN 3-7274-452-3 {{Vorträge|045}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Wesen des Menschen im Lichte der Geisteswissenschaft&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;GA 68d&#039;&#039;&#039; (2022), ISBN 978-3-7274-0683-6&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1 {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Mensch als Geist- und Seelenwesen&#039;&#039;, [[GA 71b]] (2023), ISBN 978-3-7274-0715-4&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Freiheit – Unsterblichkeit – Soziales Leben&#039;&#039;, [[GA 72]] (1990), ISBN 3-7274-0720-4 {{Vorträge|072}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Damit der Mensch ganz Mensch werde&#039;&#039;, [[GA 82]] (1994), ISBN 3-7274-0820-0 {{Vorträge|082}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Bewußtsein – Leben – Form &#039;&#039;, [[GA 89]] (2001), ISBN 3-7274-0890-1 {{Vorträge|089}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole&#039;&#039;, [[GA 101]] (1992), ISBN 3-7274-1010-8 {{Vorträge|101}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Johannes-Evangelium&#039;&#039;, [[GA 103]] (1995), ISBN 3-7274-1030-2 {{Vorträge|103}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt&#039;&#039;, [[GA 110]] (1991), ISBN 3-7274-1100-7&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie – Psychosophie – Pneumatosophie&#039;&#039;, [[GA 115]] (2001), ISBN 3-7274-1150-3 {{Vorträge|115}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens im Lichte der Evangelien&#039;&#039;, [[GA 117]] (1986), ISBN 3-7274-1170-8 {{Vorträge|117}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der irdische und der kosmische Mensch&#039;&#039;, [[GA 133]] (1989), ISBN 3-7274-1330-1 {{Vorträge|133}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege der Seele zu Christus&#039;&#039;, [[GA 143]] (1994), ISBN 3-7274-1430-8 {{Vorträge|143}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung. Das Fünfte Evangelium&#039;&#039;, [[GA 148]] (1992), ISBN 3-7274-1480-4 {{Vorträge|148}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Christus und die menschliche Seele. Über den Sinn des Lebens. Theosophische Moral. Anthroposophie und Christentum.&#039;&#039;, [[GA 155]] (1982), Norrköping, 13. Juli 1914 {{Vorträge|155}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Okkultes Lesen und okkultes Hören&#039;&#039;, [[GA 156]] (2003), ISBN 3-7274-1561-4 {{Vorträge|156}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Weltwesen und Ichheit&#039;&#039;, [[GA 169]] (1998), ISBN 3-7274-1690-4 {{Vorträge|169}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis&#039;&#039;, [[GA 177]] (1999), ISBN 3-7274-1771-4 {{Vorträge|177}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Polarität von Dauer und Entwickelung im Menschenleben. Die kosmische Vorgeschichte der Menschheit.&#039;&#039;, [[GA 184]] (2002), ISBN 3-7274-1840-0 {{Vorträge|184}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die soziale Grundforderung unserer Zeit – In geänderter Zeitlage&#039;&#039;, [[GA 186]] (1990), ISBN 3-7274-1860-5 {{Vorträge|186}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie kann die Menschheit den Christus wiederfinden?&#039;&#039;, [[GA 187]] (1995), ISBN 3-7274-1870-2 {{Vorträge|187}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Sendung Michaels&#039;&#039;, [[GA 194]] (1994), ISBN 3-7274-1940-7 {{Vorträge|194}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heilfaktoren für den sozialen Organismus&#039;&#039;, [[GA 198]] (1984), ISBN 3-7274-1980-6 {{Vorträge|198}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie als Kosmosophie – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 207]] (1990), ISBN 3-7274-2070-7 {{Vorträge|207}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie als Kosmosophie – Zweiter Teil&#039;&#039;, [[GA 208]] (1992), ISBN 3-7274-2080-4 {{Vorträge|208}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Erkenntnis-Aufgabe der Jugend&#039;&#039;, [[GA 217a]] (1981), ISBN 3-7274-2175-4 {{Vorträge|217a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte&#039;&#039;, [[GA 222]] (1989), ISBN 3-7274-2220-3 {{Vorträge|222}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der übersinnliche Mensch, anthroposophisch erfaßt&#039;&#039;, [[GA 231]] (1999), ISBN 3-7274-2310-2 {{Vorträge|231}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mysterienstätten des Mittelalters&#039;&#039;, [[GA 233a]] (1991), ISBN 3-7274-2335-8 {{Vorträge|233a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Anthroposophie und ihre Gegner 1919 – 1921&#039;&#039;, [[GA 255b]] (2003), ISBN 3-7274-2555-5 {{Geschichte|255b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Gemeinschaftsbildung&#039;&#039;, [[GA 257]] (1989), ISBN 3-7274-2570-9 {{Geschichte|257}} {{Vorträge|257}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Schicksalsjahr 1923 in der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft. Vom Goetheanumbrand zur Weihnachtstagung.&#039;&#039;, [[GA 259]] (1991), ISBN 3-7274-2590-3 {{Geschichte|259}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Idee und Praxis der Waldorfschule&#039;&#039;, [[GA 297]] (1998), ISBN 3-7274-2970-4 {{Vorträge|297}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Naturbeobachtung, Experiment, Mathematik und die Erkenntnisstufen der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 324]] (1991), ISBN 3-7274-3242-X {{Vorträge|324}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie wirkt man für den Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus? Zwei Schulungskurse für Redner und aktive Vertreter des Dreigliederungsgedankens&#039;&#039;, [[GA 338]] (1986), ISBN 3-7274-3380-9 {{Vorträge|338}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&#039;&#039;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Wesen der Anthroposophie&#039;&#039;, Öffentlicher Vortrag in München, 16. Januar 1922, S. 5 (nicht in [[GA]]) [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220116a-01-01.pdf#page=5&amp;amp;view=Fit pdf]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie und die Rätsel der Seele&#039;&#039;, Vortrag in Bern, 20. März 1922 (nicht in [[GA]]) [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220320-02-01.pdf#page=21&amp;amp;view=Fit pdf]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Wesen der Anthroposophie&#039;&#039;, Vortrag in Berlin, 3. Februar 1913 (nicht in [[GA]]) [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Rudolf_Steiner/DAS%20WESEN%20DER%20ANTHROPOSOPHIE%201913.pdf#page=24&amp;amp;view=Fit pdf]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], [[Christian Clement]] (Hrsg.): &#039;&#039;Schriften. Kritische Ausgabe / Band 5: Schriften über Mystik, Mysterienwesen und Religionsgeschichte&#039;&#039;, Bd. [[SKA 5]], frommann-holzboog Verlag, Stuttgart-Bad Cannstatt/Basel 2013, ISBN 978-3-7728-2635-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophische Schriften ===&lt;br /&gt;
* Maurice Martin: &#039;&#039;Anthroposophie - Was ist das? Versuch einer Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners&#039;&#039;, Novalis Verlag 1987, ISBN 978-3721405842&lt;br /&gt;
* Adolf Baumann: &#039;&#039;ABC der Anthroposophie: Ein Wörterbuch für jedermann&#039;&#039;, 3. Auflage, Oratio Verlag 1998, ISBN 978-3721406887&lt;br /&gt;
* Bodo von Plato (Hrsg.): &#039;&#039;Anthroposophie im 20. Jahrhundert: Ein Kulturimpuls in biografischen Porträts&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2003, ISBN 978-3723511992 online unter [http://www.biographien.kulturimpuls.org/ biographien.kulturimpuls.org]&lt;br /&gt;
* [[Thomas Meyer]] (Hg.): &#039;&#039;Walter Johannes Stein - Rudolf Steiner. Dokumentation eines wegweisenden Zusammenwirkens. W. J. Steins Dissertation in ihrem Entstehungsprozess und in ihrer Aktualität mit Briefen und Aufzeichnungen Rudolf Steiners Korrekturen und Ergänzungen sowie dem &amp;quot;Haager Gespräch&amp;quot; von 1922&#039;&#039;,  Philosphisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum, 2009 (1985), ISBN 978-3-907564-72-1&lt;br /&gt;
* [[Kiersch, Johannes]]: &#039;&#039;Die Waldorfpädagogik - Eine Einführung in die Pädagogik Rudolf Steiners, Neuausgabe 2. Auflage, Freies Geistesleben. ISBN 377251247X&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Marek B. Majorek: &#039;&#039;Rudolf Steiners Geisteswissenschaft: Mythisches Denken oder Wissenschaft?&#039;&#039;, 2 Bände, Verlag Narr Francke Attempto, Tübingen 2015, ISBN 978-3772085635, eBook: ASIN B0714F4N5R&lt;br /&gt;
*[[Peter Heusser]]: &#039;&#039;Anthroposophie und Wissenschaft: Eine Einführung. Erkenntniswissenschaft, Physik, Chemie, Genetik, Biologie, Neurobiologie, Psychologie, Philosophie des Geistes, Anthropologie, Anthroposophie, Medizin&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2016, ISBN 978-3723515686&lt;br /&gt;
* Michael Frensch: &#039;&#039;Anthroposophie neu denken: Anthroposophie und ihr gnostizistischer Schatten; Das Wesen Anthroposophia; Harry Potter und die sieben Tore der Theosophie&#039;&#039;, Novalis-Verlag 2017, ISBN 978-3941664555&lt;br /&gt;
* Mathias Weis: &#039;&#039;Ach Du liebe Anthroposophie: Briefe an eine Freundin&#039;&#039;, Info 3 2020, ISBN 978-3957791313; eBook {{ASIN|B08YNQR1WH}}&lt;br /&gt;
* [[Josef F. Justen]]: &#039;&#039;Das Götterprojekt »Mensch« - Entstehung, Wesen und Ziel des Menschen: Einführung in die grundlegenden Erkenntnisse der Anthroposophie Rudolf Steiners&#039;&#039;, BoD, Norderstedt 2021, ISBN 978-3753463438; eBook {{ASIN|B09BZY4615}}&lt;br /&gt;
* [[Josef F. Justen]]: &#039;&#039;Die Heilige Schrift im Erkenntnislicht der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft: Entschlüsselung biblischer Geheimnisse&#039;&#039;, BoD, Norderstedt 2022, ISBN 978-3756244744; eBook {{ASIN|B0BFB57764}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Befürwortende oder neutrale Standpunkte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rahel Uhlenhoff (Hrsg.): &#039;&#039;Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart&#039;&#039;, Berliner Wissenschafts-Verlag 2011, ISBN 978-3830519300, eBook {{ASIN|B07FN9S7TQ}}&lt;br /&gt;
* Jürgen Kuberski: &#039;&#039;Anthroposophie: Mehr als Naturkosmetik und Waldorfschule&#039;&#039;, SCM Hänssler 2010, ISBN 978-3775152457, eBook {{ASIN|B00C67M4YA}}&lt;br /&gt;
* [[Martin Kriele]]: &#039;&#039;Anthroposophie und Kirche. Erfahrungen eines Grenzgängers&#039;&#039;. Herder Verlag 1996 ISBN 3451239671&lt;br /&gt;
* [[Taja Gut]]: &#039;&#039;Wie hast Du&#039;s mit der Anthroposophie?&#039;&#039; Eine Selbstbefragung, Vlg. Die Pforte, Dornach 2010, ISBN 978-3-85636-218-8&lt;br /&gt;
* [[Lorenzo Ravagli]]: &#039;&#039;Selbsterkenntnis in der Geschichte - Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert&#039;&#039;. Band 1: &#039;&#039;Von den Anfängen bis zur zweiten großen Sezession 1875–1952&#039;&#039;. [https://www.glomer.com/selbsterkenntnis-in-der-geschichte-bd-1_10010595_18561 glomer.com] 2020, ISBN 978-3-9821354-3-4&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Kaiser]]: &#039;&#039;Der Erzähler Rudolf Steiner: Studien zur Hermeneutik der Anthroposophie&#039;&#039;, Info 3 2020, ISBN 978-3957791115; eBook {{ASIN|B08VW9TSZC}}&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Müller]]: &#039;&#039;Zumutung Anthroposophie: Rudolf Steiners Bedeutung für die Gegenwart&#039;&#039;, Info 3 2021, ISBN 978-3957791436; eBook {{ASIN|B09NQKN4Q2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aus kritischer Sicht ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erzbistum Köln (Hg.): &#039;&#039;Anthroposophie und Waldorfpädagogik. Eine Orientierungshilfe für Katholiken&#039;&#039;, Faltblatt, Köln 2009&lt;br /&gt;
* Baumann-Bay, Lydie und Andreas: &#039;&#039;Achtung, Anthroposophie! Ein kritischer Insider-Bericht&#039;&#039;. Zürich : Kreuz Verlag, 2000, ISBN 3268002552.&lt;br /&gt;
* Klaus Bannach: &#039;&#039;Anthroposophie: Geheimwissenschaft?&#039;&#039;. In: Klaus Bannach/Kurt Rommel (Hg.): Religiöse Strömungen unserer Zeit. Eine Einführung und Orientierung, Quell Vlg., Stuttgart 1991, S. 133 - 138&lt;br /&gt;
* Bierl, Peter: &#039;&#039;Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister : die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik&#039;&#039;. Hamburg : Konkret Literatur Verlag, 1999, ISBN 3-89458-171-9&lt;br /&gt;
* Guido und Michael Grandt: &#039;&#039;Waldorf Connection. Rudolf Steiner und die Anthroposophen&#039;&#039;, Alibri Vlg., Aschaffenburg 2001, ISBN 3-932710-40-1&lt;br /&gt;
* Guido und Michael Grandt: &#039;&#039;Schwarzbuch Anthroposophie. Rudolf Steiners okkult-rassistische Weltanschauung&#039;&#039;, Ueberreuter Vlg., Wien 1997 (Gegen die Weiterverbreitung dieses Buches wurde erfolgreich Klage eingereicht, dennoch zirkulieren noch einige antiquarische Exemplare!) &lt;br /&gt;
* Hellmich, Achim und Teigeler, Peter (Hrsg.): &#039;&#039;Montessoripädagogik, Freinetpädagogik, Waldorfpädagogik - Konzeption und aktuelle Praxis&#039;&#039;. Beltz Verlag, 1999. ISBN 3407252188&lt;br /&gt;
* Irene Wagner: &#039;&#039;Rudolf Steiners langer Schatten. Die okkulten Hintergründe von Waldorf &amp;amp; Co&#039;&#039;, Alibri Vlg., Aschaffenburg 2013, ISBN 978-3-86569-069-2&lt;br /&gt;
* Wegener, Franz: &#039;&#039;Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der Reichsführer SS&#039;&#039;. Gladbeck 2004, ISBN 3931300153 [zu Steiners Finanzierung einer antisemitischen Schrift Heises]&lt;br /&gt;
* Georg Otto Schmid, Anthroposophie, Evangelische Informationsstelle [http://www.relinfo.ch/anthroposophie/info.html relinfo.ch], 1999.&lt;br /&gt;
* Wolfgang G. Vögele, &#039;&#039;Der andere Rudolf Steiner&#039;&#039;, 2005&lt;br /&gt;
* Binder, Andreas&amp;lt;ref&amp;gt;Pseudonym. Der bürgerliche Name des Autors ist Dr. Hellmut Haug.&amp;lt;/ref&amp;gt;: &#039;&#039;Wie christlich ist die Anthroposophie? Standortbestimmungen aus der Sicht eines evangelischen Theologen&#039;&#039;, Stuttgart : Urachhaus, 1989, ISBN 3878386117&lt;br /&gt;
* Kniebe, Georg: &#039;&#039;Anthroposophie und christliche Kirchen  - Ein Gespräch?&#039;&#039;. Stuttgart : Urachhaus, 1992, ISBN 3878389477&lt;br /&gt;
* Gassmann, Lothar: &#039;&#039;Kleines Anthroposophie-Handbuch&#039;&#039;, MABO-Vlg., Schacht-Audorf 2006&lt;br /&gt;
* Grom, Bernhard: &#039;&#039;Anthroposophie und Christentum&#039;&#039;, Kösel Vlg., München 1989&lt;br /&gt;
* Klaus von Stieglitz: &#039;&#039;Die Christosophie Rudolf Steiners&#039;&#039;. Voraussetzungen, Inhalt und Grenzen, Luther-Verlag, Witten-Ruhr 1955&lt;br /&gt;
* Klaus von Stieglitz: &#039;&#039;Einladung zur Freiheit&#039;&#039;. Gespräch mit der Anthroposophie, Radius Vlg., Stuttgart 1996&lt;br /&gt;
* Husmann-Kastein, Jana: &#039;&#039;SchwarzWeiß-Konstruktionen im Rassebild Rudolf Steiners&#039;&#039;. In: Berliner Dialog. Zeitschrift für Informationen und Standpunkte zur religiösen Begegnung. Hrsg. v. Dialog Zentrum Berlin e.V. Themenheft. Bd. 29. Schwerpunktthema Anthroposophie. Juli 2006, S.22-29.&lt;br /&gt;
* Zander, Helmut: &#039;&#039;Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945&#039;&#039;. 2 Bände. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-55452-4. (Habilitationschrift).&lt;br /&gt;
* Zander, Helmut: &#039;&#039;Die Anthroposophie. Rudolf Steiners Ideen zwischen Esoterik, Weleda, Demeter und Waldorfpädagogik&#039;&#039;. Ferdinand Schöningh Vlg., Paderborn, 1. Aufl. 2019, ISBN 978-3506792259&lt;br /&gt;
* [[Ansgar Martins]]: &#039;&#039;Rassismus und Geschichtsmetaphysik&#039;&#039;: Esoterischer Darwinismus und Freiheitsphilosophie bei Rudolf Steiner, INFO 3-Vlg., Frankfurt a.M. 2012, ISBN 978-3-924391-63-8&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Impliziert eine evolutionstheoretische Auffassung Rassismus?&#039;&#039; Eine Anfrage an Ravagli und an die allgemeine Evolutionslehre. Offener Brief von Ute Siebert, 2001 [http://www.akdh.ch/ps/Sieber-Ravagli.htm online]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Vortraege/Was_ist_Anthroposophie.pdf Was ist Anthroposophie?] - Eine Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners (&#039;&#039;Wolfgang Peter&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220123-01-01.pdf Das Wesen der Anthroposophie] öffentlicher Vortrag Rudolf Steiners in Köln, am 23. Januar 1922 (nicht in GA) - Klartextnachschrift auf [http://www.steiner-klartext.net www.steiner-klartext.net]&lt;br /&gt;
* [http://www.rudolf-steiner.com Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung]&lt;br /&gt;
* [http://www.anthroposophie.net/ Forum für Anthroposophie, Waldorfpädagogik und Goetheanistische Naturwissenschaft]&lt;br /&gt;
* [http://www.goetheanum.org/ Das Goetheanum - Freie Hochschule für Geisteswissenschaft und Sitz der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach / Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.anthroposophie-als-geisteswissenschaft.de Anthroposophie als Geisteswissenschaft]&lt;br /&gt;
;Videos&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=x0o9xVx0zN0 Was ist Anthroposophie? - Wolfgang Held] auf YouTube ([https://www.youtube.com/@anthrogesellschaftstuttgart Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart])&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/channel/UCfuSf2VRuxbPQqmpxFGYN8g Der Videokanal von Axel Burkart] auf YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=0ZLx6XC7SqQ Rudolf Steiner und die Anthroposophie | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur] auf YouTube&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:AnthroWiki:Exzellent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:-sophie]]&lt;br /&gt;
[[en:Anthroposophy]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;br /&gt;
{{Sprachen}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Anthroposophie&amp;diff=626506</id>
		<title>Anthroposophie</title>
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		<updated>2026-09-04T13:21:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Anthroposophie im Wandel der Zeiten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;notiz centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; color: #2a4b8d; font-size: 100%;&amp;gt;„[[Geisteswissenschaft|Und die Erweiterung des Ich-Bewußtseins über die geistige Welt, das ist Geisteswissenschaft.]]“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;float:right;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;([[Rudolf Steiner]], {{G|158|112}})&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf Steiner 01.jpg|thumb|[[Rudolf Steiner]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stichwort Anthroposophie.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://steinerverlag.com/shop/kategorie/spirituelle-perspektiven/stichwort-anthroposophie/}}|link=https://steinerverlag.com/shop/kategorie/spirituelle-perspektiven/stichwort-anthroposophie/]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anthro.world|Anthroposophie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anthroposophie&#039;&#039;&#039; (von {{grS|ἄνθρωπος}} ánthropos ‚Mensch‘ und {{lang|gr|σοφία}} sophίa ‚Weisheit‘; {{EnS}} &#039;&#039;[[a:anthroposophy|anthroposophy]]&#039;&#039;) ist ein von [[Rudolf Steiner]] (*[[1861]], †[[1925]]) begründeter &#039;&#039;„Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte“&#039;&#039; {{Lit|{{G|26|14}}}} und in diesem Sinn das &#039;&#039;„Bewußtsein seines Menschentums“&#039;&#039; {{Lit|{{G|257|76}}}} erweitern will. Von einer vertieften, auf geistige [[Erfahrung]] gegründeten Erkenntnis des [[Mensch]]en ausgehend, eröffnet Anthroposophie einen neuen, den Anforderungen unserer Zeit entsprechenden, vollbewussten gedankenklaren und [[wissenschaft]]lich exakten Zugang zur [[Geistige Welt|geistigen Welt]], der sich [[Methode|methodisch]] an der [[Naturwissenschaft]] orientiert und diese durch eine entsprechende [[empirisch]] begründete &#039;&#039;&#039;geistige Erkenntnis&#039;&#039;&#039; ergänzt und erweitert, die den modernen [[Evolution|Entwicklungsgedanken]] auch für den [[Seele|seelischen]] und [[geist]]igen Bereich fruchtbar macht und so dessen einseitig [[Materialismus|materialistische]] Missdeutung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unter Anthroposophie verstehe ich eine wissenschaftliche Erfor­schung der geistigen Welt, welche die Einseitigkeiten einer bloßen Natur-Erkenntnis ebenso wie diejenigen der ge­wöhnlichen Mystik durchschaut, und die, bevor sie den Versuch macht, in die übersinnliche Welt einzudringen, in der erkennenden Seele erst die im gewöhnlichen Bewußtsein und in der gewöhnlichen Wissenschaft noch nicht tätigen Kräfte entwickelt, welche ein solches Eindringen ermöglichen.|35|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anthroposophie wird daher von Rudolf Steiner vielfach auch als anthroposophisch orientierte [[Geisteswissenschaft]] bezeichnet. Ihre Quelle ist der in [[Freiheit]] tätig nach [[Erkenntnis]] strebende [[Mensch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Stelle dich in die Mitte zwischen Gott und Natur, laß den Menschen in dir sprechen über das, was über dir ist und in dich hineinleuchtet, und über das, was von unten in dich hineinragt, dann hast du Anthroposophie, die Weisheit, die der Mensch spricht.|115|17f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was ist Anthroposophie? ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot; style=&amp;quot;float: right; margin-left:30px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:Yt Was ist Anthroposophie WP.JPG|400px|center|link=https://www.youtube.com/watch?v=_6ZlUijRyJI]]&amp;lt;center&amp;gt;Wolfgang Peter: &#039;&#039;Was ist Anthroposophie?&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Eine Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners.&amp;lt;br&amp;gt; (Vortrag im [[Brunner Heimathaus]] vom 6.5.2010)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;[https://anthro.world anthro.world]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die überwiegend [[naturwissenschaft]]lich orientierte [[Anthropologie]] allein den äußerlich fassbaren [[Mensch]]en beschreibt, will Anthroposophie darüber hinaus den nur innerlich [[Erleben|erlebbaren]] [[Seele|seelischen]] und [[geist]]igen Menschen und die diesem durch konsequente [[Schulungsweg|Bewusstseinsschulung]] [[Wahrnehmung|wahrnehmbare]] [[Seelenwelt|seelische]] und [[geistige Welt]] rein [[Empirie|empirisch]] erforschen – ohne [[Metaphysik|metaphysische]] [[Spekulation]] und unabhängig von jeglicher [[Religion|religiösen]] [[Dogmatik]] oder herkömmlichen [[Mystik]]. In dieser geistigen Welt ist aber auch das [[Wesen]] der ganzen Welt begründet und der [[Erkenntnis]] jedes Menschen, der „&#039;&#039;immer strebend sich bemüht&#039;&#039;“,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Faust. Der Tragödie zweiter Teil&#039;&#039;, V. Akt&amp;lt;/ref&amp;gt; prinzipiell zugänglich. Anthroposophie lässt sich daher zunächst wie folgt charakterisieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte.|26|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Wirkungen in der Welt gehen, wie [[Rudolf Steiner]] betont, letztlich von [[Geistige Wesen|geistigen Wesenheiten]] aus, die in verschiedenen [[Bewusstseinszustände]]n leben. In ihrem Bewusstsein, zu dem sich der Mensch durch [[höhere Erkenntnis]] erheben kann, liegt der Ursprungsquell und die eigentliche [[Substanz]], aus der die [[Wirklichkeit]] gewoben ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Also, die wirklichen Realitäten der Welt sind Wesen in den verschiedenen Bewußtseinszuständen.|148|306|307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistig vertiefte [[Selbsterkenntnis]] wird damit zugleich zur umfassenden Welterkenntnis, zur [[Kosmologie]] bzw. [[Kosmosophie]] im weitesten Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Können wir auf uns selbst zurückschauend uns selbst&lt;br /&gt;
erkennen, dann können wir auch im Kosmos beobachten.&lt;br /&gt;
Und dann ergeben sich solche Beobachtungen, die&lt;br /&gt;
uns eine wirkliche Kosmologie, eine Kosmosophie liefern,&lt;br /&gt;
wie ich sie versucht habe zu geben in meinem Buche&lt;br /&gt;
«[[Die Geheimwissenschaft]]».|82|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es wird im Kosmos überhaupt nichts betrachtet, ohne daß man&lt;br /&gt;
gleichzeitig den Menschen darinnen hat. Es bekommt alles nur&lt;br /&gt;
dadurch Sinn und zu gleicher Zeit Erkenntnisboden, daß man es&lt;br /&gt;
in bezug auf den Menschen betrachtet. Nirgends wird der Mensch&lt;br /&gt;
ausgeschlossen. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
führt unsere Weltbetrachtung wiederum zu einer Betrachtung&lt;br /&gt;
des menschlichen Wesens zurück.|338|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat die von ihm [[Methode|methodisch]] entwickelte Anthroposophie auch sinngemäß als &#039;&#039;&#039;anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft&#039;&#039;&#039; oder kürzer als &#039;&#039;&#039;anthroposophische Geisteswissenschaft&#039;&#039;&#039; und ganz kurz schlicht als &#039;&#039;&#039;[[Geisteswissenschaft]]&#039;&#039;&#039; bezeichnet, um auf die von ihm angestrebte, auf konkrete &#039;&#039;geistige&#039;&#039; [[Erfahrung]] gegründete, exakte [[Wissenschaft|wissenschaftliche]] Erforschung des [[Geist]]igen hinzuweisen. Schon sein [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretisches]] Hauptwerk, die «[[Philosophie der Freiheit]]» {{GZ||4}}, trägt den Untertitel: &#039;&#039;Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In «[[Mein Lebensgang]]» schreibt Steiner später über seine «Philosophie der Freiheit»:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ich suchte in meinem Buche darzulegen, daß &#039;&#039;nicht hinter&#039;&#039; der Sinneswelt ein Unbekanntes liegt, sondern &#039;&#039;in&#039;&#039;&lt;br /&gt;
ihr die geistige Welt. Und von der menschlichen Ideenwelt&lt;br /&gt;
suchte ich zu zeigen, daß sie in dieser geistigen Welt&lt;br /&gt;
ihren Bestand hat. Es ist also dem menschlichen Bewußtsein&lt;br /&gt;
das Wesenhafte der Sinneswelt nur so &#039;&#039;lange&#039;&#039; verborgen,&lt;br /&gt;
als die Seele &#039;&#039;nur&#039;&#039; durch die Sinne wahrnimmt. Wenn&lt;br /&gt;
zu den Sinneswahrnehmungen die Ideen hinzuerlebt&lt;br /&gt;
werden, dann wird die Sinneswelt in ihrer objektiven&lt;br /&gt;
Wesenhaftigkeit von dem Bewußtsein erlebt. Erkennen&lt;br /&gt;
ist nicht ein Abbilden eines Wesenhaften, sondern ein&lt;br /&gt;
Sich-hinein-Leben der Seele in dieses Wesenhafte. &#039;&#039;Innerhalb&#039;&#039;&lt;br /&gt;
des Bewußtseins vollzieht sich das Fortschreiten von&lt;br /&gt;
der noch unwesenhaften Sinnenwelt zu dem Wesenhaften&lt;br /&gt;
derselben. So ist die Sinnenwelt nur so lange Erscheinung&lt;br /&gt;
(Phänomen), als das Bewußtsein mit ihr noch&lt;br /&gt;
nicht fertig geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist die Sinneswelt also geistige Welt; und&lt;br /&gt;
mit dieser erkannten geistigen Welt lebt die Seele zusammen,&lt;br /&gt;
indem sie das Bewußtsein über sie ausdehnt. Das&lt;br /&gt;
Ziel des Erkenntnisvorganges ist das bewußte &#039;&#039;Erleben&#039;&#039;&lt;br /&gt;
der geistigen Welt, vor deren Anblick sich alles in Geist&lt;br /&gt;
auflöst.|28|244f|263}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit [[Rosa Mayreder]], der sich Rudolf Steiner geistig sehr verbunden fühlte, führte er einen regen Briefwechsel über die «Philosophie der Freiheit». Ihr Urteil über sein Werk war ihm sehr wertvoll. Von [[w:Weimar|Weimar]] aus sandte er ihr das kurz zuvor in den Druck gekommene Buch. Im Begleitbrief vom 14. Dezember 1893 betont er sehr nachdrücklich, dass er im ersten Teil eine radikale &#039;&#039;[[Diesseits]]lehre&#039;&#039; begründet habe und dass es im zweiten Teil um einen [[Ethischer Individualismus|ethischen Individualismus]] gehe, der nichts weniger als die Emanzipation des höheren Menschheitsbewusstseins von &#039;&#039;jeglicher&#039;&#039; [[Autorität]] zum Ziel habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heute weltweit vertretenen Anthroposophie entstammen fruchtbare Anregungen für vielfältigste Lebensbereiche, etwa für die [[Waldorfpädagogik]] und [[Heilpädagogik]], die [[anthroposophisch erweiterte Medizin]], die [[Heilmittel]]- und Kosmetikproduktion ([[Weleda]], [[Wala]]), die [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]] ([[Demeter (Marke)|Demeter]]), für praktisch alle Bereiche der [[Kunst]] (wie z.B. auch der [[Architektur]]), inklusive der neu aus der Anthroposophie hervorgegangenen Raumbewegungskunst [[Eurythmie]], für die [[Dreigliederung des sozialen Lebens]] und das Finanzwesen ([[GLS Gemeinschaftsbank]], [[Freie Gemeinschaftsbank]]), für die weitere Vertiefung der [[Goetheanismus|Goetheanistischen Naturwissenschaft]], für die Religion ([[Die Christengemeinschaft]] und [[Freier Religionsunterricht]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Anthroposophie versteht sich als eine Methode der [[individuell]]en [[Bewusstseinsentwicklung]]. Ihre Grundlage ist ein erkenntniswissenschaftlich fundiertes Konzept der menschlichen [[Individualität]],&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung.8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2002&amp;lt;/ref&amp;gt; ist zudem „ausgebildeter [[Goetheanismus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit - Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts, Rudolf Steiner Verlag, Dornach, 1984, Seite 136&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie enthält Inhalte des [[Christian Rosenkreutz|Rosenkreuzertums]], insofern diese von Rudolf Steiner ausgeführt worden sind,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99 (1985)&amp;lt;/ref&amp;gt; eine ausführliche Darstellung der [[Weltentwicklungsstufen]] sowie eine unserer Zeit angemessene Auffassung von [[Wiederverkörperung]] und [[Schicksal]], welche sich von vielen östlichen Ansätzen grundlegend unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;section begin=Naturwissenschaft /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;[[anthroposophische Geisteswissenschaft]]&#039;&#039; im Sinne Rudolf Steiners versteht sich nicht als [[Spekulation|spekulative]], sondern als streng [[Empirie|empirische]] [[Wissenschaft]], die sich [[Methode|methodisch]] an der [[Naturwissenschaft]] orientiert, anders als diese aber nicht vordringlich die äußere [[physisch]]e [[Natur]] zum Gegenstand hat, sondern sich der Erforschung der [[Geistige Welt|geistigen Welt]] widmet, in der sie eine eigenständige, der [[physische Welt|physischen Welt]] übergeordnete und letztere bedingende [[Wirklichkeit]] erblickt, die durch die gezielte Entwicklung entsprechender [[seelisch]]er Wahrnehmungsorgane der [[Erfahrung]] zugänglich ist und durch das [[Denken]] in ihrem inneren Zusammenhang begriffen werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Geisteswissenschaft ist die &#039;&#039;wahre Fortsetzerin&#039;&#039; der naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Forschung dadurch, daß sie das Gebiet&lt;br /&gt;
des Geistes mit denjenigen Mitteln zu erkennen strebt,&lt;br /&gt;
welche für dieses Gebiet tauglich sind. Als &#039;&#039;Fortsetzerin&#039;&#039; der&lt;br /&gt;
Naturwissenschaft kann sie nicht selbst &#039;&#039;bloße&#039;&#039; Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
sein. Denn diejenigen Mittel, welche dieser Wissenschaft&lt;br /&gt;
so gewaltige Triumphe gebracht haben, vermochten&lt;br /&gt;
dies eben aus dem Grunde, weil sie der Erforschung der&lt;br /&gt;
Natur im höchsten Maße angepaßt waren, und weil diese&lt;br /&gt;
Forschung sie nicht durch andre - nicht für das Naturgebiet&lt;br /&gt;
geeignete - beeinträchtigt hat. Um auf dem Gebiete des&lt;br /&gt;
Geistes ein Ähnliches zu leisten, wie Naturwissenschaft auf&lt;br /&gt;
dem der Natur geleistet hat, muß Geisteswissenschaft andre&lt;br /&gt;
Erkenntnisfähigkeiten zur Entwickelung bringen, als die in&lt;br /&gt;
der Naturforschung anwendbaren sind. Damit muß sie&lt;br /&gt;
allerdings einen Gesichtspunkt geltend machen, der begreiflicherweise&lt;br /&gt;
in der Gegenwart vielseitigem Zweifel begegnen&lt;br /&gt;
kann. Man betrachte doch nur einmal unbefangen, was&lt;br /&gt;
über diese «andern Erkenntnisfähigkeiten» gesagt wird. Es&lt;br /&gt;
sind Fähigkeiten, welche durchaus in der Entwickelungslinie&lt;br /&gt;
der gewöhnlichen menschlichen Seelenkräfte liegen. Wie&lt;br /&gt;
muß die Geisteswissenschaft ihren Unterschied von der Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
auffassen? Die Erforschung der Natur kann&lt;br /&gt;
nur mit den Erkenntniskräften gepflegt werden, welche der&lt;br /&gt;
Mensch im naturgemäßen Verlauf seines Lebens erlangt&lt;br /&gt;
und die zum Zwecke dieser Erforschung durch geregelte Beobachtung&lt;br /&gt;
und wissenschaftliche Versuchswerkzeuge unterstützt&lt;br /&gt;
werden. Um in die geistige Welt einzudringen, muß&lt;br /&gt;
sie der Mensch durch geistig-seelische Übungen über den&lt;br /&gt;
Punkt hinaus weiterentwickeln, bis zu dem sie ohne solche&lt;br /&gt;
Übungen sich - gleichsam von selbst - bilden.|35|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie will eine Eröffnung&lt;br /&gt;
der Tore zu einer übersinnlichen Welt sein. Und sie will&lt;br /&gt;
diese Welt nicht durch bloßes spekulatives Denken finden,&lt;br /&gt;
sondern durch wirkliche Wahrnehmung, welche der menschlichen&lt;br /&gt;
Seele ebenso zugänglich ist wie die Wahrnehmung&lt;br /&gt;
der physischen Sinne. Man ist gewöhnlich der Ansicht, daß&lt;br /&gt;
eine solche Wahrnehmung in geistiger Art nur in Zuständen&lt;br /&gt;
der Vision, der Ekstase in der Seele auftritt, und daß&lt;br /&gt;
sie bei den mit ihr begnadeten Menschen keiner wissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Kontrolle unterliege. Deshalb will man ihr&lt;br /&gt;
auch keinen anderen Wert beilegen als einen solchen persönlicher&lt;br /&gt;
Erlebnisse der einzelnen menschlichen Individuen.&lt;br /&gt;
Mit dieser Art von Seelenerlebnissen hat die moderne Theosophie nichts gemein. Sie zeigt, daß in der menschlichen&lt;br /&gt;
Seele Erkenntniskräfte schlummern, welche im gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Leben und auch in der äußeren Wissenschaft nicht&lt;br /&gt;
zutage treten. Diese Kräfte können durch Meditation und&lt;br /&gt;
durch eine energische Konzentration des inneren Empfindungs-&lt;br /&gt;
und Willenslebens wachgerufen werden. Es muß&lt;br /&gt;
die Seele, um dazu zu kommen, sich abschließen können&lt;br /&gt;
gegenüber allen äußeren Eindrücken und auch gegenüber&lt;br /&gt;
allem, was das Gedächtnis von solchen äußeren Eindrücken&lt;br /&gt;
aufbewahrt. Meditation ist die intensive Hingabe der Seele&lt;br /&gt;
an Vorstellungen, Empfindungen und Gefühle, so, daß&lt;br /&gt;
man kein Bewußtsein davon entwickelt, was diese Vorstellungen&lt;br /&gt;
oder Gefühle für die physische Welt bedeuten, sondern&lt;br /&gt;
so, daß diese sich innerhalb des Seelenlebens als Kräfte&lt;br /&gt;
erweisen, welche die Seele gleichsam durchstrahlen und so&lt;br /&gt;
aus deren Tiefen Mächte herausholen, deren sich der Mensch&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Leben nicht bewußt ist. Die Wirkung dieser&lt;br /&gt;
inneren Versenkung ist eine solche, daß sich durch sie&lt;br /&gt;
der Mensch als einer geistigen Realität seines eigenen Wesens&lt;br /&gt;
bewußt wird, von welcher er sonst keine Wahrnehmung&lt;br /&gt;
hat. Bevor er solche Übungen anstellt, erkennt er sich&lt;br /&gt;
als eine Wesenheit, welche durch körperliche Organe von&lt;br /&gt;
sich und von der Welt etwas weiß. Nach solchen Übungen&lt;br /&gt;
weiß er, daß er ein Leben in sich entfalten kann, auch ohne&lt;br /&gt;
daß ihm seine körperlichen Organe ein solches Leben vermitteln.&lt;br /&gt;
Er weiß, daß er sich geistig abtrennen kann von seinem&lt;br /&gt;
physischen Körper und daß er durch diese Abtrennung&lt;br /&gt;
nicht in den Zustand der Bewußtlosigkeit versinken muß.&lt;br /&gt;
Und er erlangt nicht nur von sich selbst eine solche Erkenntnis,&lt;br /&gt;
sondern auch von einer übersinnlichen Welt,&lt;br /&gt;
welche sich für die gewöhnliche Erkenntnis hinter der&lt;br /&gt;
physisch-sinnlichen Welt verbirgt und in welcher die wahren&lt;br /&gt;
Ursachen dieser letzteren liegen.|35|145ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anthroposophische Geisteswissenschaft, von Rudolf Steiner anfangs auch als [[Geheimwissenschaft]] bezeichnet, weil sie der Erforschung des „Geheimen“, d. h. des nicht sinnlich, sondern nur übersinnlich Erfahrbaren dient, versteht sich, weil sie sich an der strengen [[Methodik]] der Naturwissenschaften orientiert, als eine die höheren Welten systematisch erforschende [[Wissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Geheimwissenschaft will die naturwissenschaftliche&lt;br /&gt;
Forschungsart und Forschungsgesinnung, die auf&lt;br /&gt;
ihrem Gebiete sich an den Zusammenhang und Verlauf der&lt;br /&gt;
sinnlichen Tatsachen hält, von dieser besonderen Anwendung&lt;br /&gt;
loslösen, aber sie in ihrer denkerischen und sonstigen&lt;br /&gt;
Eigenart festhalten. Sie will über Nichtsinnliches in derselben&lt;br /&gt;
Art sprechen, wie die Naturwissenschaft über Sinnliches&lt;br /&gt;
spricht. Während die Naturwissenschaft im Sinnlichen mit&lt;br /&gt;
dieser Forschungsart und Denkweise stehenbleibt, will Geheimwissenschaft&lt;br /&gt;
die seelische Arbeit an der Natur als eine&lt;br /&gt;
Art Selbsterziehung der Seele betrachten und das Anerzogene&lt;br /&gt;
auf das nichtsinnliche Gebiet anwenden. Sie will so&lt;br /&gt;
verfahren, daß sie zwar nicht über die sinnlichen Erscheinungen&lt;br /&gt;
als solche spricht, aber über die nichtsinnlichen Weltinhalte&lt;br /&gt;
so, &#039;&#039;wie&#039;&#039; der Naturforscher über die sinnenfalligen.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Sie&#039;&#039; hält von dem naturwissenschaftlichen Verfahren die seelische&lt;br /&gt;
Verfassung innerhalb dieses Verfahrens fest, also gerade&lt;br /&gt;
das, durch welches Naturerkenntnis Wissenschaft erst&lt;br /&gt;
wird. Sie darf sich deshalb als Wissenschaft bezeichnen.|13|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Naturwissenschaft ist nicht nur durch ihre methodische Vorgangsweise die beste Vorbereitung für die Geisteswissenschaft, sie führt auch an jene Grenzen heran, an denen das Bewusstsein für das Geistige erwachen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diese moderne Naturwissenschaft gibt dem, der sich&lt;br /&gt;
ihr widmet, nicht nur Aufschlüsse, die niemand mehr&lt;br /&gt;
bewundern kann als der Geistesforscher selbst, über den&lt;br /&gt;
äußeren Naturverlauf, über mancherlei, was auch einzuschlagen&lt;br /&gt;
hat in das praktische Leben, sondern diese&lt;br /&gt;
Naturwissenschaft gibt dem, der sich ihr von gewissen&lt;br /&gt;
Gesichtspunkten aus hingebungsvoll widmet, eine innere&lt;br /&gt;
Erziehung des menschlichen Seelenlebens. Und mehr als&lt;br /&gt;
man dazu in früheren Stadien naturwissenschaftlichen Erkennens&lt;br /&gt;
in der Lage war, ist man heute erkenntnismäßig&lt;br /&gt;
eigentlich gerade durch die Naturwissenschaft zur Geistesforschung&lt;br /&gt;
vorbereitet. Man soll sich nur nicht einengen&lt;br /&gt;
lassen durch das, was die Naturwissenschaft auf&lt;br /&gt;
ihrem eigenen Gebiete über die Außenwelt zu sagen hat.&lt;br /&gt;
Man soll sich vielmehr aufschwingen können zu einer&lt;br /&gt;
inneren Disziplinierung, zu einer inneren Zucht des seelischen&lt;br /&gt;
Lebens durch die Art und Weise, wie man an der&lt;br /&gt;
Natur forscht. Die Vorstellungen, die die Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
selbst liefert, können nur Aufschluß geben über die&lt;br /&gt;
äußere Natur; ihrem Inhalte nach werden sie nichts sagen&lt;br /&gt;
über das geistige Leben. Aber indem man sie gebraucht,&lt;br /&gt;
indem man sie gerade hingebungsvoll gebraucht bei der&lt;br /&gt;
Naturforschung, bei der Naturerkenntnis, erziehen sie,&lt;br /&gt;
ich möchte sagen, nebenbei in demjenigen Menschen, der&lt;br /&gt;
in der Lage ist achtzugeben auf das, was in ihm da vorgeht,&lt;br /&gt;
gewisse innere Lebensverhältnisse, die ihn dahin&lt;br /&gt;
bringen, einen Begriff, ein inneres Erlebnis zu erhalten&lt;br /&gt;
von dem, was es heißt: mit seiner Seele außerhalb des&lt;br /&gt;
Leibes leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, daß dieser Begriff - mit seiner Seele&lt;br /&gt;
außerhalb des Leibes leben — heute für viele der Gipfel des&lt;br /&gt;
Unsinns ist. Doch das macht nichts. Jeder kann sich&lt;br /&gt;
überzeugen, daß die innere Erfahrung ihm die gewisse&lt;br /&gt;
Einsicht in das Leben außerhalb des Leibes gibt, wenn er&lt;br /&gt;
solche Übungen des Seelenlebens durchmacht, wie sie in&lt;br /&gt;
meinen Schriften angedeutet sind oder wie ich sie im&lt;br /&gt;
Prinzip hier aussprechen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders Bedeutungsvolles kann man durchmachen,&lt;br /&gt;
wenn man eben an jenen Grenzort des Erkenntnislebens&lt;br /&gt;
kommt, an den einen die Naturwissenschaft so vielfach&lt;br /&gt;
führt. Grenzort! Sehen Sie, von den großen Grenzfragen&lt;br /&gt;
des Erkennens sprechen ja viele Leute. Man spricht davon,&lt;br /&gt;
daß die menschliche Seele an eine Grenze kommt,&lt;br /&gt;
wenn sie darüber forschen will, ob die Welt, räumlich&lt;br /&gt;
oder zeitlich, unendlich oder endlich ist, wenn die Seele&lt;br /&gt;
forschen will, ob sie einem unwiderstehlichen Zwang in&lt;br /&gt;
allen ihren Handlungen unterliegt oder ob sie frei ist.&lt;br /&gt;
Gewiß, das sind höchste Grenzfragen. Du Bois-Reymond&lt;br /&gt;
hat in seiner berühmten Rede über die Grenzen des&lt;br /&gt;
Naturerkennens, über die sieben Welträtsel, andere solche&lt;br /&gt;
Grenzfragen hingestellt. Tiefsten Eindruck kann auf&lt;br /&gt;
einen machen, wenn man so recht, ich möchte sagen, aus&lt;br /&gt;
dem Erkenntnisschmerze eines Erkenntnismenschen heraus&lt;br /&gt;
fühlt, wie ein solcher Mensch an einem solchen&lt;br /&gt;
Grenzorte steht.|72|25f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Daher kann man sagen: Wirkliche Erkenntnis bietet heute dem,&lt;br /&gt;
der sie sucht, eigentlich nur die Naturwissenschaft. Aber was lehrt&lt;br /&gt;
die Naturwissenschaft vom Menschen? Sie lehrt das, was am Menschen&lt;br /&gt;
mit der Geburt oder Empfängnis entsteht und mit dem Tode&lt;br /&gt;
vergeht. Nichts anderes! Wenn man ehrlich sein will, so hat sie&lt;br /&gt;
nichts anderes. Daher ist es für den, der auf diesem Gebiete ehrlich&lt;br /&gt;
sein will, nicht anders möglich, als seinen Blick auf das zu richten,&lt;br /&gt;
was heute nicht mit den üblichen naturwissenschaftlichen Mitteln&lt;br /&gt;
erreicht werden kann, das heißt, eine wirkliche Seelen- und Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
zu begründen, die wiederum auf einer Erfahrung und&lt;br /&gt;
Beobachtung von Geistigem beruht, wie die alte Geisteserkenntnis.&lt;br /&gt;
Und das kann nicht anders geschehen als mit den Mitteln, die Sie&lt;br /&gt;
angegeben finden in meinen Büchern «[[Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?]]», «[[Die Geheimwissenschaft]]» und anderen,&lt;br /&gt;
indem sich der Mensch dadurch in die Möglichkeit versetzt, das&lt;br /&gt;
Geistige wirklich zu schauen und darüber so zu sprechen, wie er&lt;br /&gt;
über das spricht, was im Sinnlich-Materiellen vorliegt und zu einer&lt;br /&gt;
gediegenen Naturwissenschaft geführt hat. Alles, was auf der Erde&lt;br /&gt;
den Sinnen gegeben ist, was herangebracht werden kann an das Experiment,&lt;br /&gt;
das ist natürlich noch nicht abgeschlossen, aber es ist auf&lt;br /&gt;
gutem Wege. Doch das alles liefert nur Erkenntnisse über den vergänglichen,&lt;br /&gt;
den sinnlichen, den zeitlichen Menschen. Daher können&lt;br /&gt;
wir gar nicht über das Irdische hinausschauen, wenn wir mit diesen&lt;br /&gt;
Mitteln den Menschen erfassen wollen. Denn schauen wir bloß auf&lt;br /&gt;
das Irdische, so schauen wir nur auf das, was vom Menschen vergänglich&lt;br /&gt;
ist.|231|61f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die fruchtbare Zusammenarbeit von Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft zu charakterisieren, benutzt [[Rudolf Steiner]] gelegentlich das [[Tunnelgleichnis]], d.&amp;amp;nbsp;h. den Bau eines Tunnels, der von zwei Seiten her gegraben wird, um in der Mitte zusammenzutreffen und so den Durchgang zwischen der [[Geistwelt]] und der [[Naturwelt]] für die [[Erkenntnis]] zu eröffnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|So stellt sich heute die Geisteswissenschaft neben die Naturwissenschaft hin, nicht der Naturwissenschaft widersprechend, sondern sie voll anerkennend. Ja, gerade aus derselben Gesinnung, wie die Naturwissenschaft sie der Natur gegenüber hat, möchte die Geistesforschung zu einer Wissenschaft des Geistes kommen. Sie möchte so eindringen in die inneren Kräfte des Daseins, wie die Naturwissenschaft eindringt in die äußeren Kräfte des Daseins. Und zeigen wird sich, wenn einmal diese Geisteswissenschaft Platz greift im Geistesleben unserer Zeit, wie das volle Dasein, die volle Wirklichkeit nur dadurch erfaßt werden kann, daß man von zwei Seiten her sich dieser Wirklichkeit nähert, auf der einen Seite naturforscherisch, indem man die Welt von außen betrachtet, auf der anderen Seite geisteswissenschaftlich, indem man sie vom Geiste aus betrachtet, bis man von beiden Seiten kommend, [wie bei einem Tunnelbau,] in der richtigen Richtung bohrend, in der Mitte zusammentrifft. So findet man die wahre Wirklichkeit, indem man von der Natur und vom Geiste her in entgegengesetzter Linie zusammenarbeitet, bis die zwei Richtungen zusammenkommen.|69a|268f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Denn Geistesforschung und Naturwissenschaft werden einander begegnen, die Geistesforschung von der geistigen Seite her, die Naturwissenschaft von der materiellen Seite her. Sie werden sich treffen, wie Arbeiter, die einen Tunnel graben, wenn sie richtig orientiert sind, von beiden Seiten her in der Mitte zusammentreffen.|72|130}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;section end=Naturwissenschaft /&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Philosophie und Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während sich die [[Philosophie]] spätestens seit [[Aristoteles]] vornehmlich auf das [[Spekulation|spekulative]] bzw. [[diskursiv]]e [[Denken]] gründet, beruht die Anthroposophie unmittelbar auf gedankenklarer, vollbewusster [[Hellsehen|geistiger Wahrnehmung]]. Das bereits in [[Rudolf Steiner]]s [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretischen]] Grundlagenwerken angesprochene [[Intuitives Denken|intuitive Denken]] stellt eine elementare Form einer solchen geistigen Wahrnehmung dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Man verleumdet Anthroposophie, wenn man sie bloss&lt;br /&gt;
eine Philosophie nennt. Sie beruht nicht auf einer philosophischen&lt;br /&gt;
Spekulation, sondern sie beruht auf einer Anschauung,&lt;br /&gt;
die ebenso lebendig ist, wie nur je eine sinnliche&lt;br /&gt;
Anschauung sein kann, die aber eben errungen werden&lt;br /&gt;
muss, indem der Mensch die Kräfte, die in seiner Seele&lt;br /&gt;
sonst nur schlummern, so ausbildet, wie ich sie im Prinzip&lt;br /&gt;
angedeutet habe...|R. Steiner: &#039;&#039;Anthroposophie und die Rätsel der Seele&#039;&#039;, Vortrag in Bern, 20. März 1922 [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220320-01-01.pdf pdf]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Christian Clement]] weist in seiner Einleitung zu [[SKA 5]] ganz richtig darauf hin, dass Rudolf Steiner stets betont habe, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|... dass eine wirklichkeitsgemäße Erkenntnis nicht allein&lt;br /&gt;
durch gedankliche Verarbeitung und Deutung&lt;br /&gt;
sinnlicher Beobachtungen erworben werden könne,&lt;br /&gt;
sondern dass zu diesem „sinnlichen“ Erkennen eine&lt;br /&gt;
völlig andere Art des Denkens und Wahrnehmens&lt;br /&gt;
hinzukommen müsse. Ein „höheres“, „übersinnliches“&lt;br /&gt;
Bewusstsein müsse entfaltet, ein neues „Organ“ erschlossen&lt;br /&gt;
werden, dessen Inhalt nicht einfach „gegeben“&lt;br /&gt;
seien, wie diejenigen der sinnlichen Wahrnehmung,&lt;br /&gt;
sondern die in energischer geistig-seelischer&lt;br /&gt;
Selbsterziehung erst innerlich hervorgebracht werden&lt;br /&gt;
müssten. Zu diesem höheren Bewusstsein sei die&lt;br /&gt;
Menschheit insgesamt derzeit erst noch unterwegs,&lt;br /&gt;
doch könne es durch seelisches und geistiges Üben&lt;br /&gt;
vom Philosophen bzw. Mystiker schon jetzt, gewissermaßen&lt;br /&gt;
als bewusstseinsevolutive Frühgeburt, bewusst&lt;br /&gt;
hervorgebracht werden. Dieses grundlegende&lt;br /&gt;
Postulat eines im Menschen als Potenzial schlummernden,&lt;br /&gt;
nicht auf sinnlichen Inhalten beruhenden&lt;br /&gt;
‚höheren‘ Bewusstseins verbindet nach Steiners Auffassung&lt;br /&gt;
seine eigene Philosophie mit so disparaten&lt;br /&gt;
Geistesströmungen wie Platonismus und Neuplatonismus,&lt;br /&gt;
der mittelalterlichen Mystik, mit Cusanus,&lt;br /&gt;
Paracelsus und Böhme, mit den Anschauungen Goethes&lt;br /&gt;
und Schillers und dem Idealismus eines Fichte,&lt;br /&gt;
Schelling und Hegel.|Christian Clement, SKA 5, XXXV}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Wir sehen das Kind, wie es in die&lt;br /&gt;
Welt tritt mit nur geringen Fähigkeiten, sich eine Einsicht in&lt;br /&gt;
die Umgebung zu verschaffen, wir sehen, wie die Fähigkeiten immer&lt;br /&gt;
tiefer und tiefer hineinführen in die äußere und innere Welt&lt;br /&gt;
und wie diese Fähigkeiten sich entwickeln. Im gewöhnlichen Leben&lt;br /&gt;
schließen wir diese Entwicklung an einem gewissen Punkt ab und&lt;br /&gt;
indem wir uns eine bestimmte Art des Denkens, eine bestimmte Art&lt;br /&gt;
des Fühlens und eine bestimmte Art des Wollens als Erwachsene&lt;br /&gt;
angeeignet haben, bleiben wir bei diesem stehen, treiben mit&lt;br /&gt;
diesem unser alltägliches Leben und unsere gewöhnliche Wissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derjenige, der anthroposophische Forschung treiben will,&lt;br /&gt;
der muss die Entwicklung weiterleiten, er muss sich sagen in einem&lt;br /&gt;
bestimmten Punkt seines Lebens: Dasjenige, was an Fähigkeiten in&lt;br /&gt;
der Seele ist, ist auf solche Art nicht voll entwickelt; es kann&lt;br /&gt;
weiteres aus den Untergründen der Seele heraufgehoben werden. Und&lt;br /&gt;
dieses Heraufholen, das führt dann zu denjenigen Erkenntnisfähigkeiten,&lt;br /&gt;
welche in die übersinnlichen Welten hineingeleiten können.|Rudolf Steiner, München, 16. Januar 1922 [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220116a-01-01.pdf pdf]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schein und Wirklichkeit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Grundirrtum des [[Philosophie|Philosophierens]] besteht nach [[Rudolf Steiner]] darin, die [[Sinneswelt]] bereits als fertige Wirklichkeit anzusehen. Erst das [[Denken]], das die [[Wahrnehmungen]] durchdringt, enthüllt auch ihre inneren Gesetzmäßigkeiten, ohne die sie nicht bestehen könnte, und führt damit erst zur vollen Wirklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das ist der Grundfehler des Philosophierens des 19. Jahrhunderts,&lt;br /&gt;
daß immer einfach die Sinneswelt als fertige genommen wird.&lt;br /&gt;
Man ist sich nicht bewußt geworden, daß zur wahren Wirklichkeit&lt;br /&gt;
der Mensch dazugehört, daß dasjenige, was im Menschen namentlich&lt;br /&gt;
an Gedanken auftritt, sich abspaltet von der Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
indem der Mensch in die Wirklichkeit hineingeboren wird, daß die&lt;br /&gt;
Wirklichkeit zunächst verborgen ist, so daß sie uns als eine Scheinwirklichkeit&lt;br /&gt;
entgegentritt; und erst wenn wir diese Scheinwirklichkeit&lt;br /&gt;
durchdringen mit dem, was in uns aufleben kann, haben wir&lt;br /&gt;
die volle Wirklichkeit vor uns. Damit aber würde von vornherein&lt;br /&gt;
philosophisch, vom Gesichtspunkt einer gewissen Erkenntnistheorie,&lt;br /&gt;
alles dasjenige charakterisiert sein, was später wiederum meiner&lt;br /&gt;
Anthroposophie zugrundeliegt. Denn es ist vom Anfang an versucht&lt;br /&gt;
worden nachzuweisen, daß die Sinneswelt nicht eine Wirklichkeit&lt;br /&gt;
ist, sondern daß sie eine Scheinwirklichkeit ist, zu der erst&lt;br /&gt;
hinzukommen muß dasjenige, was der Mensch zu ihr hinzubringt,&lt;br /&gt;
was dem Menschen in seinem Inneren aufleuchtet und was er dann&lt;br /&gt;
erarbeitet. Die ganze kantische und nach-kantische Philosophie&lt;br /&gt;
geht im Grunde genommen davon aus, daß man eine fertige&lt;br /&gt;
Wirklichkeit vor sich habe und daß man dann die Frage aufstellen&lt;br /&gt;
könne: Ja, kann man denn diese fertige Wirklichkeit erkennen oder&lt;br /&gt;
kann man sie nicht erkennen? - Sie ist aber keine fertige Wirklichkeit, sie ist nur eine halbe Wirklichkeit, und die ganze Wirklichkeit&lt;br /&gt;
entsteht erst, wenn der Mensch dazukommt und dasjenige in die&lt;br /&gt;
Wirklichkeit hineingießt, was ihm in seinem Innersten aufgeht.|255b|41f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirklichkeit ist dem [[Mensch]]en gemäß [[Rudolf Steiner]]s [[Philosophie der Freiheit]] nicht unmittelbar gegeben, sondern fließt ihm von zwei Seiten her zu, nämlich durch [[Beobachtung]] und [[Denken]]. Dadurch wird im menschlichen Bewusstsein zunächst eine unüberbrückbar scheinende Kluft (→ [[Chorismos]]) aufgerissen. Erst indem der Mensch beiden Hälften, die in der Wirklichkeit zwar stets untrennbar miteinander verbunden, dem menschlichen [[Bewusstsein]] aber zunächst nur getrennt gegeben sind, im [[Erkenntnis]]akt miteinander verbindet, d.&amp;amp;nbsp;h. die [[Wahrnehmung]] mit dem zugehörigen [[Begriff]] durchdringt, stößt er zur vollen Wirklichkeit vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Nicht an den Gegenständen liegt es, dass sie uns zunächst ohne die entsprechenden Begriffe gegeben werden, sondern an unserer geistigen Organisation. Unsere totale Wesenheit funktioniert in der Weise, dass ihr bei jedem Dinge der Wirklichkeit von zwei Seiten her die Elemente zufließen, die für die Sache in Betracht kommen: von seiten des Wahrnehmens und des Denkens.“ {{Lit|{{G|4|90}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Begriff des Baumes ist für das Erkennen durch die Wahrnehmung des Baumes bedingt. Ich kann der bestimmten Wahrnehmung gegenüber nur einen ganz bestimmten Begriff aus dem allgemeinen Begriffssystem herausheben. Der Zusammenhang von Begriff und Wahrnehmung wird durch das Denken an der Wahrnehmung mittelbar und objektiv bestimmt Die Verbindung der Wahrnehmung mit ihrem Begriffe wird nach dem Wahrnehmungsakte erkannt; die Zusammengehörigkeit ist aber in der Sache selbst bestimmt.“ {{Lit|{{G|4|145}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dem Menschen die Wirklichkeit nicht unmittelbar, sondern zunächst nur in Form zweier unwirklicher Hälften gegeben ist, die er aktiv verbinden muss, begründet die Möglichkeit seiner [[Freiheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Widersprüchlichkeit und Objektivität der Geisteswissenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Naturwissenschaft in geistigem Dunkel tastet und daher oft zu den gleichen Ergebnissen kommt, beleuchtet die Geisteswissenschaft die Gegenstände von verschiedenen Punkten aus und liefert unterschiedliche Perspektiven. Der häufige Einwand, dass Geistesforscher widersprüchlich seien, entsteht, weil sie das Licht von verschiedenen Blickwinkeln entzünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Rudolf Steiner vertretene Geisteswissenschaft strebt an, den Geist [[Objektivität|objektiv]] zu beschreiben, indem sie ihn aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Dies führt zwar zu scheinbaren Widersprüchen, diese sind aber notwendig, um ein vollständiges Bild zu erhalten, ähnlich wie Fotografien eines Raumes aus verschiedenen Winkeln. Die Naturwissenschaft steht nicht im Widerspruch zur Geisteswissenschaft, sondern bestätigt sie in vielen Aspekten. Der Geist ist lebendig und enthält Widersprüche, die durch unterschiedliche Perspektiven sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige, was als Geist erforscht wird, das wirft eigentlich erst auf dasjenige, was uns als Natur umgibt, Licht. Naturwissenschaft wird dadurch nicht entkräftet, aber sie nimmt sich der Geisteswissenschaft gegenüber so aus wie die Anschauung, die jemand hat, der in einem finsteren Zimmer die Gegenstände abtastet, zu dem, der ein Licht anzündet und die Gegenstände beleuchtet. Allerdings, wenn man die Gegenstände im Dunkel abtastet, den einen, einen zweiten, einen dritten – man tastet immer dasselbe. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das bloß abgetastete Zimmer von allen gleich beschrieben ist. Weil Naturwissenschaft in geistigem Dunkel forscht, sind die Begriffe von selbst immer die gleichen, weil, wenn man ein Licht anzündet, man da und dort hinleuchten kann, wird die Konfiguration von den verschiedenen Punkten aus verschieden sein. Daher der leicht auffindbare, aber durchaus nicht treffende Einwand, den man gewöhnlich macht, dass der eine Geistesforscher dieses, der andere jenes spricht. Das ist der Fall, aber es ist der Fall aus dem Grunde, weil der Geistesforscher zunächst auch geistig von einem bestimmten Gesichtspunkte aus das Licht entzündet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt einen Ausweg. Und gerade die Richtung, die ich selber vertrete, sucht diesen Ausweg. Die Menschen scheuen sich vor der inneren Seelendramatik, vor der Erkenntnisdramatik, die man durchmachen muss, weil sie fürchten, in das Subjektive hineinzukommen. Das ist ein Übergang, aber dann kommt man in ein Gebiet, wo der Geist das Objektive ist, wo der Geist von allen Seiten gleich beschrieben werden kann, wie die Sinneswelt beschrieben werden kann. Wenn man in einem Zimmer ein Licht anzündet, hat man allerdings nur einen gewissen Aspekt von dem Zimmer. Dreht man das Licht herum, dann widersprechen sich die Eindrücke; von jedem Orte sieht das Zimmer anders aus, aber man bekommt so allmählich einen objektiven Überblick über das ganze Zimmer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sucht insbesondere jene geisteswissenschaftliche Richtung, die von mir angestrebt wird, zwar die geistesforscherischen Methoden anzuwenden und alles mit dem Lichte des Geistes zu beleuchten, aber es wird versucht, das von verschiedenen Gesichtspunkten aus zu tun. Dadurch kommt eine andere Misere heraus, aber das ist nicht weiter schlimm, dass, während man sonst sagt, dass man bei einem Geistesforscher, der die verschiedenen Standpunkte einnimmt, sagt, er widerspreche sich selber. Er widerspricht sich selber, aber er tut es, um allmählich zu charakterisieren. Das liegt den neuerdings so beliebt gewordenen Kritiken meiner Weltanschauung zugrunde, wo Widersprüche aufgesucht werden. Diese Widersprüche sind nicht mehr wert als vier Fotografien von vier Seiten eines Raumes. Der Geistesforscher muss sich in einer gewissen Weise widersprechen, indem er das Leben von verschiedenen Standpunkten aus charakterisiert. Mögen dann nur unverständige Leute kommen – gerade durch das Vorhandensein verschiedener Bilder, die der Geistesforscher gibt, will er seine Objektivität zeigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der gewöhnlichen physischen Sinneswelt ist es ja so, dass man dem nicht ausgesetzt zu sein braucht, wenn man bloß äußerliche Tatsachen beschreibt. Aber es kommt anders bei dem Geistigen. Der Geist ist ein Lebendiges, und das Lebendige hat seine Widersprüche. Überhaupt ist es auch sonst so, dass derjenige, der die Geisteswissenschaft kennt, dann sorgfältig und gewissenhaft in die Denkungsart der Naturwissenschaft sich hineinvertieft, wie sie in der Gegenwart ausgebildet ist, der findet, dass die Naturwissenschaft bis in alle Einzelheiten hinein nicht nur nicht in Widerspruche steht mit der Geisteswissenschaft, sondern vollständig eine Bestätigung ist alles desjenigen, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat.|71b|51ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie im Wandel der Zeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gibt zwar absolute Wahrheiten, aber sie können der Menschheit nicht ohne weiteres zu jeder Zeit überliefert werden. Jede Zeit muß ihre besonderen Verrichtungen, ihre besonderen Wahrheiten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum dürfen wir heute über Reinkarnation und so weiter sprechen? Warum dürfen wir in einer solchen Versammlung zusammensitzen und Geisteswissenschaft pflegen? Wir dürfen das, weil alle die Seelen, die heute in Ihnen sind, in so und so vielen Körpern so und so oft auf der Erde inkarniert waren. Gar manche von den Seelen, die heute in Ihnen sind, haben einstmals gelebt innerhalb der germanischen Länder, wo die Druidenpriester unter sie getreten sind und das, was geistige Weisheit ist, in Form von Mythen und Sagen an die Seele herangebracht haben. Und weil die Seele das dazumal in jener Form aufgenommen hat, ist sie heute in der Lage, das in einer anderen Form, in anthroposophischer Form aufzunehmen. Damals im Bilde, heute in der Form der Anthroposophie. Aber nicht hätte damals die Wahrheit in der heutigen Form vorgetragen werden können. Sie dürfen nicht glauben, daß der alte Druidenpriester die Wahrheit hätte in dieser Form verkünden können, wie es heute geschieht. Aber Anthroposophie ist diejenige Form, die für die heutigen oder unmittelbar kommenden Menschen taugt. In späteren Inkarnationen wird in ganz anderen Formen die Wahrheit verkündet und für sie gewirkt werden, und das, was man heute Anthroposophie nennt, wird als eine Erinnerung erzählt werden, wie man heute die Sagen und Märchen erzählt. So unsinnig darf der Anthroposoph nicht sein, zu sagen: Es hat in alten Zeiten nur Dummheiten und kindliche Anschauungen gegeben, und «nur wir haben es heute so herrlich weit gebracht». - Das tun zum Beispiel diejenigen, die vorgeben, Monisten zu sein. Wir aber arbeiten in der Geisteswissenschaft, um die nächste Epoche vorzubereiten. Denn würde unsere Epoche nicht da sein, so würde die nächste eben auch nicht kommen. Aber auch keiner darf die Gegenwart mit der Zukunft entschuldigen. Auch mit der Reinkarnationslehre wird da viel Unfug getrieben. Es sind mir Menschen vorgekommen, die gesagt haben, sie brauchten in ihrer heutigen Inkarnation noch keine anständigen Menschen zu sein, dafür hätten sie noch später Zeit. Wenn man aber heute damit nicht beginnt, dann wird die Folge davon gerade in der nächsten Inkarnation eintreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen wir uns klar sein, daß es etwas Absolutes in den Formen der Wahrheit nicht gibt, sondern daß jedesmal das erkannt wird, was einer gewissen Epoche der Menschheit entspricht.|103|95}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie als Kosmosophie ===&lt;br /&gt;
Anthroposophie ist notwendig zugleich auch &#039;&#039;&#039;Kosmosophie&#039;&#039;&#039; (von {{ELSalt|κόσμος}} &#039;&#039;kósmos&#039;&#039; „Welt[-ordnung]“, auch „Schmuck“, „Anstand“ und {{polytonisch|σοφία}} &#039;&#039;sophίa&#039;&#039; „[[Weisheit]]“), da sie anders als die herkömmliche [[Kosmologie]] stets die [[Entwicklung]] des [[Mensch]]en mit der [[Weltentwicklung]] zusammenschaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Durch unsere Erinnerung im Inneren verstehen wir unser Erleben. Durch unsere gesamte menschliche Organisation verstehen wir, wenn wir sie richtig anzuschauen wissen, den Weltenprozeß. Aber das ist erst Anthroposophie, wenn man den Menschen durch und durch verstehen kann. Aber Anthroposophie ist damit zu gleicher Zeit Kosmosophie. Denn so wie Erinnerung von uns Vergegenwärtigung unseres Lebens ist, so ist anthroposophische Erkenntnis Welterinnerung, Vergegenwärtigung des gesamten Weltenprozesses, Kosmosophie. Beide sind in Trennung voneinander gar nicht zu denken. Kosmosophie und Anthroposophie gehören zusammen. Der Mensch ist in der Welt, die Welt im Menschen zu finden. Daher ist es auch nicht Anthropomorphismus in meiner «Geheimwissenschaft», wenn, indem die Entwickelung gegeben ist durch Saturn, Sonne, Mond und so weiter, zu gleicher Zeit eine Menschheitsentwickelung gegeben ist. Weltenentwickelung ist gegeben, Menschheitsentwickelung ist gegeben, weil, je weiter man eindringt in die Geheimnisse des Daseins, um so mehr fließen Welt und Mensch zusammen; um so mehr zeigt sich, daß jene Trennung, die wir für unser Erdenleben haben zwischen Welt und Mensch, eigentlich nur eine Täuschung ist; daß der Mensch der Welt, die Welt dem Menschen angehört, in der Welt der Mensch, im Menschen die Welt zu finden ist.|208|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie als evolutionäre Wissenschaft ===&lt;br /&gt;
{{#lst:Evolution|Evolution}}&lt;br /&gt;
{{#lst:Evolution|Involution}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie als Weg zur Selbsterkenntnis ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Vortrag in Berlin am 3. Februar 1913 anlässlich der ersten Generalversammlung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] das Wesen der Anthroposophie als Weg zur [[Selbsterkenntnis]] des [[Mensch]]en, der den Anforderungen des gegenwärtigen [[Bewusstseinsseelenzeitalter]]s angemessen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Lernen werden die Menschen, wie tief in der Gesamtwesenheit des Menschen das begründet ist, was wir durch unsere Anthroposophie vortragen. Was wir durch Anthroposophie aufnehmen, ist das Wesen von uns selbst, das erst bis an den Menschen heranschwebte als Sophia, als Philosophia, um sich zu zeigen wie eine himmlische Göttin, zu der er in ein persönliches Verhältnis kommen konnte, das lebte. Dieses wird er wieder aus sich heraussetzen, wird erkennen in ihr das Spiegelbild seiner Wesenheit, wird es vor sich hinstellen als Ergebnis wahrer Selbsterkenntnis in der Anthroposophie. Wir können ruhig warten, bis die Welt wird prüfen wollen, wie tief begründet, bis in alle Einzelheiten hinein, das ist, was wir zu sagen haben. Denn das ist das Wesen der Anthroposophie, daß ihr eigenes Wesen besteht in dem, was des Menschen Wesen ist. Und das ist das Wesen ihrer Wirksamkeit: daß der Mensch das, was er selber ist, in der Theosophie oder Anthroposophie empfängt und es vor sich hinstellen muß, weil er Selbsterkenntnis üben muß.|R. Steiner: &#039;&#039;Das Wesen der Anthroposophie&#039;&#039;, 3. Februar 1913, Berlin, S. 24f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Hauptsache der Anthroposophie liegt im Leben und nicht in der Form ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie wird nur dann recht verstanden, wenn sie in ihrer lebendigen Entwicklung gesehen wird. Sie strebt nicht an, «absolute Wahrheiten» zu geben, die für alle Zeiten gültig sein sollen, sondern rechnet damit, dass der Geist der Menschheit in beständiger Entwicklung ist und dass folglich diese Wahrheiten für künftige Zeitalter wieder in ganz anderer Form gegeben werden müssen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Es gibt zahlreiche Wege zur Anthroposophie. Man sollte darüber hinauskommen, sich zu stoßen an dem Wesen einzelner Menschen, die Anthroposophen sein wollen, und sollte versuchen, die Anthroposophie wirklich zu erleben. In der Gegenwart ist eigentlich Anthroposophie das einzige, das nicht dogmatisiert, und das nicht darauf erpicht ist, etwas in ganz bestimmter Weise hinzustellen, sondern das bestrebt ist, etwas von verschiedenen Seiten anzuschauen. Die Hauptsache der Anthroposophie liegt im Leben und nicht in der Form. Man ist ja wohl gezwungen, wenn man verstanden werden will, Formen anzuwenden, die gegenwärtig üblich sind.“ {{Lit|{{G|217a|44}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Menschliche Meinungen, namentlich dann, wenn sie&lt;br /&gt;
Weltanschauungsmeinungen sein wollen, fühlen sich nur&lt;br /&gt;
dann befriedigt, wenn sie, in gewissem Sinne und in gewissen&lt;br /&gt;
Grenzen wenigstens, sich sagen können: Ich habe&lt;br /&gt;
Gedanken, die gelten; die sind in sich absolut gültig; die&lt;br /&gt;
habe ich gefunden oder die hat die Wissenschaft oder die&lt;br /&gt;
Religion oder irgend etwas anderes gefunden; aber sie&lt;br /&gt;
gelten, sie gelten absolut in sich. - So steht es um Anthroposophie&lt;br /&gt;
nun nicht. Anthroposophie weiß, daß die Gedanken&lt;br /&gt;
herausgeboren sein müssen in jeder Zeit aus dem,&lt;br /&gt;
was man in einem tieferen Sinne den Geist der Zeit nennen&lt;br /&gt;
kann. Und der Geist der Menschheit ist in fortdauernder&lt;br /&gt;
Entwicklung. So daß dasjenige, was als Meinung&lt;br /&gt;
über die Welt in einem Zeitalter auftritt, eine andere&lt;br /&gt;
Form haben muß als dasjenige, was in solcher Art in&lt;br /&gt;
einem anderen Zeitalter auftritt. Indem Anthroposophie&lt;br /&gt;
heute vor die Welt hintritt, weiß sie, daß nach Jahrhunderten&lt;br /&gt;
dasjenige, was sie heute sagt, in ganz anderer Form&lt;br /&gt;
für ganz andere Menschheitsbedürfnisse und ganz andere&lt;br /&gt;
Menschheitsinteressen wird gesagt werden müssen, daß&lt;br /&gt;
sie nicht «absolute Wahrheiten» anstreben kann, sondern&lt;br /&gt;
daß sie in lebendiger Entwicklung ist.|72|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diese anthroposophische&lt;br /&gt;
Weltanschauung kommt auf die individuellste Weise zustande&lt;br /&gt;
und ist zu gleicher Zeit das Unindividuellste, das sich überhaupt&lt;br /&gt;
nur denken läßt. Sie kann nur dadurch auf die individuellste Art zustande&lt;br /&gt;
kommen, daß sich die Geheimnisse des Weltalls in einer&lt;br /&gt;
menschlichen Seele offenbaren, daß in sie einströmen die großen geistigen&lt;br /&gt;
Wesenheiten der Welt. In der menschlichen Individualität muß&lt;br /&gt;
der Inhalt der Welt erlebt werden auf die individuellste Art, aber zu&lt;br /&gt;
gleicher Zeit muß er erlebt werden mit einem Charakter vollständiger&lt;br /&gt;
Unpersönlichkeit. Wer erleben will den wahren Charakter der Weltgeheimnisse,&lt;br /&gt;
der muß ganz auf demjenigen Gesichtspunkt stehen, von&lt;br /&gt;
dem aus er sich sagt: Wer die eigene Meinung noch achtet, der kann&lt;br /&gt;
nicht zur Wahrheit kommen. - Das ist nämlich das Eigenartige&lt;br /&gt;
anthroposophischer Wahrheit, daß der Beobachter keine eigene Meinung,&lt;br /&gt;
keine Vorliebe für diese oder jene Theorie haben darf, daß er&lt;br /&gt;
durchaus nicht durch seine besondere individuelle Eigentümlichkeit&lt;br /&gt;
diese oder jene Anschauung mehr lieben darf als eine andere. Solange&lt;br /&gt;
er auf diesem Standpunkte steht, ist es unmöglich, daß sich ihm die&lt;br /&gt;
wahren Weltgeheimnisse offenbaren. Er muß ganz individuell erkennen;&lt;br /&gt;
aber seine Individualität muß so weit gediehen sein, daß sie&lt;br /&gt;
nichts mehr von dem Persönlichen, also auch von dem ihm individuell&lt;br /&gt;
Sympathischen und Antipathischen hat. Das muß streng und ernsthaft&lt;br /&gt;
genommen werden. Wer noch irgendwelche Vorliebe hat für diese&lt;br /&gt;
oder jene Begriffe und Anschauungen, wer durch seine Erziehung,&lt;br /&gt;
durch sein Temperament zu dem oder jenem hinneigen kann, der&lt;br /&gt;
wird niemals die objektive Wahrheit erkennen.|117|155f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die objektive [[Wahrheit]], durch die sich der Mensch in die geistigen Welten erheben kann, darf niemals auf persönliche [[Autorität]], sondern nur auf individuelle [[Einsicht]] gegründet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es muß ein Ideal der Mensehen&lt;br /&gt;
sein, die objektive Wahrheit zu durchdringen und anzuerkennen,&lt;br /&gt;
sich zu erheben durch objektive Wahrheit in die geistigen Welten.&lt;br /&gt;
Dem würde ein Hindernis entgegengeschoben werden, wenn man&lt;br /&gt;
irgendeine Wahrheit, die, wie es nicht sein kann in der Zukunft, einseitig&lt;br /&gt;
auf persönliche Autorität begründen wollte!|133|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es treten Menschen&lt;br /&gt;
auf, die das Anthroposophische mit Recht, mit vollem Recht,&lt;br /&gt;
mit Enthusiasmus verkünden. Sie betonen dabei aber, daß sie bei dieser&lt;br /&gt;
Verkündung eine Lehre geben, die ihrer Erfahrung zunächst nicht&lt;br /&gt;
zugänglich sei, die sie vertreten als eine Lehre, die nur dem Geistesforscher&lt;br /&gt;
als solchem zugänglich sei. Dadurch wird ein Konflikt herbeigeführt&lt;br /&gt;
mit der Geisteshaltung der heutigen Zivilisation. Die heutige&lt;br /&gt;
Zivilisation macht dem Menschen einen Vorwurf, wenn er gewissermaßen&lt;br /&gt;
doch auf eine Art Autorität hin irgendeine Weltanschauung&lt;br /&gt;
vertritt. Dieser Vorwurf würde ja wegfallen, wenn man gründlich einmal&lt;br /&gt;
hüben und drüben einsehen würde, daß die Ergebnisse der Geistesforschung,&lt;br /&gt;
wie sie in der Anthroposophie gemeint sind, zwar gefunden&lt;br /&gt;
werden müssen mit Methoden, die der einzelne sich auf verschiedenen&lt;br /&gt;
Wegen aneignen muß, daß diese Ergebnisse aber von dem wirklich unbefangenen&lt;br /&gt;
Menschenverstände, wenn sie einmal da sind, tatsächlich&lt;br /&gt;
auch eingesehen werden können.|257|50f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie sollte eben nicht auf Treu und Glauben angenommen werden, sondern durch eigenes individuelles Verständnis errungen werde. Rudolf Steiner gab sich aber keiner Illusion darüber hin, dass dies noch sehr selten geschieht und Anthroposophie oft nur mit einer Art von religiösem Gefühl aufgefasst wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Anthroposophie wird gelehrt, vorgetragen, in Büchern geschrieben;&lt;br /&gt;
und ich habe die, wie ich glaube, begründete Überzeugung,&lt;br /&gt;
daß in der Art, wie es durch die Fragesteller hier, durch einzelne&lt;br /&gt;
Fragesteller wenigstens, verlangt wird, daß Anthroposophie für den&lt;br /&gt;
einzelnen Menschen ein Wissen sei -, daß ein solches Wissen, ein&lt;br /&gt;
solches Verständnis für die meisten, für sehr viele wenigstens, ja für&lt;br /&gt;
die Majorität derjenigen, die sich heute für Anthroposophie ganz&lt;br /&gt;
intensiv interessieren, noch nicht vorhanden ist. Es gibt heute sehr&lt;br /&gt;
viele Menschen, die eben auf das hin, was sie gehört haben, auf Treu&lt;br /&gt;
und Glauben hin die Anthroposophie annehmen. Aber warum tun&lt;br /&gt;
sie denn das? Warum sind gerade solche Menschen in großer Anzahl&lt;br /&gt;
da, die auf Treu und Glauben die Anthroposophie aufnehmen?&lt;br /&gt;
Sehen Sie, unter denen sind die meisten in einer ganz bestimmten&lt;br /&gt;
Richtung angelegte religiöse Naturen, und ohne daß sie eigentlich&lt;br /&gt;
Anspruch darauf machen, die Dinge gleich bis in den Grund hinein&lt;br /&gt;
zu verstehen, folgen sie der Anthroposophie, weil sie einen gewissen&lt;br /&gt;
religiösen Duktus in der ganzen Führung, möchte ich sagen, der&lt;br /&gt;
anthroposophischen Angelegenheiten verspüren. Es ist gerade eine&lt;br /&gt;
Art religiöses Gefühl, ein religiöses Empfinden, was heute zahlreiche&lt;br /&gt;
von den Menschen zur Anthroposophie bringt, die nicht in der&lt;br /&gt;
Lage sind, die Anthroposophie so zu durchschauen, wie der Botaniker&lt;br /&gt;
die Botanik durchschaut; und das wird ja eigentlich hier&lt;br /&gt;
gefordert.|343a|92f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner wollte die Anthroposophie auch nicht als abgeschlossenes Lehrsystem verstanden wissen; um auf ihr beständig lebendig sich wandelndes, fern jeder Dogmatik stehendes Wesen hinzuweisen, hätte er ihr am liebsten jede Woche einen neuen Namen gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und so handelt es sich darum, daß Anthroposophie in dem&lt;br /&gt;
Augenblicke, wo sie ins Leben eingreifen will, nur allgemein menschlich&lt;br /&gt;
sein will, absehen will von jeder Dogmatik, wiederum das Leben&lt;br /&gt;
selber ergreifen will, darstellen will. [...]&lt;br /&gt;
Und diesen Unterschied der anthroposophischen&lt;br /&gt;
Bewegung gegenüber anderen Bewegungen, den müßte man&lt;br /&gt;
sich bestreben, der Welt klar zu machen: ihr Umfassendes, ihr Unvoreingenommenes,&lt;br /&gt;
ihr Vorurteilsloses, ihr Dogmenfreies: daß sie bloß&lt;br /&gt;
eine Versuchsmethode des allgemein Menschlichen und der allgemeinen&lt;br /&gt;
Welterscheinungen sein will. [...] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so möchte man eigentlich, daß Anthroposophie jede Woche&lt;br /&gt;
einen andern Namen haben könnte, damit sich die Leute gar nicht&lt;br /&gt;
gewöhnen können an all das, was aus einer Namengebung folgt.|259|173f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrheit, als &#039;&#039;freies Erzeugnis des Menschengeistes&#039;&#039; {{Lit|{{G|3|11f|8}}}}, muss im unermüdlichen individuellen Streben nach Wahrhaftigkeit immer wieder neu begründet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es mag manches&lt;br /&gt;
hier zusammengetragen sein über okkulte Dinge. In fünfzig&lt;br /&gt;
Jahren wird man vielleicht diese oder jene Punkte genauer erforscht&lt;br /&gt;
haben, wird dieses oder jenes anders sagen können. Und wenn kein&lt;br /&gt;
Stein zurückbleiben würde von dem, was als Inhalt hier ausgeführt&lt;br /&gt;
worden ist, daß aber das eine zurückbleibt, möchte ich: daß hier inauguriert&lt;br /&gt;
und scharf eingehalten worden ist eine theosophisch-okkultistische&lt;br /&gt;
Bewegung, die einzig und allein begründet sein will auf Wahrhaftigkeit&lt;br /&gt;
und Wahrheit! Und wenn man selbst schon in fünfzig&lt;br /&gt;
Jahren sagen wird: Alles muß korrigiert werden, was die da gesagt&lt;br /&gt;
haben; aber wahr wollten sie sein und nichts passieren lassen als das,&lt;br /&gt;
was wahr sein kann, - dann wäre auch mein Ideal erreicht. Wahrhaftigkeit&lt;br /&gt;
und Wahrheit, daß sie bestehen können auch mit einer&lt;br /&gt;
okkultistischen Bewegung, das sollte einmal, und wenn sich noch so&lt;br /&gt;
viele Stürme dagegen erheben werden, mit unserer Bewegung in der&lt;br /&gt;
Welt - ich will nicht stolz sein und sagen «gezeigt» -, sondern angestrebt&lt;br /&gt;
werden!|133|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gelten auch bezüglich der Anthroposophie die gegen jegliche [[Dogma|Dogmatik]] gerichteten Worte, die der Geisteslehrer [[Benedictus]] im 6. Bild des zweiten Mysteriendramas „[[Die Prüfung der Seele]]“ spricht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;Sie können sich dabei auf jene Worte stützen,&lt;br /&gt;
Die ich im Erdensein gesprochen.&lt;br /&gt;
Sie ahnen nicht, daß diese Worte&lt;br /&gt;
Sich lebend nur erzeugen können,&lt;br /&gt;
Wenn sie im rechten Sinne fortgebildet werden&lt;br /&gt;
Von jenen, welche meiner Arbeit Folger sind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bei jeder anderen Wissenschaft sind auch in der anthroposophischen Geisteswissenschaft [[Irrtum|Irrtümer]] möglich, die einer späteren Korrektur bedürfen; allerdings ist die Gefahr hier nicht so groß wie bei einer Forschung, die sich nur auf äußere Tatsachen stützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Um einem&lt;br /&gt;
möglichen Irrtum vorzubeugen, sei hier gleich gesagt,&lt;br /&gt;
daß auch der geistigen Anschauung keine Unfehlbarkeit&lt;br /&gt;
innewohnt. Auch diese Anschauung kann sich täuschen,&lt;br /&gt;
kann ungenau, schief, verkehrt sehen. Von Irrtum frei ist&lt;br /&gt;
auch auf diesem Felde kein Mensch; und stünde er noch&lt;br /&gt;
so hoch. Deshalb soll man sich nicht daran stoßen, wenn&lt;br /&gt;
Mitteilungen, die aus solchen geistigen Quellen stammen,&lt;br /&gt;
nicht immer völlig übereinstimmen. Allein die Zuverlässigkeit&lt;br /&gt;
der Beobachtung ist hier eine doch weit größere als&lt;br /&gt;
in der äußerlichen Sinnenwelt.|11|23|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hat Rudolf Steiner wiederholt darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse der Geistesforschung zwar nur durch die [[Geistesschau]] gefunden, sehr wohl aber mit gesundem Menschenverstand und sachgemäßer Tatsachenlogik verstanden und auch auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist nicht nötig, daß man dem Geistesforscher blind glaubt. Gewiß,&lt;br /&gt;
zum Entdecken solcher Dinge, wie ich sie dargestellt habe in «Die&lt;br /&gt;
geistige Führung des Menschen und der Menschheit», gehört Geistesforschung.&lt;br /&gt;
Wird das aber dargestellt, dann muß der Geistesforscher&lt;br /&gt;
ganz offen zugestehen demjenigen, der dann die Tatsachen prüft, die&lt;br /&gt;
der Geistesforscher aus dem, was er die höheren Wesenheiten nennt,&lt;br /&gt;
erklären will, der die äußeren Tatsachen sieht, der alles sammeln kann,&lt;br /&gt;
was ihm nur irgend zugänglich ist, er muß ihm zugestehen: Du kannst&lt;br /&gt;
und darfst mir ordentlich auf die Finger klopfen, wenn du irgend&lt;br /&gt;
etwas findest, was den äußeren Tatsachenfolgen widerspricht, die&lt;br /&gt;
eintreten müssen, wenn meine Anschauung richtig wäre.|324|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|&#039;&#039;Erforscht&#039;&#039; können die&lt;br /&gt;
übersinnlichen Tatsachen nur durch die übersinnliche Wahrnehmung&lt;br /&gt;
werden; sind sie aber erforscht und werden sie&lt;br /&gt;
von der Wissenschaft des Übersinnlichen mitgeteilt, so können&lt;br /&gt;
sie &#039;&#039;eingesehen&#039;&#039; werden durch das gewöhnliche Denken,&lt;br /&gt;
wenn dieses nur wirklich unbefangen sein will [...] Wenn&lt;br /&gt;
nun jemand das betrachtet, was er gegenwärtig in bloßer&lt;br /&gt;
sinnlicher Wahrnehmung vor sich hat, und dann dasjenige&lt;br /&gt;
in sich aufnimmt, was die übersinnliche Erkenntnis darüber&lt;br /&gt;
sagt, wie seit urferner Vergangenheit dieses Gegenwärtige&lt;br /&gt;
sich entwickelt habe, so vermag er bei wahrhaft unbefangenem&lt;br /&gt;
Denken sich zu sagen: Erstens ist es durchaus logisch,&lt;br /&gt;
was diese Erkenntnis berichtet; zweitens kann ich einsehen,&lt;br /&gt;
daß die Dinge so geworden sind, wie sie mir eben entgegentreten,&lt;br /&gt;
wenn ich annehme, daß dies richtig sei, was durch&lt;br /&gt;
die übersinnliche Forschung mitgeteilt wird. Mit dem «Logischen» ist natürlich in diesem Zusammenhange nicht gemeint,&lt;br /&gt;
daß innerhalb irgendeiner Darstellung übersinnlicher&lt;br /&gt;
Forschung nicht Irrtümer in logischer Beziehung enthalten&lt;br /&gt;
sein könnten. Auch hier soll von dem «Logischen» nur so&lt;br /&gt;
gesprochen werden, wie man im gewöhnlichen Leben der&lt;br /&gt;
physischen Welt davon spricht. Wie da die logische Darstellung&lt;br /&gt;
als Forderung gilt, trotzdem der einzelne Darsteller&lt;br /&gt;
eines Tatsachengebietes logischen Irrtümern verfallen&lt;br /&gt;
kann, so ist es auch in der übersinnlichen Forschung. Es kann&lt;br /&gt;
sogar vorkommen, daß ein Forscher, der auf übersinnlichen&lt;br /&gt;
Gebieten wahrzunehmen vermag, sich Irrtümern in der&lt;br /&gt;
logischen Darstellung hingibt und daß einen solchen dann&lt;br /&gt;
jemand verbessern kann, der gar nicht übersinnlich wahrnimmt,&lt;br /&gt;
wohl aber die Fähigkeit eines gesunden Denkens hat.|13|142f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unrichtig ist es,&lt;br /&gt;
wenn von dieser oder jener Seite immer wieder und wiederum gesagt&lt;br /&gt;
wird: Ja, wie soll ich denn einsehen, daß das richtig ist, was der oder&lt;br /&gt;
jener als Initiationswissenschaft vorbringt, wenn ich nicht selber in die&lt;br /&gt;
geistige Welt hineinsehen kann. — Unrichtig ist es. Der gesunde Menschenverstand,&lt;br /&gt;
der nicht irregeleitet ist durch irrtümliche natürliche&lt;br /&gt;
oder soziale Ideen von heute, der kann von sich aus entscheiden, ob&lt;br /&gt;
Wahrheitsduktus waltet in dem, was irgend jemand spricht. Irgend&lt;br /&gt;
jemand spricht von geistigen Welten: man muß nur alles zusammen&lt;br /&gt;
nehmen, die Art, wie gesprochen wird, der Ernst, in dem die Dinge aufgefaßt&lt;br /&gt;
werden, die Logik, die entfaltet wird und so weiter, dann wird&lt;br /&gt;
man sich ein Urteil darüber aneignen können, ob dasjenige, was als&lt;br /&gt;
Kunde von der geistigen Welt gebracht wird, Scharlatanismus ist, oder&lt;br /&gt;
ob es einen Fond hat. Dies kann jeder entscheiden, und bei niemandem&lt;br /&gt;
ist ein Hindernis vorhanden, das fruchtbar zu machen im natürlichen&lt;br /&gt;
und im sozialen Denken, was aus dem Quell des geistigen Lebens herausgeholt&lt;br /&gt;
wird von jenen, die berechtigt sind, von dem Prinzip der&lt;br /&gt;
Initiation zu sprechen.|194|198f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Archai als Impulsatoren der modernen Geisteswissenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zum [[4. Jahrhundert n. Chr.]] waren die [[Exusiai]], die [[Geister der Form]], die in der [[Genesis]] als [[Elohim]] bezeichnet werden, die Träger der kosmischen Intelligenz. Dann ging diese Aufgabe auf die [[Archai]], die [[Geister der Persönlichkeit]] über. Dieser Übergabeprozess begann schon in vorchristlicher Zeit und vollendete sich erst im 14. Jahrhundert. Dadurch wurde auch der Zugang des [[Mensch]]en zur Gedankenwelt ein anderer. Empfing man früher die Gedanken von außen wie die [[Sinneswahrnehmung]]en, so traten sie nun immer mehr im Inneren auf und kamen dadurch zunehmend in den Besitz der [[Persönlichkeit]]. {{GZ||222|46ff}} Hemmend steht dem der Einfluss zurückgebliebener Geister der Form {{GZ||222|60ff}}, aber auch durch die sich immer weiter ausbreitende [[Maschine]]nwelt [[ahriman]]ische [[Geister der Finsternis]] gegenüber{{GZ||186|274ff}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als neue Träger der kosmischen Intelligenz steigen die [[Archai]] sehr rasch selbst in die Rangordnung der [[Geister der Form]] auf. Das ist ein bedeutsamer Übergang, denn sie steigen dadurch zugleich von der [[Dritte Hierarchie|dritten]] in die [[zweite Hierarchie]] auf und werden dadurch zu [[schöpferisch]]en Wesenheiten. Als solche sind sie die Impulsatoren der anthroposophischen [[Geisteswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie erinnern sich, wie ich in diesen Tagen ausgeführt habe, daß zum&lt;br /&gt;
Allerwichtigsten, zum Allerwesentlichsten in der Erkenntnis der&lt;br /&gt;
gegenwärtigen Zeit gehört, daß die Menschheit gewissermaßen vor&lt;br /&gt;
einer neuen Offenbarung steht. Es ist diejenige Offenbarung, die geschehen&lt;br /&gt;
soll, und in gewisser Beziehung auch schon geschieht, durch&lt;br /&gt;
die Geister der Persönlichkeit, welche, wenn man sich so ausdrücken&lt;br /&gt;
will, zu der Würde von Schöpfern aufsteigen, während wir als Schöpfer&lt;br /&gt;
im Weltengange der Menschheit bisher nur haben ansprechen&lt;br /&gt;
können diejenigen Geister, welche in der Bibel die Elohim genannt&lt;br /&gt;
werden, die wir die Geister der Form nennen. Etwas Schöpferisches&lt;br /&gt;
also wird auftauchen innerhalb desjenigen, was der Mensch beim Verfolgen&lt;br /&gt;
der Außenwelt bemerken kann.|187|164f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn wir alles das, was wir da geisteswissenschaftlich betrachten&lt;br /&gt;
können, ins Auge fassen, so können wir die Geister der Form eben&lt;br /&gt;
schöpferische Geister nennen. Ihnen verdankt der Mensch vor allen&lt;br /&gt;
Dingen sein Dasein, so wie er als Erdenmensch ist. Bis zu unserem&lt;br /&gt;
Zeitalter aber waren die Geister der Persönlichkeit nicht schöpferische&lt;br /&gt;
Geister. Sie waren Geister, welche verschiedene Angelegenheiten vom&lt;br /&gt;
geistigen Reiche aus ordneten. Sie können ja nachlesen in meiner&lt;br /&gt;
«Geheimwissenschaft» über die Tätigkeit dieser Geister der Persönlichkeit.&lt;br /&gt;
Aber es beginnt die Zeit, wo sie zunächst wirklich einzugreifen&lt;br /&gt;
haben in das Schöpferische der Menschheitsentwickelung.&lt;br /&gt;
Später werden sie auch in das Schöpferische der anderen Reiche einzugreifen&lt;br /&gt;
haben. Es findet ja Entwickelung statt im Hierarchischen.&lt;br /&gt;
Die Geister der Persönlichkeit steigen zu einer schöpferischen Tätigkeit&lt;br /&gt;
auf. Das weist überhaupt hin auf ein bedeutsames Geheimnis in&lt;br /&gt;
der Menschheitsentwickelung. Wer nicht in oberflächlicher Naturbetrachtung,&lt;br /&gt;
wie sie heute gang und gäbe ist, die Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
zu umfassen sucht, sondern wer sie mit geisteswissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Impulsen innerlich anschaut, der weiß, daß seit dem Beginne&lt;br /&gt;
der jetzt oft von verschiedenen Gesichtspunkten besprochenen fünften&lt;br /&gt;
nachatlantischen Zeit in dem Menschen etwas zu ersterben beginnt.&lt;br /&gt;
Mit diesem Ersterben, ich möchte sagen, mit diesem Abgelähmtwerden&lt;br /&gt;
von etwas in unserer Natur, mit dem hängt im Grunde unser&lt;br /&gt;
ganzer Fortschritt auch im Seelischen und Geistigen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind nicht mehr in demselben Sinne lebendige Menschenwesen,&lt;br /&gt;
wenn ich es kraß ausdrücken will, wie es die Menschen vor Jahrhunderten&lt;br /&gt;
oder gar vor Jahrtausenden waren. Die hatten stärkere&lt;br /&gt;
Vitalität in sich, stärkere Kraft in sich, Kraft, die vom bloßen Leiblichen&lt;br /&gt;
ausging. Der Mensch kennt ja das Sterben nur, wenn es in der&lt;br /&gt;
radikalen Form des Auf hörens des Erdenlebens auftritt. Allein, Sie&lt;br /&gt;
wissen aus den geisteswissenschaftlichen Betrachtungen, daß in uns&lt;br /&gt;
fortwährend etwas stirbt. Und wenn nicht fortwährend etwas stürbe,&lt;br /&gt;
so hätten wir kein Bewußtsein. Bewußtsein hängt zusammen gerade&lt;br /&gt;
mit dem Ersterben von etwas in uns. Aber dieses Ersterben, dieser&lt;br /&gt;
Prozeß des Ersterbens, der ist jetzt stärker, als er zum Beispiel im&lt;br /&gt;
ersten christlichen Jahrhundert oder gar in den vorchristlichen Jahrhunderten&lt;br /&gt;
war. Dasjenige, was im Menschen von den schöpferischen&lt;br /&gt;
Geistern als Geistern der Form herrührte, das beginnt, wenn ich so&lt;br /&gt;
sagen darf, stark zu sterben, und neues Schöpferisches muß der Menschennatur&lt;br /&gt;
eingefügt werden, Schöpferisches, das zunächst vom Geistigen&lt;br /&gt;
auszugehen hat. Es ist in der Tat so, daß dem Menschen, der&lt;br /&gt;
sich nicht dagegen sträubt, von unserem Zeitalter ab schöpferische&lt;br /&gt;
Kräfte aus dem Geiste heraus zufließen. Diese schöpferischen Kräfte&lt;br /&gt;
sucht Geisteswissenschaft zu verstehen. Sie sucht das, was hereindringt&lt;br /&gt;
aus Welten, die bisher nicht ihre Impulse in die Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
einfließen ließen, was als neues Geistiges in die Zeitentwickelung&lt;br /&gt;
eintritt, denkend, schauend zu erfassen. Und das ist&lt;br /&gt;
eigentlich, was im wirklich modernen Sinne orientierte Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
ist. Also die tritt nicht auf wie irgendein anderes, sei es wissenschaftliches&lt;br /&gt;
oder sonstiges Programm, sondern die tritt gewissermaßen&lt;br /&gt;
auf, weil die Himmel neue Offenbarungen den Menschen zusenden,&lt;br /&gt;
und weil diese neuen Offenbarungen verstanden werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nicht in diesem Sinne die Aufgabe der anthroposophisch&lt;br /&gt;
orientierten Geisteswissenschaft versteht, der versteht sie überhaupt&lt;br /&gt;
nicht. Denn diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
würde schweigen, wenn sie nicht Neues, eben erst Hereinbrechendes,&lt;br /&gt;
wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, von den Himmeln der&lt;br /&gt;
Menschheit sich Offenbarendes zu verkünden hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was sich offenbart durch den Schleier der Erscheinungen, das&lt;br /&gt;
ist der Ausdruck eines neuen schöpferischen Prinzips, das besorgt&lt;br /&gt;
wird durch die Geister der Persönlichkeit. Damit hängt es zusammen,&lt;br /&gt;
daß gerade dieses unser Zeitalter, von dem wir ja sagten, daß es begonnen&lt;br /&gt;
habe mit dem fünfzehnten nachchristlichen Jahrhundert, als&lt;br /&gt;
seine charakteristische Eigenschaft die Ausprägung der Impulse der&lt;br /&gt;
Persönlichkeit hat. Die Persönlichkeit will sich, wenn ich den trivialen&lt;br /&gt;
Ausdruck gebrauchen darf, auf die eigenen Füße stellen, und wird das&lt;br /&gt;
immer mehr und mehr wollen in das dritte Jahrtausend hinein. Dann&lt;br /&gt;
werden andere Impulse nach Vollendung der Persönlichkeit auftreten.|186|272f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Urwesen}}Diese Wirkung der zu schöpferischen Wesenheiten aufgestiegenen [[Archai]] offenbart sich schon in dem [[Reines Denken|reinen Denken]], das aus der allen Menschen gemeinsamen [[Ideenwelt]] schöpft, wie es [[Rudolf Steiner]] bereits in seiner «[[Philosophie der Freiheit]]» beschrieben hat. Dort heißt es:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Jeder Mensch umspannt mit seinem&lt;br /&gt;
Denken nur einen Teil der gesamten Ideenwelt, und insofern&lt;br /&gt;
unterscheiden sich die Individuen auch durch den tatsächlichen&lt;br /&gt;
Inhalt ihres Denkens. Aber diese Inhalte sind in&lt;br /&gt;
einem in sich geschlossenen Ganzen, das die Denkinhalte&lt;br /&gt;
aller Menschen umfaßt. Das gemeinsame Urwesen, das alle&lt;br /&gt;
Menschen durchdringt, ergreift somit der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Denken. Das mit dem Gedankeninhalt erfüllte Leben in der&lt;br /&gt;
Wirklichkeit ist zugleich das Leben in Gott.|4|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass „&#039;&#039;&#039;das gemeinsame Urwesen, das alle Menschen durchdringt&#039;&#039;&#039;“ tatsächlich auf die Archai hinweist, erhellt sich aus Rudolf Steiners Antwort auf eine diesbezügliche Frage von [[Walter Johannes Stein]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Da durfte ich an Rudolf Steiner einmal die Frage richten nach diesem&lt;br /&gt;
Wesen, und er gab mir die Antwort: «Das ist eine Art Gruppenseele&lt;br /&gt;
der Menschheit, das ist der älteste der Archai, der eben auf dem&lt;br /&gt;
Wege ist, ein Geist der Form zu werden.»| Thomas Meyer (Hg.): &#039;&#039;Walter Johannes Stein - Rudolf Steiner. Dokumentation eines wegweisenden Zusammenwirkens&#039;&#039;, S. 284}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann man Zugang zur Anthroposophie finden? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gibt heute viele Weltanschauungen, und ihre Vertreter treten unter die Menschen hin, um zu lehren eine bestimmte Wahrheit, und meinen, die Menschen müssten unter allen Umständen diese Wahrheit aufnehmen. Der Theosoph will nicht sein ein dogmatischer Lehrer; er will sein ein Erzähler von den Tatsachen der geistigen Welten. Ein bedeutender Franzose hat einmal gegenüber den Tatsachen der sinnlichen Welt das Wort geprägt: «Ich lehre nicht, ich erzähle.»&amp;lt;ref&amp;gt;Ein bedeutender Franzose … «Ich lehre nicht, ich erzähle»: [[Michel de Montaigne]] (1533–1592) beginnt seinen Essai «Du Repentir» mit den Worten: «Ich lehre nicht, ich erzähle.» – «Les autres forment l‘homme; je le récite», in: Essais (III, 2: «Du Repentir». In: Montaigne: Œuvres completes. Ed. par A. Thibaudet et M. Rat, Paris 1962, Bibliothèque de la Pléiade 14, S. 782). Goethe zitierte diese Worte am Schluss des ersten und zu Beginn des zweiten Abschnitts in seinem Bericht über den französischen Akademiestreit von 1830; siehe: GA 1a, S. 395 f. bzw. Goethes Werke (Hamburger Ausgabe), hrsg. v. E. Trunz, Bd. XIII, Hamburg 1955, S. 228. Rudolf Steiner schrieb wohl in Anlehnung an Montaigne und Goethe in einem Brief an Rosa Mayreder vom 4. November 1894 über seine Philosophie der Freiheit: «Ich lehre nicht; ich erzähle, was ich innerlich durchlebt habe. Ich erzähle es so: wie ich es gelebt habe. Es ist alles in meinem Buche persönlich gemeint. Auch die Form der Gedanken.» &amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelt sich durchaus darum, dass zur Theosophie gerade die herankommen, die durch ihre Gesinnung schon hingewiesen sind auf die Tatsachen, die ihr zugrunde liegen, welche durch ihre ganze Empfindungsweise schon genügend auf sie hingewiesen sind, auf das, was der Mitteiler zu sagen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Menschen gibt es solche, die vielleicht hineinschauen können in die geistigen Welten. Das sind sehr wenige. Zweitens gibt es solche, die aus wissenschaftlichen Gründen die Logik der geistigen Welten anerkennen. Deren gibt es auch nur wenige, da die Wissenschaft heute noch eine Unsumme von Vorurteilen hat. Viele gibt es aber, die aus einem gewissen Wahrheitsgefühl, aus der Ahnung ihrer Seele heraus zur Theosophie hinkommen. Mancher Wissenschaftler wird noch mit einem gewissen Lächeln an die Theosophie herankommen; er bedenkt aber nicht, dass die menschliche Seele nicht auf Unwahrheit, sondern auf Wahrheit angelegt ist. Wenn die menschliche Seele nicht durch Vorurteile befangen ist, so findet sie den geraden Weg, da sie zur Wahrheit angelegt ist. Jeder muss zur Theosophie freiwillig hinkommen. Jeder, in dem irgendeiner der drei angeführten Gründe wirksam ist, der kommt zur Theosophie.|68d|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbstständiges Weiterdenken der Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, das die unverzichtbare Grundlage der Anthroposophie ist. Diese kann sich aber selbstverständlich nicht darin erschöpfen, dieses Werk beständig zu zitieren und zu rezitieren. Fruchtbar wird die Anthroposophie nur dort, wo sie selbstständig weitergedacht wird. Darauf hat Rudolf Steiner nachdrücklich hingewiesen. Die Basis dazu können insbesondere die grundlegenden Schriften Rudolf Steiners bilden, insbesondere die «[[GA 9|Theosophie]]», die «[[GA 13|Die Geheimwissenschaft im Umriss]]» und «[[GA 10|Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?]]» und  auch die vier [[Mysteriendramen]], die sehr konkret dazu einladen, im aktiven Mitvollzug selbstständig weiter verarbeitet zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ja, das Idealste wäre, wenn das Studium eines solchen Buches, wie&lt;br /&gt;
die «Theosophie» es ist, so eifrig betrieben würde, daß gar mancher&lt;br /&gt;
Leser selber aus solchen Andeutungen, wie sie dort gegeben sind, auf&lt;br /&gt;
so etwas kommen würde, wie es jetzt auseinandergesetzt worden ist.&lt;br /&gt;
Es liegt vieles in diesen Büchern drin, und man könnte schon durchaus&lt;br /&gt;
nur durch eigenes Lesen darauf kommen, wenn man mit dem&lt;br /&gt;
Herzen, mit dem ganzen inneren seelischen Erleben liest. Aber Bücher,&lt;br /&gt;
die auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft geschrieben sind,&lt;br /&gt;
die werden in der Regel ja nicht mit der für sie nötigen Aufmerksamkeit&lt;br /&gt;
gelesen. Das werden sie wirklich nicht, denn sonst hätten,&lt;br /&gt;
nachdem «Theosophie» und «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren&lt;br /&gt;
Welten?» und vielleicht auch noch die «Geheimwissenschaft&lt;br /&gt;
im Umriß» geschrieben worden sind, alle Zyklen von irgend jemand&lt;br /&gt;
anderem geschrieben oder gehalten werden können als von mir selber.&lt;br /&gt;
Es steht im Grunde genommen alles in diesen Büchern drin,&lt;br /&gt;
man glaubt es nur gewöhnlich nicht. Und wie vieles könnte erst geschrieben&lt;br /&gt;
werden, wenn alles herausgeholt würde, was in den vier&lt;br /&gt;
Mysteriendramen enthalten ist! Ich sage das nicht, um zu renommieren&lt;br /&gt;
- ich habe schon genugsam über die Demut des Okkultisten,&lt;br /&gt;
des Geistesforschers gesprochen - , ich sage es, um anzueifern zum&lt;br /&gt;
wirklichen Lesen dieser Schriften, die gerade in unserer Zeit gegeben&lt;br /&gt;
werden mußten, und an denen man persönlich eigentlich so wenig&lt;br /&gt;
wie nur möglich Verdienst hat.|156|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essentiell ist das selbstständige Weiterdenken der Anthroposophie:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun liegen die Sachen doch so, daß mit Bezug auf das Weltan­schauungsleben man immer sagen muß: Wer in irgendeinem Zeit­punkte in der Menschheitsentwickelung drinnensteht, der kommt zu gewissen Anschauungen. Gewisse Perspektiven dieser Anschauungen sieht er dann nicht; diese sehen dann die Späteren. Man möchte sagen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Späteren ist es immer aufbewahrt, gründlicher, wahrer irgend etwas zu sehen, als derjenige sehen kann, der gewisse Dinge aus­sprechen muß in einem gewissen Zeitpunkte der Menschheitsent­wickelung. - Und über diese Tatsache kommt man nicht hinweg. Und gut ist es, wenn insbesondere auf unserem anthroposophischen Standpunkte das der Fall ist, was ich öfter schon erwähnt habe, wenn auf unserem anthroposophischen Standpunkte bewußt und gründlich erkannt wird: Auch dasjenige Wissen, das man in der Gegenwart, und sei es auch ein noch so ausgeprägtes, über spirituelle Dinge erwerben kann, es darf nicht aufgefaßt werden wie eine Summe von absoluten Dogmen. Man muß sich klar sein darüber, daß Spätere in kommenden Zeiten auftreten werden, die gerade an dem, was wir heute vorzubringen in der Lage sind, Wahreres sehen werden, als wir selbst sehen können. Darauf beruht eigentlich die geistige Ent­wickelung der Menschheit.|184|12f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie und Lebenspraxis ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anthroposophische Geisteswissenschaft wurde von Rudolf Steiner nicht als theoretisches Lehrgebäude konzipiert, sondern zielt darauf ab, in der unmittelbaren Lebenspraxis fruchtbar zu werden. Steiner hat dazu folgende Devise formuliert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eine Devise muß aus geisteswissenschaftlicher Gesinnung die&lt;br /&gt;
Menschen ergreifen, sonst wird kein Fortschritt in unserer heillosen&lt;br /&gt;
Zeit möglich sein. Und diese Devise muß sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;Suchet das wirklich praktische materielle Leben,&lt;br /&gt;
Aber suchet es so, daß es euch nicht betäubt&lt;br /&gt;
   über den Geist, der in ihm wirksam ist.&lt;br /&gt;
Suchet den Geist,&lt;br /&gt;
Aber suchet ihn nicht in übersinnlicher Wollust,&lt;br /&gt;
   aus übersinnlichem Egoismus,&lt;br /&gt;
Sondern suchet ihn,&lt;br /&gt;
Weil ihr ihn selbstlos im praktischen Leben,&lt;br /&gt;
   in der materiellen Welt anwenden wollt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wendet an den alten Grundsatz:&lt;br /&gt;
«Geist ist niemals ohne Materie, Materie niemals&lt;br /&gt;
   ohne Geist» in der Art, daß ihr sagt:&lt;br /&gt;
Wir wollen alles Materielle im Lichte des Geistes tun,&lt;br /&gt;
Und wir wollen das Licht des Geistes so suchen,&lt;br /&gt;
Daß es uns Wärme entwickele für unser praktisches Tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geist, der von uns in die Materie geführt wird,&lt;br /&gt;
Die Materie, die von uns bearbeitet wird bis zu ihrer Offenbarung,&lt;br /&gt;
Durch die sie den Geist aus sich selber heraustreibt;&lt;br /&gt;
Die Materie, die von uns den Geist offenbart erhält,&lt;br /&gt;
Der Geist, der von uns an die Materie herangetrieben wird,&lt;br /&gt;
Die bilden dasjenige lebendige Sein,&lt;br /&gt;
Welches die Menschheit zum wirklichen Fortschritt bringen kann,&lt;br /&gt;
Zu demjenigen Fortschritt, der von den Besten&lt;br /&gt;
   in den tiefsten Untergründen der&lt;br /&gt;
   Gegenwartsseelen nur ersehnt werden kann.&amp;lt;/poem&amp;gt;|297|116f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat sich die Anthroposophie in vielen Lebensbereichen als fruchtbar erwiesen (→ [[#Bereiche|Bereiche]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung und Bedeutung des Begriffes Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbatel Wissenschaft des Guten.jpg|mini|300px|Arbatel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff, auf den das Wort „Anthroposophie“ hindeutet, wurde nicht von Rudolf Steiner geprägt, sondern kann bis in die [[frühe Neuzeit]] zurück verfolgt werden. Schon in einem anonymen Buch mit dem Titel &#039;&#039;[[Arbatel|Arbatel de magia veterum, summum sapientiae studium]]&#039;&#039; (1575), das dem [[Esoterik|Esoteriker]] und [[Neuplatonismus|Neuplatoniker]] [[Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim]] zugeschrieben wird, wird die Anthroposophie (Anthroposophiam, &#039;&#039;Menschliche Weisheit&#039;&#039;) ebenso wie die [[Theosophie]] der „Wissenschaft des Guten“ zugerechnet und mit „Kenntnis der Natur und der natürlichen Dinge“ bzw. „Klugheit in menschlichen Angelegenheiten“ übersetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wikipedia:1650|1650]] veröffentlichte der [[Wikipedia:Wales|walisische]] [[Wikipedia:Poet|Poet]] und [[Alchemist]] [[WikipediaEN:Thomas Vaughan (philosopher)|Thomas Vaughn]] (1622–1666) unter dem [[Wikipedia:Pseudonym|Pseudonym]] &#039;&#039;„Eugenius Philalethes“&#039;&#039; das mystisch-magische Werk &#039;&#039;«Anthroposophia Theomagica Or a Discourse of the Nature of Man and His State After Death».&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.rexresearch.com/alchemy6/anthrotheo.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://archive.org/details/anthroposophiath00vaug&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 19. Jahrhunderts übernahm der Schweizer Arzt und Philosoph [[Ignaz Paul Vitalis Troxler|I.P.V. Troxler]] (1780-1866) den Begriff „Anthroposophie“ und ordnete ihn der &#039;&#039;Biosophie&#039;&#039; zu &#039;&#039;(Elemente der Biosophie,&#039;&#039; 1806). Im Sinne der Vorläufer der [[Lebensphilosophie]], vor allem des [[Naturphilosophie|Naturphilosophen]] [[Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling|Schelling]], bei dem Troxler studiert hatte, sollte Biosophie „Naturerkenntnis durch Selbsterkenntnis“ bedeuten. Die Erkenntnis der menschlichen Natur nannte Troxler Anthroposophie. Die Philosophie – und alle Philosophie sei Naturerkenntnis – muss ihm zufolge zur Anthroposophie werden. Diese wird als eine „objektivierte [[Anthropologie]]“ vorgestellt, die vom „ursprünglichen Menschen“ ausgehen soll. In der menschlichen Natur vereinen sich demzufolge in einem mystischen Vorgang Gott und Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Immanuel Hermann Fichte]] verwendete den Begriff 1856 in &#039;&#039;„Anthropologie – Die Lehre der menschlichen Seele“&#039;&#039; und bezeichnete damit eine „gründliche Selbsterkenntniss des Menschen“, die „nur in der erschöpfenden Anerkenntnis des Geistes“ liege. Wahrhaft gründlich oder ergründend könne sich der „Menschengeist“ aber nicht erkennen, ohne damit der „Gegenwart oder Bewährung des göttlichen Geistes an ihm inne zu werden“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von [[Rudolf Steiner]] sehr geschätzte [[Religionsphilosophie|Religionsphilosoph]] [[Gideon Spicker]] (1872-1920) und späteres Vorbild des [[Doktor Strader]] in Steiners [[Mysteriendramen]], strebte eine „Religion in philosophischer Form auf naturwissenschaftlicher Grundlage“ an. Er sah den Konflikt zwischen Glauben und Wissen, zwischen Religion und Naturwissenschaft als das Grundproblem seines Lebens und Denkens an und formulierte das Programm einer Anthroposophie, die er ebenfalls im Sinne „höchster Selbsterkenntnis“ verstand: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Handelt es sich aber in der Wissenschaft um die Erkenntnis der Dinge, in der Philosophie dagegen in letzter Instanz um die Erkenntnis dieser Erkenntnis, so ist das eigentliche Studium des Menschen der Mensch selbst, und der Philosophie höchstes Ziel ist Selbsterkenntnis oder Anthroposophie. Hier ist kein Dualismus mehr möglich. Denn ob mein Vorstellen von der Natur oder die Natur von meiner Vorstellung abhängt; ob ich mich selbst in die Natur hineinschaue oder die Natur in meinen Vorstellungen sich spiegele: in beiden Fällen ist Erkennen und Erkanntes relativ ein und dasselbe.|2=[https://anthrowiki.at/images/7/72Die_Philosophie_des_Grafen_von_Shaftesbury.pdf#page=338 Die Philosophie des Grafen von Shaftesbury, 1872, S. 319]}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spickers Ideal umfasste in der Religion die Einheit von Gott und Welt als selbstverantwortete Erkenntnis unter Anwendung von [[Vernunft]] und [[Erfahrung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der österreichische Philosoph und [[Johann Friedrich Herbart|Herbartianer]] [[Robert Zimmermann]] (1824-98), Schöpfer der „Philosophischen [[Wikipedia:Propädeutik|Propädeutik]]“, wählte die Bezeichnung „Anthroposophie“ 1882 als Titel einer Programmschrift, die ein System idealer Weltsicht auf [[Realismus|realistischer ]]Grundlage zu beschreiben suchte &#039;&#039;(„Anthroposophie im Umriß. Entwurf eines Systems idealer Weltsicht auf realistischer Grundlage“,&#039;&#039; 1882). Zimmermann, bei dem Steiner Philosophie-Vorlesungen hörte, wollte in seinem System über die „Schranken und Widersprüche, die der gemeine Erfahrungsstandpunkt in sich trägt“, hinausgehen und eine „Philosophie des Menschenwissens“ errichten, die als Wissenschaft von der Erfahrung ausgeht, aber, wo es das [[Logik|logische Denken]] erfordert, über sie hinausreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner wählte bereits 1902 den Begriff &#039;&#039;Anthroposophie&#039;&#039; für den Titel von Vorträgen in Berlin.&amp;lt;ref&amp;gt;Erika Beltle und Kurt Vierl (Hrsg.), Erinnerungen an Rudolf Steiner, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 1979, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem auf den 16. September 1902 datierten Brief an [[Wilhelm von Hübbe-Schleiden]] schreibt er:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Außerdem werde ich&lt;br /&gt;
noch irgendwo einen fortlaufenden Kursus halten: «Anthroposophie&lt;br /&gt;
oder die Verbindung von Moral, Religion und Wissenschaft»&lt;br /&gt;
Im Bruno-Bund hoffe ich ebenfalls einen Vortrag zu halten über&lt;br /&gt;
«Brunos Monismus und die Anthroposophie»&amp;lt;ref&amp;gt;Der Vortrag über «Brunos Monismus und die Anthroposophie» fand am 8. Oktober 1902 unter dem geänderten Titel «Theosophie und Monismus» statt. {{Lit|{{BE|121|50}}, {{G|051|311ff}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das ist nur so vorläufig&lt;br /&gt;
Projektiertes.“ {{Lit|{{G|169|80f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 beschrieb Steiner die Anregung durch Zimmermann: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Als es sich vor einer Anzahl von Jahren darum handelte, unserer Sache einen Namen zu geben, da verfiel ich auf einen solchen, der mir lieb geworden war, deshalb, weil ein Philosophie-Professor, dessen Vorträge ich in meiner Jugendzeit gehört habe, Robert Zimmermann, sein Hauptwerk &#039;Anthroposophie&#039; genannt hat. Das war in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
Übrigens führt der Name Anthroposophie weiter&lt;br /&gt;
zurück in der Literatur. Man brauchte ihn auch schon im&lt;br /&gt;
18. Jahrhundert; ja auch früher. Der Name ist also alt;&lt;br /&gt;
wir wenden ihn für Neues an. Uns soll der Name nicht&lt;br /&gt;
bedeuten «Wissen vom Menschen». Das ist die ausdrückliche&lt;br /&gt;
Absicht derjenigen, die den Namen gegeben haben.&lt;br /&gt;
Unsere Wissenschaft selbst führt uns zu der Überzeugung,&lt;br /&gt;
daß innerhalb des Sinnesmenschen ein Geistesmensch lebt,&lt;br /&gt;
ein innerer Mensch, gewissermaßen ein zweiter Mensch.&lt;br /&gt;
Während nun dasjenige, was der Mensch durch seine&lt;br /&gt;
Sinne und durch den an die Sinnesbeobachtung sich haltenden&lt;br /&gt;
Verstand über die Welt wissen kann, «Anthropologie» genannt werden kann, soll dasjenige, was der innere&lt;br /&gt;
Mensch, der Geistesmensch wissen kann, «Anthroposophie»&lt;br /&gt;
genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie ist also das Wissen des Geistesmenschen;&lt;br /&gt;
und es erstreckt sich dieses Wissen nicht bloß über den&lt;br /&gt;
Menschen, sondern es ist ein Wissen von allem, was in der&lt;br /&gt;
geistigen Welt der Geistesmensch so wahrnehmen kann,&lt;br /&gt;
wie der Sinnesmensch in der Welt das Sinnliche wahrnimmt. Weil dieser andere Mensch, dieser innere Mensch,&lt;br /&gt;
der Geistesmensch ist, so kann man dasjenige, was er als&lt;br /&gt;
Wissen erlangt, auch «Geisteswissenschaft» nennen. Und&lt;br /&gt;
der Name Geisteswissenschaft ist noch weniger neu als der&lt;br /&gt;
Name Anthroposophie.“ {{Lit|{{G|35|176f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Im Grunde genommen soll ja Anthroposophie&lt;br /&gt;
nichts anderes sein als jene Sophia, das heißt jener Bewußtseinsinhalt,&lt;br /&gt;
jenes innerlich Erlebte in der menschlichen Seelenverfassung,&lt;br /&gt;
die den Menschen zum vollen Menschen macht. Nicht&lt;br /&gt;
«Weisheit vom Menschen» ist die richtige Interpretation des Wortes&lt;br /&gt;
Anthroposophie, sondern «Bewußtsein seines Menschentums»; das&lt;br /&gt;
heißt, hinzielen sollen Willensumwendung, Erkenntniserfahrung, Miterleben&lt;br /&gt;
des Zeitenschicksals dahin, der Seele eine Bewußtseinsrichtung,&lt;br /&gt;
eine Sophia zu geben.“ {{Lit|{{G|257|76}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eng&lt;br /&gt;
hängt gewissermaßen zusammen die Rettung, das Verständnis des Ereignisses&lt;br /&gt;
von Golgatha mit der anthroposophischen Vertiefung der&lt;br /&gt;
Menschheit, mit einer neuerlichen wirklichen Erkenntnis des Wesens des&lt;br /&gt;
Menschen. Deshalb der Name Anthroposophie, das heißt: Weisheit, die&lt;br /&gt;
entspringt, wenn der Mensch sich in seinem höheren Selbst findet.&lt;br /&gt;
Man kann eigentlich keinen prägnanteren Namen finden als&lt;br /&gt;
«Anthroposophie», wenn man dasjenige Wissen bezeichnen will,&lt;br /&gt;
welches nicht vom Menschen handelt wie die gewöhnliche Geschichte,&lt;br /&gt;
wie die Anthropologie oder ähnliches.|198|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Anthropologie]], [[Theosophie]] und Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die [[Anthropologie]] den sinnenfälligen Menschen durch vorwiegend naturwissenschaftliche Methoden zu erkennen strebt, richtet die [[Theosophie]] ihren Blick auf den nur übersinnlich erfahrbaren, rein geistigen Menschen. Anthroposophie versucht die Kluft zu überbrücken, die sich zwischen diesen beiden gegensätzlichen Betrachtungsweisen auftut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir wollen uns zuerst durch einen Vergleich klarmachen, was Anthroposophie ist. Man kann, wenn man eine Gegend kennenlernen will, alles das, was sich da ausbreitet an Dörfern, Wäldern, Auen, Straßen und so weiter, anschauen, indem man unten herumgeht von Dorf zu Dorf, durch Straße um Straße, durch Auen und Wälder, von Ort zu Ort. Man wird dann jedesmal, je nachdem man sich da oder dort befindet, immer einen kleinen, einen ganz geringen Teil des ganzen Gebietes vor Augen haben. Man kann aber auch hinaufsteigen auf einen Bergesgipfel und kann von diesem hohen Bergesgipfel aus das ganze Land überschauen. Dann werden sich für den gewöhnlichen Blick die Einzelheiten nur sehr undeutlich ausnehmen; dafür wird man aber eine Überschau haben über das Ganze. So etwa könnte man das Verhältnis bezeichnen, welches besteht zwischen dem, was man im gewöhnlichen Leben menschliche Erkenntnis, menschliche Wissenschaft nennt, zu dem, was Theosophie ist. Das gewöhnliche menschliche Erkennen geht in der Welt der Tatsachen herum von Einzelheit zu Einzelheit. Die Theosophie steigt auf einen hohen Bergesgipfel hinauf, und je höher sie hinaufsteigt, desto größer wird der Umkreis, den sie überschaut. Sie muß aber dann besondere Mittel anwenden, um überhaupt noch etwas von dem Unteren zu sehen. Die Mittel, die da angewendet werden müssen, sind oft und oft beschrieben worden, auch in meiner Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Da ist gezeigt, wie es dem Menschen möglich ist, zu diesem idealen Gipfel emporzudringen, ohne daß er die Möglichkeit verliert, unten überhaupt noch etwas zu sehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gibt es aber - und das kann unmittelbar hervorgehen aus diesem Vergleich - noch eine dritte Möglichkeit: Man steigt nicht ganz zum Bergesgipfel hinauf, man bleibt sozusagen in der Mitte stehen. Wenn man unten ist, so sieht man lauter Einzelheiten vor sich; man hat keinen Überblick, und man sieht das Obere von unten her. Wenn man oben ist, hat man nichts über sich außer dem göttlichen Himmel, und man sieht unter sich alles nur undeutlich, verschwommen, in Dunst gehüllt. Wenn man in der Mitte ist, so ist das ein besonderer Standpunkt: man hat etwas unter sich und etwas über sich, und man kann die beiden Aussichten miteinander vergleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[...] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theosophie ist dasjenige, was erforscht wird, wenn der Gott im Menschen spricht. - Das ist im Grunde die wirkliche Definition der Theosophie: Laß den Gott in dir sprechen, und was er dir dann über die Welt sagt, ist Theosophie. Anthroposophie ist damit zu charakterisieren, daß man sagt: Stelle dich in die Mitte zwischen Gott und Natur, laß den Menschen in dir sprechen über das, was über dir ist und in dich hineinleuchtet, und über das, was von unten in dich hineinragt, dann hast du Anthroposophie, die Weisheit, die der Mensch spricht. - Diese Weisheit, die der Mensch spricht, wird einem aber ein wichtiger Stützpunkt und Schlüssel sein können zu dem Gesamtgebiete der Theosophie.|115|16ff}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Der erste Gesichtspunkt, der in solcher Beziehung in&lt;br /&gt;
Betracht kommt, ist derjenige der &#039;&#039;Anthropologie&#039;&#039;. Diese&lt;br /&gt;
Wissenschaft sammelt, was sich der sinnenfälligen Beobachtung&lt;br /&gt;
über den Menschen ergibt und sucht aus den&lt;br /&gt;
Ergebnissen ihrer Beobachtung Aufschlüsse über dessen&lt;br /&gt;
Wesen zu erhalten. […] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anthropologie hält sich gegenwärtig in der Regel&lt;br /&gt;
innerhalb der Grenzen, die man heute als diejenigen der&lt;br /&gt;
naturwissenschaftlichen Methoden ansieht. Ein gewaltiges&lt;br /&gt;
Tatsachenmaterial ist durch sie zusammengetragen&lt;br /&gt;
worden. Trotz der verschiedenen Vorstellungsarten, in&lt;br /&gt;
welchen dieses Material zusammengefaßt wird, liegt in&lt;br /&gt;
demselben etwas vor, das in der segensreichsten Art auf&lt;br /&gt;
die Erkenntnis der menschlichen Wesenheit wirken&lt;br /&gt;
kann. Und fortwährend mehrt sich dieses Material. Es&lt;br /&gt;
entspricht den Anschauungen der Gegenwart, große&lt;br /&gt;
Hoffnungen auf dasjenige zu setzen, was von dieser Seite&lt;br /&gt;
an Aufhellung der Menschenrätsel gewonnen werden&lt;br /&gt;
kann. Und es ist ganz selbstverständlich, daß viele den&lt;br /&gt;
Gesichtspunkt der Anthropologie für ebenso sicher&lt;br /&gt;
halten, wie sie den nächsten, der hier zu charakterisieren&lt;br /&gt;
ist, für einen zweifelhaften ansehen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser andere Gesichtspunkt ist derjenige der &#039;&#039;Theosophie&#039;&#039;.[…]&lt;br /&gt;
Theosophie geht davon aus, daß&lt;br /&gt;
der Mensch vor allem ein geistiges Wesen ist. Und sie&lt;br /&gt;
sucht ihn als solches zu erkennen. Sie hat im Auge, daß&lt;br /&gt;
die menschliche Seele nicht nur wie in einem Spiegel die&lt;br /&gt;
sinnenfälligen Dinge und Vorgänge zeigt und diese verarbeitet,&lt;br /&gt;
sondern daß sie ein eigenes Leben zu führen&lt;br /&gt;
vermag, welches seine Anregungen und seinen Inhalt&lt;br /&gt;
von einer Seite her erhält, die man geistig nennen kann.&lt;br /&gt;
Sie beruft sich darauf, daß der Mensch in ein geistiges&lt;br /&gt;
Gebiet eindringen kann, wie er in ein sinnenfälliges&lt;br /&gt;
dringt. In dem letzteren erweitert sich die Erkenntnis des&lt;br /&gt;
Menschen dadurch, daß er seine Sinne auf immer mehr&lt;br /&gt;
Dinge und Vorgänge richtet, und auf Grund dieser sich&lt;br /&gt;
seine Vorstellungen bildet. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das unmittelbare Erleben der geistigen Erkenntnisse&lt;br /&gt;
erfordert komplizierte Seelenwege und Seelenverrichtungen;&lt;br /&gt;
der Besitz solcher Erkenntnisse ist für jede Seele&lt;br /&gt;
notwendig, welche ein volles Bewußtsein ihrer Menschlichkeit&lt;br /&gt;
haben will. Und ohne ein solches Bewußtsein ist&lt;br /&gt;
ein menschliches Leben von einem bestimmten Punkte&lt;br /&gt;
des Daseins an nicht mehr möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn nun auch die Theosophie Erkenntnisse zu&lt;br /&gt;
liefern vermag, welche den wichtigsten Bedürfnissen der&lt;br /&gt;
Menschenseele Befriedigung gewähren, und welche&lt;br /&gt;
durch den natürlichen Wahrheitssinn und durch die gesunde&lt;br /&gt;
Logik anerkannt werden können: so wird doch&lt;br /&gt;
immer eine gewisse Kluft bleiben zwischen ihr und der&lt;br /&gt;
Anthropologie. Es wird zwar immer folgendes möglich&lt;br /&gt;
sein. Man wird die Ergebnisse der Theosophie über die&lt;br /&gt;
geistige Wesenheit des Menschen aufzeigen können und&lt;br /&gt;
dann in der Lage sein, darauf hinzuweisen, wie die&lt;br /&gt;
Anthropologie alles bestätigt, was die Theosophie sagt.&lt;br /&gt;
Doch wird von dem einen zu dem anderen Erkenntnisgebiete&lt;br /&gt;
ein weiter Weg sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aber möglich, die Kluft auszufüllen. In einer&lt;br /&gt;
gewissen Beziehung soll dies hier durch die Skizzierung&lt;br /&gt;
einer &#039;&#039;Anthroposophie&#039;&#039; geschehen. Wenn Anthropologie&lt;br /&gt;
sich vergleichen läßt mit den Beobachtungen eines Wanderers,&lt;br /&gt;
welcher in der Ebene von Ort zu Ort, von Haus&lt;br /&gt;
zu Haus geht, um eine Vorstellung von dem Wesen eines&lt;br /&gt;
Landstriches zu gewinnen; wenn Theosophie dem Überblick&lt;br /&gt;
gleicht, den man von dem Gipfel einer Anhöhe&lt;br /&gt;
über denselben Landstrich gewinnt: so soll Anthroposophie&lt;br /&gt;
verglichen werden dem Anblick, den man haben&lt;br /&gt;
kann von dem Abhänge der Anhöhe, wo das Einzelne&lt;br /&gt;
noch vor Augen steht, doch sich aber das Mannigfaltige&lt;br /&gt;
schon zu einem Ganzen zusammenzuschließen beginnt.&lt;br /&gt;
Anthroposophie wird den Menschen betrachten, wie&lt;br /&gt;
er sich vor die physische Beobachtung hinstellt. Doch&lt;br /&gt;
wird sie die Beobachtung so pflegen, daß aus der physischen&lt;br /&gt;
Tatsache der Hinweis auf einen geistigen Hintergrund&lt;br /&gt;
gesucht wird. So kann Anthroposophie aus der&lt;br /&gt;
Anthropologie in die Theosophie hinüberleiten.[…]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An sie&lt;br /&gt;
muß sich dann reihen eine [[Psychosophie]], welche das Seelische&lt;br /&gt;
betrachtet, und eine [[Pneumatosophie]], die sich mit&lt;br /&gt;
dem Geist beschäftigt. Damit mündet dann Anthroposophie&lt;br /&gt;
in die Theosophie selbst ein.“ {{Lit|{{G|45|14ff|14}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zu Lebzeiten Rudolf Steiners ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf_Steiner_02.jpg|thumb|[[Rudolf Steiner]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner selbst beschrieb in seiner Autobiographie einen „tiefgehenden Umschwung“ in seinem seelischen Erleben in den Jahren vor der Jahrhundertwende und bezeichnete diese als eine „Prüfungszeit“ mit „harten Seelenkämpfen“, die insbesondere sein Verhältnis zum Christentum betrafen. {{GZ||28|365|387}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1900 wurde der Philosoph und [[Friedrich Nietzsche|Nietzsche]]-Forscher [[Rudolf Steiner]] gebeten, in der [[Theosophie|Theosophischen]] Bibliothek des  [[Cay Lorenz Graf von Brockdorff|Grafen von Brockdorff]] in Berlin einen Vortrag über Friedrich Nietzsche zu halten. Dieser Vortrag fand so großen Anklang, dass man Steiner kurz darauf für ein halbes Jahr engagierte, in wöchentlichen Vorträgen über christliche [[Mystik]] zu sprechen. Es folgte ein weiterer Vortragszyklus, und im Dezember 1901 forderten Brockdorff und seine Gattin Steiner auf, die Leitung der theosophischen Arbeit in Deutschland zu übernehmen, die bisher sie innehatten. Offiziell geschah das dann im Oktober 1902 bei der Gründung der deutschen Sektion der [[Theosophische Gesellschaft|Theosophischen Gesellschaft]] (Adyar-TG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Infolge dieser Voträge wurde ich aufgefordert, in die &amp;quot;theosophische Gesellschaft&amp;quot; einzutreten. Ich kam dieser Aufforderung nach in der Absicht, niemals etwas anderes zu vertreten als den Inhalt dessen, was sich mir als anthroposophische Weltanschauung ergeben hatte. Meine Ansicht war stets, dass ich vor allen Menschen vortragen solle, die mich hören wollen, gleichgültig wie der Parteiname lautet, unter dem sie sich zu irgendeiner Gruppe zusammengeschlossen haben, oder ob sie ohne alle solche Voraussetzung zu meinen Vorträgen kamen.|259|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiners Tätigkeit innerhalb der Theosophischen Gesellschaft, bestand vor allem im Halten von Vorträgen, in der Herausgabe einer eigenen theosophischen Zeitschrift (&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;, später &#039;&#039;[[Lucifer-Gnosis]]&#039;&#039;) und im Verfassen von Büchern. Die organisatorische Arbeit übernahm [[Marie Steiner|Marie von Sivers]], die spätere zweite Ehefrau Steiners. Neben den Vorträgen für Mitglieder der TG, hielt Steiner auch zahlreiche öffentliche Vorträge. Darin nahm er unter anderem Bezug auf das mitteleuropäische (deutschsprachige) Geistesleben. Unter Steiners Leitung wuchs die Zahl der Mitglieder der TG in Deutschland rapide: Zählte man bei der ersten Generalversammlung 1903 nur 130 Mitglieder, waren es 1912 bereits 2489.&amp;lt;ref&amp;gt;Zahlen nach Christoph Lindenberg: &#039;&#039;Rudolf Steiner - eine Chronik&#039;&#039; (1988), S. 211 und 329f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu diesem Zeitpunkt war die TG in 54 deutschen Städten durch einen „Zweig“ vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund zunehmender Differenzen mit der Präsidentin der internationalen Theosophischen Gesellschaft, [[Annie Besant]], die vor allem die Stilisierung des jungen [[Jiddu Krishnamurti]] zu einer Art Messias durch Besant und [[Charles W. Leadbeater]] betrafen, kam es im Frühjahr 1913 zum Bruch mit der Theosophischen Gesellschaft. Bereits Ende 1912 war in Köln die [[Anthroposophische Gesellschaft]] gegründet worden, der sich nun die meisten in Deutschland lebenden Theosophen anschlossen und die bald auch in anderen Ländern präsent war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1913 begannen in [[Wikipedia:Dornach SO|Dornach]] bei [[Wikipedia:Basel|Basel]] ([[Wikipedia:Schweiz|Schweiz]]) die Arbeiten am ersten &#039;&#039;[[Goetheanum]]&#039;&#039;, das als Veranstaltungsstätte und Zentrum der Gesellschaft dienen sollte, nachdem für ein ursprünglich in München geplantes Gebäude mehrfach die Baugenehmigung versagt worden war. Parallel dazu kam es zu vielfältigen Aktivitäten im sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. So gründete Emil Molt, Generaldirektor der Zigarettenfabrik &#039;&#039;Waldorf-Astoria&#039;&#039;, 1919 in [[Wikipedia:Stuttgart|Stuttgart]] für die Kinder seiner Arbeiter und Angestellten die erste [[Waldorfschule]], deren Leitung Steiner selbst übernahm. 1921 wurde die Pharmafirma [[Weleda (Unternehmen)|Weleda AG]] gegründet, die anthroposophische und [[Homöopathie|homöopathische]] Arzneimittel herstellt und vertreibt. 1922 gründete eine Gruppe überwiegender Theologiestudenten, durch Rudolf Steiners private Hilfe (außerhalb der anthroposophischen Bewegung) die [[Die Christengemeinschaft|Christengemeinschaft]], eine Bewegung für religiöse Erneuerung, welche die Anthroposophie anerkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig formierten sich Gegner. In der Silvesternacht 1922/23 brannte das aus Holz errichtete erste [[Goetheanum]] bis auf seine Grundmauern nieder, vermutlich von Unbekannten in Brand gesetzt. Daraufhin entwarf Steiner ein zweites, größeres Goetheanum aus Beton, das erst 1928 fertiggestellt wurde. Parallel bemühte er sich um eine Reorganisation der Anthroposophischen Gesellschaft, an deren Leitung er bis dahin nicht beteiligt war. Als diese Bemühungen nicht den gewünschten Erfolg brachten, gründete er zu Weihnachten 1923 in Dornach ohne Bezug zur bisher bestehenden Anthroposophischen Gesellschaft die &#039;&#039;Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;, deren Vorsitz er nun selber übernahm. Zugleich gründete er die schon lange geplante &#039;&#039;[[Freie Hochschule für Geisteswissenschaft]]&#039;&#039; und übernahm als vorläufig einziger Dozent auch deren Leitung. Bereits während der Gründungsfeierlichkeiten erlitt Steiner jedoch eine, vermutlich durch einen Giftanschlag&amp;lt;ref&amp;gt;Lidia Gentilli Baratto, Eine Erinnerung an Marie Steiner, Selbstverlag 1947, S. 20f&amp;lt;/ref&amp;gt; hervorgerufene, Erkrankung, von der er sich nicht mehr erholen sollte. So kam von den drei geplanten „Klassen“ der Hochschule nur die erste, elementare zustande. Im Verlauf des Jahres 1924 musste Steiner seine Vortragstätigkeit zunehmend einschränken. Seinen letzten Vortrag am 28. September 1924 musste er nach kurzer Zeit abbrechen. Bis zwei Tage vor seinem Tod am 30. März 1925 arbeitete er im Krankenbett noch an diversen Publikationen, zuletzt an einem gemeinsam mit seiner behandelnden Ärztin [[Ita Wegman]] verfassten Buch zur Begründung der Anthroposophischen Medizin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise nach Steiners Tod ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fall seines Ablebens, hatte Rudolf Steiner in Bezug auf die Anthroposophische Gesellschaft und die Hochschule keinen Nachfolger ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, Die Weihnachtstagung zur Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 1923/1924, Rudolf Steiner Verlag, Dornach, 1994, Seite 51&amp;lt;/ref&amp;gt; Der fünfköpfige Vorstand der Gesellschaft, den Steiner erst gut ein Jahr zuvor berufen hatte, war daraufhin ratlos und zerstritt sich bald.&amp;lt;ref&amp;gt;Bodo von Plato: &amp;quot;Zur Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft. Ein historischer Überblick&amp;quot;, 1986&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere konnte keine Einigkeit darüber erzielt werden, ob man Steiners Initiativen fortsetzen oder realistischerweise nur noch das Vorhandene verwalten könne. Ende 1925 wurde [[Albert Steffen]] als Vorsitzender einer Anthroposophischen Gesellschaft gewählt, die 1925 aus dem Bauverein des Goetheanum hervorgegangen war. Zu diesem Zeitpunkt, bestand dadurch bereits die von Rudolf Steiner begründete Anthroposophische Gesellschaft nicht mehr. Auf Initiative namentlich von [[Ita Wegman]] beschloss man bald darauf gegen die Vorkehrungen Rudolf Steiners, die Hochschule formal weiter bestehen zu lassen. Der Dornacher Vorstand verlor jedoch zunehmend an Bedeutung und in mehreren Ländern spalteten sich neue Gruppierungen von der Anthroposophischen Gesellschaft ab, teils unter Beteiligung einzelner Vorstandsmitglieder. 1935 beschloss deshalb die Generalversammlung auf Betreiben Albert Steffens, die daran beteiligten Personen, darunter die Vorstandsmitglieder Ita Wegman und Elisabeth Vreede und andere führende Anthroposophen in Deutschland, Holland und England, aus der Gesellschaft auszuschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu diesem Zerfall der Anthroposophischen Gesellschaft entwickelten sich jedoch einige der von Steiner angeregten Kulturimpulse weiter, so die Waldorfbewegung durch Gründung neuer Schulen und die künstlerischen Initiativen Steiners, die unter der Leitung [[Marie Steiner]]s fortgeführt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Während des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war die Behauptung aufgestellt worden, die Anthroposophen hätten ihre „Anhänger tief in die national-sozialistischen Kreise geschoben“.&amp;lt;ref&amp;gt;Das hatte [[Wikipedia:Erich Ludendorff|Erich Ludendorff]] in seinen Lebenserinnerungen behauptet: „Da die Anthroposophie ihre Anhänger tief in die national-sozialistischen Kreise geschoben hatte, so war sie besonders gefährlich. In welchem Umfange dies der Fall war, wurde mir erst nach der Machtübernahme voll bewusst.“ Erich Ludendorff: &#039;&#039;Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung.&#039;&#039; Band III. Meine Lebenserinnerungen von 1933 bis 1937, 1955. S. 67 ff. Zitiert nach: Arfst Wagner: &#039;&#039;Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus.&#039;&#039; Teil II. In: Flensburger Hefte. Sonderheft 8: &#039;&#039;Anthroposophen in der Zeit des deutschen Faschismus – Zur Verschwörungsthese&#039;&#039;, 1991. S. 50–94, hier S. 53–55.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Nationalsozialisten blieben bei ihrer Ablehnung der Anthroposophie, auch wenn sie einige Übereinstimmungen konstatierten. Das geht jedenfalls aus einem Gutachten hervor, dass der Nazi-Pädagoge [[Wikipedia:Alfred Baeumler|Alfred Baeumler]] im Auftrag des [[Wikipedia:Amt Rosenberg|Amtes Rosenberg]] angefertigt hatte. In dem Gutachten hieß es: „In der Menschenkunde, die der Methode der Waldorfschulen zugrunde liegt, sind tiefe und richtige Einsichten enthalten, die Rudolf Steiner zum größten Teil seinem äußerst fruchtbaren Studium der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes verdankt. Die nationalsozialistische Menschenkunde kann nur von der Rasse her entworfen werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Walter Kugler, Feindbild Steiner, 2001, S. 29 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach 1945 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg wurden die im Dritten Reich verbotenen anthroposophischen Aktivitäten auch in Deutschland und Österreich bald wieder aufgenommen. Der Konflikt um die Rechte an Rudolf Steiners Werk spitzte sich jedoch weiter zu. Nach dem Tod [[Marie Steiner]]s 1948 betrachtete sich der von ihr gegründete Nachlassverein (heute: Rudolf Steiner Verlag) als Alleininhaber dieser Rechte. Darüber kam es zu einem Rechtsstreit mit der Anthroposophischen Gesellschaft, der 1952 mit einem Sieg des Nachlassvereins endete. Die unterlegene Partei verbannte daraufhin alle Werke Rudolf Steiners aus der Buchhandlung im [[Goetheanum]], woran bis 1968 festgehalten wurde. Die Rolle Dornachs als internationales Zentrum der Anthroposophischen Gesellschaft wurde wieder vollständig hergestellt, indem die 1935 abgespaltenen Landesgesellschaften in Holland und England sich 1960 bzw. 1963 wieder anschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die starke Expansion der [[Waldorfschule]]n (derzeit gibt es weltweit 1251 Rudolf-Steiner-Schulen in 70 Ländern und 1915 Waldorfkindergärten in 59 Ländern (Stand Mai 2021)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.freunde-waldorf.de/fileadmin/user_upload/images/Waldorf_World_List/Waldorf_World_List.pdf Waldorf_World_List.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;), der [[Anthroposophische Medizin|Anthroposophischen Medizin]] und der ebenfalls durch Rudolf Steiner angeregten [[biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landwirtschaft]] ([[Demeter (Marke)|Demeter]]) verlief von diesen Schwierigkeiten weitgehend unberührt. 1960 wurde in [[Wikipedia:Bochum|Bochum]] auch eine Bank mit anthroposophischer Zielsetzung gegründet (GLS-[[Gemeinschaftsbank]]). 1969 entstand das anthroposophische [[Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke]] als erste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Auch die 1983 gegründete [[Universität Witten/Herdecke]], Deutschlands älteste Privatuniversität, hat überwiegend anthroposophische Gründer ([[Gerhard Kienle]] und [[Konrad Schily]]). Zur Zeit sind nach Aussagen der Anthroposophischen Gesellschaft weltweit über 10&amp;amp;nbsp;000 anthroposophische Einrichtungen in 103 Ländern tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezug der Anthroposophischen Bewegung zu politischen Strömungen ==&lt;br /&gt;
Die anthroposophische Gesellschaft war von Rudolf Steiner als nicht politisch tätige Institution begründet worden. So heißt es in den Statuen: „Die Gesellschaft lehnt jedes sektiererische Bestreben ab. Die Politik betrachtet sie nicht als in ihren Aufgaben liegend.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| titel = Die anthroposophische Gesellschaft und die Politik - Institut für soziale Dreigliederung| url = https://www.dreigliederung.de/essays/1965-04-folkert-wilken-die-anthroposophische-gesellschaft-und-die-politik| abruf = 2022-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Einzelne Personen, wie auch die Anthroposophische Gesellschaft als Ganze hatten im Laufe der Zeit wechselnde Beziehungen unterschiedlicher Art und Intensität mit verschiedenen politischen Bewegungen.&lt;br /&gt;
Vertreter der Anthroposophie werden traditionell eher dem links-liberalen Spektrum zugeordnet. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schieren2022&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle| autor=Jost Schieren| titel = Erziehungskunst – Waldorfpädagogik heute: Anthroposophie in der Kritik| datum = 2022-04| url = https://www.erziehungskunst.de/artikel/anthroposophie-in-der-kritik/?fbclid=IwAR1yb032fQgYqcPeFdI8o_3VCnHknah_6l9ssz95QJpybXuv-MzIm9cXv-8| abruf = 2022-06-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Menschen mit Bezug zur Anthroposophie waren beispielsweise in der Gründungszeit der Partei [[Bündnis 90/Die Grünen|Die Grünen]] aktiv. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| autor=Silke Mende| titel = Wie anthro­po­so­phisch waren die Grünen? – Geschichte der Gegenwart| sprache = de-DE| datum = 2022-01-09| url = https://geschichtedergegenwart.ch/wie-anthroposophisch-waren-die-gruenen/| abruf = 2022-06-18| werk = geschichtedergegenwart.ch}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Einzelne Personen mit Bezug zur Anthroposophie standen aber in Bezug zu politisch rechten Ideologien und greifen auch gegenwärtig Motive des rechten Spektrums auf im Sinne einer „neuen Rechten“, wie Jost Schieren in einem Artikel von 2022 schreibt. Er nennt als Beispiele hier [[Axel Burkart]], [[Martin Barkhoff]], Caroline Sommerfeld-Lethen und [[Thomas Meyer]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schieren2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bereiche==&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] wurde aus vielen Lebensbereichen um Hilfe gebeten und so entstanden durch seinen Rat:&lt;br /&gt;
{| cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Pädagogik]] || die [[Waldorfschule|Waldorfschulen]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Medizin]] || die [[Anthroposophische Medizin|Anthroposophisch erweiterte (Schul-)Medizin]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Landwirtschaft]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| der [[Biologisch-dynamische_Landwirtschaft|Biologisch-dynamische Landbau]] &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Gesellschaft]] || die [[Soziale_Dreigliederung|Dreigliederung des sozialen Organismus]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Als Zentrum der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] wurde das [[Goetheanum]] in Dornach (Schweiz) erbaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anthroposophische Medizin===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Anthroposophische Medizin}}&lt;br /&gt;
In Zusammenarbeit mit der Ärztin [[Ita Wegman]] entwickelte Steiner medizinische und pharmazeutische Grundlagen für die &#039;&#039;[[Anthroposophische Medizin]]&#039;&#039;, die in Deutschland als „besondere Therapierichtung“ neben [[Homöopathie]] und [[Wikipedia:Phytotherapie|Phytotherapie]] gesetzlich anerkannt und von den Krankenkassen teilweise erstattet wird. Die Bewegung befürwortet eine rationale, auf den individuellen Menschen hin orientierte Medizin unter Einbezug [[Homöopathie|potenzierter Arzneimittel]]. Das medizinische Konzept anthroposophisch ausgerichteter Mediziner basiert u.a. auf entsprechend zubereiteten mineralischen, pflanzlichen und tierischen Heilmitteln. Diese können aufgrund einer „evolutionären Verwandtschaft“ mit dem Menschen therapeutisch verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lehre (Auszug)==&lt;br /&gt;
=== Die Wesensglieder des Menschen ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Wesensglieder}}&lt;br /&gt;
Laut der anthroposophischen Lehre existiert der Mensch in vier ineinandergreifenden Ebenen, die auch als [[Wesensglieder]] bezeichnet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das [[Ich]]&lt;br /&gt;
* Der [[Astralleib]] und &lt;br /&gt;
* Der [[Ätherleib]] oder Lebensleib&lt;br /&gt;
* Der [[Physischer Leib|physische Leib]] (Körper)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verbindung mache den Menschen nach Steiners Lehre zu einem im Geiste wurzelnden Wesen. Die Menschheit als Ganzes bilde ein viertes Naturreich der Erde. Zum Tierreich gehöre nur die Summe der ersten drei genannten Leiber, denn Tiere verfügten über eine nicht selbstbewusste Körperseele. Das Pflanzenreich lebe im Physischen mit dem Lebensleib (Äther). Die Bestimmung der Wesensglieder sei damit jedoch nicht erschöpft. Prinzipiell gliedere sich das Wesen des Menschen in [[Leib]], [[Seele]], [[Geist]]. Zum leiblichen Wesen gehörten demnach die einfachen Leiber von Physis, [[Lebensleib]] und [[Astralleib]]. Das seelische Wesen gliedere sich in [[Empfindungsseele]], [[Verstandesseele]] und [[Bewusstseinsseele]]. Der Mensch schreite in seiner Entwicklung sowohl individuell wie auch als Gattungswesen in einem Vergeistigungsprozess von Leib und Seele fort. Dieser Prozess führe zu einer Differenzierung des Geistes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner beschreibt eine Dreigliederung des menschlichen geistigen Wesens in [[Geistselbst]] (auch [[Manas]] genannt), [[Lebensgeist]] (auch [[Buddhi]] genannt) und [[Geistesmensch]] (auch [[Atman]] genannt). Der [[Astralleib]] und die [[Empfindungsseele]] verbinde sich dabei zum empfindenden [[Seelenleib]] und die sog. [[Bewusstseinsseele]] verbinde sich mit dem [[Geistselbst]] zur geisterfüllten [[Bewusstseinsseele]]. Daraus ergebe sich eine Gliederung in 7 Teile des irdischen Menschen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der [[Geistesmensch]]&lt;br /&gt;
* Der [[Lebensgeist]]&lt;br /&gt;
* Das [[Geistselbst]]&lt;br /&gt;
* Das [[Ich]]&lt;br /&gt;
* Der [[Astralleib]] oder „empfindende [[Seelenleib]]“&lt;br /&gt;
* Der [[Ätherleib]] oder „[[Lebensleib]]“&lt;br /&gt;
* Der [[Physischer Leib|physische Leib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Schlaf erhalte der [[Ätherleib]] den physischen Leib und regeneriere so die Körperorgane. Nach dem [[Tod]] löse sich der [[Ätherleib]] innerhalb weniger Tage auf. Er bilde währenddessen die Basis für die Lebensrückschau der [[Seele]], mit deren Essenz sie die nachtodliche Seelenwelt betritt und anschließend das Geisterland bis zu einer Wiederverkörperung des Geistes in der physischen Welt bewohnt. Diese zyklische [[Reinkarnation]] sei durch das individuelle Schicksal notwendig und vom Leben des Menschen bestimmt (siehe auch [[Karma]] und [[Reinkarnation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Reinkarnation]]===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Reinkarnation}}&lt;br /&gt;
Die Lehre der [[Wiedergeburt]] des menschlichen Geistes. Die zyklische Wiedergeburt des Geistes um vergangenes Karma (in vergangenen Leben gelegte Ursachen) abzuarbeiten und um sich evolutionsmäßig weiter zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Karma]]===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Karma}}&lt;br /&gt;
Die Lehre von „Ursache und Wirkung“ und die Zwillingslehre der „Reinkarnation“. Jede Handlung ruft eine ihr entsprechende Wirkung hervor. Diese kommt auf ihren Ausgangspunkt, der verursachenden Person zurück. In der Regel wird dies als „negativ“ oder „positiv“ erfahren, ist aber letztlich nur die in der ursprünglichen Handlung liegende Charakteristik, die vom Menschen entsprechend empfunden wird. Da alles in der Natur miteinander verbunden ist und gegenseitig ineinandergreift, werden auch andere Personen und Wesen von den Taten eines Einzelnen beeinflusst. Dies ruft dementsprechende Rückwirkungen hervor. Wenn Disteln gesät werden, können nicht Rosen geerntet werden. Somit liegt im Gesetz von Karma eine tiefgehende [[Ethik]]. Karma ist kein [[Fatalismus]], da der Mensch immer einen freien Willen besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophische Basis===&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] Erkenntnisse entstammen nach eigenen Angaben einer ihm seit seiner Kindheit bewussten und methodisch vertieften geistig-übersinnlichen Schau. Zu den von Steiner besonders geschätzten Persönlichkeiten gehören [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]], [[Johann Gottlieb Fichte]], [[Max Stirner]]  und [[Ernst Haeckel]]. Was Rudolf Steiner mit seiner Geisteswissenschaft anstrebte, charakterisierte er kurz so: „&#039;&#039;Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschen zum Geistigen im Weltall führen möchte.“&#039;&#039; {{GZ||26|14}} Die philosophische Basis der Anthroposophie findet sich in Steiners Hauptwerken [[Wahrheit und Wissenschaft]] ([[GA 3]]) und  [[Die Philosophie der Freiheit]] ([[GA 4]]). Dieses Werk befasst sich mit der [[Wikipedia:Kritik der reinen Vernunft|Kritik der reinen Vernunft]] von [[Immanuel Kant|Immanuel Kant]] und dem Neokantianismus sowie in Weiterentwicklung des wissenschaftsmethodischen Ansatzes von Goethes [[Phänomenologie]] auch mit einem auf seelischer Beobachtungserfahrung gründenden ontologischen [[Monismus]]. Im intuitiven Denken, so betont Steiner, habe der Mensch bereits ein rein geistiges Erlebnis:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die geistige Wahrnehmungswelt kann&lt;br /&gt;
dem Menschen, sobald er sie erlebt, nichts Fremdes sein, weil er im intuitiven Denken&lt;br /&gt;
schon ein Erlebnis hat, das rein geistigen Charakter trägt.“ {{Lit|{{G|4|181}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu gehört auch eine als [[ethischer Individualismus]] bezeichnete Form der Lebensführung, in deren Zentrum der Gedanke einer aus [[Erkenntnis]] und [[Liebe]] handelnden und gesellschaftsbildenden [[Individualität]] steht. Kernpunkt sei hierbei, dass [[Erfahrung]] ihren Anspruch von [[Objektivität]] aus dem Denken bezieht, dass seiner selbst gewahr wird. Dieser Vorgang wird als Ergebnis einer [[Synthese]] von [[Wahrnehmung]] und [[Begriff]] verstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hierzu:&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun darf aber nicht übersehen werden, daß wir uns nur mit Hilfe des Denkens als Subjekt bestimmen und uns den Objekten entgegensetzen können. […] Das Denken ist jenseits von Subjekt und Objekt. Es bildet diese beiden Begriffe ebenso wie alle anderen. […] Das Subjekt denkt nicht deshalb, weil es Subjekt ist; sondern es erscheint sich als ein Subjekt, weil es zu denken vermag. […] Das Denken ist somit ein Element, das mich über mein Selbst hinausführt und mit den Objekten verbindet. Aber es trennt mich zugleich von ihnen, indem es mich ihnen als Subjekt gegenüberstellt.|4|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das könnte folgendermaßen interpretiert werden: &lt;br /&gt;
# Das Denken des Menschen ist selbst beobachtbar und bildet erst den sog. „Ich“-Begriff. Dieser steht den Dingen und Objekten gegenüber, welche der Mensch, ebenso wie sich selbst, benennt.&lt;br /&gt;
# Das Denken des Menschen (seine höheren geistigen Funktionen) kann den „Ich“-Begriff genauso zum Gegenstand seiner Betrachtungen machen wie die Begriffe von den Objekten. (Ich kann über mich nachdenken wie über den Baum.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner bezeichnet den Wahrnehmungsbegriff als einen Inhalt, der sich darin erschöpft, dass er bewusst wird. Das Objekt als Gegenstand ist demnach das Produkt der Synthese aus Wahrnehmung und Begriff. Hieraus folgert Steiner, dass Wirklichkeit ein Produkt von und nicht eine Bedingung für Erkenntnisprozesse ist. Diese Ansicht bildet die Grundlage für Steiners weitere, geisteswissenschaftliche Forschungsergebnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudolf Steiner über Wesen und Methode der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, strebt nicht an die Begründung irgend einer neuen Religion oder irgend einer neuen religiösen Sekte oder dergleichen. Geisteswissenschaft will sein oder glaubt sein zu dürfen dasjenige, was unserer gegenwärtigen Kultur auferlegt ist in geistiger Beziehung. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für die Erkenntnis der äußeren Natur, was für das Leben durch die Erkenntnis der äußeren Naturgesetze diese Naturwissenschaft der Menschheit geworden ist, das möchte Geisteswissenschaft werden durch die Erkenntnis der Gesetze unseres Seelen- und Geisteslebens und durch die Anwendung dieser Gesetze des Seelen- und Geisteslebens im ethischen, im sozialen, im allerweitesten Kulturleben; das möchte sie werden für unsere Gegenwart und für die nächste Zukunft. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrhaftig ganz im Geiste der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart ist die Vorstellungsart der Geisteswissenschaft gehalten. Aber da sich diese Geisteswissenschaft auf ein ganz anderes Gebiet erstreckt als die Naturwissenschaft, nämlich nicht auf das Gebiet dessen, was sinnenfällig wahrgenommen werden kann, auf das Gebiet der äußeren Natur, sondern auf das Gebiet des Geistes, so muß es ja einleuchtend sein, daß gerade eine naturwissenschaftliche Denkweise da, wo es sich darum handelt, das Gebiet des Geistigen zu erforschen, sich wesentlich modifizieren muß, zu etwas anderem werden muß als auf dem Gebiete der Naturwissenschaft. Und obgleich die Methode, die Forschungsweise der Geisteswissenschaft ganz so gehalten ist in dem Geiste der Naturwissenschaft, daß jeder naturwissenschaftlich Gebildete, der heute Naturwissenschaft ohne Vorurteile nimmt, sich auf den Boden dieser Geisteswissenschaft stellen kann, so muß doch gesagt werden, daß allerdings, solange man die naturwissenschaftlichen Methoden in ihrer Einseitigkeit nimmt, wie es vielfach heute geschieht, Vorurteil über Vorurteil gegen die Anwendung naturwissenschaftlicher Vorstellungsart auf das geistige Leben erwachsen kann. Muß doch naturwissenschaftliches Denken, man möchte sagen, naturwissenschaftliche Logik angewendet werden auf das, was dem Menschen wohl am nächsten liegt, was aber auch am schwersten zu erforschen ist, muß doch diese Denkungsweise angewendet werden auf das Wesen des Menschen selbst. Muß doch der Mensch in der Geisteswissenschaft sich selber untersuchen, und muß er doch auch zu dem einzigen Werkzeug greifen, welches ihm zu seiner Untersuchung zur Verfügung steht, nämlich zu sich selbst. Davon geht die Geisteswissenschaft aus, daß der Mensch in sich selbst, indem er zum Instrument wird, um die Geisteswelt zu untersuchen, eine Verwandlung erfahren muß, daß er etwas mit sich vornehmen muß, das ihn in die Lage versetzt, in die geistige Welt hineinzusehen, was er ja nicht tut im alltäglichen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einem Vergleich lassen Sie mich ausgehen, von einem naturwissenschaftlichen Vergleich, der nichts beweisen soll, der nur verdeutlichen soll, wie die geisteswissenschaftliche Vorstellungsart ganz auf dem Boden naturwissenschaftlicher Denkungsweise steht. In der Natur tritt uns zum Beispiel das Wasser entgegen. Wenn wir das Wasser ansehen, wie es uns draußen entgegentritt, so stellt es sich zunächst in seinen Eigenschaften dar. Aber der Chemiker kommt mit seinen Methoden und wendet diese auf das Wasser an; er zerlegt uns das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Ja, was macht da der Naturwissenschaftler aus dem Wasser? Das Wasser brennt bekanntlich nicht. Der Chemiker zieht den Wasserstoff aus dem Wasser heraus, und das ist ein Gas, das brennt. Niemand, der äußerlich das Wasser ansieht, kann diesem Wasser ansehen, daß da Wasserstoff drinnen ist und Sauerstoff drinnen ist, die ganz andere Eigenschaften haben als das Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebensowenig, das zeigt eben die Geisteswissenschaft, kann der Mensch, wenn er dem Menschen gegenübersteht im Leben, erkennen, was dieser Mensch ist in seinem Inneren. Und so wie der Chemiker, der Naturwissenschaftler, kommt und uns das Wasser zerlegt in Wasserstoff und Sauerstoff, so muß, allerdings jetzt in einem innerlichen Seelenprozeß, der sich in den tiefsten Tiefen der Seele vorbereiten muß, der Geisteswissenschaftler kommen und muß dasjenige, was sich im äußeren Leben darbietet, zerlegen. Und zerlegen kann der Geistesforscher durch die geistesforscherischen Methoden den Menschen in das Äußerlich-Leibliche und in das Geistig-Seelische. Zunächst interessiert es, vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft aus das Geistig-Seelische abgesondert vom Leiblichen zu untersuchen. Niemand kann die wahre Wirklichkeit des Geistig-Seelischen aus dem Äußerlich-Leiblichen erkennen, ebensowenig wie die Natur des Wasserstoffs erkannt werden kann, wenn er nicht aus dem Wasser herausgezogen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute sehr oft der Fall, daß in dem Augenblick, wo man beginnt, in dieser Art zu sprechen, einem gesagt wird: Das verstößt doch wider den Monismus, an dem man unbedingt festhalten muß. Nun, der Monismus darf ja auch den Chemiker nicht hindern, daß er das Wasser zerlegt in eine Zweiheit. Der Monimus wird gar nicht dadurch angefochten, daß dasjenige, was in Wirklichkeit geschehen kann, geschieht: daß durch die Geistesforschung, durch die geistesforscherischen Methoden abgetrennt wird von dem Leiblich-Körperhaften das Geistig-Seelische. Nun aber sind diese Methoden allerdings nicht solche, die man im Laboratorium, im physikalischen Kabinett, in der Klinik vollziehen kann, sondern es sind Vorgänge, die in der Seele selber vollzogen werden müssen. Es sind aber keine Vorgänge der Seele, die Wunder darstellen, sondern es sind nur Steigerungen desjenigen, was der Mensch im gewöhnlichen Leben beobachten kann. Es sind nicht wunderbare Eigenschaften, sondern solche Eigenschaften, die der Mensch im alltäglichen Leben in einem gewissen Maße hat, die er nur ins Unbegrenzte steigern muß, wenn er zum Geistesforscher werden soll. Und da ich nicht in allgemeinen Redensarten herumreden will, so will ich gleich in die Betrachtung der Sache selbst eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder kennt dasjenige, was man im menschlichen Seelenleben nennt das Erinnerungsvermögen, das Gedächtnis. Jeder weiß ja, wieviel von dem Gedächtnis im Grunde genommen abhängt. Man stelle sich einmal vor, wir würden eines Morgens aufwachen und keine Ahnung haben, was früher um uns und in uns war. Wir würden dadurch die ganze menschliche Wesenheit verlieren. Unser Gedächtnis, das in sich zusammenhängt von einem gewissen frühen Zeitpunkt in der Kindheit an, das gehört notwendig zu unserem menschlichen Leben. Nun werden schon die Philosophen der Gegenwart gegenüber der Untersuchung der Gedächtniskraft stutzig. Sie haben jetzt schon Persönlichkeiten in ihrer Mitte, die gerade, indem sie das Gedächtnis betrachten, von einer materialistisch-monistischen Weltanschauung abkommen, indem sie durch genaue Untersuchung finden, daß, wenn man auch die Sinnesempfindungen, soviel man das nur sagen kann von Seelentätigkeit, in äußerlicher Weise gebunden findet an den Leib, man das Gedächtnis nie als an den Leib gebunden wird anerkennen können. Darauf brauche ich ja nur aufmerksam zu machen. Denn ein Mann, der wahrhaftig keine Neigung hat, in die Geisteswissenschaft einzudringen, der französische Philosoph Bergson, hat auf diese geistige Art des Gedächtnisses hingedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie aber tritt uns im Leben das Gedächtnis, die Erinnerungskraft entgegen? Längst vergangene Ereignisse kommen in Bildern in unsere Seele herein. Die Ereignisse sind längst vergangen, aber die Seele hat es mit sich selbst zu tun. Sie hat es damit zu tun, daß sie heraufzaubert das vergangene Erlebnis aus den Tiefen des inneren Lebens. Und man kann das, was da heraufkommt aus den Seelentiefen, mit dem ursprünglichen Erlebnis vergleichen. Blaß sind die Erinnerungen gegenüber den Bildern, die uns die Wahrnehmung der Sinne bietet. Aber mit der Integrität des Seelenlebens hängen sie zusammen. Und wir könnten uns in der Welt nicht zurechtfinden, wenn wir nicht das Gedächtnis hätten. Diesem Gedächtnis aber liegt die Kraft des Gedächtnisses zugrunde. Die Seele kann dasjenige, was in ihren Erinnerungen verborgen ist, durch die Kraft des Gedächtnisses heraufholen. Aber da gerade setzt nun Geisteswissenschaft ein. Nicht das Gedächtnis als solches — ich bitte ins Auge zu fassen, was ich sagen will —, nicht das Gedächtnis als solches, wohl aber die Kraft, welche dem Heraufholen eines geistigen Inhaltes aus den Tiefen der Seele zugrunde liegt, diese Kraft kann verstärkt werden, ins Unbegrenzte verstärkt werden, so daß sie im Leben der Seele nicht bloß verwendet wird, um durchgemachte Erlebnisse aus der Seele heraufzuholen, sondern daß sie zu etwas ganz anderem verwendet werden kann. Nicht äußere Methoden, die im Laboratorium verfolgt werden können, nicht das, was man durch die äußeren Sinne wahrnehmen kann, liegt zugrunde den geistesforscherischen Methoden, sondern intensive Seelenvorgänge, die jeder durchmachen kann. Das, was den Wert dieser intensiven Seelenvorgänge ausmacht, ist die unbegrenzte Steigerung der Aufmerksamkeit im Menschenleben, oder wie man es nennt: die Konzentration des Gedankenlebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist diese Konzentration des Gedankenlebens?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann heute nur in einer kurzen […] Betrachtung die Prinzipien dessen anführen, um was es sich handelt. Das Nähere können Sie nachlesen in meinen Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft» im zweiten Teil; […] Ferner in dem Buche «Die Schwelle der geistigen Welt». Aber den Prinzipien nach will ich die ersten Vornahmen der Seele auseinandersetzen, die eine unbegrenzte Steigerung dessen sind, was für das menschliche Leben notwendig ist, eine Steigerung der Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit muß in unbegrenzter Weise gesteigert werden, damit Geistesforschung in die Seele eintreten könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was macht denn der Mensch in der Regel, wenn er der Außenwelt gegenübertritt? Er nimmt die Dinge wahr; er verarbeitet die Dinge durch den Verstand, der an das Gehirn gebunden ist. Dann macht er sich Vorstellungen über das Wahrgenommene. Und in der Regel ist er zufrieden, wenn er die äußeren Vorstellungen in der Seele bewahrt. Da, wo das Alltagsleben aufhört, da beginnen die Methoden der Geisteswissenschaft, da beginnt dasjenige, was man Konzentration des Denkens nennen kann. Derjenige, der ein Geistesforscher werden will, der muß den Faden des Seelenlebens da aufnehmen, wo er gewöhnlich im äußeren Leben verlassen wird. Vorstellungen, die wir uns selbst bilden, die wir genau überschauen können, am besten sinnbildliche Vorstellungen, bei denen wir nicht nötig haben, die Übereinstimmung mit der Außenwelt zu prüfen, sie stellen wir in den Horizont unseres Bewußtseins; Vorstellungen, die wir entweder finden, aus der Praxis der Geisteswissenschaft hervorgegangen, oder zu denen uns der Geistesforscher raten kann, sie stellen wir in den Mittelpunkt des ganzen Bewußtseins, so daß wir durch längere Zeit die Aufmerksamkeit der Seele von allem Äußeren ablenken und uns nur konzentrieren auf eine Vorstellung. Während man sonst nicht bei einer Vorstellung stehenbleibt, zieht man jetzt alle Kräfte seiner Seele zusammen, konzentriert sie auf eine Vorstellung und bleibt ganz in seinem Inneren hingegeben an diese Vorstellung. Wenn man den Menschen betrachtet bei einer solchen Vornahme, so vollzieht er im Grunde genommen etwas, was dem Schlafe gewissermaßen ähnlich ist, und was doch auch wiederum radikal verschieden ist. Denn, soll solche Konzentration fruchtbar werden, so muß der Mensch in der Tat wie ein Schlafender werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir einschlafen, da fühlen wir zuerst, wie die Willenskräfte in unseren Gliedern ruhig werden, wie eine gewisse Dämmerung um uns auftritt, wie die Sinne in ihrer Tätigkeit abebben. Dann gehen wir über in Bewußtlosigkeit. Alles Äußere muß so werden in der Konzentration wie beim Schlafe. Die Sinne müssen vollständig frei werden von allen Eindrücken der Außenwelt. Das Auge darf so wenig sehen wie im Schlafe; das Ohr so wenig hören wie im Schlafe und so weiter. Dann wird das ganze Seelenleben zusammengenommen und auf eine Vorstellung konzentriert; das ist der radikale Unterschied vom Schlafe. Man könnte den Zustand nennen ein bewußtes Schlafen, ein voll bewußtes Schlafen. Während im Schlafe die Finsternis der Unbewußtheit sich ausdehnt im Seelenleben, lebt in einem erhöhten Seelenleben derjenige, der ein Geistesforscher werden will. Er strengt alle Kräfte des Seelenlebens an und wendet sie auf eine Vorstellung. Nicht darauf kommt es an, daß wir diese Vorstellung betrachten; sie gibt uns nur eine Gelegenheit, unsere Seelenkräfte zusammenzuraffen, zusammenzudrängen. Auf dieses Zusammendrängen der Seelenkräfte kommt es an. Denn dadurch gelangen wir allmählich dazu — ich muß da wiederum auf das Nähere in meinen Büchern verweisen —, wirklich das Geistig-Seelische, das in uns ist, wie der Wasserstoff im Wasser ist, herauszureißen aus dem Physisch-Leiblichen, es frei zu machen vom Physisch-Leiblichen. Nicht sozusagen in einem Ansturm ist das zu erreichen, was ich jetzt charakterisiert habe. Es brauchen die meisten Menschen ein jahrelanges Arbeiten in solchen Konzentrationen, wenn auch das Tagesleben von solchen Konzentrationen nicht abgelenkt wird; denn man kann sie nur durch wenige Minuten, höchstens durch Teile einer Stunde festhalten, aber man muß sie immer und immer wiederum wiederholen, bis es wirklich gelingt, die Kräfte, die sonst nur schlummern in der menschlichen Natur — die im Alltagsleben ja auch da sind, die aber schlummern —, so zu verstärken, daß sie wirksam werden in unserer Seele und herausreißen das Geistig-Seelische aus dem Physisch-Leiblichen.Da ich, wie gesagt, nicht herumreden möchte in abstrakter Art, sondern Ihnen Tatsachen mitteilen möchte, so sei es gleich gesagt, daß, wenn es dem Geistesforscher gelingt, durch Energie und Ausdauer, durch Hingabe an seine Übungen wirklich zur Frucht seiner Übungen zu kommen, er dann zu einem Erlebnis gelangt, das zunächst genannt werden könnte ein Erlebnis des rein inneren Bewußtseins. Man weiß mit einem Worte von einem bestimmten Zeitpunkte an einen Sinn zu verbinden mit dem Worte, das vorher sinnlos war: Ich weiß mich außerhalb meines Leibes; ich bin, mein Inneres erfassend, mein Inneres erlebend, außerhalb meines Leibes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will Ihnen von diesem Erlebnis im einzelnen erzählen. Zunächst verspürt man, daß wirklich die Denkkraft, die sonst nur in den Verrichtungen des Alltags sich regt, sich loslöst vom Leibe. Dumpf ist zunächst das Erlebnis, aber es tritt doch so auf, daß man seine Natur erkennt, wenn man es gehabt hat. Man weiß zuerst dann, wenn man wiederum zurückkehrt in seinen Leib — das möchte ich zunächst charakterisieren —, wie es ist, wenn man nun in das Gehirnleben, das die physische Materie darbietet, untertaucht, wie es Widerstand bietet, dieses Gehirn. Man weiß: Mit dem Alltagsdenken denkt man so, daß das Gehirn das Instrument ist; jetzt war man aber draußen. Dann kommt man allmählich dazu, einen Sinn zu verbinden mit dem Worte: Du erlebst dich im Seelisch-Geistigen. Man erlebt, wie das eigene Haupt umkleidet ist gewissermaßen mit seinen Gedanken. Man weiß, was es heißt, das Seelisch-Geistige abgetrennt zu haben vom äußeren, physisch-leiblichen Leben. Zuerst lernt man den Widerstand kennen, den das leibliche Leben bietet. Dann lernt man erkennen das selbständige Leben außerhalb des Leibes. Es ist wahrhaftig so, wie wenn der Wasserstoff einmal sich selbst außerhalb des Wassers wahrnehmen sollte. So ist es mit dem Menschen, wenn er solche Übungen durchmacht. Und dann, wenn er solche Übungen getreulich fortsetzt, dann tritt der große, der bedeutungsvolle Augenblick ein, an dem man sozusagen den Ausgangspunkt der eigentlichen Geistesforschung hat. Ein Augenblick, der tief erschütternd ist, der ungeheuer bedeutungsvoll ins ganze Leben eingreift. Dieser Augenblick kann in der verschiedensten Art sich einstellen. Er kann tausendfach verschieden sein. Ich will ihn aber typisch charakterisieren, wie er doch seiner Charakteristik nach meistens sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat man so eine gewisse Zeit hindurch geübt, hat man gewissermaßen aus der naturwissenschaftlichen Denkweise heraus die eigene Seele so behandelt, dann kommt der Moment, der eintreten kann entweder im alltäglichen Leben, oder auch mitten im Schlafe, so daß man aus dem Schlafe aufwacht und weiß: man träumt nicht, man erlebt eine neue Wirklichkeit. Man kann das zum Beispiel so erleben, daß man sich sagt: Was ist doch um mich? Es ist, wie wenn ich mich in einer Umgebung befände, die sich von mir loslöst, wie wenn die Elemente blitzartig einschlügen und wie wenn mein Leib zerstört würde durch die Elemente und ich mich aufrecht erhalte gegenüber diesem Leibe. Man lernt erkennen, was alle Geistesforscher durch alle Zeiten hindurch mit einem bildlichen Ausdruck genannt haben: an die Pforte des Todes gelangen. Denn das erlebt man, daß man jetzt weiß durch das Bild — also nicht durch die Wirklichkeit, diese erlebt man nur im Tode —, man erlebt durch das Bild, daß man jetzt weiß, wie der Mensch geistig-seelisch ist, wenn er nicht durch das Instrument seines Leibes sich und die Welt wahrnimmt, sondern wenn er nur im Geistig-Seelischen lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zunächst das Erschütternde; man weiß: Du hast dich mit deiner Denkkraft losgelöst von deinem Leibe. Und ebenso können andere Kräfte losgelöst werden von dem Leibe, so daß der Mensch immer reicher, immer innerlicher mit Bezug auf sein Seelenleben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es genügt die eine Übung nicht, welche ich mit dem Ausdruck Konzentration oder unbegrenzte Steigerung der Aufmerksamkeit bezeichnet habe. Durch diese Übung erlangt man das Folgende: Wenn man an dem Punkte angelangt ist, wo die Seele sich selbst erlebt, dann steigen auch auf die Bilder, die man reale Imaginationen nennen kann. Bilder steigen auf, aber Bilder, die sich gewaltig unterscheiden von den Bildern des gewöhnlichen Gedächtnisses. &amp;quot;Während das gewöhnliche Gedächtnis nur dasjenige in Bildern hat, was äußerlich erlebt worden ist, steigen jetzt Bilder auf aus den grauen Seelentiefen, die nichts gemein haben mit dem, was man in der äußeren Sinneswelt erleben kann. Alle Einwände, daß man sich leicht täuschen könne, daß das, was da aus den grauen Seelentiefen heraufsteigt, nur Reminiszenzen des Gedächtnisses sein könnten, alle diese Einwände sind hinfällig. Denn der Geistesforscher lernt eben wirklich unterscheiden zwischen dem, was das Gedächtnis heraufrufen kann, und dem, was radikal verschieden ist von allem, was im Gedächtnis stehen kann. Allerdings, eines muß bedacht werden, wenn von diesem Punkte des Eintretens in die geistige Welt gesprochen wird. Es ist dasjenige, daß zur Geistesforschung wenig sich solche Personen eignen, welche an Halluzinationen, an Visionen oder ähnlichen krankhaften Seelengebilden und Seelenzuständen leiden. Je weniger der Mensch dazu neigt, was ja doch nur eine Reminiszenz des Tageslebens ist, desto sicherer kommt er vorwärts auf dem Gebiete der Geistesforschung. Und darin besteht ein großer Teil der Vorbereitung zur Geistesforschung, daß man alles dasjenige, was nur irgendwie unbewußt aus der Menschenseele sich aufdrängen könnte in solch krankhafter Art, genau unterscheiden lernt von dem, was als ein neues Element, als eine geistige Wirklichkeit durch die geisteswissenschaftliche Ausbildung der Seele eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte gerade einen radikalen Unterschied angeben zwischen dem Visionären, dem Halluzinatorischen und dem, was der Geistesforscher erschaut. Warum ist es denn so, daß so viele Menschen glauben, schon in der geistigen Welt drinnen zu stehen, wenn sie nur Halluzinationen und Visionen haben? Ja, die Menschen lernen so ungern etwas wirklich Neues kennen! Sie halten so gerne an dem Alten, in dem sie schon drinnen stehen, fest. Im Grunde genommen treten uns in Halluzinationen und Visionen die krankhaften Seelengebilde so entgegen, wie uns die äußere sinnliche Wirklichkeit entgegentritt. Sie sind da; sie stellen sich vor uns hin. Wir tun gewissermaßen nichts dazu, wenn sie sich vor uns hinstellen. In dieser Lage ist der Geistesforscher gegenüber seinem neuen geistigen Element nicht. Ich habe davon gesprochen, daß der Geistesforscher alle Kräfte seiner Seele, die im gewöhnlichen Leben schlummern, konzentrieren, heraufarbeiten muß. Das erfordert aber, daß er eine seelische Energie, eine seelische Stärke anwendet, die im äußeren Leben nicht da ist. Aber diese Stärke muß er immer festhalten, wenn er eintritt in die geistige Welt. Der Mensch bleibt passiv, er braucht sich nicht anzustrengen: das ist das Charakteristische der Halluzinationen, der Visionen. In dem Augenblick, wo wir der geistigen Welt gegenüber auch nur einen Moment passiv werden, verschwindet sogleich alles. Wir müssen unausgesetzt tätig, aktiv dabeisein. Daher können wir uns auch nicht täuschen, denn nichts kann aus der geistigen Welt vor unsere Augen treten so, wie eine Vision oder Halluzination vor unsere Augen tritt. Wir müssen überall mit unserer Tätigkeit dabeisein, bei jedem Atom desjenigen, was uns aus der geistigen Welt entgegentritt. Wir müssen wissen, wie es sich damit verhält. Diese Aktivität, dieses fortlaufende Tätigsein, das ist notwendig für die wirkliche Geistesforschung. Dann aber tritt man ein in eine Welt, die sich radikal unterscheidet von der physisch-sinnlichen Welt. Man tritt ein in eine Welt, wo geistige Wesen, geistige Tatsachen um uns sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein Zweites ist dazu notwendig. Daß man losreißt die Seele vom Leibe, das geschieht in der geschilderten Weise. Das zweite aber, es kann wiederum durch einen naturwissenschaftlichen Vergleich klar gemacht werden. Wenn wir den Wasserstoff abtrennen, so ist er zunächst für sich allein; aber er geht Verbindungen ein mit anderen Stoffen, er wird zu etwas ganz anderem. Dasselbe muß sich vollziehen mit unserem Geistig-Seelischen nach der Abtrennung vom Leibe. Dieses Geistig-Seelische muß sich verbinden mit Wesenheiten, die nicht in der Sinneswelt sind. Es muß mit ihnen eins werden; dadurch nimmt es sie wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Stufe der Geistesforschung ist das Abtrennen des Seelisch-Geistigen vom Physisch-Leiblichen. Die zweite Stufe ist das Eingehen von Verbindungen mit Wesen, die hinter der Sinneswelt sind. Das letztere ist etwas, was einem in der Gegenwart nicht verziehen wird, weit weniger verziehen wird als das Reden von einem «Geiste im allgemeinen». Es gibt ja heute schon viele Menschen, die wissen, daß es sie drängt, ein Geistiges anzunehmen. Sie sprechen aber von einem Geiste, der hinter der &amp;quot;Welt ist und sind froh beseelt, wenn sie Pantheisten sein können. Aber für den Geistesforscher ist der Pantheismus gerade dasselbe, wie wenn man jemand in die Natur führt und sagt zu ihm: Schau nur, das alles, was dich hier umgibt, es ist Natur! wenn man ihm nicht sagt: Das sind Bäume, das sind Wolken, das ist eine Lilie, das ist eine Rose, sondern: das ist alles Natur! Wenn man den Menschen also von einem Vorgang zum anderen Vorgang, von einem Wesen zum anderen Wesen führt und ihm sagt: Es ist das alles Natur! — damit ist ja nichts gesagt. Im einzelnen, im Konkreten muß auf die Tatsachen eingegangen werden. Es wird einem heute verziehen, wenn man von einem Geiste spricht, der in allem darinnen ist. Der Geistesforscher kann sich aber damit nicht zufrieden geben. Er tritt ja ein in eine Welt, die besteht aus einer Welt von geistigen Wesenheiten, geistigen Tatsachen, die differenziert sind so, wie die äußere Welt konkret differenziert ist, indem sie besteht aus Wolken, Bergen, Tälern, aus Bäumen, Blumen und so weiter. Daß man aber davon spricht, daß nicht nur die natürlichen Vorgänge differenziert sind in Pflanzen-, Tier- und Menschenreich, sondern daß man, wenn der Mensch in eine geistige Welt eintritt, auch dort von konkreten Einzelheiten und Tatsachen spricht, das wird einem heute nicht verziehen. Aber der Geistesforscher kann nicht anders als darauf aufmerksam machen, daß, wenn er so in die geistige Welt eintritt, er eintritt in eine Welt wirklicher, konkreter geistiger Wesenheiten und geistiger Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite, das dann notwendig ist, das ist eine Steigerung der Hingabe, jener Hingabe, die der Mensch im gewöhnlichen Leben oder im gesteigerten gewöhnlichen Leben in der religiösen Frömmigkeit empfindet. Aber wiederum ins Unendliche gesteigert muß das entwickelt werden, daß der Mensch wirklich dazu kommt, daß er gleichsam im Strome des Weltgeschehens hingebungsvoll ruht wie im Schlafe. Im Schlafe vergißt er jede Regung des eigenen Leibes, so muß der Mensch jede Regung des eigenen Leibes vergessen in der Kontemplation oder Meditation. Es ist dies die zweite Übung, die abwechseln muß mit der ersten Übung. Der Übende vergißt seinen Leib vollständig, nicht nur in denkerischer Beziehung, sondern so, daß er auch alle Gemütsregungen und Willensregungen abzusondern vermag, so wie er sich im Schlafe abzusondern vermag von jeder Regsamkeit des Leibes. Aber bewußt muß dieser Zustand herbeigeführt werden. Indem der Mensch diese Hingabe hinzufügt zu der ersten Übung, gelangt er dazu, wirklich sich durch die erwachenden geistigen Sinne so in eine geistige Welt hineinzustellen, wie er sich hineinlebt durch die äußeren Sinne in die Welt der Sinnlichkeit, die uns umgibt. Eine neue Welt tritt dann vor dem Menschen auf, die Welt, in der der Mensch mit seinem Geistig-Seelischen immer ist. Dann aber wird für den Menschen etwas zur Tatsache. Zur Tatsache wird es, so sagte ich, für die Innenbeobachtung, was heute noch durchaus zurückgewiesen wird von den Vorurteilen unserer Zeit, was aber ebenso ein Ergebnis einer streng wissenschaftlichen Forschung ist, wie die Evolutionslehre der neueren Zeit es ist: der Mensch lernt seinen seelisch-geistigen Wesenskern kennen, und zwar so lernt er ihn kennen, daß er weiß: Bevor ich vor der Empfängnis und vor der Geburt in dieses Leben eingetreten bin, das mich mit dem Leibe bekleidete, war ich geistig-seelisch in einem geistigen Reiche. Indem ich durch die Pforte des Todes schreiten werde, wird mein Leib abfallen, aber dasjenige, was ich jetzt kennen gelernt habe als geistig-seelischen Wesenskern, dasjenige, was außer dem Leibe leben kann, das wird durch die Pforte des Todes schreiten. Das gehört, nachdem es durch die Pforte des Todes geschritten ist, zu einer geistigen Welt, das geht in eine geistige Welt ein. - Man lernt, mit anderen Worten, die unsterbliche Seele kennen schon in diesem Leben zwischen Geburt und Tod. Man lernt kennen dasjenige, wovon man weiß, daß es auf den Leib nicht angewiesen ist. Die Welt lernt man kennen, in welche die Menschenseele nach dem Tode eintritt. Aber man lernt diesen geistig-seelischen Wesenskern des Menschen in einer solchen Weise erkennen, wie es sich wiederum wissenschaftlich-anschaulich beschreiben läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die Pflanze betrachten, wie der Keim sich entwickelt, wie die Blätter und Blüten entstehen, wie die Frucht sich bildet, aus der dann wiederum ein Keim hervorgeht, dann werden wir gewahr, daß das Leben dieser Pflanze sich zuspitzt in diesem Keim. Man sieht das Abfallen der Blüten und Blätter, man sieht, daß der Keim bleibt, der in sich trägt eine neue Pflanze. So wird man gewahr: In dieser Pflanze, die man vor sich hat, da lebt der Keim, der Kern zu einer neuen Pflanze. So lernt man erkennen, indem man das Leben zwischen Geburt und Tod betrachtet, daß sich im Geistig-Seelischen dasjenige entwickelt, was durch die Pforte des Todes geht, was aber der Keim, der Kern eines neuen Lebens ist. So gewiß wie der Pflanzenkeim die Anlage hat, eine neue Pflanze zu werden, so gewiß hat dasjenige, was sich in dem Alltagsleben als Seelisch-Geistiges verbirgt, was sich aber der Geisteswissenschaft zeigt, die Anlage zu einem neuen Menschen. Und durch eine solche Betrachtung gelangt man in voller Übereinstimmung mit der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart zu den wiederholten Erdenleben. Man weiß, daß das gesamte Menschenleben besteht aus dem Leben zwischen Geburt und Tod und aus dem Leben, das verläuft zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aus dem dann der Mensch wiederum in ein neues Erdenleben eintritt. Das einzige, was eingewendet werden könnte gegen das eben Gesagte, ist, daß ja der Pflanzenkeim auch zugrunde gehen könnte, wenn die Bedingungen nicht da sind, die ihn zu einer neuen Pflanze aufrufen. Dieser Einwand erledigt sich für die Geisteswissenschaft dadurch, daß allerdings der Pflanzenkeim, weil er angewiesen ist auf die äußere Welt, auch zugrunde gehen kann. In der geistigen Welt aber, in der der menschliche Seelenwesenskern heranreift zu einem neuen Erdenleben, da gibt es kein Hindernis dafür, daß dasjenige, was als Seelenkern im Erdenleben reift, in einem anderen Erdenleben wiederum zum Vorschein kommt. Ich kann nur flüchtig in kurzen Worten andeuten, wie der Geistesforscher, festhaltend an der naturwissenschaftlichen Forschungsart, zu der Anschauung der wiederholten Erdenleben kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat die Geisteswissenschaft angeklagt des Buddhismus, weil sie von den wiederholten Erdenleben spricht. Nun, die Geisteswissenschaft holt das, was sie zu sagen hat, wahrhaftig nicht aus dem Buddhismus, sondern sie steht voll und ganz auf dem Boden der neueren Naturwissenschaft. Aber, sie dehnt diese neuere Naturwissenschaft auf das geistige Leben aus. Und sie kann nichts dafür, daß sie, ohne irgendwie auf den Buddhismus Rücksicht zu nehmen, zu der Anschauung von den wiederholten Erdenleben kommt. Sie kann nichts dafür, daß der Buddhismus in uralten Zeiten aus alten Traditionen heraus gesprochen hat von den wiederholten Erdenleben.In diesem Zusammenhange möchte ich darauf aufmerksam machen, daß Lessing aus seinem reifen und erfahrungsreichen Denken heraus dazu gekommen ist, von den wiederholten Erdenleben zu sprechen. Nach einem arbeitsreichen Leben hat Lessing seine Abhandlung «Über die Erziehung des Menschengeschlechts» geschrieben, und da vertritt er diese Lehre von den wiederholten Erdenleben. Er sagt ungefähr das Folgende: Sollte denn diese Lehre deshalb zu verwerfen sein, weil sie in den ersten Morgenstunden der Menschheit aufgetreten ist, als noch keine Vorurteile der Schulen sie getrübt haben? So wenig Lessing sich beirren ließ dadurch, daß diese Lehre von den wiederholten Erdenleben in der Morgenröte der Menschheit aufgetreten ist und dann später durch die Vorurteile der Schulen in den Hintergrund gedrängt worden ist, so wenig braucht die Geisteswissenschaft vor dieser Lehre zurückzuschrecken, weil diese Lehre auch im Buddhismus vorkommt. Es ist durchaus unbegründet, die Geisteswissenschaft deshalb des Buddhismus zu zeihen. Geisteswissenschaft bekennt sich zu der Lehre von den wiederholten Erdenleben aus ihren eigenen Quellen heraus, und der Mensch wird hingewiesen durch diese Geisteswissenschaft darauf, daß er mit dem gesamten Menschheitsleben auf Erden in Zusammenhang steht. Denn diese Seelen, die in uns leben, sie waren schon oftmals da, sie werden noch oftmals da sein. Wir blicken zurück auf uralte Kulturepochen, auf Zeiten zum Beispiel, wo die Augen der Menschen hinauf geblickt haben zu den Pyramiden. Wir wissen: Unsere Seelen haben schon dazumal gelebt, und wiederum werden sie erscheinen in der Zukunft; sie nehmen teil an allen Menschheitsepochen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, in welchem Sinne will die Geisteswissenschaft dasjenige, was soeben auseinandergesetzt worden ist, vor die ganze Menschheitskultur hintragen? In keinem anderen Sinne, als die neuere Naturwissenschaft ihre Erkenntnisse vor die Menschheit bringt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Geisteswissenschaft will nicht etwas sein, was zu tun hat mit einer neuen Religionsstiftung. Sie will keine neue Sekte stiften. Sie will keine Propheten und keine Religionsstifter hervorbringen. Die Zeit der Religionsstiftungen, die Zeit der Propheten ist vorüber. Die Menschheit ist reif geworden. Und Menschen, die mit Prophetennatur in der Zukunft vor die Menschheit hintreten wollten, sie werden ein anderes Schicksal haben als die alten Propheten. Die alten Propheten, sie sind mit Recht nach den Eigenarten ihrer Zeit als hervorragende Menschen verehrt worden. Propheten der Gegenwart, die es in dem alten Sinne sein wollten, werden ihr Schicksal erfahren: sie werden ausgelacht werden! Geisteswissenschaft braucht keine Propheten, denn Geisteswissenschaft steht ihrer ganzen Natur nach auf dem Boden, daß dasjenige, was sie zu sagen hat, Eigentum ist der Tiefen der Menschenseele, derjenigen Tiefen, in welche die Menschenseele nur nicht immer hinunterleuchten kann. Und dasjenige, was der Geistesforscher sagt, will er als schlichter Forscher erforschen. Er will aufmerksam machen auf dasjenige, was notwendig ist. Der Geistesforscher sagt: Ich habe es gefunden; wenn du suchst, findest du es selbst! Und immer mehr und mehr werden sich die Zeiten nähern, wo der Geistesforscher anerkannt werden wird als schlichter Forscher, so wie der Chemiker, der Biologe als Forscher anerkannt werden auf ihrem Gebiete; nur daß der Geistesforscher auf dem Gebiete forscht, das jeder Menschenseele nahegeht. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will nicht das Christentum ersetzen, aber ein Instrument zum Ergreifen des Christentums will sie sein. Und gerade dadurch wird uns durch die Geisteswissenschaft klar, daß dasjenige Wesen, das wir den Christus nennen, in den Mittelpunkt alles Erdendaseins zu stellen ist, daß dasjenige, was wir das christliche Bekenntnis nennen, die letzte der Religionen ist, die für die Erdenzukunft ewige Religion ist. Gerade das zeigt uns die Geisteswissenschaft, daß die vorchristlichen Religionen aus ihrer Einseitigkeit herausgewachsen sind, zusammengewachsen sind in die Religion des Christentums. Geisteswissenschaft will nicht etwas anderes an die Stelle des Christentums setzen, sondern sie will nur dazu helfen, das Christentum tiefer, inniger zu verstehen. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewaltiger Unterschied ist vorhanden in bezug auf das Verhältnis der Menschenseele zu der geistigen Welt gegenüber den vorchristlichen Zeiten. Dasjenige, was ich Ihnen heute erzählt habe, und was jede Seele vornehmen kann mit sich, um ihren Einzug in die geistige Welt zu halten, das ist erst möglich in der Welt seit der Begründung des Christentums. Seither erst kann jede Seele, die dasjenige anwendet, was ich heute und in den genannten Büchern dargestellt habe, durch Selbsterziehung hinaufgelangen in die geistige Welt. Vor der Begründung des Christentums brauchte man die Mysterien, brauchte man die autoritativen Anweisungen der Lehrer. Selbsteinweihung hat es in alten Zeiten nicht gegeben. Und wenn die Geisteswissenschaft gefragt wird: Worauf beruht dieser Umschwung? - dann hat sie aus ihren Forschungen heraus zu antworten: Dieser Umschwung ist möglich geworden durch das Mysterium von Golgatha. Durch die Begründung des Christentums ist eine Tatsache, die nur im Geiste erforscht werden kann, in die Menschheit eingetreten. Etwas, was vorher nur im Geistigen zu finden war, wenn der Mensch den Leib verlassen hatte durch die Mysterien, der Christus selbst, er ist nach der Begründung des Christentums von jeder Menschenseele durch eigene Anstrengung zu finden. Dasjenige, was gleichsam die Mysterien in die Menschenseelen hineinbrachten, das liegt seit dem Mysterium von Golgatha in jeder Menschenseele, das ist allen Menschenseelen zuteil geworden. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Menschenseelen haben durchgemacht Erdenleben in Zeiten, wo der Christus noch nicht mit der Erde vereinigt war, und sie werden durchmachen noch fernere Erdenleben, in denen der Christus mit der Erde vereint ist. Der Christus lebt nunmehr in den Menschenseelen selbst. Dann aber, wenn die Menschenseele sich immer mehr und mehr vertieft, wenn die Menschenseele immer wieder und wiederum durch wiederholte Erdenleben geht, dann wird sie immer selbständiger und selbständiger, immer innerlich freier und freier. Daher ist es so, daß sie immer neue Instrumente braucht, um die alten Wahrheiten zu verstehen, daß sie aus dieser inneren Freiheit heraus immer weiter und weiter vorzudringen hat. So muß gesagt werden: Das Christentum wird gerade durch die Geisteswissenschaft in einer solchen Tiefe erkannt, in einer solchen Wahrheit, in einer solchen Wichtigkeit erkannt, daß die Geisteswissenschaft Vertrauen haben darf, wenn sie in einer neuen Form diese alten christlichen Wahrheiten verkündigt. Mögen diejenigen, die nur bei ihren Vorurteilen stehenbleiben wollen, glauben, daß Geisteswissenschaft dem Christentum Abbruch tue. Wer in die Kultur der Gegenwart eindringt, der wird finden, daß gerade diejenigen Menschen, die nicht mehr in der alten Weise Christen sein können, durch Geisteswissenschaft wiederum von der Wahrheit des Christentums überzeugt werden. Denn dasjenige, was die Geisteswissenschaft über das Christentum zu sagen hat, das darf sie sagen zu jeder Seele, weil den Christus, von dem sie spricht, jede Seele in sich selbst finden kann. Aber sie darf auch sagen, daß sie den Christus findet als das Wesen, das einmal wirklich durch die Tatsache des Mysteriums von Golgatha eingetreten ist in die Menschenseelen, in die Erdenwelt. Der Glaube hat nichts zu fürchten von dem Wissen, denn die Gegenstände des Glaubens, wenn sie zum Geiste aufsteigen, haben das Licht des Wissens nicht zu scheuen. Und so wird Geisteswissenschaft dem Christentum diejenigen Seelen erobern, die ihm nicht anders werden gewonnen werden können als dadurch, daß man zu ihnen nicht spricht wie ein prophetischer Religionsstifter, sondern wie ein schlichter Wissenschaftler, der aufmerksam macht auf dasjenige, was auf geisteswissenschaftlichem Gebiete gefunden werden kann, und der die Saiten, die in jeder Seele sind, zum Mitschwingen bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistesforscher kann zwar ein jeder Mensch werden; die Wege dazu können Sie in den genannten Büchern angegeben finden. Aber auch derjenige, der nicht Geistesforscher ist, kann, wenn er die Wahrheit in unbefangener Weise auf sich wirken läßt, von dieser Wahrheit durchdrungen werden. Und wenn er das nicht tut, dann kann er sich eben nicht frei machen von Vorurteilen. In der Seele des Menschen liegen alle Wahrheiten. Es hat vielleicht nicht jeder Mensch Gelegenheit, als Geistesforscher die Wahrheit des Geistigen zu überschauen; aber so wahr wir schon mit dem Denken aus dem Gebiet der Sinneswelt heraus sind, so wahr geht das Denken mit, wenn der Geisteswissenschaftler auf das aufmerksam machen will, was er auf seinen geistigen Wegen erforscht. Und nur aufmerksam machen will er darauf, daß es Wahrheiten gibt, die in jeder Seele keimen können, weil sie in jeder Seele vorhanden sind.“ {{Lit|{{G|155|215ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Anthroposophie-Kritik}}&lt;br /&gt;
Seit ihrem Bestehen hat die Anthroposophie als „Wissenschaft vom Übersinnlichen“ nicht nur eine große Anhängerschaft, sondern auch eine ebenso aktive Gegnerschaft. Dabei sind der Streitpunkt meist die nach dem heutigen [[Naturwissenschaft|Naturwissenschaftsbegriff]] nicht belegbaren Lehren Steiners. Gedanklich nachvollziehen könne die Anthroposophie jeder Mensch, der sie vorurteilsfrei prüft, behauptet Steiner. Um eigene [[Übersinnliche Welt|übersinnliche]] Erkenntnisse zu erlangen, muss, folgt man [[Rudolf Steiner|Steiner]], allerdings das persönliche spirituelle Erkenntnisvermögen entwickelt werden. Der Aufforderung, sich auf die Anthroposophie denkend einzulassen oder gar das persönliche Erkenntnisvermögen durch [[Meditation]] weiterzuentwickeln, um sie zu verstehen, wird derjenige nicht folgen, der Übersinnliches ohne Belege im naturwissenschaftlichen Sinn von vornherein nicht gelten lassen will. In der heutigen Zeit ist eine solche Forderung für viele wissenschaftlich vorgeschulte und skeptisch beziehungsweise materialistisch eingestellte Menschen allerdings eine Zumutung und sie kommen ihr in der Regel nicht nach. Anthroposophie wird auch daran gemessen werden, wie sie mit solcher, aus unserer Zeitbildung durchaus verständlicher Kritik, sachlich und konkret umzugehen weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
*[[Anthroposophische Gesellschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Goetheanum]]&lt;br /&gt;
*[[Waldorfschule]]&lt;br /&gt;
*[[Soziale Dreigliederung]]&lt;br /&gt;
*[[Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Anthroposophische Medizin]]&lt;br /&gt;
*[[Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Demeter (Marke)]]&lt;br /&gt;
*[[Heilpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Anthroposophie}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Anthroposophie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Glomer|thema/anthroposophie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke Rudolf Steiners ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner#Werke|Eine Liste der Werke Rudolf Steiners]]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheit und Wissenschaft&#039;&#039;, [[GA 3]] (1980), ISBN 3-7274-0030-7 {{Schriften|003}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit&#039;&#039;, [[GA 4]] (1992) {{Schriften|004}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung &#039;&#039;, [[GA 9]] (2003), ISBN 3-7274-0090-0 {{Schriften|009}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?&#039;&#039;, [[GA 10]] (1993), ISBN 3-7274-0100-1 {{Schriften|010}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Chronik&#039;&#039;, [[GA 11]] (1986), ISBN 3-7274-0110-9 {{Schriften|011}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Geheimwissenschaft im Umriß&#039;&#039;, [[GA 13]] (1989), ISBN 3-7274-0130-3 {{Schriften|013}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vom Menschenrätsel&#039;&#039;, [[GA 20]] (1984), ISBN 3-7274-0200-8 {{Schriften|020}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Leitsätze&#039;&#039;, [[GA 26]] (1998), ISBN 3-7274-0260-1 {{Schriften|026}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mein Lebensgang&#039;&#039;, [[GA 28]] (2000), ISBN 3-7274-0280-6 {{Schriften|028}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Methodische Grundlagen der Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 30]] (1989), ISBN 3-7274-0300-4 {{Vorträge1|29}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Philosophie und Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 35]] (1984) {{Vorträge|35}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie. Ein Fragment aus dem Jahre 1910&#039;&#039;, [[GA 45]] (2002), ISBN 3-7274-452-3 {{Vorträge|045}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Wesen des Menschen im Lichte der Geisteswissenschaft&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;GA 68d&#039;&#039;&#039; (2022), ISBN 978-3-7274-0683-6&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1 {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
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* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Freiheit – Unsterblichkeit – Soziales Leben&#039;&#039;, [[GA 72]] (1990), ISBN 3-7274-0720-4 {{Vorträge|072}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Damit der Mensch ganz Mensch werde&#039;&#039;, [[GA 82]] (1994), ISBN 3-7274-0820-0 {{Vorträge|082}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Bewußtsein – Leben – Form &#039;&#039;, [[GA 89]] (2001), ISBN 3-7274-0890-1 {{Vorträge|089}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole&#039;&#039;, [[GA 101]] (1992), ISBN 3-7274-1010-8 {{Vorträge|101}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt&#039;&#039;, [[GA 110]] (1991), ISBN 3-7274-1100-7&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie – Psychosophie – Pneumatosophie&#039;&#039;, [[GA 115]] (2001), ISBN 3-7274-1150-3 {{Vorträge|115}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens im Lichte der Evangelien&#039;&#039;, [[GA 117]] (1986), ISBN 3-7274-1170-8 {{Vorträge|117}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der irdische und der kosmische Mensch&#039;&#039;, [[GA 133]] (1989), ISBN 3-7274-1330-1 {{Vorträge|133}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege der Seele zu Christus&#039;&#039;, [[GA 143]] (1994), ISBN 3-7274-1430-8 {{Vorträge|143}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung. Das Fünfte Evangelium&#039;&#039;, [[GA 148]] (1992), ISBN 3-7274-1480-4 {{Vorträge|148}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Christus und die menschliche Seele. Über den Sinn des Lebens. Theosophische Moral. Anthroposophie und Christentum.&#039;&#039;, [[GA 155]] (1982), Norrköping, 13. Juli 1914 {{Vorträge|155}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Okkultes Lesen und okkultes Hören&#039;&#039;, [[GA 156]] (2003), ISBN 3-7274-1561-4 {{Vorträge|156}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Weltwesen und Ichheit&#039;&#039;, [[GA 169]] (1998), ISBN 3-7274-1690-4 {{Vorträge|169}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis&#039;&#039;, [[GA 177]] (1999), ISBN 3-7274-1771-4 {{Vorträge|177}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Polarität von Dauer und Entwickelung im Menschenleben. Die kosmische Vorgeschichte der Menschheit.&#039;&#039;, [[GA 184]] (2002), ISBN 3-7274-1840-0 {{Vorträge|184}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die soziale Grundforderung unserer Zeit – In geänderter Zeitlage&#039;&#039;, [[GA 186]] (1990), ISBN 3-7274-1860-5 {{Vorträge|186}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie kann die Menschheit den Christus wiederfinden?&#039;&#039;, [[GA 187]] (1995), ISBN 3-7274-1870-2 {{Vorträge|187}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Sendung Michaels&#039;&#039;, [[GA 194]] (1994), ISBN 3-7274-1940-7 {{Vorträge|194}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heilfaktoren für den sozialen Organismus&#039;&#039;, [[GA 198]] (1984), ISBN 3-7274-1980-6 {{Vorträge|198}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie als Kosmosophie – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 207]] (1990), ISBN 3-7274-2070-7 {{Vorträge|207}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie als Kosmosophie – Zweiter Teil&#039;&#039;, [[GA 208]] (1992), ISBN 3-7274-2080-4 {{Vorträge|208}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Erkenntnis-Aufgabe der Jugend&#039;&#039;, [[GA 217a]] (1981), ISBN 3-7274-2175-4 {{Vorträge|217a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte&#039;&#039;, [[GA 222]] (1989), ISBN 3-7274-2220-3 {{Vorträge|222}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der übersinnliche Mensch, anthroposophisch erfaßt&#039;&#039;, [[GA 231]] (1999), ISBN 3-7274-2310-2 {{Vorträge|231}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mysterienstätten des Mittelalters&#039;&#039;, [[GA 233a]] (1991), ISBN 3-7274-2335-8 {{Vorträge|233a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Anthroposophie und ihre Gegner 1919 – 1921&#039;&#039;, [[GA 255b]] (2003), ISBN 3-7274-2555-5 {{Geschichte|255b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Gemeinschaftsbildung&#039;&#039;, [[GA 257]] (1989), ISBN 3-7274-2570-9 {{Geschichte|257}} {{Vorträge|257}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Schicksalsjahr 1923 in der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft. Vom Goetheanumbrand zur Weihnachtstagung.&#039;&#039;, [[GA 259]] (1991), ISBN 3-7274-2590-3 {{Geschichte|259}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Idee und Praxis der Waldorfschule&#039;&#039;, [[GA 297]] (1998), ISBN 3-7274-2970-4 {{Vorträge|297}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Naturbeobachtung, Experiment, Mathematik und die Erkenntnisstufen der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 324]] (1991), ISBN 3-7274-3242-X {{Vorträge|324}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie wirkt man für den Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus? Zwei Schulungskurse für Redner und aktive Vertreter des Dreigliederungsgedankens&#039;&#039;, [[GA 338]] (1986), ISBN 3-7274-3380-9 {{Vorträge|338}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&#039;&#039;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Wesen der Anthroposophie&#039;&#039;, Öffentlicher Vortrag in München, 16. Januar 1922, S. 5 (nicht in [[GA]]) [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220116a-01-01.pdf#page=5&amp;amp;view=Fit pdf]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie und die Rätsel der Seele&#039;&#039;, Vortrag in Bern, 20. März 1922 (nicht in [[GA]]) [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220320-02-01.pdf#page=21&amp;amp;view=Fit pdf]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Wesen der Anthroposophie&#039;&#039;, Vortrag in Berlin, 3. Februar 1913 (nicht in [[GA]]) [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Rudolf_Steiner/DAS%20WESEN%20DER%20ANTHROPOSOPHIE%201913.pdf#page=24&amp;amp;view=Fit pdf]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], [[Christian Clement]] (Hrsg.): &#039;&#039;Schriften. Kritische Ausgabe / Band 5: Schriften über Mystik, Mysterienwesen und Religionsgeschichte&#039;&#039;, Bd. [[SKA 5]], frommann-holzboog Verlag, Stuttgart-Bad Cannstatt/Basel 2013, ISBN 978-3-7728-2635-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophische Schriften ===&lt;br /&gt;
* Maurice Martin: &#039;&#039;Anthroposophie - Was ist das? Versuch einer Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners&#039;&#039;, Novalis Verlag 1987, ISBN 978-3721405842&lt;br /&gt;
* Adolf Baumann: &#039;&#039;ABC der Anthroposophie: Ein Wörterbuch für jedermann&#039;&#039;, 3. Auflage, Oratio Verlag 1998, ISBN 978-3721406887&lt;br /&gt;
* Bodo von Plato (Hrsg.): &#039;&#039;Anthroposophie im 20. Jahrhundert: Ein Kulturimpuls in biografischen Porträts&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2003, ISBN 978-3723511992 online unter [http://www.biographien.kulturimpuls.org/ biographien.kulturimpuls.org]&lt;br /&gt;
* [[Thomas Meyer]] (Hg.): &#039;&#039;Walter Johannes Stein - Rudolf Steiner. Dokumentation eines wegweisenden Zusammenwirkens. W. J. Steins Dissertation in ihrem Entstehungsprozess und in ihrer Aktualität mit Briefen und Aufzeichnungen Rudolf Steiners Korrekturen und Ergänzungen sowie dem &amp;quot;Haager Gespräch&amp;quot; von 1922&#039;&#039;,  Philosphisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum, 2009 (1985), ISBN 978-3-907564-72-1&lt;br /&gt;
* [[Kiersch, Johannes]]: &#039;&#039;Die Waldorfpädagogik - Eine Einführung in die Pädagogik Rudolf Steiners, Neuausgabe 2. Auflage, Freies Geistesleben. ISBN 377251247X&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Marek B. Majorek: &#039;&#039;Rudolf Steiners Geisteswissenschaft: Mythisches Denken oder Wissenschaft?&#039;&#039;, 2 Bände, Verlag Narr Francke Attempto, Tübingen 2015, ISBN 978-3772085635, eBook: ASIN B0714F4N5R&lt;br /&gt;
*[[Peter Heusser]]: &#039;&#039;Anthroposophie und Wissenschaft: Eine Einführung. Erkenntniswissenschaft, Physik, Chemie, Genetik, Biologie, Neurobiologie, Psychologie, Philosophie des Geistes, Anthropologie, Anthroposophie, Medizin&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2016, ISBN 978-3723515686&lt;br /&gt;
* Michael Frensch: &#039;&#039;Anthroposophie neu denken: Anthroposophie und ihr gnostizistischer Schatten; Das Wesen Anthroposophia; Harry Potter und die sieben Tore der Theosophie&#039;&#039;, Novalis-Verlag 2017, ISBN 978-3941664555&lt;br /&gt;
* Mathias Weis: &#039;&#039;Ach Du liebe Anthroposophie: Briefe an eine Freundin&#039;&#039;, Info 3 2020, ISBN 978-3957791313; eBook {{ASIN|B08YNQR1WH}}&lt;br /&gt;
* [[Josef F. Justen]]: &#039;&#039;Das Götterprojekt »Mensch« - Entstehung, Wesen und Ziel des Menschen: Einführung in die grundlegenden Erkenntnisse der Anthroposophie Rudolf Steiners&#039;&#039;, BoD, Norderstedt 2021, ISBN 978-3753463438; eBook {{ASIN|B09BZY4615}}&lt;br /&gt;
* [[Josef F. Justen]]: &#039;&#039;Die Heilige Schrift im Erkenntnislicht der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft: Entschlüsselung biblischer Geheimnisse&#039;&#039;, BoD, Norderstedt 2022, ISBN 978-3756244744; eBook {{ASIN|B0BFB57764}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Befürwortende oder neutrale Standpunkte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rahel Uhlenhoff (Hrsg.): &#039;&#039;Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart&#039;&#039;, Berliner Wissenschafts-Verlag 2011, ISBN 978-3830519300, eBook {{ASIN|B07FN9S7TQ}}&lt;br /&gt;
* Jürgen Kuberski: &#039;&#039;Anthroposophie: Mehr als Naturkosmetik und Waldorfschule&#039;&#039;, SCM Hänssler 2010, ISBN 978-3775152457, eBook {{ASIN|B00C67M4YA}}&lt;br /&gt;
* [[Martin Kriele]]: &#039;&#039;Anthroposophie und Kirche. Erfahrungen eines Grenzgängers&#039;&#039;. Herder Verlag 1996 ISBN 3451239671&lt;br /&gt;
* [[Taja Gut]]: &#039;&#039;Wie hast Du&#039;s mit der Anthroposophie?&#039;&#039; Eine Selbstbefragung, Vlg. Die Pforte, Dornach 2010, ISBN 978-3-85636-218-8&lt;br /&gt;
* [[Lorenzo Ravagli]]: &#039;&#039;Selbsterkenntnis in der Geschichte - Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert&#039;&#039;. Band 1: &#039;&#039;Von den Anfängen bis zur zweiten großen Sezession 1875–1952&#039;&#039;. [https://www.glomer.com/selbsterkenntnis-in-der-geschichte-bd-1_10010595_18561 glomer.com] 2020, ISBN 978-3-9821354-3-4&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Kaiser]]: &#039;&#039;Der Erzähler Rudolf Steiner: Studien zur Hermeneutik der Anthroposophie&#039;&#039;, Info 3 2020, ISBN 978-3957791115; eBook {{ASIN|B08VW9TSZC}}&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Müller]]: &#039;&#039;Zumutung Anthroposophie: Rudolf Steiners Bedeutung für die Gegenwart&#039;&#039;, Info 3 2021, ISBN 978-3957791436; eBook {{ASIN|B09NQKN4Q2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aus kritischer Sicht ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erzbistum Köln (Hg.): &#039;&#039;Anthroposophie und Waldorfpädagogik. Eine Orientierungshilfe für Katholiken&#039;&#039;, Faltblatt, Köln 2009&lt;br /&gt;
* Baumann-Bay, Lydie und Andreas: &#039;&#039;Achtung, Anthroposophie! Ein kritischer Insider-Bericht&#039;&#039;. Zürich : Kreuz Verlag, 2000, ISBN 3268002552.&lt;br /&gt;
* Klaus Bannach: &#039;&#039;Anthroposophie: Geheimwissenschaft?&#039;&#039;. In: Klaus Bannach/Kurt Rommel (Hg.): Religiöse Strömungen unserer Zeit. Eine Einführung und Orientierung, Quell Vlg., Stuttgart 1991, S. 133 - 138&lt;br /&gt;
* Bierl, Peter: &#039;&#039;Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister : die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik&#039;&#039;. Hamburg : Konkret Literatur Verlag, 1999, ISBN 3-89458-171-9&lt;br /&gt;
* Guido und Michael Grandt: &#039;&#039;Waldorf Connection. Rudolf Steiner und die Anthroposophen&#039;&#039;, Alibri Vlg., Aschaffenburg 2001, ISBN 3-932710-40-1&lt;br /&gt;
* Guido und Michael Grandt: &#039;&#039;Schwarzbuch Anthroposophie. Rudolf Steiners okkult-rassistische Weltanschauung&#039;&#039;, Ueberreuter Vlg., Wien 1997 (Gegen die Weiterverbreitung dieses Buches wurde erfolgreich Klage eingereicht, dennoch zirkulieren noch einige antiquarische Exemplare!) &lt;br /&gt;
* Hellmich, Achim und Teigeler, Peter (Hrsg.): &#039;&#039;Montessoripädagogik, Freinetpädagogik, Waldorfpädagogik - Konzeption und aktuelle Praxis&#039;&#039;. Beltz Verlag, 1999. ISBN 3407252188&lt;br /&gt;
* Irene Wagner: &#039;&#039;Rudolf Steiners langer Schatten. Die okkulten Hintergründe von Waldorf &amp;amp; Co&#039;&#039;, Alibri Vlg., Aschaffenburg 2013, ISBN 978-3-86569-069-2&lt;br /&gt;
* Wegener, Franz: &#039;&#039;Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der Reichsführer SS&#039;&#039;. Gladbeck 2004, ISBN 3931300153 [zu Steiners Finanzierung einer antisemitischen Schrift Heises]&lt;br /&gt;
* Georg Otto Schmid, Anthroposophie, Evangelische Informationsstelle [http://www.relinfo.ch/anthroposophie/info.html relinfo.ch], 1999.&lt;br /&gt;
* Wolfgang G. Vögele, &#039;&#039;Der andere Rudolf Steiner&#039;&#039;, 2005&lt;br /&gt;
* Binder, Andreas&amp;lt;ref&amp;gt;Pseudonym. Der bürgerliche Name des Autors ist Dr. Hellmut Haug.&amp;lt;/ref&amp;gt;: &#039;&#039;Wie christlich ist die Anthroposophie? Standortbestimmungen aus der Sicht eines evangelischen Theologen&#039;&#039;, Stuttgart : Urachhaus, 1989, ISBN 3878386117&lt;br /&gt;
* Kniebe, Georg: &#039;&#039;Anthroposophie und christliche Kirchen  - Ein Gespräch?&#039;&#039;. Stuttgart : Urachhaus, 1992, ISBN 3878389477&lt;br /&gt;
* Gassmann, Lothar: &#039;&#039;Kleines Anthroposophie-Handbuch&#039;&#039;, MABO-Vlg., Schacht-Audorf 2006&lt;br /&gt;
* Grom, Bernhard: &#039;&#039;Anthroposophie und Christentum&#039;&#039;, Kösel Vlg., München 1989&lt;br /&gt;
* Klaus von Stieglitz: &#039;&#039;Die Christosophie Rudolf Steiners&#039;&#039;. Voraussetzungen, Inhalt und Grenzen, Luther-Verlag, Witten-Ruhr 1955&lt;br /&gt;
* Klaus von Stieglitz: &#039;&#039;Einladung zur Freiheit&#039;&#039;. Gespräch mit der Anthroposophie, Radius Vlg., Stuttgart 1996&lt;br /&gt;
* Husmann-Kastein, Jana: &#039;&#039;SchwarzWeiß-Konstruktionen im Rassebild Rudolf Steiners&#039;&#039;. In: Berliner Dialog. Zeitschrift für Informationen und Standpunkte zur religiösen Begegnung. Hrsg. v. Dialog Zentrum Berlin e.V. Themenheft. Bd. 29. Schwerpunktthema Anthroposophie. Juli 2006, S.22-29.&lt;br /&gt;
* Zander, Helmut: &#039;&#039;Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945&#039;&#039;. 2 Bände. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-55452-4. (Habilitationschrift).&lt;br /&gt;
* Zander, Helmut: &#039;&#039;Die Anthroposophie. Rudolf Steiners Ideen zwischen Esoterik, Weleda, Demeter und Waldorfpädagogik&#039;&#039;. Ferdinand Schöningh Vlg., Paderborn, 1. Aufl. 2019, ISBN 978-3506792259&lt;br /&gt;
* [[Ansgar Martins]]: &#039;&#039;Rassismus und Geschichtsmetaphysik&#039;&#039;: Esoterischer Darwinismus und Freiheitsphilosophie bei Rudolf Steiner, INFO 3-Vlg., Frankfurt a.M. 2012, ISBN 978-3-924391-63-8&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Impliziert eine evolutionstheoretische Auffassung Rassismus?&#039;&#039; Eine Anfrage an Ravagli und an die allgemeine Evolutionslehre. Offener Brief von Ute Siebert, 2001 [http://www.akdh.ch/ps/Sieber-Ravagli.htm online]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Vortraege/Was_ist_Anthroposophie.pdf Was ist Anthroposophie?] - Eine Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners (&#039;&#039;Wolfgang Peter&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220123-01-01.pdf Das Wesen der Anthroposophie] öffentlicher Vortrag Rudolf Steiners in Köln, am 23. Januar 1922 (nicht in GA) - Klartextnachschrift auf [http://www.steiner-klartext.net www.steiner-klartext.net]&lt;br /&gt;
* [http://www.rudolf-steiner.com Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung]&lt;br /&gt;
* [http://www.anthroposophie.net/ Forum für Anthroposophie, Waldorfpädagogik und Goetheanistische Naturwissenschaft]&lt;br /&gt;
* [http://www.goetheanum.org/ Das Goetheanum - Freie Hochschule für Geisteswissenschaft und Sitz der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach / Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.anthroposophie-als-geisteswissenschaft.de Anthroposophie als Geisteswissenschaft]&lt;br /&gt;
;Videos&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=x0o9xVx0zN0 Was ist Anthroposophie? - Wolfgang Held] auf YouTube ([https://www.youtube.com/@anthrogesellschaftstuttgart Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart])&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/channel/UCfuSf2VRuxbPQqmpxFGYN8g Der Videokanal von Axel Burkart] auf YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=0ZLx6XC7SqQ Rudolf Steiner und die Anthroposophie | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur] auf YouTube&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:AnthroWiki:Exzellent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:-sophie]]&lt;br /&gt;
[[en:Anthroposophy]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;br /&gt;
{{Sprachen}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Anthroposophie</title>
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		<updated>2026-09-04T13:19:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Anthroposophie als Kosmosophie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;notiz centered&amp;quot; width=&amp;quot;100%&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; color: #2a4b8d; font-size: 100%;&amp;gt;„[[Geisteswissenschaft|Und die Erweiterung des Ich-Bewußtseins über die geistige Welt, das ist Geisteswissenschaft.]]“&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;float:right;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;([[Rudolf Steiner]], {{G|158|112}})&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf Steiner 01.jpg|thumb|[[Rudolf Steiner]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stichwort Anthroposophie.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://steinerverlag.com/shop/kategorie/spirituelle-perspektiven/stichwort-anthroposophie/}}|link=https://steinerverlag.com/shop/kategorie/spirituelle-perspektiven/stichwort-anthroposophie/]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anthro.world|Anthroposophie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anthroposophie&#039;&#039;&#039; (von {{grS|ἄνθρωπος}} ánthropos ‚Mensch‘ und {{lang|gr|σοφία}} sophίa ‚Weisheit‘; {{EnS}} &#039;&#039;[[a:anthroposophy|anthroposophy]]&#039;&#039;) ist ein von [[Rudolf Steiner]] (*[[1861]], †[[1925]]) begründeter &#039;&#039;„Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte“&#039;&#039; {{Lit|{{G|26|14}}}} und in diesem Sinn das &#039;&#039;„Bewußtsein seines Menschentums“&#039;&#039; {{Lit|{{G|257|76}}}} erweitern will. Von einer vertieften, auf geistige [[Erfahrung]] gegründeten Erkenntnis des [[Mensch]]en ausgehend, eröffnet Anthroposophie einen neuen, den Anforderungen unserer Zeit entsprechenden, vollbewussten gedankenklaren und [[wissenschaft]]lich exakten Zugang zur [[Geistige Welt|geistigen Welt]], der sich [[Methode|methodisch]] an der [[Naturwissenschaft]] orientiert und diese durch eine entsprechende [[empirisch]] begründete &#039;&#039;&#039;geistige Erkenntnis&#039;&#039;&#039; ergänzt und erweitert, die den modernen [[Evolution|Entwicklungsgedanken]] auch für den [[Seele|seelischen]] und [[geist]]igen Bereich fruchtbar macht und so dessen einseitig [[Materialismus|materialistische]] Missdeutung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unter Anthroposophie verstehe ich eine wissenschaftliche Erfor­schung der geistigen Welt, welche die Einseitigkeiten einer bloßen Natur-Erkenntnis ebenso wie diejenigen der ge­wöhnlichen Mystik durchschaut, und die, bevor sie den Versuch macht, in die übersinnliche Welt einzudringen, in der erkennenden Seele erst die im gewöhnlichen Bewußtsein und in der gewöhnlichen Wissenschaft noch nicht tätigen Kräfte entwickelt, welche ein solches Eindringen ermöglichen.|35|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anthroposophie wird daher von Rudolf Steiner vielfach auch als anthroposophisch orientierte [[Geisteswissenschaft]] bezeichnet. Ihre Quelle ist der in [[Freiheit]] tätig nach [[Erkenntnis]] strebende [[Mensch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Stelle dich in die Mitte zwischen Gott und Natur, laß den Menschen in dir sprechen über das, was über dir ist und in dich hineinleuchtet, und über das, was von unten in dich hineinragt, dann hast du Anthroposophie, die Weisheit, die der Mensch spricht.|115|17f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was ist Anthroposophie? ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot; style=&amp;quot;float: right; margin-left:30px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:Yt Was ist Anthroposophie WP.JPG|400px|center|link=https://www.youtube.com/watch?v=_6ZlUijRyJI]]&amp;lt;center&amp;gt;Wolfgang Peter: &#039;&#039;Was ist Anthroposophie?&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Eine Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners.&amp;lt;br&amp;gt; (Vortrag im [[Brunner Heimathaus]] vom 6.5.2010)&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;[https://anthro.world anthro.world]&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die überwiegend [[naturwissenschaft]]lich orientierte [[Anthropologie]] allein den äußerlich fassbaren [[Mensch]]en beschreibt, will Anthroposophie darüber hinaus den nur innerlich [[Erleben|erlebbaren]] [[Seele|seelischen]] und [[geist]]igen Menschen und die diesem durch konsequente [[Schulungsweg|Bewusstseinsschulung]] [[Wahrnehmung|wahrnehmbare]] [[Seelenwelt|seelische]] und [[geistige Welt]] rein [[Empirie|empirisch]] erforschen – ohne [[Metaphysik|metaphysische]] [[Spekulation]] und unabhängig von jeglicher [[Religion|religiösen]] [[Dogmatik]] oder herkömmlichen [[Mystik]]. In dieser geistigen Welt ist aber auch das [[Wesen]] der ganzen Welt begründet und der [[Erkenntnis]] jedes Menschen, der „&#039;&#039;immer strebend sich bemüht&#039;&#039;“,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Wolfgang von Goethe]]: &#039;&#039;Faust. Der Tragödie zweiter Teil&#039;&#039;, V. Akt&amp;lt;/ref&amp;gt; prinzipiell zugänglich. Anthroposophie lässt sich daher zunächst wie folgt charakterisieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall führen möchte.|26|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Wirkungen in der Welt gehen, wie [[Rudolf Steiner]] betont, letztlich von [[Geistige Wesen|geistigen Wesenheiten]] aus, die in verschiedenen [[Bewusstseinszustände]]n leben. In ihrem Bewusstsein, zu dem sich der Mensch durch [[höhere Erkenntnis]] erheben kann, liegt der Ursprungsquell und die eigentliche [[Substanz]], aus der die [[Wirklichkeit]] gewoben ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Also, die wirklichen Realitäten der Welt sind Wesen in den verschiedenen Bewußtseinszuständen.|148|306|307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistig vertiefte [[Selbsterkenntnis]] wird damit zugleich zur umfassenden Welterkenntnis, zur [[Kosmologie]] bzw. [[Kosmosophie]] im weitesten Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Können wir auf uns selbst zurückschauend uns selbst&lt;br /&gt;
erkennen, dann können wir auch im Kosmos beobachten.&lt;br /&gt;
Und dann ergeben sich solche Beobachtungen, die&lt;br /&gt;
uns eine wirkliche Kosmologie, eine Kosmosophie liefern,&lt;br /&gt;
wie ich sie versucht habe zu geben in meinem Buche&lt;br /&gt;
«[[Die Geheimwissenschaft]]».|82|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es wird im Kosmos überhaupt nichts betrachtet, ohne daß man&lt;br /&gt;
gleichzeitig den Menschen darinnen hat. Es bekommt alles nur&lt;br /&gt;
dadurch Sinn und zu gleicher Zeit Erkenntnisboden, daß man es&lt;br /&gt;
in bezug auf den Menschen betrachtet. Nirgends wird der Mensch&lt;br /&gt;
ausgeschlossen. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
führt unsere Weltbetrachtung wiederum zu einer Betrachtung&lt;br /&gt;
des menschlichen Wesens zurück.|338|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat die von ihm [[Methode|methodisch]] entwickelte Anthroposophie auch sinngemäß als &#039;&#039;&#039;anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft&#039;&#039;&#039; oder kürzer als &#039;&#039;&#039;anthroposophische Geisteswissenschaft&#039;&#039;&#039; und ganz kurz schlicht als &#039;&#039;&#039;[[Geisteswissenschaft]]&#039;&#039;&#039; bezeichnet, um auf die von ihm angestrebte, auf konkrete &#039;&#039;geistige&#039;&#039; [[Erfahrung]] gegründete, exakte [[Wissenschaft|wissenschaftliche]] Erforschung des [[Geist]]igen hinzuweisen. Schon sein [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretisches]] Hauptwerk, die «[[Philosophie der Freiheit]]» {{GZ||4}}, trägt den Untertitel: &#039;&#039;Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In «[[Mein Lebensgang]]» schreibt Steiner später über seine «Philosophie der Freiheit»:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ich suchte in meinem Buche darzulegen, daß &#039;&#039;nicht hinter&#039;&#039; der Sinneswelt ein Unbekanntes liegt, sondern &#039;&#039;in&#039;&#039;&lt;br /&gt;
ihr die geistige Welt. Und von der menschlichen Ideenwelt&lt;br /&gt;
suchte ich zu zeigen, daß sie in dieser geistigen Welt&lt;br /&gt;
ihren Bestand hat. Es ist also dem menschlichen Bewußtsein&lt;br /&gt;
das Wesenhafte der Sinneswelt nur so &#039;&#039;lange&#039;&#039; verborgen,&lt;br /&gt;
als die Seele &#039;&#039;nur&#039;&#039; durch die Sinne wahrnimmt. Wenn&lt;br /&gt;
zu den Sinneswahrnehmungen die Ideen hinzuerlebt&lt;br /&gt;
werden, dann wird die Sinneswelt in ihrer objektiven&lt;br /&gt;
Wesenhaftigkeit von dem Bewußtsein erlebt. Erkennen&lt;br /&gt;
ist nicht ein Abbilden eines Wesenhaften, sondern ein&lt;br /&gt;
Sich-hinein-Leben der Seele in dieses Wesenhafte. &#039;&#039;Innerhalb&#039;&#039;&lt;br /&gt;
des Bewußtseins vollzieht sich das Fortschreiten von&lt;br /&gt;
der noch unwesenhaften Sinnenwelt zu dem Wesenhaften&lt;br /&gt;
derselben. So ist die Sinnenwelt nur so lange Erscheinung&lt;br /&gt;
(Phänomen), als das Bewußtsein mit ihr noch&lt;br /&gt;
nicht fertig geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist die Sinneswelt also geistige Welt; und&lt;br /&gt;
mit dieser erkannten geistigen Welt lebt die Seele zusammen,&lt;br /&gt;
indem sie das Bewußtsein über sie ausdehnt. Das&lt;br /&gt;
Ziel des Erkenntnisvorganges ist das bewußte &#039;&#039;Erleben&#039;&#039;&lt;br /&gt;
der geistigen Welt, vor deren Anblick sich alles in Geist&lt;br /&gt;
auflöst.|28|244f|263}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit [[Rosa Mayreder]], der sich Rudolf Steiner geistig sehr verbunden fühlte, führte er einen regen Briefwechsel über die «Philosophie der Freiheit». Ihr Urteil über sein Werk war ihm sehr wertvoll. Von [[w:Weimar|Weimar]] aus sandte er ihr das kurz zuvor in den Druck gekommene Buch. Im Begleitbrief vom 14. Dezember 1893 betont er sehr nachdrücklich, dass er im ersten Teil eine radikale &#039;&#039;[[Diesseits]]lehre&#039;&#039; begründet habe und dass es im zweiten Teil um einen [[Ethischer Individualismus|ethischen Individualismus]] gehe, der nichts weniger als die Emanzipation des höheren Menschheitsbewusstseins von &#039;&#039;jeglicher&#039;&#039; [[Autorität]] zum Ziel habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heute weltweit vertretenen Anthroposophie entstammen fruchtbare Anregungen für vielfältigste Lebensbereiche, etwa für die [[Waldorfpädagogik]] und [[Heilpädagogik]], die [[anthroposophisch erweiterte Medizin]], die [[Heilmittel]]- und Kosmetikproduktion ([[Weleda]], [[Wala]]), die [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]] ([[Demeter (Marke)|Demeter]]), für praktisch alle Bereiche der [[Kunst]] (wie z.B. auch der [[Architektur]]), inklusive der neu aus der Anthroposophie hervorgegangenen Raumbewegungskunst [[Eurythmie]], für die [[Dreigliederung des sozialen Lebens]] und das Finanzwesen ([[GLS Gemeinschaftsbank]], [[Freie Gemeinschaftsbank]]), für die weitere Vertiefung der [[Goetheanismus|Goetheanistischen Naturwissenschaft]], für die Religion ([[Die Christengemeinschaft]] und [[Freier Religionsunterricht]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Anthroposophie versteht sich als eine Methode der [[individuell]]en [[Bewusstseinsentwicklung]]. Ihre Grundlage ist ein erkenntniswissenschaftlich fundiertes Konzept der menschlichen [[Individualität]],&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung.8. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2002&amp;lt;/ref&amp;gt; ist zudem „ausgebildeter [[Goetheanismus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit - Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts, Rudolf Steiner Verlag, Dornach, 1984, Seite 136&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie enthält Inhalte des [[Christian Rosenkreutz|Rosenkreuzertums]], insofern diese von Rudolf Steiner ausgeführt worden sind,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99 (1985)&amp;lt;/ref&amp;gt; eine ausführliche Darstellung der [[Weltentwicklungsstufen]] sowie eine unserer Zeit angemessene Auffassung von [[Wiederverkörperung]] und [[Schicksal]], welche sich von vielen östlichen Ansätzen grundlegend unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;section begin=Naturwissenschaft /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;[[anthroposophische Geisteswissenschaft]]&#039;&#039; im Sinne Rudolf Steiners versteht sich nicht als [[Spekulation|spekulative]], sondern als streng [[Empirie|empirische]] [[Wissenschaft]], die sich [[Methode|methodisch]] an der [[Naturwissenschaft]] orientiert, anders als diese aber nicht vordringlich die äußere [[physisch]]e [[Natur]] zum Gegenstand hat, sondern sich der Erforschung der [[Geistige Welt|geistigen Welt]] widmet, in der sie eine eigenständige, der [[physische Welt|physischen Welt]] übergeordnete und letztere bedingende [[Wirklichkeit]] erblickt, die durch die gezielte Entwicklung entsprechender [[seelisch]]er Wahrnehmungsorgane der [[Erfahrung]] zugänglich ist und durch das [[Denken]] in ihrem inneren Zusammenhang begriffen werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Geisteswissenschaft ist die &#039;&#039;wahre Fortsetzerin&#039;&#039; der naturwissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Forschung dadurch, daß sie das Gebiet&lt;br /&gt;
des Geistes mit denjenigen Mitteln zu erkennen strebt,&lt;br /&gt;
welche für dieses Gebiet tauglich sind. Als &#039;&#039;Fortsetzerin&#039;&#039; der&lt;br /&gt;
Naturwissenschaft kann sie nicht selbst &#039;&#039;bloße&#039;&#039; Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
sein. Denn diejenigen Mittel, welche dieser Wissenschaft&lt;br /&gt;
so gewaltige Triumphe gebracht haben, vermochten&lt;br /&gt;
dies eben aus dem Grunde, weil sie der Erforschung der&lt;br /&gt;
Natur im höchsten Maße angepaßt waren, und weil diese&lt;br /&gt;
Forschung sie nicht durch andre - nicht für das Naturgebiet&lt;br /&gt;
geeignete - beeinträchtigt hat. Um auf dem Gebiete des&lt;br /&gt;
Geistes ein Ähnliches zu leisten, wie Naturwissenschaft auf&lt;br /&gt;
dem der Natur geleistet hat, muß Geisteswissenschaft andre&lt;br /&gt;
Erkenntnisfähigkeiten zur Entwickelung bringen, als die in&lt;br /&gt;
der Naturforschung anwendbaren sind. Damit muß sie&lt;br /&gt;
allerdings einen Gesichtspunkt geltend machen, der begreiflicherweise&lt;br /&gt;
in der Gegenwart vielseitigem Zweifel begegnen&lt;br /&gt;
kann. Man betrachte doch nur einmal unbefangen, was&lt;br /&gt;
über diese «andern Erkenntnisfähigkeiten» gesagt wird. Es&lt;br /&gt;
sind Fähigkeiten, welche durchaus in der Entwickelungslinie&lt;br /&gt;
der gewöhnlichen menschlichen Seelenkräfte liegen. Wie&lt;br /&gt;
muß die Geisteswissenschaft ihren Unterschied von der Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
auffassen? Die Erforschung der Natur kann&lt;br /&gt;
nur mit den Erkenntniskräften gepflegt werden, welche der&lt;br /&gt;
Mensch im naturgemäßen Verlauf seines Lebens erlangt&lt;br /&gt;
und die zum Zwecke dieser Erforschung durch geregelte Beobachtung&lt;br /&gt;
und wissenschaftliche Versuchswerkzeuge unterstützt&lt;br /&gt;
werden. Um in die geistige Welt einzudringen, muß&lt;br /&gt;
sie der Mensch durch geistig-seelische Übungen über den&lt;br /&gt;
Punkt hinaus weiterentwickeln, bis zu dem sie ohne solche&lt;br /&gt;
Übungen sich - gleichsam von selbst - bilden.|35|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie will eine Eröffnung&lt;br /&gt;
der Tore zu einer übersinnlichen Welt sein. Und sie will&lt;br /&gt;
diese Welt nicht durch bloßes spekulatives Denken finden,&lt;br /&gt;
sondern durch wirkliche Wahrnehmung, welche der menschlichen&lt;br /&gt;
Seele ebenso zugänglich ist wie die Wahrnehmung&lt;br /&gt;
der physischen Sinne. Man ist gewöhnlich der Ansicht, daß&lt;br /&gt;
eine solche Wahrnehmung in geistiger Art nur in Zuständen&lt;br /&gt;
der Vision, der Ekstase in der Seele auftritt, und daß&lt;br /&gt;
sie bei den mit ihr begnadeten Menschen keiner wissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Kontrolle unterliege. Deshalb will man ihr&lt;br /&gt;
auch keinen anderen Wert beilegen als einen solchen persönlicher&lt;br /&gt;
Erlebnisse der einzelnen menschlichen Individuen.&lt;br /&gt;
Mit dieser Art von Seelenerlebnissen hat die moderne Theosophie nichts gemein. Sie zeigt, daß in der menschlichen&lt;br /&gt;
Seele Erkenntniskräfte schlummern, welche im gewöhnlichen&lt;br /&gt;
Leben und auch in der äußeren Wissenschaft nicht&lt;br /&gt;
zutage treten. Diese Kräfte können durch Meditation und&lt;br /&gt;
durch eine energische Konzentration des inneren Empfindungs-&lt;br /&gt;
und Willenslebens wachgerufen werden. Es muß&lt;br /&gt;
die Seele, um dazu zu kommen, sich abschließen können&lt;br /&gt;
gegenüber allen äußeren Eindrücken und auch gegenüber&lt;br /&gt;
allem, was das Gedächtnis von solchen äußeren Eindrücken&lt;br /&gt;
aufbewahrt. Meditation ist die intensive Hingabe der Seele&lt;br /&gt;
an Vorstellungen, Empfindungen und Gefühle, so, daß&lt;br /&gt;
man kein Bewußtsein davon entwickelt, was diese Vorstellungen&lt;br /&gt;
oder Gefühle für die physische Welt bedeuten, sondern&lt;br /&gt;
so, daß diese sich innerhalb des Seelenlebens als Kräfte&lt;br /&gt;
erweisen, welche die Seele gleichsam durchstrahlen und so&lt;br /&gt;
aus deren Tiefen Mächte herausholen, deren sich der Mensch&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Leben nicht bewußt ist. Die Wirkung dieser&lt;br /&gt;
inneren Versenkung ist eine solche, daß sich durch sie&lt;br /&gt;
der Mensch als einer geistigen Realität seines eigenen Wesens&lt;br /&gt;
bewußt wird, von welcher er sonst keine Wahrnehmung&lt;br /&gt;
hat. Bevor er solche Übungen anstellt, erkennt er sich&lt;br /&gt;
als eine Wesenheit, welche durch körperliche Organe von&lt;br /&gt;
sich und von der Welt etwas weiß. Nach solchen Übungen&lt;br /&gt;
weiß er, daß er ein Leben in sich entfalten kann, auch ohne&lt;br /&gt;
daß ihm seine körperlichen Organe ein solches Leben vermitteln.&lt;br /&gt;
Er weiß, daß er sich geistig abtrennen kann von seinem&lt;br /&gt;
physischen Körper und daß er durch diese Abtrennung&lt;br /&gt;
nicht in den Zustand der Bewußtlosigkeit versinken muß.&lt;br /&gt;
Und er erlangt nicht nur von sich selbst eine solche Erkenntnis,&lt;br /&gt;
sondern auch von einer übersinnlichen Welt,&lt;br /&gt;
welche sich für die gewöhnliche Erkenntnis hinter der&lt;br /&gt;
physisch-sinnlichen Welt verbirgt und in welcher die wahren&lt;br /&gt;
Ursachen dieser letzteren liegen.|35|145ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anthroposophische Geisteswissenschaft, von Rudolf Steiner anfangs auch als [[Geheimwissenschaft]] bezeichnet, weil sie der Erforschung des „Geheimen“, d. h. des nicht sinnlich, sondern nur übersinnlich Erfahrbaren dient, versteht sich, weil sie sich an der strengen [[Methodik]] der Naturwissenschaften orientiert, als eine die höheren Welten systematisch erforschende [[Wissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Geheimwissenschaft will die naturwissenschaftliche&lt;br /&gt;
Forschungsart und Forschungsgesinnung, die auf&lt;br /&gt;
ihrem Gebiete sich an den Zusammenhang und Verlauf der&lt;br /&gt;
sinnlichen Tatsachen hält, von dieser besonderen Anwendung&lt;br /&gt;
loslösen, aber sie in ihrer denkerischen und sonstigen&lt;br /&gt;
Eigenart festhalten. Sie will über Nichtsinnliches in derselben&lt;br /&gt;
Art sprechen, wie die Naturwissenschaft über Sinnliches&lt;br /&gt;
spricht. Während die Naturwissenschaft im Sinnlichen mit&lt;br /&gt;
dieser Forschungsart und Denkweise stehenbleibt, will Geheimwissenschaft&lt;br /&gt;
die seelische Arbeit an der Natur als eine&lt;br /&gt;
Art Selbsterziehung der Seele betrachten und das Anerzogene&lt;br /&gt;
auf das nichtsinnliche Gebiet anwenden. Sie will so&lt;br /&gt;
verfahren, daß sie zwar nicht über die sinnlichen Erscheinungen&lt;br /&gt;
als solche spricht, aber über die nichtsinnlichen Weltinhalte&lt;br /&gt;
so, &#039;&#039;wie&#039;&#039; der Naturforscher über die sinnenfalligen.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Sie&#039;&#039; hält von dem naturwissenschaftlichen Verfahren die seelische&lt;br /&gt;
Verfassung innerhalb dieses Verfahrens fest, also gerade&lt;br /&gt;
das, durch welches Naturerkenntnis Wissenschaft erst&lt;br /&gt;
wird. Sie darf sich deshalb als Wissenschaft bezeichnen.|13|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Naturwissenschaft ist nicht nur durch ihre methodische Vorgangsweise die beste Vorbereitung für die Geisteswissenschaft, sie führt auch an jene Grenzen heran, an denen das Bewusstsein für das Geistige erwachen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diese moderne Naturwissenschaft gibt dem, der sich&lt;br /&gt;
ihr widmet, nicht nur Aufschlüsse, die niemand mehr&lt;br /&gt;
bewundern kann als der Geistesforscher selbst, über den&lt;br /&gt;
äußeren Naturverlauf, über mancherlei, was auch einzuschlagen&lt;br /&gt;
hat in das praktische Leben, sondern diese&lt;br /&gt;
Naturwissenschaft gibt dem, der sich ihr von gewissen&lt;br /&gt;
Gesichtspunkten aus hingebungsvoll widmet, eine innere&lt;br /&gt;
Erziehung des menschlichen Seelenlebens. Und mehr als&lt;br /&gt;
man dazu in früheren Stadien naturwissenschaftlichen Erkennens&lt;br /&gt;
in der Lage war, ist man heute erkenntnismäßig&lt;br /&gt;
eigentlich gerade durch die Naturwissenschaft zur Geistesforschung&lt;br /&gt;
vorbereitet. Man soll sich nur nicht einengen&lt;br /&gt;
lassen durch das, was die Naturwissenschaft auf&lt;br /&gt;
ihrem eigenen Gebiete über die Außenwelt zu sagen hat.&lt;br /&gt;
Man soll sich vielmehr aufschwingen können zu einer&lt;br /&gt;
inneren Disziplinierung, zu einer inneren Zucht des seelischen&lt;br /&gt;
Lebens durch die Art und Weise, wie man an der&lt;br /&gt;
Natur forscht. Die Vorstellungen, die die Naturwissenschaft&lt;br /&gt;
selbst liefert, können nur Aufschluß geben über die&lt;br /&gt;
äußere Natur; ihrem Inhalte nach werden sie nichts sagen&lt;br /&gt;
über das geistige Leben. Aber indem man sie gebraucht,&lt;br /&gt;
indem man sie gerade hingebungsvoll gebraucht bei der&lt;br /&gt;
Naturforschung, bei der Naturerkenntnis, erziehen sie,&lt;br /&gt;
ich möchte sagen, nebenbei in demjenigen Menschen, der&lt;br /&gt;
in der Lage ist achtzugeben auf das, was in ihm da vorgeht,&lt;br /&gt;
gewisse innere Lebensverhältnisse, die ihn dahin&lt;br /&gt;
bringen, einen Begriff, ein inneres Erlebnis zu erhalten&lt;br /&gt;
von dem, was es heißt: mit seiner Seele außerhalb des&lt;br /&gt;
Leibes leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, daß dieser Begriff - mit seiner Seele&lt;br /&gt;
außerhalb des Leibes leben — heute für viele der Gipfel des&lt;br /&gt;
Unsinns ist. Doch das macht nichts. Jeder kann sich&lt;br /&gt;
überzeugen, daß die innere Erfahrung ihm die gewisse&lt;br /&gt;
Einsicht in das Leben außerhalb des Leibes gibt, wenn er&lt;br /&gt;
solche Übungen des Seelenlebens durchmacht, wie sie in&lt;br /&gt;
meinen Schriften angedeutet sind oder wie ich sie im&lt;br /&gt;
Prinzip hier aussprechen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders Bedeutungsvolles kann man durchmachen,&lt;br /&gt;
wenn man eben an jenen Grenzort des Erkenntnislebens&lt;br /&gt;
kommt, an den einen die Naturwissenschaft so vielfach&lt;br /&gt;
führt. Grenzort! Sehen Sie, von den großen Grenzfragen&lt;br /&gt;
des Erkennens sprechen ja viele Leute. Man spricht davon,&lt;br /&gt;
daß die menschliche Seele an eine Grenze kommt,&lt;br /&gt;
wenn sie darüber forschen will, ob die Welt, räumlich&lt;br /&gt;
oder zeitlich, unendlich oder endlich ist, wenn die Seele&lt;br /&gt;
forschen will, ob sie einem unwiderstehlichen Zwang in&lt;br /&gt;
allen ihren Handlungen unterliegt oder ob sie frei ist.&lt;br /&gt;
Gewiß, das sind höchste Grenzfragen. Du Bois-Reymond&lt;br /&gt;
hat in seiner berühmten Rede über die Grenzen des&lt;br /&gt;
Naturerkennens, über die sieben Welträtsel, andere solche&lt;br /&gt;
Grenzfragen hingestellt. Tiefsten Eindruck kann auf&lt;br /&gt;
einen machen, wenn man so recht, ich möchte sagen, aus&lt;br /&gt;
dem Erkenntnisschmerze eines Erkenntnismenschen heraus&lt;br /&gt;
fühlt, wie ein solcher Mensch an einem solchen&lt;br /&gt;
Grenzorte steht.|72|25f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Daher kann man sagen: Wirkliche Erkenntnis bietet heute dem,&lt;br /&gt;
der sie sucht, eigentlich nur die Naturwissenschaft. Aber was lehrt&lt;br /&gt;
die Naturwissenschaft vom Menschen? Sie lehrt das, was am Menschen&lt;br /&gt;
mit der Geburt oder Empfängnis entsteht und mit dem Tode&lt;br /&gt;
vergeht. Nichts anderes! Wenn man ehrlich sein will, so hat sie&lt;br /&gt;
nichts anderes. Daher ist es für den, der auf diesem Gebiete ehrlich&lt;br /&gt;
sein will, nicht anders möglich, als seinen Blick auf das zu richten,&lt;br /&gt;
was heute nicht mit den üblichen naturwissenschaftlichen Mitteln&lt;br /&gt;
erreicht werden kann, das heißt, eine wirkliche Seelen- und Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
zu begründen, die wiederum auf einer Erfahrung und&lt;br /&gt;
Beobachtung von Geistigem beruht, wie die alte Geisteserkenntnis.&lt;br /&gt;
Und das kann nicht anders geschehen als mit den Mitteln, die Sie&lt;br /&gt;
angegeben finden in meinen Büchern «[[Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?]]», «[[Die Geheimwissenschaft]]» und anderen,&lt;br /&gt;
indem sich der Mensch dadurch in die Möglichkeit versetzt, das&lt;br /&gt;
Geistige wirklich zu schauen und darüber so zu sprechen, wie er&lt;br /&gt;
über das spricht, was im Sinnlich-Materiellen vorliegt und zu einer&lt;br /&gt;
gediegenen Naturwissenschaft geführt hat. Alles, was auf der Erde&lt;br /&gt;
den Sinnen gegeben ist, was herangebracht werden kann an das Experiment,&lt;br /&gt;
das ist natürlich noch nicht abgeschlossen, aber es ist auf&lt;br /&gt;
gutem Wege. Doch das alles liefert nur Erkenntnisse über den vergänglichen,&lt;br /&gt;
den sinnlichen, den zeitlichen Menschen. Daher können&lt;br /&gt;
wir gar nicht über das Irdische hinausschauen, wenn wir mit diesen&lt;br /&gt;
Mitteln den Menschen erfassen wollen. Denn schauen wir bloß auf&lt;br /&gt;
das Irdische, so schauen wir nur auf das, was vom Menschen vergänglich&lt;br /&gt;
ist.|231|61f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die fruchtbare Zusammenarbeit von Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft zu charakterisieren, benutzt [[Rudolf Steiner]] gelegentlich das [[Tunnelgleichnis]], d.&amp;amp;nbsp;h. den Bau eines Tunnels, der von zwei Seiten her gegraben wird, um in der Mitte zusammenzutreffen und so den Durchgang zwischen der [[Geistwelt]] und der [[Naturwelt]] für die [[Erkenntnis]] zu eröffnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|So stellt sich heute die Geisteswissenschaft neben die Naturwissenschaft hin, nicht der Naturwissenschaft widersprechend, sondern sie voll anerkennend. Ja, gerade aus derselben Gesinnung, wie die Naturwissenschaft sie der Natur gegenüber hat, möchte die Geistesforschung zu einer Wissenschaft des Geistes kommen. Sie möchte so eindringen in die inneren Kräfte des Daseins, wie die Naturwissenschaft eindringt in die äußeren Kräfte des Daseins. Und zeigen wird sich, wenn einmal diese Geisteswissenschaft Platz greift im Geistesleben unserer Zeit, wie das volle Dasein, die volle Wirklichkeit nur dadurch erfaßt werden kann, daß man von zwei Seiten her sich dieser Wirklichkeit nähert, auf der einen Seite naturforscherisch, indem man die Welt von außen betrachtet, auf der anderen Seite geisteswissenschaftlich, indem man sie vom Geiste aus betrachtet, bis man von beiden Seiten kommend, [wie bei einem Tunnelbau,] in der richtigen Richtung bohrend, in der Mitte zusammentrifft. So findet man die wahre Wirklichkeit, indem man von der Natur und vom Geiste her in entgegengesetzter Linie zusammenarbeitet, bis die zwei Richtungen zusammenkommen.|69a|268f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Denn Geistesforschung und Naturwissenschaft werden einander begegnen, die Geistesforschung von der geistigen Seite her, die Naturwissenschaft von der materiellen Seite her. Sie werden sich treffen, wie Arbeiter, die einen Tunnel graben, wenn sie richtig orientiert sind, von beiden Seiten her in der Mitte zusammentreffen.|72|130}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;section end=Naturwissenschaft /&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Philosophie und Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während sich die [[Philosophie]] spätestens seit [[Aristoteles]] vornehmlich auf das [[Spekulation|spekulative]] bzw. [[diskursiv]]e [[Denken]] gründet, beruht die Anthroposophie unmittelbar auf gedankenklarer, vollbewusster [[Hellsehen|geistiger Wahrnehmung]]. Das bereits in [[Rudolf Steiner]]s [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretischen]] Grundlagenwerken angesprochene [[Intuitives Denken|intuitive Denken]] stellt eine elementare Form einer solchen geistigen Wahrnehmung dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Man verleumdet Anthroposophie, wenn man sie bloss&lt;br /&gt;
eine Philosophie nennt. Sie beruht nicht auf einer philosophischen&lt;br /&gt;
Spekulation, sondern sie beruht auf einer Anschauung,&lt;br /&gt;
die ebenso lebendig ist, wie nur je eine sinnliche&lt;br /&gt;
Anschauung sein kann, die aber eben errungen werden&lt;br /&gt;
muss, indem der Mensch die Kräfte, die in seiner Seele&lt;br /&gt;
sonst nur schlummern, so ausbildet, wie ich sie im Prinzip&lt;br /&gt;
angedeutet habe...|R. Steiner: &#039;&#039;Anthroposophie und die Rätsel der Seele&#039;&#039;, Vortrag in Bern, 20. März 1922 [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220320-01-01.pdf pdf]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Christian Clement]] weist in seiner Einleitung zu [[SKA 5]] ganz richtig darauf hin, dass Rudolf Steiner stets betont habe, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|... dass eine wirklichkeitsgemäße Erkenntnis nicht allein&lt;br /&gt;
durch gedankliche Verarbeitung und Deutung&lt;br /&gt;
sinnlicher Beobachtungen erworben werden könne,&lt;br /&gt;
sondern dass zu diesem „sinnlichen“ Erkennen eine&lt;br /&gt;
völlig andere Art des Denkens und Wahrnehmens&lt;br /&gt;
hinzukommen müsse. Ein „höheres“, „übersinnliches“&lt;br /&gt;
Bewusstsein müsse entfaltet, ein neues „Organ“ erschlossen&lt;br /&gt;
werden, dessen Inhalt nicht einfach „gegeben“&lt;br /&gt;
seien, wie diejenigen der sinnlichen Wahrnehmung,&lt;br /&gt;
sondern die in energischer geistig-seelischer&lt;br /&gt;
Selbsterziehung erst innerlich hervorgebracht werden&lt;br /&gt;
müssten. Zu diesem höheren Bewusstsein sei die&lt;br /&gt;
Menschheit insgesamt derzeit erst noch unterwegs,&lt;br /&gt;
doch könne es durch seelisches und geistiges Üben&lt;br /&gt;
vom Philosophen bzw. Mystiker schon jetzt, gewissermaßen&lt;br /&gt;
als bewusstseinsevolutive Frühgeburt, bewusst&lt;br /&gt;
hervorgebracht werden. Dieses grundlegende&lt;br /&gt;
Postulat eines im Menschen als Potenzial schlummernden,&lt;br /&gt;
nicht auf sinnlichen Inhalten beruhenden&lt;br /&gt;
‚höheren‘ Bewusstseins verbindet nach Steiners Auffassung&lt;br /&gt;
seine eigene Philosophie mit so disparaten&lt;br /&gt;
Geistesströmungen wie Platonismus und Neuplatonismus,&lt;br /&gt;
der mittelalterlichen Mystik, mit Cusanus,&lt;br /&gt;
Paracelsus und Böhme, mit den Anschauungen Goethes&lt;br /&gt;
und Schillers und dem Idealismus eines Fichte,&lt;br /&gt;
Schelling und Hegel.|Christian Clement, SKA 5, XXXV}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Wir sehen das Kind, wie es in die&lt;br /&gt;
Welt tritt mit nur geringen Fähigkeiten, sich eine Einsicht in&lt;br /&gt;
die Umgebung zu verschaffen, wir sehen, wie die Fähigkeiten immer&lt;br /&gt;
tiefer und tiefer hineinführen in die äußere und innere Welt&lt;br /&gt;
und wie diese Fähigkeiten sich entwickeln. Im gewöhnlichen Leben&lt;br /&gt;
schließen wir diese Entwicklung an einem gewissen Punkt ab und&lt;br /&gt;
indem wir uns eine bestimmte Art des Denkens, eine bestimmte Art&lt;br /&gt;
des Fühlens und eine bestimmte Art des Wollens als Erwachsene&lt;br /&gt;
angeeignet haben, bleiben wir bei diesem stehen, treiben mit&lt;br /&gt;
diesem unser alltägliches Leben und unsere gewöhnliche Wissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derjenige, der anthroposophische Forschung treiben will,&lt;br /&gt;
der muss die Entwicklung weiterleiten, er muss sich sagen in einem&lt;br /&gt;
bestimmten Punkt seines Lebens: Dasjenige, was an Fähigkeiten in&lt;br /&gt;
der Seele ist, ist auf solche Art nicht voll entwickelt; es kann&lt;br /&gt;
weiteres aus den Untergründen der Seele heraufgehoben werden. Und&lt;br /&gt;
dieses Heraufholen, das führt dann zu denjenigen Erkenntnisfähigkeiten,&lt;br /&gt;
welche in die übersinnlichen Welten hineingeleiten können.|Rudolf Steiner, München, 16. Januar 1922 [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220116a-01-01.pdf pdf]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schein und Wirklichkeit ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Grundirrtum des [[Philosophie|Philosophierens]] besteht nach [[Rudolf Steiner]] darin, die [[Sinneswelt]] bereits als fertige Wirklichkeit anzusehen. Erst das [[Denken]], das die [[Wahrnehmungen]] durchdringt, enthüllt auch ihre inneren Gesetzmäßigkeiten, ohne die sie nicht bestehen könnte, und führt damit erst zur vollen Wirklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das ist der Grundfehler des Philosophierens des 19. Jahrhunderts,&lt;br /&gt;
daß immer einfach die Sinneswelt als fertige genommen wird.&lt;br /&gt;
Man ist sich nicht bewußt geworden, daß zur wahren Wirklichkeit&lt;br /&gt;
der Mensch dazugehört, daß dasjenige, was im Menschen namentlich&lt;br /&gt;
an Gedanken auftritt, sich abspaltet von der Wirklichkeit,&lt;br /&gt;
indem der Mensch in die Wirklichkeit hineingeboren wird, daß die&lt;br /&gt;
Wirklichkeit zunächst verborgen ist, so daß sie uns als eine Scheinwirklichkeit&lt;br /&gt;
entgegentritt; und erst wenn wir diese Scheinwirklichkeit&lt;br /&gt;
durchdringen mit dem, was in uns aufleben kann, haben wir&lt;br /&gt;
die volle Wirklichkeit vor uns. Damit aber würde von vornherein&lt;br /&gt;
philosophisch, vom Gesichtspunkt einer gewissen Erkenntnistheorie,&lt;br /&gt;
alles dasjenige charakterisiert sein, was später wiederum meiner&lt;br /&gt;
Anthroposophie zugrundeliegt. Denn es ist vom Anfang an versucht&lt;br /&gt;
worden nachzuweisen, daß die Sinneswelt nicht eine Wirklichkeit&lt;br /&gt;
ist, sondern daß sie eine Scheinwirklichkeit ist, zu der erst&lt;br /&gt;
hinzukommen muß dasjenige, was der Mensch zu ihr hinzubringt,&lt;br /&gt;
was dem Menschen in seinem Inneren aufleuchtet und was er dann&lt;br /&gt;
erarbeitet. Die ganze kantische und nach-kantische Philosophie&lt;br /&gt;
geht im Grunde genommen davon aus, daß man eine fertige&lt;br /&gt;
Wirklichkeit vor sich habe und daß man dann die Frage aufstellen&lt;br /&gt;
könne: Ja, kann man denn diese fertige Wirklichkeit erkennen oder&lt;br /&gt;
kann man sie nicht erkennen? - Sie ist aber keine fertige Wirklichkeit, sie ist nur eine halbe Wirklichkeit, und die ganze Wirklichkeit&lt;br /&gt;
entsteht erst, wenn der Mensch dazukommt und dasjenige in die&lt;br /&gt;
Wirklichkeit hineingießt, was ihm in seinem Innersten aufgeht.|255b|41f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirklichkeit ist dem [[Mensch]]en gemäß [[Rudolf Steiner]]s [[Philosophie der Freiheit]] nicht unmittelbar gegeben, sondern fließt ihm von zwei Seiten her zu, nämlich durch [[Beobachtung]] und [[Denken]]. Dadurch wird im menschlichen Bewusstsein zunächst eine unüberbrückbar scheinende Kluft (→ [[Chorismos]]) aufgerissen. Erst indem der Mensch beiden Hälften, die in der Wirklichkeit zwar stets untrennbar miteinander verbunden, dem menschlichen [[Bewusstsein]] aber zunächst nur getrennt gegeben sind, im [[Erkenntnis]]akt miteinander verbindet, d.&amp;amp;nbsp;h. die [[Wahrnehmung]] mit dem zugehörigen [[Begriff]] durchdringt, stößt er zur vollen Wirklichkeit vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Nicht an den Gegenständen liegt es, dass sie uns zunächst ohne die entsprechenden Begriffe gegeben werden, sondern an unserer geistigen Organisation. Unsere totale Wesenheit funktioniert in der Weise, dass ihr bei jedem Dinge der Wirklichkeit von zwei Seiten her die Elemente zufließen, die für die Sache in Betracht kommen: von seiten des Wahrnehmens und des Denkens.“ {{Lit|{{G|4|90}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Begriff des Baumes ist für das Erkennen durch die Wahrnehmung des Baumes bedingt. Ich kann der bestimmten Wahrnehmung gegenüber nur einen ganz bestimmten Begriff aus dem allgemeinen Begriffssystem herausheben. Der Zusammenhang von Begriff und Wahrnehmung wird durch das Denken an der Wahrnehmung mittelbar und objektiv bestimmt Die Verbindung der Wahrnehmung mit ihrem Begriffe wird nach dem Wahrnehmungsakte erkannt; die Zusammengehörigkeit ist aber in der Sache selbst bestimmt.“ {{Lit|{{G|4|145}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dem Menschen die Wirklichkeit nicht unmittelbar, sondern zunächst nur in Form zweier unwirklicher Hälften gegeben ist, die er aktiv verbinden muss, begründet die Möglichkeit seiner [[Freiheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Widersprüchlichkeit und Objektivität der Geisteswissenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Naturwissenschaft in geistigem Dunkel tastet und daher oft zu den gleichen Ergebnissen kommt, beleuchtet die Geisteswissenschaft die Gegenstände von verschiedenen Punkten aus und liefert unterschiedliche Perspektiven. Der häufige Einwand, dass Geistesforscher widersprüchlich seien, entsteht, weil sie das Licht von verschiedenen Blickwinkeln entzünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Rudolf Steiner vertretene Geisteswissenschaft strebt an, den Geist [[Objektivität|objektiv]] zu beschreiben, indem sie ihn aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Dies führt zwar zu scheinbaren Widersprüchen, diese sind aber notwendig, um ein vollständiges Bild zu erhalten, ähnlich wie Fotografien eines Raumes aus verschiedenen Winkeln. Die Naturwissenschaft steht nicht im Widerspruch zur Geisteswissenschaft, sondern bestätigt sie in vielen Aspekten. Der Geist ist lebendig und enthält Widersprüche, die durch unterschiedliche Perspektiven sichtbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige, was als Geist erforscht wird, das wirft eigentlich erst auf dasjenige, was uns als Natur umgibt, Licht. Naturwissenschaft wird dadurch nicht entkräftet, aber sie nimmt sich der Geisteswissenschaft gegenüber so aus wie die Anschauung, die jemand hat, der in einem finsteren Zimmer die Gegenstände abtastet, zu dem, der ein Licht anzündet und die Gegenstände beleuchtet. Allerdings, wenn man die Gegenstände im Dunkel abtastet, den einen, einen zweiten, einen dritten – man tastet immer dasselbe. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das bloß abgetastete Zimmer von allen gleich beschrieben ist. Weil Naturwissenschaft in geistigem Dunkel forscht, sind die Begriffe von selbst immer die gleichen, weil, wenn man ein Licht anzündet, man da und dort hinleuchten kann, wird die Konfiguration von den verschiedenen Punkten aus verschieden sein. Daher der leicht auffindbare, aber durchaus nicht treffende Einwand, den man gewöhnlich macht, dass der eine Geistesforscher dieses, der andere jenes spricht. Das ist der Fall, aber es ist der Fall aus dem Grunde, weil der Geistesforscher zunächst auch geistig von einem bestimmten Gesichtspunkte aus das Licht entzündet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt einen Ausweg. Und gerade die Richtung, die ich selber vertrete, sucht diesen Ausweg. Die Menschen scheuen sich vor der inneren Seelendramatik, vor der Erkenntnisdramatik, die man durchmachen muss, weil sie fürchten, in das Subjektive hineinzukommen. Das ist ein Übergang, aber dann kommt man in ein Gebiet, wo der Geist das Objektive ist, wo der Geist von allen Seiten gleich beschrieben werden kann, wie die Sinneswelt beschrieben werden kann. Wenn man in einem Zimmer ein Licht anzündet, hat man allerdings nur einen gewissen Aspekt von dem Zimmer. Dreht man das Licht herum, dann widersprechen sich die Eindrücke; von jedem Orte sieht das Zimmer anders aus, aber man bekommt so allmählich einen objektiven Überblick über das ganze Zimmer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sucht insbesondere jene geisteswissenschaftliche Richtung, die von mir angestrebt wird, zwar die geistesforscherischen Methoden anzuwenden und alles mit dem Lichte des Geistes zu beleuchten, aber es wird versucht, das von verschiedenen Gesichtspunkten aus zu tun. Dadurch kommt eine andere Misere heraus, aber das ist nicht weiter schlimm, dass, während man sonst sagt, dass man bei einem Geistesforscher, der die verschiedenen Standpunkte einnimmt, sagt, er widerspreche sich selber. Er widerspricht sich selber, aber er tut es, um allmählich zu charakterisieren. Das liegt den neuerdings so beliebt gewordenen Kritiken meiner Weltanschauung zugrunde, wo Widersprüche aufgesucht werden. Diese Widersprüche sind nicht mehr wert als vier Fotografien von vier Seiten eines Raumes. Der Geistesforscher muss sich in einer gewissen Weise widersprechen, indem er das Leben von verschiedenen Standpunkten aus charakterisiert. Mögen dann nur unverständige Leute kommen – gerade durch das Vorhandensein verschiedener Bilder, die der Geistesforscher gibt, will er seine Objektivität zeigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der gewöhnlichen physischen Sinneswelt ist es ja so, dass man dem nicht ausgesetzt zu sein braucht, wenn man bloß äußerliche Tatsachen beschreibt. Aber es kommt anders bei dem Geistigen. Der Geist ist ein Lebendiges, und das Lebendige hat seine Widersprüche. Überhaupt ist es auch sonst so, dass derjenige, der die Geisteswissenschaft kennt, dann sorgfältig und gewissenhaft in die Denkungsart der Naturwissenschaft sich hineinvertieft, wie sie in der Gegenwart ausgebildet ist, der findet, dass die Naturwissenschaft bis in alle Einzelheiten hinein nicht nur nicht in Widerspruche steht mit der Geisteswissenschaft, sondern vollständig eine Bestätigung ist alles desjenigen, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat.|71b|51ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie im Wandel der Zeiten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Warum dürfen wir heute über Reinkarnation und so weiter sprechen? Warum dürfen wir in einer solchen Versammlung zusammensitzen und Geisteswissenschaft pflegen? Wir dürfen das, weil alle die Seelen, die heute in Ihnen sind, in so und so vielen Körpern so und so oft auf der Erde inkarniert waren. Gar manche von den Seelen, die heute in Ihnen sind, haben einstmals gelebt innerhalb der germanischen Länder, wo die Druidenpriester unter sie getreten sind und das, was geistige Weisheit ist, in Form von Mythen und Sagen an die Seele herangebracht haben. Und weil die Seele das dazumal in jener Form aufgenommen hat, ist sie heute in der Lage, das in einer anderen Form, in anthroposophischer Form aufzunehmen. Damals im Bilde, heute in der Form der Anthroposophie. Aber nicht hätte damals die Wahrheit in der heutigen Form vorgetragen werden können. Sie dürfen nicht glauben, daß der alte Druidenpriester die Wahrheit hätte in dieser Form verkünden können, wie es heute geschieht. Aber Anthroposophie ist diejenige Form, die für die heutigen oder unmittelbar kommenden Menschen taugt. In späteren Inkarnationen wird in ganz anderen Formen die Wahrheit verkündet und für sie gewirkt werden, und das, was man heute Anthroposophie nennt, wird als eine Erinnerung erzählt werden, wie man heute die Sagen und Märchen erzählt. So unsinnig darf der Anthroposoph nicht sein, zu sagen: Es hat in alten Zeiten nur Dummheiten und kindliche Anschauungen gegeben, und «nur wir haben es heute so herrlich weit gebracht». - Das tun zum Beispiel diejenigen, die vorgeben, Monisten zu sein. Wir aber arbeiten in der Geisteswissenschaft, um die nächste Epoche vorzubereiten. Denn würde unsere Epoche nicht da sein, so würde die nächste eben auch nicht kommen. Aber auch keiner darf die Gegenwart mit der Zukunft entschuldigen. Auch mit der Reinkarnationslehre wird da viel Unfug getrieben. Es sind mir Menschen vorgekommen, die gesagt haben, sie brauchten in ihrer heutigen Inkarnation noch keine anständigen Menschen zu sein, dafür hätten sie noch später Zeit. Wenn man aber heute damit nicht beginnt, dann wird die Folge davon gerade in der nächsten Inkarnation eintreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen wir uns klar sein, daß es etwas Absolutes in den Formen der Wahrheit nicht gibt, sondern daß jedesmal das erkannt wird, was einer gewissen Epoche der Menschheit entspricht.|103|95}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie als Kosmosophie ===&lt;br /&gt;
Anthroposophie ist notwendig zugleich auch &#039;&#039;&#039;Kosmosophie&#039;&#039;&#039; (von {{ELSalt|κόσμος}} &#039;&#039;kósmos&#039;&#039; „Welt[-ordnung]“, auch „Schmuck“, „Anstand“ und {{polytonisch|σοφία}} &#039;&#039;sophίa&#039;&#039; „[[Weisheit]]“), da sie anders als die herkömmliche [[Kosmologie]] stets die [[Entwicklung]] des [[Mensch]]en mit der [[Weltentwicklung]] zusammenschaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Durch unsere Erinnerung im Inneren verstehen wir unser Erleben. Durch unsere gesamte menschliche Organisation verstehen wir, wenn wir sie richtig anzuschauen wissen, den Weltenprozeß. Aber das ist erst Anthroposophie, wenn man den Menschen durch und durch verstehen kann. Aber Anthroposophie ist damit zu gleicher Zeit Kosmosophie. Denn so wie Erinnerung von uns Vergegenwärtigung unseres Lebens ist, so ist anthroposophische Erkenntnis Welterinnerung, Vergegenwärtigung des gesamten Weltenprozesses, Kosmosophie. Beide sind in Trennung voneinander gar nicht zu denken. Kosmosophie und Anthroposophie gehören zusammen. Der Mensch ist in der Welt, die Welt im Menschen zu finden. Daher ist es auch nicht Anthropomorphismus in meiner «Geheimwissenschaft», wenn, indem die Entwickelung gegeben ist durch Saturn, Sonne, Mond und so weiter, zu gleicher Zeit eine Menschheitsentwickelung gegeben ist. Weltenentwickelung ist gegeben, Menschheitsentwickelung ist gegeben, weil, je weiter man eindringt in die Geheimnisse des Daseins, um so mehr fließen Welt und Mensch zusammen; um so mehr zeigt sich, daß jene Trennung, die wir für unser Erdenleben haben zwischen Welt und Mensch, eigentlich nur eine Täuschung ist; daß der Mensch der Welt, die Welt dem Menschen angehört, in der Welt der Mensch, im Menschen die Welt zu finden ist.|208|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie als evolutionäre Wissenschaft ===&lt;br /&gt;
{{#lst:Evolution|Evolution}}&lt;br /&gt;
{{#lst:Evolution|Involution}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie als Weg zur Selbsterkenntnis ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Vortrag in Berlin am 3. Februar 1913 anlässlich der ersten Generalversammlung der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] charakterisierte [[Rudolf Steiner]] das Wesen der Anthroposophie als Weg zur [[Selbsterkenntnis]] des [[Mensch]]en, der den Anforderungen des gegenwärtigen [[Bewusstseinsseelenzeitalter]]s angemessen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Lernen werden die Menschen, wie tief in der Gesamtwesenheit des Menschen das begründet ist, was wir durch unsere Anthroposophie vortragen. Was wir durch Anthroposophie aufnehmen, ist das Wesen von uns selbst, das erst bis an den Menschen heranschwebte als Sophia, als Philosophia, um sich zu zeigen wie eine himmlische Göttin, zu der er in ein persönliches Verhältnis kommen konnte, das lebte. Dieses wird er wieder aus sich heraussetzen, wird erkennen in ihr das Spiegelbild seiner Wesenheit, wird es vor sich hinstellen als Ergebnis wahrer Selbsterkenntnis in der Anthroposophie. Wir können ruhig warten, bis die Welt wird prüfen wollen, wie tief begründet, bis in alle Einzelheiten hinein, das ist, was wir zu sagen haben. Denn das ist das Wesen der Anthroposophie, daß ihr eigenes Wesen besteht in dem, was des Menschen Wesen ist. Und das ist das Wesen ihrer Wirksamkeit: daß der Mensch das, was er selber ist, in der Theosophie oder Anthroposophie empfängt und es vor sich hinstellen muß, weil er Selbsterkenntnis üben muß.|R. Steiner: &#039;&#039;Das Wesen der Anthroposophie&#039;&#039;, 3. Februar 1913, Berlin, S. 24f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Hauptsache der Anthroposophie liegt im Leben und nicht in der Form ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie wird nur dann recht verstanden, wenn sie in ihrer lebendigen Entwicklung gesehen wird. Sie strebt nicht an, «absolute Wahrheiten» zu geben, die für alle Zeiten gültig sein sollen, sondern rechnet damit, dass der Geist der Menschheit in beständiger Entwicklung ist und dass folglich diese Wahrheiten für künftige Zeitalter wieder in ganz anderer Form gegeben werden müssen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Es gibt zahlreiche Wege zur Anthroposophie. Man sollte darüber hinauskommen, sich zu stoßen an dem Wesen einzelner Menschen, die Anthroposophen sein wollen, und sollte versuchen, die Anthroposophie wirklich zu erleben. In der Gegenwart ist eigentlich Anthroposophie das einzige, das nicht dogmatisiert, und das nicht darauf erpicht ist, etwas in ganz bestimmter Weise hinzustellen, sondern das bestrebt ist, etwas von verschiedenen Seiten anzuschauen. Die Hauptsache der Anthroposophie liegt im Leben und nicht in der Form. Man ist ja wohl gezwungen, wenn man verstanden werden will, Formen anzuwenden, die gegenwärtig üblich sind.“ {{Lit|{{G|217a|44}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Menschliche Meinungen, namentlich dann, wenn sie&lt;br /&gt;
Weltanschauungsmeinungen sein wollen, fühlen sich nur&lt;br /&gt;
dann befriedigt, wenn sie, in gewissem Sinne und in gewissen&lt;br /&gt;
Grenzen wenigstens, sich sagen können: Ich habe&lt;br /&gt;
Gedanken, die gelten; die sind in sich absolut gültig; die&lt;br /&gt;
habe ich gefunden oder die hat die Wissenschaft oder die&lt;br /&gt;
Religion oder irgend etwas anderes gefunden; aber sie&lt;br /&gt;
gelten, sie gelten absolut in sich. - So steht es um Anthroposophie&lt;br /&gt;
nun nicht. Anthroposophie weiß, daß die Gedanken&lt;br /&gt;
herausgeboren sein müssen in jeder Zeit aus dem,&lt;br /&gt;
was man in einem tieferen Sinne den Geist der Zeit nennen&lt;br /&gt;
kann. Und der Geist der Menschheit ist in fortdauernder&lt;br /&gt;
Entwicklung. So daß dasjenige, was als Meinung&lt;br /&gt;
über die Welt in einem Zeitalter auftritt, eine andere&lt;br /&gt;
Form haben muß als dasjenige, was in solcher Art in&lt;br /&gt;
einem anderen Zeitalter auftritt. Indem Anthroposophie&lt;br /&gt;
heute vor die Welt hintritt, weiß sie, daß nach Jahrhunderten&lt;br /&gt;
dasjenige, was sie heute sagt, in ganz anderer Form&lt;br /&gt;
für ganz andere Menschheitsbedürfnisse und ganz andere&lt;br /&gt;
Menschheitsinteressen wird gesagt werden müssen, daß&lt;br /&gt;
sie nicht «absolute Wahrheiten» anstreben kann, sondern&lt;br /&gt;
daß sie in lebendiger Entwicklung ist.|72|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diese anthroposophische&lt;br /&gt;
Weltanschauung kommt auf die individuellste Weise zustande&lt;br /&gt;
und ist zu gleicher Zeit das Unindividuellste, das sich überhaupt&lt;br /&gt;
nur denken läßt. Sie kann nur dadurch auf die individuellste Art zustande&lt;br /&gt;
kommen, daß sich die Geheimnisse des Weltalls in einer&lt;br /&gt;
menschlichen Seele offenbaren, daß in sie einströmen die großen geistigen&lt;br /&gt;
Wesenheiten der Welt. In der menschlichen Individualität muß&lt;br /&gt;
der Inhalt der Welt erlebt werden auf die individuellste Art, aber zu&lt;br /&gt;
gleicher Zeit muß er erlebt werden mit einem Charakter vollständiger&lt;br /&gt;
Unpersönlichkeit. Wer erleben will den wahren Charakter der Weltgeheimnisse,&lt;br /&gt;
der muß ganz auf demjenigen Gesichtspunkt stehen, von&lt;br /&gt;
dem aus er sich sagt: Wer die eigene Meinung noch achtet, der kann&lt;br /&gt;
nicht zur Wahrheit kommen. - Das ist nämlich das Eigenartige&lt;br /&gt;
anthroposophischer Wahrheit, daß der Beobachter keine eigene Meinung,&lt;br /&gt;
keine Vorliebe für diese oder jene Theorie haben darf, daß er&lt;br /&gt;
durchaus nicht durch seine besondere individuelle Eigentümlichkeit&lt;br /&gt;
diese oder jene Anschauung mehr lieben darf als eine andere. Solange&lt;br /&gt;
er auf diesem Standpunkte steht, ist es unmöglich, daß sich ihm die&lt;br /&gt;
wahren Weltgeheimnisse offenbaren. Er muß ganz individuell erkennen;&lt;br /&gt;
aber seine Individualität muß so weit gediehen sein, daß sie&lt;br /&gt;
nichts mehr von dem Persönlichen, also auch von dem ihm individuell&lt;br /&gt;
Sympathischen und Antipathischen hat. Das muß streng und ernsthaft&lt;br /&gt;
genommen werden. Wer noch irgendwelche Vorliebe hat für diese&lt;br /&gt;
oder jene Begriffe und Anschauungen, wer durch seine Erziehung,&lt;br /&gt;
durch sein Temperament zu dem oder jenem hinneigen kann, der&lt;br /&gt;
wird niemals die objektive Wahrheit erkennen.|117|155f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die objektive [[Wahrheit]], durch die sich der Mensch in die geistigen Welten erheben kann, darf niemals auf persönliche [[Autorität]], sondern nur auf individuelle [[Einsicht]] gegründet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es muß ein Ideal der Mensehen&lt;br /&gt;
sein, die objektive Wahrheit zu durchdringen und anzuerkennen,&lt;br /&gt;
sich zu erheben durch objektive Wahrheit in die geistigen Welten.&lt;br /&gt;
Dem würde ein Hindernis entgegengeschoben werden, wenn man&lt;br /&gt;
irgendeine Wahrheit, die, wie es nicht sein kann in der Zukunft, einseitig&lt;br /&gt;
auf persönliche Autorität begründen wollte!|133|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es treten Menschen&lt;br /&gt;
auf, die das Anthroposophische mit Recht, mit vollem Recht,&lt;br /&gt;
mit Enthusiasmus verkünden. Sie betonen dabei aber, daß sie bei dieser&lt;br /&gt;
Verkündung eine Lehre geben, die ihrer Erfahrung zunächst nicht&lt;br /&gt;
zugänglich sei, die sie vertreten als eine Lehre, die nur dem Geistesforscher&lt;br /&gt;
als solchem zugänglich sei. Dadurch wird ein Konflikt herbeigeführt&lt;br /&gt;
mit der Geisteshaltung der heutigen Zivilisation. Die heutige&lt;br /&gt;
Zivilisation macht dem Menschen einen Vorwurf, wenn er gewissermaßen&lt;br /&gt;
doch auf eine Art Autorität hin irgendeine Weltanschauung&lt;br /&gt;
vertritt. Dieser Vorwurf würde ja wegfallen, wenn man gründlich einmal&lt;br /&gt;
hüben und drüben einsehen würde, daß die Ergebnisse der Geistesforschung,&lt;br /&gt;
wie sie in der Anthroposophie gemeint sind, zwar gefunden&lt;br /&gt;
werden müssen mit Methoden, die der einzelne sich auf verschiedenen&lt;br /&gt;
Wegen aneignen muß, daß diese Ergebnisse aber von dem wirklich unbefangenen&lt;br /&gt;
Menschenverstände, wenn sie einmal da sind, tatsächlich&lt;br /&gt;
auch eingesehen werden können.|257|50f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie sollte eben nicht auf Treu und Glauben angenommen werden, sondern durch eigenes individuelles Verständnis errungen werde. Rudolf Steiner gab sich aber keiner Illusion darüber hin, dass dies noch sehr selten geschieht und Anthroposophie oft nur mit einer Art von religiösem Gefühl aufgefasst wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Anthroposophie wird gelehrt, vorgetragen, in Büchern geschrieben;&lt;br /&gt;
und ich habe die, wie ich glaube, begründete Überzeugung,&lt;br /&gt;
daß in der Art, wie es durch die Fragesteller hier, durch einzelne&lt;br /&gt;
Fragesteller wenigstens, verlangt wird, daß Anthroposophie für den&lt;br /&gt;
einzelnen Menschen ein Wissen sei -, daß ein solches Wissen, ein&lt;br /&gt;
solches Verständnis für die meisten, für sehr viele wenigstens, ja für&lt;br /&gt;
die Majorität derjenigen, die sich heute für Anthroposophie ganz&lt;br /&gt;
intensiv interessieren, noch nicht vorhanden ist. Es gibt heute sehr&lt;br /&gt;
viele Menschen, die eben auf das hin, was sie gehört haben, auf Treu&lt;br /&gt;
und Glauben hin die Anthroposophie annehmen. Aber warum tun&lt;br /&gt;
sie denn das? Warum sind gerade solche Menschen in großer Anzahl&lt;br /&gt;
da, die auf Treu und Glauben die Anthroposophie aufnehmen?&lt;br /&gt;
Sehen Sie, unter denen sind die meisten in einer ganz bestimmten&lt;br /&gt;
Richtung angelegte religiöse Naturen, und ohne daß sie eigentlich&lt;br /&gt;
Anspruch darauf machen, die Dinge gleich bis in den Grund hinein&lt;br /&gt;
zu verstehen, folgen sie der Anthroposophie, weil sie einen gewissen&lt;br /&gt;
religiösen Duktus in der ganzen Führung, möchte ich sagen, der&lt;br /&gt;
anthroposophischen Angelegenheiten verspüren. Es ist gerade eine&lt;br /&gt;
Art religiöses Gefühl, ein religiöses Empfinden, was heute zahlreiche&lt;br /&gt;
von den Menschen zur Anthroposophie bringt, die nicht in der&lt;br /&gt;
Lage sind, die Anthroposophie so zu durchschauen, wie der Botaniker&lt;br /&gt;
die Botanik durchschaut; und das wird ja eigentlich hier&lt;br /&gt;
gefordert.|343a|92f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner wollte die Anthroposophie auch nicht als abgeschlossenes Lehrsystem verstanden wissen; um auf ihr beständig lebendig sich wandelndes, fern jeder Dogmatik stehendes Wesen hinzuweisen, hätte er ihr am liebsten jede Woche einen neuen Namen gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und so handelt es sich darum, daß Anthroposophie in dem&lt;br /&gt;
Augenblicke, wo sie ins Leben eingreifen will, nur allgemein menschlich&lt;br /&gt;
sein will, absehen will von jeder Dogmatik, wiederum das Leben&lt;br /&gt;
selber ergreifen will, darstellen will. [...]&lt;br /&gt;
Und diesen Unterschied der anthroposophischen&lt;br /&gt;
Bewegung gegenüber anderen Bewegungen, den müßte man&lt;br /&gt;
sich bestreben, der Welt klar zu machen: ihr Umfassendes, ihr Unvoreingenommenes,&lt;br /&gt;
ihr Vorurteilsloses, ihr Dogmenfreies: daß sie bloß&lt;br /&gt;
eine Versuchsmethode des allgemein Menschlichen und der allgemeinen&lt;br /&gt;
Welterscheinungen sein will. [...] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so möchte man eigentlich, daß Anthroposophie jede Woche&lt;br /&gt;
einen andern Namen haben könnte, damit sich die Leute gar nicht&lt;br /&gt;
gewöhnen können an all das, was aus einer Namengebung folgt.|259|173f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrheit, als &#039;&#039;freies Erzeugnis des Menschengeistes&#039;&#039; {{Lit|{{G|3|11f|8}}}}, muss im unermüdlichen individuellen Streben nach Wahrhaftigkeit immer wieder neu begründet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es mag manches&lt;br /&gt;
hier zusammengetragen sein über okkulte Dinge. In fünfzig&lt;br /&gt;
Jahren wird man vielleicht diese oder jene Punkte genauer erforscht&lt;br /&gt;
haben, wird dieses oder jenes anders sagen können. Und wenn kein&lt;br /&gt;
Stein zurückbleiben würde von dem, was als Inhalt hier ausgeführt&lt;br /&gt;
worden ist, daß aber das eine zurückbleibt, möchte ich: daß hier inauguriert&lt;br /&gt;
und scharf eingehalten worden ist eine theosophisch-okkultistische&lt;br /&gt;
Bewegung, die einzig und allein begründet sein will auf Wahrhaftigkeit&lt;br /&gt;
und Wahrheit! Und wenn man selbst schon in fünfzig&lt;br /&gt;
Jahren sagen wird: Alles muß korrigiert werden, was die da gesagt&lt;br /&gt;
haben; aber wahr wollten sie sein und nichts passieren lassen als das,&lt;br /&gt;
was wahr sein kann, - dann wäre auch mein Ideal erreicht. Wahrhaftigkeit&lt;br /&gt;
und Wahrheit, daß sie bestehen können auch mit einer&lt;br /&gt;
okkultistischen Bewegung, das sollte einmal, und wenn sich noch so&lt;br /&gt;
viele Stürme dagegen erheben werden, mit unserer Bewegung in der&lt;br /&gt;
Welt - ich will nicht stolz sein und sagen «gezeigt» -, sondern angestrebt&lt;br /&gt;
werden!|133|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gelten auch bezüglich der Anthroposophie die gegen jegliche [[Dogma|Dogmatik]] gerichteten Worte, die der Geisteslehrer [[Benedictus]] im 6. Bild des zweiten Mysteriendramas „[[Die Prüfung der Seele]]“ spricht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;Sie können sich dabei auf jene Worte stützen,&lt;br /&gt;
Die ich im Erdensein gesprochen.&lt;br /&gt;
Sie ahnen nicht, daß diese Worte&lt;br /&gt;
Sich lebend nur erzeugen können,&lt;br /&gt;
Wenn sie im rechten Sinne fortgebildet werden&lt;br /&gt;
Von jenen, welche meiner Arbeit Folger sind.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bei jeder anderen Wissenschaft sind auch in der anthroposophischen Geisteswissenschaft [[Irrtum|Irrtümer]] möglich, die einer späteren Korrektur bedürfen; allerdings ist die Gefahr hier nicht so groß wie bei einer Forschung, die sich nur auf äußere Tatsachen stützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Um einem&lt;br /&gt;
möglichen Irrtum vorzubeugen, sei hier gleich gesagt,&lt;br /&gt;
daß auch der geistigen Anschauung keine Unfehlbarkeit&lt;br /&gt;
innewohnt. Auch diese Anschauung kann sich täuschen,&lt;br /&gt;
kann ungenau, schief, verkehrt sehen. Von Irrtum frei ist&lt;br /&gt;
auch auf diesem Felde kein Mensch; und stünde er noch&lt;br /&gt;
so hoch. Deshalb soll man sich nicht daran stoßen, wenn&lt;br /&gt;
Mitteilungen, die aus solchen geistigen Quellen stammen,&lt;br /&gt;
nicht immer völlig übereinstimmen. Allein die Zuverlässigkeit&lt;br /&gt;
der Beobachtung ist hier eine doch weit größere als&lt;br /&gt;
in der äußerlichen Sinnenwelt.|11|23|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hat Rudolf Steiner wiederholt darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse der Geistesforschung zwar nur durch die [[Geistesschau]] gefunden, sehr wohl aber mit gesundem Menschenverstand und sachgemäßer Tatsachenlogik verstanden und auch auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist nicht nötig, daß man dem Geistesforscher blind glaubt. Gewiß,&lt;br /&gt;
zum Entdecken solcher Dinge, wie ich sie dargestellt habe in «Die&lt;br /&gt;
geistige Führung des Menschen und der Menschheit», gehört Geistesforschung.&lt;br /&gt;
Wird das aber dargestellt, dann muß der Geistesforscher&lt;br /&gt;
ganz offen zugestehen demjenigen, der dann die Tatsachen prüft, die&lt;br /&gt;
der Geistesforscher aus dem, was er die höheren Wesenheiten nennt,&lt;br /&gt;
erklären will, der die äußeren Tatsachen sieht, der alles sammeln kann,&lt;br /&gt;
was ihm nur irgend zugänglich ist, er muß ihm zugestehen: Du kannst&lt;br /&gt;
und darfst mir ordentlich auf die Finger klopfen, wenn du irgend&lt;br /&gt;
etwas findest, was den äußeren Tatsachenfolgen widerspricht, die&lt;br /&gt;
eintreten müssen, wenn meine Anschauung richtig wäre.|324|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|&#039;&#039;Erforscht&#039;&#039; können die&lt;br /&gt;
übersinnlichen Tatsachen nur durch die übersinnliche Wahrnehmung&lt;br /&gt;
werden; sind sie aber erforscht und werden sie&lt;br /&gt;
von der Wissenschaft des Übersinnlichen mitgeteilt, so können&lt;br /&gt;
sie &#039;&#039;eingesehen&#039;&#039; werden durch das gewöhnliche Denken,&lt;br /&gt;
wenn dieses nur wirklich unbefangen sein will [...] Wenn&lt;br /&gt;
nun jemand das betrachtet, was er gegenwärtig in bloßer&lt;br /&gt;
sinnlicher Wahrnehmung vor sich hat, und dann dasjenige&lt;br /&gt;
in sich aufnimmt, was die übersinnliche Erkenntnis darüber&lt;br /&gt;
sagt, wie seit urferner Vergangenheit dieses Gegenwärtige&lt;br /&gt;
sich entwickelt habe, so vermag er bei wahrhaft unbefangenem&lt;br /&gt;
Denken sich zu sagen: Erstens ist es durchaus logisch,&lt;br /&gt;
was diese Erkenntnis berichtet; zweitens kann ich einsehen,&lt;br /&gt;
daß die Dinge so geworden sind, wie sie mir eben entgegentreten,&lt;br /&gt;
wenn ich annehme, daß dies richtig sei, was durch&lt;br /&gt;
die übersinnliche Forschung mitgeteilt wird. Mit dem «Logischen» ist natürlich in diesem Zusammenhange nicht gemeint,&lt;br /&gt;
daß innerhalb irgendeiner Darstellung übersinnlicher&lt;br /&gt;
Forschung nicht Irrtümer in logischer Beziehung enthalten&lt;br /&gt;
sein könnten. Auch hier soll von dem «Logischen» nur so&lt;br /&gt;
gesprochen werden, wie man im gewöhnlichen Leben der&lt;br /&gt;
physischen Welt davon spricht. Wie da die logische Darstellung&lt;br /&gt;
als Forderung gilt, trotzdem der einzelne Darsteller&lt;br /&gt;
eines Tatsachengebietes logischen Irrtümern verfallen&lt;br /&gt;
kann, so ist es auch in der übersinnlichen Forschung. Es kann&lt;br /&gt;
sogar vorkommen, daß ein Forscher, der auf übersinnlichen&lt;br /&gt;
Gebieten wahrzunehmen vermag, sich Irrtümern in der&lt;br /&gt;
logischen Darstellung hingibt und daß einen solchen dann&lt;br /&gt;
jemand verbessern kann, der gar nicht übersinnlich wahrnimmt,&lt;br /&gt;
wohl aber die Fähigkeit eines gesunden Denkens hat.|13|142f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unrichtig ist es,&lt;br /&gt;
wenn von dieser oder jener Seite immer wieder und wiederum gesagt&lt;br /&gt;
wird: Ja, wie soll ich denn einsehen, daß das richtig ist, was der oder&lt;br /&gt;
jener als Initiationswissenschaft vorbringt, wenn ich nicht selber in die&lt;br /&gt;
geistige Welt hineinsehen kann. — Unrichtig ist es. Der gesunde Menschenverstand,&lt;br /&gt;
der nicht irregeleitet ist durch irrtümliche natürliche&lt;br /&gt;
oder soziale Ideen von heute, der kann von sich aus entscheiden, ob&lt;br /&gt;
Wahrheitsduktus waltet in dem, was irgend jemand spricht. Irgend&lt;br /&gt;
jemand spricht von geistigen Welten: man muß nur alles zusammen&lt;br /&gt;
nehmen, die Art, wie gesprochen wird, der Ernst, in dem die Dinge aufgefaßt&lt;br /&gt;
werden, die Logik, die entfaltet wird und so weiter, dann wird&lt;br /&gt;
man sich ein Urteil darüber aneignen können, ob dasjenige, was als&lt;br /&gt;
Kunde von der geistigen Welt gebracht wird, Scharlatanismus ist, oder&lt;br /&gt;
ob es einen Fond hat. Dies kann jeder entscheiden, und bei niemandem&lt;br /&gt;
ist ein Hindernis vorhanden, das fruchtbar zu machen im natürlichen&lt;br /&gt;
und im sozialen Denken, was aus dem Quell des geistigen Lebens herausgeholt&lt;br /&gt;
wird von jenen, die berechtigt sind, von dem Prinzip der&lt;br /&gt;
Initiation zu sprechen.|194|198f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Archai als Impulsatoren der modernen Geisteswissenschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis etwa zum [[4. Jahrhundert n. Chr.]] waren die [[Exusiai]], die [[Geister der Form]], die in der [[Genesis]] als [[Elohim]] bezeichnet werden, die Träger der kosmischen Intelligenz. Dann ging diese Aufgabe auf die [[Archai]], die [[Geister der Persönlichkeit]] über. Dieser Übergabeprozess begann schon in vorchristlicher Zeit und vollendete sich erst im 14. Jahrhundert. Dadurch wurde auch der Zugang des [[Mensch]]en zur Gedankenwelt ein anderer. Empfing man früher die Gedanken von außen wie die [[Sinneswahrnehmung]]en, so traten sie nun immer mehr im Inneren auf und kamen dadurch zunehmend in den Besitz der [[Persönlichkeit]]. {{GZ||222|46ff}} Hemmend steht dem der Einfluss zurückgebliebener Geister der Form {{GZ||222|60ff}}, aber auch durch die sich immer weiter ausbreitende [[Maschine]]nwelt [[ahriman]]ische [[Geister der Finsternis]] gegenüber{{GZ||186|274ff}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als neue Träger der kosmischen Intelligenz steigen die [[Archai]] sehr rasch selbst in die Rangordnung der [[Geister der Form]] auf. Das ist ein bedeutsamer Übergang, denn sie steigen dadurch zugleich von der [[Dritte Hierarchie|dritten]] in die [[zweite Hierarchie]] auf und werden dadurch zu [[schöpferisch]]en Wesenheiten. Als solche sind sie die Impulsatoren der anthroposophischen [[Geisteswissenschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie erinnern sich, wie ich in diesen Tagen ausgeführt habe, daß zum&lt;br /&gt;
Allerwichtigsten, zum Allerwesentlichsten in der Erkenntnis der&lt;br /&gt;
gegenwärtigen Zeit gehört, daß die Menschheit gewissermaßen vor&lt;br /&gt;
einer neuen Offenbarung steht. Es ist diejenige Offenbarung, die geschehen&lt;br /&gt;
soll, und in gewisser Beziehung auch schon geschieht, durch&lt;br /&gt;
die Geister der Persönlichkeit, welche, wenn man sich so ausdrücken&lt;br /&gt;
will, zu der Würde von Schöpfern aufsteigen, während wir als Schöpfer&lt;br /&gt;
im Weltengange der Menschheit bisher nur haben ansprechen&lt;br /&gt;
können diejenigen Geister, welche in der Bibel die Elohim genannt&lt;br /&gt;
werden, die wir die Geister der Form nennen. Etwas Schöpferisches&lt;br /&gt;
also wird auftauchen innerhalb desjenigen, was der Mensch beim Verfolgen&lt;br /&gt;
der Außenwelt bemerken kann.|187|164f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn wir alles das, was wir da geisteswissenschaftlich betrachten&lt;br /&gt;
können, ins Auge fassen, so können wir die Geister der Form eben&lt;br /&gt;
schöpferische Geister nennen. Ihnen verdankt der Mensch vor allen&lt;br /&gt;
Dingen sein Dasein, so wie er als Erdenmensch ist. Bis zu unserem&lt;br /&gt;
Zeitalter aber waren die Geister der Persönlichkeit nicht schöpferische&lt;br /&gt;
Geister. Sie waren Geister, welche verschiedene Angelegenheiten vom&lt;br /&gt;
geistigen Reiche aus ordneten. Sie können ja nachlesen in meiner&lt;br /&gt;
«Geheimwissenschaft» über die Tätigkeit dieser Geister der Persönlichkeit.&lt;br /&gt;
Aber es beginnt die Zeit, wo sie zunächst wirklich einzugreifen&lt;br /&gt;
haben in das Schöpferische der Menschheitsentwickelung.&lt;br /&gt;
Später werden sie auch in das Schöpferische der anderen Reiche einzugreifen&lt;br /&gt;
haben. Es findet ja Entwickelung statt im Hierarchischen.&lt;br /&gt;
Die Geister der Persönlichkeit steigen zu einer schöpferischen Tätigkeit&lt;br /&gt;
auf. Das weist überhaupt hin auf ein bedeutsames Geheimnis in&lt;br /&gt;
der Menschheitsentwickelung. Wer nicht in oberflächlicher Naturbetrachtung,&lt;br /&gt;
wie sie heute gang und gäbe ist, die Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
zu umfassen sucht, sondern wer sie mit geisteswissenschaftlichen&lt;br /&gt;
Impulsen innerlich anschaut, der weiß, daß seit dem Beginne&lt;br /&gt;
der jetzt oft von verschiedenen Gesichtspunkten besprochenen fünften&lt;br /&gt;
nachatlantischen Zeit in dem Menschen etwas zu ersterben beginnt.&lt;br /&gt;
Mit diesem Ersterben, ich möchte sagen, mit diesem Abgelähmtwerden&lt;br /&gt;
von etwas in unserer Natur, mit dem hängt im Grunde unser&lt;br /&gt;
ganzer Fortschritt auch im Seelischen und Geistigen zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind nicht mehr in demselben Sinne lebendige Menschenwesen,&lt;br /&gt;
wenn ich es kraß ausdrücken will, wie es die Menschen vor Jahrhunderten&lt;br /&gt;
oder gar vor Jahrtausenden waren. Die hatten stärkere&lt;br /&gt;
Vitalität in sich, stärkere Kraft in sich, Kraft, die vom bloßen Leiblichen&lt;br /&gt;
ausging. Der Mensch kennt ja das Sterben nur, wenn es in der&lt;br /&gt;
radikalen Form des Auf hörens des Erdenlebens auftritt. Allein, Sie&lt;br /&gt;
wissen aus den geisteswissenschaftlichen Betrachtungen, daß in uns&lt;br /&gt;
fortwährend etwas stirbt. Und wenn nicht fortwährend etwas stürbe,&lt;br /&gt;
so hätten wir kein Bewußtsein. Bewußtsein hängt zusammen gerade&lt;br /&gt;
mit dem Ersterben von etwas in uns. Aber dieses Ersterben, dieser&lt;br /&gt;
Prozeß des Ersterbens, der ist jetzt stärker, als er zum Beispiel im&lt;br /&gt;
ersten christlichen Jahrhundert oder gar in den vorchristlichen Jahrhunderten&lt;br /&gt;
war. Dasjenige, was im Menschen von den schöpferischen&lt;br /&gt;
Geistern als Geistern der Form herrührte, das beginnt, wenn ich so&lt;br /&gt;
sagen darf, stark zu sterben, und neues Schöpferisches muß der Menschennatur&lt;br /&gt;
eingefügt werden, Schöpferisches, das zunächst vom Geistigen&lt;br /&gt;
auszugehen hat. Es ist in der Tat so, daß dem Menschen, der&lt;br /&gt;
sich nicht dagegen sträubt, von unserem Zeitalter ab schöpferische&lt;br /&gt;
Kräfte aus dem Geiste heraus zufließen. Diese schöpferischen Kräfte&lt;br /&gt;
sucht Geisteswissenschaft zu verstehen. Sie sucht das, was hereindringt&lt;br /&gt;
aus Welten, die bisher nicht ihre Impulse in die Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
einfließen ließen, was als neues Geistiges in die Zeitentwickelung&lt;br /&gt;
eintritt, denkend, schauend zu erfassen. Und das ist&lt;br /&gt;
eigentlich, was im wirklich modernen Sinne orientierte Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
ist. Also die tritt nicht auf wie irgendein anderes, sei es wissenschaftliches&lt;br /&gt;
oder sonstiges Programm, sondern die tritt gewissermaßen&lt;br /&gt;
auf, weil die Himmel neue Offenbarungen den Menschen zusenden,&lt;br /&gt;
und weil diese neuen Offenbarungen verstanden werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nicht in diesem Sinne die Aufgabe der anthroposophisch&lt;br /&gt;
orientierten Geisteswissenschaft versteht, der versteht sie überhaupt&lt;br /&gt;
nicht. Denn diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
würde schweigen, wenn sie nicht Neues, eben erst Hereinbrechendes,&lt;br /&gt;
wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, von den Himmeln der&lt;br /&gt;
Menschheit sich Offenbarendes zu verkünden hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was sich offenbart durch den Schleier der Erscheinungen, das&lt;br /&gt;
ist der Ausdruck eines neuen schöpferischen Prinzips, das besorgt&lt;br /&gt;
wird durch die Geister der Persönlichkeit. Damit hängt es zusammen,&lt;br /&gt;
daß gerade dieses unser Zeitalter, von dem wir ja sagten, daß es begonnen&lt;br /&gt;
habe mit dem fünfzehnten nachchristlichen Jahrhundert, als&lt;br /&gt;
seine charakteristische Eigenschaft die Ausprägung der Impulse der&lt;br /&gt;
Persönlichkeit hat. Die Persönlichkeit will sich, wenn ich den trivialen&lt;br /&gt;
Ausdruck gebrauchen darf, auf die eigenen Füße stellen, und wird das&lt;br /&gt;
immer mehr und mehr wollen in das dritte Jahrtausend hinein. Dann&lt;br /&gt;
werden andere Impulse nach Vollendung der Persönlichkeit auftreten.|186|272f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Urwesen}}Diese Wirkung der zu schöpferischen Wesenheiten aufgestiegenen [[Archai]] offenbart sich schon in dem [[Reines Denken|reinen Denken]], das aus der allen Menschen gemeinsamen [[Ideenwelt]] schöpft, wie es [[Rudolf Steiner]] bereits in seiner «[[Philosophie der Freiheit]]» beschrieben hat. Dort heißt es:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Jeder Mensch umspannt mit seinem&lt;br /&gt;
Denken nur einen Teil der gesamten Ideenwelt, und insofern&lt;br /&gt;
unterscheiden sich die Individuen auch durch den tatsächlichen&lt;br /&gt;
Inhalt ihres Denkens. Aber diese Inhalte sind in&lt;br /&gt;
einem in sich geschlossenen Ganzen, das die Denkinhalte&lt;br /&gt;
aller Menschen umfaßt. Das gemeinsame Urwesen, das alle&lt;br /&gt;
Menschen durchdringt, ergreift somit der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Denken. Das mit dem Gedankeninhalt erfüllte Leben in der&lt;br /&gt;
Wirklichkeit ist zugleich das Leben in Gott.|4|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass „&#039;&#039;&#039;das gemeinsame Urwesen, das alle Menschen durchdringt&#039;&#039;&#039;“ tatsächlich auf die Archai hinweist, erhellt sich aus Rudolf Steiners Antwort auf eine diesbezügliche Frage von [[Walter Johannes Stein]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Da durfte ich an Rudolf Steiner einmal die Frage richten nach diesem&lt;br /&gt;
Wesen, und er gab mir die Antwort: «Das ist eine Art Gruppenseele&lt;br /&gt;
der Menschheit, das ist der älteste der Archai, der eben auf dem&lt;br /&gt;
Wege ist, ein Geist der Form zu werden.»| Thomas Meyer (Hg.): &#039;&#039;Walter Johannes Stein - Rudolf Steiner. Dokumentation eines wegweisenden Zusammenwirkens&#039;&#039;, S. 284}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann man Zugang zur Anthroposophie finden? ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gibt heute viele Weltanschauungen, und ihre Vertreter treten unter die Menschen hin, um zu lehren eine bestimmte Wahrheit, und meinen, die Menschen müssten unter allen Umständen diese Wahrheit aufnehmen. Der Theosoph will nicht sein ein dogmatischer Lehrer; er will sein ein Erzähler von den Tatsachen der geistigen Welten. Ein bedeutender Franzose hat einmal gegenüber den Tatsachen der sinnlichen Welt das Wort geprägt: «Ich lehre nicht, ich erzähle.»&amp;lt;ref&amp;gt;Ein bedeutender Franzose … «Ich lehre nicht, ich erzähle»: [[Michel de Montaigne]] (1533–1592) beginnt seinen Essai «Du Repentir» mit den Worten: «Ich lehre nicht, ich erzähle.» – «Les autres forment l‘homme; je le récite», in: Essais (III, 2: «Du Repentir». In: Montaigne: Œuvres completes. Ed. par A. Thibaudet et M. Rat, Paris 1962, Bibliothèque de la Pléiade 14, S. 782). Goethe zitierte diese Worte am Schluss des ersten und zu Beginn des zweiten Abschnitts in seinem Bericht über den französischen Akademiestreit von 1830; siehe: GA 1a, S. 395 f. bzw. Goethes Werke (Hamburger Ausgabe), hrsg. v. E. Trunz, Bd. XIII, Hamburg 1955, S. 228. Rudolf Steiner schrieb wohl in Anlehnung an Montaigne und Goethe in einem Brief an Rosa Mayreder vom 4. November 1894 über seine Philosophie der Freiheit: «Ich lehre nicht; ich erzähle, was ich innerlich durchlebt habe. Ich erzähle es so: wie ich es gelebt habe. Es ist alles in meinem Buche persönlich gemeint. Auch die Form der Gedanken.» &amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelt sich durchaus darum, dass zur Theosophie gerade die herankommen, die durch ihre Gesinnung schon hingewiesen sind auf die Tatsachen, die ihr zugrunde liegen, welche durch ihre ganze Empfindungsweise schon genügend auf sie hingewiesen sind, auf das, was der Mitteiler zu sagen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Menschen gibt es solche, die vielleicht hineinschauen können in die geistigen Welten. Das sind sehr wenige. Zweitens gibt es solche, die aus wissenschaftlichen Gründen die Logik der geistigen Welten anerkennen. Deren gibt es auch nur wenige, da die Wissenschaft heute noch eine Unsumme von Vorurteilen hat. Viele gibt es aber, die aus einem gewissen Wahrheitsgefühl, aus der Ahnung ihrer Seele heraus zur Theosophie hinkommen. Mancher Wissenschaftler wird noch mit einem gewissen Lächeln an die Theosophie herankommen; er bedenkt aber nicht, dass die menschliche Seele nicht auf Unwahrheit, sondern auf Wahrheit angelegt ist. Wenn die menschliche Seele nicht durch Vorurteile befangen ist, so findet sie den geraden Weg, da sie zur Wahrheit angelegt ist. Jeder muss zur Theosophie freiwillig hinkommen. Jeder, in dem irgendeiner der drei angeführten Gründe wirksam ist, der kommt zur Theosophie.|68d|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbstständiges Weiterdenken der Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, das die unverzichtbare Grundlage der Anthroposophie ist. Diese kann sich aber selbstverständlich nicht darin erschöpfen, dieses Werk beständig zu zitieren und zu rezitieren. Fruchtbar wird die Anthroposophie nur dort, wo sie selbstständig weitergedacht wird. Darauf hat Rudolf Steiner nachdrücklich hingewiesen. Die Basis dazu können insbesondere die grundlegenden Schriften Rudolf Steiners bilden, insbesondere die «[[GA 9|Theosophie]]», die «[[GA 13|Die Geheimwissenschaft im Umriss]]» und «[[GA 10|Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?]]» und  auch die vier [[Mysteriendramen]], die sehr konkret dazu einladen, im aktiven Mitvollzug selbstständig weiter verarbeitet zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ja, das Idealste wäre, wenn das Studium eines solchen Buches, wie&lt;br /&gt;
die «Theosophie» es ist, so eifrig betrieben würde, daß gar mancher&lt;br /&gt;
Leser selber aus solchen Andeutungen, wie sie dort gegeben sind, auf&lt;br /&gt;
so etwas kommen würde, wie es jetzt auseinandergesetzt worden ist.&lt;br /&gt;
Es liegt vieles in diesen Büchern drin, und man könnte schon durchaus&lt;br /&gt;
nur durch eigenes Lesen darauf kommen, wenn man mit dem&lt;br /&gt;
Herzen, mit dem ganzen inneren seelischen Erleben liest. Aber Bücher,&lt;br /&gt;
die auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft geschrieben sind,&lt;br /&gt;
die werden in der Regel ja nicht mit der für sie nötigen Aufmerksamkeit&lt;br /&gt;
gelesen. Das werden sie wirklich nicht, denn sonst hätten,&lt;br /&gt;
nachdem «Theosophie» und «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren&lt;br /&gt;
Welten?» und vielleicht auch noch die «Geheimwissenschaft&lt;br /&gt;
im Umriß» geschrieben worden sind, alle Zyklen von irgend jemand&lt;br /&gt;
anderem geschrieben oder gehalten werden können als von mir selber.&lt;br /&gt;
Es steht im Grunde genommen alles in diesen Büchern drin,&lt;br /&gt;
man glaubt es nur gewöhnlich nicht. Und wie vieles könnte erst geschrieben&lt;br /&gt;
werden, wenn alles herausgeholt würde, was in den vier&lt;br /&gt;
Mysteriendramen enthalten ist! Ich sage das nicht, um zu renommieren&lt;br /&gt;
- ich habe schon genugsam über die Demut des Okkultisten,&lt;br /&gt;
des Geistesforschers gesprochen - , ich sage es, um anzueifern zum&lt;br /&gt;
wirklichen Lesen dieser Schriften, die gerade in unserer Zeit gegeben&lt;br /&gt;
werden mußten, und an denen man persönlich eigentlich so wenig&lt;br /&gt;
wie nur möglich Verdienst hat.|156|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essentiell ist das selbstständige Weiterdenken der Anthroposophie:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun liegen die Sachen doch so, daß mit Bezug auf das Weltan­schauungsleben man immer sagen muß: Wer in irgendeinem Zeit­punkte in der Menschheitsentwickelung drinnensteht, der kommt zu gewissen Anschauungen. Gewisse Perspektiven dieser Anschauungen sieht er dann nicht; diese sehen dann die Späteren. Man möchte sagen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Späteren ist es immer aufbewahrt, gründlicher, wahrer irgend etwas zu sehen, als derjenige sehen kann, der gewisse Dinge aus­sprechen muß in einem gewissen Zeitpunkte der Menschheitsent­wickelung. - Und über diese Tatsache kommt man nicht hinweg. Und gut ist es, wenn insbesondere auf unserem anthroposophischen Standpunkte das der Fall ist, was ich öfter schon erwähnt habe, wenn auf unserem anthroposophischen Standpunkte bewußt und gründlich erkannt wird: Auch dasjenige Wissen, das man in der Gegenwart, und sei es auch ein noch so ausgeprägtes, über spirituelle Dinge erwerben kann, es darf nicht aufgefaßt werden wie eine Summe von absoluten Dogmen. Man muß sich klar sein darüber, daß Spätere in kommenden Zeiten auftreten werden, die gerade an dem, was wir heute vorzubringen in der Lage sind, Wahreres sehen werden, als wir selbst sehen können. Darauf beruht eigentlich die geistige Ent­wickelung der Menschheit.|184|12f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophie und Lebenspraxis ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anthroposophische Geisteswissenschaft wurde von Rudolf Steiner nicht als theoretisches Lehrgebäude konzipiert, sondern zielt darauf ab, in der unmittelbaren Lebenspraxis fruchtbar zu werden. Steiner hat dazu folgende Devise formuliert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eine Devise muß aus geisteswissenschaftlicher Gesinnung die&lt;br /&gt;
Menschen ergreifen, sonst wird kein Fortschritt in unserer heillosen&lt;br /&gt;
Zeit möglich sein. Und diese Devise muß sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;Suchet das wirklich praktische materielle Leben,&lt;br /&gt;
Aber suchet es so, daß es euch nicht betäubt&lt;br /&gt;
   über den Geist, der in ihm wirksam ist.&lt;br /&gt;
Suchet den Geist,&lt;br /&gt;
Aber suchet ihn nicht in übersinnlicher Wollust,&lt;br /&gt;
   aus übersinnlichem Egoismus,&lt;br /&gt;
Sondern suchet ihn,&lt;br /&gt;
Weil ihr ihn selbstlos im praktischen Leben,&lt;br /&gt;
   in der materiellen Welt anwenden wollt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wendet an den alten Grundsatz:&lt;br /&gt;
«Geist ist niemals ohne Materie, Materie niemals&lt;br /&gt;
   ohne Geist» in der Art, daß ihr sagt:&lt;br /&gt;
Wir wollen alles Materielle im Lichte des Geistes tun,&lt;br /&gt;
Und wir wollen das Licht des Geistes so suchen,&lt;br /&gt;
Daß es uns Wärme entwickele für unser praktisches Tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geist, der von uns in die Materie geführt wird,&lt;br /&gt;
Die Materie, die von uns bearbeitet wird bis zu ihrer Offenbarung,&lt;br /&gt;
Durch die sie den Geist aus sich selber heraustreibt;&lt;br /&gt;
Die Materie, die von uns den Geist offenbart erhält,&lt;br /&gt;
Der Geist, der von uns an die Materie herangetrieben wird,&lt;br /&gt;
Die bilden dasjenige lebendige Sein,&lt;br /&gt;
Welches die Menschheit zum wirklichen Fortschritt bringen kann,&lt;br /&gt;
Zu demjenigen Fortschritt, der von den Besten&lt;br /&gt;
   in den tiefsten Untergründen der&lt;br /&gt;
   Gegenwartsseelen nur ersehnt werden kann.&amp;lt;/poem&amp;gt;|297|116f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat sich die Anthroposophie in vielen Lebensbereichen als fruchtbar erwiesen (→ [[#Bereiche|Bereiche]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung und Bedeutung des Begriffes Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arbatel Wissenschaft des Guten.jpg|mini|300px|Arbatel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff, auf den das Wort „Anthroposophie“ hindeutet, wurde nicht von Rudolf Steiner geprägt, sondern kann bis in die [[frühe Neuzeit]] zurück verfolgt werden. Schon in einem anonymen Buch mit dem Titel &#039;&#039;[[Arbatel|Arbatel de magia veterum, summum sapientiae studium]]&#039;&#039; (1575), das dem [[Esoterik|Esoteriker]] und [[Neuplatonismus|Neuplatoniker]] [[Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim]] zugeschrieben wird, wird die Anthroposophie (Anthroposophiam, &#039;&#039;Menschliche Weisheit&#039;&#039;) ebenso wie die [[Theosophie]] der „Wissenschaft des Guten“ zugerechnet und mit „Kenntnis der Natur und der natürlichen Dinge“ bzw. „Klugheit in menschlichen Angelegenheiten“ übersetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wikipedia:1650|1650]] veröffentlichte der [[Wikipedia:Wales|walisische]] [[Wikipedia:Poet|Poet]] und [[Alchemist]] [[WikipediaEN:Thomas Vaughan (philosopher)|Thomas Vaughn]] (1622–1666) unter dem [[Wikipedia:Pseudonym|Pseudonym]] &#039;&#039;„Eugenius Philalethes“&#039;&#039; das mystisch-magische Werk &#039;&#039;«Anthroposophia Theomagica Or a Discourse of the Nature of Man and His State After Death».&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.rexresearch.com/alchemy6/anthrotheo.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://archive.org/details/anthroposophiath00vaug&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang des 19. Jahrhunderts übernahm der Schweizer Arzt und Philosoph [[Ignaz Paul Vitalis Troxler|I.P.V. Troxler]] (1780-1866) den Begriff „Anthroposophie“ und ordnete ihn der &#039;&#039;Biosophie&#039;&#039; zu &#039;&#039;(Elemente der Biosophie,&#039;&#039; 1806). Im Sinne der Vorläufer der [[Lebensphilosophie]], vor allem des [[Naturphilosophie|Naturphilosophen]] [[Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling|Schelling]], bei dem Troxler studiert hatte, sollte Biosophie „Naturerkenntnis durch Selbsterkenntnis“ bedeuten. Die Erkenntnis der menschlichen Natur nannte Troxler Anthroposophie. Die Philosophie – und alle Philosophie sei Naturerkenntnis – muss ihm zufolge zur Anthroposophie werden. Diese wird als eine „objektivierte [[Anthropologie]]“ vorgestellt, die vom „ursprünglichen Menschen“ ausgehen soll. In der menschlichen Natur vereinen sich demzufolge in einem mystischen Vorgang Gott und Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Immanuel Hermann Fichte]] verwendete den Begriff 1856 in &#039;&#039;„Anthropologie – Die Lehre der menschlichen Seele“&#039;&#039; und bezeichnete damit eine „gründliche Selbsterkenntniss des Menschen“, die „nur in der erschöpfenden Anerkenntnis des Geistes“ liege. Wahrhaft gründlich oder ergründend könne sich der „Menschengeist“ aber nicht erkennen, ohne damit der „Gegenwart oder Bewährung des göttlichen Geistes an ihm inne zu werden“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von [[Rudolf Steiner]] sehr geschätzte [[Religionsphilosophie|Religionsphilosoph]] [[Gideon Spicker]] (1872-1920) und späteres Vorbild des [[Doktor Strader]] in Steiners [[Mysteriendramen]], strebte eine „Religion in philosophischer Form auf naturwissenschaftlicher Grundlage“ an. Er sah den Konflikt zwischen Glauben und Wissen, zwischen Religion und Naturwissenschaft als das Grundproblem seines Lebens und Denkens an und formulierte das Programm einer Anthroposophie, die er ebenfalls im Sinne „höchster Selbsterkenntnis“ verstand: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|Handelt es sich aber in der Wissenschaft um die Erkenntnis der Dinge, in der Philosophie dagegen in letzter Instanz um die Erkenntnis dieser Erkenntnis, so ist das eigentliche Studium des Menschen der Mensch selbst, und der Philosophie höchstes Ziel ist Selbsterkenntnis oder Anthroposophie. Hier ist kein Dualismus mehr möglich. Denn ob mein Vorstellen von der Natur oder die Natur von meiner Vorstellung abhängt; ob ich mich selbst in die Natur hineinschaue oder die Natur in meinen Vorstellungen sich spiegele: in beiden Fällen ist Erkennen und Erkanntes relativ ein und dasselbe.|2=[https://anthrowiki.at/images/7/72Die_Philosophie_des_Grafen_von_Shaftesbury.pdf#page=338 Die Philosophie des Grafen von Shaftesbury, 1872, S. 319]}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spickers Ideal umfasste in der Religion die Einheit von Gott und Welt als selbstverantwortete Erkenntnis unter Anwendung von [[Vernunft]] und [[Erfahrung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der österreichische Philosoph und [[Johann Friedrich Herbart|Herbartianer]] [[Robert Zimmermann]] (1824-98), Schöpfer der „Philosophischen [[Wikipedia:Propädeutik|Propädeutik]]“, wählte die Bezeichnung „Anthroposophie“ 1882 als Titel einer Programmschrift, die ein System idealer Weltsicht auf [[Realismus|realistischer ]]Grundlage zu beschreiben suchte &#039;&#039;(„Anthroposophie im Umriß. Entwurf eines Systems idealer Weltsicht auf realistischer Grundlage“,&#039;&#039; 1882). Zimmermann, bei dem Steiner Philosophie-Vorlesungen hörte, wollte in seinem System über die „Schranken und Widersprüche, die der gemeine Erfahrungsstandpunkt in sich trägt“, hinausgehen und eine „Philosophie des Menschenwissens“ errichten, die als Wissenschaft von der Erfahrung ausgeht, aber, wo es das [[Logik|logische Denken]] erfordert, über sie hinausreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner wählte bereits 1902 den Begriff &#039;&#039;Anthroposophie&#039;&#039; für den Titel von Vorträgen in Berlin.&amp;lt;ref&amp;gt;Erika Beltle und Kurt Vierl (Hrsg.), Erinnerungen an Rudolf Steiner, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 1979, Seite 14&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem auf den 16. September 1902 datierten Brief an [[Wilhelm von Hübbe-Schleiden]] schreibt er:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Außerdem werde ich&lt;br /&gt;
noch irgendwo einen fortlaufenden Kursus halten: «Anthroposophie&lt;br /&gt;
oder die Verbindung von Moral, Religion und Wissenschaft»&lt;br /&gt;
Im Bruno-Bund hoffe ich ebenfalls einen Vortrag zu halten über&lt;br /&gt;
«Brunos Monismus und die Anthroposophie»&amp;lt;ref&amp;gt;Der Vortrag über «Brunos Monismus und die Anthroposophie» fand am 8. Oktober 1902 unter dem geänderten Titel «Theosophie und Monismus» statt. {{Lit|{{BE|121|50}}, {{G|051|311ff}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das ist nur so vorläufig&lt;br /&gt;
Projektiertes.“ {{Lit|{{G|169|80f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 beschrieb Steiner die Anregung durch Zimmermann: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Als es sich vor einer Anzahl von Jahren darum handelte, unserer Sache einen Namen zu geben, da verfiel ich auf einen solchen, der mir lieb geworden war, deshalb, weil ein Philosophie-Professor, dessen Vorträge ich in meiner Jugendzeit gehört habe, Robert Zimmermann, sein Hauptwerk &#039;Anthroposophie&#039; genannt hat. Das war in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
Übrigens führt der Name Anthroposophie weiter&lt;br /&gt;
zurück in der Literatur. Man brauchte ihn auch schon im&lt;br /&gt;
18. Jahrhundert; ja auch früher. Der Name ist also alt;&lt;br /&gt;
wir wenden ihn für Neues an. Uns soll der Name nicht&lt;br /&gt;
bedeuten «Wissen vom Menschen». Das ist die ausdrückliche&lt;br /&gt;
Absicht derjenigen, die den Namen gegeben haben.&lt;br /&gt;
Unsere Wissenschaft selbst führt uns zu der Überzeugung,&lt;br /&gt;
daß innerhalb des Sinnesmenschen ein Geistesmensch lebt,&lt;br /&gt;
ein innerer Mensch, gewissermaßen ein zweiter Mensch.&lt;br /&gt;
Während nun dasjenige, was der Mensch durch seine&lt;br /&gt;
Sinne und durch den an die Sinnesbeobachtung sich haltenden&lt;br /&gt;
Verstand über die Welt wissen kann, «Anthropologie» genannt werden kann, soll dasjenige, was der innere&lt;br /&gt;
Mensch, der Geistesmensch wissen kann, «Anthroposophie»&lt;br /&gt;
genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophie ist also das Wissen des Geistesmenschen;&lt;br /&gt;
und es erstreckt sich dieses Wissen nicht bloß über den&lt;br /&gt;
Menschen, sondern es ist ein Wissen von allem, was in der&lt;br /&gt;
geistigen Welt der Geistesmensch so wahrnehmen kann,&lt;br /&gt;
wie der Sinnesmensch in der Welt das Sinnliche wahrnimmt. Weil dieser andere Mensch, dieser innere Mensch,&lt;br /&gt;
der Geistesmensch ist, so kann man dasjenige, was er als&lt;br /&gt;
Wissen erlangt, auch «Geisteswissenschaft» nennen. Und&lt;br /&gt;
der Name Geisteswissenschaft ist noch weniger neu als der&lt;br /&gt;
Name Anthroposophie.“ {{Lit|{{G|35|176f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Im Grunde genommen soll ja Anthroposophie&lt;br /&gt;
nichts anderes sein als jene Sophia, das heißt jener Bewußtseinsinhalt,&lt;br /&gt;
jenes innerlich Erlebte in der menschlichen Seelenverfassung,&lt;br /&gt;
die den Menschen zum vollen Menschen macht. Nicht&lt;br /&gt;
«Weisheit vom Menschen» ist die richtige Interpretation des Wortes&lt;br /&gt;
Anthroposophie, sondern «Bewußtsein seines Menschentums»; das&lt;br /&gt;
heißt, hinzielen sollen Willensumwendung, Erkenntniserfahrung, Miterleben&lt;br /&gt;
des Zeitenschicksals dahin, der Seele eine Bewußtseinsrichtung,&lt;br /&gt;
eine Sophia zu geben.“ {{Lit|{{G|257|76}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eng&lt;br /&gt;
hängt gewissermaßen zusammen die Rettung, das Verständnis des Ereignisses&lt;br /&gt;
von Golgatha mit der anthroposophischen Vertiefung der&lt;br /&gt;
Menschheit, mit einer neuerlichen wirklichen Erkenntnis des Wesens des&lt;br /&gt;
Menschen. Deshalb der Name Anthroposophie, das heißt: Weisheit, die&lt;br /&gt;
entspringt, wenn der Mensch sich in seinem höheren Selbst findet.&lt;br /&gt;
Man kann eigentlich keinen prägnanteren Namen finden als&lt;br /&gt;
«Anthroposophie», wenn man dasjenige Wissen bezeichnen will,&lt;br /&gt;
welches nicht vom Menschen handelt wie die gewöhnliche Geschichte,&lt;br /&gt;
wie die Anthropologie oder ähnliches.|198|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Anthropologie]], [[Theosophie]] und Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die [[Anthropologie]] den sinnenfälligen Menschen durch vorwiegend naturwissenschaftliche Methoden zu erkennen strebt, richtet die [[Theosophie]] ihren Blick auf den nur übersinnlich erfahrbaren, rein geistigen Menschen. Anthroposophie versucht die Kluft zu überbrücken, die sich zwischen diesen beiden gegensätzlichen Betrachtungsweisen auftut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir wollen uns zuerst durch einen Vergleich klarmachen, was Anthroposophie ist. Man kann, wenn man eine Gegend kennenlernen will, alles das, was sich da ausbreitet an Dörfern, Wäldern, Auen, Straßen und so weiter, anschauen, indem man unten herumgeht von Dorf zu Dorf, durch Straße um Straße, durch Auen und Wälder, von Ort zu Ort. Man wird dann jedesmal, je nachdem man sich da oder dort befindet, immer einen kleinen, einen ganz geringen Teil des ganzen Gebietes vor Augen haben. Man kann aber auch hinaufsteigen auf einen Bergesgipfel und kann von diesem hohen Bergesgipfel aus das ganze Land überschauen. Dann werden sich für den gewöhnlichen Blick die Einzelheiten nur sehr undeutlich ausnehmen; dafür wird man aber eine Überschau haben über das Ganze. So etwa könnte man das Verhältnis bezeichnen, welches besteht zwischen dem, was man im gewöhnlichen Leben menschliche Erkenntnis, menschliche Wissenschaft nennt, zu dem, was Theosophie ist. Das gewöhnliche menschliche Erkennen geht in der Welt der Tatsachen herum von Einzelheit zu Einzelheit. Die Theosophie steigt auf einen hohen Bergesgipfel hinauf, und je höher sie hinaufsteigt, desto größer wird der Umkreis, den sie überschaut. Sie muß aber dann besondere Mittel anwenden, um überhaupt noch etwas von dem Unteren zu sehen. Die Mittel, die da angewendet werden müssen, sind oft und oft beschrieben worden, auch in meiner Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Da ist gezeigt, wie es dem Menschen möglich ist, zu diesem idealen Gipfel emporzudringen, ohne daß er die Möglichkeit verliert, unten überhaupt noch etwas zu sehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gibt es aber - und das kann unmittelbar hervorgehen aus diesem Vergleich - noch eine dritte Möglichkeit: Man steigt nicht ganz zum Bergesgipfel hinauf, man bleibt sozusagen in der Mitte stehen. Wenn man unten ist, so sieht man lauter Einzelheiten vor sich; man hat keinen Überblick, und man sieht das Obere von unten her. Wenn man oben ist, hat man nichts über sich außer dem göttlichen Himmel, und man sieht unter sich alles nur undeutlich, verschwommen, in Dunst gehüllt. Wenn man in der Mitte ist, so ist das ein besonderer Standpunkt: man hat etwas unter sich und etwas über sich, und man kann die beiden Aussichten miteinander vergleichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[...] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theosophie ist dasjenige, was erforscht wird, wenn der Gott im Menschen spricht. - Das ist im Grunde die wirkliche Definition der Theosophie: Laß den Gott in dir sprechen, und was er dir dann über die Welt sagt, ist Theosophie. Anthroposophie ist damit zu charakterisieren, daß man sagt: Stelle dich in die Mitte zwischen Gott und Natur, laß den Menschen in dir sprechen über das, was über dir ist und in dich hineinleuchtet, und über das, was von unten in dich hineinragt, dann hast du Anthroposophie, die Weisheit, die der Mensch spricht. - Diese Weisheit, die der Mensch spricht, wird einem aber ein wichtiger Stützpunkt und Schlüssel sein können zu dem Gesamtgebiete der Theosophie.|115|16ff}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Der erste Gesichtspunkt, der in solcher Beziehung in&lt;br /&gt;
Betracht kommt, ist derjenige der &#039;&#039;Anthropologie&#039;&#039;. Diese&lt;br /&gt;
Wissenschaft sammelt, was sich der sinnenfälligen Beobachtung&lt;br /&gt;
über den Menschen ergibt und sucht aus den&lt;br /&gt;
Ergebnissen ihrer Beobachtung Aufschlüsse über dessen&lt;br /&gt;
Wesen zu erhalten. […] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anthropologie hält sich gegenwärtig in der Regel&lt;br /&gt;
innerhalb der Grenzen, die man heute als diejenigen der&lt;br /&gt;
naturwissenschaftlichen Methoden ansieht. Ein gewaltiges&lt;br /&gt;
Tatsachenmaterial ist durch sie zusammengetragen&lt;br /&gt;
worden. Trotz der verschiedenen Vorstellungsarten, in&lt;br /&gt;
welchen dieses Material zusammengefaßt wird, liegt in&lt;br /&gt;
demselben etwas vor, das in der segensreichsten Art auf&lt;br /&gt;
die Erkenntnis der menschlichen Wesenheit wirken&lt;br /&gt;
kann. Und fortwährend mehrt sich dieses Material. Es&lt;br /&gt;
entspricht den Anschauungen der Gegenwart, große&lt;br /&gt;
Hoffnungen auf dasjenige zu setzen, was von dieser Seite&lt;br /&gt;
an Aufhellung der Menschenrätsel gewonnen werden&lt;br /&gt;
kann. Und es ist ganz selbstverständlich, daß viele den&lt;br /&gt;
Gesichtspunkt der Anthropologie für ebenso sicher&lt;br /&gt;
halten, wie sie den nächsten, der hier zu charakterisieren&lt;br /&gt;
ist, für einen zweifelhaften ansehen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser andere Gesichtspunkt ist derjenige der &#039;&#039;Theosophie&#039;&#039;.[…]&lt;br /&gt;
Theosophie geht davon aus, daß&lt;br /&gt;
der Mensch vor allem ein geistiges Wesen ist. Und sie&lt;br /&gt;
sucht ihn als solches zu erkennen. Sie hat im Auge, daß&lt;br /&gt;
die menschliche Seele nicht nur wie in einem Spiegel die&lt;br /&gt;
sinnenfälligen Dinge und Vorgänge zeigt und diese verarbeitet,&lt;br /&gt;
sondern daß sie ein eigenes Leben zu führen&lt;br /&gt;
vermag, welches seine Anregungen und seinen Inhalt&lt;br /&gt;
von einer Seite her erhält, die man geistig nennen kann.&lt;br /&gt;
Sie beruft sich darauf, daß der Mensch in ein geistiges&lt;br /&gt;
Gebiet eindringen kann, wie er in ein sinnenfälliges&lt;br /&gt;
dringt. In dem letzteren erweitert sich die Erkenntnis des&lt;br /&gt;
Menschen dadurch, daß er seine Sinne auf immer mehr&lt;br /&gt;
Dinge und Vorgänge richtet, und auf Grund dieser sich&lt;br /&gt;
seine Vorstellungen bildet. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das unmittelbare Erleben der geistigen Erkenntnisse&lt;br /&gt;
erfordert komplizierte Seelenwege und Seelenverrichtungen;&lt;br /&gt;
der Besitz solcher Erkenntnisse ist für jede Seele&lt;br /&gt;
notwendig, welche ein volles Bewußtsein ihrer Menschlichkeit&lt;br /&gt;
haben will. Und ohne ein solches Bewußtsein ist&lt;br /&gt;
ein menschliches Leben von einem bestimmten Punkte&lt;br /&gt;
des Daseins an nicht mehr möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn nun auch die Theosophie Erkenntnisse zu&lt;br /&gt;
liefern vermag, welche den wichtigsten Bedürfnissen der&lt;br /&gt;
Menschenseele Befriedigung gewähren, und welche&lt;br /&gt;
durch den natürlichen Wahrheitssinn und durch die gesunde&lt;br /&gt;
Logik anerkannt werden können: so wird doch&lt;br /&gt;
immer eine gewisse Kluft bleiben zwischen ihr und der&lt;br /&gt;
Anthropologie. Es wird zwar immer folgendes möglich&lt;br /&gt;
sein. Man wird die Ergebnisse der Theosophie über die&lt;br /&gt;
geistige Wesenheit des Menschen aufzeigen können und&lt;br /&gt;
dann in der Lage sein, darauf hinzuweisen, wie die&lt;br /&gt;
Anthropologie alles bestätigt, was die Theosophie sagt.&lt;br /&gt;
Doch wird von dem einen zu dem anderen Erkenntnisgebiete&lt;br /&gt;
ein weiter Weg sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aber möglich, die Kluft auszufüllen. In einer&lt;br /&gt;
gewissen Beziehung soll dies hier durch die Skizzierung&lt;br /&gt;
einer &#039;&#039;Anthroposophie&#039;&#039; geschehen. Wenn Anthropologie&lt;br /&gt;
sich vergleichen läßt mit den Beobachtungen eines Wanderers,&lt;br /&gt;
welcher in der Ebene von Ort zu Ort, von Haus&lt;br /&gt;
zu Haus geht, um eine Vorstellung von dem Wesen eines&lt;br /&gt;
Landstriches zu gewinnen; wenn Theosophie dem Überblick&lt;br /&gt;
gleicht, den man von dem Gipfel einer Anhöhe&lt;br /&gt;
über denselben Landstrich gewinnt: so soll Anthroposophie&lt;br /&gt;
verglichen werden dem Anblick, den man haben&lt;br /&gt;
kann von dem Abhänge der Anhöhe, wo das Einzelne&lt;br /&gt;
noch vor Augen steht, doch sich aber das Mannigfaltige&lt;br /&gt;
schon zu einem Ganzen zusammenzuschließen beginnt.&lt;br /&gt;
Anthroposophie wird den Menschen betrachten, wie&lt;br /&gt;
er sich vor die physische Beobachtung hinstellt. Doch&lt;br /&gt;
wird sie die Beobachtung so pflegen, daß aus der physischen&lt;br /&gt;
Tatsache der Hinweis auf einen geistigen Hintergrund&lt;br /&gt;
gesucht wird. So kann Anthroposophie aus der&lt;br /&gt;
Anthropologie in die Theosophie hinüberleiten.[…]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An sie&lt;br /&gt;
muß sich dann reihen eine [[Psychosophie]], welche das Seelische&lt;br /&gt;
betrachtet, und eine [[Pneumatosophie]], die sich mit&lt;br /&gt;
dem Geist beschäftigt. Damit mündet dann Anthroposophie&lt;br /&gt;
in die Theosophie selbst ein.“ {{Lit|{{G|45|14ff|14}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geschichte der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zu Lebzeiten Rudolf Steiners ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf_Steiner_02.jpg|thumb|[[Rudolf Steiner]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner selbst beschrieb in seiner Autobiographie einen „tiefgehenden Umschwung“ in seinem seelischen Erleben in den Jahren vor der Jahrhundertwende und bezeichnete diese als eine „Prüfungszeit“ mit „harten Seelenkämpfen“, die insbesondere sein Verhältnis zum Christentum betrafen. {{GZ||28|365|387}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1900 wurde der Philosoph und [[Friedrich Nietzsche|Nietzsche]]-Forscher [[Rudolf Steiner]] gebeten, in der [[Theosophie|Theosophischen]] Bibliothek des  [[Cay Lorenz Graf von Brockdorff|Grafen von Brockdorff]] in Berlin einen Vortrag über Friedrich Nietzsche zu halten. Dieser Vortrag fand so großen Anklang, dass man Steiner kurz darauf für ein halbes Jahr engagierte, in wöchentlichen Vorträgen über christliche [[Mystik]] zu sprechen. Es folgte ein weiterer Vortragszyklus, und im Dezember 1901 forderten Brockdorff und seine Gattin Steiner auf, die Leitung der theosophischen Arbeit in Deutschland zu übernehmen, die bisher sie innehatten. Offiziell geschah das dann im Oktober 1902 bei der Gründung der deutschen Sektion der [[Theosophische Gesellschaft|Theosophischen Gesellschaft]] (Adyar-TG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Infolge dieser Voträge wurde ich aufgefordert, in die &amp;quot;theosophische Gesellschaft&amp;quot; einzutreten. Ich kam dieser Aufforderung nach in der Absicht, niemals etwas anderes zu vertreten als den Inhalt dessen, was sich mir als anthroposophische Weltanschauung ergeben hatte. Meine Ansicht war stets, dass ich vor allen Menschen vortragen solle, die mich hören wollen, gleichgültig wie der Parteiname lautet, unter dem sie sich zu irgendeiner Gruppe zusammengeschlossen haben, oder ob sie ohne alle solche Voraussetzung zu meinen Vorträgen kamen.|259|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiners Tätigkeit innerhalb der Theosophischen Gesellschaft, bestand vor allem im Halten von Vorträgen, in der Herausgabe einer eigenen theosophischen Zeitschrift (&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;, später &#039;&#039;[[Lucifer-Gnosis]]&#039;&#039;) und im Verfassen von Büchern. Die organisatorische Arbeit übernahm [[Marie Steiner|Marie von Sivers]], die spätere zweite Ehefrau Steiners. Neben den Vorträgen für Mitglieder der TG, hielt Steiner auch zahlreiche öffentliche Vorträge. Darin nahm er unter anderem Bezug auf das mitteleuropäische (deutschsprachige) Geistesleben. Unter Steiners Leitung wuchs die Zahl der Mitglieder der TG in Deutschland rapide: Zählte man bei der ersten Generalversammlung 1903 nur 130 Mitglieder, waren es 1912 bereits 2489.&amp;lt;ref&amp;gt;Zahlen nach Christoph Lindenberg: &#039;&#039;Rudolf Steiner - eine Chronik&#039;&#039; (1988), S. 211 und 329f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu diesem Zeitpunkt war die TG in 54 deutschen Städten durch einen „Zweig“ vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund zunehmender Differenzen mit der Präsidentin der internationalen Theosophischen Gesellschaft, [[Annie Besant]], die vor allem die Stilisierung des jungen [[Jiddu Krishnamurti]] zu einer Art Messias durch Besant und [[Charles W. Leadbeater]] betrafen, kam es im Frühjahr 1913 zum Bruch mit der Theosophischen Gesellschaft. Bereits Ende 1912 war in Köln die [[Anthroposophische Gesellschaft]] gegründet worden, der sich nun die meisten in Deutschland lebenden Theosophen anschlossen und die bald auch in anderen Ländern präsent war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1913 begannen in [[Wikipedia:Dornach SO|Dornach]] bei [[Wikipedia:Basel|Basel]] ([[Wikipedia:Schweiz|Schweiz]]) die Arbeiten am ersten &#039;&#039;[[Goetheanum]]&#039;&#039;, das als Veranstaltungsstätte und Zentrum der Gesellschaft dienen sollte, nachdem für ein ursprünglich in München geplantes Gebäude mehrfach die Baugenehmigung versagt worden war. Parallel dazu kam es zu vielfältigen Aktivitäten im sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. So gründete Emil Molt, Generaldirektor der Zigarettenfabrik &#039;&#039;Waldorf-Astoria&#039;&#039;, 1919 in [[Wikipedia:Stuttgart|Stuttgart]] für die Kinder seiner Arbeiter und Angestellten die erste [[Waldorfschule]], deren Leitung Steiner selbst übernahm. 1921 wurde die Pharmafirma [[Weleda (Unternehmen)|Weleda AG]] gegründet, die anthroposophische und [[Homöopathie|homöopathische]] Arzneimittel herstellt und vertreibt. 1922 gründete eine Gruppe überwiegender Theologiestudenten, durch Rudolf Steiners private Hilfe (außerhalb der anthroposophischen Bewegung) die [[Die Christengemeinschaft|Christengemeinschaft]], eine Bewegung für religiöse Erneuerung, welche die Anthroposophie anerkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig formierten sich Gegner. In der Silvesternacht 1922/23 brannte das aus Holz errichtete erste [[Goetheanum]] bis auf seine Grundmauern nieder, vermutlich von Unbekannten in Brand gesetzt. Daraufhin entwarf Steiner ein zweites, größeres Goetheanum aus Beton, das erst 1928 fertiggestellt wurde. Parallel bemühte er sich um eine Reorganisation der Anthroposophischen Gesellschaft, an deren Leitung er bis dahin nicht beteiligt war. Als diese Bemühungen nicht den gewünschten Erfolg brachten, gründete er zu Weihnachten 1923 in Dornach ohne Bezug zur bisher bestehenden Anthroposophischen Gesellschaft die &#039;&#039;Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft&#039;&#039;, deren Vorsitz er nun selber übernahm. Zugleich gründete er die schon lange geplante &#039;&#039;[[Freie Hochschule für Geisteswissenschaft]]&#039;&#039; und übernahm als vorläufig einziger Dozent auch deren Leitung. Bereits während der Gründungsfeierlichkeiten erlitt Steiner jedoch eine, vermutlich durch einen Giftanschlag&amp;lt;ref&amp;gt;Lidia Gentilli Baratto, Eine Erinnerung an Marie Steiner, Selbstverlag 1947, S. 20f&amp;lt;/ref&amp;gt; hervorgerufene, Erkrankung, von der er sich nicht mehr erholen sollte. So kam von den drei geplanten „Klassen“ der Hochschule nur die erste, elementare zustande. Im Verlauf des Jahres 1924 musste Steiner seine Vortragstätigkeit zunehmend einschränken. Seinen letzten Vortrag am 28. September 1924 musste er nach kurzer Zeit abbrechen. Bis zwei Tage vor seinem Tod am 30. März 1925 arbeitete er im Krankenbett noch an diversen Publikationen, zuletzt an einem gemeinsam mit seiner behandelnden Ärztin [[Ita Wegman]] verfassten Buch zur Begründung der Anthroposophischen Medizin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise nach Steiners Tod ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fall seines Ablebens, hatte Rudolf Steiner in Bezug auf die Anthroposophische Gesellschaft und die Hochschule keinen Nachfolger ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, Die Weihnachtstagung zur Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 1923/1924, Rudolf Steiner Verlag, Dornach, 1994, Seite 51&amp;lt;/ref&amp;gt; Der fünfköpfige Vorstand der Gesellschaft, den Steiner erst gut ein Jahr zuvor berufen hatte, war daraufhin ratlos und zerstritt sich bald.&amp;lt;ref&amp;gt;Bodo von Plato: &amp;quot;Zur Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft. Ein historischer Überblick&amp;quot;, 1986&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere konnte keine Einigkeit darüber erzielt werden, ob man Steiners Initiativen fortsetzen oder realistischerweise nur noch das Vorhandene verwalten könne. Ende 1925 wurde [[Albert Steffen]] als Vorsitzender einer Anthroposophischen Gesellschaft gewählt, die 1925 aus dem Bauverein des Goetheanum hervorgegangen war. Zu diesem Zeitpunkt, bestand dadurch bereits die von Rudolf Steiner begründete Anthroposophische Gesellschaft nicht mehr. Auf Initiative namentlich von [[Ita Wegman]] beschloss man bald darauf gegen die Vorkehrungen Rudolf Steiners, die Hochschule formal weiter bestehen zu lassen. Der Dornacher Vorstand verlor jedoch zunehmend an Bedeutung und in mehreren Ländern spalteten sich neue Gruppierungen von der Anthroposophischen Gesellschaft ab, teils unter Beteiligung einzelner Vorstandsmitglieder. 1935 beschloss deshalb die Generalversammlung auf Betreiben Albert Steffens, die daran beteiligten Personen, darunter die Vorstandsmitglieder Ita Wegman und Elisabeth Vreede und andere führende Anthroposophen in Deutschland, Holland und England, aus der Gesellschaft auszuschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu diesem Zerfall der Anthroposophischen Gesellschaft entwickelten sich jedoch einige der von Steiner angeregten Kulturimpulse weiter, so die Waldorfbewegung durch Gründung neuer Schulen und die künstlerischen Initiativen Steiners, die unter der Leitung [[Marie Steiner]]s fortgeführt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Während des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war die Behauptung aufgestellt worden, die Anthroposophen hätten ihre „Anhänger tief in die national-sozialistischen Kreise geschoben“.&amp;lt;ref&amp;gt;Das hatte [[Wikipedia:Erich Ludendorff|Erich Ludendorff]] in seinen Lebenserinnerungen behauptet: „Da die Anthroposophie ihre Anhänger tief in die national-sozialistischen Kreise geschoben hatte, so war sie besonders gefährlich. In welchem Umfange dies der Fall war, wurde mir erst nach der Machtübernahme voll bewusst.“ Erich Ludendorff: &#039;&#039;Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung.&#039;&#039; Band III. Meine Lebenserinnerungen von 1933 bis 1937, 1955. S. 67 ff. Zitiert nach: Arfst Wagner: &#039;&#039;Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus.&#039;&#039; Teil II. In: Flensburger Hefte. Sonderheft 8: &#039;&#039;Anthroposophen in der Zeit des deutschen Faschismus – Zur Verschwörungsthese&#039;&#039;, 1991. S. 50–94, hier S. 53–55.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Nationalsozialisten blieben bei ihrer Ablehnung der Anthroposophie, auch wenn sie einige Übereinstimmungen konstatierten. Das geht jedenfalls aus einem Gutachten hervor, dass der Nazi-Pädagoge [[Wikipedia:Alfred Baeumler|Alfred Baeumler]] im Auftrag des [[Wikipedia:Amt Rosenberg|Amtes Rosenberg]] angefertigt hatte. In dem Gutachten hieß es: „In der Menschenkunde, die der Methode der Waldorfschulen zugrunde liegt, sind tiefe und richtige Einsichten enthalten, die Rudolf Steiner zum größten Teil seinem äußerst fruchtbaren Studium der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes verdankt. Die nationalsozialistische Menschenkunde kann nur von der Rasse her entworfen werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Walter Kugler, Feindbild Steiner, 2001, S. 29 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach 1945 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg wurden die im Dritten Reich verbotenen anthroposophischen Aktivitäten auch in Deutschland und Österreich bald wieder aufgenommen. Der Konflikt um die Rechte an Rudolf Steiners Werk spitzte sich jedoch weiter zu. Nach dem Tod [[Marie Steiner]]s 1948 betrachtete sich der von ihr gegründete Nachlassverein (heute: Rudolf Steiner Verlag) als Alleininhaber dieser Rechte. Darüber kam es zu einem Rechtsstreit mit der Anthroposophischen Gesellschaft, der 1952 mit einem Sieg des Nachlassvereins endete. Die unterlegene Partei verbannte daraufhin alle Werke Rudolf Steiners aus der Buchhandlung im [[Goetheanum]], woran bis 1968 festgehalten wurde. Die Rolle Dornachs als internationales Zentrum der Anthroposophischen Gesellschaft wurde wieder vollständig hergestellt, indem die 1935 abgespaltenen Landesgesellschaften in Holland und England sich 1960 bzw. 1963 wieder anschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die starke Expansion der [[Waldorfschule]]n (derzeit gibt es weltweit 1251 Rudolf-Steiner-Schulen in 70 Ländern und 1915 Waldorfkindergärten in 59 Ländern (Stand Mai 2021)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.freunde-waldorf.de/fileadmin/user_upload/images/Waldorf_World_List/Waldorf_World_List.pdf Waldorf_World_List.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;), der [[Anthroposophische Medizin|Anthroposophischen Medizin]] und der ebenfalls durch Rudolf Steiner angeregten [[biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamischen Landwirtschaft]] ([[Demeter (Marke)|Demeter]]) verlief von diesen Schwierigkeiten weitgehend unberührt. 1960 wurde in [[Wikipedia:Bochum|Bochum]] auch eine Bank mit anthroposophischer Zielsetzung gegründet (GLS-[[Gemeinschaftsbank]]). 1969 entstand das anthroposophische [[Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke]] als erste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Auch die 1983 gegründete [[Universität Witten/Herdecke]], Deutschlands älteste Privatuniversität, hat überwiegend anthroposophische Gründer ([[Gerhard Kienle]] und [[Konrad Schily]]). Zur Zeit sind nach Aussagen der Anthroposophischen Gesellschaft weltweit über 10&amp;amp;nbsp;000 anthroposophische Einrichtungen in 103 Ländern tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezug der Anthroposophischen Bewegung zu politischen Strömungen ==&lt;br /&gt;
Die anthroposophische Gesellschaft war von Rudolf Steiner als nicht politisch tätige Institution begründet worden. So heißt es in den Statuen: „Die Gesellschaft lehnt jedes sektiererische Bestreben ab. Die Politik betrachtet sie nicht als in ihren Aufgaben liegend.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| titel = Die anthroposophische Gesellschaft und die Politik - Institut für soziale Dreigliederung| url = https://www.dreigliederung.de/essays/1965-04-folkert-wilken-die-anthroposophische-gesellschaft-und-die-politik| abruf = 2022-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Einzelne Personen, wie auch die Anthroposophische Gesellschaft als Ganze hatten im Laufe der Zeit wechselnde Beziehungen unterschiedlicher Art und Intensität mit verschiedenen politischen Bewegungen.&lt;br /&gt;
Vertreter der Anthroposophie werden traditionell eher dem links-liberalen Spektrum zugeordnet. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Schieren2022&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle| autor=Jost Schieren| titel = Erziehungskunst – Waldorfpädagogik heute: Anthroposophie in der Kritik| datum = 2022-04| url = https://www.erziehungskunst.de/artikel/anthroposophie-in-der-kritik/?fbclid=IwAR1yb032fQgYqcPeFdI8o_3VCnHknah_6l9ssz95QJpybXuv-MzIm9cXv-8| abruf = 2022-06-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Menschen mit Bezug zur Anthroposophie waren beispielsweise in der Gründungszeit der Partei [[Bündnis 90/Die Grünen|Die Grünen]] aktiv. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| autor=Silke Mende| titel = Wie anthro­po­so­phisch waren die Grünen? – Geschichte der Gegenwart| sprache = de-DE| datum = 2022-01-09| url = https://geschichtedergegenwart.ch/wie-anthroposophisch-waren-die-gruenen/| abruf = 2022-06-18| werk = geschichtedergegenwart.ch}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Einzelne Personen mit Bezug zur Anthroposophie standen aber in Bezug zu politisch rechten Ideologien und greifen auch gegenwärtig Motive des rechten Spektrums auf im Sinne einer „neuen Rechten“, wie Jost Schieren in einem Artikel von 2022 schreibt. Er nennt als Beispiele hier [[Axel Burkart]], [[Martin Barkhoff]], Caroline Sommerfeld-Lethen und [[Thomas Meyer]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schieren2022&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bereiche==&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] wurde aus vielen Lebensbereichen um Hilfe gebeten und so entstanden durch seinen Rat:&lt;br /&gt;
{| cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Pädagogik]] || die [[Waldorfschule|Waldorfschulen]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Medizin]] || die [[Anthroposophische Medizin|Anthroposophisch erweiterte (Schul-)Medizin]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Landwirtschaft]]&amp;amp;nbsp; &amp;amp;nbsp;|| der [[Biologisch-dynamische_Landwirtschaft|Biologisch-dynamische Landbau]] &amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| in der [[Gesellschaft]] || die [[Soziale_Dreigliederung|Dreigliederung des sozialen Organismus]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Als Zentrum der [[Anthroposophische Gesellschaft|Anthroposophischen Gesellschaft]] wurde das [[Goetheanum]] in Dornach (Schweiz) erbaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anthroposophische Medizin===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Anthroposophische Medizin}}&lt;br /&gt;
In Zusammenarbeit mit der Ärztin [[Ita Wegman]] entwickelte Steiner medizinische und pharmazeutische Grundlagen für die &#039;&#039;[[Anthroposophische Medizin]]&#039;&#039;, die in Deutschland als „besondere Therapierichtung“ neben [[Homöopathie]] und [[Wikipedia:Phytotherapie|Phytotherapie]] gesetzlich anerkannt und von den Krankenkassen teilweise erstattet wird. Die Bewegung befürwortet eine rationale, auf den individuellen Menschen hin orientierte Medizin unter Einbezug [[Homöopathie|potenzierter Arzneimittel]]. Das medizinische Konzept anthroposophisch ausgerichteter Mediziner basiert u.a. auf entsprechend zubereiteten mineralischen, pflanzlichen und tierischen Heilmitteln. Diese können aufgrund einer „evolutionären Verwandtschaft“ mit dem Menschen therapeutisch verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lehre (Auszug)==&lt;br /&gt;
=== Die Wesensglieder des Menschen ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Wesensglieder}}&lt;br /&gt;
Laut der anthroposophischen Lehre existiert der Mensch in vier ineinandergreifenden Ebenen, die auch als [[Wesensglieder]] bezeichnet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das [[Ich]]&lt;br /&gt;
* Der [[Astralleib]] und &lt;br /&gt;
* Der [[Ätherleib]] oder Lebensleib&lt;br /&gt;
* Der [[Physischer Leib|physische Leib]] (Körper)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verbindung mache den Menschen nach Steiners Lehre zu einem im Geiste wurzelnden Wesen. Die Menschheit als Ganzes bilde ein viertes Naturreich der Erde. Zum Tierreich gehöre nur die Summe der ersten drei genannten Leiber, denn Tiere verfügten über eine nicht selbstbewusste Körperseele. Das Pflanzenreich lebe im Physischen mit dem Lebensleib (Äther). Die Bestimmung der Wesensglieder sei damit jedoch nicht erschöpft. Prinzipiell gliedere sich das Wesen des Menschen in [[Leib]], [[Seele]], [[Geist]]. Zum leiblichen Wesen gehörten demnach die einfachen Leiber von Physis, [[Lebensleib]] und [[Astralleib]]. Das seelische Wesen gliedere sich in [[Empfindungsseele]], [[Verstandesseele]] und [[Bewusstseinsseele]]. Der Mensch schreite in seiner Entwicklung sowohl individuell wie auch als Gattungswesen in einem Vergeistigungsprozess von Leib und Seele fort. Dieser Prozess führe zu einer Differenzierung des Geistes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner beschreibt eine Dreigliederung des menschlichen geistigen Wesens in [[Geistselbst]] (auch [[Manas]] genannt), [[Lebensgeist]] (auch [[Buddhi]] genannt) und [[Geistesmensch]] (auch [[Atman]] genannt). Der [[Astralleib]] und die [[Empfindungsseele]] verbinde sich dabei zum empfindenden [[Seelenleib]] und die sog. [[Bewusstseinsseele]] verbinde sich mit dem [[Geistselbst]] zur geisterfüllten [[Bewusstseinsseele]]. Daraus ergebe sich eine Gliederung in 7 Teile des irdischen Menschen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der [[Geistesmensch]]&lt;br /&gt;
* Der [[Lebensgeist]]&lt;br /&gt;
* Das [[Geistselbst]]&lt;br /&gt;
* Das [[Ich]]&lt;br /&gt;
* Der [[Astralleib]] oder „empfindende [[Seelenleib]]“&lt;br /&gt;
* Der [[Ätherleib]] oder „[[Lebensleib]]“&lt;br /&gt;
* Der [[Physischer Leib|physische Leib]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Schlaf erhalte der [[Ätherleib]] den physischen Leib und regeneriere so die Körperorgane. Nach dem [[Tod]] löse sich der [[Ätherleib]] innerhalb weniger Tage auf. Er bilde währenddessen die Basis für die Lebensrückschau der [[Seele]], mit deren Essenz sie die nachtodliche Seelenwelt betritt und anschließend das Geisterland bis zu einer Wiederverkörperung des Geistes in der physischen Welt bewohnt. Diese zyklische [[Reinkarnation]] sei durch das individuelle Schicksal notwendig und vom Leben des Menschen bestimmt (siehe auch [[Karma]] und [[Reinkarnation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Reinkarnation]]===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Reinkarnation}}&lt;br /&gt;
Die Lehre der [[Wiedergeburt]] des menschlichen Geistes. Die zyklische Wiedergeburt des Geistes um vergangenes Karma (in vergangenen Leben gelegte Ursachen) abzuarbeiten und um sich evolutionsmäßig weiter zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Karma]]===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Karma}}&lt;br /&gt;
Die Lehre von „Ursache und Wirkung“ und die Zwillingslehre der „Reinkarnation“. Jede Handlung ruft eine ihr entsprechende Wirkung hervor. Diese kommt auf ihren Ausgangspunkt, der verursachenden Person zurück. In der Regel wird dies als „negativ“ oder „positiv“ erfahren, ist aber letztlich nur die in der ursprünglichen Handlung liegende Charakteristik, die vom Menschen entsprechend empfunden wird. Da alles in der Natur miteinander verbunden ist und gegenseitig ineinandergreift, werden auch andere Personen und Wesen von den Taten eines Einzelnen beeinflusst. Dies ruft dementsprechende Rückwirkungen hervor. Wenn Disteln gesät werden, können nicht Rosen geerntet werden. Somit liegt im Gesetz von Karma eine tiefgehende [[Ethik]]. Karma ist kein [[Fatalismus]], da der Mensch immer einen freien Willen besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Philosophische Basis===&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner|Rudolf Steiners]] Erkenntnisse entstammen nach eigenen Angaben einer ihm seit seiner Kindheit bewussten und methodisch vertieften geistig-übersinnlichen Schau. Zu den von Steiner besonders geschätzten Persönlichkeiten gehören [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]], [[Johann Gottlieb Fichte]], [[Max Stirner]]  und [[Ernst Haeckel]]. Was Rudolf Steiner mit seiner Geisteswissenschaft anstrebte, charakterisierte er kurz so: „&#039;&#039;Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschen zum Geistigen im Weltall führen möchte.“&#039;&#039; {{GZ||26|14}} Die philosophische Basis der Anthroposophie findet sich in Steiners Hauptwerken [[Wahrheit und Wissenschaft]] ([[GA 3]]) und  [[Die Philosophie der Freiheit]] ([[GA 4]]). Dieses Werk befasst sich mit der [[Wikipedia:Kritik der reinen Vernunft|Kritik der reinen Vernunft]] von [[Immanuel Kant|Immanuel Kant]] und dem Neokantianismus sowie in Weiterentwicklung des wissenschaftsmethodischen Ansatzes von Goethes [[Phänomenologie]] auch mit einem auf seelischer Beobachtungserfahrung gründenden ontologischen [[Monismus]]. Im intuitiven Denken, so betont Steiner, habe der Mensch bereits ein rein geistiges Erlebnis:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die geistige Wahrnehmungswelt kann&lt;br /&gt;
dem Menschen, sobald er sie erlebt, nichts Fremdes sein, weil er im intuitiven Denken&lt;br /&gt;
schon ein Erlebnis hat, das rein geistigen Charakter trägt.“ {{Lit|{{G|4|181}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu gehört auch eine als [[ethischer Individualismus]] bezeichnete Form der Lebensführung, in deren Zentrum der Gedanke einer aus [[Erkenntnis]] und [[Liebe]] handelnden und gesellschaftsbildenden [[Individualität]] steht. Kernpunkt sei hierbei, dass [[Erfahrung]] ihren Anspruch von [[Objektivität]] aus dem Denken bezieht, dass seiner selbst gewahr wird. Dieser Vorgang wird als Ergebnis einer [[Synthese]] von [[Wahrnehmung]] und [[Begriff]] verstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hierzu:&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun darf aber nicht übersehen werden, daß wir uns nur mit Hilfe des Denkens als Subjekt bestimmen und uns den Objekten entgegensetzen können. […] Das Denken ist jenseits von Subjekt und Objekt. Es bildet diese beiden Begriffe ebenso wie alle anderen. […] Das Subjekt denkt nicht deshalb, weil es Subjekt ist; sondern es erscheint sich als ein Subjekt, weil es zu denken vermag. […] Das Denken ist somit ein Element, das mich über mein Selbst hinausführt und mit den Objekten verbindet. Aber es trennt mich zugleich von ihnen, indem es mich ihnen als Subjekt gegenüberstellt.|4|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das könnte folgendermaßen interpretiert werden: &lt;br /&gt;
# Das Denken des Menschen ist selbst beobachtbar und bildet erst den sog. „Ich“-Begriff. Dieser steht den Dingen und Objekten gegenüber, welche der Mensch, ebenso wie sich selbst, benennt.&lt;br /&gt;
# Das Denken des Menschen (seine höheren geistigen Funktionen) kann den „Ich“-Begriff genauso zum Gegenstand seiner Betrachtungen machen wie die Begriffe von den Objekten. (Ich kann über mich nachdenken wie über den Baum.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner bezeichnet den Wahrnehmungsbegriff als einen Inhalt, der sich darin erschöpft, dass er bewusst wird. Das Objekt als Gegenstand ist demnach das Produkt der Synthese aus Wahrnehmung und Begriff. Hieraus folgert Steiner, dass Wirklichkeit ein Produkt von und nicht eine Bedingung für Erkenntnisprozesse ist. Diese Ansicht bildet die Grundlage für Steiners weitere, geisteswissenschaftliche Forschungsergebnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudolf Steiner über Wesen und Methode der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, strebt nicht an die Begründung irgend einer neuen Religion oder irgend einer neuen religiösen Sekte oder dergleichen. Geisteswissenschaft will sein oder glaubt sein zu dürfen dasjenige, was unserer gegenwärtigen Kultur auferlegt ist in geistiger Beziehung. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für die Erkenntnis der äußeren Natur, was für das Leben durch die Erkenntnis der äußeren Naturgesetze diese Naturwissenschaft der Menschheit geworden ist, das möchte Geisteswissenschaft werden durch die Erkenntnis der Gesetze unseres Seelen- und Geisteslebens und durch die Anwendung dieser Gesetze des Seelen- und Geisteslebens im ethischen, im sozialen, im allerweitesten Kulturleben; das möchte sie werden für unsere Gegenwart und für die nächste Zukunft. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrhaftig ganz im Geiste der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart ist die Vorstellungsart der Geisteswissenschaft gehalten. Aber da sich diese Geisteswissenschaft auf ein ganz anderes Gebiet erstreckt als die Naturwissenschaft, nämlich nicht auf das Gebiet dessen, was sinnenfällig wahrgenommen werden kann, auf das Gebiet der äußeren Natur, sondern auf das Gebiet des Geistes, so muß es ja einleuchtend sein, daß gerade eine naturwissenschaftliche Denkweise da, wo es sich darum handelt, das Gebiet des Geistigen zu erforschen, sich wesentlich modifizieren muß, zu etwas anderem werden muß als auf dem Gebiete der Naturwissenschaft. Und obgleich die Methode, die Forschungsweise der Geisteswissenschaft ganz so gehalten ist in dem Geiste der Naturwissenschaft, daß jeder naturwissenschaftlich Gebildete, der heute Naturwissenschaft ohne Vorurteile nimmt, sich auf den Boden dieser Geisteswissenschaft stellen kann, so muß doch gesagt werden, daß allerdings, solange man die naturwissenschaftlichen Methoden in ihrer Einseitigkeit nimmt, wie es vielfach heute geschieht, Vorurteil über Vorurteil gegen die Anwendung naturwissenschaftlicher Vorstellungsart auf das geistige Leben erwachsen kann. Muß doch naturwissenschaftliches Denken, man möchte sagen, naturwissenschaftliche Logik angewendet werden auf das, was dem Menschen wohl am nächsten liegt, was aber auch am schwersten zu erforschen ist, muß doch diese Denkungsweise angewendet werden auf das Wesen des Menschen selbst. Muß doch der Mensch in der Geisteswissenschaft sich selber untersuchen, und muß er doch auch zu dem einzigen Werkzeug greifen, welches ihm zu seiner Untersuchung zur Verfügung steht, nämlich zu sich selbst. Davon geht die Geisteswissenschaft aus, daß der Mensch in sich selbst, indem er zum Instrument wird, um die Geisteswelt zu untersuchen, eine Verwandlung erfahren muß, daß er etwas mit sich vornehmen muß, das ihn in die Lage versetzt, in die geistige Welt hineinzusehen, was er ja nicht tut im alltäglichen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einem Vergleich lassen Sie mich ausgehen, von einem naturwissenschaftlichen Vergleich, der nichts beweisen soll, der nur verdeutlichen soll, wie die geisteswissenschaftliche Vorstellungsart ganz auf dem Boden naturwissenschaftlicher Denkungsweise steht. In der Natur tritt uns zum Beispiel das Wasser entgegen. Wenn wir das Wasser ansehen, wie es uns draußen entgegentritt, so stellt es sich zunächst in seinen Eigenschaften dar. Aber der Chemiker kommt mit seinen Methoden und wendet diese auf das Wasser an; er zerlegt uns das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Ja, was macht da der Naturwissenschaftler aus dem Wasser? Das Wasser brennt bekanntlich nicht. Der Chemiker zieht den Wasserstoff aus dem Wasser heraus, und das ist ein Gas, das brennt. Niemand, der äußerlich das Wasser ansieht, kann diesem Wasser ansehen, daß da Wasserstoff drinnen ist und Sauerstoff drinnen ist, die ganz andere Eigenschaften haben als das Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebensowenig, das zeigt eben die Geisteswissenschaft, kann der Mensch, wenn er dem Menschen gegenübersteht im Leben, erkennen, was dieser Mensch ist in seinem Inneren. Und so wie der Chemiker, der Naturwissenschaftler, kommt und uns das Wasser zerlegt in Wasserstoff und Sauerstoff, so muß, allerdings jetzt in einem innerlichen Seelenprozeß, der sich in den tiefsten Tiefen der Seele vorbereiten muß, der Geisteswissenschaftler kommen und muß dasjenige, was sich im äußeren Leben darbietet, zerlegen. Und zerlegen kann der Geistesforscher durch die geistesforscherischen Methoden den Menschen in das Äußerlich-Leibliche und in das Geistig-Seelische. Zunächst interessiert es, vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft aus das Geistig-Seelische abgesondert vom Leiblichen zu untersuchen. Niemand kann die wahre Wirklichkeit des Geistig-Seelischen aus dem Äußerlich-Leiblichen erkennen, ebensowenig wie die Natur des Wasserstoffs erkannt werden kann, wenn er nicht aus dem Wasser herausgezogen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute sehr oft der Fall, daß in dem Augenblick, wo man beginnt, in dieser Art zu sprechen, einem gesagt wird: Das verstößt doch wider den Monismus, an dem man unbedingt festhalten muß. Nun, der Monismus darf ja auch den Chemiker nicht hindern, daß er das Wasser zerlegt in eine Zweiheit. Der Monimus wird gar nicht dadurch angefochten, daß dasjenige, was in Wirklichkeit geschehen kann, geschieht: daß durch die Geistesforschung, durch die geistesforscherischen Methoden abgetrennt wird von dem Leiblich-Körperhaften das Geistig-Seelische. Nun aber sind diese Methoden allerdings nicht solche, die man im Laboratorium, im physikalischen Kabinett, in der Klinik vollziehen kann, sondern es sind Vorgänge, die in der Seele selber vollzogen werden müssen. Es sind aber keine Vorgänge der Seele, die Wunder darstellen, sondern es sind nur Steigerungen desjenigen, was der Mensch im gewöhnlichen Leben beobachten kann. Es sind nicht wunderbare Eigenschaften, sondern solche Eigenschaften, die der Mensch im alltäglichen Leben in einem gewissen Maße hat, die er nur ins Unbegrenzte steigern muß, wenn er zum Geistesforscher werden soll. Und da ich nicht in allgemeinen Redensarten herumreden will, so will ich gleich in die Betrachtung der Sache selbst eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder kennt dasjenige, was man im menschlichen Seelenleben nennt das Erinnerungsvermögen, das Gedächtnis. Jeder weiß ja, wieviel von dem Gedächtnis im Grunde genommen abhängt. Man stelle sich einmal vor, wir würden eines Morgens aufwachen und keine Ahnung haben, was früher um uns und in uns war. Wir würden dadurch die ganze menschliche Wesenheit verlieren. Unser Gedächtnis, das in sich zusammenhängt von einem gewissen frühen Zeitpunkt in der Kindheit an, das gehört notwendig zu unserem menschlichen Leben. Nun werden schon die Philosophen der Gegenwart gegenüber der Untersuchung der Gedächtniskraft stutzig. Sie haben jetzt schon Persönlichkeiten in ihrer Mitte, die gerade, indem sie das Gedächtnis betrachten, von einer materialistisch-monistischen Weltanschauung abkommen, indem sie durch genaue Untersuchung finden, daß, wenn man auch die Sinnesempfindungen, soviel man das nur sagen kann von Seelentätigkeit, in äußerlicher Weise gebunden findet an den Leib, man das Gedächtnis nie als an den Leib gebunden wird anerkennen können. Darauf brauche ich ja nur aufmerksam zu machen. Denn ein Mann, der wahrhaftig keine Neigung hat, in die Geisteswissenschaft einzudringen, der französische Philosoph Bergson, hat auf diese geistige Art des Gedächtnisses hingedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie aber tritt uns im Leben das Gedächtnis, die Erinnerungskraft entgegen? Längst vergangene Ereignisse kommen in Bildern in unsere Seele herein. Die Ereignisse sind längst vergangen, aber die Seele hat es mit sich selbst zu tun. Sie hat es damit zu tun, daß sie heraufzaubert das vergangene Erlebnis aus den Tiefen des inneren Lebens. Und man kann das, was da heraufkommt aus den Seelentiefen, mit dem ursprünglichen Erlebnis vergleichen. Blaß sind die Erinnerungen gegenüber den Bildern, die uns die Wahrnehmung der Sinne bietet. Aber mit der Integrität des Seelenlebens hängen sie zusammen. Und wir könnten uns in der Welt nicht zurechtfinden, wenn wir nicht das Gedächtnis hätten. Diesem Gedächtnis aber liegt die Kraft des Gedächtnisses zugrunde. Die Seele kann dasjenige, was in ihren Erinnerungen verborgen ist, durch die Kraft des Gedächtnisses heraufholen. Aber da gerade setzt nun Geisteswissenschaft ein. Nicht das Gedächtnis als solches — ich bitte ins Auge zu fassen, was ich sagen will —, nicht das Gedächtnis als solches, wohl aber die Kraft, welche dem Heraufholen eines geistigen Inhaltes aus den Tiefen der Seele zugrunde liegt, diese Kraft kann verstärkt werden, ins Unbegrenzte verstärkt werden, so daß sie im Leben der Seele nicht bloß verwendet wird, um durchgemachte Erlebnisse aus der Seele heraufzuholen, sondern daß sie zu etwas ganz anderem verwendet werden kann. Nicht äußere Methoden, die im Laboratorium verfolgt werden können, nicht das, was man durch die äußeren Sinne wahrnehmen kann, liegt zugrunde den geistesforscherischen Methoden, sondern intensive Seelenvorgänge, die jeder durchmachen kann. Das, was den Wert dieser intensiven Seelenvorgänge ausmacht, ist die unbegrenzte Steigerung der Aufmerksamkeit im Menschenleben, oder wie man es nennt: die Konzentration des Gedankenlebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist diese Konzentration des Gedankenlebens?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann heute nur in einer kurzen […] Betrachtung die Prinzipien dessen anführen, um was es sich handelt. Das Nähere können Sie nachlesen in meinen Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft» im zweiten Teil; […] Ferner in dem Buche «Die Schwelle der geistigen Welt». Aber den Prinzipien nach will ich die ersten Vornahmen der Seele auseinandersetzen, die eine unbegrenzte Steigerung dessen sind, was für das menschliche Leben notwendig ist, eine Steigerung der Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit muß in unbegrenzter Weise gesteigert werden, damit Geistesforschung in die Seele eintreten könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was macht denn der Mensch in der Regel, wenn er der Außenwelt gegenübertritt? Er nimmt die Dinge wahr; er verarbeitet die Dinge durch den Verstand, der an das Gehirn gebunden ist. Dann macht er sich Vorstellungen über das Wahrgenommene. Und in der Regel ist er zufrieden, wenn er die äußeren Vorstellungen in der Seele bewahrt. Da, wo das Alltagsleben aufhört, da beginnen die Methoden der Geisteswissenschaft, da beginnt dasjenige, was man Konzentration des Denkens nennen kann. Derjenige, der ein Geistesforscher werden will, der muß den Faden des Seelenlebens da aufnehmen, wo er gewöhnlich im äußeren Leben verlassen wird. Vorstellungen, die wir uns selbst bilden, die wir genau überschauen können, am besten sinnbildliche Vorstellungen, bei denen wir nicht nötig haben, die Übereinstimmung mit der Außenwelt zu prüfen, sie stellen wir in den Horizont unseres Bewußtseins; Vorstellungen, die wir entweder finden, aus der Praxis der Geisteswissenschaft hervorgegangen, oder zu denen uns der Geistesforscher raten kann, sie stellen wir in den Mittelpunkt des ganzen Bewußtseins, so daß wir durch längere Zeit die Aufmerksamkeit der Seele von allem Äußeren ablenken und uns nur konzentrieren auf eine Vorstellung. Während man sonst nicht bei einer Vorstellung stehenbleibt, zieht man jetzt alle Kräfte seiner Seele zusammen, konzentriert sie auf eine Vorstellung und bleibt ganz in seinem Inneren hingegeben an diese Vorstellung. Wenn man den Menschen betrachtet bei einer solchen Vornahme, so vollzieht er im Grunde genommen etwas, was dem Schlafe gewissermaßen ähnlich ist, und was doch auch wiederum radikal verschieden ist. Denn, soll solche Konzentration fruchtbar werden, so muß der Mensch in der Tat wie ein Schlafender werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir einschlafen, da fühlen wir zuerst, wie die Willenskräfte in unseren Gliedern ruhig werden, wie eine gewisse Dämmerung um uns auftritt, wie die Sinne in ihrer Tätigkeit abebben. Dann gehen wir über in Bewußtlosigkeit. Alles Äußere muß so werden in der Konzentration wie beim Schlafe. Die Sinne müssen vollständig frei werden von allen Eindrücken der Außenwelt. Das Auge darf so wenig sehen wie im Schlafe; das Ohr so wenig hören wie im Schlafe und so weiter. Dann wird das ganze Seelenleben zusammengenommen und auf eine Vorstellung konzentriert; das ist der radikale Unterschied vom Schlafe. Man könnte den Zustand nennen ein bewußtes Schlafen, ein voll bewußtes Schlafen. Während im Schlafe die Finsternis der Unbewußtheit sich ausdehnt im Seelenleben, lebt in einem erhöhten Seelenleben derjenige, der ein Geistesforscher werden will. Er strengt alle Kräfte des Seelenlebens an und wendet sie auf eine Vorstellung. Nicht darauf kommt es an, daß wir diese Vorstellung betrachten; sie gibt uns nur eine Gelegenheit, unsere Seelenkräfte zusammenzuraffen, zusammenzudrängen. Auf dieses Zusammendrängen der Seelenkräfte kommt es an. Denn dadurch gelangen wir allmählich dazu — ich muß da wiederum auf das Nähere in meinen Büchern verweisen —, wirklich das Geistig-Seelische, das in uns ist, wie der Wasserstoff im Wasser ist, herauszureißen aus dem Physisch-Leiblichen, es frei zu machen vom Physisch-Leiblichen. Nicht sozusagen in einem Ansturm ist das zu erreichen, was ich jetzt charakterisiert habe. Es brauchen die meisten Menschen ein jahrelanges Arbeiten in solchen Konzentrationen, wenn auch das Tagesleben von solchen Konzentrationen nicht abgelenkt wird; denn man kann sie nur durch wenige Minuten, höchstens durch Teile einer Stunde festhalten, aber man muß sie immer und immer wiederum wiederholen, bis es wirklich gelingt, die Kräfte, die sonst nur schlummern in der menschlichen Natur — die im Alltagsleben ja auch da sind, die aber schlummern —, so zu verstärken, daß sie wirksam werden in unserer Seele und herausreißen das Geistig-Seelische aus dem Physisch-Leiblichen.Da ich, wie gesagt, nicht herumreden möchte in abstrakter Art, sondern Ihnen Tatsachen mitteilen möchte, so sei es gleich gesagt, daß, wenn es dem Geistesforscher gelingt, durch Energie und Ausdauer, durch Hingabe an seine Übungen wirklich zur Frucht seiner Übungen zu kommen, er dann zu einem Erlebnis gelangt, das zunächst genannt werden könnte ein Erlebnis des rein inneren Bewußtseins. Man weiß mit einem Worte von einem bestimmten Zeitpunkte an einen Sinn zu verbinden mit dem Worte, das vorher sinnlos war: Ich weiß mich außerhalb meines Leibes; ich bin, mein Inneres erfassend, mein Inneres erlebend, außerhalb meines Leibes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will Ihnen von diesem Erlebnis im einzelnen erzählen. Zunächst verspürt man, daß wirklich die Denkkraft, die sonst nur in den Verrichtungen des Alltags sich regt, sich loslöst vom Leibe. Dumpf ist zunächst das Erlebnis, aber es tritt doch so auf, daß man seine Natur erkennt, wenn man es gehabt hat. Man weiß zuerst dann, wenn man wiederum zurückkehrt in seinen Leib — das möchte ich zunächst charakterisieren —, wie es ist, wenn man nun in das Gehirnleben, das die physische Materie darbietet, untertaucht, wie es Widerstand bietet, dieses Gehirn. Man weiß: Mit dem Alltagsdenken denkt man so, daß das Gehirn das Instrument ist; jetzt war man aber draußen. Dann kommt man allmählich dazu, einen Sinn zu verbinden mit dem Worte: Du erlebst dich im Seelisch-Geistigen. Man erlebt, wie das eigene Haupt umkleidet ist gewissermaßen mit seinen Gedanken. Man weiß, was es heißt, das Seelisch-Geistige abgetrennt zu haben vom äußeren, physisch-leiblichen Leben. Zuerst lernt man den Widerstand kennen, den das leibliche Leben bietet. Dann lernt man erkennen das selbständige Leben außerhalb des Leibes. Es ist wahrhaftig so, wie wenn der Wasserstoff einmal sich selbst außerhalb des Wassers wahrnehmen sollte. So ist es mit dem Menschen, wenn er solche Übungen durchmacht. Und dann, wenn er solche Übungen getreulich fortsetzt, dann tritt der große, der bedeutungsvolle Augenblick ein, an dem man sozusagen den Ausgangspunkt der eigentlichen Geistesforschung hat. Ein Augenblick, der tief erschütternd ist, der ungeheuer bedeutungsvoll ins ganze Leben eingreift. Dieser Augenblick kann in der verschiedensten Art sich einstellen. Er kann tausendfach verschieden sein. Ich will ihn aber typisch charakterisieren, wie er doch seiner Charakteristik nach meistens sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat man so eine gewisse Zeit hindurch geübt, hat man gewissermaßen aus der naturwissenschaftlichen Denkweise heraus die eigene Seele so behandelt, dann kommt der Moment, der eintreten kann entweder im alltäglichen Leben, oder auch mitten im Schlafe, so daß man aus dem Schlafe aufwacht und weiß: man träumt nicht, man erlebt eine neue Wirklichkeit. Man kann das zum Beispiel so erleben, daß man sich sagt: Was ist doch um mich? Es ist, wie wenn ich mich in einer Umgebung befände, die sich von mir loslöst, wie wenn die Elemente blitzartig einschlügen und wie wenn mein Leib zerstört würde durch die Elemente und ich mich aufrecht erhalte gegenüber diesem Leibe. Man lernt erkennen, was alle Geistesforscher durch alle Zeiten hindurch mit einem bildlichen Ausdruck genannt haben: an die Pforte des Todes gelangen. Denn das erlebt man, daß man jetzt weiß durch das Bild — also nicht durch die Wirklichkeit, diese erlebt man nur im Tode —, man erlebt durch das Bild, daß man jetzt weiß, wie der Mensch geistig-seelisch ist, wenn er nicht durch das Instrument seines Leibes sich und die Welt wahrnimmt, sondern wenn er nur im Geistig-Seelischen lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist zunächst das Erschütternde; man weiß: Du hast dich mit deiner Denkkraft losgelöst von deinem Leibe. Und ebenso können andere Kräfte losgelöst werden von dem Leibe, so daß der Mensch immer reicher, immer innerlicher mit Bezug auf sein Seelenleben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es genügt die eine Übung nicht, welche ich mit dem Ausdruck Konzentration oder unbegrenzte Steigerung der Aufmerksamkeit bezeichnet habe. Durch diese Übung erlangt man das Folgende: Wenn man an dem Punkte angelangt ist, wo die Seele sich selbst erlebt, dann steigen auch auf die Bilder, die man reale Imaginationen nennen kann. Bilder steigen auf, aber Bilder, die sich gewaltig unterscheiden von den Bildern des gewöhnlichen Gedächtnisses. &amp;quot;Während das gewöhnliche Gedächtnis nur dasjenige in Bildern hat, was äußerlich erlebt worden ist, steigen jetzt Bilder auf aus den grauen Seelentiefen, die nichts gemein haben mit dem, was man in der äußeren Sinneswelt erleben kann. Alle Einwände, daß man sich leicht täuschen könne, daß das, was da aus den grauen Seelentiefen heraufsteigt, nur Reminiszenzen des Gedächtnisses sein könnten, alle diese Einwände sind hinfällig. Denn der Geistesforscher lernt eben wirklich unterscheiden zwischen dem, was das Gedächtnis heraufrufen kann, und dem, was radikal verschieden ist von allem, was im Gedächtnis stehen kann. Allerdings, eines muß bedacht werden, wenn von diesem Punkte des Eintretens in die geistige Welt gesprochen wird. Es ist dasjenige, daß zur Geistesforschung wenig sich solche Personen eignen, welche an Halluzinationen, an Visionen oder ähnlichen krankhaften Seelengebilden und Seelenzuständen leiden. Je weniger der Mensch dazu neigt, was ja doch nur eine Reminiszenz des Tageslebens ist, desto sicherer kommt er vorwärts auf dem Gebiete der Geistesforschung. Und darin besteht ein großer Teil der Vorbereitung zur Geistesforschung, daß man alles dasjenige, was nur irgendwie unbewußt aus der Menschenseele sich aufdrängen könnte in solch krankhafter Art, genau unterscheiden lernt von dem, was als ein neues Element, als eine geistige Wirklichkeit durch die geisteswissenschaftliche Ausbildung der Seele eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte gerade einen radikalen Unterschied angeben zwischen dem Visionären, dem Halluzinatorischen und dem, was der Geistesforscher erschaut. Warum ist es denn so, daß so viele Menschen glauben, schon in der geistigen Welt drinnen zu stehen, wenn sie nur Halluzinationen und Visionen haben? Ja, die Menschen lernen so ungern etwas wirklich Neues kennen! Sie halten so gerne an dem Alten, in dem sie schon drinnen stehen, fest. Im Grunde genommen treten uns in Halluzinationen und Visionen die krankhaften Seelengebilde so entgegen, wie uns die äußere sinnliche Wirklichkeit entgegentritt. Sie sind da; sie stellen sich vor uns hin. Wir tun gewissermaßen nichts dazu, wenn sie sich vor uns hinstellen. In dieser Lage ist der Geistesforscher gegenüber seinem neuen geistigen Element nicht. Ich habe davon gesprochen, daß der Geistesforscher alle Kräfte seiner Seele, die im gewöhnlichen Leben schlummern, konzentrieren, heraufarbeiten muß. Das erfordert aber, daß er eine seelische Energie, eine seelische Stärke anwendet, die im äußeren Leben nicht da ist. Aber diese Stärke muß er immer festhalten, wenn er eintritt in die geistige Welt. Der Mensch bleibt passiv, er braucht sich nicht anzustrengen: das ist das Charakteristische der Halluzinationen, der Visionen. In dem Augenblick, wo wir der geistigen Welt gegenüber auch nur einen Moment passiv werden, verschwindet sogleich alles. Wir müssen unausgesetzt tätig, aktiv dabeisein. Daher können wir uns auch nicht täuschen, denn nichts kann aus der geistigen Welt vor unsere Augen treten so, wie eine Vision oder Halluzination vor unsere Augen tritt. Wir müssen überall mit unserer Tätigkeit dabeisein, bei jedem Atom desjenigen, was uns aus der geistigen Welt entgegentritt. Wir müssen wissen, wie es sich damit verhält. Diese Aktivität, dieses fortlaufende Tätigsein, das ist notwendig für die wirkliche Geistesforschung. Dann aber tritt man ein in eine Welt, die sich radikal unterscheidet von der physisch-sinnlichen Welt. Man tritt ein in eine Welt, wo geistige Wesen, geistige Tatsachen um uns sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein Zweites ist dazu notwendig. Daß man losreißt die Seele vom Leibe, das geschieht in der geschilderten Weise. Das zweite aber, es kann wiederum durch einen naturwissenschaftlichen Vergleich klar gemacht werden. Wenn wir den Wasserstoff abtrennen, so ist er zunächst für sich allein; aber er geht Verbindungen ein mit anderen Stoffen, er wird zu etwas ganz anderem. Dasselbe muß sich vollziehen mit unserem Geistig-Seelischen nach der Abtrennung vom Leibe. Dieses Geistig-Seelische muß sich verbinden mit Wesenheiten, die nicht in der Sinneswelt sind. Es muß mit ihnen eins werden; dadurch nimmt es sie wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Stufe der Geistesforschung ist das Abtrennen des Seelisch-Geistigen vom Physisch-Leiblichen. Die zweite Stufe ist das Eingehen von Verbindungen mit Wesen, die hinter der Sinneswelt sind. Das letztere ist etwas, was einem in der Gegenwart nicht verziehen wird, weit weniger verziehen wird als das Reden von einem «Geiste im allgemeinen». Es gibt ja heute schon viele Menschen, die wissen, daß es sie drängt, ein Geistiges anzunehmen. Sie sprechen aber von einem Geiste, der hinter der &amp;quot;Welt ist und sind froh beseelt, wenn sie Pantheisten sein können. Aber für den Geistesforscher ist der Pantheismus gerade dasselbe, wie wenn man jemand in die Natur führt und sagt zu ihm: Schau nur, das alles, was dich hier umgibt, es ist Natur! wenn man ihm nicht sagt: Das sind Bäume, das sind Wolken, das ist eine Lilie, das ist eine Rose, sondern: das ist alles Natur! Wenn man den Menschen also von einem Vorgang zum anderen Vorgang, von einem Wesen zum anderen Wesen führt und ihm sagt: Es ist das alles Natur! — damit ist ja nichts gesagt. Im einzelnen, im Konkreten muß auf die Tatsachen eingegangen werden. Es wird einem heute verziehen, wenn man von einem Geiste spricht, der in allem darinnen ist. Der Geistesforscher kann sich aber damit nicht zufrieden geben. Er tritt ja ein in eine Welt, die besteht aus einer Welt von geistigen Wesenheiten, geistigen Tatsachen, die differenziert sind so, wie die äußere Welt konkret differenziert ist, indem sie besteht aus Wolken, Bergen, Tälern, aus Bäumen, Blumen und so weiter. Daß man aber davon spricht, daß nicht nur die natürlichen Vorgänge differenziert sind in Pflanzen-, Tier- und Menschenreich, sondern daß man, wenn der Mensch in eine geistige Welt eintritt, auch dort von konkreten Einzelheiten und Tatsachen spricht, das wird einem heute nicht verziehen. Aber der Geistesforscher kann nicht anders als darauf aufmerksam machen, daß, wenn er so in die geistige Welt eintritt, er eintritt in eine Welt wirklicher, konkreter geistiger Wesenheiten und geistiger Vorgänge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite, das dann notwendig ist, das ist eine Steigerung der Hingabe, jener Hingabe, die der Mensch im gewöhnlichen Leben oder im gesteigerten gewöhnlichen Leben in der religiösen Frömmigkeit empfindet. Aber wiederum ins Unendliche gesteigert muß das entwickelt werden, daß der Mensch wirklich dazu kommt, daß er gleichsam im Strome des Weltgeschehens hingebungsvoll ruht wie im Schlafe. Im Schlafe vergißt er jede Regung des eigenen Leibes, so muß der Mensch jede Regung des eigenen Leibes vergessen in der Kontemplation oder Meditation. Es ist dies die zweite Übung, die abwechseln muß mit der ersten Übung. Der Übende vergißt seinen Leib vollständig, nicht nur in denkerischer Beziehung, sondern so, daß er auch alle Gemütsregungen und Willensregungen abzusondern vermag, so wie er sich im Schlafe abzusondern vermag von jeder Regsamkeit des Leibes. Aber bewußt muß dieser Zustand herbeigeführt werden. Indem der Mensch diese Hingabe hinzufügt zu der ersten Übung, gelangt er dazu, wirklich sich durch die erwachenden geistigen Sinne so in eine geistige Welt hineinzustellen, wie er sich hineinlebt durch die äußeren Sinne in die Welt der Sinnlichkeit, die uns umgibt. Eine neue Welt tritt dann vor dem Menschen auf, die Welt, in der der Mensch mit seinem Geistig-Seelischen immer ist. Dann aber wird für den Menschen etwas zur Tatsache. Zur Tatsache wird es, so sagte ich, für die Innenbeobachtung, was heute noch durchaus zurückgewiesen wird von den Vorurteilen unserer Zeit, was aber ebenso ein Ergebnis einer streng wissenschaftlichen Forschung ist, wie die Evolutionslehre der neueren Zeit es ist: der Mensch lernt seinen seelisch-geistigen Wesenskern kennen, und zwar so lernt er ihn kennen, daß er weiß: Bevor ich vor der Empfängnis und vor der Geburt in dieses Leben eingetreten bin, das mich mit dem Leibe bekleidete, war ich geistig-seelisch in einem geistigen Reiche. Indem ich durch die Pforte des Todes schreiten werde, wird mein Leib abfallen, aber dasjenige, was ich jetzt kennen gelernt habe als geistig-seelischen Wesenskern, dasjenige, was außer dem Leibe leben kann, das wird durch die Pforte des Todes schreiten. Das gehört, nachdem es durch die Pforte des Todes geschritten ist, zu einer geistigen Welt, das geht in eine geistige Welt ein. - Man lernt, mit anderen Worten, die unsterbliche Seele kennen schon in diesem Leben zwischen Geburt und Tod. Man lernt kennen dasjenige, wovon man weiß, daß es auf den Leib nicht angewiesen ist. Die Welt lernt man kennen, in welche die Menschenseele nach dem Tode eintritt. Aber man lernt diesen geistig-seelischen Wesenskern des Menschen in einer solchen Weise erkennen, wie es sich wiederum wissenschaftlich-anschaulich beschreiben läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die Pflanze betrachten, wie der Keim sich entwickelt, wie die Blätter und Blüten entstehen, wie die Frucht sich bildet, aus der dann wiederum ein Keim hervorgeht, dann werden wir gewahr, daß das Leben dieser Pflanze sich zuspitzt in diesem Keim. Man sieht das Abfallen der Blüten und Blätter, man sieht, daß der Keim bleibt, der in sich trägt eine neue Pflanze. So wird man gewahr: In dieser Pflanze, die man vor sich hat, da lebt der Keim, der Kern zu einer neuen Pflanze. So lernt man erkennen, indem man das Leben zwischen Geburt und Tod betrachtet, daß sich im Geistig-Seelischen dasjenige entwickelt, was durch die Pforte des Todes geht, was aber der Keim, der Kern eines neuen Lebens ist. So gewiß wie der Pflanzenkeim die Anlage hat, eine neue Pflanze zu werden, so gewiß hat dasjenige, was sich in dem Alltagsleben als Seelisch-Geistiges verbirgt, was sich aber der Geisteswissenschaft zeigt, die Anlage zu einem neuen Menschen. Und durch eine solche Betrachtung gelangt man in voller Übereinstimmung mit der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart zu den wiederholten Erdenleben. Man weiß, daß das gesamte Menschenleben besteht aus dem Leben zwischen Geburt und Tod und aus dem Leben, das verläuft zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aus dem dann der Mensch wiederum in ein neues Erdenleben eintritt. Das einzige, was eingewendet werden könnte gegen das eben Gesagte, ist, daß ja der Pflanzenkeim auch zugrunde gehen könnte, wenn die Bedingungen nicht da sind, die ihn zu einer neuen Pflanze aufrufen. Dieser Einwand erledigt sich für die Geisteswissenschaft dadurch, daß allerdings der Pflanzenkeim, weil er angewiesen ist auf die äußere Welt, auch zugrunde gehen kann. In der geistigen Welt aber, in der der menschliche Seelenwesenskern heranreift zu einem neuen Erdenleben, da gibt es kein Hindernis dafür, daß dasjenige, was als Seelenkern im Erdenleben reift, in einem anderen Erdenleben wiederum zum Vorschein kommt. Ich kann nur flüchtig in kurzen Worten andeuten, wie der Geistesforscher, festhaltend an der naturwissenschaftlichen Forschungsart, zu der Anschauung der wiederholten Erdenleben kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat die Geisteswissenschaft angeklagt des Buddhismus, weil sie von den wiederholten Erdenleben spricht. Nun, die Geisteswissenschaft holt das, was sie zu sagen hat, wahrhaftig nicht aus dem Buddhismus, sondern sie steht voll und ganz auf dem Boden der neueren Naturwissenschaft. Aber, sie dehnt diese neuere Naturwissenschaft auf das geistige Leben aus. Und sie kann nichts dafür, daß sie, ohne irgendwie auf den Buddhismus Rücksicht zu nehmen, zu der Anschauung von den wiederholten Erdenleben kommt. Sie kann nichts dafür, daß der Buddhismus in uralten Zeiten aus alten Traditionen heraus gesprochen hat von den wiederholten Erdenleben.In diesem Zusammenhange möchte ich darauf aufmerksam machen, daß Lessing aus seinem reifen und erfahrungsreichen Denken heraus dazu gekommen ist, von den wiederholten Erdenleben zu sprechen. Nach einem arbeitsreichen Leben hat Lessing seine Abhandlung «Über die Erziehung des Menschengeschlechts» geschrieben, und da vertritt er diese Lehre von den wiederholten Erdenleben. Er sagt ungefähr das Folgende: Sollte denn diese Lehre deshalb zu verwerfen sein, weil sie in den ersten Morgenstunden der Menschheit aufgetreten ist, als noch keine Vorurteile der Schulen sie getrübt haben? So wenig Lessing sich beirren ließ dadurch, daß diese Lehre von den wiederholten Erdenleben in der Morgenröte der Menschheit aufgetreten ist und dann später durch die Vorurteile der Schulen in den Hintergrund gedrängt worden ist, so wenig braucht die Geisteswissenschaft vor dieser Lehre zurückzuschrecken, weil diese Lehre auch im Buddhismus vorkommt. Es ist durchaus unbegründet, die Geisteswissenschaft deshalb des Buddhismus zu zeihen. Geisteswissenschaft bekennt sich zu der Lehre von den wiederholten Erdenleben aus ihren eigenen Quellen heraus, und der Mensch wird hingewiesen durch diese Geisteswissenschaft darauf, daß er mit dem gesamten Menschheitsleben auf Erden in Zusammenhang steht. Denn diese Seelen, die in uns leben, sie waren schon oftmals da, sie werden noch oftmals da sein. Wir blicken zurück auf uralte Kulturepochen, auf Zeiten zum Beispiel, wo die Augen der Menschen hinauf geblickt haben zu den Pyramiden. Wir wissen: Unsere Seelen haben schon dazumal gelebt, und wiederum werden sie erscheinen in der Zukunft; sie nehmen teil an allen Menschheitsepochen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, in welchem Sinne will die Geisteswissenschaft dasjenige, was soeben auseinandergesetzt worden ist, vor die ganze Menschheitskultur hintragen? In keinem anderen Sinne, als die neuere Naturwissenschaft ihre Erkenntnisse vor die Menschheit bringt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Geisteswissenschaft will nicht etwas sein, was zu tun hat mit einer neuen Religionsstiftung. Sie will keine neue Sekte stiften. Sie will keine Propheten und keine Religionsstifter hervorbringen. Die Zeit der Religionsstiftungen, die Zeit der Propheten ist vorüber. Die Menschheit ist reif geworden. Und Menschen, die mit Prophetennatur in der Zukunft vor die Menschheit hintreten wollten, sie werden ein anderes Schicksal haben als die alten Propheten. Die alten Propheten, sie sind mit Recht nach den Eigenarten ihrer Zeit als hervorragende Menschen verehrt worden. Propheten der Gegenwart, die es in dem alten Sinne sein wollten, werden ihr Schicksal erfahren: sie werden ausgelacht werden! Geisteswissenschaft braucht keine Propheten, denn Geisteswissenschaft steht ihrer ganzen Natur nach auf dem Boden, daß dasjenige, was sie zu sagen hat, Eigentum ist der Tiefen der Menschenseele, derjenigen Tiefen, in welche die Menschenseele nur nicht immer hinunterleuchten kann. Und dasjenige, was der Geistesforscher sagt, will er als schlichter Forscher erforschen. Er will aufmerksam machen auf dasjenige, was notwendig ist. Der Geistesforscher sagt: Ich habe es gefunden; wenn du suchst, findest du es selbst! Und immer mehr und mehr werden sich die Zeiten nähern, wo der Geistesforscher anerkannt werden wird als schlichter Forscher, so wie der Chemiker, der Biologe als Forscher anerkannt werden auf ihrem Gebiete; nur daß der Geistesforscher auf dem Gebiete forscht, das jeder Menschenseele nahegeht. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will nicht das Christentum ersetzen, aber ein Instrument zum Ergreifen des Christentums will sie sein. Und gerade dadurch wird uns durch die Geisteswissenschaft klar, daß dasjenige Wesen, das wir den Christus nennen, in den Mittelpunkt alles Erdendaseins zu stellen ist, daß dasjenige, was wir das christliche Bekenntnis nennen, die letzte der Religionen ist, die für die Erdenzukunft ewige Religion ist. Gerade das zeigt uns die Geisteswissenschaft, daß die vorchristlichen Religionen aus ihrer Einseitigkeit herausgewachsen sind, zusammengewachsen sind in die Religion des Christentums. Geisteswissenschaft will nicht etwas anderes an die Stelle des Christentums setzen, sondern sie will nur dazu helfen, das Christentum tiefer, inniger zu verstehen. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewaltiger Unterschied ist vorhanden in bezug auf das Verhältnis der Menschenseele zu der geistigen Welt gegenüber den vorchristlichen Zeiten. Dasjenige, was ich Ihnen heute erzählt habe, und was jede Seele vornehmen kann mit sich, um ihren Einzug in die geistige Welt zu halten, das ist erst möglich in der Welt seit der Begründung des Christentums. Seither erst kann jede Seele, die dasjenige anwendet, was ich heute und in den genannten Büchern dargestellt habe, durch Selbsterziehung hinaufgelangen in die geistige Welt. Vor der Begründung des Christentums brauchte man die Mysterien, brauchte man die autoritativen Anweisungen der Lehrer. Selbsteinweihung hat es in alten Zeiten nicht gegeben. Und wenn die Geisteswissenschaft gefragt wird: Worauf beruht dieser Umschwung? - dann hat sie aus ihren Forschungen heraus zu antworten: Dieser Umschwung ist möglich geworden durch das Mysterium von Golgatha. Durch die Begründung des Christentums ist eine Tatsache, die nur im Geiste erforscht werden kann, in die Menschheit eingetreten. Etwas, was vorher nur im Geistigen zu finden war, wenn der Mensch den Leib verlassen hatte durch die Mysterien, der Christus selbst, er ist nach der Begründung des Christentums von jeder Menschenseele durch eigene Anstrengung zu finden. Dasjenige, was gleichsam die Mysterien in die Menschenseelen hineinbrachten, das liegt seit dem Mysterium von Golgatha in jeder Menschenseele, das ist allen Menschenseelen zuteil geworden. […]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Menschenseelen haben durchgemacht Erdenleben in Zeiten, wo der Christus noch nicht mit der Erde vereinigt war, und sie werden durchmachen noch fernere Erdenleben, in denen der Christus mit der Erde vereint ist. Der Christus lebt nunmehr in den Menschenseelen selbst. Dann aber, wenn die Menschenseele sich immer mehr und mehr vertieft, wenn die Menschenseele immer wieder und wiederum durch wiederholte Erdenleben geht, dann wird sie immer selbständiger und selbständiger, immer innerlich freier und freier. Daher ist es so, daß sie immer neue Instrumente braucht, um die alten Wahrheiten zu verstehen, daß sie aus dieser inneren Freiheit heraus immer weiter und weiter vorzudringen hat. So muß gesagt werden: Das Christentum wird gerade durch die Geisteswissenschaft in einer solchen Tiefe erkannt, in einer solchen Wahrheit, in einer solchen Wichtigkeit erkannt, daß die Geisteswissenschaft Vertrauen haben darf, wenn sie in einer neuen Form diese alten christlichen Wahrheiten verkündigt. Mögen diejenigen, die nur bei ihren Vorurteilen stehenbleiben wollen, glauben, daß Geisteswissenschaft dem Christentum Abbruch tue. Wer in die Kultur der Gegenwart eindringt, der wird finden, daß gerade diejenigen Menschen, die nicht mehr in der alten Weise Christen sein können, durch Geisteswissenschaft wiederum von der Wahrheit des Christentums überzeugt werden. Denn dasjenige, was die Geisteswissenschaft über das Christentum zu sagen hat, das darf sie sagen zu jeder Seele, weil den Christus, von dem sie spricht, jede Seele in sich selbst finden kann. Aber sie darf auch sagen, daß sie den Christus findet als das Wesen, das einmal wirklich durch die Tatsache des Mysteriums von Golgatha eingetreten ist in die Menschenseelen, in die Erdenwelt. Der Glaube hat nichts zu fürchten von dem Wissen, denn die Gegenstände des Glaubens, wenn sie zum Geiste aufsteigen, haben das Licht des Wissens nicht zu scheuen. Und so wird Geisteswissenschaft dem Christentum diejenigen Seelen erobern, die ihm nicht anders werden gewonnen werden können als dadurch, daß man zu ihnen nicht spricht wie ein prophetischer Religionsstifter, sondern wie ein schlichter Wissenschaftler, der aufmerksam macht auf dasjenige, was auf geisteswissenschaftlichem Gebiete gefunden werden kann, und der die Saiten, die in jeder Seele sind, zum Mitschwingen bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistesforscher kann zwar ein jeder Mensch werden; die Wege dazu können Sie in den genannten Büchern angegeben finden. Aber auch derjenige, der nicht Geistesforscher ist, kann, wenn er die Wahrheit in unbefangener Weise auf sich wirken läßt, von dieser Wahrheit durchdrungen werden. Und wenn er das nicht tut, dann kann er sich eben nicht frei machen von Vorurteilen. In der Seele des Menschen liegen alle Wahrheiten. Es hat vielleicht nicht jeder Mensch Gelegenheit, als Geistesforscher die Wahrheit des Geistigen zu überschauen; aber so wahr wir schon mit dem Denken aus dem Gebiet der Sinneswelt heraus sind, so wahr geht das Denken mit, wenn der Geisteswissenschaftler auf das aufmerksam machen will, was er auf seinen geistigen Wegen erforscht. Und nur aufmerksam machen will er darauf, daß es Wahrheiten gibt, die in jeder Seele keimen können, weil sie in jeder Seele vorhanden sind.“ {{Lit|{{G|155|215ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Anthroposophie-Kritik}}&lt;br /&gt;
Seit ihrem Bestehen hat die Anthroposophie als „Wissenschaft vom Übersinnlichen“ nicht nur eine große Anhängerschaft, sondern auch eine ebenso aktive Gegnerschaft. Dabei sind der Streitpunkt meist die nach dem heutigen [[Naturwissenschaft|Naturwissenschaftsbegriff]] nicht belegbaren Lehren Steiners. Gedanklich nachvollziehen könne die Anthroposophie jeder Mensch, der sie vorurteilsfrei prüft, behauptet Steiner. Um eigene [[Übersinnliche Welt|übersinnliche]] Erkenntnisse zu erlangen, muss, folgt man [[Rudolf Steiner|Steiner]], allerdings das persönliche spirituelle Erkenntnisvermögen entwickelt werden. Der Aufforderung, sich auf die Anthroposophie denkend einzulassen oder gar das persönliche Erkenntnisvermögen durch [[Meditation]] weiterzuentwickeln, um sie zu verstehen, wird derjenige nicht folgen, der Übersinnliches ohne Belege im naturwissenschaftlichen Sinn von vornherein nicht gelten lassen will. In der heutigen Zeit ist eine solche Forderung für viele wissenschaftlich vorgeschulte und skeptisch beziehungsweise materialistisch eingestellte Menschen allerdings eine Zumutung und sie kommen ihr in der Regel nicht nach. Anthroposophie wird auch daran gemessen werden, wie sie mit solcher, aus unserer Zeitbildung durchaus verständlicher Kritik, sachlich und konkret umzugehen weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Rudolf Steiner]]&lt;br /&gt;
*[[Anthroposophische Gesellschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Goetheanum]]&lt;br /&gt;
*[[Waldorfschule]]&lt;br /&gt;
*[[Soziale Dreigliederung]]&lt;br /&gt;
*[[Christengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Anthroposophische Medizin]]&lt;br /&gt;
*[[Biologisch-dynamische Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
*[[Demeter (Marke)]]&lt;br /&gt;
*[[Heilpädagogik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Anthroposophie}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Anthroposophie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Glomer|thema/anthroposophie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke Rudolf Steiners ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner#Werke|Eine Liste der Werke Rudolf Steiners]]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheit und Wissenschaft&#039;&#039;, [[GA 3]] (1980), ISBN 3-7274-0030-7 {{Schriften|003}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit&#039;&#039;, [[GA 4]] (1992) {{Schriften|004}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung &#039;&#039;, [[GA 9]] (2003), ISBN 3-7274-0090-0 {{Schriften|009}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?&#039;&#039;, [[GA 10]] (1993), ISBN 3-7274-0100-1 {{Schriften|010}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Chronik&#039;&#039;, [[GA 11]] (1986), ISBN 3-7274-0110-9 {{Schriften|011}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Geheimwissenschaft im Umriß&#039;&#039;, [[GA 13]] (1989), ISBN 3-7274-0130-3 {{Schriften|013}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vier Mysteriendramen&#039;&#039;, [[GA 14]] (1998), ISBN 3-7274-0140-0 {{Vorträge|14}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vom Menschenrätsel&#039;&#039;, [[GA 20]] (1984), ISBN 3-7274-0200-8 {{Schriften|020}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Leitsätze&#039;&#039;, [[GA 26]] (1998), ISBN 3-7274-0260-1 {{Schriften|026}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mein Lebensgang&#039;&#039;, [[GA 28]] (2000), ISBN 3-7274-0280-6 {{Schriften|028}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Methodische Grundlagen der Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 30]] (1989), ISBN 3-7274-0300-4 {{Vorträge1|29}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Philosophie und Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 35]] (1984) {{Vorträge|35}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie. Ein Fragment aus dem Jahre 1910&#039;&#039;, [[GA 45]] (2002), ISBN 3-7274-452-3 {{Vorträge|045}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Wesen des Menschen im Lichte der Geisteswissenschaft&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;GA 68d&#039;&#039;&#039; (2022), ISBN 978-3-7274-0683-6&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wahrheiten und Irrtümer der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 69a]] (2007), ISBN 978-3-7274-0691-1 {{Vorträge|069a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Mensch als Geist- und Seelenwesen&#039;&#039;, [[GA 71b]] (2023), ISBN 978-3-7274-0715-4&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Freiheit – Unsterblichkeit – Soziales Leben&#039;&#039;, [[GA 72]] (1990), ISBN 3-7274-0720-4 {{Vorträge|072}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Damit der Mensch ganz Mensch werde&#039;&#039;, [[GA 82]] (1994), ISBN 3-7274-0820-0 {{Vorträge|082}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Bewußtsein – Leben – Form &#039;&#039;, [[GA 89]] (2001), ISBN 3-7274-0890-1 {{Vorträge|089}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole&#039;&#039;, [[GA 101]] (1992), ISBN 3-7274-1010-8 {{Vorträge|101}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt&#039;&#039;, [[GA 110]] (1991), ISBN 3-7274-1100-7&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie – Psychosophie – Pneumatosophie&#039;&#039;, [[GA 115]] (2001), ISBN 3-7274-1150-3 {{Vorträge|115}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens im Lichte der Evangelien&#039;&#039;, [[GA 117]] (1986), ISBN 3-7274-1170-8 {{Vorträge|117}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der irdische und der kosmische Mensch&#039;&#039;, [[GA 133]] (1989), ISBN 3-7274-1330-1 {{Vorträge|133}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege der Seele zu Christus&#039;&#039;, [[GA 143]] (1994), ISBN 3-7274-1430-8 {{Vorträge|143}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus der Akasha-Forschung. Das Fünfte Evangelium&#039;&#039;, [[GA 148]] (1992), ISBN 3-7274-1480-4 {{Vorträge|148}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Christus und die menschliche Seele. Über den Sinn des Lebens. Theosophische Moral. Anthroposophie und Christentum.&#039;&#039;, [[GA 155]] (1982), Norrköping, 13. Juli 1914 {{Vorträge|155}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Okkultes Lesen und okkultes Hören&#039;&#039;, [[GA 156]] (2003), ISBN 3-7274-1561-4 {{Vorträge|156}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Weltwesen und Ichheit&#039;&#039;, [[GA 169]] (1998), ISBN 3-7274-1690-4 {{Vorträge|169}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis&#039;&#039;, [[GA 177]] (1999), ISBN 3-7274-1771-4 {{Vorträge|177}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Polarität von Dauer und Entwickelung im Menschenleben. Die kosmische Vorgeschichte der Menschheit.&#039;&#039;, [[GA 184]] (2002), ISBN 3-7274-1840-0 {{Vorträge|184}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die soziale Grundforderung unserer Zeit – In geänderter Zeitlage&#039;&#039;, [[GA 186]] (1990), ISBN 3-7274-1860-5 {{Vorträge|186}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie kann die Menschheit den Christus wiederfinden?&#039;&#039;, [[GA 187]] (1995), ISBN 3-7274-1870-2 {{Vorträge|187}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Sendung Michaels&#039;&#039;, [[GA 194]] (1994), ISBN 3-7274-1940-7 {{Vorträge|194}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heilfaktoren für den sozialen Organismus&#039;&#039;, [[GA 198]] (1984), ISBN 3-7274-1980-6 {{Vorträge|198}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie als Kosmosophie – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 207]] (1990), ISBN 3-7274-2070-7 {{Vorträge|207}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie als Kosmosophie – Zweiter Teil&#039;&#039;, [[GA 208]] (1992), ISBN 3-7274-2080-4 {{Vorträge|208}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Erkenntnis-Aufgabe der Jugend&#039;&#039;, [[GA 217a]] (1981), ISBN 3-7274-2175-4 {{Vorträge|217a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte&#039;&#039;, [[GA 222]] (1989), ISBN 3-7274-2220-3 {{Vorträge|222}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der übersinnliche Mensch, anthroposophisch erfaßt&#039;&#039;, [[GA 231]] (1999), ISBN 3-7274-2310-2 {{Vorträge|231}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mysterienstätten des Mittelalters&#039;&#039;, [[GA 233a]] (1991), ISBN 3-7274-2335-8 {{Vorträge|233a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Anthroposophie und ihre Gegner 1919 – 1921&#039;&#039;, [[GA 255b]] (2003), ISBN 3-7274-2555-5 {{Geschichte|255b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Gemeinschaftsbildung&#039;&#039;, [[GA 257]] (1989), ISBN 3-7274-2570-9 {{Geschichte|257}} {{Vorträge|257}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Schicksalsjahr 1923 in der Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft. Vom Goetheanumbrand zur Weihnachtstagung.&#039;&#039;, [[GA 259]] (1991), ISBN 3-7274-2590-3 {{Geschichte|259}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Idee und Praxis der Waldorfschule&#039;&#039;, [[GA 297]] (1998), ISBN 3-7274-2970-4 {{Vorträge|297}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Naturbeobachtung, Experiment, Mathematik und die Erkenntnisstufen der Geistesforschung&#039;&#039;, [[GA 324]] (1991), ISBN 3-7274-3242-X {{Vorträge|324}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wie wirkt man für den Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus? Zwei Schulungskurse für Redner und aktive Vertreter des Dreigliederungsgedankens&#039;&#039;, [[GA 338]] (1986), ISBN 3-7274-3380-9 {{Vorträge|338}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&#039;&#039;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Wesen der Anthroposophie&#039;&#039;, Öffentlicher Vortrag in München, 16. Januar 1922, S. 5 (nicht in [[GA]]) [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220116a-01-01.pdf#page=5&amp;amp;view=Fit pdf]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie und die Rätsel der Seele&#039;&#039;, Vortrag in Bern, 20. März 1922 (nicht in [[GA]]) [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220320-02-01.pdf#page=21&amp;amp;view=Fit pdf]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Wesen der Anthroposophie&#039;&#039;, Vortrag in Berlin, 3. Februar 1913 (nicht in [[GA]]) [http://www.odysseetheater.org/jump.php?url=http://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Rudolf_Steiner/DAS%20WESEN%20DER%20ANTHROPOSOPHIE%201913.pdf#page=24&amp;amp;view=Fit pdf]&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], [[Christian Clement]] (Hrsg.): &#039;&#039;Schriften. Kritische Ausgabe / Band 5: Schriften über Mystik, Mysterienwesen und Religionsgeschichte&#039;&#039;, Bd. [[SKA 5]], frommann-holzboog Verlag, Stuttgart-Bad Cannstatt/Basel 2013, ISBN 978-3-7728-2635-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anthroposophische Schriften ===&lt;br /&gt;
* Maurice Martin: &#039;&#039;Anthroposophie - Was ist das? Versuch einer Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners&#039;&#039;, Novalis Verlag 1987, ISBN 978-3721405842&lt;br /&gt;
* Adolf Baumann: &#039;&#039;ABC der Anthroposophie: Ein Wörterbuch für jedermann&#039;&#039;, 3. Auflage, Oratio Verlag 1998, ISBN 978-3721406887&lt;br /&gt;
* Bodo von Plato (Hrsg.): &#039;&#039;Anthroposophie im 20. Jahrhundert: Ein Kulturimpuls in biografischen Porträts&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2003, ISBN 978-3723511992 online unter [http://www.biographien.kulturimpuls.org/ biographien.kulturimpuls.org]&lt;br /&gt;
* [[Thomas Meyer]] (Hg.): &#039;&#039;Walter Johannes Stein - Rudolf Steiner. Dokumentation eines wegweisenden Zusammenwirkens. W. J. Steins Dissertation in ihrem Entstehungsprozess und in ihrer Aktualität mit Briefen und Aufzeichnungen Rudolf Steiners Korrekturen und Ergänzungen sowie dem &amp;quot;Haager Gespräch&amp;quot; von 1922&#039;&#039;,  Philosphisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum, 2009 (1985), ISBN 978-3-907564-72-1&lt;br /&gt;
* [[Kiersch, Johannes]]: &#039;&#039;Die Waldorfpädagogik - Eine Einführung in die Pädagogik Rudolf Steiners, Neuausgabe 2. Auflage, Freies Geistesleben. ISBN 377251247X&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Marek B. Majorek: &#039;&#039;Rudolf Steiners Geisteswissenschaft: Mythisches Denken oder Wissenschaft?&#039;&#039;, 2 Bände, Verlag Narr Francke Attempto, Tübingen 2015, ISBN 978-3772085635, eBook: ASIN B0714F4N5R&lt;br /&gt;
*[[Peter Heusser]]: &#039;&#039;Anthroposophie und Wissenschaft: Eine Einführung. Erkenntniswissenschaft, Physik, Chemie, Genetik, Biologie, Neurobiologie, Psychologie, Philosophie des Geistes, Anthropologie, Anthroposophie, Medizin&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2016, ISBN 978-3723515686&lt;br /&gt;
* Michael Frensch: &#039;&#039;Anthroposophie neu denken: Anthroposophie und ihr gnostizistischer Schatten; Das Wesen Anthroposophia; Harry Potter und die sieben Tore der Theosophie&#039;&#039;, Novalis-Verlag 2017, ISBN 978-3941664555&lt;br /&gt;
* Mathias Weis: &#039;&#039;Ach Du liebe Anthroposophie: Briefe an eine Freundin&#039;&#039;, Info 3 2020, ISBN 978-3957791313; eBook {{ASIN|B08YNQR1WH}}&lt;br /&gt;
* [[Josef F. Justen]]: &#039;&#039;Das Götterprojekt »Mensch« - Entstehung, Wesen und Ziel des Menschen: Einführung in die grundlegenden Erkenntnisse der Anthroposophie Rudolf Steiners&#039;&#039;, BoD, Norderstedt 2021, ISBN 978-3753463438; eBook {{ASIN|B09BZY4615}}&lt;br /&gt;
* [[Josef F. Justen]]: &#039;&#039;Die Heilige Schrift im Erkenntnislicht der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft: Entschlüsselung biblischer Geheimnisse&#039;&#039;, BoD, Norderstedt 2022, ISBN 978-3756244744; eBook {{ASIN|B0BFB57764}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Befürwortende oder neutrale Standpunkte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rahel Uhlenhoff (Hrsg.): &#039;&#039;Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart&#039;&#039;, Berliner Wissenschafts-Verlag 2011, ISBN 978-3830519300, eBook {{ASIN|B07FN9S7TQ}}&lt;br /&gt;
* Jürgen Kuberski: &#039;&#039;Anthroposophie: Mehr als Naturkosmetik und Waldorfschule&#039;&#039;, SCM Hänssler 2010, ISBN 978-3775152457, eBook {{ASIN|B00C67M4YA}}&lt;br /&gt;
* [[Martin Kriele]]: &#039;&#039;Anthroposophie und Kirche. Erfahrungen eines Grenzgängers&#039;&#039;. Herder Verlag 1996 ISBN 3451239671&lt;br /&gt;
* [[Taja Gut]]: &#039;&#039;Wie hast Du&#039;s mit der Anthroposophie?&#039;&#039; Eine Selbstbefragung, Vlg. Die Pforte, Dornach 2010, ISBN 978-3-85636-218-8&lt;br /&gt;
* [[Lorenzo Ravagli]]: &#039;&#039;Selbsterkenntnis in der Geschichte - Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert&#039;&#039;. Band 1: &#039;&#039;Von den Anfängen bis zur zweiten großen Sezession 1875–1952&#039;&#039;. [https://www.glomer.com/selbsterkenntnis-in-der-geschichte-bd-1_10010595_18561 glomer.com] 2020, ISBN 978-3-9821354-3-4&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Kaiser]]: &#039;&#039;Der Erzähler Rudolf Steiner: Studien zur Hermeneutik der Anthroposophie&#039;&#039;, Info 3 2020, ISBN 978-3957791115; eBook {{ASIN|B08VW9TSZC}}&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Müller]]: &#039;&#039;Zumutung Anthroposophie: Rudolf Steiners Bedeutung für die Gegenwart&#039;&#039;, Info 3 2021, ISBN 978-3957791436; eBook {{ASIN|B09NQKN4Q2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aus kritischer Sicht ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erzbistum Köln (Hg.): &#039;&#039;Anthroposophie und Waldorfpädagogik. Eine Orientierungshilfe für Katholiken&#039;&#039;, Faltblatt, Köln 2009&lt;br /&gt;
* Baumann-Bay, Lydie und Andreas: &#039;&#039;Achtung, Anthroposophie! Ein kritischer Insider-Bericht&#039;&#039;. Zürich : Kreuz Verlag, 2000, ISBN 3268002552.&lt;br /&gt;
* Klaus Bannach: &#039;&#039;Anthroposophie: Geheimwissenschaft?&#039;&#039;. In: Klaus Bannach/Kurt Rommel (Hg.): Religiöse Strömungen unserer Zeit. Eine Einführung und Orientierung, Quell Vlg., Stuttgart 1991, S. 133 - 138&lt;br /&gt;
* Bierl, Peter: &#039;&#039;Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister : die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik&#039;&#039;. Hamburg : Konkret Literatur Verlag, 1999, ISBN 3-89458-171-9&lt;br /&gt;
* Guido und Michael Grandt: &#039;&#039;Waldorf Connection. Rudolf Steiner und die Anthroposophen&#039;&#039;, Alibri Vlg., Aschaffenburg 2001, ISBN 3-932710-40-1&lt;br /&gt;
* Guido und Michael Grandt: &#039;&#039;Schwarzbuch Anthroposophie. Rudolf Steiners okkult-rassistische Weltanschauung&#039;&#039;, Ueberreuter Vlg., Wien 1997 (Gegen die Weiterverbreitung dieses Buches wurde erfolgreich Klage eingereicht, dennoch zirkulieren noch einige antiquarische Exemplare!) &lt;br /&gt;
* Hellmich, Achim und Teigeler, Peter (Hrsg.): &#039;&#039;Montessoripädagogik, Freinetpädagogik, Waldorfpädagogik - Konzeption und aktuelle Praxis&#039;&#039;. Beltz Verlag, 1999. ISBN 3407252188&lt;br /&gt;
* Irene Wagner: &#039;&#039;Rudolf Steiners langer Schatten. Die okkulten Hintergründe von Waldorf &amp;amp; Co&#039;&#039;, Alibri Vlg., Aschaffenburg 2013, ISBN 978-3-86569-069-2&lt;br /&gt;
* Wegener, Franz: &#039;&#039;Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der Reichsführer SS&#039;&#039;. Gladbeck 2004, ISBN 3931300153 [zu Steiners Finanzierung einer antisemitischen Schrift Heises]&lt;br /&gt;
* Georg Otto Schmid, Anthroposophie, Evangelische Informationsstelle [http://www.relinfo.ch/anthroposophie/info.html relinfo.ch], 1999.&lt;br /&gt;
* Wolfgang G. Vögele, &#039;&#039;Der andere Rudolf Steiner&#039;&#039;, 2005&lt;br /&gt;
* Binder, Andreas&amp;lt;ref&amp;gt;Pseudonym. Der bürgerliche Name des Autors ist Dr. Hellmut Haug.&amp;lt;/ref&amp;gt;: &#039;&#039;Wie christlich ist die Anthroposophie? Standortbestimmungen aus der Sicht eines evangelischen Theologen&#039;&#039;, Stuttgart : Urachhaus, 1989, ISBN 3878386117&lt;br /&gt;
* Kniebe, Georg: &#039;&#039;Anthroposophie und christliche Kirchen  - Ein Gespräch?&#039;&#039;. Stuttgart : Urachhaus, 1992, ISBN 3878389477&lt;br /&gt;
* Gassmann, Lothar: &#039;&#039;Kleines Anthroposophie-Handbuch&#039;&#039;, MABO-Vlg., Schacht-Audorf 2006&lt;br /&gt;
* Grom, Bernhard: &#039;&#039;Anthroposophie und Christentum&#039;&#039;, Kösel Vlg., München 1989&lt;br /&gt;
* Klaus von Stieglitz: &#039;&#039;Die Christosophie Rudolf Steiners&#039;&#039;. Voraussetzungen, Inhalt und Grenzen, Luther-Verlag, Witten-Ruhr 1955&lt;br /&gt;
* Klaus von Stieglitz: &#039;&#039;Einladung zur Freiheit&#039;&#039;. Gespräch mit der Anthroposophie, Radius Vlg., Stuttgart 1996&lt;br /&gt;
* Husmann-Kastein, Jana: &#039;&#039;SchwarzWeiß-Konstruktionen im Rassebild Rudolf Steiners&#039;&#039;. In: Berliner Dialog. Zeitschrift für Informationen und Standpunkte zur religiösen Begegnung. Hrsg. v. Dialog Zentrum Berlin e.V. Themenheft. Bd. 29. Schwerpunktthema Anthroposophie. Juli 2006, S.22-29.&lt;br /&gt;
* Zander, Helmut: &#039;&#039;Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945&#039;&#039;. 2 Bände. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-55452-4. (Habilitationschrift).&lt;br /&gt;
* Zander, Helmut: &#039;&#039;Die Anthroposophie. Rudolf Steiners Ideen zwischen Esoterik, Weleda, Demeter und Waldorfpädagogik&#039;&#039;. Ferdinand Schöningh Vlg., Paderborn, 1. Aufl. 2019, ISBN 978-3506792259&lt;br /&gt;
* [[Ansgar Martins]]: &#039;&#039;Rassismus und Geschichtsmetaphysik&#039;&#039;: Esoterischer Darwinismus und Freiheitsphilosophie bei Rudolf Steiner, INFO 3-Vlg., Frankfurt a.M. 2012, ISBN 978-3-924391-63-8&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Impliziert eine evolutionstheoretische Auffassung Rassismus?&#039;&#039; Eine Anfrage an Ravagli und an die allgemeine Evolutionslehre. Offener Brief von Ute Siebert, 2001 [http://www.akdh.ch/ps/Sieber-Ravagli.htm online]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Vortraege/Was_ist_Anthroposophie.pdf Was ist Anthroposophie?] - Eine Einführung in die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners (&#039;&#039;Wolfgang Peter&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
* [http://www.steiner-klartext.net/pdfs/19220123-01-01.pdf Das Wesen der Anthroposophie] öffentlicher Vortrag Rudolf Steiners in Köln, am 23. Januar 1922 (nicht in GA) - Klartextnachschrift auf [http://www.steiner-klartext.net www.steiner-klartext.net]&lt;br /&gt;
* [http://www.rudolf-steiner.com Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung]&lt;br /&gt;
* [http://www.anthroposophie.net/ Forum für Anthroposophie, Waldorfpädagogik und Goetheanistische Naturwissenschaft]&lt;br /&gt;
* [http://www.goetheanum.org/ Das Goetheanum - Freie Hochschule für Geisteswissenschaft und Sitz der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach / Schweiz]&lt;br /&gt;
* [https://www.anthroposophie-als-geisteswissenschaft.de Anthroposophie als Geisteswissenschaft]&lt;br /&gt;
;Videos&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=x0o9xVx0zN0 Was ist Anthroposophie? - Wolfgang Held] auf YouTube ([https://www.youtube.com/@anthrogesellschaftstuttgart Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart])&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/channel/UCfuSf2VRuxbPQqmpxFGYN8g Der Videokanal von Axel Burkart] auf YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=0ZLx6XC7SqQ Rudolf Steiner und die Anthroposophie | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur] auf YouTube&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:AnthroWiki:Exzellent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophie|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:-sophie]]&lt;br /&gt;
[[en:Anthroposophy]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;br /&gt;
{{Sprachen}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Jeanne d’Arc</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Jeanne_d%E2%80%99Arc&amp;diff=626504"/>
		<updated>2026-09-03T11:01:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Joan of Arc miniature graded.jpg|mini|300px|Jeanne d’Arc (Miniaturmalerei eines unbekannten Malers, spätes 19. oder frühes 20.&amp;amp;nbsp;Jahr&amp;amp;shy;hundert;&amp;lt;ref&amp;gt;Philippe Contamine, « Remarques critiques sur les étendards de Jeanne d’Arc », &#039;&#039;Francia&#039;&#039;, Ostfildern, Jan Thorbecke Verlag, n° 34/1, 2007, {{Webarchiv |url=https://prae.perspectivia.net/publikationen/francia/francia-retro/34-1-2007/0187-0200 |wayback=20200218012139 |text=S.&amp;amp;nbsp;199–200 |archiv-bot=2022-11-20 18:29:07 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ein zu Lebzeiten entstandenes Bild ist nicht überliefert.)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Joandearc-signature.svg|mini|300px|Jeanne d’Arcs Signatur]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Maison natale Jeanne d&#039;Arc 023.jpg|mini|300px|Geburtshaus von Jeanne d’Arc in Domrémy-la-Pucelle]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jeannedarc.jpg|mini|300px|Jeanne d’Arc (Basilika von Bois-Chenu, Domrémy)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wohnhaus JeannedArc.jpg|mini|300px|Maison de Jeanne d’Arc in Orléans mit Ausstellungen über Jeanne d’Arc (2008)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039;&#039; [{{IPA|ʒanˈdaʁk}}] (* vermutlich [[1412]] in Domrémy, Lothringen; † [[30. Mai]] [[1431]] in Rouen, [[Frankreich]]), auch &#039;&#039;Jehanne d’Arc&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche Signatur in [[:Datei:Lettre de Jeanne d&#039;Arc aux Riomois.JPG]].&amp;lt;/ref&amp;gt; im deutschsprachigen Raum auch &#039;&#039;&#039;Johanna von Orléans&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Jungfrau von Orléans&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Frankreich|französische]] Nationalheldin. Sie wird in der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] als [[Jungfrau (Kirchentitel)|Jungfrau]] und [[Heilige]] verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Traité de Troyes.svg|mini|hochkant|Karte Frankreichs mit den Routen Johannas von Domremy nach Chinon und von Orleans nach Reims]]&lt;br /&gt;
Während des [[W:Hundertjähriger Krieg|Hundertjährigen Krieges]] verhalf sie bei Orléans dem [[W:Dauphin (Adel)|Dauphin]] und späteren französischen König [[W:Karl VII. (Frankreich)|Karl&amp;amp;nbsp;VII.]] zu einem Sieg über Engländer und [[W:Haus Burgund|Burgunder]], anschließend geleitete sie Karl zu seiner [[Salbung#Salbung als Sakramentale der Herrscherweihe|Königssalbung]] nach [[W:Reims|Reims]]. Nach der Niederlage der Franzosen in der [[W:Schlacht von Compiègne|Schlacht von Compiègne]] wurde Jeanne d’Arc am 23.&amp;amp;nbsp;Mai 1430 durch [[W:Johann II. (Ligny)|Johann&amp;amp;nbsp;II. von Luxemburg]] gefangen genommen, später an die Engländer ausgeliefert und schließlich in einem kirchlichen Verfahren des [[W:Bistum Beauvais|Bischofs von Beauvais]], [[W:Pierre Cauchon|Pierre Cauchon]], der pro-englisch eingestellt war, aufgrund verschiedener Anklagen verurteilt. Am 30.&amp;amp;nbsp;Mai 1431 wurde Jeanne d’Arc im Alter von 19&amp;amp;nbsp;Jahren auf dem Marktplatz von Rouen auf dem [[W:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Brauburger, Stefan, 1962- |Titel=Frauen, die Geschichte machten : Kleopatra, Jeanne d’Arc, Elisabeth I., Katharina die Große, Königin Luise, Sophie Scholl |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=Bertelsmann |Ort=München |Datum=2013 |ISBN=3-570-10171-1 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Jahre später strengte die [[W:Römische Kurie|Kurie]] einen Revisionsprozess an, in dem das Urteil aufgehoben und Jeanne zur [[Märtyrer|Märtyrin]] erklärt wurde. Im Jahr 1909 wurde sie von Papst [[W:Pius X.|Pius X.]] selig- und 1920 von Papst [[W:Benedikt XV.|Benedikt XV.]] heiliggesprochen. Ihr [[Gedenktag]] ist der 30.&amp;amp;nbsp;Mai. An diesem Tag gedenkt man ihrer auch in der [[W:Church of England|Church of England]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.churchofengland.org/prayer-worship/worship/texts/the-calendar/holydays.aspx Holy Days] auf www.churchofengland.org&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtlicher Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Im Hundertjährigen Krieg versuchte [[England]] aufgrund erbrechtlicher Zusammenhänge seine Ansprüche auf den [[W:Königreich Frankreich (987–1792)|französischen]] Thron durchzusetzen. Vorausgegangen war der Tod des französischen Königs [[W:Karl IV. (Frankreich)|Karl&amp;amp;nbsp;IV.]] Der seit 1328 in England herrschende König [[W:Eduard III. (England)|Eduard&amp;amp;nbsp;III.]] erhob als Sohn von [[W:Isabelle de France († 1358)|Isabelle]], der Tochter [[Philipp IV. (Frankreich)|Philipps&amp;amp;nbsp;IV.]] „des Schönen“, Anspruch auf den Thron. Französische Rechtsgelehrte akzeptierten diesen Anspruch jedoch nicht, da Frauen und deren Erben von der Thronfolge grundsätzlich ausgeschlossen waren. Schließlich wurde Philipp&amp;amp;nbsp;VI. als Nachfahre der [[W:Kapetinger|Kapetinger]] aus der Nebenlinie der [[W:Haus Valois|Valois]] am 28.&amp;amp;nbsp;Mai 1328 in Reims zum König gesalbt. Nach der Konfiszierung des englischen Herzogtums [[W:Guyenne|Guyenne]] 1337 durch Philipp&amp;amp;nbsp;VI. landete Eduard&amp;amp;nbsp;III. mit 4.000 Rittern und 10.000 Bogenschützen in der [[W:Normandie|Normandie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1415 besiegte der englische König [[W:Heinrich V. (England)|Heinrich&amp;amp;nbsp;V.]] die Franzosen in der [[W:Schlacht von Azincourt|Schlacht von Azincourt]] und erhob erneut Anspruch auf den französischen Thron. Englische Truppen hatten den Norden des Landes bis zur [[W:Loire|Loire]] besetzt. [[W:Orléans|Orléans]], der Schlüssel zur Überquerung des Flusses, war von [[W:John of Lancaster, 1. Herzog von Bedford|John of Lancaster]], einem Bruder Heinrichs&amp;amp;nbsp;V., eingekesselt &#039;&#039;(→ [[W:Belagerung von Orléans|Belagerung von Orléans]])&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
Weder für Jeanne d’Arcs genauen Tag der Geburt noch für das Geburtsjahr gibt es eine zuverlässige Quelle. Sie wurde während der zweiten Hälfte des Hundertjährigen Krieges in [[W:Domrémy-la-Pucelle|Domrémy]], einem kleinen Dorf an der [[W:Maas|Maas]], um 1412 als Tochter von Jacques Darc (oder &#039;&#039;Jacques Tarc, Tare, Dart, Day, Daix&#039;&#039;) und Isabelle Romée in eine wohlhabende Bauernfamilie geboren. Die üblich gewordene Schreibweise „d’Arc“ taucht erst im 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert auf, um die [[W:Nobilitierung|Nobilitierung]] der Familie anzudeuten.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Müller: &#039;&#039;Der Prozeß Jeanne d’Arc&#039;&#039; In: &#039;&#039;Juristische Schulung&#039;&#039; 1987, S.&amp;amp;nbsp;433–441, hier: S.&amp;amp;nbsp;435.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 13 Jahren hatte Jeanne d’Arc laut Gerichtsprotokoll ihre ersten [[Vision (Religion)|Visionen]]. In diesen hörte sie die Stimme der Heiligen [[Katharina von Alexandrien|Katharina]], später kamen die des [[Michael (Erzengel)|Erzengels Michael]] und der Heiligen [[Margareta von Antiochia|Margareta]] hinzu. Von ihnen erhielt sie den Befehl, Frankreich von den Engländern zu befreien und den [[W:Dauphin (Adel)|Dauphin]] zum Thron zu führen. Die Erscheinungen wiederholten sich. Gegen Ende Dezember 1428 verließ Jeanne ihr Elternhaus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.zeit.de/2012/02/Johanna-von-Orleans/seite-2 |titel=Johanna von Orléans: Das unglaubliche Mädchen |autor=Barbara Sichtermann |hrsg=DIE ZEIT |datum=2012-01-05 |zugriff=2017-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirken im Hundertjährigen Krieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ingres coronation charles vii.jpg|mini|hochkant|Jeanne d’Arc bei der Königssalbung Karls&amp;amp;nbsp;VII. ([[W:Historienmalerei|Historiengemälde]] von [[W:Jean Auguste Dominique Ingres|Dominique Ingres]], 1854)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1429 Charles VII Annoblisant Jeanne Darc.jpg|mini|hochkant|Königliches Adelspatent 1429: Karl&amp;amp;nbsp;VII. erhebt Jeanne d’Arc samt Familie in den Adelsstand und verleiht ihnen ein Wappen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Coat of Arms of Jeanne d&#039;Arc.svg|mini|hochkant|Wappen von Jeanne d’Arc]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 1429, im Alter von fast 17&amp;amp;nbsp;Jahren, versuchte Jeanne d’Arc zum ersten Mal, beim Stadtkommandanten der Festung [[Vaucouleurs]], [[Robert de Baudricourt]], vorzusprechen. Beim dritten Versuch bekam sie eine [[Audienz]]. Nachdem sie ihn nach einer erfolgreichen Prüfung ihres Glaubens überzeugt hatte, indem sie ein Kreuz küsste, gab er ihr am 22.&amp;amp;nbsp;Februar 1429 eine Eskorte (Jean de Metz, Bertrand de Poulengey; Anhänger des [[Dauphin (Adel)|Dauphins]]) mit, die sie zu Karl&amp;amp;nbsp;VII. nach [[Chinon]] begleiten sollte, das sie am 5.&amp;amp;nbsp;März 1429 nach elf Tagen Ritt durch Feindesland erreichte. Ein Empfehlungsschreiben Baudricourts kündigte ihren Empfang am französischen Hof an. Sie wurde vom Dauphin empfangen. Jeanne überzeugte ihn, dass sie im Namen des Himmels gekommen sei, um Frankreich aus der misslichen Lage zu retten, und sicherte ihm zu, dass er in [[Reims]] zum König von Frankreich gesalbt würde. Niemand weiß genau, wie Jeanne den Dauphin überzeugte; es ist nur bekannt, dass sie sich mit ihm in ein Zimmer zurückzog und ihn angeblich an einer ihrer Visionen teilhaben ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Poitiers]] ließ der Dauphin Jeanne drei Wochen lang von Geistlichen und hochgestellten Persönlichkeiten auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen und ihre Jungfräulichkeit von Hofdamen untersuchen. Nach erfolgreichem Bestehen beider Prüfungen beschloss der Kronrat, ihr eine Rüstung anfertigen zu lassen, und stellte ihr eine kleine militärische Einheit zur Seite, zu der kampferfahrene Leute wie etwa [[Étienne de Vignolles]], besser bekannt als &#039;&#039;La Hire&#039;&#039; („der Wilde“), oder der als späterer &#039;&#039;Blaubart&#039;&#039; bekannte [[Gilles de Rais]] gehörten. Ihr erster Auftrag war es, einen Proviantzug nach [[Orléans]] durchzubringen. Am 29.&amp;amp;nbsp;April kam ihr Zug in der eingeschlossenen Stadt an. Die Truppen in Orléans wurden von dem Erfolg motiviert und ließen sich überzeugen, einen Ausfall zu wagen. Am 7.&amp;amp;nbsp;Mai ritt Jeanne d’Arc voran. Von einem Pfeil getroffen und vom Pferd geworfen, blieb sie dennoch auf dem Feld. Das beeindruckte ihre Mitkämpfer und steigerte die Kampfbereitschaft des Heeres. Einen Tag später zogen die Engländer von der aussichtslos gewordenen Stellung ab. Der 8.&amp;amp;nbsp;Mai wird in Orléans als Tag der Befreiung gefeiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://orf.at/stories/2097574/2097730/ |titel=Das kurze Leben der Jeanne d’Arc |autor=News |hrsg=ORF |datum=2012-01-05 |zugriff=2017-09-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis Juni 1429 waren die Engländer unter der Mitwirkung Jeanne d’Arcs aus den Burgen südlich der [[Loire]] vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Juli 1429 wurde der Dauphin, wie von &#039;&#039;Johanna von Orléans&#039;&#039; prophezeit, in der [[Kathedrale]] von [[Reims]] als Karl&amp;amp;nbsp;VII. gesalbt; Jeanne nahm, mit der Siegesfahne neben dem [[Altar]] stehend, an der Feier teil. Der Ruhm Jeanne d’Arcs war auf dem Höhepunkt. Ihr Vater erhielt vom König als Zeichen der Dankbarkeit die Steuerfreiheit. Die königlichen Ratgeber unterminierten den Einfluss Jeanne d’Arcs. Immer wieder bat sie den König, nach [[Paris]] vorstoßen zu dürfen&amp;amp;nbsp;– erst nach etlichen strategischen Fehlentscheidungen gab er im September 1429 ihrem Drängen nach. Der Versuch am 8.&amp;amp;nbsp;September 1429 misslang jedoch und Karl&amp;amp;nbsp;VII. wandte sich von ihr ab. Er wollte nun lieber Frieden schließen, entließ Teile der Armee und versagte ihr die Unterstützung in ihrem Bemühen, die Engländer restlos vom Festland zu vertreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festnahme und erster Inquisitionsprozess ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Contemporaine afb jeanne d arc.png|mini|hochkant|Zeitgenössische Darstellung im Protokoll des Parlaments von Paris, 1429]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Jeanne d’Arc betriebene Befreiung von Paris blieb erfolglos. Sie wurde am 23.&amp;amp;nbsp;Mai 1430 bei [[Compiègne]] von [[Johann II. (Ligny)|Johann von Luxemburg]] festgenommen und den Burgundern&amp;lt;ref&amp;gt;„Burgunder“ bezeichnet hier kein Volk, sondern eine politische Partei. Zum Beispiel waren Paris und Rouen (die größten Städte des Königreichs) beides burgundische Städte, wo die meisten Einwohner den König Karl&amp;amp;nbsp;VII. und Jeanne d’Arc nicht unterstützten.&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgeliefert. Der Herzog von Burgund, [[Philipp III. (Burgund)|Philipp&amp;amp;nbsp;III.]], wiederum verkaufte Jeanne nach zwei Fluchtversuchen am 18./19.&amp;amp;nbsp;Juni und sieben Monaten in Gefangenschaft für 10.000 Franken an [[John of Lancaster, 1. Duke of Bedford|John of Lancaster, den Herzog von Bedford]]. Dieser hielt sie in der Burg Bouvreuil, dem Sitz der englischen Besatzungsmacht in Frankreich, gefangen, wo sie fünf Monate lang in einem Turm eingesperrt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem drei Monate währenden Prozess unter dem Vorsitz des Bischofs von Beauvais, [[Pierre Cauchon]], wurde sie „wegen ihres Aberglaubens, ihrer Irrlehren und anderer Verbrechen gegen die göttliche Majestät“&amp;amp;nbsp;– so ein Gutachten der [[Universität von Paris]]&amp;amp;nbsp;– verurteilt. Jeanne musste darin ohne rechtlichen Beistand gegen dialektisch und rhetorisch geschulte [[Klerus|Kleriker]] argumentieren. Gefährlich wurden Jeannes gerichtliche Aussagen, als sie sich dem Urteil der Kirche zunächst nicht unterwerfen, sondern nur ein direkt von Gott stammendes Urteil anerkennen wollte. Trotz ihrer einfachen Herkunft und mangelnden Bildung erwies sich Jeanne als [[Rhetorik|rhetorisch]] sehr geschickt. Auf die [[Fangfrage]] &#039;&#039;„Johanna, seid ihr gewiss, im Stande der Gnade zu sein?“&#039;&#039; antwortete sie &#039;&#039;„Wenn ich es nicht bin, möge mich Gott dahin bringen, wenn ich es bin, möge mich Gott darin erhalten!“&#039;&#039;. Hätte sie behauptet im Stande der Gnade zu sein, wäre ihr das als häretische Anmaßung ausgelegt worden, hätte sie es geleugnet, so hätte sie ihre Schuld zugegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. Mai 1431 befand man sie in zwölf von 67 Anklagepunkten für schuldig. Die ursprünglichen Anklagepunkte beschuldigten sie unter anderem des [[Fee]]nzaubers, des Gebrauchs der [[Gemeine Alraune|Alraunenwurzel]], der [[Häresie]], der Anbetung von [[Dämon]]en (mit Bezug auf die von Jeanne gehörten [[Vision (Religion)|Visionen]], bei denen sie niederkniete) und des [[Mord]]es (da Jeanne nicht als [[Soldat]] anerkannt wurde, waren alle Männer, die sie in Schlachten besiegte, als Mordopfer zu betrachten). Als man ihr nach der Urteilsverkündung eröffnete, der [[Scheiterhaufen]] erwarte sie, wenn sie ihren Irrglauben nicht einräume, schwor Jeanne ihren Überzeugungen ab. Vermutlich geschah dies aus spontaner Furcht vor dem Feuertod, wie sie auch in ihrem späteren Widerruf des Geständnisses selbst erklärte. Am 24.&amp;amp;nbsp;Mai 1431 wurde auf dem Friedhof von [[W:St-Ouen|St-Ouen]] die [[Exkommunikation|Exkommunizierung]] Jeanne d’Arcs vollzogen, die sich in einem öffentlichen Geständnis in allen Anklagepunkten für schuldig befand. Nach ihrem Abschwören verurteilte man sie als [[Häresie|Häretikerin]] zu [[W:Lebenslange Freiheitsstrafe|lebenslanger]] Haft, was unter normalen Umständen bedeutet hätte, die Schuldige nun in ein kirchliches Gefängnis zu überstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Inquisitionsprozess ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Stilke Hermann Anton - Joan of Arc&#039;s Death at the Stake.jpg|mini|hochkant|&#039;&#039;Jeanne d’Arcs Tod auf dem Scheiterhaufen&#039;&#039;, [[Historienmalerei|Historiengemälde]] von [[Hermann Stilke]], 1843]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus politischen Gründen war dieses Urteil für die Anhänger des englischen Königshauses unbefriedigend&amp;amp;nbsp;– war der Prozess doch in Gang gebracht worden, um Karl&amp;amp;nbsp;VII. beim geistlichen und weltlichen Adel als Unterstützer einer Häretikerin zu denunzieren und so politisch zu entmachten. Zudem bestand die Gefahr, dass die Anhänger Karls sie aus einem kirchlichen Gefängnis in Frankreich hätten befreien können, um einen erneuten Schlag gegen die englischen Truppen anzuführen. Daher wurde Jeanne d’Arc erneut der Prozess gemacht, der sie schließlich als unbelehrbare Häretikerin aussehen ließ. So wurde ihr nachgewiesen, dass sie in ihrer Gefängniszelle erneut Männerkleidung angelegt hatte. 1450 äußerte sich Jean Massieu dazu zurückhaltend, möglicherweise aufgrund seiner früheren Stellung als Gerichtsdiener. Jeanne habe ihm erzählt, dass man ihr die Frauenkleider weggenommen und Männerkleidung hingeworfen habe, worauf es mit den Bewachern zu einem länger andauernden Streit gekommen und ihr nichts anderes übrig geblieben sei, als die Männerkleidung anzuziehen, da man ihr keine anderen mehr gegeben habe. Von den schweren sichtbaren Misshandlungen nach ihrem Widerruf, die ein Augustiner bezeugte, erwähnte er nichts. Ladvenu, einem [[W:Bettelorden|Bettelmönch]], dem ihr wohl am nächsten stehenden, vertraute sie an, furchtbar gequält und misshandelt worden zu sein. Ein Edelmann habe versucht, ihr Gewalt anzutun, was sie auch öffentlich so angab. Zum Schutz ihrer Tugend habe sie die Männerkleidung wieder angelegt. Zudem widerrief sie das Geständnis, das sie wenige Tage zuvor auf dem Friedhof bekundet hatte. Vier Tage später wurde das endgültige Urteil unter der Regentschaft von John of Lancaster gefällt: Verbrennung als notorisch rückfällige Häretikerin auf einem Scheiterhaufen auf dem [[W:Place du Vieux-Marché (Rouen)|Marktplatz]] von Rouen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Joan of arc burning at stake.jpg|mini|hochkant|Jeanne d’Arc auf dem Scheiterhaufen (Wandgemälde im [[Panthéon (Paris)|Panthéon]] von Jules Eugène Lenepveu, um 1890)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod durch Verbrennung ===&lt;br /&gt;
Am Morgen des 30.&amp;amp;nbsp;Mai 1431 wurde Jeanne auf dem [[Place du Vieux-Marché (Rouen)|Marktplatz]] von Rouen verbrannt. Ihre Asche wurde in die [[Seine]] gestreut, um ihren Anhängern keine Möglichkeiten zu geben, ihre Überreste als [[Reliquien]] zu bergen. Dadurch sollte einer Verehrung als Märtyrerin Einhalt geboten werden. Dennoch tauchten gegen Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts angebliche Reliquien in [[Tours]] auf. Ein Rippenknochen und ein Kleidungsrest wurden 1867 von einem Apotheker an das [[Erzbistum Tours|Erzbistum]] übergeben. Bei einer Untersuchung in den Jahren 2006 bis 2007 stellte sich jedoch heraus,&amp;lt;ref&amp;gt;D. Butler: &#039;&#039;Joan of Arc’s relics exposed as forgery.&#039;&#039; In: &#039;&#039;nature.&#039;&#039; 446, 2007, S.&amp;amp;nbsp;593. [[doi:10.1038/446593a]]&amp;lt;/ref&amp;gt; dass es sich bei dem Rippenknochen um einen Teil einer ägyptischen Mumie aus vorchristlicher Zeit handelt. Ebenso fanden sich Holzstücke und der Oberschenkelknochen einer Katze. Der Kleidungsrest stammt zwar aus dem 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, weist jedoch keinerlei Brandspuren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahre nach ihrem Tod gaben mehrere Frauen an, eigentlich Jeanne d’Arc zu sein. Eine dieser Frauen war [[Jeanne des Armoises]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konsequenzen ===&lt;br /&gt;
Der Tod Jeanne d’Arcs und das daraus entstandene Ansehen als Märtyrin stärkte Karl&amp;amp;nbsp;VII. und schwächte die Burgunder, die daraufhin beschlossen, sich von England abzuwenden und Frieden mit dem französischen König zu schließen. Karl&amp;amp;nbsp;VII., dem bewusst war, dass er sie brauchte, um die Engländer endgültig vertreiben zu können, empfing die Burgunder daraufhin mit offenen Armen. Dies führte schließlich zum [[Vertrag von Arras (1435)|Vertrag von Arras]] im Jahr 1435, in dem die Burgunder Karl&amp;amp;nbsp;VII. gegen Zugeständnisse von ihm als König von Frankreich anerkannten. Dieser Vertrag führte dazu, dass die Engländer mit der Zeit aus Frankreich vertrieben wurden, was mit dem Sieg Frankreichs im Hundertjährigen Krieg 1453 endete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
=== Rehabilitierung ===&lt;br /&gt;
Jeannes Mutter bemühte sich darum, den Prozess neu aufzurollen. 24&amp;amp;nbsp;Jahre später, am 7.&amp;amp;nbsp;November 1455, eröffnete Karl&amp;amp;nbsp;VII. vor dem Hintergrund veränderter politischer Verhältnisse in der [[Kathedrale]] [[Notre-Dame de Paris]] einen Rehabilitationsprozess. Karl wollte, nachdem der Hundertjährige Krieg weitgehend zugunsten Frankreichs ausgegangen war, seine Position stärken und der anhaltenden Kritik wegen des [[Todesstrafe|Todesurteils]] gegen die immer noch populäre Jeanne d’Arc ein Ende setzen. Am 7.&amp;amp;nbsp;Juli 1456 wurde das Urteil verkündet: die vollständige Rehabilitierung&amp;amp;nbsp;– allerdings ohne diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die ihren Tod verursacht hatten, zumal die beiden Hauptverantwortlichen bereits verstorben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heiligsprechung ===&lt;br /&gt;
Am 18. April 1909 wurde Johanna von Papst [[Pius&amp;amp;nbsp;X.]] [[Seligsprechung|seliggesprochen]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.maidofheaven.com/maid_assets/extras/joanbeatification2.jpg Faksimile einer Zeitungsmeldung zur Seligsprechung], In: &#039;&#039;New York Times.&#039;&#039; 19. April 1909.&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 16.&amp;amp;nbsp;Mai 1920 von [[Benedikt XV.]] [[Heiligsprechung|heiliggesprochen]].&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xv/bulls/documents/hf_ben-xv_bulls_19200516_divina-disponente_lt.html Divina disponente]&#039;&#039;. Lateinischer Text des Dekrets der Heiligsprechung auf www.vatican.va.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist [[Schutzpatron]]in von Frankreich (mit den Heiligen [[Dionysius von Paris|Dionysius]], [[Martin von Tours|Martin]], [[Ludwig der Heilige|Ludwig]] und [[Therese von Lisieux]]), der Städte Rouen und Orléans, der [[Telegrafie]] und des [[Rundfunk]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jeanne d’Arc als nationaler Mythos ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Joan of Arc, Place du Parvis, Reims(1).jpg|mini|hochkant|Standbild der Jeanne d’Arc auf dem Place du Parvis, [[Reims]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde die Gestalt des heldenhaften Bauernmädchens zu einem [[Politischer Mythos|Nationalmythos]] der Franzosen verklärt. Sie wurde zum Stoff von Romanen, Theaterstücken und Gesängen, die teilweise in die Weltliteratur eingingen. Da Jeanne sich selbst &#039;&#039;la Pucelle&#039;&#039; („die Jungfrau“) nannte, nahm ihr Heimatort diese Bezeichnung in seinen Namen auf und nannte sich Domrémy-la-Pucelle. Ihr Geburtshaus ist erhalten, daneben ist ihr ein Museum gewidmet. An ihrer Hinrichtungsstätte in Rouen steht heute ein Denkmal, daneben eine 1979 eingeweihte und nach ihr benannte Kirche. Auch viele Historiengemälde verklärten sie, zum Beispiel von [[Jean-Auguste-Dominique Ingres]] (1780–1867), [[Paul Delaroche]] (1797–1856) oder [[Jules Eugène Lenepveu]] (1818–1898), der ihr im [[Panthéon (Paris)|Pantheon]] einen ganzen Zyklus von Wandgemälden widmete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beliebtheit des Mythos erklärt sich daher, dass Jeanne von beiden Richtungen des stark zerstrittenen politischen Spektrums instrumentalisiert werden konnte: Während die katholischen [[Monarchismus|Monarchisten]] ihre tiefe Frömmigkeit betonten und Parallelen zur [[Maria (Mutter Jesu)|Jungfrau Maria]] zogen, verwiesen die [[antiklerikal]]en liberalen Republikaner auf ihren Mut gegenüber der Obrigkeit, ihren [[Patriotismus]] und ihre Herkunft aus der Unterschicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dhm.de/ausstellungen/mythen/frankreic.html Mythen der Nationen: Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums, Berlin 1998]&amp;lt;/ref&amp;gt; Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] figurierte sie als Symbolfigur des Widerstandes gegen die deutsche Besatzung, aber auch das [[Vichy-Regime]] und der Nationalsozialismus beriefen sich auf sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1945 wird Jeanne d’Arc wegen ihres Widerstands gegen die fremden Besatzer besonders von der extremen Rechten als Ikone verwendet; so begeht der [[Rassemblement National]] jährlich am 1.&amp;amp;nbsp;Mai in Paris einen eigenen Gedenktag für die Nationalheilige. In der übrigen französischen Bevölkerung genießt sie zwar weiterhin eine gewisse Beliebtheit, ihr politischer Mythos ist aber weitgehend verblasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. März 2015 wurde ihr zu Ehren im ehemaligen erzbischöflichen Palast von Rouen das neue „Historial Jeanne d’Arc“ eröffnet. Auf einer Fläche von knapp 1.000 Quadratmetern auf fünf Etagen wird die Geschichte der Jungfrau von Orléans nacherzählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.reisenexclusiv.com/ziel/europa/ein-museum-f%C3%BCr-frankreichs-nationalheldin &#039;&#039;Ein Museum für Frankreichs Nationalheldin&#039;&#039;]. Website des Magazins reisen EXCLUSIV, abgerufen am 29. Januar 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
==== Dramen ====&lt;br /&gt;
Die Gestalt der Jeanne d’Arc hat Schriftsteller durch die Jahre hinweg immer wieder fasziniert. Wichtige Darstellungen, die eine vielfältige Interpretation ihres Lebens darstellen, wurden von [[William Shakespeare]] (&#039;&#039;[[Heinrich VI. (Drama)|Heinrich&amp;amp;nbsp;VI.]]&#039;&#039;), [[Friedrich Schiller]] (&#039;&#039;[[Die Jungfrau von Orleans (Schiller)|Die Jungfrau von Orleans]]&#039;&#039;) und [[George Bernard Shaw]] (&#039;&#039;[[Die heilige Johanna]]&#039;&#039;) geschrieben. [[Jean Anouilh]] (&#039;&#039;L’Alouette&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Jeanne oder Die Lerche]]&#039;&#039;) stellt Jeanne als das Mädchen aus dem Volk dar, dessen Begeisterung die Mächtigen zum nationalen Widerstand zwingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bertolt Brecht]] überträgt in seinem Drama &#039;&#039;[[Die heilige Johanna der Schlachthöfe]]&#039;&#039; Jeannes Schicksal in die Gegenwart. Hier erscheint sie als Aktivistin der [[Heilsarmee]], die lernen muss, dass religiös motiviertes Mitleid nicht genügt, das Los der Arbeiter zum Besseren zu wenden. In &#039;&#039;Die Gesichte&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; der Simone Machard&#039;&#039; versucht ein Mädchen, ihre Umgebung zum Widerstand gegen die deutschen Besatzer zu bewegen, genau wie Jeanne zum Kampf gegen die Engländer aufrief, siehe auch &#039;&#039;Simone&#039;&#039; (Drama und Roman) von [[Lion Feuchtwanger]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritisch setzt sich [[Felix Mitterer]] 2002 in &#039;&#039;Johanna oder die Erfindung der Nation&#039;&#039; mit ihrer Person auseinander. Ein Schicksal: Erhöht und erniedrigt, hoch gehoben, tief fallengelassen, eine, die ganz allein steht und doch unbeirrbar bleibt, ihr Leben als ein Psychodrama.&amp;lt;ref&amp;gt;Leseprobe unter [http://www.literaturhaus.at/buch/buch/rez/mittererjohanna/] Im Anhang des Drucks überblickt Sylvia Tschörner die verschiedenen dramatischen Bearbeitungen des Jeanne-Motivs&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erzähltexte ====&lt;br /&gt;
[[Voltaire]] benutzte den Stoff, um in seinem [[Komisches Epos|Komischen Epos]] &#039;&#039;Die Jungfrau&#039;&#039; von 1739 die Kirche zu verhöhnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mark Twain]] schrieb 1896 unter dem Pseudonym &#039;&#039;Sieur Louis de Conte&#039;&#039; eine fiktive Biografie von Jeanne d’Arc: [[Persönliche Erinnerungen an Jeanne d’Arc]] (&#039;&#039;Personal Recollections of Joan of Arc&#039;&#039;). .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf eine wachsende, national gefärbte Verehrung der Johanna veröffentlichte [[Anatole France]] im Jahr 1908 die Biografie &#039;&#039;La Vie de Jeanne d’Arc.&#039;&#039; In der deutschen Übersetzung wird das Werk als „historischer Roman“ ausgewiesen, während es in Frankreich unter „Histoire“ (Geschichte) eingeordnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1958 griff Alfred Andersch den Stoff in der Erzählung &#039;&#039;[[Mit dem Chef nach Chenonceaux]]&#039;&#039; auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Michel Tournier]] beschrieb 1983 die Beziehung zwischen Jeanne d’Arc und Ritter [[Gilles de Rais]] (1404–1440) und die zutiefst erschütternde und verstörende Wirkung der Hinrichtung Jeannes auf den späteren Serienmörder Gilles de Rais, den er als „Engel der Hölle“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Felicitas Hoppe]] wandte sich 2006 in ihrem postmodernen Roman &#039;&#039;Johanna&#039;&#039; gegen herrschende Adaptionen des Mythos Johanna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hörspiel ====&lt;br /&gt;
[[Anna Seghers]] verfasste zwischen 1933 und 1936 im Pariser Exil das [[Hörspiel]] &#039;&#039;[[Der Prozess der Jeanne d’Arc zu Rouen 1431]]&#039;&#039;. Das Spiel stützt sich auf die Prozessakten, die 1431 in lateinischer Sprache täglich für den Bischof von Beauvais protokolliert wurden, und weicht kaum vom Wortlaut der protokollierten Aussagen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[Jean Anouilh]] stammt &#039;&#039;L’Alouette&#039;&#039; (deutsch &#039;&#039;Jeanne oder Die Lerche&#039;&#039;) von 1953.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Musik ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jeanneundgilles.jpg|mini|hochkant|Uraufführung der Kammeroper Jeanne und Gilles sirene 2018]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Komponisten und Musiker ließen immer wieder sich von der Gestalt Jeanne d’Arcs inspirieren. Schillers Tragödie &#039;&#039;Die Jungfrau von Orleans&#039;&#039; wurde von [[Giuseppe Verdi]] als &#039;&#039;[[Giovanna d’Arco]]&#039;&#039; (1845) vertont. [[Pjotr Iljitsch Tschaikowski]]s [[Oper]] &#039;&#039;Orleanskaja dewa&#039;&#039; (1881) beruht auf einer sehr freien, von Tschaikowsky selbst vorgenommenen Bearbeitung von Schillers Tragödie. Anders als Schiller, bei dem Jeanne auf dem Schlachtfeld als Märtyrin fällt, hält sich Tschaikowsky am Schluss der Handlung an die Historie: Jeanne wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt. [[Gioachino Rossini]] schrieb 1832 seine Kantate für Mezzosopran und Klavier, &#039;&#039;Giovanna d’Arco&#039;&#039;, die er seiner zweiten Frau, Olympe Pélissier widmete. Der italienische Komponist [[Salvatore Sciarrino]] orchestrierte das Werk 1989 in der Tradition Rossinis, eine Arbeit, die er auf den Wunsch der Sängerin [[Teresa Berganza]] vornahm. [[Arthur Honegger]] bearbeitete den Stoff 1938 in seinem [[Oratorium]] &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc au bûcher]]&#039;&#039; (deutsch &#039;&#039;Johanna auf dem Scheiterhaufen&#039;&#039;). Der mit starken Metaphern arbeitende Text des Werkes stammt von [[Paul Claudel]]. [[Walter Braunfels]] schrieb in der [[Innere Emigration|Inneren Emigration]] während der Zeit seines von den Nationalsozialisten verhängten [[Berufsverbot]]es ab 1938 die zeitkritisch interpretierbare Oper &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc – Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna]]&#039;&#039; op.&amp;amp;nbsp;57. Der deutsche Komponist [[Giselher Klebe]] vertonte Schillers Drama als Oper unter dem Titel &#039;&#039;Das Mädchen aus Domrémy&#039;&#039; (Uraufführung 1976 in [[Stuttgart]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der französische Chansonnier [[Georges Brassens]] vertonte die &#039;&#039;Ballade des dames du temps jadis&#039;&#039; [[François Villon]]s, wo sie als &#039;&#039;[[Ballade des dames du temps jadis|Jeanne la bonne Lorraine]]&#039;&#039; vorkommt. Zum Film &#039;&#039;Die Passion der Jungfrau von Orléans&#039;&#039; (D, 1928) (Regie: [[Carl Theodor Dreyer]]) komponierte [[Richard Einhorn]] in den 1980er Jahren einen Soundtrack, der sich musikalisch an mittelalterliche [[Vokalmusik]] und [[Carl Orff]]s [[Carmina Burana (Orff)|Carmina Burana]] anlehnt und Textfragmente verschiedener Autoren, z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Hildegard von Bingen]], oder auch Jeanne d’Arc selbst vertont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kristine Tornquist]] und [[François-Pierre Descamps]] schrieben 2017–2018 im Auftrag des [[sirene Operntheater]]s die [[Kammeroper]] &#039;&#039;[[Jeanne und Gilles]]&#039;&#039;, eine Lebensgeschichte der Jeanne d’Arc und des Gilles de Rais als Parabel auf die Sinnlosigkeit des Krieges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Popmusik wird Jeanne d’Arc immer wieder rezipiert. [[Leonard Cohen]] ließ sich zum Beispiel von ihrer Geschichte zu seinem 1971 entstandenen Lied &#039;&#039;Joan Of Arc&#039;&#039; inspirieren. Die britische Band [[Orchestral Manoeuvres in the Dark]] behandelten in zwei Liedern das Leben der Heiligen Jungfrau, in &#039;&#039;Joan Of Arc&#039;&#039; von 1981 und in &#039;&#039;[[Maid of Orleans (The Waltz Joan of Arc)]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1982. [[Kate Bush]] besang sie in dem Lied &#039;&#039;Joanni&#039;&#039; (Album &#039;&#039;[[Aerial (Album)|Aerial]]&#039;&#039;, 2005) und [[Arcade Fire]] mit &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039; (Album [[Reflektor (Album)|Reflektor]], 2013).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende August 2017 wurde von der deutschen [[Artrock]]-Band [[Eloy (Band)|Eloy]] der erste Teil eines zweiteiligen [[Konzeptalbum]]s &#039;&#039;[[The Vision, the Sword and the Pyre I|The Vision, the Sword and the Pyre]]&#039;&#039; veröffentlicht, das 2019 mit &#039;&#039;[[The Vision, the Sword and the Pyre II]]&#039;&#039; abgeschlossen wurde; sie beschäftigten sich ebenfalls mit dem Schicksal von &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Andreas Aldag |url=http://www.eloy-legacy.com/eloy.php |titel=ELOY Legacy |zugriff=2017-12-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuvor veröffentlichten Eloy die Songs &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; auf dem 1992 erschienenen Album &#039;&#039;[[Destination (Album)|Destination]]&#039;&#039; und &#039;&#039;Company of Angels&#039;&#039; auf dem Album &#039;&#039;[[The Tides Return Forever]]&#039;&#039; von 1994, die ebenfalls Jeanne d’Arc gewidmet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Film und Fernsehen ===&lt;br /&gt;
Die Geschichte Jeanne d’Arcs wurde schon zur Zeit der ersten Spielfilme verfilmt. Allein mit [[Ingrid Bergman]] gibt es zwei Versionen. 1928 entstand der [[Stummfilm]] &#039;&#039;[[Die Passion der Jungfrau von Orléans]]&#039;&#039; des dänischen Regisseurs [[Carl Theodor Dreyer]] mit [[Maria Falconetti]] in der Hauptrolle. Eine Version wurde 1999 von Ed Gernon und [[Christian Duguay (Regisseur)|Christian Duguay]] (Regie) unter dem Namen &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc&amp;amp;nbsp;– Die Frau des Jahrtausends]]&#039;&#039; verfilmt. In den Hauptrollen spielen [[Leelee Sobieski]] als Jeanne d’Arc, [[Peter O’Toole]] als Bischof Cauchon und [[Maximilian Schell]] als Le’Maitre. 1993 drehte Jacques Rivette den Zweiteiler &#039;&#039;Johanna, die Jungfrau&#039;&#039; &#039;&#039;(Jeanne la Pucelle)&#039;&#039; mit [[Sandrine Bonnaire]] als Johanna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1999 inszenierte [[Luc Besson]] mit &#039;&#039;[[Johanna von Orleans (1999)|Johanna von Orleans]]&#039;&#039; eine Neuverfilmung ([[Milla Jovovich]] spielte die Hauptrolle, [[John Malkovich]] war [[Karl VII. (Frankreich)|Karl&amp;amp;nbsp;VII.]]). In dieser Neuverfilmung wird Jeanne als mit menschlichen Fehlern und Zweifeln beladene Frau dargestellt, die am Ende auch um ihren eigenen Glauben kämpfen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Verfilmungen:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc/The Burning of Joan of Arc&#039;&#039; (1895, Stummfilm), USA, Regie: Alfred Clark. Fragmente im Centre Jeanne d’Arc in Orléans und in dem National Archives of Canada in Ottawa&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;L’Exécution de Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1898, Stummfilm, 30 Sekunden), Frankreich, Regie: Georges Hatot&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Domrémy: La Maison de Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1899, Stummfilm, 40 Sekunden), Frankreich, Regie: [[Brüder Lumière]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc (1900)|Jeanne d’Arc]]&#039;&#039; (1900, Uraufführung 11. November 1900, Stummfilm), Frankreich, Regie: [[Georges Méliès]], Titelrolle: [[Jeanne d’Alcy]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Eine Moderne Jungfrau von Orleans&#039;&#039; (1900, Uraufführung 1914, Stummfilm), Deutschland, Regie: Max Skladanowsky&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Giovanna d’Arco&#039;&#039; (1908, Stummfilm), Italien, Regie: [[Mario Caserini]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Joan the Woman]]&#039;&#039; (1916, Uraufführung 25. Dezember 1916, Stummfilm), USA, Paramount, Regie: [[Cecil B. DeMille]], Titelrolle: [[Geraldine Farrar]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La Passion de Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch: &#039;&#039;[[Die Passion der Jungfrau von Orléans]]&#039;&#039; (1928, Stummfilm, 85 Minuten), Frankreich, Société Générale de Films, Regie: [[Carl Theodor Dreyer]], Titelrolle: [[Renée Falconetti|Maria Falconetti]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La merveilleuse vie de Jeanne d’Arc, fille de Lorraine&#039;&#039; (1928, Stummfilm, 129 Minuten), Frankreich, Aubert-Natan, Regie: [[Marc de Gastyne]], Titelrolle: Simone Genevoix&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das Mädchen Johanna]]&#039;&#039; (1935, 87 Minuten), Deutschland, UFA, Regie: [[Gustav Ucicky]], Titelrolle: [[Angela Salloker]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039;, deutsch: &#039;&#039;[[Johanna von Orleans (1948)|Johanna von Orleans]]&#039;&#039; (1948, Farbfilm, 145 Minuten), USA, RKO, Regie: [[Victor Fleming]], Titelrolle: [[Ingrid Bergman]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Giovanna d’Arco al rogo&#039;&#039; deutsch: (1954, Farbfilm, 70 Minuten), Frankreich/Italien, Franco-London Film/PCA, Regie: [[Roberto Rossellini]], Titelrolle: Ingrid Bergman&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne&#039;&#039; aus dem dreiteiligen Film &#039;&#039;[[Liebe, Frauen und Soldaten]]&#039;&#039; (1954, Farbfilm), Frankreich/Italien, Franco-London-Film/Continental Produzione, Regie: [[Jean Delannoy]], Titelrolle: [[Michèle Morgan]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Saint Joan&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Die heilige Johanna (Film)|Die heilige Johanna]]&#039;&#039; (1957, Schwarzweißfilm, 109 Minuten), USA, United Artists, Regie: [[Otto Preminger]], Titelrolle: [[Jean Seberg]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Le Procès de Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Der Prozeß der Jeanne d’Arc]]&#039;&#039;, (1962, Schwarzweißfilm, 65 Minuten), Frankreich, Agnès Delahaie, Regie: [[Robert Bresson]], Titelrolle: Florence Carrez, 1965 ZDF/1969 Kino B&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Saint Joan&#039;&#039; (1977, Schwarzweißfilm), England, Triple Action Films/East Midlands Arts Association, Regie: Steven Rubelow, Titelrolle: Monica Buferd (nicht verfügbar, im Besitz des Filmemachers)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039; (1983), Großbritannien, British Film Institute, Regie: Gina Newson&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne La Pucelle – Les Batailles/Les Prisons&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;Johanna, die Jungfrau – Der Kampf/Der Verrat&#039;&#039; (1994, Farbe, 336 Minuten), Frankreich, France 3 Cinéma/La Sept Cinéma/Pierre Grisé, Regie: [[Jacques Rivette]], Titelrolle: Sandrine Bonnaire&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Johanna von Orleans (1999)|Johanna von Orléans]]&#039;&#039;, kanadische Titel &#039;&#039;La Messagère: L’Histoire de Jeanne d’Arc&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;The Messenger: The Story of Joan of Arc&#039;&#039; (1999, Farbfilm, 150 Minuten), Frankreich, Leeloo Productions/Gaumont, Regie: [[Luc Besson]], Titelrolle: [[Milla Jovovich]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc – Die Frau des Jahrtausends]]&#039;&#039; (1999), [[Canadian Broadcasting Corporation]], Regie: [[Christian Duguay (Regisseur)|Christian Duguay]], Titelrolle: Leelee Sobieski&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Kamikaze Kaito Jeanne]] (Jeanne, die Kamikaze Diebin)&#039;&#039; (1998–2000), Japan, Anime- u. Manga-Serie von [[Arina Tanemura]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Johana&#039;&#039; deutsch &#039;&#039;Johanna&#039;&#039; (2005, Musikfilm), Ungarn, Regie: [[Kornél Mundruczó]], Titelrolle: [[Orsolya Tóth]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne Captive&#039;&#039; (2011), Frankreich, Regie: [[Philippe Ramos]], Titelrolle: [[Clémence Poésy]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Kampf um die Freiheit.&#039;&#039; (2013), Deutschland Szenische Dokumentation in der Reihe &#039;&#039;Frauen, die Geschichte machten&#039;&#039;, 50 Min., Buch: Susanne Utzt, Regie: [[Christian Twente]] und Michael Löseke, Erstsendung 3.&amp;amp;nbsp;Dezember 2013 im ZDF, [https://www.zdf.de/migration/frauen-die-geschichte-machten/jeanne-darc-kampf-um-die-freiheit-jungfrau-von-orleans-100.html Programminformation]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeannette, l’enfance de Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch: (&#039;&#039;[[Jeannette – Die Kindheit der Jeanne d’Arc]]&#039;&#039;) (2017), Frankreich. Eigenwillige, auf Texten [[Charles Péguy]]s basierende Interpretation von Kindheit und Jugend der Jeanne d’Arc, Regie; [[Bruno Dumont]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Verschollene Filme:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La Béatification de Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1900, Stummfilm), Regie: Mario Caserini&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc au bûcher&#039;&#039; (1905, Stummfilm), Frankreich, Gaumont, Regie: ?, Titelrolle: Boissieu (Mlle. Boissière?)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1908, Stummfilm, 5 Minuten), Frankreich, Pathé, Regie: [[Albert Capellani]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La vita di Giovana d’Arco&#039;&#039; (1909, Stummfilm), Italien, Cinès, Regie: Mario Caserini, Titelrolle: Maria Gasperini&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Giovanna d’Arco&#039;&#039; (1913, Stummfilm), Italien, Pasquali, Regie: [[Nino Oxilia]], Titelrolle: [[Maria Jacobini]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne&#039;&#039; (1914), Italien/Österreich, Regie: Nollif/Wolff&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Robin Blaetz: &#039;&#039;Visions of the Maid.&#039;&#039; University of Virginia Press, 2001, S.&amp;amp;nbsp;249&amp;amp;nbsp;ff. [http://books.google.fr/books?id=I7ToGO0fIGMC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=Visions+of+the+Maid&amp;amp;hl=fr&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=rTPfUvLOC8eL7AbjioFw&amp;amp;ved=0CDIQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=Filmography&amp;amp;f=false (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Computerspiele ===&lt;br /&gt;
* Beim Spiel &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; von Chip-Software ([[Joan of Arc: Siege &amp;amp; the Sword]]), erschienen 1989 für MS-DOS, Amiga und Atari ST, handelt es sich um eine Mischung aus Action- und Rollenspiel, bei dem es darum geht, Frankreich Schritt für Schritt zurückzuerobern.&lt;br /&gt;
* In &#039;&#039;[[Age of Empires II]]&#039;&#039; von 1999 handelt eine Kampagne im Hauptspiel von Johanna von Orléans.&lt;br /&gt;
* In dem Spiel &#039;&#039;[[Diablo III]]&#039;&#039; von Blizzard wurde die Kreuzritterin „Johanna“, eine mit göttlicher Unterstützung streitende Nahkämpferin in schwerer Rüstung, nach ihr benannt.&lt;br /&gt;
* Das Spiel &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; von Sony für die [[PlayStation Portable]] hat sie ebenfalls als zentrales Thema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Lycée Jeanne-d’Arc (Clermont-Ferrand)]]&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Prozess Jeanne d’Arc. Akten und Protokolle 1431 und 1456&#039;&#039;, übersetzt und herausgegeben von Ruth Schirmer-Imhoff, 3. Auflage. dtv. München 1978, ISBN 3-423-02909-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Colette Beaune: &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; Perrin, Paris 2004, ISBN 978-2-262-01705-7 (französisch).&lt;br /&gt;
* Colette Beaune: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Vérités et légendes.&#039;&#039; Perrin, Paris 2008, ISBN 978-2-262-02951-7 (französisch).&lt;br /&gt;
* [[Helmut Feld]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Geschichtliche und virtuelle Existenz des Mädchens von Orléans&#039;&#039; (= Christentum und Dissidenz, Bd.&amp;amp;nbsp;5). LIT, Berlin 2016, ISBN 978-3-643-13462-2.&lt;br /&gt;
* Georges, Andrée Duby: &#039;&#039;Die Prozesse der Jeanne d’Arc&#039;&#039; (= &#039;&#039;Wagenbachs Taschenbücherei.&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;350). (Originaltitel: &#039;&#039;Les procès de Jeanne d’Arc.&#039;&#039; übersetzt von [[Eva Moldenhauer]]). Wagenbach, Berlin 1999, ISBN 3-8031-2350-X.&lt;br /&gt;
* [[Gerd Krumeich]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc in der Geschichte. Historiographie – Politik – Kultur&#039;&#039; (= &#039;&#039;Beihefte der [[Francia (Zeitschrift)|Francia]].&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;19). Thorbecke, Sigmaringen 1986, ISBN 3-7995-7319-4 [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/bdf/krumeich_jeanne-d-arc (Digitalisat)].&lt;br /&gt;
* Gerd Krumeich: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Die Geschichte der Jungfrau von Orleans&#039;&#039; (= &#039;&#039;Beck’sche Reihe.&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;2396). Beck, München 2006, ISBN 3-406-53596-8 [http://www.sehepunkte.de/2007/04/11924.html (Rezension)].&lt;br /&gt;
* Gerd Krumeich: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Seherin, Kriegerin, Heilige. Eine Biographie.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76542-1.&lt;br /&gt;
* Edward Lucie-Smith: &#039;&#039;Johanna von Orleans. Eine Biographie&#039;&#039; (Originaltitel: &#039;&#039;Joan of Arc.&#039;&#039; übersetzt von Hansheinz Werner), Claassen, Düsseldorf 1977, ISBN 3-546-46209-2.&lt;br /&gt;
* Philippe Martin: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Les métamorphoses d’une héroïne&#039;&#039; Place Stanislas, Nancy 2009, ISBN 978-2-35578-035-6 (französisch).&lt;br /&gt;
* Pierre Moinot: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – die Macht und die Unschuld&#039;&#039; (Originaltitel: &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; übersetzt von Eva Rapsilber). Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-7973-0472-2.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Müller: &#039;&#039;Der Prozeß Jeanne d’Arc: Quellen – Sachverhalt einschließlich des zeit- und geistesgeschichtlichen Hintergrundes – Verurteilung und Rechtfertigung – rechtliche Würdigung und Schlussbemerkungen&#039;&#039;, Kovač, Hamburg 2004, ISBN 3-8300-1144-X (Zugleich [[Dissertation]] an der [[Universität Mainz]] 2003).&lt;br /&gt;
* Herbert Nette: &#039;&#039;Jeanne d’Arc in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten&#039;&#039; (Rowohlts Monographien Bd.&amp;amp;nbsp;253, rororo 50253). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1977ff, ISBN 3-499-50253-4.&lt;br /&gt;
* Régine Pernoud, Marie-Véronique Clin: &#039;&#039;Johanna von Orléans – der Mensch und die Legende&#039;&#039;, Lübbe, Bergisch Gladbach 1991, ISBN 3-404-61210-8.&lt;br /&gt;
* Régine Pernoud: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Glaube, Kraft, Vision&#039;&#039;, Kösel, München 1992, ISBN 3-466-34326-7.&lt;br /&gt;
* Malte Prietzel: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Das Leben einer Legende&#039;&#039;, Herder, Freiburg 2011, ISBN 3-451-30414-7.&lt;br /&gt;
* [[Vita Sackville-West]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc, Die Jungfrau von Orleans.&#039;&#039; Mit einem Nachwort von Rita Hortmann. Übersetzt aus dem Englischen von [[Hans B. Wagenseil|Hans Wagenseil]]. Ullstein 1992, ISBN 3-548-30290-4 ([[iarchive:in.ernet.dli.2015.536960/|Digitalisat der englischen Originalausgabe]] im [[Internet Archive]]).&lt;br /&gt;
* Hartmut Steinbach: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Wirklichkeit und Legende&#039;&#039;, Musterschmidt, Göttingen 1973, ISBN 3-7881-0078-8.&lt;br /&gt;
* [[Heinz Thomas (Historiker)|Heinz Thomas]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Jungfrau und Tochter Gottes&#039;&#039;, Fest, Berlin 2000, ISBN 3-8286-0065-4.&lt;br /&gt;
* [[Sabine Tanz]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Spätmittelalterliche Mentalität im Spiegel eines Weltbildes&#039;&#039;, Böhlau, Weimar 1991, ISBN 3-7400-0103-8 (= &#039;&#039;Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte&#039;&#039;, Bd.&amp;amp;nbsp;33, [[Dissertation]] [[Universität Leipzig]] 1985).&lt;br /&gt;
* Heinz Thomas: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Jungfrau und Tochter Gottes – Grundzüge einer Biographie&#039;&#039;, in: &#039;&#039;[[Francia (Zeitschrift)|Francia – Forschungen zur westeuropäischen Geschichte]].&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;34, 2007, Heft 1, S.&amp;amp;nbsp;163–173 [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/francia/francia-retro/34-1-2007/0163-0173 (Digitalisat)].&lt;br /&gt;
* Walter Rost: &#039;&#039;Die männliche Jungfrau – Das Geheimnis der Johanna von Orléans&#039;&#039;, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-498-05700-6.&lt;br /&gt;
* Guido Görres: &#039;&#039;Die Jungfrau von Orleans – nach den Prozeßakten und gleichzeitigen Chroniken von G. Görres, mit einer Vorrede von J. Görres&#039;&#039;, Pustet, Regensburg 1834.&lt;br /&gt;
* Michel Tournier: &#039;&#039;Gilles &amp;amp; Jeanne&#039;&#039;, Gallimard, Paris 1983 (deutsche Ausgaben: Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1985, ISBN 3-455-07723-4; Aufbau-Verlag, Berlin, Weimar 1986&amp;lt;!-- ohne ISBN ! --&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Jeanne d&#039;Arc|Jeanne d’Arc}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118557238}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118557238}}&lt;br /&gt;
* [http://www.jehanne-darc.com/ Internationales Jeanne d’Arc Center] (franz., engl., deutsch)&lt;br /&gt;
* {{Hl-Lex|b|Johanna_von_Orleans_Jeanne_d_Arc.htm|Jeanne d’Arc}}&lt;br /&gt;
* [http://www.joan-of-arc-studies.org/] Forschungsarbeiten und Studienberichte. (engl., deutsch)&lt;br /&gt;
* [http://www.stjoan-center.com/Trials/#condemnation Protokoll des 1431er Prozesses] und des [http://www.stjoan-center.com/Trials/#nullification Rehabilitationsprozesses]&lt;br /&gt;
* [http://www.jeanne-darc.info/p_multimedia_movie/0_movies.html Jeanne d’Arc la pucelle cinematography] (engl.)&lt;br /&gt;
* [http://www.smu.edu/IJAS/movielis.html Filme über Jeanne d’Arc, International Joan of Arc Society (mit Filmausschnitten)]&lt;br /&gt;
* [http://www.filmrezension.de/dossier/index_johanna_von_orleans.shtml filmrezension.de: Dossier über Jeanne-d’Arc-Verfilmungen von 1928 bis heute]&lt;br /&gt;
* [http://www.jeannedarc.com.fr/centre/centre.htm Centre Jeanne d’Arc] der [[Stadtbibliothek Orléans]] (franz.)&lt;br /&gt;
* [https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/jeanne-darc/ Fem. Biographie] aus dem Portal von [[Luise Pusch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118557238|LCCN=n/79/33041|NDL=00620883|VIAF=97108273}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Jeanne Darc}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Märtyrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jungfrau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1412]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1431]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Jeanne_d%E2%80%99Arc&amp;diff=626503</id>
		<title>Jeanne d’Arc</title>
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		<updated>2026-09-03T10:57:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Joan of Arc miniature graded.jpg|mini|300px|Jeanne d’Arc (Miniaturmalerei eines unbekannten Malers, spätes 19. oder frühes 20.&amp;amp;nbsp;Jahr&amp;amp;shy;hundert;&amp;lt;ref&amp;gt;Philippe Contamine, « Remarques critiques sur les étendards de Jeanne d’Arc », &#039;&#039;Francia&#039;&#039;, Ostfildern, Jan Thorbecke Verlag, n° 34/1, 2007, {{Webarchiv |url=https://prae.perspectivia.net/publikationen/francia/francia-retro/34-1-2007/0187-0200 |wayback=20200218012139 |text=S.&amp;amp;nbsp;199–200 |archiv-bot=2022-11-20 18:29:07 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ein zu Lebzeiten entstandenes Bild ist nicht überliefert.)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Joandearc-signature.svg|mini|300px|Jeanne d’Arcs Signatur]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Maison natale Jeanne d&#039;Arc 023.jpg|mini|Geburtshaus von Jeanne d’Arc in Domrémy-la-Pucelle]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jeannedarc.jpg|mini|Jeanne d’Arc (Basilika von Bois-Chenu, Domrémy)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wohnhaus JeannedArc.jpg|mini|hochkant|Maison de Jeanne d’Arc in Orléans mit Ausstellungen über Jeanne d’Arc (2008)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039;&#039; [{{IPA|ʒanˈdaʁk}}] (* vermutlich [[1412]] in Domrémy, Lothringen; † [[30. Mai]] [[1431]] in Rouen, [[Frankreich]]), auch &#039;&#039;Jehanne d’Arc&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche Signatur in [[:Datei:Lettre de Jeanne d&#039;Arc aux Riomois.JPG]].&amp;lt;/ref&amp;gt; im deutschsprachigen Raum auch &#039;&#039;&#039;Johanna von Orléans&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Jungfrau von Orléans&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Frankreich|französische]] Nationalheldin. Sie wird in der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] als [[Jungfrau (Kirchentitel)|Jungfrau]] und [[Heilige]] verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Traité de Troyes.svg|mini|hochkant|Karte Frankreichs mit den Routen Johannas von Domremy nach Chinon und von Orleans nach Reims]]&lt;br /&gt;
Während des [[W:Hundertjähriger Krieg|Hundertjährigen Krieges]] verhalf sie bei Orléans dem [[W:Dauphin (Adel)|Dauphin]] und späteren französischen König [[W:Karl VII. (Frankreich)|Karl&amp;amp;nbsp;VII.]] zu einem Sieg über Engländer und [[W:Haus Burgund|Burgunder]], anschließend geleitete sie Karl zu seiner [[Salbung#Salbung als Sakramentale der Herrscherweihe|Königssalbung]] nach [[W:Reims|Reims]]. Nach der Niederlage der Franzosen in der [[W:Schlacht von Compiègne|Schlacht von Compiègne]] wurde Jeanne d’Arc am 23.&amp;amp;nbsp;Mai 1430 durch [[W:Johann II. (Ligny)|Johann&amp;amp;nbsp;II. von Luxemburg]] gefangen genommen, später an die Engländer ausgeliefert und schließlich in einem kirchlichen Verfahren des [[W:Bistum Beauvais|Bischofs von Beauvais]], [[W:Pierre Cauchon|Pierre Cauchon]], der pro-englisch eingestellt war, aufgrund verschiedener Anklagen verurteilt. Am 30.&amp;amp;nbsp;Mai 1431 wurde Jeanne d’Arc im Alter von 19&amp;amp;nbsp;Jahren auf dem Marktplatz von Rouen auf dem [[W:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Brauburger, Stefan, 1962- |Titel=Frauen, die Geschichte machten : Kleopatra, Jeanne d’Arc, Elisabeth I., Katharina die Große, Königin Luise, Sophie Scholl |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=Bertelsmann |Ort=München |Datum=2013 |ISBN=3-570-10171-1 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Jahre später strengte die [[W:Römische Kurie|Kurie]] einen Revisionsprozess an, in dem das Urteil aufgehoben und Jeanne zur [[Märtyrer|Märtyrin]] erklärt wurde. Im Jahr 1909 wurde sie von Papst [[W:Pius X.|Pius X.]] selig- und 1920 von Papst [[W:Benedikt XV.|Benedikt XV.]] heiliggesprochen. Ihr [[Gedenktag]] ist der 30.&amp;amp;nbsp;Mai. An diesem Tag gedenkt man ihrer auch in der [[W:Church of England|Church of England]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.churchofengland.org/prayer-worship/worship/texts/the-calendar/holydays.aspx Holy Days] auf www.churchofengland.org&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtlicher Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Im Hundertjährigen Krieg versuchte [[England]] aufgrund erbrechtlicher Zusammenhänge seine Ansprüche auf den [[W:Königreich Frankreich (987–1792)|französischen]] Thron durchzusetzen. Vorausgegangen war der Tod des französischen Königs [[W:Karl IV. (Frankreich)|Karl&amp;amp;nbsp;IV.]] Der seit 1328 in England herrschende König [[W:Eduard III. (England)|Eduard&amp;amp;nbsp;III.]] erhob als Sohn von [[W:Isabelle de France († 1358)|Isabelle]], der Tochter [[Philipp IV. (Frankreich)|Philipps&amp;amp;nbsp;IV.]] „des Schönen“, Anspruch auf den Thron. Französische Rechtsgelehrte akzeptierten diesen Anspruch jedoch nicht, da Frauen und deren Erben von der Thronfolge grundsätzlich ausgeschlossen waren. Schließlich wurde Philipp&amp;amp;nbsp;VI. als Nachfahre der [[W:Kapetinger|Kapetinger]] aus der Nebenlinie der [[W:Haus Valois|Valois]] am 28.&amp;amp;nbsp;Mai 1328 in Reims zum König gesalbt. Nach der Konfiszierung des englischen Herzogtums [[W:Guyenne|Guyenne]] 1337 durch Philipp&amp;amp;nbsp;VI. landete Eduard&amp;amp;nbsp;III. mit 4.000 Rittern und 10.000 Bogenschützen in der [[W:Normandie|Normandie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1415 besiegte der englische König [[W:Heinrich V. (England)|Heinrich&amp;amp;nbsp;V.]] die Franzosen in der [[W:Schlacht von Azincourt|Schlacht von Azincourt]] und erhob erneut Anspruch auf den französischen Thron. Englische Truppen hatten den Norden des Landes bis zur [[W:Loire|Loire]] besetzt. [[W:Orléans|Orléans]], der Schlüssel zur Überquerung des Flusses, war von [[W:John of Lancaster, 1. Herzog von Bedford|John of Lancaster]], einem Bruder Heinrichs&amp;amp;nbsp;V., eingekesselt &#039;&#039;(→ [[W:Belagerung von Orléans|Belagerung von Orléans]])&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
Weder für Jeanne d’Arcs genauen Tag der Geburt noch für das Geburtsjahr gibt es eine zuverlässige Quelle. Sie wurde während der zweiten Hälfte des Hundertjährigen Krieges in [[W:Domrémy-la-Pucelle|Domrémy]], einem kleinen Dorf an der [[W:Maas|Maas]], um 1412 als Tochter von Jacques Darc (oder &#039;&#039;Jacques Tarc, Tare, Dart, Day, Daix&#039;&#039;) und Isabelle Romée in eine wohlhabende Bauernfamilie geboren. Die üblich gewordene Schreibweise „d’Arc“ taucht erst im 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert auf, um die [[W:Nobilitierung|Nobilitierung]] der Familie anzudeuten.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Müller: &#039;&#039;Der Prozeß Jeanne d’Arc&#039;&#039; In: &#039;&#039;Juristische Schulung&#039;&#039; 1987, S.&amp;amp;nbsp;433–441, hier: S.&amp;amp;nbsp;435.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 13 Jahren hatte Jeanne d’Arc laut Gerichtsprotokoll ihre ersten [[Vision (Religion)|Visionen]]. In diesen hörte sie die Stimme der Heiligen [[Katharina von Alexandrien|Katharina]], später kamen die des [[Michael (Erzengel)|Erzengels Michael]] und der Heiligen [[Margareta von Antiochia|Margareta]] hinzu. Von ihnen erhielt sie den Befehl, Frankreich von den Engländern zu befreien und den [[W:Dauphin (Adel)|Dauphin]] zum Thron zu führen. Die Erscheinungen wiederholten sich. Gegen Ende Dezember 1428 verließ Jeanne ihr Elternhaus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.zeit.de/2012/02/Johanna-von-Orleans/seite-2 |titel=Johanna von Orléans: Das unglaubliche Mädchen |autor=Barbara Sichtermann |hrsg=DIE ZEIT |datum=2012-01-05 |zugriff=2017-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirken im Hundertjährigen Krieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ingres coronation charles vii.jpg|mini|hochkant|Jeanne d’Arc bei der Königssalbung Karls&amp;amp;nbsp;VII. ([[W:Historienmalerei|Historiengemälde]] von [[W:Jean Auguste Dominique Ingres|Dominique Ingres]], 1854)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1429 Charles VII Annoblisant Jeanne Darc.jpg|mini|hochkant|Königliches Adelspatent 1429: Karl&amp;amp;nbsp;VII. erhebt Jeanne d’Arc samt Familie in den Adelsstand und verleiht ihnen ein Wappen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Coat of Arms of Jeanne d&#039;Arc.svg|mini|hochkant|Wappen von Jeanne d’Arc]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 1429, im Alter von fast 17&amp;amp;nbsp;Jahren, versuchte Jeanne d’Arc zum ersten Mal, beim Stadtkommandanten der Festung [[Vaucouleurs]], [[Robert de Baudricourt]], vorzusprechen. Beim dritten Versuch bekam sie eine [[Audienz]]. Nachdem sie ihn nach einer erfolgreichen Prüfung ihres Glaubens überzeugt hatte, indem sie ein Kreuz küsste, gab er ihr am 22.&amp;amp;nbsp;Februar 1429 eine Eskorte (Jean de Metz, Bertrand de Poulengey; Anhänger des [[Dauphin (Adel)|Dauphins]]) mit, die sie zu Karl&amp;amp;nbsp;VII. nach [[Chinon]] begleiten sollte, das sie am 5.&amp;amp;nbsp;März 1429 nach elf Tagen Ritt durch Feindesland erreichte. Ein Empfehlungsschreiben Baudricourts kündigte ihren Empfang am französischen Hof an. Sie wurde vom Dauphin empfangen. Jeanne überzeugte ihn, dass sie im Namen des Himmels gekommen sei, um Frankreich aus der misslichen Lage zu retten, und sicherte ihm zu, dass er in [[Reims]] zum König von Frankreich gesalbt würde. Niemand weiß genau, wie Jeanne den Dauphin überzeugte; es ist nur bekannt, dass sie sich mit ihm in ein Zimmer zurückzog und ihn angeblich an einer ihrer Visionen teilhaben ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Poitiers]] ließ der Dauphin Jeanne drei Wochen lang von Geistlichen und hochgestellten Persönlichkeiten auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen und ihre Jungfräulichkeit von Hofdamen untersuchen. Nach erfolgreichem Bestehen beider Prüfungen beschloss der Kronrat, ihr eine Rüstung anfertigen zu lassen, und stellte ihr eine kleine militärische Einheit zur Seite, zu der kampferfahrene Leute wie etwa [[Étienne de Vignolles]], besser bekannt als &#039;&#039;La Hire&#039;&#039; („der Wilde“), oder der als späterer &#039;&#039;Blaubart&#039;&#039; bekannte [[Gilles de Rais]] gehörten. Ihr erster Auftrag war es, einen Proviantzug nach [[Orléans]] durchzubringen. Am 29.&amp;amp;nbsp;April kam ihr Zug in der eingeschlossenen Stadt an. Die Truppen in Orléans wurden von dem Erfolg motiviert und ließen sich überzeugen, einen Ausfall zu wagen. Am 7.&amp;amp;nbsp;Mai ritt Jeanne d’Arc voran. Von einem Pfeil getroffen und vom Pferd geworfen, blieb sie dennoch auf dem Feld. Das beeindruckte ihre Mitkämpfer und steigerte die Kampfbereitschaft des Heeres. Einen Tag später zogen die Engländer von der aussichtslos gewordenen Stellung ab. Der 8.&amp;amp;nbsp;Mai wird in Orléans als Tag der Befreiung gefeiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://orf.at/stories/2097574/2097730/ |titel=Das kurze Leben der Jeanne d’Arc |autor=News |hrsg=ORF |datum=2012-01-05 |zugriff=2017-09-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis Juni 1429 waren die Engländer unter der Mitwirkung Jeanne d’Arcs aus den Burgen südlich der [[Loire]] vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Juli 1429 wurde der Dauphin, wie von &#039;&#039;Johanna von Orléans&#039;&#039; prophezeit, in der [[Kathedrale]] von [[Reims]] als Karl&amp;amp;nbsp;VII. gesalbt; Jeanne nahm, mit der Siegesfahne neben dem [[Altar]] stehend, an der Feier teil. Der Ruhm Jeanne d’Arcs war auf dem Höhepunkt. Ihr Vater erhielt vom König als Zeichen der Dankbarkeit die Steuerfreiheit. Die königlichen Ratgeber unterminierten den Einfluss Jeanne d’Arcs. Immer wieder bat sie den König, nach [[Paris]] vorstoßen zu dürfen&amp;amp;nbsp;– erst nach etlichen strategischen Fehlentscheidungen gab er im September 1429 ihrem Drängen nach. Der Versuch am 8.&amp;amp;nbsp;September 1429 misslang jedoch und Karl&amp;amp;nbsp;VII. wandte sich von ihr ab. Er wollte nun lieber Frieden schließen, entließ Teile der Armee und versagte ihr die Unterstützung in ihrem Bemühen, die Engländer restlos vom Festland zu vertreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festnahme und erster Inquisitionsprozess ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Contemporaine afb jeanne d arc.png|mini|hochkant|Zeitgenössische Darstellung im Protokoll des Parlaments von Paris, 1429]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Jeanne d’Arc betriebene Befreiung von Paris blieb erfolglos. Sie wurde am 23.&amp;amp;nbsp;Mai 1430 bei [[Compiègne]] von [[Johann II. (Ligny)|Johann von Luxemburg]] festgenommen und den Burgundern&amp;lt;ref&amp;gt;„Burgunder“ bezeichnet hier kein Volk, sondern eine politische Partei. Zum Beispiel waren Paris und Rouen (die größten Städte des Königreichs) beides burgundische Städte, wo die meisten Einwohner den König Karl&amp;amp;nbsp;VII. und Jeanne d’Arc nicht unterstützten.&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgeliefert. Der Herzog von Burgund, [[Philipp III. (Burgund)|Philipp&amp;amp;nbsp;III.]], wiederum verkaufte Jeanne nach zwei Fluchtversuchen am 18./19.&amp;amp;nbsp;Juni und sieben Monaten in Gefangenschaft für 10.000 Franken an [[John of Lancaster, 1. Duke of Bedford|John of Lancaster, den Herzog von Bedford]]. Dieser hielt sie in der Burg Bouvreuil, dem Sitz der englischen Besatzungsmacht in Frankreich, gefangen, wo sie fünf Monate lang in einem Turm eingesperrt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem drei Monate währenden Prozess unter dem Vorsitz des Bischofs von Beauvais, [[Pierre Cauchon]], wurde sie „wegen ihres Aberglaubens, ihrer Irrlehren und anderer Verbrechen gegen die göttliche Majestät“&amp;amp;nbsp;– so ein Gutachten der [[Universität von Paris]]&amp;amp;nbsp;– verurteilt. Jeanne musste darin ohne rechtlichen Beistand gegen dialektisch und rhetorisch geschulte [[Klerus|Kleriker]] argumentieren. Gefährlich wurden Jeannes gerichtliche Aussagen, als sie sich dem Urteil der Kirche zunächst nicht unterwerfen, sondern nur ein direkt von Gott stammendes Urteil anerkennen wollte. Trotz ihrer einfachen Herkunft und mangelnden Bildung erwies sich Jeanne als [[Rhetorik|rhetorisch]] sehr geschickt. Auf die [[Fangfrage]] &#039;&#039;„Johanna, seid ihr gewiss, im Stande der Gnade zu sein?“&#039;&#039; antwortete sie &#039;&#039;„Wenn ich es nicht bin, möge mich Gott dahin bringen, wenn ich es bin, möge mich Gott darin erhalten!“&#039;&#039;. Hätte sie behauptet im Stande der Gnade zu sein, wäre ihr das als häretische Anmaßung ausgelegt worden, hätte sie es geleugnet, so hätte sie ihre Schuld zugegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. Mai 1431 befand man sie in zwölf von 67 Anklagepunkten für schuldig. Die ursprünglichen Anklagepunkte beschuldigten sie unter anderem des [[Fee]]nzaubers, des Gebrauchs der [[Gemeine Alraune|Alraunenwurzel]], der [[Häresie]], der Anbetung von [[Dämon]]en (mit Bezug auf die von Jeanne gehörten [[Vision (Religion)|Visionen]], bei denen sie niederkniete) und des [[Mord]]es (da Jeanne nicht als [[Soldat]] anerkannt wurde, waren alle Männer, die sie in Schlachten besiegte, als Mordopfer zu betrachten). Als man ihr nach der Urteilsverkündung eröffnete, der [[Scheiterhaufen]] erwarte sie, wenn sie ihren Irrglauben nicht einräume, schwor Jeanne ihren Überzeugungen ab. Vermutlich geschah dies aus spontaner Furcht vor dem Feuertod, wie sie auch in ihrem späteren Widerruf des Geständnisses selbst erklärte. Am 24.&amp;amp;nbsp;Mai 1431 wurde auf dem Friedhof von [[W:St-Ouen|St-Ouen]] die [[Exkommunikation|Exkommunizierung]] Jeanne d’Arcs vollzogen, die sich in einem öffentlichen Geständnis in allen Anklagepunkten für schuldig befand. Nach ihrem Abschwören verurteilte man sie als [[Häresie|Häretikerin]] zu [[W:Lebenslange Freiheitsstrafe|lebenslanger]] Haft, was unter normalen Umständen bedeutet hätte, die Schuldige nun in ein kirchliches Gefängnis zu überstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Inquisitionsprozess ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Stilke Hermann Anton - Joan of Arc&#039;s Death at the Stake.jpg|mini|hochkant|&#039;&#039;Jeanne d’Arcs Tod auf dem Scheiterhaufen&#039;&#039;, [[Historienmalerei|Historiengemälde]] von [[Hermann Stilke]], 1843]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus politischen Gründen war dieses Urteil für die Anhänger des englischen Königshauses unbefriedigend&amp;amp;nbsp;– war der Prozess doch in Gang gebracht worden, um Karl&amp;amp;nbsp;VII. beim geistlichen und weltlichen Adel als Unterstützer einer Häretikerin zu denunzieren und so politisch zu entmachten. Zudem bestand die Gefahr, dass die Anhänger Karls sie aus einem kirchlichen Gefängnis in Frankreich hätten befreien können, um einen erneuten Schlag gegen die englischen Truppen anzuführen. Daher wurde Jeanne d’Arc erneut der Prozess gemacht, der sie schließlich als unbelehrbare Häretikerin aussehen ließ. So wurde ihr nachgewiesen, dass sie in ihrer Gefängniszelle erneut Männerkleidung angelegt hatte. 1450 äußerte sich Jean Massieu dazu zurückhaltend, möglicherweise aufgrund seiner früheren Stellung als Gerichtsdiener. Jeanne habe ihm erzählt, dass man ihr die Frauenkleider weggenommen und Männerkleidung hingeworfen habe, worauf es mit den Bewachern zu einem länger andauernden Streit gekommen und ihr nichts anderes übrig geblieben sei, als die Männerkleidung anzuziehen, da man ihr keine anderen mehr gegeben habe. Von den schweren sichtbaren Misshandlungen nach ihrem Widerruf, die ein Augustiner bezeugte, erwähnte er nichts. Ladvenu, einem [[W:Bettelorden|Bettelmönch]], dem ihr wohl am nächsten stehenden, vertraute sie an, furchtbar gequält und misshandelt worden zu sein. Ein Edelmann habe versucht, ihr Gewalt anzutun, was sie auch öffentlich so angab. Zum Schutz ihrer Tugend habe sie die Männerkleidung wieder angelegt. Zudem widerrief sie das Geständnis, das sie wenige Tage zuvor auf dem Friedhof bekundet hatte. Vier Tage später wurde das endgültige Urteil unter der Regentschaft von John of Lancaster gefällt: Verbrennung als notorisch rückfällige Häretikerin auf einem Scheiterhaufen auf dem [[W:Place du Vieux-Marché (Rouen)|Marktplatz]] von Rouen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Joan of arc burning at stake.jpg|mini|hochkant|Jeanne d’Arc auf dem Scheiterhaufen (Wandgemälde im [[Panthéon (Paris)|Panthéon]] von Jules Eugène Lenepveu, um 1890)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod durch Verbrennung ===&lt;br /&gt;
Am Morgen des 30.&amp;amp;nbsp;Mai 1431 wurde Jeanne auf dem [[Place du Vieux-Marché (Rouen)|Marktplatz]] von Rouen verbrannt. Ihre Asche wurde in die [[Seine]] gestreut, um ihren Anhängern keine Möglichkeiten zu geben, ihre Überreste als [[Reliquien]] zu bergen. Dadurch sollte einer Verehrung als Märtyrerin Einhalt geboten werden. Dennoch tauchten gegen Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts angebliche Reliquien in [[Tours]] auf. Ein Rippenknochen und ein Kleidungsrest wurden 1867 von einem Apotheker an das [[Erzbistum Tours|Erzbistum]] übergeben. Bei einer Untersuchung in den Jahren 2006 bis 2007 stellte sich jedoch heraus,&amp;lt;ref&amp;gt;D. Butler: &#039;&#039;Joan of Arc’s relics exposed as forgery.&#039;&#039; In: &#039;&#039;nature.&#039;&#039; 446, 2007, S.&amp;amp;nbsp;593. [[doi:10.1038/446593a]]&amp;lt;/ref&amp;gt; dass es sich bei dem Rippenknochen um einen Teil einer ägyptischen Mumie aus vorchristlicher Zeit handelt. Ebenso fanden sich Holzstücke und der Oberschenkelknochen einer Katze. Der Kleidungsrest stammt zwar aus dem 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, weist jedoch keinerlei Brandspuren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahre nach ihrem Tod gaben mehrere Frauen an, eigentlich Jeanne d’Arc zu sein. Eine dieser Frauen war [[Jeanne des Armoises]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konsequenzen ===&lt;br /&gt;
Der Tod Jeanne d’Arcs und das daraus entstandene Ansehen als Märtyrin stärkte Karl&amp;amp;nbsp;VII. und schwächte die Burgunder, die daraufhin beschlossen, sich von England abzuwenden und Frieden mit dem französischen König zu schließen. Karl&amp;amp;nbsp;VII., dem bewusst war, dass er sie brauchte, um die Engländer endgültig vertreiben zu können, empfing die Burgunder daraufhin mit offenen Armen. Dies führte schließlich zum [[Vertrag von Arras (1435)|Vertrag von Arras]] im Jahr 1435, in dem die Burgunder Karl&amp;amp;nbsp;VII. gegen Zugeständnisse von ihm als König von Frankreich anerkannten. Dieser Vertrag führte dazu, dass die Engländer mit der Zeit aus Frankreich vertrieben wurden, was mit dem Sieg Frankreichs im Hundertjährigen Krieg 1453 endete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
=== Rehabilitierung ===&lt;br /&gt;
Jeannes Mutter bemühte sich darum, den Prozess neu aufzurollen. 24&amp;amp;nbsp;Jahre später, am 7.&amp;amp;nbsp;November 1455, eröffnete Karl&amp;amp;nbsp;VII. vor dem Hintergrund veränderter politischer Verhältnisse in der [[Kathedrale]] [[Notre-Dame de Paris]] einen Rehabilitationsprozess. Karl wollte, nachdem der Hundertjährige Krieg weitgehend zugunsten Frankreichs ausgegangen war, seine Position stärken und der anhaltenden Kritik wegen des [[Todesstrafe|Todesurteils]] gegen die immer noch populäre Jeanne d’Arc ein Ende setzen. Am 7.&amp;amp;nbsp;Juli 1456 wurde das Urteil verkündet: die vollständige Rehabilitierung&amp;amp;nbsp;– allerdings ohne diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die ihren Tod verursacht hatten, zumal die beiden Hauptverantwortlichen bereits verstorben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heiligsprechung ===&lt;br /&gt;
Am 18. April 1909 wurde Johanna von Papst [[Pius&amp;amp;nbsp;X.]] [[Seligsprechung|seliggesprochen]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.maidofheaven.com/maid_assets/extras/joanbeatification2.jpg Faksimile einer Zeitungsmeldung zur Seligsprechung], In: &#039;&#039;New York Times.&#039;&#039; 19. April 1909.&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 16.&amp;amp;nbsp;Mai 1920 von [[Benedikt XV.]] [[Heiligsprechung|heiliggesprochen]].&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xv/bulls/documents/hf_ben-xv_bulls_19200516_divina-disponente_lt.html Divina disponente]&#039;&#039;. Lateinischer Text des Dekrets der Heiligsprechung auf www.vatican.va.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist [[Schutzpatron]]in von Frankreich (mit den Heiligen [[Dionysius von Paris|Dionysius]], [[Martin von Tours|Martin]], [[Ludwig der Heilige|Ludwig]] und [[Therese von Lisieux]]), der Städte Rouen und Orléans, der [[Telegrafie]] und des [[Rundfunk]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jeanne d’Arc als nationaler Mythos ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Joan of Arc, Place du Parvis, Reims(1).jpg|mini|hochkant|Standbild der Jeanne d’Arc auf dem Place du Parvis, [[Reims]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde die Gestalt des heldenhaften Bauernmädchens zu einem [[Politischer Mythos|Nationalmythos]] der Franzosen verklärt. Sie wurde zum Stoff von Romanen, Theaterstücken und Gesängen, die teilweise in die Weltliteratur eingingen. Da Jeanne sich selbst &#039;&#039;la Pucelle&#039;&#039; („die Jungfrau“) nannte, nahm ihr Heimatort diese Bezeichnung in seinen Namen auf und nannte sich Domrémy-la-Pucelle. Ihr Geburtshaus ist erhalten, daneben ist ihr ein Museum gewidmet. An ihrer Hinrichtungsstätte in Rouen steht heute ein Denkmal, daneben eine 1979 eingeweihte und nach ihr benannte Kirche. Auch viele Historiengemälde verklärten sie, zum Beispiel von [[Jean-Auguste-Dominique Ingres]] (1780–1867), [[Paul Delaroche]] (1797–1856) oder [[Jules Eugène Lenepveu]] (1818–1898), der ihr im [[Panthéon (Paris)|Pantheon]] einen ganzen Zyklus von Wandgemälden widmete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beliebtheit des Mythos erklärt sich daher, dass Jeanne von beiden Richtungen des stark zerstrittenen politischen Spektrums instrumentalisiert werden konnte: Während die katholischen [[Monarchismus|Monarchisten]] ihre tiefe Frömmigkeit betonten und Parallelen zur [[Maria (Mutter Jesu)|Jungfrau Maria]] zogen, verwiesen die [[antiklerikal]]en liberalen Republikaner auf ihren Mut gegenüber der Obrigkeit, ihren [[Patriotismus]] und ihre Herkunft aus der Unterschicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dhm.de/ausstellungen/mythen/frankreic.html Mythen der Nationen: Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums, Berlin 1998]&amp;lt;/ref&amp;gt; Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] figurierte sie als Symbolfigur des Widerstandes gegen die deutsche Besatzung, aber auch das [[Vichy-Regime]] und der Nationalsozialismus beriefen sich auf sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1945 wird Jeanne d’Arc wegen ihres Widerstands gegen die fremden Besatzer besonders von der extremen Rechten als Ikone verwendet; so begeht der [[Rassemblement National]] jährlich am 1.&amp;amp;nbsp;Mai in Paris einen eigenen Gedenktag für die Nationalheilige. In der übrigen französischen Bevölkerung genießt sie zwar weiterhin eine gewisse Beliebtheit, ihr politischer Mythos ist aber weitgehend verblasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. März 2015 wurde ihr zu Ehren im ehemaligen erzbischöflichen Palast von Rouen das neue „Historial Jeanne d’Arc“ eröffnet. Auf einer Fläche von knapp 1.000 Quadratmetern auf fünf Etagen wird die Geschichte der Jungfrau von Orléans nacherzählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.reisenexclusiv.com/ziel/europa/ein-museum-f%C3%BCr-frankreichs-nationalheldin &#039;&#039;Ein Museum für Frankreichs Nationalheldin&#039;&#039;]. Website des Magazins reisen EXCLUSIV, abgerufen am 29. Januar 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
==== Dramen ====&lt;br /&gt;
Die Gestalt der Jeanne d’Arc hat Schriftsteller durch die Jahre hinweg immer wieder fasziniert. Wichtige Darstellungen, die eine vielfältige Interpretation ihres Lebens darstellen, wurden von [[William Shakespeare]] (&#039;&#039;[[Heinrich VI. (Drama)|Heinrich&amp;amp;nbsp;VI.]]&#039;&#039;), [[Friedrich Schiller]] (&#039;&#039;[[Die Jungfrau von Orleans (Schiller)|Die Jungfrau von Orleans]]&#039;&#039;) und [[George Bernard Shaw]] (&#039;&#039;[[Die heilige Johanna]]&#039;&#039;) geschrieben. [[Jean Anouilh]] (&#039;&#039;L’Alouette&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Jeanne oder Die Lerche]]&#039;&#039;) stellt Jeanne als das Mädchen aus dem Volk dar, dessen Begeisterung die Mächtigen zum nationalen Widerstand zwingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bertolt Brecht]] überträgt in seinem Drama &#039;&#039;[[Die heilige Johanna der Schlachthöfe]]&#039;&#039; Jeannes Schicksal in die Gegenwart. Hier erscheint sie als Aktivistin der [[Heilsarmee]], die lernen muss, dass religiös motiviertes Mitleid nicht genügt, das Los der Arbeiter zum Besseren zu wenden. In &#039;&#039;Die Gesichte&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; der Simone Machard&#039;&#039; versucht ein Mädchen, ihre Umgebung zum Widerstand gegen die deutschen Besatzer zu bewegen, genau wie Jeanne zum Kampf gegen die Engländer aufrief, siehe auch &#039;&#039;Simone&#039;&#039; (Drama und Roman) von [[Lion Feuchtwanger]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritisch setzt sich [[Felix Mitterer]] 2002 in &#039;&#039;Johanna oder die Erfindung der Nation&#039;&#039; mit ihrer Person auseinander. Ein Schicksal: Erhöht und erniedrigt, hoch gehoben, tief fallengelassen, eine, die ganz allein steht und doch unbeirrbar bleibt, ihr Leben als ein Psychodrama.&amp;lt;ref&amp;gt;Leseprobe unter [http://www.literaturhaus.at/buch/buch/rez/mittererjohanna/] Im Anhang des Drucks überblickt Sylvia Tschörner die verschiedenen dramatischen Bearbeitungen des Jeanne-Motivs&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erzähltexte ====&lt;br /&gt;
[[Voltaire]] benutzte den Stoff, um in seinem [[Komisches Epos|Komischen Epos]] &#039;&#039;Die Jungfrau&#039;&#039; von 1739 die Kirche zu verhöhnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mark Twain]] schrieb 1896 unter dem Pseudonym &#039;&#039;Sieur Louis de Conte&#039;&#039; eine fiktive Biografie von Jeanne d’Arc: [[Persönliche Erinnerungen an Jeanne d’Arc]] (&#039;&#039;Personal Recollections of Joan of Arc&#039;&#039;). .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf eine wachsende, national gefärbte Verehrung der Johanna veröffentlichte [[Anatole France]] im Jahr 1908 die Biografie &#039;&#039;La Vie de Jeanne d’Arc.&#039;&#039; In der deutschen Übersetzung wird das Werk als „historischer Roman“ ausgewiesen, während es in Frankreich unter „Histoire“ (Geschichte) eingeordnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1958 griff Alfred Andersch den Stoff in der Erzählung &#039;&#039;[[Mit dem Chef nach Chenonceaux]]&#039;&#039; auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Michel Tournier]] beschrieb 1983 die Beziehung zwischen Jeanne d’Arc und Ritter [[Gilles de Rais]] (1404–1440) und die zutiefst erschütternde und verstörende Wirkung der Hinrichtung Jeannes auf den späteren Serienmörder Gilles de Rais, den er als „Engel der Hölle“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Felicitas Hoppe]] wandte sich 2006 in ihrem postmodernen Roman &#039;&#039;Johanna&#039;&#039; gegen herrschende Adaptionen des Mythos Johanna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hörspiel ====&lt;br /&gt;
[[Anna Seghers]] verfasste zwischen 1933 und 1936 im Pariser Exil das [[Hörspiel]] &#039;&#039;[[Der Prozess der Jeanne d’Arc zu Rouen 1431]]&#039;&#039;. Das Spiel stützt sich auf die Prozessakten, die 1431 in lateinischer Sprache täglich für den Bischof von Beauvais protokolliert wurden, und weicht kaum vom Wortlaut der protokollierten Aussagen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[Jean Anouilh]] stammt &#039;&#039;L’Alouette&#039;&#039; (deutsch &#039;&#039;Jeanne oder Die Lerche&#039;&#039;) von 1953.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Musik ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jeanneundgilles.jpg|mini|hochkant|Uraufführung der Kammeroper Jeanne und Gilles sirene 2018]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Komponisten und Musiker ließen immer wieder sich von der Gestalt Jeanne d’Arcs inspirieren. Schillers Tragödie &#039;&#039;Die Jungfrau von Orleans&#039;&#039; wurde von [[Giuseppe Verdi]] als &#039;&#039;[[Giovanna d’Arco]]&#039;&#039; (1845) vertont. [[Pjotr Iljitsch Tschaikowski]]s [[Oper]] &#039;&#039;Orleanskaja dewa&#039;&#039; (1881) beruht auf einer sehr freien, von Tschaikowsky selbst vorgenommenen Bearbeitung von Schillers Tragödie. Anders als Schiller, bei dem Jeanne auf dem Schlachtfeld als Märtyrin fällt, hält sich Tschaikowsky am Schluss der Handlung an die Historie: Jeanne wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt. [[Gioachino Rossini]] schrieb 1832 seine Kantate für Mezzosopran und Klavier, &#039;&#039;Giovanna d’Arco&#039;&#039;, die er seiner zweiten Frau, Olympe Pélissier widmete. Der italienische Komponist [[Salvatore Sciarrino]] orchestrierte das Werk 1989 in der Tradition Rossinis, eine Arbeit, die er auf den Wunsch der Sängerin [[Teresa Berganza]] vornahm. [[Arthur Honegger]] bearbeitete den Stoff 1938 in seinem [[Oratorium]] &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc au bûcher]]&#039;&#039; (deutsch &#039;&#039;Johanna auf dem Scheiterhaufen&#039;&#039;). Der mit starken Metaphern arbeitende Text des Werkes stammt von [[Paul Claudel]]. [[Walter Braunfels]] schrieb in der [[Innere Emigration|Inneren Emigration]] während der Zeit seines von den Nationalsozialisten verhängten [[Berufsverbot]]es ab 1938 die zeitkritisch interpretierbare Oper &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc – Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna]]&#039;&#039; op.&amp;amp;nbsp;57. Der deutsche Komponist [[Giselher Klebe]] vertonte Schillers Drama als Oper unter dem Titel &#039;&#039;Das Mädchen aus Domrémy&#039;&#039; (Uraufführung 1976 in [[Stuttgart]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der französische Chansonnier [[Georges Brassens]] vertonte die &#039;&#039;Ballade des dames du temps jadis&#039;&#039; [[François Villon]]s, wo sie als &#039;&#039;[[Ballade des dames du temps jadis|Jeanne la bonne Lorraine]]&#039;&#039; vorkommt. Zum Film &#039;&#039;Die Passion der Jungfrau von Orléans&#039;&#039; (D, 1928) (Regie: [[Carl Theodor Dreyer]]) komponierte [[Richard Einhorn]] in den 1980er Jahren einen Soundtrack, der sich musikalisch an mittelalterliche [[Vokalmusik]] und [[Carl Orff]]s [[Carmina Burana (Orff)|Carmina Burana]] anlehnt und Textfragmente verschiedener Autoren, z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Hildegard von Bingen]], oder auch Jeanne d’Arc selbst vertont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kristine Tornquist]] und [[François-Pierre Descamps]] schrieben 2017–2018 im Auftrag des [[sirene Operntheater]]s die [[Kammeroper]] &#039;&#039;[[Jeanne und Gilles]]&#039;&#039;, eine Lebensgeschichte der Jeanne d’Arc und des Gilles de Rais als Parabel auf die Sinnlosigkeit des Krieges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Popmusik wird Jeanne d’Arc immer wieder rezipiert. [[Leonard Cohen]] ließ sich zum Beispiel von ihrer Geschichte zu seinem 1971 entstandenen Lied &#039;&#039;Joan Of Arc&#039;&#039; inspirieren. Die britische Band [[Orchestral Manoeuvres in the Dark]] behandelten in zwei Liedern das Leben der Heiligen Jungfrau, in &#039;&#039;Joan Of Arc&#039;&#039; von 1981 und in &#039;&#039;[[Maid of Orleans (The Waltz Joan of Arc)]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1982. [[Kate Bush]] besang sie in dem Lied &#039;&#039;Joanni&#039;&#039; (Album &#039;&#039;[[Aerial (Album)|Aerial]]&#039;&#039;, 2005) und [[Arcade Fire]] mit &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039; (Album [[Reflektor (Album)|Reflektor]], 2013).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende August 2017 wurde von der deutschen [[Artrock]]-Band [[Eloy (Band)|Eloy]] der erste Teil eines zweiteiligen [[Konzeptalbum]]s &#039;&#039;[[The Vision, the Sword and the Pyre I|The Vision, the Sword and the Pyre]]&#039;&#039; veröffentlicht, das 2019 mit &#039;&#039;[[The Vision, the Sword and the Pyre II]]&#039;&#039; abgeschlossen wurde; sie beschäftigten sich ebenfalls mit dem Schicksal von &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Andreas Aldag |url=http://www.eloy-legacy.com/eloy.php |titel=ELOY Legacy |zugriff=2017-12-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuvor veröffentlichten Eloy die Songs &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; auf dem 1992 erschienenen Album &#039;&#039;[[Destination (Album)|Destination]]&#039;&#039; und &#039;&#039;Company of Angels&#039;&#039; auf dem Album &#039;&#039;[[The Tides Return Forever]]&#039;&#039; von 1994, die ebenfalls Jeanne d’Arc gewidmet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Film und Fernsehen ===&lt;br /&gt;
Die Geschichte Jeanne d’Arcs wurde schon zur Zeit der ersten Spielfilme verfilmt. Allein mit [[Ingrid Bergman]] gibt es zwei Versionen. 1928 entstand der [[Stummfilm]] &#039;&#039;[[Die Passion der Jungfrau von Orléans]]&#039;&#039; des dänischen Regisseurs [[Carl Theodor Dreyer]] mit [[Maria Falconetti]] in der Hauptrolle. Eine Version wurde 1999 von Ed Gernon und [[Christian Duguay (Regisseur)|Christian Duguay]] (Regie) unter dem Namen &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc&amp;amp;nbsp;– Die Frau des Jahrtausends]]&#039;&#039; verfilmt. In den Hauptrollen spielen [[Leelee Sobieski]] als Jeanne d’Arc, [[Peter O’Toole]] als Bischof Cauchon und [[Maximilian Schell]] als Le’Maitre. 1993 drehte Jacques Rivette den Zweiteiler &#039;&#039;Johanna, die Jungfrau&#039;&#039; &#039;&#039;(Jeanne la Pucelle)&#039;&#039; mit [[Sandrine Bonnaire]] als Johanna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1999 inszenierte [[Luc Besson]] mit &#039;&#039;[[Johanna von Orleans (1999)|Johanna von Orleans]]&#039;&#039; eine Neuverfilmung ([[Milla Jovovich]] spielte die Hauptrolle, [[John Malkovich]] war [[Karl VII. (Frankreich)|Karl&amp;amp;nbsp;VII.]]). In dieser Neuverfilmung wird Jeanne als mit menschlichen Fehlern und Zweifeln beladene Frau dargestellt, die am Ende auch um ihren eigenen Glauben kämpfen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Verfilmungen:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc/The Burning of Joan of Arc&#039;&#039; (1895, Stummfilm), USA, Regie: Alfred Clark. Fragmente im Centre Jeanne d’Arc in Orléans und in dem National Archives of Canada in Ottawa&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;L’Exécution de Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1898, Stummfilm, 30 Sekunden), Frankreich, Regie: Georges Hatot&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Domrémy: La Maison de Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1899, Stummfilm, 40 Sekunden), Frankreich, Regie: [[Brüder Lumière]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc (1900)|Jeanne d’Arc]]&#039;&#039; (1900, Uraufführung 11. November 1900, Stummfilm), Frankreich, Regie: [[Georges Méliès]], Titelrolle: [[Jeanne d’Alcy]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Eine Moderne Jungfrau von Orleans&#039;&#039; (1900, Uraufführung 1914, Stummfilm), Deutschland, Regie: Max Skladanowsky&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Giovanna d’Arco&#039;&#039; (1908, Stummfilm), Italien, Regie: [[Mario Caserini]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Joan the Woman]]&#039;&#039; (1916, Uraufführung 25. Dezember 1916, Stummfilm), USA, Paramount, Regie: [[Cecil B. DeMille]], Titelrolle: [[Geraldine Farrar]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La Passion de Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch: &#039;&#039;[[Die Passion der Jungfrau von Orléans]]&#039;&#039; (1928, Stummfilm, 85 Minuten), Frankreich, Société Générale de Films, Regie: [[Carl Theodor Dreyer]], Titelrolle: [[Renée Falconetti|Maria Falconetti]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La merveilleuse vie de Jeanne d’Arc, fille de Lorraine&#039;&#039; (1928, Stummfilm, 129 Minuten), Frankreich, Aubert-Natan, Regie: [[Marc de Gastyne]], Titelrolle: Simone Genevoix&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das Mädchen Johanna]]&#039;&#039; (1935, 87 Minuten), Deutschland, UFA, Regie: [[Gustav Ucicky]], Titelrolle: [[Angela Salloker]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039;, deutsch: &#039;&#039;[[Johanna von Orleans (1948)|Johanna von Orleans]]&#039;&#039; (1948, Farbfilm, 145 Minuten), USA, RKO, Regie: [[Victor Fleming]], Titelrolle: [[Ingrid Bergman]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Giovanna d’Arco al rogo&#039;&#039; deutsch: (1954, Farbfilm, 70 Minuten), Frankreich/Italien, Franco-London Film/PCA, Regie: [[Roberto Rossellini]], Titelrolle: Ingrid Bergman&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne&#039;&#039; aus dem dreiteiligen Film &#039;&#039;[[Liebe, Frauen und Soldaten]]&#039;&#039; (1954, Farbfilm), Frankreich/Italien, Franco-London-Film/Continental Produzione, Regie: [[Jean Delannoy]], Titelrolle: [[Michèle Morgan]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Saint Joan&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Die heilige Johanna (Film)|Die heilige Johanna]]&#039;&#039; (1957, Schwarzweißfilm, 109 Minuten), USA, United Artists, Regie: [[Otto Preminger]], Titelrolle: [[Jean Seberg]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Le Procès de Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Der Prozeß der Jeanne d’Arc]]&#039;&#039;, (1962, Schwarzweißfilm, 65 Minuten), Frankreich, Agnès Delahaie, Regie: [[Robert Bresson]], Titelrolle: Florence Carrez, 1965 ZDF/1969 Kino B&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Saint Joan&#039;&#039; (1977, Schwarzweißfilm), England, Triple Action Films/East Midlands Arts Association, Regie: Steven Rubelow, Titelrolle: Monica Buferd (nicht verfügbar, im Besitz des Filmemachers)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039; (1983), Großbritannien, British Film Institute, Regie: Gina Newson&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne La Pucelle – Les Batailles/Les Prisons&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;Johanna, die Jungfrau – Der Kampf/Der Verrat&#039;&#039; (1994, Farbe, 336 Minuten), Frankreich, France 3 Cinéma/La Sept Cinéma/Pierre Grisé, Regie: [[Jacques Rivette]], Titelrolle: Sandrine Bonnaire&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Johanna von Orleans (1999)|Johanna von Orléans]]&#039;&#039;, kanadische Titel &#039;&#039;La Messagère: L’Histoire de Jeanne d’Arc&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;The Messenger: The Story of Joan of Arc&#039;&#039; (1999, Farbfilm, 150 Minuten), Frankreich, Leeloo Productions/Gaumont, Regie: [[Luc Besson]], Titelrolle: [[Milla Jovovich]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc – Die Frau des Jahrtausends]]&#039;&#039; (1999), [[Canadian Broadcasting Corporation]], Regie: [[Christian Duguay (Regisseur)|Christian Duguay]], Titelrolle: Leelee Sobieski&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Kamikaze Kaito Jeanne]] (Jeanne, die Kamikaze Diebin)&#039;&#039; (1998–2000), Japan, Anime- u. Manga-Serie von [[Arina Tanemura]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Johana&#039;&#039; deutsch &#039;&#039;Johanna&#039;&#039; (2005, Musikfilm), Ungarn, Regie: [[Kornél Mundruczó]], Titelrolle: [[Orsolya Tóth]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne Captive&#039;&#039; (2011), Frankreich, Regie: [[Philippe Ramos]], Titelrolle: [[Clémence Poésy]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Kampf um die Freiheit.&#039;&#039; (2013), Deutschland Szenische Dokumentation in der Reihe &#039;&#039;Frauen, die Geschichte machten&#039;&#039;, 50 Min., Buch: Susanne Utzt, Regie: [[Christian Twente]] und Michael Löseke, Erstsendung 3.&amp;amp;nbsp;Dezember 2013 im ZDF, [https://www.zdf.de/migration/frauen-die-geschichte-machten/jeanne-darc-kampf-um-die-freiheit-jungfrau-von-orleans-100.html Programminformation]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeannette, l’enfance de Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch: (&#039;&#039;[[Jeannette – Die Kindheit der Jeanne d’Arc]]&#039;&#039;) (2017), Frankreich. Eigenwillige, auf Texten [[Charles Péguy]]s basierende Interpretation von Kindheit und Jugend der Jeanne d’Arc, Regie; [[Bruno Dumont]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Verschollene Filme:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La Béatification de Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1900, Stummfilm), Regie: Mario Caserini&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc au bûcher&#039;&#039; (1905, Stummfilm), Frankreich, Gaumont, Regie: ?, Titelrolle: Boissieu (Mlle. Boissière?)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1908, Stummfilm, 5 Minuten), Frankreich, Pathé, Regie: [[Albert Capellani]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La vita di Giovana d’Arco&#039;&#039; (1909, Stummfilm), Italien, Cinès, Regie: Mario Caserini, Titelrolle: Maria Gasperini&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Giovanna d’Arco&#039;&#039; (1913, Stummfilm), Italien, Pasquali, Regie: [[Nino Oxilia]], Titelrolle: [[Maria Jacobini]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne&#039;&#039; (1914), Italien/Österreich, Regie: Nollif/Wolff&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Robin Blaetz: &#039;&#039;Visions of the Maid.&#039;&#039; University of Virginia Press, 2001, S.&amp;amp;nbsp;249&amp;amp;nbsp;ff. [http://books.google.fr/books?id=I7ToGO0fIGMC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=Visions+of+the+Maid&amp;amp;hl=fr&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=rTPfUvLOC8eL7AbjioFw&amp;amp;ved=0CDIQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=Filmography&amp;amp;f=false (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Computerspiele ===&lt;br /&gt;
* Beim Spiel &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; von Chip-Software ([[Joan of Arc: Siege &amp;amp; the Sword]]), erschienen 1989 für MS-DOS, Amiga und Atari ST, handelt es sich um eine Mischung aus Action- und Rollenspiel, bei dem es darum geht, Frankreich Schritt für Schritt zurückzuerobern.&lt;br /&gt;
* In &#039;&#039;[[Age of Empires II]]&#039;&#039; von 1999 handelt eine Kampagne im Hauptspiel von Johanna von Orléans.&lt;br /&gt;
* In dem Spiel &#039;&#039;[[Diablo III]]&#039;&#039; von Blizzard wurde die Kreuzritterin „Johanna“, eine mit göttlicher Unterstützung streitende Nahkämpferin in schwerer Rüstung, nach ihr benannt.&lt;br /&gt;
* Das Spiel &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; von Sony für die [[PlayStation Portable]] hat sie ebenfalls als zentrales Thema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Lycée Jeanne-d’Arc (Clermont-Ferrand)]]&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Prozess Jeanne d’Arc. Akten und Protokolle 1431 und 1456&#039;&#039;, übersetzt und herausgegeben von Ruth Schirmer-Imhoff, 3. Auflage. dtv. München 1978, ISBN 3-423-02909-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Colette Beaune: &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; Perrin, Paris 2004, ISBN 978-2-262-01705-7 (französisch).&lt;br /&gt;
* Colette Beaune: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Vérités et légendes.&#039;&#039; Perrin, Paris 2008, ISBN 978-2-262-02951-7 (französisch).&lt;br /&gt;
* [[Helmut Feld]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Geschichtliche und virtuelle Existenz des Mädchens von Orléans&#039;&#039; (= Christentum und Dissidenz, Bd.&amp;amp;nbsp;5). LIT, Berlin 2016, ISBN 978-3-643-13462-2.&lt;br /&gt;
* Georges, Andrée Duby: &#039;&#039;Die Prozesse der Jeanne d’Arc&#039;&#039; (= &#039;&#039;Wagenbachs Taschenbücherei.&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;350). (Originaltitel: &#039;&#039;Les procès de Jeanne d’Arc.&#039;&#039; übersetzt von [[Eva Moldenhauer]]). Wagenbach, Berlin 1999, ISBN 3-8031-2350-X.&lt;br /&gt;
* [[Gerd Krumeich]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc in der Geschichte. Historiographie – Politik – Kultur&#039;&#039; (= &#039;&#039;Beihefte der [[Francia (Zeitschrift)|Francia]].&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;19). Thorbecke, Sigmaringen 1986, ISBN 3-7995-7319-4 [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/bdf/krumeich_jeanne-d-arc (Digitalisat)].&lt;br /&gt;
* Gerd Krumeich: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Die Geschichte der Jungfrau von Orleans&#039;&#039; (= &#039;&#039;Beck’sche Reihe.&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;2396). Beck, München 2006, ISBN 3-406-53596-8 [http://www.sehepunkte.de/2007/04/11924.html (Rezension)].&lt;br /&gt;
* Gerd Krumeich: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Seherin, Kriegerin, Heilige. Eine Biographie.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76542-1.&lt;br /&gt;
* Edward Lucie-Smith: &#039;&#039;Johanna von Orleans. Eine Biographie&#039;&#039; (Originaltitel: &#039;&#039;Joan of Arc.&#039;&#039; übersetzt von Hansheinz Werner), Claassen, Düsseldorf 1977, ISBN 3-546-46209-2.&lt;br /&gt;
* Philippe Martin: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Les métamorphoses d’une héroïne&#039;&#039; Place Stanislas, Nancy 2009, ISBN 978-2-35578-035-6 (französisch).&lt;br /&gt;
* Pierre Moinot: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – die Macht und die Unschuld&#039;&#039; (Originaltitel: &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; übersetzt von Eva Rapsilber). Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-7973-0472-2.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Müller: &#039;&#039;Der Prozeß Jeanne d’Arc: Quellen – Sachverhalt einschließlich des zeit- und geistesgeschichtlichen Hintergrundes – Verurteilung und Rechtfertigung – rechtliche Würdigung und Schlussbemerkungen&#039;&#039;, Kovač, Hamburg 2004, ISBN 3-8300-1144-X (Zugleich [[Dissertation]] an der [[Universität Mainz]] 2003).&lt;br /&gt;
* Herbert Nette: &#039;&#039;Jeanne d’Arc in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten&#039;&#039; (Rowohlts Monographien Bd.&amp;amp;nbsp;253, rororo 50253). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1977ff, ISBN 3-499-50253-4.&lt;br /&gt;
* Régine Pernoud, Marie-Véronique Clin: &#039;&#039;Johanna von Orléans – der Mensch und die Legende&#039;&#039;, Lübbe, Bergisch Gladbach 1991, ISBN 3-404-61210-8.&lt;br /&gt;
* Régine Pernoud: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Glaube, Kraft, Vision&#039;&#039;, Kösel, München 1992, ISBN 3-466-34326-7.&lt;br /&gt;
* Malte Prietzel: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Das Leben einer Legende&#039;&#039;, Herder, Freiburg 2011, ISBN 3-451-30414-7.&lt;br /&gt;
* [[Vita Sackville-West]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc, Die Jungfrau von Orleans.&#039;&#039; Mit einem Nachwort von Rita Hortmann. Übersetzt aus dem Englischen von [[Hans B. Wagenseil|Hans Wagenseil]]. Ullstein 1992, ISBN 3-548-30290-4 ([[iarchive:in.ernet.dli.2015.536960/|Digitalisat der englischen Originalausgabe]] im [[Internet Archive]]).&lt;br /&gt;
* Hartmut Steinbach: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Wirklichkeit und Legende&#039;&#039;, Musterschmidt, Göttingen 1973, ISBN 3-7881-0078-8.&lt;br /&gt;
* [[Heinz Thomas (Historiker)|Heinz Thomas]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Jungfrau und Tochter Gottes&#039;&#039;, Fest, Berlin 2000, ISBN 3-8286-0065-4.&lt;br /&gt;
* [[Sabine Tanz]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Spätmittelalterliche Mentalität im Spiegel eines Weltbildes&#039;&#039;, Böhlau, Weimar 1991, ISBN 3-7400-0103-8 (= &#039;&#039;Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte&#039;&#039;, Bd.&amp;amp;nbsp;33, [[Dissertation]] [[Universität Leipzig]] 1985).&lt;br /&gt;
* Heinz Thomas: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Jungfrau und Tochter Gottes – Grundzüge einer Biographie&#039;&#039;, in: &#039;&#039;[[Francia (Zeitschrift)|Francia – Forschungen zur westeuropäischen Geschichte]].&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;34, 2007, Heft 1, S.&amp;amp;nbsp;163–173 [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/francia/francia-retro/34-1-2007/0163-0173 (Digitalisat)].&lt;br /&gt;
* Walter Rost: &#039;&#039;Die männliche Jungfrau – Das Geheimnis der Johanna von Orléans&#039;&#039;, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-498-05700-6.&lt;br /&gt;
* Guido Görres: &#039;&#039;Die Jungfrau von Orleans – nach den Prozeßakten und gleichzeitigen Chroniken von G. Görres, mit einer Vorrede von J. Görres&#039;&#039;, Pustet, Regensburg 1834.&lt;br /&gt;
* Michel Tournier: &#039;&#039;Gilles &amp;amp; Jeanne&#039;&#039;, Gallimard, Paris 1983 (deutsche Ausgaben: Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1985, ISBN 3-455-07723-4; Aufbau-Verlag, Berlin, Weimar 1986&amp;lt;!-- ohne ISBN ! --&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Jeanne d&#039;Arc|Jeanne d’Arc}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118557238}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118557238}}&lt;br /&gt;
* [http://www.jehanne-darc.com/ Internationales Jeanne d’Arc Center] (franz., engl., deutsch)&lt;br /&gt;
* {{Hl-Lex|b|Johanna_von_Orleans_Jeanne_d_Arc.htm|Jeanne d’Arc}}&lt;br /&gt;
* [http://www.joan-of-arc-studies.org/] Forschungsarbeiten und Studienberichte. (engl., deutsch)&lt;br /&gt;
* [http://www.stjoan-center.com/Trials/#condemnation Protokoll des 1431er Prozesses] und des [http://www.stjoan-center.com/Trials/#nullification Rehabilitationsprozesses]&lt;br /&gt;
* [http://www.jeanne-darc.info/p_multimedia_movie/0_movies.html Jeanne d’Arc la pucelle cinematography] (engl.)&lt;br /&gt;
* [http://www.smu.edu/IJAS/movielis.html Filme über Jeanne d’Arc, International Joan of Arc Society (mit Filmausschnitten)]&lt;br /&gt;
* [http://www.filmrezension.de/dossier/index_johanna_von_orleans.shtml filmrezension.de: Dossier über Jeanne-d’Arc-Verfilmungen von 1928 bis heute]&lt;br /&gt;
* [http://www.jeannedarc.com.fr/centre/centre.htm Centre Jeanne d’Arc] der [[Stadtbibliothek Orléans]] (franz.)&lt;br /&gt;
* [https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/jeanne-darc/ Fem. Biographie] aus dem Portal von [[Luise Pusch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118557238|LCCN=n/79/33041|NDL=00620883|VIAF=97108273}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Jeanne Darc}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Märtyrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jungfrau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1412]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1431]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Jeanne_d%E2%80%99Arc&amp;diff=626502</id>
		<title>Jeanne d’Arc</title>
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		<updated>2026-09-03T10:54:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Joan of Arc miniature graded.jpg|mini|Jeanne d’Arc (Miniaturmalerei eines unbekannten Malers, spätes 19. oder frühes 20.&amp;amp;nbsp;Jahr&amp;amp;shy;hundert;&amp;lt;ref&amp;gt;Philippe Contamine, « Remarques critiques sur les étendards de Jeanne d’Arc », &#039;&#039;Francia&#039;&#039;, Ostfildern, Jan Thorbecke Verlag, n° 34/1, 2007, {{Webarchiv |url=https://prae.perspectivia.net/publikationen/francia/francia-retro/34-1-2007/0187-0200 |wayback=20200218012139 |text=S.&amp;amp;nbsp;199–200 |archiv-bot=2022-11-20 18:29:07 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ein zu Lebzeiten entstandenes Bild ist nicht überliefert.)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Joandearc-signature.svg|mini|Jeanne d’Arcs Signatur]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Maison natale Jeanne d&#039;Arc 023.jpg|mini|Geburtshaus von Jeanne d’Arc in Domrémy-la-Pucelle]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jeannedarc.jpg|mini|Jeanne d’Arc (Basilika von Bois-Chenu, Domrémy)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wohnhaus JeannedArc.jpg|mini|hochkant|Maison de Jeanne d’Arc in Orléans mit Ausstellungen über Jeanne d’Arc (2008)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039;&#039; [{{IPA|ʒanˈdaʁk}}] (* vermutlich [[1412]] in Domrémy, Lothringen; † [[30. Mai]] [[1431]] in Rouen, [[Frankreich]]), auch &#039;&#039;Jehanne d’Arc&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche Signatur in [[:Datei:Lettre de Jeanne d&#039;Arc aux Riomois.JPG]].&amp;lt;/ref&amp;gt; im deutschsprachigen Raum auch &#039;&#039;&#039;Johanna von Orléans&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Jungfrau von Orléans&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Frankreich|französische]] Nationalheldin. Sie wird in der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] als [[Jungfrau (Kirchentitel)|Jungfrau]] und [[Heilige]] verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Traité de Troyes.svg|mini|hochkant|Karte Frankreichs mit den Routen Johannas von Domremy nach Chinon und von Orleans nach Reims]]&lt;br /&gt;
Während des [[W:Hundertjähriger Krieg|Hundertjährigen Krieges]] verhalf sie bei Orléans dem [[W:Dauphin (Adel)|Dauphin]] und späteren französischen König [[W:Karl VII. (Frankreich)|Karl&amp;amp;nbsp;VII.]] zu einem Sieg über Engländer und [[W:Haus Burgund|Burgunder]], anschließend geleitete sie Karl zu seiner [[Salbung#Salbung als Sakramentale der Herrscherweihe|Königssalbung]] nach [[W:Reims|Reims]]. Nach der Niederlage der Franzosen in der [[W:Schlacht von Compiègne|Schlacht von Compiègne]] wurde Jeanne d’Arc am 23.&amp;amp;nbsp;Mai 1430 durch [[W:Johann II. (Ligny)|Johann&amp;amp;nbsp;II. von Luxemburg]] gefangen genommen, später an die Engländer ausgeliefert und schließlich in einem kirchlichen Verfahren des [[W:Bistum Beauvais|Bischofs von Beauvais]], [[W:Pierre Cauchon|Pierre Cauchon]], der pro-englisch eingestellt war, aufgrund verschiedener Anklagen verurteilt. Am 30.&amp;amp;nbsp;Mai 1431 wurde Jeanne d’Arc im Alter von 19&amp;amp;nbsp;Jahren auf dem Marktplatz von Rouen auf dem [[W:Scheiterhaufen|Scheiterhaufen]] verbrannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Brauburger, Stefan, 1962- |Titel=Frauen, die Geschichte machten : Kleopatra, Jeanne d’Arc, Elisabeth I., Katharina die Große, Königin Luise, Sophie Scholl |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=Bertelsmann |Ort=München |Datum=2013 |ISBN=3-570-10171-1 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Jahre später strengte die [[W:Römische Kurie|Kurie]] einen Revisionsprozess an, in dem das Urteil aufgehoben und Jeanne zur [[Märtyrer|Märtyrin]] erklärt wurde. Im Jahr 1909 wurde sie von Papst [[W:Pius X.|Pius X.]] selig- und 1920 von Papst [[W:Benedikt XV.|Benedikt XV.]] heiliggesprochen. Ihr [[Gedenktag]] ist der 30.&amp;amp;nbsp;Mai. An diesem Tag gedenkt man ihrer auch in der [[W:Church of England|Church of England]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.churchofengland.org/prayer-worship/worship/texts/the-calendar/holydays.aspx Holy Days] auf www.churchofengland.org&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtlicher Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Im Hundertjährigen Krieg versuchte [[England]] aufgrund erbrechtlicher Zusammenhänge seine Ansprüche auf den [[W:Königreich Frankreich (987–1792)|französischen]] Thron durchzusetzen. Vorausgegangen war der Tod des französischen Königs [[W:Karl IV. (Frankreich)|Karl&amp;amp;nbsp;IV.]] Der seit 1328 in England herrschende König [[W:Eduard III. (England)|Eduard&amp;amp;nbsp;III.]] erhob als Sohn von [[W:Isabelle de France († 1358)|Isabelle]], der Tochter [[Philipp IV. (Frankreich)|Philipps&amp;amp;nbsp;IV.]] „des Schönen“, Anspruch auf den Thron. Französische Rechtsgelehrte akzeptierten diesen Anspruch jedoch nicht, da Frauen und deren Erben von der Thronfolge grundsätzlich ausgeschlossen waren. Schließlich wurde Philipp&amp;amp;nbsp;VI. als Nachfahre der [[W:Kapetinger|Kapetinger]] aus der Nebenlinie der [[W:Haus Valois|Valois]] am 28.&amp;amp;nbsp;Mai 1328 in Reims zum König gesalbt. Nach der Konfiszierung des englischen Herzogtums [[W:Guyenne|Guyenne]] 1337 durch Philipp&amp;amp;nbsp;VI. landete Eduard&amp;amp;nbsp;III. mit 4.000 Rittern und 10.000 Bogenschützen in der [[W:Normandie|Normandie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1415 besiegte der englische König [[W:Heinrich V. (England)|Heinrich&amp;amp;nbsp;V.]] die Franzosen in der [[W:Schlacht von Azincourt|Schlacht von Azincourt]] und erhob erneut Anspruch auf den französischen Thron. Englische Truppen hatten den Norden des Landes bis zur [[W:Loire|Loire]] besetzt. [[W:Orléans|Orléans]], der Schlüssel zur Überquerung des Flusses, war von [[W:John of Lancaster, 1. Herzog von Bedford|John of Lancaster]], einem Bruder Heinrichs&amp;amp;nbsp;V., eingekesselt &#039;&#039;(→ [[W:Belagerung von Orléans|Belagerung von Orléans]])&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
Weder für Jeanne d’Arcs genauen Tag der Geburt noch für das Geburtsjahr gibt es eine zuverlässige Quelle. Sie wurde während der zweiten Hälfte des Hundertjährigen Krieges in [[W:Domrémy-la-Pucelle|Domrémy]], einem kleinen Dorf an der [[W:Maas|Maas]], um 1412 als Tochter von Jacques Darc (oder &#039;&#039;Jacques Tarc, Tare, Dart, Day, Daix&#039;&#039;) und Isabelle Romée in eine wohlhabende Bauernfamilie geboren. Die üblich gewordene Schreibweise „d’Arc“ taucht erst im 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert auf, um die [[W:Nobilitierung|Nobilitierung]] der Familie anzudeuten.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Müller: &#039;&#039;Der Prozeß Jeanne d’Arc&#039;&#039; In: &#039;&#039;Juristische Schulung&#039;&#039; 1987, S.&amp;amp;nbsp;433–441, hier: S.&amp;amp;nbsp;435.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 13 Jahren hatte Jeanne d’Arc laut Gerichtsprotokoll ihre ersten [[Vision (Religion)|Visionen]]. In diesen hörte sie die Stimme der Heiligen [[Katharina von Alexandrien|Katharina]], später kamen die des [[Michael (Erzengel)|Erzengels Michael]] und der Heiligen [[Margareta von Antiochia|Margareta]] hinzu. Von ihnen erhielt sie den Befehl, Frankreich von den Engländern zu befreien und den [[W:Dauphin (Adel)|Dauphin]] zum Thron zu führen. Die Erscheinungen wiederholten sich. Gegen Ende Dezember 1428 verließ Jeanne ihr Elternhaus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.zeit.de/2012/02/Johanna-von-Orleans/seite-2 |titel=Johanna von Orléans: Das unglaubliche Mädchen |autor=Barbara Sichtermann |hrsg=DIE ZEIT |datum=2012-01-05 |zugriff=2017-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirken im Hundertjährigen Krieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ingres coronation charles vii.jpg|mini|hochkant|Jeanne d’Arc bei der Königssalbung Karls&amp;amp;nbsp;VII. ([[W:Historienmalerei|Historiengemälde]] von [[W:Jean Auguste Dominique Ingres|Dominique Ingres]], 1854)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1429 Charles VII Annoblisant Jeanne Darc.jpg|mini|hochkant|Königliches Adelspatent 1429: Karl&amp;amp;nbsp;VII. erhebt Jeanne d’Arc samt Familie in den Adelsstand und verleiht ihnen ein Wappen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Coat of Arms of Jeanne d&#039;Arc.svg|mini|hochkant|Wappen von Jeanne d’Arc]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 1429, im Alter von fast 17&amp;amp;nbsp;Jahren, versuchte Jeanne d’Arc zum ersten Mal, beim Stadtkommandanten der Festung [[Vaucouleurs]], [[Robert de Baudricourt]], vorzusprechen. Beim dritten Versuch bekam sie eine [[Audienz]]. Nachdem sie ihn nach einer erfolgreichen Prüfung ihres Glaubens überzeugt hatte, indem sie ein Kreuz küsste, gab er ihr am 22.&amp;amp;nbsp;Februar 1429 eine Eskorte (Jean de Metz, Bertrand de Poulengey; Anhänger des [[Dauphin (Adel)|Dauphins]]) mit, die sie zu Karl&amp;amp;nbsp;VII. nach [[Chinon]] begleiten sollte, das sie am 5.&amp;amp;nbsp;März 1429 nach elf Tagen Ritt durch Feindesland erreichte. Ein Empfehlungsschreiben Baudricourts kündigte ihren Empfang am französischen Hof an. Sie wurde vom Dauphin empfangen. Jeanne überzeugte ihn, dass sie im Namen des Himmels gekommen sei, um Frankreich aus der misslichen Lage zu retten, und sicherte ihm zu, dass er in [[Reims]] zum König von Frankreich gesalbt würde. Niemand weiß genau, wie Jeanne den Dauphin überzeugte; es ist nur bekannt, dass sie sich mit ihm in ein Zimmer zurückzog und ihn angeblich an einer ihrer Visionen teilhaben ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Poitiers]] ließ der Dauphin Jeanne drei Wochen lang von Geistlichen und hochgestellten Persönlichkeiten auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen und ihre Jungfräulichkeit von Hofdamen untersuchen. Nach erfolgreichem Bestehen beider Prüfungen beschloss der Kronrat, ihr eine Rüstung anfertigen zu lassen, und stellte ihr eine kleine militärische Einheit zur Seite, zu der kampferfahrene Leute wie etwa [[Étienne de Vignolles]], besser bekannt als &#039;&#039;La Hire&#039;&#039; („der Wilde“), oder der als späterer &#039;&#039;Blaubart&#039;&#039; bekannte [[Gilles de Rais]] gehörten. Ihr erster Auftrag war es, einen Proviantzug nach [[Orléans]] durchzubringen. Am 29.&amp;amp;nbsp;April kam ihr Zug in der eingeschlossenen Stadt an. Die Truppen in Orléans wurden von dem Erfolg motiviert und ließen sich überzeugen, einen Ausfall zu wagen. Am 7.&amp;amp;nbsp;Mai ritt Jeanne d’Arc voran. Von einem Pfeil getroffen und vom Pferd geworfen, blieb sie dennoch auf dem Feld. Das beeindruckte ihre Mitkämpfer und steigerte die Kampfbereitschaft des Heeres. Einen Tag später zogen die Engländer von der aussichtslos gewordenen Stellung ab. Der 8.&amp;amp;nbsp;Mai wird in Orléans als Tag der Befreiung gefeiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://orf.at/stories/2097574/2097730/ |titel=Das kurze Leben der Jeanne d’Arc |autor=News |hrsg=ORF |datum=2012-01-05 |zugriff=2017-09-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis Juni 1429 waren die Engländer unter der Mitwirkung Jeanne d’Arcs aus den Burgen südlich der [[Loire]] vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Juli 1429 wurde der Dauphin, wie von &#039;&#039;Johanna von Orléans&#039;&#039; prophezeit, in der [[Kathedrale]] von [[Reims]] als Karl&amp;amp;nbsp;VII. gesalbt; Jeanne nahm, mit der Siegesfahne neben dem [[Altar]] stehend, an der Feier teil. Der Ruhm Jeanne d’Arcs war auf dem Höhepunkt. Ihr Vater erhielt vom König als Zeichen der Dankbarkeit die Steuerfreiheit. Die königlichen Ratgeber unterminierten den Einfluss Jeanne d’Arcs. Immer wieder bat sie den König, nach [[Paris]] vorstoßen zu dürfen&amp;amp;nbsp;– erst nach etlichen strategischen Fehlentscheidungen gab er im September 1429 ihrem Drängen nach. Der Versuch am 8.&amp;amp;nbsp;September 1429 misslang jedoch und Karl&amp;amp;nbsp;VII. wandte sich von ihr ab. Er wollte nun lieber Frieden schließen, entließ Teile der Armee und versagte ihr die Unterstützung in ihrem Bemühen, die Engländer restlos vom Festland zu vertreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festnahme und erster Inquisitionsprozess ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Contemporaine afb jeanne d arc.png|mini|hochkant|Zeitgenössische Darstellung im Protokoll des Parlaments von Paris, 1429]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Jeanne d’Arc betriebene Befreiung von Paris blieb erfolglos. Sie wurde am 23.&amp;amp;nbsp;Mai 1430 bei [[Compiègne]] von [[Johann II. (Ligny)|Johann von Luxemburg]] festgenommen und den Burgundern&amp;lt;ref&amp;gt;„Burgunder“ bezeichnet hier kein Volk, sondern eine politische Partei. Zum Beispiel waren Paris und Rouen (die größten Städte des Königreichs) beides burgundische Städte, wo die meisten Einwohner den König Karl&amp;amp;nbsp;VII. und Jeanne d’Arc nicht unterstützten.&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgeliefert. Der Herzog von Burgund, [[Philipp III. (Burgund)|Philipp&amp;amp;nbsp;III.]], wiederum verkaufte Jeanne nach zwei Fluchtversuchen am 18./19.&amp;amp;nbsp;Juni und sieben Monaten in Gefangenschaft für 10.000 Franken an [[John of Lancaster, 1. Duke of Bedford|John of Lancaster, den Herzog von Bedford]]. Dieser hielt sie in der Burg Bouvreuil, dem Sitz der englischen Besatzungsmacht in Frankreich, gefangen, wo sie fünf Monate lang in einem Turm eingesperrt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem drei Monate währenden Prozess unter dem Vorsitz des Bischofs von Beauvais, [[Pierre Cauchon]], wurde sie „wegen ihres Aberglaubens, ihrer Irrlehren und anderer Verbrechen gegen die göttliche Majestät“&amp;amp;nbsp;– so ein Gutachten der [[Universität von Paris]]&amp;amp;nbsp;– verurteilt. Jeanne musste darin ohne rechtlichen Beistand gegen dialektisch und rhetorisch geschulte [[Klerus|Kleriker]] argumentieren. Gefährlich wurden Jeannes gerichtliche Aussagen, als sie sich dem Urteil der Kirche zunächst nicht unterwerfen, sondern nur ein direkt von Gott stammendes Urteil anerkennen wollte. Trotz ihrer einfachen Herkunft und mangelnden Bildung erwies sich Jeanne als [[Rhetorik|rhetorisch]] sehr geschickt. Auf die [[Fangfrage]] &#039;&#039;„Johanna, seid ihr gewiss, im Stande der Gnade zu sein?“&#039;&#039; antwortete sie &#039;&#039;„Wenn ich es nicht bin, möge mich Gott dahin bringen, wenn ich es bin, möge mich Gott darin erhalten!“&#039;&#039;. Hätte sie behauptet im Stande der Gnade zu sein, wäre ihr das als häretische Anmaßung ausgelegt worden, hätte sie es geleugnet, so hätte sie ihre Schuld zugegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. Mai 1431 befand man sie in zwölf von 67 Anklagepunkten für schuldig. Die ursprünglichen Anklagepunkte beschuldigten sie unter anderem des [[Fee]]nzaubers, des Gebrauchs der [[Gemeine Alraune|Alraunenwurzel]], der [[Häresie]], der Anbetung von [[Dämon]]en (mit Bezug auf die von Jeanne gehörten [[Vision (Religion)|Visionen]], bei denen sie niederkniete) und des [[Mord]]es (da Jeanne nicht als [[Soldat]] anerkannt wurde, waren alle Männer, die sie in Schlachten besiegte, als Mordopfer zu betrachten). Als man ihr nach der Urteilsverkündung eröffnete, der [[Scheiterhaufen]] erwarte sie, wenn sie ihren Irrglauben nicht einräume, schwor Jeanne ihren Überzeugungen ab. Vermutlich geschah dies aus spontaner Furcht vor dem Feuertod, wie sie auch in ihrem späteren Widerruf des Geständnisses selbst erklärte. Am 24.&amp;amp;nbsp;Mai 1431 wurde auf dem Friedhof von [[W:St-Ouen|St-Ouen]] die [[Exkommunikation|Exkommunizierung]] Jeanne d’Arcs vollzogen, die sich in einem öffentlichen Geständnis in allen Anklagepunkten für schuldig befand. Nach ihrem Abschwören verurteilte man sie als [[Häresie|Häretikerin]] zu [[W:Lebenslange Freiheitsstrafe|lebenslanger]] Haft, was unter normalen Umständen bedeutet hätte, die Schuldige nun in ein kirchliches Gefängnis zu überstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Inquisitionsprozess ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Stilke Hermann Anton - Joan of Arc&#039;s Death at the Stake.jpg|mini|hochkant|&#039;&#039;Jeanne d’Arcs Tod auf dem Scheiterhaufen&#039;&#039;, [[Historienmalerei|Historiengemälde]] von [[Hermann Stilke]], 1843]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus politischen Gründen war dieses Urteil für die Anhänger des englischen Königshauses unbefriedigend&amp;amp;nbsp;– war der Prozess doch in Gang gebracht worden, um Karl&amp;amp;nbsp;VII. beim geistlichen und weltlichen Adel als Unterstützer einer Häretikerin zu denunzieren und so politisch zu entmachten. Zudem bestand die Gefahr, dass die Anhänger Karls sie aus einem kirchlichen Gefängnis in Frankreich hätten befreien können, um einen erneuten Schlag gegen die englischen Truppen anzuführen. Daher wurde Jeanne d’Arc erneut der Prozess gemacht, der sie schließlich als unbelehrbare Häretikerin aussehen ließ. So wurde ihr nachgewiesen, dass sie in ihrer Gefängniszelle erneut Männerkleidung angelegt hatte. 1450 äußerte sich Jean Massieu dazu zurückhaltend, möglicherweise aufgrund seiner früheren Stellung als Gerichtsdiener. Jeanne habe ihm erzählt, dass man ihr die Frauenkleider weggenommen und Männerkleidung hingeworfen habe, worauf es mit den Bewachern zu einem länger andauernden Streit gekommen und ihr nichts anderes übrig geblieben sei, als die Männerkleidung anzuziehen, da man ihr keine anderen mehr gegeben habe. Von den schweren sichtbaren Misshandlungen nach ihrem Widerruf, die ein Augustiner bezeugte, erwähnte er nichts. Ladvenu, einem [[W:Bettelorden|Bettelmönch]], dem ihr wohl am nächsten stehenden, vertraute sie an, furchtbar gequält und misshandelt worden zu sein. Ein Edelmann habe versucht, ihr Gewalt anzutun, was sie auch öffentlich so angab. Zum Schutz ihrer Tugend habe sie die Männerkleidung wieder angelegt. Zudem widerrief sie das Geständnis, das sie wenige Tage zuvor auf dem Friedhof bekundet hatte. Vier Tage später wurde das endgültige Urteil unter der Regentschaft von John of Lancaster gefällt: Verbrennung als notorisch rückfällige Häretikerin auf einem Scheiterhaufen auf dem [[W:Place du Vieux-Marché (Rouen)|Marktplatz]] von Rouen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Joan of arc burning at stake.jpg|mini|hochkant|Jeanne d’Arc auf dem Scheiterhaufen (Wandgemälde im [[Panthéon (Paris)|Panthéon]] von Jules Eugène Lenepveu, um 1890)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod durch Verbrennung ===&lt;br /&gt;
Am Morgen des 30.&amp;amp;nbsp;Mai 1431 wurde Jeanne auf dem [[Place du Vieux-Marché (Rouen)|Marktplatz]] von Rouen verbrannt. Ihre Asche wurde in die [[Seine]] gestreut, um ihren Anhängern keine Möglichkeiten zu geben, ihre Überreste als [[Reliquien]] zu bergen. Dadurch sollte einer Verehrung als Märtyrerin Einhalt geboten werden. Dennoch tauchten gegen Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts angebliche Reliquien in [[Tours]] auf. Ein Rippenknochen und ein Kleidungsrest wurden 1867 von einem Apotheker an das [[Erzbistum Tours|Erzbistum]] übergeben. Bei einer Untersuchung in den Jahren 2006 bis 2007 stellte sich jedoch heraus,&amp;lt;ref&amp;gt;D. Butler: &#039;&#039;Joan of Arc’s relics exposed as forgery.&#039;&#039; In: &#039;&#039;nature.&#039;&#039; 446, 2007, S.&amp;amp;nbsp;593. [[doi:10.1038/446593a]]&amp;lt;/ref&amp;gt; dass es sich bei dem Rippenknochen um einen Teil einer ägyptischen Mumie aus vorchristlicher Zeit handelt. Ebenso fanden sich Holzstücke und der Oberschenkelknochen einer Katze. Der Kleidungsrest stammt zwar aus dem 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, weist jedoch keinerlei Brandspuren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahre nach ihrem Tod gaben mehrere Frauen an, eigentlich Jeanne d’Arc zu sein. Eine dieser Frauen war [[Jeanne des Armoises]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Konsequenzen ===&lt;br /&gt;
Der Tod Jeanne d’Arcs und das daraus entstandene Ansehen als Märtyrin stärkte Karl&amp;amp;nbsp;VII. und schwächte die Burgunder, die daraufhin beschlossen, sich von England abzuwenden und Frieden mit dem französischen König zu schließen. Karl&amp;amp;nbsp;VII., dem bewusst war, dass er sie brauchte, um die Engländer endgültig vertreiben zu können, empfing die Burgunder daraufhin mit offenen Armen. Dies führte schließlich zum [[Vertrag von Arras (1435)|Vertrag von Arras]] im Jahr 1435, in dem die Burgunder Karl&amp;amp;nbsp;VII. gegen Zugeständnisse von ihm als König von Frankreich anerkannten. Dieser Vertrag führte dazu, dass die Engländer mit der Zeit aus Frankreich vertrieben wurden, was mit dem Sieg Frankreichs im Hundertjährigen Krieg 1453 endete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
=== Rehabilitierung ===&lt;br /&gt;
Jeannes Mutter bemühte sich darum, den Prozess neu aufzurollen. 24&amp;amp;nbsp;Jahre später, am 7.&amp;amp;nbsp;November 1455, eröffnete Karl&amp;amp;nbsp;VII. vor dem Hintergrund veränderter politischer Verhältnisse in der [[Kathedrale]] [[Notre-Dame de Paris]] einen Rehabilitationsprozess. Karl wollte, nachdem der Hundertjährige Krieg weitgehend zugunsten Frankreichs ausgegangen war, seine Position stärken und der anhaltenden Kritik wegen des [[Todesstrafe|Todesurteils]] gegen die immer noch populäre Jeanne d’Arc ein Ende setzen. Am 7.&amp;amp;nbsp;Juli 1456 wurde das Urteil verkündet: die vollständige Rehabilitierung&amp;amp;nbsp;– allerdings ohne diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die ihren Tod verursacht hatten, zumal die beiden Hauptverantwortlichen bereits verstorben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heiligsprechung ===&lt;br /&gt;
Am 18. April 1909 wurde Johanna von Papst [[Pius&amp;amp;nbsp;X.]] [[Seligsprechung|seliggesprochen]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.maidofheaven.com/maid_assets/extras/joanbeatification2.jpg Faksimile einer Zeitungsmeldung zur Seligsprechung], In: &#039;&#039;New York Times.&#039;&#039; 19. April 1909.&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 16.&amp;amp;nbsp;Mai 1920 von [[Benedikt XV.]] [[Heiligsprechung|heiliggesprochen]].&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xv/bulls/documents/hf_ben-xv_bulls_19200516_divina-disponente_lt.html Divina disponente]&#039;&#039;. Lateinischer Text des Dekrets der Heiligsprechung auf www.vatican.va.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist [[Schutzpatron]]in von Frankreich (mit den Heiligen [[Dionysius von Paris|Dionysius]], [[Martin von Tours|Martin]], [[Ludwig der Heilige|Ludwig]] und [[Therese von Lisieux]]), der Städte Rouen und Orléans, der [[Telegrafie]] und des [[Rundfunk]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jeanne d’Arc als nationaler Mythos ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Joan of Arc, Place du Parvis, Reims(1).jpg|mini|hochkant|Standbild der Jeanne d’Arc auf dem Place du Parvis, [[Reims]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde die Gestalt des heldenhaften Bauernmädchens zu einem [[Politischer Mythos|Nationalmythos]] der Franzosen verklärt. Sie wurde zum Stoff von Romanen, Theaterstücken und Gesängen, die teilweise in die Weltliteratur eingingen. Da Jeanne sich selbst &#039;&#039;la Pucelle&#039;&#039; („die Jungfrau“) nannte, nahm ihr Heimatort diese Bezeichnung in seinen Namen auf und nannte sich Domrémy-la-Pucelle. Ihr Geburtshaus ist erhalten, daneben ist ihr ein Museum gewidmet. An ihrer Hinrichtungsstätte in Rouen steht heute ein Denkmal, daneben eine 1979 eingeweihte und nach ihr benannte Kirche. Auch viele Historiengemälde verklärten sie, zum Beispiel von [[Jean-Auguste-Dominique Ingres]] (1780–1867), [[Paul Delaroche]] (1797–1856) oder [[Jules Eugène Lenepveu]] (1818–1898), der ihr im [[Panthéon (Paris)|Pantheon]] einen ganzen Zyklus von Wandgemälden widmete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beliebtheit des Mythos erklärt sich daher, dass Jeanne von beiden Richtungen des stark zerstrittenen politischen Spektrums instrumentalisiert werden konnte: Während die katholischen [[Monarchismus|Monarchisten]] ihre tiefe Frömmigkeit betonten und Parallelen zur [[Maria (Mutter Jesu)|Jungfrau Maria]] zogen, verwiesen die [[antiklerikal]]en liberalen Republikaner auf ihren Mut gegenüber der Obrigkeit, ihren [[Patriotismus]] und ihre Herkunft aus der Unterschicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dhm.de/ausstellungen/mythen/frankreic.html Mythen der Nationen: Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums, Berlin 1998]&amp;lt;/ref&amp;gt; Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] figurierte sie als Symbolfigur des Widerstandes gegen die deutsche Besatzung, aber auch das [[Vichy-Regime]] und der Nationalsozialismus beriefen sich auf sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1945 wird Jeanne d’Arc wegen ihres Widerstands gegen die fremden Besatzer besonders von der extremen Rechten als Ikone verwendet; so begeht der [[Rassemblement National]] jährlich am 1.&amp;amp;nbsp;Mai in Paris einen eigenen Gedenktag für die Nationalheilige. In der übrigen französischen Bevölkerung genießt sie zwar weiterhin eine gewisse Beliebtheit, ihr politischer Mythos ist aber weitgehend verblasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. März 2015 wurde ihr zu Ehren im ehemaligen erzbischöflichen Palast von Rouen das neue „Historial Jeanne d’Arc“ eröffnet. Auf einer Fläche von knapp 1.000 Quadratmetern auf fünf Etagen wird die Geschichte der Jungfrau von Orléans nacherzählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.reisenexclusiv.com/ziel/europa/ein-museum-f%C3%BCr-frankreichs-nationalheldin &#039;&#039;Ein Museum für Frankreichs Nationalheldin&#039;&#039;]. Website des Magazins reisen EXCLUSIV, abgerufen am 29. Januar 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
==== Dramen ====&lt;br /&gt;
Die Gestalt der Jeanne d’Arc hat Schriftsteller durch die Jahre hinweg immer wieder fasziniert. Wichtige Darstellungen, die eine vielfältige Interpretation ihres Lebens darstellen, wurden von [[William Shakespeare]] (&#039;&#039;[[Heinrich VI. (Drama)|Heinrich&amp;amp;nbsp;VI.]]&#039;&#039;), [[Friedrich Schiller]] (&#039;&#039;[[Die Jungfrau von Orleans (Schiller)|Die Jungfrau von Orleans]]&#039;&#039;) und [[George Bernard Shaw]] (&#039;&#039;[[Die heilige Johanna]]&#039;&#039;) geschrieben. [[Jean Anouilh]] (&#039;&#039;L’Alouette&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Jeanne oder Die Lerche]]&#039;&#039;) stellt Jeanne als das Mädchen aus dem Volk dar, dessen Begeisterung die Mächtigen zum nationalen Widerstand zwingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bertolt Brecht]] überträgt in seinem Drama &#039;&#039;[[Die heilige Johanna der Schlachthöfe]]&#039;&#039; Jeannes Schicksal in die Gegenwart. Hier erscheint sie als Aktivistin der [[Heilsarmee]], die lernen muss, dass religiös motiviertes Mitleid nicht genügt, das Los der Arbeiter zum Besseren zu wenden. In &#039;&#039;Die Gesichte&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; der Simone Machard&#039;&#039; versucht ein Mädchen, ihre Umgebung zum Widerstand gegen die deutschen Besatzer zu bewegen, genau wie Jeanne zum Kampf gegen die Engländer aufrief, siehe auch &#039;&#039;Simone&#039;&#039; (Drama und Roman) von [[Lion Feuchtwanger]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritisch setzt sich [[Felix Mitterer]] 2002 in &#039;&#039;Johanna oder die Erfindung der Nation&#039;&#039; mit ihrer Person auseinander. Ein Schicksal: Erhöht und erniedrigt, hoch gehoben, tief fallengelassen, eine, die ganz allein steht und doch unbeirrbar bleibt, ihr Leben als ein Psychodrama.&amp;lt;ref&amp;gt;Leseprobe unter [http://www.literaturhaus.at/buch/buch/rez/mittererjohanna/] Im Anhang des Drucks überblickt Sylvia Tschörner die verschiedenen dramatischen Bearbeitungen des Jeanne-Motivs&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Erzähltexte ====&lt;br /&gt;
[[Voltaire]] benutzte den Stoff, um in seinem [[Komisches Epos|Komischen Epos]] &#039;&#039;Die Jungfrau&#039;&#039; von 1739 die Kirche zu verhöhnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mark Twain]] schrieb 1896 unter dem Pseudonym &#039;&#039;Sieur Louis de Conte&#039;&#039; eine fiktive Biografie von Jeanne d’Arc: [[Persönliche Erinnerungen an Jeanne d’Arc]] (&#039;&#039;Personal Recollections of Joan of Arc&#039;&#039;). .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Reaktion auf eine wachsende, national gefärbte Verehrung der Johanna veröffentlichte [[Anatole France]] im Jahr 1908 die Biografie &#039;&#039;La Vie de Jeanne d’Arc.&#039;&#039; In der deutschen Übersetzung wird das Werk als „historischer Roman“ ausgewiesen, während es in Frankreich unter „Histoire“ (Geschichte) eingeordnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1958 griff Alfred Andersch den Stoff in der Erzählung &#039;&#039;[[Mit dem Chef nach Chenonceaux]]&#039;&#039; auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Michel Tournier]] beschrieb 1983 die Beziehung zwischen Jeanne d’Arc und Ritter [[Gilles de Rais]] (1404–1440) und die zutiefst erschütternde und verstörende Wirkung der Hinrichtung Jeannes auf den späteren Serienmörder Gilles de Rais, den er als „Engel der Hölle“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Felicitas Hoppe]] wandte sich 2006 in ihrem postmodernen Roman &#039;&#039;Johanna&#039;&#039; gegen herrschende Adaptionen des Mythos Johanna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hörspiel ====&lt;br /&gt;
[[Anna Seghers]] verfasste zwischen 1933 und 1936 im Pariser Exil das [[Hörspiel]] &#039;&#039;[[Der Prozess der Jeanne d’Arc zu Rouen 1431]]&#039;&#039;. Das Spiel stützt sich auf die Prozessakten, die 1431 in lateinischer Sprache täglich für den Bischof von Beauvais protokolliert wurden, und weicht kaum vom Wortlaut der protokollierten Aussagen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[Jean Anouilh]] stammt &#039;&#039;L’Alouette&#039;&#039; (deutsch &#039;&#039;Jeanne oder Die Lerche&#039;&#039;) von 1953.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Musik ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jeanneundgilles.jpg|mini|hochkant|Uraufführung der Kammeroper Jeanne und Gilles sirene 2018]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Komponisten und Musiker ließen immer wieder sich von der Gestalt Jeanne d’Arcs inspirieren. Schillers Tragödie &#039;&#039;Die Jungfrau von Orleans&#039;&#039; wurde von [[Giuseppe Verdi]] als &#039;&#039;[[Giovanna d’Arco]]&#039;&#039; (1845) vertont. [[Pjotr Iljitsch Tschaikowski]]s [[Oper]] &#039;&#039;Orleanskaja dewa&#039;&#039; (1881) beruht auf einer sehr freien, von Tschaikowsky selbst vorgenommenen Bearbeitung von Schillers Tragödie. Anders als Schiller, bei dem Jeanne auf dem Schlachtfeld als Märtyrin fällt, hält sich Tschaikowsky am Schluss der Handlung an die Historie: Jeanne wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt. [[Gioachino Rossini]] schrieb 1832 seine Kantate für Mezzosopran und Klavier, &#039;&#039;Giovanna d’Arco&#039;&#039;, die er seiner zweiten Frau, Olympe Pélissier widmete. Der italienische Komponist [[Salvatore Sciarrino]] orchestrierte das Werk 1989 in der Tradition Rossinis, eine Arbeit, die er auf den Wunsch der Sängerin [[Teresa Berganza]] vornahm. [[Arthur Honegger]] bearbeitete den Stoff 1938 in seinem [[Oratorium]] &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc au bûcher]]&#039;&#039; (deutsch &#039;&#039;Johanna auf dem Scheiterhaufen&#039;&#039;). Der mit starken Metaphern arbeitende Text des Werkes stammt von [[Paul Claudel]]. [[Walter Braunfels]] schrieb in der [[Innere Emigration|Inneren Emigration]] während der Zeit seines von den Nationalsozialisten verhängten [[Berufsverbot]]es ab 1938 die zeitkritisch interpretierbare Oper &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc – Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna]]&#039;&#039; op.&amp;amp;nbsp;57. Der deutsche Komponist [[Giselher Klebe]] vertonte Schillers Drama als Oper unter dem Titel &#039;&#039;Das Mädchen aus Domrémy&#039;&#039; (Uraufführung 1976 in [[Stuttgart]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der französische Chansonnier [[Georges Brassens]] vertonte die &#039;&#039;Ballade des dames du temps jadis&#039;&#039; [[François Villon]]s, wo sie als &#039;&#039;[[Ballade des dames du temps jadis|Jeanne la bonne Lorraine]]&#039;&#039; vorkommt. Zum Film &#039;&#039;Die Passion der Jungfrau von Orléans&#039;&#039; (D, 1928) (Regie: [[Carl Theodor Dreyer]]) komponierte [[Richard Einhorn]] in den 1980er Jahren einen Soundtrack, der sich musikalisch an mittelalterliche [[Vokalmusik]] und [[Carl Orff]]s [[Carmina Burana (Orff)|Carmina Burana]] anlehnt und Textfragmente verschiedener Autoren, z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Hildegard von Bingen]], oder auch Jeanne d’Arc selbst vertont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kristine Tornquist]] und [[François-Pierre Descamps]] schrieben 2017–2018 im Auftrag des [[sirene Operntheater]]s die [[Kammeroper]] &#039;&#039;[[Jeanne und Gilles]]&#039;&#039;, eine Lebensgeschichte der Jeanne d’Arc und des Gilles de Rais als Parabel auf die Sinnlosigkeit des Krieges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Popmusik wird Jeanne d’Arc immer wieder rezipiert. [[Leonard Cohen]] ließ sich zum Beispiel von ihrer Geschichte zu seinem 1971 entstandenen Lied &#039;&#039;Joan Of Arc&#039;&#039; inspirieren. Die britische Band [[Orchestral Manoeuvres in the Dark]] behandelten in zwei Liedern das Leben der Heiligen Jungfrau, in &#039;&#039;Joan Of Arc&#039;&#039; von 1981 und in &#039;&#039;[[Maid of Orleans (The Waltz Joan of Arc)]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1982. [[Kate Bush]] besang sie in dem Lied &#039;&#039;Joanni&#039;&#039; (Album &#039;&#039;[[Aerial (Album)|Aerial]]&#039;&#039;, 2005) und [[Arcade Fire]] mit &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039; (Album [[Reflektor (Album)|Reflektor]], 2013).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende August 2017 wurde von der deutschen [[Artrock]]-Band [[Eloy (Band)|Eloy]] der erste Teil eines zweiteiligen [[Konzeptalbum]]s &#039;&#039;[[The Vision, the Sword and the Pyre I|The Vision, the Sword and the Pyre]]&#039;&#039; veröffentlicht, das 2019 mit &#039;&#039;[[The Vision, the Sword and the Pyre II]]&#039;&#039; abgeschlossen wurde; sie beschäftigten sich ebenfalls mit dem Schicksal von &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Andreas Aldag |url=http://www.eloy-legacy.com/eloy.php |titel=ELOY Legacy |zugriff=2017-12-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuvor veröffentlichten Eloy die Songs &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; auf dem 1992 erschienenen Album &#039;&#039;[[Destination (Album)|Destination]]&#039;&#039; und &#039;&#039;Company of Angels&#039;&#039; auf dem Album &#039;&#039;[[The Tides Return Forever]]&#039;&#039; von 1994, die ebenfalls Jeanne d’Arc gewidmet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Film und Fernsehen ===&lt;br /&gt;
Die Geschichte Jeanne d’Arcs wurde schon zur Zeit der ersten Spielfilme verfilmt. Allein mit [[Ingrid Bergman]] gibt es zwei Versionen. 1928 entstand der [[Stummfilm]] &#039;&#039;[[Die Passion der Jungfrau von Orléans]]&#039;&#039; des dänischen Regisseurs [[Carl Theodor Dreyer]] mit [[Maria Falconetti]] in der Hauptrolle. Eine Version wurde 1999 von Ed Gernon und [[Christian Duguay (Regisseur)|Christian Duguay]] (Regie) unter dem Namen &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc&amp;amp;nbsp;– Die Frau des Jahrtausends]]&#039;&#039; verfilmt. In den Hauptrollen spielen [[Leelee Sobieski]] als Jeanne d’Arc, [[Peter O’Toole]] als Bischof Cauchon und [[Maximilian Schell]] als Le’Maitre. 1993 drehte Jacques Rivette den Zweiteiler &#039;&#039;Johanna, die Jungfrau&#039;&#039; &#039;&#039;(Jeanne la Pucelle)&#039;&#039; mit [[Sandrine Bonnaire]] als Johanna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1999 inszenierte [[Luc Besson]] mit &#039;&#039;[[Johanna von Orleans (1999)|Johanna von Orleans]]&#039;&#039; eine Neuverfilmung ([[Milla Jovovich]] spielte die Hauptrolle, [[John Malkovich]] war [[Karl VII. (Frankreich)|Karl&amp;amp;nbsp;VII.]]). In dieser Neuverfilmung wird Jeanne als mit menschlichen Fehlern und Zweifeln beladene Frau dargestellt, die am Ende auch um ihren eigenen Glauben kämpfen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Verfilmungen:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc/The Burning of Joan of Arc&#039;&#039; (1895, Stummfilm), USA, Regie: Alfred Clark. Fragmente im Centre Jeanne d’Arc in Orléans und in dem National Archives of Canada in Ottawa&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;L’Exécution de Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1898, Stummfilm, 30 Sekunden), Frankreich, Regie: Georges Hatot&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Domrémy: La Maison de Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1899, Stummfilm, 40 Sekunden), Frankreich, Regie: [[Brüder Lumière]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc (1900)|Jeanne d’Arc]]&#039;&#039; (1900, Uraufführung 11. November 1900, Stummfilm), Frankreich, Regie: [[Georges Méliès]], Titelrolle: [[Jeanne d’Alcy]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Eine Moderne Jungfrau von Orleans&#039;&#039; (1900, Uraufführung 1914, Stummfilm), Deutschland, Regie: Max Skladanowsky&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Giovanna d’Arco&#039;&#039; (1908, Stummfilm), Italien, Regie: [[Mario Caserini]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Joan the Woman]]&#039;&#039; (1916, Uraufführung 25. Dezember 1916, Stummfilm), USA, Paramount, Regie: [[Cecil B. DeMille]], Titelrolle: [[Geraldine Farrar]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La Passion de Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch: &#039;&#039;[[Die Passion der Jungfrau von Orléans]]&#039;&#039; (1928, Stummfilm, 85 Minuten), Frankreich, Société Générale de Films, Regie: [[Carl Theodor Dreyer]], Titelrolle: [[Renée Falconetti|Maria Falconetti]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La merveilleuse vie de Jeanne d’Arc, fille de Lorraine&#039;&#039; (1928, Stummfilm, 129 Minuten), Frankreich, Aubert-Natan, Regie: [[Marc de Gastyne]], Titelrolle: Simone Genevoix&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das Mädchen Johanna]]&#039;&#039; (1935, 87 Minuten), Deutschland, UFA, Regie: [[Gustav Ucicky]], Titelrolle: [[Angela Salloker]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039;, deutsch: &#039;&#039;[[Johanna von Orleans (1948)|Johanna von Orleans]]&#039;&#039; (1948, Farbfilm, 145 Minuten), USA, RKO, Regie: [[Victor Fleming]], Titelrolle: [[Ingrid Bergman]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Giovanna d’Arco al rogo&#039;&#039; deutsch: (1954, Farbfilm, 70 Minuten), Frankreich/Italien, Franco-London Film/PCA, Regie: [[Roberto Rossellini]], Titelrolle: Ingrid Bergman&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne&#039;&#039; aus dem dreiteiligen Film &#039;&#039;[[Liebe, Frauen und Soldaten]]&#039;&#039; (1954, Farbfilm), Frankreich/Italien, Franco-London-Film/Continental Produzione, Regie: [[Jean Delannoy]], Titelrolle: [[Michèle Morgan]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Saint Joan&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Die heilige Johanna (Film)|Die heilige Johanna]]&#039;&#039; (1957, Schwarzweißfilm, 109 Minuten), USA, United Artists, Regie: [[Otto Preminger]], Titelrolle: [[Jean Seberg]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Le Procès de Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Der Prozeß der Jeanne d’Arc]]&#039;&#039;, (1962, Schwarzweißfilm, 65 Minuten), Frankreich, Agnès Delahaie, Regie: [[Robert Bresson]], Titelrolle: Florence Carrez, 1965 ZDF/1969 Kino B&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Saint Joan&#039;&#039; (1977, Schwarzweißfilm), England, Triple Action Films/East Midlands Arts Association, Regie: Steven Rubelow, Titelrolle: Monica Buferd (nicht verfügbar, im Besitz des Filmemachers)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039; (1983), Großbritannien, British Film Institute, Regie: Gina Newson&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne La Pucelle – Les Batailles/Les Prisons&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;Johanna, die Jungfrau – Der Kampf/Der Verrat&#039;&#039; (1994, Farbe, 336 Minuten), Frankreich, France 3 Cinéma/La Sept Cinéma/Pierre Grisé, Regie: [[Jacques Rivette]], Titelrolle: Sandrine Bonnaire&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Johanna von Orleans (1999)|Johanna von Orléans]]&#039;&#039;, kanadische Titel &#039;&#039;La Messagère: L’Histoire de Jeanne d’Arc&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;The Messenger: The Story of Joan of Arc&#039;&#039; (1999, Farbfilm, 150 Minuten), Frankreich, Leeloo Productions/Gaumont, Regie: [[Luc Besson]], Titelrolle: [[Milla Jovovich]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Joan of Arc&#039;&#039;, deutsch &#039;&#039;[[Jeanne d’Arc – Die Frau des Jahrtausends]]&#039;&#039; (1999), [[Canadian Broadcasting Corporation]], Regie: [[Christian Duguay (Regisseur)|Christian Duguay]], Titelrolle: Leelee Sobieski&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Kamikaze Kaito Jeanne]] (Jeanne, die Kamikaze Diebin)&#039;&#039; (1998–2000), Japan, Anime- u. Manga-Serie von [[Arina Tanemura]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Johana&#039;&#039; deutsch &#039;&#039;Johanna&#039;&#039; (2005, Musikfilm), Ungarn, Regie: [[Kornél Mundruczó]], Titelrolle: [[Orsolya Tóth]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne Captive&#039;&#039; (2011), Frankreich, Regie: [[Philippe Ramos]], Titelrolle: [[Clémence Poésy]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Kampf um die Freiheit.&#039;&#039; (2013), Deutschland Szenische Dokumentation in der Reihe &#039;&#039;Frauen, die Geschichte machten&#039;&#039;, 50 Min., Buch: Susanne Utzt, Regie: [[Christian Twente]] und Michael Löseke, Erstsendung 3.&amp;amp;nbsp;Dezember 2013 im ZDF, [https://www.zdf.de/migration/frauen-die-geschichte-machten/jeanne-darc-kampf-um-die-freiheit-jungfrau-von-orleans-100.html Programminformation]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeannette, l’enfance de Jeanne d’Arc&#039;&#039;, deutsch: (&#039;&#039;[[Jeannette – Die Kindheit der Jeanne d’Arc]]&#039;&#039;) (2017), Frankreich. Eigenwillige, auf Texten [[Charles Péguy]]s basierende Interpretation von Kindheit und Jugend der Jeanne d’Arc, Regie; [[Bruno Dumont]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Verschollene Filme:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La Béatification de Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1900, Stummfilm), Regie: Mario Caserini&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc au bûcher&#039;&#039; (1905, Stummfilm), Frankreich, Gaumont, Regie: ?, Titelrolle: Boissieu (Mlle. Boissière?)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; (1908, Stummfilm, 5 Minuten), Frankreich, Pathé, Regie: [[Albert Capellani]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;La vita di Giovana d’Arco&#039;&#039; (1909, Stummfilm), Italien, Cinès, Regie: Mario Caserini, Titelrolle: Maria Gasperini&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Giovanna d’Arco&#039;&#039; (1913, Stummfilm), Italien, Pasquali, Regie: [[Nino Oxilia]], Titelrolle: [[Maria Jacobini]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Jeanne&#039;&#039; (1914), Italien/Österreich, Regie: Nollif/Wolff&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Robin Blaetz: &#039;&#039;Visions of the Maid.&#039;&#039; University of Virginia Press, 2001, S.&amp;amp;nbsp;249&amp;amp;nbsp;ff. [http://books.google.fr/books?id=I7ToGO0fIGMC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=Visions+of+the+Maid&amp;amp;hl=fr&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=rTPfUvLOC8eL7AbjioFw&amp;amp;ved=0CDIQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=Filmography&amp;amp;f=false (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Computerspiele ===&lt;br /&gt;
* Beim Spiel &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; von Chip-Software ([[Joan of Arc: Siege &amp;amp; the Sword]]), erschienen 1989 für MS-DOS, Amiga und Atari ST, handelt es sich um eine Mischung aus Action- und Rollenspiel, bei dem es darum geht, Frankreich Schritt für Schritt zurückzuerobern.&lt;br /&gt;
* In &#039;&#039;[[Age of Empires II]]&#039;&#039; von 1999 handelt eine Kampagne im Hauptspiel von Johanna von Orléans.&lt;br /&gt;
* In dem Spiel &#039;&#039;[[Diablo III]]&#039;&#039; von Blizzard wurde die Kreuzritterin „Johanna“, eine mit göttlicher Unterstützung streitende Nahkämpferin in schwerer Rüstung, nach ihr benannt.&lt;br /&gt;
* Das Spiel &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; von Sony für die [[PlayStation Portable]] hat sie ebenfalls als zentrales Thema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Lycée Jeanne-d’Arc (Clermont-Ferrand)]]&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Prozess Jeanne d’Arc. Akten und Protokolle 1431 und 1456&#039;&#039;, übersetzt und herausgegeben von Ruth Schirmer-Imhoff, 3. Auflage. dtv. München 1978, ISBN 3-423-02909-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Colette Beaune: &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; Perrin, Paris 2004, ISBN 978-2-262-01705-7 (französisch).&lt;br /&gt;
* Colette Beaune: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Vérités et légendes.&#039;&#039; Perrin, Paris 2008, ISBN 978-2-262-02951-7 (französisch).&lt;br /&gt;
* [[Helmut Feld]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Geschichtliche und virtuelle Existenz des Mädchens von Orléans&#039;&#039; (= Christentum und Dissidenz, Bd.&amp;amp;nbsp;5). LIT, Berlin 2016, ISBN 978-3-643-13462-2.&lt;br /&gt;
* Georges, Andrée Duby: &#039;&#039;Die Prozesse der Jeanne d’Arc&#039;&#039; (= &#039;&#039;Wagenbachs Taschenbücherei.&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;350). (Originaltitel: &#039;&#039;Les procès de Jeanne d’Arc.&#039;&#039; übersetzt von [[Eva Moldenhauer]]). Wagenbach, Berlin 1999, ISBN 3-8031-2350-X.&lt;br /&gt;
* [[Gerd Krumeich]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc in der Geschichte. Historiographie – Politik – Kultur&#039;&#039; (= &#039;&#039;Beihefte der [[Francia (Zeitschrift)|Francia]].&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;19). Thorbecke, Sigmaringen 1986, ISBN 3-7995-7319-4 [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/bdf/krumeich_jeanne-d-arc (Digitalisat)].&lt;br /&gt;
* Gerd Krumeich: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Die Geschichte der Jungfrau von Orleans&#039;&#039; (= &#039;&#039;Beck’sche Reihe.&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;2396). Beck, München 2006, ISBN 3-406-53596-8 [http://www.sehepunkte.de/2007/04/11924.html (Rezension)].&lt;br /&gt;
* Gerd Krumeich: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Seherin, Kriegerin, Heilige. Eine Biographie.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76542-1.&lt;br /&gt;
* Edward Lucie-Smith: &#039;&#039;Johanna von Orleans. Eine Biographie&#039;&#039; (Originaltitel: &#039;&#039;Joan of Arc.&#039;&#039; übersetzt von Hansheinz Werner), Claassen, Düsseldorf 1977, ISBN 3-546-46209-2.&lt;br /&gt;
* Philippe Martin: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Les métamorphoses d’une héroïne&#039;&#039; Place Stanislas, Nancy 2009, ISBN 978-2-35578-035-6 (französisch).&lt;br /&gt;
* Pierre Moinot: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – die Macht und die Unschuld&#039;&#039; (Originaltitel: &#039;&#039;Jeanne d’Arc&#039;&#039; übersetzt von Eva Rapsilber). Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-7973-0472-2.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Müller: &#039;&#039;Der Prozeß Jeanne d’Arc: Quellen – Sachverhalt einschließlich des zeit- und geistesgeschichtlichen Hintergrundes – Verurteilung und Rechtfertigung – rechtliche Würdigung und Schlussbemerkungen&#039;&#039;, Kovač, Hamburg 2004, ISBN 3-8300-1144-X (Zugleich [[Dissertation]] an der [[Universität Mainz]] 2003).&lt;br /&gt;
* Herbert Nette: &#039;&#039;Jeanne d’Arc in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten&#039;&#039; (Rowohlts Monographien Bd.&amp;amp;nbsp;253, rororo 50253). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1977ff, ISBN 3-499-50253-4.&lt;br /&gt;
* Régine Pernoud, Marie-Véronique Clin: &#039;&#039;Johanna von Orléans – der Mensch und die Legende&#039;&#039;, Lübbe, Bergisch Gladbach 1991, ISBN 3-404-61210-8.&lt;br /&gt;
* Régine Pernoud: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Glaube, Kraft, Vision&#039;&#039;, Kösel, München 1992, ISBN 3-466-34326-7.&lt;br /&gt;
* Malte Prietzel: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Das Leben einer Legende&#039;&#039;, Herder, Freiburg 2011, ISBN 3-451-30414-7.&lt;br /&gt;
* [[Vita Sackville-West]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc, Die Jungfrau von Orleans.&#039;&#039; Mit einem Nachwort von Rita Hortmann. Übersetzt aus dem Englischen von [[Hans B. Wagenseil|Hans Wagenseil]]. Ullstein 1992, ISBN 3-548-30290-4 ([[iarchive:in.ernet.dli.2015.536960/|Digitalisat der englischen Originalausgabe]] im [[Internet Archive]]).&lt;br /&gt;
* Hartmut Steinbach: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Wirklichkeit und Legende&#039;&#039;, Musterschmidt, Göttingen 1973, ISBN 3-7881-0078-8.&lt;br /&gt;
* [[Heinz Thomas (Historiker)|Heinz Thomas]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Jungfrau und Tochter Gottes&#039;&#039;, Fest, Berlin 2000, ISBN 3-8286-0065-4.&lt;br /&gt;
* [[Sabine Tanz]]: &#039;&#039;Jeanne d’Arc. Spätmittelalterliche Mentalität im Spiegel eines Weltbildes&#039;&#039;, Böhlau, Weimar 1991, ISBN 3-7400-0103-8 (= &#039;&#039;Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte&#039;&#039;, Bd.&amp;amp;nbsp;33, [[Dissertation]] [[Universität Leipzig]] 1985).&lt;br /&gt;
* Heinz Thomas: &#039;&#039;Jeanne d’Arc – Jungfrau und Tochter Gottes – Grundzüge einer Biographie&#039;&#039;, in: &#039;&#039;[[Francia (Zeitschrift)|Francia – Forschungen zur westeuropäischen Geschichte]].&#039;&#039; Bd.&amp;amp;nbsp;34, 2007, Heft 1, S.&amp;amp;nbsp;163–173 [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/francia/francia-retro/34-1-2007/0163-0173 (Digitalisat)].&lt;br /&gt;
* Walter Rost: &#039;&#039;Die männliche Jungfrau – Das Geheimnis der Johanna von Orléans&#039;&#039;, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-498-05700-6.&lt;br /&gt;
* Guido Görres: &#039;&#039;Die Jungfrau von Orleans – nach den Prozeßakten und gleichzeitigen Chroniken von G. Görres, mit einer Vorrede von J. Görres&#039;&#039;, Pustet, Regensburg 1834.&lt;br /&gt;
* Michel Tournier: &#039;&#039;Gilles &amp;amp; Jeanne&#039;&#039;, Gallimard, Paris 1983 (deutsche Ausgaben: Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1985, ISBN 3-455-07723-4; Aufbau-Verlag, Berlin, Weimar 1986&amp;lt;!-- ohne ISBN ! --&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Jeanne d&#039;Arc|Jeanne d’Arc}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118557238}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118557238}}&lt;br /&gt;
* [http://www.jehanne-darc.com/ Internationales Jeanne d’Arc Center] (franz., engl., deutsch)&lt;br /&gt;
* {{Hl-Lex|b|Johanna_von_Orleans_Jeanne_d_Arc.htm|Jeanne d’Arc}}&lt;br /&gt;
* [http://www.joan-of-arc-studies.org/] Forschungsarbeiten und Studienberichte. (engl., deutsch)&lt;br /&gt;
* [http://www.stjoan-center.com/Trials/#condemnation Protokoll des 1431er Prozesses] und des [http://www.stjoan-center.com/Trials/#nullification Rehabilitationsprozesses]&lt;br /&gt;
* [http://www.jeanne-darc.info/p_multimedia_movie/0_movies.html Jeanne d’Arc la pucelle cinematography] (engl.)&lt;br /&gt;
* [http://www.smu.edu/IJAS/movielis.html Filme über Jeanne d’Arc, International Joan of Arc Society (mit Filmausschnitten)]&lt;br /&gt;
* [http://www.filmrezension.de/dossier/index_johanna_von_orleans.shtml filmrezension.de: Dossier über Jeanne-d’Arc-Verfilmungen von 1928 bis heute]&lt;br /&gt;
* [http://www.jeannedarc.com.fr/centre/centre.htm Centre Jeanne d’Arc] der [[Stadtbibliothek Orléans]] (franz.)&lt;br /&gt;
* [https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/jeanne-darc/ Fem. Biographie] aus dem Portal von [[Luise Pusch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118557238|LCCN=n/79/33041|NDL=00620883|VIAF=97108273}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Jeanne Darc}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Märtyrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jungfrau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1412]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1431]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>Johanna von Orléans</title>
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&lt;hr /&gt;
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		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<author><name>Odyssee</name></author>
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	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Martin_Luther&amp;diff=626499</id>
		<title>Martin Luther</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Lucas Cranach d.Ä. (Werkst.) - Porträt des Martin Luther (Lutherhaus Wittenberg).jpg|mini|200px|Martin Luther (Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren, 1528, Sammlung Lutherhaus Wittenberg) [[Datei:Martin Luther - Signature.svg|rahmenlos|150px|centre]]|alternativtext= ]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Martin Luther&#039;&#039;&#039; (eigentlich Martin Luder; * 10. November 1483; † 18. Februar 1546 in Eisleben) ist der geistige Vater der protestantischen Reformation. Als Augustiner-Mönch wurde er Theologe und Professor und wollte notwendige Reformen zunächst ohne Kirchenspaltung erreichen. Durch seine sprachliche und schriftstellerische Gabe und charismatische Persönlichkeit entfaltete er breite Wirkungen, die die mittelalterliche Alleinherrschaft des Katholizismus in Europa unwiderruflich beendeten. Seine Lutherbibel zählt bis heute zu den wichtigsten Bibelübersetzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Für Details zu Leben und Werk Martin Luthers siehe: [[Wikipedia:Martin Luther|Martin Luther]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gedanken zum tieferen Verständnis Luthers ==&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat einige Hinweise zu einem tieferen Verständnis der [[Persönlichkeit]] Luthers gegeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wann versteht man heute Luther wirklich? Man versteht ihn dann wirklich, wenn man weiß, wie die innere Beschaffenheit, die von unseren Anschauungen ganz unabhängige innere Beschaffenheit der Luther-Persönlichkeit war, wenn man weiß, daß Luther kurze Zeit nach dem Aufgang der fünften nachatlantischen Zeit aufgetreten ist, und wenn man weiß, daß in seinem Gemüt, in seiner Seele alles an Impulsen eines Menschen der vierten nachatlantischen Zeit lebte. Er war deplaciert in der fünften nachatlantischen Zeit; er fühlte, dachte, empfand wie ein Mensch der vierten nachatlantischen Zeit, aber er hatte vor sich die Aufgabe der fünften, denn er stand gerade am Anfang der fünften nachatlantischen Zeitrechnung. So ist in den Anfang der fünften nachatlantischen Zeit, in den Horizont der fünften nachatlantischen Zeit, ein Mensch hineingestellt, der eigentlich alle Eigenschaften der vierten nachatlantischen Zeitperiode als Impulse in seinem Gemüt hatte. Und unbewußt, instinktiv lebte in dieser Luther-Seele der Aspekt, der Hinblick auf dasjenige, was die fünfte nachatlantische Periode bringen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sollte sie denn bringen? Den gesamten Materialismus, den nur überhaupt die nachatlantische Zeit der Menschheit bringen kann. Der Materialismus sollte auf allen Gebieten nach und nach in die Menschheit eindringen. Paradox ausgedrückt - Paradoxa geben natürlich niemals ganz genau den Tatsachenbestand, aber man kann sich schon den Tatbestand aus ihnen herausnehmen -, könnte man sagen: Weil Luther in seinen Gemüts- und Gefühlsimpulsen ganz und gar in der vierten nachatlantischen Zeitepoche wurzelte, verstand er eigentlich nicht, was die materialistischen Menschen der fünften nachatlantischen Zeitepoche in ihrem Innersten in der Seele trugen. Vor seiner Seele stand wohl instinktiv, mehr oder weniger unbewußt, die Art der Konflikte, wie die Menschen der fünften nachatlantischen Zeitperiode zu der äußeren Welt stehen würden, wie sie handeln würden in der äußeren Welt, wie sie verknüpft sein würden mit den Werken der äußeren Welt; aber das alles ging ihn eigentlich nichts an als einen Menschen, der im Sinne der vierten nachatlantischen Zeitperiode fühlte. Daher sein entschiedenes Betonen: Aus all dem Verkehr mit der Außenwelt, aus all dem Werkzusammenhang mit der Außenwelt kann nichts Gutes kommen. Ihr müßt euch lösen von diesem Werkzusammenhang, lösen von all dem, was die Außenwelt gibt, und müßt allein in eurem Gemüt den Zusammenhang mit der geistigen Welt finden. Nicht aus dem, was ihr wissen könnt, sondern aus dem, was ihr glauben könnt als herauswachsend aus eurem Gemüt, aus eurer Seele, müßt ihr die Brücke bauen zwischen der geistigen Welt und der irdischen. Aus diesem Nicht-Verbundensein mit der Umwelt entsprang das Betonen Luthers eines nur inneren Glaubenszusammenhangs mit der geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder nehmen Sie ein anderes: Vor Luthers geistigem Auge war in gewisser Beziehung die geistige Welt offen. Seine Teufelserscheinungen haben nicht nötig, entschuldigt zu werden, wie das Ricarda Huch tut, die aber sonst in ihrem Buch sehr verdienstvoll über Luther geschrieben hat. Aber seine Teufelserscheinungen haben nicht nötig, heute so entschuldigt zu werden, daß man sagt: Er glaubte nicht an den Teufel mit dem Schwanz und Hörnern, der auf der Straße herumlaufe. - Er hatte die wirkliche Erscheinung des Teufels. Er wußte, was diese ahrimanische Natur für eine Wesenheit ist; das wußte er gut. Vor seinem geistigen Auge war noch, wie beim Menschen der vierten nachatlantischen Periode, die geistige Welt bis zu einem gewissen Grade offen, gerade für diejenigen Erscheinungen offen, die natürlich wiederum die wesentlichsten der fünften nachatlantischen Zeit sind. Und die wesentlichsten geistigen Kräfte der fünften nachatlantischen Zeit sind die ahrimanischen. Die sah er daher. Die Menschen der fünften nachatlantischen Periode dagegen haben die Eigentümlichkeit, daß sie unter dem Einfluß dieser Mächte stehen, aber sie nicht sehen. Weil aber Luther gewissermaßen aus der vierten nachatlantischen Zeitperiode hereinversetzt war, sah er die Mächte und betonte sie entsprechend. Und wenn man das nicht ins Auge faßt, dieses konkrete Zusammenhängen mit der geistigen Welt, versteht man ihn eben nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie ins 15., 14., 13., 12. Jahrhundert zurückgehen: Sie finden überall die Einsicht in die Verwandlungen des Materiellen. Was später geschrieben worden ist, ist ja zum größten Teil Schwindelliteratur, weil die eigentlichen einschlägigen Geheimnisse mit dem Ablauf der vierten nachatlantischen Zeit verlorengegangen sind. Aber alles ist ja nicht Schwindelliteratur, und es ergoß sich manches Richtige hinein, was schwer aufzufinden ist; nur ist es eben nicht gerade hervorragend, namentlich was in späterer Zeit gedruckt worden ist. Die entsprechenden Geheimnisse waren eben verlorengegangen. In der Zeit aber, in der die Geheimnisse von der Alchimie bekannt waren, in der Zeit des vierten nachatlantischen Zeitraums, da konnte man sehr gut auf kirchlichem Gebiete von der Transsubstantiation, von der Verwandlung des Brotes und des Weines in den Leib und in das Blut sprechen, denn man konnte mit diesen Worten noch bestimmte Begriffe verbinden. Luther war verwoben mit der Denkweise, mit der Empfindungsweise der vierten nachatlantischen Zeit, aber hineingestellt war er in die fünfte nachatlantische Zeit. Er mußte daher die Transsubstantiation herausheben aus dem physischen, materiellen VerwandlungsZusammenhang. Und was wurde für ihn das Sakrament, die Transsubstantiation? Ein bloß im Geistigen vor sich gehender Prozeß. Es wird nichts verwandelt, so sagt er, sondern nur, indem das Abendmahl gereicht wird, geht in den Gläubigen der Leib und das Blut Jesu Christi über. - Alles, was Luther sagt, alles, was Luther denkt und empfindet, das ist deshalb gesagt, gedacht und empfunden, weil er ein Mensch mit der Gemütsverfassung der Menschen des vierten nachatlantischen Zeitraums ist: der rettet sich den Zusammenhang, den geistigen Zusammenhang, den die Menschen des vierten nachatlantischen Zeitraums mit den Göttern gehabt haben, in das fünfte, gottlose Zeitalter herein, in das materialistische, in das geistig leere, glaubenslose, wissensleere Zeitalter herein.|177|111ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungen zu einer Inkarnationsreihe ==&lt;br /&gt;
In einem Vortrag vom 28. Juli 2006 beschreibt [[Heinz Grill]] das Ergebnis seiner geistigen Forschungsarbeit zu einer Inkarnationsreihe, die von Martin Luther (1483–1546) ausgeht. Nach dieser Forschung erscheinen einzelne Aspekte oder Seelenanteile der Persönlichkeit Luthers in veränderter Form wieder in der Person von Jakob Böhme (1575–1624) und in weiter veränderter Form in dem Freiheitskämpfer Georg Elser (1903–1945):&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Wo liegt der Mittelpunkt des Menschen?&#039;&#039; Lammers-Koll-Verlag, Broschüre 2006, S. 9 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin Luther LCCN2003688774.jpg|thumb|200px|Martin Luther]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jacob Böhme.jpg|thumb|200px|Jakob Böhme]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Georg Elser.png|thumb|200px|Georg Elser]]&lt;br /&gt;
{{Zitat| Es ist eine außerordentlich interessante Inkarnationsreihe, wenn wir einmal die Seele von Martin Luther, der den Protestantismus gegründet hat, betrachten. Martin Luther war eine sehr revolutionäre Seele und wirkte im Sinne eines Protestierens, eines wirklichen Protestes gegen die allgemeinen Bedingungen des damals existierenden, degenerierenden katholischen Systems. Das Protestieren führte schließlich dazu, daß wir es dann der Abzweigung oder der hinzu kommenden evangelischen Bekenntnisreligion, dem so genannten Protestantismus, zuordnen. Es war im wahrsten Sinne ein Protestieren, es war eine außerordentlich gewagte und mutige Tat, die Martin Luther vollbrachte. Zu dieser Zeit war er doch noch sehr der Gefahr unterlegen, in eine Rolle zu kommen, die ihm das Leben kostet. Dieser Martin Luther erscheint wieder in gewissen Teilen in der Seele Jakob Böhmes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Jakob Böhme]] erfährt nun inhaltlich und poetisch gesehen eine Steigerung in der Geistqualität zu Martin Luther. Es ist gewissermaßen eine Steigerung enthalten, wenn wir die Schriften Martin Luthers vergleichsweise zu Jakob Böhme nehmen. Jener heilige Hauch und Glanz in Böhmes Schriften, die sich ständig rhythmisch wiederholenden Geistbekenntnisse und Imaginationen, die darin niedergeschrieben sind, waren wieder eine außerordentliche Revolution für das damalige christliche Gemeindeleben. Ganz besonders da er Protestant war, entflammte eine Herausforderung für den protestantischen Glauben. Es kam schließlich im Zeitengeist, in den Wogen des Fließens von Zeitenströmen dorthin, daß dieser Jakob Böhme schließlich wieder eine Art Revolution startete gegen die sich verfestigende Form des Protestantismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde sehr schwer bekämpft und mit aller Widersprüchlichkeit seines Schriftstellertums sanktioniert. Die Veröffentlichungen, so widersprüchlich es ist, kamen auf ganz eigentümliche Weise zuwege, denn Jakob Böhme, dem das Schreiben verboten wurde, wurde schließlich auch jegliche Existenzberechtigung innerhalb der evangelischen Glaubensgemeinschaft abgesprochen. Da meist besondere Härten mit einfallsreichen Machenschaften aufgetürmt werden, wenn es sich um die sensible Glaubensfrage handelt, ist es nicht verwunderlich, daß der oberste Primat, der Pfarrer aus dem Orte allerlei nur erdenkliche Methoden entwickelte, wie er den wirklich bedürftigen, armen und auch krank darniederliegenden Jakob Böhme in der Sonntagsmesse demütigen konnte. Auf den Höhepunkt der Demütigung brachte er es, indem er seine Schriften konfiszierte, sie vervielfältigte und allerlei Gelehrten schickte, um sie gegen Jakob Böhme aufzuhetzen. Da aber die Gelehrten des Umkreises plötzlich besonderes Interesse an den Schriften fanden, verbreitete sich somit das Schriftentum. Also geradewegs durch den Gegner, der äußersten Eifer besaß, Böhme zu demütigen, ihn in der Gemeinde zum unmündigen Narren zu erklären, wurden die Schriften in allen Teilen Deutschlands populär. Böhme selbst hätte das gar nicht zuwege bringen können, da er ein Schustermeister, ein einfachster Bürger des Landes war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade durch die größten Widersprüche entstehen Bewegungen des Glaubens und Verkündigungen von Wahrheiten. Wir sehen aber, wenn wir Martin Luther im Geiste betrachten, wie sich eine Seele erneut in eine geheimnisvolle Mission inkarniert. Diese Seele wirkt weiter und sie kommt mit einer ganz eigenartigen Inkarnation wieder. Sie kommt während des zweiten Weltkrieges in der Fähigkeit eines Schreiners wieder. Da kommt eine Seele, die eine außerordentliche Disziplin und Kraft besitzt, eine Kraft, die schon durch ihre außerordentliche Genialität und Stärke daran erinnert, daß sie etwas Besonderes darstellt. Diese Seele stört sich natürlich am allermeisten an der Person Hitlers. Da diese Seele, die hier wiederkommt, sofort bemerkt, wie diese Hitlerfigur die erste und primärste Macht in dem Reichsregim darstellt, ist sie natürlich auf das Äußerste bemüht, nun diese Seele auszuschalten. Alle kennen diese Seele: [[Georg Elser]]. Diese Seele geht nun 30 Tage in das Hofbräuhaus und installiert dort im einzigartigen Alleingang einen Anschlag. Diesen Mut aufzubringen, so eine Tat zu vollziehen, die aber dann im letzten Moment schief geht und die ihm dann zum Verhängnis für das irdische Dasein wird, kann nur jemand, der eine zielstrebige Absicht in seiner Mitte führt. Diese Seele lebt weiter, nachdem sie 1949 abscheidet bzw. nachdem der Körper von Georg Elser durch Tod, durch Erschießen abscheidet, lebt und bewirkt nun in der Aufarbeitung des deutschen Volkes, in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus außerordentlich hohe Genialität. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir jetzt diese Seele suchen, so finden wir sie wieder im Wirken herein aus dem Licht. Wir können deshalb fragen: Wie ist das Licht von Deutschland durchgeistigt, wie ist es in Europa durchgeistigt? Wie lebt der Geist in Europa tatsächlich, wenn wir ihn ganz inniglich anschauen, wenn wir das Innerste des Lichtes betrachten, die innersten Gedanken, die im Lichte leben und weben? Wir finden dann eine Seele wie die von Georg Elser, die schon durch jene bekannte christliche Inkarnationsreihe hindurchgeht und schon vieles in der Weltschöpfung vollbracht hat. Eine solche Seele lebt in einer stillsten, ungesehenen Atmosphäre und bestimmt weiterhin die Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Sie kann natürlich nicht allein allerlei bewirken, daß also ein endgültiger Friede entsteht. Eines muß man aber tatsächlich feststellen, das Licht in Deutschland ist trotz aller Tragik und allen zeitlichen Nöten mit hohen Idealen der Christlichkeit aufgeladen. Obwohl natürlich die Zeitprobleme und die Machenschaften der Zeit wetteifern, so finden wir jedenfalls eine Seele vor, die aus den innersten Seinswelten, aus den innersten Schöpferwelten dagegen arbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lebensauftrag einer Seele bleibt nicht nur innerhalb der irdischen Daseinsformen. Der Lebensauftrag vollbringt sich oftmals in seiner ganzen Größe erst nach dem Tode. Er wirkt nach dem Tode sogar noch weiter als wie innerhalb der Daseinswelt des Eingebundenseins. Es ist nicht immer leicht zu sehen, welche tiefe Kraft die einzelne Seele oder der einzelne geistbegabte Mensch in die Weltschöpfung hereinbringen will.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[sola gratia]]&lt;br /&gt;
* [[sola fide]]&lt;br /&gt;
* [[sola scriptura]]&lt;br /&gt;
* [[solus Christus]]&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Martin Luther}}&lt;br /&gt;
* {{wikipediaDE|Rechtfertigung (Theologie)}}&lt;br /&gt;
* {{wikipediaDE|Martin Luther und die Juden}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis.&#039;&#039;, [[GA 177]] (1985), Siebenter Vortrag, Dornach, 12. Oktober 1917&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschliche und menschheitliche Entwicklungswahrheiten. Das Karma des Materialismus.&#039;&#039;, [[GA 176]] (1982), ISBN 3-7274-1760-9 {{Vorträge|176}} (Siebenter und Achter Vortrag, September 1917)&lt;br /&gt;
* Kirchenamt der EKD (Hrsg.): &#039;&#039;Rechtfertigung und Freiheit: 500 Jahre Reformation 2017. Ein Grundlagentext des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) (EKD-Denkschriften)&#039;&#039;, Gütersloher Verlagshaus, 4. Aufl. 2014, [https://www.ekd.de/download/2014_rechtfertigung_und_freiheit.pdf PDF] (&#039;&#039;Der Text versteht sich lt. [[wikipedia:Volker Leppin|Volker Leppin]] als Explikation der theologischen Botschaft der Reformatoren&#039;&#039;), [http://www.kirche-mv.de/EKD-Papier-Rechtfertigung-und-Freiheit-zeigt-sch.3871.0.html Rezension]&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Luther, Martin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evangelischer Geistlicher]]  &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evangelischer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Evangelische Theologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibelwissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Determinist|M]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Augustiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Luther|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Johannes_Scotus_Eriugena&amp;diff=626498</id>
		<title>Johannes Scotus Eriugena</title>
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		<updated>2026-09-03T05:16:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Periphyseon - Über die Einteilung der Natur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Johannes Scottus Eriugena.jpg|mini|250px|Darstellung Eriugenas in der Handschrift Paris, Bibliothèque Nationale, Lat. 6734]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Johannes Scotus Eriugena&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Johannes Scottus Eriugena&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Johannes Scotus Erigena&#039;&#039;&#039;; * im frühen 9. Jahrhundert in [[W:Schottland|Schottland]] oder [[Irland]]; † im späten 9. Jahrhundert) war ein [[Wikipedia:Westfrankenreich|westfränkischer]] Mönch [[Kelten|keltisch]]-[[Irland|irischer]] Herkunft, der am Hof [[Wikipedia:Karl der Kahle|Karls des Kahlen]] (823-877) als Lehrer der [[Sieben Freie Künste|Sieben Freien Künste]] wirkte und zahlreiche [[Philosophie|philosophische]] und [[Theologie|theologische]] Werke verfasste. Seinem Unterricht legte er, wie damals üblich, das enzyklopädische Werk &#039;&#039;De nuptiis Philologiae et Mercurii&#039;&#039; (&#039;&#039;„Die Hochzeit der Philologie mit Mercurius“&#039;&#039;) des [[Martianus Capella]] zugrunde, das er auch ausführlich kommentierte. Durch seine logisch saubere Gedankenführung in der theologischen Argumentation bereitete Scotus Eriugena bereits die [[Scholastik|scholastische]] Denkweise vor. Aufgrund seiner guten, wenn auch nicht hervorragenden [[Altgriechische Sprache|Griechischkenntnisse]], die damals nur sehr selten anzutreffen waren&amp;lt;ref&amp;gt;Wo und wie sich Eriugena diese Griechischkenntnisse angeeignet hat, bleibt unklar. In den Klöstern seiner irischen Heimat besaß man zwar elementare Kenntnisse der [[Altgriechische Sprache|griechischen Sprache]], aber beweitem nicht auf dem Niveau Eriugenas. In seinem Denken zeigt er eine große Sympathie für die deutlich spirituellere griechische Ostkirche, die damals zwar noch nicht offiziell von der Westkirche geschieden, aber schon durch eine große geistige Kluft von ihr getrennt war. So wurde auf dem [[Viertes Konzil von Konstantinopel]] ([[869]]) die Lehre [[Wikipedia:Photios I.|Photios I.]] verworfen und die [[Trichotomie]], die Dreigliederung des Menschen in [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]] als [[häretisch]] verurteilt - und damit der Geist des Menschen „abgeschafft“, wie es [[Rudolf Steiner]] oftmals ausdrückte. Ob es aber zu Kontakten Eriugenas mit Gelehrten der Ostkirche kam und Eruigena auch Reisen nach [[Wikipedia:Byzanz|Byzanz]] oder Griechenland unternahm, liegt im Dunklen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, konnte er viele Werke der griechischen Philosophen und [[Kirchenväter]] ins [[Latein]]ische übertragen und kommentieren und dadurch zugänglich machen und trug so vor allem zur Verbreitung des [[Neuplatonismus|neuplatonischen]] Gedankenguts bei. Besonders bedeutsam war seine Übersetzung der aus tiefer [[Esoterik]] geschöpften Werke des [[Dionysius Areopagita]], die die [[christlich]]e [[Engellehre]] entscheidend prägten. Wesentliche Anregungen fand Eriugena auch bei [[Wikipedia:Gregor von Nyssa|Gregor von Nyssa]] (* um 335/340; † nach 394) und [[Wikipedia:Maximus Confessor|Maximus Confessor]] (* um 580; † 662). Eriugenas Hauptwerk, das in fünf Bücher gegliederte &#039;&#039;Periphyseon&#039;&#039; ({{ELSalt|Περὶ φύσεων}} „Über Naturen“; [[Über die Einteilung der Natur]]&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Eriugena: &#039;&#039;[https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#view=Fit Über die Einteilung der Natur]&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;), gibt reichen Aufschluss über sein Denken. In der [[Schule von Chartres]] wurden die Werke von Johannes Scottus Eriugena hoch geschätzt, aber wegen ihrer kühnen Gedankenführung später mehrfach verurteilt und viele Exemplare seiner Schriften verbrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Leben des Eriugena - ein Beiname, den er sich möglicherweise selbst gegeben hat - ist wenig bekannt. Wegen seiner kühnen Thesen wurde er vielfach heftig angefeindet. Der Legende nach, deren historische Grundlage allerdings nicht fassbar ist und daher zweifelhaft bleibt, wurde später Scotus Erigena nach England berufen oder musste dorthin fliehen, wo er von seinen eigenen Schülern, möglicherweise auf Geheiß des Papstes, mit deren Schreibfedern(!) ermordert worden sein soll&amp;lt;ref&amp;gt;Was vielleicht auch nur metaphorisch im Sinne einer Widerlegung seiner Schriften zu verstehen ist.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sein Werk blieb wie durch ein Wunder großteils erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man könnte sagen, wie durch eine Art historischen Wunders ist ja&lt;br /&gt;
eigentlich die Nachwelt dazu gekommen, die Schriften des Johannes&lt;br /&gt;
Scotus Erigena zu kennen. Sie erhielten sich, im Gegensatz zu anderen&lt;br /&gt;
Schriften aus den ersten Jahrhunderten, die ähnlich waren und&lt;br /&gt;
die ganz verlorengegangen sind, bis ins 11., 12. Jahrhundert, einige&lt;br /&gt;
wenige noch bis ins 13. Sie waren ja in dieser Zeit vom Papste als&lt;br /&gt;
ketzerisch erklärt worden, es war der Befehl gegeben worden, daß&lt;br /&gt;
alle Exemplare aufgesucht und verbrannt werden müßten. Nur viel&lt;br /&gt;
später in einem verlorenen Kloster hat man Handschriften aus dem&lt;br /&gt;
11. und 13. Jahrhundert wieder gefunden. Im 14., 15., 16., 17.&lt;br /&gt;
Jahrhundert wußte man ja von Johannes Scotus Erigena nichts. Die&lt;br /&gt;
Schriften waren verbrannt worden wie ähnliche Schriften, welche&lt;br /&gt;
Ähnliches enthielten aus derselben Zeit, und bei denen man eben&lt;br /&gt;
vom Standpunkte Roms aus glücklicher war: man hatte alle anderen&lt;br /&gt;
Exemplare dem Feuer übergeben können! Von Scotus Erigena blieben&lt;br /&gt;
eben einzelne zurück.|204|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Diejenigen, die mehr oder weniger, wenn auch mit Scharfsinn&lt;br /&gt;
und Geistreichigkeit, dem Rationalismus zugeneigt&lt;br /&gt;
sind, die werden schon schimpfen, wenn sie das zu Gesicht,&lt;br /&gt;
zum geistigen Gesichte bekommen, was etwa da ausströmte&lt;br /&gt;
von dem Areopagiten, und was dann eine letzte bedeutende&lt;br /&gt;
Offenbarung fand in diesem Erigena. Er war in den letzten&lt;br /&gt;
Lebensjahren noch Benediktinerprior. Aber seine eigenen&lt;br /&gt;
Mönche haben ihn, wie die Sage sagt - die Sage; ich sage ja&lt;br /&gt;
nicht, daß das wörtlich wahr ist, aber wenn es nicht ganz&lt;br /&gt;
wahr ist, so ist es annähernd wahr -, die haben ihn so lange&lt;br /&gt;
mit Stecknadeln bearbeitet, bis er tot war, weil er noch den&lt;br /&gt;
Plotinismus hereinbrachte in das neunte Jahrhundert. Aber&lt;br /&gt;
über ihn hinaus lebten seine Ideen, die zugleich die weitere&lt;br /&gt;
Fortbildung der Ideen des Areopagiten waren. Seine Schriften&lt;br /&gt;
sind mehr oder weniger bis in späte Zeiten hinein verschwunden&lt;br /&gt;
gewesen; sie sind dann ja doch auf die Nachwelt&lt;br /&gt;
gekommen. Im 12. Jahrhundert ist Scotus Erigena als Ketzer&lt;br /&gt;
erklärt worden. Aber das hat ja noch nicht eine solche&lt;br /&gt;
Bedeutung gehabt wie später und wie heute. Trotzdem sind&lt;br /&gt;
Albertus Magnus und Thomas von Aquino tief beeinflußt&lt;br /&gt;
auch von den Ideen des Scotus Erigena.|74|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Lehren&lt;br /&gt;
des Dionysius des Areopagyten hat Scotus in seinem Werke&lt;br /&gt;
über die «Einteilung der Natur» weiter gebildet. Das war&lt;br /&gt;
eine Lehre, die von dem über alles Sinnlich-Vergängliche&lt;br /&gt;
erhabenen Gott ausgeht und von diesem die Welt ableitet&lt;br /&gt;
(vgl. S. 154 f.). Der Mensch ist eingeschlossen in die Verwandlung&lt;br /&gt;
aller Wesen zu diesem Gotte hin, der am Ende&lt;br /&gt;
das erreicht, was er, vom Anfange an, war. In die durch&lt;br /&gt;
den Weltprozeß hindurchgegangene und zuletzt vollendete&lt;br /&gt;
Gottheit fällt alles wieder zurück. Aber der Mensch muß,&lt;br /&gt;
um dahin zu gelangen, den Weg zu dem Fleisch gewordenen&lt;br /&gt;
Logos finden. Dieser Gedanke führt bei Erigena schon zu&lt;br /&gt;
dem andern: Was in den Schriften enthalten ist, die über&lt;br /&gt;
diesen Logos berichten, das führt als Glaubensinhalt zum&lt;br /&gt;
Heil. Vernunft und Schriftautorität, &#039;&#039;[[Glaube]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Erkenntnis]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
stehen nebeneinander. Eines widerspricht nicht dem andern;&lt;br /&gt;
aber der Glaube muß bringen, wozu das Erkennen&lt;br /&gt;
sich nie bloß durch sich selbst erheben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was im Sinne der Mysterien der Menge vorenthalten&lt;br /&gt;
werden sollte, die &#039;&#039;Erkenntnis&#039;&#039; des Ewigen, das war für diese&lt;br /&gt;
Vorstellungsart durch die christliche Gesinnung zum &#039;&#039;Glaubensinhalte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
geworden, der, &#039;&#039;seiner Natur&#039;&#039; nach, sich auf etwas&lt;br /&gt;
dem bloßen Erkennen Unerreichbares bezog. Der vorchristliche Myste war der Überzeugung: ihm sei die Erkenntnis&lt;br /&gt;
des Göttlichen und dem Volke der bildliche Glaube. Das&lt;br /&gt;
Christentum wurde der Überzeugung: Gott hat durch seine&lt;br /&gt;
Offenbarung die Weisheit dem Menschen geoffenbart; diesem&lt;br /&gt;
kommt durch seine Erkenntnis ein Abbild der göttlichen&lt;br /&gt;
Offenbarung zu. Die Mysterienweisheit ist eine Treibhauspflanze,&lt;br /&gt;
die Einzelnen, Reifen, geoffenbart wird; die&lt;br /&gt;
christliche Weisheit ist ein Mysterium, das als Erkenntnis&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Keinem&#039;&#039;, als Glaubensinhalt &#039;&#039;Allen&#039;&#039; geoffenbart wird. Im&lt;br /&gt;
Christentum lebte der Mysterien-Gesichtspunkt fort. Aber&lt;br /&gt;
er lebte fort in veränderter Form. Nicht der besondere&lt;br /&gt;
Einzelne, sondern Alle sollten der Wahrheit teilhaftig werden.&lt;br /&gt;
Aber es sollte so geschehen, daß man von einem gewissen&lt;br /&gt;
Punkte der Erkenntnis deren Unfähigkeit erkannte,&lt;br /&gt;
weiter zu gehen, und von da aus zum Glauben aufstieg.&lt;br /&gt;
Das Christentum holte den Inhalt der Mysterien-Entwicklung&lt;br /&gt;
aus der Tempeldunkelheit in das helle Tageslicht hervor.&lt;br /&gt;
Die Eine gekennzeichnete Geistesrichtung innerhalb&lt;br /&gt;
des Christentums führte zu der Vorstellung, daß dieser&lt;br /&gt;
Inhalt in der Form des &#039;&#039;Glaubens&#039;&#039; verbleiben müsse.|8|172f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In den ersten Jahrhunderten&lt;br /&gt;
der Entwicklung des Christentums, zur Zeit der Kirchenväter,&lt;br /&gt;
sehen wir den Lehrinhalt der Theologie Stück&lt;br /&gt;
für Stück durch Aufnahme innerer Erlebnisse entstehen.&lt;br /&gt;
Bei &#039;&#039;Johannes Scotus Erigena&#039;&#039;, der im neunten Jahrhunderte auf&lt;br /&gt;
der Höhe der christlichen theologischen Bildung stand,&lt;br /&gt;
finden wir diesen Lehrinhalt noch ganz wie ein inneres Erlebnis&lt;br /&gt;
behandelt. Bei den Scholastikern der folgenden Jahrhunderte&lt;br /&gt;
verliert sich vollkommen dieser Charakter eines&lt;br /&gt;
inneren Erlebnisses; der alte Lehrgehalt wird zum Inhalte&lt;br /&gt;
einer äußeren, übernatürlichen Offenbarung umgedeutet. —&lt;br /&gt;
Man kann deshalb die Tätigkeit der mystischen Theologen&lt;br /&gt;
Eckhart, Tauler, Suso und ihrer Genossen auch so auffassen,&lt;br /&gt;
daß man sagt: sie wurden durch den Lehrgehalt der&lt;br /&gt;
Kirche, der in der Theologie enthalten, aber umgedeutet&lt;br /&gt;
war, angeregt, einen ähnlichen Gehalt als inneres Erlebnis&lt;br /&gt;
aus sich selbst wieder aufs neue zu gebären.|7|84f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Periphyseon - Über die Einteilung der Natur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eriugena, Periphyseon, Reims, 875.jpg|mini|250px|&#039;&#039;Periphyseon&#039;&#039; in der Handschrift Reims, Bibliothèque municipale, 875, fol. 15v. Der [[Wikipedia:Kodex|Codex]] ist vermutlich teilweise ein [[Wikipedia:Autograph|Autograph]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Clavis physicae.jpg|mini|250px|Illumination aus der &#039;&#039;Clavis physicae&#039;&#039; des [[Wikipedia:Honorius Augustodunensis|Honorius Augustodunensis]] (Paris B.N. Lat. 6734 fol. 3v). Dargestellt ist die Ordnung der Natur nach dem &#039;&#039;Periphyseon&#039;&#039; des [[Johannes Scottus Eriugena]]: oben die Entstehungsgründe (&#039;&#039;causae primordiales&#039;&#039;), darunter die Auswirkungen der Gründe (&#039;&#039;effectus causarum&#039;&#039;): Zeit (&#039;&#039;tempus&#039;&#039;), Raum/Ort (&#039;&#039;locus&#039;&#039;) und die formlose Materie (&#039;&#039;informis materia&#039;&#039;), darunter die erschaffene und nicht erschaffende Natur (&#039;&#039;natura creata non creans&#039;&#039;), zuunterst Gott als Ziel des Menschen (&#039;&#039;finis&#039;&#039;) und die weder schaffende noch erschaffene Natur (&#039;&#039;natura non creata non creans&#039;&#039;).&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für eine detaillierte Besprechung der Darstellung siehe Johannes Zahlten, &#039;&#039;[http://books.google.com/books?id=eD-2HHOVxIUC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=Raum+und+Raumvorstellungen+im+Mittelalter&amp;amp;ei=upPtSe_GAaDCzQS2l4HiCA&amp;amp;hl=de#PPA615,M1 Die Erschaffung von Raum und Zeit in Darstellungen zum Schöpfungsbericht von Genesis 1]&#039;&#039;, in: Jan A. Aertsen und Andreas Speer (Hrsg.), &#039;&#039;Raum und Raumvorstellungen im Mittelalter&#039;&#039; (= &#039;&#039;Miscellanea mediaevalia&#039;&#039; Nr. 25), de Gruyter, Berlin 1998, S. 615-628, speziell S. 615f.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Scottus Eriugena gab seinem in 5 Bücher gegliederten Hauptwerk, das als Dialog eines Lehrers mit seinem Schüler geschrieben ist, den Titel &#039;&#039;&#039;Periphyseon&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|Περὶ φύσεων}} „Über Naturen“); der [[latein]]ische Titel &#039;&#039;De divisione naturae&#039;&#039; (&#039;&#039;[https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#view=Fit Über die Einteilung der Natur]&#039;&#039;) stammt nicht von ihm und ist erst ab dem 12. Jahrhundert nachweisbar. Es beschreibt das Verhältnis des Schöpfers zu seiner Schöpfung, insbesondere zum Menschen, und die daraus resultierende kosmische Weltordnung in ihre gesamten Entwicklung vom Anfang bis zum Ende, die beide für [[Gott]], der über [[Raum]] und [[Zeit]] steht, in eins zusammenfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man läßt sich heute nicht gern darauf ein,&lt;br /&gt;
etwa so etwas zu würdigen, wie das Werk über die Einteilung der&lt;br /&gt;
Natur von &#039;&#039;Johannes Scotus Erigena&#039;&#039; im 9. Jahrhundert. Man läßt sich&lt;br /&gt;
nicht darauf ein, weil man solch ein Werk nicht als ein historisches&lt;br /&gt;
Denkmal nimmt aus einer Zeit, in der eben ganz anders gedacht wurde&lt;br /&gt;
als heute, in der so gedacht wurde, wie man es gar nicht mehr versteht,&lt;br /&gt;
wenn man solch ein Werk heute liest. Und wenn gewöhnliche&lt;br /&gt;
Philosophen in ihrer Geschichtsschreibung solche Dinge darstellen, so&lt;br /&gt;
hat man es eigentlich nur mit Worten zu tun. Ein Eingehen auf den&lt;br /&gt;
eigentlichen Geist eines solchen Werkes, wie das von Johannes Scotus&lt;br /&gt;
Erigena über die Einteilung der Natur, wobei Natur etwas ganz anderes&lt;br /&gt;
bedeutet als das Wort Natur in der späteren Naturwissenschaft, ein&lt;br /&gt;
Eingehen auf diesen Geist ist eigentlich nicht mehr da. Kann man bei&lt;br /&gt;
geisteswissenschaftlicher Vertiefung doch darauf eingehen, so muß man&lt;br /&gt;
sich merkwürdigerweise folgendes sagen: Dieser Scotus Erigena hat&lt;br /&gt;
Ideen entwickelt, die auf einen den Eindruck machen, daß sie außerordentlich&lt;br /&gt;
tief hineingehen in das Wesen der Welt, aber er hat diese&lt;br /&gt;
Ideen ganz zweifellos in einer nicht zulänglichen, nicht eindringlichen&lt;br /&gt;
Form in seinem Werke dargestellt. Wenn man sich nicht der Gefahr&lt;br /&gt;
aussetzen würde, gegenüber einem immerhin überragenden Werke der&lt;br /&gt;
Menschheitsentwickelung respektlos zu sprechen, so würde man im&lt;br /&gt;
Grunde eigentlich sagen müssen, daß schon Johannes Scotus Erigena&lt;br /&gt;
selbst nicht mehr völlig gewußt hat, was er schreibt. Man sieht das&lt;br /&gt;
seiner Darstellung an. Für ihn selber waren, wenn auch nicht in dem&lt;br /&gt;
Grade, wie es für die heutigen Geschichtsschreiber der Philosophie der&lt;br /&gt;
Fall ist, doch schon die Worte, die er aus der Tradition entnommen hat,&lt;br /&gt;
mehr oder weniger nur Worte, deren tiefen Inhalt er selber nicht mehr&lt;br /&gt;
einsah. Man ist eigentlich immer mehr genötigt, wenn man diese Dinge&lt;br /&gt;
liest, in der Geschichte zurückzugehen. Und von Scotus Erigena wird&lt;br /&gt;
man ja, das ist leicht ersichtlich aus seinen Schriften, unmittelbar geführt&lt;br /&gt;
auf die Schriften des sogenannten Pseudo-Dionysius des Areopagiten.&lt;br /&gt;
Ich will jetzt auf dieses Entwickelungsproblem nicht eingehen,&lt;br /&gt;
wann der gelebt hat und so weiter. Und von diesem &#039;&#039;[[Dionysius Areopagita|Dionysius dem Areopagiten]]&#039;&#039; wird man wiederum weiter zurückgeführt. Da muß man&lt;br /&gt;
dann schon wirklich ausgerüstet mit Geisteswissenschaft weiterforschen, und man kommt endlich etwa, wenn man in das 2., 3. Jahrtausend&lt;br /&gt;
vorchristlicher Zeit zurückgeht, zu tiefen Einsichten, die eben&lt;br /&gt;
der Menschheit verlorengegangen sind, die eben nur in einem schwachen&lt;br /&gt;
Nachklange vorhanden sind in solchen Schriften wie denen von&lt;br /&gt;
Johannes Scotus Erigena.|326|116f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es ist außerordentlich wichtig, einmal genau hinzusehen, wie die&lt;br /&gt;
Gliederung der Erkenntnis bei Johannes Scotus Erigena war. Er&lt;br /&gt;
unterscheidet in seiner großen Schrift über die Gliederung der&lt;br /&gt;
Natur, die eben auf die geschilderte Weise auf die Nachwelt gekommen&lt;br /&gt;
ist, in vier Kapiteln dasjenige, was er über die Welt zu sagen&lt;br /&gt;
hat, und er spricht zuerst im ersten Kapitel von der nichtgeschaffenen&lt;br /&gt;
und schaffenden Welt (siehe Darstellung S. 262). Das ist das&lt;br /&gt;
erste Kapitel, das schildert in der Art, wie Johannes Scotus Erigena&lt;br /&gt;
dies glaubt tun zu können, gewissermaßen Gott, wie er war, bevor er&lt;br /&gt;
herangetreten ist an irgend etwas, das Weltschöpfung ist. Johannes&lt;br /&gt;
Scotus Erigena schildert da durchaus so, wie er es, ich möchte sagen,&lt;br /&gt;
gelernt hat durch die Schriften des Dionysius, und er schildert, indem&lt;br /&gt;
er höchste Verstandesbegriffe ausbildet, aber zu gleicher Zeit&lt;br /&gt;
sich bewußt ist, mit denen kommt man nur bis zu einer gewissen&lt;br /&gt;
Grenze, jenseits welcher die negative Theologie liegt. Man nähert&lt;br /&gt;
sich also nur dem, was eigentlich wahres Wesen des Geistigen, des&lt;br /&gt;
Göttlichen ist. Wir finden da in diesem Kapitel unter anderem die&lt;br /&gt;
schöne, für die heutige Zeit noch lehrreiche Abhandlung über die&lt;br /&gt;
göttliche Trinität. Er sagt, wenn wir die Dinge um uns herum anschauen,&lt;br /&gt;
so finden wir zuerst als allgeistige Eigenschaft das Sein&lt;br /&gt;
(siehe S. 262). Dieses Sein ist gewissermaßen das, was alles umfaßt.&lt;br /&gt;
Wir sollten Gott nicht das Sein, so wie es die Dinge haben, beilegen,&lt;br /&gt;
aber wir können doch nur gewissermaßen, indem wir hinaufschauen&lt;br /&gt;
auf das, was Übersein ist, doch nur zusammenfassend vom Sein der&lt;br /&gt;
Gottheit sprechen. Ebenso finden wir, daß die Dinge in der Welt&lt;br /&gt;
von Weisheit durchstrahlt und durchsetzt sind. Wir sollten Gott&lt;br /&gt;
nicht bloß Weisheit, sondern Überweisheit beilegen. Aber eben,&lt;br /&gt;
wenn wir von den Dingen ausgehen, kommen wir bis zu der Grenze&lt;br /&gt;
des Weisheitsvollen. Aber es ist nicht nur Weisheit in allen Dingen:&lt;br /&gt;
Alle Dinge leben; es ist Leben in allen Dingen. Wenn also Johannes&lt;br /&gt;
Scotus Erigena sich die Welt vergegenwärtigt, so sagt er: Ich sehe in&lt;br /&gt;
der Welt Sein, Weisheit, Leben. Die Welt erscheint mir gewissermaßen&lt;br /&gt;
in diesen drei Aspekten als seiende, als weisheitsvolle, als&lt;br /&gt;
lebendige Welt. Gleichsam sind ihm das drei Schleier, die sich der&lt;br /&gt;
Verstand ausbildet, wenn er über die Dinge hinblickt. Man müßte&lt;br /&gt;
durchsehen durch die Schleier, dann würde man in das Göttlich-&lt;br /&gt;
Geistige hineinsehen. Aber er schildert zunächst die Schleier und&lt;br /&gt;
sagt: Wenn ich auf das Sein sehe, so repräsentiert mir das den [[Vater (Trinität)|Vater]];&lt;br /&gt;
wenn ich auf die Weisheit sehe, so repräsentiert mir das den [[Sohn]] im&lt;br /&gt;
All; wenn ich auf das Leben sehe, so repräsentiert mir das den [[Heiliger Geist|Heiligen Geist]] im All.|204|261ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Mir scheint die Eintheilung der Natur vier unterschiedene Formen anzunehmen. Sie theilt sich zunächst&lt;br /&gt;
in eine solche, welche &#039;&#039;schafft und nicht geschaffen wird&#039;&#039;; sodann in eine solche, welche &#039;&#039;geschaffen wird und schafft&#039;&#039;; zum Dritten in eine solche, welche &#039;&#039;geschaffen wird und nicht schafft&#039;&#039;; zum Vierten in eine solche, welche &#039;&#039;nicht schafft und nicht geschaffen wird&#039;&#039;. Von diesen vier Theilungen stehen sich je zwei einander entgegen, die dritte der ersten, die vierte der zweiten. Aber die vierte fällt unter Unmögliches, da ihr Unterscheidendes darin besteht, dass sie nicht sein kann.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 3f [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=10&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Für ihn stellt sich die Welt als eine Entwickelung in vier «Naturformen» dar. Die erste ist die «schaffende und nicht&lt;br /&gt;
geschaffene Natur». In ihr ist der rein geistige Urgrund&lt;br /&gt;
der Welt enthalten, aus dem sich die «schaffende und geschaffene&lt;br /&gt;
Natur» entwickelt. Das ist eine Summe von rein&lt;br /&gt;
geistigen Wesenheiten und Kräften, die durch ihre Tätigkeit&lt;br /&gt;
erst die «geschaffene und nicht schaffende Natur» hervorbringen,&lt;br /&gt;
zu welcher die Sinnenwelt und der Mensch gehören.&lt;br /&gt;
Diese entwickeln sich so, daß sie aufgenommen&lt;br /&gt;
werden in die «nicht geschaffene und nicht schaffende Natur», innerhalb welcher die Tatsachen der Erlösung, die&lt;br /&gt;
religiösen Gnadenmittel usw. wirken.|18|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA204_262.png|center|900px|Zeichnung aus GA 204, S. 262]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ordnung der [[Natur]] &#039;&#039;„fängt bei der erhabensten, zunächst in Gott gesetzten, reinen Verstandeskraft an und steigt bis zur äussersten Grenze der vernünftigen und vernunftlosen Kreatur herab oder, deutlicher zu reden, vom höchsten Engel bis zum letzten Theile der vernünftigen oder vernunftlosen Seele, dem nährenden und Wachsthum fördernden Leben nämlich; denn dieser letzte Theil der allgemeinen Seele ist es, der den Körper nährt und wachsen lässt.“&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scottus Eriugena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=13&amp;amp;view=Fit S. 6]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die unterste Grenze bildet die [[Körper]]welt. In der Stufenordnung der himmlischen [[Hierarchien]] folgt Eriugena [[Dionysius Areopagita]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Es giebt aber drei solcher&lt;br /&gt;
sogenannten Stufenordnungen. Die erste umfasst die [[Cherubim]], die [[Seraphim]] und die [[Throne]]; die zweite die&lt;br /&gt;
[[Kräfte]], die [[Mächte]] und die [[Herrschaften]]; die dritte die [[Fürstenthümer]], die [[Erzengel]] und die [[Engel]].|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 13f [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=13&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nach dem [[Gottebenbildlichkeit|Bild und Gleichnis Gottes]] geschaffene Mensch, so schreibt Eriugena, überspannt aber diesen ganzen Bereich: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Denn&lt;br /&gt;
der Mensch ist, wie wir gesagt haben und noch oft genug&lt;br /&gt;
wiederholen werden, in solcher Würde der geschaffenen&lt;br /&gt;
Natur gebildet worden, dass es keine sichtbare oder unsichtbare Natur giebt, die nicht in ihm gefunden würde.&lt;br /&gt;
Er ist nämlich aus den beiden allgemeinen Theilen&lt;br /&gt;
der geschaffenen Natur, der sinnlichen und gedankenhaften, in wunderbarer Vereinigung zusammengesetzt, d. h.&lt;br /&gt;
er ist aus den äussersten Enden der ganzen Kreatur verbunden.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 128 [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=135&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer gesprochen ist es die dreigliedrige, [[denken]]de bzw. [[Vorstellung|vorstellende]] menschliche [[Seele]], die nach dem Bild Gottes geschaffen wurde, &#039;&#039;nicht&#039;&#039; aber jener Teil der Seele, die das [[Leben]] erhält (also der [[Ätherleib]]) und noch weniger der sterbliche [[Physischer Leib|physische Leib]], der für Eriugena auf der untersten Stufe des Geschaffenen steht und der [[Sünde]] verfallen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wenn aber Jemand die Eigenthümlichkeit&lt;br /&gt;
der griechischen Sprache aufmerksam betrachtet, so wird&lt;br /&gt;
er im Menschen zwei Sinne vertreten finden, sofern hier&lt;br /&gt;
das Denken als „[[nûs]],“ die Vernunft als „[[logos]]“ und nicht&lt;br /&gt;
der äussere, sondern der innere Sinn als „[[dianoia]]“ bezeichnet wird. In diesen dreien aber besteht die Wesendreiheit der nach dem Bilde Gottes geschaffenen Seele; denn sie besitzt Denken, Vernunft und &#039;&#039;innern&#039;&#039; oder wesenhaften Sinn, während der &#039;&#039;äussere&#039;&#039; Sinn, den wir das Band&lt;br /&gt;
des Körpers und der Seele genannt haben, als Grundlage&lt;br /&gt;
die ihm eigenthümlichen Werkzeuge gewissermassen als&lt;br /&gt;
Wächter des Sinnes besitzt, sofern in den sogenannten&lt;br /&gt;
fünf Sinnen, dem Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und&lt;br /&gt;
Fühlen, der Sinn gehütet wird und wirksam ist.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 176 [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=183&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eriugena will damit keineswegs ausdrücken, dass der Mensch im [[Paradies]] nur die dreigliedrige Seele, aber keinen [[Leib]] gehabt hätte; doch das sei kein sterblicher, sondern ein himmlischer geistiger Leib gewesen. Auf einmal und zugleich habe der Schöpfer im Paradies unsere Seelen und Leiber geschaffen, himmlische und geistige Leiber nämlich, wie sie nach der [[Auferstehung]] sein werden. [[Christus]] sei in die Welt gekommen, um diesen ursprünglichen Zustand wiederherzustellen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Denn in dieser Dreiheit erkennen wir das ausgeprägte Bild der höchsten und heiligsten Dreiheit. Von&lt;br /&gt;
der Lebensbewegung dagegen, durch welche die Seele den&lt;br /&gt;
Körper nährt, einigt, belebt, besorgt und wachsen lässt,&lt;br /&gt;
sowie vom Körper selbst, der den letzten Platz in der&lt;br /&gt;
ganzen Creatur einnimmt, wird im vierten Buche zu reden&lt;br /&gt;
sein, wo wir (so Gott will) auf die sinnlichen Naturen&lt;br /&gt;
kommen werden. Weil dieser Theil als ein solcher erkannt wird, der ausserhalb der Eigenthümlichkeit unserer&lt;br /&gt;
denkenden Wesenheit liegt, worin wir nach Gottes Bilde&lt;br /&gt;
geschaffen sind, ist er von uns für jetzt übergangen worden, zumal er eine ausserhalb unser ursprünglichen Natur&lt;br /&gt;
fallende Bewegung ist, welche als Strafe für die Sünde&lt;br /&gt;
zur wesenhaften Wirksamkeit unsers inneren Sinnes hinzugefügt ist, sofern der Körper mittelst dieser Bewegung&lt;br /&gt;
dasjenige besorgt, was die menschliche Natur seit der&lt;br /&gt;
Sünde überkommen hat. Ich meine diesen vergänglichen&lt;br /&gt;
und sterblichen Körper, der sich räumlich und zeitlich&lt;br /&gt;
verändert und in einzelne Theile zerfällt, der sich räumlich&lt;br /&gt;
ausdehnt, dem Wachsthum und der Abnahme unterworfen,&lt;br /&gt;
mit verschiedenen Eigenschaften und Grössenbestimmungen&lt;br /&gt;
behaftet, zu allen unvernünftigen Bewegungen geneigt und&lt;br /&gt;
eine Herberge der noch fleischlichen Seele ist, die mit&lt;br /&gt;
Recht den mancherlei Folgen ihres Stolzes und Ungehorsams anheimfällt, und was von der Unseligkeit der aus&lt;br /&gt;
ihrem Paradiesesglücke in dieses Leben versetzten menschlichen Natur noch weiter gesagt und erfahrungsmässig&lt;br /&gt;
erkannt werden kann. Vernünftiger Weise bleibt also&lt;br /&gt;
ausserhalb der Grenzen unserer Wesensdreiheit diejenige&lt;br /&gt;
Bewegung der menschlichen Natur liegen, wodurch das&lt;br /&gt;
ihr zur Strafe für den Abfall vom göttlichen Gebote Zuge&lt;br /&gt;
theilte besorgt wird, worunter ich diejenige Strafe verstehe, die nicht als Rache des zürnenden, sondern als&lt;br /&gt;
Maassregel des erbarmenden Gottes anzusehen ist. Wähne&lt;br /&gt;
jedoch nicht, ich wolle hiermit lehren, jene vor der Sünde&lt;br /&gt;
des Menschen im Paradiese nach Gottes Bilde gegründete&lt;br /&gt;
Dreiheit der menschlichen Natur hätte ganz und gar des&lt;br /&gt;
Körpers entbehrt. Fern sei es von mir, so etwas zu sagen&lt;br /&gt;
oder zu glauben. Denn auf einmal und zugleich hat der&lt;br /&gt;
Schöpfer im Paradies unsere Seelen und Leiber geschaffen,&lt;br /&gt;
himmlische und geistige Leiber nämlich, wie sie nach der&lt;br /&gt;
Auferstehung sein werden. Die feisten, vergänglichen und&lt;br /&gt;
sterblichen Leiber freilich, von denen wir dermalen be&lt;br /&gt;
schwert sind, haben zweifellos nicht von Natur, sondern&lt;br /&gt;
in Folge des Sündenfalles ihre Veranlassung gehabt. Was&lt;br /&gt;
also in Folge dessen der Natur zugewachsen ist, diess&lt;br /&gt;
wird die in Christus erneuerte und in ihren frühern Zu&lt;br /&gt;
stand zurückgeführte Natur entbehren. Kann doch mit&lt;br /&gt;
der Natur dasjenige nicht gleichewig sein, was ihr um&lt;br /&gt;
der Sünde willen anhängt und nicht zu ihren wesentlichen&lt;br /&gt;
Zuständen gerechnet werden kann. Es ist darum auch&lt;br /&gt;
Wohl ganz in der Ordnung, dass jenes Hinzugetretene auch&lt;br /&gt;
wiederum nicht sowohl untergehe, als vielmehr in jenes&lt;br /&gt;
ursprünglich Geschaffene übergehe und Eins mit ihm&lt;br /&gt;
werde, ein einziges Unkörperliches nämlich durch die&lt;br /&gt;
Gnade des göttlichen Wortes, welches ja nicht etwa blos&lt;br /&gt;
in unser natürliches, sondern zugleich auch in jenes erst&lt;br /&gt;
hinzugetretenes Wesen herabgekommen war, damit der Vereiniger von Beidem in ihm selber alles Unsrige wieder&lt;br /&gt;
herstellen und dem noch Hinzugefügten einpflanzen möge.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 178f [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=185&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Gottheit - als [[Urbild]] des Menschenwesens - offenbart sich in [[Dreifaltigkeit|dreifältiger]] Gestalt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Gleichwohl haben die Theologen mit richtigem Scharfblick aus dem, was ist, ergründet, dass sie sei; dass sie aber weise sei, aus der&lt;br /&gt;
Vertheilung der Wesen in Gattungen, Arten, Unterschiede&lt;br /&gt;
und Einzelheiten; dass sie lebendig sei, aus der ständigen&lt;br /&gt;
Bewegung, wie aus dem beweglichen Zustande von Allem.&lt;br /&gt;
Auf ebendieselbe Weise hat man sehr richtig gefunden,&lt;br /&gt;
dass die All-Ursache dreifach bestehe. Denn aus dem&lt;br /&gt;
Sein dessen, was ist, wird erkannt, dass sie ist; aus der&lt;br /&gt;
wunderbaren Ordnung der Dinge, dass sie weise ist, und&lt;br /&gt;
aus der Bewegung hat man gefunden, dass sie Leben ist.&lt;br /&gt;
Als ursachliche und schöpferische Natur von Allem ist&lt;br /&gt;
sie also und ist weise und lebt. Und demgemäss haben&lt;br /&gt;
die Ergründer der Wahrheit überliefert, dass unter ihrem&lt;br /&gt;
Sein der Vater, unter ihrer Weisheit der Sohn, unter&lt;br /&gt;
ihrem Leben der h. Geist verstanden sei [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... so sind [...] von den h. Theologen die&lt;br /&gt;
Glaubensbekenntnisse aufgestellt und überliefert worden,&lt;br /&gt;
damit wir im Herzen glauben und mit dem Munde bekennen, dass die göttliche Güte in drei Bestandheiten einer&lt;br /&gt;
einzigen Wesenheit bestehe. Und zwar ist dies nicht ohne&lt;br /&gt;
Berücksichtigung übersinnlicher Erkenntniss und vernünftiger Forschung geschehen. Indem sie nämlich, vom göttlichen Geist erleuchtet, die Eine unaussprechliche All-Ursache und den Einen einfachen und untheilbaren Ausgangspunkt ins Auge fassten, haben sie dies Einheit genannt. Indem sie weiterhin die Einheit selbst nicht in leerer Vereinzelung, sondern in wunderbar fruchtbarer Vielheit anschauten, haben sie drei Bestandheiten der&lt;br /&gt;
Einheit gedacht: eine ungezeugte, eine gezeugte und eine hervorgehende. Das Verhalten der ungezeugten Bestandheit zur gezeugten nannten sie Vater; das Verhalten der gezeugten Bestandheit zur ungezeugten nannten sie Sohn; das Verhalten der hervorgehenden Bestandheit zur ungezeugten und gezeugten nannten sie heiliger Geist.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 23f [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=29&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erkennen]] und [[Schaffen]] sind für [[Gott]] ein und dasselbe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Worte also: „im Glanze der Heiligen erzeugte Gott&lt;br /&gt;
aus seinem Schoosse seinen Sohn“ wollen nichts anders&lt;br /&gt;
bedeuten, als dass er in seinem eingeborenen Sohne die&lt;br /&gt;
Erkenntniss der künftigen Heiligen zeugte oder vielmehr&lt;br /&gt;
sie selber schuf. In der Weisheit des Vaters ist nämlich&lt;br /&gt;
die Erkenntniss der Heiligen gerade ihre Schöpfung.&lt;br /&gt;
Denn das Denken derselben ist bei Gott eben die Wesenheit derselben, sintemal bei Gott vor dem Werden dessen,&lt;br /&gt;
was er thut, das Erkennen eins und dasselbe ist mit dem&lt;br /&gt;
Machen dessen, was er erkennt. Denn Erkennen und&lt;br /&gt;
Thun sind bei Gott eins und dasselbe; erkennend ist er&lt;br /&gt;
thätig und im Thätigsein erkennt er. Das Erkennen geht&lt;br /&gt;
bei ihm nicht dem Thun vorher, noch das Thun dem Erkennen, weil ausser dem Verhältniss des Schaffenden und&lt;br /&gt;
Geschaffenen Alles zugleich und auf einmal gleichewig ist.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 163 [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=170&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gottheit in ihrer dreifältigen Gestalt [[Schöpfung aus dem Nichts|schafft aus dem Nichts]] und das von ihr Geschaffene entfaltet sich in &#039;&#039;fünf Stufen&#039;&#039;, die vom bloßen [[Sein]] ([[Mineralreich]]), über das [[Leben]] ([[Pflanzen]]), die [[Sinnlichkeit]] ([[Tiere]]) und [[Vernunft]] ([[Mensch]]) bis zum reinen [[Denken]] der [[Engel]] reichen, zu deren Erkenntnishöhe sich aber der Mensch im wirklichen [[Erkennen]] zu erheben vermag ([[#Denken im Gespräch mit dem Engel|s.u.]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Als ungeschaffene Schöpferin&lt;br /&gt;
aller Dinge hat die höchste Dreiheit Alles, was sie schuf,&lt;br /&gt;
aus Nichts gemacht; denn es ist die Eigenthümlichkeit&lt;br /&gt;
der göttlichen Güte, was sie werden lassen will, aus dem&lt;br /&gt;
Nichtsein in&#039;s Sein zu rufen... Alles,&lt;br /&gt;
was natürlicher Weise besteht, ist durch die fünffache&lt;br /&gt;
Bewegung der gesammten Creatur vom Schöpfer in&#039;s Dasein&lt;br /&gt;
gerufen. Einiges nämlich wurde gerufen, um nur&lt;br /&gt;
wesentlich zu bestehen ; Anderes, um zu bestehen und zu&lt;br /&gt;
leben; in Anderem ist zum wesentlichen Leben der Sinn&lt;br /&gt;
hinzugetreten; in Anderem wiederum tritt zum Lebenssinne&lt;br /&gt;
die Vernunft, in Anderem endlich ist zur Vollendung der&lt;br /&gt;
erwähnten natürlichen Bewegungen das Denken hinzugekommen.&lt;br /&gt;
Die erste Art dieser Bewegungen findet sich&lt;br /&gt;
in den Naturkörpern, die zweite im Lebensbereiche des&lt;br /&gt;
pflanzlichen Wachsthums, die dritte in den vernunftlosen&lt;br /&gt;
Thieren, die vierte wird eigenthümlich in der menschlichen&lt;br /&gt;
und die fünfte in der engelischen Natur angetroffen. In&lt;br /&gt;
diesen fünff Stufen wird bei der Erschaffung der Dinge&lt;br /&gt;
aus Nichts die Güte der höchsten und heiligen Dreiheit&lt;br /&gt;
erkannt und die unaussprechliche Wirksamkeit derselben&lt;br /&gt;
offenbar.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 191 [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=198&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gott]] selbst, sagt Eriugena, weiß nicht &#039;&#039;was&#039;&#039; er ist, da er selbst grenzenlos und jenseits jeder Bestimmbarkeit ist und alles in ihm in ungeschiedener [[Ganzheit]] in Eins zusammenfällt. Dieses „Nichtwissen“ ist aber zugleich die höchste und wahre [[Weisheit]], das unbegreifliche und unendliche [[Wissen]] Gottes selbst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wenn wir sagen, Gott wisse nicht, was er sei, wollen wir&lt;br /&gt;
damit wohl. etwas Anderes andeuten, als dass er sich. in&lt;br /&gt;
keinem von Allem, was ist, begreife? Denn wie könnte&lt;br /&gt;
er in ihm selber Etwas erkennen, was in ihm selber nicht&lt;br /&gt;
sein kann? Sind doch die Gründe Alles dessen, was Gott&lt;br /&gt;
in sich selber, d. h. der Vater im Sohne, geschaffen hat,&lt;br /&gt;
ungetheilt in ihm Eins; sie gestatten keine Bestimmung&lt;br /&gt;
der eigenthtimlichen Bestandheiten durch eigenthümliche&lt;br /&gt;
Unterschiede oder zufällige Bestimmungen, indem sie dergleichen&lt;br /&gt;
nur in ihren Wirkungen, nicht aber in ihnen&lt;br /&gt;
selber zulassen. Was ist dann aber von der unaussprechlichen&lt;br /&gt;
und unbegreiflichen Natur selber zu halten? Wer&lt;br /&gt;
möchte darin etwas durch eine Grenze Bestimmtes, im&lt;br /&gt;
Raume Ausgedehntes, in Theile Getrenntes, aus Bestandheiten&lt;br /&gt;
und zufälligen Bestimmungen Zusammengesetztes&lt;br /&gt;
denken? Das göttliche Nichtwissen ist also die höchste&lt;br /&gt;
und wahre Weisheit.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 209 [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=216&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie sehen, Johannes Scotus Erigena geht durchaus von philosophischen&lt;br /&gt;
Begriffen aus und erhebt sich zu dem, was die christliche&lt;br /&gt;
Trinität ist. Er macht also den Weg im Inneren noch durch, vom&lt;br /&gt;
Begreifen ausgehend, in das sogenannte Unbegreifliche hinein. Das&lt;br /&gt;
ist auch durchaus seine Überzeugung. Aber er redet eben so, daß&lt;br /&gt;
man der Art und Weise, wie er die Dinge gibt, ansieht, daß er von&lt;br /&gt;
Dionysius gelernt hat. Er möchte eigentlich in dem Momente, wo er&lt;br /&gt;
zu Sein, Weisheit, Leben kommt, und ihm diese repräsentieren&lt;br /&gt;
Vater, Sohn und Geist, er möchte eigentlich diese Begriffe auseinanderschwimmen&lt;br /&gt;
lassen in ein allgemeines Geistiges hinein, in das&lt;br /&gt;
sich der Mensch dann überbegrifflich erheben müßte. Aber er&lt;br /&gt;
schreibt dem Menschen nicht zu die Fähigkeit, zu solchem Überbegrifflichen&lt;br /&gt;
zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist Johannes Scotus Erigena ein Sohn seines Zeitalters,&lt;br /&gt;
das den Verstand ausbildete, und das ja wirklich, wenn es sich selbst&lt;br /&gt;
richtig verstand, sich sagen mußte, es könne nicht hineinkommen in&lt;br /&gt;
das Überbegriffliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite Kapitel schildert dann gewissermaßen eine zweite&lt;br /&gt;
Schichte des Weltendaseins, die geschaffene und schaffende Welt&lt;br /&gt;
(siehe S. 262). Das ist diejenige Welt der geistigen Wesenheiten, in&lt;br /&gt;
der wir zu suchen haben Angeloi, Archangeloi, Archaiund so weiter.&lt;br /&gt;
Diese Welt der geistigen Wesenheiten, die wir ja auch bei dem&lt;br /&gt;
Dionysius dem Areopagiten verzeichnet finden, diese Welt der geistigen&lt;br /&gt;
Wesenheiten schafft überall in der Welt, aber sie ist selbst&lt;br /&gt;
geschaffen, sie ist von dem höchsten Wesen angefangen, also geschaffen,&lt;br /&gt;
und sie schafft in allen Einzelheiten des Daseins, das uns&lt;br /&gt;
umgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als dritte Welt im dritten Kapitel schildert er dann die geschaffene&lt;br /&gt;
und nichtschaffende Welt. Das ist die Welt, die wir um uns&lt;br /&gt;
herum mit unseren Sinnen wahrnehmen. Das ist die Welt der Tiere,&lt;br /&gt;
Pflanzen und Mineralien, der Sterne und so weiter. In diesem Kapitel&lt;br /&gt;
behandelt er ungefähr alles dasjenige, was wir nennen würden&lt;br /&gt;
Kosmologie, Anthropologie und so weiter, dasjenige, was wir etwa&lt;br /&gt;
heute bezeichnen als den Umfang des Wissenschaftlichen.&lt;br /&gt;
In dem vierten Kapitel behandelt er die nichtgeschaffene und&lt;br /&gt;
nichtschaffende Welt. Es ist wiederum dieses die Gottheit, aber so,&lt;br /&gt;
wie sie sein wird, wenn alle Wesen, namentlich alle Menschen, zu&lt;br /&gt;
ihr zurückgekehrt sein werden, wenn sie nicht mehr schaffend sein&lt;br /&gt;
wird, wenn sie in sich aufgenommen hat in seliger Ruhe - so stellt&lt;br /&gt;
sich ja Johannes Scotus Erigena das vor - alle diejenigen Wesen, die&lt;br /&gt;
eben aus ihr hervorgegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wenn wir diese vier Kapitel überschauen, so haben wir ja&lt;br /&gt;
darinnen eigentlich, ich möchte sagen, etwas wie ein Kompendium&lt;br /&gt;
alles Überlieferten, so wie es vorhanden war in den Weisheitsschulen,&lt;br /&gt;
aus denen Johannes Scotus Erigena hervorgegangen ist. Wenn man&lt;br /&gt;
dasjenige nimmt, was er schildert in dem ersten Kapitel, so haben&lt;br /&gt;
wir etwa dasjenige, was man in seinem Sinne die Theologie genannt&lt;br /&gt;
hat, die Theologie, die eigentliche Lehre von dem Göttlichen.&lt;br /&gt;
Wenn man das zweite Kapitel nimmt, so hat man darinnen dasjenige,&lt;br /&gt;
was er nennt Idealwelt, etwa in unserer heutigen Sprache,&lt;br /&gt;
Ideal aber vorgestellt als wesenhaft. Er schildert ja nicht abstrakte&lt;br /&gt;
Ideen, sondern eben Engel, Erzengel und so weiter, er schildert die&lt;br /&gt;
ganze intelligible Welt, wie man es nannte, die aber nicht eine intelligible&lt;br /&gt;
Welt wie die unsre war, sondern die eine Welt von lebendiger&lt;br /&gt;
Wesenheit war, von lebendigen intelligiblen Wesenheiten.&lt;br /&gt;
In dem dritten Kapitel schildert er, wie gesagt, dasjenige, was&lt;br /&gt;
wir heute unsere Wissenschaft nennen würden, aber doch anders.&lt;br /&gt;
Wir haben seit der Galilei-Kopernikus-Zeit, die ja später fällt, nicht&lt;br /&gt;
mehr dasjenige, was man in der Zeit des Scotus Erigena Kosmologie&lt;br /&gt;
oder Anthropologie nennt. Was man die Kosmologie nennt, ist durchaus&lt;br /&gt;
noch etwas, das aus dem Geiste heraus beschrieben wird, ist etwas,&lt;br /&gt;
das so beschrieben wird, daß geistige Wesenheiten die Sterne&lt;br /&gt;
lenken, daß geistige Wesenheiten auch in den Sternen leben, daß&lt;br /&gt;
die Elemente Feuer, Wasser, Luft, Erde durchsetzt werden von geistigen&lt;br /&gt;
Wesenheiten. Also es ist etwas anderes, was da als Kosmologie&lt;br /&gt;
geschildert wird. Jene materialistische Anschauungsweise, die seit&lt;br /&gt;
der Mitte des 15. Jahrhunderts heraufgekommen ist, die gab es eben&lt;br /&gt;
dazumal noch nicht, und was er etwa als Anthropologie hat, das ist&lt;br /&gt;
auch etwas ganz anderes, als was wir heute etwa Anthropologie in&lt;br /&gt;
unserem materialistischen Zeitalter nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kann ich Ihnen ja etwas sagen, was außerordentlich charakteristisch&lt;br /&gt;
ist für dasjenige, was bei Johannes Scotus Anthropologie&lt;br /&gt;
ist. Er sieht den Menschen an und sagt: Der Mensch trägt zunächst&lt;br /&gt;
das Sein in sich. Er ist also mineralisches Wesen, er hat in sich mineralisches&lt;br /&gt;
Wesen. Also erstens: der Mensch ist ein mineralisches&lt;br /&gt;
Wesen (siehe S. 262). Zweitens: der Mensch leibt und lebt wie eine&lt;br /&gt;
Pflanze. Drittens: der Mensch empfindet als Tier. Viertens: der&lt;br /&gt;
Mensch urteilt und schließt, macht Schlüsse als Mensch. Fünftens:&lt;br /&gt;
der Mensch erkennt als Engel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das ist selbstverständlich etwas in unserer Zeit Ungeheuerliches!&lt;br /&gt;
Wenn Johannes Scotus Erigena von Urteilen, Schließen&lt;br /&gt;
spricht, was man ja zum Beipiel auch macht in der Gerichtsstube,&lt;br /&gt;
wenn man über jemanden aburteilen will, dann urteilt und schließt&lt;br /&gt;
der Mensch als Mensch. Wenn er aber erkennt, wenn er erkennend&lt;br /&gt;
eindringt in die Welt, dann verhält sich der Mensch nicht als Mensch,&lt;br /&gt;
sondern als Engel! Ich will das zunächst aus dem Grunde sagen, um&lt;br /&gt;
Ihnen zu zeigen, daß Anthropologie für diese Zeit noch etwas anderes&lt;br /&gt;
ist als für die jetzige Zeit, denn, nicht wahr, es würde heute kaum&lt;br /&gt;
irgendwo, nicht einmal an einer theologischen Fakultät gehört werden&lt;br /&gt;
können, daß der Mensch erkennt als Engel. So daß man sagen muß:&lt;br /&gt;
Dasjenige, was Johannes Scotus Erigena im dritten Kapitel schildert,&lt;br /&gt;
das haben wir als unsere Wissenschaft nicht mehr. Es ist etwas anderes&lt;br /&gt;
geworden bei uns. Wenn wir es mit einem Worte nennen&lt;br /&gt;
wollten, das heute auf nichts Betriebenes anwendbar ist, so würden&lt;br /&gt;
wir etwa sagen müssen: Geistige Lehre vom Weltall und dem Menschen,&lt;br /&gt;
Pneumatologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann das vierte Kapitel. Dieses vierte Kapitel enthält bei&lt;br /&gt;
Johannes Scotus Erigena erstens die Lehre von dem Mysterium von&lt;br /&gt;
Golgatha und die Lehre von dem, was der Mensch als die Zukunft zu&lt;br /&gt;
erwarten hat, als seinen Hingang in die göttlich-geistige Welt, also&lt;br /&gt;
dasjenige, was man etwa nach heutigem Gebrauche benennen&lt;br /&gt;
würde Soteriologie, Soter ist ja der Heiland, der Erlöser, und die&lt;br /&gt;
Lehre von der Zukunft, Eschatologie. Wir finden da behandelt die&lt;br /&gt;
Begriffe von Kreuzigung, Auferstehung, von der Ausströmung der&lt;br /&gt;
göttlichen Gnade, von dem Hingang des Menschen zur göttlichgeistigen&lt;br /&gt;
Welt und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines sollte Ihnen dabei auffallen, und das fällt einem ja wirklich&lt;br /&gt;
auf, wenn man unbefangen ist, indem man so etwas wie dieses Werk&lt;br /&gt;
«De divisione naturae» von Johannes Scotus Erigena, von der Gliederung&lt;br /&gt;
der Natur, aufmerksam liest. Da ist von der Welt geredet&lt;br /&gt;
durchaus als von etwas, das in geistigen Qualitäten erkannt wird.&lt;br /&gt;
Man spricht vom Geistigen, indem man die Welt betrachtet. Und&lt;br /&gt;
was ist nicht darinnen? Man muß ja auch auf das aufmerksam sein,&lt;br /&gt;
was nicht in einer solchen Universalwissenschaft ist, wie sie da Johannes&lt;br /&gt;
Scotus Erigena begründen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie finden bei Johannes Scotus Erigena ungefähr gar nichts von&lt;br /&gt;
dem, was wir heute Soziologie nennen, Sozialwissenschaft und dergleichen.&lt;br /&gt;
Man möchte fast sagen, es sieht so aus, als ob der Johannes&lt;br /&gt;
Scotus Erigena den Menschen, wie er sich sie dachte, ebensowenig&lt;br /&gt;
eine Sozialwissenschaft habe geben wollen, wie etwa, wenn irgendeine&lt;br /&gt;
Tierart, die Löwenart oder die Tigerart, oder irgendeine Vogelart&lt;br /&gt;
eine Wissenschaft herausgeben würde, sie auch nicht eine Soziologie&lt;br /&gt;
herausgeben würde. Denn der Löwe würde nicht reden über&lt;br /&gt;
die Art und Weise, wie er mit anderen Löwen zusammenleben soll,&lt;br /&gt;
oder wie er zu seiner Nahrung kommen soll und so weiter; das ist&lt;br /&gt;
ihm instinktmäßig gegeben. Ebensowenig können wir uns eine Soziologie&lt;br /&gt;
der Spatzen denken. Spatzen könnten gewiß allerlei höchst Interessantes&lt;br /&gt;
an Weltengeheimnissen von ihrem Gesichtspunkte aus&lt;br /&gt;
hervorbringen, aber sk würden niemals eine Ökonomie, eine Ökonomielehre&lt;br /&gt;
hervorbringen, denn das würden die Spatzen für das ganz&lt;br /&gt;
Selbstverständliche ansehen, daß sie das tun, was ihnen eben ihr Instinkt&lt;br /&gt;
sagt. Das ist das Eigentümliche: Indem wir bei Johannes&lt;br /&gt;
Scotus Erigena so etwas noch nicht finden, sind wir uns klar darüber,&lt;br /&gt;
daß er die menschliche Gesellschaft noch so ansah, als ob sie das&lt;br /&gt;
Soziale aus ihren Instinkten hervorbrächte. Er weist hin gerade in&lt;br /&gt;
seiner besonderen Art von Erkenntnis auf dasjenige, was in dem&lt;br /&gt;
Menschen noch als Instinkt lebte, auf die Triebe, die Impulse des&lt;br /&gt;
sozialen Zusammenseins. Über diesem sozialen Zusammensein ist&lt;br /&gt;
dasjenige, was er schildert. Er schildert, wie der Mensch aus dem&lt;br /&gt;
Göttlichen hervorgegangen ist, welche Wesenheiten über der Sinneswelt&lt;br /&gt;
liegen. Er schildert dann, wie der Geist die Sinneswelt durchzieht,&lt;br /&gt;
etwa in einer Art Pneumatologie, er schildert dasjenige, was in&lt;br /&gt;
die Sinneswelt als Geistiges eingedrungen ist in seinem vierten&lt;br /&gt;
Kapitel in der Soteriologie, in der Eschatologie. Aber er schildert&lt;br /&gt;
nirgendwo, wie die Menschen zusammenleben sollen. Ich möchte&lt;br /&gt;
sagen, alles ist herausgehoben über die Sinneswelt. Das war überhaupt&lt;br /&gt;
ein Charakteristikum dieser älteren Wissenschaft, daß alles&lt;br /&gt;
über die Sinneswelt hinausgehoben war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und vertieft man sich im geisteswissenschaftlichen Sinn in so etwas&lt;br /&gt;
wie die Lehre des Johannes Scotus Erigena, so sieht man, er hat&lt;br /&gt;
gar nicht mit denjenigen Organen gedacht, mit denen heute die&lt;br /&gt;
Menschheit denkt. Man versteht ihn eben nicht, wenn man ihn&lt;br /&gt;
verstehen will mit demjenigen Denken, das heute die Menschheit&lt;br /&gt;
vollführt. Man versteht ihn nur, wenn man sich durch Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
eine Anschauung errungen hat von dem, wie man mit dem&lt;br /&gt;
Ätherleib denkt, mit demjenigen Leib, der als ein feinerer Leib dem&lt;br /&gt;
groben sinnlichen Leib zugrunde liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Johannes Scotus Erigena hat nicht mit dem Gehirn, sondern&lt;br /&gt;
mit dem Ätherleib gedacht. Wir haben in ihm einfach einen Geist,&lt;br /&gt;
der noch nicht mit dem Gehirn gedacht hat. Und alles dasjenige,&lt;br /&gt;
was er niederschreibt, kommt zustande als Ergebnis des Denkens mit&lt;br /&gt;
dem Ätherleib. Im Grunde genommen beginnt man erst nach seiner&lt;br /&gt;
Zeit mit dem physischen Leib zu denken, und so recht eigentlich erst&lt;br /&gt;
vom 15. Jahrhundert an. Was man gewöhnlich nicht sieht, ist daß sich&lt;br /&gt;
wirklich das menschliche Leben als Seelenleben in dieser Zeit geändert&lt;br /&gt;
hat, daß man wirklich, wenn man zurückgeht ins 13., 12., 11.&lt;br /&gt;
Jahrhundert, auf ein Denken stößt, wie es der Johannes Scotus&lt;br /&gt;
Erigena hatte, daß man da kommt an ein Denken, das noch nicht&lt;br /&gt;
mit dem physischen Leib, sondern mit dem Ätherleib vollzogen&lt;br /&gt;
worden ist. Dieses Denken mit dem Ätherleib, das sollte nicht&lt;br /&gt;
hereinragen in die spätere Zeit, in der man scholastisch dialektisiert&lt;br /&gt;
hat über starre Begriffe; da wurde dieses ältere Denken mit dem&lt;br /&gt;
Ätherleib, das aber durchaus auch das Denken der ersten christlichen&lt;br /&gt;
Jahrhunderte war, eben verketzert. Deshalb auch die Verbrennung&lt;br /&gt;
der Schriften des Johannes Scotus Erigena.|204|263ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Denken im Gespräch mit dem Engel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bei Johannes Scotus ist es so, daß er in diesem Zwiespalt&lt;br /&gt;
lebt. Er kann bloß denken; aber wenn dieses Denken zum Erkennen&lt;br /&gt;
wird, da fühlt er, da ist noch etwas da von den alten Mächten, welche&lt;br /&gt;
den Menschen durchdrungen haben in der alten Art der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
Er fühlt den Engel, den Angelos in sich. Daher sagt er, der Mensch&lt;br /&gt;
erkenne als Engel. Es war Erbstück aus den alten Zeiten, daß in&lt;br /&gt;
dieser Zeit der Verstandeserkenntnis ein solcher Geist wie Scotus&lt;br /&gt;
Erigena noch sagen konnte, der Mensch erkenne wie ein Engel. In&lt;br /&gt;
den Zeiten der ägyptischen, der chaldäischen Zeit, in den älteren&lt;br /&gt;
Zeiten der hebräischen Zivilisation würde niemand etwas anderes&lt;br /&gt;
gesagt haben, als: Der Engel erkennt in mir, und ich nehme&lt;br /&gt;
Teil als Mensch an der Erkenntnis des Engels. Der Engel wohnt in&lt;br /&gt;
mir, der erkennt, und ich mache das mit, was der Engel erkennt. -&lt;br /&gt;
Das war in der Zeit, als noch kein Verstand da war. Als dann der&lt;br /&gt;
Verstand heraufgekommen war, da mußte man das mit dem&lt;br /&gt;
Verstände durchdringen; aber es war eben in Scotus Erigena&lt;br /&gt;
noch ein Bewußtsein von diesem Durchdrungensein mit der Angelosnatur.|204|269f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wenn du die wechselseitige Verbindung und Einheit der geistigen und vernünftigen Naturen aufmerksam&lt;br /&gt;
betrachtest, so wirst du in der That finden, dass sowohl die&lt;br /&gt;
englische Wesenheit in der menschlichen, als die menschliche in der englischen mitgegründet ist. In jeder vollzieht sich, was der reine Verstand auf das Vollkommenste&lt;br /&gt;
erkennt, und wird in jeder eins und dasselbe bewirkt. So&lt;br /&gt;
gross nämlich war die Gemeinschaft der englischen und&lt;br /&gt;
menschlichen Natur und würde es auch geblieben sein,&lt;br /&gt;
wenn der erste Mensch nicht gesündigt hätte, dass aus&lt;br /&gt;
beiden Eins wurde, was auch bei den hervorragendsten&lt;br /&gt;
Menschen, deren Erstlinge unter den Himmlischen sind,&lt;br /&gt;
bereits zu geschehen beginnt. Denn der Engel entsteht&lt;br /&gt;
im Menschen durch den Begriff des Engels, der im&lt;br /&gt;
Menschen ist, und der Mensch entsteht im Engel durch&lt;br /&gt;
den im Menschen gegründeten Begriff des Engels. Wer&lt;br /&gt;
nämlich, wie ich sagte, den reinen Begriff hat, wird&lt;br /&gt;
in dem, was er begreift. Die geistige und vernünftige&lt;br /&gt;
Engelnatur ist also in der geistigen und vernünftigen&lt;br /&gt;
menschlichen Natur ebenso geworden, wie die menschliche&lt;br /&gt;
in der englischen durch gegenseitiges Begreifen, worin&lt;br /&gt;
der Mensch den Engel und der Engel den Menschen begreift. Dies ist auch gar nicht wunderbar; denn auch&lt;br /&gt;
wir selbst werden, indem wir uns mit einander unterreden,&lt;br /&gt;
gegenseitig in einander verwandelt. Indem ich nämlich&lt;br /&gt;
begreife, was du begreifst, werde ich dein Begriff&lt;br /&gt;
und bin auf unaussprechliche Weise in dich aufgenommen&lt;br /&gt;
worden. Ebenso wenn du rein begreifst, was ich durchaus begreife, wirst du mein Begriff und aus den&lt;br /&gt;
beiden Begriffen wird einer, welcher aus dem, was&lt;br /&gt;
wir beide lauter und unverweilt begreifen, gebildet ist.&lt;br /&gt;
Nehmen wir ein Beispiel aus den Zahlen zu Hülfe, so&lt;br /&gt;
begreifst du, dass die Sechszahl in ihren Theilen gleich&lt;br /&gt;
ist, und ich begreife dies ebenso, und ich begreife deinen,&lt;br /&gt;
wie du meinen Begriff begreifst. Unser beider Begriff wird ein durch die Sechszahl gebildeter einiger,&lt;br /&gt;
und dadurch werde ich nicht blos in dir, sondern auch du&lt;br /&gt;
in mir geschaffen. Denn wir sind nicht etwas Anderes,&lt;br /&gt;
als unser Begriff, und unsere wahre und höchste&lt;br /&gt;
Wesenheit ist ein Begriff, welcher sich in der Betrachtung der Wahrheit beurkundet. Dass aber solcher&lt;br /&gt;
Begriff nicht blos in gleichwesentlichen, sondern&lt;br /&gt;
auch in untergeordneten Naturen sich entwickeln kann,&lt;br /&gt;
sobald die Liebe vermittelnd eintritt, dies lehren die Worte&lt;br /&gt;
des Apostels, welcher die Meinung, als ob unser Begriff&lt;br /&gt;
sichtbare Formen liebe, mit der Mahnung ablehnt:&lt;br /&gt;
Werdet nicht gleich dieser Welt! In solchem Sinn wird&lt;br /&gt;
also ganz sachgemäss gesagt, dass in gegenseitigem&lt;br /&gt;
Begreifen der Mensch im Engel und der Engel im Menschen geschaffen werde, und dass auch der Engel dem&lt;br /&gt;
Menschen in keinem Verhältniss irgendwie vorangehe, wird&lt;br /&gt;
gleichfalls richtig geglaubt und eingesehen, mag auch nach&lt;br /&gt;
der Darstellung des Propheten die Schöpfung der engelischen&lt;br /&gt;
Natur, wie Viele wollen, früher oder später, als die&lt;br /&gt;
Schöpfung der menschlichen Natur geschehen sein.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Zweite Abtheilung, S. 61ff [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=492&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Textbox|&amp;lt;poem&amp;gt;&amp;lt;center&amp;gt;ICH BIN DIE WELT&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Erde Dasein ist in mir begründet,&lt;br /&gt;
ich bin ihr Raum und bin auch ihre Zeit,&lt;br /&gt;
und was der Tag an Kraft in mir entzündet,&lt;br /&gt;
das nimmt sie auf in ihre Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin die Welt, in meinem Pulsgetriebe&lt;br /&gt;
sagt dies mir laut und deutlich jeder Schlag,&lt;br /&gt;
und was mich ewig macht, das ist die Liebe,&lt;br /&gt;
mit der ein Gott erschuf den ersten Tag.&amp;lt;/poem&amp;gt;|[[Wikipedia:Alfons Petzold|Alfons Petzold]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sehr erlebt Eriugena also noch die [[geist]]ige [[Wirklichkeit]] des [[Denken]]s, dass er sagen kann, dass der Engel in ihm - und zwar nicht als [[Abbild]], sondern als Wirklichkeit - entsteht, wenn er ihn denkt und der Mensch nicht minder im Engel entsteht, wenn der Mensch den [[Begriff]] des Engels bildet! Und so für alle [[Wesen]]. [[Erkenntnis]] ist nicht bloß wesenloser Abglanz des [[Sein]]s, sondern die Wirklichkeit selbst. In diesem Sinn ist es auch zu verstehen, wenn oben gesagt wurde, dass der Mensch als [[Bild und Gleichnis Gottes]] die gesamte Schöpfung umspannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Denn die Gedanken der Dinge sind wahrhaft die Dinge&lt;br /&gt;
selbst, wie der heilige Dionysius sagt: „die Erkenntniss&lt;br /&gt;
des Seienden ist das Seiende selbst;“ aber ihre uranfänglichen Ursachen und Gründe werden durch Denkthätigkeit,&lt;br /&gt;
nicht durch die Dinge selbst zur Vereinigung geführt.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 133f [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=140&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch und Engel stehen damit für Eriugena auf gleicher Stufe; eben dadurch können sie einander wechselseitig erkennen. Doch ist diese Erkenntnis, wie auch ihre jeweilige [[Selbsterkenntnis]], niemals vollständig. Denn um sich selbst vollständig erkennen, d.h. [[Definition|definieren]], umgrenzen zu können, müsste man sich selbst überragen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich glaube, dass Keiner von Beiden sich selber,&lt;br /&gt;
noch auch Einer den Andern definieren kann. Denn wenn&lt;br /&gt;
der Mensch sich selber oder einen Engel definiert, so ist&lt;br /&gt;
er grösser als er selber oder als der Engel; denn das&lt;br /&gt;
Definierende ist ein Grösseres als das Definierte. Dasselbe&lt;br /&gt;
findet beim Engel statt. Ich glaube deshalb, dass diese&lt;br /&gt;
Beiden allein von Dem, der sie nach seinem Bilde geschaffen hat, definiert werden können.|Johannes Scottus Eriugena|&#039;&#039;Über die Einteilung der Natur&#039;&#039;|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870, Erste Abtheilung, S. 63 [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#page=70&amp;amp;view=Fit]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mensch schaut als Erzengel ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das mit dem [[Wikipedia:15. Jahrhundert|15. Jahrhundert]] beginnenden [[Bewusstseinsseelenzeitalter]] muss der Gedanke Eriugenas weitergeführt werden, wenngleich das in unserem materialistischen Zeitalter zunächst paradox scheinen mag: Der Mensch denkt als Engel, aber er schaut als [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn man hört, wie Scotus Erigena sagt, der Mensch&lt;br /&gt;
ist als ein mineralisches Wesen, leibt und lebt als Pflanze, empfindet&lt;br /&gt;
als Tier, urteilt und schließt als Mensch, erkennt als Engel - was&lt;br /&gt;
Scotus Erigena noch wußte durch Tradition der alten Zeiten -, so&lt;br /&gt;
müßten wir, die wir uns aber aufschwingen zur Geist-Erkenntnis, ja&lt;br /&gt;
nun weitergehen. Wir müßten sogar jetzt sagen: Gut, der Mensch ist&lt;br /&gt;
als ein mineralisches Wesen, der Mensch leibt und lebt als Pflanze,&lt;br /&gt;
der Mensch empfindet als Tier, der Mensch urteilt und schließt als&lt;br /&gt;
Mensch, der Mensch erkennt als Engel und sechstens: der Mensch&lt;br /&gt;
schaut - nämlich imaginativ die geistige Welt - als Erzengel. Und&lt;br /&gt;
wir müßten uns nunmehr zuschreiben, wenn wir vom Menschen&lt;br /&gt;
sprechen, seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts&amp;lt;ref&amp;gt;Im gedruckten Text steht hier: 19. Jahrhundert. Dabei handelt es sich vermutlich um einen Fehler in der Nachschrift! Sinngemäß müsste es heißen: &#039;&#039;15. Jahrhundert&#039;&#039; (vgl. dazu auch den folgenden Absatz).&amp;lt;/ref&amp;gt;: wir erkennen&lt;br /&gt;
als Engel und entwickeln die Bewußtseinsseele durch Seelenkräfte&lt;br /&gt;
des Schauens - unbewußt zunächst, aber doch als Bewußtseinsseele -&lt;br /&gt;
als Erzengel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so hätten wir das Paradoxon, daß im materialistischen Zeitalter&lt;br /&gt;
die Menschen eigentlich in der geistigen Welt leben, höher&lt;br /&gt;
geistig leben, als sie früher gelebt haben. Wir könnten etwa sagen:&lt;br /&gt;
Ja, Scotus Erigena hat Recht, das Engelerlebnis lebt auf im Menschen;&lt;br /&gt;
das Erzengelerlebnis lebt nun aber auch auf seit dem ersten&lt;br /&gt;
Drittel des 15. Jahrhunderts. Wir wären also eigentlich in einer&lt;br /&gt;
geistigen Welt.|204|275}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sehen Sie, als Scotus Erigena noch lebte, da war der menschliche&lt;br /&gt;
Verstand noch eine Kraft. Scotus Erigena empfand noch, daß&lt;br /&gt;
der Engel in ihm erkennt. Er war immerhin bei den Besten noch eine&lt;br /&gt;
Kraft, dieser menschliche Verstand. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
haben wir ja nur noch den Schatten dieses Verstandes,&lt;br /&gt;
dieses Intellektes. Wir entwickeln die Bewußtseinsseele seit der Mitte&lt;br /&gt;
des 15. Jahrhunderts; aber wir haben noch den Schatten des Verstandes.&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch heute seine Begriffe entwickelt, nun, er&lt;br /&gt;
ist wahrhaftig weit genug entfernt von der Vorstellung, daß da ein&lt;br /&gt;
Engel in ihm erkennt. Er denkt sich nun halt: Ich denke da etwas aus&lt;br /&gt;
über die Dinge, die ich erfahren habe. Er redet jedenfalls nicht&lt;br /&gt;
davon, daß da eigentlich ein geistiges Wesen vorhanden ist, das da&lt;br /&gt;
erkennt, oder gar ein noch höheres geistiges Wesen, das er ist durch&lt;br /&gt;
sein Selbstbewußtsein. Dasjenige, womit der Mensch heute die&lt;br /&gt;
Dinge zu erkennen versucht, das ist der Schatten des Intellektes, wie&lt;br /&gt;
er sich für die Griechen, zum Beispiel für Plato und Aristoteles, wie&lt;br /&gt;
er sich selbst für die Römer noch herausgebildet hat, wie er selbst&lt;br /&gt;
noch lebendig war für Scotus Erigena im 9. nachchristlichen Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade das, meine lieben Freunde, daß wir uns durch den&lt;br /&gt;
Verstand nicht mehr zu beirren lassen brauchen, das kann uns weiterhelfen.&lt;br /&gt;
Die Menschen laufen heute einem Schatten nach, dem&lt;br /&gt;
Verstande in ihnen, dem Intellekt. Von dem lassen sie sich beirren,&lt;br /&gt;
statt zu streben nach Imagination, nach Inspiration, nach Intuition,&lt;br /&gt;
die nun wiederum in die geistige Welt, die eigentlich uns umgibt,&lt;br /&gt;
hineinführen. Daß der Verstand schattenhaft geworden ist, das ist ja&lt;br /&gt;
gerade gut. Aber wir haben zunächst mit diesem schattenhaften&lt;br /&gt;
Verstande die äußere Naturwissenschaft gegründet. Wir müssen von&lt;br /&gt;
ihm aus weiterarbeiten, und Gott ist zur Ruhe gekommen, damit er&lt;br /&gt;
uns arbeiten lasse. Der vierte Zustand ist heute vollends da. Der&lt;br /&gt;
Mensch muß sich nur dessen bewußt werden. Und ohne daß er sich&lt;br /&gt;
dessen bewußt wird, kann nichts weiter sich bilden auf der Erde.&lt;br /&gt;
Denn dasjenige, was die Erde als Erbstück empfangen hat, das ist&lt;br /&gt;
dahin, das ist untergegangen. Neues muß gegründet werden.|204|292f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Neue, das begründet werden muss, ist auf die auf vollbewusstem geistigen Schauen basierende [[Geisteswissenschaft]], die über die [[Imagination]] zur [[Inspiration]] und weiter zur [[Intuition]] voranschreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gutachten zur Prädestination ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Wunsch [[Wikipedia:Karl der Kahle|Karls des Kahlen]] und im und im Auftrag des Erzbischofs [[Wikipedia:Hinkmar von Reims|Hinkmar von Reims]] verfasste Eriugena 850/51 ein Gutachten zu dem damals sehr heftig ausgetragenen Streit um die auf [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] zurückgehende Lehre der [[Prädestination]], stieß aber mit seiner freimütigen Darstellung auf beträchtlichen Widerstand, sodass sich Hinkmar von ihm distanzierte und einzelne Thesen Eriugenas auf den Synoden von [[Wikipedia:Valence|Valence]] (855) und von [[Wikipedia:Langres|Langres]] (859) verurteilt wurden. Sein großer Gegner in diesem Disput war [[w:Gottschalk von Orbais|Gottschalk von Orbais]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ich habe ja öfter in solchen Vorträgen auf jenen schottischen&lt;br /&gt;
Mönch, &#039;&#039;Scotus Erigena&#039;&#039;, aufmerksam gemacht, der im 9. Jahrhundert&lt;br /&gt;
im Frankenlande am Hofe &#039;&#039;Karls des Kahlen&#039;&#039; gelebt hat und dort geradezu&lt;br /&gt;
als ein Wunder der Weisheit angesehen worden ist. Karl der&lt;br /&gt;
Kahle jedenfalls und alle, die seiner Meinung waren, wandten sich in&lt;br /&gt;
allen religiösen und auch in allen wissenschaftlichen Fragen an Scotus&lt;br /&gt;
Erigena, wenn sie irgend etwas entschieden haben wollten. Aber gerade&lt;br /&gt;
an der Art, wie Scotus Erigena anderen Mönchen seiner Zeit gegenübersteht,&lt;br /&gt;
sehen wir, wie dazumal der Kampf, ich möchte sagen, wütete&lt;br /&gt;
zwischen der Vernunft, die sich nur auf die Sinneswelt und einige&lt;br /&gt;
Schlüsse aus ihr beschränkt fühlte, und dem, was in Form von Dogmen&lt;br /&gt;
von den übersinnlichen Welten überliefert war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir zwei Persönlichkeiten gerade im 9. Jahrhundert&lt;br /&gt;
einander gegenüberstehen: Scotus Erigena und den Mönch &#039;&#039;Gottschalk&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
der in entschiedener Weise die Lehre geltend machte, Gott wisse vollkommen&lt;br /&gt;
voraus, ob irgendein Mensch verdammt werde oder selig&lt;br /&gt;
werde. Man prägte das allmählich in die Formel: Gott habe einen Teil&lt;br /&gt;
der Menschen zur Seligkeit, einen anderen Teil der Menschen zur Verdammnis&lt;br /&gt;
bestimmt. Man prägte diese Lehre in der Art, wie es ja &#039;&#039;[[Augustinus]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
selbst schon gemacht hatte, nach dessen Lehre von der göttlichen&lt;br /&gt;
Vorherbestimmung ein Teil der Menschen zur Seligkeit, ein Teil zur&lt;br /&gt;
Verdammnis bestimmt sei. Und Gottschalk, der Mönch, lehrte, es sei&lt;br /&gt;
so: Gott habe einen Teil der Menschen zur Seligkeit und einen Teil&lt;br /&gt;
zur Verdammnis bestimmt, keinen aber zur Sünde. Gottschalk lehrte&lt;br /&gt;
also für das äußere Verständnis einen Widerspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Streit tobte dazumal gerade im 9. Jahrhundert außerordentlich&lt;br /&gt;
heftig. Auf einer Mainzer Synode zum Beispiel wurde die Schrift des&lt;br /&gt;
Gottschalk geradezu als ketzerisch erklärt, und Gottschalk wurde ausgepeitscht&lt;br /&gt;
wegen dieser Lehre. Dennoch, trotzdem Gottschalk ausgepeitscht&lt;br /&gt;
und eingesperrt worden war wegen dieser Lehre, konnte er sich&lt;br /&gt;
darauf berufen, daß er ja nichts anderes wollte, als die Augustinische&lt;br /&gt;
Lehre in ihrer echten Gestalt herstellen. Man wurde auch aufmerksam&lt;br /&gt;
darauf, namentlich französische Bischöfe und Mönche, daß Gottschalk&lt;br /&gt;
eigentlich nichts anderes lehrte als das, was schon Augustinus&lt;br /&gt;
gelehrt hatte. So stand gewissermaßen solch ein Mönch wie Gottschalk&lt;br /&gt;
vor seiner Zeit so da, daß er aus den Traditionen des alten Mysterienwissens&lt;br /&gt;
etwas lehrte, was diejenigen, die nun alles mit dem Verstande,&lt;br /&gt;
der heraufdämmerte, begreifen wollten, eben nicht begreifen konnten&lt;br /&gt;
und deshalb bekämpften, während die anderen, die mehr an der Ehrwürdigkeit&lt;br /&gt;
des Alten festhielten, durchaus einem Theologen wie dem&lt;br /&gt;
Gottschalk recht gaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute werden die Menschen außerordentlich schwer begreifen, daß&lt;br /&gt;
über so etwas gestritten werden konnte. Es wurde aber nicht bloß gestritten.&lt;br /&gt;
Man wurde dazumal wegen solcher Lehren, wenn sie der einen&lt;br /&gt;
Partei nicht gefielen, öffentlich ausgepeitscht und eingesperrt, und zuletzt&lt;br /&gt;
bekam man doch recht. Denn gerade die Rechtgläubigen stellten&lt;br /&gt;
sich dann wiederum auf Gottschalks Seite, und die Lehre des Gottschalk&lt;br /&gt;
blieb als die rechtmäßige katholische Lehre. - Karl der Kahle&lt;br /&gt;
wandte sich selbstverständlich aus der ganzen Stellung, in der er zu&lt;br /&gt;
Scotus Erigena war, an diesen, um eine Entscheidung für sich herbeizuführen.&lt;br /&gt;
Scotus Erigena entschied nicht im Sinne von Gottschalk,&lt;br /&gt;
sondern in dem Sinne, daß in der Entwickelung der Menschheit die&lt;br /&gt;
Gottheit darinnensteckt, daß das Böse eigentlich nur scheinbar ein&lt;br /&gt;
Etwas sein kann, sonst müßte ja das Böse in Gott stecken. Da Gott nur&lt;br /&gt;
das Gute sein kann, so muß das Böse ein Nichts sein; das Nichts aber&lt;br /&gt;
kann nicht etwas sein, mit dem die Menschen zuletzt vereinigt werden&lt;br /&gt;
können. - So daß sich Scotus Erigena gegen den Gottschalk aussprach.&lt;br /&gt;
Aber die Lehre des Scotus Erigena, die etwa dieselbe ist wie heute&lt;br /&gt;
die der Pantheisten, ist von der rechtgläubigen Kirche dann wiederum&lt;br /&gt;
verdammt worden, und die Schriften des Scotus Erigena wurden ja&lt;br /&gt;
erst später wieder gefunden. Man hat alles verbrannt, was an ihn erinnerte;&lt;br /&gt;
er galt als der eigentliche Ketzer. Und als er seine Anschauung&lt;br /&gt;
bekanntmachte, die er Karl dem Kahlen vorgelegt hatte, da erklärte&lt;br /&gt;
man auf der Seite der Gottschalkianer, die jetzt wiederum zur&lt;br /&gt;
Anerkennung gekommen waren: Scotus Erigena ist eigentlich nur ein&lt;br /&gt;
Schwätzer, der sich mit allerlei Federn der äußerlichen Wissenschaft&lt;br /&gt;
schmückt, und der eigentlich von den inneren Geheimnissen des Übersinnlichen&lt;br /&gt;
gar nichts weiß.|214|48ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abendmahlstreit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eriugena bezog auch Stellung im [[Abendmahlstreit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ein anderer Theologe schrieb über den&lt;br /&gt;
Leib und das Blut Christi: «De corpore et sanguine domini.» Er sprach&lt;br /&gt;
in dieser Schrift auch dasjenige aus, was für den alten Eingeweihten&lt;br /&gt;
eine durchschaubare Lehre war: daß tatsächlich Brot und Wein verwandelt&lt;br /&gt;
werden kann in den wirklichen Leib und in das wirkliche&lt;br /&gt;
Blut Christi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum wurde diese Schrift Karl dem Kahlen vorgelegt. Scotus&lt;br /&gt;
Erigena schrieb nicht gerade eine Gegenschrift, aber in seinen Schriften&lt;br /&gt;
haben wir vielfach Hinweise darauf, wie er sich entschieden hat, und&lt;br /&gt;
da finden wir, daß diese Lehre, die ja die rechtgläubige katholische ist:&lt;br /&gt;
daß Brot und Wein wirklich in den Leib und in das Blut Christi verwandelt&lt;br /&gt;
wird, daß diese Lehre modifiziert werden müsse, weil man sie&lt;br /&gt;
nicht einsehen könne. So sprach sich Scotus Erigena schon damals aus.|214|50f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gab in&lt;br /&gt;
den ältesten Zeiten bis zu dem 12. Jahrhundert nichts, was&lt;br /&gt;
erhabener, feierlicher war für den Christen als das Abendmahl.&lt;br /&gt;
Es sollte ein dankbares Erinnerungsopfer sein, ein&lt;br /&gt;
Symbol für die Verinnerlichung des Christentums. Da kam&lt;br /&gt;
jene Verweltlichung, jenes Unverständnis solchen hohen,&lt;br /&gt;
geistigen Tatsachen gegenüber, vor allem den Festen gegenüber.&lt;br /&gt;
Im 9. Jahrhundert lebte im Lande der Franken, am&lt;br /&gt;
Hofe &#039;&#039;Karls des Kahlen&#039;&#039;, ein sehr bedeutender, christlicher&lt;br /&gt;
Mönch aus Irland, &#039;&#039;Scotus Erigena&#039;&#039;, in dessen Buche «Von der&lt;br /&gt;
Einteilung der Natur» wir eine Fülle von Geist und Tiefsinn&lt;br /&gt;
finden, freilich nicht von dem, was das 20. Jahrhundert&lt;br /&gt;
unter Wissenschaft versteht. Er hatte zu kämpfen gegen&lt;br /&gt;
eine feindliche Richtung in der Kirche. Er verteidigte&lt;br /&gt;
die alte Lehre, daß das Abendmahl die Versinnbildlichung&lt;br /&gt;
des höchsten Opfers bedeutete. Eine andere, materielle&lt;br /&gt;
Auffassung bestand und wurde von Rom protegiert, daß&lt;br /&gt;
Brot und Wein sich wirklich in Fleisch und Blut verwandeln.&lt;br /&gt;
Unter dem Einfluß der vor sich gehenden Vermaterialisierung&lt;br /&gt;
entstand das Abendmahlsdogma, doch erst im&lt;br /&gt;
13. Jahrhundert wurde es offiziell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scotus mußte nach England flüchten und wurde auf Betreiben&lt;br /&gt;
des Papstes im eigenen Kloster von den verbrüderten&lt;br /&gt;
Mönchen hingemordet. Das sind Kämpfe, die sich nicht&lt;br /&gt;
innerhalb der Kirche, sondern durch das Eindringen des&lt;br /&gt;
weltlichen Einflusses abspielen.|51|144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pythagoräismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wer den Pythagoräismus studiert,&lt;br /&gt;
wird ja leicht dazu verführt werden, zu glauben, da sei alles in der&lt;br /&gt;
Welt so angesehen, wie wir es ansehen, nach Maß, Zahl und Gewicht.&lt;br /&gt;
Aber gerade der charakteristische Unterschied, wie im Pythagoräismus&lt;br /&gt;
bildhaft Maß, Zahl und Gewicht verwendet werden, und wie sie universell&lt;br /&gt;
verwendet werden, wie gewissermaßen ganz menschlich, noch&lt;br /&gt;
nicht abgesondert vom Menschen gefühlt wird, was in Maß, Zahl und&lt;br /&gt;
Gewicht lebt, das kann uns schon darauf hinweisen, daß der Pythagoräismus&lt;br /&gt;
nicht so arbeitete mit Maß, Zahl und Gewicht, wie später, seit&lt;br /&gt;
der Mitte des 15. Jahrhunderts, damit gearbeitet worden ist, wie der&lt;br /&gt;
Galileismus mit Maß, Zahl und Gewicht arbeitet. Und wer sich zum&lt;br /&gt;
Beispiel vertieft in einen Geist des 9. Jahrhunderts - ich habe ihn vor&lt;br /&gt;
kurzem einmal hier in einigen Vorträgen charakterisiert -, wer sich&lt;br /&gt;
vertieft in &#039;&#039;Johannes Scotus Erigena&#039;&#039;, wer sich hineinliest in Scotus,&lt;br /&gt;
der wird finden: so wie wir heute gewöhnt sind, aus chemischen, physikalischen&lt;br /&gt;
Grundlagen heraus uns ein Weltengebäude aufzubauen und&lt;br /&gt;
Anfang und Ende der Welt uns hypothetisch zu konstruieren aus dem,&lt;br /&gt;
was wir im Messen, Zählen, Wägen gelernt haben, so ist das bei Scotus&lt;br /&gt;
Erigena nicht. Es sondert der Mensch die Außenwelt bei Scotus Erigena&lt;br /&gt;
nicht so weit von sich ab, und sich nicht von der Außenwelt. Er lebt&lt;br /&gt;
mehr mit der Außenwelt zusammen, strebt noch nicht so nach Objektivität,&lt;br /&gt;
wie man heute nach Objektivität strebt. Und so kann man&lt;br /&gt;
sehen, wie das, was in all den Jahrhunderten seit der pythagoräischen&lt;br /&gt;
Zeit im Griechentum sich entfaltete - und gerade an einem solchen&lt;br /&gt;
Geist wie Scotus Erigena kann man es sehen -, sich dann in späteren&lt;br /&gt;
Jahrhunderten ausgelebt hat. In dieser Zeit lebte im Grunde genommen&lt;br /&gt;
die menschliche Seele in ganz andern Vorstellungen.|206|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Johannes Scottus Eriugena}}&lt;br /&gt;
* {{Eisler|Johannes Scotus Eriugena}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Johannes Scotus Erigena, J. H. v. Kirchmann (Übers.): &#039;&#039;Über die Eintheilung der Natur&#039;&#039;, Verlag von L. Heimann, Berlin 1870 [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf#view=Fit pdf]&lt;br /&gt;
* Johannes Scotus Eriugena, Ludwig Noack (Herausgeber, Übersetzer), Werner Beierwaltes (Vorwort): &#039;&#039;Über die Einteilung der Natur.&#039;&#039;. Felix Meiner Verlag 1994, ISBN 978-3787311767; eBook: {{ASIN|B075ZZS79T}}&lt;br /&gt;
* [[Wolf-Ulrich Klünker]]: &#039;&#039;Johannes Scotus Eriugena - Denken im Gespräch mit dem Engel&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1988, ISBN 978-3-7725-0826-4&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung&#039;&#039;, [[GA 7]] (1990), ISBN 3-7274-0070-6 {{Schriften|007}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums&#039;&#039;, [[GA 8]] (1989), ISBN 3-7274-0080-3 {{Schriften|008}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985), ISBN 3-7274-0180-X {{Schriften|018}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Über Philosophie, Geschichte und Literatur&#039;&#039;, [[GA 51]] (1983), ISBN 3-7274-0510-4 {{Vorträge|051}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie des Thomas von Aquino&#039;&#039;, [[GA 74]] (1993), ISBN 3-7274-0741-7 {{Vorträge|074}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Perspektiven der Menschheitsentwickelung&#039;&#039;, [[GA 204]] (1979), ISBN 3-7274-2040-5 {{Vorträge|204}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Zweiter Teil&#039;&#039;, [[GA 206]] (1991), ISBN 3-7274-2060-X {{Vorträge|206}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Geheimnis der Trinität&#039;&#039;, [[GA 214]] (1999), ISBN 3-7274-2140-1 {{Vorträge|214}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Entstehungsmoment der Naturwissenschaft in der Weltgeschichte und ihre seitherige Entwickelung&#039;&#039;, [[GA 326]] (1977), ISBN 3-7274-3260-8 {{Vorträge|326}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Scriptor:Iohannes Scotus Eriugena|Iohannes Scotus Eriugena|lang=la}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118557955}}&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/bibliothek/Philosophie/Johannes_Scotus_Erigena/Johannes_Scotus_Erigena_Ueber_die_Einteilung_der_Natur.pdf Johannes Scotus Erigena: &#039;&#039;Über die Einteilung der Natur]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Johannes Scottus}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophie und Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katholischer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die acht Universalienweisen des Mittelalters|K]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christlicher Neuplatoniker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Scholastiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universalienrealist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Philosophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Johannes Scotus Eriugena|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ire]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 9. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 9. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[en:John Scotus Eriugena]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
</feed>