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	<title>AnthroWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Testamente_der_zw%C3%B6lf_Patriarchen&amp;diff=623283</id>
		<title>Testamente der zwölf Patriarchen</title>
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		<updated>2025-07-10T20:59:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Testamente der zwölf Patriarchen&#039;&#039;&#039; sind eine [[Wikipedia:Pseudepigraphie|pseudepigraphe]] Schrift. Sie soll die Abschiedsreden der zwölf Söhne [[Wikipedia:Jakob (Patriarch)|Jakobs]] darstellen, die als Väter der [[Zwölf Stämme Israels|Stämme Israels]] gelten. In ihrer Endgestalt ist sie christlich und wohl in das dritte Jahrhundert zu datieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und Überlieferung ==&lt;br /&gt;
Die Patriarchentestamente sind nur in mittelalterlichen [[Wikipedia:Manuskript|Manuskript]]en erhalten. Die beste Textqualität bieten noch die griechischen Handschriften, die von der Forschung jedoch verschieden bewertet werden. Kritische Texteditionen gibt es von Charles und de Jonge (s. u.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der griechischen Überlieferung gibt es Übersetzungen in das Armenische, Slavische und Neugriechische. Diese Versionen werden heute in der Regel als von der griechischen Tradition abhängige Seitenlinien betrachtet, die nur begrenzten Wert für die Rekonstruktion eines etwaigen Originaltextes haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Annahmen eines semitischen (d. h. hier: aramäischen oder hebräischen) Originals haben sich in der Wissenschaft nicht durchsetzen können, auch wenn dies nicht ausgeschlossen werden kann. Zumeist geht man aber von einer griechischen Grundschrift aus, die dem [[Wikipedia:Hellenistisches Judentum|hellenistischen Judentum]] zuzuordnen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessen ungeachtet existieren ein hebräisches &#039;&#039;Testament Naphtali&#039;&#039;, der Midrasch &#039;&#039;Wayissa&#039;u&#039;&#039; und Passagen im Buch der Jubiläen, die einen Zusammenhang mit den Patriarchentestamenten erkennen lassen. Sie sind jedoch nicht als Vorlage zu bewerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders verhält es sich mit dem [[Aramäisches Levi-Dokument|Aramäischen Levi Dokument]], von dem Fragmente in der [[Wikipedia:Geniza|Kairoer Geniza]] und in [[Wikipedia:Qumran|Qumran]] gefunden wurden. Teile davon finden sich zum Teil wörtlich in den Patriarchentestamenten wieder. Allerdings ist nicht zu bestimmen, inwieweit das aramäische Levi Dokument selber schon ein &amp;quot;Testament&amp;quot; war, oder ob es nur auszugsweise von den Verfassern der Patriarchentestamente benutzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Über die Entstehung gibt es einigen wissenschaftlichen Streit. Im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich ausgehend von [[Wikipedia:Robert Henry Charles|R. H. Charles]] die Theorie durch, dass es sich bei den Testamenten der zwölf Patriarchen um eine ursprünglich jüdische Schrift aus der [[Wikipedia:Makkabäer|Makkabäer]]zeit handelte, die später durch christliche Zufügungen (Interpolationen) überarbeitet wurde. Kronzeuge dieser Theorie ist die armenische Version, die weit weniger christliche Passagen aufweist als die griechischen Zeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde diese Sicht zunehmend angezweifelt. In seiner Dissertation von 1953 veröffentlichte M. de Jonge seine These, dass es gar keine Grundschrift gebe, sondern die Patriarchentestamente durch eine christliche Redaktion jüdischen Materials entstanden seien. Dieser Argumentation sollte der Nachweis der These dienen, dass der hohe Stellenwert, der den armenischen Textzeugnissen eingeräumt wurde, nicht berechtigt sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl dies auch von anderen Forschern eingeräumt wird, teilen sie seine daraus gezogenen Schlussfolgerungen nicht. Von Hultgård, Becker und zuletzt Ulrichsen wurden neue Versuche unternommen, die Interpolationstheorie zu verteidigen und eine jüdische Grundschrift allein auf Grundlage der griechischen Zeugen zu rekonstruieren. Hier werden neben [[Wikipedia:Textkritik|textkritischen]] vor allem auch [[Wikipedia:Literarkritik|literarkritische]] Argumente ins Feld geführt, die schon Schnapp zu einer Interpolationstheorie unabhängig von Charles gebracht hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch auch diese Methode wurde grundsätzlich in Frage gestellt, nicht zuletzt aufgrund der sehr unterschiedlichen Grundschriften, die durch sie rekonstruiert wurden. So war es nur eine Frage der Zeit, dass ein Entwurf zu einer synchronen Interpretation der Testamente der zwölf Patriarchen vorgelegt wurde, in dem das Nebeneinander von jüdischen und christlichen Passagen nicht als Ergebnis einer Interpolation oder Redaktion, sondern als intendierte Einheit betrachtet wird. Demnach wären die Patriarchentestamente eine [[Wikipedia:Judenchristentum|judenchristliche]] Schrift, die bewusst versucht, Jüdisches und Christliches miteinander zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Form und Inhalt ==&lt;br /&gt;
Die TestXII sind typische Abschiedsreden, wie man sie auch aus der biblischen Literatur kennt. Sie beginnen mit der Schilderung, dass die Patriarchen in der Stunde ihres Todes ihre Angehörigen um sich versammeln, um ihnen eine letzte Mahnung noch mit auf den Weg zu geben, und schließen entsprechend mit der Mitteilung des Todes und einer kurzen Notiz über ihr Begräbnis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typischerweise beginnt die Rede des Vorfahren mit einem Rückblick auf sein Leben. Hier ist eine für die pseudepigraphe Literatur typische Tendenz zu erkennen, die Lücken innerhalb des biblischen Erzählstoffes aufzufüllen. So entfaltet Ruben die Geschichte mit Bilha, der Nebenfrau seines Vaters; Levi nennt Details aus der Dina/Sichem-Episode, und immer wieder im Mittelpunkt steht die Josephsgeschichte, die vor allem von Joseph selbst und von Sebulon intensiv behandelt wird. Dem Leser werden unbekannte Details, aber auch Gefühle und Motive der handelnden Personen erzählt, die im biblischen Bericht nicht vorkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese biographischen Notizen werden zum Anlass genommen, in ernsthafte moralische Ermahnung überzugehen. Entweder in der Mahnung, es besser zu machen als die eigenen Väter und deren Untugenden zu meiden (so z. B. die Unzucht bei Ruben oder der Neid bei Simeon), oder aber in der Ermutigung, deren Tugenden nachzuleben (die Einfachheit bei Issachar oder die Güte bei Joseph).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Ermahnungen folgen Verheißungen für die Zukunft: Drohungen mit Unheil und Exil, sollten sich die Nachfahren nicht an die Worte ihrer Vorfahren halten, und Versprechungen bezüglich einer Rückkehr in das Land, Gottesnähe, wenn sie sich wieder bekehren und den Worten ihrer Väter folgen. Diese Passagen zeigen zuweilen apokalyptische Züge, weil Visionen geschildert werden oder das Heil als Sieg über Beliar und seine Geister dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in den Zukunftsweissagungen begegnen auch christliche Elemente. Sowohl die Passagen, was die Schuld der Nachkommen betrifft, als auch die Verheißungen des künftigen Heils werden immer wieder so zugespitzt, dass sie eigentlich nur auf Jesus Christus hin gedeutet werden können. Wieweit diese Elemente sekundäre Zufügungen darstellen, ist umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theologie ==&lt;br /&gt;
=== Ethik ===&lt;br /&gt;
Die [[Ethik]] der Patriarchentestamente unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was aus dem hellenistischen Judentum oder dem frühen Christentum schon bekannt ist. Tugend und Anstand stehen im Mittelpunkt der Ermahnungen, Neid und Unzucht sind verwerflich. Über diese Allgemeinplätze hinaus sind dennoch ein paar Auffälligkeiten festzustellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine große Rolle spielen Mitleid und Erbarmen. Die Fähigkeit zu Empathie wird zu einem wichtigen Gradmesser moralischen Handelns. Mitleidlosigkeit habe die Brüder an Joseph schuldig werden lassen, dieser aber erbarmt sich seiner Brüder, weil er Mitleid mit ihnen verspürte, und vergab ihnen ihre Schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit verwandt ist die Betonung der Liebe ([[agape]]) im Rahmen der ethischen Ermahnungen. Wie sonst nur in wenigen jüdischen Schriften dieser Zeit begegnet das doppelte Liebesgebot, die Forderung, Gott und den Menschen zu lieben. Ob die Patriarchentestamente damit zu einem Kronzeugen dafür werden, dass es diesen Topos schon vor Jesus gegeben hat, ist auch von der Antwort auf die Frage nach der Entstehungsgeschichte abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eschatologie ===&lt;br /&gt;
In der [[Eschatologie]] wird nach dem Gericht eine endgültige Zuwendung Gottes angekündigt. Auffällig ist, dass die dafür notwendige Umkehr nicht so sehr eine religiöse Erneuerung darstellt, dass also der Glaube oder der Gottesdienst erneuert würde (wie das in anderen jüdischen Reformbewegungen gefordert wurde), sondern dass eine rein moralische Umkehr im Vordergrund steht. In der Endfassung gilt die Heilsverheißung Israel und den Heidenvölkern gleichermaßen, manche Forscher halten diesen Heilsunviversalismus aber schon für christlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Sicherheit als christlich muss die Aussage angesehen werden, dass Gott am Ende der Zeit selbst als Mensch erscheinen wird und in Niedrigkeit und Demut sein Volk besucht und begleitet. Hier ist erkennbar Jesus Christus gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders sieht es mit der Ankündigung eines Retters aus Levi und Juda aus. Diese wohl zunächst ganz menschliche Figur wird nur in einigen Passagen in christlicher Weise auf Jesus bezogen. Priesterkönigliche Rettergestalten finden sich entweder als Vorstellung eines idealen Zweiergespanns aus zwei Messiassen (z. B. aus Aaron und Israel in den Qumranschriften) oder als eine Figur in den Berichten vom Priesterkönigtum der Makkabäer und schließlich in Rekurs auf Melchisedek als idealisierten Priesterkönig der Väterzeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christliche Theologie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der christlichen Ebene interpretiert ist auffällig, dass nicht von einem Ersatz Israels durch die Heidenvölker die Rede ist, sondern dass beide Adressaten von Gottes Heilshandeln bleiben. Dazu passt, dass gerade da, wo von Israels Schuld am Tod Jesu die Rede ist, die Patriarchen für unschuldig an diesem Handeln erklärt werden. So wird die Schuld und Verantwortung nicht dem Volkskollektiv, sondern einer konkreten Gruppe einer konkreten Generation angelastet. Durch die Zerstörung des Tempels hat Gott diese Schuldigen in der Sicht der Patriarchentestamente zu recht bestraft, und nun steht die Zeit für die Zuwendung Gottes zu seinem Volk unmittelbar bevor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Vorstellung, dass in der menschlichen Gestalt Jesu Christi Gott selbst sein Volk besucht, ist zumindest für das 3. Jahrhundert recht ungewöhnlich, weil Vertreter derartiger Vorstellungen von [[Wikipedia:Tertullian|Tertullian]] und Hippolyt als &amp;quot;Patripassiani/Theopaschiten&amp;quot; verurteilt wurden. In der Tat ist in einer Stelle der Testamente, wo auf den Tod Jesu angespielt wird, wörtlich vom &amp;quot;Leiden des Höchsten&amp;quot; die Rede. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die genealogische Ableitung Jesu aus den Stämmen Levi und Juda ist für christliche Autoren höchst ungewöhnlich. Während die Davidssohnschaft Jesu für die christliche Tradition eine feste Größe darstellte, liest man von einer levitischen Abkunft Jesu in den bekannten christlichen Quellen gar nichts. Wenn eine priesterkönigliche Würde Jesu ausgesagt werden sollte, tat man dies mit Rekurs auf Psalm 110 in Blick auf die Gestalt Melchisedeks - so zum Beispiel der Hebräerbrief. Dort wird das levitische Priestertum als eine Art Umweg dargestellt, während das Priesterkönigtum Melchisedeks von der Urzeit bis zur Endzeit das eigentlich wahre Hohepriestertum darstelle. Jesus Christus nun ausgerechnet mit dem Stamm Levi genealogisch zu verbinden und so doppelt in das jüdische Volk und dessen Heilsgeschichte zurückzubinden, ist für das 3. Jahrhundert vollkommen außergewöhnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Besonderheiten machen zumindest für die christliche Endgestalt eine judenchristliche Verfasserschaft plausibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
;Textausgaben&lt;br /&gt;
* Jürgen Becker: &#039;&#039;Die Testamente der zwölf Patriarchen&#039;&#039;, JSHRZ III/1, Gütersloh 2. A. 1980, 1-162.&lt;br /&gt;
* R. H. Charles: &#039;&#039;The Greek Versions of the Testaments of the Twelve Patriarchs&#039;&#039;, Oxford 1908.&lt;br /&gt;
* Harm W. Hollander / Marinus De Jonge: &#039;&#039;The Testaments of the Twelve Patriarchs&#039;&#039;. A Commentary, SVTP 8, Leiden / New York / Köln 1985.&lt;br /&gt;
* Marinus de Jonge: &#039;&#039;The Testaments of the Twelve Patriarchs&#039;&#039;, PVTG I/2, Leiden 1978.&lt;br /&gt;
* H. C.Kee: &#039;&#039;Testaments of the Twelve Patriarchs&#039;&#039;, in: J.H. Charlesworth (Hg.): The Old Testament Pseudepigrapha, Bd. 1, Garden City, N.Y. 1983, 775-828.&lt;br /&gt;
* M. E. Stone: &#039;&#039;The Testament of Levi&#039;&#039;, A first Study of the Armenian Mss. of the Testaments of the XII Patriarchs in the Convent of St. James, Jerusalem 1969.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Studien&lt;br /&gt;
* Jürgen Becker: &#039;&#039;Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte der Testamente der zwölf Patriarchen&#039;&#039;, Brill: Leiden 1970.&lt;br /&gt;
* Hultgård, Anders: &#039;&#039;L&#039;eschatologie des testaments des Douze Patriarches&#039;&#039;. 1. - Interpretation des textes, Uppsala [u.a.]: Almqvist &amp;amp; Wiksell Internat., 1977. - 396 S. - 2. - Composition de l&#039;ouvrage, textes et traductions, 1982. - 319 S.&lt;br /&gt;
* Marinus de Jonge: &#039;&#039;The Main Issues in the Study of the Testaments of the Twelve Patriarchs&#039;&#039;, in: Jewish Eschatology, Early Christian Christology and the Testaments of the Twelve Patriarchs, Leiden: Brill 1991, 147-163.&lt;br /&gt;
* Marinus de Jonge: &#039;&#039;The Testaments of the Twelve Patriarchs&#039;&#039;. A Study of their Text, Composition and Origin, Assen: van Gorcum 1953&lt;br /&gt;
* Kurowski, Philipp: &#039;&#039;Der menschliche Gott aus Levi und Juda&#039;&#039; Die Testamente der zwölf Patriarchen als Quelle judenchristlicher Theologie, TANZ 52, Tübingen: Francke 2010&lt;br /&gt;
* Schnapp, J.: &#039;&#039;Die Testamente der zwölf Patriarchen untersucht&#039;&#039;, Halle 1884&lt;br /&gt;
* Ulrichsen, Jarl H.: &#039;&#039;Die Grundschrift der Testamente der zwölf Patriarchen&#039;&#039; : eine Untersuchung zu Umfang, Inhalt und Eigenart der ursprünglichen Schrift, Stockholm: Almqvist &amp;amp; Wiksell, 1991. - 368 S. (Acta Universitatis Upsaliensis : Historia religionum ; 10)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
;Textausgaben&lt;br /&gt;
* R. H. Charles: [http://www.earlychristianwritings.com/text/patriarchs-charles.html engl. Übers.], in: The Apocrypha and Pseudepigrapha of the Old Testament, Bd. 2, Oxford: Clarendon Press 1913&lt;br /&gt;
* Robert Sinker: [http://www.newadvent.org/fathers/0801.htm engl. Übers.], in: Alexander Roberts / James Donaldson / A. Cleveland Coxe: Ante-Nicene Fathers, Bd. 8, Buffalo, NY: Christian Literature Publishing Co. 1886 [http://www.earlychristianwritings.com/text/patriarchs.html andere Ausgabe]&lt;br /&gt;
;Sekundärliteratur&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Michael Tilly|Michael Tilly]]: [http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/t/referenz/33302///cache/38da91eefe/ Testamente der 12 Patriarchen], in: WiBiLex Bibellexikon 2007.&lt;br /&gt;
* Thomas Knittel: [http://www.uni-leipzig.de/~nt/asp/biblio/test_xii.htm Bibliographie], [http://www.uni-leipzig.de/~nt/asp/blaetter/test2.htm Einführung] und [http://www.uni-leipzig.de/~nt/asp/blaetter/test.htm Inhaltsübersicht], Leipzig 1999&lt;br /&gt;
* Crawford Howell Toy / Frederick C. Conybeare / Kaufmann Kohler: [http://jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=163&amp;amp;letter=T&amp;amp;search=Testaments%20of%20the%20Twelve%20Patriarchs Artikel], in: Jewish Encyclopedia 1901-1906 &amp;lt;small&amp;gt;veralteter Forschungsstand&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apokryphe Schrift des Alten Testaments]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudepigraphie|U]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Testament]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Testament_Salomos&amp;diff=623282</id>
		<title>Testament Salomos</title>
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		<updated>2025-07-10T20:59:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Asmodaeus.png|thumb|300px|[[Asmodäus]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sheba demin.jpg|thumb|300px|[[Salomo]] empfängt die [[Königin von Saba]]. Gemälde von Giovanni Demin]]&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Testament Salomos&#039;&#039;&#039; (kurz &#039;&#039;TestSal&#039;&#039; oder &#039;&#039;TSal&#039;&#039;) ist eine [[christlich]]-[[gnostisch]]e [[apokryphe]] Schrift, die auf das [[Wikipedia:4. Jahrhundert|4. Jahrhundert]] datiert wird, aber vermutlich auf einer früheren [[jüdisch]]en Vorlage beruht, die von frühchristlichen Autoren überarbeitet wurde. Sie gilt als älteste christliche [[Dämonologie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rahmenhandlung der auf [[Wikipedia:Griechische Sprache|griechisch]] verfassten Schrift ist der [[Salomonischer Tempel|salomonische Tempelbau]], den eigentlichen Inhalt bildet aber eine umfangreiche Dämonologie. Sie ist weitgehend in der Ich-Form aus der Perspektive [[Salomo]]s geschrieben. Zu Beginn erfährt man, dass &#039;&#039;Ornias&#039;&#039;, ein [[Dämon]], dem Oberaufseher, der Salomos ganze Liebe besaß, jeden Tag bei Sonnenuntergang die Hälfte seines Lohnes und die Hälfte seiner Speisen wegnimmt und ihm überdies das Blut aus dem rechten Daumen saugt. Als Salomo dies erfährt, fleht er mit ganzer Seele zu Gott, dem HERRN [[Zebaoth]], um Hilfe und erhält durch den [[Erzengel]] [[Michael (Erzengel)|Michael]] einen Siegelring, mit dem er jeden Dämon kontrollieren kann. Salomo befiehlt nun eine Reihe von Dämonen zu sich, darunter [[Beelzebub]], den Herrn der Dämonen, die weibliche Dämonin &#039;&#039;Onoskelis&#039;&#039; (die &amp;quot;Eselsfüßige&amp;quot;, ein Beiname der [[Empusa]] der [[Wikipedia:griechische Mythologie|griechische Mythologie]]) und auch [[Asmodäus]]. &#039;&#039;Obizuth&#039;&#039;, &#039;&#039;&amp;quot;welcher am Haupte einem Weibe glich mit aufgelösten Haaren&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Bornemann, S 37&amp;lt;/ref&amp;gt;, scheint mit der Kinder mordenden [[Lilith]] identisch zu sein&amp;lt;ref&amp;gt;Hurwitz, S 137f&amp;lt;/ref&amp;gt;. Salomo befragt alle Dämonen über ihre Eigenschaften und welcher [[Engel]] ihr Herr sei und bestimmt die meisten von ihnen zur Mithilfe am Bau des Tempels. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Als ich Salomo dieses vernommen hatte, pries ich Gott, und mich verwundernd über die Schutzreden der Dämonen, misstraute ich ihnen und glaubte ihren Äußerungen nicht, bis sie würden in Erfüllung gehen. Als sie aber eintrafen, da verstand ich sie, und ich schrieb bei meinem&lt;br /&gt;
Tode dieses Testament für die Söhne Israels und übergab es ihnen, damit sie die Kräfte und Gestalten der Dämonen, so wie die Namen der Engel wüßten, durch welche die Dämonen bezwungen werden.|Das Testament des Salomo|Übersetzung von F. A. Bornemann, S 41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Tempel schon der Vollendung nahe ist, kommen alle Könige der Erde, um den Bau zu bewundern, darunter auch die [[Königin des Südens]] ([[Königin von Saba]]), die eine mächtige Zauberin war. Noch fehlt der mächtige Schlussstein, doch alle Bauleute und alle Dämonen zusammen vermögen ihn nicht auf die Spitze des Tempels zu hieven. Da fängt Salomo noch den mächtigen Luftdämon &#039;&#039;Ephippas&#039;&#039;, der in Arabien sein Unwesen trieb und dessen Vater der [[Teufel]] selbst ist und der nur von dem bezwungen werden kann, &#039;&#039;&amp;quot;welcher von einer Jungfrau geboren und von den Juden gekreuzigt werden wird.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Bornemann, S 53&amp;lt;/ref&amp;gt; Ephippas, der Berge versetzen und Paläste zerstören kann, hebt den Stein mit Leichtigkeit in die Höhe und bringt zudem mit Hilfe des Dämons aus dem roten Meer auch noch die &#039;&#039;unbegrenzte Säule&#039;&#039; nach [[Jerusalem]]. Beide Dämonen beschwören mit einem Eid, von dieser Säule nicht zu weichen bis zum Ende der Welt: &#039;&#039;&amp;quot;Wenn aber eines Tages dieser Stein fällt, dann wird der Welt Ende sein!&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Bornemann, S 55&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ende ist wenig rühmlich. Salomo begehrt eine [[Wikipedia:Jebusiter|Jebusiter]]in zur Frau. Doch die Priester dieses Volkes wollen in die Ehe nur einwilligen, wenn Salomo bereit ist, deren Gott [[Moloch]] zu verehren. Salomo verweigert dies zunächst, doch die listige Jungfrau sendet ihm fünf [[Heuschrecken]], die er im Namen Molochs zerreiben soll. Als Salomo dies blind vor Leidenschaft tut, verdunkelt sich sein Geist und er wird zum Gespött der Götzen und Dämonen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Deswegen schrieb ich dieses mein Testament nieder, damit diejenigen, welche es zu sehen bekämen, durchgängig Gnade fänden bis in Ewigkeit. Betet und achtet auf das Ende und nicht auf den Anfang!|Das Testament des Salomo|Übersetzung von F. A. Bornemann, S 56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
;Textausgaben&lt;br /&gt;
* F. A. Bornemann: &#039;&#039;Das Testament des Salomo&#039;&#039;, Aus dem Griechischen übersetzt, in: Zeitschrift für die historische Theologie 14/3 (1844), 9-56, [http://books.google.com/books?id=Z9UAAAAAcAAJ&amp;amp;pg=RA2-PA9 bei google books], [http://www.odysseetheater.com/jump.php?url=http://www.odysseetheater.com/ftp/bibliothek/Apokryphen/Das_Testament_des_Salomo.pdf als PDF]&lt;br /&gt;
* Peter Busch: &#039;&#039;Das Testament Salomos. Die älteste christliche Dämonologie, kommentiert und in deutscher Erstübersetzung&#039;&#039;; 2006, [http://books.google.de/books?id=nnFCugfmM-oC&amp;amp;printsec=frontcover Auszüge bei google books]&lt;br /&gt;
* Dennis C. Duling: &#039;&#039;Testament of Solomon&#039;&#039;, in: [[Wikipedia:James H. Charlesworth|James H. Charlesworth]] (Hg.): &#039;&#039;The Old Testament Pseudepigrapha&#039;&#039;, Volume 1: Apocalyptic Literature and Testaments, The Anchor Yale Bible Reference Library, Doubleday, 1983, 935-987.&lt;br /&gt;
* F. F. Fleck: &#039;&#039;Wissenschaftliche Reise durch das südliche Deutschland, Italien, Sicilien und Frankreick&#039;&#039; 2/3, Leipzig 1837, 111–140, Nachdruck in: [[Wikipedia:Jacques Paul Migne|Jacques Paul Migne]] (Hg.): [[Wikipedia:Patrologia Graeca|Patrologia Graeca]], Bd. 122, 1315–1358 nebst lateinischer Übersetzung.&lt;br /&gt;
* Chester Charlton McCown: &#039;&#039;The Testament of Solomon&#039;&#039;, Untersuchungen zum Neuen Testament 9, Leipzig 1922, [http://www.archive.org/details/cu31924028957400 bei archive.org] (&amp;lt;small&amp;gt;[http://www.users.globalnet.co.uk/~pardos/ArchiveSolReview.html Review] von M. R. James&amp;lt;/small&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Sekundärliteratur&lt;br /&gt;
* Dennis C. Duling: &#039;&#039;The Testament of Solomon&#039;&#039;: Retrospect and Prospect, in: Journal for the Study of Pseudepigrapha 2 (1988), 87-112.&lt;br /&gt;
* K. Preisendanz: &#039;&#039;Salomo&#039;&#039;, in: [[Wikipedia:Pauly-Wissowa|RE]] Suppl. 8 (1956), 660-704.&lt;br /&gt;
* Eckard von Nordheim: &#039;&#039;Die Lehre der Alten&#039;&#039;, München 1973, S. 185 - 193, [http://books.google.de/books?id=mdYUAAAAIAAJ&amp;amp;printsec=frontcover Auszüge bei google books]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Siegmund Hurwitz: &#039;&#039;Lilith – die erste Eva. Eine Studie über dunkle Aspekte des Weiblichen&#039;&#039;. Mit einem Vorwort von [[Wikipedia:Marie-Louise von Franz|Marie-Louise von Franz]]. Daimon, Zürich 1980 (5. überarbeitete Auflage 2004), ISBN 978-3-85630-633-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
;Textausgaben&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Testament des Salomo|Übersetzung von Paul Rießler}}&lt;br /&gt;
* F. C. Conybeare: [http://www.esotericarchives.com/solomon/testamen.htm Translation], nach: Jewish Quarterly Review 9 (1898), 1-45.&lt;br /&gt;
;Informationen&lt;br /&gt;
* {{JE|1=http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=897&amp;amp;letter=S&amp;amp;search=testament|2=Testament of Solomon|3=Crawford Howell Toy}}&lt;br /&gt;
* James Harding / Loveday Alexander: [http://www.st-andrews.ac.uk/divinity/rt/otp/guestlectures/harding/ Dating the Testament of Solomon], St Andrews 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apokryphen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dämonologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Testament]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Salomo]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Testament Adams</title>
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		<updated>2025-07-10T20:58:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;as &#039;&#039;&#039;Testament Adams&#039;&#039;&#039; ist ein [[Christentum|christliches]] [[Pseudepigraphie|pseudepigraphisches]] Werk, das uns in [[Syrische Sprache|Syrisch]] und [[Arabische Sprache|Arabisch]] überliefert ist. Das älteste erhaltene Manuskript stammt aus dem sechsten Jahrhundert, aber der Text selbst stammt aus dem vierten Jahrhundert und wurde wahrscheinlich in [[Şanlıurfa|Edessa]] verfasst. Der Text beansprucht, die letzten Worte [[Adam und Eva|Adam]]s an seinen Sohn [[Set (Bibel)|Set]] wiederzugeben, in denen er eine Art [[Universum|kosmisches]] [[Stundengebet]] beschreibt, das Kommen des [[Messias]] und der [[Sintflut]] voraussagt und die [[Hierarchie]] der [[Engel]] erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Darstellungen der letzten Worte Adams finden sich in der &#039;&#039;[[Apokalypse des Adam]]&#039;&#039;, in &#039;&#039;Das [[Leben Adams und Evas]]&#039;&#039; (Moses-Apokalypse) und in &#039;&#039;Der [[Kampf Adams]]&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Paul Rießler, Altjüdische Schriften außerhalb der Bibel, Augsburg 1928. (Übersetzung des Testaments Adams S. 1084-1090.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Adambücher]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*{{Wikisource|Testament des Adam|Übersetzung von Paul Rießler}}&lt;br /&gt;
* [http://www.uni-leipzig.de/~nt/asp/pseudep.htm#TestAd Kurzinfo und Bibliographie]&lt;br /&gt;
* [http://www.earlyjewishwritings.com/testadam.html Early Jewish Writings: Testament of Adam], eine englischsprachige Einführung in das Werk.&lt;br /&gt;
* [http://www.sacred-texts.com/chr/bct/bct10.htm Sacred Texts: Christianity: Testamentum Adami], eine englische Übersetzung von E. A. Wallis Budge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudepigraphie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Testament]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Adam]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Kategorie:Testament</title>
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		<updated>2025-07-10T20:58:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: Die Seite wurde neu angelegt: „! Kategorie:Urkunde“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kategorie:Testament|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Urkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Testament</title>
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		<updated>2025-07-10T20:56:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Siehe auch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein &#039;&#039;&#039;Testament&#039;&#039;&#039; ([[Latein|lat.]] &#039;&#039;testamentum&#039;&#039;, von &#039;&#039;testari&#039;&#039; „bezeugen“) ist eine Form der [[Verfügung von Todes wegen]], eine Regelung für den [[Erbfall]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach deutschem Recht wird diese Verfügung auch als letztwillige Verfügung bezeichnet ({{§|1937|bgb|juris}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]]), die Rechtsbegriffe Verfügung von Todes wegen und letztwillige Verfügung sind jedoch keine Synonyme. Eine letztwillige Verfügung ist eine einseitige formbedürftige, jederzeit widerrufbare [[Willenserklärung]] des [[Erblasser]]s (&#039;&#039;&#039;Testator&#039;&#039;&#039;) über sein Vermögen, die erst im Falle seines [[Sterbefall|Todes]] (Erbfall) Wirkung entfaltet. Eine andere Form der Verfügung von Todes wegen ist der [[Erbvertrag]] (§{{§|1941|bgb|juris}}, {{§|2274|bgb|juris}}&amp;amp;nbsp;ff. BGB), Erbverträge sind keine letztwilligen Verfügungen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.jurafueralle.de/unterschied-letztwillige-verfuegung-verfuegung-von-todes-wegen |titel=Unterschied letztwillige Verfügung - Verfügung von Todes wegen |datum=2022-02-26 |sprache=de |abruf=2023-07-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Österreich]] heißen nur letztwillige Verfügungen, durch die ein Erbe eingesetzt wird, Testament ({{§|552|ABGB|RIS-B|DokNr=NOR40172834}} Abs&amp;amp;nbsp;2 [[Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch|ABGB]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liegt kein Testament vor, gilt die [[gesetzliche Erbfolge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung zu anderen Verfügungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La lecture du testament.jpg|mini|„Das Lesen des Testaments“ (frz. Karikatur des 19. Jh.)]]&lt;br /&gt;
Die rechtlichen Regeln über Inhalt, Errichtung, [[Rechtsgeschäft|Widerruf]], [[Auslegung (Recht)|Auslegung]] und [[Anfechtung]] von Testamenten sind Teil des [[Erbrecht]]s. Durch das missverständlich so genannte Patiententestament (besser: [[Patientenverfügung]]) wird dagegen nicht das Schicksal des Vermögens nach dem Tod, sondern der Umfang der medizinischen und pflegerischen Betreuung für den Fall geregelt, dass der Patient später einen Willen nicht mehr bilden oder äußern kann. Die Formvorschriften des Testamentes gelten nicht für Patientenverfügungen, es reicht nach deutschem Recht die [[Schriftform]] ({{§|1901a|bgb|juris}} BGB). Das Gleiche gilt für den letzten Willen betreffend die [[Bestattungsverfügung|Bestattung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründe für ein Testament ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Alfred Nobels will-November 25th, 1895.jpg|mini|Testament Alfred Nobels, mit dem er den Nobelpreis stiftet]]&lt;br /&gt;
Beim Tod eines Menschen, der kein wirksames Testament errichtet und auch keinen [[Erbvertrag]] geschlossen hat, tritt die [[gesetzliche Erbfolge]] ein. Diese [[Erbfolge]] entspricht nicht unbedingt dem Willen des [[Erblasser]]s und kann zu Streitigkeiten unter den [[Angehöriger|Angehörigen]] führen, die der Erblasser durch eine klare testamentarische Regelung vermeiden kann. Zum Beispiel regelt die gesetzliche Erbfolge, dass in einer kinderlosen Ehe die Eltern neben dem überlebenden Ehegatten Erben werden und mit diesem eine [[Erbengemeinschaft]] bilden. Oft stimmt auch die gesetzliche Regelung, dass die Kinder neben dem überlebenden [[Ehegatte]]n erben und somit auch hier eine Erbengemeinschaft bilden, nicht mit dem letzten Willen des Erblassers überein. Besonders in [[Patchworkfamilie]]n kann die gesetzliche Erbfolge zu eher zufälligen, unerwünschten Ergebnissen führen. Wer dies vermeiden möchte, muss die Erbfolge durch ein Testament (oder einen Erbvertrag) regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtslage in Deutschland ==&lt;br /&gt;
=== Möglicher Inhalt des Testaments ===&lt;br /&gt;
In einem Testament können die folgenden, erbrechtlichen Verfügungen getroffen werden.&lt;br /&gt;
* [[Erbe (Deutschland)|Erb]]einsetzung einzelner oder mehrerer Personen,&lt;br /&gt;
* Enterbung ({{lang|la|abdicatio}}) von Personen, die sonst gesetzlich oder durch eine frühere letztwillige Verfügung als Erben berufen wären,&lt;br /&gt;
* Aussetzung von [[Vermächtnis]]sen,&lt;br /&gt;
* [[Auflage (Zivilrecht)|Auflage]]n,&lt;br /&gt;
* [[Teilungsanordnung]]en als Vorgabe, wie der Nachlass unter den Erben aufzuteilen ist,&lt;br /&gt;
* die Anordnung der [[Testamentsvollstreckung]] durch einen [[Testamentsvollstrecker]] sowie die&lt;br /&gt;
* [[Pflichtteil (Deutschland)|Pflichtteil]]s&amp;amp;shy;entziehung und -beschränkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben kommt als nicht erbrechtliche Verfügung in der Form eines Testaments auch die Benennung eines [[Vormund]]s für hinterlassene [[Minderjährigkeit|minderjährige]] Kinder gemäß {{§|1776|bgb|juris}} BGB in Betracht sowie die Bestimmung der [[Gesetz über die religiöse Kindererziehung|religiösen Kindererziehung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anwendbarkeit deutschen Erbrechts===&lt;br /&gt;
Für Deutsche und ausländische Personen, die ihren [[Gewöhnlicher Aufenthalt|gewöhnlichen Aufenthalt]] in Deutschland haben, beurteilt sich vor deutschen Gerichten die [[Rechtsnachfolge]] von Todes wegen nach deutschem [[Erbrecht]]. Hat ein Deutscher hingegen seinen gewöhnlichen Aufenthalt in einem ausländischen Staat, findet nach der [[Europäische Erbrechtsverordnung|Europäischen Erbrechtsverordnung]] das Erbrecht dieses Staates Anwendung, wenn der Erblasser nicht testamentarisch eine abweichende [[Rechtswahl]] getroffen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Findet deutsches Recht Anwendung, dann gilt das auch für Vermögen, welches sich im Ausland befindet, es sei denn, dass das Recht des anderen Staates für das in seinem Machtbereich gelegene Vermögen besondere Vorschriften geschaffen hat, die es auch auf Deutsche anwendet ({{§§|bgbeg|juris|seite=BJNR006049896.html#BJNR006049896BJNG001102377|Art. 25 und 26}} [[Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche|EGBGB]]). In solchen Fällen kann im Interesse des internationalen Entscheidungseinklangs und wegen der fehlenden Möglichkeit der deutschen Gerichte, eine [[Zwangsvollstreckung]] im fremden Hoheitsbereich zu erzwingen, eine [[Nachlassspaltung]] stattfinden. Bei einer solchen Nachlassspaltung beurteilt sich die Rechtsnachfolge von Todes wegen für das im betreffenden Staat gelegene Vermögen nach dem ausländischen Recht; im Übrigen ist das deutsche Recht berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein im Ausland erstelltes Testament kann von einem deutschen [[Konsul]] [[Beurkundung|beurkundet]] werden (es entspricht einem notariellen Testament).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von der [[Bundesnotarkammer]] geführte [[Zentrales Testamentsregister|Zentrale Testamentsregister]] ermittelt in Deutschland die Verwahrstelle erbfolgerelevanter Urkunden, die in der Regel bei einem [[Amtsgericht]] (Nachlassgericht) verwahrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Testierfähigkeit ===&lt;br /&gt;
Die Testierfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit, ein Testament zu errichten, zu ändern oder aufzuheben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Edenhofer]] in [[Grüneberg (Gesetzeskommentar)|Palandt]], Bürgerliches Gesetzbuch, 66. Auflage, München 2007, ISBN 3-406-55266-8, § 2229, Rn. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist ein Unterfall der Geschäftsfähigkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Edenhofer in Palandt, § 2229, Rn. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;, erfährt aber in {{§|2229|bgb|juris}} BGB eine selbstständige Regelung. Testierfähig ist hiernach, wer das 16. Lebensjahr vollendet hat (Absatz 1) und nicht wegen einer krankhaften Störung der Geistestätigkeit, wegen Geistesschwäche oder wegen Bewusstseinsstörung außerstande ist, die Bedeutung einer von ihm abgegebenen Willenserklärung einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln (Absatz 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ein Minderjähriger bedarf gemäß Absatz 2 für die Testamentserrichtung nicht der Zustimmung seines [[Gesetzlicher Vertreter|gesetzlichen Vertreters]]. Für diese Konstellation sind lediglich besondere Formvorschriften vorgesehen: Nach {{§|2233|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 BGB ist er dahingehend beschränkt, dass er nur ein öffentliches Testament durch Erklärung gegenüber dem Notar oder durch Übergabe einer offenen Schrift errichten kann. Somit ist es ihm verwehrt, ein wirksames eigenhändiges Testament – ausdrücklich klargestellt in {{§|2247|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;4 BGB – oder ein Testament durch Übergabe einer verschlossenen Schrift an den Notar zu errichten. Auf diese Weise soll die Mitwirkung einer sachkundigen Beratungsperson sichergestellt werden, um den Minderjährigen vor unüberlegten oder übereilten letztwilligen Verfügungen zu schützen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dirk Olzen: &#039;&#039;Erbrecht.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-89949-239-0, Rn. 240.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine geistige Einschränkung nach {{§|2229|bgb|juris}} Abs. 4 BGB hebt die Testierfähigkeit auf, wenn der Testierende nicht mehr die Tragweite seiner Entscheidungen erkennen und seinen Willen frei von Einflüssen dritter Personen bilden und äußern kann. Testierunfähigkeit ist eine Sonderform der [[Geschäftsfähigkeit|Geschäftsunfähigkeit]]. Das Vorliegen der Testierfähigkeit wird als Normalfall vermutet. Ihr Nichtvorhandensein ist die Ausnahme und daher von demjenigen zu beweisen, der sich auf Geschäfts- oder Testierunfähigkeit des Erblassers beruft. Bleiben Zweifel, geht das [[Nachlassgericht]] von der Testierfähigkeit aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob eine solche Testierunfähigkeit vorliegt, ist vom [[Nachlassgericht]] ({{§|343|famfg|juris}} [[Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit|FamFG]]) bei Erteilung des [[Erbschein]]s von Amts wegen zu prüfen ({{§|26|famfg|juris}} FamFG; {{§|2353|bgb|juris}} BGB), wenn konkrete Zweifel an der Testierfähigkeit bestehen. Die Tatsache, dass ein [[Betreuung (Recht)|rechtlicher Betreuer]] bestellt war, beweist allein noch nicht die Testierunfähigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;BayObLGZ 1982, 309 zur [[Gebrechlichkeitspflegschaft]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei solchen Zweifeln hat das Nachlassgericht zunächst die behaupteten auffälligen Verhaltensweisen des Erblassers aufzuklären (z.&amp;amp;nbsp;B. den Umfang der [[Zerebralsklerose]] oder der Verwirrtheit einschließlich eventueller [[Lichtes Intervall|lichter Intervalle]]) und hierauf das Sachverständigengutachten eines [[Psychiater]]s einzuholen.&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Hamm Rpfleger 1989, 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Ungültigkeit des Testaments aufgrund einer geistigen Erkrankung liegt jedoch dann nicht vor, wenn das Testament mit der Erkrankung nicht in Verbindung steht und von ihr nicht beeinflusst ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispiele: BayObLG vom 14. September 2001 1 ZBR 124/00, zitiert auf http://www.rechtsanwaltdrpalm.de/testamen.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;BayObLGZ 2, 403/406, zitiert in {{Webarchiv|url=http://www.notare.bayern.de/read.php?datei=UERGUy9NaXR0QmF5Tm90L21pdHRCYXlOb3Q2XzAxLnBkZg== |wayback=20120118184838 |text=MittBayNot (Mitteilungen des Bayerischen Notarvereins, der Notarkasse und der Landesnotarkammer Bayern)   }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die gutachterliche Feststellung des Vorliegens von Testierunfähigkeit ist außerordentlich anspruchsvoll, besonders wenn die Beurteilung erst [[postum]], d.&amp;amp;nbsp;h. nach dem Ableben des Erblassers getroffen werden soll. Umgekehrt reicht für die Testierfähigkeit aber ebenfalls nicht aus, wenn nicht auszuschließen ist, dass der Erblasser lichte Momente gehabt haben könnte. Hier muss derjenige, der sich auf die Wirksamkeit des Testaments beruft, nachweisen, dass im Zeitpunkt der Errichtung des Testaments ein solcher lichter Moment auch tatsächlich vorlag.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=OLG Frankfurt am Main |url=https://www.mueller-schell.de/index.php?id=95 |titel=Für die Testierfähigkeit reicht die Möglichkeit lichter Momente nicht aus |datum=2017-08-17 |zugriff=2017-10-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits dürfte ein Gutachten zur Feststellung der Testierunfähigkeit zu Lebzeiten nur schwer durchsetzbar sein. In einer Entscheidung des OLG Frankfurt am Main&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. vom 27. Januar 1997, Az. 20&amp;amp;nbsp;W&amp;amp;nbsp;21/97&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde das Interesse des Erblassers, vor einem Prozess verschont zu werden, höher bewertet als das wie auch immer geartete Interesse eines potenziellen Erben, frühzeitig Klarheit über die Erbfolge zu erlangen. Außerdem kann vom Erblasser nicht verlangt werden, schon zu Lebzeiten über das Schicksal seines Nachlasses Rechenschaft abzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Urteil zitiert auf [http://wiki.btprax.de/Testierfähigkeit Online-Lexikon Betreuungsrecht], abgerufen am 1. Juli 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Einwilligungsvorbehalt]] eines rechtlichen [[Betreuung (Recht)|Betreuers]] darf sich nach {{§|1903|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 BGB nicht auf Verfügungen von Todes wegen erstrecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wolfgang Grunsky]] vertritt die Auffassung, dass {{§|2229|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 und 4 BGB verfassungswidrig seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Grunsky: &#039;&#039;Testierfähigkeit und Geschäftsfähigkeit.&#039;&#039; 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Form der Errichtung eines Testaments ===&lt;br /&gt;
Für die Errichtung eines Testaments stehen unterschiedliche [[Form (Recht)|Formen]] zur Verfügung. Der Erblasser kann nach dem BGB in zwei ordentlichen Formen testieren: in Form des öffentlichen notariellen Testaments oder des privaten handschriftlichen Testaments. Daneben gibt es noch außerordentliche Testamentsformen. Die Strenge der Form hat seit dem Testamentsgesetz vom 31.&amp;amp;nbsp;Juli 1938&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reichsgesetzblatt|RGBl.]] I S.&amp;amp;nbsp;973; {{Internetquelle |url=http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=19380004&amp;amp;seite=00000973 |titel=Text online |werk=ALEX (Historische Rechts- und Gesetzestexte Online auf der Internetpräsenz der Österreichischen Nationalbibliothek) |zugriff=2011-12-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; eine erhebliche Auflockerung erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Erbeinsetzung, die in dem Testament selbst nicht enthalten und nicht einmal angedeutet wird (&#039;&#039;[[mystisches Testament]]&#039;&#039;), ermangelt jedoch der gesetzlich vorgeschriebenen Form und ist daher gemäß {{§|125|bgb|juris}} Satz 1 BGB nichtig.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;amp;Art=en&amp;amp;nr=125603&amp;amp;pos=0&amp;amp;anz=1 BGH, Beschluss vom 10. November 2021 – IV ZB 30/20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/bgh-unzulaessige-bezugnahme-auf-anlage-testamentum-mysticum &#039;&#039;„Testamentum mysticum“ wegen unzulässiger Bezugnahme auf Anlage unwirksam.&#039;&#039;]  beck-aktuell, 5. Januar 202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stefan Lorenz]]: [https://lorenz.userweb.mwn.de/urteile/ivzb30_20.htm &#039;&#039;Form des eigenhändigen (gemeinschaftlichen) Testaments gem. §§ 2247, 2267 BGB; Formnichtigkeit bei Verweis auf nicht der Form entsprechendes Dokument (Verbot des „testamentum mysticum“); Abgrenzung zur Auslegung („Andeutungstheorie“).&#039;&#039;] BGH, Beschluss vom 10. November 2021 - IV ZB 30/20 - OLG Frankfurt am Main. Abgerufen am 5. Juli 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Eigenhändiges Testament ====&lt;br /&gt;
Möglich ist die Errichtung eines Testaments durch eine vollständig [[Autograph|eigenhändig]] geschriebene und unterschriebene Erklärung. Dies ist aber nicht durch einen [[Minderjährigkeit|Minderjährigen]] möglich ({{§|2247|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;4 BGB). Dabei sollen Zeit und Ort der Errichtung des Testaments angegeben werden. Die Erklärung muss ganz vom Erblasser selbst geschrieben werden, so dass anhand der [[Schriftvergleichung|Handschrift]] seine Identität nachgeprüft werden kann. Die bloße [[Unterschrift|Unterzeichnung]] eines maschinenschriftlichen Dokuments reicht nicht aus. Ort und Zeit der Errichtung können jedoch maschinengeschrieben sein. Ein maschinenschriftlich verfasstes oder per Computer ausgedrucktes Testament kann nur dann als gültig angesehen werden, wenn es einem Notar in einem offenen oder auch verschlossenen Umschlag übergeben wird. Dann handelt es sich jedoch um eine Form des öffentlichen Testaments. Ebenso kann es aber als wörtlich identische Lesehilfe für das eigentliche, handgeschriebene Testament dienen, um die Handschrift leichter entziffern zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art und Weise der Erstellung der Testamentsurkunde spielt dabei keine Rolle. So kann ein Testament in der „klassischen Form“ (als solches betitelt usw.) oder auch etwa in Briefform verfasst sein. Es ist möglich, das eigenhändige Testament in jeder fremden Sprache zu verfassen, wobei es notwendig ist, dass diese Sprache von einer dritten Person verstanden wird. Selbst ein in [[Stenographie]] verfasstes Testament ist möglich, soweit an der Urheberschaft des Erblassers kein Zweifel besteht. &lt;br /&gt;
Für die Voraussetzung der [[Unterschrift]] ist notwendig, dass diese &#039;&#039;am Ende&#039;&#039; der Urkunde zu finden ist. Die Unterschrift hat Abschlussfunktion und soll dem Leser zeigen, dass das Testament an dieser Stelle endet. Eine Unterzeichnung mit Vor- und Nachnamen ist dabei nicht notwendig, wird aber dringend empfohlen. Es reicht allerdings eine Unterzeichnung mit einem Spitz- oder Kosenamen wie „Dein Papa“ oder „Dein Schnuckel“ – nicht aber die Abkürzung „D.&amp;amp;nbsp;O.“ („Die Obengenannte“)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://openjur.de/u/327230.html# OLG Celle, Urteil vom 22. September 2011 (6 U 117/10)]&amp;lt;/ref&amp;gt; – aus, soweit die Identität des Unterzeichners gesichert ist. Zu der gesetzlichen Regelung siehe {{§|2247|bgb|juris}} BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Öffentliches Testament ====&lt;br /&gt;
Das öffentliche Testament ({{§|2232|bgb|juris}} BGB) wird in der Weise errichtet, dass der Erblasser dem [[Notar]] seinen letzten Willen erklärt oder eine Schrift (offen oder verschlossen) mit der Erklärung übergibt, dass jene seinen letzten Willen enthalte. Seit dem Beschluss des [[Bundesverfassungsgericht]]s vom 19.&amp;amp;nbsp;Januar 1999&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesverfassungsgericht vom 19.&amp;amp;nbsp;Januar 1999, Az. 1&amp;amp;nbsp;BvR 2161/94 – {{BGBl|1999n I S. 699}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist die Mündlichkeit der Erklärung zur [[Niederschrift]] des Notars nicht mehr erforderlich. Neben der [[Lautsprache]] kann man sich auch einer [[Zeichensprache|Zeichen-]] oder [[Gebärdensprache]] bedienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verfügt der Testator durch Übergabe einer Schrift an den Notar von Todes wegen, braucht das Testament nicht von ihm geschrieben zu sein. Eine Abfassung in Maschinenschrift bzw. mit dem PC ist möglich. Umstritten ist, ob der Erblasser den Inhalt der übergebenen Schrift kennen muss oder ob die Möglichkeit zur Kenntnisnahme ausreicht. Der Notar muss dagegen von dem Inhalt der Schrift keine Kenntnis erlangen (etwa bei verschlossenen Schriften oder bei offenen Schriften in fremder Sprache).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach {{§|17|beurkg|juris}} [[Beurkundungsgesetz]] (BeurkG) ist der Notar verpflichtet, den Erblasser bei der Abfassung des Testaments so umfassend zu beraten, dass sein letzter Wille unmissverständlich und juristisch einwandfrei zum Ausdruck kommt. Anderes gilt nur dann, wenn der Erblasser dem Notar eine verschlossene Schrift übergibt und damit auf Beratung durch den Notar verzichtet. In der Praxis kommt dies jedoch kaum vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Gefahr einer Unwirksamkeit des öffentlichen Testaments zu minimieren, ist der Notar nach {{§|28|beurkg|juris}} BeurkG gehalten, in der Urkunde festzustellen, ob der Erblasser testier- und geschäftsfähig ist {{§|11|beurkg|juris}} BeurkG. Allerdings ist er zu sachverständigen Feststellungen in dieser Hinsicht mangels entsprechender Ausbildung oft kaum in der Lage. In Zweifelsfällen kann ein Facharzt für Psychiatrie hinzugezogen werden. Auf Wunsch des Erblassers können nach {{§|29|beurkg|juris}} BeurkG bei der Beurkundung des Testaments bis zu zwei [[Zeuge]]n hinzugezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das öffentliche Testament löst Kosten nach dem [[GNotKG]] aus. Die Höhe der Notarkosten richtet sich nach dem Vermögen des Erblassers im Zeitpunkt der Beurkundung. Andererseits macht ein öffentliches Testament in den meisten Fällen einen [[Erbschein]] überflüssig, der in aller Regel mindestens ebenso teuer ist wie ein notarielles Testament. Das gilt insbesondere im Grundbuchverfahren, also dann, wenn sich der Erbe als Eigentümer des ererbten Grundstücks eintragen lassen will. Auch Banken verlangen regelmäßig keinen Erbschein, wenn ein notarielles Testament vorgelegt wird. Nach Ziffer&amp;amp;nbsp;5 [[AGB-Banken]] wie Ziffer&amp;amp;nbsp;5 [[AGB-Sparkassen]] dürfen Banken an den im öffentlichen Testament genannten Erben schuldbefreiend leisten. Der [[Bundesgerichtshof]] hat am 7.&amp;amp;nbsp;Juni 2005&amp;lt;ref&amp;gt;BGH Urteil vom 7.&amp;amp;nbsp;Juni 2004, Az. XI&amp;amp;nbsp;ZR&amp;amp;nbsp;311/04.&amp;lt;/ref&amp;gt; entschieden, dass eine Bank sich wegen der Forderung nach einem Erbschein [[schadenersatz]]pflichtig machen kann, wenn ein eröffnetes öffentliches Testament vorliegt und die AGB der Bank dies als Ersatz für einen Erbschein erwähnen. Allerdings hat der BGH nur entschieden, dass dies bei öffentlichen Testamenten auf jeden Fall so ist, und nicht ausgeschlossen, dass es bei privaten Testamenten anders ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein notarielles Testament ist vom Notar zwingend in besondere amtliche Verwahrung zu geben ({{§|34|BeurkG|juris}} Absatz 1 Satz 4 BeurkG, {{§|346|FamFG|juris}} FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schreibunkundige oder -unfähige und Stumme ====&lt;br /&gt;
[[Analphabetismus|Schreibunkundige]] oder -unfähige Personen können selbstverständlich ein eigenhändiges Testament nicht errichten. Sie müssen öffentlich zur Niederschrift eines Notars oder durch Übergabe einer Schrift an den Notar testieren. Vor der Entscheidung des Bundesverfassungerichts konnte ein Stummer neben dem eigenhändigen Testament nur durch Übergabe einer Schrift testieren, wenn er die Form des öffentlichen Testaments gewählt hat ({{§|2233|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;3 BGB a.F.). Schreibunkundigen oder -unfähigen Stummen (stummen [[Analphabetismus|Analphabeten]] oder Personen mit Doppelbehinderung) war allerdings auch die Übergabe einer Schrift an den Notar nicht möglich, weil der [[Erblasser]] die Erklärung, dass die Schrift seinen letzten Willen enthalte, eigenhändig in die Niederschrift oder auf ein der Niederschrift beizufügendes Blatt schreiben musste (§ 31 BeurkG a.F.). Schreibunkundige oder -unfähige Stumme waren folgerichtig von einer Verfügung von Todes wegen ausgeschlossen. Diese Regelung verstieß gegen {{Art.|14|gg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;1 [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|GG]] und den Gleichheitssatz des {{Art.|3|gg|juris}} GG. Jetzt kann die Erklärung, dass die übergebende Schrift den letzten Willen enthalte, formfrei (auch durch [[Gebärdensprache]] mittels Gebärdensprachdolmetscher) erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nottestamente ====&lt;br /&gt;
In Situationen, in denen der Notar nicht rechtzeitig erreicht werden kann, kennt das deutsche Recht so genannte Nottestamente. &lt;br /&gt;
* Bürgermeistertestament ({{§|2249|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
* Drei-Zeugen-Testament ({{§|2250|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
* Seetestament ({{§|2251|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese noch aus der [[Postkutsche]]n&amp;lt;nowiki /&amp;gt;zeit stammenden Regelungen haben kaum noch praktische Bedeutung. Zu beachten ist, dass Nottestamente nach Ablauf von drei Monaten nach der Errichtung unwirksam werden, wenn der Erblasser dann noch lebt und zwischenzeitlich imstande war, ein ordentliches Testament zu errichten ({{§|2252|bgb|juris}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ehegatten- oder gemeinschaftliche Testament ===&lt;br /&gt;
Grundsätzlich kann ein Testament nur durch den Erblasser selbst errichtet werden. Einzig Ehegatten und Lebenspartner einer gleichgeschlechtlichen [[Lebenspartnerschaft]] können ein gemeinschaftliches Testament errichten (§{{§|2265|BGB|juris}}&amp;amp;nbsp;ff. BGB). Dieses Recht gilt nicht für Verlobte oder diejenigen, die in [[Nichteheliche Lebensgemeinschaft|nichtehelicher Lebensgemeinschaft]] leben. Bei der Errichtung eines gemeinschaftlichen eigenhändigen Testaments sieht das deutsche Recht Erleichterungen bei der Form vor: Es genügt, wenn ein Ehegatte (Lebenspartner) das Testament eigenhändig schreibt und beide abschließend unterschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des gemeinschaftlichen Testaments besteht darin, dass nach dem Tode des Erstversterbenden wechselbezügliche Verfügungen aus dem Testament &#039;&#039;&#039;bindend&#039;&#039;&#039; werden. Der Überlebende kann solche wechselbezüglichen, bindend gewordenen Verfügungen dann nicht mehr widerrufen. Wechselbezüglich sind Verfügungen, die der eine Ehegatte ([[Lebenspartnerschaft|Lebenspartner]]) nur deshalb trifft, weil auch der andere in bestimmter Weise verfügt hat. In der Praxis wird dies besonders am häufig vorkommenden Regelfall des sogenannten [[Berliner Testament]]s deutlich: Haben sich Ehegatten beim Tode des Erstversterbenden gegenseitig als Erben eingesetzt und verfügt, dass beim Tode des Zweitversterbenden der [[Nachlass]] an die gemeinsamen Kinder fallen soll, so kann der Überlebende seine Verfügung zu Gunsten der Kinder nach dem Tode des Erstverstorbenen nicht mehr widerrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ehegatten können durch ausdrückliche Erklärungen im Testament zur Vermeidung von Missverständnissen klarstellen, welche Verfügungen des Überlebenden für ihn nach dem Tod des Erstversterbenden bindend sein sollen und welche nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet der erbrechtlichen Bindung bleibt der überlebende Ehegatte bei Verfügungen unter Lebenden grundsätzlich frei. Er kann also mit dem ererbten Vermögen zu Lebzeiten grundsätzlich tun und lassen, was er will. Hierdurch ergibt sich das in der Praxis häufige Problem der beeinträchtigenden [[Schenkung]] (Beispiel: Der überlebende Ehegatte verschenkt wesentliche Teile seines Vermögens an seinen neuen Lebensgefährten). Solche beeinträchtigenden Schenkungen sind wirksam, der Schlusserbe kann aber nach dem Tode des Erblassers vom Beschenkten die Herausgabe des Geschenks verlangen, wenn die Schenkung in der Absicht gemacht worden ist, den Schlusserben zu beeinträchtigen. Der [[Bundesgerichtshof]] definiert diese Beeinträchtigungsabsicht dahin, dass der Erblasser an der Schenkung kein lebzeitiges Eigeninteresse gehabt haben darf.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Urteil vom 29. 06.2005 – IV ZR 56/04 – https://openjur.de/u/346670.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein mögliches, selten vorkommendes Problem ist die Formulierung des „gleichzeitigen“ Versterbens in Ehegattentestamenten, wenn eigentlich das „gemeinsame“ Versterben, etwa an den Folgen desselben Unfalles, gemeint ist. Hier sollte eine Formulierung wie: {{&amp;quot;|Sollten wir gemeinsam versterben oder in gemeinsamer Gefahr umkommen, dann sollen folgende Personen erben}} gewählt werden. Nach einer Entscheidung des OLG Zweibrücken&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Zweibrücken FamRZ 1997, 212.&amp;lt;/ref&amp;gt; liegt ein Fall des „Umkommens in gemeinsamer Gefahr“ auch dann noch vor, wenn nach einem Verkehrsunfall der eine Partner sechs Tage nach dem anderen verstarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fälle der Nichtigkeit oder Unwirksamkeit eines Testaments===&lt;br /&gt;
==== Sittenwidrigkeit ====&lt;br /&gt;
Testamente sind wie jedes andere Rechtsgeschäft nichtig, soweit sie gegen ein gesetzliches Verbot (§ 134 BGB) oder gegen [[Sittenwidrigkeit (Deutschland)|die guten Sitten]] ({{§|138|bgb|juris}} BGB) verstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war lange Zeit umstritten, ob sogenannte Geliebtentestamente, auch als [[Mätresse]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;ntestamente&amp;lt;/nowiki&amp;gt; bezeichnet, sittenwidrig sind. Inzwischen hat sich die Ansicht durchgesetzt, die ein Testament nur dann als sittenwidrig betrachtet, wenn die Geliebte allein wegen ihrer sexuellen Hingabe zur Alleinerbin eingesetzt wurde (&#039;&#039;Hergabe für Hingabe&#039;&#039;). Der maßgebliche Zeitpunkt ist hierbei nach aktueller herrschender Meinung der Zeitpunkt des Todes des Erblassers und damit nicht mehr, wie früher allgemein vertreten, die Abfassung des Testamentes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin war es lange umstritten, ob das [[Behindertentestament]] sittenwidrig sei. Dieses hat jedoch der BGH in vier großen Entscheidungen immer wieder verneint, so dass heute von einer Wirksamkeit auszugehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verstoß gegen das Heimgesetz ====&lt;br /&gt;
Testamentarische Verfügungen können wegen eines Verstoßes gegen ein gesetzliches Verbot nichtig sein; deshalb gilt das Zuwendungsverbot an Heime (§ 14 Heimgesetz) auch für letztwillige Verfügungen.&amp;lt;ref&amp;gt;BayObLG NJW 1992, 55&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei zieht ein Verstoß gegen die genannte Bestimmung gemäß § 134 BGB die [[Unwirksamkeit|Nichtigkeit]] nach sich, obwohl sich das Verbot nur gegen den Heimträger richtet.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Urteil vom 9. Februar 1990 – V ZR 139/88, BGHZ 110, 235, 24; NJW 1990, 1603 = MDR 1990, 610 = FamRZ 1990, 616&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einsetzung des [[Pflegeheim|Einrichtungsträgers]] als Nacherbe stellt dann keinen Verstoß gegen § 14 Abs. 1 des [[Heimgesetz]]es dar, wenn die Mitarbeiter des Heimträgers erst nach dem Tod des Heimbewohners vom Testament erfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesgerichtshof, Beschluss vom 26.10.2011 (IV ZB 33/10); NJW 2012, 155 = DNotZ 2012, 210 = http://lexetius.com/2011,5792; {{Webarchiv|url=http://www.btdirekt.de/themen-fuer-berufsbetreuer/zivilrecht/692-heimtraeger-kann-erbe-sein |wayback=20121108031626 |text=Bericht zu dieser Entscheidung (bt-direkt)}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Auflösung der Ehe ====&lt;br /&gt;
Hat der Erblasser im Testament seinen Ehegatten bedacht, so ist diese Verfügung unwirksam, wenn die Ehe vor Eintritt des Erbfalls aufgelöst worden ist oder der Erblasser zum Todeszeitpunkt einen begründeten Scheidungsantrag gestellt oder einem solchen zugestimmt hatte (§ 2077 BGB). Eine ähnliche Regelung gilt für Verfügungen zugunsten eines [[Verlöbnis|Verlobten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anfechtung des Testaments ====&lt;br /&gt;
Die Anfechtung des Testaments richtet sich nach speziellen erbrechtlichen Vorschriften. Sie ist zu Lebzeiten des Testierenden ausgeschlossen, weil er – ebenfalls anders als bei sonstigen Rechtsgeschäften – eines Anfechtungsrechtes nicht bedarf, da er das Testament frei abändern oder aufheben kann. Als Anfechtungsgründe kommen zunächst [[Erklärungsirrtum]] und [[Inhaltsirrtum]] sowie [[Drohung]] und [[Täuschung]] in Betracht. Anders als bei sonstigen [[Rechtsgeschäft]]en berechtigt aber auch ein [[Anfechtung#Anfechtungsgrund|Motivirrtum]] zur Anfechtung. Als besonderer Motivirrtum ist im [[Bürgerliches Gesetzbuch|Bürgerlichen Gesetzbuch]] ausdrücklich der Fall geregelt, dass der Erblasser einen [[Pflichtteil]]sberechtigten übergangen hat, von dem er bei Errichtung des Testaments nichts wusste oder der erst nach der Errichtung entstanden ist. Mit wirksamer Anfechtung der Schlusserbeneinsetzung der Kinder in dem gemeinschaftlichen Testament entfallen jedoch auch sämtliche letztwilligen Verfügungen von Todes wegen, die hierzu wechselbezüglich sind. Steht die Schlusserbeneinsetzung der Kinder im Verhältnis zur Erbeinsetzung des Ehegatten durch den anderen Ehegatten im Verhältnis der Wechselbezüglichkeit, entfällt bei Wirksamkeit der Anfechtung auch die Erbeinsetzung des anfechtenden Ehegatten durch seinen verstorbenen Ehegatten und damit dessen Alleinerbenstellung. Liegt keine anderweitige letztwillige Verfügung der Ehegatten vor, tritt (rückwirkend) auf den Todestag gesetzliche Erbfolge ein, was eine Erbengemeinschaft des Ehegatten mit seinen Kindern zufolge hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=OLG München |url=https://www.mueller-schell.de/index.php?id=110 |titel=Wirkung der Anfechtung des gemeinschaftlichen Testaments durch den überlebenden Ehegatten |werk= |hrsg=OLG München |datum=2017-07-24 |zugriff=2017-11-17 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Widerruf des Testaments ===&lt;br /&gt;
Der Erblasser kann sein Testament jederzeit ohne jeden Grund widerrufen, unabhängig davon, in welcher Form das Testament errichtet worden ist. Der Testierende kann ein früher errichtetes Testament dadurch widerrufen, dass er in einer neuen letztwilligen Verfügung (also einem Testament oder einem [[Erbvertrag]]) entweder ausdrücklich den [[Rechtsgeschäft|Widerruf]] erklärt oder neue Regelungen trifft, die mit den alten in Widerspruch stehen (konkludenter Widerruf). Wegen dieses Vorrangs der jüngeren Verfügung vor der älteren hat die Angabe des Tages der Testamentserrichtung im Testament besondere Bedeutung. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das ältere Testament durch ein nachfolgendes Testament nur insoweit aufgehoben wird, als das ältere Testament mit dem jüngeren Testament in Widerspruch steht. Es ist also durchaus denkbar, dass gleichzeitig mehrere Testamente – soweit sie eben nicht zueinander in Widerspruch stehen – wirksam sind. Der Widerruf eines Testaments kann auch dadurch erfolgen, dass das Testament selbst verändert (und dann möglichst neu unter Angabe von Ort und Zeit unterschrieben wird) oder ganz vernichtet wird (§ 2255 BGB). Die Veränderung bzw. Vernichtung muss durch den in Veränderungs- oder Vernichtungsabsicht handelnden Erblasser geschehen. Die Wirksamkeit des Testaments bleibt daher unberührt, wenn die Testamentsurkunde ohne Willen und Zutun des Erblassers vernichtet wird oder verloren geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein öffentliches Testament wird auch dadurch widerrufen, dass es der Testierende aus der amtlichen Verwahrung zurücknimmt. Hierfür ist ebenfalls Testierfähigkeit im Sinne des § 2229 BGB erforderlich&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Köln, Beschl. v 12.07.2013 – 2 Wx 177/13; NJW-RR 2013, 1421; Volltext: http://dejure.org/2013,29429&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Widerruf beim gemeinschaftlichen Testament ====&lt;br /&gt;
Die wechselbezüglichen Bestimmungen in einem gemeinschaftlichen Testament können nur bis zum Tod des Erstversterbenden jederzeit widerrufen werden. Danach werden sie bindend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.notare.bayern.de/fileadmin/files/mittbaynot/archiv/MittBayNot_2012_4.pdf#page=48 Nach dem Tod der Erstversterbenden kann daher kein Erbvertrag mit der zweiten Ehefrau geschlossen werden, der vom gemeinschaftlichen Testament abweichende Regeln beinhaltet: OLG München, Beschl. v. 01.12.2011 – 31 Wx 249/10 –.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis dahin können die wechselbezüglichen Bestimmungen nur von beiden Ehegatten gemeinsam formlos widerrufen werden. Werden sie nur von einer Seite widerrufen, so ist der Widerruf notariell zu beurkunden und dem anderen Testator förmlich zuzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Widerruf des Widerrufs ====&lt;br /&gt;
Es ist grundsätzlich möglich, den [[Rechtsgeschäft|Widerruf]] eines Testaments selbst zu widerrufen mit der Folge, dass das widerrufene Testament in seiner Wirksamkeit wieder auflebt. Allerdings ist zu beachten, dass dies nur für widerrufene eigenhändige Testamente möglich ist. Der Widerruf eines Testaments durch Vernichtung ist nicht widerrufbar (beispielsweise das Wiederzusammenfügen der zerrissenen Testamentsurkunde mittels Klebestreifen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ist es – rechtlich – nicht möglich, den Widerruf eines öffentlichen (= notariellen) Testaments zu widerrufen. Da das öffentliche Testament dadurch errichtet wird, dass es in die besondere amtliche Verwahrung des Nachlassgerichts gegeben wird, kommt das Wiederzurückbringen eines aus der amtlichen Verwahrung genommenen Testaments einer Neuerrichtung gleich und stellt somit keinen Widerruf des Widerrufs dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sicherung des Testamentes ===&lt;br /&gt;
[[Datei:BadFredeburg-Gerichtsmuseum3-Asio.JPG|mini|Historische Eisentruhe zur Aufbewahrung von Testamenten]]&lt;br /&gt;
Ein Problem stellt das Verlorengehen oder die Nichtauffindbarkeit eines Testamentes dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Amtliche Verwahrung====&lt;br /&gt;
Öffentliche Testamente werden vom Notar stets in die amtliche [[Verwahrung (Deutschland)|Verwahrung]] des Nachlassgerichtes gegeben. Auch eigenhändige Testamente können von dem Testierenden beim [[Nachlassgericht]] in besondere amtliche Verwahrung gegeben werden ({{§|2248|BGB|juris}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Verwahrung eines Testaments durch ein Nachlassgericht entstehen Kosten nach Nr. 12100 des Kostenverzeichnisses zum [[Gerichts- und Notarkostengesetz|GNotKG]] in Höhe von 75 EUR. Damit sind auch alle Benachrichtigungen gemäß {{§|347|famfg|juris}} FamFG abgegolten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ablieferungspflicht====&lt;br /&gt;
Bei nicht amtlich verwahrten Testamenten hat jeder, der ein solches nach dem Tod des Testators auffindet oder es für ihn verwahrt, es im Original beim Nachlassgericht abzuliefern ({{§|2259|bgb|juris}} BGB), damit es dort eröffnet werden kann. Wer das Testament stattdessen versteckt oder gar vernichtet, kann sich wegen [[Urkundenunterdrückung]] und anderer Delikte strafbar machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einführung des bundesweiten Zentralen Testamentsregisters ====&lt;br /&gt;
Das Benachrichtigungswesen in Nachlasssachen wurde mit Einführung des [[Zentrales Testamentsregister|Zentralen Testamentsregisters]] am 1. Januar 2012 grundlegend reformiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Register wird von der [[Bundesnotarkammer]] in Berlin geführt. Im Testamentsregister wird vermerkt, wo die Urkunde des Erblassers verwahrt wird. Bei jedem Sterbefall prüft die Bundesnotarkammer das Register auf registrierte Testamente, Erbverträge und sonstige notarielle erbfolgerelevante Urkunden. Liegen Verwahrangaben vor, wird im Sterbefall sowohl das zuständige Nachlassgericht als auch die Verwahrstelle selbst sofort elektronisch informiert. Für den Erblasser bedeutet dies die Gewissheit, dass sein letzter Wille aufgefunden und berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Register werden Angaben zur Person des Erblassers, zum Verwahrort und zur Urkunde erfasst. Der Inhalt der Verfügung von Todes wegen wird jedoch nicht in das Register mitaufgenommen. Diese [[Datensparsamkeit]] und die Nutzung besonders gesicherter Systeme gewährleisten die nötige Vertraulichkeit und den Schutz der Daten. Abgefragt werden kann das Register im Übrigen nur von Notaren und Gerichten in ihrer amtlichen Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einführung des Testamentsregisters dient der Modernisierung des früher zeit- und fehleranfälligen Benachrichtigungswesens in Nachlasssachen. Auch bisher wurden Informationen über erbfolgerelevante Urkunden vermerkt, allerdings papiergebunden auf sogenannten „gelben Karteikarten“ bei ca. 5.000 Geburtsstandesämtern im gesamten Bundesgebiet und der Hauptkartei für Testamente des Amtsgerichts Schöneberg in Berlin ([[Testamentskartei]]). Der Informationsaustausch zwischen den Standesämtern, der Verwahrstelle und dem Nachlassgericht erfolgt derzeit postalisch. Durch elektronische Kommunikationswege werden die Nachlassverfahren mit dem Testamentsregister schneller, effizienter und sicherer durchgeführt. Gleichzeitig erreicht Deutschland damit den europäischen Standard.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorurkunden, die beispielsweise die Testierfreiheit einschränken, werden durch das Register erkannt. So kann vermieden werden, dass ein früheres gemeinschaftliches Testament, das längst in Vergessenheit geraten ist, übersehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der umfassenden Modernisierung sind die Kosten für den Einzelnen – auch im europäischen Vergleich – gering. Die Registrierungsgebühr beträgt einmalig je nach Art der Abrechnung 15 Euro bzw. 18 Euro. Umfasst sind davon sämtliche Kosten der Registrierung, also auch eventuelle Berichtigungen, Folgeregistrierungen sowie alle Benachrichtigungen im Sterbefall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits bestehende Verwahrungsnachrichten in den über 5.000 Testamentsverzeichnissen der Standesämter und der Hauptkartei für Testamente beim Amtsgericht Schöneberg in Berlin wurden elektronisiert und in das Testamentsregister der Bundesnotarkammer eingestellt. Dieser Vorgang hat sich über mehrere Jahre erstreckt und ist im November 2016 abgeschlossen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.testamentsregister.de/erbe/meldungen?view=detail&amp;amp;id=0c0e5cde-b14b-4a75-8504-a7bb37f3e619 | titel=Abschluss Testamentsverzeichnisüberführung | hrsg=Bundesnotarkammer |datum=2016-11-28 |zugriff=2018-05-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Testamentseröffnung====&lt;br /&gt;
Das Nachlassgericht hat die bei ihm verwahrten bzw. abgelieferten Testamente bzw. Erbverträge zu eröffnen, sobald es vom Eintritt des Todes Kenntnis erlangt, und den Inhalt den Beteiligten bekanntzugeben. Praktisch geschieht dies durch Anfertigung einer Abschrift, die postalisch übermittelt wird ({{§|348|famfg|juris}} FamFG). Die dramaturgisch interessantere und daher in Film und Fernsehen gerne dargestellte Variante, dass der Inhalt des Testaments den Beteiligten in einem Termin in großer Runde mündlich bekanntgegeben wird (§ 348 Abs. 2 FamFG), kommt praktisch nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Inhalt des Testaments werden einerseits die [[Gesetzliche Erbfolge|gesetzlichen Erben]] des Erblassers in Kenntnis gesetzt, andererseits diejenigen Personen, die im Testament mit einer Zuwendung bedacht sind. Auf diese Weise können die Beteiligten ihre auf dem Testament basierenden Rechte wahrnehmen bzw. über eine [[Erbausschlagung|Ausschlagung]] entscheiden. Andererseits können sie prüfen, ob sie die ihnen ungünstigen Verfügungen als wirksam akzeptieren oder rechtlich dagegen vorgehen möchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auslegung des Testaments ===&lt;br /&gt;
Wenn ein Testament nicht eindeutig erkennen lässt, welche der vorstehend genannten möglichen Verfügungen und mit welchem Inhalt darin getroffen sind, bedarf es der Auslegung. Die Auslegung des Testaments richtet sich – anders als bei sonstigen [[Willenserklärung]]en – nicht nach dem objektiven Empfängerhorizont, also nicht danach, wie ein objektiver Empfänger die Erklärung nach der [[Verkehrssitte]] verstehen durfte. Maßgebend ist vielmehr der wirkliche Wille des Testierenden, wie er in der Testamentsurkunde wenigstens andeutungsweise zum Ausdruck gekommen ist. Dieser Unterschied beruht auf der Überlegung, dass es beim Testament keinen Empfänger der Erklärung und damit keinen Geschäftspartner gibt, der davor geschützt werden müsste, dass der Erklärende etwas anderes meint, als er objektiv zum Ausdruck bringt. {{§|2084|BGB|juris}} regelt die &amp;quot;Auslegung zugunsten der Wirksamkeit&amp;quot; des Testaments: Lässt der Inhalt einer letztwilligen Verfügung verschiedene Auslegungen zu, so ist im Zweifel diejenige Auslegung vorzuziehen, bei welcher die Verfügung Erfolg hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Praktische Schwierigkeiten wirft es regelmäßig auf, wenn in einem handschriftlichen Testament versäumt wurde anzugeben, welche Person oder Personen [[Erbe (Deutschland)|Erben]] und damit [[Universalsukzession|universelle Rechtsnachfolger]] des Erblassers sein sollen. Nicht selten geben privatschriftliche Testamente stattdessen lediglich an, welche einzelnen Personen bestimmten Gegenstände (Hausgrundstück, Pkw, Aktiendepot etc.) &amp;quot;erben&amp;quot; sollen. Dann muss durch Auslegung in häufig mühevoller und streitträchtiger Weise ermittelt werden, welche dieser Gegenstände der Erblasser im Zeitpunkt der Errichtung des Testaments als sein wesentliches Vermögen angesehen hat und welche der genannten Personen daher als Erben anzusehen sind und mit welchen Anteilen – während bei Zuwendung nur unwesentlicher Gegenstände häufig nur eine [[Vermächtnis]]regelung gewollt ist, keine Erbeinsetzung. Bei Errichtung eines Testaments sollte daher darauf geachtet werden, vor allem den oder die Erben und die Höhe der Erbanteile eindeutig als solche zu bezeichnen. Erst danach und ergänzend kann dann auch eine [[Teilungsanordnung]] sinnvoll sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzuraten ist es ferner, dass der Testator sich auch über den Fall Gedanken macht, dass die von ihm zum Erben ausgewählte Person am Ende doch nicht Erbe wird – zum Beispiel weil sie vor dem Erblasser verstirbt oder das ihr zugedachte [[Erbausschlagung|Erbe ausschlägt]]. Für diesen Fall kann er einen sogen. [[Ersatzerbe]]n bestimmen. So vermeidet er, dass die Überlebenden durch Auslegung enträtseln müssen, wen der Testator wohl als Erben eingesetzt hätte, wenn er diesen Fall bedacht hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsicht ist bei der Verwendung juristischer Fachausdrücke geboten, über deren tatsächliche Bedeutung der Erblasser sich nicht im Klaren ist. So treffen Ehegatten in einem sogen. [[Berliner Testament]] gerne die Regelung, dass der Erstversterbende vom überlebenden Ehegatten allein beerbt wird und bei dessen Tod dann die (gemeinsamen) Kinder alles erben. Juristisch wird hier im zweiten Erbfall von &#039;&#039;Schlusserben&#039;&#039; gesprochen. Verwenden die Eheleute dagegen fälschlich den Begriff des &#039;&#039;[[Nacherbe]]n&#039;&#039; oder bezeichnen gar den überlebenden Ehegatten als &#039;&#039;[[Vorerbe]]n&#039;&#039;, hat dies bei einer am reinen Wortlaut des Testaments orientierten Auslegung völlig andere Rechtsfolgen als beabsichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erbvertrag statt Testament ===&lt;br /&gt;
Alle Regelungen, die in einem Testament getroffen werden können, sind auch in einem [[Erbvertrag]] möglich. Ein solcher muss von einem Notar beurkundet werden (§ 2276 BGB) und wird stets amtlich (von Notar oder Nachlassgericht) verwahrt. Bei einem Erbvertrag steht gelegentlich eine Gegenleistung des künftigen Erben zu Lebzeiten des Erblassers im Raum, zum Beispiel Mitarbeit im Betrieb oder Bauernhof (sog. vorweggenommene Erbfolge). Es ist möglich, in einem Erbvertrag zugleich [[Erbe (Deutschland)|Erb-]] oder [[Pflichtteil (Deutschland)|Pflichtteilsverzichte]] (§ 2346 BGB) zu beurkunden, wenn etwa der Erbe sich abschließend mit dem begnügen soll und will, was ihm durch den Erbvertrag zugewandt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtslage in der Schweiz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- schweizbezogen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Schweiz wird das Testament „Letztwillige Verfügung“ (LV) genannt und ist im dritten Teil des [[Zivilgesetzbuch (Schweiz)|Zivilgesetzbuchs]] (ZGB) geregelt. In der LV kann der Erblasser unter Vorbehalt der Pflichtteile seiner gesetzlichen Erben über seinen Nachlass frei verfügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Recht zum Erstellen einer LV (Art. 467 ZGB) ===&lt;br /&gt;
Eine gültige LV kann nur erstellen, wer mindestens 18 Jahre alt ist und wessen [[Urteilsfähigkeit]] zum Zeitpunkt der Abfassung nicht eingeschränkt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gültigkeit der LV (u.&amp;amp;nbsp;a. Art. 519 ff. ZGB) ===&lt;br /&gt;
Eine LV ist nur gültig, soweit sie sich an die gesetzlich vorgeschriebenen Formen und Inhalte hält. Verfügungen, die unter dem Einfluss von Irrtum, Täuschung, Drohung oder Zwang getroffen wurden, sind ungültig. Enthält die LV offensichtliche Irrtümer und ist der Wille des Erblassers eindeutig feststellbar, sind die irrtümlichen Verfügungen ungültig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsittliche und/oder rechtswidrige Auflagen für Erben machen die LV ungültig. Für andere Personen lediglich lästige und/oder unsinnige Auflagen werden als nicht vorhanden betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist die LV nicht formgültig errichtet worden, ist sie ebenfalls ungültig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist eine LV ungültig, so ist dies mittels Ungültigkeitsklage ({{Art.|519|210|ch|Art. 519 ff. ZGB}}) vor Gericht geltend zu machen; ansonsten ist sie trotz ihres Mangels zu beachten. Nur bei gravierenden Mängeln ist die LV nichtig. In diesem Falle ist die LV auch ohne klageweise Geltendmachung und von Amtes wegen nicht zu beachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfügungsarten ===&lt;br /&gt;
==== Öffentliche Verfügung (Art. 499–504 ZGB) ====&lt;br /&gt;
Die Öffentliche Verfügung erfolgt vor einem kantonal zuständigen Beamten oder Notar im Beisein zweier Zeugen. Die entsprechende Urkunde wird vom Beamten gemäss den Anweisungen des Erblassers abgefasst und vom Erblasser und dem Beamten unterschrieben. Die beiden Zeugen bestätigen durch ihre Unterschrift auf der LV, dass der Erblasser die Verfügung gelesen und sich damit einverstanden erklärt hat; sie brauchen den Inhalt der LV dazu nicht zu kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Eigenhändige Verfügung (Art. 505 ZGB) ====&lt;br /&gt;
Die Eigenhändige Verfügung muss vom Erblasser handschriftlich abgefasst, datiert und unterschrieben sein. Sie kann einer Amtsstelle zur Aufbewahrung übergeben werden, was aber nicht vorgeschrieben ist. Eine Mitwirkung von Amtspersonen und/oder Zeugen ist nicht erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mündliche Verfügung (Art. 506–508 ZGB) ====&lt;br /&gt;
Die Mündliche Verfügung kann erfolgen, wenn die Umstände kein anderes Vorgehen erlauben (bei naher Todesgefahr, Verkehrssperre, Epidemien oder Kriegsereignissen). Der Erblasser hat seinen Willen vor zwei Zeugen zu erklären. Diese müssen seine Verfügung sowie Ort und Datum sofort niederschreiben und durch ihre Unterschrift bestätigen; die Zeugen müssen die Verfügung daraufhin unverzüglich der zuständigen Behörde übergeben. Kommt der Erblasser in der Folge wieder in die Lage, eine öffentliche oder eigenhändige Verfügung verfassen zu können, verliert die mündliche Verfügung 14 Tage nach diesem Datum ihre Gültigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesetzlicher Erbanspruch (Art. 457–466 ZGB) ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(siehe auch: [[Gesetzliche Erbfolge#Schweiz|Gesetzliche Erbfolge in der Schweiz]])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestimmt die LV nichts anderes, wird das Erbe gemäß folgendem Schema aufgeteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Blutsverwandte ====&lt;br /&gt;
* Nachkommen der 1. Generation erben zu gleichen Teilen.&lt;br /&gt;
** Nachkommen der 2. Generation erben nur dann, wenn ihr unmittelbarer Vorfahr bereits verstorben ist, und teilen den Erbteil des Nachkommen der 1. Generation gemäß diesem Schema.&lt;br /&gt;
* Eltern erben nur dann, wenn keine Nachkommen vorhanden sind, und zwar zu gleichen Teilen.&lt;br /&gt;
** Ist ein Elternteil bereits verstorben, fällt dessen Anteil an seine Nachkommen gemäß diesem Schema.&lt;br /&gt;
** Hat der verstorbene Elternteil keine Nachkommen, fällt das gesamte Erbe an den überlebenden Elternteil bzw. (im Todesfall) dessen Stamm.&lt;br /&gt;
* Sind weder Nachkommen noch Eltern (bzw. deren Stämme) vorhanden, wird das Erbe zu gleichen Teilen unter den Großeltern bzw. (im Todesfall) deren Stämmen aufgeteilt.&lt;br /&gt;
* Sind auch im Stamm der Grosseltern keine Erben mehr vorhanden, fällt das Erbe an den Wohnsitzkanton und/oder an die von diesem zu bezeichnende Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlebende Ehepartner und eingetragene Partner ====&lt;br /&gt;
Überlebende Ehe- oder eingetragene Partner erben&lt;br /&gt;
* wenn sie mit Nachkommen zu teilen haben, die Hälfte der Erbschaft;&lt;br /&gt;
* wenn sie mit Eltern und deren Stamm zu teilen haben, drei Viertel der Erbschaft;&lt;br /&gt;
* in allen anderen Fällen die ganze Erbschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pflichtteile (Art. 471 ZGB) ===&lt;br /&gt;
Unter Vorbehalt einer Enterbung muss sich der Erblasser an folgende Pflichtteile halten:&lt;br /&gt;
* für einen Nachkommen die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruches;&lt;br /&gt;
* für den überlebenden Ehepartner oder eingetragenen Partner die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs.&lt;br /&gt;
Sind die gesetzlichen Pflichtteile durch die Verfügung dem Werte nach verletzt, kann der Erbe die Verfügung mit der Herabsetzungsklage ({{Art.|522|210|ch|Art. 522 ff. ZGB}}) anfechten und seinen Pflichtteil wiederherstellen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begünstigung des Ehepartners (Art. 473 ZGB) ===&lt;br /&gt;
Der Erblasser kann in seiner LV festhalten, dass die Nutzniessung am gesetzlichen Erbanspruch der Nachkommen dem überlebenden Ehepartner zukommt. Diese Verfügung gilt bis zur Wiederverheiratung oder Tod des überlebenden Ehepartners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Enterbung (Art. 477–480 ZGB) ===&lt;br /&gt;
Durch die Enterbung kann der Erblasser in begründeten Fällen einem gesetzlichen Erben dessen Pflichtteil verweigern. Als zulässige Gründe für eine Entziehung des Pflichtteils in der LV gelten schwere Straftaten gegen den Erblasser oder gegen eine diesem nahe verbundene Person und/oder eine schwere Verletzung der familienrechtlichen Pflichten gegen den Erblasser oder dessen Angehörigen. Für eine gültige Enterbung muss der genaue Grund in der LV angegeben werden. Der Anteil des Enterbten geht an die Nachkommen des Enterbten, wie wenn dieser zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits gestorben wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestehen gegen einen Nachkommen des Erblassers Verlustscheine, so kann ihm der Erblasser die Hälfte seines Pflichtteils entziehen, wenn er diese den vorhandenen und später geborenen Kindern desselben zuwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einsetzen von Nacherben (Art. 488–492 ZGB) ===&lt;br /&gt;
Der Erblasser kann einen oder mehrere Erben („Vorerben“) verpflichten, die Erbschaft zu einem festgelegten Zeitpunkt an einen Nacherben weiterzugeben. Der Nacherbe kann über die Erbschaft frei verfügen; weitere Einflussnahmen des Erblassers sind nicht zulässig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtslage in Österreich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtsgeschäftliche Gestaltung ===&lt;br /&gt;
Der Erblasser, also der später Verstorbene, kann zu Lebzeiten rechtsgeschäftlich auf verschiedene Weise Einfluss auf die Vermögensnachfolge nach seinem Tod nehmen. Das Gesetz kennt folgende Gestaltungsformen der gewillkürten Erbfolge: Testament, Vermächtnis, Schenkung auf den Todesfall und Erbvertrag. Eine letztwillige Verfügung ist eine einseitige, nicht empfangsbedürftige Willenserklärung. Damit kann im Sinne der Testierfreiheit ein Erbe (Gesamtrechtsnachfolger) eingesetzt werden oder (auch) ein Vermächtnisnehmer (Einzelrechtsnachfolger) bestimmt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Apathy, Thomas Aigner, Thomas Wolkerstorfer |Titel=Zivilrecht VII - Erbrecht |Auflage=7. |Verlag=LexisNexis |Ort=Wien |Datum=2022 |ISBN=978-3-7007-8408-1 |Seiten=30 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine letztwillige Verfügung, die eine Erbeinsetzung enthält, wird Testament genannt ({{§|552|ABGB|RIS-B|DokNr=NOR40172834}} Abs&amp;amp;nbsp;2 [[Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch|ABGB]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Form der Errichtung eines Testaments ===&lt;br /&gt;
Testamente (wie auch sonstige letztwillige Verfügungen) unterliegen, anders als die meisten Verträge, besonderen Formerfordernissen: Dabei wird bei privaten Testamenten zwischen eigenhändigen und fremdhändigen unterschieden. Eigenhändige Testamente sind solche, die der Verstorbene zu Lebzeiten selbst eigenhändig (also beispielsweise nicht mittels eines Computers) geschrieben und unterschrieben hat. Solche Testamente sind ohne weitere Voraussetzungen formgültig ({{§|578|ABGB|RIS-B|text=§ 578|DokNr=NOR40172855}} ABGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fremdhändige Testamente hingegen muss der Verfügende in Gegenwart von drei gleichzeitig anwesenden Zeugen eigenhändig unterschreiben und zusätzlich eigenhändig auf dem Testament vermerken, dass dieses seinen letzten Willen enthält. Die Zeugen müssen das Testament eigenhändig unterschreiben und eigenhändig auf ihre Eigenschaft als Zeuge hinweisen. Den Inhalt des Testaments müssen die Zeugen nicht kennen ({{§|579|ABGB|RIS-B|text=§ 579|DokNr=NOR40172856}} ABGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fall einer unmittelbar drohenden Gefahr, das Leben oder die Testierfähigkeit zu verlieren, kommt auch die Erstellung eines Nottestaments in Betracht ({{§|584|ABGB|RIS-B|text=§ 584|DokNr=NOR40173035}} ABGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen von der Möglichkeit, private letztwillige Verfügungen zu erstellen, kann man auch öffentlich vor [[Gericht]] oder [[Notar]] testieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Apathy, Thomas Aigner, Thomas Wolkerstorfer |Titel=Zivilrecht VII - Erbrecht |Auflage=7. |Verlag=LexisNexis |Ort=Wien |Datum=2022 |ISBN=978-3-7007-8408-1 |Seiten=55 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Brox: &#039;&#039;Erbrecht.&#039;&#039; 19. Aufl. Köln 2001, ISBN 3-452-24797-X.&lt;br /&gt;
* Ahasver von Brandt: &#039;&#039;Mittelalterliche Bürgertestamente. Neuerschlossene Quellen zur Geschichte der materiellen und geistigen Kultur&#039;&#039;. Heidelberg 1973, ISBN 3-533-02292-7&lt;br /&gt;
* Susan Richter: &#039;&#039;Fürstentestamente der Frühen Neuzeit. Politische Programme und Medien intergenerationeller Kommunikation&#039;&#039;. (Diss.), Göttingen 2009 (Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 80). ISBN 3525360738.&lt;br /&gt;
* Guido Ubert: &#039;&#039;Guter Rat zu Testament und Erbfall. Was Erblasser und Erben wissen und beachten sollten.&#039;&#039; 3. Auflage. Beck/dtv, München 2005, ISBN 3-423-50622-9.&lt;br /&gt;
* Angelika Seibt: &#039;&#039;Unterschriften und Testamente – Praxis forensischer Schriftuntersuchung.&#039;&#039; Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-58113-7.&lt;br /&gt;
* Karl Winkler: &#039;&#039;Erbrecht von a–z.&#039;&#039; ISBN 3-423-05061-6.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Grunsky: &#039;&#039;Testierfähigkeit und Geschäftsfähigkeit.&#039;&#039; Nomos-Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-8329-4885-6.&lt;br /&gt;
*Heinrich Nieder/Reinhard Kössinger/Winfried Kössinger: Handbuch der Testamentsgestaltung, München 2020, ISBN 978-3-406-74650-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Testament}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4059555-9}}&lt;br /&gt;
* [http://www.testamentsregister.de Zentrales Testamentsregister der Bundesnotarkammer]&lt;br /&gt;
* [http://www.admin.ch/ch/d/sr/210/index3.html Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 3. Teil: Erbrecht]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4059555-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Testament|!]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Testament&amp;diff=623278</id>
		<title>Testament</title>
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		<updated>2025-07-10T20:56:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: Die Seite wurde neu angelegt: „Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Testament&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lat. &amp;#039;&amp;#039;testamentum&amp;#039;&amp;#039;, von &amp;#039;&amp;#039;testari&amp;#039;&amp;#039; „bezeugen“) ist eine Form der Verfügung von Todes wegen, eine Regelung für den Erbfall.  Nach deutschem Recht wird diese Verfügung auch als letztwillige Verfügung bezeichnet ({{§|1937|bgb|juris}} BGB), die Rechtsbegriffe Verfügung von Todes wegen und letztwillige Verfügung sind jedoch keine Synonyme. Eine letztwillige Verfügung ist eine e…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein &#039;&#039;&#039;Testament&#039;&#039;&#039; ([[Latein|lat.]] &#039;&#039;testamentum&#039;&#039;, von &#039;&#039;testari&#039;&#039; „bezeugen“) ist eine Form der [[Verfügung von Todes wegen]], eine Regelung für den [[Erbfall]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach deutschem Recht wird diese Verfügung auch als letztwillige Verfügung bezeichnet ({{§|1937|bgb|juris}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]]), die Rechtsbegriffe Verfügung von Todes wegen und letztwillige Verfügung sind jedoch keine Synonyme. Eine letztwillige Verfügung ist eine einseitige formbedürftige, jederzeit widerrufbare [[Willenserklärung]] des [[Erblasser]]s (&#039;&#039;&#039;Testator&#039;&#039;&#039;) über sein Vermögen, die erst im Falle seines [[Sterbefall|Todes]] (Erbfall) Wirkung entfaltet. Eine andere Form der Verfügung von Todes wegen ist der [[Erbvertrag]] (§{{§|1941|bgb|juris}}, {{§|2274|bgb|juris}}&amp;amp;nbsp;ff. BGB), Erbverträge sind keine letztwilligen Verfügungen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.jurafueralle.de/unterschied-letztwillige-verfuegung-verfuegung-von-todes-wegen |titel=Unterschied letztwillige Verfügung - Verfügung von Todes wegen |datum=2022-02-26 |sprache=de |abruf=2023-07-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Österreich]] heißen nur letztwillige Verfügungen, durch die ein Erbe eingesetzt wird, Testament ({{§|552|ABGB|RIS-B|DokNr=NOR40172834}} Abs&amp;amp;nbsp;2 [[Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch|ABGB]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liegt kein Testament vor, gilt die [[gesetzliche Erbfolge]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung zu anderen Verfügungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:La lecture du testament.jpg|mini|„Das Lesen des Testaments“ (frz. Karikatur des 19. Jh.)]]&lt;br /&gt;
Die rechtlichen Regeln über Inhalt, Errichtung, [[Rechtsgeschäft|Widerruf]], [[Auslegung (Recht)|Auslegung]] und [[Anfechtung]] von Testamenten sind Teil des [[Erbrecht]]s. Durch das missverständlich so genannte Patiententestament (besser: [[Patientenverfügung]]) wird dagegen nicht das Schicksal des Vermögens nach dem Tod, sondern der Umfang der medizinischen und pflegerischen Betreuung für den Fall geregelt, dass der Patient später einen Willen nicht mehr bilden oder äußern kann. Die Formvorschriften des Testamentes gelten nicht für Patientenverfügungen, es reicht nach deutschem Recht die [[Schriftform]] ({{§|1901a|bgb|juris}} BGB). Das Gleiche gilt für den letzten Willen betreffend die [[Bestattungsverfügung|Bestattung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründe für ein Testament ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Alfred Nobels will-November 25th, 1895.jpg|mini|Testament Alfred Nobels, mit dem er den Nobelpreis stiftet]]&lt;br /&gt;
Beim Tod eines Menschen, der kein wirksames Testament errichtet und auch keinen [[Erbvertrag]] geschlossen hat, tritt die [[gesetzliche Erbfolge]] ein. Diese [[Erbfolge]] entspricht nicht unbedingt dem Willen des [[Erblasser]]s und kann zu Streitigkeiten unter den [[Angehöriger|Angehörigen]] führen, die der Erblasser durch eine klare testamentarische Regelung vermeiden kann. Zum Beispiel regelt die gesetzliche Erbfolge, dass in einer kinderlosen Ehe die Eltern neben dem überlebenden Ehegatten Erben werden und mit diesem eine [[Erbengemeinschaft]] bilden. Oft stimmt auch die gesetzliche Regelung, dass die Kinder neben dem überlebenden [[Ehegatte]]n erben und somit auch hier eine Erbengemeinschaft bilden, nicht mit dem letzten Willen des Erblassers überein. Besonders in [[Patchworkfamilie]]n kann die gesetzliche Erbfolge zu eher zufälligen, unerwünschten Ergebnissen führen. Wer dies vermeiden möchte, muss die Erbfolge durch ein Testament (oder einen Erbvertrag) regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtslage in Deutschland ==&lt;br /&gt;
=== Möglicher Inhalt des Testaments ===&lt;br /&gt;
In einem Testament können die folgenden, erbrechtlichen Verfügungen getroffen werden.&lt;br /&gt;
* [[Erbe (Deutschland)|Erb]]einsetzung einzelner oder mehrerer Personen,&lt;br /&gt;
* Enterbung ({{lang|la|abdicatio}}) von Personen, die sonst gesetzlich oder durch eine frühere letztwillige Verfügung als Erben berufen wären,&lt;br /&gt;
* Aussetzung von [[Vermächtnis]]sen,&lt;br /&gt;
* [[Auflage (Zivilrecht)|Auflage]]n,&lt;br /&gt;
* [[Teilungsanordnung]]en als Vorgabe, wie der Nachlass unter den Erben aufzuteilen ist,&lt;br /&gt;
* die Anordnung der [[Testamentsvollstreckung]] durch einen [[Testamentsvollstrecker]] sowie die&lt;br /&gt;
* [[Pflichtteil (Deutschland)|Pflichtteil]]s&amp;amp;shy;entziehung und -beschränkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben kommt als nicht erbrechtliche Verfügung in der Form eines Testaments auch die Benennung eines [[Vormund]]s für hinterlassene [[Minderjährigkeit|minderjährige]] Kinder gemäß {{§|1776|bgb|juris}} BGB in Betracht sowie die Bestimmung der [[Gesetz über die religiöse Kindererziehung|religiösen Kindererziehung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anwendbarkeit deutschen Erbrechts===&lt;br /&gt;
Für Deutsche und ausländische Personen, die ihren [[Gewöhnlicher Aufenthalt|gewöhnlichen Aufenthalt]] in Deutschland haben, beurteilt sich vor deutschen Gerichten die [[Rechtsnachfolge]] von Todes wegen nach deutschem [[Erbrecht]]. Hat ein Deutscher hingegen seinen gewöhnlichen Aufenthalt in einem ausländischen Staat, findet nach der [[Europäische Erbrechtsverordnung|Europäischen Erbrechtsverordnung]] das Erbrecht dieses Staates Anwendung, wenn der Erblasser nicht testamentarisch eine abweichende [[Rechtswahl]] getroffen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Findet deutsches Recht Anwendung, dann gilt das auch für Vermögen, welches sich im Ausland befindet, es sei denn, dass das Recht des anderen Staates für das in seinem Machtbereich gelegene Vermögen besondere Vorschriften geschaffen hat, die es auch auf Deutsche anwendet ({{§§|bgbeg|juris|seite=BJNR006049896.html#BJNR006049896BJNG001102377|Art. 25 und 26}} [[Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche|EGBGB]]). In solchen Fällen kann im Interesse des internationalen Entscheidungseinklangs und wegen der fehlenden Möglichkeit der deutschen Gerichte, eine [[Zwangsvollstreckung]] im fremden Hoheitsbereich zu erzwingen, eine [[Nachlassspaltung]] stattfinden. Bei einer solchen Nachlassspaltung beurteilt sich die Rechtsnachfolge von Todes wegen für das im betreffenden Staat gelegene Vermögen nach dem ausländischen Recht; im Übrigen ist das deutsche Recht berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein im Ausland erstelltes Testament kann von einem deutschen [[Konsul]] [[Beurkundung|beurkundet]] werden (es entspricht einem notariellen Testament).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von der [[Bundesnotarkammer]] geführte [[Zentrales Testamentsregister|Zentrale Testamentsregister]] ermittelt in Deutschland die Verwahrstelle erbfolgerelevanter Urkunden, die in der Regel bei einem [[Amtsgericht]] (Nachlassgericht) verwahrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Testierfähigkeit ===&lt;br /&gt;
Die Testierfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit, ein Testament zu errichten, zu ändern oder aufzuheben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Edenhofer]] in [[Grüneberg (Gesetzeskommentar)|Palandt]], Bürgerliches Gesetzbuch, 66. Auflage, München 2007, ISBN 3-406-55266-8, § 2229, Rn. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist ein Unterfall der Geschäftsfähigkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Edenhofer in Palandt, § 2229, Rn. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;, erfährt aber in {{§|2229|bgb|juris}} BGB eine selbstständige Regelung. Testierfähig ist hiernach, wer das 16. Lebensjahr vollendet hat (Absatz 1) und nicht wegen einer krankhaften Störung der Geistestätigkeit, wegen Geistesschwäche oder wegen Bewusstseinsstörung außerstande ist, die Bedeutung einer von ihm abgegebenen Willenserklärung einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln (Absatz 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ein Minderjähriger bedarf gemäß Absatz 2 für die Testamentserrichtung nicht der Zustimmung seines [[Gesetzlicher Vertreter|gesetzlichen Vertreters]]. Für diese Konstellation sind lediglich besondere Formvorschriften vorgesehen: Nach {{§|2233|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 BGB ist er dahingehend beschränkt, dass er nur ein öffentliches Testament durch Erklärung gegenüber dem Notar oder durch Übergabe einer offenen Schrift errichten kann. Somit ist es ihm verwehrt, ein wirksames eigenhändiges Testament – ausdrücklich klargestellt in {{§|2247|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;4 BGB – oder ein Testament durch Übergabe einer verschlossenen Schrift an den Notar zu errichten. Auf diese Weise soll die Mitwirkung einer sachkundigen Beratungsperson sichergestellt werden, um den Minderjährigen vor unüberlegten oder übereilten letztwilligen Verfügungen zu schützen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dirk Olzen: &#039;&#039;Erbrecht.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-89949-239-0, Rn. 240.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine geistige Einschränkung nach {{§|2229|bgb|juris}} Abs. 4 BGB hebt die Testierfähigkeit auf, wenn der Testierende nicht mehr die Tragweite seiner Entscheidungen erkennen und seinen Willen frei von Einflüssen dritter Personen bilden und äußern kann. Testierunfähigkeit ist eine Sonderform der [[Geschäftsfähigkeit|Geschäftsunfähigkeit]]. Das Vorliegen der Testierfähigkeit wird als Normalfall vermutet. Ihr Nichtvorhandensein ist die Ausnahme und daher von demjenigen zu beweisen, der sich auf Geschäfts- oder Testierunfähigkeit des Erblassers beruft. Bleiben Zweifel, geht das [[Nachlassgericht]] von der Testierfähigkeit aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob eine solche Testierunfähigkeit vorliegt, ist vom [[Nachlassgericht]] ({{§|343|famfg|juris}} [[Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit|FamFG]]) bei Erteilung des [[Erbschein]]s von Amts wegen zu prüfen ({{§|26|famfg|juris}} FamFG; {{§|2353|bgb|juris}} BGB), wenn konkrete Zweifel an der Testierfähigkeit bestehen. Die Tatsache, dass ein [[Betreuung (Recht)|rechtlicher Betreuer]] bestellt war, beweist allein noch nicht die Testierunfähigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;BayObLGZ 1982, 309 zur [[Gebrechlichkeitspflegschaft]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei solchen Zweifeln hat das Nachlassgericht zunächst die behaupteten auffälligen Verhaltensweisen des Erblassers aufzuklären (z.&amp;amp;nbsp;B. den Umfang der [[Zerebralsklerose]] oder der Verwirrtheit einschließlich eventueller [[Lichtes Intervall|lichter Intervalle]]) und hierauf das Sachverständigengutachten eines [[Psychiater]]s einzuholen.&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Hamm Rpfleger 1989, 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Ungültigkeit des Testaments aufgrund einer geistigen Erkrankung liegt jedoch dann nicht vor, wenn das Testament mit der Erkrankung nicht in Verbindung steht und von ihr nicht beeinflusst ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispiele: BayObLG vom 14. September 2001 1 ZBR 124/00, zitiert auf http://www.rechtsanwaltdrpalm.de/testamen.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;BayObLGZ 2, 403/406, zitiert in {{Webarchiv|url=http://www.notare.bayern.de/read.php?datei=UERGUy9NaXR0QmF5Tm90L21pdHRCYXlOb3Q2XzAxLnBkZg== |wayback=20120118184838 |text=MittBayNot (Mitteilungen des Bayerischen Notarvereins, der Notarkasse und der Landesnotarkammer Bayern)   }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die gutachterliche Feststellung des Vorliegens von Testierunfähigkeit ist außerordentlich anspruchsvoll, besonders wenn die Beurteilung erst [[postum]], d.&amp;amp;nbsp;h. nach dem Ableben des Erblassers getroffen werden soll. Umgekehrt reicht für die Testierfähigkeit aber ebenfalls nicht aus, wenn nicht auszuschließen ist, dass der Erblasser lichte Momente gehabt haben könnte. Hier muss derjenige, der sich auf die Wirksamkeit des Testaments beruft, nachweisen, dass im Zeitpunkt der Errichtung des Testaments ein solcher lichter Moment auch tatsächlich vorlag.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=OLG Frankfurt am Main |url=https://www.mueller-schell.de/index.php?id=95 |titel=Für die Testierfähigkeit reicht die Möglichkeit lichter Momente nicht aus |datum=2017-08-17 |zugriff=2017-10-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits dürfte ein Gutachten zur Feststellung der Testierunfähigkeit zu Lebzeiten nur schwer durchsetzbar sein. In einer Entscheidung des OLG Frankfurt am Main&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. vom 27. Januar 1997, Az. 20&amp;amp;nbsp;W&amp;amp;nbsp;21/97&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde das Interesse des Erblassers, vor einem Prozess verschont zu werden, höher bewertet als das wie auch immer geartete Interesse eines potenziellen Erben, frühzeitig Klarheit über die Erbfolge zu erlangen. Außerdem kann vom Erblasser nicht verlangt werden, schon zu Lebzeiten über das Schicksal seines Nachlasses Rechenschaft abzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Urteil zitiert auf [http://wiki.btprax.de/Testierfähigkeit Online-Lexikon Betreuungsrecht], abgerufen am 1. Juli 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Einwilligungsvorbehalt]] eines rechtlichen [[Betreuung (Recht)|Betreuers]] darf sich nach {{§|1903|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 BGB nicht auf Verfügungen von Todes wegen erstrecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wolfgang Grunsky]] vertritt die Auffassung, dass {{§|2229|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 und 4 BGB verfassungswidrig seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Grunsky: &#039;&#039;Testierfähigkeit und Geschäftsfähigkeit.&#039;&#039; 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Form der Errichtung eines Testaments ===&lt;br /&gt;
Für die Errichtung eines Testaments stehen unterschiedliche [[Form (Recht)|Formen]] zur Verfügung. Der Erblasser kann nach dem BGB in zwei ordentlichen Formen testieren: in Form des öffentlichen notariellen Testaments oder des privaten handschriftlichen Testaments. Daneben gibt es noch außerordentliche Testamentsformen. Die Strenge der Form hat seit dem Testamentsgesetz vom 31.&amp;amp;nbsp;Juli 1938&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reichsgesetzblatt|RGBl.]] I S.&amp;amp;nbsp;973; {{Internetquelle |url=http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=19380004&amp;amp;seite=00000973 |titel=Text online |werk=ALEX (Historische Rechts- und Gesetzestexte Online auf der Internetpräsenz der Österreichischen Nationalbibliothek) |zugriff=2011-12-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; eine erhebliche Auflockerung erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Erbeinsetzung, die in dem Testament selbst nicht enthalten und nicht einmal angedeutet wird (&#039;&#039;[[mystisches Testament]]&#039;&#039;), ermangelt jedoch der gesetzlich vorgeschriebenen Form und ist daher gemäß {{§|125|bgb|juris}} Satz 1 BGB nichtig.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;amp;Art=en&amp;amp;nr=125603&amp;amp;pos=0&amp;amp;anz=1 BGH, Beschluss vom 10. November 2021 – IV ZB 30/20]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/bgh-unzulaessige-bezugnahme-auf-anlage-testamentum-mysticum &#039;&#039;„Testamentum mysticum“ wegen unzulässiger Bezugnahme auf Anlage unwirksam.&#039;&#039;]  beck-aktuell, 5. Januar 202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stefan Lorenz]]: [https://lorenz.userweb.mwn.de/urteile/ivzb30_20.htm &#039;&#039;Form des eigenhändigen (gemeinschaftlichen) Testaments gem. §§ 2247, 2267 BGB; Formnichtigkeit bei Verweis auf nicht der Form entsprechendes Dokument (Verbot des „testamentum mysticum“); Abgrenzung zur Auslegung („Andeutungstheorie“).&#039;&#039;] BGH, Beschluss vom 10. November 2021 - IV ZB 30/20 - OLG Frankfurt am Main. Abgerufen am 5. Juli 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Eigenhändiges Testament ====&lt;br /&gt;
Möglich ist die Errichtung eines Testaments durch eine vollständig [[Autograph|eigenhändig]] geschriebene und unterschriebene Erklärung. Dies ist aber nicht durch einen [[Minderjährigkeit|Minderjährigen]] möglich ({{§|2247|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;4 BGB). Dabei sollen Zeit und Ort der Errichtung des Testaments angegeben werden. Die Erklärung muss ganz vom Erblasser selbst geschrieben werden, so dass anhand der [[Schriftvergleichung|Handschrift]] seine Identität nachgeprüft werden kann. Die bloße [[Unterschrift|Unterzeichnung]] eines maschinenschriftlichen Dokuments reicht nicht aus. Ort und Zeit der Errichtung können jedoch maschinengeschrieben sein. Ein maschinenschriftlich verfasstes oder per Computer ausgedrucktes Testament kann nur dann als gültig angesehen werden, wenn es einem Notar in einem offenen oder auch verschlossenen Umschlag übergeben wird. Dann handelt es sich jedoch um eine Form des öffentlichen Testaments. Ebenso kann es aber als wörtlich identische Lesehilfe für das eigentliche, handgeschriebene Testament dienen, um die Handschrift leichter entziffern zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art und Weise der Erstellung der Testamentsurkunde spielt dabei keine Rolle. So kann ein Testament in der „klassischen Form“ (als solches betitelt usw.) oder auch etwa in Briefform verfasst sein. Es ist möglich, das eigenhändige Testament in jeder fremden Sprache zu verfassen, wobei es notwendig ist, dass diese Sprache von einer dritten Person verstanden wird. Selbst ein in [[Stenographie]] verfasstes Testament ist möglich, soweit an der Urheberschaft des Erblassers kein Zweifel besteht. &lt;br /&gt;
Für die Voraussetzung der [[Unterschrift]] ist notwendig, dass diese &#039;&#039;am Ende&#039;&#039; der Urkunde zu finden ist. Die Unterschrift hat Abschlussfunktion und soll dem Leser zeigen, dass das Testament an dieser Stelle endet. Eine Unterzeichnung mit Vor- und Nachnamen ist dabei nicht notwendig, wird aber dringend empfohlen. Es reicht allerdings eine Unterzeichnung mit einem Spitz- oder Kosenamen wie „Dein Papa“ oder „Dein Schnuckel“ – nicht aber die Abkürzung „D.&amp;amp;nbsp;O.“ („Die Obengenannte“)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://openjur.de/u/327230.html# OLG Celle, Urteil vom 22. September 2011 (6 U 117/10)]&amp;lt;/ref&amp;gt; – aus, soweit die Identität des Unterzeichners gesichert ist. Zu der gesetzlichen Regelung siehe {{§|2247|bgb|juris}} BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Öffentliches Testament ====&lt;br /&gt;
Das öffentliche Testament ({{§|2232|bgb|juris}} BGB) wird in der Weise errichtet, dass der Erblasser dem [[Notar]] seinen letzten Willen erklärt oder eine Schrift (offen oder verschlossen) mit der Erklärung übergibt, dass jene seinen letzten Willen enthalte. Seit dem Beschluss des [[Bundesverfassungsgericht]]s vom 19.&amp;amp;nbsp;Januar 1999&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesverfassungsgericht vom 19.&amp;amp;nbsp;Januar 1999, Az. 1&amp;amp;nbsp;BvR 2161/94 – {{BGBl|1999n I S. 699}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist die Mündlichkeit der Erklärung zur [[Niederschrift]] des Notars nicht mehr erforderlich. Neben der [[Lautsprache]] kann man sich auch einer [[Zeichensprache|Zeichen-]] oder [[Gebärdensprache]] bedienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verfügt der Testator durch Übergabe einer Schrift an den Notar von Todes wegen, braucht das Testament nicht von ihm geschrieben zu sein. Eine Abfassung in Maschinenschrift bzw. mit dem PC ist möglich. Umstritten ist, ob der Erblasser den Inhalt der übergebenen Schrift kennen muss oder ob die Möglichkeit zur Kenntnisnahme ausreicht. Der Notar muss dagegen von dem Inhalt der Schrift keine Kenntnis erlangen (etwa bei verschlossenen Schriften oder bei offenen Schriften in fremder Sprache).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach {{§|17|beurkg|juris}} [[Beurkundungsgesetz]] (BeurkG) ist der Notar verpflichtet, den Erblasser bei der Abfassung des Testaments so umfassend zu beraten, dass sein letzter Wille unmissverständlich und juristisch einwandfrei zum Ausdruck kommt. Anderes gilt nur dann, wenn der Erblasser dem Notar eine verschlossene Schrift übergibt und damit auf Beratung durch den Notar verzichtet. In der Praxis kommt dies jedoch kaum vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Gefahr einer Unwirksamkeit des öffentlichen Testaments zu minimieren, ist der Notar nach {{§|28|beurkg|juris}} BeurkG gehalten, in der Urkunde festzustellen, ob der Erblasser testier- und geschäftsfähig ist {{§|11|beurkg|juris}} BeurkG. Allerdings ist er zu sachverständigen Feststellungen in dieser Hinsicht mangels entsprechender Ausbildung oft kaum in der Lage. In Zweifelsfällen kann ein Facharzt für Psychiatrie hinzugezogen werden. Auf Wunsch des Erblassers können nach {{§|29|beurkg|juris}} BeurkG bei der Beurkundung des Testaments bis zu zwei [[Zeuge]]n hinzugezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das öffentliche Testament löst Kosten nach dem [[GNotKG]] aus. Die Höhe der Notarkosten richtet sich nach dem Vermögen des Erblassers im Zeitpunkt der Beurkundung. Andererseits macht ein öffentliches Testament in den meisten Fällen einen [[Erbschein]] überflüssig, der in aller Regel mindestens ebenso teuer ist wie ein notarielles Testament. Das gilt insbesondere im Grundbuchverfahren, also dann, wenn sich der Erbe als Eigentümer des ererbten Grundstücks eintragen lassen will. Auch Banken verlangen regelmäßig keinen Erbschein, wenn ein notarielles Testament vorgelegt wird. Nach Ziffer&amp;amp;nbsp;5 [[AGB-Banken]] wie Ziffer&amp;amp;nbsp;5 [[AGB-Sparkassen]] dürfen Banken an den im öffentlichen Testament genannten Erben schuldbefreiend leisten. Der [[Bundesgerichtshof]] hat am 7.&amp;amp;nbsp;Juni 2005&amp;lt;ref&amp;gt;BGH Urteil vom 7.&amp;amp;nbsp;Juni 2004, Az. XI&amp;amp;nbsp;ZR&amp;amp;nbsp;311/04.&amp;lt;/ref&amp;gt; entschieden, dass eine Bank sich wegen der Forderung nach einem Erbschein [[schadenersatz]]pflichtig machen kann, wenn ein eröffnetes öffentliches Testament vorliegt und die AGB der Bank dies als Ersatz für einen Erbschein erwähnen. Allerdings hat der BGH nur entschieden, dass dies bei öffentlichen Testamenten auf jeden Fall so ist, und nicht ausgeschlossen, dass es bei privaten Testamenten anders ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein notarielles Testament ist vom Notar zwingend in besondere amtliche Verwahrung zu geben ({{§|34|BeurkG|juris}} Absatz 1 Satz 4 BeurkG, {{§|346|FamFG|juris}} FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schreibunkundige oder -unfähige und Stumme ====&lt;br /&gt;
[[Analphabetismus|Schreibunkundige]] oder -unfähige Personen können selbstverständlich ein eigenhändiges Testament nicht errichten. Sie müssen öffentlich zur Niederschrift eines Notars oder durch Übergabe einer Schrift an den Notar testieren. Vor der Entscheidung des Bundesverfassungerichts konnte ein Stummer neben dem eigenhändigen Testament nur durch Übergabe einer Schrift testieren, wenn er die Form des öffentlichen Testaments gewählt hat ({{§|2233|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;3 BGB a.F.). Schreibunkundigen oder -unfähigen Stummen (stummen [[Analphabetismus|Analphabeten]] oder Personen mit Doppelbehinderung) war allerdings auch die Übergabe einer Schrift an den Notar nicht möglich, weil der [[Erblasser]] die Erklärung, dass die Schrift seinen letzten Willen enthalte, eigenhändig in die Niederschrift oder auf ein der Niederschrift beizufügendes Blatt schreiben musste (§ 31 BeurkG a.F.). Schreibunkundige oder -unfähige Stumme waren folgerichtig von einer Verfügung von Todes wegen ausgeschlossen. Diese Regelung verstieß gegen {{Art.|14|gg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;1 [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|GG]] und den Gleichheitssatz des {{Art.|3|gg|juris}} GG. Jetzt kann die Erklärung, dass die übergebende Schrift den letzten Willen enthalte, formfrei (auch durch [[Gebärdensprache]] mittels Gebärdensprachdolmetscher) erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nottestamente ====&lt;br /&gt;
In Situationen, in denen der Notar nicht rechtzeitig erreicht werden kann, kennt das deutsche Recht so genannte Nottestamente. &lt;br /&gt;
* Bürgermeistertestament ({{§|2249|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
* Drei-Zeugen-Testament ({{§|2250|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
* Seetestament ({{§|2251|bgb|juris}} BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese noch aus der [[Postkutsche]]n&amp;lt;nowiki /&amp;gt;zeit stammenden Regelungen haben kaum noch praktische Bedeutung. Zu beachten ist, dass Nottestamente nach Ablauf von drei Monaten nach der Errichtung unwirksam werden, wenn der Erblasser dann noch lebt und zwischenzeitlich imstande war, ein ordentliches Testament zu errichten ({{§|2252|bgb|juris}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Ehegatten- oder gemeinschaftliche Testament ===&lt;br /&gt;
Grundsätzlich kann ein Testament nur durch den Erblasser selbst errichtet werden. Einzig Ehegatten und Lebenspartner einer gleichgeschlechtlichen [[Lebenspartnerschaft]] können ein gemeinschaftliches Testament errichten (§{{§|2265|BGB|juris}}&amp;amp;nbsp;ff. BGB). Dieses Recht gilt nicht für Verlobte oder diejenigen, die in [[Nichteheliche Lebensgemeinschaft|nichtehelicher Lebensgemeinschaft]] leben. Bei der Errichtung eines gemeinschaftlichen eigenhändigen Testaments sieht das deutsche Recht Erleichterungen bei der Form vor: Es genügt, wenn ein Ehegatte (Lebenspartner) das Testament eigenhändig schreibt und beide abschließend unterschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des gemeinschaftlichen Testaments besteht darin, dass nach dem Tode des Erstversterbenden wechselbezügliche Verfügungen aus dem Testament &#039;&#039;&#039;bindend&#039;&#039;&#039; werden. Der Überlebende kann solche wechselbezüglichen, bindend gewordenen Verfügungen dann nicht mehr widerrufen. Wechselbezüglich sind Verfügungen, die der eine Ehegatte ([[Lebenspartnerschaft|Lebenspartner]]) nur deshalb trifft, weil auch der andere in bestimmter Weise verfügt hat. In der Praxis wird dies besonders am häufig vorkommenden Regelfall des sogenannten [[Berliner Testament]]s deutlich: Haben sich Ehegatten beim Tode des Erstversterbenden gegenseitig als Erben eingesetzt und verfügt, dass beim Tode des Zweitversterbenden der [[Nachlass]] an die gemeinsamen Kinder fallen soll, so kann der Überlebende seine Verfügung zu Gunsten der Kinder nach dem Tode des Erstverstorbenen nicht mehr widerrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ehegatten können durch ausdrückliche Erklärungen im Testament zur Vermeidung von Missverständnissen klarstellen, welche Verfügungen des Überlebenden für ihn nach dem Tod des Erstversterbenden bindend sein sollen und welche nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet der erbrechtlichen Bindung bleibt der überlebende Ehegatte bei Verfügungen unter Lebenden grundsätzlich frei. Er kann also mit dem ererbten Vermögen zu Lebzeiten grundsätzlich tun und lassen, was er will. Hierdurch ergibt sich das in der Praxis häufige Problem der beeinträchtigenden [[Schenkung]] (Beispiel: Der überlebende Ehegatte verschenkt wesentliche Teile seines Vermögens an seinen neuen Lebensgefährten). Solche beeinträchtigenden Schenkungen sind wirksam, der Schlusserbe kann aber nach dem Tode des Erblassers vom Beschenkten die Herausgabe des Geschenks verlangen, wenn die Schenkung in der Absicht gemacht worden ist, den Schlusserben zu beeinträchtigen. Der [[Bundesgerichtshof]] definiert diese Beeinträchtigungsabsicht dahin, dass der Erblasser an der Schenkung kein lebzeitiges Eigeninteresse gehabt haben darf.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Urteil vom 29. 06.2005 – IV ZR 56/04 – https://openjur.de/u/346670.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein mögliches, selten vorkommendes Problem ist die Formulierung des „gleichzeitigen“ Versterbens in Ehegattentestamenten, wenn eigentlich das „gemeinsame“ Versterben, etwa an den Folgen desselben Unfalles, gemeint ist. Hier sollte eine Formulierung wie: {{&amp;quot;|Sollten wir gemeinsam versterben oder in gemeinsamer Gefahr umkommen, dann sollen folgende Personen erben}} gewählt werden. Nach einer Entscheidung des OLG Zweibrücken&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Zweibrücken FamRZ 1997, 212.&amp;lt;/ref&amp;gt; liegt ein Fall des „Umkommens in gemeinsamer Gefahr“ auch dann noch vor, wenn nach einem Verkehrsunfall der eine Partner sechs Tage nach dem anderen verstarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fälle der Nichtigkeit oder Unwirksamkeit eines Testaments===&lt;br /&gt;
==== Sittenwidrigkeit ====&lt;br /&gt;
Testamente sind wie jedes andere Rechtsgeschäft nichtig, soweit sie gegen ein gesetzliches Verbot (§ 134 BGB) oder gegen [[Sittenwidrigkeit (Deutschland)|die guten Sitten]] ({{§|138|bgb|juris}} BGB) verstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war lange Zeit umstritten, ob sogenannte Geliebtentestamente, auch als [[Mätresse]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;ntestamente&amp;lt;/nowiki&amp;gt; bezeichnet, sittenwidrig sind. Inzwischen hat sich die Ansicht durchgesetzt, die ein Testament nur dann als sittenwidrig betrachtet, wenn die Geliebte allein wegen ihrer sexuellen Hingabe zur Alleinerbin eingesetzt wurde (&#039;&#039;Hergabe für Hingabe&#039;&#039;). Der maßgebliche Zeitpunkt ist hierbei nach aktueller herrschender Meinung der Zeitpunkt des Todes des Erblassers und damit nicht mehr, wie früher allgemein vertreten, die Abfassung des Testamentes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin war es lange umstritten, ob das [[Behindertentestament]] sittenwidrig sei. Dieses hat jedoch der BGH in vier großen Entscheidungen immer wieder verneint, so dass heute von einer Wirksamkeit auszugehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verstoß gegen das Heimgesetz ====&lt;br /&gt;
Testamentarische Verfügungen können wegen eines Verstoßes gegen ein gesetzliches Verbot nichtig sein; deshalb gilt das Zuwendungsverbot an Heime (§ 14 Heimgesetz) auch für letztwillige Verfügungen.&amp;lt;ref&amp;gt;BayObLG NJW 1992, 55&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei zieht ein Verstoß gegen die genannte Bestimmung gemäß § 134 BGB die [[Unwirksamkeit|Nichtigkeit]] nach sich, obwohl sich das Verbot nur gegen den Heimträger richtet.&amp;lt;ref&amp;gt;BGH, Urteil vom 9. Februar 1990 – V ZR 139/88, BGHZ 110, 235, 24; NJW 1990, 1603 = MDR 1990, 610 = FamRZ 1990, 616&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einsetzung des [[Pflegeheim|Einrichtungsträgers]] als Nacherbe stellt dann keinen Verstoß gegen § 14 Abs. 1 des [[Heimgesetz]]es dar, wenn die Mitarbeiter des Heimträgers erst nach dem Tod des Heimbewohners vom Testament erfahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesgerichtshof, Beschluss vom 26.10.2011 (IV ZB 33/10); NJW 2012, 155 = DNotZ 2012, 210 = http://lexetius.com/2011,5792; {{Webarchiv|url=http://www.btdirekt.de/themen-fuer-berufsbetreuer/zivilrecht/692-heimtraeger-kann-erbe-sein |wayback=20121108031626 |text=Bericht zu dieser Entscheidung (bt-direkt)}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Auflösung der Ehe ====&lt;br /&gt;
Hat der Erblasser im Testament seinen Ehegatten bedacht, so ist diese Verfügung unwirksam, wenn die Ehe vor Eintritt des Erbfalls aufgelöst worden ist oder der Erblasser zum Todeszeitpunkt einen begründeten Scheidungsantrag gestellt oder einem solchen zugestimmt hatte (§ 2077 BGB). Eine ähnliche Regelung gilt für Verfügungen zugunsten eines [[Verlöbnis|Verlobten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anfechtung des Testaments ====&lt;br /&gt;
Die Anfechtung des Testaments richtet sich nach speziellen erbrechtlichen Vorschriften. Sie ist zu Lebzeiten des Testierenden ausgeschlossen, weil er – ebenfalls anders als bei sonstigen Rechtsgeschäften – eines Anfechtungsrechtes nicht bedarf, da er das Testament frei abändern oder aufheben kann. Als Anfechtungsgründe kommen zunächst [[Erklärungsirrtum]] und [[Inhaltsirrtum]] sowie [[Drohung]] und [[Täuschung]] in Betracht. Anders als bei sonstigen [[Rechtsgeschäft]]en berechtigt aber auch ein [[Anfechtung#Anfechtungsgrund|Motivirrtum]] zur Anfechtung. Als besonderer Motivirrtum ist im [[Bürgerliches Gesetzbuch|Bürgerlichen Gesetzbuch]] ausdrücklich der Fall geregelt, dass der Erblasser einen [[Pflichtteil]]sberechtigten übergangen hat, von dem er bei Errichtung des Testaments nichts wusste oder der erst nach der Errichtung entstanden ist. Mit wirksamer Anfechtung der Schlusserbeneinsetzung der Kinder in dem gemeinschaftlichen Testament entfallen jedoch auch sämtliche letztwilligen Verfügungen von Todes wegen, die hierzu wechselbezüglich sind. Steht die Schlusserbeneinsetzung der Kinder im Verhältnis zur Erbeinsetzung des Ehegatten durch den anderen Ehegatten im Verhältnis der Wechselbezüglichkeit, entfällt bei Wirksamkeit der Anfechtung auch die Erbeinsetzung des anfechtenden Ehegatten durch seinen verstorbenen Ehegatten und damit dessen Alleinerbenstellung. Liegt keine anderweitige letztwillige Verfügung der Ehegatten vor, tritt (rückwirkend) auf den Todestag gesetzliche Erbfolge ein, was eine Erbengemeinschaft des Ehegatten mit seinen Kindern zufolge hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=OLG München |url=https://www.mueller-schell.de/index.php?id=110 |titel=Wirkung der Anfechtung des gemeinschaftlichen Testaments durch den überlebenden Ehegatten |werk= |hrsg=OLG München |datum=2017-07-24 |zugriff=2017-11-17 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Widerruf des Testaments ===&lt;br /&gt;
Der Erblasser kann sein Testament jederzeit ohne jeden Grund widerrufen, unabhängig davon, in welcher Form das Testament errichtet worden ist. Der Testierende kann ein früher errichtetes Testament dadurch widerrufen, dass er in einer neuen letztwilligen Verfügung (also einem Testament oder einem [[Erbvertrag]]) entweder ausdrücklich den [[Rechtsgeschäft|Widerruf]] erklärt oder neue Regelungen trifft, die mit den alten in Widerspruch stehen (konkludenter Widerruf). Wegen dieses Vorrangs der jüngeren Verfügung vor der älteren hat die Angabe des Tages der Testamentserrichtung im Testament besondere Bedeutung. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das ältere Testament durch ein nachfolgendes Testament nur insoweit aufgehoben wird, als das ältere Testament mit dem jüngeren Testament in Widerspruch steht. Es ist also durchaus denkbar, dass gleichzeitig mehrere Testamente – soweit sie eben nicht zueinander in Widerspruch stehen – wirksam sind. Der Widerruf eines Testaments kann auch dadurch erfolgen, dass das Testament selbst verändert (und dann möglichst neu unter Angabe von Ort und Zeit unterschrieben wird) oder ganz vernichtet wird (§ 2255 BGB). Die Veränderung bzw. Vernichtung muss durch den in Veränderungs- oder Vernichtungsabsicht handelnden Erblasser geschehen. Die Wirksamkeit des Testaments bleibt daher unberührt, wenn die Testamentsurkunde ohne Willen und Zutun des Erblassers vernichtet wird oder verloren geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein öffentliches Testament wird auch dadurch widerrufen, dass es der Testierende aus der amtlichen Verwahrung zurücknimmt. Hierfür ist ebenfalls Testierfähigkeit im Sinne des § 2229 BGB erforderlich&amp;lt;ref&amp;gt;OLG Köln, Beschl. v 12.07.2013 – 2 Wx 177/13; NJW-RR 2013, 1421; Volltext: http://dejure.org/2013,29429&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Widerruf beim gemeinschaftlichen Testament ====&lt;br /&gt;
Die wechselbezüglichen Bestimmungen in einem gemeinschaftlichen Testament können nur bis zum Tod des Erstversterbenden jederzeit widerrufen werden. Danach werden sie bindend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.notare.bayern.de/fileadmin/files/mittbaynot/archiv/MittBayNot_2012_4.pdf#page=48 Nach dem Tod der Erstversterbenden kann daher kein Erbvertrag mit der zweiten Ehefrau geschlossen werden, der vom gemeinschaftlichen Testament abweichende Regeln beinhaltet: OLG München, Beschl. v. 01.12.2011 – 31 Wx 249/10 –.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis dahin können die wechselbezüglichen Bestimmungen nur von beiden Ehegatten gemeinsam formlos widerrufen werden. Werden sie nur von einer Seite widerrufen, so ist der Widerruf notariell zu beurkunden und dem anderen Testator förmlich zuzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Widerruf des Widerrufs ====&lt;br /&gt;
Es ist grundsätzlich möglich, den [[Rechtsgeschäft|Widerruf]] eines Testaments selbst zu widerrufen mit der Folge, dass das widerrufene Testament in seiner Wirksamkeit wieder auflebt. Allerdings ist zu beachten, dass dies nur für widerrufene eigenhändige Testamente möglich ist. Der Widerruf eines Testaments durch Vernichtung ist nicht widerrufbar (beispielsweise das Wiederzusammenfügen der zerrissenen Testamentsurkunde mittels Klebestreifen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ist es – rechtlich – nicht möglich, den Widerruf eines öffentlichen (= notariellen) Testaments zu widerrufen. Da das öffentliche Testament dadurch errichtet wird, dass es in die besondere amtliche Verwahrung des Nachlassgerichts gegeben wird, kommt das Wiederzurückbringen eines aus der amtlichen Verwahrung genommenen Testaments einer Neuerrichtung gleich und stellt somit keinen Widerruf des Widerrufs dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sicherung des Testamentes ===&lt;br /&gt;
[[Datei:BadFredeburg-Gerichtsmuseum3-Asio.JPG|mini|Historische Eisentruhe zur Aufbewahrung von Testamenten]]&lt;br /&gt;
Ein Problem stellt das Verlorengehen oder die Nichtauffindbarkeit eines Testamentes dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Amtliche Verwahrung====&lt;br /&gt;
Öffentliche Testamente werden vom Notar stets in die amtliche [[Verwahrung (Deutschland)|Verwahrung]] des Nachlassgerichtes gegeben. Auch eigenhändige Testamente können von dem Testierenden beim [[Nachlassgericht]] in besondere amtliche Verwahrung gegeben werden ({{§|2248|BGB|juris}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Verwahrung eines Testaments durch ein Nachlassgericht entstehen Kosten nach Nr. 12100 des Kostenverzeichnisses zum [[Gerichts- und Notarkostengesetz|GNotKG]] in Höhe von 75 EUR. Damit sind auch alle Benachrichtigungen gemäß {{§|347|famfg|juris}} FamFG abgegolten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ablieferungspflicht====&lt;br /&gt;
Bei nicht amtlich verwahrten Testamenten hat jeder, der ein solches nach dem Tod des Testators auffindet oder es für ihn verwahrt, es im Original beim Nachlassgericht abzuliefern ({{§|2259|bgb|juris}} BGB), damit es dort eröffnet werden kann. Wer das Testament stattdessen versteckt oder gar vernichtet, kann sich wegen [[Urkundenunterdrückung]] und anderer Delikte strafbar machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einführung des bundesweiten Zentralen Testamentsregisters ====&lt;br /&gt;
Das Benachrichtigungswesen in Nachlasssachen wurde mit Einführung des [[Zentrales Testamentsregister|Zentralen Testamentsregisters]] am 1. Januar 2012 grundlegend reformiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Register wird von der [[Bundesnotarkammer]] in Berlin geführt. Im Testamentsregister wird vermerkt, wo die Urkunde des Erblassers verwahrt wird. Bei jedem Sterbefall prüft die Bundesnotarkammer das Register auf registrierte Testamente, Erbverträge und sonstige notarielle erbfolgerelevante Urkunden. Liegen Verwahrangaben vor, wird im Sterbefall sowohl das zuständige Nachlassgericht als auch die Verwahrstelle selbst sofort elektronisch informiert. Für den Erblasser bedeutet dies die Gewissheit, dass sein letzter Wille aufgefunden und berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Register werden Angaben zur Person des Erblassers, zum Verwahrort und zur Urkunde erfasst. Der Inhalt der Verfügung von Todes wegen wird jedoch nicht in das Register mitaufgenommen. Diese [[Datensparsamkeit]] und die Nutzung besonders gesicherter Systeme gewährleisten die nötige Vertraulichkeit und den Schutz der Daten. Abgefragt werden kann das Register im Übrigen nur von Notaren und Gerichten in ihrer amtlichen Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einführung des Testamentsregisters dient der Modernisierung des früher zeit- und fehleranfälligen Benachrichtigungswesens in Nachlasssachen. Auch bisher wurden Informationen über erbfolgerelevante Urkunden vermerkt, allerdings papiergebunden auf sogenannten „gelben Karteikarten“ bei ca. 5.000 Geburtsstandesämtern im gesamten Bundesgebiet und der Hauptkartei für Testamente des Amtsgerichts Schöneberg in Berlin ([[Testamentskartei]]). Der Informationsaustausch zwischen den Standesämtern, der Verwahrstelle und dem Nachlassgericht erfolgt derzeit postalisch. Durch elektronische Kommunikationswege werden die Nachlassverfahren mit dem Testamentsregister schneller, effizienter und sicherer durchgeführt. Gleichzeitig erreicht Deutschland damit den europäischen Standard.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorurkunden, die beispielsweise die Testierfreiheit einschränken, werden durch das Register erkannt. So kann vermieden werden, dass ein früheres gemeinschaftliches Testament, das längst in Vergessenheit geraten ist, übersehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der umfassenden Modernisierung sind die Kosten für den Einzelnen – auch im europäischen Vergleich – gering. Die Registrierungsgebühr beträgt einmalig je nach Art der Abrechnung 15 Euro bzw. 18 Euro. Umfasst sind davon sämtliche Kosten der Registrierung, also auch eventuelle Berichtigungen, Folgeregistrierungen sowie alle Benachrichtigungen im Sterbefall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits bestehende Verwahrungsnachrichten in den über 5.000 Testamentsverzeichnissen der Standesämter und der Hauptkartei für Testamente beim Amtsgericht Schöneberg in Berlin wurden elektronisiert und in das Testamentsregister der Bundesnotarkammer eingestellt. Dieser Vorgang hat sich über mehrere Jahre erstreckt und ist im November 2016 abgeschlossen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.testamentsregister.de/erbe/meldungen?view=detail&amp;amp;id=0c0e5cde-b14b-4a75-8504-a7bb37f3e619 | titel=Abschluss Testamentsverzeichnisüberführung | hrsg=Bundesnotarkammer |datum=2016-11-28 |zugriff=2018-05-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Testamentseröffnung====&lt;br /&gt;
Das Nachlassgericht hat die bei ihm verwahrten bzw. abgelieferten Testamente bzw. Erbverträge zu eröffnen, sobald es vom Eintritt des Todes Kenntnis erlangt, und den Inhalt den Beteiligten bekanntzugeben. Praktisch geschieht dies durch Anfertigung einer Abschrift, die postalisch übermittelt wird ({{§|348|famfg|juris}} FamFG). Die dramaturgisch interessantere und daher in Film und Fernsehen gerne dargestellte Variante, dass der Inhalt des Testaments den Beteiligten in einem Termin in großer Runde mündlich bekanntgegeben wird (§ 348 Abs. 2 FamFG), kommt praktisch nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Inhalt des Testaments werden einerseits die [[Gesetzliche Erbfolge|gesetzlichen Erben]] des Erblassers in Kenntnis gesetzt, andererseits diejenigen Personen, die im Testament mit einer Zuwendung bedacht sind. Auf diese Weise können die Beteiligten ihre auf dem Testament basierenden Rechte wahrnehmen bzw. über eine [[Erbausschlagung|Ausschlagung]] entscheiden. Andererseits können sie prüfen, ob sie die ihnen ungünstigen Verfügungen als wirksam akzeptieren oder rechtlich dagegen vorgehen möchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auslegung des Testaments ===&lt;br /&gt;
Wenn ein Testament nicht eindeutig erkennen lässt, welche der vorstehend genannten möglichen Verfügungen und mit welchem Inhalt darin getroffen sind, bedarf es der Auslegung. Die Auslegung des Testaments richtet sich – anders als bei sonstigen [[Willenserklärung]]en – nicht nach dem objektiven Empfängerhorizont, also nicht danach, wie ein objektiver Empfänger die Erklärung nach der [[Verkehrssitte]] verstehen durfte. Maßgebend ist vielmehr der wirkliche Wille des Testierenden, wie er in der Testamentsurkunde wenigstens andeutungsweise zum Ausdruck gekommen ist. Dieser Unterschied beruht auf der Überlegung, dass es beim Testament keinen Empfänger der Erklärung und damit keinen Geschäftspartner gibt, der davor geschützt werden müsste, dass der Erklärende etwas anderes meint, als er objektiv zum Ausdruck bringt. {{§|2084|BGB|juris}} regelt die &amp;quot;Auslegung zugunsten der Wirksamkeit&amp;quot; des Testaments: Lässt der Inhalt einer letztwilligen Verfügung verschiedene Auslegungen zu, so ist im Zweifel diejenige Auslegung vorzuziehen, bei welcher die Verfügung Erfolg hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Praktische Schwierigkeiten wirft es regelmäßig auf, wenn in einem handschriftlichen Testament versäumt wurde anzugeben, welche Person oder Personen [[Erbe (Deutschland)|Erben]] und damit [[Universalsukzession|universelle Rechtsnachfolger]] des Erblassers sein sollen. Nicht selten geben privatschriftliche Testamente stattdessen lediglich an, welche einzelnen Personen bestimmten Gegenstände (Hausgrundstück, Pkw, Aktiendepot etc.) &amp;quot;erben&amp;quot; sollen. Dann muss durch Auslegung in häufig mühevoller und streitträchtiger Weise ermittelt werden, welche dieser Gegenstände der Erblasser im Zeitpunkt der Errichtung des Testaments als sein wesentliches Vermögen angesehen hat und welche der genannten Personen daher als Erben anzusehen sind und mit welchen Anteilen – während bei Zuwendung nur unwesentlicher Gegenstände häufig nur eine [[Vermächtnis]]regelung gewollt ist, keine Erbeinsetzung. Bei Errichtung eines Testaments sollte daher darauf geachtet werden, vor allem den oder die Erben und die Höhe der Erbanteile eindeutig als solche zu bezeichnen. Erst danach und ergänzend kann dann auch eine [[Teilungsanordnung]] sinnvoll sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzuraten ist es ferner, dass der Testator sich auch über den Fall Gedanken macht, dass die von ihm zum Erben ausgewählte Person am Ende doch nicht Erbe wird – zum Beispiel weil sie vor dem Erblasser verstirbt oder das ihr zugedachte [[Erbausschlagung|Erbe ausschlägt]]. Für diesen Fall kann er einen sogen. [[Ersatzerbe]]n bestimmen. So vermeidet er, dass die Überlebenden durch Auslegung enträtseln müssen, wen der Testator wohl als Erben eingesetzt hätte, wenn er diesen Fall bedacht hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsicht ist bei der Verwendung juristischer Fachausdrücke geboten, über deren tatsächliche Bedeutung der Erblasser sich nicht im Klaren ist. So treffen Ehegatten in einem sogen. [[Berliner Testament]] gerne die Regelung, dass der Erstversterbende vom überlebenden Ehegatten allein beerbt wird und bei dessen Tod dann die (gemeinsamen) Kinder alles erben. Juristisch wird hier im zweiten Erbfall von &#039;&#039;Schlusserben&#039;&#039; gesprochen. Verwenden die Eheleute dagegen fälschlich den Begriff des &#039;&#039;[[Nacherbe]]n&#039;&#039; oder bezeichnen gar den überlebenden Ehegatten als &#039;&#039;[[Vorerbe]]n&#039;&#039;, hat dies bei einer am reinen Wortlaut des Testaments orientierten Auslegung völlig andere Rechtsfolgen als beabsichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erbvertrag statt Testament ===&lt;br /&gt;
Alle Regelungen, die in einem Testament getroffen werden können, sind auch in einem [[Erbvertrag]] möglich. Ein solcher muss von einem Notar beurkundet werden (§ 2276 BGB) und wird stets amtlich (von Notar oder Nachlassgericht) verwahrt. Bei einem Erbvertrag steht gelegentlich eine Gegenleistung des künftigen Erben zu Lebzeiten des Erblassers im Raum, zum Beispiel Mitarbeit im Betrieb oder Bauernhof (sog. vorweggenommene Erbfolge). Es ist möglich, in einem Erbvertrag zugleich [[Erbe (Deutschland)|Erb-]] oder [[Pflichtteil (Deutschland)|Pflichtteilsverzichte]] (§ 2346 BGB) zu beurkunden, wenn etwa der Erbe sich abschließend mit dem begnügen soll und will, was ihm durch den Erbvertrag zugewandt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtslage in der Schweiz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- schweizbezogen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der Schweiz wird das Testament „Letztwillige Verfügung“ (LV) genannt und ist im dritten Teil des [[Zivilgesetzbuch (Schweiz)|Zivilgesetzbuchs]] (ZGB) geregelt. In der LV kann der Erblasser unter Vorbehalt der Pflichtteile seiner gesetzlichen Erben über seinen Nachlass frei verfügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Recht zum Erstellen einer LV (Art. 467 ZGB) ===&lt;br /&gt;
Eine gültige LV kann nur erstellen, wer mindestens 18 Jahre alt ist und wessen [[Urteilsfähigkeit]] zum Zeitpunkt der Abfassung nicht eingeschränkt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gültigkeit der LV (u.&amp;amp;nbsp;a. Art. 519 ff. ZGB) ===&lt;br /&gt;
Eine LV ist nur gültig, soweit sie sich an die gesetzlich vorgeschriebenen Formen und Inhalte hält. Verfügungen, die unter dem Einfluss von Irrtum, Täuschung, Drohung oder Zwang getroffen wurden, sind ungültig. Enthält die LV offensichtliche Irrtümer und ist der Wille des Erblassers eindeutig feststellbar, sind die irrtümlichen Verfügungen ungültig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsittliche und/oder rechtswidrige Auflagen für Erben machen die LV ungültig. Für andere Personen lediglich lästige und/oder unsinnige Auflagen werden als nicht vorhanden betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist die LV nicht formgültig errichtet worden, ist sie ebenfalls ungültig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist eine LV ungültig, so ist dies mittels Ungültigkeitsklage ({{Art.|519|210|ch|Art. 519 ff. ZGB}}) vor Gericht geltend zu machen; ansonsten ist sie trotz ihres Mangels zu beachten. Nur bei gravierenden Mängeln ist die LV nichtig. In diesem Falle ist die LV auch ohne klageweise Geltendmachung und von Amtes wegen nicht zu beachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfügungsarten ===&lt;br /&gt;
==== Öffentliche Verfügung (Art. 499–504 ZGB) ====&lt;br /&gt;
Die Öffentliche Verfügung erfolgt vor einem kantonal zuständigen Beamten oder Notar im Beisein zweier Zeugen. Die entsprechende Urkunde wird vom Beamten gemäss den Anweisungen des Erblassers abgefasst und vom Erblasser und dem Beamten unterschrieben. Die beiden Zeugen bestätigen durch ihre Unterschrift auf der LV, dass der Erblasser die Verfügung gelesen und sich damit einverstanden erklärt hat; sie brauchen den Inhalt der LV dazu nicht zu kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Eigenhändige Verfügung (Art. 505 ZGB) ====&lt;br /&gt;
Die Eigenhändige Verfügung muss vom Erblasser handschriftlich abgefasst, datiert und unterschrieben sein. Sie kann einer Amtsstelle zur Aufbewahrung übergeben werden, was aber nicht vorgeschrieben ist. Eine Mitwirkung von Amtspersonen und/oder Zeugen ist nicht erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mündliche Verfügung (Art. 506–508 ZGB) ====&lt;br /&gt;
Die Mündliche Verfügung kann erfolgen, wenn die Umstände kein anderes Vorgehen erlauben (bei naher Todesgefahr, Verkehrssperre, Epidemien oder Kriegsereignissen). Der Erblasser hat seinen Willen vor zwei Zeugen zu erklären. Diese müssen seine Verfügung sowie Ort und Datum sofort niederschreiben und durch ihre Unterschrift bestätigen; die Zeugen müssen die Verfügung daraufhin unverzüglich der zuständigen Behörde übergeben. Kommt der Erblasser in der Folge wieder in die Lage, eine öffentliche oder eigenhändige Verfügung verfassen zu können, verliert die mündliche Verfügung 14 Tage nach diesem Datum ihre Gültigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gesetzlicher Erbanspruch (Art. 457–466 ZGB) ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(siehe auch: [[Gesetzliche Erbfolge#Schweiz|Gesetzliche Erbfolge in der Schweiz]])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestimmt die LV nichts anderes, wird das Erbe gemäß folgendem Schema aufgeteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Blutsverwandte ====&lt;br /&gt;
* Nachkommen der 1. Generation erben zu gleichen Teilen.&lt;br /&gt;
** Nachkommen der 2. Generation erben nur dann, wenn ihr unmittelbarer Vorfahr bereits verstorben ist, und teilen den Erbteil des Nachkommen der 1. Generation gemäß diesem Schema.&lt;br /&gt;
* Eltern erben nur dann, wenn keine Nachkommen vorhanden sind, und zwar zu gleichen Teilen.&lt;br /&gt;
** Ist ein Elternteil bereits verstorben, fällt dessen Anteil an seine Nachkommen gemäß diesem Schema.&lt;br /&gt;
** Hat der verstorbene Elternteil keine Nachkommen, fällt das gesamte Erbe an den überlebenden Elternteil bzw. (im Todesfall) dessen Stamm.&lt;br /&gt;
* Sind weder Nachkommen noch Eltern (bzw. deren Stämme) vorhanden, wird das Erbe zu gleichen Teilen unter den Großeltern bzw. (im Todesfall) deren Stämmen aufgeteilt.&lt;br /&gt;
* Sind auch im Stamm der Grosseltern keine Erben mehr vorhanden, fällt das Erbe an den Wohnsitzkanton und/oder an die von diesem zu bezeichnende Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Überlebende Ehepartner und eingetragene Partner ====&lt;br /&gt;
Überlebende Ehe- oder eingetragene Partner erben&lt;br /&gt;
* wenn sie mit Nachkommen zu teilen haben, die Hälfte der Erbschaft;&lt;br /&gt;
* wenn sie mit Eltern und deren Stamm zu teilen haben, drei Viertel der Erbschaft;&lt;br /&gt;
* in allen anderen Fällen die ganze Erbschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pflichtteile (Art. 471 ZGB) ===&lt;br /&gt;
Unter Vorbehalt einer Enterbung muss sich der Erblasser an folgende Pflichtteile halten:&lt;br /&gt;
* für einen Nachkommen die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruches;&lt;br /&gt;
* für den überlebenden Ehepartner oder eingetragenen Partner die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs.&lt;br /&gt;
Sind die gesetzlichen Pflichtteile durch die Verfügung dem Werte nach verletzt, kann der Erbe die Verfügung mit der Herabsetzungsklage ({{Art.|522|210|ch|Art. 522 ff. ZGB}}) anfechten und seinen Pflichtteil wiederherstellen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begünstigung des Ehepartners (Art. 473 ZGB) ===&lt;br /&gt;
Der Erblasser kann in seiner LV festhalten, dass die Nutzniessung am gesetzlichen Erbanspruch der Nachkommen dem überlebenden Ehepartner zukommt. Diese Verfügung gilt bis zur Wiederverheiratung oder Tod des überlebenden Ehepartners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Enterbung (Art. 477–480 ZGB) ===&lt;br /&gt;
Durch die Enterbung kann der Erblasser in begründeten Fällen einem gesetzlichen Erben dessen Pflichtteil verweigern. Als zulässige Gründe für eine Entziehung des Pflichtteils in der LV gelten schwere Straftaten gegen den Erblasser oder gegen eine diesem nahe verbundene Person und/oder eine schwere Verletzung der familienrechtlichen Pflichten gegen den Erblasser oder dessen Angehörigen. Für eine gültige Enterbung muss der genaue Grund in der LV angegeben werden. Der Anteil des Enterbten geht an die Nachkommen des Enterbten, wie wenn dieser zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits gestorben wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestehen gegen einen Nachkommen des Erblassers Verlustscheine, so kann ihm der Erblasser die Hälfte seines Pflichtteils entziehen, wenn er diese den vorhandenen und später geborenen Kindern desselben zuwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einsetzen von Nacherben (Art. 488–492 ZGB) ===&lt;br /&gt;
Der Erblasser kann einen oder mehrere Erben („Vorerben“) verpflichten, die Erbschaft zu einem festgelegten Zeitpunkt an einen Nacherben weiterzugeben. Der Nacherbe kann über die Erbschaft frei verfügen; weitere Einflussnahmen des Erblassers sind nicht zulässig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtslage in Österreich ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtsgeschäftliche Gestaltung ===&lt;br /&gt;
Der Erblasser, also der später Verstorbene, kann zu Lebzeiten rechtsgeschäftlich auf verschiedene Weise Einfluss auf die Vermögensnachfolge nach seinem Tod nehmen. Das Gesetz kennt folgende Gestaltungsformen der gewillkürten Erbfolge: Testament, Vermächtnis, Schenkung auf den Todesfall und Erbvertrag. Eine letztwillige Verfügung ist eine einseitige, nicht empfangsbedürftige Willenserklärung. Damit kann im Sinne der Testierfreiheit ein Erbe (Gesamtrechtsnachfolger) eingesetzt werden oder (auch) ein Vermächtnisnehmer (Einzelrechtsnachfolger) bestimmt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Apathy, Thomas Aigner, Thomas Wolkerstorfer |Titel=Zivilrecht VII - Erbrecht |Auflage=7. |Verlag=LexisNexis |Ort=Wien |Datum=2022 |ISBN=978-3-7007-8408-1 |Seiten=30 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine letztwillige Verfügung, die eine Erbeinsetzung enthält, wird Testament genannt ({{§|552|ABGB|RIS-B|DokNr=NOR40172834}} Abs&amp;amp;nbsp;2 [[Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch|ABGB]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Form der Errichtung eines Testaments ===&lt;br /&gt;
Testamente (wie auch sonstige letztwillige Verfügungen) unterliegen, anders als die meisten Verträge, besonderen Formerfordernissen: Dabei wird bei privaten Testamenten zwischen eigenhändigen und fremdhändigen unterschieden. Eigenhändige Testamente sind solche, die der Verstorbene zu Lebzeiten selbst eigenhändig (also beispielsweise nicht mittels eines Computers) geschrieben und unterschrieben hat. Solche Testamente sind ohne weitere Voraussetzungen formgültig ({{§|578|ABGB|RIS-B|text=§ 578|DokNr=NOR40172855}} ABGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fremdhändige Testamente hingegen muss der Verfügende in Gegenwart von drei gleichzeitig anwesenden Zeugen eigenhändig unterschreiben und zusätzlich eigenhändig auf dem Testament vermerken, dass dieses seinen letzten Willen enthält. Die Zeugen müssen das Testament eigenhändig unterschreiben und eigenhändig auf ihre Eigenschaft als Zeuge hinweisen. Den Inhalt des Testaments müssen die Zeugen nicht kennen ({{§|579|ABGB|RIS-B|text=§ 579|DokNr=NOR40172856}} ABGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fall einer unmittelbar drohenden Gefahr, das Leben oder die Testierfähigkeit zu verlieren, kommt auch die Erstellung eines Nottestaments in Betracht ({{§|584|ABGB|RIS-B|text=§ 584|DokNr=NOR40173035}} ABGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen von der Möglichkeit, private letztwillige Verfügungen zu erstellen, kann man auch öffentlich vor [[Gericht]] oder [[Notar]] testieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Apathy, Thomas Aigner, Thomas Wolkerstorfer |Titel=Zivilrecht VII - Erbrecht |Auflage=7. |Verlag=LexisNexis |Ort=Wien |Datum=2022 |ISBN=978-3-7007-8408-1 |Seiten=55 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Behindertentestament]]&lt;br /&gt;
* [[Erbschaftsteuer]]&lt;br /&gt;
* [[Legatsuche]]&lt;br /&gt;
* [[Nullum testamentum]]&lt;br /&gt;
* [[Sorgerechtsverfügung]] *&lt;br /&gt;
* [[Literarisches Testament]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Brox: &#039;&#039;Erbrecht.&#039;&#039; 19. Aufl. Köln 2001, ISBN 3-452-24797-X.&lt;br /&gt;
* Ahasver von Brandt: &#039;&#039;Mittelalterliche Bürgertestamente. Neuerschlossene Quellen zur Geschichte der materiellen und geistigen Kultur&#039;&#039;. Heidelberg 1973, ISBN 3-533-02292-7&lt;br /&gt;
* Susan Richter: &#039;&#039;Fürstentestamente der Frühen Neuzeit. Politische Programme und Medien intergenerationeller Kommunikation&#039;&#039;. (Diss.), Göttingen 2009 (Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 80). ISBN 3525360738.&lt;br /&gt;
* Guido Ubert: &#039;&#039;Guter Rat zu Testament und Erbfall. Was Erblasser und Erben wissen und beachten sollten.&#039;&#039; 3. Auflage. Beck/dtv, München 2005, ISBN 3-423-50622-9.&lt;br /&gt;
* Angelika Seibt: &#039;&#039;Unterschriften und Testamente – Praxis forensischer Schriftuntersuchung.&#039;&#039; Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-58113-7.&lt;br /&gt;
* Karl Winkler: &#039;&#039;Erbrecht von a–z.&#039;&#039; ISBN 3-423-05061-6.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Grunsky: &#039;&#039;Testierfähigkeit und Geschäftsfähigkeit.&#039;&#039; Nomos-Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-8329-4885-6.&lt;br /&gt;
*Heinrich Nieder/Reinhard Kössinger/Winfried Kössinger: Handbuch der Testamentsgestaltung, München 2020, ISBN 978-3-406-74650-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Testament}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4059555-9}}&lt;br /&gt;
* [http://www.testamentsregister.de Zentrales Testamentsregister der Bundesnotarkammer]&lt;br /&gt;
* [http://www.admin.ch/ch/d/sr/210/index3.html Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 3. Teil: Erbrecht]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4059555-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Testament|!]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Peter_Remagen&amp;diff=623277</id>
		<title>Benutzer Diskussion:Peter Remagen</title>
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		<updated>2025-07-10T20:54:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Danke für die Freischaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Testament]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Kategorie:COVID-19-Pandemie&amp;diff=623276</id>
		<title>Kategorie:COVID-19-Pandemie</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kategorie:Allgemeiner Kulturtod]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:COVID-19-Pandemie|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Infektionskrankheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pandemie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Epidemie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Klimawandel&amp;diff=623275</id>
		<title>Klimawandel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Klimawandel&amp;diff=623275"/>
		<updated>2025-07-10T20:51:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich überwiegend mit natürlichen Klimafaktoren in zeitlichem Bezug zur Erdgeschichte. Zu der Veränderung des globalen Klimasystems durch &#039;&#039;menschliche Einflüsse&#039;&#039; seit der Industrialisierung siehe [[Globale Erwärmung]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Erdgeschichte.svg|miniatur|400px|Rekonstruktion des mittleren Temperatur- und Niederschlagsverlaufs der Erde seit 3,8 Milliarden Jahren. E = Eiszeitalter, E (unterstrichen) = Eiszeitalter mit Eisbildungen an den geographischen Polen, W = eisfreies Warmklima]]&lt;br /&gt;
[[Datei:KlimawissenschaftenZweiJahrhunderte.jpg|mini|400px|Zweihundert Jahre [[w:Forschungsgeschichte des Klimawandels|Forschungsgeschichte des Klimawandels]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Klimawandel&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;&#039;Klimaänderung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Klimawechsel&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Klimaschwankung&#039;&#039;&#039;, bezeichnet die Veränderung des [[Klima]]s auf der [[Erde]] und [[Erdähnlicher Planet|erdähnlichen Planeten]]. Die dahinter stehende Abkühlung oder Erwärmung verläuft über unterschiedlich lange Zeiträume. Die gegenwärtige, vor allem auch durch den Menschen mitverursachte ([[anthropogen]]e) [[globale Erwärmung]] ist ein Beispiel für einen (noch nicht abgeschlossenen) Klimawandel. Hierfür wird der Begriff umgangssprachlich meist [[synonym]] verwendet, gekennzeichnet durch den vorangestellten Artikel als &#039;&#039;Der Klimawandel.&#039;&#039; In der öffentlichen Diskussion werden die Bezeichnungen &#039;&#039;Klimawandel&#039;&#039; und &#039;&#039;globale Erwärmung&#039;&#039; oftmals gleichgesetzt. Dies ist jedoch wissenschaftlich nicht korrekt, da gravierende Klimawandel-Ereignisse während der gesamten Erdgeschichte auftraten, somit nicht auf die Gegenwart beschränkt sind und zudem auch globale Abkühlungsprozesse umfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Klimaschwankung&#039;&#039;&#039; wird gelegentlich für solche Klimaänderungen verwendet, die nur wenige [[Jahrzehnt|Dekaden]] andauern&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Franz Mauelshagen |Titel=Klimageschichte der Neuzeit |Verlag=Wissenschaftliche Buchgesellschaft |Ort=Darmstadt |Datum=2010 |ISBN=978-3-534-21024-4 |Seiten=13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder zyklischer Natur mit variabler [[Periode (Physik)|Periode]] sind. Zyklische Schwankungen werden auch als {{Anker|Klimafluktuation}}&#039;&#039;&#039;Klimafluktuationen&#039;&#039;&#039; bezeichnet, relativ rasche zyklische Wechsel auch als &#039;&#039;Klimaoszillation&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/klimafluktuation/8413 |titel=Klimafluktuation |werk=Lexikon der Geowissenschaften |hrsg=Spektrum akademischer Verlag |zugriff=2016-08-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Epoche vergleichsweise kühlen Klimas wird in dem Zusammenhang manchmal {{Anker|Klimapessimum}}&#039;&#039;&#039;Klimapessimum&#039;&#039;&#039; genannt, eine relativ warme Phase  {{Anker|Klimaoptimum}}&#039;&#039;&#039;Klimaoptimum&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Brockhaus Enzyklopädie, Band 26, 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martin Kappas |Titel=Klimatologie. Herausforderung für Natur- und Sozialwissenschaften im 21. Jahrhundert |Verlag=Spektrum akademischer Verlag |Datum=2009 |ISBN=978-3-8274-1827-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &#039;&#039;Wärmeoptimum&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spektrumKlimaoptimum&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/klimaoptimum/8428 |titel=Klimaoptimum |werk=Lexikon der Geowissenschaften |hrsg=Spektrum akademischer Verlag |zugriff=2016-08-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &#039;&#039;Optimum&#039;&#039; und &#039;&#039;Pessimum&#039;&#039; sind eine Konvention in der Klimasystematik und keine Wertung, können jedoch zu Fehlinterpretationen führen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[w:Christian-Dietrich Schönwiese|Christian-Dietrich Schönwiese]] |Titel=Klimaänderungen: Daten, Analysen, Prognosen |Verlag=Springer |Datum=1995 |ISBN=3-540-59096-X |Seiten=79–80}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und werden deshalb in der neueren Fachliteratur durch den Begriff &#039;&#039;&#039;Klimaanomalie&#039;&#039;&#039; ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Klimawandel auf globaler Ebene beruht im Wesentlichen auf einer Veränderung des [[Strahlungsantrieb]]s, der das Erdklimasystem aus einem stabilen [[Strahlungshaushalt der Erde|thermisch-radiativen]] [[Gleichgewicht (Systemtheorie)|Gleichgewicht]] in ein neues Gleichgewicht überführt. Der Strahlungsantrieb resultiert aus den atmosphärischen Konzentrationen von [[Treibhausgas]]en wie [[Kohlenstoffdioxid]] (CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;), [[Methan]] (CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;) und [[Wasserdampf]] (H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O), aus der variierenden Sonneneinstrahlung auf Grund der [[Milanković-Zyklen]] sowie aus dem Rückstrahlvermögen ([[Albedo]]) der Erdoberfläche einschließlich der Ozeane. Der [[Klimazustand]] während der letzten Jahrmillionen war der eines [[Eiszeitalter]]s und wurde überwiegend von den Milanković-Zyklen gesteuert, die die [[Insolation (Physik)|Sonneneinstrahlung]] über mehrere zehntausend Jahre signifikant veränderten und so den Anstoß für den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten gaben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Muller&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard A. Muller, Gordon J. MacDonald |Titel=Spectrum of 100-kyr glacial cycle: Orbital inclination, not eccentricity |Sammelwerk=Proceedings of the National Academy of Sciences |Band=94 |Nummer=16 |Datum=1997-08-05 |ISSN=0027-8424 |Seiten=8329–8334 |Online=http://www.pnas.org/content/94/16/8329 |PMC=33747 |PMID=11607741 |Abruf=2017-03-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter Berücksichtigung der oben genannten Faktoren konnten zum Beispiel 11 dieser Warmzeiten (auch [[Interglazial]]e oder Zwischeneiszeiten) während der letzten 800.000 Jahre detailliert beschrieben und charakterisiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;10.1002/2015RG000482&amp;quot;&amp;gt;{{cite journal | author=A. Berger | coauthors=M. Cruci, D. A. Hodell, C. Mangili, J. F. McManus, B. Otto-Bliesner, K. Pol, D. Raynaud, L. C. Skinner, P. C. Tzedakis, E. W. Wolff, Q. Z. Yin, A. Abe-Ouchi, C. Barbante, V. Brovkin, I. Cacho, E. Capron, P. Ferretti, A. Ganopolski, J. O. Grimalt, B. Hönisch, K. Kawamura, A. Landais, V. Margari, B. Martrat, V. Masson-Delmotte, Z. Mokeddem, F. Parrenin, A. A. Prokopenko, H. Rashid, M. Schulz, N. Vazquez Riveiros (Past Interglacials Working Group of PAGES) | year=2016 | month=März | title=Interglacials of the last 800,000 years | journal=Reviews of Geophysics (AGU Publications) | volume=54 | issue=1 | pages=162–219 | doi=10.1002/2015RG000482 | url=https://www.repository.cam.ac.uk/bitstream/handle/1810/252679/Berger_et_al-2016-Reviews_of_Geophysics-VoR.pdf?sequence=5&amp;amp;isAllowed=y | format=PDF | language= en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine spezielle Form des Klimawandels sind &#039;&#039;&#039;abrupte Klimawechsel&#039;&#039;&#039;. Sie wurden in der Erdgeschichte durch [[w:Impakt|Impakt]]ereignisse, Eruptionen von [[Supervulkan]]en, [[Magmatische Großprovinz|großflächige Magmaausflüsse]], stark erhöhte Treibhausgas-Emissionen, schnelle Veränderungen von Meeresströmungen oder durch kurzfristige  [[Rückkopplung]]sprozesse im Klimasystem ausgelöst, oft in Verbindung mit biologischen Krisen beziehungsweise [[Massenaussterben]]. Mit der [[w:Misox-Schwankung|Misox-Schwankung]] (international &#039;&#039;8.2 kiloyear event&#039;&#039;) ereignete sich im frühen [[Holozän]] ein sehr rasch auftretender, aber vergleichsweise moderater Klimawechsel.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard B. Alley, Anna Maria Ágústsdóttir |url=https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0277379105000314?via%3Dihub |titel=The 8k event: Cause and consequences of a major Holocene abrupt climate change |werk=Quaternary Science Reviews |hrsg=Geosciences |datum=2005-05 |zugriff=4. Juli 2019 |sprache=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den natürlichen Faktoren beeinflusst auch der Mensch das Klima vor allem seit Beginn der [[Industrialisierung]] in zunehmendem Umfang. Der „Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen“ ([[w:Intergovernmental Panel on Climate Change|Intergovernmental Panel on Climate Change]]) (IPCC), der den Stand der Wissenschaft im Auftrag der [[w:Vereinte Nationen|Vereinten Nationen]] zusammenfasst, kam 2007 zu dem Schluss, dass die Erwärmung der Atmosphäre und der Ozeane seit Beginn der Industrialisierung hauptsächlich auf der Freisetzung von [[Treibhausgas]]en durch den Menschen beruht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IPCC 2007&amp;quot;&amp;gt;[http://www.ipcc.ch/publications_and_data/publications_and_data_reports.shtml &#039;&#039;IPCC Fourth Assessment Report: Climate Change 2007 (AR4)&#039;&#039;] Intergovernmental Panel on Climate Change, 2007&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*{{WikipediaDE|Klimawandel}}&lt;br /&gt;
*{{WikipediaDE|Forschungsgeschichte des Klimawandels}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/consent-a-?targetUrl=https%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fwissenschaft%2Fnatur%2Fgroenland-schmelze-des-eisschilds-laesst-sich-nicht-mehr-aufhalten-a-4ec6f5cc-4835-4c76-a120-f1f6daebfbba%3Futm_source%3Dpocket-newtab-global-de-DE&amp;amp;ref=https%3A%2F%2Fgetpocket.com%2Frecommendations Folgen des Klimawandles: Grönlands Gletscher schmelzen] Weblink&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-04/bundesverfassungsgericht-klimaschutzgesetz-justiz-urteil-klimaklage-freiheitsrechte-einschraenkung?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE Bundesverfassungsgericht: Daran kommt niemand mehr vorbei] Weblink&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=UwtL_cjtNNM Axel Burkart: Atlantis und die wahre Ursache des Klimawandels]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4344515-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimawandel|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimatologie]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Inflation&amp;diff=623274</id>
		<title>Inflation</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Inflation&amp;diff=623274"/>
		<updated>2025-07-10T20:51:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Inflation Germany.svg|mini|hochkant=1.5|Jährliche Preisveränderungsraten in Deutschland seit 1965]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Entwicklung Realohn Nominallohn Verbraucherpreisindex D.svg|miniatur|Entwicklung der Nominal- und Reallöhne in Deutschland&amp;lt;ref&amp;gt;[[Statistisches Bundesamt]]: [https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/VerdiensteArbeitskosten/ReallohnNetto/ReallohnindexPDF_5623209.pdf;jsessionid=D8DB9B428812F1571D57C5E30864BDE2.cae3?__blob=publicationFile &#039;&#039;Verdienste und Arbeitskosten - Reallohnindex und Nominallohnindex&#039;&#039;], Erläuterungen S. 3, Daten S. 5, (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Änderung Realohn Nominallohn Verbraucherpreisindex D.svg|miniatur|Änderung der Nominal- und Reallöhne in Deutschland&amp;lt;ref&amp;gt;[[Statistisches Bundesamt]]: [https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/VerdiensteArbeitskosten/ReallohnNetto/ReallohnindexPDF_5623209.pdf;jsessionid=D8DB9B428812F1571D57C5E30864BDE2.cae3?__blob=publicationFile &#039;&#039;Verdienste und Arbeitskosten - Reallohnindex und Nominallohnindex&#039;&#039;], Erläuterungen S. 3, Daten S. 5, (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Cpis.PNG|mini|Entwicklung der [[Preisindex|Konsumentenpreisindizes]] verschiedener Länder]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gleichgewichtspreis.svg|mini|Entstehung des [[Marktpreis|Gleichgewichtspreises]] (Anmerkung: Für die Gültigkeit dieser Betrachtung ist die [[Ceteris paribus|Ceteris-paribus]]-Bedingung Voraussetzung.)]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Inflation&#039;&#039;&#039; (von [[Latein|lat.]] inflatio „Aufblähen“, „Anschwellen“) bezeichnet in der [[Volkswirtschaftslehre]] eine allgemeine und anhaltende Erhöhung des [[Preisniveau]]s von [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Gütern]] und [[Dienstleistung]]en (&#039;&#039;&#039;Teuerung&#039;&#039;&#039;), gleichbedeutend mit einer Minderung der [[Kaufkraft (Währung)|Kaufkraft]] des [[Geld]]es.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gabler Wirtschaftslexikon]]: [http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/inflation.html &#039;&#039;Inflation&#039;&#039;], abgerufen am 25. Juli 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Europäische Zentralbank]]: [//www.ecb.int/ecb/educational/hicp/html/index.de.html &#039;&#039;Was ist Inflation?&#039;&#039;], abgerufen 4. September 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen [[Zentralbank]]en gehört die Wahrung der [[Preisniveaustabilität]] zum vorrangigen Auftrag, wobei eine leichte Teuerung als Abgrenzung zur gegenteiligen [[Deflation]] ausdrücklich erwünscht ist. So strebt etwa die [[Europäische Zentralbank]] an, die Inflationsrate durch ihre [[Geldpolitik]] mittelfristig unter, aber nahe 2 % zu halten.&amp;lt;ref&amp;gt;Europäische Zentralbank: [https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/other/monetarypolicy2011de.pdf &#039;&#039;Die Geldpolitik der EZB&#039;&#039;] (2011), S. 9, abgerufen am 28. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Messung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable float-center zebra&amp;quot; width=300&lt;br /&gt;
|+ Internationale Preisniveau-Entwicklung&lt;br /&gt;
! Jahr !! Öster&amp;amp;shy;reich !! Deutsch&amp;amp;shy;land !! Japan !! Schweiz !! USA&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2005&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 588 || 411 || 652 || 427 || 736&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2003&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 563 || 397 || 654 || 419 || 694&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2000&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 532 || 380 || 667 || 410 || 649&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1998&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 517 || 372 || 673 || 400 || 615&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1995&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 496 || 357 || 657 || 395 || 575&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1993&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 471 || 342 || 653 || 385 || 545&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1990&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 423 || 300 || 614 || 338 || 493&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1985&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 380 || 280 || 574 || 299 || 406&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1980&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 299 || 232 || 501 || 242 || 311&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1975&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 232 || 190 || 364 || 216 || 203&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1970&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 163 || 141 || 212 || 149 || 146&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1965&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 139 || 126 || 163 || 126 || 119&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1960&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 114 || 110 || 121 || 107 || 112&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1955&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 102 || 100 || 113 || 101 || 101&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1952&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp; || 100 || 100 || 100 || 100 || 100&lt;br /&gt;
|- &amp;lt;!--Nachkommastellen in Tabelle nicht sinnvoll--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;6&amp;quot; |&amp;lt;small&amp;gt;Quelle: International Financial Statistics des [[Internationaler Währungsfonds|IWF]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Gemessen wird die Inflation entweder durch jährliche Preisänderungen von Gütern und Dienstleistungen bestimmter [[Warenkorb|Warenkörbe]] oder durch den [[BIP-Deflator]], der die Preisänderungen &#039;&#039;aller&#039;&#039; Güter einer [[Volkswirtschaft]] abbildet. Die Inflation ist [[Erkenntnisobjekt]] der Volkswirtschaftslehre, speziell der [[Makroökonomie]]. Am häufigsten wird zur Messung der Inflation der Verbraucher[[preisindex]] herangezogen. Der [[Indexmenge (Mathematik)|Index]] wird mit Hilfe eines Warenkorbs berechnet, der in einem bestimmten Jahr ([[Basisjahr]]) repräsentativ für einen durchschnittlichen Haushalt festgesetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Juli 2002 wendet das [[Statistisches Bundesamt|Statistische Bundesamt]] die sogenannte „[[Hedonisch]]e Preisbereinigung“ zur Berechnung der Inflation für manche Warengruppen an. Dabei sollen Qualitätsveränderungen in der Preismessung berücksichtigt werden. Diese Methode wird zum Beispiel für [[Informationstechnik|IT]]-Produkte verwendet, die einem raschen Wandel unterliegen und die nicht über einen längeren Zeitraum in identischer Form beobachtet werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;Statistisches Bundesamt: [https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Preise/HedonischeMethodenUebersicht.html &#039;&#039;Hedonische Methoden&#039;&#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Einführung der hedonischen Preisbereinigung führte bei IT-Gütern auf Grund des starken [[Technischer Fortschritt|technischen Fortschritts]] und vergleichsweise stabiler Preise zu deutlich geringeren Veränderungsraten bei den betroffenen Teilindizes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dieser rein [[Statistik|statistischen]] Methode hat sich in den [[Wirtschaftswissenschaft]]en der [[Lebenshaltungskosten|Lebenshaltungskosten-Index]] (= COLI = &#039;&#039;cost of living index&#039;&#039;) etabliert. Dabei werden die Ausgaben gemessen, die Wirtschaftssubjekte zum Erreichen eines bestimmten [[Nutzen (Wirtschaft)|Nutzenniveaus]] tätigen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die so beschriebene Inflation genauer als Verbraucherpreisinflation bezeichnet werden kann, spricht man von einer [[Vermögenspreisinflation]], wenn die Preise von Vermögensgütern wie [[Aktie]]n und [[Immobilie]]n steigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung des Warenkorbes für die Inflationsmessung ===&lt;br /&gt;
Auf Grundlage dieses Warenkorbs und des damit festgelegten Basisjahres werden für jedes Jahr die Lebenshaltungskosten und daraus die prozentuale Steigerung zum Vergleichs- oder Vorjahr ermittelt. Für jeden Monat ermittelt in [[Bundesrepublik Deutschland|Deutschland]] das Statistische Bundesamt, in [[Österreich]] die [[Statistik Austria]] und in der [[Schweiz]]&amp;lt;ref&amp;gt;siehe auch: [[Inflation in der Schweiz]]&amp;lt;/ref&amp;gt; das [[Bundesamt für Statistik]] die Preissteigerungen und veröffentlicht sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Probleme bei der Messung dieser Zahlen resultieren vor allem daraus, dass mit zunehmendem Abstand zum Basisjahr der Warenkorb immer weniger repräsentativ ist, da sich das [[Konsument (Volkswirtschaft)|Konsumentenverhalten]] permanent ändert. So finden zum Beispiel Innovationen im Warenkorb nur teilweise Berücksichtigung. Außerdem wird nicht berücksichtigt, dass sich verteuernde Produkte im Konsumverhalten schnell durch ähnliche Güter ersetzt werden (siehe auch [[Preiselastizität der Nachfrage]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert ist auch über alle Einkommensgruppen aggregiert, sagt also nichts darüber aus, inwieweit einzelne Einkommensgruppen betroffen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kernrate ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kerninflation}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kernrate der Inflation schließt die Preise für [[Lebensmittel]] und den [[Energiewirtschaft|Energiesektor]] aus der Berechnung aus, da diese in stärkerem Maße Schwankungen unterworfen sind, deren Ursachen nicht innerhalb der betrachteten Volkswirtschaft zu finden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefühlte Inflation ==&lt;br /&gt;
Die Höhe der Inflation wird von den Konsumenten unterschiedlich wahrgenommen. Ein Grund für die Abweichungen der „[[Fühlen (Psychologie)|gefühl]]ten Inflation“ zur gemessenen Inflation ist die Tatsache, dass im Warenkorb, der zur Inflationsmessung herangezogen wird, sowohl Produkte des täglichen Bedarfs (wie Lebensmittel) als auch langlebige Konsumgüter (wie [[Kraftfahrzeug|Autos]]) enthalten sind und die Produkte in Auswahl oder Gewichtung nicht mit jedem [[Individuum|individuellen]] Konsumenten bzw. jeder individuellen Konsumentengruppe übereinstimmen. Die Wahrnehmung von Preisveränderungen ist für die Waren des täglichen Bedarfs höher als diejenige für langlebige Konsumgüter. Damit liegt die gefühlte Inflation höher als die gemessene, wenn die Preise für Waren des täglichen Bedarfs stärker steigen als die langlebiger Konsumgüter (und umgekehrt).&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Rothengatter, Axel Schaffer: &#039;&#039;Makro kompakt. Grundzüge der Makroökonomik.&#039;&#039; 2., aktualisierte und erweiterte Ausgabe. Physica-Verlag, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-7908-2007-2, S. 141, [http://books.google.com/books?id=PTYmmHvoeFwC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de&amp;amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;amp;cad=0#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false online].&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Preissteigerungen von meist automatisch abgebuchten Zahlungen für Miete, Versicherung, Energie und Wasser werden geringer wahrgenommen als bei anderen Gütern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel [[Preis (Wirtschaft)|Preis]] für einen Liter [[Motorenbenzin|Benzin]]: 1985 lag der Preis für einen Liter Superbenzin bei 0,73 Euro,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Benzinpreis1986&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissen.de/wie-hoch-war-der-durchschnittliche-benzinpreis-im-jahr-1986 &#039;&#039;Wie hoch war der durchschnittliche Benzinpreis im Jahr 1986?&#039;&#039;] auf wissen.de.&amp;lt;/ref&amp;gt; inflationsbereinigt entspricht dies etwa 1,31 Euro 2018. 1986 fiel der Preis auf etwa 0,55 Euro,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Benzinpreis1986&amp;quot; /&amp;gt; inflationsbereinigt entspricht dies etwa 0,97 Euro 2018. Der Preis für einen Liter Superbenzin lag Anfang 2016 inflationsbereinigt bei 1,20 Euro, Anfang 2018 bei 1,37 Euro, Ende August 2018 bei etwa 1,49 Euro.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1690/umfrage/preis-fuer-einen-liter-superbenzin-monatsdurchschnittswerte/ &#039;&#039;Durchschnittlicher Preis für einen Liter Superbenzin in Deutschland von August 2017 bis August 2018 (in Cent)&#039;&#039;] auf de.statista.com.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel für einen Liter [[Kuhmilch]]: Der Milchpreis lag 1974 bei 0,49 Euro, inflationsbereinigt entspricht dies etwa 1,40 Euro 2018. Der Liter Kuhmilch kostete im August 2018 im [[Discounter]] 0,69 Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel [[VW Käfer]]/[[VW Golf]]: Der Preis eines VW Käfers bewegte sich inflationsbereinigt zwar wohl immer auch in der Größenordnung des Einstiegspreises der 2018 für einen VW Golf bezahlt werden muss, beim Golf erhält der Käufer aber schon in der Einstiegsklasse wesentlich mehr Komfort (Platz, Motorleistung, Insassenschutz, Komfortausstattung wie Klimaanlage etc.). Fahrzeuge der [[Kompaktklasse|Golfklasse]], die einen VW Käfer deutlich übertreffen, bieten Hersteller wie [[Automobile Dacia|Dacia]] schon für etwa die Hälfte an. In diesem Preissegment bewegen sich auch Kleinwagen von [[VW]], die einen VW Käfer, mit Ausnahme der Größe in allen Bereichen überbieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob etwas tatsächlich teurer wird, hängt im Wesentlichen davon ab, ob die [[Lohn-Preis-Spirale|Lohnerhöhungen]] die Inflation ausgleichen (siehe [[Reallohn]]). Es ist aber auch eine Frage der sich durch [[soziale Mobilität]] verändernden [[Kaufkraft (Konsum)|Kaufkraft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Phänomen der „gefühlten Inflation“ wurde insbesondere nach der Einführung des [[Euro]] breit diskutiert. 2002 kam es in einigen Ländern der [[Europäische Gemeinschaft|Europäischen Gemeinschaft]] zu einem Auseinanderklaffen zwischen den Inflationsraten, wie sie von der [[Bevölkerung]] laut Umfragen wahrgenommen wurden, und denjenigen, wie sie die statistischen Ämter, in Deutschland das Statistische Bundesamt, ermittelten. Aus diesem Grund hat [[Hans Wolfgang Brachinger]] in einem gemeinsamen Projekt mit dem Statistischen Bundesamt den [[Index der wahrgenommenen Inflation]] für Deutschland berechnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Statistisches Bundesamt: [https://www.destatis.de/DE/Publikationen/STATmagazin/Preise/2007_10/2007_10WahrgenommeneInflation.html &#039;&#039;Projekt zur Messung der „wahrgenommenen Inflation“&#039;&#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt; Es konnte dabei gezeigt werden, dass die wahrgenommene Inflation (gemessen mit Hilfe des Indexes der wahrgenommenen Inflation) bei der [[Währungsreformen in Deutschland#Einführung des Euro 1999/2002|Euro-Bargeldeinführung]] deutlich höher lag als die amtliche Inflationsrate. Dies ist darauf zurückzuführen, dass alltägliche Ausgaben für Lebensmittel, Benzin oder Verkehr einen höheren Preisanstieg hatten als teurere, [[Superiores Gut|superiore Güter]] wie Computer, Autos oder Pauschalreisen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,198464,00.html &#039;&#039;Liste des Instituts der Deutschen Wirtschaft von überdurchschnittlich verteuerten Warengruppen im Frühjahr 2002&#039;&#039;]. [[Spiegel Online]], 30. Mai 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.focus.de/finanzen/news/tid-26554/wirtschaft-neue-wahrheiten-ueber-die-preise_aid_776101.html &#039;&#039;Neue Wahrheiten über die Preise&#039;&#039;], [[Focus]], Nr. 27, 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Auseinanderklaffen der gemessenen und gefühlten Inflation trägt bei, dass eine Teuerung von Produkten, die zugleich teurer und besser geworden sind, wegen aufgrund eines Qualitätsanpassungsverfahrens nur zu einem Anteil in die Messung der Inflation eingeht, auch wenn das Produkt mit dem vorigen, geringeren Qualitätsniveau nicht mehr erhältlich ist. Hinzu kommt, dass Qualitätsverschlechterungen in der Messung der Inflation weitgehend unberücksichtigt bleiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Gunther Schnabl, Tim Sepp |url=http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=27474 |titel=Die Qualitätsanpassung in der Verbraucherpreismessung schafft die Illusion niedriger Inflation |werk=wirtschaftlichefreiheit.de |datum=2020-06-19 |abruf=2020-09-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Markus Zydra |url=https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/inflation-deutschland-1.5015664 |titel=Preise: Warum die Inflation die Ärmeren besonders trifft |werk=www.sueddeutsche.de |datum=2020-09-01 |abruf=2020-09-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{WikipediaDE|Teuro}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:PreisindizesKonsum.png|mini|Preisindex des privaten Konsums in [[Bundesrepublik Deutschland|Deutschland]], den [[Vereinigte Staaten|USA]], [[Japan]] und weiteren Ländern]]&lt;br /&gt;
=== Binnenwert und Kaufkraft ===&lt;br /&gt;
Inflation und Kaufkraft sind zu unterscheiden. Wenn sich die Inflation gleichmäßig bei Löhnen und Preisen bemerkbar macht, bleiben [[Reallohn|Reallöhne]], reale Preise und die Konsum-Kaufkraft unverändert. In der [[Realität]] wirkt sich die Inflation aber häufig auf die Kaufkraft aus. Wenn die Preise stärker steigen als die Löhne, dann kommt es zu sinkenden Reallöhnen und sinkender Konsum-Kaufkraft. Steigen die Löhne stärker als die Preise, dann kommt es zu steigenden Reallöhnen und steigender Kaufkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Kristof Dascher: &#039;&#039;Volkswirtschaftslehre. Eine Einführung in Bausteinen.&#039;&#039; 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. Oldenbourg, München 2013, ISBN 978-3-486-72103-4, S. 40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei zeitlich &#039;&#039;vor&#039;&#039; der Inflation abgeschlossenen [[Vertrag|Verträgen]] verschiebt sich das wirtschaftliche Gleichgewicht. So wird generell der [[Schuldner]] besser gestellt, während sich die Position des [[Gläubiger]]s verschlechtert. Das gilt zum Beispiel für Mieten, Unterhaltszahlungen, Renten- und Pensionsansprüche und Honorarforderungen aufgrund gesetzlich geregelter Honorarordnung wie bei [[Rechtsanwalt|Rechtsanwälten]] und [[Arzt|Ärzten]]. So wurden die Eigentümer von Immobilien beispielsweise in der [[Deutsche Inflation 1914 bis 1923|Deutschen Inflation 1914 bis 1923]] faktisch vollständig entschuldet, während die Immobilien den Wert ungefähr beibehielten. Der Gesetzgeber versuchte, diese Inflationsgewinne über die [[Hauszinssteuer]] abzuschöpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der kurzfristig großen Nutznießer der Inflation ist der [[Staat]] als [[Staatsverschuldung|institutioneller Großschuldner]]. Der [[Reale Größe|Realwert]] seiner Verschuldung nimmt wegen der Inflation deutlich ab. Durch [[kalte Progression]] steigen zudem die realen Steuereinnahmen. Die größten Verlierer sind Inhaber von Geldvermögen und [[Anleihe|festverzinslichen Wertpapieren]] wie [[Staatsanleihe|Staats-]] oder [[Unternehmensanleihe]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel|ID=88963895|Autor=Ferdinand Dyck, Martin Hesse, Alexander Jung|Titel=Kalte Enteignung|Jahr=2012|Nr=41|Seiten=74–80|Kommentar=Titelgeschichte}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei schwerer Inflation steigt auch die [[Umlaufgeschwindigkeit des Geldes]], denn da das Geld ständig entwertet wird, will niemand es lange behalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerald Braunberger: [http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/kommentar-spiel-mit-inflationserwartungen-12000895.html &#039;&#039;Spiel mit Inflationserwartungen&#039;&#039;], [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]].net, 21. Dezember 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann nicht genug werthaltiges [[Sachkapital]] produziert werden, wird versucht, Wert in [[Devisen]] anzulegen. Die Entwertung des Geldes wird so beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht der Staat, die freie Preisbildung zu [[Marktregulierung|regulieren]], entsteht statt offener &#039;&#039;verdeckte&#039;&#039; oder &#039;&#039;zurückgestaute Inflation&#039;&#039;. Sie äußert sich unter anderem in Käuferschlangen oder in der Bildung eines [[Schwarzmarkt]]es, dessen Preissteigerungen in keiner Statistik auftauchen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Die offene Inflation nennt man gelegentlich &#039;&#039;reine&#039;&#039; Preissteigerung.----- im nicht belegbar: http://www.google.com/search?q=%22reine+Preissteigerung%22&amp;amp;ie=utf-8&amp;amp;oe=utf-8&amp;amp;aq=t&amp;amp;rls=de.web:de:official&amp;amp;client=firefox --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Außenwert der Währung ===&lt;br /&gt;
Im Falle flexibler [[Wechselkurs]]e erfolgt eine Anpassung durch [[Abwertung (Währung)|Abwertung]] des Wechselkurses der inländischen Währung gegenüber ausländischen Währungen. Hierdurch werden unerwünschte Außenhandelseffekte verhindert (siehe [[Außenwirtschaftstheorie#Wechselkurs und Außenhandel|Abschnitt „Wechselkurs und Außenhandel“ im Artikel „Außenwirtschaftstheorie“]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei festen Wechselkursen erfolgt keine automatische Korrektur. Ist die Inflationsrate höher als in anderen Ländern, verbilligen sich die [[Import]]e, die [[Export]]e verteuern sich. Dies führt zu [[Handelsbilanzdefizit]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausprägungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Inflationsgeld.jpg|mini|hochkant|Deutsches Inflationsgeld von 1923 (Aluminium, Durchmesser 27&amp;amp;nbsp;mm)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:5 milliarden mark.jpg|mini|[[Reichsbank]]note Fünf Milliarden [[Papiermark|Mark]], während der [[Deutsche Inflation 1914 bis 1923|deutschen Hyperinflation, 10. September 1923]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Stärke und Tempo der Preissteigerung unterscheidet man zwischen schleichender Inflation, trabender Inflation, galoppierender Inflation und [[Hyperinflation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Inflation kann man in Phasen einordnen: akzelerierte Phase (steigende, beschleunigte) – stabilisierte (gleichbleibende) Phase – dezelerierte (abnehmende) Phase. Die dezelerierte Phase wird auch als [[Disinflation]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff „Inflation“ bezeichnete ursprünglich die Inflationen der frühen [[1920er Jahre]], die heute als schwere oder Hyperinflationen gelten. Heute wird er losgelöst von der tatsächlichen Geschwindigkeit der Erhöhung des Preisniveaus in einem Land gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Leichte Inflation&#039;&#039; (bis etwa 5 % Wertverlust im Jahr) hat nachfragefördernde Wirkung, da Leute ihr Geld ausgeben oder investieren wollen. Freilich verlangen sie für Investitionen immer noch eine [[Liquiditätsprämie]], das heißt die [[Rendite]]n müssen deutlich über der Inflationsrate liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &#039;&#039;schwerer Inflation&#039;&#039; (ab rund 5 % Wertverlust im Jahr) verliert das [[Zahlungsmittel|Tauschmittel]] Geld seinen [[Wert (Wirtschaft)|Wert]] schneller als andere Güter (zum Beispiel Immobilien, Aktien, [[Sachkapital]] allgemein) und büßt daher die Wertmaßstabsfunktion und [[Geldfunktion|Wertaufbewahrungsfunktion]] ein, stattdessen wird eine Ersatzwährung verwendet, so zum Beispiel [[Zigarettenwährung|Zigaretten in Deutschland]] nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], der [[US-Dollar]] in der [[Türkei]] (früher) oder [[Argentinien]]. Es kommt zur Flucht in wertstabile Sachwerte und zu [[Kapitalflucht]]. Auf den [[Kapitalmarkt|Kapitalmärkten]] nimmt das Kapitalangebot ab, da die Anbieter wegen der Inflation mit einem Werteverzehr rechnen, der Kapitalzins steigt. Aus gleichem Grund werden langfristige Kredite kaum noch angeboten, schon gar nicht mit festem [[Zinssatz|Zins]]. So besteht auch für Kreditnehmer keine Planungssicherheit mehr. Bisher knapp lohnende [[Investition]]en werden durch Zinssteigerung [[Rentabilität|unrentabel]]; Unternehmen, deren Rendite nicht mehr ausreicht, überschulden sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders schwere Inflationen mit &#039;&#039;monatlichen&#039;&#039; Wertverlusten von über 50 % werden auch als [[Hyperinflation]]en bezeichnet. Hyperinflationen kamen in der Geschichte schon mehrmals auch deshalb zum Stillstand, weil selbst der Realwert des Papiers zum Drucken der [[Banknote]]n höher war als der Wert einer Banknote. Häufig gibt es nach einer Hyperinflation eine [[Währungsreform]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable float-center zebra&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Preis für ein [[Hühnerei|Frühstücksei]] um 1923&lt;br /&gt;
! Datum&lt;br /&gt;
! Kaufpreis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6. Juni 1912 || 7 Pfennig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6. August 1923 || 923 [[Papiermark]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 27. August 1923 || 177.500 Papiermark&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 17. September 1923 || 2,1 Millionen Papiermark&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 15. Oktober 1923 || 227 Millionen Papiermark&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5. November 1923 || 22,7 Milliarden Papiermark&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 15. November 1923 || 320 Milliarden Papiermark&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwere Inflationen waren in der Geschichte unter anderem zu beobachten:&lt;br /&gt;
* die [[Preisrevolution]] im [[16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert]],&lt;br /&gt;
* um 1622 in Europa in der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] (siehe [[Kipper- und Wipperzeit]] und [[Kursächsische Kippermünzstätten]]),&lt;br /&gt;
* in [[Frankreich]] während der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] – der [[Assignat]],&lt;br /&gt;
* um 1920 bis 1924 in [[Österreich]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oenb.at/dam/jcr:9d0269e9-f293-4c48-b9b9-660d000a60e0/mop_2016_q3_In_Focus_Beer_Gnan_Valderrama.pdf#page=9 &#039;&#039;Die wechselvolle Geschichte der Inflation in Österreich&#039;&#039;] (2017) auf www.oenb.at.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* um 1923 in [[Deutsche Inflation 1914 bis 1923|Deutschland]] und in [[Ungarn]],&lt;br /&gt;
* 1939–1948 in [[Deutschland]] (zurückgestaute Inflation, korrigiert durch [[Währungsreform 1948 (Westdeutschland)|Währungsreform]]),&lt;br /&gt;
* 1945–1946 in Ungarn (siehe [[Pengő#Das Ende nach dem Zweiten Weltkrieg|Pengő]])&lt;br /&gt;
* Nach den beiden [[Ölpreiskrise]]n 1973/74 und 1979/80 kam es zu relativ hohen Inflationsraten. In den [[1970er Jahre]]n trugen auch andere Faktoren zu relativ hohen Inflationsraten bei,&lt;br /&gt;
* jahrzehntelang bis 1991 in [[Argentinischer Peso|Argentinien]],&lt;br /&gt;
* jahrzehntelang bis 1994 in [[Brasilien]] (→ [[Brasilianischer Real]]),&lt;br /&gt;
* um 1995 in [[Mexiko]] (→ [[Mexikanischer Peso|Peso]]),&lt;br /&gt;
* um 1997 in [[Südostasien]], unter anderem [[Thailand]], [[Indonesien]] und [[Südkorea]] (siehe [[Asienkrise]]),&lt;br /&gt;
* um 2002 in [[Argentinien]],&lt;br /&gt;
* [[Hyperinflation]] 2008/2009 in [[Simbabwe#Währung|Simbabwe]]; seitdem hat das Land keine eigene Währung mehr. Laut dem [[Cato Institute|CATO Institute]] betrug die Hyperinflation in Simbabwe per Ende Oktober 2008 gegenüber Ende Oktober 2007 2,79&amp;amp;nbsp;Trillionen &amp;lt;math&amp;gt;(2{,}79 \cdot 10^{18})&amp;lt;/math&amp;gt; %.&amp;lt;ref&amp;gt;Cato Institute: [http://cato.org/zimbabwe &#039;&#039;New Hyperinflation Index (HHIZ) Puts Zimbabwe Inflation at 2.79&amp;amp;nbsp;Trillionen (10&amp;lt;sup&amp;gt;18&amp;lt;/sup&amp;gt;) percent&#039;&#039;], 31. Oktober 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen und Gründe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monetäre Inflationstheorien ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Quantitätstheorie ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den historisch ältesten Erklärungsansatz für Inflation bietet die [[Quantitätsgleichung]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;Y \cdot P = M \cdot U&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;M:&amp;lt;/math&amp;gt; [[Geldmenge]]&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;U:&amp;lt;/math&amp;gt; Umlaufgeschwindigkeit des Geldes&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;P:&amp;lt;/math&amp;gt; Preisniveau&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;Y:&amp;lt;/math&amp;gt; Reale Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der umgestellten Gleichung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;P = \frac{M \cdot U}{Y}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bzw. an der Darstellung mit Änderungsraten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\widehat P = \widehat M + \widehat U - \widehat Y&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann man erkennen, dass das Preisniveau immer dann steigt, wenn (bei Konstanz der jeweiligen beiden anderen Größen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Geldmenge &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; zunimmt ([[Geldschöpfung]]),&lt;br /&gt;
* die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes &amp;lt;math&amp;gt;U&amp;lt;/math&amp;gt; zunimmt ([[Empirie|empirische]] Untersuchungen zeigen, dass die Umlaufgeschwindigkeit langfristig annähernd konstant bleibt),&lt;br /&gt;
* die reale Produktion &amp;lt;math&amp;gt;Y&amp;lt;/math&amp;gt; (das Handelsvolumen) sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man alle vier Größen gleichzeitig, entsteht nach der Quantitätsgleichung Inflation (&amp;lt;math&amp;gt;\widehat P&amp;gt; 0&amp;lt;/math&amp;gt;) dann, wenn das Geldmengenwachstum (&amp;lt;math&amp;gt;\widehat M&amp;lt;/math&amp;gt;) größer ist als die Differenz aus der Änderung des Handelsvolumens und der Änderung der Umlaufgeschwindigkeit (&amp;lt;math&amp;gt;\widehat Y - \widehat U&amp;lt;/math&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empirisch ist die Quantitätstheorie sehr gut belegt. Diese Untersuchungen zeigen, dass Inflation entsteht, wenn die Zentralbank die Geldmenge zu stark ausweitet. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Inflation durch eine restriktive [[Geldpolitik]] verhindert werden kann. Siehe auch [[Quantitätstheorie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Österreichische Schule / Wiener Schule ====&lt;br /&gt;
[[Ludwig von Mises]], ein Vertreter der [[Österreichische Schule|Österreichischen Schule]], verstand unter Inflation die &#039;&#039;Ausweitung (lat. &#039;&#039;inflare&#039;&#039;) der [[Fiatgeld|ungedeckten Geldmenge]]&#039;&#039;. Durch zyklisches und unkontrolliertes Geldwachstum entstünden Kredite &#039;&#039;ex nihilo&#039;&#039; mit künstlich niedrigen Zinsraten. Durch die Inflation und die Kreditexpansion würde das gesamte Preissystem verzerrt, der Preis verliere seine Funktion der Information über Knappheit, unproduktive Produktionsweisen würden dadurch künstlich am Leben gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neu geschaffenes Geld gelangt von den Zentral- und Geschäftsbanken zu [[Wirtschaftssubjekt|Marktteilnehmern]], die mit diesem neuen Geld Güter nachfragen. Diese zusätzliche Nachfrage wird in steigenden Preisen sichtbar. Die Ursache für Inflation ist damit in der [[Geldschöpfung|Schöpfung]] von ungedecktem Geld so wie in gesetzlich privilegierten Institutionen des [[Bankensystem|Bank]]- und [[Finanzsystem|Finanzwesens]] zu finden ([[Gesetzliches Zahlungsmittel|Annahmezwang von Gesetzlichen Zahlungsmitteln]], [[Zentralbankgeld|Zentralbankwesen]], [[Mindestreserven|Teilreservebanken]], [[Währungsmonopol]] usw.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jörg Guido Hülsmann]]: &#039;&#039;Die Ethik der Geldproduktion.&#039;&#039; Edition Sonderwege bei Manuscriptum, Waltrop u. a. 2007, ISBN 978-3-937801-19-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Aus dieser Sicht geht auch hervor, dass die Inflation sich nicht gleichmäßig in allen Preisen widerspiegelt, sondern durch [[Cantillon-Effekt]]e beeinflusst wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nichtmonetäre Inflationstheorien ===&lt;br /&gt;
Grundsätzlich wird hierbei zwischen einer &#039;&#039;Nachfragesoginflation&#039;&#039; und einer &#039;&#039;Angebotsdruckinflation&#039;&#039; unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nachfrageseitig ====&lt;br /&gt;
Kommt es zur &#039;&#039;Nachfragesoginflation&#039;&#039; ({{enS|&#039;&#039;Demand-pull inflation&#039;&#039;}}),&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[[:en:Demand-pull inflation|Demand-pull inflation]]&#039;&#039; in der englischsprachigen Wikipedia&amp;lt;/ref&amp;gt; sind die Ursachen, wie aus dem Wort zu entnehmen, auf der Nachfrageseite zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Fall steigt die [[Nachfrage]] nach Gütern derart schnell, dass die Angebotsseite nicht durch Anheben des mengenmäßigen [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebots]] reagieren kann und stattdessen die Preise nach den [[Preisbildung|Marktgesetzen]] steigen. Betrifft dies alle Güter, ist jedoch [[ceteris paribus]] aggregiert ein Preisanstieg nicht möglich. Erfolgt eine monetäre Alimentierung, entsteht Inflation. Kurzfristig kann diese Alimentierung durch eine Erhöhung der [[Umlaufgeschwindigkeit (Geld)|Umlaufgeschwindigkeit des Geldes]] erfolgen. Längerfristig kann Inflation aber nur bestehen, wenn sie durch eine entsprechende Ausweitung der Geldmenge alimentiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man unterscheidet zusätzlich zwischen „hausgemachter“ und „importierter“ [[importierte Inflation|Nachfragesoginflation]], je nachdem, ob die Nachfrage aus dem In- oder Ausland herrührt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Angebotsseitig ====&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite steht die &#039;&#039;Angebotsdruckinflation&#039;&#039; (auch: „Kosteninflation“; {{enS|&#039;&#039;Cost-push inflation&#039;&#039;}}&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[[:en:Cost-push inflation|Cost-push inflation]]&#039;&#039; in der englischsprachigen Wikipedia&amp;lt;/ref&amp;gt;), deren Ursprünge bei den [[Produktionskosten]] zu suchen sind. Dies sind primär [[Lohn-Preis-Spirale|Steigerungen]] der [[Personalkosten]]/[[Lohnnebenkosten]] ({{enS|&#039;&#039;Wage-push inflation&#039;&#039;}}), der [[Energiekosten]] oder [[Zins]]erhöhungen. Die Kosteninflation tritt allerdings nur dann als Erhöhung des Preisniveaus in Erscheinung, wenn die teurer produzierten Güter auch auf dem Markt zu den geforderten höheren Preisen Käufer finden und es keine [[Substitutionsgut|Substitution]] aus anderen Märkten gibt ([[Verkäufermarkt]]). Auch diese Inflationsart kann nur bei einer entsprechenden Ausweitung der [[Geldmenge]] längerfristig bestehen. „[[Lohn-Preis-Spirale|Cost-push-Inflation]]“ besteht, wenn ein Unternehmen zum Beispiel durch höhere [[Rohstoffpreis]]e („importierte“ Inflation) oder höhere Löhne, Steuern etc. („hausgemachte“ Inflation) höhere Produktionskosten hat. „Profit-push-Inflation“ wird hingegen dadurch verursacht, dass ein Unternehmen höheren [[Gewinn]] erzielen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Keynesianische Erklärung ====&lt;br /&gt;
Eines der Grundprinzipien des [[Keynesianismus]] ist die negative Abhängigkeit zwischen Inflation und [[Arbeitslosigkeit]]. Grundlage für diese Annahme bildeten empirische Untersuchungen auf der Basis historischer Daten, die mit sinkender Arbeitslosigkeit ein höheres Preisniveau verbanden ([[Phillips-Kurve]]). Theoretisch erklärt wurde dieses Prinzip damit, dass mit sinkender Arbeitslosigkeit das Volkseinkommen steigt und hierdurch die Konsumgüternachfrage stärker ansteigt als Produktionskapazitäten geschaffen werden können. Dazu kommt, dass bei Vollauslastung die Preise ansteigen und die Gewerkschaften bei geringerer Arbeitslosigkeit höhere Lohnforderungen durchsetzen können, was sich auf die Preise auswirkt (siehe auch [[Grundlohnsumme]]n&amp;amp;shy;veränderungsrate). Entgegen dieser Theorie trat in den 1970er Jahren die [[Stagflation]] auf (hohe Arbeitslosigkeit gepaart mit hohen Inflationsraten). Somit war das Grundprinzip widerlegt – es gilt nur in bestimmten Marktsituationen, aber insbesondere dann nicht, wenn wie in den 1970er Jahren steigende Rohstoffpreise von außen auf die Volkswirtschaft einwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schöpft eine Volkswirtschaft ihre Produktionsmöglichkeiten zur Gänze aus – man spricht in diesem Zusammenhang von der [[Transformationskurve|Produktionsmöglichkeitenkurve]] (PMK), Synonym Transformationskurve – so führt ein Anstieg der Nachfrage im Keynesianismus voll zu einer Preissteigerung. Die Unternehmen können die erhöhte Nachfrage nach Produkten nicht ausgleichen, daher werden diese Produkte einfach teurer (vgl. Nachfrage-Sog-Inflation oben). Fraglich ist, ob nicht schon vor Erreichen einer allgemeinen Vollauslastung der Kapazitäten schon in einzelnen [[Wirtschaftszweig]]en Engpässe auftreten, so dass die Preise bereits zu klettern anfangen, bevor Vollbeschäftigung und allgemein Vollauslastung der Kapazitäten erreicht worden ist. In den 1970er Jahren stand die Bauwirtschaft als besonderer Nutznießer keynesianischer [[Konjunkturprogramm]]e im Verdacht, nur noch die höhere staatliche Nachfrage in Form von höheren Preisen zu vereinnahmen, anstatt mehr zu investieren – ein Fall von [[Moralisches Risiko|moralischem Risiko]] durch Fehlanreiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weitere Ursachen/Gründe ====&lt;br /&gt;
Steuererhöhungen, staatlich [[Administrierter Preis|administrierte]] [[Preissteigerung]]en und Lohnerhöhungen können unabhängig von der wirtschaftlichen Situation zu einer höheren Inflationsrate führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer wichtiger Begriff ist die &#039;&#039;[[importierte Inflation]]&#039;&#039;; damit ist die Übertragung einer Inflation im Ausland auf das Inland gemeint. Gegen importierte Inflation ist eine Volkswirtschaft bei flexiblen [[Wechselkurs]]en gut abgesichert, bei festen Wechselkursen kann sich eine Volkswirtschaft hingegen nicht gegen den Import der Inflation absichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Produktionskostentheorie des Geldes ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 102-00104, Inflation, Tapezieren mit Geldscheinen.jpg|mini|hochkant|Inflation, das Tapezieren mit Geldscheinen während einer Hyperinflation ist kostengünstiger als mit gewöhnlicher Tapete]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassischen Ökonomen wie [[Adam Smith]], [[David Ricardo]] bis hin zu [[Karl Marx]] vertraten eine Produktionskostentheorie des Geldes. Für sie waren der Wert des Geldes und damit die Preise durch die [[Arbeitswertlehre]] bestimmt. Adam Smith drückte dies so aus: „Das Verhältnis zwischen dem Werte des [[Gold]]es und [[Silber]]s und dem irgendwelcher anderer Güter hängt … von dem Verhältnis zwischen der Menge [[Arbeit (Volkswirtschaftslehre)|Arbeit]] ab, die nötig ist, um eine bestimmte Menge Gold und Silber, und der Menge Arbeit, die nötig ist, um eine bestimmte Menge irgendeiner anderen Art auf den Markt zu bringen.“ Die Warenpreise konnten nach der Arbeitswertlehre also nur dann dauerhaft steigen, wenn die [[Arbeitsproduktivität]] bei der Gold- oder Silbergewinnung dauerhaft rascher gesteigert werden konnte, als diejenige bei der Produktion der anderen Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Produktionskostentheorie des Geldes (oder nach der Arbeitswerttheorie) führten die großen Gold- und Silberimporte aus [[Südamerika]] nach der [[Entdeckung Amerikas]] nicht deshalb zu einer Inflation in Europa, weil das viele Gold eine vergleichsweise kleine Menge an Waren „jagte“ – das sagt die [[Quantitätstheorie]] des Geldes –, sondern weil plötzlich weniger Arbeitszeit erforderlich war, um eine bestimmte Menge an Gold oder Silber zu gewinnen. Die Ausdehnung der Geldmenge (Menge an umlaufenden Gold- und Silbermengen) war nur [[Symptom]] des plötzlich geringer gewordenen Arbeitswertes der [[Edelmetall]]e. Die Klassiker nahmen an, dass zum Umschlag der Waren einer Volkswirtschaft, die insgesamt einen bestimmten Wert hatten, eine Goldmenge von insgesamt einem bestimmten Wert benötigt wurde, abhängig von der Umlaufsgeschwindigkeit der [[Goldmünze]]n. Die Umlaufgeschwindigkeit wurde dabei als stabil angenommen. Sank der Wert der einzelnen Goldmünzen wegen Erhöhung der Arbeitsproduktivität bei der Goldgewinnung, wurden zum Ausgleich entsprechend mehr Goldmünzen für den Geldumlauf benötigt. Die Erhöhung der Geldmenge war also nur Symptom der Verminderung des Wertes der einzelnen Goldmünze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurde mehr Gold, als für den Warenumschlag benötigt, in Umlauf gebracht, führte dies nicht zu Preissteigerungen, sondern das überschüssige Gold wurde als Wertaufbewahrungsmittel gehortet. Die Wirtschaftssubjekte wollten Gold nicht unter Wert gegen Waren tauschen, so die Annahme der Klassiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders sah es beim [[Papiergeld]] aus. Für das Papiergeld galten keine anderen Gesetze als für Goldmünzen, solange der Staat oder die Banken das Papiergeld nur in solchen Mengen ausgaben, dass es jederzeit zu einem bestimmten Verhältnis in Gold eingetauscht werden konnte. Aber beispielsweise während der [[Koalitionskriege]] floss aus [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] sehr viel Gold ins Ausland ab oder wurde gehortet. Schließlich wurde die Goldeinlösungspflicht für Papierbanknoten durch den englischen Staat aufgehoben. Nach einiger Zeit gab es dann zwei Preise. Die stabilen Preise der Waren in Gold ausgedrückt und die steigenden Preise der Waren in Papiergeld ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx stellte den Sachverhalt so dar: Solange die für den Warenumschlag benötigte Goldmenge durch Papiergeld ersetzt wird, sind Gold und das es repräsentierende Papiergeld gleich viel wert. Wird aber in Notzeiten von den Banken der Papiergeldumlauf über den notwendigen Goldumlauf gesteigert, dann steigen genau in dem Maße die Preise in Papiergeld ausgedrückt. Während also zu viel Gold die Preise nicht anhebt, sondern als Wertaufbewahrungsmittel gehortet wird, trauen die Wirtschaftssubjekte dem Papiergeld diese Fähigkeit zur Wertbewahrung nicht zu, es wird verausgabt. Dann „jagen“ aber zu viele Banknoten zu wenige Waren. Die Preise in Papiergeld ausgedrückt steigen. Für das Papiergeld gilt insoweit die Quantitätstheorie des Geldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Steuerung ==&lt;br /&gt;
=== Staatliche Preisregulierung ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Preisbindung}}&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Inflation zu stoppen, besteht darin, Preise und Gehälter staatlich zu [[Preisbindung|binden]]. Ein Versuch dazu scheiterte in den 1970er Jahren in den [[Vereinigte Staaten|USA]] unter [[Präsident der Vereinigten Staaten|Präsident]] [[Richard Nixon]], da sich die Inflation, wie oben genannt, andere Wege suchte, zum Beispiel Schwarzmärkte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmut Wagner (Wirtschaftswissenschaftler)|Helmut Wagner]]: &#039;&#039;Stabilitätspolitik. Theoretische Grundlagen und institutionelle Alternativen.&#039;&#039; 7., überarbeitete und erweiterte Auflage. Oldenbourg, München u. a. 2004, ISBN 3-486-20031-3, S. 306 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele Wissenschaftler halten Preisbindungen für sinnlos, sogar schädlich für eine Volkswirtschaft und den Grundsätzen einer [[Marktwirtschaft]] widersprechend. Ein früher Versuch, Preise am Klettern zu hindern, ist das [[Höchstpreisedikt]] des römischen Kaisers [[Diokletian]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. zusammenfassend [[Hartwin Brandt]]: &#039;&#039;Erneute Überlegungen zum Preisedikt Diokletians.&#039;&#039; In: [[Alexander Demandt]], [[Andreas Goltz]], [[Heinrich Schlange-Schöningen]] (Hrsg.): &#039;&#039;Diokletian und die Tetrarchie. Aspekte einer Zeitenwende&#039;&#039; (= &#039;&#039;Millennium-Studien.&#039;&#039; 1). de Gruyter, Berlin u. a. 2004, ISBN 3-11-018230-0, S. 47–55.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monetarismus ===&lt;br /&gt;
[[Datei:ZinsWachsDiff.PNG|mini|Langfristiger [[Zinssatz]] abzüglich der BIP-Wachstumsrate]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Monetarismus}}&lt;br /&gt;
[[Monetarismus|Monetaristen]] versuchen, mit Hilfe der Geldmenge die Inflation zu steuern. Eine Senkung der umlaufenden [[Geldmenge]] (in Deutschland auch kurz M1 genannt) würde etwa bedeuten, dass mit weniger verfügbarem Geld die gleiche Anzahl von Produkten gekauft werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neukeynesianismus ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Neukeynesianismus}}&lt;br /&gt;
[[Keynesianismus|Neukeynesianer]] empfehlen [[Geldangebot#Zinssteuerung|Zinssteuerung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Europäische Zentralbank ===&lt;br /&gt;
Die [[Europäische Zentralbank]] verfolgt heute eine Geldpolitik, die Zinssteuerung und Geldmengensteuerung kombiniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreichische Schule ===&lt;br /&gt;
Für die Vertreter der [[Heterodoxe Ökonomie|heterodoxen]] [[Österreichische Schule|Österreichischen Schule]] ist der Anstieg des allgemeinen Preisniveaus eine &#039;&#039;Folge&#039;&#039; der Inflationierung. Ursache ist die Ausweitung („Inflation“) der ungedeckten Geldmenge durch die Zentral- und Geschäftsbanken. Folgen der Inflationierung sind vermeidbar, wenn die Ursachen selbst nicht politisch begünstigt werden. Zu den begünstigenden und vermeidbaren Ursachen zählen insbesondere der [[Bundesbankgesetz|gesetzliche Schutz]] und die [[Gesetzliches Zahlungsmittel|gesetzliche Privilegierung]] jener [[Finanzsystem|Finanzinstitutionen]], die „ungedecktes“ [[Fiatgeld]] herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung Inflation gegen andere Erscheinungen ==&lt;br /&gt;
Im allgemeinen Sinne und [[Politik|politischen]] Sprachgebrauch werden verschiedene Erscheinungen mit Inflation in Verbindung gebracht oder gleichgesetzt, die unter Umständen keine Inflation sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kassenhaltungs-Inflation ===&lt;br /&gt;
Kassenhaltungs-Inflation bezeichnet einen Zustand, in dem die Wirtschaftssubjekte höhere Geldbestände horten, als sie eigentlich wollen. Nach ökonomischer Theorie tritt diese Situation in freien Märkten nicht auf, da die höheren Geldbestände zu Inflation führen müssen. Werden die Preise jedoch (staatlich) administriert und erfolgt die Messung des Preisniveaus anhand der administrierten Preise, so liegt keine Inflation vor. Hilfsweise kann Inflation allerdings auf [[Schwarzmarkt|nicht-administrierten Märkten]] (Schwarzmarkt) gemessen werden. Ob Inflation vorliegt, ist also eine Frage der Anerkennung einer Definitions-[[Autorität]]. Gegen diese These ist einzuwenden, dass gehortete Geldbestände nicht per se ein Geldangebot darstellen. Nur der Teil der Geldbestände, den die Wirtschaftssubjekte planen, in der betrachteten Periode gegen Waren und Dienstleistungen einzutauschen, stellt ein Geldangebot dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabler Wirtschaftslexikon: [http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/7740/geldueberhang-v7.html &#039;&#039;Geldüberhang&#039;&#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Externer Preisschock ===&lt;br /&gt;
Dieser Ausdruck wurde im Zuge der sogenannten [[Ölkrise]]n häufig verwendet. Der Preisanstieg eines Gutes führt allerdings nicht zwangsläufig zu einem Anstieg des Preisniveaus. Sinken gleichzeitig die Preise anderer Güter, kann das Preisniveau konstant bleiben. Es liegt dann keine Inflation vor. Alimentiert die Notenbank jedoch die Preiserhöhungen, kann ein Effekt analog der sogenannten [[#Angebotsseitig|Kostendruck-Inflation]] ausgelöst werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabler Wirtschaftslexikon: [http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/128976/schock-v4.html &#039;&#039;Schock&#039;&#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inflationssteuer ===&lt;br /&gt;
Eine Inflationssteuer gibt und gab es nicht. &#039;&#039;Inflationssteuer&#039;&#039; ist ein [[Politisches Schlagwort|Schlagwort]], das den wirtschaftlichen Nachteil von Inflation [[pejorativ]] mit dem wirtschaftlichen Nachteil einer [[Steuer]] gleichsetzt. Bei gleichbleibendem Nominaleinkommen bleibt auch die Einkommensteuer unverändert, jedoch verringert sich das Realeinkommen aufgrund der Inflation.&lt;br /&gt;
Gleichzeitig verlieren die [[Staatsverschuldung|Staatsschulden]] real an Wert (dies gilt nur bei nicht inflations-indexierten Anleihen und einer unerwartet hohen Inflation, denn wenn eine bestimmte Inflationsrate erwartet wird, wird diese Inflationsrate in den verlangten Zins mit eingepreist). Der Staat entschuldet sich bei unerwartet hoher Inflation also ohne eigene Leistung. Dies gilt zwar auch für alle anderen Schuldner. Der Staat ist jedoch als einziger in der Lage, durch seine Politik Inflation wirksam zu erhöhen. Als letzten Effekt kann der Staat Inflationsgewinne der Steuerbürger besteuern. So waren nach der [[Hyperinflation]] der [[Deutsche Inflation 1914 bis 1923|20er Jahre]] die Immobilienbesitzer faktisch entschuldet. Diesen Inflationsgewinn besteuerte der Staat mit der Hauszinssteuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Inflaion}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Inflation}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Liste der Länder nach Inflationsrate}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Lohn-Preis-Spirale}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Geräuschlose Kriegsfinanzierung}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kippertaler}} der Kipper- und Wipperinflation&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kippermünzstätten (Kursachsen)}} – Münzstätten der Kipper- und Wipperinflation&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Böse Halser}} der Schinderlingszeit, eine Inflation (1457–1460)&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Shrinkflation}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/1103/inflation-v10.html &#039;&#039;Inflation&#039;&#039;] – [http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/2673/inflationstheorien-v8.html &#039;&#039;Inflationstheorien&#039;&#039;] – [http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/54312/geldpolitik-v8.html &#039;&#039;Geldpolitik&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Gabler Wirtschaftslexikon&#039;&#039;, Gabler Verlag&lt;br /&gt;
* Gustav Dieckheuer: &#039;&#039;Makroökonomik. Theorie und Politik.&#039;&#039; 4., durchgesehene Auflage. Springer, Berlin u. a. 2001, ISBN 3-540-41449-5.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Josef Gruntzel |Titel=Der Geldwert. Grundsätze für die Beurteilung der Geldentwertung |Verlag=Enke |Ort=Stuttgart |Datum=1919 |Reihe=Finanz- und volkswirtschaftliche Zeitfragen |NummerReihe=57}}&lt;br /&gt;
* Hans Hermann Lechner: &#039;&#039;Währungspolitik.&#039;&#039; de Gruyter, Berlin u. a. 1988, ISBN 3-11-007412-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* Statistisches Bundesamt (Destatis): [https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/Konjunkturindikatoren/Preise/kpre510.html Verbraucherpreis-Index für Deutschland]&lt;br /&gt;
* [http://www.statistik.at/web_de/statistiken/preise/verbraucherpreisindex_vpi_hvpi/022832.html Verbraucherpreis-Index für Österreich]&lt;br /&gt;
* [http://www.lik.bfs.admin.ch/ Schweizerischer Landesindex der Konsumentenpreise]&lt;br /&gt;
* [http://sdw.ecb.int/browse.do?currentNodeId=2120778 Statistiken der EZB] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.stendal.hs-magdeburg.de/project/konjunktur/konju_berichte.htm Inflation in den Neuen Bundesländern (in Quartalsberichten)]&lt;br /&gt;
* Jürgen Pätzold: [http://www.juergen-paetzold.de/stabpol/BG+Infl/Inflation.html &#039;&#039;Das Inflationsproblem. Ursachen und Strategien.&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.bls.gov/cpi/ Informationen und Daten zum US-CPI] beim Bureau of Labor Statistics&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4026887-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Inflation|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zinspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zins]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kommerz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der veraltete Ausdruck für Handel und Verkehr, heute ist der Begriff negativ konnotiert und wird als Geschäftemacherei oder Profitgier verstanden.   == Etymologie == Das Wort stammt ursprünglich aus dem Wort für „Handel“ ({{laS|commercium}}, aus {{laS|cum}}, „mit(einander)“ und {{laS|merx}}, „Handelsgut“)&amp;lt;ref&amp;gt;Duden (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Etymologie – Herkunftswörterbuch de…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Kommerz&#039;&#039;&#039; ist der veraltete Ausdruck für [[Handel]] und [[Verkehr]], heute ist der Begriff negativ [[Konnotation|konnotiert]] und wird als [[Geschäft (Wirtschaft)|Geschäftemacherei]] oder [[Profitgier]] verstanden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Das Wort stammt ursprünglich aus dem Wort für „Handel“ ({{laS|commercium}}, aus {{laS|cum}}, „mit(einander)“ und {{laS|merx}}, „Handelsgut“)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Duden]] (Hrsg.), &#039;&#039;Etymologie – Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;, 2. Auflage, Band 7, 1989, ISBN 3-411-20907-0&amp;lt;/ref&amp;gt; und gelangte über {{frS|commerce}} als [[Lehnwort]] ins Deutsche.&amp;lt;ref&amp;gt;Ursula Hermann, &#039;&#039;Knaurs etymologisches Lexikon&#039;&#039;, 1983, S. 261&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier blieb es teilweise bis ins beginnende 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert positiv besetzt. Bereits &#039;&#039;Meyers Konversations-Lexikon&#039;&#039; erachtete 1888 den Begriff für veraltet.&amp;lt;ref&amp;gt;Bibliographisches Institut, Leipzig (Hrsg.), &#039;&#039;Meyers Konversations-Lexikon&#039;&#039;, Band 9, 4. Auflage, 1888/89&amp;lt;/ref&amp;gt; Davon abgeleitet war im [[Deutsches Reich 1848/1849|Deutschen Reich]] bis 1919 der [[Ehrentitel]] [[Kommerzienrat]], verliehen nach erheblichen Stiftungen für das [[Gemeinwohl]]. In [[Österreich]] wird er heute noch als [[Berufstitel]] verliehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Heute gilt Kommerz als „veraltet für Handel, Verkehr“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Brockhaus Enzyklopädie]], 1970, S. 381&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist ein „auf Gewinn bedachtes wirtschaftliches Interesse“,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Langenscheid]], 2009, online&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso das Adjektiv „kommerziell“. Mit dem Kommerz wird eine [[Gewinnerzielungsabsicht]] verbunden. Dagegen ist im Englischen „commercial“ positiv belegt und wird als „kaufmännisch, wirtschaftlich“ interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige [[Commerzbank]] hieß bei ihrer Gründung am 26. Februar 1870 „Commerz- und Disconto-Bank“.&amp;lt;ref&amp;gt;Carsten Burhop, &#039;&#039;Die Gründung der Commerz- und Disconto-Bank 1870. Aktienbanken als Pfeiler des Universalbankensystems&#039;&#039;, in: Institut für bankhistorische Forschung (Hrsg.), Schlüsselereignisse der deutschen Bankengeschichte, 2013, S. 157 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kommerz ist heute teilweise wieder positiv konnotiert etwa beim elektronischen Handel [[E-commerce]]. „Nicht-kommerziell“ wird als „ohne Gewinnerzielungsabsicht“ verwendet und steht im Kontext mit [[ehrenamt]]licher, [[Gemeinnützigkeit|gemeinnütziger]] oder bloß [[Kostendeckung|kostendeckender]] [[Tätigkeit]]. Die [[Kommerzialisierung]] betrifft die Ausbreitung [[marktwirtschaft]]licher Prinzipien auf ursprünglich nicht marktwirtschaftliche Bereiche wie [[Kultur]], [[Kunst]] oder [[Sport]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|Kommerz|TYP=Literatur über}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handel|*]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abstraktum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitgeschehen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitenwende]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Benutzer Diskussion:Peter Remagen</title>
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		<updated>2025-07-10T20:48:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Danke für die Freischaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kommerz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<updated>2025-07-10T20:40:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Dämon [[Baphomet]] als Verkörperung einer dualistischen Weltordnung. Zeichnung von [[Eliphas Lévi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: Eliphas Lévi: &#039;&#039;Dogme et rituel de la haute magie&#039;&#039;, Tome Second (Rituel), Paris 1861 (Frontispiz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Widersacher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Satanismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<updated>2025-07-10T20:38:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Anubis (Ägyptische Mythologie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Widersacher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Bonifatius VIII.</title>
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		<updated>2025-07-10T20:36:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei: Bonifacius VIII - Fresco in Lateran.jpg|miniatur|Fresko im Lateran von Giotto di Bondone (Ausschnitt): Papst Bonifatius VIII. ruft 1300 das erste Heilige Jahr aus.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bonifatius VIII.&#039;&#039;&#039; (* um [[1235]] in Anagni; † [[11. Oktober]] [[1303]] in [[Rom]]; geboren als &#039;&#039;&#039;Benedetto Caetani&#039;&#039;&#039;) war [[Papst]] von 1294 bis 1303. Bonifatius führte das [[w:Jubeljahr|Jubeljahr]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Jahre ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bonifatius VIII Grabstatue.JPG|miniatur|Bonifatius, Grabstatue von Arnolfo di Cambio, heute im Museo dell’Opera del Duomo in Florenz. Sie dürfte die erste Statue eines Papstes mit porträthaften Zügen sein. Zwar alterslos, zeigt die Figur den Papst um die 30 – in Jesu Alter beim Kreuzestod.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benedetto [[w:Caetani (Adelsgeschlecht)|Caetani]] wurde um 1235 in Anagni (Latium) geboren, 60 km südöstlich von Rom. Er war mütterlicherseits der Neffe [[w:Alexander IV. (Papst)|Alexanders IV.]], der ihn 1260 zum Kanonikus an der Kathedrale von Todi ernannte. 1264 begleitete er als Sekretär den päpstlichen Legaten [[w:Martin IV.|Simon de Brie]], den späteren Papst Martin IV., nach Paris. Als Begleiter des Kardinallegaten in England, [[w:Hadrian V.|Ottobono Fieschi]], geriet Caetani wenige Jahre später in Gefangenschaft und wurde durch den späteren König [[w:Eduard I. (England)|Eduard I.]] befreit. 1276 hielt er sich erneut in Frankreich auf, um in päpstlichem Auftrag die Einnahmen des [[w:Zehnt|Kirchenzehnten]] zu überwachen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1281 wurde er [[Kardinaldiakon]] mit der Titelkirche [[w:San Nicola in Carcere|San Nicola]], 1291 von Papst [[Nikolaus IV. (Papst)|Nikolaus IV.]] zum [[Kardinalpriester]] der Titelkirche [[w:Santi Silvestro e Martino ai Monti|Santi Silvestro e Martino ai Monti]] befördert und schließlich 1294 maßgeblicher Berater des nach langem Konklave gewählten Mönch-Papstes [[Coelestin V.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Papstwahl ==&lt;br /&gt;
Der schon greise Coelestin stand zwar im Ruf der Heiligkeit, sah sich aber im Spannungsfeld einflussreicher Adelsfamilien bald überfordert und geriet unter Druck von [[Karl II. (Neapel)|Karl II. von Neapel]], dem Sohn [[Karl I. (Neapel)|Karls von Anjou]]. Der Kardinal riet ihm daher zur baldigen [[w:Abdikation|Abdankung]], die Coelestin durch eine eigens erlassene Konstitution noch regelte. Caetani galt als sein logischer Nachfolger, und das Konklave wählte ihn nach kurzer Beratung am 24.&amp;amp;nbsp;Dezember 1294 ins Amt. Er verlegte den Papstsitz von Neapel zurück nach Rom und wurde am 23.&amp;amp;nbsp;Januar 1295 in der [[Petersdom|Petersbasilika]] gekrönt. Bis zum Tod seines Vorgängers im Jahr 1296 ließ er Coelestin jedoch aus Angst vor einem [[Schisma]] in Ehrenhaft halten. Seine Gegner, darunter die [[w:Franziskanische Orden|Franziskaner]] und die Kardinäle aus dem [[w:Ghibellinen|ghibellinischen]] Hause [[w:Colonna (Adelsgeschlecht)|Colonna]], erkannten die Amtsniederlegung Coelestins und die Legitimität der Wahl nicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bonifatius war wegen seines Hochmuts berüchtigt. In die [[Tiara]] führte er den zweiten Kronreif ein. Einen ebenso hochmütigen wie skrupellosen Gegner fand er im französischen König [[Philipp IV. (Frankreich)|Philipp dem Schönen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auseinandersetzung um Sizilien ==&lt;br /&gt;
Obwohl er anfangs von den in Süditalien regierenden Franzosen aus dem Haus Anjou abhängig war, entwickelte sich Caetani bald zu einem der mächtigsten Päpste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Streit um das [[Königreich Sizilien]], der bis zur [[Schlacht bei Benevent]] 1266 von der Auseinandersetzung des Papsttums mit den [[Staufer]]n geprägt war, ging weiter. An die Stelle der Staufer waren jedoch zwei neue Mächte getreten, [[Frankreich]] und [[Aragón]]. Deren Truppen standen sich nicht nur in den [[Pyrenäen]] gegenüber, sondern auch in Italien, wo die Aragoneser Sizilien besetzt hatten. Das Haus [[Anjou]], eine Nebenlinie des französischen Königshauses, regierte von [[Neapel]] aus das Festland südlich des Kirchenstaates. Der Papst beanspruchte die [[Lehen|Lehnshoheit]] über [[Sizilien]] und versuchte, durch Verträge seine politische Macht zu festigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König [[Jakob II. (Aragón)|Jakob I. von Sizilien]] folgte 1291 als Jakob II. seinem Bruder [[Alfons III. (Aragón)|Alfons III.]] als König von Aragón. Statthalter für Sizilien wurde sein jüngerer Bruder [[Friedrich II. (Sizilien)|Friedrich]]. Friedrich war, wie alle Söhne des aragonesischen Königs [[Peter III. (Aragón)|Peter III.]] und seiner Frau Konstanze, ein Enkel [[Manfred (Sizilien)|Manfreds]], des letzten staufischen Königs von Sizilien. Bonifatius VIII. gelang es, im [[Friede von Anagni|Frieden von Anagni]] am 20.&amp;amp;nbsp;Juni 1295 Jakob II. durch Zugeständnisse in anderen Fragen davon zu überzeugen, Sizilien aufzugeben. Jakob schwenkte offiziell auf die Linie des Papstes und [[Karl II. (Neapel)|Karls II. von Neapel]] ein, indem er Sizilien an den Papst abtrat. Bonifatius VIII. war bestrebt, Sizilien an Karl II. zu übertragen. Das Volk von Sizilien sprach sich jedoch eindeutig für Friedrich als König aus. Der Papst bemerkte nicht, dass für die Sizilianer das päpstliche Lehnsrecht, das ohnehin während des gesamten 13. Jahrhunderts kaum durchgesetzt werden konnte, eine geringere Rolle spielte als der in Palermo residierende König oder sein Statthalter. Friedrich sollte durch die Übertragung der [[Byzantinisches Reich|byzantinischen Kaiserkrone]] zum Verzicht auf Sizilien bewegt werden. Doch weil der Papst weder das Recht noch die Macht hatte, diese Krone an irgendwen zu vergeben, lehnte Friedrich diesen Tausch ab. Er krönte sich am 25.&amp;amp;nbsp;März 1296 zum König von Sizilien und nannte sich Friedrich III. Als Nachfolger des Kaisers [[Friedrich II. (HRR)|Friedrich II.]] wollte er bewusst die staufische Tradition fortführen. Papst Bonifatius schaffte es, Jakob II. gegen seinen Bruder aufzubringen. Im Bündnis mit dem in Neapel residierenden Karl II. führte Jakob einen Feldzug gegen den eigenen Bruder. Sizilien leistete sechs Jahre lang erfolgreich Widerstand. Schließlich kam es am 29.&amp;amp;nbsp;August 1302 zum [[Friede von Caltabellotta|Friedensvertrag von Caltabellotta]], dem sich der Papst widerwillig anschloss. Friedrich war bereit, als &#039;&#039;Rex Trinacriae&#039;&#039; Sizilien zu regieren. Dafür durfte sich Karl weiterhin König von Neapel-Sizilien nennen. Friedrich heiratete dann Eleonore, die Tochter Karls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Verfolgungen hatten zur Amtszeit von Papst Bonifatius die [[Juden]] zu leiden. Weil er die Verfolgungen seiner wehrlosen Gemeinde beenden wollte, nahm der Rabbiner [[Elia de Pomis]] selbstlos alle, auch unhaltbare Beschuldigungen gegen die Gemeinde auf sich und ließ sich verbrennen. Er war das erste Opfer dieser Art in Italien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anerkennung Albrechts I. ==&lt;br /&gt;
Als in Deutschland [[Albrecht I. (HRR)|Albrecht I.]] nach der Absetzung Königs [[Adolf von Nassau]] am 23.&amp;amp;nbsp;Juni 1298 der zweite Nachfolger seines Vaters [[Rudolf I. (HRR)|Rudolf von Habsburg]] wurde, verweigerte ihm der Papst zunächst die Anerkennung und nannte ihn einen „Majestätsverbrecher“. Später nannte er ihn, durch Fakten gezwungen, den „Monarch aller Monarchen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaften ==&lt;br /&gt;
Bonifatius war ein versierter [[Jurist]] – wie seine Zusammenstellung des &#039;&#039;[[Liber Sextus]]&#039;&#039; des [[Codex Iuris Canonici]] (1298) zeigt. Er gründete in Rom die [[Universität La Sapienza]]. Wissenschaft ohne Grenzen schätzte er allerdings nicht: So verbot er beispielsweise 1299 das [[Mos teutonicus|Zerstückeln oder Kochen von Leichen]], wodurch die wissenschaftliche [[Obduktion|Sektion]] und die Erforschung der [[Anatomie]] in Verruf gerieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heiliges Jahr ==&lt;br /&gt;
Angesichts der im Jahr 1300 nach Rom strömenden Pilgermengen rief er dieses Jahr als [[Heiliges Jahr]] (&#039;&#039;Jubeljahr&#039;&#039;) aus und institutionalisierte es durch die [[Päpstliche Bulle|Bulle]] &#039;&#039;[[Antiquorum habet fida relatio]]&#039;&#039; vom 22.&amp;amp;nbsp;Februar 1300 für alle 100 Jahre. Allen Pilgern, die in diesem Jahr nach Rom kamen, versprach er einen [[Ablass]]. Es wurde damit auch ein Ablassjahr zur Nachfinanzierung der [[Kreuzzug|Kreuzzüge]] geschaffen. Zwei Millionen Menschen kamen nach Rom, so dass sich der Papst gezwungen sah, eine Regelung für die Nutzung der [[Engelsbrücke]] vorzugeben: Die Pilger hatten sozusagen Linksverkehr einzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konflikt mit Philipp von Frankreich und den Colonna ==&lt;br /&gt;
Durch die Besteuerung des französischen Klerus kam es zum Zusammenstoß zwischen dem Papst und König [[Philipp IV. (Frankreich)|Philipp IV. von Frankreich]]. In der Bulle &#039;&#039;[[Clericis laicos]]&#039;&#039;, die mit der Behauptung begann, „Laien seien die Feinde des Klerus“, stellte der Papst am 25.&amp;amp;nbsp;Februar 1296 umstrittene Behauptungen und Forderungen auf. Doch musste er diese bereits am 22.&amp;amp;nbsp;Juli&amp;amp;nbsp;1297 in der Bulle &#039;&#039;Etsi de statu&#039;&#039; zurücknehmen, als er in Konflikt mit den Colonna-Kardinälen [[Giacomo Colonna (Kardinal)|Giacomo]] und [[Pietro Colonna|Pietro]] geraten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese hatten ein Manifest verfasst, das die Abdankung von Papst Coelestin für illegal erklärte. In zwei weiteren Manifesten verurteilten sie die Amtsführung des Papstes. Darauf begann der Papst, einen blutigen Krieg gegen die Colonna zu führen. Er beschlagnahmte deren Besitz für seine [[Nepotismus am Heiligen Stuhl|Nepoten]] und setzte die Colonna-Kardinäle ab. Auch ließ er die colonnischen Städte [[Colonna (Latium)|Colonna]], [[Zagarola]] und vor allem [[Palestrina (Latium)|Palestrina]], den Stammsitz der Colonna, zerstören. Die verfolgten Kardinäle flohen daraufhin zum französischen König. Es kam zu einer erneuten Auseinandersetzung zwischen dem König und dem Papst, die unter anderem zur Festnahme des päpstlichen Legaten in Frankreich 1301 führte und am 18.&amp;amp;nbsp;November 1302 in der bekanntesten Bulle &#039;&#039;[[Unam Sanctam]]&#039;&#039; gipfelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bulle ist unmittelbar gegen den französischen König gerichtet und betonte den unbedingten Vorrang der geistlichen vor der weltlichen Macht, denn es gebe laut {{B|Lk|22|38|GNB}} zwei Schwerter, von denen das geistliche &#039;&#039;von der Kirche&#039;&#039;, das weltliche &#039;&#039;für die Kirche&#039;&#039; gebraucht werde. Mit der [[Zwei-Schwerter-Theorie]] begründete das Papsttum seinen Anspruch auf unbegrenzte Gewalt über alle Kronen und Völker in der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch verstanden konnten die Ansprüche des Papsttums nie durchgesetzt werden. Der Konflikt um das Verhältnis von geistlicher und weltlicher Macht fand im Anspruch dieser Bulle einen neuen Höhepunkt, durchzog aber schon seit Papst [[Gregor VII.]] die gesamte abendländische Geschichte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Attentat von Anagni ==&lt;br /&gt;
[[Datei:BonifaciusVIII-Sciarra-Nogaret.jpg|mini|Darstellung des Attentats von Anagni]]&lt;br /&gt;
Auf Betreiben der mit Bonifatius in Fehde stehenden Familie [[w:Colonna (Adelsgeschlecht)|Colonna]] erhob im Juni 1303 in Paris eine Versammlung von Prälaten und Baronen gegen den Papst schwerste Anschuldigungen – dies mit dem Zweck, ein Allgemeines Konzil zur Absetzung des Papstes herbeizuführen. Als der König von Frankreich, Philipp der Schöne, sich dies zu eigen machte, berief Bonifatius für den 8.&amp;amp;nbsp;September 1303 ein päpstliches [[w:Konsistorium|Konsistorium]] ein. Auf diesem sollte feierlich die Exkommunikation von Philipp IV. verkündet werden.&amp;lt;ref name=eder_110&amp;gt;Manfred Eder: &#039;&#039;Kirchengeschichte. 2000 Jahre im Überblick.&#039;&#039; Patmos, Düsseldorf 2008, ISBN 978-3-491-70411-4, S. 110 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Tag zuvor, am 7.&amp;amp;nbsp;September 1303, kam es jedoch zum [[Attentat von Anagni]], südlich von Rom. Dort hielt sich Bonifatius wie im Sommer üblich in seiner Sommerresidenz auf. Philipp IV. gilt als Auftraggeber des Attentats. Der König ließ durch [[Sciarra Colonna]], dessen Familie vom Papst verfolgt wurde, und [[Wilhelm von Nogaret]], dessen Eltern der [[Inquisition]] zum Opfer gefallen waren, mehrere Kardinalspaläste unter päpstlichem Banner mit dem Ruf „Es lebe der König von Frankreich und Colonna“ stürmen. Unter persönlichen Misshandlungen verlangte man vom Papst seinen Rücktritt, die Erstattung des enteigneten Colonna-Besitzes und die Auslieferung des Kirchschatzes an einige ältere Kardinäle. Der Papst wollte allerdings nicht [[w:Abdikation|abdanken]]. Nach zwei Tagen, am 9.&amp;amp;nbsp;September, gelang ihm mit Hilfe der Bürger von Anagni in blutigen Gefechten die Vertreibung der Eindringlinge. Er segnete seine Befreier und ging zurück nach Rom, wo er am 25.&amp;amp;nbsp;September eintraf, aber nur noch einen Monat lebte. Er starb am 11.&amp;amp;nbsp;Oktober 1303 und wurde in seiner pompösen Kapelle in [[w:Petersdom#Konstantinische Basilika (Alt-St. Peter)|Alt-St. Peter]] beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bonifatius Grabmal Grotte.JPG|mini|Das Grabmal von Bonifatius VIII. von Arnolfo di Cambio gestaltet. Es befindet sich heute in den vatikanischen Grotten]]&lt;br /&gt;
Die Bedeutung des Attentates wird zum Teil darin gesehen, dass den (nicht neuen) Ansprüchen des Papstes „rücksichtslose Grobheit, kalter Hohn und pietätlose Gewalttat entgegenschlugen und siegreich blieben.“&amp;lt;ref name=eder_111&amp;gt;Manfred Eder: &#039;&#039;Kirchengeschichte. 2000 Jahre im Überblick.&#039;&#039; Patmos, Düsseldorf 2008, ISBN 978-3-491-70411-4, S. 111&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dem Attentat von Anagni sei „die hochmittelalterliche Geltung des Papsttums untergegangen“&amp;lt;ref name=eder_111/&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Nachfolger wurde 1304 Papst [[Benedikt XI.]] und diesem nachfolgend 1305 [[Clemens V.]], vorher Erzbischof von Bordeaux. 1306 widerrief dieser die Bulle &#039;&#039;Clericis laicos&#039;&#039; und schwächte die Bulle &#039;&#039;Unam sanctam&#039;&#039; ab. Er siedelte 1309 nach [[Avignon]] über, womit die Periode päpstlicher Hegemonie im Mittelalter zu Ende ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Häresieprozess ==&lt;br /&gt;
Schon kurz nach Bonifaz’ Amtsantritt kursierten Gerüchte über ketzerische Äußerungen. Sein Interesse für Naturwissenschaften (wozu im ausgehenden dreizehnten Jahrhundert auch Magie und Alchemie zu zählen sind) sorgte für die üblichen Verdächtigungen. Nach dem Tod des Papstes setzte König Philipp IV. von Frankreich – der auch den [[Templerorden|Templerprozess]] inszenieren ließ – im Jahr 1310 durch, dass Clemens V. einen posthumen Prozess gegen Bonifatius VIII. wegen Häresie eröffnete. Philipps Motiv dafür war persönlicher Hass auf seinen früheren Feind, der den Exkommunikationsprozess gegen ihn betrieben hatte, doch sind die zahlreichen gesammelten Zeugenaussagen über Bonifatius zum Teil glaubwürdig, wenn auch der größere Teil nachweislich falsch ist (u.&amp;amp;nbsp;a. der [[Teufelspakt]], sexuelle Übergriffe u.&amp;amp;nbsp;ä.) und die Übereinstimmung der verschiedenen Berichte offenbar auf Absprachen beruht. Es lässt sich aber nicht ausschließen, dass er sich tatsächlich mit manchmal nihilistisch-hedonistischen, manchmal auch mit kritisch-freigeistigen Äußerungen hervorgetan hat, wie sie ähnlich auch von anderen Personen dieser Zeit überliefert werden. Die durch die Kreuzzüge unvermeidliche Begegnung mit dem Orient brachte die mittelalterliche Harmonie der Weltordnung bereits merklich ins Wanken. Besonders ergiebig war in dieser Hinsicht die Zeugenbefragung von Groseau im August und September 1310. Nicht nur die oben zitierten Aussagen des Papstes sind in den Protokollen dieses Verhörs überliefert, sondern auch weitere Aussprüche wie:&lt;br /&gt;
* „Geschlechtsverkehr und die Befriedigung der Naturtriebe ist so wenig ein Vergehen wie Händewaschen“;&lt;br /&gt;
* „Paradies und Hölle gibt es nur in dieser Welt, nicht im Jenseits; wer gesund, reich und glücklich ist, hat das Paradies auf Erden“;&lt;br /&gt;
* „Alle drei Religionen und besonders das Christentum enthalten neben Wahrem viel Falsches. Die christliche Wahrheit ist, dass ein Gott existiert, dagegen ist die Reihe des Unwahren lang, sie schließt Dreieinigkeit, jungfräuliche Geburt, Menschwerdung Christi, die Verwandlung von Brot und Wein in den Leib Christi und die Auferstehung der Toten mit ein.“&lt;br /&gt;
* „Welchen Reichtum beschert uns doch dieses Märchen von Christus.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst wenn Bonifaz VIII. so gedacht haben sollte, flossen diese Meinungsäußerungen jedoch zu keinem Zeitpunkt in sein päpstliches Amtsverhalten ein. Trotz dieser Aussagen blieb der Prozess 1311 und 1312 nach erneuter Vorladung von Zeugen ergebnislos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weissagung an Kyrill von Konstantinopel ==&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;[[w:Oraculum angelicum S. Cyrilli|Oraculum angelicum S. Cyrilli]]&#039;&#039; wird die Botschaft eines Engels geschildert, die [[w:Kyrill von Konstantinopel|Kyrill von Konstantinopel]] empfangen haben will. Sie betrifft Papst Bonifatius VIII. insofern, als sie sich auf die politische Situation in Italien im Zeitraum von 1254 bis zu Bonifatius VIII. bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Liber sextus Decretalium. Mit der Glosse des Johannes Andreae.&#039;&#039; Michael Wenßler, Basel 1476 [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-36095 Digitalisierte Ausgabe].&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Liber sextus Decretalium. Mit der Glosse des Johannes Andreae.&#039;&#039; Peter Drach, Speyer 1481 ({{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-150843}}).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Liber sextus Decretalium. Mit der Glosse des Johannes Andreae.&#039;&#039; Anton Koberger, Nürnberg 12. III. 1482 ([http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-77798 Digitalisierte Ausgabe]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Liber sextus Decretalium. Mit der Glosse des Johannes Andreae.&#039;&#039; Nikolaus Keßler, Basel nicht nach 1489 ({{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-87139}}).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Liber sextus Decretalium. Mit der Glosse des Johannes Andreae.&#039;&#039; Heinrich Eggestein, Straßburg um 1470/72 ({{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-86863}}).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Liber sextus Decretalium&#039;&#039;. Baptista de Tortis, Venedig 20. XII. 1496 ({{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-108703}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Bonifazius VIII.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ernesto Sestan: &#039;&#039;Bonifacio VIII.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Enciclopedia Dantesca, a cura di Umberto Bosco.&#039;&#039; A-CIL, Rom 1970, S. 675–679.&lt;br /&gt;
* Tilmann Schmidt: &#039;&#039;Bonifatius VIII.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Lexikon des Mittelalters.&#039;&#039; Bd. 2, München/Zürich 1983, Sp. 414–416.&lt;br /&gt;
* Agostino Paravicini Bagliani: &#039;&#039;Boniface VIII. Un pape hérétique?&#039;&#039; Paris 2003.&lt;br /&gt;
* Thomas S. R. Boase: &#039;&#039;Boniface VIII.&#039;&#039; London 1933.&lt;br /&gt;
* Heinrich Finke: &#039;&#039;Aus den Tagen Bonifaz VIII. Funde und Forschungen.&#039;&#039; Münster i.W. 1902. (= Vorreformationsgeschichtliche Forschungen; 2).&lt;br /&gt;
* Michael Matheus, Lutz Klinkhammer (Hrsg.): &#039;&#039;Eigenbild im Konflikt. Krisensituationen des Papsttums zwischen Gregor VII. und Benedikt XV.&#039;&#039; WBG, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-20936-1.&lt;br /&gt;
* Tilmann Schmidt: &#039;&#039;Der Bonifaz-Prozess. Verfahren der Papstanklage in der Zeit Bonifaz VIII. und Clemens V.&#039;&#039; Köln 1990.&lt;br /&gt;
* Karl Wenck: &#039;&#039;War Bonifaz VIII. ein Ketzer?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Historische Zeitschrift&#039;&#039; 94 (1905), S. 1–66.&lt;br /&gt;
* Adro Xavier: &#039;&#039;Bonifacio VIII.&#039;&#039; Barcelona 1971.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070613064556/http://www.bautz.de/bbkl/b/bonifatius_viii_p.shtml |band=1|spalten=690-692|autor= Friedrich Wilhelm Bautz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bonifacius VIII}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Bonifatius VIII.}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118513257}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118513257}}&lt;br /&gt;
* [http://www.eckhart.de/index.htm?papste.htm#Boni8 Meister Eckhart und seine Zeit - Päpste - Bonifaz VIII.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118513257|LCCN=n/79/56773|VIAF=23416912}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Bonifatius 08}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Papst|C]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Templerorden|C]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 13. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1303]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<updated>2025-07-10T20:35:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: Die Seite wurde neu angelegt: „Unterschrift von Papst Franziskus]]  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Papst Franziskus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Franciscus PP.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;}}; bürgerlicher Name &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jorge Mario Bergoglio&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; SJ [{{IPA|ˈxo̞ɾxe ˈmaɾjo β̞e̞ɾˈɣ̞oɣ̞ljo̞}}] (spanisch), [{{IPA|berˈgɔʎːo}}] (italienisch); *&amp;amp;nbsp;17.&amp;amp;nbsp;Dezember Wikipedia:…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Franciscus in 2015.jpg|mini|Papst Franziskus (2015)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:FirmaPapaFrancisco.svg|rahmenlos|rechts|Unterschrift von Papst Franziskus]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Papst Franziskus&#039;&#039;&#039; ({{laS|&#039;&#039;&#039;Franciscus [[Wikipedia:Papst#Titel|PP.]]&#039;&#039;&#039;}}; bürgerlicher Name &#039;&#039;&#039;Jorge Mario Bergoglio&#039;&#039;&#039; SJ [{{IPA|ˈxo̞ɾxe ˈmaɾjo β̞e̞ɾˈɣ̞oɣ̞ljo̞}}] (spanisch), [{{IPA|berˈgɔʎːo}}] (italienisch); *&amp;amp;nbsp;[[Wikipedia:17.&amp;amp;nbsp;Dezember|17.&amp;amp;nbsp;Dezember]] [[Wikipedia:1936|1936]] in [[Wikipedia:Buenos Aires|Buenos Aires]], [[Wikipedia:Argentinien|Argentinien]]) ist seit dem 13.&amp;amp;nbsp;März 2013 der [[Wikipedia:Liste der Päpste|266.]] [[Wikipedia:Bischof von Rom|Bischof von Rom]] und damit [[Papst]], Oberhaupt der [[Wikipedia:Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] und [[Wikipedia:Vatikanstadt|Souverän des Vatikanstaats]]. Als Argentinier ist Franziskus der erste gebürtige Nichteuropäer im Papstamt seit über 1200 Jahren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://religion.orf.at/stories/2619919/ | titel=„Time“: Papst Mensch des Jahres | hrsg=orf.at | datum=2013-12-11 | zugriff=2018-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist er der erste Papst, der dem Orden der [[Jesuiten]] angehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1958 ist Bergoglio Jesuit. 1969 wurde er [[Priester]], 1998 [[Wikipedia:Erzbischof|Erzbischof]] von [[Wikipedia:Erzbistum Buenos Aires|Buenos Aires]] und 2001 [[Wikipedia:Kardinal|Kardinal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekanntlich ist der gegenwärtige &#039;&#039;&#039;Papst Franziskus&#039;&#039;&#039; ja ein argentinischer Jesuit. Er ist überhaupt der erste Jesuit, der es auf den Stuhl Petri, den Papstthron, geschafft hat. Zuweilen wird er deshalb auch der &amp;quot;schwarze Papst&amp;quot; genannt (was nichts mit seiner Hautfarbe zu tun hat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Film „[[w:Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes|Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes]]“ von [[w:Wim Wenders|Wim Wenders]] spricht der Papst kein einziges mal von Christus, stattdessen aber immer nur von Jesus...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er entstammt eben nun einmal der Jesuiten-Kirche, und er wurde in jesuitischem Geist erzogen. Daher kann er nicht anders. Würde er sich nur einmal die Gestalt einer katholischen [[Monstranz]] ansehen, so würde ihm &amp;quot;ins Auge fallen&amp;quot;, dass der Christus, den er nur Jesus nennt, dort inmitten der Sonnenglorie in Gestalt einer konsekrierten Hostie angebetet wird. Also selbst die Katholiken könnten wissen - wenn sie einmal nachdenken - dass dieses Sonnensymbol keinen Zufall darstellt, wie so vieles in der [[Katholische Kirche|katholischen Kirche]], sondern, dass es sich bei dem Christus Jesus um einen Sonnengeist handelte, der durch Tod und Auferstehung (auf Golgatha) zum Erdengeist wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Mission des Papsttums besteht in der katholischen Kirche überhaupt im wesentlichen darinnen, Europa davon abzuhalten, zu erkennen, was eigentlich der Christus-Impuls ist. Mehr oder weniger bewußt handelt es sich darum, eine Kirche zu begründen, welche vollständigstes Verkennen des eigentlichen christlichen Impulses sich zur Aufgabe setzte, nicht unter die Leute kommen zu lassen, was der eigentliche Impuls des Christentums ist. Denn, wo immer versucht wird, irgendein Element in den Vordergrund zu stellen, das mehr an den christlichen Impuls heran will – sagen wir das Element des Franz von Assisi oder ähnliches –, da wird das zwar konsumiert, aber in die eigentliche Struktur der Kirchengewalt doch nicht aufgenommen.|180|322f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine persönliche, direkte, unmittelbare Beziehung mit [[Jesus Christus]] außerhalb der Gemeinschaft und der Mittlerschaft der [[Kirche (Organisation)|Kirche]] zu suchen, sieht Franziskus als gefährliche und schädliche Versuchung an&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Generalaudienz&#039;&#039;&#039; von Papst [[Wikipedia:Franziskus (Papst)|Franziskus I.]] am Mittwoch, 25. Juni 2014 auf dem Petersplatz in Rom: [http://www.youtube.com/watch?v=sGH20H8AV2U YouTube (Auszug/Zusammenschnitt)]  [http://www.radiovaticana.va/player/index_fb.asp?language=it&amp;amp;tic=VA_WMY5USKC Radio Vatikan]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Non siamo isolati e non siamo cristiani a titolo individuale, ognuno per conto proprio, no, la nostra identità cristiana è appartenenza! Siamo cristiani perché apparteniamo alla Chiesa. È come un cognome: se il nome è “sono cristiano”, il cognome è “appartengo alla Chiesa” [...] Nella Chiesa non esiste il “fai da te”, non esistono “battitori liberi”. Quante volte Papa Benedetto ha descritto la Chiesa come un “noi” ecclesiale! Talvolta capita di sentire qualcuno dire: “Io credo in Dio, credo in Gesù, ma la Chiesa non m’interessa…”. Quante volte abbiamo sentito questo? E questo non va. C’è chi ritiene di poter avere un rapporto personale, diretto, immediato con Gesù Cristo al di fuori della comunione e della mediazione della Chiesa. Sono tentazioni pericolose e dannose. Sono, come diceva il grande Paolo VI, dicotomie assurde [...] Ricordatevi bene: essere cristiano significa appartenenza alla Chiesa. Il nome è “cristiano”, il cognome è “appartenenza alla Chiesa”. |Übersetzung=Wir sind nicht isoliert, und wir sind keine individuellen Christen, jeder für sich, nein, unsere christliche Identität ist Zugehörigkeit! Wir sind Christen, weil wir zur Kirche gehören. Es ist wie ein Nachname: Wenn der Name lautet »Ich bin Christ«, so lautet der Nachname »Ich gehöre zur Kirche« [...] In der Kirche gibt es kein »Selbermachen«, gibt es keine »Einzelkämpfer«. Wie oft hat Papst Benedikt die Kirche als ein kirchliches »Wir« beschrieben. Manchmal kommt es vor, das man jemanden sagen hört: »Ich glaube an Gott, ich glaube an Jesus, aber die Kirche interessiert mich nicht…« Wie oft haben wir das gehört? Und das geht nicht. Es gibt Menschen, die behaupten, sie hätten eine persönliche, direkte, unmittelbare Beziehung mit Jesus Christus außerhalb der Gemeinschaft und der Mittlerschaft der Kirche. Das sind gefährliche und schädliche Versuchungen. Es sind, wie der große Paul VI. sagte, absurde Dichotomien [...] Erinnert euch gut daran: Christ sein bedeutet Zugehörigkeit zur Kirche. Der Name ist »Christ«, der Nachname ist »Zugehörigkeit zur Kirche«.|[[Wikipedia:Franziskus (Papst)|Franziskus I.]]|Mittwoch, 25. Juni 2014, Petersplatz [http://w2.vatican.va/content/francesco/it/audiences/2014/documents/papa-francesco_20140625_udienza-generale.html it] [http://w2.vatican.va/content/francesco/de/audiences/2014/documents/papa-francesco_20140625_udienza-generale.html de]}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;. Darin drückt sich eine Haltung aus, die direkt gegen das persönliche Erleben des [[Ätherischer Christus|ätherischen Christus]] gerichtet ist. Freilich ist der Text so geschickt formuliert, dass er zugleich auch die [[Wahrheit]] ausspricht, wenn man unter der „Kirche“ die durch das [[Pfingstfest]] mit der Ausgießung des [[Heiliger Geist|Heiligen Geistes]] berufene [[Gemeinschaft]] der [[Christen]] versteht, die seitdem in ihrer Gesamtheit den [[Mystik|mystischen]] [[Leib Christi]] (&#039;&#039;corpus Christi mysticum&#039;&#039;) bildet - aber keineswegs identisch mit der [[Katholische Kirche|katholischen Kirche]] ist, wie es die Ansprache unterschwellig [[Suggestion|suggeriert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Papst Franziskus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Renate Riemeck]]: &#039;&#039;Glaube - Dogma - Macht. Geschichte der Konzilien&#039;&#039;, Urachhaus Vlg., Stuttgart 1985&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mysterienwahrheiten und Weihnachtsimpulse. Alte Mythen und ihre Bedeutung&#039;&#039;, [[GA 180]] (1980), ISBN 3-7274-1800-1 {{Vorträge|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Rom)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Papst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jesuit]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Argentinier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Papst Franziskus</title>
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		<updated>2025-07-10T20:34:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: Weiterleitung nach Franzikus (Papst) erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Franzikus (Papst)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Kategorie:R%C3%B6mer&amp;diff=623266</id>
		<title>Kategorie:Römer</title>
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		<updated>2025-07-10T20:31:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;[[Kategorie:Person nach Nationalität|QRomer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Römisches Reich)|*]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Kategorie:Person nach Nationalität</title>
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		<updated>2025-07-10T20:31:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;Diese Kategorie enthält Unterkategorien und Artikel zum Thema &#039;&#039;&#039;Person nach Nationalität&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;{{WikipediaDE|Kategorie:Person nach Staatsangehörigkeit}}&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<updated>2025-07-10T20:30:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;[[Kategorie:Person nach Nationalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vatikanbürger|!]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<updated>2025-07-10T20:29:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: Die Seite wurde neu angelegt: „Kategorie:Person nach Nationalität !“&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;[[Kategorie:Person nach Nationalität]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Leo XIV.</title>
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		<updated>2025-07-10T20:27:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Einzelnachweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pope Leo XIV 3 (cropped).png|mini|Papst Leo XIV. (2025)[[Datei:Official signature of Pope Leo XIV.svg|rechts|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Leo XIV.&#039;&#039;&#039; (bürgerlich &#039;&#039;&#039;Robert Francis Prevost&#039;&#039;&#039; [[Augustinerorden|OSA]] ({{IPA|ˈrɒbərt ˈfrænsɪs &#039;priːvoʊst}}); *&amp;amp;nbsp;[[14. September]] [[1955]] in [[Chicago]], [[Illinois]], [[Vereinigte Staaten]]) ist seit seiner [[Konklave 2025|Wahl am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025]] der [[Liste der Päpste|267.]]&amp;amp;nbsp;[[Bischof von Rom]] ([[Papst]]), Oberhaupt der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] und [[souverän]]er [[Monarchie|Monarch]] des Staates der [[Vatikanstadt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Papstwahl war der [[Ordenspriester|Ordensgeistliche]] von 2001 bis 2013 Leiter ([[Generalprior]]) des [[Augustinerorden]]s, von 2015 bis 2023 Bischof des [[Bistum Chiclayo|Bistums Chiclayo]] im Nordwesten [[Peru]]s und zuletzt [[Kurienkardinal]]. Im Januar 2023 wurde er von seinem Vorgänger Papst [[Franziskus (Papst)|Franziskus]] zum [[Präfekt (Römische Kurie)|Präfekten]] des [[Dikasterium für die Bischöfe|Dikasteriums für die Bischöfe]] ernannt, im September 2023 wurde Prevost von Franziskus zum [[Kardinal]] ernannt. Seit 2015 besitzt er neben der [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten]] auch die peruanische Staatsbürgerschaft, außerdem seit 2023 [[von Amts wegen]] die [[Vatikanische Staatsbürgerschaft|des Vatikans]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werdegang ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pope Leo XIV childhood home.jpg|mini|Das Elternhaus von Robert Francis Prevost in [[Dolton (Illinois)|Dolton]], Illinois (2025)]]&lt;br /&gt;
Prevost entstammt einer „urkatholischen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot;&amp;gt;Thomas Jansen, [[Matthias Rüb]], Tim Niendorf: [https://www.faz.net/aktuell/politik/leo-xiv-ist-ein-nahezu-undenkbarer-papst-110467260.html &#039;&#039;Ein nahezu undenkbarer Papst&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&#039;&#039;, 10. Mai 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Familie mit [[Frankreich|französischen]], [[italien]]ischen und [[Kreolen|kreolischen]] Wurzeln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset |url=https://www.nytimes.com/2025/05/10/us/pope-creole-new-orleans-records.html |titel=See Historical Records Documenting the Pope’s Creole Roots in New Orleans |werk= The New York Times |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Henry Louis Gates, Jr.|Henry Louis Gates Jr]] |Titel=We Traced Pope Leo XIV’s Ancestry Back 500 Years. Here’s What We Found. |Sammelwerk=The New York Times |Datum=2025-06-11 |ISSN=0362-4331 |Online=https://www.nytimes.com/interactive/2025/06/11/magazine/pope-leo-xiv-ancestry-family-tree.html |Abruf=2025-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Henry Louis Gates Jr |Titel=Five Key Discoveries in the Family Tree of Pope Leo XIV |Sammelwerk=The New York Times |Datum=2025-06-12 |ISSN=0362-4331 |Online=https://www.nytimes.com/2025/06/12/magazine/pope-leo-xiv-family-tree-takeaways.html |Abruf=2025-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Großvater des Papstes väterlicherseits, Salvatore Giovanni Riggitano, stammte aus Italien und änderte nach seiner Auswanderung in die USA im Jahr 1905 seinen Namen in John R. Prevost – er übernahm dabei den Geburtsnamen seiner Schwiegermutter, der Französin Jeanne Eugénie Prévost (1864–1939).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam Sosnowski |Titel=Leon XIV. Biografia ilustrowana |Verlag=Biały Kruk |Ort=Krakau |Datum=2025 |ISBN=978-83-7553-432-0 |Seiten=39-40}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Vater des Papstes Louis Marius Prevost (1920–1997) war [[Frankreich|französischer]] und italienischer Abstammung und diente im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in der [[United States Navy|U.S. Navy]]. Er nahm im Juni 1944 an der [[Operation Overlord|Landung der alliierten Streitkräfte]] in der [[Normandie]] teil. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Pädagoge im Brookwood School District 167 und an der Mount Carmel Elementary School in Chicago.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Vergun |url=https://www.defense.gov/News/News-Stories/Article/Article/4180629/pope-leo-xivs-father-served-in-the-navy-during-world-war-ii/ |titel=Pope Leo XIV’s father, Louis Marius Prevost, served in the Navy during World War II |hrsg=U.S. Department of Defense |datum=2025-05-09 |sprache=en |abruf=2025-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuletzt war er [[Schulleitung|Superintendent]] für Schulen in Chicago.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.schweizer-illustrierte.ch/family/leo-xiv-geboren-um-papst-zu-werden-822575 |titel=Papst Leo XIV: Vom Chicagoer Arbeiterviertel zum Vatikan |werk=Schweizer Illustrierte |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Mutter Mildred Martínez (1911–1990) hatte [[Kreolen#Creoles in den USA|Louisiana-kreolische]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset, Robert Chiarito |url=https://www.nytimes.com/2025/05/08/us/pope-leo-creole-new-orleans.html |titel=New Pope Has Creole Roots in New Orleans |werk=[[The New York Times]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie [[Hispaniola|hispaniolische]] Vorfahren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset |url=https://www.nytimes.com/2025/05/10/us/pope-creole-new-orleans-records.html |titel=See Historical Records Documenting the Pope’s Creole Roots in New Orleans |werk=[[The New York Times]] |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elizabeth Thomas, Alondra Valle, Emily Chang |url=https://abcnews.go.com/US/pope-leo-xivs-family-tree-shows-black-roots/story?id=121644537 |titel=Pope Leo XIV’s family tree shows Black roots in New Orleans |werk = ABC News |datum=2025-05-10|sprache=en |abruf= 2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und war Bibliothekarin.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Emily Burack |url=https://www.townandcountrymag.com/society/money-and-power/a64716116/pope-leo-xiv-family-explained/ |titel=A Guide to Pope Leo XIV’s Family |hrsg=Town&amp;amp;Country |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine mögliche spanische und maltesische Herkunft ist unwahrscheinlich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor = Neville Borg |url = https://timesofmalta.com/article/factcheck-does-pope-leo-xiv-maltese-ancestry.1109688 |titel = Fact-check: Does Pope Leo XIV have Maltese ancestry? |werk= Times of Malta |datum= 2025-05-15 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Prevost hat zwei ältere Brüder, Louis Martín&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=qXOGP9pr-Ik |titel=Pope Leo XIV’s brothers describe growing up with new pontiff, his path to papacy |hrsg=CBS News |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und John Joseph,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=4DOdpsNRmVc |titel=Pope Leo’s brother shares family photos with ABC News |hrsg=ABC News |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ein ehemaliger Rektor einer katholischen Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=j2qE4milC4A |titel=Full interview: Pope Leo XIV’s brother reacts to history-making moment |hrsg=CBS Chicago |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Eltern waren in der Pfarrei [[St. Mary of the Assumption (Chicago)|St.&amp;amp;nbsp;Mary of the Assumption]] in Chicago aktiv, wo er wie seine Brüder als Messdiener ([[Ministrant]]) tätig war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/en/pope/news/2025-05/biography-of-robert-francis-prevost-pope-leo-xiv.html |titel=Biography of Robert Francis Prevost, Pope Leo XIV |hrsg=Vatican News |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ronny Reyes |url=https://nypost.com/world-news/who-is-robert-prevost-pope-leo-xiv/ |titel=Who is Robert Prevost? Meet Leo XIV, the first American pope |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbildung und Positionen im Augustinerorden (1955–2013) ===&amp;lt;!--Achtung! Nur lizenzrechtlich einwandfreie Bilder verwenden!--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Prevost besuchte bis zu seinem Highschool-Abschluss im Jahre 1973 ein [[Bischöfliches Knabenseminar|katholisches High-School-Seminar]], The Saint Augustine Seminary, in [[Michigan]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Rachel Van Gilder, Josh Sanchez |url=https://www.woodtv.com/news/allegan-county/new-pope-attended-catholic-school-in-west-michigan/ |titel=New pope attended Catholic high school in West Michigan |hrsg=woodtv.com |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und studierte an der [[Villanova University]] in Villanova bei [[Philadelphia]] zunächst [[Mathematik]] und [[Philosophie]].&amp;lt;ref&amp;gt;José Antonio Jacinto Fiestas: &#039;&#039;Biografía de Monseñor Robert Francis Prevost Martínez O.S.A.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Somos Iglesia&#039;&#039; (Chiclayo), Jg. 2015, Juni-Heft, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den [[Prüfung|Examina]] in beiden Fächern im Jahre 1977 trat er der [[Ordensgemeinschaft]] der [[Augustinerorden|Augustiner]] bei und durchlief das [[Novize|Noviziat]]. Dann studierte er bis 1982 Theologie an der [[Catholic Theological Union]] in Chicago ([[Master of Divinity]]), anschließend an der [[Päpstliche Universität Heiliger Thomas von Aquin|Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin]] in Rom („[[Angelicum]]“) [[Kirchenrecht]]. Am 29. August 1981 legte er das ewige [[Ordensgelübde]] (Profess) ab und empfing am 19. Juni 1982 in Rom im Augustinerkolleg von Santa Monica das [[Sakrament]] der [[Weihesakrament#Presbyterat|Priesterweihe]] durch den belgischen Erzbischof [[Jean Jadot (Bischof)|Jean Jadot]], damals Vizepräsident des Päpstlichen Rates für die Nichtchristen (heute [[Dikasterium für den Interreligiösen Dialog]]). 1987 wurde er mit einer kirchenrechtlichen [[Dissertation]] von der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin in Rom zum [[Doktor der Rechte#Kanonisches Recht|Dr. iur. can.]] promoviert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://angelicum.it/the-angelicum-congratulates-his-holiness-pope-leo-xiv/ |titel=The Angelicum joyfully welcomes the election of our distinguished alumnus, Pope Leo XIV |hrsg=Pontifical University of St. Thomas Aquinas |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Thema der Dissertation lautete „Die Rolle des örtlichen Priors im Orden des [[Augustinus von Hippo|heiligen Augustinus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-01/vatikan-ernennung-prevost-bischofsdikasterium-ouellet-rueckritt.html |titel=Bischof Robert Francis Prevost wird neuer Präfekt des Bischofs-Dikasteriums |werk=Vatican News |datum=2023-01-30 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Francis Prevost |Titel=The office and authority of the local prior in the Order of Saint Augustine |Sammelwerk=Dissertazioni dottorali Pontificia Università S.Tommaso d’Aquino: Diritto Canonico |Ort=Rom |Datum=1987 |Sprache=en |OCLC=1203536266}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1985 bis 1987 arbeitete er als [[Missionar#Christentum|Missionar]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.diepresse.com/19663710/robert-prevost-ist-papst-leo-xiv-diplomat-missionar-pragmatiker |titel=Robert Prevost ist Papst Leo XIV.: Diplomat, Missionar, Pragmatiker |werk=[[DiePresse.com]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Louis Berger |url=https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-leo-xiv-robert-prevost-neuwahl-franziskus-synodalitaet-mission-missionar-liebe-gott-franziskus |titel=Papst Leo XIV. – ein synodaler Missionar der Liebe Gottes |werk=[[Kirche+Leben#Onlinemagazin|kirche-und-leben.de]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.net/news/87461 |titel=Leon XIV.: „Ich betrachte mich immer noch als Missionar!“ |werk=[[kath.net]] |datum=2025-05-10 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der traditionell von Augustinern betreuten damaligen Territorialprälatur Chulucanas und heutigem [[Bistum Chulucanas]] in Peru. 1987 wurde er zum Leiter der [[Berufungspastoral]] und Missionsdirektor der Augustinerprovinz „Mutter des Guten Rates“ in [[Olympia Fields]] in [[Illinois]] gewählt. Von 1988 bis 1998 wirkte er als Leiter des gemeinsamen Ausbildungsprojekts für Augustiner-Aspiranten aus den Vikariaten [[Chulucanas]], [[Iquitos]] und [[Region Apurímac|Apurímac]] im [[Erzbistum Trujillo]], ebenfalls in Peru. Dort war er [[Prior]] seines Ordens (1988–1992), Ausbildungsleiter (1988–1998), Lehrer der [[Ordensgelübde|Professen]] (1992–1998) und [[Provinzial]]oberer der Augustiner in Peru (1998–2001).&lt;br /&gt;
[[Datei:Kathedralbasilika St. Maria, Trujillo, Peru,.jpg|mini|Die [[Kathedrale von Trujillo|Kathedralbasilika St. Maria]] ist der Stammsitz des Erzbistums Trujillo in Peru, in dem Prevost nahezu 10 Jahre wirkte. Die kunsthistorisch bedeutende Kathedrale wurde zwischen 1647 und 1666 erbaut.]]&lt;br /&gt;
Im Erzbistum Trujillo war er [[Offizial|Kirchengerichtsvikar]] (1989–1998) und Professor für [[Kirchenrecht]], [[Patristik]] und [[Moraltheologie|Moral]] am Priesterseminar „San Carlos y San Marcelo“.&amp;lt;ref&amp;gt;Julián Ros Córcoles: &#039;&#039;Reseña de novedades canónicas del año 2023&#039;&#039;. In: Carmen Peña, Teresa Pueyo Morer (Hrsg.): &#039;&#039;Justicia, seguridad jurídica y pastoral. Cuestiones relativas a la creación y aplicación de la ley canónica&#039;&#039;. Madrid 2024, S. 283–313, hier: S. 299.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1998 wurde Prevost zum Provinzialprior der [[Ordensprovinz]] in Chicago gewählt, das Amt trat er im März 1999 an. Im Jahr 2000 erlaubte er einem seit 1991 wegen Missbrauchsvorwürfen suspendierten Augustinerpater, unter Aufsicht in einem Kloster in Chicago zu wohnen. Dieser wurde 2002 nach Einführung strengerer Regeln zum Umgang mit des Missbrauchs Beschuldigten &#039;&#039;(Dallas Charter)&#039;&#039; umgesiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.pillarcatholic.com/p/vatican-congregation-member-allowed |titel=Vatican congregation member allowed priest accused of child abuse to live near Catholic school |hrsg=The Pillar |datum=2021-03-16 |sprache=en |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Robert Prevost 2012 alternative fixed proportions (cropped).jpg|mini|hochkant|Pater Robert Prevost als Generalprior der Augustiner (2012)]]&lt;br /&gt;
Von 2001 bis 2013 war Prevost [[Generalsuperior|Generaloberer]] des Augustinerordens mit Sitz in Rom. Prevost beherrscht die Sprachen Englisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch und liest Deutsch und Latein, die [[Lingua franca]] der römisch-katholischen Kirche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt; Auch eine „normale Unterhaltung“ auf Deutsch sei mit ihm möglich, wie sich zwischen 2001 und 2013 gezeigt hat, als er in seiner Amtszeit als Ordensoberer mehrmals die österreichischen und deutschen Augustiner besuchte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Anna-Lena Schlitt | url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-05/konklave-2025-papstwahl-kardinaele-vatikan-live | titel=Katholische Kirche: So verlief die Wahl von Papst Leo XIV. | werk=[[zeit.de]] | datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während seines Aufenthalts in Peru erwarb Leo Grundkenntnisse in einer der [[Quechua]]-Sprachen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Federico Rivas Molina |url=https://elpais.com/america/2025-05-10/prevost-el-papa-peruano-misionero-y-politico.html |titel=Prevost, el Papa ‘peruano’: misionero y político |datum=2025-05-10 |sprache=es |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost vertrat bei einer Ansprache im Jahr 2012 die Auffassung, dass die westlichen [[Massenmedien]] „außerordentlich effektiv“ darin seien, Sympathien für Lebensstile und Überzeugungen hervorzurufen, die der Botschaft der Bibel widersprächen. Als Beispiele nannte er den „[[Homosexualität|homosexuellen]] Lebensstil“, [[Schwangerschaftsabbruch|Abtreibung]] und [[Sterbehilfe]]. Insbesondere lehnte er positive oder sympathisierende Darstellungen von [[Regenbogenfamilie]]n in Film und Fernsehen ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stern.de/politik/ausland/robert-francis-prevost-ist-papst-leo-xiv--der-fast-perfekte-kompromiss-35707076.html |titel=Robert Francis Prevost ist Papst Leo XIV.: Der fast perfekte Kompromiss |werk=stern.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Marina Dunbar, Jakub Krupa, Marina Dunbar (now), Jakub Krupa (earlier) |url=https://www.theguardian.com/world/live/2025/may/08/new-pope-conclave-vatican-white-black-smoke-papacy-catholic-cardinals?page=with:block-681d07f78f087953796a09f4#block-681d07f78f087953796a09f4 |titel=Robert Francis Prevost becomes first US pope and will be known as Leo XIV – live |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube|id=QXVkJ5TQi1s|titel=Pope Leo on media and evangelization. Full 2012 interview|uploader=[[Catholic News Service]]|upload=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit in Chiclayo (2014–2023) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Santa María Catedral - Chiclayo.jpg|mini|Die Kathedrale Santa María in [[Chiclayo]], Peru, Prevosts Bischofskirche als Oberhirte der [[Bistum Chiclayo|Diözese Chiclayo]] von 2015 bis 2023 (2018)|links]]&lt;br /&gt;
Am 3.&amp;amp;nbsp;November 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum [[Titularbischof]] der ehemaligen Diözese &#039;&#039;[[Titularbistum Sufar|Sufar]]&#039;&#039; und bestellte ihn zum [[Apostolischer Administrator|Apostolischen Administrator]] von [[Bistum Chiclayo|Chiclayo]] in Peru.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2014/11/03/0814/01717.html |titel=Rinuncia del Vescovo di Chiclayo (Perú) e nomina dell’Amministratore Apostolico |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=[[Presseamt des Heiligen Stuhls]] |datum=2014-11-03 |sprache=it |abruf=2014-11-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Amtseinführung als Administrator folgte vier Tage später. Der [[Apostolischer Nuntius|Apostolische Nuntius]] in Peru, Erzbischof [[James Patrick Green]], spendete ihm am 12.&amp;amp;nbsp;Dezember desselben Jahres die [[Weihesakrament#Episkopat|Bischofsweihe]]. [[Konsekration|Mitkonsekratoren]] waren der Altbischof von Chiclayo, [[Jesús Moliné Labarta]], und der Erzbischof von [[Erzbistum Ayacucho oder Huamanga|Ayacucho und Huamanga]], [[Salvador Piñeiro García-Calderón]]. Papst Franziskus ernannte ihn am 26.&amp;amp;nbsp;September 2015 zum Bischof von Chiclayo.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2015/09/26/0722/01562.html#NomDue |titel=Nomina del Vescovo di Chiclayo (Perú) |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2015-09-26 |sprache=it |abruf=2015-09-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da laut einem 1980 abgeschlossenen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.concordatwatch.eu/concordat-with-the-military-junta-1980-text--t39261 Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Peru] auf &#039;&#039;concordatwatch.eu&#039;&#039;, hier: Artikel 7&amp;lt;/ref&amp;gt; Staatsvertrag zwischen dem Vatikan und Peru ([[Konkordat]]) nur peruanische Staatsbürger zu Bischöfen ernannt werden dürfen, erwarb er am 24.&amp;amp;nbsp;August 2015 die peruanische Staatsbürgerschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sn.at/politik/weltpolitik/wer-papst-leo-xiv-178166068 |titel=Wer ist der neue Papst Leo XIV.? |werk=[[Salzburger Nachrichten]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Carlos Oré Arroyo |url=https://www.infobae.com/peru/2025/05/08/el-papa-es-ciudadano-peruano-robert-prevost-fue-elegido-como-el-sucesor-de-francisco-i/ |titel=El papa es ciudadano peruano: Robert Prevost fue elegido como el sucesor de Francisco |werk=infobae.com |datum=2025-05-08 |sprache=es |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mitra Taj, Julie Turkewitz, Genevieve Glatsk |url=https://www.nytimes.com/2025/05/09/world/europe/pope-peru-reaction.html |titel=Peru Celebrates Pope Leo XIV and Claims Him as Their Own|werk=[[The New York Times|nytimes.com]] |sprache=en |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ernennung zum Bischof durch Franziskus war als Warnsignal des Vatikans an damals einflussreiche rechtskatholische Gruppen – wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Sodalitium Christianae Vitae]] – zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sandra Weiss, Hildegard Willer |url=https://www.riffreporter.de/de/international/papst-leo-xiv-robert-prevost-peru-vatikan-katholische-kirche |titel=Blick hinter die Kulissen der Katholischen Kirche: Wie tickt der neue Papst, Leo XIV.? |hrsg=[[RiffReporter]] |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Zeit als Bischof gewann er einen Ruf als „Kämpfer gegen Armut, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Peter Burghardt |url=https://www.tagesanzeiger.ch/robert-francis-prevost-peru-feiert-seinen-papst-leo-xiv-667121719450 |titel=Zweite Heimat von Leo XIV.: Peru feiert seinen Papst als «zutiefst spirituell und menschlich» |werk=[[Tages-Anzeiger]] |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So kümmerte er sich beispielsweise um die Personen in den Armenvierteln, die vom Wetterphänomen [[El Niño]] betroffen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tobias Käufer |url=https://www.rnd.de/panorama/in-gummistiefeln-im-schlamm-von-el-nino-der-papst-wurde-in-peru-gepraegt-E5J2PAUHGZHFZBAEIHVPVFIRKE.html |titel=In Gummistiefeln im Schlamm von El Niño – der Papst wurde in Peru geprägt |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem unterstützte er Armenküchen und andere Wohltätigkeitszwecke. Außerdem setzte er sich für bessere Wohnverhältnisse an der Nordküste ein, da diese besonders von Überflutungen betroffen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/c0ln80lzk7ko |titel=Who is Robert Prevost, the new Pope Leo XIV and first American pope? |datum=2025-05-09 |sprache=en |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2017 forderte Prevost den ehemaligen Staatspräsidenten von Peru, [[Alberto Fujimori]], öffentlich auf, sich bei den Opfern des von ihm geführten Staatsterrorismus zu entschuldigen. Zudem traf er sich auch mit Opfern im Rahmen des Missbrauchsskandals um die Kongregation [[Sodalicio de Vida Cristiana]] und leitete die Informationen darüber an Papst Franziskus weiter, der die Kongregation daraufhin auflöste.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Ladurner |Titel=Robert Prevost in Peru: Immer auf der Seite der Schwachen und Gedemütigten |Sammelwerk=Die Zeit |Ort=Hamburg |Datum=2025-05-16 |ISSN=0044-2070 |Online=https://www.zeit.de/2025/20/robert-prevost-peru-papst-missionar-chulucanas |Abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel Deckers |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/peru-praegt-papst-leo-xiv-was-weggefaehrten-berichten-110481629.html |titel=Was der neue Papst in Peru lernte |werk=Frankfurter Allgemeine (faz.net) |datum=2025-05-18 |sprache=de |abruf=2025-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13.&amp;amp;nbsp;Juli 2019 berief ihn Papst Franziskus für fünf Jahre zum Mitglied der [[Dikasterium für den Klerus|Kongregation für den Klerus]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2019/07/13/0589/01216.html#no |titel=Nomina di Membri della Congregazione per il Clero |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2019-07-13 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 21.&amp;amp;nbsp;November 2020 zum Mitglied der [[Dikasterium für die Bischöfe|Kongregation für die Bischöfe]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/11/21/0601/01405.html#membri |titel=Nomina di Membri della Congregazione per i Vescovi |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2020-11-21 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom 15.&amp;amp;nbsp;April 2020 bis zum 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2021 war er während der [[Sedisvakanz]] zusätzlich Apostolischer Administrator von [[Bistum Callao|Callao]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/04/15/0227/00504.html#callao |titel=Rinuncia del Vescovo di Callao (Perú) e nomina dell’Amministratore Apostolico „sede vacante“ |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2020-04-14 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 wurde bekannt, dass Prevost 2022 eine kanonische Voruntersuchung wegen Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Priester der Diözese Chiclayo eingeleitet hatte. In Erklärungen gegenüber der linksliberalen peruanischen Zeitung &#039;&#039;[[La República (Peru)|La República]]&#039;&#039; sagte Prevost: „Wenn Sie Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Priester sind, melden Sie es.“ Laut Diözesanangaben wurden die Ergebnisse im Juli 2022 an das vatikanische Hauptamt für die Glaubens- und Sittenlehre ([[Dikasterium für die Glaubenslehre]]) weitergeleitet, das – wie die staatlichen Behörden Perus – eine unzureichende Beweislage attestierte. In der Nachrichtensendung vom 8.&amp;amp;nbsp;September 2024 warfen die mutmaßlichen Opfer Bischof Prevost Vertuschung vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Agren |url=https://www.ncronline.org/news/cardinals-former-diocese-denies-claim-clerical-sexual-abuse-cover |titel=Cardinal’s former diocese denies claim of clerical sexual abuse cover-up |werk=ncronline.org |datum=2024-09-18 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die peruanischen Investigativreporter Pedro Salinas und Paola Ugaz, die den Fall umfangreich recherchiert haben, sind der Auffassung, dass die Anschuldigungen gegen Prevost falsch seien. Im Gegenteil: Bei ihren Recherchen hätten sie in Prevost einen Verbündeten gefunden, der ihnen auch einen direkten Zugang zu Papst Franziskus eröffnet habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit im Vatikan ===&lt;br /&gt;
==== Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe (2023–2025) ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Cardinal Robert F. Prevost at the Consistory on 30 September 2023 (cropped portrait).jpg|mini|hochkant|Kardinal Robert Prevost (2023)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Coat of arms of Robert Francis Prevost Martinez (cardinal).svg|miniatur|hochkant|Kardinalswappen von Robert Francis Prevost (2023–2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen wahlspruch&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Borgo - Chiesa di Santa Monica.JPG|mini|hochkant|Die Kirche &#039;&#039;Santa Monica degli Agostiniani&#039;&#039;, Kardinal Prevosts [[Titelkirche]] in Rom und der Ort seiner Priesterweihe im Jahr 1982]]&lt;br /&gt;
Am 30.&amp;amp;nbsp;Januar 2023 ernannte ihn Papst Franziskus zum [[Erzbischof]] und zum Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe; zu seinen Amtspflichten gehörte auch die Überwachung der Durchsetzung der Richtlinien zur Bekämpfung sexuellen Missbrauchs in den [[Diözese]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Matthias Rüb |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/neuer-papst-leo-xiv-wer-ist-robert-prevost-110465102.html |titel=Neuer Papst Leo XIV.: Wer ist Robert Prevost? |werk=faz.net |hrsg=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war damit an den Bischofsernennungen weltweit beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/konklave-papst-prevost-leo-100.html |titel=Papst Leo XIV. — Reformer, Weltbürger, Pragmatiker |werk=[[Tagesschau (ARD)|tagesschau.de]] |hrsg=Norddeutscher Rundfunk |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugleich bestellte ihn Papst Franziskus zum Präsidenten der [[Päpstliche Kommission für Lateinamerika|Päpstlichen Kommission für Lateinamerika]]. Er trat das Amt am 12.&amp;amp;nbsp;April 2023 an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/01/30/0086/00207.html#vescovi |titel=Rinuncia del Prefetto del Dicastero per i Vescovi e Presidente della Pontificia Commissione per l’America Latina e Nomina del successore |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-01-30 |sprache=it |abruf=2023-01-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit folgte er in beiden Ämtern auf Kardinal [[Marc Ouellet]], der von dem Amt altersbedingt zurücktrat.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-01/vatikan-ernennung-prevost-bischofsdikasterium-ouellet-rueckritt.html |titel=Bischof Robert Francis Prevost wird neuer Präfekt des Bischofs-Dikasteriums |datum=2023-01-30 |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost gilt als pragmatischer Diplomat. So verhandelte er beispielsweise an der Seite von Kardinalstaatssekretär [[Pietro Parolin]] zwischen den deutschen Bischöfen und dem Vatikan, als der [[Synodaler Weg|Synodale Weg]] im Jahr 2023 auf Kritik stieß.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kardinal Prevost begrüßte das in der neuen Kurienverfassung festgelegte Verfahren, dass nun auch Laien an der Auswahl von Bischöfen mitwirken können. Ihm zufolge bedeutete das dennoch nicht, dass die „Ortskirche ihren Hirten wählen muss, als ob die Berufung zum Bischof das Ergebnis einer demokratischen Abstimmung, eines fast ‚politischen‘ Prozesses wäre“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/44891-praefekt-des-bischofsdikasteriums-bischofswahl-nicht-demokratisieren |titel=Präfekt des Bischofsdikasteriums: Bischofswahl nicht demokratisieren |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2023 äußerte er sich bei der [[Weltsynode]] zur Synodalität mit Bezug auf die [[Frauenordination (Christentum)|Frauenordination]] skeptisch und meinte, dass sie „nicht unbedingt ein Problem löst, sondern vielleicht ein neues Problem schafft“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Courtney Mares |url=https://de.catholicnewsagency.com/news/14316/kardinal-bei-weltsynode-klerikalisierung-von-frauen-wird-probleme-nicht-losen |titel=Kardinal bei Weltsynode: „Klerikalisierung von Frauen“ wird Probleme nicht lösen |hrsg=[[Katholische Nachrichten-Agentur|KNA]] |datum=2023-08-27 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 sagte Prevost in einem Interview, er habe im Zuge der Weltsynode gelernt, wie viele verschiedene Sichtweisen es auf die Rolle des Bischofs gebe. Der Grundsatz sei jedoch seiner Meinung nach, dieser solle kein „kleiner Fürst sein, der in seinem Königreich sitzt“ &#039;&#039;(little prince sitting in his kingdom)&#039;&#039;, sondern sei „authentisch dazu berufen, bescheiden zu sein; den Menschen, denen er dient, nahe zu sein, mit ihnen zu gehen, mit ihnen zu leiden“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=AVRu6DWxF-A |titel=Cardinal Prevost: „A bishop is called to suffer with the people he serves“ |werk=Vatican News – English |datum=2024-10-23 |format=YouTube-Video, 1:06 min. |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Prevost gilt als Unterstützer des synodalen Prinzips, und in seiner ersten Ansprache als Papst bekräftigte er, dass „wir euch allen Brüdern und Schwestern (…) eine synodale Kirche sein wollen, eine Kirche, die unterwegs ist“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/05/08/0299/00524.html |titel=Prima Benedizione “Urbi et Orbi” del Santo Padre Leone XIV |werk=vatican.va |sprache=it |abruf=2025-05-21 |kommentar=mit deutscher Übersetzung der Ansprache}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Veröffentlichung der Deklaration &#039;&#039;Fiducia supplicans&#039;&#039; des Dikasteriums für die Glaubenslehre, die die [[Segnung und Trauung gleichgeschlechtlicher Paare|Segnung von nicht kirchlich verheirateten Paaren]] erlaubt, betonte Prevost die Rolle der nationalen Bischofskonferenzen. Diese müssten seiner Meinung nach angesichts der kulturellen Unterschiede über die lehrmäßige Autorität verfügen, solche Richtlinien in ihrem lokalen Kontext auszulegen und anzuwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Felipe Salvosa II |url=https://cbcpnews.net/cbcpnews/same-sex-blessings-issue-highlights-need-for-bishops-conferences-doctrinal-authority/ |titel=Same-sex blessings issue highlights need for bishops’ conferences’ doctrinal authority |werk=cbcpnews.net |datum=2024-10-24 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost kritisierte auf [[X (soziales Netzwerk)|X]] mehrmals die [[Kabinett Trump II|Regierung Trump]], insbesondere Präsident [[Donald Trump]] und den 2019 zum Katholizismus konvertierten Vizepräsidenten [[JD Vance]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2025-05-09&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Alexander Sarovic |url=https://www.spiegel.de/ausland/papst-leo-xiv-kein-mann-nach-donald-trumps-geschmack-a-e56b3ed4-108d-406e-af57-1f45a96cca60 |titel=Ein Papst, so gar nicht nach Trumps Geschmack |werk=[[Der Spiegel]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.derstandard.at/story/3000000268975/bloss-verhaltene-freude-bei-trump-vance-co-nach-wahl-von-papst-leo-xiv |titel=Bloß verhaltene Freude bei Trump, Vance und Co nach Wahl von Papst Leo XIV. |werk=[[derStandard.at]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In einigen seiner Beiträge zeigte er Sympathien mit [[Flüchtling]]en sowie mit [[Tötung von George Floyd|George Floyd]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nikki McCann Ramirez, Tim Dickinson |url=https://www.rollingstone.com/politics/politics-news/new-pope-robert-prevost-social-media-maga-meltdown-1235334802/ |titel=MAGA Melts Down Over New Pope’s Anti-Trump, Pro-Immigrant Social Media |werk=[[Rolling Stone]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Léonie Chao-Fong, Marina Dunbar, Jakub Krupa, Léonie Chao-Fong (now); Marina Dunbar, Jakub Krupa (earlier) |url=https://www.theguardian.com/world/live/2025/may/08/new-pope-conclave-vatican-white-black-smoke-papacy-catholic-cardinals?page=with:block-681d044a8f082cdfc1dab0b0#block-681d044a8f082cdfc1dab0b0 |titel=Robert Francis Prevost becomes first US pope and will be known as Leo XIV – live |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er sprach sich, ähnlich wie Papst Franziskus, wiederholt für entschiedenes Handeln gegen den [[Globale Erwärmung|menschengemachten Klimawandel]] aus (siehe auch &#039;&#039;[[Laudato si’]]&#039;&#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Viktoria Bräuner, Dominik Straub |url=https://www.tagesspiegel.de/internationales/mathematiker-missionar-diplomat-wer-ist-der-us-amerikanische-papst-leo-xiv-13661455.html |titel=Mathematiker, Missionar, Diplomat: Wer ist der US-amerikanische Papst Leo XIV.? |werk=[[Tagesspiegel]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er rief die Kirche dazu auf, größere Anstrengungen gegen die [[Umweltschaden|Zerstörung der Erde]] zu unternehmen. Die [[Dominium terrae|Beherrschung der Welt]] dürfe nicht „tyrannisch“ werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/en/vatican-city/news/2024-11/climate-change-conference-latin-america-cardinals-rome.html |titel=Pope: Climate change impacts poorest and requires global cooperation |werk=Vatican News |datum=2024-11-29 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solcyré Burga |url=https://time.com/7283887/pople-leo-lgbtq-women-migrants-rights/ |titel=Where Pope Leo Stands on Major Issues |werk=[[Time]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vollversammlung der Kardinäle ([[Konsistorium]]) vom 30.&amp;amp;nbsp;September 2023 nahm ihn Papst Franziskus als [[Kardinalsklasse#Kardinaldiakone|Kardinaldiakon]] mit der [[Diakonie (Rom)|Titeldiakonie]] &#039;&#039;[[Santa Monica (Rom)|Santa Monica]]&#039;&#039; in das [[Kardinalskollegium]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/09/30/0682/01498.html |titel=Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli e delle Diaconie ai nuovi Cardinali |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-09-30 |sprache=it |abruf=2023-09-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Besitzergreifung#Besitzergreifung im Kirchenrecht|Besitzergreifung]] seiner Titeldiakonie, der Klosterkirche des Augustinerkollegs, fand am 28.&amp;amp;nbsp;Januar des folgenden Jahres statt. Am 6.&amp;amp;nbsp;Februar 2025 erhob ihn der Papst zum [[Kardinalsklasse#Kardinalbischöfe|Kardinalbischof]] des [[Bistum Albano|suburbikarischen Bistums Albano]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/02/06/0113/00233.html#osa |titel=Promozione all’Ordine dei Vescovi dell’Em.mo Card. Robert Francis Prevost, O.S.A. |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2025-02-06 |sprache=it |abruf=2025-02-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11.&amp;amp;nbsp;Februar 2025 verlieh der [[Großmeister des Malteserordens|Großmeister]] des [[Souveräner Malteserorden|Malteserordens]] Fra’ [[John Dunlap]] Prevost die Insignien des Ehren- und Devotions-[[Großkreuz]]-[[Ballei|Bailli]] des Ordens.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.orderofmalta.int/de/nachrichten/kardinal-robert-francis-prevost-die-insignien-des-ehren-und-devotions-grosskreuz-bailli-verliehen/ |titel=Kardinal Robert Francis Prevost die Insignien des Ehren- und Devotions-Großkreuz-Bailli verliehen |hrsg=Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta |datum=2025-02-11 |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kardinalswappen ====&lt;br /&gt;
Das Kardinalswappen von Prevost ist vom Wappenschild her nahezu identisch mit seinem Wappen als Papst. Allerdings ist der untere rechte Sektor hier weiß unterlegt und das Banner, auf dem sein Wahlspruch steht, ist gelb. Zudem befindet sich hinter dem Wappenschild ein Kardinalshut ([[Galero]]) mit zweimal 15 roten [[Fiocchi]] ([[Quaste]]n), der auf sein Kardinalsamt hinweist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ilmessaggero.it/de/das_wappen_von_papst_prevost-8824001.html#?refresh_ce |titel=Das Wappen von Papst Prevost |werk=Il Messaggero |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wahlspruch ====&lt;br /&gt;
Der bischöfliche [[Wahlspruch#Kirchliche Würdenträger|Wahlspruch]] ist einer Predigt des heiligen [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] (&#039;&#039;Enarrationes in Psalmos&#039;&#039; 127,3) entnommen: {{&amp;quot; |Text=nos multi in illo uno unum |Sprache=la}},&amp;lt;ref&amp;gt;S. Aurelii Augustini: &#039;&#039;Enarrationes in Psalmos&#039;&#039;. In: [[Patrologia Latina]], Bd. 37, Sp. 1679 ([https://www.augustinus.it/latino/esposizioni_salmi/esposizione_salmo_185_testo.htm In Psalmum 127 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; sinngemäß: {{&amp;quot; |Text=In jenem einen (Christus) sind wir vielen eins}} oder {{&amp;quot; |Text=In dem einen Christus sind wir eins}}.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://bistum-regensburg.de/news/kardinal-robert-francis-prevost-ist-der-neue-papst-leo-xiv |titel=Habemus papam |titelerg=Kardinal Robert Francis Prevost ist der neue Papst Leo XIV. |hrsg=Bistum Regensburg |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Augustinuszitat wurde zu {{&amp;quot; |Text=in illo uno unum |Sprache=la}}, sinngemäß: {{&amp;quot; |Text=In jenem einen (Christus) eins}}, [[Ellipse (Sprache)|verkürzt]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen wahlspruch&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.osa.org.au/osa-updates-international/former-osa-prior-general-consecrated-a-bishop/ |titel=Former OSA Prior General Consecrated a Bishop |werk=Augustinians of the Province of Australasia |hrsg=Province of the Order of St Augustine in Australasia |datum=2014-12-13 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pontifikat (seit 2025) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pope Leo XIV on the loggia (cropped).jpg|mini|Leo XIV. nach seiner Wahl am 8. Mai 2025 auf der Benediktionsloggia des Petersdoms]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahl und Amtsbeginn ===&lt;br /&gt;
Am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025 wurde Prevost am zweiten Tag des [[Konklave 2025|Konklaves]] – des ersten Konklaves, an dem er als Kardinal teilnahm – im vierten Wahlgang zum [[Papst]] gewählt. Er nahm den [[Papstname]]n Leo XIV. an. Etwa eine Stunde nach der Wahl verkündete [[Kardinalprotodiakon]] [[Dominique Mamberti]] den neuen Papst der Öffentlichkeit auf der [[Benediktionsloggia]] des [[Petersdom]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | id = Acr0MzNaneg | titel = Habemus Papam – Robert Francis Prevost aus den USA ist neuer Papst Leo XIV. | upload = 2025-05-08 | uploader = domradio }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. erschien danach auf dem Balkon, um die auf dem [[Petersplatz]] versammelte Menge zu begrüßen, seine erste Ansprache zu halten und den nach einer Papstwahl üblichen Segen &#039;&#039;[[Urbi et orbi]]&#039;&#039; zu spenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Youtube|id=J8zO-6N7mHs |titel= Papst Leo XIV. – Erste Ansprache und Segen des neuen Heiligen Vaters |upload=2025-05-08 |uploader=domradio}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Greta Prünster |url=https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/papst-leo-xiv-us-amerikaner-robert-prevost-ist-neuer-papst,UkVvA96 |titel=Habemus Papam: Robert Francis Prevost ist Leo XIV. |werk=BR24 |hrsg=Bayerischer Rundfunk |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdfheute.de/panorama/konklave-vatikan-papstwahl-weisser-rauch-neuer-papst-100.html |titel=Aus den USA. Leo XIV.: Robert F. Prevost ist der neue Papst |werk=[[heute (Fernsehsendung)|zdfheute.de]] |hrsg=[[Zweites Deutsches Fernsehen]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei trug er das [[Rochett]], die päpstliche [[Mozetta#Farbgebung|Sommermozzetta]] aus rotem Seidenkamelott und die [[Stola (liturgische Kleidung)|Stola]], die im [[Papstwahl#Wahlannahme und Proklamation|Raum der Tränen]] bereitgelegen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | id = Ib8lBpjYW1U | titel = Ahead of the conclave: The “Room of Tears” and Sistine Chapel |uploader =[[Vatican News|Vatican News – English]] |upload=2025-05-06 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Vorgänger hatte seinerzeit sowohl das Rochett als auch die hermelinverbrämte Wintermozzetta aus rotem Samt abgelehnt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Willey |url=https://www.bbc.com/news/world-europe-21813874 |titel=Pope Francis’ first moves hint at break with past |werk=[[BBC News]] |datum=2013-03-16 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und die &#039;&#039;[[Stola der vier Evangelisten]]&#039;&#039;, die für [[Benedikt XV.]] angefertigt worden war,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt; erst zur Segenshandlung umgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Strobl |url=https://www.merkur.de/welt/neuer-papst-leo-xiv-setzt-bei-erstem-auftritt-sofort-ein-verstecktes-zeichen-93722596.html |titel=Neuer Papst Leo XIV. setzt bei erstem Auftritt sofort ein verstecktes Zeichen |werk=Merkur.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während Franziskus die Menschenmenge profan begrüßt hatte &#039;&#039;(Fratelli e sorelle, buona sera – Brüder und Schwestern, guten Abend)&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://religion.orf.at/stories/3219686/ &#039;&#039;„Buona sera“: Ein Papst der Herzen&#039;&#039;.] ORF.at, 21. April 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; rief Leo&amp;amp;nbsp;XIV. wieder das traditionelle und liturgische &#039;&#039;Pax vobiscum&#039;&#039; („Friede sei mit euch“), worauf die Gemeinde antwortet mit &#039;&#039;Et cum spiritu tuo&#039;&#039; („und mit Deinem Geiste“). Leo XIV. rief in seiner ersten Ansprache zum Brückenbauen und Frieden auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/konklave-vatikan-papstwahl-weisser-rauch-neuer-papst-100.html |titel=„Habemus Papam“: Das Konklave hat einen neuen Papst gewählt |werk=ZDF.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin steckt auch ein Vorsatz, bedeutet doch der päpstliche Titel [[Pontifex maximus]] „oberster Brückenbauer“. Zudem ist er seit seiner Wahl zum Papst von Amts wegen Präfekt des [[Dikasterium für die Evangelisierung|Dikasteriums für die Evangelisierung]]. Papst Franziskus hatte das Amt im Juni 2022 durch die [[Apostolische Konstitution]] &#039;&#039;[[Praedicate Evangelium]]&#039;&#039; auf den römischen Pontifex übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vatican.va/content/romancuria/de/dicasteri/dicastero-evangelizzazione/struttura.html |titel=Dikasterium für die Evangelisierung, Struktur |hrsg=vatican.va |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Wahl galt als Kompromiss zwischen dem konservativen und dem liberaleren Lager.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Tag nach seiner Wahl feierte er seine erste päpstliche [[heilige Messe]] in der [[Sixtinische Kapelle|Sixtinischen Kapelle]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube |id=6TQ5T2mgb-k |titel=Heilige Messe unter Vorsitz von Papst Leo XIV., 9. Mai 2025 |uploader=[[Vatican News]] |upload=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er bat dabei die Kardinäle um Unterstützung, warnte im Allgemeinen vor Glaubensverlust&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-leo-messe-100.html |titel=Erste Papst-Messe nach Wahl. Leo XIV. beklagt „Streben nach Macht und Vergnügen“ |werk=tagesschau.de |hrsg=Norddeutscher Rundfunk |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und dem Streben nach Macht und Vergnügen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2025/documents/20250509-messa-cardinali.html |titel=Heilige Messe des Heiligen Vaters mit den Kardinälen |hrsg=vatican.va |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-21 |kommentar=deutsche Übersetzung des Textes der Predigt}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei seiner Amtseinführung am 5. Sonntag der Osterzeit &#039;&#039;[[Cantate]]&#039;&#039;, 18. Mai 2025, erhielt Leo&amp;amp;nbsp;XIV. das [[Pallium]] und den [[Fischerring]] als Zeichen des Petrusdienstes. Er verzichtete, wie alle seine Vorgänger seit [[Johannes Paul I.]], auf die traditionelle Krönungsmesse und die anschließende Krönung mit der päpstlichen [[Tiara]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61520-termin-fuer-amtseinfuehrung-von-papst-leo-xiv-steht-fest |titel=Termin für Amtseinführung von Papst Leo XIV. steht fest |hrsg=katholisch.de |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.n-tv.de/panorama/Papst-Leo-XIV-nutzt-Amtseinfuehrung-fuer-Appell-article25775737.html |titel=„Komme mit Furcht und Zittern“: Papst Leo XIV. nutzt Amtseinführung für Appell |werk=n-tv.de |datum=2025-05-18 |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leo XIV. ist der erste [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten|Staatsbürger der USA]] und durch seine [[Staatsbürgerschaft#Mehrfache Staatsbürgerschaft|zweite Staatsbürgerschaft]] zugleich der erste Peruaner, der das Papstamt bekleidet. Er ist auch der erste Papst, der dem Augustinerorden angehört.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-robert-francis-prevost-biographie-konklave.html |titel=Der neue Papst: Eine Biografie |hrsg=Vatican News |datum=2025-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vortag seiner Wahl schrieb die &#039;&#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&#039;&#039;, er gelte als „pragmatischer Mann der Mitte und als Vermittler zwischen den Welten des amerikanischen Katholizismus“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Luzi Bernet |Titel=Wer wird der 267. Papst? |Sammelwerk=[[Neue Zürcher Zeitung]] |Datum=2025-05-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund seiner Herkunft, seiner US- und peruanischen Staatsbürgerschaft sowie seiner Wirkungsgebiete in Seelsorge, geistlicher Ausbildung und kirchlicher Administration in den Vereinigten Staaten, Peru und Rom wird er als [[Kosmopolitismus|Kosmopolit]]&amp;lt;ref&amp;gt;Luzi Bernet: &#039;&#039;Ein Kosmopolit aus Chicago folgt auf Franziskus / Papst Leo XIV. ist ein untypischer Vertreter des amerikanischen Klerus&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&#039;&#039;, 9. Mai 2025, S.&amp;amp;nbsp;3.&amp;lt;/ref&amp;gt; beziehungsweise als Weltbürger&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2025-05-09&amp;quot; /&amp;gt; bezeichnet. [[Evelyn Finger]] auf &#039;&#039;[[Die Zeit|Zeit Online]]&#039;&#039; beschrieb Leo&amp;amp;nbsp;XIV. als „so weit ‚links‘, […] so liberal, dass bis zuletzt kaum ein Vatikanist glaubte, das Kardinalskollegium könnte sich auf einen wie ihn einigen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Evelyn Finger |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-05/papst-leo-xiv-weisser-rauch-konklave-papstwahl-katholische-kirche-kardinaele/komplettansicht |titel=Ein Linker, mit dem keiner gerechnet hat |werk=Zeit Online |datum=2025-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Matthias Rüb]] konstatierte in der &#039;&#039;[[FAZ]]&#039;&#039;: „Leo bricht mit dem Traditionsbrecher Franziskus, indem er zu alten Traditionen zurückkehrt, ohne jedoch den Bruch mit seinem unmittelbaren Amtsvorgänger zu suchen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rüb&amp;quot;&amp;gt;Matthias Rüb: [https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/leo-xiv-belebt-castel-gandolfo-tradition-neu-110575566.html &#039;&#039;Abkehr von den Traditionsbrüchen&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine]]&#039;&#039; (faz.net), 5.&amp;amp;nbsp;Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leo XIV. übernahm den Vatikanstaat in einer finanziell schwierigen Lage; so hinterließ ihm sein Vorgänger eine Verschuldung von rund zwei Milliarden Euro.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61593-zeitung-franziskus-hinterliess-finanzloch-von-zwei-milliarden-euro |titel=Zeitung: Franziskus hinterließ Finanzloch von zwei Milliarden Euro |werk=katholisch.de |datum=2025-05-12 |sprache=de |abruf=2025-06-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.welt.de/wirtschaft/article256060770/Vatikan-Die-Milliarden-des-Heiligen-Stuhls.html |titel=Vatikan: Die Milliarden des Heiligen Stuhls |werk=welt.de |datum=2025-05-06 |sprache=de |abruf=2025-06-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Namenswahl ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Papa Leone XIII.jpeg|mini|hochkant|Prevost wählte den päpstlichen Namen Leo zu Ehren von [[Leo XIII.]] (1810–1903) aufgrund dessen Soziallehre und Schriften.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Leo&#039;&#039; ist das lateinische Wort für „Löwe“. In seiner ersten Ansprache an das Kardinalskollegium verwies der neu gewählte Papst insbesondere auf den letzten Amtsinhaber dieses Namens, [[Leo XIII.]], und dessen Sozialenzyklika &#039;&#039;[[Rerum Novarum]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1891.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NamenswahlVN&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-namenswahl-kardinaele-danksagung-sanftmut-zeit.html |autor=Mario Galgano |titel=Leo XIV. erklärt Namenswahl: Sozialer Papst für eine neue Zeit |werk=Vatican News |datum=2025-05-10 |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIII. galt als „Arbeiterpapst“, der sich während der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]] für faire Löhne, Arbeiterrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzte und somit als Begründer der [[Katholische Soziallehre|katholischen Soziallehre]] gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.merkur.de/welt/papst-leo-xiv-ist-gewaehlt-das-bedeutet-der-neue-papst-name-zr-93722371.html |autor=Robin Dittrich |titel=Leo XIV. ist der neue Papst: Was bedeutet der Name? |werk=Merkur.de |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. erklärte, dass die Kirche allen den Schatz ihrer Soziallehre als Antwort auf eine weitere industrielle Revolution und auf die Entwicklungen im Bereich der [[Künstliche Intelligenz|künstlichen Intelligenz]] anbiete, denn diese stellten neue Herausforderungen für die Verteidigung der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Arbeit dar. Damit wolle er eine Linie fortsetzen, die Papst Franziskus mit seiner Option für die Armen begonnen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Lauren Kent |url=https://edition.cnn.com/2025/05/10/europe/pope-leo-prevost-cardinals-artificial-intelligence-intl |titel=Pope Leo signals he will closely follow Francis and says AI represents challenge for humanity |werk=CNN World |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-05-12 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnlich habe sich Leo XIV. bereits beim gemeinsamen Essen nach Abschluss des Konklaves geäußert, wie der chilenische Kardinal [[Fernando Natalio Chomalí Garib|Fernando Chomalí]] berichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://nwcatholic.org/news/ines-san-martin-osv-news/chilean-cardinal-gives-insight-to-the-conclave-that-elected-pope-leo-xiv |titel=Chilean cardinal gives insight to the conclave that elected Pope Leo XIV |autor=Ines San Martin |werk=Northwest Catholic |sprache=en |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-12 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Inspiration war Papst [[Leo der Große]], der als bedeutender Lehrer des Glaubens und Verteidiger der kirchlichen Einheit im 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gilt. Seine Reliquien ließ Leo XIV. in sein Brustkreuz ([[Pektorale]]) einsetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam Sosnowski |Titel=Leon XIV. Biografia ilustrowana |Ort=Krakau |Datum=2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Insigne Leonis XIV.svg|mini|hochkant|Papstwappen von Leo XIV.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wappen&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das Papstwappen ist weitgehend an Prevosts Wappen als Bischof und später Kardinal angelehnt. So hat er als Papst beispielsweise einige heraldische Elemente und den Wahlspruch &#039;&#039;in illo uno unum&#039;&#039; (dt. „in dem, der eins ist, sind wir eins“, wörtl. „in jenem Einen eins“) übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61551-vatikan-veroeffentlicht-wappen-von-papst-leo-xiv |titel=Vatikan veröffentlicht Wappen von Papst Leo XIV. |hrsg=katholisch.de |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wappen stelle, so der Journalist José García, eine Vereinigung von marianischen und augustinischen Elementen dar und solle die Einheit der Kirche symbolisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.die-tagespost.de/kirche/vatikan-und-papst/zeichen-eines-hirtenherzens-art-263316 |titel=Zeichen eines Hirtenherzens |werk=[[Die Tagespost]] |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wappenschild ist schräglinks blau silber geteilt. In Feld 1 befindet sich eine silberne Lilie. Diese weist auf Reinheit und Unschuld hin und wird deswegen mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht. Feld 2 zeigt ein vom Liebespfeil durchbohrtes brennendes Herz auf einem Buch – das [[Ikonografisches Heiligenattribut|Heiligenattribut]] des heiligen [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] und Symbol des [[Augustinerorden]]s, dem der Papst angehört. Es spielt auf die Bekehrung des heiligen Augustinus an. Wie bei den Wappen der letzten beiden Päpste ist das Oberwappen die Mitra; die gekreuzten goldenen und silbernen Schlüssel, die von einer roten Kordel zusammengehalten werden, sind Symbol der päpstlichen Autorität.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wappen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/leo-xiv-wappen-papst-kardinal-herz-jesu-lilie.html |titel=Das Wappen des neuen Papstes |werk=Vatican News |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/vatikan-veroeffentlicht-neues-wappen-von-papst-leo-xiv |titel=Vatikan veröffentlicht neues Wappen von Papst Leo XIV. |hrsg=Domradio |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. setzt die Neuerung von Papst Franziskus fort: Das Papstwappen besitzt einen Wahlspruch, der mit dem des Kardinalswappens identisch ist. Auch Leo greift zudem auf die Grundform des Wappens [[Benedikt XVI.|Benedikts XVI.]] zurück, das anstelle der Papstkrone oder Dreifachkrone ([[Tiara]]) erstmals eine bischöfliche [[Mitra]] zeigt, die an die Symbolik der Tiara erinnert. Sie ist silbern und trägt drei goldene Bänder (die drei Gewalten des Weiheamts, der Jurisdiktion und des Lehramts), die vertikal im Zentrum miteinander verbunden sind, um so ihre Einheit in derselben Person aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziale Netzwerke ===&lt;br /&gt;
Am 13. Mai 2025 wurden die offiziellen sozialen Netzwerke des Papstes nach dem Tod von Franziskus wieder aktiviert. Leo XIV. setzte damit die Linie seiner Vorgänger in Bezug auf soziale Netzwerke fort.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/fr/pape/news/2025-05/pape-leon-xiv-reseau-social-x-instagram-2025-web-rs.html |titel=Léon XIV maintient les comptes du Pape sur les réseaux sociaux |werk=Vatican News |datum=2025-05-13 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Manu Van Lier |url=https://www.cathobel.be/2025/05/leon-xiv-et-les-reseaux-sociaux-des-comptes-officiels-des-tweets-engages-mais-attention-aux-faux-profils/ |titel=Le pape Léon XIV connaît les réseaux sociaux et leurs pièges |werk=CathoBel |datum=2025-05-14 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf [[X (soziales Netzwerk)|X]] ist er mit einem Konto namens @Pontifex vertreten, das in den neun Sprachen Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Französisch, Deutsch, [[Polnische Sprache|Polnisch]], [[Arabische Sprache|Arabisch]] und [[Latein]]isch verfügbar ist. Er ist ebenfalls auf der Social-Media-Plattform [[Instagram]] präsent, auf der ein offizielles Profil mit der Bezeichnung „@Pontifex – Pope Leo XIV“ existiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.cnews.fr/monde/2025-05-13/leon-xiv-le-pape-accepte-de-reprendre-le-compte-x-de-la-papaute-et-ses-52-millions |titel=Léon XIV : le pape accepte de reprendre le compte X de la papauté et ses 52 millions de followers |werk=C&amp;amp;nbsp;News |datum=2025-05-13 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marie-Françoise Audouard, Mathilde Rimaud, Louis Wiart |Titel=La présence du Saint-Père sur les réseaux sociaux |Sammelwerk= |Verlag=Éditions de la Bibliothèque publique d’information |Datum=2017 |ISBN=979-10-91281-44-7 |Online=https://www.cnews.fr/monde/2025-05-13/leon-xiv-le-pape-accepte-de-reprendre-le-compte-x-de-la-papaute-et-ses-52-millions}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lebensweise ===&lt;br /&gt;
Leo XIV. wird wahrscheinlich wieder die Papstwohnung im obersten Stockwerk des [[Apostolischer Palast|Apostolischen Palastes]] bewohnen, während Franziskus sich eine große Wohnung im vatikanischen Gästehaus [[Domus Sanctae Marthae]] hatte einrichten lassen. Die Rückkehr in den Apostolischen Palast soll ein ausdrücklicher Wunsch der Kardinäle in den Beratungen des Vorkonklaves gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.katholisch.de/artikel/61689-schluss-mit-leerstand-so-wuerde-leo-xiv-im-papst-palast-wohnen &#039;&#039;Schluss mit Leerstand? So würde Leo XIV. im Papst-Palast wohnen&#039;&#039;.] kath.ch, 19. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehrere Medien berichteten über einen Einzug des Papstes und die Umbauarbeiten in der Papstwohnung,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jan Henrik Stens |url=https://www.domradio.de/artikel/wird-leo-xiv-den-apostolischen-palast-einziehen |titel=Des Papstes Gemächer. Wird Leo XIV. in den Apostolischen Palast einziehen? |werk=Domradio.de |datum=2025-06-04 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.net/news/87605 |titel=Papst Leo XIV. wird im Apostolischen Palast wohnen |werk=kath.net |datum=2025-05-30 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; jedoch blieb eine offizielle Bestätigung vorerst aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Hannah Brockhaus |url=https://de.catholicnewsagency.com/news/19943/noch-nicht-bestatigt-aber-leo-xiv-wird-wohl-im-apostolischen-palast-wohnen |titel=Noch nicht bestätigt, aber: Leo XIV. wird wohl im Apostolischen Palast wohnen |werk=[[Catholic News Agency|CNA Deutsch]] |datum=2025-05-16 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61935-umzug-des-papstes-in-apostolischen-palast-noch-ungewiss |titel=Umzug des Papstes in Apostolischen Palast noch ungewiss |werk=katholisch.de |datum=2025-05-25 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinem [[Päpstlicher Privatsekretär|Privatsekretär]] ernannte er den peruanischen Augustinerpater [[Edgard Iván Rimaycuna Inga]], den er 2006 als Priesterseminaristen in Rom kennengelernt und 2015 als Pfarrvikar an die Kathedrale von Chiclayo geholt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kath.ch/newsd/habemus-privatsekretaer-papst-waehlt-jungen-priester-aus-peru/ &#039;&#039;Habemus Privatsekretär – Papst wählt jungen Priester aus Peru&#039;&#039;.] kath.ch, 16. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; 2017 war Rimaycuna nach Rom gezogen, um am [[Päpstliches Bibelinstitut|Päpstlichen Bibelinstitut]] seine Ausbildung fortzusetzen; nachdem 2023 auch Prevost als Erzbischof nach Rom gekommen war, machte er Rimaycuna zu seinem Mitarbeiter im Dikasterium für die Bischöfe.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ewtn.de/2025/05/20/wer-ist-edgard-ivan-rimaycuna-inga-der-privatsekretaer-von-papst-leo-xiv/ &#039;&#039;Wer ist Edgard Iván Rimaycuna Inga, der Privatsekretär von Papst Leo XIV.?&#039;&#039;] ewtn.de, 20. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stol.it/artikel/politik/peruanischer-priester-privatsekretaer-des-neuen-papstes &#039;&#039;Peruanischer Priester Privatsekretär des neuen Papstes&#039;&#039;.] stol.it, 17. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Privatsekretär übt eine protokollarisch unbedeutende, faktisch aber sehr einflussreiche Position aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Der letzte feste Privatsekretär eines Papstes war der deutsche Erzbischof [[Georg Gänswein]], der Benedikt XVI. von 2003 – noch an der Glaubenskongregation – bis zu dessen Tod Ende 2022 diente. Papst Franziskus wechselte seine Sekretäre hingegen alle drei bis vier Jahre aus. [https://de.catholicnewsagency.com/news/19973/wer-ist-edgard-ivan-rimaycuna-inga-der-privatsekretar-von-papst-leo-xiv catholicnewsagency.com], 20. Mai 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die [[Präfektur des Päpstlichen Hauses]] am 17. Juni 2025 mitteilte, wird Papst Leo einige Wochen im Sommer in [[Castel Gandolfo]] verbringen. Der dort liegende Renaissance-Palast ist die traditionelle Sommerresidenz der Päpste, welche allerdings von seinem Amtsvorgänger Franziskus nicht genutzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-06/leo-xiv-macht-sommerferien-in-castel-gandolfo.html |titel=Leo XIV. macht Sommerferien in Castel Gandolfo |werk=Vatican News |datum=2025-06-17 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.die-tagespost.de/kirche/vatikan-und-papst/papst-leo-xiv-verbringt-sommerpause-in-castel-gandolfo-art-264486 |titel=Papst Leo XIV. verbringt Sommerpause in Castel Gandolfo |werk=Die Tagespost |datum=2025-06-18 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Residenz gehört seit dem 16. Jahrhundert dem [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhl]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/62415-zurueck-zur-tradition-papst-leo-xiv-macht-urlaub-in-castel-gandolfo |titel=Zurück zur Tradition: Papst Leo XIV. macht Urlaub in Castel Gandolfo |werk=katholisch.de |datum=2025-06-17 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch den Verzicht von Franziskus, seinen Sommer in Castel Gandolfo zu verbringen, brachen dort die Zahlen an Pilgern und Besuchern ein. Die Stadt erhofft sich mit der Entscheidung eine Steigerung der Besucherzahlen, da sie vor allem vom Tourismus lebt. Diesem ist jedoch förderlich, dass Franziskus den &#039;&#039;Palazzo Pontifico&#039;&#039; 2016 in ein für die Öffentlichkeit zugängliches Museum umwandeln ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://religion.orf.at/stories/2802996/ &#039;&#039;Papst verzichtet auf Sommerresidenz Castel Gandolfo&#039;&#039;.] ORF.at, 14. Oktober 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/papst-residenz-castel-gandolfo-oeffnet-fuer-besucher-14491723.html &#039;&#039;Treten sie&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; ein ins Schlafzimmer des Papstes&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine&#039;&#039; (faz.net), 21. Oktober 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. hat 2025 angekündigt, das Museum bestehen zu lassen und das inzwischen museal aufbereitete Papst-Appartement im Palast nicht zu beziehen. Stattdessen wird er in der &#039;&#039;Villa Barberini&#039;&#039; wohnen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Severina Bartonitschek |url=https://www.katholisch.de/artikel/62620-ein-papst-in-badehose-leo-xiv-macht-urlaub-in-castel-gandolfo |titel=Ein Papst in Badehose? Leo XIV. macht Urlaub in Castel Gandolfo |werk=katholisch.de |abruf=2025-07-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich in den weitläufigen Gärten der Sommerresidenz befindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/papst-leo-xiv-plant-sommerfrische-in-castel-gandolfo-110546064.html &#039;&#039;Papst Leo XIV. plant Sommerfrische in Castel Gandolfo&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine&#039;&#039; (faz.net), 19. Juni 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das gelegentliche Zelebrieren von [[Heilige Messe|Heiligen Messen]] in der Pfarrkirche sowie das traditionelle sonntägliche [[Der Engel des Herrn|Angelus]] aus dem Palastfenster von Castel Gandolfo nimmt er wieder auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin Weber: &#039;&#039;Papst kehrt nach Castelgandolfo zurück / Leo XIV. plant Ferien in der Sommerresidenz – Franziskus hatte die Tradition beendet&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Neue Zürcher Zeitung&#039;&#039;, 23. Juni 2025, S.&amp;amp;nbsp;16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 9. Juli 2025 empfing er den ukrainischen Präsidenten [[Wolodymyr Selenskyj]] in der Villa Barberini.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.unionesarda.it/en/italy/zelensky-is-in-rome-and-the-pope-welcomes-him-to-castel-gandolfo-quot-yes-to-negotiations-in-the-vaticanquot-d8mtm4w5 &#039;&#039;Zelensky is in Rome, and the Pope welcomes him to Castel Gandolfo: “Yes to nogotiations in the Vatican.”&#039;&#039;] L’Unione Sarda.it, 9. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedenspolitik ===&lt;br /&gt;
In Bezug auf die [[Geopolitik]] verurteilte er die [[Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022|russische Invasion der Ukraine]] als „eine echte Invasion, die imperialistischer Natur ist und bei der [[Russland]] versucht, aus Machtgründen Territorium zu erobern“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solcyré Burga |url=https://time.com/7283887/pope-leo-lgbtq-women-migrants-rights/ |titel=Where Pope Leo Stands on Major Issues |werk=Time |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er forderte in einer seiner ersten großen Reden als Papst einen Waffenstillstand im [[Krieg in Israel und Gaza seit 2023|Gaza-Krieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/c0r18dp9lxxo |titel=Pope Leo appeals for no more war in first Sunday address |hrsg=BBC |datum=2025-05-11 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Meredith Deliso, Megan Forrester |url=https://abcnews.go.com/International/new-american-pope-leo-xiv-robert-prevost/story?id=121604332 |titel=What we know about Leo XIV, the new American pope |werk=ABC News |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Haley Ott |url=https://www.cbsnews.com/news/new-pope-robert-prevost-pope-leo-xiv/ |titel=Who is Pope Leo XIV? American Cardinal Robert Prevost is the new pope |werk=CBS News |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. sieht Frieden als zentrales Thema seines Pontifikats und ruft eindringlich dazu auf, „nie wieder Krieg“ zu führen und sich für einen echten, dauerhaften Frieden einzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stern.de/news/papst-leo-xiv--ruft-beim-pfingstgebet-zu-frieden-in-aller-welt-auf-35792758.html? |titel=Papst Leo XIV. ruft beim Pfingstgebet zu Frieden in aller Welt auf |werk=stern.de |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Oliver Marquart |url=https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/papst-leo-xiv-erste-positionen-zu-frieden-frauen-missbrauch-ki-und-migration |titel=Papst Leo XIV.: Erste Positionen zu Frieden, Frauen, Missbrauch, KI und Migration |werk=[[Sonntagsblatt (Bayern)|Sonntagsblatt]] |datum=2025-05-16 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er betont, dass Frieden im Inneren beginnt: „Nur ein friedvolles Herz kann Frieden verbreiten, in der Familie, in der Gesellschaft und in den internationalen Beziehungen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/allgemeiner-appell-des-papstes-zu-frieden-und-versoehnung |titel=Allgemeiner Appell des Papstes zu Frieden und Versöhnung |werk=Domradio.de |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.deutschlandfunk.de/papst-leo-xiv-ruft-in-pfingstbotschaft-zu-frieden-auf-100.html |titel=Vatikan – Papst Leo XIV. ruft in Pfingstbotschaft zu Frieden auf |hrsg=Deutschlandfunk |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gewaltlosigkeit soll die Methode und den Stil aller Entscheidungen, Beziehungen und Handlungen bestimmen. Um den Frieden zu bewahren, ist es unerlässlich, Institutionen des Friedens zu schaffen – sowohl auf politischer Ebene als auch in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-leo-xiv-heiliges-land-naher-osten-israel-palaestina-frieden-krieg-terror-geste-umarmung |titel=Frieden: Leo XIV. würdigt Umarmung von Israeli und Palästinenser |werk=[[Kirche+Leben]] |datum=2025-05-30 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2025 gab die italienische Ministerpräsidentin [[Giorgia Meloni]] bekannt, der Vatikan stehe für [[Waffenstillstandsverhandlungen und Vermittlungsinitiativen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine#Vermittlungsversuche des Heiligen Stuhls|Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine]] zur Verfügung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nikolaus Nützel |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-leo-vermittler-ukraine-100.html |titel=Papst Leo XIV. als Vermittler: Was kann er für die Ukraine bewirken? |werk=tagesschau.de |datum=2025-05-22 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. sagte dazu, dass der Vatikan bereitstehe, „damit sich die Feinde begegnen und einander in die Augen schauen können, damit den Völkern die Hoffnung zurückgegeben wird und ihnen die Würde wiedergegeben wird, die sie verdienen, die Würde des Friedens“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/warum-papst-leo-xiv-ein-friedenspapst-fuer-die-ukraine-sein-kann |titel=Warum Papst Leo XIV. ein Friedenspapst für die Ukraine sein kann. Anzeichen für Verhandlungen im Vatikan |werk=Domradio.de |datum=2025-05-21 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während eines Telefonates im Juni 2025 forderte er [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Wladimir Putin]] zu einer Friedensgeste im Krieg gegen die Ukraine auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/62151-papst-leo-xiv-telefoniert-mit-putin-zu-friedensgeste-aufgefordert |titel=Papst Leo XIV. telefoniert mit Putin – zu Friedensgeste aufgefordert |werk=katholisch.de |datum=2025-06-05 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziallehre ===&lt;br /&gt;
Bereits vor seiner Amtseinführung traf sich Papst Leo XIV. am 17. Mai 2025 in der [[Sala Clementina]] mit Mitgliedern der vatikanischen Stiftung [[Centesimus annus#Centesimus Annus Pro Pontifice (CAPP)|Centesimus Annus Pro Pontifice]] und hob in seiner Ansprache die Bedeutung der [[Katholische Soziallehre|Soziallehre]] der Kirche als Weg der Reflexion und des Dialogs hervor. Der Papst fokussierte in seiner Kernbotschaft auf das Verständnis des Lehramts als offener, gemeinsamer Erkenntnisweg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-audienz-centesimus-annus-stiftung-lehramt-wahrheit.html |titel=Leo XIV.: „Das Lehramt ist ein gemeinsamer Weg zur Wahrheit“ |werk=vaticannews.va |datum=2025-05-17 |sprache=de |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem betonte er die Notwendigkeit des kritischen Denkens im Umgang mit der digitalen Revolution und forderte in dieser historischen Zeit großer sozialer Umwälzungen die Weiterentwicklung der Soziallehre der Kirche durch Zuhören und Dialog.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.osservatoreromano.va/de/news/2025-05/ted-020/soziallehre-der-kirche.html |titel=Papst Leo XIV. empfängt Mitglieder der Stiftung »Centesimus Annus Pro Pontifice« in Audienz: „Soziallehre der Kirche“ |werk=osservatoreromano.va |datum=2025-05-23 |sprache=de |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/05/17/0321/00549.html |titel=Udienza ai Membri della Fondazione “Centesimus Annus Pro Pontifice” |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2025-05-17 |sprache=it |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimapolitik ===&lt;br /&gt;
Aus Anlass des von der Weltkirche ausgerufenen &#039;&#039;Gebetstages zur Bewahrung der Schöpfung&#039;&#039; beklagte Leo&amp;amp;nbsp;XIV. in einem Schreiben, dass „unsere Erde in verschiedenen Teilen der Welt mittlerweile im Verfall begriffen“ sei und die „ökologischen Verwüstungen“ nicht ausreichend Beachtung fänden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rüb&amp;quot; /&amp;gt; Damit knüpft er an das klima- und umweltpolitische Engagement von Papst Franziskus an, das in dessen zweiter Enzyklika von 2015, &#039;&#039;[[Laudato si’]]&#039;&#039;, dargelegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andreas R. Batlogg]]: &#039;&#039;Leo XIV. Der neue Papst.&#039;&#039; Herder, Freiburg im Breisgau 2025, ISBN 978-3-451-39675-5.&lt;br /&gt;
* [[Stefan von Kempis]]: &#039;&#039;Papst Leo XIV. Wer er ist – wie er denkt – was ihn und uns erwartet.&#039;&#039; Patmos, Ostfildern 2025, ISBN 978-3-8436-1625-6.&lt;br /&gt;
* [[Michael Fiedrowicz]]: &#039;&#039;Einheit gibt es nur in Christus. Woher stammt der Wahlspruch Papst Leos XIV. „In jenem Einen eins“?&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Die Tagespost]]&#039;&#039;, 15. Mai 2025, S.&amp;amp;nbsp;9.&lt;br /&gt;
* Thomas Schumacher: &#039;&#039;Leo XIV. Leben, Aussagen, Kontexte&#039;&#039;. Pneuma, 2025, ISBN 978-3-94201365-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Leo XIV|Leo XIV.|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{Catholic-hierarchy|Typ=Bischof|ID=bprevost}} (englisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.vatican.va/content/vatican/de.html Offizielle Seite des Pontifikates Leo XIV.] (deutsch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1284904598|LCCN=no2025054931|VIAF=89050933}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Leo 14}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Papst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematiker (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Augustiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frieden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vatikanbürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Peruaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1955]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Leo_XIV.&amp;diff=623261</id>
		<title>Leo XIV.</title>
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		<updated>2025-07-10T20:25:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Einzelnachweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pope Leo XIV 3 (cropped).png|mini|Papst Leo XIV. (2025)[[Datei:Official signature of Pope Leo XIV.svg|rechts|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Leo XIV.&#039;&#039;&#039; (bürgerlich &#039;&#039;&#039;Robert Francis Prevost&#039;&#039;&#039; [[Augustinerorden|OSA]] ({{IPA|ˈrɒbərt ˈfrænsɪs &#039;priːvoʊst}}); *&amp;amp;nbsp;[[14. September]] [[1955]] in [[Chicago]], [[Illinois]], [[Vereinigte Staaten]]) ist seit seiner [[Konklave 2025|Wahl am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025]] der [[Liste der Päpste|267.]]&amp;amp;nbsp;[[Bischof von Rom]] ([[Papst]]), Oberhaupt der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] und [[souverän]]er [[Monarchie|Monarch]] des Staates der [[Vatikanstadt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Papstwahl war der [[Ordenspriester|Ordensgeistliche]] von 2001 bis 2013 Leiter ([[Generalprior]]) des [[Augustinerorden]]s, von 2015 bis 2023 Bischof des [[Bistum Chiclayo|Bistums Chiclayo]] im Nordwesten [[Peru]]s und zuletzt [[Kurienkardinal]]. Im Januar 2023 wurde er von seinem Vorgänger Papst [[Franziskus (Papst)|Franziskus]] zum [[Präfekt (Römische Kurie)|Präfekten]] des [[Dikasterium für die Bischöfe|Dikasteriums für die Bischöfe]] ernannt, im September 2023 wurde Prevost von Franziskus zum [[Kardinal]] ernannt. Seit 2015 besitzt er neben der [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten]] auch die peruanische Staatsbürgerschaft, außerdem seit 2023 [[von Amts wegen]] die [[Vatikanische Staatsbürgerschaft|des Vatikans]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werdegang ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pope Leo XIV childhood home.jpg|mini|Das Elternhaus von Robert Francis Prevost in [[Dolton (Illinois)|Dolton]], Illinois (2025)]]&lt;br /&gt;
Prevost entstammt einer „urkatholischen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot;&amp;gt;Thomas Jansen, [[Matthias Rüb]], Tim Niendorf: [https://www.faz.net/aktuell/politik/leo-xiv-ist-ein-nahezu-undenkbarer-papst-110467260.html &#039;&#039;Ein nahezu undenkbarer Papst&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&#039;&#039;, 10. Mai 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Familie mit [[Frankreich|französischen]], [[italien]]ischen und [[Kreolen|kreolischen]] Wurzeln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset |url=https://www.nytimes.com/2025/05/10/us/pope-creole-new-orleans-records.html |titel=See Historical Records Documenting the Pope’s Creole Roots in New Orleans |werk= The New York Times |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Henry Louis Gates, Jr.|Henry Louis Gates Jr]] |Titel=We Traced Pope Leo XIV’s Ancestry Back 500 Years. Here’s What We Found. |Sammelwerk=The New York Times |Datum=2025-06-11 |ISSN=0362-4331 |Online=https://www.nytimes.com/interactive/2025/06/11/magazine/pope-leo-xiv-ancestry-family-tree.html |Abruf=2025-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Henry Louis Gates Jr |Titel=Five Key Discoveries in the Family Tree of Pope Leo XIV |Sammelwerk=The New York Times |Datum=2025-06-12 |ISSN=0362-4331 |Online=https://www.nytimes.com/2025/06/12/magazine/pope-leo-xiv-family-tree-takeaways.html |Abruf=2025-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Großvater des Papstes väterlicherseits, Salvatore Giovanni Riggitano, stammte aus Italien und änderte nach seiner Auswanderung in die USA im Jahr 1905 seinen Namen in John R. Prevost – er übernahm dabei den Geburtsnamen seiner Schwiegermutter, der Französin Jeanne Eugénie Prévost (1864–1939).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam Sosnowski |Titel=Leon XIV. Biografia ilustrowana |Verlag=Biały Kruk |Ort=Krakau |Datum=2025 |ISBN=978-83-7553-432-0 |Seiten=39-40}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Vater des Papstes Louis Marius Prevost (1920–1997) war [[Frankreich|französischer]] und italienischer Abstammung und diente im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in der [[United States Navy|U.S. Navy]]. Er nahm im Juni 1944 an der [[Operation Overlord|Landung der alliierten Streitkräfte]] in der [[Normandie]] teil. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Pädagoge im Brookwood School District 167 und an der Mount Carmel Elementary School in Chicago.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Vergun |url=https://www.defense.gov/News/News-Stories/Article/Article/4180629/pope-leo-xivs-father-served-in-the-navy-during-world-war-ii/ |titel=Pope Leo XIV’s father, Louis Marius Prevost, served in the Navy during World War II |hrsg=U.S. Department of Defense |datum=2025-05-09 |sprache=en |abruf=2025-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuletzt war er [[Schulleitung|Superintendent]] für Schulen in Chicago.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.schweizer-illustrierte.ch/family/leo-xiv-geboren-um-papst-zu-werden-822575 |titel=Papst Leo XIV: Vom Chicagoer Arbeiterviertel zum Vatikan |werk=Schweizer Illustrierte |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Mutter Mildred Martínez (1911–1990) hatte [[Kreolen#Creoles in den USA|Louisiana-kreolische]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset, Robert Chiarito |url=https://www.nytimes.com/2025/05/08/us/pope-leo-creole-new-orleans.html |titel=New Pope Has Creole Roots in New Orleans |werk=[[The New York Times]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie [[Hispaniola|hispaniolische]] Vorfahren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset |url=https://www.nytimes.com/2025/05/10/us/pope-creole-new-orleans-records.html |titel=See Historical Records Documenting the Pope’s Creole Roots in New Orleans |werk=[[The New York Times]] |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elizabeth Thomas, Alondra Valle, Emily Chang |url=https://abcnews.go.com/US/pope-leo-xivs-family-tree-shows-black-roots/story?id=121644537 |titel=Pope Leo XIV’s family tree shows Black roots in New Orleans |werk = ABC News |datum=2025-05-10|sprache=en |abruf= 2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und war Bibliothekarin.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Emily Burack |url=https://www.townandcountrymag.com/society/money-and-power/a64716116/pope-leo-xiv-family-explained/ |titel=A Guide to Pope Leo XIV’s Family |hrsg=Town&amp;amp;Country |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine mögliche spanische und maltesische Herkunft ist unwahrscheinlich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor = Neville Borg |url = https://timesofmalta.com/article/factcheck-does-pope-leo-xiv-maltese-ancestry.1109688 |titel = Fact-check: Does Pope Leo XIV have Maltese ancestry? |werk= Times of Malta |datum= 2025-05-15 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Prevost hat zwei ältere Brüder, Louis Martín&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=qXOGP9pr-Ik |titel=Pope Leo XIV’s brothers describe growing up with new pontiff, his path to papacy |hrsg=CBS News |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und John Joseph,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=4DOdpsNRmVc |titel=Pope Leo’s brother shares family photos with ABC News |hrsg=ABC News |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ein ehemaliger Rektor einer katholischen Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=j2qE4milC4A |titel=Full interview: Pope Leo XIV’s brother reacts to history-making moment |hrsg=CBS Chicago |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Eltern waren in der Pfarrei [[St. Mary of the Assumption (Chicago)|St.&amp;amp;nbsp;Mary of the Assumption]] in Chicago aktiv, wo er wie seine Brüder als Messdiener ([[Ministrant]]) tätig war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/en/pope/news/2025-05/biography-of-robert-francis-prevost-pope-leo-xiv.html |titel=Biography of Robert Francis Prevost, Pope Leo XIV |hrsg=Vatican News |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ronny Reyes |url=https://nypost.com/world-news/who-is-robert-prevost-pope-leo-xiv/ |titel=Who is Robert Prevost? Meet Leo XIV, the first American pope |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbildung und Positionen im Augustinerorden (1955–2013) ===&amp;lt;!--Achtung! Nur lizenzrechtlich einwandfreie Bilder verwenden!--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Prevost besuchte bis zu seinem Highschool-Abschluss im Jahre 1973 ein [[Bischöfliches Knabenseminar|katholisches High-School-Seminar]], The Saint Augustine Seminary, in [[Michigan]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Rachel Van Gilder, Josh Sanchez |url=https://www.woodtv.com/news/allegan-county/new-pope-attended-catholic-school-in-west-michigan/ |titel=New pope attended Catholic high school in West Michigan |hrsg=woodtv.com |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und studierte an der [[Villanova University]] in Villanova bei [[Philadelphia]] zunächst [[Mathematik]] und [[Philosophie]].&amp;lt;ref&amp;gt;José Antonio Jacinto Fiestas: &#039;&#039;Biografía de Monseñor Robert Francis Prevost Martínez O.S.A.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Somos Iglesia&#039;&#039; (Chiclayo), Jg. 2015, Juni-Heft, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den [[Prüfung|Examina]] in beiden Fächern im Jahre 1977 trat er der [[Ordensgemeinschaft]] der [[Augustinerorden|Augustiner]] bei und durchlief das [[Novize|Noviziat]]. Dann studierte er bis 1982 Theologie an der [[Catholic Theological Union]] in Chicago ([[Master of Divinity]]), anschließend an der [[Päpstliche Universität Heiliger Thomas von Aquin|Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin]] in Rom („[[Angelicum]]“) [[Kirchenrecht]]. Am 29. August 1981 legte er das ewige [[Ordensgelübde]] (Profess) ab und empfing am 19. Juni 1982 in Rom im Augustinerkolleg von Santa Monica das [[Sakrament]] der [[Weihesakrament#Presbyterat|Priesterweihe]] durch den belgischen Erzbischof [[Jean Jadot (Bischof)|Jean Jadot]], damals Vizepräsident des Päpstlichen Rates für die Nichtchristen (heute [[Dikasterium für den Interreligiösen Dialog]]). 1987 wurde er mit einer kirchenrechtlichen [[Dissertation]] von der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin in Rom zum [[Doktor der Rechte#Kanonisches Recht|Dr. iur. can.]] promoviert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://angelicum.it/the-angelicum-congratulates-his-holiness-pope-leo-xiv/ |titel=The Angelicum joyfully welcomes the election of our distinguished alumnus, Pope Leo XIV |hrsg=Pontifical University of St. Thomas Aquinas |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Thema der Dissertation lautete „Die Rolle des örtlichen Priors im Orden des [[Augustinus von Hippo|heiligen Augustinus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-01/vatikan-ernennung-prevost-bischofsdikasterium-ouellet-rueckritt.html |titel=Bischof Robert Francis Prevost wird neuer Präfekt des Bischofs-Dikasteriums |werk=Vatican News |datum=2023-01-30 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Francis Prevost |Titel=The office and authority of the local prior in the Order of Saint Augustine |Sammelwerk=Dissertazioni dottorali Pontificia Università S.Tommaso d’Aquino: Diritto Canonico |Ort=Rom |Datum=1987 |Sprache=en |OCLC=1203536266}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1985 bis 1987 arbeitete er als [[Missionar#Christentum|Missionar]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.diepresse.com/19663710/robert-prevost-ist-papst-leo-xiv-diplomat-missionar-pragmatiker |titel=Robert Prevost ist Papst Leo XIV.: Diplomat, Missionar, Pragmatiker |werk=[[DiePresse.com]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Louis Berger |url=https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-leo-xiv-robert-prevost-neuwahl-franziskus-synodalitaet-mission-missionar-liebe-gott-franziskus |titel=Papst Leo XIV. – ein synodaler Missionar der Liebe Gottes |werk=[[Kirche+Leben#Onlinemagazin|kirche-und-leben.de]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.net/news/87461 |titel=Leon XIV.: „Ich betrachte mich immer noch als Missionar!“ |werk=[[kath.net]] |datum=2025-05-10 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der traditionell von Augustinern betreuten damaligen Territorialprälatur Chulucanas und heutigem [[Bistum Chulucanas]] in Peru. 1987 wurde er zum Leiter der [[Berufungspastoral]] und Missionsdirektor der Augustinerprovinz „Mutter des Guten Rates“ in [[Olympia Fields]] in [[Illinois]] gewählt. Von 1988 bis 1998 wirkte er als Leiter des gemeinsamen Ausbildungsprojekts für Augustiner-Aspiranten aus den Vikariaten [[Chulucanas]], [[Iquitos]] und [[Region Apurímac|Apurímac]] im [[Erzbistum Trujillo]], ebenfalls in Peru. Dort war er [[Prior]] seines Ordens (1988–1992), Ausbildungsleiter (1988–1998), Lehrer der [[Ordensgelübde|Professen]] (1992–1998) und [[Provinzial]]oberer der Augustiner in Peru (1998–2001).&lt;br /&gt;
[[Datei:Kathedralbasilika St. Maria, Trujillo, Peru,.jpg|mini|Die [[Kathedrale von Trujillo|Kathedralbasilika St. Maria]] ist der Stammsitz des Erzbistums Trujillo in Peru, in dem Prevost nahezu 10 Jahre wirkte. Die kunsthistorisch bedeutende Kathedrale wurde zwischen 1647 und 1666 erbaut.]]&lt;br /&gt;
Im Erzbistum Trujillo war er [[Offizial|Kirchengerichtsvikar]] (1989–1998) und Professor für [[Kirchenrecht]], [[Patristik]] und [[Moraltheologie|Moral]] am Priesterseminar „San Carlos y San Marcelo“.&amp;lt;ref&amp;gt;Julián Ros Córcoles: &#039;&#039;Reseña de novedades canónicas del año 2023&#039;&#039;. In: Carmen Peña, Teresa Pueyo Morer (Hrsg.): &#039;&#039;Justicia, seguridad jurídica y pastoral. Cuestiones relativas a la creación y aplicación de la ley canónica&#039;&#039;. Madrid 2024, S. 283–313, hier: S. 299.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1998 wurde Prevost zum Provinzialprior der [[Ordensprovinz]] in Chicago gewählt, das Amt trat er im März 1999 an. Im Jahr 2000 erlaubte er einem seit 1991 wegen Missbrauchsvorwürfen suspendierten Augustinerpater, unter Aufsicht in einem Kloster in Chicago zu wohnen. Dieser wurde 2002 nach Einführung strengerer Regeln zum Umgang mit des Missbrauchs Beschuldigten &#039;&#039;(Dallas Charter)&#039;&#039; umgesiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.pillarcatholic.com/p/vatican-congregation-member-allowed |titel=Vatican congregation member allowed priest accused of child abuse to live near Catholic school |hrsg=The Pillar |datum=2021-03-16 |sprache=en |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Robert Prevost 2012 alternative fixed proportions (cropped).jpg|mini|hochkant|Pater Robert Prevost als Generalprior der Augustiner (2012)]]&lt;br /&gt;
Von 2001 bis 2013 war Prevost [[Generalsuperior|Generaloberer]] des Augustinerordens mit Sitz in Rom. Prevost beherrscht die Sprachen Englisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch und liest Deutsch und Latein, die [[Lingua franca]] der römisch-katholischen Kirche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt; Auch eine „normale Unterhaltung“ auf Deutsch sei mit ihm möglich, wie sich zwischen 2001 und 2013 gezeigt hat, als er in seiner Amtszeit als Ordensoberer mehrmals die österreichischen und deutschen Augustiner besuchte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Anna-Lena Schlitt | url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-05/konklave-2025-papstwahl-kardinaele-vatikan-live | titel=Katholische Kirche: So verlief die Wahl von Papst Leo XIV. | werk=[[zeit.de]] | datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während seines Aufenthalts in Peru erwarb Leo Grundkenntnisse in einer der [[Quechua]]-Sprachen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Federico Rivas Molina |url=https://elpais.com/america/2025-05-10/prevost-el-papa-peruano-misionero-y-politico.html |titel=Prevost, el Papa ‘peruano’: misionero y político |datum=2025-05-10 |sprache=es |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost vertrat bei einer Ansprache im Jahr 2012 die Auffassung, dass die westlichen [[Massenmedien]] „außerordentlich effektiv“ darin seien, Sympathien für Lebensstile und Überzeugungen hervorzurufen, die der Botschaft der Bibel widersprächen. Als Beispiele nannte er den „[[Homosexualität|homosexuellen]] Lebensstil“, [[Schwangerschaftsabbruch|Abtreibung]] und [[Sterbehilfe]]. Insbesondere lehnte er positive oder sympathisierende Darstellungen von [[Regenbogenfamilie]]n in Film und Fernsehen ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stern.de/politik/ausland/robert-francis-prevost-ist-papst-leo-xiv--der-fast-perfekte-kompromiss-35707076.html |titel=Robert Francis Prevost ist Papst Leo XIV.: Der fast perfekte Kompromiss |werk=stern.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Marina Dunbar, Jakub Krupa, Marina Dunbar (now), Jakub Krupa (earlier) |url=https://www.theguardian.com/world/live/2025/may/08/new-pope-conclave-vatican-white-black-smoke-papacy-catholic-cardinals?page=with:block-681d07f78f087953796a09f4#block-681d07f78f087953796a09f4 |titel=Robert Francis Prevost becomes first US pope and will be known as Leo XIV – live |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube|id=QXVkJ5TQi1s|titel=Pope Leo on media and evangelization. Full 2012 interview|uploader=[[Catholic News Service]]|upload=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit in Chiclayo (2014–2023) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Santa María Catedral - Chiclayo.jpg|mini|Die Kathedrale Santa María in [[Chiclayo]], Peru, Prevosts Bischofskirche als Oberhirte der [[Bistum Chiclayo|Diözese Chiclayo]] von 2015 bis 2023 (2018)|links]]&lt;br /&gt;
Am 3.&amp;amp;nbsp;November 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum [[Titularbischof]] der ehemaligen Diözese &#039;&#039;[[Titularbistum Sufar|Sufar]]&#039;&#039; und bestellte ihn zum [[Apostolischer Administrator|Apostolischen Administrator]] von [[Bistum Chiclayo|Chiclayo]] in Peru.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2014/11/03/0814/01717.html |titel=Rinuncia del Vescovo di Chiclayo (Perú) e nomina dell’Amministratore Apostolico |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=[[Presseamt des Heiligen Stuhls]] |datum=2014-11-03 |sprache=it |abruf=2014-11-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Amtseinführung als Administrator folgte vier Tage später. Der [[Apostolischer Nuntius|Apostolische Nuntius]] in Peru, Erzbischof [[James Patrick Green]], spendete ihm am 12.&amp;amp;nbsp;Dezember desselben Jahres die [[Weihesakrament#Episkopat|Bischofsweihe]]. [[Konsekration|Mitkonsekratoren]] waren der Altbischof von Chiclayo, [[Jesús Moliné Labarta]], und der Erzbischof von [[Erzbistum Ayacucho oder Huamanga|Ayacucho und Huamanga]], [[Salvador Piñeiro García-Calderón]]. Papst Franziskus ernannte ihn am 26.&amp;amp;nbsp;September 2015 zum Bischof von Chiclayo.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2015/09/26/0722/01562.html#NomDue |titel=Nomina del Vescovo di Chiclayo (Perú) |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2015-09-26 |sprache=it |abruf=2015-09-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da laut einem 1980 abgeschlossenen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.concordatwatch.eu/concordat-with-the-military-junta-1980-text--t39261 Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Peru] auf &#039;&#039;concordatwatch.eu&#039;&#039;, hier: Artikel 7&amp;lt;/ref&amp;gt; Staatsvertrag zwischen dem Vatikan und Peru ([[Konkordat]]) nur peruanische Staatsbürger zu Bischöfen ernannt werden dürfen, erwarb er am 24.&amp;amp;nbsp;August 2015 die peruanische Staatsbürgerschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sn.at/politik/weltpolitik/wer-papst-leo-xiv-178166068 |titel=Wer ist der neue Papst Leo XIV.? |werk=[[Salzburger Nachrichten]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Carlos Oré Arroyo |url=https://www.infobae.com/peru/2025/05/08/el-papa-es-ciudadano-peruano-robert-prevost-fue-elegido-como-el-sucesor-de-francisco-i/ |titel=El papa es ciudadano peruano: Robert Prevost fue elegido como el sucesor de Francisco |werk=infobae.com |datum=2025-05-08 |sprache=es |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mitra Taj, Julie Turkewitz, Genevieve Glatsk |url=https://www.nytimes.com/2025/05/09/world/europe/pope-peru-reaction.html |titel=Peru Celebrates Pope Leo XIV and Claims Him as Their Own|werk=[[The New York Times|nytimes.com]] |sprache=en |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ernennung zum Bischof durch Franziskus war als Warnsignal des Vatikans an damals einflussreiche rechtskatholische Gruppen – wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Sodalitium Christianae Vitae]] – zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sandra Weiss, Hildegard Willer |url=https://www.riffreporter.de/de/international/papst-leo-xiv-robert-prevost-peru-vatikan-katholische-kirche |titel=Blick hinter die Kulissen der Katholischen Kirche: Wie tickt der neue Papst, Leo XIV.? |hrsg=[[RiffReporter]] |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Zeit als Bischof gewann er einen Ruf als „Kämpfer gegen Armut, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Peter Burghardt |url=https://www.tagesanzeiger.ch/robert-francis-prevost-peru-feiert-seinen-papst-leo-xiv-667121719450 |titel=Zweite Heimat von Leo XIV.: Peru feiert seinen Papst als «zutiefst spirituell und menschlich» |werk=[[Tages-Anzeiger]] |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So kümmerte er sich beispielsweise um die Personen in den Armenvierteln, die vom Wetterphänomen [[El Niño]] betroffen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tobias Käufer |url=https://www.rnd.de/panorama/in-gummistiefeln-im-schlamm-von-el-nino-der-papst-wurde-in-peru-gepraegt-E5J2PAUHGZHFZBAEIHVPVFIRKE.html |titel=In Gummistiefeln im Schlamm von El Niño – der Papst wurde in Peru geprägt |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem unterstützte er Armenküchen und andere Wohltätigkeitszwecke. Außerdem setzte er sich für bessere Wohnverhältnisse an der Nordküste ein, da diese besonders von Überflutungen betroffen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/c0ln80lzk7ko |titel=Who is Robert Prevost, the new Pope Leo XIV and first American pope? |datum=2025-05-09 |sprache=en |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2017 forderte Prevost den ehemaligen Staatspräsidenten von Peru, [[Alberto Fujimori]], öffentlich auf, sich bei den Opfern des von ihm geführten Staatsterrorismus zu entschuldigen. Zudem traf er sich auch mit Opfern im Rahmen des Missbrauchsskandals um die Kongregation [[Sodalicio de Vida Cristiana]] und leitete die Informationen darüber an Papst Franziskus weiter, der die Kongregation daraufhin auflöste.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Ladurner |Titel=Robert Prevost in Peru: Immer auf der Seite der Schwachen und Gedemütigten |Sammelwerk=Die Zeit |Ort=Hamburg |Datum=2025-05-16 |ISSN=0044-2070 |Online=https://www.zeit.de/2025/20/robert-prevost-peru-papst-missionar-chulucanas |Abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel Deckers |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/peru-praegt-papst-leo-xiv-was-weggefaehrten-berichten-110481629.html |titel=Was der neue Papst in Peru lernte |werk=Frankfurter Allgemeine (faz.net) |datum=2025-05-18 |sprache=de |abruf=2025-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13.&amp;amp;nbsp;Juli 2019 berief ihn Papst Franziskus für fünf Jahre zum Mitglied der [[Dikasterium für den Klerus|Kongregation für den Klerus]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2019/07/13/0589/01216.html#no |titel=Nomina di Membri della Congregazione per il Clero |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2019-07-13 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 21.&amp;amp;nbsp;November 2020 zum Mitglied der [[Dikasterium für die Bischöfe|Kongregation für die Bischöfe]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/11/21/0601/01405.html#membri |titel=Nomina di Membri della Congregazione per i Vescovi |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2020-11-21 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom 15.&amp;amp;nbsp;April 2020 bis zum 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2021 war er während der [[Sedisvakanz]] zusätzlich Apostolischer Administrator von [[Bistum Callao|Callao]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/04/15/0227/00504.html#callao |titel=Rinuncia del Vescovo di Callao (Perú) e nomina dell’Amministratore Apostolico „sede vacante“ |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2020-04-14 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 wurde bekannt, dass Prevost 2022 eine kanonische Voruntersuchung wegen Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Priester der Diözese Chiclayo eingeleitet hatte. In Erklärungen gegenüber der linksliberalen peruanischen Zeitung &#039;&#039;[[La República (Peru)|La República]]&#039;&#039; sagte Prevost: „Wenn Sie Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Priester sind, melden Sie es.“ Laut Diözesanangaben wurden die Ergebnisse im Juli 2022 an das vatikanische Hauptamt für die Glaubens- und Sittenlehre ([[Dikasterium für die Glaubenslehre]]) weitergeleitet, das – wie die staatlichen Behörden Perus – eine unzureichende Beweislage attestierte. In der Nachrichtensendung vom 8.&amp;amp;nbsp;September 2024 warfen die mutmaßlichen Opfer Bischof Prevost Vertuschung vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Agren |url=https://www.ncronline.org/news/cardinals-former-diocese-denies-claim-clerical-sexual-abuse-cover |titel=Cardinal’s former diocese denies claim of clerical sexual abuse cover-up |werk=ncronline.org |datum=2024-09-18 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die peruanischen Investigativreporter Pedro Salinas und Paola Ugaz, die den Fall umfangreich recherchiert haben, sind der Auffassung, dass die Anschuldigungen gegen Prevost falsch seien. Im Gegenteil: Bei ihren Recherchen hätten sie in Prevost einen Verbündeten gefunden, der ihnen auch einen direkten Zugang zu Papst Franziskus eröffnet habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit im Vatikan ===&lt;br /&gt;
==== Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe (2023–2025) ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Cardinal Robert F. Prevost at the Consistory on 30 September 2023 (cropped portrait).jpg|mini|hochkant|Kardinal Robert Prevost (2023)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Coat of arms of Robert Francis Prevost Martinez (cardinal).svg|miniatur|hochkant|Kardinalswappen von Robert Francis Prevost (2023–2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen wahlspruch&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Borgo - Chiesa di Santa Monica.JPG|mini|hochkant|Die Kirche &#039;&#039;Santa Monica degli Agostiniani&#039;&#039;, Kardinal Prevosts [[Titelkirche]] in Rom und der Ort seiner Priesterweihe im Jahr 1982]]&lt;br /&gt;
Am 30.&amp;amp;nbsp;Januar 2023 ernannte ihn Papst Franziskus zum [[Erzbischof]] und zum Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe; zu seinen Amtspflichten gehörte auch die Überwachung der Durchsetzung der Richtlinien zur Bekämpfung sexuellen Missbrauchs in den [[Diözese]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Matthias Rüb |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/neuer-papst-leo-xiv-wer-ist-robert-prevost-110465102.html |titel=Neuer Papst Leo XIV.: Wer ist Robert Prevost? |werk=faz.net |hrsg=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war damit an den Bischofsernennungen weltweit beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/konklave-papst-prevost-leo-100.html |titel=Papst Leo XIV. — Reformer, Weltbürger, Pragmatiker |werk=[[Tagesschau (ARD)|tagesschau.de]] |hrsg=Norddeutscher Rundfunk |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugleich bestellte ihn Papst Franziskus zum Präsidenten der [[Päpstliche Kommission für Lateinamerika|Päpstlichen Kommission für Lateinamerika]]. Er trat das Amt am 12.&amp;amp;nbsp;April 2023 an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/01/30/0086/00207.html#vescovi |titel=Rinuncia del Prefetto del Dicastero per i Vescovi e Presidente della Pontificia Commissione per l’America Latina e Nomina del successore |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-01-30 |sprache=it |abruf=2023-01-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit folgte er in beiden Ämtern auf Kardinal [[Marc Ouellet]], der von dem Amt altersbedingt zurücktrat.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-01/vatikan-ernennung-prevost-bischofsdikasterium-ouellet-rueckritt.html |titel=Bischof Robert Francis Prevost wird neuer Präfekt des Bischofs-Dikasteriums |datum=2023-01-30 |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost gilt als pragmatischer Diplomat. So verhandelte er beispielsweise an der Seite von Kardinalstaatssekretär [[Pietro Parolin]] zwischen den deutschen Bischöfen und dem Vatikan, als der [[Synodaler Weg|Synodale Weg]] im Jahr 2023 auf Kritik stieß.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kardinal Prevost begrüßte das in der neuen Kurienverfassung festgelegte Verfahren, dass nun auch Laien an der Auswahl von Bischöfen mitwirken können. Ihm zufolge bedeutete das dennoch nicht, dass die „Ortskirche ihren Hirten wählen muss, als ob die Berufung zum Bischof das Ergebnis einer demokratischen Abstimmung, eines fast ‚politischen‘ Prozesses wäre“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/44891-praefekt-des-bischofsdikasteriums-bischofswahl-nicht-demokratisieren |titel=Präfekt des Bischofsdikasteriums: Bischofswahl nicht demokratisieren |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2023 äußerte er sich bei der [[Weltsynode]] zur Synodalität mit Bezug auf die [[Frauenordination (Christentum)|Frauenordination]] skeptisch und meinte, dass sie „nicht unbedingt ein Problem löst, sondern vielleicht ein neues Problem schafft“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Courtney Mares |url=https://de.catholicnewsagency.com/news/14316/kardinal-bei-weltsynode-klerikalisierung-von-frauen-wird-probleme-nicht-losen |titel=Kardinal bei Weltsynode: „Klerikalisierung von Frauen“ wird Probleme nicht lösen |hrsg=[[Katholische Nachrichten-Agentur|KNA]] |datum=2023-08-27 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 sagte Prevost in einem Interview, er habe im Zuge der Weltsynode gelernt, wie viele verschiedene Sichtweisen es auf die Rolle des Bischofs gebe. Der Grundsatz sei jedoch seiner Meinung nach, dieser solle kein „kleiner Fürst sein, der in seinem Königreich sitzt“ &#039;&#039;(little prince sitting in his kingdom)&#039;&#039;, sondern sei „authentisch dazu berufen, bescheiden zu sein; den Menschen, denen er dient, nahe zu sein, mit ihnen zu gehen, mit ihnen zu leiden“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=AVRu6DWxF-A |titel=Cardinal Prevost: „A bishop is called to suffer with the people he serves“ |werk=Vatican News – English |datum=2024-10-23 |format=YouTube-Video, 1:06 min. |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Prevost gilt als Unterstützer des synodalen Prinzips, und in seiner ersten Ansprache als Papst bekräftigte er, dass „wir euch allen Brüdern und Schwestern (…) eine synodale Kirche sein wollen, eine Kirche, die unterwegs ist“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/05/08/0299/00524.html |titel=Prima Benedizione “Urbi et Orbi” del Santo Padre Leone XIV |werk=vatican.va |sprache=it |abruf=2025-05-21 |kommentar=mit deutscher Übersetzung der Ansprache}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Veröffentlichung der Deklaration &#039;&#039;Fiducia supplicans&#039;&#039; des Dikasteriums für die Glaubenslehre, die die [[Segnung und Trauung gleichgeschlechtlicher Paare|Segnung von nicht kirchlich verheirateten Paaren]] erlaubt, betonte Prevost die Rolle der nationalen Bischofskonferenzen. Diese müssten seiner Meinung nach angesichts der kulturellen Unterschiede über die lehrmäßige Autorität verfügen, solche Richtlinien in ihrem lokalen Kontext auszulegen und anzuwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Felipe Salvosa II |url=https://cbcpnews.net/cbcpnews/same-sex-blessings-issue-highlights-need-for-bishops-conferences-doctrinal-authority/ |titel=Same-sex blessings issue highlights need for bishops’ conferences’ doctrinal authority |werk=cbcpnews.net |datum=2024-10-24 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost kritisierte auf [[X (soziales Netzwerk)|X]] mehrmals die [[Kabinett Trump II|Regierung Trump]], insbesondere Präsident [[Donald Trump]] und den 2019 zum Katholizismus konvertierten Vizepräsidenten [[JD Vance]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2025-05-09&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Alexander Sarovic |url=https://www.spiegel.de/ausland/papst-leo-xiv-kein-mann-nach-donald-trumps-geschmack-a-e56b3ed4-108d-406e-af57-1f45a96cca60 |titel=Ein Papst, so gar nicht nach Trumps Geschmack |werk=[[Der Spiegel]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.derstandard.at/story/3000000268975/bloss-verhaltene-freude-bei-trump-vance-co-nach-wahl-von-papst-leo-xiv |titel=Bloß verhaltene Freude bei Trump, Vance und Co nach Wahl von Papst Leo XIV. |werk=[[derStandard.at]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In einigen seiner Beiträge zeigte er Sympathien mit [[Flüchtling]]en sowie mit [[Tötung von George Floyd|George Floyd]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nikki McCann Ramirez, Tim Dickinson |url=https://www.rollingstone.com/politics/politics-news/new-pope-robert-prevost-social-media-maga-meltdown-1235334802/ |titel=MAGA Melts Down Over New Pope’s Anti-Trump, Pro-Immigrant Social Media |werk=[[Rolling Stone]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Léonie Chao-Fong, Marina Dunbar, Jakub Krupa, Léonie Chao-Fong (now); Marina Dunbar, Jakub Krupa (earlier) |url=https://www.theguardian.com/world/live/2025/may/08/new-pope-conclave-vatican-white-black-smoke-papacy-catholic-cardinals?page=with:block-681d044a8f082cdfc1dab0b0#block-681d044a8f082cdfc1dab0b0 |titel=Robert Francis Prevost becomes first US pope and will be known as Leo XIV – live |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er sprach sich, ähnlich wie Papst Franziskus, wiederholt für entschiedenes Handeln gegen den [[Globale Erwärmung|menschengemachten Klimawandel]] aus (siehe auch &#039;&#039;[[Laudato si’]]&#039;&#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Viktoria Bräuner, Dominik Straub |url=https://www.tagesspiegel.de/internationales/mathematiker-missionar-diplomat-wer-ist-der-us-amerikanische-papst-leo-xiv-13661455.html |titel=Mathematiker, Missionar, Diplomat: Wer ist der US-amerikanische Papst Leo XIV.? |werk=[[Tagesspiegel]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er rief die Kirche dazu auf, größere Anstrengungen gegen die [[Umweltschaden|Zerstörung der Erde]] zu unternehmen. Die [[Dominium terrae|Beherrschung der Welt]] dürfe nicht „tyrannisch“ werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/en/vatican-city/news/2024-11/climate-change-conference-latin-america-cardinals-rome.html |titel=Pope: Climate change impacts poorest and requires global cooperation |werk=Vatican News |datum=2024-11-29 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solcyré Burga |url=https://time.com/7283887/pople-leo-lgbtq-women-migrants-rights/ |titel=Where Pope Leo Stands on Major Issues |werk=[[Time]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vollversammlung der Kardinäle ([[Konsistorium]]) vom 30.&amp;amp;nbsp;September 2023 nahm ihn Papst Franziskus als [[Kardinalsklasse#Kardinaldiakone|Kardinaldiakon]] mit der [[Diakonie (Rom)|Titeldiakonie]] &#039;&#039;[[Santa Monica (Rom)|Santa Monica]]&#039;&#039; in das [[Kardinalskollegium]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/09/30/0682/01498.html |titel=Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli e delle Diaconie ai nuovi Cardinali |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-09-30 |sprache=it |abruf=2023-09-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Besitzergreifung#Besitzergreifung im Kirchenrecht|Besitzergreifung]] seiner Titeldiakonie, der Klosterkirche des Augustinerkollegs, fand am 28.&amp;amp;nbsp;Januar des folgenden Jahres statt. Am 6.&amp;amp;nbsp;Februar 2025 erhob ihn der Papst zum [[Kardinalsklasse#Kardinalbischöfe|Kardinalbischof]] des [[Bistum Albano|suburbikarischen Bistums Albano]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/02/06/0113/00233.html#osa |titel=Promozione all’Ordine dei Vescovi dell’Em.mo Card. Robert Francis Prevost, O.S.A. |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2025-02-06 |sprache=it |abruf=2025-02-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11.&amp;amp;nbsp;Februar 2025 verlieh der [[Großmeister des Malteserordens|Großmeister]] des [[Souveräner Malteserorden|Malteserordens]] Fra’ [[John Dunlap]] Prevost die Insignien des Ehren- und Devotions-[[Großkreuz]]-[[Ballei|Bailli]] des Ordens.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.orderofmalta.int/de/nachrichten/kardinal-robert-francis-prevost-die-insignien-des-ehren-und-devotions-grosskreuz-bailli-verliehen/ |titel=Kardinal Robert Francis Prevost die Insignien des Ehren- und Devotions-Großkreuz-Bailli verliehen |hrsg=Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta |datum=2025-02-11 |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kardinalswappen ====&lt;br /&gt;
Das Kardinalswappen von Prevost ist vom Wappenschild her nahezu identisch mit seinem Wappen als Papst. Allerdings ist der untere rechte Sektor hier weiß unterlegt und das Banner, auf dem sein Wahlspruch steht, ist gelb. Zudem befindet sich hinter dem Wappenschild ein Kardinalshut ([[Galero]]) mit zweimal 15 roten [[Fiocchi]] ([[Quaste]]n), der auf sein Kardinalsamt hinweist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ilmessaggero.it/de/das_wappen_von_papst_prevost-8824001.html#?refresh_ce |titel=Das Wappen von Papst Prevost |werk=Il Messaggero |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wahlspruch ====&lt;br /&gt;
Der bischöfliche [[Wahlspruch#Kirchliche Würdenträger|Wahlspruch]] ist einer Predigt des heiligen [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] (&#039;&#039;Enarrationes in Psalmos&#039;&#039; 127,3) entnommen: {{&amp;quot; |Text=nos multi in illo uno unum |Sprache=la}},&amp;lt;ref&amp;gt;S. Aurelii Augustini: &#039;&#039;Enarrationes in Psalmos&#039;&#039;. In: [[Patrologia Latina]], Bd. 37, Sp. 1679 ([https://www.augustinus.it/latino/esposizioni_salmi/esposizione_salmo_185_testo.htm In Psalmum 127 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; sinngemäß: {{&amp;quot; |Text=In jenem einen (Christus) sind wir vielen eins}} oder {{&amp;quot; |Text=In dem einen Christus sind wir eins}}.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://bistum-regensburg.de/news/kardinal-robert-francis-prevost-ist-der-neue-papst-leo-xiv |titel=Habemus papam |titelerg=Kardinal Robert Francis Prevost ist der neue Papst Leo XIV. |hrsg=Bistum Regensburg |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Augustinuszitat wurde zu {{&amp;quot; |Text=in illo uno unum |Sprache=la}}, sinngemäß: {{&amp;quot; |Text=In jenem einen (Christus) eins}}, [[Ellipse (Sprache)|verkürzt]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen wahlspruch&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.osa.org.au/osa-updates-international/former-osa-prior-general-consecrated-a-bishop/ |titel=Former OSA Prior General Consecrated a Bishop |werk=Augustinians of the Province of Australasia |hrsg=Province of the Order of St Augustine in Australasia |datum=2014-12-13 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pontifikat (seit 2025) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pope Leo XIV on the loggia (cropped).jpg|mini|Leo XIV. nach seiner Wahl am 8. Mai 2025 auf der Benediktionsloggia des Petersdoms]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahl und Amtsbeginn ===&lt;br /&gt;
Am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025 wurde Prevost am zweiten Tag des [[Konklave 2025|Konklaves]] – des ersten Konklaves, an dem er als Kardinal teilnahm – im vierten Wahlgang zum [[Papst]] gewählt. Er nahm den [[Papstname]]n Leo XIV. an. Etwa eine Stunde nach der Wahl verkündete [[Kardinalprotodiakon]] [[Dominique Mamberti]] den neuen Papst der Öffentlichkeit auf der [[Benediktionsloggia]] des [[Petersdom]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | id = Acr0MzNaneg | titel = Habemus Papam – Robert Francis Prevost aus den USA ist neuer Papst Leo XIV. | upload = 2025-05-08 | uploader = domradio }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. erschien danach auf dem Balkon, um die auf dem [[Petersplatz]] versammelte Menge zu begrüßen, seine erste Ansprache zu halten und den nach einer Papstwahl üblichen Segen &#039;&#039;[[Urbi et orbi]]&#039;&#039; zu spenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Youtube|id=J8zO-6N7mHs |titel= Papst Leo XIV. – Erste Ansprache und Segen des neuen Heiligen Vaters |upload=2025-05-08 |uploader=domradio}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Greta Prünster |url=https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/papst-leo-xiv-us-amerikaner-robert-prevost-ist-neuer-papst,UkVvA96 |titel=Habemus Papam: Robert Francis Prevost ist Leo XIV. |werk=BR24 |hrsg=Bayerischer Rundfunk |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdfheute.de/panorama/konklave-vatikan-papstwahl-weisser-rauch-neuer-papst-100.html |titel=Aus den USA. Leo XIV.: Robert F. Prevost ist der neue Papst |werk=[[heute (Fernsehsendung)|zdfheute.de]] |hrsg=[[Zweites Deutsches Fernsehen]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei trug er das [[Rochett]], die päpstliche [[Mozetta#Farbgebung|Sommermozzetta]] aus rotem Seidenkamelott und die [[Stola (liturgische Kleidung)|Stola]], die im [[Papstwahl#Wahlannahme und Proklamation|Raum der Tränen]] bereitgelegen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | id = Ib8lBpjYW1U | titel = Ahead of the conclave: The “Room of Tears” and Sistine Chapel |uploader =[[Vatican News|Vatican News – English]] |upload=2025-05-06 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Vorgänger hatte seinerzeit sowohl das Rochett als auch die hermelinverbrämte Wintermozzetta aus rotem Samt abgelehnt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Willey |url=https://www.bbc.com/news/world-europe-21813874 |titel=Pope Francis’ first moves hint at break with past |werk=[[BBC News]] |datum=2013-03-16 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und die &#039;&#039;[[Stola der vier Evangelisten]]&#039;&#039;, die für [[Benedikt XV.]] angefertigt worden war,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt; erst zur Segenshandlung umgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Strobl |url=https://www.merkur.de/welt/neuer-papst-leo-xiv-setzt-bei-erstem-auftritt-sofort-ein-verstecktes-zeichen-93722596.html |titel=Neuer Papst Leo XIV. setzt bei erstem Auftritt sofort ein verstecktes Zeichen |werk=Merkur.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während Franziskus die Menschenmenge profan begrüßt hatte &#039;&#039;(Fratelli e sorelle, buona sera – Brüder und Schwestern, guten Abend)&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://religion.orf.at/stories/3219686/ &#039;&#039;„Buona sera“: Ein Papst der Herzen&#039;&#039;.] ORF.at, 21. April 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; rief Leo&amp;amp;nbsp;XIV. wieder das traditionelle und liturgische &#039;&#039;Pax vobiscum&#039;&#039; („Friede sei mit euch“), worauf die Gemeinde antwortet mit &#039;&#039;Et cum spiritu tuo&#039;&#039; („und mit Deinem Geiste“). Leo XIV. rief in seiner ersten Ansprache zum Brückenbauen und Frieden auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/konklave-vatikan-papstwahl-weisser-rauch-neuer-papst-100.html |titel=„Habemus Papam“: Das Konklave hat einen neuen Papst gewählt |werk=ZDF.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin steckt auch ein Vorsatz, bedeutet doch der päpstliche Titel [[Pontifex maximus]] „oberster Brückenbauer“. Zudem ist er seit seiner Wahl zum Papst von Amts wegen Präfekt des [[Dikasterium für die Evangelisierung|Dikasteriums für die Evangelisierung]]. Papst Franziskus hatte das Amt im Juni 2022 durch die [[Apostolische Konstitution]] &#039;&#039;[[Praedicate Evangelium]]&#039;&#039; auf den römischen Pontifex übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vatican.va/content/romancuria/de/dicasteri/dicastero-evangelizzazione/struttura.html |titel=Dikasterium für die Evangelisierung, Struktur |hrsg=vatican.va |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Wahl galt als Kompromiss zwischen dem konservativen und dem liberaleren Lager.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Tag nach seiner Wahl feierte er seine erste päpstliche [[heilige Messe]] in der [[Sixtinische Kapelle|Sixtinischen Kapelle]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube |id=6TQ5T2mgb-k |titel=Heilige Messe unter Vorsitz von Papst Leo XIV., 9. Mai 2025 |uploader=[[Vatican News]] |upload=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er bat dabei die Kardinäle um Unterstützung, warnte im Allgemeinen vor Glaubensverlust&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-leo-messe-100.html |titel=Erste Papst-Messe nach Wahl. Leo XIV. beklagt „Streben nach Macht und Vergnügen“ |werk=tagesschau.de |hrsg=Norddeutscher Rundfunk |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und dem Streben nach Macht und Vergnügen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2025/documents/20250509-messa-cardinali.html |titel=Heilige Messe des Heiligen Vaters mit den Kardinälen |hrsg=vatican.va |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-21 |kommentar=deutsche Übersetzung des Textes der Predigt}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei seiner Amtseinführung am 5. Sonntag der Osterzeit &#039;&#039;[[Cantate]]&#039;&#039;, 18. Mai 2025, erhielt Leo&amp;amp;nbsp;XIV. das [[Pallium]] und den [[Fischerring]] als Zeichen des Petrusdienstes. Er verzichtete, wie alle seine Vorgänger seit [[Johannes Paul I.]], auf die traditionelle Krönungsmesse und die anschließende Krönung mit der päpstlichen [[Tiara]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61520-termin-fuer-amtseinfuehrung-von-papst-leo-xiv-steht-fest |titel=Termin für Amtseinführung von Papst Leo XIV. steht fest |hrsg=katholisch.de |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.n-tv.de/panorama/Papst-Leo-XIV-nutzt-Amtseinfuehrung-fuer-Appell-article25775737.html |titel=„Komme mit Furcht und Zittern“: Papst Leo XIV. nutzt Amtseinführung für Appell |werk=n-tv.de |datum=2025-05-18 |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leo XIV. ist der erste [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten|Staatsbürger der USA]] und durch seine [[Staatsbürgerschaft#Mehrfache Staatsbürgerschaft|zweite Staatsbürgerschaft]] zugleich der erste Peruaner, der das Papstamt bekleidet. Er ist auch der erste Papst, der dem Augustinerorden angehört.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-robert-francis-prevost-biographie-konklave.html |titel=Der neue Papst: Eine Biografie |hrsg=Vatican News |datum=2025-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vortag seiner Wahl schrieb die &#039;&#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&#039;&#039;, er gelte als „pragmatischer Mann der Mitte und als Vermittler zwischen den Welten des amerikanischen Katholizismus“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Luzi Bernet |Titel=Wer wird der 267. Papst? |Sammelwerk=[[Neue Zürcher Zeitung]] |Datum=2025-05-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund seiner Herkunft, seiner US- und peruanischen Staatsbürgerschaft sowie seiner Wirkungsgebiete in Seelsorge, geistlicher Ausbildung und kirchlicher Administration in den Vereinigten Staaten, Peru und Rom wird er als [[Kosmopolitismus|Kosmopolit]]&amp;lt;ref&amp;gt;Luzi Bernet: &#039;&#039;Ein Kosmopolit aus Chicago folgt auf Franziskus / Papst Leo XIV. ist ein untypischer Vertreter des amerikanischen Klerus&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&#039;&#039;, 9. Mai 2025, S.&amp;amp;nbsp;3.&amp;lt;/ref&amp;gt; beziehungsweise als Weltbürger&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2025-05-09&amp;quot; /&amp;gt; bezeichnet. [[Evelyn Finger]] auf &#039;&#039;[[Die Zeit|Zeit Online]]&#039;&#039; beschrieb Leo&amp;amp;nbsp;XIV. als „so weit ‚links‘, […] so liberal, dass bis zuletzt kaum ein Vatikanist glaubte, das Kardinalskollegium könnte sich auf einen wie ihn einigen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Evelyn Finger |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-05/papst-leo-xiv-weisser-rauch-konklave-papstwahl-katholische-kirche-kardinaele/komplettansicht |titel=Ein Linker, mit dem keiner gerechnet hat |werk=Zeit Online |datum=2025-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Matthias Rüb]] konstatierte in der &#039;&#039;[[FAZ]]&#039;&#039;: „Leo bricht mit dem Traditionsbrecher Franziskus, indem er zu alten Traditionen zurückkehrt, ohne jedoch den Bruch mit seinem unmittelbaren Amtsvorgänger zu suchen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rüb&amp;quot;&amp;gt;Matthias Rüb: [https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/leo-xiv-belebt-castel-gandolfo-tradition-neu-110575566.html &#039;&#039;Abkehr von den Traditionsbrüchen&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine]]&#039;&#039; (faz.net), 5.&amp;amp;nbsp;Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leo XIV. übernahm den Vatikanstaat in einer finanziell schwierigen Lage; so hinterließ ihm sein Vorgänger eine Verschuldung von rund zwei Milliarden Euro.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61593-zeitung-franziskus-hinterliess-finanzloch-von-zwei-milliarden-euro |titel=Zeitung: Franziskus hinterließ Finanzloch von zwei Milliarden Euro |werk=katholisch.de |datum=2025-05-12 |sprache=de |abruf=2025-06-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.welt.de/wirtschaft/article256060770/Vatikan-Die-Milliarden-des-Heiligen-Stuhls.html |titel=Vatikan: Die Milliarden des Heiligen Stuhls |werk=welt.de |datum=2025-05-06 |sprache=de |abruf=2025-06-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Namenswahl ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Papa Leone XIII.jpeg|mini|hochkant|Prevost wählte den päpstlichen Namen Leo zu Ehren von [[Leo XIII.]] (1810–1903) aufgrund dessen Soziallehre und Schriften.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Leo&#039;&#039; ist das lateinische Wort für „Löwe“. In seiner ersten Ansprache an das Kardinalskollegium verwies der neu gewählte Papst insbesondere auf den letzten Amtsinhaber dieses Namens, [[Leo XIII.]], und dessen Sozialenzyklika &#039;&#039;[[Rerum Novarum]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1891.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NamenswahlVN&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-namenswahl-kardinaele-danksagung-sanftmut-zeit.html |autor=Mario Galgano |titel=Leo XIV. erklärt Namenswahl: Sozialer Papst für eine neue Zeit |werk=Vatican News |datum=2025-05-10 |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIII. galt als „Arbeiterpapst“, der sich während der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]] für faire Löhne, Arbeiterrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzte und somit als Begründer der [[Katholische Soziallehre|katholischen Soziallehre]] gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.merkur.de/welt/papst-leo-xiv-ist-gewaehlt-das-bedeutet-der-neue-papst-name-zr-93722371.html |autor=Robin Dittrich |titel=Leo XIV. ist der neue Papst: Was bedeutet der Name? |werk=Merkur.de |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. erklärte, dass die Kirche allen den Schatz ihrer Soziallehre als Antwort auf eine weitere industrielle Revolution und auf die Entwicklungen im Bereich der [[Künstliche Intelligenz|künstlichen Intelligenz]] anbiete, denn diese stellten neue Herausforderungen für die Verteidigung der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Arbeit dar. Damit wolle er eine Linie fortsetzen, die Papst Franziskus mit seiner Option für die Armen begonnen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Lauren Kent |url=https://edition.cnn.com/2025/05/10/europe/pope-leo-prevost-cardinals-artificial-intelligence-intl |titel=Pope Leo signals he will closely follow Francis and says AI represents challenge for humanity |werk=CNN World |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-05-12 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnlich habe sich Leo XIV. bereits beim gemeinsamen Essen nach Abschluss des Konklaves geäußert, wie der chilenische Kardinal [[Fernando Natalio Chomalí Garib|Fernando Chomalí]] berichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://nwcatholic.org/news/ines-san-martin-osv-news/chilean-cardinal-gives-insight-to-the-conclave-that-elected-pope-leo-xiv |titel=Chilean cardinal gives insight to the conclave that elected Pope Leo XIV |autor=Ines San Martin |werk=Northwest Catholic |sprache=en |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-12 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Inspiration war Papst [[Leo der Große]], der als bedeutender Lehrer des Glaubens und Verteidiger der kirchlichen Einheit im 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gilt. Seine Reliquien ließ Leo XIV. in sein Brustkreuz ([[Pektorale]]) einsetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam Sosnowski |Titel=Leon XIV. Biografia ilustrowana |Ort=Krakau |Datum=2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Insigne Leonis XIV.svg|mini|hochkant|Papstwappen von Leo XIV.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wappen&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das Papstwappen ist weitgehend an Prevosts Wappen als Bischof und später Kardinal angelehnt. So hat er als Papst beispielsweise einige heraldische Elemente und den Wahlspruch &#039;&#039;in illo uno unum&#039;&#039; (dt. „in dem, der eins ist, sind wir eins“, wörtl. „in jenem Einen eins“) übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61551-vatikan-veroeffentlicht-wappen-von-papst-leo-xiv |titel=Vatikan veröffentlicht Wappen von Papst Leo XIV. |hrsg=katholisch.de |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wappen stelle, so der Journalist José García, eine Vereinigung von marianischen und augustinischen Elementen dar und solle die Einheit der Kirche symbolisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.die-tagespost.de/kirche/vatikan-und-papst/zeichen-eines-hirtenherzens-art-263316 |titel=Zeichen eines Hirtenherzens |werk=[[Die Tagespost]] |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wappenschild ist schräglinks blau silber geteilt. In Feld 1 befindet sich eine silberne Lilie. Diese weist auf Reinheit und Unschuld hin und wird deswegen mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht. Feld 2 zeigt ein vom Liebespfeil durchbohrtes brennendes Herz auf einem Buch – das [[Ikonografisches Heiligenattribut|Heiligenattribut]] des heiligen [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] und Symbol des [[Augustinerorden]]s, dem der Papst angehört. Es spielt auf die Bekehrung des heiligen Augustinus an. Wie bei den Wappen der letzten beiden Päpste ist das Oberwappen die Mitra; die gekreuzten goldenen und silbernen Schlüssel, die von einer roten Kordel zusammengehalten werden, sind Symbol der päpstlichen Autorität.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wappen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/leo-xiv-wappen-papst-kardinal-herz-jesu-lilie.html |titel=Das Wappen des neuen Papstes |werk=Vatican News |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/vatikan-veroeffentlicht-neues-wappen-von-papst-leo-xiv |titel=Vatikan veröffentlicht neues Wappen von Papst Leo XIV. |hrsg=Domradio |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. setzt die Neuerung von Papst Franziskus fort: Das Papstwappen besitzt einen Wahlspruch, der mit dem des Kardinalswappens identisch ist. Auch Leo greift zudem auf die Grundform des Wappens [[Benedikt XVI.|Benedikts XVI.]] zurück, das anstelle der Papstkrone oder Dreifachkrone ([[Tiara]]) erstmals eine bischöfliche [[Mitra]] zeigt, die an die Symbolik der Tiara erinnert. Sie ist silbern und trägt drei goldene Bänder (die drei Gewalten des Weiheamts, der Jurisdiktion und des Lehramts), die vertikal im Zentrum miteinander verbunden sind, um so ihre Einheit in derselben Person aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziale Netzwerke ===&lt;br /&gt;
Am 13. Mai 2025 wurden die offiziellen sozialen Netzwerke des Papstes nach dem Tod von Franziskus wieder aktiviert. Leo XIV. setzte damit die Linie seiner Vorgänger in Bezug auf soziale Netzwerke fort.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/fr/pape/news/2025-05/pape-leon-xiv-reseau-social-x-instagram-2025-web-rs.html |titel=Léon XIV maintient les comptes du Pape sur les réseaux sociaux |werk=Vatican News |datum=2025-05-13 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Manu Van Lier |url=https://www.cathobel.be/2025/05/leon-xiv-et-les-reseaux-sociaux-des-comptes-officiels-des-tweets-engages-mais-attention-aux-faux-profils/ |titel=Le pape Léon XIV connaît les réseaux sociaux et leurs pièges |werk=CathoBel |datum=2025-05-14 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf [[X (soziales Netzwerk)|X]] ist er mit einem Konto namens @Pontifex vertreten, das in den neun Sprachen Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Französisch, Deutsch, [[Polnische Sprache|Polnisch]], [[Arabische Sprache|Arabisch]] und [[Latein]]isch verfügbar ist. Er ist ebenfalls auf der Social-Media-Plattform [[Instagram]] präsent, auf der ein offizielles Profil mit der Bezeichnung „@Pontifex – Pope Leo XIV“ existiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.cnews.fr/monde/2025-05-13/leon-xiv-le-pape-accepte-de-reprendre-le-compte-x-de-la-papaute-et-ses-52-millions |titel=Léon XIV : le pape accepte de reprendre le compte X de la papauté et ses 52 millions de followers |werk=C&amp;amp;nbsp;News |datum=2025-05-13 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marie-Françoise Audouard, Mathilde Rimaud, Louis Wiart |Titel=La présence du Saint-Père sur les réseaux sociaux |Sammelwerk= |Verlag=Éditions de la Bibliothèque publique d’information |Datum=2017 |ISBN=979-10-91281-44-7 |Online=https://www.cnews.fr/monde/2025-05-13/leon-xiv-le-pape-accepte-de-reprendre-le-compte-x-de-la-papaute-et-ses-52-millions}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lebensweise ===&lt;br /&gt;
Leo XIV. wird wahrscheinlich wieder die Papstwohnung im obersten Stockwerk des [[Apostolischer Palast|Apostolischen Palastes]] bewohnen, während Franziskus sich eine große Wohnung im vatikanischen Gästehaus [[Domus Sanctae Marthae]] hatte einrichten lassen. Die Rückkehr in den Apostolischen Palast soll ein ausdrücklicher Wunsch der Kardinäle in den Beratungen des Vorkonklaves gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.katholisch.de/artikel/61689-schluss-mit-leerstand-so-wuerde-leo-xiv-im-papst-palast-wohnen &#039;&#039;Schluss mit Leerstand? So würde Leo XIV. im Papst-Palast wohnen&#039;&#039;.] kath.ch, 19. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehrere Medien berichteten über einen Einzug des Papstes und die Umbauarbeiten in der Papstwohnung,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jan Henrik Stens |url=https://www.domradio.de/artikel/wird-leo-xiv-den-apostolischen-palast-einziehen |titel=Des Papstes Gemächer. Wird Leo XIV. in den Apostolischen Palast einziehen? |werk=Domradio.de |datum=2025-06-04 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.net/news/87605 |titel=Papst Leo XIV. wird im Apostolischen Palast wohnen |werk=kath.net |datum=2025-05-30 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; jedoch blieb eine offizielle Bestätigung vorerst aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Hannah Brockhaus |url=https://de.catholicnewsagency.com/news/19943/noch-nicht-bestatigt-aber-leo-xiv-wird-wohl-im-apostolischen-palast-wohnen |titel=Noch nicht bestätigt, aber: Leo XIV. wird wohl im Apostolischen Palast wohnen |werk=[[Catholic News Agency|CNA Deutsch]] |datum=2025-05-16 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61935-umzug-des-papstes-in-apostolischen-palast-noch-ungewiss |titel=Umzug des Papstes in Apostolischen Palast noch ungewiss |werk=katholisch.de |datum=2025-05-25 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinem [[Päpstlicher Privatsekretär|Privatsekretär]] ernannte er den peruanischen Augustinerpater [[Edgard Iván Rimaycuna Inga]], den er 2006 als Priesterseminaristen in Rom kennengelernt und 2015 als Pfarrvikar an die Kathedrale von Chiclayo geholt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kath.ch/newsd/habemus-privatsekretaer-papst-waehlt-jungen-priester-aus-peru/ &#039;&#039;Habemus Privatsekretär – Papst wählt jungen Priester aus Peru&#039;&#039;.] kath.ch, 16. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; 2017 war Rimaycuna nach Rom gezogen, um am [[Päpstliches Bibelinstitut|Päpstlichen Bibelinstitut]] seine Ausbildung fortzusetzen; nachdem 2023 auch Prevost als Erzbischof nach Rom gekommen war, machte er Rimaycuna zu seinem Mitarbeiter im Dikasterium für die Bischöfe.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ewtn.de/2025/05/20/wer-ist-edgard-ivan-rimaycuna-inga-der-privatsekretaer-von-papst-leo-xiv/ &#039;&#039;Wer ist Edgard Iván Rimaycuna Inga, der Privatsekretär von Papst Leo XIV.?&#039;&#039;] ewtn.de, 20. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stol.it/artikel/politik/peruanischer-priester-privatsekretaer-des-neuen-papstes &#039;&#039;Peruanischer Priester Privatsekretär des neuen Papstes&#039;&#039;.] stol.it, 17. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Privatsekretär übt eine protokollarisch unbedeutende, faktisch aber sehr einflussreiche Position aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Der letzte feste Privatsekretär eines Papstes war der deutsche Erzbischof [[Georg Gänswein]], der Benedikt XVI. von 2003 – noch an der Glaubenskongregation – bis zu dessen Tod Ende 2022 diente. Papst Franziskus wechselte seine Sekretäre hingegen alle drei bis vier Jahre aus. [https://de.catholicnewsagency.com/news/19973/wer-ist-edgard-ivan-rimaycuna-inga-der-privatsekretar-von-papst-leo-xiv catholicnewsagency.com], 20. Mai 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die [[Präfektur des Päpstlichen Hauses]] am 17. Juni 2025 mitteilte, wird Papst Leo einige Wochen im Sommer in [[Castel Gandolfo]] verbringen. Der dort liegende Renaissance-Palast ist die traditionelle Sommerresidenz der Päpste, welche allerdings von seinem Amtsvorgänger Franziskus nicht genutzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-06/leo-xiv-macht-sommerferien-in-castel-gandolfo.html |titel=Leo XIV. macht Sommerferien in Castel Gandolfo |werk=Vatican News |datum=2025-06-17 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.die-tagespost.de/kirche/vatikan-und-papst/papst-leo-xiv-verbringt-sommerpause-in-castel-gandolfo-art-264486 |titel=Papst Leo XIV. verbringt Sommerpause in Castel Gandolfo |werk=Die Tagespost |datum=2025-06-18 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Residenz gehört seit dem 16. Jahrhundert dem [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhl]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/62415-zurueck-zur-tradition-papst-leo-xiv-macht-urlaub-in-castel-gandolfo |titel=Zurück zur Tradition: Papst Leo XIV. macht Urlaub in Castel Gandolfo |werk=katholisch.de |datum=2025-06-17 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch den Verzicht von Franziskus, seinen Sommer in Castel Gandolfo zu verbringen, brachen dort die Zahlen an Pilgern und Besuchern ein. Die Stadt erhofft sich mit der Entscheidung eine Steigerung der Besucherzahlen, da sie vor allem vom Tourismus lebt. Diesem ist jedoch förderlich, dass Franziskus den &#039;&#039;Palazzo Pontifico&#039;&#039; 2016 in ein für die Öffentlichkeit zugängliches Museum umwandeln ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://religion.orf.at/stories/2802996/ &#039;&#039;Papst verzichtet auf Sommerresidenz Castel Gandolfo&#039;&#039;.] ORF.at, 14. Oktober 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/papst-residenz-castel-gandolfo-oeffnet-fuer-besucher-14491723.html &#039;&#039;Treten sie&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; ein ins Schlafzimmer des Papstes&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine&#039;&#039; (faz.net), 21. Oktober 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. hat 2025 angekündigt, das Museum bestehen zu lassen und das inzwischen museal aufbereitete Papst-Appartement im Palast nicht zu beziehen. Stattdessen wird er in der &#039;&#039;Villa Barberini&#039;&#039; wohnen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Severina Bartonitschek |url=https://www.katholisch.de/artikel/62620-ein-papst-in-badehose-leo-xiv-macht-urlaub-in-castel-gandolfo |titel=Ein Papst in Badehose? Leo XIV. macht Urlaub in Castel Gandolfo |werk=katholisch.de |abruf=2025-07-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich in den weitläufigen Gärten der Sommerresidenz befindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/papst-leo-xiv-plant-sommerfrische-in-castel-gandolfo-110546064.html &#039;&#039;Papst Leo XIV. plant Sommerfrische in Castel Gandolfo&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine&#039;&#039; (faz.net), 19. Juni 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das gelegentliche Zelebrieren von [[Heilige Messe|Heiligen Messen]] in der Pfarrkirche sowie das traditionelle sonntägliche [[Der Engel des Herrn|Angelus]] aus dem Palastfenster von Castel Gandolfo nimmt er wieder auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin Weber: &#039;&#039;Papst kehrt nach Castelgandolfo zurück / Leo XIV. plant Ferien in der Sommerresidenz – Franziskus hatte die Tradition beendet&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Neue Zürcher Zeitung&#039;&#039;, 23. Juni 2025, S.&amp;amp;nbsp;16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 9. Juli 2025 empfing er den ukrainischen Präsidenten [[Wolodymyr Selenskyj]] in der Villa Barberini.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.unionesarda.it/en/italy/zelensky-is-in-rome-and-the-pope-welcomes-him-to-castel-gandolfo-quot-yes-to-negotiations-in-the-vaticanquot-d8mtm4w5 &#039;&#039;Zelensky is in Rome, and the Pope welcomes him to Castel Gandolfo: “Yes to nogotiations in the Vatican.”&#039;&#039;] L’Unione Sarda.it, 9. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedenspolitik ===&lt;br /&gt;
In Bezug auf die [[Geopolitik]] verurteilte er die [[Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022|russische Invasion der Ukraine]] als „eine echte Invasion, die imperialistischer Natur ist und bei der [[Russland]] versucht, aus Machtgründen Territorium zu erobern“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solcyré Burga |url=https://time.com/7283887/pope-leo-lgbtq-women-migrants-rights/ |titel=Where Pope Leo Stands on Major Issues |werk=Time |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er forderte in einer seiner ersten großen Reden als Papst einen Waffenstillstand im [[Krieg in Israel und Gaza seit 2023|Gaza-Krieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/c0r18dp9lxxo |titel=Pope Leo appeals for no more war in first Sunday address |hrsg=BBC |datum=2025-05-11 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Meredith Deliso, Megan Forrester |url=https://abcnews.go.com/International/new-american-pope-leo-xiv-robert-prevost/story?id=121604332 |titel=What we know about Leo XIV, the new American pope |werk=ABC News |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Haley Ott |url=https://www.cbsnews.com/news/new-pope-robert-prevost-pope-leo-xiv/ |titel=Who is Pope Leo XIV? American Cardinal Robert Prevost is the new pope |werk=CBS News |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. sieht Frieden als zentrales Thema seines Pontifikats und ruft eindringlich dazu auf, „nie wieder Krieg“ zu führen und sich für einen echten, dauerhaften Frieden einzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stern.de/news/papst-leo-xiv--ruft-beim-pfingstgebet-zu-frieden-in-aller-welt-auf-35792758.html? |titel=Papst Leo XIV. ruft beim Pfingstgebet zu Frieden in aller Welt auf |werk=stern.de |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Oliver Marquart |url=https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/papst-leo-xiv-erste-positionen-zu-frieden-frauen-missbrauch-ki-und-migration |titel=Papst Leo XIV.: Erste Positionen zu Frieden, Frauen, Missbrauch, KI und Migration |werk=[[Sonntagsblatt (Bayern)|Sonntagsblatt]] |datum=2025-05-16 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er betont, dass Frieden im Inneren beginnt: „Nur ein friedvolles Herz kann Frieden verbreiten, in der Familie, in der Gesellschaft und in den internationalen Beziehungen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/allgemeiner-appell-des-papstes-zu-frieden-und-versoehnung |titel=Allgemeiner Appell des Papstes zu Frieden und Versöhnung |werk=Domradio.de |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.deutschlandfunk.de/papst-leo-xiv-ruft-in-pfingstbotschaft-zu-frieden-auf-100.html |titel=Vatikan – Papst Leo XIV. ruft in Pfingstbotschaft zu Frieden auf |hrsg=Deutschlandfunk |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gewaltlosigkeit soll die Methode und den Stil aller Entscheidungen, Beziehungen und Handlungen bestimmen. Um den Frieden zu bewahren, ist es unerlässlich, Institutionen des Friedens zu schaffen – sowohl auf politischer Ebene als auch in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-leo-xiv-heiliges-land-naher-osten-israel-palaestina-frieden-krieg-terror-geste-umarmung |titel=Frieden: Leo XIV. würdigt Umarmung von Israeli und Palästinenser |werk=[[Kirche+Leben]] |datum=2025-05-30 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2025 gab die italienische Ministerpräsidentin [[Giorgia Meloni]] bekannt, der Vatikan stehe für [[Waffenstillstandsverhandlungen und Vermittlungsinitiativen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine#Vermittlungsversuche des Heiligen Stuhls|Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine]] zur Verfügung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nikolaus Nützel |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-leo-vermittler-ukraine-100.html |titel=Papst Leo XIV. als Vermittler: Was kann er für die Ukraine bewirken? |werk=tagesschau.de |datum=2025-05-22 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. sagte dazu, dass der Vatikan bereitstehe, „damit sich die Feinde begegnen und einander in die Augen schauen können, damit den Völkern die Hoffnung zurückgegeben wird und ihnen die Würde wiedergegeben wird, die sie verdienen, die Würde des Friedens“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/warum-papst-leo-xiv-ein-friedenspapst-fuer-die-ukraine-sein-kann |titel=Warum Papst Leo XIV. ein Friedenspapst für die Ukraine sein kann. Anzeichen für Verhandlungen im Vatikan |werk=Domradio.de |datum=2025-05-21 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während eines Telefonates im Juni 2025 forderte er [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Wladimir Putin]] zu einer Friedensgeste im Krieg gegen die Ukraine auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/62151-papst-leo-xiv-telefoniert-mit-putin-zu-friedensgeste-aufgefordert |titel=Papst Leo XIV. telefoniert mit Putin – zu Friedensgeste aufgefordert |werk=katholisch.de |datum=2025-06-05 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziallehre ===&lt;br /&gt;
Bereits vor seiner Amtseinführung traf sich Papst Leo XIV. am 17. Mai 2025 in der [[Sala Clementina]] mit Mitgliedern der vatikanischen Stiftung [[Centesimus annus#Centesimus Annus Pro Pontifice (CAPP)|Centesimus Annus Pro Pontifice]] und hob in seiner Ansprache die Bedeutung der [[Katholische Soziallehre|Soziallehre]] der Kirche als Weg der Reflexion und des Dialogs hervor. Der Papst fokussierte in seiner Kernbotschaft auf das Verständnis des Lehramts als offener, gemeinsamer Erkenntnisweg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-audienz-centesimus-annus-stiftung-lehramt-wahrheit.html |titel=Leo XIV.: „Das Lehramt ist ein gemeinsamer Weg zur Wahrheit“ |werk=vaticannews.va |datum=2025-05-17 |sprache=de |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem betonte er die Notwendigkeit des kritischen Denkens im Umgang mit der digitalen Revolution und forderte in dieser historischen Zeit großer sozialer Umwälzungen die Weiterentwicklung der Soziallehre der Kirche durch Zuhören und Dialog.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.osservatoreromano.va/de/news/2025-05/ted-020/soziallehre-der-kirche.html |titel=Papst Leo XIV. empfängt Mitglieder der Stiftung »Centesimus Annus Pro Pontifice« in Audienz: „Soziallehre der Kirche“ |werk=osservatoreromano.va |datum=2025-05-23 |sprache=de |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/05/17/0321/00549.html |titel=Udienza ai Membri della Fondazione “Centesimus Annus Pro Pontifice” |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2025-05-17 |sprache=it |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimapolitik ===&lt;br /&gt;
Aus Anlass des von der Weltkirche ausgerufenen &#039;&#039;Gebetstages zur Bewahrung der Schöpfung&#039;&#039; beklagte Leo&amp;amp;nbsp;XIV. in einem Schreiben, dass „unsere Erde in verschiedenen Teilen der Welt mittlerweile im Verfall begriffen“ sei und die „ökologischen Verwüstungen“ nicht ausreichend Beachtung fänden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rüb&amp;quot; /&amp;gt; Damit knüpft er an das klima- und umweltpolitische Engagement von Papst Franziskus an, das in dessen zweiter Enzyklika von 2015, &#039;&#039;[[Laudato si’]]&#039;&#039;, dargelegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andreas R. Batlogg]]: &#039;&#039;Leo XIV. Der neue Papst.&#039;&#039; Herder, Freiburg im Breisgau 2025, ISBN 978-3-451-39675-5.&lt;br /&gt;
* [[Stefan von Kempis]]: &#039;&#039;Papst Leo XIV. Wer er ist – wie er denkt – was ihn und uns erwartet.&#039;&#039; Patmos, Ostfildern 2025, ISBN 978-3-8436-1625-6.&lt;br /&gt;
* [[Michael Fiedrowicz]]: &#039;&#039;Einheit gibt es nur in Christus. Woher stammt der Wahlspruch Papst Leos XIV. „In jenem Einen eins“?&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Die Tagespost]]&#039;&#039;, 15. Mai 2025, S.&amp;amp;nbsp;9.&lt;br /&gt;
* Thomas Schumacher: &#039;&#039;Leo XIV. Leben, Aussagen, Kontexte&#039;&#039;. Pneuma, 2025, ISBN 978-3-94201365-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Leo XIV|Leo XIV.|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{Catholic-hierarchy|Typ=Bischof|ID=bprevost}} (englisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.vatican.va/content/vatican/de.html Offizielle Seite des Pontifikates Leo XIV.] (deutsch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1284904598|LCCN=no2025054931|VIAF=89050933}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Leo 14}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Papst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematiker (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Augustiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frieden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vatikanbürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Peruaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1955]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikiepdia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Leo XIV.</title>
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		<updated>2025-07-10T20:22:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pope Leo XIV 3 (cropped).png|mini|Papst Leo XIV. (2025)[[Datei:Official signature of Pope Leo XIV.svg|rechts|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Leo XIV.&#039;&#039;&#039; (bürgerlich &#039;&#039;&#039;Robert Francis Prevost&#039;&#039;&#039; [[Augustinerorden|OSA]] ({{IPA|ˈrɒbərt ˈfrænsɪs &#039;priːvoʊst}}); *&amp;amp;nbsp;[[14. September]] [[1955]] in [[Chicago]], [[Illinois]], [[Vereinigte Staaten]]) ist seit seiner [[Konklave 2025|Wahl am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025]] der [[Liste der Päpste|267.]]&amp;amp;nbsp;[[Bischof von Rom]] ([[Papst]]), Oberhaupt der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] und [[souverän]]er [[Monarchie|Monarch]] des Staates der [[Vatikanstadt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Papstwahl war der [[Ordenspriester|Ordensgeistliche]] von 2001 bis 2013 Leiter ([[Generalprior]]) des [[Augustinerorden]]s, von 2015 bis 2023 Bischof des [[Bistum Chiclayo|Bistums Chiclayo]] im Nordwesten [[Peru]]s und zuletzt [[Kurienkardinal]]. Im Januar 2023 wurde er von seinem Vorgänger Papst [[Franziskus (Papst)|Franziskus]] zum [[Präfekt (Römische Kurie)|Präfekten]] des [[Dikasterium für die Bischöfe|Dikasteriums für die Bischöfe]] ernannt, im September 2023 wurde Prevost von Franziskus zum [[Kardinal]] ernannt. Seit 2015 besitzt er neben der [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten]] auch die peruanische Staatsbürgerschaft, außerdem seit 2023 [[von Amts wegen]] die [[Vatikanische Staatsbürgerschaft|des Vatikans]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werdegang ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pope Leo XIV childhood home.jpg|mini|Das Elternhaus von Robert Francis Prevost in [[Dolton (Illinois)|Dolton]], Illinois (2025)]]&lt;br /&gt;
Prevost entstammt einer „urkatholischen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot;&amp;gt;Thomas Jansen, [[Matthias Rüb]], Tim Niendorf: [https://www.faz.net/aktuell/politik/leo-xiv-ist-ein-nahezu-undenkbarer-papst-110467260.html &#039;&#039;Ein nahezu undenkbarer Papst&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&#039;&#039;, 10. Mai 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Familie mit [[Frankreich|französischen]], [[italien]]ischen und [[Kreolen|kreolischen]] Wurzeln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset |url=https://www.nytimes.com/2025/05/10/us/pope-creole-new-orleans-records.html |titel=See Historical Records Documenting the Pope’s Creole Roots in New Orleans |werk= The New York Times |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Henry Louis Gates, Jr.|Henry Louis Gates Jr]] |Titel=We Traced Pope Leo XIV’s Ancestry Back 500 Years. Here’s What We Found. |Sammelwerk=The New York Times |Datum=2025-06-11 |ISSN=0362-4331 |Online=https://www.nytimes.com/interactive/2025/06/11/magazine/pope-leo-xiv-ancestry-family-tree.html |Abruf=2025-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Henry Louis Gates Jr |Titel=Five Key Discoveries in the Family Tree of Pope Leo XIV |Sammelwerk=The New York Times |Datum=2025-06-12 |ISSN=0362-4331 |Online=https://www.nytimes.com/2025/06/12/magazine/pope-leo-xiv-family-tree-takeaways.html |Abruf=2025-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Großvater des Papstes väterlicherseits, Salvatore Giovanni Riggitano, stammte aus Italien und änderte nach seiner Auswanderung in die USA im Jahr 1905 seinen Namen in John R. Prevost – er übernahm dabei den Geburtsnamen seiner Schwiegermutter, der Französin Jeanne Eugénie Prévost (1864–1939).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam Sosnowski |Titel=Leon XIV. Biografia ilustrowana |Verlag=Biały Kruk |Ort=Krakau |Datum=2025 |ISBN=978-83-7553-432-0 |Seiten=39-40}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Vater des Papstes Louis Marius Prevost (1920–1997) war [[Frankreich|französischer]] und italienischer Abstammung und diente im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in der [[United States Navy|U.S. Navy]]. Er nahm im Juni 1944 an der [[Operation Overlord|Landung der alliierten Streitkräfte]] in der [[Normandie]] teil. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Pädagoge im Brookwood School District 167 und an der Mount Carmel Elementary School in Chicago.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Vergun |url=https://www.defense.gov/News/News-Stories/Article/Article/4180629/pope-leo-xivs-father-served-in-the-navy-during-world-war-ii/ |titel=Pope Leo XIV’s father, Louis Marius Prevost, served in the Navy during World War II |hrsg=U.S. Department of Defense |datum=2025-05-09 |sprache=en |abruf=2025-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuletzt war er [[Schulleitung|Superintendent]] für Schulen in Chicago.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.schweizer-illustrierte.ch/family/leo-xiv-geboren-um-papst-zu-werden-822575 |titel=Papst Leo XIV: Vom Chicagoer Arbeiterviertel zum Vatikan |werk=Schweizer Illustrierte |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Mutter Mildred Martínez (1911–1990) hatte [[Kreolen#Creoles in den USA|Louisiana-kreolische]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset, Robert Chiarito |url=https://www.nytimes.com/2025/05/08/us/pope-leo-creole-new-orleans.html |titel=New Pope Has Creole Roots in New Orleans |werk=[[The New York Times]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie [[Hispaniola|hispaniolische]] Vorfahren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset |url=https://www.nytimes.com/2025/05/10/us/pope-creole-new-orleans-records.html |titel=See Historical Records Documenting the Pope’s Creole Roots in New Orleans |werk=[[The New York Times]] |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elizabeth Thomas, Alondra Valle, Emily Chang |url=https://abcnews.go.com/US/pope-leo-xivs-family-tree-shows-black-roots/story?id=121644537 |titel=Pope Leo XIV’s family tree shows Black roots in New Orleans |werk = ABC News |datum=2025-05-10|sprache=en |abruf= 2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und war Bibliothekarin.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Emily Burack |url=https://www.townandcountrymag.com/society/money-and-power/a64716116/pope-leo-xiv-family-explained/ |titel=A Guide to Pope Leo XIV’s Family |hrsg=Town&amp;amp;Country |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine mögliche spanische und maltesische Herkunft ist unwahrscheinlich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor = Neville Borg |url = https://timesofmalta.com/article/factcheck-does-pope-leo-xiv-maltese-ancestry.1109688 |titel = Fact-check: Does Pope Leo XIV have Maltese ancestry? |werk= Times of Malta |datum= 2025-05-15 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Prevost hat zwei ältere Brüder, Louis Martín&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=qXOGP9pr-Ik |titel=Pope Leo XIV’s brothers describe growing up with new pontiff, his path to papacy |hrsg=CBS News |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und John Joseph,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=4DOdpsNRmVc |titel=Pope Leo’s brother shares family photos with ABC News |hrsg=ABC News |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ein ehemaliger Rektor einer katholischen Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=j2qE4milC4A |titel=Full interview: Pope Leo XIV’s brother reacts to history-making moment |hrsg=CBS Chicago |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Eltern waren in der Pfarrei [[St. Mary of the Assumption (Chicago)|St.&amp;amp;nbsp;Mary of the Assumption]] in Chicago aktiv, wo er wie seine Brüder als Messdiener ([[Ministrant]]) tätig war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/en/pope/news/2025-05/biography-of-robert-francis-prevost-pope-leo-xiv.html |titel=Biography of Robert Francis Prevost, Pope Leo XIV |hrsg=Vatican News |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ronny Reyes |url=https://nypost.com/world-news/who-is-robert-prevost-pope-leo-xiv/ |titel=Who is Robert Prevost? Meet Leo XIV, the first American pope |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbildung und Positionen im Augustinerorden (1955–2013) ===&amp;lt;!--Achtung! Nur lizenzrechtlich einwandfreie Bilder verwenden!--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Prevost besuchte bis zu seinem Highschool-Abschluss im Jahre 1973 ein [[Bischöfliches Knabenseminar|katholisches High-School-Seminar]], The Saint Augustine Seminary, in [[Michigan]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Rachel Van Gilder, Josh Sanchez |url=https://www.woodtv.com/news/allegan-county/new-pope-attended-catholic-school-in-west-michigan/ |titel=New pope attended Catholic high school in West Michigan |hrsg=woodtv.com |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und studierte an der [[Villanova University]] in Villanova bei [[Philadelphia]] zunächst [[Mathematik]] und [[Philosophie]].&amp;lt;ref&amp;gt;José Antonio Jacinto Fiestas: &#039;&#039;Biografía de Monseñor Robert Francis Prevost Martínez O.S.A.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Somos Iglesia&#039;&#039; (Chiclayo), Jg. 2015, Juni-Heft, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den [[Prüfung|Examina]] in beiden Fächern im Jahre 1977 trat er der [[Ordensgemeinschaft]] der [[Augustinerorden|Augustiner]] bei und durchlief das [[Novize|Noviziat]]. Dann studierte er bis 1982 Theologie an der [[Catholic Theological Union]] in Chicago ([[Master of Divinity]]), anschließend an der [[Päpstliche Universität Heiliger Thomas von Aquin|Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin]] in Rom („[[Angelicum]]“) [[Kirchenrecht]]. Am 29. August 1981 legte er das ewige [[Ordensgelübde]] (Profess) ab und empfing am 19. Juni 1982 in Rom im Augustinerkolleg von Santa Monica das [[Sakrament]] der [[Weihesakrament#Presbyterat|Priesterweihe]] durch den belgischen Erzbischof [[Jean Jadot (Bischof)|Jean Jadot]], damals Vizepräsident des Päpstlichen Rates für die Nichtchristen (heute [[Dikasterium für den Interreligiösen Dialog]]). 1987 wurde er mit einer kirchenrechtlichen [[Dissertation]] von der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin in Rom zum [[Doktor der Rechte#Kanonisches Recht|Dr. iur. can.]] promoviert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://angelicum.it/the-angelicum-congratulates-his-holiness-pope-leo-xiv/ |titel=The Angelicum joyfully welcomes the election of our distinguished alumnus, Pope Leo XIV |hrsg=Pontifical University of St. Thomas Aquinas |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Thema der Dissertation lautete „Die Rolle des örtlichen Priors im Orden des [[Augustinus von Hippo|heiligen Augustinus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-01/vatikan-ernennung-prevost-bischofsdikasterium-ouellet-rueckritt.html |titel=Bischof Robert Francis Prevost wird neuer Präfekt des Bischofs-Dikasteriums |werk=Vatican News |datum=2023-01-30 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Francis Prevost |Titel=The office and authority of the local prior in the Order of Saint Augustine |Sammelwerk=Dissertazioni dottorali Pontificia Università S.Tommaso d’Aquino: Diritto Canonico |Ort=Rom |Datum=1987 |Sprache=en |OCLC=1203536266}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1985 bis 1987 arbeitete er als [[Missionar#Christentum|Missionar]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.diepresse.com/19663710/robert-prevost-ist-papst-leo-xiv-diplomat-missionar-pragmatiker |titel=Robert Prevost ist Papst Leo XIV.: Diplomat, Missionar, Pragmatiker |werk=[[DiePresse.com]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Louis Berger |url=https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-leo-xiv-robert-prevost-neuwahl-franziskus-synodalitaet-mission-missionar-liebe-gott-franziskus |titel=Papst Leo XIV. – ein synodaler Missionar der Liebe Gottes |werk=[[Kirche+Leben#Onlinemagazin|kirche-und-leben.de]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.net/news/87461 |titel=Leon XIV.: „Ich betrachte mich immer noch als Missionar!“ |werk=[[kath.net]] |datum=2025-05-10 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der traditionell von Augustinern betreuten damaligen Territorialprälatur Chulucanas und heutigem [[Bistum Chulucanas]] in Peru. 1987 wurde er zum Leiter der [[Berufungspastoral]] und Missionsdirektor der Augustinerprovinz „Mutter des Guten Rates“ in [[Olympia Fields]] in [[Illinois]] gewählt. Von 1988 bis 1998 wirkte er als Leiter des gemeinsamen Ausbildungsprojekts für Augustiner-Aspiranten aus den Vikariaten [[Chulucanas]], [[Iquitos]] und [[Region Apurímac|Apurímac]] im [[Erzbistum Trujillo]], ebenfalls in Peru. Dort war er [[Prior]] seines Ordens (1988–1992), Ausbildungsleiter (1988–1998), Lehrer der [[Ordensgelübde|Professen]] (1992–1998) und [[Provinzial]]oberer der Augustiner in Peru (1998–2001).&lt;br /&gt;
[[Datei:Kathedralbasilika St. Maria, Trujillo, Peru,.jpg|mini|Die [[Kathedrale von Trujillo|Kathedralbasilika St. Maria]] ist der Stammsitz des Erzbistums Trujillo in Peru, in dem Prevost nahezu 10 Jahre wirkte. Die kunsthistorisch bedeutende Kathedrale wurde zwischen 1647 und 1666 erbaut.]]&lt;br /&gt;
Im Erzbistum Trujillo war er [[Offizial|Kirchengerichtsvikar]] (1989–1998) und Professor für [[Kirchenrecht]], [[Patristik]] und [[Moraltheologie|Moral]] am Priesterseminar „San Carlos y San Marcelo“.&amp;lt;ref&amp;gt;Julián Ros Córcoles: &#039;&#039;Reseña de novedades canónicas del año 2023&#039;&#039;. In: Carmen Peña, Teresa Pueyo Morer (Hrsg.): &#039;&#039;Justicia, seguridad jurídica y pastoral. Cuestiones relativas a la creación y aplicación de la ley canónica&#039;&#039;. Madrid 2024, S. 283–313, hier: S. 299.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1998 wurde Prevost zum Provinzialprior der [[Ordensprovinz]] in Chicago gewählt, das Amt trat er im März 1999 an. Im Jahr 2000 erlaubte er einem seit 1991 wegen Missbrauchsvorwürfen suspendierten Augustinerpater, unter Aufsicht in einem Kloster in Chicago zu wohnen. Dieser wurde 2002 nach Einführung strengerer Regeln zum Umgang mit des Missbrauchs Beschuldigten &#039;&#039;(Dallas Charter)&#039;&#039; umgesiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.pillarcatholic.com/p/vatican-congregation-member-allowed |titel=Vatican congregation member allowed priest accused of child abuse to live near Catholic school |hrsg=The Pillar |datum=2021-03-16 |sprache=en |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Robert Prevost 2012 alternative fixed proportions (cropped).jpg|mini|hochkant|Pater Robert Prevost als Generalprior der Augustiner (2012)]]&lt;br /&gt;
Von 2001 bis 2013 war Prevost [[Generalsuperior|Generaloberer]] des Augustinerordens mit Sitz in Rom. Prevost beherrscht die Sprachen Englisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch und liest Deutsch und Latein, die [[Lingua franca]] der römisch-katholischen Kirche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt; Auch eine „normale Unterhaltung“ auf Deutsch sei mit ihm möglich, wie sich zwischen 2001 und 2013 gezeigt hat, als er in seiner Amtszeit als Ordensoberer mehrmals die österreichischen und deutschen Augustiner besuchte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Anna-Lena Schlitt | url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-05/konklave-2025-papstwahl-kardinaele-vatikan-live | titel=Katholische Kirche: So verlief die Wahl von Papst Leo XIV. | werk=[[zeit.de]] | datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während seines Aufenthalts in Peru erwarb Leo Grundkenntnisse in einer der [[Quechua]]-Sprachen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Federico Rivas Molina |url=https://elpais.com/america/2025-05-10/prevost-el-papa-peruano-misionero-y-politico.html |titel=Prevost, el Papa ‘peruano’: misionero y político |datum=2025-05-10 |sprache=es |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost vertrat bei einer Ansprache im Jahr 2012 die Auffassung, dass die westlichen [[Massenmedien]] „außerordentlich effektiv“ darin seien, Sympathien für Lebensstile und Überzeugungen hervorzurufen, die der Botschaft der Bibel widersprächen. Als Beispiele nannte er den „[[Homosexualität|homosexuellen]] Lebensstil“, [[Schwangerschaftsabbruch|Abtreibung]] und [[Sterbehilfe]]. Insbesondere lehnte er positive oder sympathisierende Darstellungen von [[Regenbogenfamilie]]n in Film und Fernsehen ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stern.de/politik/ausland/robert-francis-prevost-ist-papst-leo-xiv--der-fast-perfekte-kompromiss-35707076.html |titel=Robert Francis Prevost ist Papst Leo XIV.: Der fast perfekte Kompromiss |werk=stern.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Marina Dunbar, Jakub Krupa, Marina Dunbar (now), Jakub Krupa (earlier) |url=https://www.theguardian.com/world/live/2025/may/08/new-pope-conclave-vatican-white-black-smoke-papacy-catholic-cardinals?page=with:block-681d07f78f087953796a09f4#block-681d07f78f087953796a09f4 |titel=Robert Francis Prevost becomes first US pope and will be known as Leo XIV – live |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube|id=QXVkJ5TQi1s|titel=Pope Leo on media and evangelization. Full 2012 interview|uploader=[[Catholic News Service]]|upload=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit in Chiclayo (2014–2023) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Santa María Catedral - Chiclayo.jpg|mini|Die Kathedrale Santa María in [[Chiclayo]], Peru, Prevosts Bischofskirche als Oberhirte der [[Bistum Chiclayo|Diözese Chiclayo]] von 2015 bis 2023 (2018)|links]]&lt;br /&gt;
Am 3.&amp;amp;nbsp;November 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum [[Titularbischof]] der ehemaligen Diözese &#039;&#039;[[Titularbistum Sufar|Sufar]]&#039;&#039; und bestellte ihn zum [[Apostolischer Administrator|Apostolischen Administrator]] von [[Bistum Chiclayo|Chiclayo]] in Peru.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2014/11/03/0814/01717.html |titel=Rinuncia del Vescovo di Chiclayo (Perú) e nomina dell’Amministratore Apostolico |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=[[Presseamt des Heiligen Stuhls]] |datum=2014-11-03 |sprache=it |abruf=2014-11-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Amtseinführung als Administrator folgte vier Tage später. Der [[Apostolischer Nuntius|Apostolische Nuntius]] in Peru, Erzbischof [[James Patrick Green]], spendete ihm am 12.&amp;amp;nbsp;Dezember desselben Jahres die [[Weihesakrament#Episkopat|Bischofsweihe]]. [[Konsekration|Mitkonsekratoren]] waren der Altbischof von Chiclayo, [[Jesús Moliné Labarta]], und der Erzbischof von [[Erzbistum Ayacucho oder Huamanga|Ayacucho und Huamanga]], [[Salvador Piñeiro García-Calderón]]. Papst Franziskus ernannte ihn am 26.&amp;amp;nbsp;September 2015 zum Bischof von Chiclayo.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2015/09/26/0722/01562.html#NomDue |titel=Nomina del Vescovo di Chiclayo (Perú) |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2015-09-26 |sprache=it |abruf=2015-09-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da laut einem 1980 abgeschlossenen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.concordatwatch.eu/concordat-with-the-military-junta-1980-text--t39261 Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Peru] auf &#039;&#039;concordatwatch.eu&#039;&#039;, hier: Artikel 7&amp;lt;/ref&amp;gt; Staatsvertrag zwischen dem Vatikan und Peru ([[Konkordat]]) nur peruanische Staatsbürger zu Bischöfen ernannt werden dürfen, erwarb er am 24.&amp;amp;nbsp;August 2015 die peruanische Staatsbürgerschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sn.at/politik/weltpolitik/wer-papst-leo-xiv-178166068 |titel=Wer ist der neue Papst Leo XIV.? |werk=[[Salzburger Nachrichten]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Carlos Oré Arroyo |url=https://www.infobae.com/peru/2025/05/08/el-papa-es-ciudadano-peruano-robert-prevost-fue-elegido-como-el-sucesor-de-francisco-i/ |titel=El papa es ciudadano peruano: Robert Prevost fue elegido como el sucesor de Francisco |werk=infobae.com |datum=2025-05-08 |sprache=es |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mitra Taj, Julie Turkewitz, Genevieve Glatsk |url=https://www.nytimes.com/2025/05/09/world/europe/pope-peru-reaction.html |titel=Peru Celebrates Pope Leo XIV and Claims Him as Their Own|werk=[[The New York Times|nytimes.com]] |sprache=en |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ernennung zum Bischof durch Franziskus war als Warnsignal des Vatikans an damals einflussreiche rechtskatholische Gruppen – wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Sodalitium Christianae Vitae]] – zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sandra Weiss, Hildegard Willer |url=https://www.riffreporter.de/de/international/papst-leo-xiv-robert-prevost-peru-vatikan-katholische-kirche |titel=Blick hinter die Kulissen der Katholischen Kirche: Wie tickt der neue Papst, Leo XIV.? |hrsg=[[RiffReporter]] |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Zeit als Bischof gewann er einen Ruf als „Kämpfer gegen Armut, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Peter Burghardt |url=https://www.tagesanzeiger.ch/robert-francis-prevost-peru-feiert-seinen-papst-leo-xiv-667121719450 |titel=Zweite Heimat von Leo XIV.: Peru feiert seinen Papst als «zutiefst spirituell und menschlich» |werk=[[Tages-Anzeiger]] |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So kümmerte er sich beispielsweise um die Personen in den Armenvierteln, die vom Wetterphänomen [[El Niño]] betroffen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tobias Käufer |url=https://www.rnd.de/panorama/in-gummistiefeln-im-schlamm-von-el-nino-der-papst-wurde-in-peru-gepraegt-E5J2PAUHGZHFZBAEIHVPVFIRKE.html |titel=In Gummistiefeln im Schlamm von El Niño – der Papst wurde in Peru geprägt |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem unterstützte er Armenküchen und andere Wohltätigkeitszwecke. Außerdem setzte er sich für bessere Wohnverhältnisse an der Nordküste ein, da diese besonders von Überflutungen betroffen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/c0ln80lzk7ko |titel=Who is Robert Prevost, the new Pope Leo XIV and first American pope? |datum=2025-05-09 |sprache=en |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2017 forderte Prevost den ehemaligen Staatspräsidenten von Peru, [[Alberto Fujimori]], öffentlich auf, sich bei den Opfern des von ihm geführten Staatsterrorismus zu entschuldigen. Zudem traf er sich auch mit Opfern im Rahmen des Missbrauchsskandals um die Kongregation [[Sodalicio de Vida Cristiana]] und leitete die Informationen darüber an Papst Franziskus weiter, der die Kongregation daraufhin auflöste.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Ladurner |Titel=Robert Prevost in Peru: Immer auf der Seite der Schwachen und Gedemütigten |Sammelwerk=Die Zeit |Ort=Hamburg |Datum=2025-05-16 |ISSN=0044-2070 |Online=https://www.zeit.de/2025/20/robert-prevost-peru-papst-missionar-chulucanas |Abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel Deckers |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/peru-praegt-papst-leo-xiv-was-weggefaehrten-berichten-110481629.html |titel=Was der neue Papst in Peru lernte |werk=Frankfurter Allgemeine (faz.net) |datum=2025-05-18 |sprache=de |abruf=2025-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13.&amp;amp;nbsp;Juli 2019 berief ihn Papst Franziskus für fünf Jahre zum Mitglied der [[Dikasterium für den Klerus|Kongregation für den Klerus]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2019/07/13/0589/01216.html#no |titel=Nomina di Membri della Congregazione per il Clero |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2019-07-13 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 21.&amp;amp;nbsp;November 2020 zum Mitglied der [[Dikasterium für die Bischöfe|Kongregation für die Bischöfe]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/11/21/0601/01405.html#membri |titel=Nomina di Membri della Congregazione per i Vescovi |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2020-11-21 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom 15.&amp;amp;nbsp;April 2020 bis zum 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2021 war er während der [[Sedisvakanz]] zusätzlich Apostolischer Administrator von [[Bistum Callao|Callao]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/04/15/0227/00504.html#callao |titel=Rinuncia del Vescovo di Callao (Perú) e nomina dell’Amministratore Apostolico „sede vacante“ |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2020-04-14 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 wurde bekannt, dass Prevost 2022 eine kanonische Voruntersuchung wegen Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Priester der Diözese Chiclayo eingeleitet hatte. In Erklärungen gegenüber der linksliberalen peruanischen Zeitung &#039;&#039;[[La República (Peru)|La República]]&#039;&#039; sagte Prevost: „Wenn Sie Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Priester sind, melden Sie es.“ Laut Diözesanangaben wurden die Ergebnisse im Juli 2022 an das vatikanische Hauptamt für die Glaubens- und Sittenlehre ([[Dikasterium für die Glaubenslehre]]) weitergeleitet, das – wie die staatlichen Behörden Perus – eine unzureichende Beweislage attestierte. In der Nachrichtensendung vom 8.&amp;amp;nbsp;September 2024 warfen die mutmaßlichen Opfer Bischof Prevost Vertuschung vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Agren |url=https://www.ncronline.org/news/cardinals-former-diocese-denies-claim-clerical-sexual-abuse-cover |titel=Cardinal’s former diocese denies claim of clerical sexual abuse cover-up |werk=ncronline.org |datum=2024-09-18 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die peruanischen Investigativreporter Pedro Salinas und Paola Ugaz, die den Fall umfangreich recherchiert haben, sind der Auffassung, dass die Anschuldigungen gegen Prevost falsch seien. Im Gegenteil: Bei ihren Recherchen hätten sie in Prevost einen Verbündeten gefunden, der ihnen auch einen direkten Zugang zu Papst Franziskus eröffnet habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit im Vatikan ===&lt;br /&gt;
==== Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe (2023–2025) ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Cardinal Robert F. Prevost at the Consistory on 30 September 2023 (cropped portrait).jpg|mini|hochkant|Kardinal Robert Prevost (2023)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Coat of arms of Robert Francis Prevost Martinez (cardinal).svg|miniatur|hochkant|Kardinalswappen von Robert Francis Prevost (2023–2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen wahlspruch&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Borgo - Chiesa di Santa Monica.JPG|mini|hochkant|Die Kirche &#039;&#039;Santa Monica degli Agostiniani&#039;&#039;, Kardinal Prevosts [[Titelkirche]] in Rom und der Ort seiner Priesterweihe im Jahr 1982]]&lt;br /&gt;
Am 30.&amp;amp;nbsp;Januar 2023 ernannte ihn Papst Franziskus zum [[Erzbischof]] und zum Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe; zu seinen Amtspflichten gehörte auch die Überwachung der Durchsetzung der Richtlinien zur Bekämpfung sexuellen Missbrauchs in den [[Diözese]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Matthias Rüb |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/neuer-papst-leo-xiv-wer-ist-robert-prevost-110465102.html |titel=Neuer Papst Leo XIV.: Wer ist Robert Prevost? |werk=faz.net |hrsg=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war damit an den Bischofsernennungen weltweit beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/konklave-papst-prevost-leo-100.html |titel=Papst Leo XIV. — Reformer, Weltbürger, Pragmatiker |werk=[[Tagesschau (ARD)|tagesschau.de]] |hrsg=Norddeutscher Rundfunk |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugleich bestellte ihn Papst Franziskus zum Präsidenten der [[Päpstliche Kommission für Lateinamerika|Päpstlichen Kommission für Lateinamerika]]. Er trat das Amt am 12.&amp;amp;nbsp;April 2023 an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/01/30/0086/00207.html#vescovi |titel=Rinuncia del Prefetto del Dicastero per i Vescovi e Presidente della Pontificia Commissione per l’America Latina e Nomina del successore |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-01-30 |sprache=it |abruf=2023-01-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit folgte er in beiden Ämtern auf Kardinal [[Marc Ouellet]], der von dem Amt altersbedingt zurücktrat.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-01/vatikan-ernennung-prevost-bischofsdikasterium-ouellet-rueckritt.html |titel=Bischof Robert Francis Prevost wird neuer Präfekt des Bischofs-Dikasteriums |datum=2023-01-30 |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost gilt als pragmatischer Diplomat. So verhandelte er beispielsweise an der Seite von Kardinalstaatssekretär [[Pietro Parolin]] zwischen den deutschen Bischöfen und dem Vatikan, als der [[Synodaler Weg|Synodale Weg]] im Jahr 2023 auf Kritik stieß.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kardinal Prevost begrüßte das in der neuen Kurienverfassung festgelegte Verfahren, dass nun auch Laien an der Auswahl von Bischöfen mitwirken können. Ihm zufolge bedeutete das dennoch nicht, dass die „Ortskirche ihren Hirten wählen muss, als ob die Berufung zum Bischof das Ergebnis einer demokratischen Abstimmung, eines fast ‚politischen‘ Prozesses wäre“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/44891-praefekt-des-bischofsdikasteriums-bischofswahl-nicht-demokratisieren |titel=Präfekt des Bischofsdikasteriums: Bischofswahl nicht demokratisieren |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2023 äußerte er sich bei der [[Weltsynode]] zur Synodalität mit Bezug auf die [[Frauenordination (Christentum)|Frauenordination]] skeptisch und meinte, dass sie „nicht unbedingt ein Problem löst, sondern vielleicht ein neues Problem schafft“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Courtney Mares |url=https://de.catholicnewsagency.com/news/14316/kardinal-bei-weltsynode-klerikalisierung-von-frauen-wird-probleme-nicht-losen |titel=Kardinal bei Weltsynode: „Klerikalisierung von Frauen“ wird Probleme nicht lösen |hrsg=[[Katholische Nachrichten-Agentur|KNA]] |datum=2023-08-27 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 sagte Prevost in einem Interview, er habe im Zuge der Weltsynode gelernt, wie viele verschiedene Sichtweisen es auf die Rolle des Bischofs gebe. Der Grundsatz sei jedoch seiner Meinung nach, dieser solle kein „kleiner Fürst sein, der in seinem Königreich sitzt“ &#039;&#039;(little prince sitting in his kingdom)&#039;&#039;, sondern sei „authentisch dazu berufen, bescheiden zu sein; den Menschen, denen er dient, nahe zu sein, mit ihnen zu gehen, mit ihnen zu leiden“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=AVRu6DWxF-A |titel=Cardinal Prevost: „A bishop is called to suffer with the people he serves“ |werk=Vatican News – English |datum=2024-10-23 |format=YouTube-Video, 1:06 min. |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Prevost gilt als Unterstützer des synodalen Prinzips, und in seiner ersten Ansprache als Papst bekräftigte er, dass „wir euch allen Brüdern und Schwestern (…) eine synodale Kirche sein wollen, eine Kirche, die unterwegs ist“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/05/08/0299/00524.html |titel=Prima Benedizione “Urbi et Orbi” del Santo Padre Leone XIV |werk=vatican.va |sprache=it |abruf=2025-05-21 |kommentar=mit deutscher Übersetzung der Ansprache}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Veröffentlichung der Deklaration &#039;&#039;Fiducia supplicans&#039;&#039; des Dikasteriums für die Glaubenslehre, die die [[Segnung und Trauung gleichgeschlechtlicher Paare|Segnung von nicht kirchlich verheirateten Paaren]] erlaubt, betonte Prevost die Rolle der nationalen Bischofskonferenzen. Diese müssten seiner Meinung nach angesichts der kulturellen Unterschiede über die lehrmäßige Autorität verfügen, solche Richtlinien in ihrem lokalen Kontext auszulegen und anzuwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Felipe Salvosa II |url=https://cbcpnews.net/cbcpnews/same-sex-blessings-issue-highlights-need-for-bishops-conferences-doctrinal-authority/ |titel=Same-sex blessings issue highlights need for bishops’ conferences’ doctrinal authority |werk=cbcpnews.net |datum=2024-10-24 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost kritisierte auf [[X (soziales Netzwerk)|X]] mehrmals die [[Kabinett Trump II|Regierung Trump]], insbesondere Präsident [[Donald Trump]] und den 2019 zum Katholizismus konvertierten Vizepräsidenten [[JD Vance]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2025-05-09&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Alexander Sarovic |url=https://www.spiegel.de/ausland/papst-leo-xiv-kein-mann-nach-donald-trumps-geschmack-a-e56b3ed4-108d-406e-af57-1f45a96cca60 |titel=Ein Papst, so gar nicht nach Trumps Geschmack |werk=[[Der Spiegel]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.derstandard.at/story/3000000268975/bloss-verhaltene-freude-bei-trump-vance-co-nach-wahl-von-papst-leo-xiv |titel=Bloß verhaltene Freude bei Trump, Vance und Co nach Wahl von Papst Leo XIV. |werk=[[derStandard.at]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In einigen seiner Beiträge zeigte er Sympathien mit [[Flüchtling]]en sowie mit [[Tötung von George Floyd|George Floyd]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nikki McCann Ramirez, Tim Dickinson |url=https://www.rollingstone.com/politics/politics-news/new-pope-robert-prevost-social-media-maga-meltdown-1235334802/ |titel=MAGA Melts Down Over New Pope’s Anti-Trump, Pro-Immigrant Social Media |werk=[[Rolling Stone]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Léonie Chao-Fong, Marina Dunbar, Jakub Krupa, Léonie Chao-Fong (now); Marina Dunbar, Jakub Krupa (earlier) |url=https://www.theguardian.com/world/live/2025/may/08/new-pope-conclave-vatican-white-black-smoke-papacy-catholic-cardinals?page=with:block-681d044a8f082cdfc1dab0b0#block-681d044a8f082cdfc1dab0b0 |titel=Robert Francis Prevost becomes first US pope and will be known as Leo XIV – live |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er sprach sich, ähnlich wie Papst Franziskus, wiederholt für entschiedenes Handeln gegen den [[Globale Erwärmung|menschengemachten Klimawandel]] aus (siehe auch &#039;&#039;[[Laudato si’]]&#039;&#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Viktoria Bräuner, Dominik Straub |url=https://www.tagesspiegel.de/internationales/mathematiker-missionar-diplomat-wer-ist-der-us-amerikanische-papst-leo-xiv-13661455.html |titel=Mathematiker, Missionar, Diplomat: Wer ist der US-amerikanische Papst Leo XIV.? |werk=[[Tagesspiegel]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er rief die Kirche dazu auf, größere Anstrengungen gegen die [[Umweltschaden|Zerstörung der Erde]] zu unternehmen. Die [[Dominium terrae|Beherrschung der Welt]] dürfe nicht „tyrannisch“ werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/en/vatican-city/news/2024-11/climate-change-conference-latin-america-cardinals-rome.html |titel=Pope: Climate change impacts poorest and requires global cooperation |werk=Vatican News |datum=2024-11-29 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solcyré Burga |url=https://time.com/7283887/pople-leo-lgbtq-women-migrants-rights/ |titel=Where Pope Leo Stands on Major Issues |werk=[[Time]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vollversammlung der Kardinäle ([[Konsistorium]]) vom 30.&amp;amp;nbsp;September 2023 nahm ihn Papst Franziskus als [[Kardinalsklasse#Kardinaldiakone|Kardinaldiakon]] mit der [[Diakonie (Rom)|Titeldiakonie]] &#039;&#039;[[Santa Monica (Rom)|Santa Monica]]&#039;&#039; in das [[Kardinalskollegium]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/09/30/0682/01498.html |titel=Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli e delle Diaconie ai nuovi Cardinali |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-09-30 |sprache=it |abruf=2023-09-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Besitzergreifung#Besitzergreifung im Kirchenrecht|Besitzergreifung]] seiner Titeldiakonie, der Klosterkirche des Augustinerkollegs, fand am 28.&amp;amp;nbsp;Januar des folgenden Jahres statt. Am 6.&amp;amp;nbsp;Februar 2025 erhob ihn der Papst zum [[Kardinalsklasse#Kardinalbischöfe|Kardinalbischof]] des [[Bistum Albano|suburbikarischen Bistums Albano]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/02/06/0113/00233.html#osa |titel=Promozione all’Ordine dei Vescovi dell’Em.mo Card. Robert Francis Prevost, O.S.A. |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2025-02-06 |sprache=it |abruf=2025-02-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11.&amp;amp;nbsp;Februar 2025 verlieh der [[Großmeister des Malteserordens|Großmeister]] des [[Souveräner Malteserorden|Malteserordens]] Fra’ [[John Dunlap]] Prevost die Insignien des Ehren- und Devotions-[[Großkreuz]]-[[Ballei|Bailli]] des Ordens.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.orderofmalta.int/de/nachrichten/kardinal-robert-francis-prevost-die-insignien-des-ehren-und-devotions-grosskreuz-bailli-verliehen/ |titel=Kardinal Robert Francis Prevost die Insignien des Ehren- und Devotions-Großkreuz-Bailli verliehen |hrsg=Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta |datum=2025-02-11 |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kardinalswappen ====&lt;br /&gt;
Das Kardinalswappen von Prevost ist vom Wappenschild her nahezu identisch mit seinem Wappen als Papst. Allerdings ist der untere rechte Sektor hier weiß unterlegt und das Banner, auf dem sein Wahlspruch steht, ist gelb. Zudem befindet sich hinter dem Wappenschild ein Kardinalshut ([[Galero]]) mit zweimal 15 roten [[Fiocchi]] ([[Quaste]]n), der auf sein Kardinalsamt hinweist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ilmessaggero.it/de/das_wappen_von_papst_prevost-8824001.html#?refresh_ce |titel=Das Wappen von Papst Prevost |werk=Il Messaggero |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wahlspruch ====&lt;br /&gt;
Der bischöfliche [[Wahlspruch#Kirchliche Würdenträger|Wahlspruch]] ist einer Predigt des heiligen [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] (&#039;&#039;Enarrationes in Psalmos&#039;&#039; 127,3) entnommen: {{&amp;quot; |Text=nos multi in illo uno unum |Sprache=la}},&amp;lt;ref&amp;gt;S. Aurelii Augustini: &#039;&#039;Enarrationes in Psalmos&#039;&#039;. In: [[Patrologia Latina]], Bd. 37, Sp. 1679 ([https://www.augustinus.it/latino/esposizioni_salmi/esposizione_salmo_185_testo.htm In Psalmum 127 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; sinngemäß: {{&amp;quot; |Text=In jenem einen (Christus) sind wir vielen eins}} oder {{&amp;quot; |Text=In dem einen Christus sind wir eins}}.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://bistum-regensburg.de/news/kardinal-robert-francis-prevost-ist-der-neue-papst-leo-xiv |titel=Habemus papam |titelerg=Kardinal Robert Francis Prevost ist der neue Papst Leo XIV. |hrsg=Bistum Regensburg |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Augustinuszitat wurde zu {{&amp;quot; |Text=in illo uno unum |Sprache=la}}, sinngemäß: {{&amp;quot; |Text=In jenem einen (Christus) eins}}, [[Ellipse (Sprache)|verkürzt]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen wahlspruch&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.osa.org.au/osa-updates-international/former-osa-prior-general-consecrated-a-bishop/ |titel=Former OSA Prior General Consecrated a Bishop |werk=Augustinians of the Province of Australasia |hrsg=Province of the Order of St Augustine in Australasia |datum=2014-12-13 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pontifikat (seit 2025) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pope Leo XIV on the loggia (cropped).jpg|mini|Leo XIV. nach seiner Wahl am 8. Mai 2025 auf der Benediktionsloggia des Petersdoms]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahl und Amtsbeginn ===&lt;br /&gt;
Am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025 wurde Prevost am zweiten Tag des [[Konklave 2025|Konklaves]] – des ersten Konklaves, an dem er als Kardinal teilnahm – im vierten Wahlgang zum [[Papst]] gewählt. Er nahm den [[Papstname]]n Leo XIV. an. Etwa eine Stunde nach der Wahl verkündete [[Kardinalprotodiakon]] [[Dominique Mamberti]] den neuen Papst der Öffentlichkeit auf der [[Benediktionsloggia]] des [[Petersdom]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | id = Acr0MzNaneg | titel = Habemus Papam – Robert Francis Prevost aus den USA ist neuer Papst Leo XIV. | upload = 2025-05-08 | uploader = domradio }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. erschien danach auf dem Balkon, um die auf dem [[Petersplatz]] versammelte Menge zu begrüßen, seine erste Ansprache zu halten und den nach einer Papstwahl üblichen Segen &#039;&#039;[[Urbi et orbi]]&#039;&#039; zu spenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Youtube|id=J8zO-6N7mHs |titel= Papst Leo XIV. – Erste Ansprache und Segen des neuen Heiligen Vaters |upload=2025-05-08 |uploader=domradio}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Greta Prünster |url=https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/papst-leo-xiv-us-amerikaner-robert-prevost-ist-neuer-papst,UkVvA96 |titel=Habemus Papam: Robert Francis Prevost ist Leo XIV. |werk=BR24 |hrsg=Bayerischer Rundfunk |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdfheute.de/panorama/konklave-vatikan-papstwahl-weisser-rauch-neuer-papst-100.html |titel=Aus den USA. Leo XIV.: Robert F. Prevost ist der neue Papst |werk=[[heute (Fernsehsendung)|zdfheute.de]] |hrsg=[[Zweites Deutsches Fernsehen]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei trug er das [[Rochett]], die päpstliche [[Mozetta#Farbgebung|Sommermozzetta]] aus rotem Seidenkamelott und die [[Stola (liturgische Kleidung)|Stola]], die im [[Papstwahl#Wahlannahme und Proklamation|Raum der Tränen]] bereitgelegen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | id = Ib8lBpjYW1U | titel = Ahead of the conclave: The “Room of Tears” and Sistine Chapel |uploader =[[Vatican News|Vatican News – English]] |upload=2025-05-06 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Vorgänger hatte seinerzeit sowohl das Rochett als auch die hermelinverbrämte Wintermozzetta aus rotem Samt abgelehnt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Willey |url=https://www.bbc.com/news/world-europe-21813874 |titel=Pope Francis’ first moves hint at break with past |werk=[[BBC News]] |datum=2013-03-16 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und die &#039;&#039;[[Stola der vier Evangelisten]]&#039;&#039;, die für [[Benedikt XV.]] angefertigt worden war,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt; erst zur Segenshandlung umgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Strobl |url=https://www.merkur.de/welt/neuer-papst-leo-xiv-setzt-bei-erstem-auftritt-sofort-ein-verstecktes-zeichen-93722596.html |titel=Neuer Papst Leo XIV. setzt bei erstem Auftritt sofort ein verstecktes Zeichen |werk=Merkur.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während Franziskus die Menschenmenge profan begrüßt hatte &#039;&#039;(Fratelli e sorelle, buona sera – Brüder und Schwestern, guten Abend)&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://religion.orf.at/stories/3219686/ &#039;&#039;„Buona sera“: Ein Papst der Herzen&#039;&#039;.] ORF.at, 21. April 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; rief Leo&amp;amp;nbsp;XIV. wieder das traditionelle und liturgische &#039;&#039;Pax vobiscum&#039;&#039; („Friede sei mit euch“), worauf die Gemeinde antwortet mit &#039;&#039;Et cum spiritu tuo&#039;&#039; („und mit Deinem Geiste“). Leo XIV. rief in seiner ersten Ansprache zum Brückenbauen und Frieden auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/konklave-vatikan-papstwahl-weisser-rauch-neuer-papst-100.html |titel=„Habemus Papam“: Das Konklave hat einen neuen Papst gewählt |werk=ZDF.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin steckt auch ein Vorsatz, bedeutet doch der päpstliche Titel [[Pontifex maximus]] „oberster Brückenbauer“. Zudem ist er seit seiner Wahl zum Papst von Amts wegen Präfekt des [[Dikasterium für die Evangelisierung|Dikasteriums für die Evangelisierung]]. Papst Franziskus hatte das Amt im Juni 2022 durch die [[Apostolische Konstitution]] &#039;&#039;[[Praedicate Evangelium]]&#039;&#039; auf den römischen Pontifex übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vatican.va/content/romancuria/de/dicasteri/dicastero-evangelizzazione/struttura.html |titel=Dikasterium für die Evangelisierung, Struktur |hrsg=vatican.va |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Wahl galt als Kompromiss zwischen dem konservativen und dem liberaleren Lager.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Tag nach seiner Wahl feierte er seine erste päpstliche [[heilige Messe]] in der [[Sixtinische Kapelle|Sixtinischen Kapelle]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube |id=6TQ5T2mgb-k |titel=Heilige Messe unter Vorsitz von Papst Leo XIV., 9. Mai 2025 |uploader=[[Vatican News]] |upload=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er bat dabei die Kardinäle um Unterstützung, warnte im Allgemeinen vor Glaubensverlust&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-leo-messe-100.html |titel=Erste Papst-Messe nach Wahl. Leo XIV. beklagt „Streben nach Macht und Vergnügen“ |werk=tagesschau.de |hrsg=Norddeutscher Rundfunk |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und dem Streben nach Macht und Vergnügen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2025/documents/20250509-messa-cardinali.html |titel=Heilige Messe des Heiligen Vaters mit den Kardinälen |hrsg=vatican.va |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-21 |kommentar=deutsche Übersetzung des Textes der Predigt}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei seiner Amtseinführung am 5. Sonntag der Osterzeit &#039;&#039;[[Cantate]]&#039;&#039;, 18. Mai 2025, erhielt Leo&amp;amp;nbsp;XIV. das [[Pallium]] und den [[Fischerring]] als Zeichen des Petrusdienstes. Er verzichtete, wie alle seine Vorgänger seit [[Johannes Paul I.]], auf die traditionelle Krönungsmesse und die anschließende Krönung mit der päpstlichen [[Tiara]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61520-termin-fuer-amtseinfuehrung-von-papst-leo-xiv-steht-fest |titel=Termin für Amtseinführung von Papst Leo XIV. steht fest |hrsg=katholisch.de |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.n-tv.de/panorama/Papst-Leo-XIV-nutzt-Amtseinfuehrung-fuer-Appell-article25775737.html |titel=„Komme mit Furcht und Zittern“: Papst Leo XIV. nutzt Amtseinführung für Appell |werk=n-tv.de |datum=2025-05-18 |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leo XIV. ist der erste [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten|Staatsbürger der USA]] und durch seine [[Staatsbürgerschaft#Mehrfache Staatsbürgerschaft|zweite Staatsbürgerschaft]] zugleich der erste Peruaner, der das Papstamt bekleidet. Er ist auch der erste Papst, der dem Augustinerorden angehört.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-robert-francis-prevost-biographie-konklave.html |titel=Der neue Papst: Eine Biografie |hrsg=Vatican News |datum=2025-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vortag seiner Wahl schrieb die &#039;&#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&#039;&#039;, er gelte als „pragmatischer Mann der Mitte und als Vermittler zwischen den Welten des amerikanischen Katholizismus“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Luzi Bernet |Titel=Wer wird der 267. Papst? |Sammelwerk=[[Neue Zürcher Zeitung]] |Datum=2025-05-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund seiner Herkunft, seiner US- und peruanischen Staatsbürgerschaft sowie seiner Wirkungsgebiete in Seelsorge, geistlicher Ausbildung und kirchlicher Administration in den Vereinigten Staaten, Peru und Rom wird er als [[Kosmopolitismus|Kosmopolit]]&amp;lt;ref&amp;gt;Luzi Bernet: &#039;&#039;Ein Kosmopolit aus Chicago folgt auf Franziskus / Papst Leo XIV. ist ein untypischer Vertreter des amerikanischen Klerus&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&#039;&#039;, 9. Mai 2025, S.&amp;amp;nbsp;3.&amp;lt;/ref&amp;gt; beziehungsweise als Weltbürger&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2025-05-09&amp;quot; /&amp;gt; bezeichnet. [[Evelyn Finger]] auf &#039;&#039;[[Die Zeit|Zeit Online]]&#039;&#039; beschrieb Leo&amp;amp;nbsp;XIV. als „so weit ‚links‘, […] so liberal, dass bis zuletzt kaum ein Vatikanist glaubte, das Kardinalskollegium könnte sich auf einen wie ihn einigen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Evelyn Finger |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-05/papst-leo-xiv-weisser-rauch-konklave-papstwahl-katholische-kirche-kardinaele/komplettansicht |titel=Ein Linker, mit dem keiner gerechnet hat |werk=Zeit Online |datum=2025-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Matthias Rüb]] konstatierte in der &#039;&#039;[[FAZ]]&#039;&#039;: „Leo bricht mit dem Traditionsbrecher Franziskus, indem er zu alten Traditionen zurückkehrt, ohne jedoch den Bruch mit seinem unmittelbaren Amtsvorgänger zu suchen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rüb&amp;quot;&amp;gt;Matthias Rüb: [https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/leo-xiv-belebt-castel-gandolfo-tradition-neu-110575566.html &#039;&#039;Abkehr von den Traditionsbrüchen&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine]]&#039;&#039; (faz.net), 5.&amp;amp;nbsp;Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leo XIV. übernahm den Vatikanstaat in einer finanziell schwierigen Lage; so hinterließ ihm sein Vorgänger eine Verschuldung von rund zwei Milliarden Euro.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61593-zeitung-franziskus-hinterliess-finanzloch-von-zwei-milliarden-euro |titel=Zeitung: Franziskus hinterließ Finanzloch von zwei Milliarden Euro |werk=katholisch.de |datum=2025-05-12 |sprache=de |abruf=2025-06-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.welt.de/wirtschaft/article256060770/Vatikan-Die-Milliarden-des-Heiligen-Stuhls.html |titel=Vatikan: Die Milliarden des Heiligen Stuhls |werk=welt.de |datum=2025-05-06 |sprache=de |abruf=2025-06-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Namenswahl ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Papa Leone XIII.jpeg|mini|hochkant|Prevost wählte den päpstlichen Namen Leo zu Ehren von [[Leo XIII.]] (1810–1903) aufgrund dessen Soziallehre und Schriften.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Leo&#039;&#039; ist das lateinische Wort für „Löwe“. In seiner ersten Ansprache an das Kardinalskollegium verwies der neu gewählte Papst insbesondere auf den letzten Amtsinhaber dieses Namens, [[Leo XIII.]], und dessen Sozialenzyklika &#039;&#039;[[Rerum Novarum]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1891.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NamenswahlVN&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-namenswahl-kardinaele-danksagung-sanftmut-zeit.html |autor=Mario Galgano |titel=Leo XIV. erklärt Namenswahl: Sozialer Papst für eine neue Zeit |werk=Vatican News |datum=2025-05-10 |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIII. galt als „Arbeiterpapst“, der sich während der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]] für faire Löhne, Arbeiterrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzte und somit als Begründer der [[Katholische Soziallehre|katholischen Soziallehre]] gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.merkur.de/welt/papst-leo-xiv-ist-gewaehlt-das-bedeutet-der-neue-papst-name-zr-93722371.html |autor=Robin Dittrich |titel=Leo XIV. ist der neue Papst: Was bedeutet der Name? |werk=Merkur.de |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. erklärte, dass die Kirche allen den Schatz ihrer Soziallehre als Antwort auf eine weitere industrielle Revolution und auf die Entwicklungen im Bereich der [[Künstliche Intelligenz|künstlichen Intelligenz]] anbiete, denn diese stellten neue Herausforderungen für die Verteidigung der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Arbeit dar. Damit wolle er eine Linie fortsetzen, die Papst Franziskus mit seiner Option für die Armen begonnen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Lauren Kent |url=https://edition.cnn.com/2025/05/10/europe/pope-leo-prevost-cardinals-artificial-intelligence-intl |titel=Pope Leo signals he will closely follow Francis and says AI represents challenge for humanity |werk=CNN World |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-05-12 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnlich habe sich Leo XIV. bereits beim gemeinsamen Essen nach Abschluss des Konklaves geäußert, wie der chilenische Kardinal [[Fernando Natalio Chomalí Garib|Fernando Chomalí]] berichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://nwcatholic.org/news/ines-san-martin-osv-news/chilean-cardinal-gives-insight-to-the-conclave-that-elected-pope-leo-xiv |titel=Chilean cardinal gives insight to the conclave that elected Pope Leo XIV |autor=Ines San Martin |werk=Northwest Catholic |sprache=en |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-12 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Inspiration war Papst [[Leo der Große]], der als bedeutender Lehrer des Glaubens und Verteidiger der kirchlichen Einheit im 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gilt. Seine Reliquien ließ Leo XIV. in sein Brustkreuz ([[Pektorale]]) einsetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam Sosnowski |Titel=Leon XIV. Biografia ilustrowana |Ort=Krakau |Datum=2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Insigne Leonis XIV.svg|mini|hochkant|Papstwappen von Leo XIV.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wappen&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das Papstwappen ist weitgehend an Prevosts Wappen als Bischof und später Kardinal angelehnt. So hat er als Papst beispielsweise einige heraldische Elemente und den Wahlspruch &#039;&#039;in illo uno unum&#039;&#039; (dt. „in dem, der eins ist, sind wir eins“, wörtl. „in jenem Einen eins“) übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61551-vatikan-veroeffentlicht-wappen-von-papst-leo-xiv |titel=Vatikan veröffentlicht Wappen von Papst Leo XIV. |hrsg=katholisch.de |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wappen stelle, so der Journalist José García, eine Vereinigung von marianischen und augustinischen Elementen dar und solle die Einheit der Kirche symbolisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.die-tagespost.de/kirche/vatikan-und-papst/zeichen-eines-hirtenherzens-art-263316 |titel=Zeichen eines Hirtenherzens |werk=[[Die Tagespost]] |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wappenschild ist schräglinks blau silber geteilt. In Feld 1 befindet sich eine silberne Lilie. Diese weist auf Reinheit und Unschuld hin und wird deswegen mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht. Feld 2 zeigt ein vom Liebespfeil durchbohrtes brennendes Herz auf einem Buch – das [[Ikonografisches Heiligenattribut|Heiligenattribut]] des heiligen [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] und Symbol des [[Augustinerorden]]s, dem der Papst angehört. Es spielt auf die Bekehrung des heiligen Augustinus an. Wie bei den Wappen der letzten beiden Päpste ist das Oberwappen die Mitra; die gekreuzten goldenen und silbernen Schlüssel, die von einer roten Kordel zusammengehalten werden, sind Symbol der päpstlichen Autorität.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wappen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/leo-xiv-wappen-papst-kardinal-herz-jesu-lilie.html |titel=Das Wappen des neuen Papstes |werk=Vatican News |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/vatikan-veroeffentlicht-neues-wappen-von-papst-leo-xiv |titel=Vatikan veröffentlicht neues Wappen von Papst Leo XIV. |hrsg=Domradio |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. setzt die Neuerung von Papst Franziskus fort: Das Papstwappen besitzt einen Wahlspruch, der mit dem des Kardinalswappens identisch ist. Auch Leo greift zudem auf die Grundform des Wappens [[Benedikt XVI.|Benedikts XVI.]] zurück, das anstelle der Papstkrone oder Dreifachkrone ([[Tiara]]) erstmals eine bischöfliche [[Mitra]] zeigt, die an die Symbolik der Tiara erinnert. Sie ist silbern und trägt drei goldene Bänder (die drei Gewalten des Weiheamts, der Jurisdiktion und des Lehramts), die vertikal im Zentrum miteinander verbunden sind, um so ihre Einheit in derselben Person aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziale Netzwerke ===&lt;br /&gt;
Am 13. Mai 2025 wurden die offiziellen sozialen Netzwerke des Papstes nach dem Tod von Franziskus wieder aktiviert. Leo XIV. setzte damit die Linie seiner Vorgänger in Bezug auf soziale Netzwerke fort.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/fr/pape/news/2025-05/pape-leon-xiv-reseau-social-x-instagram-2025-web-rs.html |titel=Léon XIV maintient les comptes du Pape sur les réseaux sociaux |werk=Vatican News |datum=2025-05-13 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Manu Van Lier |url=https://www.cathobel.be/2025/05/leon-xiv-et-les-reseaux-sociaux-des-comptes-officiels-des-tweets-engages-mais-attention-aux-faux-profils/ |titel=Le pape Léon XIV connaît les réseaux sociaux et leurs pièges |werk=CathoBel |datum=2025-05-14 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf [[X (soziales Netzwerk)|X]] ist er mit einem Konto namens @Pontifex vertreten, das in den neun Sprachen Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Französisch, Deutsch, [[Polnische Sprache|Polnisch]], [[Arabische Sprache|Arabisch]] und [[Latein]]isch verfügbar ist. Er ist ebenfalls auf der Social-Media-Plattform [[Instagram]] präsent, auf der ein offizielles Profil mit der Bezeichnung „@Pontifex – Pope Leo XIV“ existiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.cnews.fr/monde/2025-05-13/leon-xiv-le-pape-accepte-de-reprendre-le-compte-x-de-la-papaute-et-ses-52-millions |titel=Léon XIV : le pape accepte de reprendre le compte X de la papauté et ses 52 millions de followers |werk=C&amp;amp;nbsp;News |datum=2025-05-13 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marie-Françoise Audouard, Mathilde Rimaud, Louis Wiart |Titel=La présence du Saint-Père sur les réseaux sociaux |Sammelwerk= |Verlag=Éditions de la Bibliothèque publique d’information |Datum=2017 |ISBN=979-10-91281-44-7 |Online=https://www.cnews.fr/monde/2025-05-13/leon-xiv-le-pape-accepte-de-reprendre-le-compte-x-de-la-papaute-et-ses-52-millions}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lebensweise ===&lt;br /&gt;
Leo XIV. wird wahrscheinlich wieder die Papstwohnung im obersten Stockwerk des [[Apostolischer Palast|Apostolischen Palastes]] bewohnen, während Franziskus sich eine große Wohnung im vatikanischen Gästehaus [[Domus Sanctae Marthae]] hatte einrichten lassen. Die Rückkehr in den Apostolischen Palast soll ein ausdrücklicher Wunsch der Kardinäle in den Beratungen des Vorkonklaves gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.katholisch.de/artikel/61689-schluss-mit-leerstand-so-wuerde-leo-xiv-im-papst-palast-wohnen &#039;&#039;Schluss mit Leerstand? So würde Leo XIV. im Papst-Palast wohnen&#039;&#039;.] kath.ch, 19. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehrere Medien berichteten über einen Einzug des Papstes und die Umbauarbeiten in der Papstwohnung,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jan Henrik Stens |url=https://www.domradio.de/artikel/wird-leo-xiv-den-apostolischen-palast-einziehen |titel=Des Papstes Gemächer. Wird Leo XIV. in den Apostolischen Palast einziehen? |werk=Domradio.de |datum=2025-06-04 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.net/news/87605 |titel=Papst Leo XIV. wird im Apostolischen Palast wohnen |werk=kath.net |datum=2025-05-30 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; jedoch blieb eine offizielle Bestätigung vorerst aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Hannah Brockhaus |url=https://de.catholicnewsagency.com/news/19943/noch-nicht-bestatigt-aber-leo-xiv-wird-wohl-im-apostolischen-palast-wohnen |titel=Noch nicht bestätigt, aber: Leo XIV. wird wohl im Apostolischen Palast wohnen |werk=[[Catholic News Agency|CNA Deutsch]] |datum=2025-05-16 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61935-umzug-des-papstes-in-apostolischen-palast-noch-ungewiss |titel=Umzug des Papstes in Apostolischen Palast noch ungewiss |werk=katholisch.de |datum=2025-05-25 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinem [[Päpstlicher Privatsekretär|Privatsekretär]] ernannte er den peruanischen Augustinerpater [[Edgard Iván Rimaycuna Inga]], den er 2006 als Priesterseminaristen in Rom kennengelernt und 2015 als Pfarrvikar an die Kathedrale von Chiclayo geholt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kath.ch/newsd/habemus-privatsekretaer-papst-waehlt-jungen-priester-aus-peru/ &#039;&#039;Habemus Privatsekretär – Papst wählt jungen Priester aus Peru&#039;&#039;.] kath.ch, 16. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; 2017 war Rimaycuna nach Rom gezogen, um am [[Päpstliches Bibelinstitut|Päpstlichen Bibelinstitut]] seine Ausbildung fortzusetzen; nachdem 2023 auch Prevost als Erzbischof nach Rom gekommen war, machte er Rimaycuna zu seinem Mitarbeiter im Dikasterium für die Bischöfe.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ewtn.de/2025/05/20/wer-ist-edgard-ivan-rimaycuna-inga-der-privatsekretaer-von-papst-leo-xiv/ &#039;&#039;Wer ist Edgard Iván Rimaycuna Inga, der Privatsekretär von Papst Leo XIV.?&#039;&#039;] ewtn.de, 20. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stol.it/artikel/politik/peruanischer-priester-privatsekretaer-des-neuen-papstes &#039;&#039;Peruanischer Priester Privatsekretär des neuen Papstes&#039;&#039;.] stol.it, 17. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Privatsekretär übt eine protokollarisch unbedeutende, faktisch aber sehr einflussreiche Position aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Der letzte feste Privatsekretär eines Papstes war der deutsche Erzbischof [[Georg Gänswein]], der Benedikt XVI. von 2003 – noch an der Glaubenskongregation – bis zu dessen Tod Ende 2022 diente. Papst Franziskus wechselte seine Sekretäre hingegen alle drei bis vier Jahre aus. [https://de.catholicnewsagency.com/news/19973/wer-ist-edgard-ivan-rimaycuna-inga-der-privatsekretar-von-papst-leo-xiv catholicnewsagency.com], 20. Mai 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die [[Präfektur des Päpstlichen Hauses]] am 17. Juni 2025 mitteilte, wird Papst Leo einige Wochen im Sommer in [[Castel Gandolfo]] verbringen. Der dort liegende Renaissance-Palast ist die traditionelle Sommerresidenz der Päpste, welche allerdings von seinem Amtsvorgänger Franziskus nicht genutzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-06/leo-xiv-macht-sommerferien-in-castel-gandolfo.html |titel=Leo XIV. macht Sommerferien in Castel Gandolfo |werk=Vatican News |datum=2025-06-17 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.die-tagespost.de/kirche/vatikan-und-papst/papst-leo-xiv-verbringt-sommerpause-in-castel-gandolfo-art-264486 |titel=Papst Leo XIV. verbringt Sommerpause in Castel Gandolfo |werk=Die Tagespost |datum=2025-06-18 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Residenz gehört seit dem 16. Jahrhundert dem [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhl]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/62415-zurueck-zur-tradition-papst-leo-xiv-macht-urlaub-in-castel-gandolfo |titel=Zurück zur Tradition: Papst Leo XIV. macht Urlaub in Castel Gandolfo |werk=katholisch.de |datum=2025-06-17 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch den Verzicht von Franziskus, seinen Sommer in Castel Gandolfo zu verbringen, brachen dort die Zahlen an Pilgern und Besuchern ein. Die Stadt erhofft sich mit der Entscheidung eine Steigerung der Besucherzahlen, da sie vor allem vom Tourismus lebt. Diesem ist jedoch förderlich, dass Franziskus den &#039;&#039;Palazzo Pontifico&#039;&#039; 2016 in ein für die Öffentlichkeit zugängliches Museum umwandeln ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://religion.orf.at/stories/2802996/ &#039;&#039;Papst verzichtet auf Sommerresidenz Castel Gandolfo&#039;&#039;.] ORF.at, 14. Oktober 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/papst-residenz-castel-gandolfo-oeffnet-fuer-besucher-14491723.html &#039;&#039;Treten sie&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; ein ins Schlafzimmer des Papstes&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine&#039;&#039; (faz.net), 21. Oktober 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. hat 2025 angekündigt, das Museum bestehen zu lassen und das inzwischen museal aufbereitete Papst-Appartement im Palast nicht zu beziehen. Stattdessen wird er in der &#039;&#039;Villa Barberini&#039;&#039; wohnen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Severina Bartonitschek |url=https://www.katholisch.de/artikel/62620-ein-papst-in-badehose-leo-xiv-macht-urlaub-in-castel-gandolfo |titel=Ein Papst in Badehose? Leo XIV. macht Urlaub in Castel Gandolfo |werk=katholisch.de |abruf=2025-07-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich in den weitläufigen Gärten der Sommerresidenz befindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/papst-leo-xiv-plant-sommerfrische-in-castel-gandolfo-110546064.html &#039;&#039;Papst Leo XIV. plant Sommerfrische in Castel Gandolfo&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine&#039;&#039; (faz.net), 19. Juni 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das gelegentliche Zelebrieren von [[Heilige Messe|Heiligen Messen]] in der Pfarrkirche sowie das traditionelle sonntägliche [[Der Engel des Herrn|Angelus]] aus dem Palastfenster von Castel Gandolfo nimmt er wieder auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin Weber: &#039;&#039;Papst kehrt nach Castelgandolfo zurück / Leo XIV. plant Ferien in der Sommerresidenz – Franziskus hatte die Tradition beendet&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Neue Zürcher Zeitung&#039;&#039;, 23. Juni 2025, S.&amp;amp;nbsp;16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 9. Juli 2025 empfing er den ukrainischen Präsidenten [[Wolodymyr Selenskyj]] in der Villa Barberini.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.unionesarda.it/en/italy/zelensky-is-in-rome-and-the-pope-welcomes-him-to-castel-gandolfo-quot-yes-to-negotiations-in-the-vaticanquot-d8mtm4w5 &#039;&#039;Zelensky is in Rome, and the Pope welcomes him to Castel Gandolfo: “Yes to nogotiations in the Vatican.”&#039;&#039;] L’Unione Sarda.it, 9. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedenspolitik ===&lt;br /&gt;
In Bezug auf die [[Geopolitik]] verurteilte er die [[Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022|russische Invasion der Ukraine]] als „eine echte Invasion, die imperialistischer Natur ist und bei der [[Russland]] versucht, aus Machtgründen Territorium zu erobern“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solcyré Burga |url=https://time.com/7283887/pope-leo-lgbtq-women-migrants-rights/ |titel=Where Pope Leo Stands on Major Issues |werk=Time |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er forderte in einer seiner ersten großen Reden als Papst einen Waffenstillstand im [[Krieg in Israel und Gaza seit 2023|Gaza-Krieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/c0r18dp9lxxo |titel=Pope Leo appeals for no more war in first Sunday address |hrsg=BBC |datum=2025-05-11 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Meredith Deliso, Megan Forrester |url=https://abcnews.go.com/International/new-american-pope-leo-xiv-robert-prevost/story?id=121604332 |titel=What we know about Leo XIV, the new American pope |werk=ABC News |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Haley Ott |url=https://www.cbsnews.com/news/new-pope-robert-prevost-pope-leo-xiv/ |titel=Who is Pope Leo XIV? American Cardinal Robert Prevost is the new pope |werk=CBS News |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. sieht Frieden als zentrales Thema seines Pontifikats und ruft eindringlich dazu auf, „nie wieder Krieg“ zu führen und sich für einen echten, dauerhaften Frieden einzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stern.de/news/papst-leo-xiv--ruft-beim-pfingstgebet-zu-frieden-in-aller-welt-auf-35792758.html? |titel=Papst Leo XIV. ruft beim Pfingstgebet zu Frieden in aller Welt auf |werk=stern.de |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Oliver Marquart |url=https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/papst-leo-xiv-erste-positionen-zu-frieden-frauen-missbrauch-ki-und-migration |titel=Papst Leo XIV.: Erste Positionen zu Frieden, Frauen, Missbrauch, KI und Migration |werk=[[Sonntagsblatt (Bayern)|Sonntagsblatt]] |datum=2025-05-16 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er betont, dass Frieden im Inneren beginnt: „Nur ein friedvolles Herz kann Frieden verbreiten, in der Familie, in der Gesellschaft und in den internationalen Beziehungen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/allgemeiner-appell-des-papstes-zu-frieden-und-versoehnung |titel=Allgemeiner Appell des Papstes zu Frieden und Versöhnung |werk=Domradio.de |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.deutschlandfunk.de/papst-leo-xiv-ruft-in-pfingstbotschaft-zu-frieden-auf-100.html |titel=Vatikan – Papst Leo XIV. ruft in Pfingstbotschaft zu Frieden auf |hrsg=Deutschlandfunk |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gewaltlosigkeit soll die Methode und den Stil aller Entscheidungen, Beziehungen und Handlungen bestimmen. Um den Frieden zu bewahren, ist es unerlässlich, Institutionen des Friedens zu schaffen – sowohl auf politischer Ebene als auch in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-leo-xiv-heiliges-land-naher-osten-israel-palaestina-frieden-krieg-terror-geste-umarmung |titel=Frieden: Leo XIV. würdigt Umarmung von Israeli und Palästinenser |werk=[[Kirche+Leben]] |datum=2025-05-30 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2025 gab die italienische Ministerpräsidentin [[Giorgia Meloni]] bekannt, der Vatikan stehe für [[Waffenstillstandsverhandlungen und Vermittlungsinitiativen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine#Vermittlungsversuche des Heiligen Stuhls|Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine]] zur Verfügung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nikolaus Nützel |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-leo-vermittler-ukraine-100.html |titel=Papst Leo XIV. als Vermittler: Was kann er für die Ukraine bewirken? |werk=tagesschau.de |datum=2025-05-22 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. sagte dazu, dass der Vatikan bereitstehe, „damit sich die Feinde begegnen und einander in die Augen schauen können, damit den Völkern die Hoffnung zurückgegeben wird und ihnen die Würde wiedergegeben wird, die sie verdienen, die Würde des Friedens“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/warum-papst-leo-xiv-ein-friedenspapst-fuer-die-ukraine-sein-kann |titel=Warum Papst Leo XIV. ein Friedenspapst für die Ukraine sein kann. Anzeichen für Verhandlungen im Vatikan |werk=Domradio.de |datum=2025-05-21 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während eines Telefonates im Juni 2025 forderte er [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Wladimir Putin]] zu einer Friedensgeste im Krieg gegen die Ukraine auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/62151-papst-leo-xiv-telefoniert-mit-putin-zu-friedensgeste-aufgefordert |titel=Papst Leo XIV. telefoniert mit Putin – zu Friedensgeste aufgefordert |werk=katholisch.de |datum=2025-06-05 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziallehre ===&lt;br /&gt;
Bereits vor seiner Amtseinführung traf sich Papst Leo XIV. am 17. Mai 2025 in der [[Sala Clementina]] mit Mitgliedern der vatikanischen Stiftung [[Centesimus annus#Centesimus Annus Pro Pontifice (CAPP)|Centesimus Annus Pro Pontifice]] und hob in seiner Ansprache die Bedeutung der [[Katholische Soziallehre|Soziallehre]] der Kirche als Weg der Reflexion und des Dialogs hervor. Der Papst fokussierte in seiner Kernbotschaft auf das Verständnis des Lehramts als offener, gemeinsamer Erkenntnisweg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-audienz-centesimus-annus-stiftung-lehramt-wahrheit.html |titel=Leo XIV.: „Das Lehramt ist ein gemeinsamer Weg zur Wahrheit“ |werk=vaticannews.va |datum=2025-05-17 |sprache=de |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem betonte er die Notwendigkeit des kritischen Denkens im Umgang mit der digitalen Revolution und forderte in dieser historischen Zeit großer sozialer Umwälzungen die Weiterentwicklung der Soziallehre der Kirche durch Zuhören und Dialog.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.osservatoreromano.va/de/news/2025-05/ted-020/soziallehre-der-kirche.html |titel=Papst Leo XIV. empfängt Mitglieder der Stiftung »Centesimus Annus Pro Pontifice« in Audienz: „Soziallehre der Kirche“ |werk=osservatoreromano.va |datum=2025-05-23 |sprache=de |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/05/17/0321/00549.html |titel=Udienza ai Membri della Fondazione “Centesimus Annus Pro Pontifice” |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2025-05-17 |sprache=it |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimapolitik ===&lt;br /&gt;
Aus Anlass des von der Weltkirche ausgerufenen &#039;&#039;Gebetstages zur Bewahrung der Schöpfung&#039;&#039; beklagte Leo&amp;amp;nbsp;XIV. in einem Schreiben, dass „unsere Erde in verschiedenen Teilen der Welt mittlerweile im Verfall begriffen“ sei und die „ökologischen Verwüstungen“ nicht ausreichend Beachtung fänden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rüb&amp;quot; /&amp;gt; Damit knüpft er an das klima- und umweltpolitische Engagement von Papst Franziskus an, das in dessen zweiter Enzyklika von 2015, &#039;&#039;[[Laudato si’]]&#039;&#039;, dargelegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andreas R. Batlogg]]: &#039;&#039;Leo XIV. Der neue Papst.&#039;&#039; Herder, Freiburg im Breisgau 2025, ISBN 978-3-451-39675-5.&lt;br /&gt;
* [[Stefan von Kempis]]: &#039;&#039;Papst Leo XIV. Wer er ist – wie er denkt – was ihn und uns erwartet.&#039;&#039; Patmos, Ostfildern 2025, ISBN 978-3-8436-1625-6.&lt;br /&gt;
* [[Michael Fiedrowicz]]: &#039;&#039;Einheit gibt es nur in Christus. Woher stammt der Wahlspruch Papst Leos XIV. „In jenem Einen eins“?&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Die Tagespost]]&#039;&#039;, 15. Mai 2025, S.&amp;amp;nbsp;9.&lt;br /&gt;
* Thomas Schumacher: &#039;&#039;Leo XIV. Leben, Aussagen, Kontexte&#039;&#039;. Pneuma, 2025, ISBN 978-3-94201365-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Leo XIV|Leo XIV.|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{Catholic-hierarchy|Typ=Bischof|ID=bprevost}} (englisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.vatican.va/content/vatican/de.html Offizielle Seite des Pontifikates Leo XIV.] (deutsch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Miguel Angel Orcasitas Gómez]]|NACHFOLGER=[[Alejandro Moral Antón]]|AMT=[[Liste der Generalprioren des Augustinerordens|Generalprior des Augustinerordens]]|ZEIT=2001–2013&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=[[Jesús Moliné Labarte]]|NACHFOLGER2=[[Edinson Edgardo Farfán Córdova]] OSA|AMT2=[[Bistum Chiclayo|Bischof von Chiclayo]]|ZEIT2=2015–2023&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER3=[[Marc Ouellet|Marc Kardinal Ouellet]] [[Sulpizianer|PSS]]|NACHFOLGER3=&#039;&#039;[[vakant]]&#039;&#039;|AMT3=[[Dikasterium für die Bischöfe#Präfekten|Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe]]|ZEIT3=2023–2025&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER4=[[Angelo Sodano]]|NACHFOLGER4= [[Luis Antonio Tagle]]|AMT4=[[Liste der Bischöfe von Albano|Kardinalbischof von Albano]]|ZEIT4=2025&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER5=[[Franziskus (Papst)|Franziskus]]|AMT5=[[Datei:Coat of arms of Leone XIV.svg|25px]][[Liste der Päpste|Papst]]|ZEIT5=seit 2025|VORGÄNGER6=[[Franziskus (Papst)|Franziskus]]|AMT6=[[Dikasterium für die Evangelisierung|Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung]]|ZEIT6=seit 2025}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1284904598|LCCN=no2025054931|VIAF=89050933}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Leo 14}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Papst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematiker (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Augustiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frieden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vatikanbürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Peruaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1955]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikiepdia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Leo_XIV.&amp;diff=623259</id>
		<title>Leo XIV.</title>
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		<updated>2025-07-10T20:20:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Mitgliedschaften in Dikasterien der römischen Kurie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pope Leo XIV 3 (cropped).png|mini|Papst Leo XIV. (2025)[[Datei:Official signature of Pope Leo XIV.svg|rechts|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Leo XIV.&#039;&#039;&#039; (bürgerlich &#039;&#039;&#039;Robert Francis Prevost&#039;&#039;&#039; [[Augustinerorden|OSA]] ({{IPA|ˈrɒbərt ˈfrænsɪs &#039;priːvoʊst}}); *&amp;amp;nbsp;[[14. September]] [[1955]] in [[Chicago]], [[Illinois]], [[Vereinigte Staaten]]) ist seit seiner [[Konklave 2025|Wahl am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025]] der [[Liste der Päpste|267.]]&amp;amp;nbsp;[[Bischof von Rom]] ([[Papst]]), Oberhaupt der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] und [[souverän]]er [[Monarchie|Monarch]] des Staates der [[Vatikanstadt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Papstwahl war der [[Ordenspriester|Ordensgeistliche]] von 2001 bis 2013 Leiter ([[Generalprior]]) des [[Augustinerorden]]s, von 2015 bis 2023 Bischof des [[Bistum Chiclayo|Bistums Chiclayo]] im Nordwesten [[Peru]]s und zuletzt [[Kurienkardinal]]. Im Januar 2023 wurde er von seinem Vorgänger Papst [[Franziskus (Papst)|Franziskus]] zum [[Präfekt (Römische Kurie)|Präfekten]] des [[Dikasterium für die Bischöfe|Dikasteriums für die Bischöfe]] ernannt, im September 2023 wurde Prevost von Franziskus zum [[Kardinal]] ernannt. Seit 2015 besitzt er neben der [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten]] auch die peruanische Staatsbürgerschaft, außerdem seit 2023 [[von Amts wegen]] die [[Vatikanische Staatsbürgerschaft|des Vatikans]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werdegang ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pope Leo XIV childhood home.jpg|mini|Das Elternhaus von Robert Francis Prevost in [[Dolton (Illinois)|Dolton]], Illinois (2025)]]&lt;br /&gt;
Prevost entstammt einer „urkatholischen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot;&amp;gt;Thomas Jansen, [[Matthias Rüb]], Tim Niendorf: [https://www.faz.net/aktuell/politik/leo-xiv-ist-ein-nahezu-undenkbarer-papst-110467260.html &#039;&#039;Ein nahezu undenkbarer Papst&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&#039;&#039;, 10. Mai 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Familie mit [[Frankreich|französischen]], [[italien]]ischen und [[Kreolen|kreolischen]] Wurzeln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset |url=https://www.nytimes.com/2025/05/10/us/pope-creole-new-orleans-records.html |titel=See Historical Records Documenting the Pope’s Creole Roots in New Orleans |werk= The New York Times |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Henry Louis Gates, Jr.|Henry Louis Gates Jr]] |Titel=We Traced Pope Leo XIV’s Ancestry Back 500 Years. Here’s What We Found. |Sammelwerk=The New York Times |Datum=2025-06-11 |ISSN=0362-4331 |Online=https://www.nytimes.com/interactive/2025/06/11/magazine/pope-leo-xiv-ancestry-family-tree.html |Abruf=2025-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Henry Louis Gates Jr |Titel=Five Key Discoveries in the Family Tree of Pope Leo XIV |Sammelwerk=The New York Times |Datum=2025-06-12 |ISSN=0362-4331 |Online=https://www.nytimes.com/2025/06/12/magazine/pope-leo-xiv-family-tree-takeaways.html |Abruf=2025-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Großvater des Papstes väterlicherseits, Salvatore Giovanni Riggitano, stammte aus Italien und änderte nach seiner Auswanderung in die USA im Jahr 1905 seinen Namen in John R. Prevost – er übernahm dabei den Geburtsnamen seiner Schwiegermutter, der Französin Jeanne Eugénie Prévost (1864–1939).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam Sosnowski |Titel=Leon XIV. Biografia ilustrowana |Verlag=Biały Kruk |Ort=Krakau |Datum=2025 |ISBN=978-83-7553-432-0 |Seiten=39-40}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Vater des Papstes Louis Marius Prevost (1920–1997) war [[Frankreich|französischer]] und italienischer Abstammung und diente im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in der [[United States Navy|U.S. Navy]]. Er nahm im Juni 1944 an der [[Operation Overlord|Landung der alliierten Streitkräfte]] in der [[Normandie]] teil. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Pädagoge im Brookwood School District 167 und an der Mount Carmel Elementary School in Chicago.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Vergun |url=https://www.defense.gov/News/News-Stories/Article/Article/4180629/pope-leo-xivs-father-served-in-the-navy-during-world-war-ii/ |titel=Pope Leo XIV’s father, Louis Marius Prevost, served in the Navy during World War II |hrsg=U.S. Department of Defense |datum=2025-05-09 |sprache=en |abruf=2025-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuletzt war er [[Schulleitung|Superintendent]] für Schulen in Chicago.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.schweizer-illustrierte.ch/family/leo-xiv-geboren-um-papst-zu-werden-822575 |titel=Papst Leo XIV: Vom Chicagoer Arbeiterviertel zum Vatikan |werk=Schweizer Illustrierte |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Mutter Mildred Martínez (1911–1990) hatte [[Kreolen#Creoles in den USA|Louisiana-kreolische]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset, Robert Chiarito |url=https://www.nytimes.com/2025/05/08/us/pope-leo-creole-new-orleans.html |titel=New Pope Has Creole Roots in New Orleans |werk=[[The New York Times]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie [[Hispaniola|hispaniolische]] Vorfahren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset |url=https://www.nytimes.com/2025/05/10/us/pope-creole-new-orleans-records.html |titel=See Historical Records Documenting the Pope’s Creole Roots in New Orleans |werk=[[The New York Times]] |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elizabeth Thomas, Alondra Valle, Emily Chang |url=https://abcnews.go.com/US/pope-leo-xivs-family-tree-shows-black-roots/story?id=121644537 |titel=Pope Leo XIV’s family tree shows Black roots in New Orleans |werk = ABC News |datum=2025-05-10|sprache=en |abruf= 2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und war Bibliothekarin.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Emily Burack |url=https://www.townandcountrymag.com/society/money-and-power/a64716116/pope-leo-xiv-family-explained/ |titel=A Guide to Pope Leo XIV’s Family |hrsg=Town&amp;amp;Country |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine mögliche spanische und maltesische Herkunft ist unwahrscheinlich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor = Neville Borg |url = https://timesofmalta.com/article/factcheck-does-pope-leo-xiv-maltese-ancestry.1109688 |titel = Fact-check: Does Pope Leo XIV have Maltese ancestry? |werk= Times of Malta |datum= 2025-05-15 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Prevost hat zwei ältere Brüder, Louis Martín&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=qXOGP9pr-Ik |titel=Pope Leo XIV’s brothers describe growing up with new pontiff, his path to papacy |hrsg=CBS News |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und John Joseph,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=4DOdpsNRmVc |titel=Pope Leo’s brother shares family photos with ABC News |hrsg=ABC News |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ein ehemaliger Rektor einer katholischen Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=j2qE4milC4A |titel=Full interview: Pope Leo XIV’s brother reacts to history-making moment |hrsg=CBS Chicago |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Eltern waren in der Pfarrei [[St. Mary of the Assumption (Chicago)|St.&amp;amp;nbsp;Mary of the Assumption]] in Chicago aktiv, wo er wie seine Brüder als Messdiener ([[Ministrant]]) tätig war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/en/pope/news/2025-05/biography-of-robert-francis-prevost-pope-leo-xiv.html |titel=Biography of Robert Francis Prevost, Pope Leo XIV |hrsg=Vatican News |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ronny Reyes |url=https://nypost.com/world-news/who-is-robert-prevost-pope-leo-xiv/ |titel=Who is Robert Prevost? Meet Leo XIV, the first American pope |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbildung und Positionen im Augustinerorden (1955–2013) ===&amp;lt;!--Achtung! Nur lizenzrechtlich einwandfreie Bilder verwenden!--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Prevost besuchte bis zu seinem Highschool-Abschluss im Jahre 1973 ein [[Bischöfliches Knabenseminar|katholisches High-School-Seminar]], The Saint Augustine Seminary, in [[Michigan]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Rachel Van Gilder, Josh Sanchez |url=https://www.woodtv.com/news/allegan-county/new-pope-attended-catholic-school-in-west-michigan/ |titel=New pope attended Catholic high school in West Michigan |hrsg=woodtv.com |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und studierte an der [[Villanova University]] in Villanova bei [[Philadelphia]] zunächst [[Mathematik]] und [[Philosophie]].&amp;lt;ref&amp;gt;José Antonio Jacinto Fiestas: &#039;&#039;Biografía de Monseñor Robert Francis Prevost Martínez O.S.A.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Somos Iglesia&#039;&#039; (Chiclayo), Jg. 2015, Juni-Heft, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den [[Prüfung|Examina]] in beiden Fächern im Jahre 1977 trat er der [[Ordensgemeinschaft]] der [[Augustinerorden|Augustiner]] bei und durchlief das [[Novize|Noviziat]]. Dann studierte er bis 1982 Theologie an der [[Catholic Theological Union]] in Chicago ([[Master of Divinity]]), anschließend an der [[Päpstliche Universität Heiliger Thomas von Aquin|Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin]] in Rom („[[Angelicum]]“) [[Kirchenrecht]]. Am 29. August 1981 legte er das ewige [[Ordensgelübde]] (Profess) ab und empfing am 19. Juni 1982 in Rom im Augustinerkolleg von Santa Monica das [[Sakrament]] der [[Weihesakrament#Presbyterat|Priesterweihe]] durch den belgischen Erzbischof [[Jean Jadot (Bischof)|Jean Jadot]], damals Vizepräsident des Päpstlichen Rates für die Nichtchristen (heute [[Dikasterium für den Interreligiösen Dialog]]). 1987 wurde er mit einer kirchenrechtlichen [[Dissertation]] von der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin in Rom zum [[Doktor der Rechte#Kanonisches Recht|Dr. iur. can.]] promoviert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://angelicum.it/the-angelicum-congratulates-his-holiness-pope-leo-xiv/ |titel=The Angelicum joyfully welcomes the election of our distinguished alumnus, Pope Leo XIV |hrsg=Pontifical University of St. Thomas Aquinas |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Thema der Dissertation lautete „Die Rolle des örtlichen Priors im Orden des [[Augustinus von Hippo|heiligen Augustinus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-01/vatikan-ernennung-prevost-bischofsdikasterium-ouellet-rueckritt.html |titel=Bischof Robert Francis Prevost wird neuer Präfekt des Bischofs-Dikasteriums |werk=Vatican News |datum=2023-01-30 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Francis Prevost |Titel=The office and authority of the local prior in the Order of Saint Augustine |Sammelwerk=Dissertazioni dottorali Pontificia Università S.Tommaso d’Aquino: Diritto Canonico |Ort=Rom |Datum=1987 |Sprache=en |OCLC=1203536266}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1985 bis 1987 arbeitete er als [[Missionar#Christentum|Missionar]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.diepresse.com/19663710/robert-prevost-ist-papst-leo-xiv-diplomat-missionar-pragmatiker |titel=Robert Prevost ist Papst Leo XIV.: Diplomat, Missionar, Pragmatiker |werk=[[DiePresse.com]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Louis Berger |url=https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-leo-xiv-robert-prevost-neuwahl-franziskus-synodalitaet-mission-missionar-liebe-gott-franziskus |titel=Papst Leo XIV. – ein synodaler Missionar der Liebe Gottes |werk=[[Kirche+Leben#Onlinemagazin|kirche-und-leben.de]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.net/news/87461 |titel=Leon XIV.: „Ich betrachte mich immer noch als Missionar!“ |werk=[[kath.net]] |datum=2025-05-10 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der traditionell von Augustinern betreuten damaligen Territorialprälatur Chulucanas und heutigem [[Bistum Chulucanas]] in Peru. 1987 wurde er zum Leiter der [[Berufungspastoral]] und Missionsdirektor der Augustinerprovinz „Mutter des Guten Rates“ in [[Olympia Fields]] in [[Illinois]] gewählt. Von 1988 bis 1998 wirkte er als Leiter des gemeinsamen Ausbildungsprojekts für Augustiner-Aspiranten aus den Vikariaten [[Chulucanas]], [[Iquitos]] und [[Region Apurímac|Apurímac]] im [[Erzbistum Trujillo]], ebenfalls in Peru. Dort war er [[Prior]] seines Ordens (1988–1992), Ausbildungsleiter (1988–1998), Lehrer der [[Ordensgelübde|Professen]] (1992–1998) und [[Provinzial]]oberer der Augustiner in Peru (1998–2001).&lt;br /&gt;
[[Datei:Kathedralbasilika St. Maria, Trujillo, Peru,.jpg|mini|Die [[Kathedrale von Trujillo|Kathedralbasilika St. Maria]] ist der Stammsitz des Erzbistums Trujillo in Peru, in dem Prevost nahezu 10 Jahre wirkte. Die kunsthistorisch bedeutende Kathedrale wurde zwischen 1647 und 1666 erbaut.]]&lt;br /&gt;
Im Erzbistum Trujillo war er [[Offizial|Kirchengerichtsvikar]] (1989–1998) und Professor für [[Kirchenrecht]], [[Patristik]] und [[Moraltheologie|Moral]] am Priesterseminar „San Carlos y San Marcelo“.&amp;lt;ref&amp;gt;Julián Ros Córcoles: &#039;&#039;Reseña de novedades canónicas del año 2023&#039;&#039;. In: Carmen Peña, Teresa Pueyo Morer (Hrsg.): &#039;&#039;Justicia, seguridad jurídica y pastoral. Cuestiones relativas a la creación y aplicación de la ley canónica&#039;&#039;. Madrid 2024, S. 283–313, hier: S. 299.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1998 wurde Prevost zum Provinzialprior der [[Ordensprovinz]] in Chicago gewählt, das Amt trat er im März 1999 an. Im Jahr 2000 erlaubte er einem seit 1991 wegen Missbrauchsvorwürfen suspendierten Augustinerpater, unter Aufsicht in einem Kloster in Chicago zu wohnen. Dieser wurde 2002 nach Einführung strengerer Regeln zum Umgang mit des Missbrauchs Beschuldigten &#039;&#039;(Dallas Charter)&#039;&#039; umgesiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.pillarcatholic.com/p/vatican-congregation-member-allowed |titel=Vatican congregation member allowed priest accused of child abuse to live near Catholic school |hrsg=The Pillar |datum=2021-03-16 |sprache=en |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Robert Prevost 2012 alternative fixed proportions (cropped).jpg|mini|hochkant|Pater Robert Prevost als Generalprior der Augustiner (2012)]]&lt;br /&gt;
Von 2001 bis 2013 war Prevost [[Generalsuperior|Generaloberer]] des Augustinerordens mit Sitz in Rom. Prevost beherrscht die Sprachen Englisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch und liest Deutsch und Latein, die [[Lingua franca]] der römisch-katholischen Kirche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt; Auch eine „normale Unterhaltung“ auf Deutsch sei mit ihm möglich, wie sich zwischen 2001 und 2013 gezeigt hat, als er in seiner Amtszeit als Ordensoberer mehrmals die österreichischen und deutschen Augustiner besuchte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Anna-Lena Schlitt | url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-05/konklave-2025-papstwahl-kardinaele-vatikan-live | titel=Katholische Kirche: So verlief die Wahl von Papst Leo XIV. | werk=[[zeit.de]] | datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während seines Aufenthalts in Peru erwarb Leo Grundkenntnisse in einer der [[Quechua]]-Sprachen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Federico Rivas Molina |url=https://elpais.com/america/2025-05-10/prevost-el-papa-peruano-misionero-y-politico.html |titel=Prevost, el Papa ‘peruano’: misionero y político |datum=2025-05-10 |sprache=es |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost vertrat bei einer Ansprache im Jahr 2012 die Auffassung, dass die westlichen [[Massenmedien]] „außerordentlich effektiv“ darin seien, Sympathien für Lebensstile und Überzeugungen hervorzurufen, die der Botschaft der Bibel widersprächen. Als Beispiele nannte er den „[[Homosexualität|homosexuellen]] Lebensstil“, [[Schwangerschaftsabbruch|Abtreibung]] und [[Sterbehilfe]]. Insbesondere lehnte er positive oder sympathisierende Darstellungen von [[Regenbogenfamilie]]n in Film und Fernsehen ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stern.de/politik/ausland/robert-francis-prevost-ist-papst-leo-xiv--der-fast-perfekte-kompromiss-35707076.html |titel=Robert Francis Prevost ist Papst Leo XIV.: Der fast perfekte Kompromiss |werk=stern.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Marina Dunbar, Jakub Krupa, Marina Dunbar (now), Jakub Krupa (earlier) |url=https://www.theguardian.com/world/live/2025/may/08/new-pope-conclave-vatican-white-black-smoke-papacy-catholic-cardinals?page=with:block-681d07f78f087953796a09f4#block-681d07f78f087953796a09f4 |titel=Robert Francis Prevost becomes first US pope and will be known as Leo XIV – live |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube|id=QXVkJ5TQi1s|titel=Pope Leo on media and evangelization. Full 2012 interview|uploader=[[Catholic News Service]]|upload=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit in Chiclayo (2014–2023) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Santa María Catedral - Chiclayo.jpg|mini|Die Kathedrale Santa María in [[Chiclayo]], Peru, Prevosts Bischofskirche als Oberhirte der [[Bistum Chiclayo|Diözese Chiclayo]] von 2015 bis 2023 (2018)|links]]&lt;br /&gt;
Am 3.&amp;amp;nbsp;November 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum [[Titularbischof]] der ehemaligen Diözese &#039;&#039;[[Titularbistum Sufar|Sufar]]&#039;&#039; und bestellte ihn zum [[Apostolischer Administrator|Apostolischen Administrator]] von [[Bistum Chiclayo|Chiclayo]] in Peru.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2014/11/03/0814/01717.html |titel=Rinuncia del Vescovo di Chiclayo (Perú) e nomina dell’Amministratore Apostolico |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=[[Presseamt des Heiligen Stuhls]] |datum=2014-11-03 |sprache=it |abruf=2014-11-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Amtseinführung als Administrator folgte vier Tage später. Der [[Apostolischer Nuntius|Apostolische Nuntius]] in Peru, Erzbischof [[James Patrick Green]], spendete ihm am 12.&amp;amp;nbsp;Dezember desselben Jahres die [[Weihesakrament#Episkopat|Bischofsweihe]]. [[Konsekration|Mitkonsekratoren]] waren der Altbischof von Chiclayo, [[Jesús Moliné Labarta]], und der Erzbischof von [[Erzbistum Ayacucho oder Huamanga|Ayacucho und Huamanga]], [[Salvador Piñeiro García-Calderón]]. Papst Franziskus ernannte ihn am 26.&amp;amp;nbsp;September 2015 zum Bischof von Chiclayo.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2015/09/26/0722/01562.html#NomDue |titel=Nomina del Vescovo di Chiclayo (Perú) |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2015-09-26 |sprache=it |abruf=2015-09-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da laut einem 1980 abgeschlossenen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.concordatwatch.eu/concordat-with-the-military-junta-1980-text--t39261 Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Peru] auf &#039;&#039;concordatwatch.eu&#039;&#039;, hier: Artikel 7&amp;lt;/ref&amp;gt; Staatsvertrag zwischen dem Vatikan und Peru ([[Konkordat]]) nur peruanische Staatsbürger zu Bischöfen ernannt werden dürfen, erwarb er am 24.&amp;amp;nbsp;August 2015 die peruanische Staatsbürgerschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sn.at/politik/weltpolitik/wer-papst-leo-xiv-178166068 |titel=Wer ist der neue Papst Leo XIV.? |werk=[[Salzburger Nachrichten]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Carlos Oré Arroyo |url=https://www.infobae.com/peru/2025/05/08/el-papa-es-ciudadano-peruano-robert-prevost-fue-elegido-como-el-sucesor-de-francisco-i/ |titel=El papa es ciudadano peruano: Robert Prevost fue elegido como el sucesor de Francisco |werk=infobae.com |datum=2025-05-08 |sprache=es |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mitra Taj, Julie Turkewitz, Genevieve Glatsk |url=https://www.nytimes.com/2025/05/09/world/europe/pope-peru-reaction.html |titel=Peru Celebrates Pope Leo XIV and Claims Him as Their Own|werk=[[The New York Times|nytimes.com]] |sprache=en |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ernennung zum Bischof durch Franziskus war als Warnsignal des Vatikans an damals einflussreiche rechtskatholische Gruppen – wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Sodalitium Christianae Vitae]] – zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sandra Weiss, Hildegard Willer |url=https://www.riffreporter.de/de/international/papst-leo-xiv-robert-prevost-peru-vatikan-katholische-kirche |titel=Blick hinter die Kulissen der Katholischen Kirche: Wie tickt der neue Papst, Leo XIV.? |hrsg=[[RiffReporter]] |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Zeit als Bischof gewann er einen Ruf als „Kämpfer gegen Armut, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Peter Burghardt |url=https://www.tagesanzeiger.ch/robert-francis-prevost-peru-feiert-seinen-papst-leo-xiv-667121719450 |titel=Zweite Heimat von Leo XIV.: Peru feiert seinen Papst als «zutiefst spirituell und menschlich» |werk=[[Tages-Anzeiger]] |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So kümmerte er sich beispielsweise um die Personen in den Armenvierteln, die vom Wetterphänomen [[El Niño]] betroffen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tobias Käufer |url=https://www.rnd.de/panorama/in-gummistiefeln-im-schlamm-von-el-nino-der-papst-wurde-in-peru-gepraegt-E5J2PAUHGZHFZBAEIHVPVFIRKE.html |titel=In Gummistiefeln im Schlamm von El Niño – der Papst wurde in Peru geprägt |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem unterstützte er Armenküchen und andere Wohltätigkeitszwecke. Außerdem setzte er sich für bessere Wohnverhältnisse an der Nordküste ein, da diese besonders von Überflutungen betroffen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/c0ln80lzk7ko |titel=Who is Robert Prevost, the new Pope Leo XIV and first American pope? |datum=2025-05-09 |sprache=en |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2017 forderte Prevost den ehemaligen Staatspräsidenten von Peru, [[Alberto Fujimori]], öffentlich auf, sich bei den Opfern des von ihm geführten Staatsterrorismus zu entschuldigen. Zudem traf er sich auch mit Opfern im Rahmen des Missbrauchsskandals um die Kongregation [[Sodalicio de Vida Cristiana]] und leitete die Informationen darüber an Papst Franziskus weiter, der die Kongregation daraufhin auflöste.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Ladurner |Titel=Robert Prevost in Peru: Immer auf der Seite der Schwachen und Gedemütigten |Sammelwerk=Die Zeit |Ort=Hamburg |Datum=2025-05-16 |ISSN=0044-2070 |Online=https://www.zeit.de/2025/20/robert-prevost-peru-papst-missionar-chulucanas |Abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel Deckers |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/peru-praegt-papst-leo-xiv-was-weggefaehrten-berichten-110481629.html |titel=Was der neue Papst in Peru lernte |werk=Frankfurter Allgemeine (faz.net) |datum=2025-05-18 |sprache=de |abruf=2025-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13.&amp;amp;nbsp;Juli 2019 berief ihn Papst Franziskus für fünf Jahre zum Mitglied der [[Dikasterium für den Klerus|Kongregation für den Klerus]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2019/07/13/0589/01216.html#no |titel=Nomina di Membri della Congregazione per il Clero |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2019-07-13 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 21.&amp;amp;nbsp;November 2020 zum Mitglied der [[Dikasterium für die Bischöfe|Kongregation für die Bischöfe]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/11/21/0601/01405.html#membri |titel=Nomina di Membri della Congregazione per i Vescovi |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2020-11-21 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom 15.&amp;amp;nbsp;April 2020 bis zum 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2021 war er während der [[Sedisvakanz]] zusätzlich Apostolischer Administrator von [[Bistum Callao|Callao]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/04/15/0227/00504.html#callao |titel=Rinuncia del Vescovo di Callao (Perú) e nomina dell’Amministratore Apostolico „sede vacante“ |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2020-04-14 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 wurde bekannt, dass Prevost 2022 eine kanonische Voruntersuchung wegen Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Priester der Diözese Chiclayo eingeleitet hatte. In Erklärungen gegenüber der linksliberalen peruanischen Zeitung &#039;&#039;[[La República (Peru)|La República]]&#039;&#039; sagte Prevost: „Wenn Sie Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Priester sind, melden Sie es.“ Laut Diözesanangaben wurden die Ergebnisse im Juli 2022 an das vatikanische Hauptamt für die Glaubens- und Sittenlehre ([[Dikasterium für die Glaubenslehre]]) weitergeleitet, das – wie die staatlichen Behörden Perus – eine unzureichende Beweislage attestierte. In der Nachrichtensendung vom 8.&amp;amp;nbsp;September 2024 warfen die mutmaßlichen Opfer Bischof Prevost Vertuschung vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Agren |url=https://www.ncronline.org/news/cardinals-former-diocese-denies-claim-clerical-sexual-abuse-cover |titel=Cardinal’s former diocese denies claim of clerical sexual abuse cover-up |werk=ncronline.org |datum=2024-09-18 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die peruanischen Investigativreporter Pedro Salinas und Paola Ugaz, die den Fall umfangreich recherchiert haben, sind der Auffassung, dass die Anschuldigungen gegen Prevost falsch seien. Im Gegenteil: Bei ihren Recherchen hätten sie in Prevost einen Verbündeten gefunden, der ihnen auch einen direkten Zugang zu Papst Franziskus eröffnet habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit im Vatikan ===&lt;br /&gt;
==== Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe (2023–2025) ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Cardinal Robert F. Prevost at the Consistory on 30 September 2023 (cropped portrait).jpg|mini|hochkant|Kardinal Robert Prevost (2023)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Coat of arms of Robert Francis Prevost Martinez (cardinal).svg|miniatur|hochkant|Kardinalswappen von Robert Francis Prevost (2023–2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen wahlspruch&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Borgo - Chiesa di Santa Monica.JPG|mini|hochkant|Die Kirche &#039;&#039;Santa Monica degli Agostiniani&#039;&#039;, Kardinal Prevosts [[Titelkirche]] in Rom und der Ort seiner Priesterweihe im Jahr 1982]]&lt;br /&gt;
Am 30.&amp;amp;nbsp;Januar 2023 ernannte ihn Papst Franziskus zum [[Erzbischof]] und zum Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe; zu seinen Amtspflichten gehörte auch die Überwachung der Durchsetzung der Richtlinien zur Bekämpfung sexuellen Missbrauchs in den [[Diözese]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Matthias Rüb |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/neuer-papst-leo-xiv-wer-ist-robert-prevost-110465102.html |titel=Neuer Papst Leo XIV.: Wer ist Robert Prevost? |werk=faz.net |hrsg=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war damit an den Bischofsernennungen weltweit beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/konklave-papst-prevost-leo-100.html |titel=Papst Leo XIV. — Reformer, Weltbürger, Pragmatiker |werk=[[Tagesschau (ARD)|tagesschau.de]] |hrsg=Norddeutscher Rundfunk |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugleich bestellte ihn Papst Franziskus zum Präsidenten der [[Päpstliche Kommission für Lateinamerika|Päpstlichen Kommission für Lateinamerika]]. Er trat das Amt am 12.&amp;amp;nbsp;April 2023 an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/01/30/0086/00207.html#vescovi |titel=Rinuncia del Prefetto del Dicastero per i Vescovi e Presidente della Pontificia Commissione per l’America Latina e Nomina del successore |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-01-30 |sprache=it |abruf=2023-01-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit folgte er in beiden Ämtern auf Kardinal [[Marc Ouellet]], der von dem Amt altersbedingt zurücktrat.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-01/vatikan-ernennung-prevost-bischofsdikasterium-ouellet-rueckritt.html |titel=Bischof Robert Francis Prevost wird neuer Präfekt des Bischofs-Dikasteriums |datum=2023-01-30 |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost gilt als pragmatischer Diplomat. So verhandelte er beispielsweise an der Seite von Kardinalstaatssekretär [[Pietro Parolin]] zwischen den deutschen Bischöfen und dem Vatikan, als der [[Synodaler Weg|Synodale Weg]] im Jahr 2023 auf Kritik stieß.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kardinal Prevost begrüßte das in der neuen Kurienverfassung festgelegte Verfahren, dass nun auch Laien an der Auswahl von Bischöfen mitwirken können. Ihm zufolge bedeutete das dennoch nicht, dass die „Ortskirche ihren Hirten wählen muss, als ob die Berufung zum Bischof das Ergebnis einer demokratischen Abstimmung, eines fast ‚politischen‘ Prozesses wäre“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/44891-praefekt-des-bischofsdikasteriums-bischofswahl-nicht-demokratisieren |titel=Präfekt des Bischofsdikasteriums: Bischofswahl nicht demokratisieren |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2023 äußerte er sich bei der [[Weltsynode]] zur Synodalität mit Bezug auf die [[Frauenordination (Christentum)|Frauenordination]] skeptisch und meinte, dass sie „nicht unbedingt ein Problem löst, sondern vielleicht ein neues Problem schafft“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Courtney Mares |url=https://de.catholicnewsagency.com/news/14316/kardinal-bei-weltsynode-klerikalisierung-von-frauen-wird-probleme-nicht-losen |titel=Kardinal bei Weltsynode: „Klerikalisierung von Frauen“ wird Probleme nicht lösen |hrsg=[[Katholische Nachrichten-Agentur|KNA]] |datum=2023-08-27 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 sagte Prevost in einem Interview, er habe im Zuge der Weltsynode gelernt, wie viele verschiedene Sichtweisen es auf die Rolle des Bischofs gebe. Der Grundsatz sei jedoch seiner Meinung nach, dieser solle kein „kleiner Fürst sein, der in seinem Königreich sitzt“ &#039;&#039;(little prince sitting in his kingdom)&#039;&#039;, sondern sei „authentisch dazu berufen, bescheiden zu sein; den Menschen, denen er dient, nahe zu sein, mit ihnen zu gehen, mit ihnen zu leiden“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=AVRu6DWxF-A |titel=Cardinal Prevost: „A bishop is called to suffer with the people he serves“ |werk=Vatican News – English |datum=2024-10-23 |format=YouTube-Video, 1:06 min. |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Prevost gilt als Unterstützer des synodalen Prinzips, und in seiner ersten Ansprache als Papst bekräftigte er, dass „wir euch allen Brüdern und Schwestern (…) eine synodale Kirche sein wollen, eine Kirche, die unterwegs ist“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/05/08/0299/00524.html |titel=Prima Benedizione “Urbi et Orbi” del Santo Padre Leone XIV |werk=vatican.va |sprache=it |abruf=2025-05-21 |kommentar=mit deutscher Übersetzung der Ansprache}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Veröffentlichung der Deklaration &#039;&#039;Fiducia supplicans&#039;&#039; des Dikasteriums für die Glaubenslehre, die die [[Segnung und Trauung gleichgeschlechtlicher Paare|Segnung von nicht kirchlich verheirateten Paaren]] erlaubt, betonte Prevost die Rolle der nationalen Bischofskonferenzen. Diese müssten seiner Meinung nach angesichts der kulturellen Unterschiede über die lehrmäßige Autorität verfügen, solche Richtlinien in ihrem lokalen Kontext auszulegen und anzuwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Felipe Salvosa II |url=https://cbcpnews.net/cbcpnews/same-sex-blessings-issue-highlights-need-for-bishops-conferences-doctrinal-authority/ |titel=Same-sex blessings issue highlights need for bishops’ conferences’ doctrinal authority |werk=cbcpnews.net |datum=2024-10-24 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost kritisierte auf [[X (soziales Netzwerk)|X]] mehrmals die [[Kabinett Trump II|Regierung Trump]], insbesondere Präsident [[Donald Trump]] und den 2019 zum Katholizismus konvertierten Vizepräsidenten [[JD Vance]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2025-05-09&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Alexander Sarovic |url=https://www.spiegel.de/ausland/papst-leo-xiv-kein-mann-nach-donald-trumps-geschmack-a-e56b3ed4-108d-406e-af57-1f45a96cca60 |titel=Ein Papst, so gar nicht nach Trumps Geschmack |werk=[[Der Spiegel]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.derstandard.at/story/3000000268975/bloss-verhaltene-freude-bei-trump-vance-co-nach-wahl-von-papst-leo-xiv |titel=Bloß verhaltene Freude bei Trump, Vance und Co nach Wahl von Papst Leo XIV. |werk=[[derStandard.at]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In einigen seiner Beiträge zeigte er Sympathien mit [[Flüchtling]]en sowie mit [[Tötung von George Floyd|George Floyd]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nikki McCann Ramirez, Tim Dickinson |url=https://www.rollingstone.com/politics/politics-news/new-pope-robert-prevost-social-media-maga-meltdown-1235334802/ |titel=MAGA Melts Down Over New Pope’s Anti-Trump, Pro-Immigrant Social Media |werk=[[Rolling Stone]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Léonie Chao-Fong, Marina Dunbar, Jakub Krupa, Léonie Chao-Fong (now); Marina Dunbar, Jakub Krupa (earlier) |url=https://www.theguardian.com/world/live/2025/may/08/new-pope-conclave-vatican-white-black-smoke-papacy-catholic-cardinals?page=with:block-681d044a8f082cdfc1dab0b0#block-681d044a8f082cdfc1dab0b0 |titel=Robert Francis Prevost becomes first US pope and will be known as Leo XIV – live |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er sprach sich, ähnlich wie Papst Franziskus, wiederholt für entschiedenes Handeln gegen den [[Globale Erwärmung|menschengemachten Klimawandel]] aus (siehe auch &#039;&#039;[[Laudato si’]]&#039;&#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Viktoria Bräuner, Dominik Straub |url=https://www.tagesspiegel.de/internationales/mathematiker-missionar-diplomat-wer-ist-der-us-amerikanische-papst-leo-xiv-13661455.html |titel=Mathematiker, Missionar, Diplomat: Wer ist der US-amerikanische Papst Leo XIV.? |werk=[[Tagesspiegel]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er rief die Kirche dazu auf, größere Anstrengungen gegen die [[Umweltschaden|Zerstörung der Erde]] zu unternehmen. Die [[Dominium terrae|Beherrschung der Welt]] dürfe nicht „tyrannisch“ werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/en/vatican-city/news/2024-11/climate-change-conference-latin-america-cardinals-rome.html |titel=Pope: Climate change impacts poorest and requires global cooperation |werk=Vatican News |datum=2024-11-29 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solcyré Burga |url=https://time.com/7283887/pople-leo-lgbtq-women-migrants-rights/ |titel=Where Pope Leo Stands on Major Issues |werk=[[Time]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vollversammlung der Kardinäle ([[Konsistorium]]) vom 30.&amp;amp;nbsp;September 2023 nahm ihn Papst Franziskus als [[Kardinalsklasse#Kardinaldiakone|Kardinaldiakon]] mit der [[Diakonie (Rom)|Titeldiakonie]] &#039;&#039;[[Santa Monica (Rom)|Santa Monica]]&#039;&#039; in das [[Kardinalskollegium]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/09/30/0682/01498.html |titel=Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli e delle Diaconie ai nuovi Cardinali |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-09-30 |sprache=it |abruf=2023-09-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Besitzergreifung#Besitzergreifung im Kirchenrecht|Besitzergreifung]] seiner Titeldiakonie, der Klosterkirche des Augustinerkollegs, fand am 28.&amp;amp;nbsp;Januar des folgenden Jahres statt. Am 6.&amp;amp;nbsp;Februar 2025 erhob ihn der Papst zum [[Kardinalsklasse#Kardinalbischöfe|Kardinalbischof]] des [[Bistum Albano|suburbikarischen Bistums Albano]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/02/06/0113/00233.html#osa |titel=Promozione all’Ordine dei Vescovi dell’Em.mo Card. Robert Francis Prevost, O.S.A. |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2025-02-06 |sprache=it |abruf=2025-02-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11.&amp;amp;nbsp;Februar 2025 verlieh der [[Großmeister des Malteserordens|Großmeister]] des [[Souveräner Malteserorden|Malteserordens]] Fra’ [[John Dunlap]] Prevost die Insignien des Ehren- und Devotions-[[Großkreuz]]-[[Ballei|Bailli]] des Ordens.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.orderofmalta.int/de/nachrichten/kardinal-robert-francis-prevost-die-insignien-des-ehren-und-devotions-grosskreuz-bailli-verliehen/ |titel=Kardinal Robert Francis Prevost die Insignien des Ehren- und Devotions-Großkreuz-Bailli verliehen |hrsg=Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta |datum=2025-02-11 |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kardinalswappen ====&lt;br /&gt;
Das Kardinalswappen von Prevost ist vom Wappenschild her nahezu identisch mit seinem Wappen als Papst. Allerdings ist der untere rechte Sektor hier weiß unterlegt und das Banner, auf dem sein Wahlspruch steht, ist gelb. Zudem befindet sich hinter dem Wappenschild ein Kardinalshut ([[Galero]]) mit zweimal 15 roten [[Fiocchi]] ([[Quaste]]n), der auf sein Kardinalsamt hinweist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ilmessaggero.it/de/das_wappen_von_papst_prevost-8824001.html#?refresh_ce |titel=Das Wappen von Papst Prevost |werk=Il Messaggero |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wahlspruch ====&lt;br /&gt;
Der bischöfliche [[Wahlspruch#Kirchliche Würdenträger|Wahlspruch]] ist einer Predigt des heiligen [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] (&#039;&#039;Enarrationes in Psalmos&#039;&#039; 127,3) entnommen: {{&amp;quot; |Text=nos multi in illo uno unum |Sprache=la}},&amp;lt;ref&amp;gt;S. Aurelii Augustini: &#039;&#039;Enarrationes in Psalmos&#039;&#039;. In: [[Patrologia Latina]], Bd. 37, Sp. 1679 ([https://www.augustinus.it/latino/esposizioni_salmi/esposizione_salmo_185_testo.htm In Psalmum 127 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; sinngemäß: {{&amp;quot; |Text=In jenem einen (Christus) sind wir vielen eins}} oder {{&amp;quot; |Text=In dem einen Christus sind wir eins}}.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://bistum-regensburg.de/news/kardinal-robert-francis-prevost-ist-der-neue-papst-leo-xiv |titel=Habemus papam |titelerg=Kardinal Robert Francis Prevost ist der neue Papst Leo XIV. |hrsg=Bistum Regensburg |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Augustinuszitat wurde zu {{&amp;quot; |Text=in illo uno unum |Sprache=la}}, sinngemäß: {{&amp;quot; |Text=In jenem einen (Christus) eins}}, [[Ellipse (Sprache)|verkürzt]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen wahlspruch&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.osa.org.au/osa-updates-international/former-osa-prior-general-consecrated-a-bishop/ |titel=Former OSA Prior General Consecrated a Bishop |werk=Augustinians of the Province of Australasia |hrsg=Province of the Order of St Augustine in Australasia |datum=2014-12-13 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pontifikat (seit 2025) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pope Leo XIV on the loggia (cropped).jpg|mini|Leo XIV. nach seiner Wahl am 8. Mai 2025 auf der Benediktionsloggia des Petersdoms]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahl und Amtsbeginn ===&lt;br /&gt;
Am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025 wurde Prevost am zweiten Tag des [[Konklave 2025|Konklaves]] – des ersten Konklaves, an dem er als Kardinal teilnahm – im vierten Wahlgang zum [[Papst]] gewählt. Er nahm den [[Papstname]]n Leo XIV. an. Etwa eine Stunde nach der Wahl verkündete [[Kardinalprotodiakon]] [[Dominique Mamberti]] den neuen Papst der Öffentlichkeit auf der [[Benediktionsloggia]] des [[Petersdom]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | id = Acr0MzNaneg | titel = Habemus Papam – Robert Francis Prevost aus den USA ist neuer Papst Leo XIV. | upload = 2025-05-08 | uploader = domradio }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. erschien danach auf dem Balkon, um die auf dem [[Petersplatz]] versammelte Menge zu begrüßen, seine erste Ansprache zu halten und den nach einer Papstwahl üblichen Segen &#039;&#039;[[Urbi et orbi]]&#039;&#039; zu spenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Youtube|id=J8zO-6N7mHs |titel= Papst Leo XIV. – Erste Ansprache und Segen des neuen Heiligen Vaters |upload=2025-05-08 |uploader=domradio}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Greta Prünster |url=https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/papst-leo-xiv-us-amerikaner-robert-prevost-ist-neuer-papst,UkVvA96 |titel=Habemus Papam: Robert Francis Prevost ist Leo XIV. |werk=BR24 |hrsg=Bayerischer Rundfunk |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdfheute.de/panorama/konklave-vatikan-papstwahl-weisser-rauch-neuer-papst-100.html |titel=Aus den USA. Leo XIV.: Robert F. Prevost ist der neue Papst |werk=[[heute (Fernsehsendung)|zdfheute.de]] |hrsg=[[Zweites Deutsches Fernsehen]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei trug er das [[Rochett]], die päpstliche [[Mozetta#Farbgebung|Sommermozzetta]] aus rotem Seidenkamelott und die [[Stola (liturgische Kleidung)|Stola]], die im [[Papstwahl#Wahlannahme und Proklamation|Raum der Tränen]] bereitgelegen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | id = Ib8lBpjYW1U | titel = Ahead of the conclave: The “Room of Tears” and Sistine Chapel |uploader =[[Vatican News|Vatican News – English]] |upload=2025-05-06 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Vorgänger hatte seinerzeit sowohl das Rochett als auch die hermelinverbrämte Wintermozzetta aus rotem Samt abgelehnt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Willey |url=https://www.bbc.com/news/world-europe-21813874 |titel=Pope Francis’ first moves hint at break with past |werk=[[BBC News]] |datum=2013-03-16 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und die &#039;&#039;[[Stola der vier Evangelisten]]&#039;&#039;, die für [[Benedikt XV.]] angefertigt worden war,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt; erst zur Segenshandlung umgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Strobl |url=https://www.merkur.de/welt/neuer-papst-leo-xiv-setzt-bei-erstem-auftritt-sofort-ein-verstecktes-zeichen-93722596.html |titel=Neuer Papst Leo XIV. setzt bei erstem Auftritt sofort ein verstecktes Zeichen |werk=Merkur.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während Franziskus die Menschenmenge profan begrüßt hatte &#039;&#039;(Fratelli e sorelle, buona sera – Brüder und Schwestern, guten Abend)&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://religion.orf.at/stories/3219686/ &#039;&#039;„Buona sera“: Ein Papst der Herzen&#039;&#039;.] ORF.at, 21. April 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; rief Leo&amp;amp;nbsp;XIV. wieder das traditionelle und liturgische &#039;&#039;Pax vobiscum&#039;&#039; („Friede sei mit euch“), worauf die Gemeinde antwortet mit &#039;&#039;Et cum spiritu tuo&#039;&#039; („und mit Deinem Geiste“). Leo XIV. rief in seiner ersten Ansprache zum Brückenbauen und Frieden auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/konklave-vatikan-papstwahl-weisser-rauch-neuer-papst-100.html |titel=„Habemus Papam“: Das Konklave hat einen neuen Papst gewählt |werk=ZDF.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin steckt auch ein Vorsatz, bedeutet doch der päpstliche Titel [[Pontifex maximus]] „oberster Brückenbauer“. Zudem ist er seit seiner Wahl zum Papst von Amts wegen Präfekt des [[Dikasterium für die Evangelisierung|Dikasteriums für die Evangelisierung]]. Papst Franziskus hatte das Amt im Juni 2022 durch die [[Apostolische Konstitution]] &#039;&#039;[[Praedicate Evangelium]]&#039;&#039; auf den römischen Pontifex übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vatican.va/content/romancuria/de/dicasteri/dicastero-evangelizzazione/struttura.html |titel=Dikasterium für die Evangelisierung, Struktur |hrsg=vatican.va |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Wahl galt als Kompromiss zwischen dem konservativen und dem liberaleren Lager.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Tag nach seiner Wahl feierte er seine erste päpstliche [[heilige Messe]] in der [[Sixtinische Kapelle|Sixtinischen Kapelle]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube |id=6TQ5T2mgb-k |titel=Heilige Messe unter Vorsitz von Papst Leo XIV., 9. Mai 2025 |uploader=[[Vatican News]] |upload=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er bat dabei die Kardinäle um Unterstützung, warnte im Allgemeinen vor Glaubensverlust&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-leo-messe-100.html |titel=Erste Papst-Messe nach Wahl. Leo XIV. beklagt „Streben nach Macht und Vergnügen“ |werk=tagesschau.de |hrsg=Norddeutscher Rundfunk |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und dem Streben nach Macht und Vergnügen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2025/documents/20250509-messa-cardinali.html |titel=Heilige Messe des Heiligen Vaters mit den Kardinälen |hrsg=vatican.va |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-21 |kommentar=deutsche Übersetzung des Textes der Predigt}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei seiner Amtseinführung am 5. Sonntag der Osterzeit &#039;&#039;[[Cantate]]&#039;&#039;, 18. Mai 2025, erhielt Leo&amp;amp;nbsp;XIV. das [[Pallium]] und den [[Fischerring]] als Zeichen des Petrusdienstes. Er verzichtete, wie alle seine Vorgänger seit [[Johannes Paul I.]], auf die traditionelle Krönungsmesse und die anschließende Krönung mit der päpstlichen [[Tiara]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61520-termin-fuer-amtseinfuehrung-von-papst-leo-xiv-steht-fest |titel=Termin für Amtseinführung von Papst Leo XIV. steht fest |hrsg=katholisch.de |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.n-tv.de/panorama/Papst-Leo-XIV-nutzt-Amtseinfuehrung-fuer-Appell-article25775737.html |titel=„Komme mit Furcht und Zittern“: Papst Leo XIV. nutzt Amtseinführung für Appell |werk=n-tv.de |datum=2025-05-18 |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leo XIV. ist der erste [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten|Staatsbürger der USA]] und durch seine [[Staatsbürgerschaft#Mehrfache Staatsbürgerschaft|zweite Staatsbürgerschaft]] zugleich der erste Peruaner, der das Papstamt bekleidet. Er ist auch der erste Papst, der dem Augustinerorden angehört.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-robert-francis-prevost-biographie-konklave.html |titel=Der neue Papst: Eine Biografie |hrsg=Vatican News |datum=2025-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vortag seiner Wahl schrieb die &#039;&#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&#039;&#039;, er gelte als „pragmatischer Mann der Mitte und als Vermittler zwischen den Welten des amerikanischen Katholizismus“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Luzi Bernet |Titel=Wer wird der 267. Papst? |Sammelwerk=[[Neue Zürcher Zeitung]] |Datum=2025-05-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund seiner Herkunft, seiner US- und peruanischen Staatsbürgerschaft sowie seiner Wirkungsgebiete in Seelsorge, geistlicher Ausbildung und kirchlicher Administration in den Vereinigten Staaten, Peru und Rom wird er als [[Kosmopolitismus|Kosmopolit]]&amp;lt;ref&amp;gt;Luzi Bernet: &#039;&#039;Ein Kosmopolit aus Chicago folgt auf Franziskus / Papst Leo XIV. ist ein untypischer Vertreter des amerikanischen Klerus&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&#039;&#039;, 9. Mai 2025, S.&amp;amp;nbsp;3.&amp;lt;/ref&amp;gt; beziehungsweise als Weltbürger&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2025-05-09&amp;quot; /&amp;gt; bezeichnet. [[Evelyn Finger]] auf &#039;&#039;[[Die Zeit|Zeit Online]]&#039;&#039; beschrieb Leo&amp;amp;nbsp;XIV. als „so weit ‚links‘, […] so liberal, dass bis zuletzt kaum ein Vatikanist glaubte, das Kardinalskollegium könnte sich auf einen wie ihn einigen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Evelyn Finger |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-05/papst-leo-xiv-weisser-rauch-konklave-papstwahl-katholische-kirche-kardinaele/komplettansicht |titel=Ein Linker, mit dem keiner gerechnet hat |werk=Zeit Online |datum=2025-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Matthias Rüb]] konstatierte in der &#039;&#039;[[FAZ]]&#039;&#039;: „Leo bricht mit dem Traditionsbrecher Franziskus, indem er zu alten Traditionen zurückkehrt, ohne jedoch den Bruch mit seinem unmittelbaren Amtsvorgänger zu suchen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rüb&amp;quot;&amp;gt;Matthias Rüb: [https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/leo-xiv-belebt-castel-gandolfo-tradition-neu-110575566.html &#039;&#039;Abkehr von den Traditionsbrüchen&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine]]&#039;&#039; (faz.net), 5.&amp;amp;nbsp;Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leo XIV. übernahm den Vatikanstaat in einer finanziell schwierigen Lage; so hinterließ ihm sein Vorgänger eine Verschuldung von rund zwei Milliarden Euro.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61593-zeitung-franziskus-hinterliess-finanzloch-von-zwei-milliarden-euro |titel=Zeitung: Franziskus hinterließ Finanzloch von zwei Milliarden Euro |werk=katholisch.de |datum=2025-05-12 |sprache=de |abruf=2025-06-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.welt.de/wirtschaft/article256060770/Vatikan-Die-Milliarden-des-Heiligen-Stuhls.html |titel=Vatikan: Die Milliarden des Heiligen Stuhls |werk=welt.de |datum=2025-05-06 |sprache=de |abruf=2025-06-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Namenswahl ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Papa Leone XIII.jpeg|mini|hochkant|Prevost wählte den päpstlichen Namen Leo zu Ehren von [[Leo XIII.]] (1810–1903) aufgrund dessen Soziallehre und Schriften.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Leo&#039;&#039; ist das lateinische Wort für „Löwe“. In seiner ersten Ansprache an das Kardinalskollegium verwies der neu gewählte Papst insbesondere auf den letzten Amtsinhaber dieses Namens, [[Leo XIII.]], und dessen Sozialenzyklika &#039;&#039;[[Rerum Novarum]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1891.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NamenswahlVN&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-namenswahl-kardinaele-danksagung-sanftmut-zeit.html |autor=Mario Galgano |titel=Leo XIV. erklärt Namenswahl: Sozialer Papst für eine neue Zeit |werk=Vatican News |datum=2025-05-10 |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIII. galt als „Arbeiterpapst“, der sich während der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]] für faire Löhne, Arbeiterrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzte und somit als Begründer der [[Katholische Soziallehre|katholischen Soziallehre]] gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.merkur.de/welt/papst-leo-xiv-ist-gewaehlt-das-bedeutet-der-neue-papst-name-zr-93722371.html |autor=Robin Dittrich |titel=Leo XIV. ist der neue Papst: Was bedeutet der Name? |werk=Merkur.de |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. erklärte, dass die Kirche allen den Schatz ihrer Soziallehre als Antwort auf eine weitere industrielle Revolution und auf die Entwicklungen im Bereich der [[Künstliche Intelligenz|künstlichen Intelligenz]] anbiete, denn diese stellten neue Herausforderungen für die Verteidigung der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Arbeit dar. Damit wolle er eine Linie fortsetzen, die Papst Franziskus mit seiner Option für die Armen begonnen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Lauren Kent |url=https://edition.cnn.com/2025/05/10/europe/pope-leo-prevost-cardinals-artificial-intelligence-intl |titel=Pope Leo signals he will closely follow Francis and says AI represents challenge for humanity |werk=CNN World |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-05-12 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnlich habe sich Leo XIV. bereits beim gemeinsamen Essen nach Abschluss des Konklaves geäußert, wie der chilenische Kardinal [[Fernando Natalio Chomalí Garib|Fernando Chomalí]] berichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://nwcatholic.org/news/ines-san-martin-osv-news/chilean-cardinal-gives-insight-to-the-conclave-that-elected-pope-leo-xiv |titel=Chilean cardinal gives insight to the conclave that elected Pope Leo XIV |autor=Ines San Martin |werk=Northwest Catholic |sprache=en |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-12 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Inspiration war Papst [[Leo der Große]], der als bedeutender Lehrer des Glaubens und Verteidiger der kirchlichen Einheit im 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gilt. Seine Reliquien ließ Leo XIV. in sein Brustkreuz ([[Pektorale]]) einsetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam Sosnowski |Titel=Leon XIV. Biografia ilustrowana |Ort=Krakau |Datum=2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Insigne Leonis XIV.svg|mini|hochkant|Papstwappen von Leo XIV.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wappen&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das Papstwappen ist weitgehend an Prevosts Wappen als Bischof und später Kardinal angelehnt. So hat er als Papst beispielsweise einige heraldische Elemente und den Wahlspruch &#039;&#039;in illo uno unum&#039;&#039; (dt. „in dem, der eins ist, sind wir eins“, wörtl. „in jenem Einen eins“) übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61551-vatikan-veroeffentlicht-wappen-von-papst-leo-xiv |titel=Vatikan veröffentlicht Wappen von Papst Leo XIV. |hrsg=katholisch.de |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wappen stelle, so der Journalist José García, eine Vereinigung von marianischen und augustinischen Elementen dar und solle die Einheit der Kirche symbolisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.die-tagespost.de/kirche/vatikan-und-papst/zeichen-eines-hirtenherzens-art-263316 |titel=Zeichen eines Hirtenherzens |werk=[[Die Tagespost]] |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wappenschild ist schräglinks blau silber geteilt. In Feld 1 befindet sich eine silberne Lilie. Diese weist auf Reinheit und Unschuld hin und wird deswegen mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht. Feld 2 zeigt ein vom Liebespfeil durchbohrtes brennendes Herz auf einem Buch – das [[Ikonografisches Heiligenattribut|Heiligenattribut]] des heiligen [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] und Symbol des [[Augustinerorden]]s, dem der Papst angehört. Es spielt auf die Bekehrung des heiligen Augustinus an. Wie bei den Wappen der letzten beiden Päpste ist das Oberwappen die Mitra; die gekreuzten goldenen und silbernen Schlüssel, die von einer roten Kordel zusammengehalten werden, sind Symbol der päpstlichen Autorität.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wappen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/leo-xiv-wappen-papst-kardinal-herz-jesu-lilie.html |titel=Das Wappen des neuen Papstes |werk=Vatican News |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/vatikan-veroeffentlicht-neues-wappen-von-papst-leo-xiv |titel=Vatikan veröffentlicht neues Wappen von Papst Leo XIV. |hrsg=Domradio |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. setzt die Neuerung von Papst Franziskus fort: Das Papstwappen besitzt einen Wahlspruch, der mit dem des Kardinalswappens identisch ist. Auch Leo greift zudem auf die Grundform des Wappens [[Benedikt XVI.|Benedikts XVI.]] zurück, das anstelle der Papstkrone oder Dreifachkrone ([[Tiara]]) erstmals eine bischöfliche [[Mitra]] zeigt, die an die Symbolik der Tiara erinnert. Sie ist silbern und trägt drei goldene Bänder (die drei Gewalten des Weiheamts, der Jurisdiktion und des Lehramts), die vertikal im Zentrum miteinander verbunden sind, um so ihre Einheit in derselben Person aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziale Netzwerke ===&lt;br /&gt;
Am 13. Mai 2025 wurden die offiziellen sozialen Netzwerke des Papstes nach dem Tod von Franziskus wieder aktiviert. Leo XIV. setzte damit die Linie seiner Vorgänger in Bezug auf soziale Netzwerke fort.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/fr/pape/news/2025-05/pape-leon-xiv-reseau-social-x-instagram-2025-web-rs.html |titel=Léon XIV maintient les comptes du Pape sur les réseaux sociaux |werk=Vatican News |datum=2025-05-13 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Manu Van Lier |url=https://www.cathobel.be/2025/05/leon-xiv-et-les-reseaux-sociaux-des-comptes-officiels-des-tweets-engages-mais-attention-aux-faux-profils/ |titel=Le pape Léon XIV connaît les réseaux sociaux et leurs pièges |werk=CathoBel |datum=2025-05-14 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf [[X (soziales Netzwerk)|X]] ist er mit einem Konto namens @Pontifex vertreten, das in den neun Sprachen Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Französisch, Deutsch, [[Polnische Sprache|Polnisch]], [[Arabische Sprache|Arabisch]] und [[Latein]]isch verfügbar ist. Er ist ebenfalls auf der Social-Media-Plattform [[Instagram]] präsent, auf der ein offizielles Profil mit der Bezeichnung „@Pontifex – Pope Leo XIV“ existiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.cnews.fr/monde/2025-05-13/leon-xiv-le-pape-accepte-de-reprendre-le-compte-x-de-la-papaute-et-ses-52-millions |titel=Léon XIV : le pape accepte de reprendre le compte X de la papauté et ses 52 millions de followers |werk=C&amp;amp;nbsp;News |datum=2025-05-13 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marie-Françoise Audouard, Mathilde Rimaud, Louis Wiart |Titel=La présence du Saint-Père sur les réseaux sociaux |Sammelwerk= |Verlag=Éditions de la Bibliothèque publique d’information |Datum=2017 |ISBN=979-10-91281-44-7 |Online=https://www.cnews.fr/monde/2025-05-13/leon-xiv-le-pape-accepte-de-reprendre-le-compte-x-de-la-papaute-et-ses-52-millions}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lebensweise ===&lt;br /&gt;
Leo XIV. wird wahrscheinlich wieder die Papstwohnung im obersten Stockwerk des [[Apostolischer Palast|Apostolischen Palastes]] bewohnen, während Franziskus sich eine große Wohnung im vatikanischen Gästehaus [[Domus Sanctae Marthae]] hatte einrichten lassen. Die Rückkehr in den Apostolischen Palast soll ein ausdrücklicher Wunsch der Kardinäle in den Beratungen des Vorkonklaves gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.katholisch.de/artikel/61689-schluss-mit-leerstand-so-wuerde-leo-xiv-im-papst-palast-wohnen &#039;&#039;Schluss mit Leerstand? So würde Leo XIV. im Papst-Palast wohnen&#039;&#039;.] kath.ch, 19. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehrere Medien berichteten über einen Einzug des Papstes und die Umbauarbeiten in der Papstwohnung,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jan Henrik Stens |url=https://www.domradio.de/artikel/wird-leo-xiv-den-apostolischen-palast-einziehen |titel=Des Papstes Gemächer. Wird Leo XIV. in den Apostolischen Palast einziehen? |werk=Domradio.de |datum=2025-06-04 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.net/news/87605 |titel=Papst Leo XIV. wird im Apostolischen Palast wohnen |werk=kath.net |datum=2025-05-30 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; jedoch blieb eine offizielle Bestätigung vorerst aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Hannah Brockhaus |url=https://de.catholicnewsagency.com/news/19943/noch-nicht-bestatigt-aber-leo-xiv-wird-wohl-im-apostolischen-palast-wohnen |titel=Noch nicht bestätigt, aber: Leo XIV. wird wohl im Apostolischen Palast wohnen |werk=[[Catholic News Agency|CNA Deutsch]] |datum=2025-05-16 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61935-umzug-des-papstes-in-apostolischen-palast-noch-ungewiss |titel=Umzug des Papstes in Apostolischen Palast noch ungewiss |werk=katholisch.de |datum=2025-05-25 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinem [[Päpstlicher Privatsekretär|Privatsekretär]] ernannte er den peruanischen Augustinerpater [[Edgard Iván Rimaycuna Inga]], den er 2006 als Priesterseminaristen in Rom kennengelernt und 2015 als Pfarrvikar an die Kathedrale von Chiclayo geholt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kath.ch/newsd/habemus-privatsekretaer-papst-waehlt-jungen-priester-aus-peru/ &#039;&#039;Habemus Privatsekretär – Papst wählt jungen Priester aus Peru&#039;&#039;.] kath.ch, 16. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; 2017 war Rimaycuna nach Rom gezogen, um am [[Päpstliches Bibelinstitut|Päpstlichen Bibelinstitut]] seine Ausbildung fortzusetzen; nachdem 2023 auch Prevost als Erzbischof nach Rom gekommen war, machte er Rimaycuna zu seinem Mitarbeiter im Dikasterium für die Bischöfe.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ewtn.de/2025/05/20/wer-ist-edgard-ivan-rimaycuna-inga-der-privatsekretaer-von-papst-leo-xiv/ &#039;&#039;Wer ist Edgard Iván Rimaycuna Inga, der Privatsekretär von Papst Leo XIV.?&#039;&#039;] ewtn.de, 20. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stol.it/artikel/politik/peruanischer-priester-privatsekretaer-des-neuen-papstes &#039;&#039;Peruanischer Priester Privatsekretär des neuen Papstes&#039;&#039;.] stol.it, 17. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Privatsekretär übt eine protokollarisch unbedeutende, faktisch aber sehr einflussreiche Position aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Der letzte feste Privatsekretär eines Papstes war der deutsche Erzbischof [[Georg Gänswein]], der Benedikt XVI. von 2003 – noch an der Glaubenskongregation – bis zu dessen Tod Ende 2022 diente. Papst Franziskus wechselte seine Sekretäre hingegen alle drei bis vier Jahre aus. [https://de.catholicnewsagency.com/news/19973/wer-ist-edgard-ivan-rimaycuna-inga-der-privatsekretar-von-papst-leo-xiv catholicnewsagency.com], 20. Mai 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die [[Präfektur des Päpstlichen Hauses]] am 17. Juni 2025 mitteilte, wird Papst Leo einige Wochen im Sommer in [[Castel Gandolfo]] verbringen. Der dort liegende Renaissance-Palast ist die traditionelle Sommerresidenz der Päpste, welche allerdings von seinem Amtsvorgänger Franziskus nicht genutzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-06/leo-xiv-macht-sommerferien-in-castel-gandolfo.html |titel=Leo XIV. macht Sommerferien in Castel Gandolfo |werk=Vatican News |datum=2025-06-17 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.die-tagespost.de/kirche/vatikan-und-papst/papst-leo-xiv-verbringt-sommerpause-in-castel-gandolfo-art-264486 |titel=Papst Leo XIV. verbringt Sommerpause in Castel Gandolfo |werk=Die Tagespost |datum=2025-06-18 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Residenz gehört seit dem 16. Jahrhundert dem [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhl]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/62415-zurueck-zur-tradition-papst-leo-xiv-macht-urlaub-in-castel-gandolfo |titel=Zurück zur Tradition: Papst Leo XIV. macht Urlaub in Castel Gandolfo |werk=katholisch.de |datum=2025-06-17 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch den Verzicht von Franziskus, seinen Sommer in Castel Gandolfo zu verbringen, brachen dort die Zahlen an Pilgern und Besuchern ein. Die Stadt erhofft sich mit der Entscheidung eine Steigerung der Besucherzahlen, da sie vor allem vom Tourismus lebt. Diesem ist jedoch förderlich, dass Franziskus den &#039;&#039;Palazzo Pontifico&#039;&#039; 2016 in ein für die Öffentlichkeit zugängliches Museum umwandeln ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://religion.orf.at/stories/2802996/ &#039;&#039;Papst verzichtet auf Sommerresidenz Castel Gandolfo&#039;&#039;.] ORF.at, 14. Oktober 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/papst-residenz-castel-gandolfo-oeffnet-fuer-besucher-14491723.html &#039;&#039;Treten sie&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; ein ins Schlafzimmer des Papstes&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine&#039;&#039; (faz.net), 21. Oktober 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. hat 2025 angekündigt, das Museum bestehen zu lassen und das inzwischen museal aufbereitete Papst-Appartement im Palast nicht zu beziehen. Stattdessen wird er in der &#039;&#039;Villa Barberini&#039;&#039; wohnen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Severina Bartonitschek |url=https://www.katholisch.de/artikel/62620-ein-papst-in-badehose-leo-xiv-macht-urlaub-in-castel-gandolfo |titel=Ein Papst in Badehose? Leo XIV. macht Urlaub in Castel Gandolfo |werk=katholisch.de |abruf=2025-07-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich in den weitläufigen Gärten der Sommerresidenz befindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/papst-leo-xiv-plant-sommerfrische-in-castel-gandolfo-110546064.html &#039;&#039;Papst Leo XIV. plant Sommerfrische in Castel Gandolfo&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine&#039;&#039; (faz.net), 19. Juni 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das gelegentliche Zelebrieren von [[Heilige Messe|Heiligen Messen]] in der Pfarrkirche sowie das traditionelle sonntägliche [[Der Engel des Herrn|Angelus]] aus dem Palastfenster von Castel Gandolfo nimmt er wieder auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin Weber: &#039;&#039;Papst kehrt nach Castelgandolfo zurück / Leo XIV. plant Ferien in der Sommerresidenz – Franziskus hatte die Tradition beendet&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Neue Zürcher Zeitung&#039;&#039;, 23. Juni 2025, S.&amp;amp;nbsp;16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 9. Juli 2025 empfing er den ukrainischen Präsidenten [[Wolodymyr Selenskyj]] in der Villa Barberini.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.unionesarda.it/en/italy/zelensky-is-in-rome-and-the-pope-welcomes-him-to-castel-gandolfo-quot-yes-to-negotiations-in-the-vaticanquot-d8mtm4w5 &#039;&#039;Zelensky is in Rome, and the Pope welcomes him to Castel Gandolfo: “Yes to nogotiations in the Vatican.”&#039;&#039;] L’Unione Sarda.it, 9. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedenspolitik ===&lt;br /&gt;
In Bezug auf die [[Geopolitik]] verurteilte er die [[Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022|russische Invasion der Ukraine]] als „eine echte Invasion, die imperialistischer Natur ist und bei der [[Russland]] versucht, aus Machtgründen Territorium zu erobern“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solcyré Burga |url=https://time.com/7283887/pope-leo-lgbtq-women-migrants-rights/ |titel=Where Pope Leo Stands on Major Issues |werk=Time |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er forderte in einer seiner ersten großen Reden als Papst einen Waffenstillstand im [[Krieg in Israel und Gaza seit 2023|Gaza-Krieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/c0r18dp9lxxo |titel=Pope Leo appeals for no more war in first Sunday address |hrsg=BBC |datum=2025-05-11 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Meredith Deliso, Megan Forrester |url=https://abcnews.go.com/International/new-american-pope-leo-xiv-robert-prevost/story?id=121604332 |titel=What we know about Leo XIV, the new American pope |werk=ABC News |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Haley Ott |url=https://www.cbsnews.com/news/new-pope-robert-prevost-pope-leo-xiv/ |titel=Who is Pope Leo XIV? American Cardinal Robert Prevost is the new pope |werk=CBS News |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. sieht Frieden als zentrales Thema seines Pontifikats und ruft eindringlich dazu auf, „nie wieder Krieg“ zu führen und sich für einen echten, dauerhaften Frieden einzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stern.de/news/papst-leo-xiv--ruft-beim-pfingstgebet-zu-frieden-in-aller-welt-auf-35792758.html? |titel=Papst Leo XIV. ruft beim Pfingstgebet zu Frieden in aller Welt auf |werk=stern.de |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Oliver Marquart |url=https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/papst-leo-xiv-erste-positionen-zu-frieden-frauen-missbrauch-ki-und-migration |titel=Papst Leo XIV.: Erste Positionen zu Frieden, Frauen, Missbrauch, KI und Migration |werk=[[Sonntagsblatt (Bayern)|Sonntagsblatt]] |datum=2025-05-16 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er betont, dass Frieden im Inneren beginnt: „Nur ein friedvolles Herz kann Frieden verbreiten, in der Familie, in der Gesellschaft und in den internationalen Beziehungen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/allgemeiner-appell-des-papstes-zu-frieden-und-versoehnung |titel=Allgemeiner Appell des Papstes zu Frieden und Versöhnung |werk=Domradio.de |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.deutschlandfunk.de/papst-leo-xiv-ruft-in-pfingstbotschaft-zu-frieden-auf-100.html |titel=Vatikan – Papst Leo XIV. ruft in Pfingstbotschaft zu Frieden auf |hrsg=Deutschlandfunk |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gewaltlosigkeit soll die Methode und den Stil aller Entscheidungen, Beziehungen und Handlungen bestimmen. Um den Frieden zu bewahren, ist es unerlässlich, Institutionen des Friedens zu schaffen – sowohl auf politischer Ebene als auch in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-leo-xiv-heiliges-land-naher-osten-israel-palaestina-frieden-krieg-terror-geste-umarmung |titel=Frieden: Leo XIV. würdigt Umarmung von Israeli und Palästinenser |werk=[[Kirche+Leben]] |datum=2025-05-30 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2025 gab die italienische Ministerpräsidentin [[Giorgia Meloni]] bekannt, der Vatikan stehe für [[Waffenstillstandsverhandlungen und Vermittlungsinitiativen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine#Vermittlungsversuche des Heiligen Stuhls|Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine]] zur Verfügung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nikolaus Nützel |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-leo-vermittler-ukraine-100.html |titel=Papst Leo XIV. als Vermittler: Was kann er für die Ukraine bewirken? |werk=tagesschau.de |datum=2025-05-22 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. sagte dazu, dass der Vatikan bereitstehe, „damit sich die Feinde begegnen und einander in die Augen schauen können, damit den Völkern die Hoffnung zurückgegeben wird und ihnen die Würde wiedergegeben wird, die sie verdienen, die Würde des Friedens“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/warum-papst-leo-xiv-ein-friedenspapst-fuer-die-ukraine-sein-kann |titel=Warum Papst Leo XIV. ein Friedenspapst für die Ukraine sein kann. Anzeichen für Verhandlungen im Vatikan |werk=Domradio.de |datum=2025-05-21 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während eines Telefonates im Juni 2025 forderte er [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Wladimir Putin]] zu einer Friedensgeste im Krieg gegen die Ukraine auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/62151-papst-leo-xiv-telefoniert-mit-putin-zu-friedensgeste-aufgefordert |titel=Papst Leo XIV. telefoniert mit Putin – zu Friedensgeste aufgefordert |werk=katholisch.de |datum=2025-06-05 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziallehre ===&lt;br /&gt;
Bereits vor seiner Amtseinführung traf sich Papst Leo XIV. am 17. Mai 2025 in der [[Sala Clementina]] mit Mitgliedern der vatikanischen Stiftung [[Centesimus annus#Centesimus Annus Pro Pontifice (CAPP)|Centesimus Annus Pro Pontifice]] und hob in seiner Ansprache die Bedeutung der [[Katholische Soziallehre|Soziallehre]] der Kirche als Weg der Reflexion und des Dialogs hervor. Der Papst fokussierte in seiner Kernbotschaft auf das Verständnis des Lehramts als offener, gemeinsamer Erkenntnisweg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-audienz-centesimus-annus-stiftung-lehramt-wahrheit.html |titel=Leo XIV.: „Das Lehramt ist ein gemeinsamer Weg zur Wahrheit“ |werk=vaticannews.va |datum=2025-05-17 |sprache=de |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem betonte er die Notwendigkeit des kritischen Denkens im Umgang mit der digitalen Revolution und forderte in dieser historischen Zeit großer sozialer Umwälzungen die Weiterentwicklung der Soziallehre der Kirche durch Zuhören und Dialog.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.osservatoreromano.va/de/news/2025-05/ted-020/soziallehre-der-kirche.html |titel=Papst Leo XIV. empfängt Mitglieder der Stiftung »Centesimus Annus Pro Pontifice« in Audienz: „Soziallehre der Kirche“ |werk=osservatoreromano.va |datum=2025-05-23 |sprache=de |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/05/17/0321/00549.html |titel=Udienza ai Membri della Fondazione “Centesimus Annus Pro Pontifice” |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2025-05-17 |sprache=it |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimapolitik ===&lt;br /&gt;
Aus Anlass des von der Weltkirche ausgerufenen &#039;&#039;Gebetstages zur Bewahrung der Schöpfung&#039;&#039; beklagte Leo&amp;amp;nbsp;XIV. in einem Schreiben, dass „unsere Erde in verschiedenen Teilen der Welt mittlerweile im Verfall begriffen“ sei und die „ökologischen Verwüstungen“ nicht ausreichend Beachtung fänden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rüb&amp;quot; /&amp;gt; Damit knüpft er an das klima- und umweltpolitische Engagement von Papst Franziskus an, das in dessen zweiter Enzyklika von 2015, &#039;&#039;[[Laudato si’]]&#039;&#039;, dargelegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andreas R. Batlogg]]: &#039;&#039;Leo XIV. Der neue Papst.&#039;&#039; Herder, Freiburg im Breisgau 2025, ISBN 978-3-451-39675-5.&lt;br /&gt;
* [[Stefan von Kempis]]: &#039;&#039;Papst Leo XIV. Wer er ist – wie er denkt – was ihn und uns erwartet.&#039;&#039; Patmos, Ostfildern 2025, ISBN 978-3-8436-1625-6.&lt;br /&gt;
* [[Michael Fiedrowicz]]: &#039;&#039;Einheit gibt es nur in Christus. Woher stammt der Wahlspruch Papst Leos XIV. „In jenem Einen eins“?&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Die Tagespost]]&#039;&#039;, 15. Mai 2025, S.&amp;amp;nbsp;9.&lt;br /&gt;
* Thomas Schumacher: &#039;&#039;Leo XIV. Leben, Aussagen, Kontexte&#039;&#039;. Pneuma, 2025, ISBN 978-3-94201365-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Leo XIV|Leo XIV.|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{Catholic-hierarchy|Typ=Bischof|ID=bprevost}} (englisch)&lt;br /&gt;
* {{GCatholic |Typ= Person |ID= 25092 }}&lt;br /&gt;
* {{Pressoffice|ID=prevost_rf|Name=Prevost}} (auch italienisch und spanisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.vatican.va/content/vatican/de.html Offizielle Seite des Pontifikates Leo XIV.] (deutsch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Miguel Angel Orcasitas Gómez]]|NACHFOLGER=[[Alejandro Moral Antón]]|AMT=[[Liste der Generalprioren des Augustinerordens|Generalprior des Augustinerordens]]|ZEIT=2001–2013&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=[[Jesús Moliné Labarte]]|NACHFOLGER2=[[Edinson Edgardo Farfán Córdova]] OSA|AMT2=[[Bistum Chiclayo|Bischof von Chiclayo]]|ZEIT2=2015–2023&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER3=[[Marc Ouellet|Marc Kardinal Ouellet]] [[Sulpizianer|PSS]]|NACHFOLGER3=&#039;&#039;[[vakant]]&#039;&#039;|AMT3=[[Dikasterium für die Bischöfe#Präfekten|Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe]]|ZEIT3=2023–2025&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER4=[[Angelo Sodano]]|NACHFOLGER4= [[Luis Antonio Tagle]]|AMT4=[[Liste der Bischöfe von Albano|Kardinalbischof von Albano]]|ZEIT4=2025&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER5=[[Franziskus (Papst)|Franziskus]]|AMT5=[[Datei:Coat of arms of Leone XIV.svg|25px]][[Liste der Päpste|Papst]]|ZEIT5=seit 2025|VORGÄNGER6=[[Franziskus (Papst)|Franziskus]]|AMT6=[[Dikasterium für die Evangelisierung|Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung]]|ZEIT6=seit 2025}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1284904598|LCCN=no2025054931|VIAF=89050933}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Leo 14}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Papst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematiker (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Augustiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frieden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vatikanbürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Peruaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1955]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikiepdia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Leo_XIV.&amp;diff=623258</id>
		<title>Leo XIV.</title>
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		<updated>2025-07-10T20:14:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: Die Seite wurde neu angelegt: „rahmenlos]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leo XIV.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (bürgerlich &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Robert Francis Prevost&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; OSA ({{IPA|ˈrɒbərt ˈfrænsɪs &amp;#039;priːvoʊst}}); *&amp;amp;nbsp;14. September 1955 in Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten) ist seit seiner Wahl am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025 der 267.&amp;amp;nbsp;Bischof von Rom…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Pope Leo XIV 3 (cropped).png|mini|Papst Leo XIV. (2025)[[Datei:Official signature of Pope Leo XIV.svg|rechts|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Leo XIV.&#039;&#039;&#039; (bürgerlich &#039;&#039;&#039;Robert Francis Prevost&#039;&#039;&#039; [[Augustinerorden|OSA]] ({{IPA|ˈrɒbərt ˈfrænsɪs &#039;priːvoʊst}}); *&amp;amp;nbsp;[[14. September]] [[1955]] in [[Chicago]], [[Illinois]], [[Vereinigte Staaten]]) ist seit seiner [[Konklave 2025|Wahl am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025]] der [[Liste der Päpste|267.]]&amp;amp;nbsp;[[Bischof von Rom]] ([[Papst]]), Oberhaupt der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] und [[souverän]]er [[Monarchie|Monarch]] des Staates der [[Vatikanstadt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor seiner Papstwahl war der [[Ordenspriester|Ordensgeistliche]] von 2001 bis 2013 Leiter ([[Generalprior]]) des [[Augustinerorden]]s, von 2015 bis 2023 Bischof des [[Bistum Chiclayo|Bistums Chiclayo]] im Nordwesten [[Peru]]s und zuletzt [[Kurienkardinal]]. Im Januar 2023 wurde er von seinem Vorgänger Papst [[Franziskus (Papst)|Franziskus]] zum [[Präfekt (Römische Kurie)|Präfekten]] des [[Dikasterium für die Bischöfe|Dikasteriums für die Bischöfe]] ernannt, im September 2023 wurde Prevost von Franziskus zum [[Kardinal]] ernannt. Seit 2015 besitzt er neben der [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten]] auch die peruanische Staatsbürgerschaft, außerdem seit 2023 [[von Amts wegen]] die [[Vatikanische Staatsbürgerschaft|des Vatikans]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werdegang ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pope Leo XIV childhood home.jpg|mini|Das Elternhaus von Robert Francis Prevost in [[Dolton (Illinois)|Dolton]], Illinois (2025)]]&lt;br /&gt;
Prevost entstammt einer „urkatholischen“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot;&amp;gt;Thomas Jansen, [[Matthias Rüb]], Tim Niendorf: [https://www.faz.net/aktuell/politik/leo-xiv-ist-ein-nahezu-undenkbarer-papst-110467260.html &#039;&#039;Ein nahezu undenkbarer Papst&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&#039;&#039;, 10. Mai 2025, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Familie mit [[Frankreich|französischen]], [[italien]]ischen und [[Kreolen|kreolischen]] Wurzeln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset |url=https://www.nytimes.com/2025/05/10/us/pope-creole-new-orleans-records.html |titel=See Historical Records Documenting the Pope’s Creole Roots in New Orleans |werk= The New York Times |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Henry Louis Gates, Jr.|Henry Louis Gates Jr]] |Titel=We Traced Pope Leo XIV’s Ancestry Back 500 Years. Here’s What We Found. |Sammelwerk=The New York Times |Datum=2025-06-11 |ISSN=0362-4331 |Online=https://www.nytimes.com/interactive/2025/06/11/magazine/pope-leo-xiv-ancestry-family-tree.html |Abruf=2025-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Henry Louis Gates Jr |Titel=Five Key Discoveries in the Family Tree of Pope Leo XIV |Sammelwerk=The New York Times |Datum=2025-06-12 |ISSN=0362-4331 |Online=https://www.nytimes.com/2025/06/12/magazine/pope-leo-xiv-family-tree-takeaways.html |Abruf=2025-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Großvater des Papstes väterlicherseits, Salvatore Giovanni Riggitano, stammte aus Italien und änderte nach seiner Auswanderung in die USA im Jahr 1905 seinen Namen in John R. Prevost – er übernahm dabei den Geburtsnamen seiner Schwiegermutter, der Französin Jeanne Eugénie Prévost (1864–1939).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam Sosnowski |Titel=Leon XIV. Biografia ilustrowana |Verlag=Biały Kruk |Ort=Krakau |Datum=2025 |ISBN=978-83-7553-432-0 |Seiten=39-40}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Vater des Papstes Louis Marius Prevost (1920–1997) war [[Frankreich|französischer]] und italienischer Abstammung und diente im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in der [[United States Navy|U.S. Navy]]. Er nahm im Juni 1944 an der [[Operation Overlord|Landung der alliierten Streitkräfte]] in der [[Normandie]] teil. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Pädagoge im Brookwood School District 167 und an der Mount Carmel Elementary School in Chicago.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Vergun |url=https://www.defense.gov/News/News-Stories/Article/Article/4180629/pope-leo-xivs-father-served-in-the-navy-during-world-war-ii/ |titel=Pope Leo XIV’s father, Louis Marius Prevost, served in the Navy during World War II |hrsg=U.S. Department of Defense |datum=2025-05-09 |sprache=en |abruf=2025-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuletzt war er [[Schulleitung|Superintendent]] für Schulen in Chicago.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.schweizer-illustrierte.ch/family/leo-xiv-geboren-um-papst-zu-werden-822575 |titel=Papst Leo XIV: Vom Chicagoer Arbeiterviertel zum Vatikan |werk=Schweizer Illustrierte |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Mutter Mildred Martínez (1911–1990) hatte [[Kreolen#Creoles in den USA|Louisiana-kreolische]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset, Robert Chiarito |url=https://www.nytimes.com/2025/05/08/us/pope-leo-creole-new-orleans.html |titel=New Pope Has Creole Roots in New Orleans |werk=[[The New York Times]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie [[Hispaniola|hispaniolische]] Vorfahren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Fausset |url=https://www.nytimes.com/2025/05/10/us/pope-creole-new-orleans-records.html |titel=See Historical Records Documenting the Pope’s Creole Roots in New Orleans |werk=[[The New York Times]] |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elizabeth Thomas, Alondra Valle, Emily Chang |url=https://abcnews.go.com/US/pope-leo-xivs-family-tree-shows-black-roots/story?id=121644537 |titel=Pope Leo XIV’s family tree shows Black roots in New Orleans |werk = ABC News |datum=2025-05-10|sprache=en |abruf= 2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und war Bibliothekarin.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Emily Burack |url=https://www.townandcountrymag.com/society/money-and-power/a64716116/pope-leo-xiv-family-explained/ |titel=A Guide to Pope Leo XIV’s Family |hrsg=Town&amp;amp;Country |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine mögliche spanische und maltesische Herkunft ist unwahrscheinlich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor = Neville Borg |url = https://timesofmalta.com/article/factcheck-does-pope-leo-xiv-maltese-ancestry.1109688 |titel = Fact-check: Does Pope Leo XIV have Maltese ancestry? |werk= Times of Malta |datum= 2025-05-15 |sprache=en |abruf=2025-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Prevost hat zwei ältere Brüder, Louis Martín&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=qXOGP9pr-Ik |titel=Pope Leo XIV’s brothers describe growing up with new pontiff, his path to papacy |hrsg=CBS News |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und John Joseph,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=4DOdpsNRmVc |titel=Pope Leo’s brother shares family photos with ABC News |hrsg=ABC News |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ein ehemaliger Rektor einer katholischen Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=j2qE4milC4A |titel=Full interview: Pope Leo XIV’s brother reacts to history-making moment |hrsg=CBS Chicago |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Eltern waren in der Pfarrei [[St. Mary of the Assumption (Chicago)|St.&amp;amp;nbsp;Mary of the Assumption]] in Chicago aktiv, wo er wie seine Brüder als Messdiener ([[Ministrant]]) tätig war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/en/pope/news/2025-05/biography-of-robert-francis-prevost-pope-leo-xiv.html |titel=Biography of Robert Francis Prevost, Pope Leo XIV |hrsg=Vatican News |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ronny Reyes |url=https://nypost.com/world-news/who-is-robert-prevost-pope-leo-xiv/ |titel=Who is Robert Prevost? Meet Leo XIV, the first American pope |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbildung und Positionen im Augustinerorden (1955–2013) ===&amp;lt;!--Achtung! Nur lizenzrechtlich einwandfreie Bilder verwenden!--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Prevost besuchte bis zu seinem Highschool-Abschluss im Jahre 1973 ein [[Bischöfliches Knabenseminar|katholisches High-School-Seminar]], The Saint Augustine Seminary, in [[Michigan]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Rachel Van Gilder, Josh Sanchez |url=https://www.woodtv.com/news/allegan-county/new-pope-attended-catholic-school-in-west-michigan/ |titel=New pope attended Catholic high school in West Michigan |hrsg=woodtv.com |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und studierte an der [[Villanova University]] in Villanova bei [[Philadelphia]] zunächst [[Mathematik]] und [[Philosophie]].&amp;lt;ref&amp;gt;José Antonio Jacinto Fiestas: &#039;&#039;Biografía de Monseñor Robert Francis Prevost Martínez O.S.A.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Somos Iglesia&#039;&#039; (Chiclayo), Jg. 2015, Juni-Heft, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den [[Prüfung|Examina]] in beiden Fächern im Jahre 1977 trat er der [[Ordensgemeinschaft]] der [[Augustinerorden|Augustiner]] bei und durchlief das [[Novize|Noviziat]]. Dann studierte er bis 1982 Theologie an der [[Catholic Theological Union]] in Chicago ([[Master of Divinity]]), anschließend an der [[Päpstliche Universität Heiliger Thomas von Aquin|Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin]] in Rom („[[Angelicum]]“) [[Kirchenrecht]]. Am 29. August 1981 legte er das ewige [[Ordensgelübde]] (Profess) ab und empfing am 19. Juni 1982 in Rom im Augustinerkolleg von Santa Monica das [[Sakrament]] der [[Weihesakrament#Presbyterat|Priesterweihe]] durch den belgischen Erzbischof [[Jean Jadot (Bischof)|Jean Jadot]], damals Vizepräsident des Päpstlichen Rates für die Nichtchristen (heute [[Dikasterium für den Interreligiösen Dialog]]). 1987 wurde er mit einer kirchenrechtlichen [[Dissertation]] von der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin in Rom zum [[Doktor der Rechte#Kanonisches Recht|Dr. iur. can.]] promoviert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://angelicum.it/the-angelicum-congratulates-his-holiness-pope-leo-xiv/ |titel=The Angelicum joyfully welcomes the election of our distinguished alumnus, Pope Leo XIV |hrsg=Pontifical University of St. Thomas Aquinas |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Thema der Dissertation lautete „Die Rolle des örtlichen Priors im Orden des [[Augustinus von Hippo|heiligen Augustinus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-01/vatikan-ernennung-prevost-bischofsdikasterium-ouellet-rueckritt.html |titel=Bischof Robert Francis Prevost wird neuer Präfekt des Bischofs-Dikasteriums |werk=Vatican News |datum=2023-01-30 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Francis Prevost |Titel=The office and authority of the local prior in the Order of Saint Augustine |Sammelwerk=Dissertazioni dottorali Pontificia Università S.Tommaso d’Aquino: Diritto Canonico |Ort=Rom |Datum=1987 |Sprache=en |OCLC=1203536266}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1985 bis 1987 arbeitete er als [[Missionar#Christentum|Missionar]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.diepresse.com/19663710/robert-prevost-ist-papst-leo-xiv-diplomat-missionar-pragmatiker |titel=Robert Prevost ist Papst Leo XIV.: Diplomat, Missionar, Pragmatiker |werk=[[DiePresse.com]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Louis Berger |url=https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-leo-xiv-robert-prevost-neuwahl-franziskus-synodalitaet-mission-missionar-liebe-gott-franziskus |titel=Papst Leo XIV. – ein synodaler Missionar der Liebe Gottes |werk=[[Kirche+Leben#Onlinemagazin|kirche-und-leben.de]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.net/news/87461 |titel=Leon XIV.: „Ich betrachte mich immer noch als Missionar!“ |werk=[[kath.net]] |datum=2025-05-10 |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der traditionell von Augustinern betreuten damaligen Territorialprälatur Chulucanas und heutigem [[Bistum Chulucanas]] in Peru. 1987 wurde er zum Leiter der [[Berufungspastoral]] und Missionsdirektor der Augustinerprovinz „Mutter des Guten Rates“ in [[Olympia Fields]] in [[Illinois]] gewählt. Von 1988 bis 1998 wirkte er als Leiter des gemeinsamen Ausbildungsprojekts für Augustiner-Aspiranten aus den Vikariaten [[Chulucanas]], [[Iquitos]] und [[Region Apurímac|Apurímac]] im [[Erzbistum Trujillo]], ebenfalls in Peru. Dort war er [[Prior]] seines Ordens (1988–1992), Ausbildungsleiter (1988–1998), Lehrer der [[Ordensgelübde|Professen]] (1992–1998) und [[Provinzial]]oberer der Augustiner in Peru (1998–2001).&lt;br /&gt;
[[Datei:Kathedralbasilika St. Maria, Trujillo, Peru,.jpg|mini|Die [[Kathedrale von Trujillo|Kathedralbasilika St. Maria]] ist der Stammsitz des Erzbistums Trujillo in Peru, in dem Prevost nahezu 10 Jahre wirkte. Die kunsthistorisch bedeutende Kathedrale wurde zwischen 1647 und 1666 erbaut.]]&lt;br /&gt;
Im Erzbistum Trujillo war er [[Offizial|Kirchengerichtsvikar]] (1989–1998) und Professor für [[Kirchenrecht]], [[Patristik]] und [[Moraltheologie|Moral]] am Priesterseminar „San Carlos y San Marcelo“.&amp;lt;ref&amp;gt;Julián Ros Córcoles: &#039;&#039;Reseña de novedades canónicas del año 2023&#039;&#039;. In: Carmen Peña, Teresa Pueyo Morer (Hrsg.): &#039;&#039;Justicia, seguridad jurídica y pastoral. Cuestiones relativas a la creación y aplicación de la ley canónica&#039;&#039;. Madrid 2024, S. 283–313, hier: S. 299.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1998 wurde Prevost zum Provinzialprior der [[Ordensprovinz]] in Chicago gewählt, das Amt trat er im März 1999 an. Im Jahr 2000 erlaubte er einem seit 1991 wegen Missbrauchsvorwürfen suspendierten Augustinerpater, unter Aufsicht in einem Kloster in Chicago zu wohnen. Dieser wurde 2002 nach Einführung strengerer Regeln zum Umgang mit des Missbrauchs Beschuldigten &#039;&#039;(Dallas Charter)&#039;&#039; umgesiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.pillarcatholic.com/p/vatican-congregation-member-allowed |titel=Vatican congregation member allowed priest accused of child abuse to live near Catholic school |hrsg=The Pillar |datum=2021-03-16 |sprache=en |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Robert Prevost 2012 alternative fixed proportions (cropped).jpg|mini|hochkant|Pater Robert Prevost als Generalprior der Augustiner (2012)]]&lt;br /&gt;
Von 2001 bis 2013 war Prevost [[Generalsuperior|Generaloberer]] des Augustinerordens mit Sitz in Rom. Prevost beherrscht die Sprachen Englisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch und liest Deutsch und Latein, die [[Lingua franca]] der römisch-katholischen Kirche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt; Auch eine „normale Unterhaltung“ auf Deutsch sei mit ihm möglich, wie sich zwischen 2001 und 2013 gezeigt hat, als er in seiner Amtszeit als Ordensoberer mehrmals die österreichischen und deutschen Augustiner besuchte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Anna-Lena Schlitt | url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-05/konklave-2025-papstwahl-kardinaele-vatikan-live | titel=Katholische Kirche: So verlief die Wahl von Papst Leo XIV. | werk=[[zeit.de]] | datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während seines Aufenthalts in Peru erwarb Leo Grundkenntnisse in einer der [[Quechua]]-Sprachen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Federico Rivas Molina |url=https://elpais.com/america/2025-05-10/prevost-el-papa-peruano-misionero-y-politico.html |titel=Prevost, el Papa ‘peruano’: misionero y político |datum=2025-05-10 |sprache=es |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost vertrat bei einer Ansprache im Jahr 2012 die Auffassung, dass die westlichen [[Massenmedien]] „außerordentlich effektiv“ darin seien, Sympathien für Lebensstile und Überzeugungen hervorzurufen, die der Botschaft der Bibel widersprächen. Als Beispiele nannte er den „[[Homosexualität|homosexuellen]] Lebensstil“, [[Schwangerschaftsabbruch|Abtreibung]] und [[Sterbehilfe]]. Insbesondere lehnte er positive oder sympathisierende Darstellungen von [[Regenbogenfamilie]]n in Film und Fernsehen ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stern.de/politik/ausland/robert-francis-prevost-ist-papst-leo-xiv--der-fast-perfekte-kompromiss-35707076.html |titel=Robert Francis Prevost ist Papst Leo XIV.: Der fast perfekte Kompromiss |werk=stern.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Marina Dunbar, Jakub Krupa, Marina Dunbar (now), Jakub Krupa (earlier) |url=https://www.theguardian.com/world/live/2025/may/08/new-pope-conclave-vatican-white-black-smoke-papacy-catholic-cardinals?page=with:block-681d07f78f087953796a09f4#block-681d07f78f087953796a09f4 |titel=Robert Francis Prevost becomes first US pope and will be known as Leo XIV – live |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube|id=QXVkJ5TQi1s|titel=Pope Leo on media and evangelization. Full 2012 interview|uploader=[[Catholic News Service]]|upload=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit in Chiclayo (2014–2023) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Santa María Catedral - Chiclayo.jpg|mini|Die Kathedrale Santa María in [[Chiclayo]], Peru, Prevosts Bischofskirche als Oberhirte der [[Bistum Chiclayo|Diözese Chiclayo]] von 2015 bis 2023 (2018)|links]]&lt;br /&gt;
Am 3.&amp;amp;nbsp;November 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum [[Titularbischof]] der ehemaligen Diözese &#039;&#039;[[Titularbistum Sufar|Sufar]]&#039;&#039; und bestellte ihn zum [[Apostolischer Administrator|Apostolischen Administrator]] von [[Bistum Chiclayo|Chiclayo]] in Peru.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2014/11/03/0814/01717.html |titel=Rinuncia del Vescovo di Chiclayo (Perú) e nomina dell’Amministratore Apostolico |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=[[Presseamt des Heiligen Stuhls]] |datum=2014-11-03 |sprache=it |abruf=2014-11-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Amtseinführung als Administrator folgte vier Tage später. Der [[Apostolischer Nuntius|Apostolische Nuntius]] in Peru, Erzbischof [[James Patrick Green]], spendete ihm am 12.&amp;amp;nbsp;Dezember desselben Jahres die [[Weihesakrament#Episkopat|Bischofsweihe]]. [[Konsekration|Mitkonsekratoren]] waren der Altbischof von Chiclayo, [[Jesús Moliné Labarta]], und der Erzbischof von [[Erzbistum Ayacucho oder Huamanga|Ayacucho und Huamanga]], [[Salvador Piñeiro García-Calderón]]. Papst Franziskus ernannte ihn am 26.&amp;amp;nbsp;September 2015 zum Bischof von Chiclayo.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2015/09/26/0722/01562.html#NomDue |titel=Nomina del Vescovo di Chiclayo (Perú) |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2015-09-26 |sprache=it |abruf=2015-09-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da laut einem 1980 abgeschlossenen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.concordatwatch.eu/concordat-with-the-military-junta-1980-text--t39261 Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Peru] auf &#039;&#039;concordatwatch.eu&#039;&#039;, hier: Artikel 7&amp;lt;/ref&amp;gt; Staatsvertrag zwischen dem Vatikan und Peru ([[Konkordat]]) nur peruanische Staatsbürger zu Bischöfen ernannt werden dürfen, erwarb er am 24.&amp;amp;nbsp;August 2015 die peruanische Staatsbürgerschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sn.at/politik/weltpolitik/wer-papst-leo-xiv-178166068 |titel=Wer ist der neue Papst Leo XIV.? |werk=[[Salzburger Nachrichten]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Carlos Oré Arroyo |url=https://www.infobae.com/peru/2025/05/08/el-papa-es-ciudadano-peruano-robert-prevost-fue-elegido-como-el-sucesor-de-francisco-i/ |titel=El papa es ciudadano peruano: Robert Prevost fue elegido como el sucesor de Francisco |werk=infobae.com |datum=2025-05-08 |sprache=es |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mitra Taj, Julie Turkewitz, Genevieve Glatsk |url=https://www.nytimes.com/2025/05/09/world/europe/pope-peru-reaction.html |titel=Peru Celebrates Pope Leo XIV and Claims Him as Their Own|werk=[[The New York Times|nytimes.com]] |sprache=en |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ernennung zum Bischof durch Franziskus war als Warnsignal des Vatikans an damals einflussreiche rechtskatholische Gruppen – wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Sodalitium Christianae Vitae]] – zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sandra Weiss, Hildegard Willer |url=https://www.riffreporter.de/de/international/papst-leo-xiv-robert-prevost-peru-vatikan-katholische-kirche |titel=Blick hinter die Kulissen der Katholischen Kirche: Wie tickt der neue Papst, Leo XIV.? |hrsg=[[RiffReporter]] |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Zeit als Bischof gewann er einen Ruf als „Kämpfer gegen Armut, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Peter Burghardt |url=https://www.tagesanzeiger.ch/robert-francis-prevost-peru-feiert-seinen-papst-leo-xiv-667121719450 |titel=Zweite Heimat von Leo XIV.: Peru feiert seinen Papst als «zutiefst spirituell und menschlich» |werk=[[Tages-Anzeiger]] |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So kümmerte er sich beispielsweise um die Personen in den Armenvierteln, die vom Wetterphänomen [[El Niño]] betroffen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tobias Käufer |url=https://www.rnd.de/panorama/in-gummistiefeln-im-schlamm-von-el-nino-der-papst-wurde-in-peru-gepraegt-E5J2PAUHGZHFZBAEIHVPVFIRKE.html |titel=In Gummistiefeln im Schlamm von El Niño – der Papst wurde in Peru geprägt |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem unterstützte er Armenküchen und andere Wohltätigkeitszwecke. Außerdem setzte er sich für bessere Wohnverhältnisse an der Nordküste ein, da diese besonders von Überflutungen betroffen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/c0ln80lzk7ko |titel=Who is Robert Prevost, the new Pope Leo XIV and first American pope? |datum=2025-05-09 |sprache=en |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2017 forderte Prevost den ehemaligen Staatspräsidenten von Peru, [[Alberto Fujimori]], öffentlich auf, sich bei den Opfern des von ihm geführten Staatsterrorismus zu entschuldigen. Zudem traf er sich auch mit Opfern im Rahmen des Missbrauchsskandals um die Kongregation [[Sodalicio de Vida Cristiana]] und leitete die Informationen darüber an Papst Franziskus weiter, der die Kongregation daraufhin auflöste.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ulrich Ladurner |Titel=Robert Prevost in Peru: Immer auf der Seite der Schwachen und Gedemütigten |Sammelwerk=Die Zeit |Ort=Hamburg |Datum=2025-05-16 |ISSN=0044-2070 |Online=https://www.zeit.de/2025/20/robert-prevost-peru-papst-missionar-chulucanas |Abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel Deckers |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/peru-praegt-papst-leo-xiv-was-weggefaehrten-berichten-110481629.html |titel=Was der neue Papst in Peru lernte |werk=Frankfurter Allgemeine (faz.net) |datum=2025-05-18 |sprache=de |abruf=2025-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13.&amp;amp;nbsp;Juli 2019 berief ihn Papst Franziskus für fünf Jahre zum Mitglied der [[Dikasterium für den Klerus|Kongregation für den Klerus]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2019/07/13/0589/01216.html#no |titel=Nomina di Membri della Congregazione per il Clero |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2019-07-13 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 21.&amp;amp;nbsp;November 2020 zum Mitglied der [[Dikasterium für die Bischöfe|Kongregation für die Bischöfe]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/11/21/0601/01405.html#membri |titel=Nomina di Membri della Congregazione per i Vescovi |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2020-11-21 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom 15.&amp;amp;nbsp;April 2020 bis zum 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2021 war er während der [[Sedisvakanz]] zusätzlich Apostolischer Administrator von [[Bistum Callao|Callao]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/04/15/0227/00504.html#callao |titel=Rinuncia del Vescovo di Callao (Perú) e nomina dell’Amministratore Apostolico „sede vacante“ |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2020-04-14 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 wurde bekannt, dass Prevost 2022 eine kanonische Voruntersuchung wegen Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Priester der Diözese Chiclayo eingeleitet hatte. In Erklärungen gegenüber der linksliberalen peruanischen Zeitung &#039;&#039;[[La República (Peru)|La República]]&#039;&#039; sagte Prevost: „Wenn Sie Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Priester sind, melden Sie es.“ Laut Diözesanangaben wurden die Ergebnisse im Juli 2022 an das vatikanische Hauptamt für die Glaubens- und Sittenlehre ([[Dikasterium für die Glaubenslehre]]) weitergeleitet, das – wie die staatlichen Behörden Perus – eine unzureichende Beweislage attestierte. In der Nachrichtensendung vom 8.&amp;amp;nbsp;September 2024 warfen die mutmaßlichen Opfer Bischof Prevost Vertuschung vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Agren |url=https://www.ncronline.org/news/cardinals-former-diocese-denies-claim-clerical-sexual-abuse-cover |titel=Cardinal’s former diocese denies claim of clerical sexual abuse cover-up |werk=ncronline.org |datum=2024-09-18 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die peruanischen Investigativreporter Pedro Salinas und Paola Ugaz, die den Fall umfangreich recherchiert haben, sind der Auffassung, dass die Anschuldigungen gegen Prevost falsch seien. Im Gegenteil: Bei ihren Recherchen hätten sie in Prevost einen Verbündeten gefunden, der ihnen auch einen direkten Zugang zu Papst Franziskus eröffnet habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit im Vatikan ===&lt;br /&gt;
==== Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe (2023–2025) ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Cardinal Robert F. Prevost at the Consistory on 30 September 2023 (cropped portrait).jpg|mini|hochkant|Kardinal Robert Prevost (2023)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Coat of arms of Robert Francis Prevost Martinez (cardinal).svg|miniatur|hochkant|Kardinalswappen von Robert Francis Prevost (2023–2025)&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen wahlspruch&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Borgo - Chiesa di Santa Monica.JPG|mini|hochkant|Die Kirche &#039;&#039;Santa Monica degli Agostiniani&#039;&#039;, Kardinal Prevosts [[Titelkirche]] in Rom und der Ort seiner Priesterweihe im Jahr 1982]]&lt;br /&gt;
Am 30.&amp;amp;nbsp;Januar 2023 ernannte ihn Papst Franziskus zum [[Erzbischof]] und zum Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe; zu seinen Amtspflichten gehörte auch die Überwachung der Durchsetzung der Richtlinien zur Bekämpfung sexuellen Missbrauchs in den [[Diözese]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Matthias Rüb |url=https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/neuer-papst-leo-xiv-wer-ist-robert-prevost-110465102.html |titel=Neuer Papst Leo XIV.: Wer ist Robert Prevost? |werk=faz.net |hrsg=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war damit an den Bischofsernennungen weltweit beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/konklave-papst-prevost-leo-100.html |titel=Papst Leo XIV. — Reformer, Weltbürger, Pragmatiker |werk=[[Tagesschau (ARD)|tagesschau.de]] |hrsg=Norddeutscher Rundfunk |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugleich bestellte ihn Papst Franziskus zum Präsidenten der [[Päpstliche Kommission für Lateinamerika|Päpstlichen Kommission für Lateinamerika]]. Er trat das Amt am 12.&amp;amp;nbsp;April 2023 an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/01/30/0086/00207.html#vescovi |titel=Rinuncia del Prefetto del Dicastero per i Vescovi e Presidente della Pontificia Commissione per l’America Latina e Nomina del successore |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-01-30 |sprache=it |abruf=2023-01-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit folgte er in beiden Ämtern auf Kardinal [[Marc Ouellet]], der von dem Amt altersbedingt zurücktrat.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-01/vatikan-ernennung-prevost-bischofsdikasterium-ouellet-rueckritt.html |titel=Bischof Robert Francis Prevost wird neuer Präfekt des Bischofs-Dikasteriums |datum=2023-01-30 |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost gilt als pragmatischer Diplomat. So verhandelte er beispielsweise an der Seite von Kardinalstaatssekretär [[Pietro Parolin]] zwischen den deutschen Bischöfen und dem Vatikan, als der [[Synodaler Weg|Synodale Weg]] im Jahr 2023 auf Kritik stieß.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kardinal Prevost begrüßte das in der neuen Kurienverfassung festgelegte Verfahren, dass nun auch Laien an der Auswahl von Bischöfen mitwirken können. Ihm zufolge bedeutete das dennoch nicht, dass die „Ortskirche ihren Hirten wählen muss, als ob die Berufung zum Bischof das Ergebnis einer demokratischen Abstimmung, eines fast ‚politischen‘ Prozesses wäre“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/44891-praefekt-des-bischofsdikasteriums-bischofswahl-nicht-demokratisieren |titel=Präfekt des Bischofsdikasteriums: Bischofswahl nicht demokratisieren |sprache=de |abruf=2025-06-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2023 äußerte er sich bei der [[Weltsynode]] zur Synodalität mit Bezug auf die [[Frauenordination (Christentum)|Frauenordination]] skeptisch und meinte, dass sie „nicht unbedingt ein Problem löst, sondern vielleicht ein neues Problem schafft“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Courtney Mares |url=https://de.catholicnewsagency.com/news/14316/kardinal-bei-weltsynode-klerikalisierung-von-frauen-wird-probleme-nicht-losen |titel=Kardinal bei Weltsynode: „Klerikalisierung von Frauen“ wird Probleme nicht lösen |hrsg=[[Katholische Nachrichten-Agentur|KNA]] |datum=2023-08-27 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 sagte Prevost in einem Interview, er habe im Zuge der Weltsynode gelernt, wie viele verschiedene Sichtweisen es auf die Rolle des Bischofs gebe. Der Grundsatz sei jedoch seiner Meinung nach, dieser solle kein „kleiner Fürst sein, der in seinem Königreich sitzt“ &#039;&#039;(little prince sitting in his kingdom)&#039;&#039;, sondern sei „authentisch dazu berufen, bescheiden zu sein; den Menschen, denen er dient, nahe zu sein, mit ihnen zu gehen, mit ihnen zu leiden“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=AVRu6DWxF-A |titel=Cardinal Prevost: „A bishop is called to suffer with the people he serves“ |werk=Vatican News – English |datum=2024-10-23 |format=YouTube-Video, 1:06 min. |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Prevost gilt als Unterstützer des synodalen Prinzips, und in seiner ersten Ansprache als Papst bekräftigte er, dass „wir euch allen Brüdern und Schwestern (…) eine synodale Kirche sein wollen, eine Kirche, die unterwegs ist“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/05/08/0299/00524.html |titel=Prima Benedizione “Urbi et Orbi” del Santo Padre Leone XIV |werk=vatican.va |sprache=it |abruf=2025-05-21 |kommentar=mit deutscher Übersetzung der Ansprache}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Veröffentlichung der Deklaration &#039;&#039;Fiducia supplicans&#039;&#039; des Dikasteriums für die Glaubenslehre, die die [[Segnung und Trauung gleichgeschlechtlicher Paare|Segnung von nicht kirchlich verheirateten Paaren]] erlaubt, betonte Prevost die Rolle der nationalen Bischofskonferenzen. Diese müssten seiner Meinung nach angesichts der kulturellen Unterschiede über die lehrmäßige Autorität verfügen, solche Richtlinien in ihrem lokalen Kontext auszulegen und anzuwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Felipe Salvosa II |url=https://cbcpnews.net/cbcpnews/same-sex-blessings-issue-highlights-need-for-bishops-conferences-doctrinal-authority/ |titel=Same-sex blessings issue highlights need for bishops’ conferences’ doctrinal authority |werk=cbcpnews.net |datum=2024-10-24 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prevost kritisierte auf [[X (soziales Netzwerk)|X]] mehrmals die [[Kabinett Trump II|Regierung Trump]], insbesondere Präsident [[Donald Trump]] und den 2019 zum Katholizismus konvertierten Vizepräsidenten [[JD Vance]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2025-05-09&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Alexander Sarovic |url=https://www.spiegel.de/ausland/papst-leo-xiv-kein-mann-nach-donald-trumps-geschmack-a-e56b3ed4-108d-406e-af57-1f45a96cca60 |titel=Ein Papst, so gar nicht nach Trumps Geschmack |werk=[[Der Spiegel]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.derstandard.at/story/3000000268975/bloss-verhaltene-freude-bei-trump-vance-co-nach-wahl-von-papst-leo-xiv |titel=Bloß verhaltene Freude bei Trump, Vance und Co nach Wahl von Papst Leo XIV. |werk=[[derStandard.at]] |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In einigen seiner Beiträge zeigte er Sympathien mit [[Flüchtling]]en sowie mit [[Tötung von George Floyd|George Floyd]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nikki McCann Ramirez, Tim Dickinson |url=https://www.rollingstone.com/politics/politics-news/new-pope-robert-prevost-social-media-maga-meltdown-1235334802/ |titel=MAGA Melts Down Over New Pope’s Anti-Trump, Pro-Immigrant Social Media |werk=[[Rolling Stone]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Léonie Chao-Fong, Marina Dunbar, Jakub Krupa, Léonie Chao-Fong (now); Marina Dunbar, Jakub Krupa (earlier) |url=https://www.theguardian.com/world/live/2025/may/08/new-pope-conclave-vatican-white-black-smoke-papacy-catholic-cardinals?page=with:block-681d044a8f082cdfc1dab0b0#block-681d044a8f082cdfc1dab0b0 |titel=Robert Francis Prevost becomes first US pope and will be known as Leo XIV – live |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er sprach sich, ähnlich wie Papst Franziskus, wiederholt für entschiedenes Handeln gegen den [[Globale Erwärmung|menschengemachten Klimawandel]] aus (siehe auch &#039;&#039;[[Laudato si’]]&#039;&#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Viktoria Bräuner, Dominik Straub |url=https://www.tagesspiegel.de/internationales/mathematiker-missionar-diplomat-wer-ist-der-us-amerikanische-papst-leo-xiv-13661455.html |titel=Mathematiker, Missionar, Diplomat: Wer ist der US-amerikanische Papst Leo XIV.? |werk=[[Tagesspiegel]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er rief die Kirche dazu auf, größere Anstrengungen gegen die [[Umweltschaden|Zerstörung der Erde]] zu unternehmen. Die [[Dominium terrae|Beherrschung der Welt]] dürfe nicht „tyrannisch“ werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/en/vatican-city/news/2024-11/climate-change-conference-latin-america-cardinals-rome.html |titel=Pope: Climate change impacts poorest and requires global cooperation |werk=Vatican News |datum=2024-11-29 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solcyré Burga |url=https://time.com/7283887/pople-leo-lgbtq-women-migrants-rights/ |titel=Where Pope Leo Stands on Major Issues |werk=[[Time]] |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vollversammlung der Kardinäle ([[Konsistorium]]) vom 30.&amp;amp;nbsp;September 2023 nahm ihn Papst Franziskus als [[Kardinalsklasse#Kardinaldiakone|Kardinaldiakon]] mit der [[Diakonie (Rom)|Titeldiakonie]] &#039;&#039;[[Santa Monica (Rom)|Santa Monica]]&#039;&#039; in das [[Kardinalskollegium]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/09/30/0682/01498.html |titel=Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli e delle Diaconie ai nuovi Cardinali |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-09-30 |sprache=it |abruf=2023-09-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Besitzergreifung#Besitzergreifung im Kirchenrecht|Besitzergreifung]] seiner Titeldiakonie, der Klosterkirche des Augustinerkollegs, fand am 28.&amp;amp;nbsp;Januar des folgenden Jahres statt. Am 6.&amp;amp;nbsp;Februar 2025 erhob ihn der Papst zum [[Kardinalsklasse#Kardinalbischöfe|Kardinalbischof]] des [[Bistum Albano|suburbikarischen Bistums Albano]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/02/06/0113/00233.html#osa |titel=Promozione all’Ordine dei Vescovi dell’Em.mo Card. Robert Francis Prevost, O.S.A. |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2025-02-06 |sprache=it |abruf=2025-02-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11.&amp;amp;nbsp;Februar 2025 verlieh der [[Großmeister des Malteserordens|Großmeister]] des [[Souveräner Malteserorden|Malteserordens]] Fra’ [[John Dunlap]] Prevost die Insignien des Ehren- und Devotions-[[Großkreuz]]-[[Ballei|Bailli]] des Ordens.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.orderofmalta.int/de/nachrichten/kardinal-robert-francis-prevost-die-insignien-des-ehren-und-devotions-grosskreuz-bailli-verliehen/ |titel=Kardinal Robert Francis Prevost die Insignien des Ehren- und Devotions-Großkreuz-Bailli verliehen |hrsg=Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta |datum=2025-02-11 |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kardinalswappen ====&lt;br /&gt;
Das Kardinalswappen von Prevost ist vom Wappenschild her nahezu identisch mit seinem Wappen als Papst. Allerdings ist der untere rechte Sektor hier weiß unterlegt und das Banner, auf dem sein Wahlspruch steht, ist gelb. Zudem befindet sich hinter dem Wappenschild ein Kardinalshut ([[Galero]]) mit zweimal 15 roten [[Fiocchi]] ([[Quaste]]n), der auf sein Kardinalsamt hinweist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ilmessaggero.it/de/das_wappen_von_papst_prevost-8824001.html#?refresh_ce |titel=Das Wappen von Papst Prevost |werk=Il Messaggero |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wahlspruch ====&lt;br /&gt;
Der bischöfliche [[Wahlspruch#Kirchliche Würdenträger|Wahlspruch]] ist einer Predigt des heiligen [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] (&#039;&#039;Enarrationes in Psalmos&#039;&#039; 127,3) entnommen: {{&amp;quot; |Text=nos multi in illo uno unum |Sprache=la}},&amp;lt;ref&amp;gt;S. Aurelii Augustini: &#039;&#039;Enarrationes in Psalmos&#039;&#039;. In: [[Patrologia Latina]], Bd. 37, Sp. 1679 ([https://www.augustinus.it/latino/esposizioni_salmi/esposizione_salmo_185_testo.htm In Psalmum 127 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; sinngemäß: {{&amp;quot; |Text=In jenem einen (Christus) sind wir vielen eins}} oder {{&amp;quot; |Text=In dem einen Christus sind wir eins}}.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://bistum-regensburg.de/news/kardinal-robert-francis-prevost-ist-der-neue-papst-leo-xiv |titel=Habemus papam |titelerg=Kardinal Robert Francis Prevost ist der neue Papst Leo XIV. |hrsg=Bistum Regensburg |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Augustinuszitat wurde zu {{&amp;quot; |Text=in illo uno unum |Sprache=la}}, sinngemäß: {{&amp;quot; |Text=In jenem einen (Christus) eins}}, [[Ellipse (Sprache)|verkürzt]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;wappen wahlspruch&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.osa.org.au/osa-updates-international/former-osa-prior-general-consecrated-a-bishop/ |titel=Former OSA Prior General Consecrated a Bishop |werk=Augustinians of the Province of Australasia |hrsg=Province of the Order of St Augustine in Australasia |datum=2014-12-13 |sprache=en |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mitgliedschaften in Dikasterien der römischen Kurie ====&lt;br /&gt;
Von 2023 bis zu seiner Wahl zum Papst 2025 war er Mitglied der folgenden Zentralbehörden ([[Dikasterium|Dikasterien]]) der römischen Kirche:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/03/04/0176/00380.html#membri1 |titel=Nomina di Membro in diversi Dicasteri |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-03-04 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/10/04/0694/01513.html#vat |titel=Nomina di Membri dei Dicasteri della Curia Romana e della Pontificia Commissione per lo Stato della Città del Vaticano |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-10-04 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Dikasterium für die Evangelisierung]], Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen&lt;br /&gt;
* [[Dikasterium für die Glaubenslehre]], Sektion für die Glaubens- und Sittenlehre&lt;br /&gt;
* [[Dikasterium für die orientalischen Kirchen]], Sektion für das Verhältnis zwischen den mit Rom [[Katholische Ostkirchen|unierten Ostkirchen]] und dem Heiligen Stuhl&lt;br /&gt;
* [[Dikasterium für den Klerus]], Sektion für Angelegenheiten der Priester und Diakone des Diözesanklerus&lt;br /&gt;
* [[Dikasterium für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens]]. Die Aufgaben dieser Sektion umfassen die Anerkennung, rechtliche Regulierung und disziplinarische Beaufsichtigung aller [[Institut des geweihten Lebens|Institute des geweihten Lebens]] und [[Gesellschaft apostolischen Lebens|Gesellschaften apostolischen Lebens]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.radiovaticana.va/tedesco/vatikanlexikon/curia/congregazione/congregazione_vita_apostolica.htm Kurzvorstellung der Kongregation] auf [[Radio Vatikan]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Dikasterium für die Kultur und die Bildung]], Sektion für Kultur (kultureller Austausch, Erhalt des Erbes) und Sektion für Bildung (katholische Schulen und Hochschulen)&lt;br /&gt;
* [[Dikasterium für die Gesetzestexte]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/06/14/0443/00986.html#legislativi |titel=Nomina di Membro del Dicastero per i Testi Legislativi |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2023-06-14 |sprache=it |abruf=2025-05-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sektion für die Auslegung von Gesetzestexten, insbesondere des [[Codex Iuris Canonici]]&lt;br /&gt;
* [[Päpstliche Kommission für den Staat der Vatikanstadt]], Sektion, die im Namen des Papstes die Legislative im Staat Vatikanstadt ausübt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pontifikat (seit 2025) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pope Leo XIV on the loggia (cropped).jpg|mini|Leo XIV. nach seiner Wahl am 8. Mai 2025 auf der Benediktionsloggia des Petersdoms]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahl und Amtsbeginn ===&lt;br /&gt;
Am 8.&amp;amp;nbsp;Mai 2025 wurde Prevost am zweiten Tag des [[Konklave 2025|Konklaves]] – des ersten Konklaves, an dem er als Kardinal teilnahm – im vierten Wahlgang zum [[Papst]] gewählt. Er nahm den [[Papstname]]n Leo XIV. an. Etwa eine Stunde nach der Wahl verkündete [[Kardinalprotodiakon]] [[Dominique Mamberti]] den neuen Papst der Öffentlichkeit auf der [[Benediktionsloggia]] des [[Petersdom]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | id = Acr0MzNaneg | titel = Habemus Papam – Robert Francis Prevost aus den USA ist neuer Papst Leo XIV. | upload = 2025-05-08 | uploader = domradio }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. erschien danach auf dem Balkon, um die auf dem [[Petersplatz]] versammelte Menge zu begrüßen, seine erste Ansprache zu halten und den nach einer Papstwahl üblichen Segen &#039;&#039;[[Urbi et orbi]]&#039;&#039; zu spenden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Youtube|id=J8zO-6N7mHs |titel= Papst Leo XIV. – Erste Ansprache und Segen des neuen Heiligen Vaters |upload=2025-05-08 |uploader=domradio}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Greta Prünster |url=https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/papst-leo-xiv-us-amerikaner-robert-prevost-ist-neuer-papst,UkVvA96 |titel=Habemus Papam: Robert Francis Prevost ist Leo XIV. |werk=BR24 |hrsg=Bayerischer Rundfunk |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdfheute.de/panorama/konklave-vatikan-papstwahl-weisser-rauch-neuer-papst-100.html |titel=Aus den USA. Leo XIV.: Robert F. Prevost ist der neue Papst |werk=[[heute (Fernsehsendung)|zdfheute.de]] |hrsg=[[Zweites Deutsches Fernsehen]] |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei trug er das [[Rochett]], die päpstliche [[Mozetta#Farbgebung|Sommermozzetta]] aus rotem Seidenkamelott und die [[Stola (liturgische Kleidung)|Stola]], die im [[Papstwahl#Wahlannahme und Proklamation|Raum der Tränen]] bereitgelegen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | id = Ib8lBpjYW1U | titel = Ahead of the conclave: The “Room of Tears” and Sistine Chapel |uploader =[[Vatican News|Vatican News – English]] |upload=2025-05-06 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Vorgänger hatte seinerzeit sowohl das Rochett als auch die hermelinverbrämte Wintermozzetta aus rotem Samt abgelehnt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=David Willey |url=https://www.bbc.com/news/world-europe-21813874 |titel=Pope Francis’ first moves hint at break with past |werk=[[BBC News]] |datum=2013-03-16 |sprache=en |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und die &#039;&#039;[[Stola der vier Evangelisten]]&#039;&#039;, die für [[Benedikt XV.]] angefertigt worden war,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Undenkbarer Papst&amp;quot; /&amp;gt; erst zur Segenshandlung umgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Richard Strobl |url=https://www.merkur.de/welt/neuer-papst-leo-xiv-setzt-bei-erstem-auftritt-sofort-ein-verstecktes-zeichen-93722596.html |titel=Neuer Papst Leo XIV. setzt bei erstem Auftritt sofort ein verstecktes Zeichen |werk=Merkur.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während Franziskus die Menschenmenge profan begrüßt hatte &#039;&#039;(Fratelli e sorelle, buona sera – Brüder und Schwestern, guten Abend)&#039;&#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://religion.orf.at/stories/3219686/ &#039;&#039;„Buona sera“: Ein Papst der Herzen&#039;&#039;.] ORF.at, 21. April 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; rief Leo&amp;amp;nbsp;XIV. wieder das traditionelle und liturgische &#039;&#039;Pax vobiscum&#039;&#039; („Friede sei mit euch“), worauf die Gemeinde antwortet mit &#039;&#039;Et cum spiritu tuo&#039;&#039; („und mit Deinem Geiste“). Leo XIV. rief in seiner ersten Ansprache zum Brückenbauen und Frieden auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/konklave-vatikan-papstwahl-weisser-rauch-neuer-papst-100.html |titel=„Habemus Papam“: Das Konklave hat einen neuen Papst gewählt |werk=ZDF.de |datum=2025-05-08 |abruf=2025-05-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin steckt auch ein Vorsatz, bedeutet doch der päpstliche Titel [[Pontifex maximus]] „oberster Brückenbauer“. Zudem ist er seit seiner Wahl zum Papst von Amts wegen Präfekt des [[Dikasterium für die Evangelisierung|Dikasteriums für die Evangelisierung]]. Papst Franziskus hatte das Amt im Juni 2022 durch die [[Apostolische Konstitution]] &#039;&#039;[[Praedicate Evangelium]]&#039;&#039; auf den römischen Pontifex übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vatican.va/content/romancuria/de/dicasteri/dicastero-evangelizzazione/struttura.html |titel=Dikasterium für die Evangelisierung, Struktur |hrsg=vatican.va |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Wahl galt als Kompromiss zwischen dem konservativen und dem liberaleren Lager.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Tag nach seiner Wahl feierte er seine erste päpstliche [[heilige Messe]] in der [[Sixtinische Kapelle|Sixtinischen Kapelle]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube |id=6TQ5T2mgb-k |titel=Heilige Messe unter Vorsitz von Papst Leo XIV., 9. Mai 2025 |uploader=[[Vatican News]] |upload=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er bat dabei die Kardinäle um Unterstützung, warnte im Allgemeinen vor Glaubensverlust&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-leo-messe-100.html |titel=Erste Papst-Messe nach Wahl. Leo XIV. beklagt „Streben nach Macht und Vergnügen“ |werk=tagesschau.de |hrsg=Norddeutscher Rundfunk |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und dem Streben nach Macht und Vergnügen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/homilies/2025/documents/20250509-messa-cardinali.html |titel=Heilige Messe des Heiligen Vaters mit den Kardinälen |hrsg=vatican.va |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-21 |kommentar=deutsche Übersetzung des Textes der Predigt}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei seiner Amtseinführung am 5. Sonntag der Osterzeit &#039;&#039;[[Cantate]]&#039;&#039;, 18. Mai 2025, erhielt Leo&amp;amp;nbsp;XIV. das [[Pallium]] und den [[Fischerring]] als Zeichen des Petrusdienstes. Er verzichtete, wie alle seine Vorgänger seit [[Johannes Paul I.]], auf die traditionelle Krönungsmesse und die anschließende Krönung mit der päpstlichen [[Tiara]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61520-termin-fuer-amtseinfuehrung-von-papst-leo-xiv-steht-fest |titel=Termin für Amtseinführung von Papst Leo XIV. steht fest |hrsg=katholisch.de |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.n-tv.de/panorama/Papst-Leo-XIV-nutzt-Amtseinfuehrung-fuer-Appell-article25775737.html |titel=„Komme mit Furcht und Zittern“: Papst Leo XIV. nutzt Amtseinführung für Appell |werk=n-tv.de |datum=2025-05-18 |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leo XIV. ist der erste [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten|Staatsbürger der USA]] und durch seine [[Staatsbürgerschaft#Mehrfache Staatsbürgerschaft|zweite Staatsbürgerschaft]] zugleich der erste Peruaner, der das Papstamt bekleidet. Er ist auch der erste Papst, der dem Augustinerorden angehört.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-robert-francis-prevost-biographie-konklave.html |titel=Der neue Papst: Eine Biografie |hrsg=Vatican News |datum=2025-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vortag seiner Wahl schrieb die &#039;&#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&#039;&#039;, er gelte als „pragmatischer Mann der Mitte und als Vermittler zwischen den Welten des amerikanischen Katholizismus“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Luzi Bernet |Titel=Wer wird der 267. Papst? |Sammelwerk=[[Neue Zürcher Zeitung]] |Datum=2025-05-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund seiner Herkunft, seiner US- und peruanischen Staatsbürgerschaft sowie seiner Wirkungsgebiete in Seelsorge, geistlicher Ausbildung und kirchlicher Administration in den Vereinigten Staaten, Peru und Rom wird er als [[Kosmopolitismus|Kosmopolit]]&amp;lt;ref&amp;gt;Luzi Bernet: &#039;&#039;Ein Kosmopolit aus Chicago folgt auf Franziskus / Papst Leo XIV. ist ein untypischer Vertreter des amerikanischen Klerus&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&#039;&#039;, 9. Mai 2025, S.&amp;amp;nbsp;3.&amp;lt;/ref&amp;gt; beziehungsweise als Weltbürger&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel2025-05-09&amp;quot; /&amp;gt; bezeichnet. [[Evelyn Finger]] auf &#039;&#039;[[Die Zeit|Zeit Online]]&#039;&#039; beschrieb Leo&amp;amp;nbsp;XIV. als „so weit ‚links‘, […] so liberal, dass bis zuletzt kaum ein Vatikanist glaubte, das Kardinalskollegium könnte sich auf einen wie ihn einigen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Evelyn Finger |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-05/papst-leo-xiv-weisser-rauch-konklave-papstwahl-katholische-kirche-kardinaele/komplettansicht |titel=Ein Linker, mit dem keiner gerechnet hat |werk=Zeit Online |datum=2025-05-08 |sprache=de |abruf=2025-05-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Matthias Rüb]] konstatierte in der &#039;&#039;[[FAZ]]&#039;&#039;: „Leo bricht mit dem Traditionsbrecher Franziskus, indem er zu alten Traditionen zurückkehrt, ohne jedoch den Bruch mit seinem unmittelbaren Amtsvorgänger zu suchen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rüb&amp;quot;&amp;gt;Matthias Rüb: [https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/leo-xiv-belebt-castel-gandolfo-tradition-neu-110575566.html &#039;&#039;Abkehr von den Traditionsbrüchen&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine]]&#039;&#039; (faz.net), 5.&amp;amp;nbsp;Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leo XIV. übernahm den Vatikanstaat in einer finanziell schwierigen Lage; so hinterließ ihm sein Vorgänger eine Verschuldung von rund zwei Milliarden Euro.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61593-zeitung-franziskus-hinterliess-finanzloch-von-zwei-milliarden-euro |titel=Zeitung: Franziskus hinterließ Finanzloch von zwei Milliarden Euro |werk=katholisch.de |datum=2025-05-12 |sprache=de |abruf=2025-06-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.welt.de/wirtschaft/article256060770/Vatikan-Die-Milliarden-des-Heiligen-Stuhls.html |titel=Vatikan: Die Milliarden des Heiligen Stuhls |werk=welt.de |datum=2025-05-06 |sprache=de |abruf=2025-06-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Namenswahl ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Papa Leone XIII.jpeg|mini|hochkant|Prevost wählte den päpstlichen Namen Leo zu Ehren von [[Leo XIII.]] (1810–1903) aufgrund dessen Soziallehre und Schriften.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Leo&#039;&#039; ist das lateinische Wort für „Löwe“. In seiner ersten Ansprache an das Kardinalskollegium verwies der neu gewählte Papst insbesondere auf den letzten Amtsinhaber dieses Namens, [[Leo XIII.]], und dessen Sozialenzyklika &#039;&#039;[[Rerum Novarum]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1891.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NamenswahlVN&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-namenswahl-kardinaele-danksagung-sanftmut-zeit.html |autor=Mario Galgano |titel=Leo XIV. erklärt Namenswahl: Sozialer Papst für eine neue Zeit |werk=Vatican News |datum=2025-05-10 |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIII. galt als „Arbeiterpapst“, der sich während der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]] für faire Löhne, Arbeiterrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzte und somit als Begründer der [[Katholische Soziallehre|katholischen Soziallehre]] gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.merkur.de/welt/papst-leo-xiv-ist-gewaehlt-das-bedeutet-der-neue-papst-name-zr-93722371.html |autor=Robin Dittrich |titel=Leo XIV. ist der neue Papst: Was bedeutet der Name? |werk=Merkur.de |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. erklärte, dass die Kirche allen den Schatz ihrer Soziallehre als Antwort auf eine weitere industrielle Revolution und auf die Entwicklungen im Bereich der [[Künstliche Intelligenz|künstlichen Intelligenz]] anbiete, denn diese stellten neue Herausforderungen für die Verteidigung der Menschenwürde, der Gerechtigkeit und der Arbeit dar. Damit wolle er eine Linie fortsetzen, die Papst Franziskus mit seiner Option für die Armen begonnen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Lauren Kent |url=https://edition.cnn.com/2025/05/10/europe/pope-leo-prevost-cardinals-artificial-intelligence-intl |titel=Pope Leo signals he will closely follow Francis and says AI represents challenge for humanity |werk=CNN World |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-05-12 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnlich habe sich Leo XIV. bereits beim gemeinsamen Essen nach Abschluss des Konklaves geäußert, wie der chilenische Kardinal [[Fernando Natalio Chomalí Garib|Fernando Chomalí]] berichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://nwcatholic.org/news/ines-san-martin-osv-news/chilean-cardinal-gives-insight-to-the-conclave-that-elected-pope-leo-xiv |titel=Chilean cardinal gives insight to the conclave that elected Pope Leo XIV |autor=Ines San Martin |werk=Northwest Catholic |sprache=en |datum=2025-05-09 |abruf=2025-05-12 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Inspiration war Papst [[Leo der Große]], der als bedeutender Lehrer des Glaubens und Verteidiger der kirchlichen Einheit im 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gilt. Seine Reliquien ließ Leo XIV. in sein Brustkreuz ([[Pektorale]]) einsetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Adam Sosnowski |Titel=Leon XIV. Biografia ilustrowana |Ort=Krakau |Datum=2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Insigne Leonis XIV.svg|mini|hochkant|Papstwappen von Leo XIV.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wappen&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das Papstwappen ist weitgehend an Prevosts Wappen als Bischof und später Kardinal angelehnt. So hat er als Papst beispielsweise einige heraldische Elemente und den Wahlspruch &#039;&#039;in illo uno unum&#039;&#039; (dt. „in dem, der eins ist, sind wir eins“, wörtl. „in jenem Einen eins“) übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61551-vatikan-veroeffentlicht-wappen-von-papst-leo-xiv |titel=Vatikan veröffentlicht Wappen von Papst Leo XIV. |hrsg=katholisch.de |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wappen stelle, so der Journalist José García, eine Vereinigung von marianischen und augustinischen Elementen dar und solle die Einheit der Kirche symbolisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.die-tagespost.de/kirche/vatikan-und-papst/zeichen-eines-hirtenherzens-art-263316 |titel=Zeichen eines Hirtenherzens |werk=[[Die Tagespost]] |datum=2025-05-09 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wappenschild ist schräglinks blau silber geteilt. In Feld 1 befindet sich eine silberne Lilie. Diese weist auf Reinheit und Unschuld hin und wird deswegen mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht. Feld 2 zeigt ein vom Liebespfeil durchbohrtes brennendes Herz auf einem Buch – das [[Ikonografisches Heiligenattribut|Heiligenattribut]] des heiligen [[Augustinus von Hippo|Augustinus]] und Symbol des [[Augustinerorden]]s, dem der Papst angehört. Es spielt auf die Bekehrung des heiligen Augustinus an. Wie bei den Wappen der letzten beiden Päpste ist das Oberwappen die Mitra; die gekreuzten goldenen und silbernen Schlüssel, die von einer roten Kordel zusammengehalten werden, sind Symbol der päpstlichen Autorität.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wappen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/leo-xiv-wappen-papst-kardinal-herz-jesu-lilie.html |titel=Das Wappen des neuen Papstes |werk=Vatican News |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/vatikan-veroeffentlicht-neues-wappen-von-papst-leo-xiv |titel=Vatikan veröffentlicht neues Wappen von Papst Leo XIV. |hrsg=Domradio |datum=2025-05-10 |sprache=de |abruf=2025-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. setzt die Neuerung von Papst Franziskus fort: Das Papstwappen besitzt einen Wahlspruch, der mit dem des Kardinalswappens identisch ist. Auch Leo greift zudem auf die Grundform des Wappens [[Benedikt XVI.|Benedikts XVI.]] zurück, das anstelle der Papstkrone oder Dreifachkrone ([[Tiara]]) erstmals eine bischöfliche [[Mitra]] zeigt, die an die Symbolik der Tiara erinnert. Sie ist silbern und trägt drei goldene Bänder (die drei Gewalten des Weiheamts, der Jurisdiktion und des Lehramts), die vertikal im Zentrum miteinander verbunden sind, um so ihre Einheit in derselben Person aufzuzeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziale Netzwerke ===&lt;br /&gt;
Am 13. Mai 2025 wurden die offiziellen sozialen Netzwerke des Papstes nach dem Tod von Franziskus wieder aktiviert. Leo XIV. setzte damit die Linie seiner Vorgänger in Bezug auf soziale Netzwerke fort.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/fr/pape/news/2025-05/pape-leon-xiv-reseau-social-x-instagram-2025-web-rs.html |titel=Léon XIV maintient les comptes du Pape sur les réseaux sociaux |werk=Vatican News |datum=2025-05-13 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Manu Van Lier |url=https://www.cathobel.be/2025/05/leon-xiv-et-les-reseaux-sociaux-des-comptes-officiels-des-tweets-engages-mais-attention-aux-faux-profils/ |titel=Le pape Léon XIV connaît les réseaux sociaux et leurs pièges |werk=CathoBel |datum=2025-05-14 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf [[X (soziales Netzwerk)|X]] ist er mit einem Konto namens @Pontifex vertreten, das in den neun Sprachen Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Französisch, Deutsch, [[Polnische Sprache|Polnisch]], [[Arabische Sprache|Arabisch]] und [[Latein]]isch verfügbar ist. Er ist ebenfalls auf der Social-Media-Plattform [[Instagram]] präsent, auf der ein offizielles Profil mit der Bezeichnung „@Pontifex – Pope Leo XIV“ existiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.cnews.fr/monde/2025-05-13/leon-xiv-le-pape-accepte-de-reprendre-le-compte-x-de-la-papaute-et-ses-52-millions |titel=Léon XIV : le pape accepte de reprendre le compte X de la papauté et ses 52 millions de followers |werk=C&amp;amp;nbsp;News |datum=2025-05-13 |sprache=fr |abruf=2025-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marie-Françoise Audouard, Mathilde Rimaud, Louis Wiart |Titel=La présence du Saint-Père sur les réseaux sociaux |Sammelwerk= |Verlag=Éditions de la Bibliothèque publique d’information |Datum=2017 |ISBN=979-10-91281-44-7 |Online=https://www.cnews.fr/monde/2025-05-13/leon-xiv-le-pape-accepte-de-reprendre-le-compte-x-de-la-papaute-et-ses-52-millions}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lebensweise ===&lt;br /&gt;
Leo XIV. wird wahrscheinlich wieder die Papstwohnung im obersten Stockwerk des [[Apostolischer Palast|Apostolischen Palastes]] bewohnen, während Franziskus sich eine große Wohnung im vatikanischen Gästehaus [[Domus Sanctae Marthae]] hatte einrichten lassen. Die Rückkehr in den Apostolischen Palast soll ein ausdrücklicher Wunsch der Kardinäle in den Beratungen des Vorkonklaves gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.katholisch.de/artikel/61689-schluss-mit-leerstand-so-wuerde-leo-xiv-im-papst-palast-wohnen &#039;&#039;Schluss mit Leerstand? So würde Leo XIV. im Papst-Palast wohnen&#039;&#039;.] kath.ch, 19. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehrere Medien berichteten über einen Einzug des Papstes und die Umbauarbeiten in der Papstwohnung,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jan Henrik Stens |url=https://www.domradio.de/artikel/wird-leo-xiv-den-apostolischen-palast-einziehen |titel=Des Papstes Gemächer. Wird Leo XIV. in den Apostolischen Palast einziehen? |werk=Domradio.de |datum=2025-06-04 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kath.net/news/87605 |titel=Papst Leo XIV. wird im Apostolischen Palast wohnen |werk=kath.net |datum=2025-05-30 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; jedoch blieb eine offizielle Bestätigung vorerst aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Hannah Brockhaus |url=https://de.catholicnewsagency.com/news/19943/noch-nicht-bestatigt-aber-leo-xiv-wird-wohl-im-apostolischen-palast-wohnen |titel=Noch nicht bestätigt, aber: Leo XIV. wird wohl im Apostolischen Palast wohnen |werk=[[Catholic News Agency|CNA Deutsch]] |datum=2025-05-16 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/61935-umzug-des-papstes-in-apostolischen-palast-noch-ungewiss |titel=Umzug des Papstes in Apostolischen Palast noch ungewiss |werk=katholisch.de |datum=2025-05-25 |sprache=de |abruf=2025-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinem [[Päpstlicher Privatsekretär|Privatsekretär]] ernannte er den peruanischen Augustinerpater [[Edgard Iván Rimaycuna Inga]], den er 2006 als Priesterseminaristen in Rom kennengelernt und 2015 als Pfarrvikar an die Kathedrale von Chiclayo geholt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kath.ch/newsd/habemus-privatsekretaer-papst-waehlt-jungen-priester-aus-peru/ &#039;&#039;Habemus Privatsekretär – Papst wählt jungen Priester aus Peru&#039;&#039;.] kath.ch, 16. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; 2017 war Rimaycuna nach Rom gezogen, um am [[Päpstliches Bibelinstitut|Päpstlichen Bibelinstitut]] seine Ausbildung fortzusetzen; nachdem 2023 auch Prevost als Erzbischof nach Rom gekommen war, machte er Rimaycuna zu seinem Mitarbeiter im Dikasterium für die Bischöfe.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ewtn.de/2025/05/20/wer-ist-edgard-ivan-rimaycuna-inga-der-privatsekretaer-von-papst-leo-xiv/ &#039;&#039;Wer ist Edgard Iván Rimaycuna Inga, der Privatsekretär von Papst Leo XIV.?&#039;&#039;] ewtn.de, 20. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stol.it/artikel/politik/peruanischer-priester-privatsekretaer-des-neuen-papstes &#039;&#039;Peruanischer Priester Privatsekretär des neuen Papstes&#039;&#039;.] stol.it, 17. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Privatsekretär übt eine protokollarisch unbedeutende, faktisch aber sehr einflussreiche Position aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Der letzte feste Privatsekretär eines Papstes war der deutsche Erzbischof [[Georg Gänswein]], der Benedikt XVI. von 2003 – noch an der Glaubenskongregation – bis zu dessen Tod Ende 2022 diente. Papst Franziskus wechselte seine Sekretäre hingegen alle drei bis vier Jahre aus. [https://de.catholicnewsagency.com/news/19973/wer-ist-edgard-ivan-rimaycuna-inga-der-privatsekretar-von-papst-leo-xiv catholicnewsagency.com], 20. Mai 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die [[Präfektur des Päpstlichen Hauses]] am 17. Juni 2025 mitteilte, wird Papst Leo einige Wochen im Sommer in [[Castel Gandolfo]] verbringen. Der dort liegende Renaissance-Palast ist die traditionelle Sommerresidenz der Päpste, welche allerdings von seinem Amtsvorgänger Franziskus nicht genutzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-06/leo-xiv-macht-sommerferien-in-castel-gandolfo.html |titel=Leo XIV. macht Sommerferien in Castel Gandolfo |werk=Vatican News |datum=2025-06-17 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.die-tagespost.de/kirche/vatikan-und-papst/papst-leo-xiv-verbringt-sommerpause-in-castel-gandolfo-art-264486 |titel=Papst Leo XIV. verbringt Sommerpause in Castel Gandolfo |werk=Die Tagespost |datum=2025-06-18 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Residenz gehört seit dem 16. Jahrhundert dem [[Heiliger Stuhl|Heiligen Stuhl]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/62415-zurueck-zur-tradition-papst-leo-xiv-macht-urlaub-in-castel-gandolfo |titel=Zurück zur Tradition: Papst Leo XIV. macht Urlaub in Castel Gandolfo |werk=katholisch.de |datum=2025-06-17 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch den Verzicht von Franziskus, seinen Sommer in Castel Gandolfo zu verbringen, brachen dort die Zahlen an Pilgern und Besuchern ein. Die Stadt erhofft sich mit der Entscheidung eine Steigerung der Besucherzahlen, da sie vor allem vom Tourismus lebt. Diesem ist jedoch förderlich, dass Franziskus den &#039;&#039;Palazzo Pontifico&#039;&#039; 2016 in ein für die Öffentlichkeit zugängliches Museum umwandeln ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://religion.orf.at/stories/2802996/ &#039;&#039;Papst verzichtet auf Sommerresidenz Castel Gandolfo&#039;&#039;.] ORF.at, 14. Oktober 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/papst-residenz-castel-gandolfo-oeffnet-fuer-besucher-14491723.html &#039;&#039;Treten sie&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; ein ins Schlafzimmer des Papstes&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine&#039;&#039; (faz.net), 21. Oktober 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. hat 2025 angekündigt, das Museum bestehen zu lassen und das inzwischen museal aufbereitete Papst-Appartement im Palast nicht zu beziehen. Stattdessen wird er in der &#039;&#039;Villa Barberini&#039;&#039; wohnen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Severina Bartonitschek |url=https://www.katholisch.de/artikel/62620-ein-papst-in-badehose-leo-xiv-macht-urlaub-in-castel-gandolfo |titel=Ein Papst in Badehose? Leo XIV. macht Urlaub in Castel Gandolfo |werk=katholisch.de |abruf=2025-07-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich in den weitläufigen Gärten der Sommerresidenz befindet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/papst-leo-xiv-plant-sommerfrische-in-castel-gandolfo-110546064.html &#039;&#039;Papst Leo XIV. plant Sommerfrische in Castel Gandolfo&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;Frankfurter Allgemeine&#039;&#039; (faz.net), 19. Juni 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das gelegentliche Zelebrieren von [[Heilige Messe|Heiligen Messen]] in der Pfarrkirche sowie das traditionelle sonntägliche [[Der Engel des Herrn|Angelus]] aus dem Palastfenster von Castel Gandolfo nimmt er wieder auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin Weber: &#039;&#039;Papst kehrt nach Castelgandolfo zurück / Leo XIV. plant Ferien in der Sommerresidenz – Franziskus hatte die Tradition beendet&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Neue Zürcher Zeitung&#039;&#039;, 23. Juni 2025, S.&amp;amp;nbsp;16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 9. Juli 2025 empfing er den ukrainischen Präsidenten [[Wolodymyr Selenskyj]] in der Villa Barberini.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.unionesarda.it/en/italy/zelensky-is-in-rome-and-the-pope-welcomes-him-to-castel-gandolfo-quot-yes-to-negotiations-in-the-vaticanquot-d8mtm4w5 &#039;&#039;Zelensky is in Rome, and the Pope welcomes him to Castel Gandolfo: “Yes to nogotiations in the Vatican.”&#039;&#039;] L’Unione Sarda.it, 9. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Friedenspolitik ===&lt;br /&gt;
In Bezug auf die [[Geopolitik]] verurteilte er die [[Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022|russische Invasion der Ukraine]] als „eine echte Invasion, die imperialistischer Natur ist und bei der [[Russland]] versucht, aus Machtgründen Territorium zu erobern“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solcyré Burga |url=https://time.com/7283887/pope-leo-lgbtq-women-migrants-rights/ |titel=Where Pope Leo Stands on Major Issues |werk=Time |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er forderte in einer seiner ersten großen Reden als Papst einen Waffenstillstand im [[Krieg in Israel und Gaza seit 2023|Gaza-Krieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.com/news/articles/c0r18dp9lxxo |titel=Pope Leo appeals for no more war in first Sunday address |hrsg=BBC |datum=2025-05-11 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Meredith Deliso, Megan Forrester |url=https://abcnews.go.com/International/new-american-pope-leo-xiv-robert-prevost/story?id=121604332 |titel=What we know about Leo XIV, the new American pope |werk=ABC News |datum=2025-05-08 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Haley Ott |url=https://www.cbsnews.com/news/new-pope-robert-prevost-pope-leo-xiv/ |titel=Who is Pope Leo XIV? American Cardinal Robert Prevost is the new pope |werk=CBS News |datum=2025-05-10 |sprache=en |abruf=2025-05-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. sieht Frieden als zentrales Thema seines Pontifikats und ruft eindringlich dazu auf, „nie wieder Krieg“ zu führen und sich für einen echten, dauerhaften Frieden einzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stern.de/news/papst-leo-xiv--ruft-beim-pfingstgebet-zu-frieden-in-aller-welt-auf-35792758.html? |titel=Papst Leo XIV. ruft beim Pfingstgebet zu Frieden in aller Welt auf |werk=stern.de |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Oliver Marquart |url=https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/papst-leo-xiv-erste-positionen-zu-frieden-frauen-missbrauch-ki-und-migration |titel=Papst Leo XIV.: Erste Positionen zu Frieden, Frauen, Missbrauch, KI und Migration |werk=[[Sonntagsblatt (Bayern)|Sonntagsblatt]] |datum=2025-05-16 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er betont, dass Frieden im Inneren beginnt: „Nur ein friedvolles Herz kann Frieden verbreiten, in der Familie, in der Gesellschaft und in den internationalen Beziehungen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/allgemeiner-appell-des-papstes-zu-frieden-und-versoehnung |titel=Allgemeiner Appell des Papstes zu Frieden und Versöhnung |werk=Domradio.de |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.deutschlandfunk.de/papst-leo-xiv-ruft-in-pfingstbotschaft-zu-frieden-auf-100.html |titel=Vatikan – Papst Leo XIV. ruft in Pfingstbotschaft zu Frieden auf |hrsg=Deutschlandfunk |datum=2025-06-08 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gewaltlosigkeit soll die Methode und den Stil aller Entscheidungen, Beziehungen und Handlungen bestimmen. Um den Frieden zu bewahren, ist es unerlässlich, Institutionen des Friedens zu schaffen – sowohl auf politischer Ebene als auch in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-leo-xiv-heiliges-land-naher-osten-israel-palaestina-frieden-krieg-terror-geste-umarmung |titel=Frieden: Leo XIV. würdigt Umarmung von Israeli und Palästinenser |werk=[[Kirche+Leben]] |datum=2025-05-30 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2025 gab die italienische Ministerpräsidentin [[Giorgia Meloni]] bekannt, der Vatikan stehe für [[Waffenstillstandsverhandlungen und Vermittlungsinitiativen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine#Vermittlungsversuche des Heiligen Stuhls|Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine]] zur Verfügung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nikolaus Nützel |url=https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-leo-vermittler-ukraine-100.html |titel=Papst Leo XIV. als Vermittler: Was kann er für die Ukraine bewirken? |werk=tagesschau.de |datum=2025-05-22 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Leo XIV. sagte dazu, dass der Vatikan bereitstehe, „damit sich die Feinde begegnen und einander in die Augen schauen können, damit den Völkern die Hoffnung zurückgegeben wird und ihnen die Würde wiedergegeben wird, die sie verdienen, die Würde des Friedens“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.domradio.de/artikel/warum-papst-leo-xiv-ein-friedenspapst-fuer-die-ukraine-sein-kann |titel=Warum Papst Leo XIV. ein Friedenspapst für die Ukraine sein kann. Anzeichen für Verhandlungen im Vatikan |werk=Domradio.de |datum=2025-05-21 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während eines Telefonates im Juni 2025 forderte er [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Wladimir Putin]] zu einer Friedensgeste im Krieg gegen die Ukraine auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.katholisch.de/artikel/62151-papst-leo-xiv-telefoniert-mit-putin-zu-friedensgeste-aufgefordert |titel=Papst Leo XIV. telefoniert mit Putin – zu Friedensgeste aufgefordert |werk=katholisch.de |datum=2025-06-05 |sprache=de |abruf=2025-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Soziallehre ===&lt;br /&gt;
Bereits vor seiner Amtseinführung traf sich Papst Leo XIV. am 17. Mai 2025 in der [[Sala Clementina]] mit Mitgliedern der vatikanischen Stiftung [[Centesimus annus#Centesimus Annus Pro Pontifice (CAPP)|Centesimus Annus Pro Pontifice]] und hob in seiner Ansprache die Bedeutung der [[Katholische Soziallehre|Soziallehre]] der Kirche als Weg der Reflexion und des Dialogs hervor. Der Papst fokussierte in seiner Kernbotschaft auf das Verständnis des Lehramts als offener, gemeinsamer Erkenntnisweg.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Mario Galgano |url=https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2025-05/papst-leo-xiv-audienz-centesimus-annus-stiftung-lehramt-wahrheit.html |titel=Leo XIV.: „Das Lehramt ist ein gemeinsamer Weg zur Wahrheit“ |werk=vaticannews.va |datum=2025-05-17 |sprache=de |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem betonte er die Notwendigkeit des kritischen Denkens im Umgang mit der digitalen Revolution und forderte in dieser historischen Zeit großer sozialer Umwälzungen die Weiterentwicklung der Soziallehre der Kirche durch Zuhören und Dialog.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.osservatoreromano.va/de/news/2025-05/ted-020/soziallehre-der-kirche.html |titel=Papst Leo XIV. empfängt Mitglieder der Stiftung »Centesimus Annus Pro Pontifice« in Audienz: „Soziallehre der Kirche“ |werk=osservatoreromano.va |datum=2025-05-23 |sprache=de |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2025/05/17/0321/00549.html |titel=Udienza ai Membri della Fondazione “Centesimus Annus Pro Pontifice” |werk=Tägliches Bulletin |hrsg=Presseamt des Heiligen Stuhls |datum=2025-05-17 |sprache=it |abruf=2025-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimapolitik ===&lt;br /&gt;
Aus Anlass des von der Weltkirche ausgerufenen &#039;&#039;Gebetstages zur Bewahrung der Schöpfung&#039;&#039; beklagte Leo&amp;amp;nbsp;XIV. in einem Schreiben, dass „unsere Erde in verschiedenen Teilen der Welt mittlerweile im Verfall begriffen“ sei und die „ökologischen Verwüstungen“ nicht ausreichend Beachtung fänden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rüb&amp;quot; /&amp;gt; Damit knüpft er an das klima- und umweltpolitische Engagement von Papst Franziskus an, das in dessen zweiter Enzyklika von 2015, &#039;&#039;[[Laudato si’]]&#039;&#039;, dargelegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andreas R. Batlogg]]: &#039;&#039;Leo XIV. Der neue Papst.&#039;&#039; Herder, Freiburg im Breisgau 2025, ISBN 978-3-451-39675-5.&lt;br /&gt;
* [[Stefan von Kempis]]: &#039;&#039;Papst Leo XIV. Wer er ist – wie er denkt – was ihn und uns erwartet.&#039;&#039; Patmos, Ostfildern 2025, ISBN 978-3-8436-1625-6.&lt;br /&gt;
* [[Michael Fiedrowicz]]: &#039;&#039;Einheit gibt es nur in Christus. Woher stammt der Wahlspruch Papst Leos XIV. „In jenem Einen eins“?&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Die Tagespost]]&#039;&#039;, 15. Mai 2025, S.&amp;amp;nbsp;9.&lt;br /&gt;
* Thomas Schumacher: &#039;&#039;Leo XIV. Leben, Aussagen, Kontexte&#039;&#039;. Pneuma, 2025, ISBN 978-3-94201365-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Leo XIV|Leo XIV.|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{Catholic-hierarchy|Typ=Bischof|ID=bprevost}} (englisch)&lt;br /&gt;
* {{GCatholic |Typ= Person |ID= 25092 }}&lt;br /&gt;
* {{Pressoffice|ID=prevost_rf|Name=Prevost}} (auch italienisch und spanisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.vatican.va/content/vatican/de.html Offizielle Seite des Pontifikates Leo XIV.] (deutsch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Miguel Angel Orcasitas Gómez]]|NACHFOLGER=[[Alejandro Moral Antón]]|AMT=[[Liste der Generalprioren des Augustinerordens|Generalprior des Augustinerordens]]|ZEIT=2001–2013&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=[[Jesús Moliné Labarte]]|NACHFOLGER2=[[Edinson Edgardo Farfán Córdova]] OSA|AMT2=[[Bistum Chiclayo|Bischof von Chiclayo]]|ZEIT2=2015–2023&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER3=[[Marc Ouellet|Marc Kardinal Ouellet]] [[Sulpizianer|PSS]]|NACHFOLGER3=&#039;&#039;[[vakant]]&#039;&#039;|AMT3=[[Dikasterium für die Bischöfe#Präfekten|Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe]]|ZEIT3=2023–2025&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER4=[[Angelo Sodano]]|NACHFOLGER4= [[Luis Antonio Tagle]]|AMT4=[[Liste der Bischöfe von Albano|Kardinalbischof von Albano]]|ZEIT4=2025&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER5=[[Franziskus (Papst)|Franziskus]]|AMT5=[[Datei:Coat of arms of Leone XIV.svg|25px]][[Liste der Päpste|Papst]]|ZEIT5=seit 2025|VORGÄNGER6=[[Franziskus (Papst)|Franziskus]]|AMT6=[[Dikasterium für die Evangelisierung|Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung]]|ZEIT6=seit 2025}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1284904598|LCCN=no2025054931|VIAF=89050933}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Leo 14}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Papst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematiker (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Augustiner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frieden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vatikanbürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Peruaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1955]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikiepdia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Benutzer Diskussion:Peter Remagen</title>
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		<updated>2025-07-10T20:10:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Danke für die Freischaltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Leo XIV.]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Byung-Chul_Han&amp;diff=623256</id>
		<title>Byung-Chul Han</title>
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		<updated>2025-07-10T20:06:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Einzelnachweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:2015 Byung-Chul Han (cropped)2.jpg|mini|hochkant=0.8|Byung-Chul Han, 2015]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Byung-Chul Han&#039;&#039;&#039; ([[Koreanischer Name|Koreanisch]]: 한병철, [[Hanja]]: 韓炳哲 &#039;&#039;Han Byeong-cheol;&#039;&#039; * [[1959]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Werner Stegmaier]] (Hrsg.): &#039;&#039;Europa-Philosophie.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin/New York 2000, ISBN 3-11-016900-2, S. 191 ([http://books.google.ch/books?id=NMvVKj8qxdQC&amp;amp;pg=PA191 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Musik &amp;amp; Ästhetik&#039;&#039;, Band 1, 1997, {{ISSN|1432-9425}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Seoul]]&amp;lt;ref&amp;gt;Er wurde nicht direkt in Seol geboren, sondern auf dem Land, wahrscheinlich in der Nähe von Seol. &amp;quot;Byung-Chul Han Budapesten / Byung-Chul Han in Budapest&amp;quot;, &amp;quot;Goethe-Institut Ungarn&amp;quot;, 6.43, 17. Oktober 2022, https://www.youtube.com/watch?v=uOQJWW-iMRU&amp;amp;t=404.&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Südkorea]]) ist ein südkoreanisch-deutscher&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Titel=Optimismus der Fremden: Wer ist Flüchtling?|Sammelwerk=Frankfurter Allgemeine Zeitung|ISSN=0174-4909|Online=http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/optimismus-der-fremden-wer-ist-fluechtling-14718649-p2.html|Abruf=2017-01-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Philosoph]], [[Kulturwissenschaftler]]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.wiwo.de/politik/ausland/tauchsieder-was-kommt-nach-dem-liberalismus/25234600.html Was kommt nach dem Liberalismus?]&#039;&#039; In: [[Wirtschaftswoche]], 16. November 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Autor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Han studierte zunächst [[Metallurgie]] in Seoul, bevor er sich dazu entschloss, in [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Freiburg im Breisgau]] und [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]] [[Philosophie]], [[deutschsprachige Literatur]] und [[katholische Theologie]] zu studieren. Er wurde 1994 in Freiburg mit der Studie &#039;&#039;Heideggers Herz. Zum Begriff der Stimmung bei Martin Heidegger&#039;&#039; promoviert. 2000 habilitierte sich Byung-Chul Han mit der phänomenologischen Studie „Tod und Alterität“ in Philosophie an der [[Universität Basel]]. Anschließend war er bis 2010 Privatdozent am dortigen philosophischen Seminar. Im selben Jahr wechselte er an die [[Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe]], an der er bis 2012 als Professor für Philosophie und [[Medientheorie]] tätig war. Von 2012 bis 2017 war Han Professor für Philosophie und [[Kulturwissenschaft]] an der [[Universität der Künste Berlin]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.udk-berlin.de/sites/content/themen/universitaet/studium_generale/index_ger.html udk-berlin.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Han lebt in [[Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 erhielt er [[Le Prix Bristol des Lumières]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|title=Byung-Chul Han: &amp;quot;L&#039;homme numérique a aboli l&#039;autre&amp;quot; |url=http://www.lexpress.fr/culture/livre/byung-chul-han-l-homme-numerique-a-aboli-l-autre_1743548.html|work=L&#039;Espress|date=2015-12-08|accessdate=2015-12-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2016 wurde ihm der [[Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung]] verliehen. Han gehört zu den Initiatoren der [[Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union]], die Ende November 2016 veröffentlicht wurde. 2025 erhielt er den [[Prinzessin-von-Asturien-Preis]] in der Kategorie „Kommunikation und Humanwissenschaft“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fpa.es/en/princess-of-asturias-awards/laureates/princess-of-asturias-award-for-communication-and-humanities/ Prinzessin-von-Asturien-Preis 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Bücher sind bisher in mehr als 20 Sprachen übersetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Byung-Chul Hans Forschungsschwerpunkten gehören die [[Phänomenologie]], die Philosophie der Moderne und des [[Poststrukturalismus]], die [[Ästhetik]] sowie die [[Sozialphilosophie|Sozial-]], [[Kulturphilosophie|Kultur-]], [[Religionsphilosophie|Religions-]] als auch die [[Medienphilosophie]]. Sein Denken ist stark von [[Martin Heidegger]], [[Jacques Derrida]], [[Emmanuel Levinas]], [[Jean-François Lyotard]] sowie vom [[Zen-Buddhismus]] geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Han wurde mit seinem Essay &#039;&#039;Die Müdigkeitsgesellschaft&#039;&#039; (2010) einem breiteren Publikum weltweit bekannt. Darin diagnostiziert Han, dass in modernen Gesellschaften nur noch die Effizienz und die [[Neoliberalismus|neoliberale]] Vermarktungslogik eines Jeden zähle. Die Folge seien Sinnlosigkeit, Depression und vor allem Müdigkeit. In der Beschleunigung, der Optimierung des Selbst und dem Keine-Zeit-Haben für sich und seine Mitmenschen sieht Han eine gefährliche Entwicklung, die die Menschen entmündigt und krank macht. Der Essay wurde 2015 von der Filmemacherin Isabella Gresser verfilmt und erschien 2016. In diesem Film wird Han in Seoul und Berlin interviewt. In beiden Städten wird den Symptomen der Müdigkeitsgesellschaft nachgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen aktuellen Veröffentlichungen, die meist in der Form gesellschaftskritischer [[Soziologische Zeitdiagnose|Zeitdiagnosen]] verfasst sind, beschäftigt sich Byung-Chul Han mit [[Gläserner Mensch (Datenschutz)|transparentem Verhalten]] des heutigen Subjekts, das er als durch neoliberale Marktkräfte erzwungene kulturelle Norm interpretiert. Viele Subjekte von heute würden diesen Kult des [[Individualismus]] für [[Freiheit]] halten, obwohl er Teil des [[Kapitalismus|kapitalistischen]] Selbstausbeutungssystems sei. Han befürchtet einen Druck zur freiwilligen Offenlegung intimer Details, der ihm zufolge an [[Pornografie]] grenze und ein [[Totalitarismus|totalitäres]] System der Offenheit zu Lasten anderer sozialer Werte wie der [[Schamgefühl|Scham]], der [[Vertraulichkeit]] und des [[Vertrauen]]s erzeuge. Aber viele Menschen mieden Liebe und Nähe, weil sie zu einer Verletzung führen könnten. Liebe sei in einer Welt der vollständigen Anwesenheit, in der jeder Einzelne ein narzisstisches und depressives Subjekt zugleich geworden ist, nicht mehr möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Han: Agonie des Eros, Berlin 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; So werde der aktuelle Alltag von Sichtbarkeit und Oberflächlichkeit beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|title=Klarheit schaffen|url=http://www.freitag.de/kultur/1223-klarheit-schaffen|work=der Freitag|date=2012-06-07|accessdate=2012-06-09}}; Thomas Zaugg: &#039;&#039;«Das Smartphone ist ein Pornoapparat». Der Philosoph Byung-Chul Han ist der treffendste Kritiker unserer Art zu leben.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Das Magazin (Schweiz)|Das Magazin]]&#039;&#039; N° 39, 3. Oktober 2014, S. 8–17; [https://schulesocialmedia.files.wordpress.com/2014/09/han-pornoapparat.pdf online]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Erosion der Privatsphäre, an der auch etwas wie z.&amp;amp;nbsp;B. ein [[Wikipedia]]-Eintrag mitwirke, sei eine Konsequenz der Tatsache, dass „Menschen behandelt und gehandelt werden wie Datenpakete für wirtschaftlichen Nutzen. Mit anderen Worten, Menschen sind zu Waren geworden“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|title=Psychopolitics: Neoliberalism and New Technologies of Power by Byung-Chul Han (review)|url=https://www.theguardian.com/books/2017/dec/30/psychopolitics-neolberalism-new-technologies-byung-chul-han-review|work=[[The Guardian]]|date=2017-12-30|accessdate=2019-02-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Im [[Die Zeit|Zeit]]-Interview von 2014 wird Han als Philosoph vorgestellt, der „mit wenigen Sätzen Gedankengebäude zum Einsturz bringen kann, die unseren Alltag tragen“. Dafür werde er verehrt und kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Niels Boeing, Andreas Lebert: &#039;&#039;[https://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/byung-chul-han-philosophie-neoliberalismus &amp;quot;Tut mir leid, aber das sind Tatsachen&amp;quot;]&#039;&#039;. Interview mit Byung-Chul Han. In: Die Zeit, 7. September 2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die spanische Zeitung [[El País]] bezeichnet Han als einen „neuen Star der deutschen Philosophie“.&amp;lt;ref&amp;gt;Francesc Arroyo: {{Webarchiv |url=http://cultura.elpais.com/cultura/2014/03/18/actualidad/1395166957_655811.html |wayback=20140323042120 |text=&#039;&#039;Aviso de derrumbe&#039;&#039;}}. In: El Pais, 22. März 2014 (spanisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein internationaler Erfolg wird auf seine [[Luzidität|luziden]] Analysen der vom Neoliberalismus beherrschten Gegenwart zurückgeführt. Han wird vor allem in Spanien und Lateinamerika breit rezipiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Juan Carlos Galindo |url=https://elpais.com/cultura/2018/02/09/actualidad/1518178267_725987.html |titel=El filósofo surcoreano que se hizo viral |werk=[[El País]] |datum=2018-02-10 |sprache=es |archiv-url=https://web.archive.org/web/20180210134329/https://elpais.com/cultura/2018/02/09/actualidad/1518178267_725987.html |archiv-datum=2018-02-10 |abruf=2023-05-05 |abruf-verborgen=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 wählte das renommierte Kunstmagazin [[ArtReview]] Han erstmals zu einer der 100 einflussreichsten Personen in der Kunst weltweit.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://artreview.com/power-100?year=2020 Power 100. The annual ranking of the most influential people in art]&#039;&#039;. In: [[ArtReview]] 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kritisiert wurde Hans Werk 2016 vom Literaturkritiker [[Magnus Klaue]], der in ihm eine „düster raunende Kulturkritik“ ausmacht, die sich bevorzugt der Stilform einer „komatöse[n] [[Parataxe]]“ bediene.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Magnus Klaue |url=https://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-09/byung-chul-han-philosophie-kulturkritik |titel=Wir hatten eine gute Zeit |werk=[[Die Zeit]] |datum=2016-09-14 |abruf=2020-04-12 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Zoltán Boldizsár Simon, Lars Deile |Titel=Historical Understanding: Past, Present, and Future |Verlag=Bloomsbury Publishing |Datum=2022-02-24 |ISBN=978-1-350-16862-6 |Seiten=64 |Online=https://books.google.de/books?id=KZRZEAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA64&amp;amp;dq=byung+chul+han+klaue&amp;amp;hl=de&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjvnNGzhcX2AhW2S_EDHb7RDZsQ6AF6BAg5EAI#v=onepage&amp;amp;q=byung%20chul%20han%20klaue&amp;amp;f=false |Abruf=2022-03-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Washington Post wählte Han zu einer der 50 einflussreichsten Persönlichkeiten der Gegenwart.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.washingtonpost.com/post-next/interactive/2025/#byungchul-han |titel=50 people shaping our society in 2025 |werk=Washington Post |abruf=2025-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
=== Monografien ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Heideggers Herz. Zum Begriff der Stimmung bei [[Martin Heidegger]].&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 1996.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Todesarten. Philosophische Untersuchungen zum Tod.&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 1998, ISBN 3-7705-3282-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Martin Heidegger. Eine Einführung.&#039;&#039; Wilhelm Fink (UTB 2069), München 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Philosophie des Zen-Buddhismus.&#039;&#039; Reclam Stuttgart, Stuttgart 2002. ([[Reclams Universal-Bibliothek]] 18185)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Tod und Alterität.&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 2002, ISBN 3-7705-3660-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Hyperkulturalität. Kultur und Globalisierung.&#039;&#039; Merve, Berlin 2005, ISBN 3-88396-212-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was ist Macht?&#039;&#039; Reclams Universal-Bibliothek, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-018356-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Hegel]] und die Macht. Ein Versuch über die Freundlichkeit.&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 2005, ISBN 3-7705-4201-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gute Unterhaltung. Eine Dekonstruktion der abendländischen Passionsgeschichte.&#039;&#039; Vorwerk8, Berlin 2006, ISBN 3-930916-84-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Abwesen. Zur Kultur und Philosophie des Fernen Ostens.&#039;&#039; Merve, Berlin 2007, ISBN 978-3-88396-235-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Duft der Zeit. Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens.&#039;&#039; Transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1157-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Müdigkeitsgesellschaft.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2010, ISBN 978-3-88221-616-5.&lt;br /&gt;
** Erweiterte Neuauflage: &#039;&#039;Müdigkeitsgesellschaft Burnoutgesellschaft Hoch-Zeit&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2016, ISBN 978-3957572745.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Shanzhai 山寨 − Dekonstruktion auf Chinesisch.&#039;&#039; Merve, Berlin 2011, ISBN 978-3-88396-294-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Topologie der Gewalt.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2011, ISBN 978-3-88221-495-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Transparenzgesellschaft.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2012, ISBN 978-3-88221-595-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Agonie des Eros.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2012, ISBN 978-3-88221-973-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Digitale Rationalität und das Ende des kommunikativen Handelns&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2013, ISBN 978-3-88221-066-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Im Schwarm. Ansichten des Digitalen&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2013, ISBN 978-3-88221-037-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Psychopolitik: Neoliberalismus und die neuen Machttechniken (Essayband)&#039;&#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2014, ISBN 978-3-10-002203-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Errettung des Schönen&#039;&#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-10-002431-2.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Stallknecht findet, dass Han in diesem Band überzeugend erklärt, „warum uns die Schönheit so merkwürdig fremd geworden ist“. In: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/kultur/philosophie-keine-kunst-ohne-verletzung-1.2625900 Keine Kunst ohne Verletzung. Byung-Chul Han rettet das wahre Schöne]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;[[Süddeutsche Zeitung]]&#039;&#039;, 30. August 2015, S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Austreibung des Anderen. Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute&#039;&#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-10-397212-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Close-Up in Unschärfe. Bericht über einige Glückserfahrungen.&#039;&#039; Merve, Berlin 2016, ISBN 978-3-88396-387-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lob der Erde. Eine Reise in den Garten&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2018, ISBN 978-3-550-05038-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vom Verschwinden der Rituale. Eine Topologie der Gegenwart&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2019, ISBN 978-3-550-05071-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kapitalismus und Todestrieb. Essays und Interviews.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2019, ISBN 978-3-95757-830-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Palliativgesellschaft. Schmerz heute&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2020. ISBN 978-3-95757-269-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Undinge. Umbrüche der Lebenswelt&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2021. ISBN 978-3-550-20125-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Infokratie. Digitalisierung und die Krise der Demokratie&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2021. ISBN 978-3-7518-0526-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vita Contemplativa oder von der Untätigkeit&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2022. ISBN 978-3-550-20213-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Krise der Narration&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2023. ISBN 978-3-7518-0564-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Geist der Hoffnung: Wider die Gesellschaft der Angst. Eine philosophische Gegenposition zum derzeitigen Krisenmodus&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2024, ISBN 978-3-550-20266-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufsätze ===&lt;br /&gt;
* Derridas Gedanken zu Europa in „Das andere Kap“. In: Europa-Philosophie. Hrsg. v. Werner Stegmaier, Berlin 2000 (de Gruyter). S. 177–188&lt;br /&gt;
* Liebe und Gerechtigkeit bei F. Nietzsche. In: Nietzsche und das Recht. Hg. v. K. Seelmann. Beiheft des Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie. Stuttgart 2001. S. 77–83&lt;br /&gt;
* Kommentar zu §&amp;amp;nbsp;45-53 von „Sein und Zeit“ (mit A. Hügli). In: „Sein und Zeit“ in der Reihe „Klassiker Auslegen“ (Akademie Verlag). Hg. v. Th. Rentsch. Berlin 2001. S. 133–148&lt;br /&gt;
* Über die Freundlichkeit. Zur Ethik Martin Heideggers. In: Akzente (1.2002). S. 54–68&lt;br /&gt;
* Über die Aneignung. In: Merkur (11.2003). S. 1057–1061&lt;br /&gt;
* Die Freundlichkeit des Verstehens. Eine philosophische Etymologie des „Verstehens“. In: Reformatio. Zeitschrift für Kultur Politik Religion (1.2004). S. 4–6&lt;br /&gt;
* Das Klonen und der Ferne Osten. In: Lettre International (64.2004). S. 108–109&lt;br /&gt;
* Hegels Buddhismus. Hegel-Jahrbuch 2004. S. 298–301&lt;br /&gt;
* Hegel und die Fremden. In: Allgemeine Zeitschrift für Philosophie (3.2004). S. 215–223&lt;br /&gt;
* Globalisierung und Hyperkultur. In: Lettre International (74.2006). S. 122–123&lt;br /&gt;
* Über das Schließen – Eine Eloge. In: Scheidewege – Jahresschrift für skeptisches Denken. Jahrgang 2008/09&lt;br /&gt;
* Flaches Geld. Kapitalismus und Religion oder Am Nullpunkt der Kontemplation. In: Lettre International Jubiläumsheft (Heft 81, 2008) „So leben wir jetzt. Künstler, Dichter, Denker zur Lage der Welt“. S. 112–117&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|11437810X}}&lt;br /&gt;
* [http://www.byungchulhan.de/ Persönliche Website Byung-Chul Han]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.udk-berlin.de/personen/detailansicht/person/byung-chul-han/ |wayback=20170217145236 |text=Website an der UDK Berlin}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.hfg-karlsruhe.de/lehrende/professoren/prof-dr-byung-chul-han.html |wayback=20120106015257 |text=Byung-Chul Han auf der Website der Staatlichen Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe}}&lt;br /&gt;
* {{Perlentaucher|byung-chul-han}}&lt;br /&gt;
* Byung-Chul Han: [https://www.sueddeutsche.de/politik/neoliberales-herrschaftssystem-warum-heute-keine-revolution-moeglich-ist-1.2110256 &#039;&#039;Warum heute keine Revolution möglich ist&#039;&#039;]. In: Süddeutsche Zeitung, 2. September 2014&lt;br /&gt;
* Byung-Chul Han: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/politik/hyperkapitalismus-und-digitalisierung-die-totalausbeutung-des-menschen-1.3035040 Die Totalausbeutung des Menschen]&#039;&#039;. In: Süddeutsche Zeitung, 20. Juni 2016&lt;br /&gt;
* Rezensionen zu {{Webarchiv |url=http://pw-portal.de/bibliografie/rezensionen-finden?pagination=true&amp;amp;sessionbehalten=true&amp;amp;titel=&amp;amp;s=&amp;amp;strAutorNachname=Han&amp;amp;rubrik-1=&amp;amp;rubrik-2=&amp;amp;rubrik-3=&amp;amp;verlag=0&amp;amp;verfasser=0&amp;amp;intJahrStart=2011&amp;amp;intJahrEnde=&amp;amp;intBuchID= |wayback=20150209231642 |text=&#039;&#039;Psychopolitik&#039;&#039; und anderen aktuellen Werken von Byung-Chul Han}} in der [[Annotierte Bibliografie der Politikwissenschaft|Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* Niels Boeing / Andreas Lebert: &#039;&#039;[http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/byung-chul-han-philosophie-neoliberalismus „Tut mir leid, aber das sind Tatsachen“]&#039;&#039; Interview mit Byung-Chul Han. In: Zeit-Wissen, Nr. 05/14.&lt;br /&gt;
* Rezension zu &#039;&#039;Undinge&#039;&#039; und &#039;&#039;Infokratie&#039;&#039;: [https://www.badische-zeitung.de/von-den-undingen-und-der-infokratie--205818395.html Von den Undingen und der Infokratie]. In: Badische Zeitung, 22. Oktober 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11437810X|LCCN=n/97/111559|VIAF=37059891}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Han, ByungChul}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturwissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturphilosoph]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essayist]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Autor (Philosophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Byung-Chul Han|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südkoreaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1959]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: Die Seite wurde neu angelegt: „! Kategorie:Philosoph als Thema“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Kategorie:Byung-Chul Han|!]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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		<title>Byung-Chul Han</title>
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		<updated>2025-07-10T20:04:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Filme */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:2015 Byung-Chul Han (cropped)2.jpg|mini|hochkant=0.8|Byung-Chul Han, 2015]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Byung-Chul Han&#039;&#039;&#039; ([[Koreanischer Name|Koreanisch]]: 한병철, [[Hanja]]: 韓炳哲 &#039;&#039;Han Byeong-cheol;&#039;&#039; * [[1959]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Werner Stegmaier]] (Hrsg.): &#039;&#039;Europa-Philosophie.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin/New York 2000, ISBN 3-11-016900-2, S. 191 ([http://books.google.ch/books?id=NMvVKj8qxdQC&amp;amp;pg=PA191 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Musik &amp;amp; Ästhetik&#039;&#039;, Band 1, 1997, {{ISSN|1432-9425}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Seoul]]&amp;lt;ref&amp;gt;Er wurde nicht direkt in Seol geboren, sondern auf dem Land, wahrscheinlich in der Nähe von Seol. &amp;quot;Byung-Chul Han Budapesten / Byung-Chul Han in Budapest&amp;quot;, &amp;quot;Goethe-Institut Ungarn&amp;quot;, 6.43, 17. Oktober 2022, https://www.youtube.com/watch?v=uOQJWW-iMRU&amp;amp;t=404.&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Südkorea]]) ist ein südkoreanisch-deutscher&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Titel=Optimismus der Fremden: Wer ist Flüchtling?|Sammelwerk=Frankfurter Allgemeine Zeitung|ISSN=0174-4909|Online=http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/optimismus-der-fremden-wer-ist-fluechtling-14718649-p2.html|Abruf=2017-01-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Philosoph]], [[Kulturwissenschaftler]]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.wiwo.de/politik/ausland/tauchsieder-was-kommt-nach-dem-liberalismus/25234600.html Was kommt nach dem Liberalismus?]&#039;&#039; In: [[Wirtschaftswoche]], 16. November 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Autor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Han studierte zunächst [[Metallurgie]] in Seoul, bevor er sich dazu entschloss, in [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Freiburg im Breisgau]] und [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]] [[Philosophie]], [[deutschsprachige Literatur]] und [[katholische Theologie]] zu studieren. Er wurde 1994 in Freiburg mit der Studie &#039;&#039;Heideggers Herz. Zum Begriff der Stimmung bei Martin Heidegger&#039;&#039; promoviert. 2000 habilitierte sich Byung-Chul Han mit der phänomenologischen Studie „Tod und Alterität“ in Philosophie an der [[Universität Basel]]. Anschließend war er bis 2010 Privatdozent am dortigen philosophischen Seminar. Im selben Jahr wechselte er an die [[Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe]], an der er bis 2012 als Professor für Philosophie und [[Medientheorie]] tätig war. Von 2012 bis 2017 war Han Professor für Philosophie und [[Kulturwissenschaft]] an der [[Universität der Künste Berlin]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.udk-berlin.de/sites/content/themen/universitaet/studium_generale/index_ger.html udk-berlin.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Han lebt in [[Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 erhielt er [[Le Prix Bristol des Lumières]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|title=Byung-Chul Han: &amp;quot;L&#039;homme numérique a aboli l&#039;autre&amp;quot; |url=http://www.lexpress.fr/culture/livre/byung-chul-han-l-homme-numerique-a-aboli-l-autre_1743548.html|work=L&#039;Espress|date=2015-12-08|accessdate=2015-12-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2016 wurde ihm der [[Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung]] verliehen. Han gehört zu den Initiatoren der [[Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union]], die Ende November 2016 veröffentlicht wurde. 2025 erhielt er den [[Prinzessin-von-Asturien-Preis]] in der Kategorie „Kommunikation und Humanwissenschaft“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fpa.es/en/princess-of-asturias-awards/laureates/princess-of-asturias-award-for-communication-and-humanities/ Prinzessin-von-Asturien-Preis 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Bücher sind bisher in mehr als 20 Sprachen übersetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Byung-Chul Hans Forschungsschwerpunkten gehören die [[Phänomenologie]], die Philosophie der Moderne und des [[Poststrukturalismus]], die [[Ästhetik]] sowie die [[Sozialphilosophie|Sozial-]], [[Kulturphilosophie|Kultur-]], [[Religionsphilosophie|Religions-]] als auch die [[Medienphilosophie]]. Sein Denken ist stark von [[Martin Heidegger]], [[Jacques Derrida]], [[Emmanuel Levinas]], [[Jean-François Lyotard]] sowie vom [[Zen-Buddhismus]] geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Han wurde mit seinem Essay &#039;&#039;Die Müdigkeitsgesellschaft&#039;&#039; (2010) einem breiteren Publikum weltweit bekannt. Darin diagnostiziert Han, dass in modernen Gesellschaften nur noch die Effizienz und die [[Neoliberalismus|neoliberale]] Vermarktungslogik eines Jeden zähle. Die Folge seien Sinnlosigkeit, Depression und vor allem Müdigkeit. In der Beschleunigung, der Optimierung des Selbst und dem Keine-Zeit-Haben für sich und seine Mitmenschen sieht Han eine gefährliche Entwicklung, die die Menschen entmündigt und krank macht. Der Essay wurde 2015 von der Filmemacherin Isabella Gresser verfilmt und erschien 2016. In diesem Film wird Han in Seoul und Berlin interviewt. In beiden Städten wird den Symptomen der Müdigkeitsgesellschaft nachgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen aktuellen Veröffentlichungen, die meist in der Form gesellschaftskritischer [[Soziologische Zeitdiagnose|Zeitdiagnosen]] verfasst sind, beschäftigt sich Byung-Chul Han mit [[Gläserner Mensch (Datenschutz)|transparentem Verhalten]] des heutigen Subjekts, das er als durch neoliberale Marktkräfte erzwungene kulturelle Norm interpretiert. Viele Subjekte von heute würden diesen Kult des [[Individualismus]] für [[Freiheit]] halten, obwohl er Teil des [[Kapitalismus|kapitalistischen]] Selbstausbeutungssystems sei. Han befürchtet einen Druck zur freiwilligen Offenlegung intimer Details, der ihm zufolge an [[Pornografie]] grenze und ein [[Totalitarismus|totalitäres]] System der Offenheit zu Lasten anderer sozialer Werte wie der [[Schamgefühl|Scham]], der [[Vertraulichkeit]] und des [[Vertrauen]]s erzeuge. Aber viele Menschen mieden Liebe und Nähe, weil sie zu einer Verletzung führen könnten. Liebe sei in einer Welt der vollständigen Anwesenheit, in der jeder Einzelne ein narzisstisches und depressives Subjekt zugleich geworden ist, nicht mehr möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Han: Agonie des Eros, Berlin 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; So werde der aktuelle Alltag von Sichtbarkeit und Oberflächlichkeit beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|title=Klarheit schaffen|url=http://www.freitag.de/kultur/1223-klarheit-schaffen|work=der Freitag|date=2012-06-07|accessdate=2012-06-09}}; Thomas Zaugg: &#039;&#039;«Das Smartphone ist ein Pornoapparat». Der Philosoph Byung-Chul Han ist der treffendste Kritiker unserer Art zu leben.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Das Magazin (Schweiz)|Das Magazin]]&#039;&#039; N° 39, 3. Oktober 2014, S. 8–17; [https://schulesocialmedia.files.wordpress.com/2014/09/han-pornoapparat.pdf online]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Erosion der Privatsphäre, an der auch etwas wie z.&amp;amp;nbsp;B. ein [[Wikipedia]]-Eintrag mitwirke, sei eine Konsequenz der Tatsache, dass „Menschen behandelt und gehandelt werden wie Datenpakete für wirtschaftlichen Nutzen. Mit anderen Worten, Menschen sind zu Waren geworden“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|title=Psychopolitics: Neoliberalism and New Technologies of Power by Byung-Chul Han (review)|url=https://www.theguardian.com/books/2017/dec/30/psychopolitics-neolberalism-new-technologies-byung-chul-han-review|work=[[The Guardian]]|date=2017-12-30|accessdate=2019-02-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Im [[Die Zeit|Zeit]]-Interview von 2014 wird Han als Philosoph vorgestellt, der „mit wenigen Sätzen Gedankengebäude zum Einsturz bringen kann, die unseren Alltag tragen“. Dafür werde er verehrt und kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Niels Boeing, Andreas Lebert: &#039;&#039;[https://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/byung-chul-han-philosophie-neoliberalismus &amp;quot;Tut mir leid, aber das sind Tatsachen&amp;quot;]&#039;&#039;. Interview mit Byung-Chul Han. In: Die Zeit, 7. September 2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die spanische Zeitung [[El País]] bezeichnet Han als einen „neuen Star der deutschen Philosophie“.&amp;lt;ref&amp;gt;Francesc Arroyo: {{Webarchiv |url=http://cultura.elpais.com/cultura/2014/03/18/actualidad/1395166957_655811.html |wayback=20140323042120 |text=&#039;&#039;Aviso de derrumbe&#039;&#039;}}. In: El Pais, 22. März 2014 (spanisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein internationaler Erfolg wird auf seine [[Luzidität|luziden]] Analysen der vom Neoliberalismus beherrschten Gegenwart zurückgeführt. Han wird vor allem in Spanien und Lateinamerika breit rezipiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Juan Carlos Galindo |url=https://elpais.com/cultura/2018/02/09/actualidad/1518178267_725987.html |titel=El filósofo surcoreano que se hizo viral |werk=[[El País]] |datum=2018-02-10 |sprache=es |archiv-url=https://web.archive.org/web/20180210134329/https://elpais.com/cultura/2018/02/09/actualidad/1518178267_725987.html |archiv-datum=2018-02-10 |abruf=2023-05-05 |abruf-verborgen=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 wählte das renommierte Kunstmagazin [[ArtReview]] Han erstmals zu einer der 100 einflussreichsten Personen in der Kunst weltweit.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://artreview.com/power-100?year=2020 Power 100. The annual ranking of the most influential people in art]&#039;&#039;. In: [[ArtReview]] 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kritisiert wurde Hans Werk 2016 vom Literaturkritiker [[Magnus Klaue]], der in ihm eine „düster raunende Kulturkritik“ ausmacht, die sich bevorzugt der Stilform einer „komatöse[n] [[Parataxe]]“ bediene.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Magnus Klaue |url=https://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-09/byung-chul-han-philosophie-kulturkritik |titel=Wir hatten eine gute Zeit |werk=[[Die Zeit]] |datum=2016-09-14 |abruf=2020-04-12 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Zoltán Boldizsár Simon, Lars Deile |Titel=Historical Understanding: Past, Present, and Future |Verlag=Bloomsbury Publishing |Datum=2022-02-24 |ISBN=978-1-350-16862-6 |Seiten=64 |Online=https://books.google.de/books?id=KZRZEAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA64&amp;amp;dq=byung+chul+han+klaue&amp;amp;hl=de&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjvnNGzhcX2AhW2S_EDHb7RDZsQ6AF6BAg5EAI#v=onepage&amp;amp;q=byung%20chul%20han%20klaue&amp;amp;f=false |Abruf=2022-03-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Washington Post wählte Han zu einer der 50 einflussreichsten Persönlichkeiten der Gegenwart.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.washingtonpost.com/post-next/interactive/2025/#byungchul-han |titel=50 people shaping our society in 2025 |werk=Washington Post |abruf=2025-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
=== Monografien ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Heideggers Herz. Zum Begriff der Stimmung bei [[Martin Heidegger]].&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 1996.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Todesarten. Philosophische Untersuchungen zum Tod.&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 1998, ISBN 3-7705-3282-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Martin Heidegger. Eine Einführung.&#039;&#039; Wilhelm Fink (UTB 2069), München 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Philosophie des Zen-Buddhismus.&#039;&#039; Reclam Stuttgart, Stuttgart 2002. ([[Reclams Universal-Bibliothek]] 18185)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Tod und Alterität.&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 2002, ISBN 3-7705-3660-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Hyperkulturalität. Kultur und Globalisierung.&#039;&#039; Merve, Berlin 2005, ISBN 3-88396-212-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was ist Macht?&#039;&#039; Reclams Universal-Bibliothek, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-018356-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Hegel]] und die Macht. Ein Versuch über die Freundlichkeit.&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 2005, ISBN 3-7705-4201-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gute Unterhaltung. Eine Dekonstruktion der abendländischen Passionsgeschichte.&#039;&#039; Vorwerk8, Berlin 2006, ISBN 3-930916-84-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Abwesen. Zur Kultur und Philosophie des Fernen Ostens.&#039;&#039; Merve, Berlin 2007, ISBN 978-3-88396-235-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Duft der Zeit. Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens.&#039;&#039; Transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1157-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Müdigkeitsgesellschaft.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2010, ISBN 978-3-88221-616-5.&lt;br /&gt;
** Erweiterte Neuauflage: &#039;&#039;Müdigkeitsgesellschaft Burnoutgesellschaft Hoch-Zeit&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2016, ISBN 978-3957572745.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Shanzhai 山寨 − Dekonstruktion auf Chinesisch.&#039;&#039; Merve, Berlin 2011, ISBN 978-3-88396-294-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Topologie der Gewalt.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2011, ISBN 978-3-88221-495-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Transparenzgesellschaft.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2012, ISBN 978-3-88221-595-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Agonie des Eros.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2012, ISBN 978-3-88221-973-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Digitale Rationalität und das Ende des kommunikativen Handelns&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2013, ISBN 978-3-88221-066-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Im Schwarm. Ansichten des Digitalen&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2013, ISBN 978-3-88221-037-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Psychopolitik: Neoliberalismus und die neuen Machttechniken (Essayband)&#039;&#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2014, ISBN 978-3-10-002203-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Errettung des Schönen&#039;&#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-10-002431-2.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Stallknecht findet, dass Han in diesem Band überzeugend erklärt, „warum uns die Schönheit so merkwürdig fremd geworden ist“. In: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/kultur/philosophie-keine-kunst-ohne-verletzung-1.2625900 Keine Kunst ohne Verletzung. Byung-Chul Han rettet das wahre Schöne]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;[[Süddeutsche Zeitung]]&#039;&#039;, 30. August 2015, S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Austreibung des Anderen. Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute&#039;&#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-10-397212-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Close-Up in Unschärfe. Bericht über einige Glückserfahrungen.&#039;&#039; Merve, Berlin 2016, ISBN 978-3-88396-387-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lob der Erde. Eine Reise in den Garten&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2018, ISBN 978-3-550-05038-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vom Verschwinden der Rituale. Eine Topologie der Gegenwart&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2019, ISBN 978-3-550-05071-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kapitalismus und Todestrieb. Essays und Interviews.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2019, ISBN 978-3-95757-830-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Palliativgesellschaft. Schmerz heute&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2020. ISBN 978-3-95757-269-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Undinge. Umbrüche der Lebenswelt&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2021. ISBN 978-3-550-20125-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Infokratie. Digitalisierung und die Krise der Demokratie&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2021. ISBN 978-3-7518-0526-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vita Contemplativa oder von der Untätigkeit&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2022. ISBN 978-3-550-20213-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Krise der Narration&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2023. ISBN 978-3-7518-0564-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Geist der Hoffnung: Wider die Gesellschaft der Angst. Eine philosophische Gegenposition zum derzeitigen Krisenmodus&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2024, ISBN 978-3-550-20266-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufsätze ===&lt;br /&gt;
* Derridas Gedanken zu Europa in „Das andere Kap“. In: Europa-Philosophie. Hrsg. v. Werner Stegmaier, Berlin 2000 (de Gruyter). S. 177–188&lt;br /&gt;
* Liebe und Gerechtigkeit bei F. Nietzsche. In: Nietzsche und das Recht. Hg. v. K. Seelmann. Beiheft des Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie. Stuttgart 2001. S. 77–83&lt;br /&gt;
* Kommentar zu §&amp;amp;nbsp;45-53 von „Sein und Zeit“ (mit A. Hügli). In: „Sein und Zeit“ in der Reihe „Klassiker Auslegen“ (Akademie Verlag). Hg. v. Th. Rentsch. Berlin 2001. S. 133–148&lt;br /&gt;
* Über die Freundlichkeit. Zur Ethik Martin Heideggers. In: Akzente (1.2002). S. 54–68&lt;br /&gt;
* Über die Aneignung. In: Merkur (11.2003). S. 1057–1061&lt;br /&gt;
* Die Freundlichkeit des Verstehens. Eine philosophische Etymologie des „Verstehens“. In: Reformatio. Zeitschrift für Kultur Politik Religion (1.2004). S. 4–6&lt;br /&gt;
* Das Klonen und der Ferne Osten. In: Lettre International (64.2004). S. 108–109&lt;br /&gt;
* Hegels Buddhismus. Hegel-Jahrbuch 2004. S. 298–301&lt;br /&gt;
* Hegel und die Fremden. In: Allgemeine Zeitschrift für Philosophie (3.2004). S. 215–223&lt;br /&gt;
* Globalisierung und Hyperkultur. In: Lettre International (74.2006). S. 122–123&lt;br /&gt;
* Über das Schließen – Eine Eloge. In: Scheidewege – Jahresschrift für skeptisches Denken. Jahrgang 2008/09&lt;br /&gt;
* Flaches Geld. Kapitalismus und Religion oder Am Nullpunkt der Kontemplation. In: Lettre International Jubiläumsheft (Heft 81, 2008) „So leben wir jetzt. Künstler, Dichter, Denker zur Lage der Welt“. S. 112–117&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|11437810X}}&lt;br /&gt;
* [http://www.byungchulhan.de/ Persönliche Website Byung-Chul Han]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.udk-berlin.de/personen/detailansicht/person/byung-chul-han/ |wayback=20170217145236 |text=Website an der UDK Berlin}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.hfg-karlsruhe.de/lehrende/professoren/prof-dr-byung-chul-han.html |wayback=20120106015257 |text=Byung-Chul Han auf der Website der Staatlichen Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe}}&lt;br /&gt;
* {{Perlentaucher|byung-chul-han}}&lt;br /&gt;
* Byung-Chul Han: [https://www.sueddeutsche.de/politik/neoliberales-herrschaftssystem-warum-heute-keine-revolution-moeglich-ist-1.2110256 &#039;&#039;Warum heute keine Revolution möglich ist&#039;&#039;]. In: Süddeutsche Zeitung, 2. September 2014&lt;br /&gt;
* Byung-Chul Han: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/politik/hyperkapitalismus-und-digitalisierung-die-totalausbeutung-des-menschen-1.3035040 Die Totalausbeutung des Menschen]&#039;&#039;. In: Süddeutsche Zeitung, 20. Juni 2016&lt;br /&gt;
* Rezensionen zu {{Webarchiv |url=http://pw-portal.de/bibliografie/rezensionen-finden?pagination=true&amp;amp;sessionbehalten=true&amp;amp;titel=&amp;amp;s=&amp;amp;strAutorNachname=Han&amp;amp;rubrik-1=&amp;amp;rubrik-2=&amp;amp;rubrik-3=&amp;amp;verlag=0&amp;amp;verfasser=0&amp;amp;intJahrStart=2011&amp;amp;intJahrEnde=&amp;amp;intBuchID= |wayback=20150209231642 |text=&#039;&#039;Psychopolitik&#039;&#039; und anderen aktuellen Werken von Byung-Chul Han}} in der [[Annotierte Bibliografie der Politikwissenschaft|Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* Niels Boeing / Andreas Lebert: &#039;&#039;[http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/byung-chul-han-philosophie-neoliberalismus „Tut mir leid, aber das sind Tatsachen“]&#039;&#039; Interview mit Byung-Chul Han. In: Zeit-Wissen, Nr. 05/14.&lt;br /&gt;
* Rezension zu &#039;&#039;Undinge&#039;&#039; und &#039;&#039;Infokratie&#039;&#039;: [https://www.badische-zeitung.de/von-den-undingen-und-der-infokratie--205818395.html Von den Undingen und der Infokratie]. In: Badische Zeitung, 22. Oktober 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11437810X|LCCN=n/97/111559|VIAF=37059891}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Han, ByungChul}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturwissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturphilosoph]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essayist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vita contemplativa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Philosophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Byung-Chul Han]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südkoreaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1959]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Byung-Chul_Han&amp;diff=623253</id>
		<title>Byung-Chul Han</title>
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		<updated>2025-07-10T20:03:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:2015 Byung-Chul Han (cropped)2.jpg|mini|hochkant=0.8|Byung-Chul Han, 2015]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Byung-Chul Han&#039;&#039;&#039; ([[Koreanischer Name|Koreanisch]]: 한병철, [[Hanja]]: 韓炳哲 &#039;&#039;Han Byeong-cheol;&#039;&#039; * [[1959]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Werner Stegmaier]] (Hrsg.): &#039;&#039;Europa-Philosophie.&#039;&#039; De Gruyter, Berlin/New York 2000, ISBN 3-11-016900-2, S. 191 ([http://books.google.ch/books?id=NMvVKj8qxdQC&amp;amp;pg=PA191 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Musik &amp;amp; Ästhetik&#039;&#039;, Band 1, 1997, {{ISSN|1432-9425}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Seoul]]&amp;lt;ref&amp;gt;Er wurde nicht direkt in Seol geboren, sondern auf dem Land, wahrscheinlich in der Nähe von Seol. &amp;quot;Byung-Chul Han Budapesten / Byung-Chul Han in Budapest&amp;quot;, &amp;quot;Goethe-Institut Ungarn&amp;quot;, 6.43, 17. Oktober 2022, https://www.youtube.com/watch?v=uOQJWW-iMRU&amp;amp;t=404.&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Südkorea]]) ist ein südkoreanisch-deutscher&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Titel=Optimismus der Fremden: Wer ist Flüchtling?|Sammelwerk=Frankfurter Allgemeine Zeitung|ISSN=0174-4909|Online=http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/optimismus-der-fremden-wer-ist-fluechtling-14718649-p2.html|Abruf=2017-01-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Philosoph]], [[Kulturwissenschaftler]]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.wiwo.de/politik/ausland/tauchsieder-was-kommt-nach-dem-liberalismus/25234600.html Was kommt nach dem Liberalismus?]&#039;&#039; In: [[Wirtschaftswoche]], 16. November 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Autor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Han studierte zunächst [[Metallurgie]] in Seoul, bevor er sich dazu entschloss, in [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Freiburg im Breisgau]] und [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]] [[Philosophie]], [[deutschsprachige Literatur]] und [[katholische Theologie]] zu studieren. Er wurde 1994 in Freiburg mit der Studie &#039;&#039;Heideggers Herz. Zum Begriff der Stimmung bei Martin Heidegger&#039;&#039; promoviert. 2000 habilitierte sich Byung-Chul Han mit der phänomenologischen Studie „Tod und Alterität“ in Philosophie an der [[Universität Basel]]. Anschließend war er bis 2010 Privatdozent am dortigen philosophischen Seminar. Im selben Jahr wechselte er an die [[Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe]], an der er bis 2012 als Professor für Philosophie und [[Medientheorie]] tätig war. Von 2012 bis 2017 war Han Professor für Philosophie und [[Kulturwissenschaft]] an der [[Universität der Künste Berlin]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.udk-berlin.de/sites/content/themen/universitaet/studium_generale/index_ger.html udk-berlin.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Han lebt in [[Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 erhielt er [[Le Prix Bristol des Lumières]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|title=Byung-Chul Han: &amp;quot;L&#039;homme numérique a aboli l&#039;autre&amp;quot; |url=http://www.lexpress.fr/culture/livre/byung-chul-han-l-homme-numerique-a-aboli-l-autre_1743548.html|work=L&#039;Espress|date=2015-12-08|accessdate=2015-12-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2016 wurde ihm der [[Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung]] verliehen. Han gehört zu den Initiatoren der [[Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union]], die Ende November 2016 veröffentlicht wurde. 2025 erhielt er den [[Prinzessin-von-Asturien-Preis]] in der Kategorie „Kommunikation und Humanwissenschaft“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fpa.es/en/princess-of-asturias-awards/laureates/princess-of-asturias-award-for-communication-and-humanities/ Prinzessin-von-Asturien-Preis 2025]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Bücher sind bisher in mehr als 20 Sprachen übersetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Byung-Chul Hans Forschungsschwerpunkten gehören die [[Phänomenologie]], die Philosophie der Moderne und des [[Poststrukturalismus]], die [[Ästhetik]] sowie die [[Sozialphilosophie|Sozial-]], [[Kulturphilosophie|Kultur-]], [[Religionsphilosophie|Religions-]] als auch die [[Medienphilosophie]]. Sein Denken ist stark von [[Martin Heidegger]], [[Jacques Derrida]], [[Emmanuel Levinas]], [[Jean-François Lyotard]] sowie vom [[Zen-Buddhismus]] geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Han wurde mit seinem Essay &#039;&#039;Die Müdigkeitsgesellschaft&#039;&#039; (2010) einem breiteren Publikum weltweit bekannt. Darin diagnostiziert Han, dass in modernen Gesellschaften nur noch die Effizienz und die [[Neoliberalismus|neoliberale]] Vermarktungslogik eines Jeden zähle. Die Folge seien Sinnlosigkeit, Depression und vor allem Müdigkeit. In der Beschleunigung, der Optimierung des Selbst und dem Keine-Zeit-Haben für sich und seine Mitmenschen sieht Han eine gefährliche Entwicklung, die die Menschen entmündigt und krank macht. Der Essay wurde 2015 von der Filmemacherin Isabella Gresser verfilmt und erschien 2016. In diesem Film wird Han in Seoul und Berlin interviewt. In beiden Städten wird den Symptomen der Müdigkeitsgesellschaft nachgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen aktuellen Veröffentlichungen, die meist in der Form gesellschaftskritischer [[Soziologische Zeitdiagnose|Zeitdiagnosen]] verfasst sind, beschäftigt sich Byung-Chul Han mit [[Gläserner Mensch (Datenschutz)|transparentem Verhalten]] des heutigen Subjekts, das er als durch neoliberale Marktkräfte erzwungene kulturelle Norm interpretiert. Viele Subjekte von heute würden diesen Kult des [[Individualismus]] für [[Freiheit]] halten, obwohl er Teil des [[Kapitalismus|kapitalistischen]] Selbstausbeutungssystems sei. Han befürchtet einen Druck zur freiwilligen Offenlegung intimer Details, der ihm zufolge an [[Pornografie]] grenze und ein [[Totalitarismus|totalitäres]] System der Offenheit zu Lasten anderer sozialer Werte wie der [[Schamgefühl|Scham]], der [[Vertraulichkeit]] und des [[Vertrauen]]s erzeuge. Aber viele Menschen mieden Liebe und Nähe, weil sie zu einer Verletzung führen könnten. Liebe sei in einer Welt der vollständigen Anwesenheit, in der jeder Einzelne ein narzisstisches und depressives Subjekt zugleich geworden ist, nicht mehr möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Han: Agonie des Eros, Berlin 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; So werde der aktuelle Alltag von Sichtbarkeit und Oberflächlichkeit beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|title=Klarheit schaffen|url=http://www.freitag.de/kultur/1223-klarheit-schaffen|work=der Freitag|date=2012-06-07|accessdate=2012-06-09}}; Thomas Zaugg: &#039;&#039;«Das Smartphone ist ein Pornoapparat». Der Philosoph Byung-Chul Han ist der treffendste Kritiker unserer Art zu leben.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Das Magazin (Schweiz)|Das Magazin]]&#039;&#039; N° 39, 3. Oktober 2014, S. 8–17; [https://schulesocialmedia.files.wordpress.com/2014/09/han-pornoapparat.pdf online]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Erosion der Privatsphäre, an der auch etwas wie z.&amp;amp;nbsp;B. ein [[Wikipedia]]-Eintrag mitwirke, sei eine Konsequenz der Tatsache, dass „Menschen behandelt und gehandelt werden wie Datenpakete für wirtschaftlichen Nutzen. Mit anderen Worten, Menschen sind zu Waren geworden“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|title=Psychopolitics: Neoliberalism and New Technologies of Power by Byung-Chul Han (review)|url=https://www.theguardian.com/books/2017/dec/30/psychopolitics-neolberalism-new-technologies-byung-chul-han-review|work=[[The Guardian]]|date=2017-12-30|accessdate=2019-02-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Im [[Die Zeit|Zeit]]-Interview von 2014 wird Han als Philosoph vorgestellt, der „mit wenigen Sätzen Gedankengebäude zum Einsturz bringen kann, die unseren Alltag tragen“. Dafür werde er verehrt und kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Niels Boeing, Andreas Lebert: &#039;&#039;[https://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/byung-chul-han-philosophie-neoliberalismus &amp;quot;Tut mir leid, aber das sind Tatsachen&amp;quot;]&#039;&#039;. Interview mit Byung-Chul Han. In: Die Zeit, 7. September 2014&amp;lt;/ref&amp;gt; Die spanische Zeitung [[El País]] bezeichnet Han als einen „neuen Star der deutschen Philosophie“.&amp;lt;ref&amp;gt;Francesc Arroyo: {{Webarchiv |url=http://cultura.elpais.com/cultura/2014/03/18/actualidad/1395166957_655811.html |wayback=20140323042120 |text=&#039;&#039;Aviso de derrumbe&#039;&#039;}}. In: El Pais, 22. März 2014 (spanisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein internationaler Erfolg wird auf seine [[Luzidität|luziden]] Analysen der vom Neoliberalismus beherrschten Gegenwart zurückgeführt. Han wird vor allem in Spanien und Lateinamerika breit rezipiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Juan Carlos Galindo |url=https://elpais.com/cultura/2018/02/09/actualidad/1518178267_725987.html |titel=El filósofo surcoreano que se hizo viral |werk=[[El País]] |datum=2018-02-10 |sprache=es |archiv-url=https://web.archive.org/web/20180210134329/https://elpais.com/cultura/2018/02/09/actualidad/1518178267_725987.html |archiv-datum=2018-02-10 |abruf=2023-05-05 |abruf-verborgen=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2020 wählte das renommierte Kunstmagazin [[ArtReview]] Han erstmals zu einer der 100 einflussreichsten Personen in der Kunst weltweit.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://artreview.com/power-100?year=2020 Power 100. The annual ranking of the most influential people in art]&#039;&#039;. In: [[ArtReview]] 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Kritisiert wurde Hans Werk 2016 vom Literaturkritiker [[Magnus Klaue]], der in ihm eine „düster raunende Kulturkritik“ ausmacht, die sich bevorzugt der Stilform einer „komatöse[n] [[Parataxe]]“ bediene.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Magnus Klaue |url=https://www.zeit.de/kultur/literatur/2016-09/byung-chul-han-philosophie-kulturkritik |titel=Wir hatten eine gute Zeit |werk=[[Die Zeit]] |datum=2016-09-14 |abruf=2020-04-12 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Zoltán Boldizsár Simon, Lars Deile |Titel=Historical Understanding: Past, Present, and Future |Verlag=Bloomsbury Publishing |Datum=2022-02-24 |ISBN=978-1-350-16862-6 |Seiten=64 |Online=https://books.google.de/books?id=KZRZEAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA64&amp;amp;dq=byung+chul+han+klaue&amp;amp;hl=de&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjvnNGzhcX2AhW2S_EDHb7RDZsQ6AF6BAg5EAI#v=onepage&amp;amp;q=byung%20chul%20han%20klaue&amp;amp;f=false |Abruf=2022-03-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Washington Post wählte Han zu einer der 50 einflussreichsten Persönlichkeiten der Gegenwart.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.washingtonpost.com/post-next/interactive/2025/#byungchul-han |titel=50 people shaping our society in 2025 |werk=Washington Post |abruf=2025-02-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
=== Monografien ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Heideggers Herz. Zum Begriff der Stimmung bei [[Martin Heidegger]].&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 1996.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Todesarten. Philosophische Untersuchungen zum Tod.&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 1998, ISBN 3-7705-3282-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Martin Heidegger. Eine Einführung.&#039;&#039; Wilhelm Fink (UTB 2069), München 1999.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Philosophie des Zen-Buddhismus.&#039;&#039; Reclam Stuttgart, Stuttgart 2002. ([[Reclams Universal-Bibliothek]] 18185)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Tod und Alterität.&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 2002, ISBN 3-7705-3660-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Hyperkulturalität. Kultur und Globalisierung.&#039;&#039; Merve, Berlin 2005, ISBN 3-88396-212-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was ist Macht?&#039;&#039; Reclams Universal-Bibliothek, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-018356-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Hegel]] und die Macht. Ein Versuch über die Freundlichkeit.&#039;&#039; Wilhelm Fink, München 2005, ISBN 3-7705-4201-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gute Unterhaltung. Eine Dekonstruktion der abendländischen Passionsgeschichte.&#039;&#039; Vorwerk8, Berlin 2006, ISBN 3-930916-84-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Abwesen. Zur Kultur und Philosophie des Fernen Ostens.&#039;&#039; Merve, Berlin 2007, ISBN 978-3-88396-235-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Duft der Zeit. Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens.&#039;&#039; Transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1157-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Müdigkeitsgesellschaft.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2010, ISBN 978-3-88221-616-5.&lt;br /&gt;
** Erweiterte Neuauflage: &#039;&#039;Müdigkeitsgesellschaft Burnoutgesellschaft Hoch-Zeit&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2016, ISBN 978-3957572745.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Shanzhai 山寨 − Dekonstruktion auf Chinesisch.&#039;&#039; Merve, Berlin 2011, ISBN 978-3-88396-294-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Topologie der Gewalt.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2011, ISBN 978-3-88221-495-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Transparenzgesellschaft.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz,  Berlin 2012, ISBN 978-3-88221-595-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Agonie des Eros.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2012, ISBN 978-3-88221-973-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Digitale Rationalität und das Ende des kommunikativen Handelns&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2013, ISBN 978-3-88221-066-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Im Schwarm. Ansichten des Digitalen&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2013, ISBN 978-3-88221-037-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Psychopolitik: Neoliberalismus und die neuen Machttechniken (Essayband)&#039;&#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2014, ISBN 978-3-10-002203-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Errettung des Schönen&#039;&#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-10-002431-2.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Stallknecht findet, dass Han in diesem Band überzeugend erklärt, „warum uns die Schönheit so merkwürdig fremd geworden ist“. In: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/kultur/philosophie-keine-kunst-ohne-verletzung-1.2625900 Keine Kunst ohne Verletzung. Byung-Chul Han rettet das wahre Schöne]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;[[Süddeutsche Zeitung]]&#039;&#039;, 30. August 2015, S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Austreibung des Anderen. Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute&#039;&#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-10-397212-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Close-Up in Unschärfe. Bericht über einige Glückserfahrungen.&#039;&#039; Merve, Berlin 2016, ISBN 978-3-88396-387-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Lob der Erde. Eine Reise in den Garten&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2018, ISBN 978-3-550-05038-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vom Verschwinden der Rituale. Eine Topologie der Gegenwart&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2019, ISBN 978-3-550-05071-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kapitalismus und Todestrieb. Essays und Interviews.&#039;&#039; Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2019, ISBN 978-3-95757-830-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Palliativgesellschaft. Schmerz heute&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2020. ISBN 978-3-95757-269-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Undinge. Umbrüche der Lebenswelt&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2021. ISBN 978-3-550-20125-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Infokratie. Digitalisierung und die Krise der Demokratie&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2021. ISBN 978-3-7518-0526-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vita Contemplativa oder von der Untätigkeit&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2022. ISBN 978-3-550-20213-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Krise der Narration&#039;&#039;. Matthes &amp;amp; Seitz, Berlin 2023. ISBN 978-3-7518-0564-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Geist der Hoffnung: Wider die Gesellschaft der Angst. Eine philosophische Gegenposition zum derzeitigen Krisenmodus&#039;&#039;. Ullstein, Berlin 2024, ISBN 978-3-550-20266-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufsätze ===&lt;br /&gt;
* Derridas Gedanken zu Europa in „Das andere Kap“. In: Europa-Philosophie. Hrsg. v. Werner Stegmaier, Berlin 2000 (de Gruyter). S. 177–188&lt;br /&gt;
* Liebe und Gerechtigkeit bei F. Nietzsche. In: Nietzsche und das Recht. Hg. v. K. Seelmann. Beiheft des Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie. Stuttgart 2001. S. 77–83&lt;br /&gt;
* Kommentar zu §&amp;amp;nbsp;45-53 von „Sein und Zeit“ (mit A. Hügli). In: „Sein und Zeit“ in der Reihe „Klassiker Auslegen“ (Akademie Verlag). Hg. v. Th. Rentsch. Berlin 2001. S. 133–148&lt;br /&gt;
* Über die Freundlichkeit. Zur Ethik Martin Heideggers. In: Akzente (1.2002). S. 54–68&lt;br /&gt;
* Über die Aneignung. In: Merkur (11.2003). S. 1057–1061&lt;br /&gt;
* Die Freundlichkeit des Verstehens. Eine philosophische Etymologie des „Verstehens“. In: Reformatio. Zeitschrift für Kultur Politik Religion (1.2004). S. 4–6&lt;br /&gt;
* Das Klonen und der Ferne Osten. In: Lettre International (64.2004). S. 108–109&lt;br /&gt;
* Hegels Buddhismus. Hegel-Jahrbuch 2004. S. 298–301&lt;br /&gt;
* Hegel und die Fremden. In: Allgemeine Zeitschrift für Philosophie (3.2004). S. 215–223&lt;br /&gt;
* Globalisierung und Hyperkultur. In: Lettre International (74.2006). S. 122–123&lt;br /&gt;
* Über das Schließen – Eine Eloge. In: Scheidewege – Jahresschrift für skeptisches Denken. Jahrgang 2008/09&lt;br /&gt;
* Flaches Geld. Kapitalismus und Religion oder Am Nullpunkt der Kontemplation. In: Lettre International Jubiläumsheft (Heft 81, 2008) „So leben wir jetzt. Künstler, Dichter, Denker zur Lage der Welt“. S. 112–117&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Filme ===&lt;br /&gt;
* Müdigkeitsgesellschaft: Byung-Chul Han in Seoul und Berlin. Dokumentarfilm von Isabella Gresser (2016)&lt;br /&gt;
* Der Mann der einbricht (2017)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|11437810X}}&lt;br /&gt;
* [http://www.byungchulhan.de/ Persönliche Website Byung-Chul Han]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.udk-berlin.de/personen/detailansicht/person/byung-chul-han/ |wayback=20170217145236 |text=Website an der UDK Berlin}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.hfg-karlsruhe.de/lehrende/professoren/prof-dr-byung-chul-han.html |wayback=20120106015257 |text=Byung-Chul Han auf der Website der Staatlichen Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe}}&lt;br /&gt;
* {{Perlentaucher|byung-chul-han}}&lt;br /&gt;
* Byung-Chul Han: [https://www.sueddeutsche.de/politik/neoliberales-herrschaftssystem-warum-heute-keine-revolution-moeglich-ist-1.2110256 &#039;&#039;Warum heute keine Revolution möglich ist&#039;&#039;]. In: Süddeutsche Zeitung, 2. September 2014&lt;br /&gt;
* Byung-Chul Han: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/politik/hyperkapitalismus-und-digitalisierung-die-totalausbeutung-des-menschen-1.3035040 Die Totalausbeutung des Menschen]&#039;&#039;. In: Süddeutsche Zeitung, 20. Juni 2016&lt;br /&gt;
* Rezensionen zu {{Webarchiv |url=http://pw-portal.de/bibliografie/rezensionen-finden?pagination=true&amp;amp;sessionbehalten=true&amp;amp;titel=&amp;amp;s=&amp;amp;strAutorNachname=Han&amp;amp;rubrik-1=&amp;amp;rubrik-2=&amp;amp;rubrik-3=&amp;amp;verlag=0&amp;amp;verfasser=0&amp;amp;intJahrStart=2011&amp;amp;intJahrEnde=&amp;amp;intBuchID= |wayback=20150209231642 |text=&#039;&#039;Psychopolitik&#039;&#039; und anderen aktuellen Werken von Byung-Chul Han}} in der [[Annotierte Bibliografie der Politikwissenschaft|Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft]]&lt;br /&gt;
* Niels Boeing / Andreas Lebert: &#039;&#039;[http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/byung-chul-han-philosophie-neoliberalismus „Tut mir leid, aber das sind Tatsachen“]&#039;&#039; Interview mit Byung-Chul Han. In: Zeit-Wissen, Nr. 05/14.&lt;br /&gt;
* Rezension zu &#039;&#039;Undinge&#039;&#039; und &#039;&#039;Infokratie&#039;&#039;: [https://www.badische-zeitung.de/von-den-undingen-und-der-infokratie--205818395.html Von den Undingen und der Infokratie]. In: Badische Zeitung, 22. Oktober 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<title>Javier Marias</title>
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		<updated>2025-07-10T19:23:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Auszeichnungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Javier Marias 2385 (cropped).jpg|mini|hochkant|Javier Marías[[Datei:FIRMA JAVIER MARÍAS (ESCRITOR).png|rahmenlos|150px]]]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Javier Marías Franco&#039;&#039;&#039; [{{IPA|xaˈβjeɾ maˈɾi.as}}] (* [[20. September]] [[1951]] in [[Madrid]]; † [[11. September]] [[2022]] ebenda&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=- |url=https://www.elmundo.es/cultura/literatura/2022/09/11/630e012121efa0ee7a8b45ba.html |titel=Muere Javier Marías a los 70 años, la incómoda pureza de ser escritor&lt;br /&gt;
 |werk=elmundo.es |datum=2022-09-11 |sprache=es |abruf=2022-09-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein [[Spanien|spanischer]] [[Schriftsteller]], [[Kolumnist]] und [[Übersetzer]]. Zu seinen Werken gehören die Romane &#039;&#039;El hombre sentimental&#039;&#039; (1982, deutsch: &#039;&#039;[[Der Gefühlsmensch]]&#039;&#039;), &#039;&#039;Todas las almas&#039;&#039; (1986, deutsch: &#039;&#039;[[Alle Seelen]]&#039;&#039;) und &#039;&#039;Corazón tan blanco&#039;&#039; (1992, deutsch: &#039;&#039;[[Mein Herz so weiß]]&#039;&#039;), der ein internationaler Erfolg wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Javier Marías Franco wurde 1951 als viertes von fünf Kindern in Madrid geboren. Seine Mutter war die Lehrerin Dolores Franco Manera, sein Vater der [[Philosoph]] [[Julián Marías Aguilera]]. Der Vater bekannte sich zur [[Zweite Spanische Republik|Spanischen Republik]] und wurde deshalb vom [[Franquismus|Franco-Regime]] verfolgt, zeitweilig inhaftiert und mit einem Berufsverbot belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Javier Marías wuchs zeitweise in den [[Vereinigte Staaten|USA]] auf. Sein Vater lehrte an verschiedenen Universitäten, darunter in [[Yale University|Yale]] und am [[Wellesley College]]. Die Familie lebte dort zeitweilig im Haus des spanischen Schriftstellers [[Jorge Guillén]], wo sie auch Bekanntschaft mit dem Schriftsteller und Schmetterlingsforscher [[Vladimir Nabokov]] machte, der ebenfalls dort zu Gast war. 1959 kehrten die Eltern nach Madrid zurück. Javier Marías besuchte in der Folgezeit die liberale Schule &#039;&#039;Colegio Estudio&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1968 bis 1973 studierte Marías [[Literaturwissenschaft]] und [[Philosophie]] an der [[Universität Complutense Madrid]]. Während seines Studiums war er zeitweise Mitglied einer linksradikalen Gruppierung, die sich &#039;&#039;Comités de Acción Revolucionaria&#039;&#039; (Komitee der Revolutionären Aktion) nannte und dem &#039;&#039;Partido Comunista Internacional&#039;&#039; angehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.elmundo.es/cronica/2016/06/01/574876a1e5fdeac73d8b461c.html Javier Marías: „Pablo Iglesias es caudillista y megalomaníaco“. Interview in: El Mundo, 1. Juni 2016.]&amp;lt;/ref&amp;gt; In den letzten Jahrzehnten engagierte er sich im &#039;&#039;Parlamento Internacional de Escritores&#039;&#039; für in Not geratene Intellektuelle und Schriftstellerkollegen, beispielsweise während der [[Jugoslawienkriege|Balkankriege]] und des [[Russisch-Tschetschenischer Konflikt#Tschetschenienkriege|Tschetschenienkriegs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Geld verdiente er mit Übersetzungen und Kurzauftritten in Filmen seines Onkels, des Regisseurs [[Jess Franco|Jesús Franco]]. Ab 1974 lebte er in [[Barcelona]] und arbeitete für das Verlagshaus &#039;&#039;Alfaguara&#039;&#039;. 1978 zog er wieder nach Madrid. Er schrieb an eigenen Romanen und Erzählungen, übersetzte Literatur, vor allem aus dem Englischen, und veröffentlichte Artikel in Zeitungen und Zeitschriften. Für Marías war [[Shakespeare]] lebenslang ein Vorbild, und in sieben seiner insgesamt vierzehn Romane finden sich Zitate aus Shakespeare im Titel.&amp;lt;ref&amp;gt;„Der ewige Kandidat für den Nobelpreis. Der Bestsellerautor Javier Marías ist im Alter von siebzig Jahren gestorben – er hat Weltliteratur im besten Sinne des Wortes geschrieben.“ NZZ vom 13. September 2022, S. 31, Michi Strausfeld&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Übersetzung des &#039;&#039;[[Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman|Tristram Shandy]]&#039;&#039; von [[Laurence Sterne]] erhielt er 1979 den Preis &#039;&#039;Premio Nacional de Traducción&#039;&#039;. 1983 ging Marías nach [[Oxford]], wo er Spanische Literatur und Übersetzung unterrichtete. Im Jahr darauf lehrte er, wie bereits sein Vater, am Wellesley College in [[Boston]]. 1986 lebte und arbeitete er in [[Venedig]]. 1987 zog er zurück nach Madrid und unterrichtete an der Universität Complutense Madrid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marías war Anhänger des Fußballvereins [[Real Madrid]] und „König“ der unbewohnten Karibikinsel [[Redonda]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb im September 2022 neun Tage vor Vollendung seines 71. Lebensjahres an einer durch eine [[SARS-CoV-2]]-Infektion verursachten [[Lungenentzündung]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dw.com/en/spain-award-winning-author-javier-marias-dies-aged-70/a-63086688 &#039;&#039;Spain: Award-winning author Javier Marias dies aged 70.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Welle&#039;&#039;. 11. September 2022 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
Mit elf Jahren begann Marías Geschichten zu schreiben. Im Alter von 15 Jahren stellte er seinen ersten Roman &#039;&#039;La víspera&#039;&#039; fertig, der nie veröffentlicht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1968 druckte die Zeitung &#039;&#039;El Noticiero Universal&#039;&#039; seine erste Kurzgeschichte &#039;&#039;La vida y la muerte de Marcelino Iturriago&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Im Sommer 1969 schrieb er in Paris seinen zweiten Roman &#039;&#039;Los dominios del lobo&#039;&#039;, der 1971 veröffentlicht wurde. Im nächsten Jahr lernte er den Schriftsteller [[Juan Benet]] kennen und schloss sich dessen Autorenkreis an.&lt;br /&gt;
Mit dem Roman &#039;&#039;El hombre sentimental&#039;&#039; (1986 &#039;&#039;[[Der Gefühlsmensch]]&#039;&#039;) gewann er im Erscheinungsjahr des Werks den Preis &#039;&#039;Premio Herralde de Novela&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Der 1992 erschienene Roman &#039;&#039;Corazón tan blanco&#039;&#039; &#039;&#039;([[Mein Herz so weiß]])&#039;&#039; wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt (deutsch 1996) und zu einem Welterfolg. In Deutschland erfuhr der Roman die Anerkennung von [[Marcel Reich-Ranicki]] in dessen Fernsehsendung &#039;&#039;[[Das Literarische Quartett]]&#039;&#039;. Sowohl für &#039;&#039;Mein Herz so weiß&#039;&#039; als auch für seinen nächsten Roman &#039;&#039;Mañana en la batalla piensa en mí&#039;&#039; (1994, &#039;&#039;Morgen in der Schlacht denk an mich&#039;&#039;) wurden ihm zahlreiche Preise zugesprochen. 1997 wurde Marías der [[Nelly-Sachs-Preis]] für sein Gesamtwerk verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2012 hatten seine Werke eine weltweite Gesamtauflage von über sechs Millionen verkaufter Exemplare erreicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.elcultural.com/noticias/letras/Javier-Marias-Llevo-anos-esquivando-a-las-instituciones-del-Estado/3940 |wayback=20171023174037 |text=Javier Marías: &#039;&#039;Llevo años esquivando a las instituciones del Estado&#039;&#039;}}, elcultural.es, 25. Oktober 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden in 34 Sprachen übersetzt und in über 50 Ländern veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/books/2005/may/08/fiction.features4 Betrayal of a blood brother], guardian.co.uk&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romane&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1971: &#039;&#039;Los dominios de lobo&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1973: &#039;&#039;Travesía del horizonte&#039;&#039;, dt. von [[Elke Wehr (Übersetzerin)|Elke Wehr]] als &#039;&#039;Die Reise über den Horizont.&#039;&#039; Klett-Cotta, Stuttgart 2002, ISBN 3-608-93239-9.&lt;br /&gt;
* 1978: &#039;&#039;El monarca del tiempo&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1983: &#039;&#039;El siglo&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1986: &#039;&#039;El hombre sentimental&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;[[Der Gefühlsmensch]].&#039;&#039; [[Piper Verlag]], München 1992, ISBN 3-492-03388-1.&amp;lt;!--selbe ISBN wie das Buch darunter, Quelle DNB--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1989: &#039;&#039;Todas las almas&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;Alle Seelen oder Die Irren von Oxford&#039;&#039; oder &#039;&#039;[[Alle Seelen]].&#039;&#039; Piper, München 1991, ISBN 3-492-03388-1.&amp;lt;!--selbe ISBN wie das Buch darüber, Quelle DNB--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1992: &#039;&#039;Corazón tan blanco&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;[[Mein Herz so weiß]].&#039;&#039; Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-608-93386-7. ([[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#1991 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 26. August bis zum 1. September 1996]])&lt;br /&gt;
* 1994: &#039;&#039;Mañana en la batalla piensa en mí&#039;&#039;, dt. von [[Carina von Enzenberg]] und Hartmut Zahn als &#039;&#039;Morgen in der Schlacht denk an mich.&#039;&#039; Klett-Cotta, Stuttgart 1998, ISBN 3-608-93688-2.&lt;br /&gt;
* 1998: &#039;&#039;Negra espalda del tiempo&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;Schwarzer Rücken der Zeit.&#039;&#039; Klett-Cotta, Stuttgart 2000, ISBN 3-608-93508-8.&lt;br /&gt;
* 2002–2007: &#039;&#039;Tu rostro mañana&#039;&#039;, dt. als &#039;&#039;Dein Gesicht morgen.&#039;&#039; Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004/09 (3 Bände).&lt;br /&gt;
** 2002: &#039;&#039;Fiebre y lanza&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;Fieber und Lanze.&#039;&#039; 2004, ISBN 3-608-93636-X.&lt;br /&gt;
** 2004: &#039;&#039;Baile y sueño&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;Tanz und Traum.&#039;&#039; 2006, ISBN 3-608-93715-3.&lt;br /&gt;
** 2007: &#039;&#039;Veneno y sombra y adiós&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr und [[Luis Ruby]] als &#039;&#039;Gift und Schatten und Abschied.&#039;&#039; 2009, ISBN 3-608-93716-1.&lt;br /&gt;
* 2011: &#039;&#039;Los enamoramientos.&#039;&#039; Alfaguara, Madrid, ISBN 978-84-204-0713-5, dt. von [[Susanne Lange]] als &#039;&#039;[[Die sterblich Verliebten]]&#039;&#039;, S. Fischer, Frankfurt 2012, ISBN 978-3-10-047831-3.&lt;br /&gt;
* 2014: &#039;&#039;Así empieza lo malo.&#039;&#039; Alfaguara, Madrid, ISBN 978- , dt. von Susanne Lange als &#039;&#039;So fängt das Schlimme an&#039;&#039;, Fischer, Frankfurt 2015, ISBN 978-3-10-002429-9.&lt;br /&gt;
* 2017: &#039;&#039;Berta Isla.&#039;&#039; Alfaguara, Madrid, ISBN 978-84-204-2736-2, dt. von Susanne Lange als &#039;&#039;Berta Isla&#039;&#039;, S. Fischer, Frankfurt 2019, ISBN 978-3-10-397396-9&lt;br /&gt;
* 2021: &#039;&#039;Tomás Nevinson.&#039;&#039; Alfaguara, Madrid, ISBN 978-84-204-5459-7, dt. von Susanne Lange als &#039;&#039;Tomás Nevinson&#039;&#039;, S. Fischer, Frankfurt 2022, ISBN 978-3-10-397132-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erzählungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1990: &#039;&#039;Mientras ellas duermen&#039;&#039;, dt. als &#039;&#039;Während die Frauen schlafen.&#039;&#039; Wagenbach, Berlin 1999, ISBN 3-8031-1183-8 (falsche ISBNs).&lt;br /&gt;
* 1996: &#039;&#039;Cuando fui mortal&#039;&#039;, dt. als &#039;&#039;Als ich sterblich war.&#039;&#039; Klett-Cotta, Stuttgart 1999, ISBN 3-608-93319-0.&lt;br /&gt;
* 1998: &#039;&#039;Mala índole&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 2000: &#039;&#039;Alle unsere frühen Schlachten. Fußball-Stücke&#039;&#039;. (Hrsg. von [[Paul Ingendaay]]). Klett-Cotta, Stuttgart 2000, ISBN 3-608-93554-1&lt;br /&gt;
* 2016: &#039;&#039;Keine Liebe mehr. Akzeptierte und akzeptable Erzählungen&#039;&#039;. S. Fischer, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-10-002444-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Künstlerporträts&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1992: &#039;&#039;Vidas escritas&#039;&#039; (erweitert 2000), dt. als &#039;&#039;Geschriebenes Leben.&#039;&#039; (Ironische Halbporträts) Klett-Cotta, Stuttgart 2001, ISBN 3-608-93555-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Essays&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1991: &#039;&#039;Pasiones pasadas&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1993: &#039;&#039;Literatura y fantasma&#039;&#039; (erweitert 2001)&lt;br /&gt;
* 1995: &#039;&#039;Vida del fantasma&#039;&#039; (erweitert 2001), dt. als &#039;&#039;Das Leben der Gespenster.&#039;&#039; Wagenbach, Berlin 2001, ISBN 3-8031-1195-1.&lt;br /&gt;
* 2000: &#039;&#039;Salvajes y sentimentales&#039;&#039; (erweitert 2010)&lt;br /&gt;
* 2005: &#039;&#039;Donde todo ha sucecido&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* 2008: &#039;&#039;Aquella mitad de mi tiempo: al mirar atrás&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* 2010: &#039;&#039;Los villanos de la nación. Letras de política y sociedad&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Aufzeichnungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 2016: &#039;&#039;El Quijote de Wellesley&#039;&#039;. Alfaguara, Madrid 2016.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der Ritter lebt fort&#039;&#039; in: [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] vom 23. Februar 2017, S. 10&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kinderbücher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2011: &#039;&#039;Ven a buscarme&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Karen Berg: &#039;&#039;Javier Marías’s postmodern praxis. Humor and interplay between reality and fiction in his novels and essays&#039;&#039;. VDM-Verlag, Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-8364-3853-7.&lt;br /&gt;
* Isabel Cuñado: &#039;&#039;el espectro de la herencia. La narrativa de Javier Marías&#039;&#039;. Rodopi, Amsterdam 2004, ISBN 90-420-1612-4.&lt;br /&gt;
* Kristin Freitag: &#039;&#039;Das Doppelgängermotiv in der Literatur am Beispiel von Javier Marías Erzählung „Gualta“&#039;&#039;. GRIN-Verlag, München 2009, ISBN 978-3-640-27751-3.&lt;br /&gt;
* Alexis Grohmann: &#039;&#039;Coming into one’s town. The novelistic development of Javier Marías&#039;&#039;. Rodopi, Amsterdam 2002, ISBN 90-420-1023-1.&lt;br /&gt;
* Cora Heinrich: &#039;&#039;Die Konstruktion von Identität in den Romanen von Javier Marías&#039;&#039;. Kovac Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-4013-2 (zugl. Dissertation, Universität Trier 2008).&lt;br /&gt;
* Elide Pittarello: &#039;&#039;Una entrevista con Javier Marías&#039;&#039;. Debolsillo, Barcelona 2006, ISBN 978-84-341-3590-1 (Interview).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|115745459}}&lt;br /&gt;
* [https://opac.spk-berlin.de/DB=1/SET=2/TTL=1/MAT=/NOMAT=T/REL?PPN=077443179 Literatur von und über Javier Marías] im Katalog des [[Ibero-Amerikanisches Institut|Ibero-Amerikanischen Instituts]] in [[Berlin]]&lt;br /&gt;
* [https://libroselectronicos.cervantes.es/resources?utf8=%E2%9C%93&amp;amp;q=Mar%C3%ADas%2C+Javier Literatur von und über Javier Marías] im Katalog der [[Instituto Cervantes#Bibliotheken des Instituto Cervantes|Bibliothek des Instituto Cervantes in Deutschland]]&lt;br /&gt;
* {{Perlentaucher|javier-marias}}&lt;br /&gt;
* {{IMDb|nm0555908}}&lt;br /&gt;
* [http://www.jmarias.de/ Javier Marias.] Offizielle deutsche Autorenwebsite vom [[S. Fischer Verlag]]&lt;br /&gt;
* [http://www.klett-cotta.de/autor/Javier_Mar%C3%ADas/9 Javier Marías.] In: &#039;&#039;klett-cotta.de.&#039;&#039; ([[Klett-Cotta Verlag]])&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;{{Webarchiv |url=http://www.heim2.tu-clausthal.de/~kermit/autoren/marias.shtml |wayback=20130210004608 |text=Javier Marías.}}&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kermits Bücherseite.&#039;&#039; (Torsten Nieland)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[https://www.kritikatur.de/Javier_Marias Javier Marias.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kritikatur.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[http://www.javiermarias.es/ Javier Marias.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;javiermarias.es.&#039;&#039; (spanisch) – inoffizielle Website von Montse Vega ([http://www.heim2.tu-clausthal.de/~kermit/autoren/marias-biographie.shtml deutsche Übersetzung] der dortigen Biografie von Reyes de Miguel und Inés Blanca)&lt;br /&gt;
* [https://literaturfestival.com/authors/javier-marias/ Biographie des Internationalen Literaturfestivals Berlin über Javier Marías]&lt;br /&gt;
* [https://literaturfestival.com/wp-content/uploads/ilb-OpeningSpeech-2015-de.pdf „Beginnen wir mit dem Anfang“: Eröffnungsrede Javier Marías] auf dem 15. internationalen literaturfestival berlin 2015 (PDF 214&amp;amp;nbsp;KB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=115745459|LCCN=n79046139|NDL=00858851|VIAF=102346399}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Marias, Javier}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (Spanier)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Romancier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essayist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kolumnist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1951]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2022]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Javier_Marias&amp;diff=623241</id>
		<title>Javier Marias</title>
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		<updated>2025-07-10T19:23:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Javier Marias 2385 (cropped).jpg|mini|hochkant|Javier Marías[[Datei:FIRMA JAVIER MARÍAS (ESCRITOR).png|rahmenlos|150px]]]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Javier Marías Franco&#039;&#039;&#039; [{{IPA|xaˈβjeɾ maˈɾi.as}}] (* [[20. September]] [[1951]] in [[Madrid]]; † [[11. September]] [[2022]] ebenda&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=- |url=https://www.elmundo.es/cultura/literatura/2022/09/11/630e012121efa0ee7a8b45ba.html |titel=Muere Javier Marías a los 70 años, la incómoda pureza de ser escritor&lt;br /&gt;
 |werk=elmundo.es |datum=2022-09-11 |sprache=es |abruf=2022-09-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein [[Spanien|spanischer]] [[Schriftsteller]], [[Kolumnist]] und [[Übersetzer]]. Zu seinen Werken gehören die Romane &#039;&#039;El hombre sentimental&#039;&#039; (1982, deutsch: &#039;&#039;[[Der Gefühlsmensch]]&#039;&#039;), &#039;&#039;Todas las almas&#039;&#039; (1986, deutsch: &#039;&#039;[[Alle Seelen]]&#039;&#039;) und &#039;&#039;Corazón tan blanco&#039;&#039; (1992, deutsch: &#039;&#039;[[Mein Herz so weiß]]&#039;&#039;), der ein internationaler Erfolg wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Javier Marías Franco wurde 1951 als viertes von fünf Kindern in Madrid geboren. Seine Mutter war die Lehrerin Dolores Franco Manera, sein Vater der [[Philosoph]] [[Julián Marías Aguilera]]. Der Vater bekannte sich zur [[Zweite Spanische Republik|Spanischen Republik]] und wurde deshalb vom [[Franquismus|Franco-Regime]] verfolgt, zeitweilig inhaftiert und mit einem Berufsverbot belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Javier Marías wuchs zeitweise in den [[Vereinigte Staaten|USA]] auf. Sein Vater lehrte an verschiedenen Universitäten, darunter in [[Yale University|Yale]] und am [[Wellesley College]]. Die Familie lebte dort zeitweilig im Haus des spanischen Schriftstellers [[Jorge Guillén]], wo sie auch Bekanntschaft mit dem Schriftsteller und Schmetterlingsforscher [[Vladimir Nabokov]] machte, der ebenfalls dort zu Gast war. 1959 kehrten die Eltern nach Madrid zurück. Javier Marías besuchte in der Folgezeit die liberale Schule &#039;&#039;Colegio Estudio&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1968 bis 1973 studierte Marías [[Literaturwissenschaft]] und [[Philosophie]] an der [[Universität Complutense Madrid]]. Während seines Studiums war er zeitweise Mitglied einer linksradikalen Gruppierung, die sich &#039;&#039;Comités de Acción Revolucionaria&#039;&#039; (Komitee der Revolutionären Aktion) nannte und dem &#039;&#039;Partido Comunista Internacional&#039;&#039; angehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.elmundo.es/cronica/2016/06/01/574876a1e5fdeac73d8b461c.html Javier Marías: „Pablo Iglesias es caudillista y megalomaníaco“. Interview in: El Mundo, 1. Juni 2016.]&amp;lt;/ref&amp;gt; In den letzten Jahrzehnten engagierte er sich im &#039;&#039;Parlamento Internacional de Escritores&#039;&#039; für in Not geratene Intellektuelle und Schriftstellerkollegen, beispielsweise während der [[Jugoslawienkriege|Balkankriege]] und des [[Russisch-Tschetschenischer Konflikt#Tschetschenienkriege|Tschetschenienkriegs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein erstes Geld verdiente er mit Übersetzungen und Kurzauftritten in Filmen seines Onkels, des Regisseurs [[Jess Franco|Jesús Franco]]. Ab 1974 lebte er in [[Barcelona]] und arbeitete für das Verlagshaus &#039;&#039;Alfaguara&#039;&#039;. 1978 zog er wieder nach Madrid. Er schrieb an eigenen Romanen und Erzählungen, übersetzte Literatur, vor allem aus dem Englischen, und veröffentlichte Artikel in Zeitungen und Zeitschriften. Für Marías war [[Shakespeare]] lebenslang ein Vorbild, und in sieben seiner insgesamt vierzehn Romane finden sich Zitate aus Shakespeare im Titel.&amp;lt;ref&amp;gt;„Der ewige Kandidat für den Nobelpreis. Der Bestsellerautor Javier Marías ist im Alter von siebzig Jahren gestorben – er hat Weltliteratur im besten Sinne des Wortes geschrieben.“ NZZ vom 13. September 2022, S. 31, Michi Strausfeld&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Übersetzung des &#039;&#039;[[Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman|Tristram Shandy]]&#039;&#039; von [[Laurence Sterne]] erhielt er 1979 den Preis &#039;&#039;Premio Nacional de Traducción&#039;&#039;. 1983 ging Marías nach [[Oxford]], wo er Spanische Literatur und Übersetzung unterrichtete. Im Jahr darauf lehrte er, wie bereits sein Vater, am Wellesley College in [[Boston]]. 1986 lebte und arbeitete er in [[Venedig]]. 1987 zog er zurück nach Madrid und unterrichtete an der Universität Complutense Madrid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marías war Anhänger des Fußballvereins [[Real Madrid]] und „König“ der unbewohnten Karibikinsel [[Redonda]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb im September 2022 neun Tage vor Vollendung seines 71. Lebensjahres an einer durch eine [[SARS-CoV-2]]-Infektion verursachten [[Lungenentzündung]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dw.com/en/spain-award-winning-author-javier-marias-dies-aged-70/a-63086688 &#039;&#039;Spain: Award-winning author Javier Marias dies aged 70.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Welle&#039;&#039;. 11. September 2022 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
Mit elf Jahren begann Marías Geschichten zu schreiben. Im Alter von 15 Jahren stellte er seinen ersten Roman &#039;&#039;La víspera&#039;&#039; fertig, der nie veröffentlicht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1968 druckte die Zeitung &#039;&#039;El Noticiero Universal&#039;&#039; seine erste Kurzgeschichte &#039;&#039;La vida y la muerte de Marcelino Iturriago&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Im Sommer 1969 schrieb er in Paris seinen zweiten Roman &#039;&#039;Los dominios del lobo&#039;&#039;, der 1971 veröffentlicht wurde. Im nächsten Jahr lernte er den Schriftsteller [[Juan Benet]] kennen und schloss sich dessen Autorenkreis an.&lt;br /&gt;
Mit dem Roman &#039;&#039;El hombre sentimental&#039;&#039; (1986 &#039;&#039;[[Der Gefühlsmensch]]&#039;&#039;) gewann er im Erscheinungsjahr des Werks den Preis &#039;&#039;Premio Herralde de Novela&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Der 1992 erschienene Roman &#039;&#039;Corazón tan blanco&#039;&#039; &#039;&#039;([[Mein Herz so weiß]])&#039;&#039; wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt (deutsch 1996) und zu einem Welterfolg. In Deutschland erfuhr der Roman die Anerkennung von [[Marcel Reich-Ranicki]] in dessen Fernsehsendung &#039;&#039;[[Das Literarische Quartett]]&#039;&#039;. Sowohl für &#039;&#039;Mein Herz so weiß&#039;&#039; als auch für seinen nächsten Roman &#039;&#039;Mañana en la batalla piensa en mí&#039;&#039; (1994, &#039;&#039;Morgen in der Schlacht denk an mich&#039;&#039;) wurden ihm zahlreiche Preise zugesprochen. 1997 wurde Marías der [[Nelly-Sachs-Preis]] für sein Gesamtwerk verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 2012 hatten seine Werke eine weltweite Gesamtauflage von über sechs Millionen verkaufter Exemplare erreicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.elcultural.com/noticias/letras/Javier-Marias-Llevo-anos-esquivando-a-las-instituciones-del-Estado/3940 |wayback=20171023174037 |text=Javier Marías: &#039;&#039;Llevo años esquivando a las instituciones del Estado&#039;&#039;}}, elcultural.es, 25. Oktober 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurden in 34 Sprachen übersetzt und in über 50 Ländern veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/books/2005/may/08/fiction.features4 Betrayal of a blood brother], guardian.co.uk&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romane&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1971: &#039;&#039;Los dominios de lobo&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1973: &#039;&#039;Travesía del horizonte&#039;&#039;, dt. von [[Elke Wehr (Übersetzerin)|Elke Wehr]] als &#039;&#039;Die Reise über den Horizont.&#039;&#039; Klett-Cotta, Stuttgart 2002, ISBN 3-608-93239-9.&lt;br /&gt;
* 1978: &#039;&#039;El monarca del tiempo&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1983: &#039;&#039;El siglo&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1986: &#039;&#039;El hombre sentimental&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;[[Der Gefühlsmensch]].&#039;&#039; [[Piper Verlag]], München 1992, ISBN 3-492-03388-1.&amp;lt;!--selbe ISBN wie das Buch darunter, Quelle DNB--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1989: &#039;&#039;Todas las almas&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;Alle Seelen oder Die Irren von Oxford&#039;&#039; oder &#039;&#039;[[Alle Seelen]].&#039;&#039; Piper, München 1991, ISBN 3-492-03388-1.&amp;lt;!--selbe ISBN wie das Buch darüber, Quelle DNB--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1992: &#039;&#039;Corazón tan blanco&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;[[Mein Herz so weiß]].&#039;&#039; Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-608-93386-7. ([[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#1991 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 26. August bis zum 1. September 1996]])&lt;br /&gt;
* 1994: &#039;&#039;Mañana en la batalla piensa en mí&#039;&#039;, dt. von [[Carina von Enzenberg]] und Hartmut Zahn als &#039;&#039;Morgen in der Schlacht denk an mich.&#039;&#039; Klett-Cotta, Stuttgart 1998, ISBN 3-608-93688-2.&lt;br /&gt;
* 1998: &#039;&#039;Negra espalda del tiempo&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;Schwarzer Rücken der Zeit.&#039;&#039; Klett-Cotta, Stuttgart 2000, ISBN 3-608-93508-8.&lt;br /&gt;
* 2002–2007: &#039;&#039;Tu rostro mañana&#039;&#039;, dt. als &#039;&#039;Dein Gesicht morgen.&#039;&#039; Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004/09 (3 Bände).&lt;br /&gt;
** 2002: &#039;&#039;Fiebre y lanza&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;Fieber und Lanze.&#039;&#039; 2004, ISBN 3-608-93636-X.&lt;br /&gt;
** 2004: &#039;&#039;Baile y sueño&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr als &#039;&#039;Tanz und Traum.&#039;&#039; 2006, ISBN 3-608-93715-3.&lt;br /&gt;
** 2007: &#039;&#039;Veneno y sombra y adiós&#039;&#039;, dt. von Elke Wehr und [[Luis Ruby]] als &#039;&#039;Gift und Schatten und Abschied.&#039;&#039; 2009, ISBN 3-608-93716-1.&lt;br /&gt;
* 2011: &#039;&#039;Los enamoramientos.&#039;&#039; Alfaguara, Madrid, ISBN 978-84-204-0713-5, dt. von [[Susanne Lange]] als &#039;&#039;[[Die sterblich Verliebten]]&#039;&#039;, S. Fischer, Frankfurt 2012, ISBN 978-3-10-047831-3.&lt;br /&gt;
* 2014: &#039;&#039;Así empieza lo malo.&#039;&#039; Alfaguara, Madrid, ISBN 978- , dt. von Susanne Lange als &#039;&#039;So fängt das Schlimme an&#039;&#039;, Fischer, Frankfurt 2015, ISBN 978-3-10-002429-9.&lt;br /&gt;
* 2017: &#039;&#039;Berta Isla.&#039;&#039; Alfaguara, Madrid, ISBN 978-84-204-2736-2, dt. von Susanne Lange als &#039;&#039;Berta Isla&#039;&#039;, S. Fischer, Frankfurt 2019, ISBN 978-3-10-397396-9&lt;br /&gt;
* 2021: &#039;&#039;Tomás Nevinson.&#039;&#039; Alfaguara, Madrid, ISBN 978-84-204-5459-7, dt. von Susanne Lange als &#039;&#039;Tomás Nevinson&#039;&#039;, S. Fischer, Frankfurt 2022, ISBN 978-3-10-397132-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erzählungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1990: &#039;&#039;Mientras ellas duermen&#039;&#039;, dt. als &#039;&#039;Während die Frauen schlafen.&#039;&#039; Wagenbach, Berlin 1999, ISBN 3-8031-1183-8 (falsche ISBNs).&lt;br /&gt;
* 1996: &#039;&#039;Cuando fui mortal&#039;&#039;, dt. als &#039;&#039;Als ich sterblich war.&#039;&#039; Klett-Cotta, Stuttgart 1999, ISBN 3-608-93319-0.&lt;br /&gt;
* 1998: &#039;&#039;Mala índole&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 2000: &#039;&#039;Alle unsere frühen Schlachten. Fußball-Stücke&#039;&#039;. (Hrsg. von [[Paul Ingendaay]]). Klett-Cotta, Stuttgart 2000, ISBN 3-608-93554-1&lt;br /&gt;
* 2016: &#039;&#039;Keine Liebe mehr. Akzeptierte und akzeptable Erzählungen&#039;&#039;. S. Fischer, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-10-002444-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Künstlerporträts&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1992: &#039;&#039;Vidas escritas&#039;&#039; (erweitert 2000), dt. als &#039;&#039;Geschriebenes Leben.&#039;&#039; (Ironische Halbporträts) Klett-Cotta, Stuttgart 2001, ISBN 3-608-93555-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Essays&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1991: &#039;&#039;Pasiones pasadas&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 1993: &#039;&#039;Literatura y fantasma&#039;&#039; (erweitert 2001)&lt;br /&gt;
* 1995: &#039;&#039;Vida del fantasma&#039;&#039; (erweitert 2001), dt. als &#039;&#039;Das Leben der Gespenster.&#039;&#039; Wagenbach, Berlin 2001, ISBN 3-8031-1195-1.&lt;br /&gt;
* 2000: &#039;&#039;Salvajes y sentimentales&#039;&#039; (erweitert 2010)&lt;br /&gt;
* 2005: &#039;&#039;Donde todo ha sucecido&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* 2008: &#039;&#039;Aquella mitad de mi tiempo: al mirar atrás&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* 2010: &#039;&#039;Los villanos de la nación. Letras de política y sociedad&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Aufzeichnungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 2016: &#039;&#039;El Quijote de Wellesley&#039;&#039;. Alfaguara, Madrid 2016.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der Ritter lebt fort&#039;&#039; in: [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] vom 23. Februar 2017, S. 10&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kinderbücher&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2011: &#039;&#039;Ven a buscarme&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* 1997: [[International DUBLIN Literary Award|International IMPAC Dublin Literary Award]] für &#039;&#039;Mein Herz so weiß&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* 2011: [[Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur]]&lt;br /&gt;
* 2012: Nationaler Literaturpreis der spanischen Regierung für seinen Roman &#039;&#039;Die sterblich Verliebten&#039;&#039; (Preis abgelehnt)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=https://www.tagesspiegel.de/kultur/javier-maras-lehnt-literaturpreis-der-regierung-ab/7302272.html |wayback=20130720054139 |text=Tagesspiegel vom 26. Oktober 2012}}, abgerufen am 14. September 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2022: [[Premio Gregor von Rezzori]] – Bestes ausländisches Werk: &#039;&#039;Tomás Nevinson&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Karen Berg: &#039;&#039;Javier Marías’s postmodern praxis. Humor and interplay between reality and fiction in his novels and essays&#039;&#039;. VDM-Verlag, Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-8364-3853-7.&lt;br /&gt;
* Isabel Cuñado: &#039;&#039;el espectro de la herencia. La narrativa de Javier Marías&#039;&#039;. Rodopi, Amsterdam 2004, ISBN 90-420-1612-4.&lt;br /&gt;
* Kristin Freitag: &#039;&#039;Das Doppelgängermotiv in der Literatur am Beispiel von Javier Marías Erzählung „Gualta“&#039;&#039;. GRIN-Verlag, München 2009, ISBN 978-3-640-27751-3.&lt;br /&gt;
* Alexis Grohmann: &#039;&#039;Coming into one’s town. The novelistic development of Javier Marías&#039;&#039;. Rodopi, Amsterdam 2002, ISBN 90-420-1023-1.&lt;br /&gt;
* Cora Heinrich: &#039;&#039;Die Konstruktion von Identität in den Romanen von Javier Marías&#039;&#039;. Kovac Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-4013-2 (zugl. Dissertation, Universität Trier 2008).&lt;br /&gt;
* Elide Pittarello: &#039;&#039;Una entrevista con Javier Marías&#039;&#039;. Debolsillo, Barcelona 2006, ISBN 978-84-341-3590-1 (Interview).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|115745459}}&lt;br /&gt;
* [https://opac.spk-berlin.de/DB=1/SET=2/TTL=1/MAT=/NOMAT=T/REL?PPN=077443179 Literatur von und über Javier Marías] im Katalog des [[Ibero-Amerikanisches Institut|Ibero-Amerikanischen Instituts]] in [[Berlin]]&lt;br /&gt;
* [https://libroselectronicos.cervantes.es/resources?utf8=%E2%9C%93&amp;amp;q=Mar%C3%ADas%2C+Javier Literatur von und über Javier Marías] im Katalog der [[Instituto Cervantes#Bibliotheken des Instituto Cervantes|Bibliothek des Instituto Cervantes in Deutschland]]&lt;br /&gt;
* {{Perlentaucher|javier-marias}}&lt;br /&gt;
* {{IMDb|nm0555908}}&lt;br /&gt;
* [http://www.jmarias.de/ Javier Marias.] Offizielle deutsche Autorenwebsite vom [[S. Fischer Verlag]]&lt;br /&gt;
* [http://www.klett-cotta.de/autor/Javier_Mar%C3%ADas/9 Javier Marías.] In: &#039;&#039;klett-cotta.de.&#039;&#039; ([[Klett-Cotta Verlag]])&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;{{Webarchiv |url=http://www.heim2.tu-clausthal.de/~kermit/autoren/marias.shtml |wayback=20130210004608 |text=Javier Marías.}}&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kermits Bücherseite.&#039;&#039; (Torsten Nieland)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[https://www.kritikatur.de/Javier_Marias Javier Marias.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kritikatur.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[http://www.javiermarias.es/ Javier Marias.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;javiermarias.es.&#039;&#039; (spanisch) – inoffizielle Website von Montse Vega ([http://www.heim2.tu-clausthal.de/~kermit/autoren/marias-biographie.shtml deutsche Übersetzung] der dortigen Biografie von Reyes de Miguel und Inés Blanca)&lt;br /&gt;
* [https://literaturfestival.com/authors/javier-marias/ Biographie des Internationalen Literaturfestivals Berlin über Javier Marías]&lt;br /&gt;
* [https://literaturfestival.com/wp-content/uploads/ilb-OpeningSpeech-2015-de.pdf „Beginnen wir mit dem Anfang“: Eröffnungsrede Javier Marías] auf dem 15. internationalen literaturfestival berlin 2015 (PDF 214&amp;amp;nbsp;KB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=115745459|LCCN=n79046139|NDL=00858851|VIAF=102346399}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Marias, Javier}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (Spanier)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Romancier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essayist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kolumnist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1951]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2022]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Han_Kang&amp;diff=623240</id>
		<title>Han Kang</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Han_Kang&amp;diff=623240"/>
		<updated>2025-07-10T19:20:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Han Kang&#039;&#039;&#039; ({{KoS|한강}}; * [[27. November]] [[1970]] in [[Gwangju]], [[Provinz]] [[Jeollanam-do|Süd-Jeolla]], [[Südkorea]]) ist eine südkoreanische [[Schriftsteller]]in. Im Jahr 2024 erhielt sie den [[Nobelpreis für Literatur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
Han Kang ist die Tochter des Schriftstellers [[Han Seung-won]] (Han Sŭngwon) und wurde 1970 in Gwangju geboren, wuchs jedoch ab ihrem elften Lebensjahr in [[Seoul]] auf. Sie studierte an der [[Yonsei University]] in Seoul [[Koreanische Literatur]] und graduierte dort im Jahr 1993. Han debütierte mit Gedichten, die in der Zeitschrift „Literatur und Gesellschaft“ (&#039;&#039;Munhak-kwa sahoe&#039;&#039;) erschienen, bekannt wurde sie kurz darauf jedoch als Prosaschriftstellerin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:7&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.koreatimes.co.kr/www/culture/2022/09/142_269542.html |titel=Han Kang hands over book to Norway&#039;s &#039;Future Library&#039; project |werk=The Korea Times |datum=2019-05-27 |sprache=en |abruf=2022-09-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1994 gewann Han mit der Kurzgeschichte &#039;&#039;Rotes Segel&#039;&#039; ({{lang|ko-Hang|붉은 닻}} &#039;&#039;Bulgeun Dat&#039;&#039;) den Literaturpreis der Zeitung [[Seoul Shinmun]]. In den Jahren nach 1994 begann Han Kang, kontinuierlich literarische Werke zu veröffentlichen, die ihre spätere Karriere stark prägten. Mit ihrer ersten Kurzgeschichtensammlung &#039;&#039;Liebe in Yŏsu&#039;&#039; im Jahr 1995 etablierte sie sich als aufstrebende Autorin in der südkoreanischen Literaturszene. Fünf Jahre später folgte ihre nächste Sammlung &#039;&#039;Die Früchte meiner Frau&#039;&#039;, in der sie ihre symbolhafte und poetische Erzählweise weiterentwickelte. Diese frühen Werke zeigen bereits die Themen von Transformation und Identität, die auch in ihren späteren international bekannten Werken wie &#039;&#039;Die Vegetarierin&#039;&#039; eine zentrale Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1999 gewann Han einen Preis für den besten koreanischen Roman, 2000 den „Preis für junge Künstler von heute“ des Ministeriums für Kultur und Tourismus und schließlich 2005 den [[Yi-Sang-Literaturpreis]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dong-a Ilbo]]: [http://english.donga.com/srv/service.php3?biid=2007110280268&amp;amp;path_dir=20071102 Human as Plants] abgerufen am 6. August 2013 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem arbeitete Han als Journalistin für die Zeitschriften „Wasser der tiefen Quelle“, „Journal der Publikationen“ und „Quelle“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://library.ltikorea.or.kr/writer/200306 Han Kang(한강)]. In: library.ltikorea.or.kr, Digital Library of Korean Literature, Writers &amp;amp; Media, abgerufen am 10. Oktober 2024 (mehrsprachig).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihr Roman &#039;&#039;[[Die Vegetarierin]]&#039;&#039; wurde 2010 verfilmt und der Kurzroman &#039;&#039;Baby Buddha&#039;&#039; diente als Grundlage für den Film &#039;&#039;Scar&#039;&#039;. Von 2007 bis 2018 lehrte Han [[Kreatives Schreiben]] am [[Seoul Institute of the Arts]], seitdem ist sie freie Schriftstellerin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rcwlitagency.com/authors/kang-han/ Han Kang]. In: rcwlitagency.com, RCW Literary Agency, abgerufen am 10. Oktober 2024 (englisch)&amp;amp;#x202f;-&amp;amp;#x202f;&amp;lt;br&amp;gt;[https://literaturfestival.com/authors/han-kang/ Han Kang]. In: literaturfestival.com, internationales literaturfestival berlin, abgerufen am 10. Oktober 2024&amp;amp;#x202f;-&amp;amp;#x202f;&amp;lt;br&amp;gt;siehe auch: Biogramm Han Kang, [http://www.hoamfoundation.org/eng/main/main.asp Ho-Am Prize], 2024 Laureates, The Arts, abgerufen am 10. Oktober 2024 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2016 erhielt Han zusammen mit ihrer Übersetzerin Deborah Smith für ihren 2015 ins [[Englische Sprache|Englische]] übersetzten Debütroman {{lang|ko-Hang|채식주의자}} &#039;&#039;The Vegetarian&#039;&#039; aus dem Jahr 2007 den mit 50.000 [[Pfund Sterling]] dotierten [[International Booker Prize|Man Booker International Prize]]. Der Roman stellt die südkoreanische Hausfrau Yeong-hye in den Mittelpunkt, die eines Tages beschließt, sich nur noch [[Vegetarismus|vegetarisch]] zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. Ihre passive Rebellion nimmt immer groteskere Ausmaße an, als sie sich in der Öffentlichkeit zu entblößen beginnt und von einem Leben als Pflanze träumt, was auf Unverständnis und Gegenwehr ihrer Familie stößt. 2009 wurde das Werk von Im U-seong verfilmt. Der Roman erschien im August 2016 unter dem Titel &#039;&#039;Die Vegetarierin&#039;&#039; auch auf Deutsch.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.boersenblatt.net/artikel-deutsche___bersetzung_von__the_vegetarian__erscheint_bei_aufbau.1148542.html &#039;&#039;Man Booker Prize für südkoreanische Autorin Han Kang&#039;&#039;.] boersenblatt.net, 17. Mai 2016, abgerufen am 17. Mai 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Protagonistin gilt als erste Frau in der [[Byronic Hero|Byronic-Hero-Rolle]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Felix Stephan]]: &#039;&#039;Lady Byron. Wie junge, außereuropäische Autorinnen die universalistische Literatur wiederbeleben.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Süddeutsche Zeitung]]&#039;&#039;, 12./13. Mai 2018, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2014 wurde in ihrer Heimat der Roman &#039;&#039;Der Junge kommt&#039;&#039; ({{lang|ko-Hang|소년 이 온다}} &#039;&#039;Sonyŏn i onda&#039;&#039;) veröffentlicht, in dem Han sich thematisch der gewaltsamen Zerschlagung des [[Gwangju-Aufstand]]s (1980) annimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/han-kang-ueber-menschenwerk-in-der-neuen-faq-15193608.html &#039;&#039;„Was Menschen zur Gewalt treibt, hat mich schon als Kind interessiert“&#039;&#039;] – Interview bei faz.net (abgerufen am 15. September 2017).&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine deutsche Übersetzung des Buchs erschien 2017 unter dem Titel &#039;&#039;Menschenwerk&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe die Rezension mit neueren historischen Hintergrundanalysen von Konstantin Kountouroyanis: &#039;&#039;Die Ethik des Erinnerns! Trauma, Zeugenschaft und Würde in Han Kangs „Menschenwerk“.&#039;&#039; In: DaF-Szene Korea - nachgeDACHt. Berlin/Seoul: FALK e.V. - LVK, 2025, vol. 60, No 1, p. 103 - 119. ISSN 1860-4463. [https://lvk-info.org/wp-content/uploads/2025/06/DaF-Szene-Korea-60_WEB.pdf Online verfügbar]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2018 schrieb Han einen Beitrag für das Kunstprojekt &#039;&#039;[[Future Library]]&#039;&#039; der schottischen Künstlerin [[Katie Paterson]]. Es soll im Jahr 2114 in einer 100 Texte umfassenden [[Anthologie]] veröffentlicht werden. Bis dahin wird das Manuskript unveröffentlicht und ungelesen in der [[Deichmanske bibliotek]] in [[Oslo]] verwahrt. Hans Beitrag trägt den Titel &#039;&#039;Dear Son, My Beloved&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:7&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 wurde Han mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Die Jury begründete den Preis mit “&#039;&#039;for her intense poetic prose that confronts historical traumas and exposes the fragility of human life&#039;&#039;” (für ihre intensive Prosa, die sich historischen Traumata stellt und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens aufzeigt).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nobelprize.org/prizes/literature/2024/press-release/ |titel=The Nobel Prize in Literature 2024 |sprache=en-US |abruf=2024-10-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit wurde erstmals ein Literaturnobelpreis nach Südkorea vergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2025 veröffentlichte Han den Roman &#039;&#039;We do not part&#039;&#039; (koreanische Originalausgabe 2021) in englischer Sprache (übersetzt von E. Yaewon und Paige Aniyah Morris), in welchem sie die Traumata der koreanischen Zivilbevölkerung während der Massaker zu Zeiten des Koreakrieges thematisiert. Ihre Protagonistin schildert eigene Erlebnisse und Erfahrungen einer Freundin im Rahmen der Aufarbeitung der Gräueltaten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Han Kang |Titel=We do not part |Auflage=1. |Verlag=Hamish Hamilton (Penguin Random House) |Ort=London |Datum=2025 |ISBN=978-0-241-60026-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die deutsche Übersetzung des Romans über das Koreanische [[Jeju-Aufstand|Jeju-Massaker]] erschien unter dem Titel &#039;&#039;Unmöglicher Abschied&#039;&#039; bereits im Dezember 2024 im Berliner Aufbau Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Koreanisch ===&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|여수의 사랑}} &#039;&#039;Liebe in Yŏsu&#039;&#039;, Munhak-kwa chisŏngsa (1995), ISBN 89-320-0750-0&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|검은 사슴}} &#039;&#039;Schwarzer Hirsch&#039;&#039;, Munhakdongne (1998), ISBN 89-8281-133-8&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|내 여자의 열매}} &#039;&#039;Die Früchte meiner Frau&#039;&#039;, Ch&#039;angbi (2000), ISBN 89-364-3657-0&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|그대의 차가운 손}} &#039;&#039;Deine kalte Hand&#039;&#039;, Munhak-kwa chisŏngsa (2002), ISBN 978-89-320-1304-6&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|붉은 꽃 이야기}} &#039;&#039;Die Geschichte der purpurnen Blume&#039;&#039;, Yŏllimwŏn (2003), ISBN 89-7063-333-2&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|가만가만 부르는 노래}} &#039;&#039;Das sanft gesungene Lied&#039;&#039;, Pich&#039;ae (2007), ISBN 978-89-92036-27-6&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|채식주의자}} &#039;&#039;Die Vegetarierin&#039;&#039;, Ch&#039;angbi (2007), ISBN 978-89-364-3359-8&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|사랑과 사랑을 둘러싼 것들}} &#039;&#039;Liebe und das was Liebe umfasst&#039;&#039;, Yŏllimwŏn (2009), ISBN 978-89-7063-369-5&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|희랍어 시간}} &#039;&#039;Zeit für Griechisch&#039;&#039;, Munhakdongne (2011), ISBN 978-89-546-1651-5&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|노랑무늬 영원}} &#039;&#039;Ewiges gelbes Muster&#039;&#039;, Munhak-kwa chisŏngsa (2012), ISBN 978-89-320-2353-3&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|회복하는 인간}} &#039;&#039;Genesende Menschheit&#039;&#039;, Asia (2013), ISBN 978-89-94006-82-6&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|서랍에 저녁을 넣어 두었다}} &#039;&#039;Den Abend in die Schublade gelegt&#039;&#039;, Munhak-kwa chisŏngsa (2013), ISBN 978-89-320-2463-9&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|소년 이 온다}} &#039;&#039;Der Junge kommt&#039;&#039;, Changbi (2014), ISBN 978-89-364-3412-0&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|흰}} &#039;&#039;Weiß&#039;&#039; (2016), ISBN 978-89-546-5113-4&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|작별하지 않는다}} &#039;&#039;Unmöglicher Abschied&#039;&#039;, Munhakdongne (2021), ISBN 978-89-546-8215-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bilderbücher (Text) ====&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|내 이름은 태양꽃}} &#039;&#039;Mein Name ist Sonnenblume&#039;&#039;, Munhakdogne (2002), ISBN 978-89-8281-479-2&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|천둥 꼬마 선녀 번개 꼬마 선녀}} &#039;&#039;Die kleine Donnerfee und die kleine Blitzfee&#039;&#039;, Munhakdogne Ŏrini (2007), ISBN 978-89-546-0279-2&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|눈물상자}} &#039;&#039;Die Tränenkiste&#039;&#039; (2008), ISBN 978-89-546-0581-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übersetzungen ins Deutsche ===&lt;br /&gt;
[[File:Han Kang Griechischstunden 2024 Titel.jpg|thumb|hochkant|&#039;&#039;Griechischstunden&#039;&#039; (2024)]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Früchte meiner Frau&#039;&#039;. In: Sylvia Bräsel, Lie Kwang-Sook (Hrsg.): &#039;&#039;Koreanische Erzählungen&#039;&#039;. Dtv, München 2005, ISBN 3-423-13381-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Die Vegetarierin]]&#039;&#039;. Roman. Übersetzung von [[Ki-Hyang Lee]]. Aufbau Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-351-03653-9.&amp;lt;ref&amp;gt;Maximilian Kalkhof: [http://www.spiegel.de/kultur/literatur/die-vegetarierin-von-han-kang-sie-traeumt-davon-eine-pflanze-zu-werden-a-1107714.html &#039;&#039;Rebellion einer Hausfrau: Sie träumt davon, eine Pflanze zu werden&#039;&#039;.] [[Der Spiegel (online)|Spiegel Online]], 15. August 2016, abgerufen am 16. August 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Menschenwerk]]&#039;&#039;. Roman. Übersetzt von Ki-Hyang Lee. Aufbau Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-351-03683-6.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum haben Sie auf mich geschossen?&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]]&#039;&#039;, 21. September 2017, S. 10&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Deine kalten Hände]]&#039;&#039;. Roman. Übersetzt von Kyong-Hae Flügel. Aufbau Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-351-03762-8.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.aufbau-verlag.de/index.php/deine-kalten-hande.html |titel=Deine kalten Hände |zugriff=2019-03-02 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ndr.de/kultur/buch/Han-Kang-Deine-kalten-Haende,hankang102.html| titel=Deine kalten Hände |hrsg=NDR |zugriff=2019-03-02 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Weiß&#039;&#039;. Übersetzt von Ki-Hyang Lee. Aufbau Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-351-03722-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Griechischstunden&#039;&#039;. Übersetzt von Ki-Hyang Lee. Aufbau Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-351-03792-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Unmöglicher Abschied]]&#039;&#039;. Roman. Original 작별하지 않는다, Munhakdongne, 2021. Übersetzt von Ki-Hyang Lee. Aufbau Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-351-04184-7.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url= https://www.deutschlandfunk.de/han-kang-unmoeglicher-abschied-dlf-895789ad-100.html |titel=Der Schnee auf den Gesichtern der Toten |autor=Wiebke Porombka |hrsg=Deutschlandfunk Büchermarkt |zugriff=2024-12-12| sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://han-kang.net/ Offizieller Webauftritt] (koreanisch, englisch)&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|1038023009|NAME=Han, Gang}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Literaturnobelpreisträger}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1038023009|LCCN=nr/00/32424|NDL=001110424|VIAF=7231097}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Han, Kang}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nobelpreisträger für Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (Südkoreaner)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Romancier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lyriker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essayist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Journalist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südkoreaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1970]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Han_Kang&amp;diff=623239</id>
		<title>Han Kang</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Han_Kang&amp;diff=623239"/>
		<updated>2025-07-10T19:19:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Koreanischer Name| Datei = Han_Kang,_2024_Nobel_Prize_Laureate_in_Literature_(cropped).jpg| Bildunterschrift = Han Kang, 2024| Hangeul = 한강| Hanja = 韓江| Rr = Han Gang| Mr = Han Kang}}&lt;br /&gt;
[[File:Han Kang Vegetarian 2015 title.jpg|thumb|hochkant|Man Booker International Prize 2016]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Han Kang&#039;&#039;&#039; ({{KoS|한강}}; * [[27. November]] [[1970]] in [[Gwangju]], [[Provinz]] [[Jeollanam-do|Süd-Jeolla]], [[Südkorea]]) ist eine südkoreanische [[Schriftsteller]]in. Im Jahr 2024 erhielt sie den [[Nobelpreis für Literatur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
Han Kang ist die Tochter des Schriftstellers [[Han Seung-won]] (Han Sŭngwon) und wurde 1970 in Gwangju geboren, wuchs jedoch ab ihrem elften Lebensjahr in [[Seoul]] auf. Sie studierte an der [[Yonsei University]] in Seoul [[Koreanische Literatur]] und graduierte dort im Jahr 1993. Han debütierte mit Gedichten, die in der Zeitschrift „Literatur und Gesellschaft“ (&#039;&#039;Munhak-kwa sahoe&#039;&#039;) erschienen, bekannt wurde sie kurz darauf jedoch als Prosaschriftstellerin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:7&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.koreatimes.co.kr/www/culture/2022/09/142_269542.html |titel=Han Kang hands over book to Norway&#039;s &#039;Future Library&#039; project |werk=The Korea Times |datum=2019-05-27 |sprache=en |abruf=2022-09-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1994 gewann Han mit der Kurzgeschichte &#039;&#039;Rotes Segel&#039;&#039; ({{lang|ko-Hang|붉은 닻}} &#039;&#039;Bulgeun Dat&#039;&#039;) den Literaturpreis der Zeitung [[Seoul Shinmun]]. In den Jahren nach 1994 begann Han Kang, kontinuierlich literarische Werke zu veröffentlichen, die ihre spätere Karriere stark prägten. Mit ihrer ersten Kurzgeschichtensammlung &#039;&#039;Liebe in Yŏsu&#039;&#039; im Jahr 1995 etablierte sie sich als aufstrebende Autorin in der südkoreanischen Literaturszene. Fünf Jahre später folgte ihre nächste Sammlung &#039;&#039;Die Früchte meiner Frau&#039;&#039;, in der sie ihre symbolhafte und poetische Erzählweise weiterentwickelte. Diese frühen Werke zeigen bereits die Themen von Transformation und Identität, die auch in ihren späteren international bekannten Werken wie &#039;&#039;Die Vegetarierin&#039;&#039; eine zentrale Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1999 gewann Han einen Preis für den besten koreanischen Roman, 2000 den „Preis für junge Künstler von heute“ des Ministeriums für Kultur und Tourismus und schließlich 2005 den [[Yi-Sang-Literaturpreis]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dong-a Ilbo]]: [http://english.donga.com/srv/service.php3?biid=2007110280268&amp;amp;path_dir=20071102 Human as Plants] abgerufen am 6. August 2013 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem arbeitete Han als Journalistin für die Zeitschriften „Wasser der tiefen Quelle“, „Journal der Publikationen“ und „Quelle“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://library.ltikorea.or.kr/writer/200306 Han Kang(한강)]. In: library.ltikorea.or.kr, Digital Library of Korean Literature, Writers &amp;amp; Media, abgerufen am 10. Oktober 2024 (mehrsprachig).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihr Roman &#039;&#039;[[Die Vegetarierin]]&#039;&#039; wurde 2010 verfilmt und der Kurzroman &#039;&#039;Baby Buddha&#039;&#039; diente als Grundlage für den Film &#039;&#039;Scar&#039;&#039;. Von 2007 bis 2018 lehrte Han [[Kreatives Schreiben]] am [[Seoul Institute of the Arts]], seitdem ist sie freie Schriftstellerin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rcwlitagency.com/authors/kang-han/ Han Kang]. In: rcwlitagency.com, RCW Literary Agency, abgerufen am 10. Oktober 2024 (englisch)&amp;amp;#x202f;-&amp;amp;#x202f;&amp;lt;br&amp;gt;[https://literaturfestival.com/authors/han-kang/ Han Kang]. In: literaturfestival.com, internationales literaturfestival berlin, abgerufen am 10. Oktober 2024&amp;amp;#x202f;-&amp;amp;#x202f;&amp;lt;br&amp;gt;siehe auch: Biogramm Han Kang, [http://www.hoamfoundation.org/eng/main/main.asp Ho-Am Prize], 2024 Laureates, The Arts, abgerufen am 10. Oktober 2024 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2016 erhielt Han zusammen mit ihrer Übersetzerin Deborah Smith für ihren 2015 ins [[Englische Sprache|Englische]] übersetzten Debütroman {{lang|ko-Hang|채식주의자}} &#039;&#039;The Vegetarian&#039;&#039; aus dem Jahr 2007 den mit 50.000 [[Pfund Sterling]] dotierten [[International Booker Prize|Man Booker International Prize]]. Der Roman stellt die südkoreanische Hausfrau Yeong-hye in den Mittelpunkt, die eines Tages beschließt, sich nur noch [[Vegetarismus|vegetarisch]] zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. Ihre passive Rebellion nimmt immer groteskere Ausmaße an, als sie sich in der Öffentlichkeit zu entblößen beginnt und von einem Leben als Pflanze träumt, was auf Unverständnis und Gegenwehr ihrer Familie stößt. 2009 wurde das Werk von Im U-seong verfilmt. Der Roman erschien im August 2016 unter dem Titel &#039;&#039;Die Vegetarierin&#039;&#039; auch auf Deutsch.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.boersenblatt.net/artikel-deutsche___bersetzung_von__the_vegetarian__erscheint_bei_aufbau.1148542.html &#039;&#039;Man Booker Prize für südkoreanische Autorin Han Kang&#039;&#039;.] boersenblatt.net, 17. Mai 2016, abgerufen am 17. Mai 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Protagonistin gilt als erste Frau in der [[Byronic Hero|Byronic-Hero-Rolle]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Felix Stephan]]: &#039;&#039;Lady Byron. Wie junge, außereuropäische Autorinnen die universalistische Literatur wiederbeleben.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Süddeutsche Zeitung]]&#039;&#039;, 12./13. Mai 2018, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2014 wurde in ihrer Heimat der Roman &#039;&#039;Der Junge kommt&#039;&#039; ({{lang|ko-Hang|소년 이 온다}} &#039;&#039;Sonyŏn i onda&#039;&#039;) veröffentlicht, in dem Han sich thematisch der gewaltsamen Zerschlagung des [[Gwangju-Aufstand]]s (1980) annimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/han-kang-ueber-menschenwerk-in-der-neuen-faq-15193608.html &#039;&#039;„Was Menschen zur Gewalt treibt, hat mich schon als Kind interessiert“&#039;&#039;] – Interview bei faz.net (abgerufen am 15. September 2017).&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine deutsche Übersetzung des Buchs erschien 2017 unter dem Titel &#039;&#039;Menschenwerk&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe die Rezension mit neueren historischen Hintergrundanalysen von Konstantin Kountouroyanis: &#039;&#039;Die Ethik des Erinnerns! Trauma, Zeugenschaft und Würde in Han Kangs „Menschenwerk“.&#039;&#039; In: DaF-Szene Korea - nachgeDACHt. Berlin/Seoul: FALK e.V. - LVK, 2025, vol. 60, No 1, p. 103 - 119. ISSN 1860-4463. [https://lvk-info.org/wp-content/uploads/2025/06/DaF-Szene-Korea-60_WEB.pdf Online verfügbar]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2018 schrieb Han einen Beitrag für das Kunstprojekt &#039;&#039;[[Future Library]]&#039;&#039; der schottischen Künstlerin [[Katie Paterson]]. Es soll im Jahr 2114 in einer 100 Texte umfassenden [[Anthologie]] veröffentlicht werden. Bis dahin wird das Manuskript unveröffentlicht und ungelesen in der [[Deichmanske bibliotek]] in [[Oslo]] verwahrt. Hans Beitrag trägt den Titel &#039;&#039;Dear Son, My Beloved&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:7&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 wurde Han mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Die Jury begründete den Preis mit “&#039;&#039;for her intense poetic prose that confronts historical traumas and exposes the fragility of human life&#039;&#039;” (für ihre intensive Prosa, die sich historischen Traumata stellt und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens aufzeigt).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nobelprize.org/prizes/literature/2024/press-release/ |titel=The Nobel Prize in Literature 2024 |sprache=en-US |abruf=2024-10-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit wurde erstmals ein Literaturnobelpreis nach Südkorea vergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2025 veröffentlichte Han den Roman &#039;&#039;We do not part&#039;&#039; (koreanische Originalausgabe 2021) in englischer Sprache (übersetzt von E. Yaewon und Paige Aniyah Morris), in welchem sie die Traumata der koreanischen Zivilbevölkerung während der Massaker zu Zeiten des Koreakrieges thematisiert. Ihre Protagonistin schildert eigene Erlebnisse und Erfahrungen einer Freundin im Rahmen der Aufarbeitung der Gräueltaten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Han Kang |Titel=We do not part |Auflage=1. |Verlag=Hamish Hamilton (Penguin Random House) |Ort=London |Datum=2025 |ISBN=978-0-241-60026-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die deutsche Übersetzung des Romans über das Koreanische [[Jeju-Aufstand|Jeju-Massaker]] erschien unter dem Titel &#039;&#039;Unmöglicher Abschied&#039;&#039; bereits im Dezember 2024 im Berliner Aufbau Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
=== Koreanisch ===&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|여수의 사랑}} &#039;&#039;Liebe in Yŏsu&#039;&#039;, Munhak-kwa chisŏngsa (1995), ISBN 89-320-0750-0&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|검은 사슴}} &#039;&#039;Schwarzer Hirsch&#039;&#039;, Munhakdongne (1998), ISBN 89-8281-133-8&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|내 여자의 열매}} &#039;&#039;Die Früchte meiner Frau&#039;&#039;, Ch&#039;angbi (2000), ISBN 89-364-3657-0&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|그대의 차가운 손}} &#039;&#039;Deine kalte Hand&#039;&#039;, Munhak-kwa chisŏngsa (2002), ISBN 978-89-320-1304-6&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|붉은 꽃 이야기}} &#039;&#039;Die Geschichte der purpurnen Blume&#039;&#039;, Yŏllimwŏn (2003), ISBN 89-7063-333-2&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|가만가만 부르는 노래}} &#039;&#039;Das sanft gesungene Lied&#039;&#039;, Pich&#039;ae (2007), ISBN 978-89-92036-27-6&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|채식주의자}} &#039;&#039;Die Vegetarierin&#039;&#039;, Ch&#039;angbi (2007), ISBN 978-89-364-3359-8&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|사랑과 사랑을 둘러싼 것들}} &#039;&#039;Liebe und das was Liebe umfasst&#039;&#039;, Yŏllimwŏn (2009), ISBN 978-89-7063-369-5&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|희랍어 시간}} &#039;&#039;Zeit für Griechisch&#039;&#039;, Munhakdongne (2011), ISBN 978-89-546-1651-5&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|노랑무늬 영원}} &#039;&#039;Ewiges gelbes Muster&#039;&#039;, Munhak-kwa chisŏngsa (2012), ISBN 978-89-320-2353-3&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|회복하는 인간}} &#039;&#039;Genesende Menschheit&#039;&#039;, Asia (2013), ISBN 978-89-94006-82-6&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|서랍에 저녁을 넣어 두었다}} &#039;&#039;Den Abend in die Schublade gelegt&#039;&#039;, Munhak-kwa chisŏngsa (2013), ISBN 978-89-320-2463-9&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|소년 이 온다}} &#039;&#039;Der Junge kommt&#039;&#039;, Changbi (2014), ISBN 978-89-364-3412-0&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|흰}} &#039;&#039;Weiß&#039;&#039; (2016), ISBN 978-89-546-5113-4&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|작별하지 않는다}} &#039;&#039;Unmöglicher Abschied&#039;&#039;, Munhakdongne (2021), ISBN 978-89-546-8215-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bilderbücher (Text) ====&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|내 이름은 태양꽃}} &#039;&#039;Mein Name ist Sonnenblume&#039;&#039;, Munhakdogne (2002), ISBN 978-89-8281-479-2&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|천둥 꼬마 선녀 번개 꼬마 선녀}} &#039;&#039;Die kleine Donnerfee und die kleine Blitzfee&#039;&#039;, Munhakdogne Ŏrini (2007), ISBN 978-89-546-0279-2&lt;br /&gt;
* {{lang|ko-Hang|눈물상자}} &#039;&#039;Die Tränenkiste&#039;&#039; (2008), ISBN 978-89-546-0581-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übersetzungen ins Deutsche ===&lt;br /&gt;
[[File:Han Kang Griechischstunden 2024 Titel.jpg|thumb|hochkant|&#039;&#039;Griechischstunden&#039;&#039; (2024)]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Früchte meiner Frau&#039;&#039;. In: Sylvia Bräsel, Lie Kwang-Sook (Hrsg.): &#039;&#039;Koreanische Erzählungen&#039;&#039;. Dtv, München 2005, ISBN 3-423-13381-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Die Vegetarierin]]&#039;&#039;. Roman. Übersetzung von [[Ki-Hyang Lee]]. Aufbau Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-351-03653-9.&amp;lt;ref&amp;gt;Maximilian Kalkhof: [http://www.spiegel.de/kultur/literatur/die-vegetarierin-von-han-kang-sie-traeumt-davon-eine-pflanze-zu-werden-a-1107714.html &#039;&#039;Rebellion einer Hausfrau: Sie träumt davon, eine Pflanze zu werden&#039;&#039;.] [[Der Spiegel (online)|Spiegel Online]], 15. August 2016, abgerufen am 16. August 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Menschenwerk]]&#039;&#039;. Roman. Übersetzt von Ki-Hyang Lee. Aufbau Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-351-03683-6.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Warum haben Sie auf mich geschossen?&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]]&#039;&#039;, 21. September 2017, S. 10&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Deine kalten Hände]]&#039;&#039;. Roman. Übersetzt von Kyong-Hae Flügel. Aufbau Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-351-03762-8.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.aufbau-verlag.de/index.php/deine-kalten-hande.html |titel=Deine kalten Hände |zugriff=2019-03-02 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ndr.de/kultur/buch/Han-Kang-Deine-kalten-Haende,hankang102.html| titel=Deine kalten Hände |hrsg=NDR |zugriff=2019-03-02 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Weiß&#039;&#039;. Übersetzt von Ki-Hyang Lee. Aufbau Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-351-03722-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Griechischstunden&#039;&#039;. Übersetzt von Ki-Hyang Lee. Aufbau Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-351-03792-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Unmöglicher Abschied]]&#039;&#039;. Roman. Original 작별하지 않는다, Munhakdongne, 2021. Übersetzt von Ki-Hyang Lee. Aufbau Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-351-04184-7.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url= https://www.deutschlandfunk.de/han-kang-unmoeglicher-abschied-dlf-895789ad-100.html |titel=Der Schnee auf den Gesichtern der Toten |autor=Wiebke Porombka |hrsg=Deutschlandfunk Büchermarkt |zugriff=2024-12-12| sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://han-kang.net/ Offizieller Webauftritt] (koreanisch, englisch)&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|1038023009|NAME=Han, Gang}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Literaturnobelpreisträger}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1038023009|LCCN=nr/00/32424|NDL=001110424|VIAF=7231097}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Han, Kang}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nobelpreisträger für Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Martin_Walser&amp;diff=623238</id>
		<title>Martin Walser</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Martin_Walser&amp;diff=623238"/>
		<updated>2025-07-10T19:16:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Hörspiele */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Martin Walser Frankfurter Buchmesse 2013 1.JPG|mini|Martin Walser (2013) [[Datei:Walser Signature.jpg|200px|zentriert|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Martin Johannes Walser&#039;&#039;&#039; (* [[24. März]] [[1927]] in [[Wasserburg (Bodensee)]]; † [[26. Juli]] [[2023]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;stern&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Schriftsteller Martin Walser ist tot| Sammelwerk=[[Stern (Zeitschrift)|Stern]]| Datum=2023-07-28| Online=https://www.stern.de/kultur/laut-medienberichten--schriftsteller-martin-walser-tot-33692532.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sueddeutsche&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://trauer.sueddeutsche.de/traueranzeige/martin-walser |titel=Martin Walser |werk=SZ Gedenken (trauer.sueddeutsche) |hrsg=Süddeutsche Zeitung |datum=2023-08-05 |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Überlingen]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Schriftsteller]]. Bekannt wurde er durch seine Darstellung innerer Konflikte der [[Antiheld]]en in seinen [[Roman]]en und [[Erzählung]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Geburtshaus von Martin Walser in Wasserburg.jpg|mini|Martin Walsers Geburtshaus am Bahnhof in Wasserburg am Bodensee (2017)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehrenbürgerschafft in Wasserburg am Bodensee.jpg|mini|Plakette am Geburtshaus von Martin Walser in Wasserburg]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Dünenstr 47 (Heringsdorf) Martin Walser.jpg|mini|[[Gedenktafel]] in [[Heringsdorf]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Walsers Eltern, der Gastwirt Martin Walser und dessen Ehefrau, eine geborene Schmid, betrieben die [[Bahnhofsrestauration]] und eine Kohlenhandlung in Wasserburg am [[Bodensee]]. Das Milieu seiner Kindheit wird im Roman &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039; geschildert. 1938 bis 1943 besuchte er die [[Bodensee-Gymnasium Lindau#Geschichte|Oberschule bzw. Oberrealschule]] in [[Lindau (Bodensee)|Lindau]]; dann wurde er als [[Flakhelfer]] eingezogen und leistete von 1944 bis 1945 Wehrdienst. Am 30. Januar 1944 beantragte Walser die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde zum 20. April desselben Jahres aufgenommen ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 9.742.136).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]] R 9361-IX KARTEI/46770948&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Dieter Hildebrandt soll in NSDAP gewesen sein| Sammelwerk=[[Die Welt]]| Datum=2007-06-30| Online=https://www.welt.de/politik/article987203/Dieter-Hildebrandt-soll-in-NSDAP-gewesen-sein.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walser bestritt entschieden, jemals einen Aufnahmeantrag ausgefüllt zu haben,&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Hubert Spiegel| Titel=All diese Karteikarten der NSDAP| Sammelwerk=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]| Datum=2007-07-02| Online=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/walser-lenz-und-hildebrandt-all-diese-karteikarten-der-nsdap-1463545.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; allerdings war nach aktuellem Forschungsstand eine Aufnahme ohne eigenes Zutun nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Armin Nolzen: „Vom ‚Jugendgenossen‘ zum ‚Parteigenossen‘. Die Aufnahme von Angehörigen der Hitler-Jugend in die NSDAP“, in: Benz, Wolfgang (Hg.): „Wie wurde man Parteigenosse? Die NSDAP und ihre Mitglieder, Fischer Verlag 2009, S. 123–150&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Reichsarbeitsdienst]] erlebte er das Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] als Soldat der [[Wehrmacht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende machte er 1946 in Lindau am [[Bodensee-Gymnasium Lindau|Bodensee-Gymnasium]] das [[Abitur]]. Er war katholisch und studierte an der [[Philosophisch-theologische Hochschule Regensburg|Philosophisch-theologischen Hochschule Regensburg]] und von 1948 bis 1951 an der [[Eberhard Karls Universität Tübingen]] Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. 1950 heiratete er Katharina „Käthe“ Neuner-Jehle, geborene Jehle. Aus dieser Ehe gingen die Töchter [[Franziska Walser|Franziska]], [[Johanna Walser|Katharina-Johanna]], [[Alissa Walser|Alissa]] und [[Theresia Walser|Theresia]] hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;munzinger&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.munzinger.de/search/document?index=mol-00&amp;amp;id=00000023305&amp;amp;type=text/html&amp;amp;query.key=OQN8OuD7&amp;amp;template=/publikationen/personen/document.jsp&amp;amp;preview= |titel=Alissa Walser  |werk=www.munzinger.de |hrsg=[[Munzinger-Archiv]] |abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit [[Maria Carlsson]], der damaligen Lebensgefährtin und späteren Ehefrau des &#039;&#039;[[Der Spiegel|Spiegel]]&#039;&#039;-Gründers [[Rudolf Augstein]], hatte er außerdem den Sohn [[Jakob Augstein]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Martin Walser ist Jakob Augsteins leiblicher Vater| Sammelwerk=Die Welt| Datum=2009-11-26| Online=https://www.welt.de/kultur/article5339459/Martin-Walser-ist-Jakob-Augsteins-leiblicher-Vater.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2009 gab Jakob Augstein bekannt, dass Walser sein leiblicher Vater sei, was er 2002 nach dem Tod von Rudolf Augstein durch seine Mutter erfahren hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;frankfurter rundschau&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Ulrike Simon| Titel=Walser ist wahrer Vater von Augstein-Sohn| Sammelwerk=[[Frankfurter Rundschau]]| Datum=2009-11-27| Online=https://www.fr.de/kultur/walser-wahrer-vater-augstein-sohn-11524441.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walser und Augstein trafen sich seither häufig. Über die späte Vaterschaft merkte Walser 2017 an: „Ich hab nur gemerkt, dass diese Besuchsvaterschaft ein Immer-zu-wenig war“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Volker Weidermann |url=https://www.spiegel.de/spiegel/jakob-augstein-und-martin-walser-ueber-ihr-vater-sohn-verhaeltnis-a-1179837.html |titel=Jakob Augstein und Martin Walser über ihr Vater-Sohn-Verhältnis |werk=Der Spiegel – Kultur |datum=2017-11-25 |sprache=de |abruf=2020-02-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war zudem Schwiegervater des Schriftstellers [[Sascha Anderson]], der mit seiner Tochter Alissa verheiratet ist, und des Schauspielers [[Edgar Selge]], des Ehemannes seiner ältesten Tochter Franziska.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Studiums begann Walser 1949, für den neu gegründeten [[Süddeutscher Rundfunk|Süddeutschen Rundfunk]] (SDR) als [[Reporter]] zu arbeiten und [[Hörspiel]]e zu schreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Edgar Lersch, Reinhold Viehoff |Titel=Rundfunk, Politik, Literatur. Martin Walsers frühe Erfahrungen beim Süddeutschen Rundfunk zwischen 1949 und 1957 |Sammelwerk=[[Jahrbuch Medien und Geschichte]] |Band=2 |Nummer= |Datum=2002 |Seiten=213–257}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine zwischenzeitliche Festanstellung beim SDR ermöglichte ihm 1951 die [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum Dr. phil. in Tübingen mit einer [[Dissertation]] über [[Franz Kafka]].&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Helmut Jedele]] bildete er den Kern der „Genietruppe“ des Stuttgarter Hörfunks und baute als freier Mitarbeiter den Fernsehbereich des Senders mit auf. Er führte Hörspielregie und wirkte 1953 am Buch der ersten Fernsehfilmproduktion des deutschen Nachkriegsfernsehens mit.&amp;lt;ref&amp;gt;Titel: &#039;&#039;Man erholt sich. Ein sommerliches Ferienfeuilleton.&#039;&#039; Erstausstrahlung 1955. Vgl. [[Harald Keller (Journalist)|Harald Keller]]: &#039;&#039;Der Dichter als Fernsehpionier – Ein Nachtrag zum 85. Geburtstag von Martin Walser.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Funkkorrespondenz]].&#039;&#039; 29. März 2012, {{ZDB|525657-4}}, sowie Jörg Magenau: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9, S.&amp;amp;nbsp;103–106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Parallel dazu vertiefte er als Rundfunkredakteur und Autor seine Kontakte zur Literaturszene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1953 wurde Walser regelmäßig zu den Tagungen der [[Gruppe 47]] eingeladen, die ihn 1955 für die Erzählung &#039;&#039;Templones Ende&#039;&#039; auszeichnete. Sein erster Roman &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]]&#039;&#039; erschien 1957 und wurde ein großer Erfolg. Walser lebte von da an mit seiner Familie als freier Schriftsteller erst in [[Friedrichshafen]] und dann in [[Nußdorf (Überlingen)|Nußdorf]] am Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er-Jahren setzte sich Walser, wie [[Günter Grass]] und andere, vor allem linke [[Intellektueller|Intellektuelle]], für die Wahl von [[Willy Brandt]] zum Bundeskanzler ein. 1964 war er Zuhörer beim [[Auschwitz-Prozess]] in Frankfurt. Er engagierte sich gegen den [[Vietnamkrieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Carlo Schellemann und Martin Walser: &#039;&#039;Stationen Vietnams.&#039;&#039; Röderberg-Verlag, Frankfurt 1968.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er reiste nach Moskau und galt (auch seinem Verleger [[Siegfried Unseld]]) in den 1960er- und 1970er-Jahren als Sympathisant der [[Deutsche Kommunistische Partei|Deutschen Kommunistischen Partei]], der er aber nie als Mitglied angehörte. Er war mit [[Ernst Bloch]], [[Robert Steigerwald]] u.&amp;amp;nbsp;a. befreundet. Im Jahr 1973 war er in den USA Gastdozent des [[Middlebury College]] in Vermont und der Universität Austin, 1976 Gastdozent der [[West Virginia University]] in [[Morgantown (West Virginia)]]. 1988 hielt Walser im Rahmen der Reihe &#039;&#039;Reden über das eigene Land&#039;&#039; eine Rede, in der er deutlich machte, dass er die [[deutsche Teilung]] als schmerzende Lücke empfand, mit der er sich nicht abfinden wollte. Diesen Stoff machte er auch zum Thema seiner Erzählung &#039;&#039;Dorle und Wolf&#039;&#039;. Auch wenn Walser ausdrücklich betonte, dass sich seine Haltung über die Zeit nicht verändert habe, sprechen einige Beobachter von einem Sinneswandel des Autors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine in Verlagsverträgen ungewöhnliche Klausel ermöglichte es Walser, nach dem Tod von Siegfried Unseld mit allen seinen Werken 2004 vom [[Suhrkamp Verlag]] zum [[Rowohlt Verlag]] zu wechseln. Insbesondere spielte laut eigener Aussage dabei die fehlende Positionierung des Verlags im Streit um seinen umstrittenen Roman &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]]&#039;&#039; eine Rolle. Walser hatte in diesem Zusammenhang den [[Literaturkritiker]] [[Marcel Reich-Ranicki]] einerseits als Person und andererseits als Symbol einer angeblich unredlichen Kulturszene angegriffen. Unter anderen [[Frank Schirrmacher]] kritisierte diesbezüglich ein „Spiel mit [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Klischees“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser war Mitglied der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste]] in [[Berlin]], der [[Sächsische Akademie der Künste|Sächsischen Akademie der Künste]], der [[Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung|Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung]] in [[Darmstadt]] und des [[PEN-Zentrum Deutschland|PEN-Zentrums Deutschland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2007 gab Walser einen Großteil seiner Manuskripte als [[Nachlass#Arten von Nachlässen|Vorlass]] an das [[Deutsches Literaturarchiv Marbach|Deutsche Literaturarchiv Marbach]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.presseportal.de/pm/7169/1000995 |titel=Martin Walser gibt Vorlass an Deutsches Literaturarchiv MarbachWalser bezeichnet es als „erträgliche Vorstellung“, seine Manuskripte im „unterirdischen Himmel“ von Marbach zu wissen |datum=2007-06-13 |sprache=de |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Teile davon sind im [[Literaturmuseum der Moderne]] in Marbach in der Dauerausstellung zu sehen, dazu gehören die Manuskripte von &#039;&#039;Ehen in Philippsburg&#039;&#039;, &#039;&#039;Das Einhorn&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 überließ Walser den aus Entwürfen, Manuskripten und Übersetzungen seiner erzählerischen, dramatischen und essayistischen Werke sowie 75 Tagebüchern bestehenden Vorlass dem Deutschen Literaturarchiv.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{{Webarchiv |url=https://www.deutschlandfunk.de/martin-walser-ueberlaesst-dem-deutschen-literaturarchiv-marbach-seinen-vorlass-100.html |text=Martin Walser überlässt dem Deutschen Literaturarchiv Marbach seinen Vorlass. |wayback=20220703063502}}&#039;&#039; In: [[deutschlandfunk]].de, 3. Juli 2022, abgerufen am 1. August 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.spiegel.de/kultur/marbach-martin-walser-hat-sein-werk-dem-literaturarchiv-uebergeben-a-647f32f5-4068-4689-ae98-73f7ee63ca9c Martin Walser hat sein Werk dem Literaturarchiv übergeben.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Der Spiegel (online)|Spiegel Online]],&#039;&#039; 3. Juli 2022, abgerufen am 3. Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Literaturhaus München zeigte 2005 die von [[Armin Kratzert]] und [[Jörg Magenau]] kuratierte Ausstellung „Martin Walser. Nichts ist ohne sein Gegenteil wahr“. Anlässlich Walsers 75. Geburtstag im Jahr 2002 wurde die Dokumentation &#039;&#039;Martin Walser – Eine Deutschlandreise&#039;&#039; ausgestrahlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.swr.de/swrkultur/literatur/martin-walser-95-100.html „In dem Augenblick, in dem ich schreibe, bin ich unsterblich“], abgerufen am 24. Januar 2025&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu seinem 85. Geburtstag im Jahr 2012 folgte die Dokumentation &#039;&#039;Martin Walser – Ein Leben für Alle und Keinen&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;/&amp;gt; Zu Walsers 90. Geburtstag sendete die [[ARD]] die 90-minütige Dokumentation &#039;&#039;Mein Diesseits – Unterwegs mit Martin Walser&#039;&#039; (Buch und Regie Frank Hertweck),&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://web.archive.org/web/20170319022253/http://www.swr.de:80/film/doku-martin-walser-mein-diesseits/-/id=5791128/did=18820724/nid=5791128/tg03c/index.html |titel=Eine Lebensreise um den Bodensee mit Denis Scheck: Mein Diesseits – Unterwegs mit Martin Walser |werk=SWR.de |hrsg=SWR Fernsehen |datum=2017-03-19 |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der [[Denis Scheck]] gemeinsam mit Walser die wichtigen am [[Bodensee]] gelegenen Stationen dessen Lebens besucht, wie etwa sein Geburtshaus, das heute eine [[Ballett]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;schule ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war Erstunterzeichner des [[Emma (Zeitschrift)#Krieg in der Ukraine|in der Zeitschrift &#039;&#039;Emma&#039;&#039; veröffentlichten offenen Briefs]] an [[Olaf Scholz|Bundeskanzler Scholz]] vom 29. April 2022, der sich aus Sorge vor einem [[Dritter Weltkrieg|Dritten Weltkrieg]] im Kontext des [[Russischer Überfall auf die Ukraine 2022|Ukraine-Konflikts]] gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Offener Brief an Kanzler Olaf Scholz.&#039;&#039; [https://www.emma.de/artikel/offener-brief-bundeskanzler-scholz-339463 Online auf www.emma.de], abgerufen am 30. April 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser war bis zuletzt unermüdlich produktiv. Auch in seinem letzten Lebensabschnitt „legte er Jahr für Jahr einen neuen Roman vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;EbelNachrufTA&amp;quot;&amp;gt;[[Martin Ebel (Literaturkritiker)|Martin Ebel]]: &#039;&#039;Der Mann, der die Wörter liebte. Nachruf auf Martin Walser.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Tages-Anzeiger]]&#039;&#039; vom 29. Juli 2023, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; Martin Walser starb am 26.&amp;amp;nbsp;Juli 2023 im Alter von 96&amp;amp;nbsp;Jahren in seinem Zuhause in [[Nußdorf (Überlingen)|Nußdorf]], einem Stadtteil von [[Überlingen]] am Bodensee. Er wurde am 31. Juli 2023 in seinem Geburtsort Wasserburg auf dem Pfarrfriedhof an der Sankt-Georgs-Kirche beigesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Klaus Nerger |url=https://www.knerger.de/html/walsermaschriftsteller_118.html |titel=Das Grab von Martin Walser |werk=knerger.de |abruf=2024-06-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/friedrichshafen/martin-walser-in-wasserburg-beigesetzt-100.html |titel=Autor Martin Walser in Wasserburg beigesetzt |werk=swr.de |datum=2023-07-31 |abruf=2023-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Während der Gedenkfeier in [[Stuttgart]] zu seinen Ehren erinnerte sein Freund [[Arnold Stadler]] daran, dass Walser es, vor allem in seinem letzten Lebensabschnitt, nicht mit Ideologien, sondern mit dem Humanisten [[Sebastian Castellio]] gehalten habe: „Einen Menschen töten heisst nicht eine Lehre verteidigen, sondern einen Menschen töten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Nadine A. Brügger: &#039;&#039;Adieu, Martin Walser&#039;&#039;. In: [[NZZ]] vom 18. September 2023, S. 30 ([https://www.nzz.ch/feuilleton/stuttgart-die-literaturwelt-verabschiedet-sich-von-martin-walser-ld.1755728 online am 17. September 2023 auf nzz.ch], abgerufen am 18. September 2023).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarisches Werk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin walser 03.jpg|mini|Martin Walser (2008)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein immer wiederkehrendes Motiv Walsers ist das Scheitern am Leben: Seine Helden sind den Anforderungen, die ihre Mitmenschen an sie oder sie selbst an sich stellen, nicht gewachsen; der innere Konflikt, den sie deswegen mit sich austragen, findet sich in allen großen Walser-Romanen wieder. Dass die Kämpfe nur in der Seele seiner Helden brodeln, während die äußere Handlung meist Nebensache bleibt, macht Martin Walser zu einem typischen Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur (wie [[Heinrich Böll]], [[Peter Handke]] oder [[Siegfried Lenz]]) und setzt ihn in Gegensatz zur angelsächsischen Literaturtradition, in der das Vorantreiben einer äußeren Handlung weit bedeutender ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Immer hat Walser betont, dass sein Welt- und Menschenbild in seinen Romanen zur vollen und letzten Gültigkeit gediehen sei, nicht in seinen politischen Plädoyers und Meinungskundgebungen“, so [[Martin Krumbholz]] in einem Nachruf auf Walser. Dennoch seien die vielen Aufsätze nicht aus dem Werk Walsers wegzudenken, gehörten sie doch dank ihrem Scharfsinn und ihrer Brillanz, verbunden mit der ihnen eigenen Argumentationslust sogar zum Kernbestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Krumbholz]]: “In die Liebe und in die Sprache verliebt“, NZZ vom 29. Juli 2023, S. 36 (Feuilleton, Nachruf).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch am Theater hatte Walser Erfolg. Bereits sein erstes Stück &#039;&#039;Der Abstecher&#039;&#039; hatte in den 1960er-Jahren über fünfzig Inszenierungen. &#039;&#039;Eiche und Angora&#039;&#039; war eine erste künstlerische Auseinandersetzung Walsers mit der [[Zeit des Nationalsozialismus]]. Wie in der schwäbischen [[Groteske]] laut [[Hellmuth Karasek]] „mit dem Entsetzen Scherz getrieben“ wurde, führte zu einer kontroversen Aufnahme in der Kritik, jedoch auch zu einem ersten internationalen Theatererfolg in Wien, Zürich, Basel, Rotterdam, Skopje, Edinburgh und über ein Jahr lang ununterbrochen in Paris.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Magenau: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9, S.&amp;amp;nbsp;180–183.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marcel Reich-Ranicki lobte den Autor im September 1963 mit den Worten: „Walsers frühe Geschichten sind zeitkritische Diagnosen und Proteste gegen einen Zustand, der das Individuum an seiner Entfaltung hindert, es verkümmern läßt und zugrunde richtet. Dies gilt ebenso für Walsers spätere Prosa. Wenn auch mit anderen Mitteln, so demonstriert er immer wieder an den Schicksalen verschiedener Gestalten die Absurdität eines Daseins, in dem der Mut eines Sparkassenräubers eigentlich für jeden Beruf unentbehrlich wird. Und er tut dies in dem Bewußtsein der eigenen Ohnmacht.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/1963/39/der-wackere-provokateur-martin-walser &#039;&#039;Kritik von Marcel Reich-Ranicki.&#039;&#039;] vom 27. September 1963 bei zeit.de, abgerufen am 9. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Iris Radisch]] bescheinigte Walser in ihrem Nachruf für &#039;&#039;[[Die Zeit]]&#039;&#039; „mit seiner Mixtur aus kleinbürgerlichem Strebertum, Tief- und Eigensinn plus höherem Klamauk eine literarische Tiefenbohrung kleindeutscher Gefühlslagen, die auch in dieser Liga absolut einmalig war.“ Als Walser-Romane, die man „unbedingt irgendwann einmal im Leben“ gelesen haben sollte, empfahl sie &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]]&#039;&#039;, &#039;&#039;Halbzeit&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Seelenarbeit]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Brandung (Roman)|Brandung]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Die Verteidigung der Kindheit]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Iris Radisch]]: &#039;&#039;Gefühlswildnis mit Käthe. Martin Walser war der große Porträtist deutscher Kleinbürgerlichkeit. Seine politischen Skandale waren voller Missverständnisse, sein Kampf mit Marcel Reich-Ranicki war erbittert –und sein Schreiben ohne Ehefrau undenkbar.&#039;&#039; In: [[Die Zeit]] 3. August 2023, S. 42&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontroversen ==&lt;br /&gt;
„Je subjektiver wir formulieren, desto wertvoller werden wir für die übrige Welt“, findet [[Edgar Selge]] in einem Nachruf auf seinen Schwiegervater Martin Walser. „Walsers Kampf um die ungeteilte eigene Wahrnehmung und ihre Veröffentlichung ist das größte Geschenk, das er uns gemacht hat. Und das Wetterleuchten, das seine Provokationen erzeugten, wird anhalten, solange es seine Interviews und Dokumentarfilme, solange es seine Bücher gibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Edgar Selge]]: &#039;&#039;Bitte subjektiv. Konsens braucht Kampf: Martin Walsers Mut zur Debatte war sein größtes Geschenk an uns.&#039;&#039; In: [[Die Zeit]] 3. August 2023, S. 43&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Streit mit der Deutschen Bank ===&lt;br /&gt;
Im Vorfeld eines Prozesses, den der Aufsichtsratsvorsitzende der [[Deutsche Bank|Deutschen Bank]] [[Hermann Josef Abs]] gegen den DDR-Historiker [[Eberhard Czichon]] und dessen westdeutschen Verleger [[Manfred Pahl-Rugenstein]] wegen mehrerer falscher Tatsachenbehauptungen zu Abs’ Tätigkeit während der Zeit des Nationalsozialismus führte, veröffentlichte Walser am 24.&amp;amp;nbsp;August 1970 im [[Der Spiegel|&#039;&#039;Spiegel&#039;&#039;]] eine ausführliche Rezension der Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Bank.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Martin Walser über Fritz Seidenzahl: „Hundert Jahre Deutsche Bank“: Ist die Deutsche Bank naiv?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Der Spiegel.&#039;&#039; 24. August 1970 ([https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44904826.html online], Zugriff am 30. November 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Darin empfahl er Czichons Buch, rechtfertigte die Theorie des [[Staatsmonopolistischer Kapitalismus|Staatsmonopolistischen Kapitalismus]] und kritisierte, dass die Festschrift die demokratisch nicht legitimierte Macht der Bank verharmlose: „Ist die Deutsche Bank naiv?“ Die Presseabteilung der Deutschen Bank erzwang eine [[Gegendarstellung]].&lt;br /&gt;
Am 14.&amp;amp;nbsp;September 1970 polemisierte das Vorstandsmitglied Wilhelm Vallenthin, ein 1909 geborener Jurist aus Hamburg,&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Habel (Hrsg.): &#039;&#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&#039;&#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1276.&amp;lt;/ref&amp;gt; unter der Überschrift &#039;&#039;Ist Martin Walser naiv?&#039;&#039; dagegen, dass dieser sich über die Kontinuität der Banktätigkeit über alle Regimewechsel der deutschen Geschichte hinweg mokiert hatte: Eine Bank sei nun einmal ein Dienstleistungsunternehmen, das bei einem Regierungswechsel ja wohl nicht seine Tätigkeit einstellen könne. Walsers Darstellung sei „[[Leninismus]] reinsten Wassers“, eine Verständigung mit ihm sei daher nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Vallenthin: &#039;&#039;Ist Martin Walser naiv?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Der Spiegel.&#039;&#039; 14. September 1970 ([https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44906625.html online], Zugriff am 30. November 2018), zitiert nach Sebastian Brünger: &#039;&#039;Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit&#039;&#039;. Wallstein, Göttingen 2017, S.&amp;amp;nbsp;173 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Paulskirchenrede}} Paulskirchenrede 1998 ===&lt;br /&gt;
Als Walser anlässlich der Verleihung des [[Friedenspreis des deutschen Buchhandels|Friedenspreises des deutschen Buchhandels]] am 11. Oktober 1998 in der [[Frankfurter Paulskirche]] eine Rede hielt, in der er eine „Instrumentalisierung des [[Holocaust]]“ ablehnte, kam es zu kontroversen Diskussionen und teilweise auch zu Protesten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Jeder kennt unsere geschichtliche Last, die unvergängliche Schande, kein Tag, an dem sie uns nicht vorgehalten wird. Könnte es sein, daß die Intellektuellen, die sie uns vorhalten, dadurch, daß sie uns die Schande vorhalten, eine Sekunde lang der Illusion verfallen, sie hätten sich, weil sie wieder im grausamen Erinnerungsdienst gearbeitet haben, ein wenig entschuldigt, seien für einen Augenblick sogar näher bei den Opfern als bei den Tätern? Eine momentane Milderung der unerbittlichen Entgegengesetztheit von Tätern und Opfern. Ich habe es nie für möglich gehalten, die Seite der Beschuldigten zu verlassen. Manchmal, wenn ich nirgends mehr hinschauen kann, ohne von einer Beschuldigung attackiert zu werden, muß ich mir zu meiner Entlastung einreden, in den Medien sei auch eine Routine des Beschuldigens entstanden. Von den schlimmsten Filmsequenzen aus Konzentrationslagern habe ich bestimmt schon zwanzigmal weggeschaut. Kein ernstzunehmender Mensch leugnet Auschwitz; kein noch zurechnungsfähiger Mensch deutelt an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum; wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, daß sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Ich möchte verstehen, warum in diesem Jahrzehnt die Vergangenheit präsentiert wird wie noch nie zuvor. Wenn ich merke, daß sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf die Motive hin abzuhören, und bin fast froh, wenn ich glaube, entdecken zu können, daß öfter nicht mehr das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung. […] Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets […].&lt;br /&gt;
 |Autor=Martin Walser&lt;br /&gt;
 |Quelle=Rede in der Paulskirche am 11. Oktober 1998}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruppe 47 - Sechzig Jahre danach 3.jpg|mini|Beim Treffen der &#039;&#039;[[Gruppe 47]]&#039;&#039; (2007)]]&lt;br /&gt;
Die von manchen als sprachlich kompliziert empfundenen Äußerungen Walsers wurden oft wie folgt interpretiert: Die [[nationalsozialistisch]]en Verbrechen würden von einigen Leuten dazu missbraucht, politische und finanzielle Forderungen gegen Deutschland zu stützen. Auch fühle derjenige, der ständig diese Verbrechen thematisiert, sich den Mitmenschen moralisch überlegen. Der Themenkomplex [[KZ Auschwitz|Auschwitz]] dürfe aber nicht zur „Moralkeule“ verkommen, gerade wegen seiner großen Bedeutung. Die Rede wurde auch als Reaktion auf die Kritik [[Marcel Reich-Ranicki]]s an Walsers Buch &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039; gewertet. Reich-Ranicki hatte bemängelt, dass Auschwitz in dem Buch, dessen Handlung in der NS-Zeit spielte, nicht erwähnt werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser hatte in seiner Rede auch die Begnadigung des verurteilten DDR-Spions [[Rainer Rupp]] gefordert. Dies wertete [[Lars Rensmann]] als Teil der von Walser propagierten „nationalen Selbstversöhnung“ der Deutschen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lars Rensmann]]: &#039;&#039;Enthauptung der Medusa. Zur diskurshistorischen Rekonstruktion der Walser-Debatte im Licht politischer Psychologie.&#039;&#039; In: [[Micha Brumlik]], [[Hajo Funke]], Lars Rensmann (Hrsg.): &#039;&#039;Umkämpftes Vergessen. Walser Debatte, Holocaust-Mahnmal und neuere deutsche Geschichtspolitik.&#039;&#039; 2., erweiterte Auflage. Schiler, Berlin 2004, ISBN 3-89930-240-0, S.&amp;amp;nbsp;36 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Walsers Rede war im Anschluss allgemein von den Anwesenden stehend applaudiert worden, mit Ausnahme des Vorsitzenden des [[Zentralrat der Juden in Deutschland|Zentralrates der Juden in Deutschland]] [[Ignatz Bubis]], dessen Frau Ida und [[Friedrich Schorlemmer]]s. Bubis warf Walser später vor, „wegsehen“ zu wollen, und bezeichnete die Rede als „geistige Brandstiftung“. Letzteres nahm Bubis später zurück. Ferner wurde Walser vorgeworfen, dass rechte [[Geschichtsrevisionismus|Revisionisten]], die dieses brisante Thema abblocken wollten, sich auf ihn berufen würden. Walser hielt dieser Kritik entgegen, dass er keine politische Instrumentalisierung seiner „sehr persönlichen Ansicht“ beabsichtige und nur von seinem subjektiven Empfinden gesprochen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem im Dezember 1998 von der &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]]&#039;&#039; organisierten Treffen mit Bubis erhob Walser den Vorwurf der „Dauerpräsentation unserer Schande“ und eines „grausamen Erinnerungsdienst[es]“ nicht mehr gegen „Meinungssoldaten“ und „die Medien“, sondern (laut [[Matthias N. Lorenz]]) gegen die Opfergruppe selbst. Walser sagte an Bubis’ Adresse gerichtet, „ich war in diesem Feld (= &#039;&#039;der bundesrepublikanischen Aufarbeitung der Vergangenheit&#039;&#039;) beschäftigt, da waren Sie noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt.“ Ferner bezeichnete Walser Bubis’ Äußerungen zu den [[Rechtsextremismus|rechtsextremen]] und [[Rassismus|rassistischen]] Übergriffen in Deutschland Anfang der 1990er-Jahre als „sofort zurückgebunden an [[Machtergreifung|1933]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias N. Lorenz: &#039;&#039;„Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede (Martin Walser, 1998).“&#039;&#039; In: Wolfgang Benz: &#039;&#039;Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart.&#039;&#039; de Gruyter, Berlin 2015, S.&amp;amp;nbsp;103 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 erklärte er in einem &#039;&#039;Spiegel&#039;&#039;-Interview, er habe nicht eine Instrumentalisierung von Auschwitz im deutsch-jüdischen Verhältnis gemeint, sondern eine in der deutschen Tagespolitik, so wie sie z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Günter Grass]] in seiner Ablehnung der [[Deutsche Wiedervereinigung|Deutschen Wiedervereinigung]] oder von [[Joschka Fischer]] in seiner Befürwortung der deutschen Intervention im [[Kosovokrieg]] praktiziert wurde. Er bedauerte, die Rede so gehalten und Bubis damit getroffen zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=134762543 |Autor=[[Martin Doerry]], [[Volker Hage]] |Titel=Spiegel-Gespräch: „Einsam ist man sowieso“ |Jahr=2015 |Nr=19 |Seiten=136 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 2017 hielt der Vorsitzende der [[AfD Thüringen]] [[Björn Höcke]] eine [[Björn Höcke#Rede im Ball- und Brauhaus Watzke|Rede im Ballhaus Watzke]] in Dresden, in der er sagte: „Wir Deutschen […] sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Anschließend forderte Höcke eine „erinnerungspolitische Wende um 180&amp;amp;nbsp;Grad“. Die Rede löste in Medien und Politik Protest und heftige Reaktionen aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tagesspiegel.de Höcke-Rede im Wortlaut&amp;quot;&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/politik/hoecke-rede-im-wortlaut-gemuetszustand-eines-total-besiegten-volkes/19273518-all.html &#039;&#039;Höcke-Rede im Wortlaut: „Gemütszustand eines total besiegten Volkes“.&#039;&#039;] tagesspiegel.de, Januar 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Detlef Esslinger]] schrieb in der &#039;&#039;[[Süddeutsche Zeitung|Süddeutschen Zeitung]]&#039;&#039;: „Genau das ist der Unterschied zu Martin Walsers Paulskirchen-Rede von 1998, in deren Kontinuität Höcke sich stellt.&lt;br /&gt;
Walser erkannte damals ,unsere unvergängliche Schande‘ wenigstens an, bevor er gegen die Erinnerungskultur polemisierte.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sueddeutsche.de/politik/bjoern-hoecke-die-afd-will-im-gespraech-bleiben-um-jeden-preis-1.3338181 |titel=Die AfD will im Gespräch bleiben – um jeden Preis |werk=Süddeutsche Zeitung |datum=2017-01-18 |abruf=2022-06-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Sozial- und Politikwissenschaftler [[Samuel Salzborn]] meinte 2018, Martin Walser habe in seiner Paulskirchen-Rede „etwas ganz Ähnliches gesagt, was Björn Höcke mittlerweile auch formuliert“, wofür Höcke jedoch „zu Recht scharf kritisiert“ worden sei, wohingegen die Reaktionen auf Walsers Rede „eher ambivalent“ gewesen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jana Hensel (Interview) |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-05/antisemitismus-deutschland-forschung-geschichte-samuel-salzborn-d18 |titel=&amp;quot;Ein Antisemit hat immer unrecht&amp;quot;. Was hat Martin Walser mit Farid Bang zu tun? Der Antisemitismusforscher Samuel Salzborn über die alte Kraft des Judenhasses und seine modernsten Erscheinungsformen |werk=zeit.de |datum=2018-05-25 |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haltung zum Judentum ===&lt;br /&gt;
Nach den Debatten um die Paulskirchenrede wurde die angebliche oder tatsächliche Zuwendung Walsers zur „bürgerlichen“ Seite erneut zum öffentlichen Thema, als er bei der Klausurtagung der [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] in Wildbad Kreuth als Gastredner auftrat. Als er in seinem 2002 erschienenen [[Schlüsselroman]] &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]]&#039;&#039; den [[Literaturkritiker]] [[Marcel Reich-Ranicki]] einerseits als Person und andererseits als Symbol einer angeblich unredlichen Kulturszene kritisierte, gab es Proteste. [[Frank Schirrmacher]] kritisierte daraufhin sein „Spiel mit [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Klischees“. Reich-Ranicki kommentierte im Mai 2010 in einem Interview des [[Der Spiegel|Spiegel]]:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ich halte ihn nicht für einen Antisemiten. Aber es ist ihm wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Kritiker, der ihn angeblich am meisten gequält hat, auch noch [[Jude]] ist. Er rechnet damit, dass ihm sein Publikum darin folgt. Sehen Sie, es hat von [[Günter Grass|Grass]] nie eine antisemitische Zeile oder Bemerkung gegeben, keine einzige. Und über dessen Bücher habe ich gewiss nicht nur positiv geschrieben.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569532.html &#039;&#039;Ich wollte mich durchsetzen.&#039;&#039;] Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit [[Volker Hage]], In: &#039;&#039;[[Der Spiegel|Spiegel]].&#039;&#039; 22. Mai 2010, abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kulturwissenschaftler [[Matthias N. Lorenz]] hat Walsers Lebenswerk in seiner Dissertation &#039;&#039;„Auschwitz drängt uns auf einen Fleck“&#039;&#039; auf die Darstellung von Juden bzw. den Auschwitzdiskurs untersucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elke Schmitter |url=https://www.spiegel.de/kultur/der-ewige-flakhelfer-a-60fafb24-0002-0001-0000-000041682527 |titel=Der ewige Flakhelfer |werk=Der Spiegel |datum=2005 |abruf=2023-07-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Arbeit dokumentiert er das durchgängige Vorkommen der bekannten antisemitischen Stereotype. Das Leiden der Juden werde deutlich dem Leid „Deutscher“ gleichgestellt. Häufig finde sich die einfühlsame Darstellung Deutscher, die sich als „Verlierer der Geschichte“ fühlten: würdelos, stigmatisiert, ihrer Identität beraubt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.perlentaucher.de/buch/matthias-n-lorenz/auschwitz-draengt-uns-auf-einen-fleck.html Rezensionen zu &#039;&#039;Auschwitz drängt uns auf einen Fleck.&#039;&#039;] bei [[Perlentaucher]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruppe 47 - Sechzig Jahre danach 6.jpg|mini|Martin Walser und [[Günter Grass]], Literarisches Gipfeltreffen, [[Gruppe&amp;amp;nbsp;47]] (2007)]]&lt;br /&gt;
Das [[Denkmal für die ermordeten Juden Europas|Holocaust-Mahnmal]] in Berlin wurde von Walser während der Planungsphase abwertend als „fußballfeldgroßer Albtraum im Herzen der Hauptstadt“ und „Kranzabwurfstelle“ bezeichnet; nach der Fertigstellung dagegen äußerte er sich positiv zum Denkmal.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://edoc.unibas.ch/7563/1/%5BZeitschrift%20fr%20Evangelische%20Ethik%5D%20Kinderrechte%20als%20Menschenrechte.pdf Gewissen und Öffentlichkeit – Ein Deutungsvorschlag zur Walser-Bubis-Kontroverse] – Artikel von Georg Pfleiderer in der &#039;&#039;Zeitschrift für evangelische Ethik&#039;&#039; Heft 4 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Keller: [https://www.tagesspiegel.de/berlin/eisenman-ist-ein-genie/709568.html &#039;&#039;Eisenman ist ein Genie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;[[Der Tagesspiegel]].&#039;&#039; 10. Mai 2006 (abgerufen am 8. November 2009)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antiziganismus ===&lt;br /&gt;
Auch antiziganistische Positionierungen werden Walser vorgeworfen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Benjamin Ortmeyer]]: Meister der Sprach-Gewalt. Statt eines Nachrufs: Zum Tod des Schriftstellers Martin Walser. In: Jüdische Allgemeine, 3. August 2023 ( https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/meister-der-sprach-gewalt/, abgerufen am 6. August 2023).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mittelpunkt steht das von ihm gemeinsam mit [[Asta Scheib]] verfasste Drehbuch zu dem zweiten [[Tatort]] des Hamburger Ermittler-Duos [[Stoever und Brockmöller]] &#039;&#039;[[Tatort: Armer Nanosh|Armer Nanosh]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1989. &#039;&#039;Armer Nanosh&#039;&#039; wurde wegen [[Antiziganismus|antiziganistischer]] Klischees kontrovers diskutiert sowie wegen der These, die Naziverbrechen seien eine größere Bürde für die Nachfahren der Täter als für die der Opfer.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Katharina Peters |Hrsg=VIA |Titel=Der Tatort „Armer Nanosh“ und der Diskurs um kollektive Schuld in Deutschland um 1989 |Sammelwerk=Für immer „Zigeuner“? Ergänzungsheft |Band=Ergänzungsheft |Ort=Duisburg |Datum=2018 |Seiten=16-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oliver Ness |Titel=Ein &amp;quot;Tatort&amp;quot;-Krimi zwischen den Stühlen |Sammelwerk=taz |Datum=1989-07-22 |Seiten=5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Matthias N. Lorenz |Titel=&amp;quot;Armer Janosh&amp;quot;? - armer Frohwein? : Antiziganismus und Täter-Opfer-Inversion; zu einem Tatort-Krimi, der schon Ende der 1980er Jahre eine veritable Walser-Debatte hätte auslösen können |Sammelwerk=Der Deutschunterricht |Band=57 |Nummer=2 |Verlag=Friedrich-Verlag |Ort=Hannover |Datum=2005 |Seiten=74-79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ortmeyer erwähnt auch einen Hinweis [[Günter Amendt]]s: „nach einer Europa-Tournee des jüdischen Sängers und [[Lyrik]]ers [[Bob Dylan]] [habe Walser] in der Redaktion der Zeitschrift »[[Konkret (Zeitschrift)|Konkret]]« gefragt, was denn an diesem »herumzigeunernden Israeliten« so besonders wäre“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Originalausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Beschreibung einer Form. Versuch über die epische Dichtung Franz Kafkas.&#039;&#039; [[Dissertation]] an der [[Universität Tübingen]] 9. Februar 1952 ({{DNB|480348650}}).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein Flugzeug über dem Haus]]&#039;&#039; und andere Geschichten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1955.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1957.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Halbzeit.&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1960. (erster Band der Anselm-Kristlein-Trilogie)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Beschreibung einer Form. Essay.&#039;&#039; 1961 &amp;lt;!-- = Diss.? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* als Herausgeber: &#039;&#039;Die Alternative oder Brauchen wir eine neue Regierung?&#039;&#039; Rowohlt Taschenbuch, 1961.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Eiche und Angora. Eine deutsche Chronik.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Lügengeschichten]]&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 81). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen und Leseerfahrungen&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 109). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Drei Stücke.&#039;&#039; Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Einhorn. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1966. (zweiter Band der Anselm-Kristlein-Trilogie, [[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#1961 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 3. bis zum 16. Oktober 1966]]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Heimatkunde. Aufsätze und Reden|Heimatkunde]]. Aufsätze und Reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 269). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1968.&lt;br /&gt;
* mit Chargesheimer: &#039;&#039;Theater! Theater!&#039;&#039; 1968.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Fiction.&#039;&#039; Erzählung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Gallistl’sche Krankheit. Roman. &#039;&#039;Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Sturz. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-04627-6. (dritter Band der Anselm-Kristlein-Trilogie)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jenseits der Liebe]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-518-04619-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein fliehendes Pferd]].&amp;lt;!-- Roman? --&amp;gt;&#039;&#039; Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Seelenarbeit]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983 &amp;lt;!-- oder 1979? --&amp;gt;, ISBN 3-518-37401-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das Schwanenhaus]]. Roman&#039;&#039;. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982 &amp;lt;!-- oder 1980? --&amp;gt;, ISBN 3-518-37300-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Selbstbewußtsein und Ironie. Frankfurter Vorlesungen&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 1090). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-11090-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gefahrvoller Aufenthalt.&#039;&#039; Erzählungen. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1982.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Brief an Lord Liszt]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-04632-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Liebeserklärungen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-518-04521-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Brandung (Roman)|Brandung]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-03570-3. Lizenzausgabe für den Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1986.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Gedanken. Erzählungen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-03222-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Geständnis auf Raten&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 1374). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-11374-7.&lt;br /&gt;
* mit [[André Ficus]]: &#039;&#039;Die Amerikareise. Versuch, ein Gefühl zu verstehen.&#039;&#039; Kunstverlag Weingarten, 1986, ISBN 3-8170-3001-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dorle und Wolf.&#039;&#039; Eine Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-02668-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jagd (Roman)|Jagd]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-40130-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über Deutschland reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 1553). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-11553-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Die Verteidigung der Kindheit]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-40380-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ohne einander]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-40542-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin Walser 2010-4604.jpg|mini|Martin Walser (2010)]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vormittag eines Schriftstellers.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-40603-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Finks Krieg]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-40791-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Deutsche Sorgen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-39158-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Umgang mit Hölderlin. Zwei Reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;[[Insel-Bücherei]].&#039;&#039; 1176). Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 1998, ISBN 3-458-19176-3.&lt;br /&gt;
* mit André Ficus: &#039;&#039;Heimatlob. Ein Bodensee-Buch mit farbigen Bildern.&#039;&#039; Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 1998, ISBN 3-458-34074-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-41010-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede.&#039;&#039; [[Friedenspreis des Deutschen Buchhandels]] 1998, Laudatio: [[Frank Schirrmacher]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-06550-5.&lt;br /&gt;
* [[Quint Buchholz]]: &#039;&#039;Am Wasser. Ein Bilderbuch mit Texten von [[Johanna Walser|Johanna]] und Martin Walser.&#039;&#039; Sanssouci im Verlag Nagel &amp;amp; Kimche, Zürich 2000, ISBN 3-7254-1170-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Lebenslauf der Liebe]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-41270-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-41378-3. ([[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#2001 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 8. Juli bis zum 11. August 2002]])&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Reisen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-41463-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Augenblick der Liebe]].&#039;&#039; Roman. [[Rowohlt Verlag|Rowohlt]], Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-498-07353-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Verwaltung des Nichts.&#039;&#039; Aufsätze. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-498-07354-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben. Tagebücher 1951–1962.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-499-24427-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angstblüte.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek 2006, ISBN 3-498-07357-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Lebensroman des [[Andreas Beck (Autor)|Andreas Beck]].&#039;&#039; Edition Isele, Eggingen 2006, ISBN 3-86142-401-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das geschundene Tier.&#039;&#039; Neununddreißig Balladen. Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-498-07359-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein liebender Mann.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-498-07363-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben.&#039;&#039; Tagebücher 1963–1973. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-498-07358-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Jenseits.&#039;&#039; Novelle. Berlin University Press, Berlin 2010, ISBN 978-3-940432-77-3.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.literarische-bilder-unserer-zeit.uni-koeln.de/index.php/Monika_Hartkopf:_Analyse_von_Martin_Walsers_Novelle_%22Mein_Jenseits%22 |titel=Martin Walser, Mein Jenseits (von Monika Hartkopf) – Literarische Altersbilder |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben. Tagebücher 1974–1978.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2010, ISBN 978-3-498-07369-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Muttersohn.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek, 2011, ISBN 978-3-498-07378-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meine Lebensreisen.&#039;&#039; Corso, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86260-045-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über Rechtfertigung, eine Versuchung: Zeugen und Zeugnisse.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-498-07381-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das dreizehnte Kapitel]].&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-498-07382-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Momente.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2013, ISBN 978-3-498-07383-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Inszenierung.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013, ISBN 978-3-498-07384-8 auch als E-Book.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Shmekendike blumen. Ein Denkmal / A dermonung für Sholem Yankev Abramovitsh.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-498-07387-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Schreiben und Leben.&#039;&#039; Tagebücher 1979–1981. Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-498-07386-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein sterbender Mann.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2016, ISBN 978-3-498-07388-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Statt etwas oder Der letzte Rank.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-07392-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ewig aktuell : aus gegebenem Anlass.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-07393-0.&lt;br /&gt;
* mit [[Jakob Augstein]]: &#039;&#039;Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-00680-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gar alles oder Briefe an eine unbekannte Geliebte.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2018, ISBN 978-3-498-07400-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spätdienst. Bekenntnis und Stimmung&#039;&#039;, mit Arabesken von [[Alissa Walser]]. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018. ISBN 978-3-498-07407-4.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://literaturkritik.de/ungluecksglueck-martin-walsers-poetischer-spaetdienst,25172.html Unglücksglück : Martin Walsers poetischer „Spätdienst“], literaturkritik.de vom 10. Dezember 2018, abgerufen am 17. Mai 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mädchenleben oder Die Heiligsprechung. Legende.&#039;&#039; Rowohlt, Hamburg 2019, ISBN 978-3-498-00196-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sprachlaub oder: Wahr ist, was schön ist&#039;&#039;, mit Aquarellen von Alissa Walser. Rowohlt Verlag, Hamburg 2021, ISBN 978-3-498-00239-8.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Judith von Sternburg |url=https://www.fr.de/kultur/literatur/sprachlaub-von-martin-walser-ras-doch-nicht-so-jahr-90256957.html |titel=„Sprachlaub“ von Martin Walser: „Ras doch nicht so, Jahr“ |hrsg=[[Frankfurter Rundschau]] |datum=2021-03-22 |sprache=de |abruf=2023-08-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Traumbuch. Postkarten aus dem Schlaf&#039;&#039;, mit [[Cornelia Schleime]]. Rowohlt, Hamburg 2022, ISBN 978-3-498-00319-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bühnenwerke ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Abstecher. [[Die Zimmerschlacht]].&#039;&#039; (2 Stücke, geschrieben 1961 bzw. 1962/1963/1967). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 205).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Sofa. Eine Farce.&#039;&#039; (geschrieben 1961). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Eiche und Angora]]. Eine deutsche Chronik.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Überlebensgroß Herr Krott! Requiem für einen Unsterblichen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 55).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Schwarze Schwan (Martin Walser)|Der Schwarze Schwan]].&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Zimmerschlacht.&#039;&#039; 1967 (Uraufführung durch [[Fritz Kortner]]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wir werden schon noch handeln.&#039;&#039; (Uraufführung 1968 unter dem Titel &#039;&#039;Der schwarze Flügel&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein Kinderspiel]].&#039;&#039; Stück in zwei Akten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 400).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Aus dem Wortschatz unserer Kämpfe.&#039;&#039; Szenen. Mit 16 Graphiken von Peer Wolfram. Eremiten-Presse, Stierstadt 1971.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Sauspiel. Szenen aus dem 16. Jahrhundert.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;In Goethes Hand. Szenen aus dem 19. Jahrhundert.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein fliehendes Pferd. Theaterstück.&#039;&#039; Mitarbeit [[Ulrich Khuon]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Ohrfeige.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nero lässt grüssen oder Selbstporträt des Künstlers als Kaiser: Ein Monodram.&#039;&#039; Edition Isele, Eggingen 1989.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kaschmir in Parching. Szenen aus der Gegenwart...&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein liebender Mann.&#039;&#039; Rowohlt Theaterverlag, Reinbek 2010.&amp;lt;ref&amp;gt;Fand 2010 in einer Inszenierung von [[Ansgar Haag]] am [[Meininger Theater]] im Beisein des Autors seine Uraufführung. [http://www.schwaebische.de/deutschland+welt/kultur/theaterwelt_artikel,-Walsers-%C2Ein-liebender-Mann%C2-uraufgefuehrt-_arid,4168146.html &#039;&#039;„Ein liebender Mann“ uraufgeführt.&#039;&#039;] &#039;&#039;Schwäbische Zeitung&#039;&#039; vom 2. Oktober 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sammelausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Drei Stücke. Eiche und Angora. Überlebensgroß Herr Krott. Der Schwarze Schwan.&#039;&#039; Mit einem Nachwort von [[Werner Mittenzwei]]. Aufbau, Berlin/Weimar 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;17 Geschichten.&#039;&#039; Ex Libris, Zürich 1969.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Stücke.&#039;&#039; Suhrkamp (st 6), Frankfurt am Main 1971.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was zu bezweifeln war. Aufsätze und Reden 1958–1975.&#039;&#039; Auswahl von Klaus Schuhmann. Aufbau, Berlin/Weimar 1976.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Geschichten.&#039;&#039; Suhrkamp (Weißes Programm im 33. Jahr), Frankfurt am Main 1983.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stücke.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Fingerübungen eines Mörders&#039;&#039;. Zwölf Geschichten (ausgewählt vom Autor). Suhrkamp (st 2324), Frankfurt am Main 1994.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zauber und Gegenzauber.&#039;&#039; Aufsätze und Gedichte. Isele, Eggingen 1994.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mit der Schwere spielen.&#039;&#039; Lesebuch, ausgewählt von Hans Christian Kosler. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke in zwölf Bänden.&#039;&#039; Hg. v. [[Helmuth Kiesel]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ich vertraue. Querfeldein.&#039;&#039; Reden und Aufsätze. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die großen Romane.&#039;&#039; 6 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ewig aktuell – Aus gegebenem Anlass.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Thekla Chabbi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählungen ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Selbstporträt als Kriminalroman.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;270, Aus: Martin Walser, Werke in zwölf Bänden. Band 8, Prosa. Hg. Helmuth Kiesel, Frank Barsch. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1997&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Briefwechsel ===&lt;br /&gt;
* [[Maria Menz]]: &#039;&#039;Briefe – Band I. Briefwechsel mit Martin Walser.&#039;&#039; Isele, Eggingen 2005, ISBN 3-86142-362-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vorzeichen.&#039;&#039; 2 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962–1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Martin Walser}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Martin Walser}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Umfassende Einführungen in Leben und Werk:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Heinz Ludwig Arnold]]: &#039;&#039;Umkreisung eines Dividualisten. Über Martin Walser.&#039;&#039; In: ders: &#039;&#039;Von Unvollendeten. Literarische Porträts.&#039;&#039; Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-866-3.&lt;br /&gt;
* Gerald A. Fetz: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-10299-8.&lt;br /&gt;
* [[Jochen Hieber]]: &#039;&#039;Martin Walser. Der Romantiker vom Bodensee.&#039;&#039; wbg Theiss, Darmstadt 2022. ISBN 978-3-8062-4355-0.&lt;br /&gt;
* [[Jörg Magenau]]: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Siblewski]]: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-38503-8.&lt;br /&gt;
* Anthony Edward Waine: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Beck, München 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gespräche mit Walser:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Klaus Siblewski]] (Hrsg.): &#039;&#039;Auskunft. 22 Gespräche aus 28 Jahren.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-38371-X.&lt;br /&gt;
* Rainer Weiss (Hrsg.): &#039;&#039;Ich habe ein Wunschpotential. Gespräche mit Martin Walser.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-39475-4.&lt;br /&gt;
* mit [[Jakob Augstein]]: &#039;&#039;Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017, ISBN 978-3-498-00680-8.&lt;br /&gt;
* Thekla Chabbi (Hrsg.): &#039;&#039;„Ich würde heute ungern sterben“. Interviews von 1978 bis 2016.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-499-27412-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erlebnisbericht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Susanne Klingenstein]]: &#039;&#039;Wege mit Martin Walser.&#039;&#039; Weissbooks, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-86337-100-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fiktionalisierter Zeitzeugenbericht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Martina Zöllner]]: &#039;&#039;Bleibtreu.&#039;&#039; DuMont-Literatur-und-Kunst-Verlag, Köln 2003, ISBN 3-8321-7856-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Walser in der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Hilmar Grundmann]]: &#039;&#039;„Berufliche Arbeit macht krank“. Literaturdidaktische Reflexionen über das Verhältnis von Beruf und Privatsphäre in den Romanen von Martin Walser.&#039;&#039; Peter Lang, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-631-38806-3.&lt;br /&gt;
* Ana-Maria Pǎlimariu: &#039;&#039;„Chemnitzer Zähne“. Ironie in Martin Walsers Werk der 1970er- und 1980er-Jahre.&#039;&#039; Hartung-Gorre, Konstanz 2007, ISBN 978-3-86628-125-7.&lt;br /&gt;
* [[Jan Badewien]], [[Hansgeorg Schmidt-Bergmann]] (Hrsg.): &#039;&#039;Martin Walser. Lebens- und Romanwelten.&#039;&#039; Ev. Akademie Baden, Karlsruhe 2008, ISBN 978-3-89674-553-8.&lt;br /&gt;
* Wörter für die Katz? Martin Walser im Kontext der Literatur nach 1945. Hrsg. von Miriam Seidler. Peter Lang, Frankfurt am Main 2011. ISBN 978-3-631-60661-2.&lt;br /&gt;
* Kerstin Koblitz: „Die leeren Wände reden mit vollem Mund“. Dinge und Dinglichkeit im Erzählwerk Martin Walsers. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert, 2015, ISBN 978-3-86110-582-4.&lt;br /&gt;
* Anita Gröger: &#039;Erzählte Zweifel an der Erinnerung&#039;. Eine Erzählfigur im deutschsprachigen Roman der Nachkriegszeit (1954–1976). Ergon-Verlag, Würzburg, 2016, ISBN 978-3-95650-149-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Joachim Rohloff: &#039;&#039;„Ich bin das Volk“. Martin Walser, Auschwitz und die Berliner Republik.&#039;&#039; KVV-Konkret, Hamburg, 1999. [„Wenn wir Auschwitz bewältigen könnten, könnten wir uns wieder nationalen Aufgaben zuwenden.“ (Martin Walser, 1979) – Joachim Rohloffs Buch untersucht den literarisch-politischen Werdegang Martin Walsers.]&lt;br /&gt;
* [[Martin Dietzsch]], [[Siegfried Jäger]], [[Alfred Schobert]] (Hrsg.): &#039;&#039;Endlich ein normales Volk? Vom rechten Verständnis der Friedenspreis-Rede Martin Walsers. Eine Dokumentation.&#039;&#039; DISS-Duisburg, 1999. [Die Dokumentation der Duisburger Sprachwissenschaftler zeigt, wie die Presse der extremen Rechten Walsers Rede mit Begeisterung vereinnahmen konnte, ohne sich selbst oder den Text Walsers verbiegen zu müssen.]&lt;br /&gt;
* [[Matthias N. Lorenz]]: &#039;&#039;„Auschwitz drängt uns auf einen Fleck“ – Judendarstellung und Auschwitzdiskurs bei Martin Walser.&#039;&#039; Metzler, Stuttgart 2005, ISBN 3-476-02119-X.&lt;br /&gt;
* Peter Schwiderowski: &#039;&#039;Über ein politisches Selbstgespräch. Anmerkungen zur Friedenspreisrede Martin Walsers 2000.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Donnerstagshefte.&#039;&#039; 3. [[Alte Synagoge (Essen)]] 2000, ISBN 3-924384-34-7, S.&amp;amp;nbsp;24ff.&lt;br /&gt;
* Jürgen Bongartz: &#039;&#039;Der Heimatbegriff bei Martin Walser.&#039;&#039; Dissertation, Universität Köln 1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachrufe:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Roman Bucheli]]: &#039;&#039;[https://www.nzz.ch/feuilleton/provokateur-martin-walser-er-war-bis-zuletzt-eine-streitbare-figur-ld.1749451 Martin Walser war ein leidenschaftlicher Polemiker. Manchmal war nicht zu entscheiden, ob er ein geistiger Brandstifter oder ein Aufklärer war]&#039;&#039;. [[Neue Zürcher Zeitung]], online auf nzz.ch (28. Juli 2023).&lt;br /&gt;
* [[Andreas Platthaus]]: &#039;&#039;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/schriftsteller-martin-walser-im-alter-von-96-jahren-gestorben-19064875.html Zum Tod von Martin Walser. Was aber an Unruhe bleibt, stiften die Dichter]&#039;&#039;. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], online auf faz.net (28. Juli 2023)&lt;br /&gt;
* [[Thomas Steinfeld]]: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kultur/martin-walser-gestorben-nachruf-e134339/?reduced=true Zum Tod von Martin Walser. Ein fühlender Mann]&#039;&#039;. [[Süddeutsche Zeitung]], online auf sz.de (28. Juli 2023), Bezahlschranke.&lt;br /&gt;
* Gerrit Bartels: &#039;&#039;[https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-martin-walser-der-streitbare-zustimmungssuchtige-10231672.html Zum Tod von Martin Walser: Der streitbare Zustimmungssüchtige. Ein Nachruf auf den großen Schriftsteller Martin Walser, einen der letzten, stets auch politisch wirkenden, oft umstrittenen Repräsentanten der Nachkriegsliteratur]&#039;&#039;. [[Der Tagesspiegel]], 28. Juli 2023 (online auf tagesspiegel.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Stefan Gmünder]]: &#039;&#039;[https://www.derstandard.de/story/3000000180942/schriftsteller-martin-walser-im-alter-von-96-jahren-verstorben 1927–2023. Schriftsteller Martin Walser im Alter von 96 Jahren verstorben. Walser hatte die deutschsprachige Literatur seit der Nachkriegszeit geprägt]&#039;&#039;. [[Der Standard]], 28. Juli 2023 (online auf derstandard.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Marc Stegherr]]: &#039;&#039;Eine Jahrhundertgestalt. Das Leiden, die Ungerechtigkeit, die historisch wie menschlich Gescheiterten waren bis zum Schluss Themen der Werke Walsers. Ein Nachruf&#039;&#039;. In: [[Die Tagespost]], 3. August 2023, S. 18 ([https://www.die-tagespost.de/kultur/literatur/verneigung-vor-der-jahrhundertgestalt-art-240877 online auf die-tagespost.de], 29. Juli 2023; abgerufen am 15. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/trauer-um-martin-walser-19067666.html Trauer um Martin Walser. Seine Freude am Argument]&#039;&#039;. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], online auf faz.net (29. Juli 2023); enthält Politiker-Stellungnahmen von Bundeskanzler [[Olaf Scholz]], Bundespräsident [[Frank-Walter Steinmeier]] und Baden-Württembergs Ministerpräsident [[Winfried Kretschmann]].&lt;br /&gt;
* [[Susanne Beyer (Journalistin)|Susanne Beyer]]: &#039;&#039;[https://www.spiegel.de/kultur/martin-walser-nachruf-zuletzt-einer-der-letzten-a-f4f7f5eb-e714-4241-90f7-fff8251d2f9c Zum Tod von Martin Walser. Zuletzt einer der Letzten. Martin Walser war fast von Beginn der Bundesrepublik an einer ihrer bedeutendsten Schriftsteller. Auch die deutsche Debattenkultur ist ohne ihn nicht denkbar. Nachruf auf einen Beirrbaren]&#039;&#039;. [[Der Spiegel]], 29. Juli 2023 (online auf [[spiegel.de]], abgerufen am 6. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* [[Jörg Magenau]]: &#039;&#039;[https://www.deutschlandfunk.de/nachruf-auf-martin-walser-dlf-c635b4a8-100.html Zum Tod von Martin Walser. Ein Nachruf]&#039;&#039;. [[Deutschlandfunk]], 29. Juli 2023 (Podcast 7:01 min, online auf deutschlandfunk.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Arnold Stadler]]: &#039;&#039;[https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/nachruf-auf-martin-walser-wenn-du-nicht-gewesen-waerst-sprache Nachruf auf Martin Walser: Wenn du nicht gewesen wärst, Sprache. Weltliteratur. Wie schön es sein kann, Ja zu sagen, selbst noch zum Schmerz: Über Martin Walsers Leben, Schreiben und Tod].&#039;&#039; In: Der Freitag, Ausgabe 31/2023 (online auf freitag.de, abgerufen am 6. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* [[Iris Radisch]]: &#039;&#039;Gefühlswildnis mit Käthe. Martin Walser war der große Porträtist deutscher Kleinbürgerlichkeit. Seine Skandale waren voller Missverständnisse und sein Schreiben ohne Ehefrau nicht denkbar&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 42 ([https://www.zeit.de/2023/33/martin-walser-schriftsteller-nachkriegsliteratur-anti-helden-marcel-reich-ranicki online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
* [[Edgar Selge]]: &#039;&#039;Bitte subjektiv. Konsens braucht Kampf: Martin Walsers Mut zur Debatte war sein größtes Geschenk an uns&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 43 ([https://www.zeit.de/2023/33/schriftsteller-martin-walser-subjektivitaet-wahrnehmung online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
* [[Adam Soboczynski]]: &#039;&#039;Die Liebe, junger Mann. Das Publikum liebte Martin Walser abgöttisch. Kaum etwas war daher eine größere Herausforderung, als ihn zu moderieren&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 43 ([https://www.zeit.de/2023/33/martin-walser-erinnerungen-lesungen-die-inszenierung-leipziger-buchmesse online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörbücher ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Martin Walser liest „Die Verteidigung der Kindheit“.&#039;&#039; (MC), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-09820-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Des Lesers Selbstverständnis. Ein Bericht und eine Behauptung.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1994, ISBN 3-86142-035-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kantaten, aggressive Lieder und frühe Hörspiele.&#039;&#039; (2 MCs), Edition Isele, Eggingen 1997, ISBN 3-86142-082-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;In Goethes Hand. Szenen aus dem 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&#039;&#039; (2 MCs), Noa Noa, München 1999, ISBN 3-932929-15-2.&lt;br /&gt;
** als CD: Noa Noa, München 2006, ISBN 3-932929-62-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über die Schüchternheit. Ein Versuch.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2000, ISBN 3-86142-175-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2001, ISBN 3-86142-219-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Alexander und Annette. Ein innerer Monolog.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2001, ISBN 3-86142-221-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Reisen / Meßmers Gedanken.&#039;&#039; (2 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-30354-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Augenblick der Liebe.&#039;&#039; (7 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-30376-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Verwaltung des Nichts.&#039;&#039; (2 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2005, ISBN 3-455-30384-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angstblüte.&#039;&#039; (5 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 3-455-30092-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Schiller.&#039;&#039; Lesung und Gespräch mit Martin Walser und Dieter Borchmeyer (CD), Langen-Müller, München 2006, ISBN 3-7844-4073-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Unglücksglück &amp;amp; Das geschundene Tier.&#039;&#039; (CD), Hoffmann und Campe, Hamburg 2007, ISBN 978-3-455-30519-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Muttersohn.&#039;&#039; (8 CDs gelesen von Martin Walser, 550 Min.), [[Argon Verlag]], Berlin 2011, ISBN 978-3-8398-1103-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Günter Grass]]:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein Gespräch über Deutschland.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1995, ISBN 3-86142-044-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zweites Gespräch über Deutschland.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1999, ISBN 3-86142-167-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfilmungen ==&lt;br /&gt;
Zum 1972 erschienenen deutschen Filmdrama &#039;&#039;[[Das Unheil]]&#039;&#039; von [[Peter Fleischmann (Regisseur)|Peter Fleischmann]] schrieb Walser gemeinsam mit dem Regisseur das Drehbuch und verfasste die Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 verfilmte der österreichische Regisseur [[Peter Patzak]] &#039;&#039;Das Einhorn&#039;&#039; mit [[Peter Vogel (Schauspieler)|Peter Vogel]] und [[Gila von Weitershausen]] als Ehepaar Kristlein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dritte und letzte Teil der Anselm-Kristlein-Trilogie &#039;&#039;Der Sturz&#039;&#039; wurde 1979 von [[Alf Brustellin]] mit [[Franz Buchrieser]], [[Hannelore Elsner]], [[Wolfgang Kieling]], [[Kurt Raab]] und [[Kurt Weinzierl]] als Darstellern verfilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Ein fliehendes Pferd]]&#039;&#039; wurde zweimal verfilmt, zuerst [[Ein fliehendes Pferd (1986)|1984 als Fernsehfilm]] unter der Regie von [[Peter Beauvais]] und nach einem Drehbuch von [[Ulrich Plenzdorf]]. 2007 kam [[Ein fliehendes Pferd (2007)|eine Neuverfilmung]] mit Regisseur [[Rainer Kaufmann]] und den Darstellern [[Ulrich Noethen]] als Helmut, [[Ulrich Tukur]] als Klaus, [[Katja Riemann]] als Sabine und [[Petra Schmidt-Schaller]] als Hel in die Kinos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Vitus Zeplichal]] spielte Tassilo S. Grübel 1986 im Fernsehfilm &#039;&#039;Alles aus Liebe&#039;&#039; (Regie: [[Rainer Boldt]]), [[Bruno Ganz]] spielte Tassilo S. Grübel in der sechsteiligen Fernsehserie &#039;&#039;Tassilo – Ein Fall für sich&#039;&#039; (1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit [[Asta Scheib]] schrieb Walser das Drehbuch zu der 1989 gesendeten &#039;&#039;[[Tatort (Fernsehreihe)|Tatort]]&#039;&#039;-Folge &#039;&#039;[[Tatort: Armer Nanosh|Armer Nanosh]]&#039;&#039;. Das Buch erschien im gleichen Jahr als Kriminalroman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags sendete das [[ZDF]] im März 2007 eine Fernsehverfilmung seines Romans &#039;&#039;[[Ohne einander]]&#039;&#039;. Seine Tochter [[Franziska Walser|Franziska]] spielte die Hauptrolle, [[Diethard Klante]] führte Regie.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.imdb.com/title/tt0972863 |titel=Ohne einander |hrsg=[[Internet Movie Database]] |sprache=en |abruf=2015-06-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=1|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{Spk-digital|person:(„Walser, Martin“)|NAME=Martin Walser|SBB=1}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG |Bio=martin-walser |Autor=Claudia Wagner}}&lt;br /&gt;
* [https://www.uibk.ac.at/iza/lis-cgi/laus/laus_prepare.cgi?pgm_status=start&amp;amp;laus_lang=de&amp;amp;sstr=Walser_Martin Martin Walser] in der [https://www.uibk.ac.at/iza/ Artikelsammlung] des [[Innsbrucker Zeitungsarchiv]]s&lt;br /&gt;
* {{IMDb|nm0909522}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_wxyz/walser.html |text=Kommentierte Linksammlung |wayback=20160428014923}} der [[Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin]]&lt;br /&gt;
* {{Perlentaucher|3088}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/die-walser-bubis-kontroverse/ Die Walser-Bubis-Kontroverse], Darstellung und Beurteilung auf dem Portal [[Shoa.de]]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.badsk.de/text/UeberErfahrungenmitdemZeitgeist.pdf |text=&#039;&#039;Über Erfahrungen mit dem Zeitgeist.&#039;&#039; |wayback=20160304063414}} Festrede zur Öffentlichen Jahressitzung zum 60-jährigen Bestehen der [[Bayerische Akademie der Schönen Künste|Bayerischen Akademie der Schönen Künste]], München 2008 (PDF-Datei; 115&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.dichterlesen.net/personen/detail/martin-walser/ Lesungen mit Martin Walser zum Anhören und Downloaden auf dichterlesen.net]&lt;br /&gt;
* Jan-Heiner Tück: &#039;&#039;[https://www.eaberlin.de/nachlese/chronologisch-nach-jahren/2013/03-2013-herausgefordert-durch-atheismus-und-gottvergessenheit/jan-heiner-tueck-gottesvergessenheit-2013.pdf Was fehlt, wenn Gott fehlt? Martin Walser über Rechtfertigung – eine theologische Erwiderung.]&#039;&#039; Vortrag vom 13. März 2013 (PDF-Datei; 400&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=yzpqwi9JE54 Lesung von Martin Walser aus &#039;&#039;Sprachlaub&#039;&#039;], mit weiteren Gesprächen u.&amp;amp;nbsp;a. mit Tochter Alissa Walser geführt von Oswald Burger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118628852|LCCN=n81056416|NDL=00460123|VIAF=51697261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Walser, Martin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (Deutscher)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Romancier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aphoristiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1927]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2023]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Martin_Walser&amp;diff=623237</id>
		<title>Martin Walser</title>
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		<updated>2025-07-10T19:15:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Martin Walser Frankfurter Buchmesse 2013 1.JPG|mini|Martin Walser (2013) [[Datei:Walser Signature.jpg|200px|zentriert|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Martin Johannes Walser&#039;&#039;&#039; (* [[24. März]] [[1927]] in [[Wasserburg (Bodensee)]]; † [[26. Juli]] [[2023]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;stern&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Schriftsteller Martin Walser ist tot| Sammelwerk=[[Stern (Zeitschrift)|Stern]]| Datum=2023-07-28| Online=https://www.stern.de/kultur/laut-medienberichten--schriftsteller-martin-walser-tot-33692532.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sueddeutsche&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://trauer.sueddeutsche.de/traueranzeige/martin-walser |titel=Martin Walser |werk=SZ Gedenken (trauer.sueddeutsche) |hrsg=Süddeutsche Zeitung |datum=2023-08-05 |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Überlingen]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Schriftsteller]]. Bekannt wurde er durch seine Darstellung innerer Konflikte der [[Antiheld]]en in seinen [[Roman]]en und [[Erzählung]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Geburtshaus von Martin Walser in Wasserburg.jpg|mini|Martin Walsers Geburtshaus am Bahnhof in Wasserburg am Bodensee (2017)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehrenbürgerschafft in Wasserburg am Bodensee.jpg|mini|Plakette am Geburtshaus von Martin Walser in Wasserburg]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Dünenstr 47 (Heringsdorf) Martin Walser.jpg|mini|[[Gedenktafel]] in [[Heringsdorf]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Walsers Eltern, der Gastwirt Martin Walser und dessen Ehefrau, eine geborene Schmid, betrieben die [[Bahnhofsrestauration]] und eine Kohlenhandlung in Wasserburg am [[Bodensee]]. Das Milieu seiner Kindheit wird im Roman &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039; geschildert. 1938 bis 1943 besuchte er die [[Bodensee-Gymnasium Lindau#Geschichte|Oberschule bzw. Oberrealschule]] in [[Lindau (Bodensee)|Lindau]]; dann wurde er als [[Flakhelfer]] eingezogen und leistete von 1944 bis 1945 Wehrdienst. Am 30. Januar 1944 beantragte Walser die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde zum 20. April desselben Jahres aufgenommen ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 9.742.136).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]] R 9361-IX KARTEI/46770948&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Dieter Hildebrandt soll in NSDAP gewesen sein| Sammelwerk=[[Die Welt]]| Datum=2007-06-30| Online=https://www.welt.de/politik/article987203/Dieter-Hildebrandt-soll-in-NSDAP-gewesen-sein.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walser bestritt entschieden, jemals einen Aufnahmeantrag ausgefüllt zu haben,&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Hubert Spiegel| Titel=All diese Karteikarten der NSDAP| Sammelwerk=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]| Datum=2007-07-02| Online=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/walser-lenz-und-hildebrandt-all-diese-karteikarten-der-nsdap-1463545.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; allerdings war nach aktuellem Forschungsstand eine Aufnahme ohne eigenes Zutun nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Armin Nolzen: „Vom ‚Jugendgenossen‘ zum ‚Parteigenossen‘. Die Aufnahme von Angehörigen der Hitler-Jugend in die NSDAP“, in: Benz, Wolfgang (Hg.): „Wie wurde man Parteigenosse? Die NSDAP und ihre Mitglieder, Fischer Verlag 2009, S. 123–150&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Reichsarbeitsdienst]] erlebte er das Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] als Soldat der [[Wehrmacht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende machte er 1946 in Lindau am [[Bodensee-Gymnasium Lindau|Bodensee-Gymnasium]] das [[Abitur]]. Er war katholisch und studierte an der [[Philosophisch-theologische Hochschule Regensburg|Philosophisch-theologischen Hochschule Regensburg]] und von 1948 bis 1951 an der [[Eberhard Karls Universität Tübingen]] Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. 1950 heiratete er Katharina „Käthe“ Neuner-Jehle, geborene Jehle. Aus dieser Ehe gingen die Töchter [[Franziska Walser|Franziska]], [[Johanna Walser|Katharina-Johanna]], [[Alissa Walser|Alissa]] und [[Theresia Walser|Theresia]] hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;munzinger&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.munzinger.de/search/document?index=mol-00&amp;amp;id=00000023305&amp;amp;type=text/html&amp;amp;query.key=OQN8OuD7&amp;amp;template=/publikationen/personen/document.jsp&amp;amp;preview= |titel=Alissa Walser  |werk=www.munzinger.de |hrsg=[[Munzinger-Archiv]] |abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit [[Maria Carlsson]], der damaligen Lebensgefährtin und späteren Ehefrau des &#039;&#039;[[Der Spiegel|Spiegel]]&#039;&#039;-Gründers [[Rudolf Augstein]], hatte er außerdem den Sohn [[Jakob Augstein]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Martin Walser ist Jakob Augsteins leiblicher Vater| Sammelwerk=Die Welt| Datum=2009-11-26| Online=https://www.welt.de/kultur/article5339459/Martin-Walser-ist-Jakob-Augsteins-leiblicher-Vater.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2009 gab Jakob Augstein bekannt, dass Walser sein leiblicher Vater sei, was er 2002 nach dem Tod von Rudolf Augstein durch seine Mutter erfahren hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;frankfurter rundschau&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Ulrike Simon| Titel=Walser ist wahrer Vater von Augstein-Sohn| Sammelwerk=[[Frankfurter Rundschau]]| Datum=2009-11-27| Online=https://www.fr.de/kultur/walser-wahrer-vater-augstein-sohn-11524441.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walser und Augstein trafen sich seither häufig. Über die späte Vaterschaft merkte Walser 2017 an: „Ich hab nur gemerkt, dass diese Besuchsvaterschaft ein Immer-zu-wenig war“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Volker Weidermann |url=https://www.spiegel.de/spiegel/jakob-augstein-und-martin-walser-ueber-ihr-vater-sohn-verhaeltnis-a-1179837.html |titel=Jakob Augstein und Martin Walser über ihr Vater-Sohn-Verhältnis |werk=Der Spiegel – Kultur |datum=2017-11-25 |sprache=de |abruf=2020-02-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war zudem Schwiegervater des Schriftstellers [[Sascha Anderson]], der mit seiner Tochter Alissa verheiratet ist, und des Schauspielers [[Edgar Selge]], des Ehemannes seiner ältesten Tochter Franziska.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Studiums begann Walser 1949, für den neu gegründeten [[Süddeutscher Rundfunk|Süddeutschen Rundfunk]] (SDR) als [[Reporter]] zu arbeiten und [[Hörspiel]]e zu schreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Edgar Lersch, Reinhold Viehoff |Titel=Rundfunk, Politik, Literatur. Martin Walsers frühe Erfahrungen beim Süddeutschen Rundfunk zwischen 1949 und 1957 |Sammelwerk=[[Jahrbuch Medien und Geschichte]] |Band=2 |Nummer= |Datum=2002 |Seiten=213–257}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine zwischenzeitliche Festanstellung beim SDR ermöglichte ihm 1951 die [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum Dr. phil. in Tübingen mit einer [[Dissertation]] über [[Franz Kafka]].&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Helmut Jedele]] bildete er den Kern der „Genietruppe“ des Stuttgarter Hörfunks und baute als freier Mitarbeiter den Fernsehbereich des Senders mit auf. Er führte Hörspielregie und wirkte 1953 am Buch der ersten Fernsehfilmproduktion des deutschen Nachkriegsfernsehens mit.&amp;lt;ref&amp;gt;Titel: &#039;&#039;Man erholt sich. Ein sommerliches Ferienfeuilleton.&#039;&#039; Erstausstrahlung 1955. Vgl. [[Harald Keller (Journalist)|Harald Keller]]: &#039;&#039;Der Dichter als Fernsehpionier – Ein Nachtrag zum 85. Geburtstag von Martin Walser.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Funkkorrespondenz]].&#039;&#039; 29. März 2012, {{ZDB|525657-4}}, sowie Jörg Magenau: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9, S.&amp;amp;nbsp;103–106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Parallel dazu vertiefte er als Rundfunkredakteur und Autor seine Kontakte zur Literaturszene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1953 wurde Walser regelmäßig zu den Tagungen der [[Gruppe 47]] eingeladen, die ihn 1955 für die Erzählung &#039;&#039;Templones Ende&#039;&#039; auszeichnete. Sein erster Roman &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]]&#039;&#039; erschien 1957 und wurde ein großer Erfolg. Walser lebte von da an mit seiner Familie als freier Schriftsteller erst in [[Friedrichshafen]] und dann in [[Nußdorf (Überlingen)|Nußdorf]] am Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er-Jahren setzte sich Walser, wie [[Günter Grass]] und andere, vor allem linke [[Intellektueller|Intellektuelle]], für die Wahl von [[Willy Brandt]] zum Bundeskanzler ein. 1964 war er Zuhörer beim [[Auschwitz-Prozess]] in Frankfurt. Er engagierte sich gegen den [[Vietnamkrieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Carlo Schellemann und Martin Walser: &#039;&#039;Stationen Vietnams.&#039;&#039; Röderberg-Verlag, Frankfurt 1968.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er reiste nach Moskau und galt (auch seinem Verleger [[Siegfried Unseld]]) in den 1960er- und 1970er-Jahren als Sympathisant der [[Deutsche Kommunistische Partei|Deutschen Kommunistischen Partei]], der er aber nie als Mitglied angehörte. Er war mit [[Ernst Bloch]], [[Robert Steigerwald]] u.&amp;amp;nbsp;a. befreundet. Im Jahr 1973 war er in den USA Gastdozent des [[Middlebury College]] in Vermont und der Universität Austin, 1976 Gastdozent der [[West Virginia University]] in [[Morgantown (West Virginia)]]. 1988 hielt Walser im Rahmen der Reihe &#039;&#039;Reden über das eigene Land&#039;&#039; eine Rede, in der er deutlich machte, dass er die [[deutsche Teilung]] als schmerzende Lücke empfand, mit der er sich nicht abfinden wollte. Diesen Stoff machte er auch zum Thema seiner Erzählung &#039;&#039;Dorle und Wolf&#039;&#039;. Auch wenn Walser ausdrücklich betonte, dass sich seine Haltung über die Zeit nicht verändert habe, sprechen einige Beobachter von einem Sinneswandel des Autors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine in Verlagsverträgen ungewöhnliche Klausel ermöglichte es Walser, nach dem Tod von Siegfried Unseld mit allen seinen Werken 2004 vom [[Suhrkamp Verlag]] zum [[Rowohlt Verlag]] zu wechseln. Insbesondere spielte laut eigener Aussage dabei die fehlende Positionierung des Verlags im Streit um seinen umstrittenen Roman &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]]&#039;&#039; eine Rolle. Walser hatte in diesem Zusammenhang den [[Literaturkritiker]] [[Marcel Reich-Ranicki]] einerseits als Person und andererseits als Symbol einer angeblich unredlichen Kulturszene angegriffen. Unter anderen [[Frank Schirrmacher]] kritisierte diesbezüglich ein „Spiel mit [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Klischees“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser war Mitglied der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste]] in [[Berlin]], der [[Sächsische Akademie der Künste|Sächsischen Akademie der Künste]], der [[Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung|Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung]] in [[Darmstadt]] und des [[PEN-Zentrum Deutschland|PEN-Zentrums Deutschland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2007 gab Walser einen Großteil seiner Manuskripte als [[Nachlass#Arten von Nachlässen|Vorlass]] an das [[Deutsches Literaturarchiv Marbach|Deutsche Literaturarchiv Marbach]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.presseportal.de/pm/7169/1000995 |titel=Martin Walser gibt Vorlass an Deutsches Literaturarchiv MarbachWalser bezeichnet es als „erträgliche Vorstellung“, seine Manuskripte im „unterirdischen Himmel“ von Marbach zu wissen |datum=2007-06-13 |sprache=de |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Teile davon sind im [[Literaturmuseum der Moderne]] in Marbach in der Dauerausstellung zu sehen, dazu gehören die Manuskripte von &#039;&#039;Ehen in Philippsburg&#039;&#039;, &#039;&#039;Das Einhorn&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 überließ Walser den aus Entwürfen, Manuskripten und Übersetzungen seiner erzählerischen, dramatischen und essayistischen Werke sowie 75 Tagebüchern bestehenden Vorlass dem Deutschen Literaturarchiv.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{{Webarchiv |url=https://www.deutschlandfunk.de/martin-walser-ueberlaesst-dem-deutschen-literaturarchiv-marbach-seinen-vorlass-100.html |text=Martin Walser überlässt dem Deutschen Literaturarchiv Marbach seinen Vorlass. |wayback=20220703063502}}&#039;&#039; In: [[deutschlandfunk]].de, 3. Juli 2022, abgerufen am 1. August 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.spiegel.de/kultur/marbach-martin-walser-hat-sein-werk-dem-literaturarchiv-uebergeben-a-647f32f5-4068-4689-ae98-73f7ee63ca9c Martin Walser hat sein Werk dem Literaturarchiv übergeben.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Der Spiegel (online)|Spiegel Online]],&#039;&#039; 3. Juli 2022, abgerufen am 3. Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Literaturhaus München zeigte 2005 die von [[Armin Kratzert]] und [[Jörg Magenau]] kuratierte Ausstellung „Martin Walser. Nichts ist ohne sein Gegenteil wahr“. Anlässlich Walsers 75. Geburtstag im Jahr 2002 wurde die Dokumentation &#039;&#039;Martin Walser – Eine Deutschlandreise&#039;&#039; ausgestrahlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.swr.de/swrkultur/literatur/martin-walser-95-100.html „In dem Augenblick, in dem ich schreibe, bin ich unsterblich“], abgerufen am 24. Januar 2025&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu seinem 85. Geburtstag im Jahr 2012 folgte die Dokumentation &#039;&#039;Martin Walser – Ein Leben für Alle und Keinen&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;/&amp;gt; Zu Walsers 90. Geburtstag sendete die [[ARD]] die 90-minütige Dokumentation &#039;&#039;Mein Diesseits – Unterwegs mit Martin Walser&#039;&#039; (Buch und Regie Frank Hertweck),&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://web.archive.org/web/20170319022253/http://www.swr.de:80/film/doku-martin-walser-mein-diesseits/-/id=5791128/did=18820724/nid=5791128/tg03c/index.html |titel=Eine Lebensreise um den Bodensee mit Denis Scheck: Mein Diesseits – Unterwegs mit Martin Walser |werk=SWR.de |hrsg=SWR Fernsehen |datum=2017-03-19 |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der [[Denis Scheck]] gemeinsam mit Walser die wichtigen am [[Bodensee]] gelegenen Stationen dessen Lebens besucht, wie etwa sein Geburtshaus, das heute eine [[Ballett]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;schule ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war Erstunterzeichner des [[Emma (Zeitschrift)#Krieg in der Ukraine|in der Zeitschrift &#039;&#039;Emma&#039;&#039; veröffentlichten offenen Briefs]] an [[Olaf Scholz|Bundeskanzler Scholz]] vom 29. April 2022, der sich aus Sorge vor einem [[Dritter Weltkrieg|Dritten Weltkrieg]] im Kontext des [[Russischer Überfall auf die Ukraine 2022|Ukraine-Konflikts]] gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Offener Brief an Kanzler Olaf Scholz.&#039;&#039; [https://www.emma.de/artikel/offener-brief-bundeskanzler-scholz-339463 Online auf www.emma.de], abgerufen am 30. April 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser war bis zuletzt unermüdlich produktiv. Auch in seinem letzten Lebensabschnitt „legte er Jahr für Jahr einen neuen Roman vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;EbelNachrufTA&amp;quot;&amp;gt;[[Martin Ebel (Literaturkritiker)|Martin Ebel]]: &#039;&#039;Der Mann, der die Wörter liebte. Nachruf auf Martin Walser.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Tages-Anzeiger]]&#039;&#039; vom 29. Juli 2023, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; Martin Walser starb am 26.&amp;amp;nbsp;Juli 2023 im Alter von 96&amp;amp;nbsp;Jahren in seinem Zuhause in [[Nußdorf (Überlingen)|Nußdorf]], einem Stadtteil von [[Überlingen]] am Bodensee. Er wurde am 31. Juli 2023 in seinem Geburtsort Wasserburg auf dem Pfarrfriedhof an der Sankt-Georgs-Kirche beigesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Klaus Nerger |url=https://www.knerger.de/html/walsermaschriftsteller_118.html |titel=Das Grab von Martin Walser |werk=knerger.de |abruf=2024-06-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/friedrichshafen/martin-walser-in-wasserburg-beigesetzt-100.html |titel=Autor Martin Walser in Wasserburg beigesetzt |werk=swr.de |datum=2023-07-31 |abruf=2023-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Während der Gedenkfeier in [[Stuttgart]] zu seinen Ehren erinnerte sein Freund [[Arnold Stadler]] daran, dass Walser es, vor allem in seinem letzten Lebensabschnitt, nicht mit Ideologien, sondern mit dem Humanisten [[Sebastian Castellio]] gehalten habe: „Einen Menschen töten heisst nicht eine Lehre verteidigen, sondern einen Menschen töten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Nadine A. Brügger: &#039;&#039;Adieu, Martin Walser&#039;&#039;. In: [[NZZ]] vom 18. September 2023, S. 30 ([https://www.nzz.ch/feuilleton/stuttgart-die-literaturwelt-verabschiedet-sich-von-martin-walser-ld.1755728 online am 17. September 2023 auf nzz.ch], abgerufen am 18. September 2023).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarisches Werk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin walser 03.jpg|mini|Martin Walser (2008)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein immer wiederkehrendes Motiv Walsers ist das Scheitern am Leben: Seine Helden sind den Anforderungen, die ihre Mitmenschen an sie oder sie selbst an sich stellen, nicht gewachsen; der innere Konflikt, den sie deswegen mit sich austragen, findet sich in allen großen Walser-Romanen wieder. Dass die Kämpfe nur in der Seele seiner Helden brodeln, während die äußere Handlung meist Nebensache bleibt, macht Martin Walser zu einem typischen Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur (wie [[Heinrich Böll]], [[Peter Handke]] oder [[Siegfried Lenz]]) und setzt ihn in Gegensatz zur angelsächsischen Literaturtradition, in der das Vorantreiben einer äußeren Handlung weit bedeutender ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Immer hat Walser betont, dass sein Welt- und Menschenbild in seinen Romanen zur vollen und letzten Gültigkeit gediehen sei, nicht in seinen politischen Plädoyers und Meinungskundgebungen“, so [[Martin Krumbholz]] in einem Nachruf auf Walser. Dennoch seien die vielen Aufsätze nicht aus dem Werk Walsers wegzudenken, gehörten sie doch dank ihrem Scharfsinn und ihrer Brillanz, verbunden mit der ihnen eigenen Argumentationslust sogar zum Kernbestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Krumbholz]]: “In die Liebe und in die Sprache verliebt“, NZZ vom 29. Juli 2023, S. 36 (Feuilleton, Nachruf).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch am Theater hatte Walser Erfolg. Bereits sein erstes Stück &#039;&#039;Der Abstecher&#039;&#039; hatte in den 1960er-Jahren über fünfzig Inszenierungen. &#039;&#039;Eiche und Angora&#039;&#039; war eine erste künstlerische Auseinandersetzung Walsers mit der [[Zeit des Nationalsozialismus]]. Wie in der schwäbischen [[Groteske]] laut [[Hellmuth Karasek]] „mit dem Entsetzen Scherz getrieben“ wurde, führte zu einer kontroversen Aufnahme in der Kritik, jedoch auch zu einem ersten internationalen Theatererfolg in Wien, Zürich, Basel, Rotterdam, Skopje, Edinburgh und über ein Jahr lang ununterbrochen in Paris.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Magenau: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9, S.&amp;amp;nbsp;180–183.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marcel Reich-Ranicki lobte den Autor im September 1963 mit den Worten: „Walsers frühe Geschichten sind zeitkritische Diagnosen und Proteste gegen einen Zustand, der das Individuum an seiner Entfaltung hindert, es verkümmern läßt und zugrunde richtet. Dies gilt ebenso für Walsers spätere Prosa. Wenn auch mit anderen Mitteln, so demonstriert er immer wieder an den Schicksalen verschiedener Gestalten die Absurdität eines Daseins, in dem der Mut eines Sparkassenräubers eigentlich für jeden Beruf unentbehrlich wird. Und er tut dies in dem Bewußtsein der eigenen Ohnmacht.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/1963/39/der-wackere-provokateur-martin-walser &#039;&#039;Kritik von Marcel Reich-Ranicki.&#039;&#039;] vom 27. September 1963 bei zeit.de, abgerufen am 9. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Iris Radisch]] bescheinigte Walser in ihrem Nachruf für &#039;&#039;[[Die Zeit]]&#039;&#039; „mit seiner Mixtur aus kleinbürgerlichem Strebertum, Tief- und Eigensinn plus höherem Klamauk eine literarische Tiefenbohrung kleindeutscher Gefühlslagen, die auch in dieser Liga absolut einmalig war.“ Als Walser-Romane, die man „unbedingt irgendwann einmal im Leben“ gelesen haben sollte, empfahl sie &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]]&#039;&#039;, &#039;&#039;Halbzeit&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Seelenarbeit]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Brandung (Roman)|Brandung]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Die Verteidigung der Kindheit]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Iris Radisch]]: &#039;&#039;Gefühlswildnis mit Käthe. Martin Walser war der große Porträtist deutscher Kleinbürgerlichkeit. Seine politischen Skandale waren voller Missverständnisse, sein Kampf mit Marcel Reich-Ranicki war erbittert –und sein Schreiben ohne Ehefrau undenkbar.&#039;&#039; In: [[Die Zeit]] 3. August 2023, S. 42&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontroversen ==&lt;br /&gt;
„Je subjektiver wir formulieren, desto wertvoller werden wir für die übrige Welt“, findet [[Edgar Selge]] in einem Nachruf auf seinen Schwiegervater Martin Walser. „Walsers Kampf um die ungeteilte eigene Wahrnehmung und ihre Veröffentlichung ist das größte Geschenk, das er uns gemacht hat. Und das Wetterleuchten, das seine Provokationen erzeugten, wird anhalten, solange es seine Interviews und Dokumentarfilme, solange es seine Bücher gibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Edgar Selge]]: &#039;&#039;Bitte subjektiv. Konsens braucht Kampf: Martin Walsers Mut zur Debatte war sein größtes Geschenk an uns.&#039;&#039; In: [[Die Zeit]] 3. August 2023, S. 43&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Streit mit der Deutschen Bank ===&lt;br /&gt;
Im Vorfeld eines Prozesses, den der Aufsichtsratsvorsitzende der [[Deutsche Bank|Deutschen Bank]] [[Hermann Josef Abs]] gegen den DDR-Historiker [[Eberhard Czichon]] und dessen westdeutschen Verleger [[Manfred Pahl-Rugenstein]] wegen mehrerer falscher Tatsachenbehauptungen zu Abs’ Tätigkeit während der Zeit des Nationalsozialismus führte, veröffentlichte Walser am 24.&amp;amp;nbsp;August 1970 im [[Der Spiegel|&#039;&#039;Spiegel&#039;&#039;]] eine ausführliche Rezension der Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Bank.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Martin Walser über Fritz Seidenzahl: „Hundert Jahre Deutsche Bank“: Ist die Deutsche Bank naiv?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Der Spiegel.&#039;&#039; 24. August 1970 ([https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44904826.html online], Zugriff am 30. November 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Darin empfahl er Czichons Buch, rechtfertigte die Theorie des [[Staatsmonopolistischer Kapitalismus|Staatsmonopolistischen Kapitalismus]] und kritisierte, dass die Festschrift die demokratisch nicht legitimierte Macht der Bank verharmlose: „Ist die Deutsche Bank naiv?“ Die Presseabteilung der Deutschen Bank erzwang eine [[Gegendarstellung]].&lt;br /&gt;
Am 14.&amp;amp;nbsp;September 1970 polemisierte das Vorstandsmitglied Wilhelm Vallenthin, ein 1909 geborener Jurist aus Hamburg,&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Habel (Hrsg.): &#039;&#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&#039;&#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1276.&amp;lt;/ref&amp;gt; unter der Überschrift &#039;&#039;Ist Martin Walser naiv?&#039;&#039; dagegen, dass dieser sich über die Kontinuität der Banktätigkeit über alle Regimewechsel der deutschen Geschichte hinweg mokiert hatte: Eine Bank sei nun einmal ein Dienstleistungsunternehmen, das bei einem Regierungswechsel ja wohl nicht seine Tätigkeit einstellen könne. Walsers Darstellung sei „[[Leninismus]] reinsten Wassers“, eine Verständigung mit ihm sei daher nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Vallenthin: &#039;&#039;Ist Martin Walser naiv?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Der Spiegel.&#039;&#039; 14. September 1970 ([https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44906625.html online], Zugriff am 30. November 2018), zitiert nach Sebastian Brünger: &#039;&#039;Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit&#039;&#039;. Wallstein, Göttingen 2017, S.&amp;amp;nbsp;173 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Paulskirchenrede}} Paulskirchenrede 1998 ===&lt;br /&gt;
Als Walser anlässlich der Verleihung des [[Friedenspreis des deutschen Buchhandels|Friedenspreises des deutschen Buchhandels]] am 11. Oktober 1998 in der [[Frankfurter Paulskirche]] eine Rede hielt, in der er eine „Instrumentalisierung des [[Holocaust]]“ ablehnte, kam es zu kontroversen Diskussionen und teilweise auch zu Protesten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Jeder kennt unsere geschichtliche Last, die unvergängliche Schande, kein Tag, an dem sie uns nicht vorgehalten wird. Könnte es sein, daß die Intellektuellen, die sie uns vorhalten, dadurch, daß sie uns die Schande vorhalten, eine Sekunde lang der Illusion verfallen, sie hätten sich, weil sie wieder im grausamen Erinnerungsdienst gearbeitet haben, ein wenig entschuldigt, seien für einen Augenblick sogar näher bei den Opfern als bei den Tätern? Eine momentane Milderung der unerbittlichen Entgegengesetztheit von Tätern und Opfern. Ich habe es nie für möglich gehalten, die Seite der Beschuldigten zu verlassen. Manchmal, wenn ich nirgends mehr hinschauen kann, ohne von einer Beschuldigung attackiert zu werden, muß ich mir zu meiner Entlastung einreden, in den Medien sei auch eine Routine des Beschuldigens entstanden. Von den schlimmsten Filmsequenzen aus Konzentrationslagern habe ich bestimmt schon zwanzigmal weggeschaut. Kein ernstzunehmender Mensch leugnet Auschwitz; kein noch zurechnungsfähiger Mensch deutelt an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum; wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, daß sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Ich möchte verstehen, warum in diesem Jahrzehnt die Vergangenheit präsentiert wird wie noch nie zuvor. Wenn ich merke, daß sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf die Motive hin abzuhören, und bin fast froh, wenn ich glaube, entdecken zu können, daß öfter nicht mehr das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung. […] Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets […].&lt;br /&gt;
 |Autor=Martin Walser&lt;br /&gt;
 |Quelle=Rede in der Paulskirche am 11. Oktober 1998}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruppe 47 - Sechzig Jahre danach 3.jpg|mini|Beim Treffen der &#039;&#039;[[Gruppe 47]]&#039;&#039; (2007)]]&lt;br /&gt;
Die von manchen als sprachlich kompliziert empfundenen Äußerungen Walsers wurden oft wie folgt interpretiert: Die [[nationalsozialistisch]]en Verbrechen würden von einigen Leuten dazu missbraucht, politische und finanzielle Forderungen gegen Deutschland zu stützen. Auch fühle derjenige, der ständig diese Verbrechen thematisiert, sich den Mitmenschen moralisch überlegen. Der Themenkomplex [[KZ Auschwitz|Auschwitz]] dürfe aber nicht zur „Moralkeule“ verkommen, gerade wegen seiner großen Bedeutung. Die Rede wurde auch als Reaktion auf die Kritik [[Marcel Reich-Ranicki]]s an Walsers Buch &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039; gewertet. Reich-Ranicki hatte bemängelt, dass Auschwitz in dem Buch, dessen Handlung in der NS-Zeit spielte, nicht erwähnt werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser hatte in seiner Rede auch die Begnadigung des verurteilten DDR-Spions [[Rainer Rupp]] gefordert. Dies wertete [[Lars Rensmann]] als Teil der von Walser propagierten „nationalen Selbstversöhnung“ der Deutschen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lars Rensmann]]: &#039;&#039;Enthauptung der Medusa. Zur diskurshistorischen Rekonstruktion der Walser-Debatte im Licht politischer Psychologie.&#039;&#039; In: [[Micha Brumlik]], [[Hajo Funke]], Lars Rensmann (Hrsg.): &#039;&#039;Umkämpftes Vergessen. Walser Debatte, Holocaust-Mahnmal und neuere deutsche Geschichtspolitik.&#039;&#039; 2., erweiterte Auflage. Schiler, Berlin 2004, ISBN 3-89930-240-0, S.&amp;amp;nbsp;36 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Walsers Rede war im Anschluss allgemein von den Anwesenden stehend applaudiert worden, mit Ausnahme des Vorsitzenden des [[Zentralrat der Juden in Deutschland|Zentralrates der Juden in Deutschland]] [[Ignatz Bubis]], dessen Frau Ida und [[Friedrich Schorlemmer]]s. Bubis warf Walser später vor, „wegsehen“ zu wollen, und bezeichnete die Rede als „geistige Brandstiftung“. Letzteres nahm Bubis später zurück. Ferner wurde Walser vorgeworfen, dass rechte [[Geschichtsrevisionismus|Revisionisten]], die dieses brisante Thema abblocken wollten, sich auf ihn berufen würden. Walser hielt dieser Kritik entgegen, dass er keine politische Instrumentalisierung seiner „sehr persönlichen Ansicht“ beabsichtige und nur von seinem subjektiven Empfinden gesprochen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem im Dezember 1998 von der &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]]&#039;&#039; organisierten Treffen mit Bubis erhob Walser den Vorwurf der „Dauerpräsentation unserer Schande“ und eines „grausamen Erinnerungsdienst[es]“ nicht mehr gegen „Meinungssoldaten“ und „die Medien“, sondern (laut [[Matthias N. Lorenz]]) gegen die Opfergruppe selbst. Walser sagte an Bubis’ Adresse gerichtet, „ich war in diesem Feld (= &#039;&#039;der bundesrepublikanischen Aufarbeitung der Vergangenheit&#039;&#039;) beschäftigt, da waren Sie noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt.“ Ferner bezeichnete Walser Bubis’ Äußerungen zu den [[Rechtsextremismus|rechtsextremen]] und [[Rassismus|rassistischen]] Übergriffen in Deutschland Anfang der 1990er-Jahre als „sofort zurückgebunden an [[Machtergreifung|1933]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias N. Lorenz: &#039;&#039;„Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede (Martin Walser, 1998).“&#039;&#039; In: Wolfgang Benz: &#039;&#039;Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart.&#039;&#039; de Gruyter, Berlin 2015, S.&amp;amp;nbsp;103 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 erklärte er in einem &#039;&#039;Spiegel&#039;&#039;-Interview, er habe nicht eine Instrumentalisierung von Auschwitz im deutsch-jüdischen Verhältnis gemeint, sondern eine in der deutschen Tagespolitik, so wie sie z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Günter Grass]] in seiner Ablehnung der [[Deutsche Wiedervereinigung|Deutschen Wiedervereinigung]] oder von [[Joschka Fischer]] in seiner Befürwortung der deutschen Intervention im [[Kosovokrieg]] praktiziert wurde. Er bedauerte, die Rede so gehalten und Bubis damit getroffen zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=134762543 |Autor=[[Martin Doerry]], [[Volker Hage]] |Titel=Spiegel-Gespräch: „Einsam ist man sowieso“ |Jahr=2015 |Nr=19 |Seiten=136 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 2017 hielt der Vorsitzende der [[AfD Thüringen]] [[Björn Höcke]] eine [[Björn Höcke#Rede im Ball- und Brauhaus Watzke|Rede im Ballhaus Watzke]] in Dresden, in der er sagte: „Wir Deutschen […] sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Anschließend forderte Höcke eine „erinnerungspolitische Wende um 180&amp;amp;nbsp;Grad“. Die Rede löste in Medien und Politik Protest und heftige Reaktionen aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tagesspiegel.de Höcke-Rede im Wortlaut&amp;quot;&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/politik/hoecke-rede-im-wortlaut-gemuetszustand-eines-total-besiegten-volkes/19273518-all.html &#039;&#039;Höcke-Rede im Wortlaut: „Gemütszustand eines total besiegten Volkes“.&#039;&#039;] tagesspiegel.de, Januar 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Detlef Esslinger]] schrieb in der &#039;&#039;[[Süddeutsche Zeitung|Süddeutschen Zeitung]]&#039;&#039;: „Genau das ist der Unterschied zu Martin Walsers Paulskirchen-Rede von 1998, in deren Kontinuität Höcke sich stellt.&lt;br /&gt;
Walser erkannte damals ,unsere unvergängliche Schande‘ wenigstens an, bevor er gegen die Erinnerungskultur polemisierte.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sueddeutsche.de/politik/bjoern-hoecke-die-afd-will-im-gespraech-bleiben-um-jeden-preis-1.3338181 |titel=Die AfD will im Gespräch bleiben – um jeden Preis |werk=Süddeutsche Zeitung |datum=2017-01-18 |abruf=2022-06-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Sozial- und Politikwissenschaftler [[Samuel Salzborn]] meinte 2018, Martin Walser habe in seiner Paulskirchen-Rede „etwas ganz Ähnliches gesagt, was Björn Höcke mittlerweile auch formuliert“, wofür Höcke jedoch „zu Recht scharf kritisiert“ worden sei, wohingegen die Reaktionen auf Walsers Rede „eher ambivalent“ gewesen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jana Hensel (Interview) |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-05/antisemitismus-deutschland-forschung-geschichte-samuel-salzborn-d18 |titel=&amp;quot;Ein Antisemit hat immer unrecht&amp;quot;. Was hat Martin Walser mit Farid Bang zu tun? Der Antisemitismusforscher Samuel Salzborn über die alte Kraft des Judenhasses und seine modernsten Erscheinungsformen |werk=zeit.de |datum=2018-05-25 |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haltung zum Judentum ===&lt;br /&gt;
Nach den Debatten um die Paulskirchenrede wurde die angebliche oder tatsächliche Zuwendung Walsers zur „bürgerlichen“ Seite erneut zum öffentlichen Thema, als er bei der Klausurtagung der [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] in Wildbad Kreuth als Gastredner auftrat. Als er in seinem 2002 erschienenen [[Schlüsselroman]] &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]]&#039;&#039; den [[Literaturkritiker]] [[Marcel Reich-Ranicki]] einerseits als Person und andererseits als Symbol einer angeblich unredlichen Kulturszene kritisierte, gab es Proteste. [[Frank Schirrmacher]] kritisierte daraufhin sein „Spiel mit [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Klischees“. Reich-Ranicki kommentierte im Mai 2010 in einem Interview des [[Der Spiegel|Spiegel]]:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ich halte ihn nicht für einen Antisemiten. Aber es ist ihm wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Kritiker, der ihn angeblich am meisten gequält hat, auch noch [[Jude]] ist. Er rechnet damit, dass ihm sein Publikum darin folgt. Sehen Sie, es hat von [[Günter Grass|Grass]] nie eine antisemitische Zeile oder Bemerkung gegeben, keine einzige. Und über dessen Bücher habe ich gewiss nicht nur positiv geschrieben.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569532.html &#039;&#039;Ich wollte mich durchsetzen.&#039;&#039;] Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit [[Volker Hage]], In: &#039;&#039;[[Der Spiegel|Spiegel]].&#039;&#039; 22. Mai 2010, abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kulturwissenschaftler [[Matthias N. Lorenz]] hat Walsers Lebenswerk in seiner Dissertation &#039;&#039;„Auschwitz drängt uns auf einen Fleck“&#039;&#039; auf die Darstellung von Juden bzw. den Auschwitzdiskurs untersucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elke Schmitter |url=https://www.spiegel.de/kultur/der-ewige-flakhelfer-a-60fafb24-0002-0001-0000-000041682527 |titel=Der ewige Flakhelfer |werk=Der Spiegel |datum=2005 |abruf=2023-07-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Arbeit dokumentiert er das durchgängige Vorkommen der bekannten antisemitischen Stereotype. Das Leiden der Juden werde deutlich dem Leid „Deutscher“ gleichgestellt. Häufig finde sich die einfühlsame Darstellung Deutscher, die sich als „Verlierer der Geschichte“ fühlten: würdelos, stigmatisiert, ihrer Identität beraubt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.perlentaucher.de/buch/matthias-n-lorenz/auschwitz-draengt-uns-auf-einen-fleck.html Rezensionen zu &#039;&#039;Auschwitz drängt uns auf einen Fleck.&#039;&#039;] bei [[Perlentaucher]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruppe 47 - Sechzig Jahre danach 6.jpg|mini|Martin Walser und [[Günter Grass]], Literarisches Gipfeltreffen, [[Gruppe&amp;amp;nbsp;47]] (2007)]]&lt;br /&gt;
Das [[Denkmal für die ermordeten Juden Europas|Holocaust-Mahnmal]] in Berlin wurde von Walser während der Planungsphase abwertend als „fußballfeldgroßer Albtraum im Herzen der Hauptstadt“ und „Kranzabwurfstelle“ bezeichnet; nach der Fertigstellung dagegen äußerte er sich positiv zum Denkmal.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://edoc.unibas.ch/7563/1/%5BZeitschrift%20fr%20Evangelische%20Ethik%5D%20Kinderrechte%20als%20Menschenrechte.pdf Gewissen und Öffentlichkeit – Ein Deutungsvorschlag zur Walser-Bubis-Kontroverse] – Artikel von Georg Pfleiderer in der &#039;&#039;Zeitschrift für evangelische Ethik&#039;&#039; Heft 4 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Keller: [https://www.tagesspiegel.de/berlin/eisenman-ist-ein-genie/709568.html &#039;&#039;Eisenman ist ein Genie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;[[Der Tagesspiegel]].&#039;&#039; 10. Mai 2006 (abgerufen am 8. November 2009)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antiziganismus ===&lt;br /&gt;
Auch antiziganistische Positionierungen werden Walser vorgeworfen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Benjamin Ortmeyer]]: Meister der Sprach-Gewalt. Statt eines Nachrufs: Zum Tod des Schriftstellers Martin Walser. In: Jüdische Allgemeine, 3. August 2023 ( https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/meister-der-sprach-gewalt/, abgerufen am 6. August 2023).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mittelpunkt steht das von ihm gemeinsam mit [[Asta Scheib]] verfasste Drehbuch zu dem zweiten [[Tatort]] des Hamburger Ermittler-Duos [[Stoever und Brockmöller]] &#039;&#039;[[Tatort: Armer Nanosh|Armer Nanosh]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1989. &#039;&#039;Armer Nanosh&#039;&#039; wurde wegen [[Antiziganismus|antiziganistischer]] Klischees kontrovers diskutiert sowie wegen der These, die Naziverbrechen seien eine größere Bürde für die Nachfahren der Täter als für die der Opfer.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Katharina Peters |Hrsg=VIA |Titel=Der Tatort „Armer Nanosh“ und der Diskurs um kollektive Schuld in Deutschland um 1989 |Sammelwerk=Für immer „Zigeuner“? Ergänzungsheft |Band=Ergänzungsheft |Ort=Duisburg |Datum=2018 |Seiten=16-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oliver Ness |Titel=Ein &amp;quot;Tatort&amp;quot;-Krimi zwischen den Stühlen |Sammelwerk=taz |Datum=1989-07-22 |Seiten=5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Matthias N. Lorenz |Titel=&amp;quot;Armer Janosh&amp;quot;? - armer Frohwein? : Antiziganismus und Täter-Opfer-Inversion; zu einem Tatort-Krimi, der schon Ende der 1980er Jahre eine veritable Walser-Debatte hätte auslösen können |Sammelwerk=Der Deutschunterricht |Band=57 |Nummer=2 |Verlag=Friedrich-Verlag |Ort=Hannover |Datum=2005 |Seiten=74-79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ortmeyer erwähnt auch einen Hinweis [[Günter Amendt]]s: „nach einer Europa-Tournee des jüdischen Sängers und [[Lyrik]]ers [[Bob Dylan]] [habe Walser] in der Redaktion der Zeitschrift »[[Konkret (Zeitschrift)|Konkret]]« gefragt, was denn an diesem »herumzigeunernden Israeliten« so besonders wäre“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Originalausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Beschreibung einer Form. Versuch über die epische Dichtung Franz Kafkas.&#039;&#039; [[Dissertation]] an der [[Universität Tübingen]] 9. Februar 1952 ({{DNB|480348650}}).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein Flugzeug über dem Haus]]&#039;&#039; und andere Geschichten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1955.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1957.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Halbzeit.&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1960. (erster Band der Anselm-Kristlein-Trilogie)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Beschreibung einer Form. Essay.&#039;&#039; 1961 &amp;lt;!-- = Diss.? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* als Herausgeber: &#039;&#039;Die Alternative oder Brauchen wir eine neue Regierung?&#039;&#039; Rowohlt Taschenbuch, 1961.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Eiche und Angora. Eine deutsche Chronik.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Lügengeschichten]]&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 81). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen und Leseerfahrungen&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 109). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Drei Stücke.&#039;&#039; Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Einhorn. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1966. (zweiter Band der Anselm-Kristlein-Trilogie, [[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#1961 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 3. bis zum 16. Oktober 1966]]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Heimatkunde. Aufsätze und Reden|Heimatkunde]]. Aufsätze und Reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 269). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1968.&lt;br /&gt;
* mit Chargesheimer: &#039;&#039;Theater! Theater!&#039;&#039; 1968.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Fiction.&#039;&#039; Erzählung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Gallistl’sche Krankheit. Roman. &#039;&#039;Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Sturz. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-04627-6. (dritter Band der Anselm-Kristlein-Trilogie)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jenseits der Liebe]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-518-04619-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein fliehendes Pferd]].&amp;lt;!-- Roman? --&amp;gt;&#039;&#039; Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Seelenarbeit]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983 &amp;lt;!-- oder 1979? --&amp;gt;, ISBN 3-518-37401-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das Schwanenhaus]]. Roman&#039;&#039;. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982 &amp;lt;!-- oder 1980? --&amp;gt;, ISBN 3-518-37300-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Selbstbewußtsein und Ironie. Frankfurter Vorlesungen&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 1090). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-11090-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gefahrvoller Aufenthalt.&#039;&#039; Erzählungen. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1982.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Brief an Lord Liszt]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-04632-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Liebeserklärungen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-518-04521-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Brandung (Roman)|Brandung]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-03570-3. Lizenzausgabe für den Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1986.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Gedanken. Erzählungen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-03222-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Geständnis auf Raten&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 1374). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-11374-7.&lt;br /&gt;
* mit [[André Ficus]]: &#039;&#039;Die Amerikareise. Versuch, ein Gefühl zu verstehen.&#039;&#039; Kunstverlag Weingarten, 1986, ISBN 3-8170-3001-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dorle und Wolf.&#039;&#039; Eine Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-02668-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jagd (Roman)|Jagd]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-40130-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über Deutschland reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 1553). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-11553-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Die Verteidigung der Kindheit]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-40380-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ohne einander]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-40542-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin Walser 2010-4604.jpg|mini|Martin Walser (2010)]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vormittag eines Schriftstellers.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-40603-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Finks Krieg]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-40791-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Deutsche Sorgen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-39158-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Umgang mit Hölderlin. Zwei Reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;[[Insel-Bücherei]].&#039;&#039; 1176). Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 1998, ISBN 3-458-19176-3.&lt;br /&gt;
* mit André Ficus: &#039;&#039;Heimatlob. Ein Bodensee-Buch mit farbigen Bildern.&#039;&#039; Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 1998, ISBN 3-458-34074-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-41010-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede.&#039;&#039; [[Friedenspreis des Deutschen Buchhandels]] 1998, Laudatio: [[Frank Schirrmacher]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-06550-5.&lt;br /&gt;
* [[Quint Buchholz]]: &#039;&#039;Am Wasser. Ein Bilderbuch mit Texten von [[Johanna Walser|Johanna]] und Martin Walser.&#039;&#039; Sanssouci im Verlag Nagel &amp;amp; Kimche, Zürich 2000, ISBN 3-7254-1170-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Lebenslauf der Liebe]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-41270-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-41378-3. ([[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#2001 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 8. Juli bis zum 11. August 2002]])&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Reisen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-41463-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Augenblick der Liebe]].&#039;&#039; Roman. [[Rowohlt Verlag|Rowohlt]], Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-498-07353-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Verwaltung des Nichts.&#039;&#039; Aufsätze. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-498-07354-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben. Tagebücher 1951–1962.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-499-24427-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angstblüte.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek 2006, ISBN 3-498-07357-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Lebensroman des [[Andreas Beck (Autor)|Andreas Beck]].&#039;&#039; Edition Isele, Eggingen 2006, ISBN 3-86142-401-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das geschundene Tier.&#039;&#039; Neununddreißig Balladen. Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-498-07359-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein liebender Mann.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-498-07363-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben.&#039;&#039; Tagebücher 1963–1973. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-498-07358-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Jenseits.&#039;&#039; Novelle. Berlin University Press, Berlin 2010, ISBN 978-3-940432-77-3.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.literarische-bilder-unserer-zeit.uni-koeln.de/index.php/Monika_Hartkopf:_Analyse_von_Martin_Walsers_Novelle_%22Mein_Jenseits%22 |titel=Martin Walser, Mein Jenseits (von Monika Hartkopf) – Literarische Altersbilder |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben. Tagebücher 1974–1978.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2010, ISBN 978-3-498-07369-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Muttersohn.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek, 2011, ISBN 978-3-498-07378-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meine Lebensreisen.&#039;&#039; Corso, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86260-045-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über Rechtfertigung, eine Versuchung: Zeugen und Zeugnisse.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-498-07381-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das dreizehnte Kapitel]].&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-498-07382-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Momente.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2013, ISBN 978-3-498-07383-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Inszenierung.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013, ISBN 978-3-498-07384-8 auch als E-Book.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Shmekendike blumen. Ein Denkmal / A dermonung für Sholem Yankev Abramovitsh.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-498-07387-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Schreiben und Leben.&#039;&#039; Tagebücher 1979–1981. Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-498-07386-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein sterbender Mann.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2016, ISBN 978-3-498-07388-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Statt etwas oder Der letzte Rank.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-07392-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ewig aktuell : aus gegebenem Anlass.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-07393-0.&lt;br /&gt;
* mit [[Jakob Augstein]]: &#039;&#039;Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-00680-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gar alles oder Briefe an eine unbekannte Geliebte.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2018, ISBN 978-3-498-07400-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spätdienst. Bekenntnis und Stimmung&#039;&#039;, mit Arabesken von [[Alissa Walser]]. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018. ISBN 978-3-498-07407-4.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://literaturkritik.de/ungluecksglueck-martin-walsers-poetischer-spaetdienst,25172.html Unglücksglück : Martin Walsers poetischer „Spätdienst“], literaturkritik.de vom 10. Dezember 2018, abgerufen am 17. Mai 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mädchenleben oder Die Heiligsprechung. Legende.&#039;&#039; Rowohlt, Hamburg 2019, ISBN 978-3-498-00196-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sprachlaub oder: Wahr ist, was schön ist&#039;&#039;, mit Aquarellen von Alissa Walser. Rowohlt Verlag, Hamburg 2021, ISBN 978-3-498-00239-8.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Judith von Sternburg |url=https://www.fr.de/kultur/literatur/sprachlaub-von-martin-walser-ras-doch-nicht-so-jahr-90256957.html |titel=„Sprachlaub“ von Martin Walser: „Ras doch nicht so, Jahr“ |hrsg=[[Frankfurter Rundschau]] |datum=2021-03-22 |sprache=de |abruf=2023-08-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Traumbuch. Postkarten aus dem Schlaf&#039;&#039;, mit [[Cornelia Schleime]]. Rowohlt, Hamburg 2022, ISBN 978-3-498-00319-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bühnenwerke ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Abstecher. [[Die Zimmerschlacht]].&#039;&#039; (2 Stücke, geschrieben 1961 bzw. 1962/1963/1967). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 205).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Sofa. Eine Farce.&#039;&#039; (geschrieben 1961). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Eiche und Angora]]. Eine deutsche Chronik.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Überlebensgroß Herr Krott! Requiem für einen Unsterblichen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 55).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Schwarze Schwan (Martin Walser)|Der Schwarze Schwan]].&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Zimmerschlacht.&#039;&#039; 1967 (Uraufführung durch [[Fritz Kortner]]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wir werden schon noch handeln.&#039;&#039; (Uraufführung 1968 unter dem Titel &#039;&#039;Der schwarze Flügel&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein Kinderspiel]].&#039;&#039; Stück in zwei Akten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 400).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Aus dem Wortschatz unserer Kämpfe.&#039;&#039; Szenen. Mit 16 Graphiken von Peer Wolfram. Eremiten-Presse, Stierstadt 1971.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Sauspiel. Szenen aus dem 16. Jahrhundert.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;In Goethes Hand. Szenen aus dem 19. Jahrhundert.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein fliehendes Pferd. Theaterstück.&#039;&#039; Mitarbeit [[Ulrich Khuon]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Ohrfeige.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nero lässt grüssen oder Selbstporträt des Künstlers als Kaiser: Ein Monodram.&#039;&#039; Edition Isele, Eggingen 1989.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kaschmir in Parching. Szenen aus der Gegenwart...&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein liebender Mann.&#039;&#039; Rowohlt Theaterverlag, Reinbek 2010.&amp;lt;ref&amp;gt;Fand 2010 in einer Inszenierung von [[Ansgar Haag]] am [[Meininger Theater]] im Beisein des Autors seine Uraufführung. [http://www.schwaebische.de/deutschland+welt/kultur/theaterwelt_artikel,-Walsers-%C2Ein-liebender-Mann%C2-uraufgefuehrt-_arid,4168146.html &#039;&#039;„Ein liebender Mann“ uraufgeführt.&#039;&#039;] &#039;&#039;Schwäbische Zeitung&#039;&#039; vom 2. Oktober 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sammelausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Drei Stücke. Eiche und Angora. Überlebensgroß Herr Krott. Der Schwarze Schwan.&#039;&#039; Mit einem Nachwort von [[Werner Mittenzwei]]. Aufbau, Berlin/Weimar 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;17 Geschichten.&#039;&#039; Ex Libris, Zürich 1969.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Stücke.&#039;&#039; Suhrkamp (st 6), Frankfurt am Main 1971.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was zu bezweifeln war. Aufsätze und Reden 1958–1975.&#039;&#039; Auswahl von Klaus Schuhmann. Aufbau, Berlin/Weimar 1976.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Geschichten.&#039;&#039; Suhrkamp (Weißes Programm im 33. Jahr), Frankfurt am Main 1983.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stücke.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Fingerübungen eines Mörders&#039;&#039;. Zwölf Geschichten (ausgewählt vom Autor). Suhrkamp (st 2324), Frankfurt am Main 1994.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zauber und Gegenzauber.&#039;&#039; Aufsätze und Gedichte. Isele, Eggingen 1994.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mit der Schwere spielen.&#039;&#039; Lesebuch, ausgewählt von Hans Christian Kosler. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke in zwölf Bänden.&#039;&#039; Hg. v. [[Helmuth Kiesel]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ich vertraue. Querfeldein.&#039;&#039; Reden und Aufsätze. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die großen Romane.&#039;&#039; 6 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ewig aktuell – Aus gegebenem Anlass.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Thekla Chabbi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählungen ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Selbstporträt als Kriminalroman.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;270, Aus: Martin Walser, Werke in zwölf Bänden. Band 8, Prosa. Hg. Helmuth Kiesel, Frank Barsch. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1997&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Briefwechsel ===&lt;br /&gt;
* [[Maria Menz]]: &#039;&#039;Briefe – Band I. Briefwechsel mit Martin Walser.&#039;&#039; Isele, Eggingen 2005, ISBN 3-86142-362-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vorzeichen.&#039;&#039; 2 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962–1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörspiele ==&lt;br /&gt;
* 1952 &#039;&#039;Die Dummen.&#039;&#039; Regie: [[Cläre Schimmel]]. [[Süddeutscher Rundfunk|SDR]] 1952.&lt;br /&gt;
* 1953 &#039;&#039;Kantaten auf der Kellertreppe – die niemand hören will.&#039;&#039; Regie: [[Cläre Schimmel]]. SDR 1953.&lt;br /&gt;
* 1954 &#039;&#039;Die Zuschauer.&#039;&#039; Regie: Oskar Nitschke. SDR 1954.&lt;br /&gt;
* 1961 &#039;&#039;Totentanz&#039;&#039; von [[Wolfgang Weyrauch]]. Regie: Martin Walser. [[Bayerischer Rundfunk|BR]]/[[Norddeutscher Rundfunk|NDR]] 1961.&lt;br /&gt;
* 1977 &#039;&#039;Ein grenzenloser Nachmittag.&#039;&#039; Regie: [[Günter Bommert]]. SWF 1977.&lt;br /&gt;
* 1978 &#039;&#039;Säntis.&#039;&#039; Regie: [[Alf Brustellin]]. WDR/BR/SWF 1978.&lt;br /&gt;
* 1986 &#039;&#039;Ein fliehendes Pferd.&#039;&#039; Dramaturgie: [[Karl Karst]], Regie: Martin Walser. BR 1986.&lt;br /&gt;
* 1986 &#039;&#039;Nero lässt grüßen oder: Selbstporträt des Künstlers als Kaiser.&#039;&#039; Dramaturgie: [[Karl Karst]], Regie: Martin Walser. BR 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Martin Walser}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Martin Walser}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Umfassende Einführungen in Leben und Werk:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Heinz Ludwig Arnold]]: &#039;&#039;Umkreisung eines Dividualisten. Über Martin Walser.&#039;&#039; In: ders: &#039;&#039;Von Unvollendeten. Literarische Porträts.&#039;&#039; Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-866-3.&lt;br /&gt;
* Gerald A. Fetz: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-10299-8.&lt;br /&gt;
* [[Jochen Hieber]]: &#039;&#039;Martin Walser. Der Romantiker vom Bodensee.&#039;&#039; wbg Theiss, Darmstadt 2022. ISBN 978-3-8062-4355-0.&lt;br /&gt;
* [[Jörg Magenau]]: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Siblewski]]: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-38503-8.&lt;br /&gt;
* Anthony Edward Waine: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Beck, München 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gespräche mit Walser:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Klaus Siblewski]] (Hrsg.): &#039;&#039;Auskunft. 22 Gespräche aus 28 Jahren.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-38371-X.&lt;br /&gt;
* Rainer Weiss (Hrsg.): &#039;&#039;Ich habe ein Wunschpotential. Gespräche mit Martin Walser.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-39475-4.&lt;br /&gt;
* mit [[Jakob Augstein]]: &#039;&#039;Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017, ISBN 978-3-498-00680-8.&lt;br /&gt;
* Thekla Chabbi (Hrsg.): &#039;&#039;„Ich würde heute ungern sterben“. Interviews von 1978 bis 2016.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-499-27412-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erlebnisbericht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Susanne Klingenstein]]: &#039;&#039;Wege mit Martin Walser.&#039;&#039; Weissbooks, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-86337-100-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fiktionalisierter Zeitzeugenbericht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Martina Zöllner]]: &#039;&#039;Bleibtreu.&#039;&#039; DuMont-Literatur-und-Kunst-Verlag, Köln 2003, ISBN 3-8321-7856-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Walser in der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Hilmar Grundmann]]: &#039;&#039;„Berufliche Arbeit macht krank“. Literaturdidaktische Reflexionen über das Verhältnis von Beruf und Privatsphäre in den Romanen von Martin Walser.&#039;&#039; Peter Lang, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-631-38806-3.&lt;br /&gt;
* Ana-Maria Pǎlimariu: &#039;&#039;„Chemnitzer Zähne“. Ironie in Martin Walsers Werk der 1970er- und 1980er-Jahre.&#039;&#039; Hartung-Gorre, Konstanz 2007, ISBN 978-3-86628-125-7.&lt;br /&gt;
* [[Jan Badewien]], [[Hansgeorg Schmidt-Bergmann]] (Hrsg.): &#039;&#039;Martin Walser. Lebens- und Romanwelten.&#039;&#039; Ev. Akademie Baden, Karlsruhe 2008, ISBN 978-3-89674-553-8.&lt;br /&gt;
* Wörter für die Katz? Martin Walser im Kontext der Literatur nach 1945. Hrsg. von Miriam Seidler. Peter Lang, Frankfurt am Main 2011. ISBN 978-3-631-60661-2.&lt;br /&gt;
* Kerstin Koblitz: „Die leeren Wände reden mit vollem Mund“. Dinge und Dinglichkeit im Erzählwerk Martin Walsers. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert, 2015, ISBN 978-3-86110-582-4.&lt;br /&gt;
* Anita Gröger: &#039;Erzählte Zweifel an der Erinnerung&#039;. Eine Erzählfigur im deutschsprachigen Roman der Nachkriegszeit (1954–1976). Ergon-Verlag, Würzburg, 2016, ISBN 978-3-95650-149-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Joachim Rohloff: &#039;&#039;„Ich bin das Volk“. Martin Walser, Auschwitz und die Berliner Republik.&#039;&#039; KVV-Konkret, Hamburg, 1999. [„Wenn wir Auschwitz bewältigen könnten, könnten wir uns wieder nationalen Aufgaben zuwenden.“ (Martin Walser, 1979) – Joachim Rohloffs Buch untersucht den literarisch-politischen Werdegang Martin Walsers.]&lt;br /&gt;
* [[Martin Dietzsch]], [[Siegfried Jäger]], [[Alfred Schobert]] (Hrsg.): &#039;&#039;Endlich ein normales Volk? Vom rechten Verständnis der Friedenspreis-Rede Martin Walsers. Eine Dokumentation.&#039;&#039; DISS-Duisburg, 1999. [Die Dokumentation der Duisburger Sprachwissenschaftler zeigt, wie die Presse der extremen Rechten Walsers Rede mit Begeisterung vereinnahmen konnte, ohne sich selbst oder den Text Walsers verbiegen zu müssen.]&lt;br /&gt;
* [[Matthias N. Lorenz]]: &#039;&#039;„Auschwitz drängt uns auf einen Fleck“ – Judendarstellung und Auschwitzdiskurs bei Martin Walser.&#039;&#039; Metzler, Stuttgart 2005, ISBN 3-476-02119-X.&lt;br /&gt;
* Peter Schwiderowski: &#039;&#039;Über ein politisches Selbstgespräch. Anmerkungen zur Friedenspreisrede Martin Walsers 2000.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Donnerstagshefte.&#039;&#039; 3. [[Alte Synagoge (Essen)]] 2000, ISBN 3-924384-34-7, S.&amp;amp;nbsp;24ff.&lt;br /&gt;
* Jürgen Bongartz: &#039;&#039;Der Heimatbegriff bei Martin Walser.&#039;&#039; Dissertation, Universität Köln 1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachrufe:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Roman Bucheli]]: &#039;&#039;[https://www.nzz.ch/feuilleton/provokateur-martin-walser-er-war-bis-zuletzt-eine-streitbare-figur-ld.1749451 Martin Walser war ein leidenschaftlicher Polemiker. Manchmal war nicht zu entscheiden, ob er ein geistiger Brandstifter oder ein Aufklärer war]&#039;&#039;. [[Neue Zürcher Zeitung]], online auf nzz.ch (28. Juli 2023).&lt;br /&gt;
* [[Andreas Platthaus]]: &#039;&#039;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/schriftsteller-martin-walser-im-alter-von-96-jahren-gestorben-19064875.html Zum Tod von Martin Walser. Was aber an Unruhe bleibt, stiften die Dichter]&#039;&#039;. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], online auf faz.net (28. Juli 2023)&lt;br /&gt;
* [[Thomas Steinfeld]]: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kultur/martin-walser-gestorben-nachruf-e134339/?reduced=true Zum Tod von Martin Walser. Ein fühlender Mann]&#039;&#039;. [[Süddeutsche Zeitung]], online auf sz.de (28. Juli 2023), Bezahlschranke.&lt;br /&gt;
* Gerrit Bartels: &#039;&#039;[https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-martin-walser-der-streitbare-zustimmungssuchtige-10231672.html Zum Tod von Martin Walser: Der streitbare Zustimmungssüchtige. Ein Nachruf auf den großen Schriftsteller Martin Walser, einen der letzten, stets auch politisch wirkenden, oft umstrittenen Repräsentanten der Nachkriegsliteratur]&#039;&#039;. [[Der Tagesspiegel]], 28. Juli 2023 (online auf tagesspiegel.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Stefan Gmünder]]: &#039;&#039;[https://www.derstandard.de/story/3000000180942/schriftsteller-martin-walser-im-alter-von-96-jahren-verstorben 1927–2023. Schriftsteller Martin Walser im Alter von 96 Jahren verstorben. Walser hatte die deutschsprachige Literatur seit der Nachkriegszeit geprägt]&#039;&#039;. [[Der Standard]], 28. Juli 2023 (online auf derstandard.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Marc Stegherr]]: &#039;&#039;Eine Jahrhundertgestalt. Das Leiden, die Ungerechtigkeit, die historisch wie menschlich Gescheiterten waren bis zum Schluss Themen der Werke Walsers. Ein Nachruf&#039;&#039;. In: [[Die Tagespost]], 3. August 2023, S. 18 ([https://www.die-tagespost.de/kultur/literatur/verneigung-vor-der-jahrhundertgestalt-art-240877 online auf die-tagespost.de], 29. Juli 2023; abgerufen am 15. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/trauer-um-martin-walser-19067666.html Trauer um Martin Walser. Seine Freude am Argument]&#039;&#039;. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], online auf faz.net (29. Juli 2023); enthält Politiker-Stellungnahmen von Bundeskanzler [[Olaf Scholz]], Bundespräsident [[Frank-Walter Steinmeier]] und Baden-Württembergs Ministerpräsident [[Winfried Kretschmann]].&lt;br /&gt;
* [[Susanne Beyer (Journalistin)|Susanne Beyer]]: &#039;&#039;[https://www.spiegel.de/kultur/martin-walser-nachruf-zuletzt-einer-der-letzten-a-f4f7f5eb-e714-4241-90f7-fff8251d2f9c Zum Tod von Martin Walser. Zuletzt einer der Letzten. Martin Walser war fast von Beginn der Bundesrepublik an einer ihrer bedeutendsten Schriftsteller. Auch die deutsche Debattenkultur ist ohne ihn nicht denkbar. Nachruf auf einen Beirrbaren]&#039;&#039;. [[Der Spiegel]], 29. Juli 2023 (online auf [[spiegel.de]], abgerufen am 6. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* [[Jörg Magenau]]: &#039;&#039;[https://www.deutschlandfunk.de/nachruf-auf-martin-walser-dlf-c635b4a8-100.html Zum Tod von Martin Walser. Ein Nachruf]&#039;&#039;. [[Deutschlandfunk]], 29. Juli 2023 (Podcast 7:01 min, online auf deutschlandfunk.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Arnold Stadler]]: &#039;&#039;[https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/nachruf-auf-martin-walser-wenn-du-nicht-gewesen-waerst-sprache Nachruf auf Martin Walser: Wenn du nicht gewesen wärst, Sprache. Weltliteratur. Wie schön es sein kann, Ja zu sagen, selbst noch zum Schmerz: Über Martin Walsers Leben, Schreiben und Tod].&#039;&#039; In: Der Freitag, Ausgabe 31/2023 (online auf freitag.de, abgerufen am 6. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* [[Iris Radisch]]: &#039;&#039;Gefühlswildnis mit Käthe. Martin Walser war der große Porträtist deutscher Kleinbürgerlichkeit. Seine Skandale waren voller Missverständnisse und sein Schreiben ohne Ehefrau nicht denkbar&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 42 ([https://www.zeit.de/2023/33/martin-walser-schriftsteller-nachkriegsliteratur-anti-helden-marcel-reich-ranicki online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
* [[Edgar Selge]]: &#039;&#039;Bitte subjektiv. Konsens braucht Kampf: Martin Walsers Mut zur Debatte war sein größtes Geschenk an uns&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 43 ([https://www.zeit.de/2023/33/schriftsteller-martin-walser-subjektivitaet-wahrnehmung online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
* [[Adam Soboczynski]]: &#039;&#039;Die Liebe, junger Mann. Das Publikum liebte Martin Walser abgöttisch. Kaum etwas war daher eine größere Herausforderung, als ihn zu moderieren&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 43 ([https://www.zeit.de/2023/33/martin-walser-erinnerungen-lesungen-die-inszenierung-leipziger-buchmesse online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörbücher ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Martin Walser liest „Die Verteidigung der Kindheit“.&#039;&#039; (MC), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-09820-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Des Lesers Selbstverständnis. Ein Bericht und eine Behauptung.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1994, ISBN 3-86142-035-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kantaten, aggressive Lieder und frühe Hörspiele.&#039;&#039; (2 MCs), Edition Isele, Eggingen 1997, ISBN 3-86142-082-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;In Goethes Hand. Szenen aus dem 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&#039;&#039; (2 MCs), Noa Noa, München 1999, ISBN 3-932929-15-2.&lt;br /&gt;
** als CD: Noa Noa, München 2006, ISBN 3-932929-62-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über die Schüchternheit. Ein Versuch.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2000, ISBN 3-86142-175-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2001, ISBN 3-86142-219-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Alexander und Annette. Ein innerer Monolog.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2001, ISBN 3-86142-221-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Reisen / Meßmers Gedanken.&#039;&#039; (2 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-30354-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Augenblick der Liebe.&#039;&#039; (7 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-30376-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Verwaltung des Nichts.&#039;&#039; (2 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2005, ISBN 3-455-30384-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angstblüte.&#039;&#039; (5 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 3-455-30092-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Schiller.&#039;&#039; Lesung und Gespräch mit Martin Walser und Dieter Borchmeyer (CD), Langen-Müller, München 2006, ISBN 3-7844-4073-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Unglücksglück &amp;amp; Das geschundene Tier.&#039;&#039; (CD), Hoffmann und Campe, Hamburg 2007, ISBN 978-3-455-30519-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Muttersohn.&#039;&#039; (8 CDs gelesen von Martin Walser, 550 Min.), [[Argon Verlag]], Berlin 2011, ISBN 978-3-8398-1103-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Günter Grass]]:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein Gespräch über Deutschland.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1995, ISBN 3-86142-044-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zweites Gespräch über Deutschland.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1999, ISBN 3-86142-167-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfilmungen ==&lt;br /&gt;
Zum 1972 erschienenen deutschen Filmdrama &#039;&#039;[[Das Unheil]]&#039;&#039; von [[Peter Fleischmann (Regisseur)|Peter Fleischmann]] schrieb Walser gemeinsam mit dem Regisseur das Drehbuch und verfasste die Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 verfilmte der österreichische Regisseur [[Peter Patzak]] &#039;&#039;Das Einhorn&#039;&#039; mit [[Peter Vogel (Schauspieler)|Peter Vogel]] und [[Gila von Weitershausen]] als Ehepaar Kristlein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dritte und letzte Teil der Anselm-Kristlein-Trilogie &#039;&#039;Der Sturz&#039;&#039; wurde 1979 von [[Alf Brustellin]] mit [[Franz Buchrieser]], [[Hannelore Elsner]], [[Wolfgang Kieling]], [[Kurt Raab]] und [[Kurt Weinzierl]] als Darstellern verfilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Ein fliehendes Pferd]]&#039;&#039; wurde zweimal verfilmt, zuerst [[Ein fliehendes Pferd (1986)|1984 als Fernsehfilm]] unter der Regie von [[Peter Beauvais]] und nach einem Drehbuch von [[Ulrich Plenzdorf]]. 2007 kam [[Ein fliehendes Pferd (2007)|eine Neuverfilmung]] mit Regisseur [[Rainer Kaufmann]] und den Darstellern [[Ulrich Noethen]] als Helmut, [[Ulrich Tukur]] als Klaus, [[Katja Riemann]] als Sabine und [[Petra Schmidt-Schaller]] als Hel in die Kinos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Vitus Zeplichal]] spielte Tassilo S. Grübel 1986 im Fernsehfilm &#039;&#039;Alles aus Liebe&#039;&#039; (Regie: [[Rainer Boldt]]), [[Bruno Ganz]] spielte Tassilo S. Grübel in der sechsteiligen Fernsehserie &#039;&#039;Tassilo – Ein Fall für sich&#039;&#039; (1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit [[Asta Scheib]] schrieb Walser das Drehbuch zu der 1989 gesendeten &#039;&#039;[[Tatort (Fernsehreihe)|Tatort]]&#039;&#039;-Folge &#039;&#039;[[Tatort: Armer Nanosh|Armer Nanosh]]&#039;&#039;. Das Buch erschien im gleichen Jahr als Kriminalroman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags sendete das [[ZDF]] im März 2007 eine Fernsehverfilmung seines Romans &#039;&#039;[[Ohne einander]]&#039;&#039;. Seine Tochter [[Franziska Walser|Franziska]] spielte die Hauptrolle, [[Diethard Klante]] führte Regie.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.imdb.com/title/tt0972863 |titel=Ohne einander |hrsg=[[Internet Movie Database]] |sprache=en |abruf=2015-06-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=1|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{Spk-digital|person:(„Walser, Martin“)|NAME=Martin Walser|SBB=1}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG |Bio=martin-walser |Autor=Claudia Wagner}}&lt;br /&gt;
* [https://www.uibk.ac.at/iza/lis-cgi/laus/laus_prepare.cgi?pgm_status=start&amp;amp;laus_lang=de&amp;amp;sstr=Walser_Martin Martin Walser] in der [https://www.uibk.ac.at/iza/ Artikelsammlung] des [[Innsbrucker Zeitungsarchiv]]s&lt;br /&gt;
* {{IMDb|nm0909522}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_wxyz/walser.html |text=Kommentierte Linksammlung |wayback=20160428014923}} der [[Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin]]&lt;br /&gt;
* {{Perlentaucher|3088}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/die-walser-bubis-kontroverse/ Die Walser-Bubis-Kontroverse], Darstellung und Beurteilung auf dem Portal [[Shoa.de]]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.badsk.de/text/UeberErfahrungenmitdemZeitgeist.pdf |text=&#039;&#039;Über Erfahrungen mit dem Zeitgeist.&#039;&#039; |wayback=20160304063414}} Festrede zur Öffentlichen Jahressitzung zum 60-jährigen Bestehen der [[Bayerische Akademie der Schönen Künste|Bayerischen Akademie der Schönen Künste]], München 2008 (PDF-Datei; 115&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.dichterlesen.net/personen/detail/martin-walser/ Lesungen mit Martin Walser zum Anhören und Downloaden auf dichterlesen.net]&lt;br /&gt;
* Jan-Heiner Tück: &#039;&#039;[https://www.eaberlin.de/nachlese/chronologisch-nach-jahren/2013/03-2013-herausgefordert-durch-atheismus-und-gottvergessenheit/jan-heiner-tueck-gottesvergessenheit-2013.pdf Was fehlt, wenn Gott fehlt? Martin Walser über Rechtfertigung – eine theologische Erwiderung.]&#039;&#039; Vortrag vom 13. März 2013 (PDF-Datei; 400&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=yzpqwi9JE54 Lesung von Martin Walser aus &#039;&#039;Sprachlaub&#039;&#039;], mit weiteren Gesprächen u.&amp;amp;nbsp;a. mit Tochter Alissa Walser geführt von Oswald Burger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118628852|LCCN=n81056416|NDL=00460123|VIAF=51697261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Walser, Martin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (Deutscher)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Romancier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aphoristiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1927]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2023]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Martin_Walser&amp;diff=623236</id>
		<title>Martin Walser</title>
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		<updated>2025-07-10T19:15:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Einzelnachweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Martin Walser Frankfurter Buchmesse 2013 1.JPG|mini|Martin Walser (2013) [[Datei:Walser Signature.jpg|200px|zentriert|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Martin Johannes Walser&#039;&#039;&#039; (* [[24. März]] [[1927]] in [[Wasserburg (Bodensee)]]; † [[26. Juli]] [[2023]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;stern&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Schriftsteller Martin Walser ist tot| Sammelwerk=[[Stern (Zeitschrift)|Stern]]| Datum=2023-07-28| Online=https://www.stern.de/kultur/laut-medienberichten--schriftsteller-martin-walser-tot-33692532.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sueddeutsche&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://trauer.sueddeutsche.de/traueranzeige/martin-walser |titel=Martin Walser |werk=SZ Gedenken (trauer.sueddeutsche) |hrsg=Süddeutsche Zeitung |datum=2023-08-05 |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Überlingen]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Schriftsteller]]. Bekannt wurde er durch seine Darstellung innerer Konflikte der [[Antiheld]]en in seinen [[Roman]]en und [[Erzählung]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Geburtshaus von Martin Walser in Wasserburg.jpg|mini|Martin Walsers Geburtshaus am Bahnhof in Wasserburg am Bodensee (2017)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehrenbürgerschafft in Wasserburg am Bodensee.jpg|mini|Plakette am Geburtshaus von Martin Walser in Wasserburg]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Dünenstr 47 (Heringsdorf) Martin Walser.jpg|mini|[[Gedenktafel]] in [[Heringsdorf]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Walsers Eltern, der Gastwirt Martin Walser und dessen Ehefrau, eine geborene Schmid, betrieben die [[Bahnhofsrestauration]] und eine Kohlenhandlung in Wasserburg am [[Bodensee]]. Das Milieu seiner Kindheit wird im Roman &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039; geschildert. 1938 bis 1943 besuchte er die [[Bodensee-Gymnasium Lindau#Geschichte|Oberschule bzw. Oberrealschule]] in [[Lindau (Bodensee)|Lindau]]; dann wurde er als [[Flakhelfer]] eingezogen und leistete von 1944 bis 1945 Wehrdienst. Am 30. Januar 1944 beantragte Walser die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde zum 20. April desselben Jahres aufgenommen ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 9.742.136).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]] R 9361-IX KARTEI/46770948&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Dieter Hildebrandt soll in NSDAP gewesen sein| Sammelwerk=[[Die Welt]]| Datum=2007-06-30| Online=https://www.welt.de/politik/article987203/Dieter-Hildebrandt-soll-in-NSDAP-gewesen-sein.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walser bestritt entschieden, jemals einen Aufnahmeantrag ausgefüllt zu haben,&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Hubert Spiegel| Titel=All diese Karteikarten der NSDAP| Sammelwerk=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]| Datum=2007-07-02| Online=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/walser-lenz-und-hildebrandt-all-diese-karteikarten-der-nsdap-1463545.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; allerdings war nach aktuellem Forschungsstand eine Aufnahme ohne eigenes Zutun nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Armin Nolzen: „Vom ‚Jugendgenossen‘ zum ‚Parteigenossen‘. Die Aufnahme von Angehörigen der Hitler-Jugend in die NSDAP“, in: Benz, Wolfgang (Hg.): „Wie wurde man Parteigenosse? Die NSDAP und ihre Mitglieder, Fischer Verlag 2009, S. 123–150&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Reichsarbeitsdienst]] erlebte er das Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] als Soldat der [[Wehrmacht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende machte er 1946 in Lindau am [[Bodensee-Gymnasium Lindau|Bodensee-Gymnasium]] das [[Abitur]]. Er war katholisch und studierte an der [[Philosophisch-theologische Hochschule Regensburg|Philosophisch-theologischen Hochschule Regensburg]] und von 1948 bis 1951 an der [[Eberhard Karls Universität Tübingen]] Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. 1950 heiratete er Katharina „Käthe“ Neuner-Jehle, geborene Jehle. Aus dieser Ehe gingen die Töchter [[Franziska Walser|Franziska]], [[Johanna Walser|Katharina-Johanna]], [[Alissa Walser|Alissa]] und [[Theresia Walser|Theresia]] hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;munzinger&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.munzinger.de/search/document?index=mol-00&amp;amp;id=00000023305&amp;amp;type=text/html&amp;amp;query.key=OQN8OuD7&amp;amp;template=/publikationen/personen/document.jsp&amp;amp;preview= |titel=Alissa Walser  |werk=www.munzinger.de |hrsg=[[Munzinger-Archiv]] |abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit [[Maria Carlsson]], der damaligen Lebensgefährtin und späteren Ehefrau des &#039;&#039;[[Der Spiegel|Spiegel]]&#039;&#039;-Gründers [[Rudolf Augstein]], hatte er außerdem den Sohn [[Jakob Augstein]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Martin Walser ist Jakob Augsteins leiblicher Vater| Sammelwerk=Die Welt| Datum=2009-11-26| Online=https://www.welt.de/kultur/article5339459/Martin-Walser-ist-Jakob-Augsteins-leiblicher-Vater.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2009 gab Jakob Augstein bekannt, dass Walser sein leiblicher Vater sei, was er 2002 nach dem Tod von Rudolf Augstein durch seine Mutter erfahren hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;frankfurter rundschau&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Ulrike Simon| Titel=Walser ist wahrer Vater von Augstein-Sohn| Sammelwerk=[[Frankfurter Rundschau]]| Datum=2009-11-27| Online=https://www.fr.de/kultur/walser-wahrer-vater-augstein-sohn-11524441.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walser und Augstein trafen sich seither häufig. Über die späte Vaterschaft merkte Walser 2017 an: „Ich hab nur gemerkt, dass diese Besuchsvaterschaft ein Immer-zu-wenig war“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Volker Weidermann |url=https://www.spiegel.de/spiegel/jakob-augstein-und-martin-walser-ueber-ihr-vater-sohn-verhaeltnis-a-1179837.html |titel=Jakob Augstein und Martin Walser über ihr Vater-Sohn-Verhältnis |werk=Der Spiegel – Kultur |datum=2017-11-25 |sprache=de |abruf=2020-02-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war zudem Schwiegervater des Schriftstellers [[Sascha Anderson]], der mit seiner Tochter Alissa verheiratet ist, und des Schauspielers [[Edgar Selge]], des Ehemannes seiner ältesten Tochter Franziska.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Studiums begann Walser 1949, für den neu gegründeten [[Süddeutscher Rundfunk|Süddeutschen Rundfunk]] (SDR) als [[Reporter]] zu arbeiten und [[Hörspiel]]e zu schreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Edgar Lersch, Reinhold Viehoff |Titel=Rundfunk, Politik, Literatur. Martin Walsers frühe Erfahrungen beim Süddeutschen Rundfunk zwischen 1949 und 1957 |Sammelwerk=[[Jahrbuch Medien und Geschichte]] |Band=2 |Nummer= |Datum=2002 |Seiten=213–257}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine zwischenzeitliche Festanstellung beim SDR ermöglichte ihm 1951 die [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum Dr. phil. in Tübingen mit einer [[Dissertation]] über [[Franz Kafka]].&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Helmut Jedele]] bildete er den Kern der „Genietruppe“ des Stuttgarter Hörfunks und baute als freier Mitarbeiter den Fernsehbereich des Senders mit auf. Er führte Hörspielregie und wirkte 1953 am Buch der ersten Fernsehfilmproduktion des deutschen Nachkriegsfernsehens mit.&amp;lt;ref&amp;gt;Titel: &#039;&#039;Man erholt sich. Ein sommerliches Ferienfeuilleton.&#039;&#039; Erstausstrahlung 1955. Vgl. [[Harald Keller (Journalist)|Harald Keller]]: &#039;&#039;Der Dichter als Fernsehpionier – Ein Nachtrag zum 85. Geburtstag von Martin Walser.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Funkkorrespondenz]].&#039;&#039; 29. März 2012, {{ZDB|525657-4}}, sowie Jörg Magenau: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9, S.&amp;amp;nbsp;103–106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Parallel dazu vertiefte er als Rundfunkredakteur und Autor seine Kontakte zur Literaturszene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1953 wurde Walser regelmäßig zu den Tagungen der [[Gruppe 47]] eingeladen, die ihn 1955 für die Erzählung &#039;&#039;Templones Ende&#039;&#039; auszeichnete. Sein erster Roman &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]]&#039;&#039; erschien 1957 und wurde ein großer Erfolg. Walser lebte von da an mit seiner Familie als freier Schriftsteller erst in [[Friedrichshafen]] und dann in [[Nußdorf (Überlingen)|Nußdorf]] am Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er-Jahren setzte sich Walser, wie [[Günter Grass]] und andere, vor allem linke [[Intellektueller|Intellektuelle]], für die Wahl von [[Willy Brandt]] zum Bundeskanzler ein. 1964 war er Zuhörer beim [[Auschwitz-Prozess]] in Frankfurt. Er engagierte sich gegen den [[Vietnamkrieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Carlo Schellemann und Martin Walser: &#039;&#039;Stationen Vietnams.&#039;&#039; Röderberg-Verlag, Frankfurt 1968.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er reiste nach Moskau und galt (auch seinem Verleger [[Siegfried Unseld]]) in den 1960er- und 1970er-Jahren als Sympathisant der [[Deutsche Kommunistische Partei|Deutschen Kommunistischen Partei]], der er aber nie als Mitglied angehörte. Er war mit [[Ernst Bloch]], [[Robert Steigerwald]] u.&amp;amp;nbsp;a. befreundet. Im Jahr 1973 war er in den USA Gastdozent des [[Middlebury College]] in Vermont und der Universität Austin, 1976 Gastdozent der [[West Virginia University]] in [[Morgantown (West Virginia)]]. 1988 hielt Walser im Rahmen der Reihe &#039;&#039;Reden über das eigene Land&#039;&#039; eine Rede, in der er deutlich machte, dass er die [[deutsche Teilung]] als schmerzende Lücke empfand, mit der er sich nicht abfinden wollte. Diesen Stoff machte er auch zum Thema seiner Erzählung &#039;&#039;Dorle und Wolf&#039;&#039;. Auch wenn Walser ausdrücklich betonte, dass sich seine Haltung über die Zeit nicht verändert habe, sprechen einige Beobachter von einem Sinneswandel des Autors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine in Verlagsverträgen ungewöhnliche Klausel ermöglichte es Walser, nach dem Tod von Siegfried Unseld mit allen seinen Werken 2004 vom [[Suhrkamp Verlag]] zum [[Rowohlt Verlag]] zu wechseln. Insbesondere spielte laut eigener Aussage dabei die fehlende Positionierung des Verlags im Streit um seinen umstrittenen Roman &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]]&#039;&#039; eine Rolle. Walser hatte in diesem Zusammenhang den [[Literaturkritiker]] [[Marcel Reich-Ranicki]] einerseits als Person und andererseits als Symbol einer angeblich unredlichen Kulturszene angegriffen. Unter anderen [[Frank Schirrmacher]] kritisierte diesbezüglich ein „Spiel mit [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Klischees“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser war Mitglied der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste]] in [[Berlin]], der [[Sächsische Akademie der Künste|Sächsischen Akademie der Künste]], der [[Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung|Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung]] in [[Darmstadt]] und des [[PEN-Zentrum Deutschland|PEN-Zentrums Deutschland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2007 gab Walser einen Großteil seiner Manuskripte als [[Nachlass#Arten von Nachlässen|Vorlass]] an das [[Deutsches Literaturarchiv Marbach|Deutsche Literaturarchiv Marbach]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.presseportal.de/pm/7169/1000995 |titel=Martin Walser gibt Vorlass an Deutsches Literaturarchiv MarbachWalser bezeichnet es als „erträgliche Vorstellung“, seine Manuskripte im „unterirdischen Himmel“ von Marbach zu wissen |datum=2007-06-13 |sprache=de |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Teile davon sind im [[Literaturmuseum der Moderne]] in Marbach in der Dauerausstellung zu sehen, dazu gehören die Manuskripte von &#039;&#039;Ehen in Philippsburg&#039;&#039;, &#039;&#039;Das Einhorn&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 überließ Walser den aus Entwürfen, Manuskripten und Übersetzungen seiner erzählerischen, dramatischen und essayistischen Werke sowie 75 Tagebüchern bestehenden Vorlass dem Deutschen Literaturarchiv.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{{Webarchiv |url=https://www.deutschlandfunk.de/martin-walser-ueberlaesst-dem-deutschen-literaturarchiv-marbach-seinen-vorlass-100.html |text=Martin Walser überlässt dem Deutschen Literaturarchiv Marbach seinen Vorlass. |wayback=20220703063502}}&#039;&#039; In: [[deutschlandfunk]].de, 3. Juli 2022, abgerufen am 1. August 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.spiegel.de/kultur/marbach-martin-walser-hat-sein-werk-dem-literaturarchiv-uebergeben-a-647f32f5-4068-4689-ae98-73f7ee63ca9c Martin Walser hat sein Werk dem Literaturarchiv übergeben.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Der Spiegel (online)|Spiegel Online]],&#039;&#039; 3. Juli 2022, abgerufen am 3. Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Literaturhaus München zeigte 2005 die von [[Armin Kratzert]] und [[Jörg Magenau]] kuratierte Ausstellung „Martin Walser. Nichts ist ohne sein Gegenteil wahr“. Anlässlich Walsers 75. Geburtstag im Jahr 2002 wurde die Dokumentation &#039;&#039;Martin Walser – Eine Deutschlandreise&#039;&#039; ausgestrahlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.swr.de/swrkultur/literatur/martin-walser-95-100.html „In dem Augenblick, in dem ich schreibe, bin ich unsterblich“], abgerufen am 24. Januar 2025&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu seinem 85. Geburtstag im Jahr 2012 folgte die Dokumentation &#039;&#039;Martin Walser – Ein Leben für Alle und Keinen&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;/&amp;gt; Zu Walsers 90. Geburtstag sendete die [[ARD]] die 90-minütige Dokumentation &#039;&#039;Mein Diesseits – Unterwegs mit Martin Walser&#039;&#039; (Buch und Regie Frank Hertweck),&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://web.archive.org/web/20170319022253/http://www.swr.de:80/film/doku-martin-walser-mein-diesseits/-/id=5791128/did=18820724/nid=5791128/tg03c/index.html |titel=Eine Lebensreise um den Bodensee mit Denis Scheck: Mein Diesseits – Unterwegs mit Martin Walser |werk=SWR.de |hrsg=SWR Fernsehen |datum=2017-03-19 |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der [[Denis Scheck]] gemeinsam mit Walser die wichtigen am [[Bodensee]] gelegenen Stationen dessen Lebens besucht, wie etwa sein Geburtshaus, das heute eine [[Ballett]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;schule ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war Erstunterzeichner des [[Emma (Zeitschrift)#Krieg in der Ukraine|in der Zeitschrift &#039;&#039;Emma&#039;&#039; veröffentlichten offenen Briefs]] an [[Olaf Scholz|Bundeskanzler Scholz]] vom 29. April 2022, der sich aus Sorge vor einem [[Dritter Weltkrieg|Dritten Weltkrieg]] im Kontext des [[Russischer Überfall auf die Ukraine 2022|Ukraine-Konflikts]] gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Offener Brief an Kanzler Olaf Scholz.&#039;&#039; [https://www.emma.de/artikel/offener-brief-bundeskanzler-scholz-339463 Online auf www.emma.de], abgerufen am 30. April 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser war bis zuletzt unermüdlich produktiv. Auch in seinem letzten Lebensabschnitt „legte er Jahr für Jahr einen neuen Roman vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;EbelNachrufTA&amp;quot;&amp;gt;[[Martin Ebel (Literaturkritiker)|Martin Ebel]]: &#039;&#039;Der Mann, der die Wörter liebte. Nachruf auf Martin Walser.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Tages-Anzeiger]]&#039;&#039; vom 29. Juli 2023, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; Martin Walser starb am 26.&amp;amp;nbsp;Juli 2023 im Alter von 96&amp;amp;nbsp;Jahren in seinem Zuhause in [[Nußdorf (Überlingen)|Nußdorf]], einem Stadtteil von [[Überlingen]] am Bodensee. Er wurde am 31. Juli 2023 in seinem Geburtsort Wasserburg auf dem Pfarrfriedhof an der Sankt-Georgs-Kirche beigesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Klaus Nerger |url=https://www.knerger.de/html/walsermaschriftsteller_118.html |titel=Das Grab von Martin Walser |werk=knerger.de |abruf=2024-06-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/friedrichshafen/martin-walser-in-wasserburg-beigesetzt-100.html |titel=Autor Martin Walser in Wasserburg beigesetzt |werk=swr.de |datum=2023-07-31 |abruf=2023-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Während der Gedenkfeier in [[Stuttgart]] zu seinen Ehren erinnerte sein Freund [[Arnold Stadler]] daran, dass Walser es, vor allem in seinem letzten Lebensabschnitt, nicht mit Ideologien, sondern mit dem Humanisten [[Sebastian Castellio]] gehalten habe: „Einen Menschen töten heisst nicht eine Lehre verteidigen, sondern einen Menschen töten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Nadine A. Brügger: &#039;&#039;Adieu, Martin Walser&#039;&#039;. In: [[NZZ]] vom 18. September 2023, S. 30 ([https://www.nzz.ch/feuilleton/stuttgart-die-literaturwelt-verabschiedet-sich-von-martin-walser-ld.1755728 online am 17. September 2023 auf nzz.ch], abgerufen am 18. September 2023).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarisches Werk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin walser 03.jpg|mini|Martin Walser (2008)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein immer wiederkehrendes Motiv Walsers ist das Scheitern am Leben: Seine Helden sind den Anforderungen, die ihre Mitmenschen an sie oder sie selbst an sich stellen, nicht gewachsen; der innere Konflikt, den sie deswegen mit sich austragen, findet sich in allen großen Walser-Romanen wieder. Dass die Kämpfe nur in der Seele seiner Helden brodeln, während die äußere Handlung meist Nebensache bleibt, macht Martin Walser zu einem typischen Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur (wie [[Heinrich Böll]], [[Peter Handke]] oder [[Siegfried Lenz]]) und setzt ihn in Gegensatz zur angelsächsischen Literaturtradition, in der das Vorantreiben einer äußeren Handlung weit bedeutender ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Immer hat Walser betont, dass sein Welt- und Menschenbild in seinen Romanen zur vollen und letzten Gültigkeit gediehen sei, nicht in seinen politischen Plädoyers und Meinungskundgebungen“, so [[Martin Krumbholz]] in einem Nachruf auf Walser. Dennoch seien die vielen Aufsätze nicht aus dem Werk Walsers wegzudenken, gehörten sie doch dank ihrem Scharfsinn und ihrer Brillanz, verbunden mit der ihnen eigenen Argumentationslust sogar zum Kernbestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Krumbholz]]: “In die Liebe und in die Sprache verliebt“, NZZ vom 29. Juli 2023, S. 36 (Feuilleton, Nachruf).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch am Theater hatte Walser Erfolg. Bereits sein erstes Stück &#039;&#039;Der Abstecher&#039;&#039; hatte in den 1960er-Jahren über fünfzig Inszenierungen. &#039;&#039;Eiche und Angora&#039;&#039; war eine erste künstlerische Auseinandersetzung Walsers mit der [[Zeit des Nationalsozialismus]]. Wie in der schwäbischen [[Groteske]] laut [[Hellmuth Karasek]] „mit dem Entsetzen Scherz getrieben“ wurde, führte zu einer kontroversen Aufnahme in der Kritik, jedoch auch zu einem ersten internationalen Theatererfolg in Wien, Zürich, Basel, Rotterdam, Skopje, Edinburgh und über ein Jahr lang ununterbrochen in Paris.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Magenau: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9, S.&amp;amp;nbsp;180–183.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marcel Reich-Ranicki lobte den Autor im September 1963 mit den Worten: „Walsers frühe Geschichten sind zeitkritische Diagnosen und Proteste gegen einen Zustand, der das Individuum an seiner Entfaltung hindert, es verkümmern läßt und zugrunde richtet. Dies gilt ebenso für Walsers spätere Prosa. Wenn auch mit anderen Mitteln, so demonstriert er immer wieder an den Schicksalen verschiedener Gestalten die Absurdität eines Daseins, in dem der Mut eines Sparkassenräubers eigentlich für jeden Beruf unentbehrlich wird. Und er tut dies in dem Bewußtsein der eigenen Ohnmacht.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/1963/39/der-wackere-provokateur-martin-walser &#039;&#039;Kritik von Marcel Reich-Ranicki.&#039;&#039;] vom 27. September 1963 bei zeit.de, abgerufen am 9. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Iris Radisch]] bescheinigte Walser in ihrem Nachruf für &#039;&#039;[[Die Zeit]]&#039;&#039; „mit seiner Mixtur aus kleinbürgerlichem Strebertum, Tief- und Eigensinn plus höherem Klamauk eine literarische Tiefenbohrung kleindeutscher Gefühlslagen, die auch in dieser Liga absolut einmalig war.“ Als Walser-Romane, die man „unbedingt irgendwann einmal im Leben“ gelesen haben sollte, empfahl sie &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]]&#039;&#039;, &#039;&#039;Halbzeit&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Seelenarbeit]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Brandung (Roman)|Brandung]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Die Verteidigung der Kindheit]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Iris Radisch]]: &#039;&#039;Gefühlswildnis mit Käthe. Martin Walser war der große Porträtist deutscher Kleinbürgerlichkeit. Seine politischen Skandale waren voller Missverständnisse, sein Kampf mit Marcel Reich-Ranicki war erbittert –und sein Schreiben ohne Ehefrau undenkbar.&#039;&#039; In: [[Die Zeit]] 3. August 2023, S. 42&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontroversen ==&lt;br /&gt;
„Je subjektiver wir formulieren, desto wertvoller werden wir für die übrige Welt“, findet [[Edgar Selge]] in einem Nachruf auf seinen Schwiegervater Martin Walser. „Walsers Kampf um die ungeteilte eigene Wahrnehmung und ihre Veröffentlichung ist das größte Geschenk, das er uns gemacht hat. Und das Wetterleuchten, das seine Provokationen erzeugten, wird anhalten, solange es seine Interviews und Dokumentarfilme, solange es seine Bücher gibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Edgar Selge]]: &#039;&#039;Bitte subjektiv. Konsens braucht Kampf: Martin Walsers Mut zur Debatte war sein größtes Geschenk an uns.&#039;&#039; In: [[Die Zeit]] 3. August 2023, S. 43&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Streit mit der Deutschen Bank ===&lt;br /&gt;
Im Vorfeld eines Prozesses, den der Aufsichtsratsvorsitzende der [[Deutsche Bank|Deutschen Bank]] [[Hermann Josef Abs]] gegen den DDR-Historiker [[Eberhard Czichon]] und dessen westdeutschen Verleger [[Manfred Pahl-Rugenstein]] wegen mehrerer falscher Tatsachenbehauptungen zu Abs’ Tätigkeit während der Zeit des Nationalsozialismus führte, veröffentlichte Walser am 24.&amp;amp;nbsp;August 1970 im [[Der Spiegel|&#039;&#039;Spiegel&#039;&#039;]] eine ausführliche Rezension der Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Bank.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Martin Walser über Fritz Seidenzahl: „Hundert Jahre Deutsche Bank“: Ist die Deutsche Bank naiv?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Der Spiegel.&#039;&#039; 24. August 1970 ([https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44904826.html online], Zugriff am 30. November 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Darin empfahl er Czichons Buch, rechtfertigte die Theorie des [[Staatsmonopolistischer Kapitalismus|Staatsmonopolistischen Kapitalismus]] und kritisierte, dass die Festschrift die demokratisch nicht legitimierte Macht der Bank verharmlose: „Ist die Deutsche Bank naiv?“ Die Presseabteilung der Deutschen Bank erzwang eine [[Gegendarstellung]].&lt;br /&gt;
Am 14.&amp;amp;nbsp;September 1970 polemisierte das Vorstandsmitglied Wilhelm Vallenthin, ein 1909 geborener Jurist aus Hamburg,&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Habel (Hrsg.): &#039;&#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&#039;&#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1276.&amp;lt;/ref&amp;gt; unter der Überschrift &#039;&#039;Ist Martin Walser naiv?&#039;&#039; dagegen, dass dieser sich über die Kontinuität der Banktätigkeit über alle Regimewechsel der deutschen Geschichte hinweg mokiert hatte: Eine Bank sei nun einmal ein Dienstleistungsunternehmen, das bei einem Regierungswechsel ja wohl nicht seine Tätigkeit einstellen könne. Walsers Darstellung sei „[[Leninismus]] reinsten Wassers“, eine Verständigung mit ihm sei daher nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Vallenthin: &#039;&#039;Ist Martin Walser naiv?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Der Spiegel.&#039;&#039; 14. September 1970 ([https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44906625.html online], Zugriff am 30. November 2018), zitiert nach Sebastian Brünger: &#039;&#039;Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit&#039;&#039;. Wallstein, Göttingen 2017, S.&amp;amp;nbsp;173 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Paulskirchenrede}} Paulskirchenrede 1998 ===&lt;br /&gt;
Als Walser anlässlich der Verleihung des [[Friedenspreis des deutschen Buchhandels|Friedenspreises des deutschen Buchhandels]] am 11. Oktober 1998 in der [[Frankfurter Paulskirche]] eine Rede hielt, in der er eine „Instrumentalisierung des [[Holocaust]]“ ablehnte, kam es zu kontroversen Diskussionen und teilweise auch zu Protesten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Jeder kennt unsere geschichtliche Last, die unvergängliche Schande, kein Tag, an dem sie uns nicht vorgehalten wird. Könnte es sein, daß die Intellektuellen, die sie uns vorhalten, dadurch, daß sie uns die Schande vorhalten, eine Sekunde lang der Illusion verfallen, sie hätten sich, weil sie wieder im grausamen Erinnerungsdienst gearbeitet haben, ein wenig entschuldigt, seien für einen Augenblick sogar näher bei den Opfern als bei den Tätern? Eine momentane Milderung der unerbittlichen Entgegengesetztheit von Tätern und Opfern. Ich habe es nie für möglich gehalten, die Seite der Beschuldigten zu verlassen. Manchmal, wenn ich nirgends mehr hinschauen kann, ohne von einer Beschuldigung attackiert zu werden, muß ich mir zu meiner Entlastung einreden, in den Medien sei auch eine Routine des Beschuldigens entstanden. Von den schlimmsten Filmsequenzen aus Konzentrationslagern habe ich bestimmt schon zwanzigmal weggeschaut. Kein ernstzunehmender Mensch leugnet Auschwitz; kein noch zurechnungsfähiger Mensch deutelt an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum; wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, daß sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Ich möchte verstehen, warum in diesem Jahrzehnt die Vergangenheit präsentiert wird wie noch nie zuvor. Wenn ich merke, daß sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf die Motive hin abzuhören, und bin fast froh, wenn ich glaube, entdecken zu können, daß öfter nicht mehr das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung. […] Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets […].&lt;br /&gt;
 |Autor=Martin Walser&lt;br /&gt;
 |Quelle=Rede in der Paulskirche am 11. Oktober 1998}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruppe 47 - Sechzig Jahre danach 3.jpg|mini|Beim Treffen der &#039;&#039;[[Gruppe 47]]&#039;&#039; (2007)]]&lt;br /&gt;
Die von manchen als sprachlich kompliziert empfundenen Äußerungen Walsers wurden oft wie folgt interpretiert: Die [[nationalsozialistisch]]en Verbrechen würden von einigen Leuten dazu missbraucht, politische und finanzielle Forderungen gegen Deutschland zu stützen. Auch fühle derjenige, der ständig diese Verbrechen thematisiert, sich den Mitmenschen moralisch überlegen. Der Themenkomplex [[KZ Auschwitz|Auschwitz]] dürfe aber nicht zur „Moralkeule“ verkommen, gerade wegen seiner großen Bedeutung. Die Rede wurde auch als Reaktion auf die Kritik [[Marcel Reich-Ranicki]]s an Walsers Buch &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039; gewertet. Reich-Ranicki hatte bemängelt, dass Auschwitz in dem Buch, dessen Handlung in der NS-Zeit spielte, nicht erwähnt werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser hatte in seiner Rede auch die Begnadigung des verurteilten DDR-Spions [[Rainer Rupp]] gefordert. Dies wertete [[Lars Rensmann]] als Teil der von Walser propagierten „nationalen Selbstversöhnung“ der Deutschen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lars Rensmann]]: &#039;&#039;Enthauptung der Medusa. Zur diskurshistorischen Rekonstruktion der Walser-Debatte im Licht politischer Psychologie.&#039;&#039; In: [[Micha Brumlik]], [[Hajo Funke]], Lars Rensmann (Hrsg.): &#039;&#039;Umkämpftes Vergessen. Walser Debatte, Holocaust-Mahnmal und neuere deutsche Geschichtspolitik.&#039;&#039; 2., erweiterte Auflage. Schiler, Berlin 2004, ISBN 3-89930-240-0, S.&amp;amp;nbsp;36 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Walsers Rede war im Anschluss allgemein von den Anwesenden stehend applaudiert worden, mit Ausnahme des Vorsitzenden des [[Zentralrat der Juden in Deutschland|Zentralrates der Juden in Deutschland]] [[Ignatz Bubis]], dessen Frau Ida und [[Friedrich Schorlemmer]]s. Bubis warf Walser später vor, „wegsehen“ zu wollen, und bezeichnete die Rede als „geistige Brandstiftung“. Letzteres nahm Bubis später zurück. Ferner wurde Walser vorgeworfen, dass rechte [[Geschichtsrevisionismus|Revisionisten]], die dieses brisante Thema abblocken wollten, sich auf ihn berufen würden. Walser hielt dieser Kritik entgegen, dass er keine politische Instrumentalisierung seiner „sehr persönlichen Ansicht“ beabsichtige und nur von seinem subjektiven Empfinden gesprochen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem im Dezember 1998 von der &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]]&#039;&#039; organisierten Treffen mit Bubis erhob Walser den Vorwurf der „Dauerpräsentation unserer Schande“ und eines „grausamen Erinnerungsdienst[es]“ nicht mehr gegen „Meinungssoldaten“ und „die Medien“, sondern (laut [[Matthias N. Lorenz]]) gegen die Opfergruppe selbst. Walser sagte an Bubis’ Adresse gerichtet, „ich war in diesem Feld (= &#039;&#039;der bundesrepublikanischen Aufarbeitung der Vergangenheit&#039;&#039;) beschäftigt, da waren Sie noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt.“ Ferner bezeichnete Walser Bubis’ Äußerungen zu den [[Rechtsextremismus|rechtsextremen]] und [[Rassismus|rassistischen]] Übergriffen in Deutschland Anfang der 1990er-Jahre als „sofort zurückgebunden an [[Machtergreifung|1933]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias N. Lorenz: &#039;&#039;„Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede (Martin Walser, 1998).“&#039;&#039; In: Wolfgang Benz: &#039;&#039;Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart.&#039;&#039; de Gruyter, Berlin 2015, S.&amp;amp;nbsp;103 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 erklärte er in einem &#039;&#039;Spiegel&#039;&#039;-Interview, er habe nicht eine Instrumentalisierung von Auschwitz im deutsch-jüdischen Verhältnis gemeint, sondern eine in der deutschen Tagespolitik, so wie sie z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Günter Grass]] in seiner Ablehnung der [[Deutsche Wiedervereinigung|Deutschen Wiedervereinigung]] oder von [[Joschka Fischer]] in seiner Befürwortung der deutschen Intervention im [[Kosovokrieg]] praktiziert wurde. Er bedauerte, die Rede so gehalten und Bubis damit getroffen zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=134762543 |Autor=[[Martin Doerry]], [[Volker Hage]] |Titel=Spiegel-Gespräch: „Einsam ist man sowieso“ |Jahr=2015 |Nr=19 |Seiten=136 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 2017 hielt der Vorsitzende der [[AfD Thüringen]] [[Björn Höcke]] eine [[Björn Höcke#Rede im Ball- und Brauhaus Watzke|Rede im Ballhaus Watzke]] in Dresden, in der er sagte: „Wir Deutschen […] sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Anschließend forderte Höcke eine „erinnerungspolitische Wende um 180&amp;amp;nbsp;Grad“. Die Rede löste in Medien und Politik Protest und heftige Reaktionen aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tagesspiegel.de Höcke-Rede im Wortlaut&amp;quot;&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/politik/hoecke-rede-im-wortlaut-gemuetszustand-eines-total-besiegten-volkes/19273518-all.html &#039;&#039;Höcke-Rede im Wortlaut: „Gemütszustand eines total besiegten Volkes“.&#039;&#039;] tagesspiegel.de, Januar 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Detlef Esslinger]] schrieb in der &#039;&#039;[[Süddeutsche Zeitung|Süddeutschen Zeitung]]&#039;&#039;: „Genau das ist der Unterschied zu Martin Walsers Paulskirchen-Rede von 1998, in deren Kontinuität Höcke sich stellt.&lt;br /&gt;
Walser erkannte damals ,unsere unvergängliche Schande‘ wenigstens an, bevor er gegen die Erinnerungskultur polemisierte.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sueddeutsche.de/politik/bjoern-hoecke-die-afd-will-im-gespraech-bleiben-um-jeden-preis-1.3338181 |titel=Die AfD will im Gespräch bleiben – um jeden Preis |werk=Süddeutsche Zeitung |datum=2017-01-18 |abruf=2022-06-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Sozial- und Politikwissenschaftler [[Samuel Salzborn]] meinte 2018, Martin Walser habe in seiner Paulskirchen-Rede „etwas ganz Ähnliches gesagt, was Björn Höcke mittlerweile auch formuliert“, wofür Höcke jedoch „zu Recht scharf kritisiert“ worden sei, wohingegen die Reaktionen auf Walsers Rede „eher ambivalent“ gewesen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jana Hensel (Interview) |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-05/antisemitismus-deutschland-forschung-geschichte-samuel-salzborn-d18 |titel=&amp;quot;Ein Antisemit hat immer unrecht&amp;quot;. Was hat Martin Walser mit Farid Bang zu tun? Der Antisemitismusforscher Samuel Salzborn über die alte Kraft des Judenhasses und seine modernsten Erscheinungsformen |werk=zeit.de |datum=2018-05-25 |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haltung zum Judentum ===&lt;br /&gt;
Nach den Debatten um die Paulskirchenrede wurde die angebliche oder tatsächliche Zuwendung Walsers zur „bürgerlichen“ Seite erneut zum öffentlichen Thema, als er bei der Klausurtagung der [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] in Wildbad Kreuth als Gastredner auftrat. Als er in seinem 2002 erschienenen [[Schlüsselroman]] &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]]&#039;&#039; den [[Literaturkritiker]] [[Marcel Reich-Ranicki]] einerseits als Person und andererseits als Symbol einer angeblich unredlichen Kulturszene kritisierte, gab es Proteste. [[Frank Schirrmacher]] kritisierte daraufhin sein „Spiel mit [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Klischees“. Reich-Ranicki kommentierte im Mai 2010 in einem Interview des [[Der Spiegel|Spiegel]]:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ich halte ihn nicht für einen Antisemiten. Aber es ist ihm wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Kritiker, der ihn angeblich am meisten gequält hat, auch noch [[Jude]] ist. Er rechnet damit, dass ihm sein Publikum darin folgt. Sehen Sie, es hat von [[Günter Grass|Grass]] nie eine antisemitische Zeile oder Bemerkung gegeben, keine einzige. Und über dessen Bücher habe ich gewiss nicht nur positiv geschrieben.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569532.html &#039;&#039;Ich wollte mich durchsetzen.&#039;&#039;] Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit [[Volker Hage]], In: &#039;&#039;[[Der Spiegel|Spiegel]].&#039;&#039; 22. Mai 2010, abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kulturwissenschaftler [[Matthias N. Lorenz]] hat Walsers Lebenswerk in seiner Dissertation &#039;&#039;„Auschwitz drängt uns auf einen Fleck“&#039;&#039; auf die Darstellung von Juden bzw. den Auschwitzdiskurs untersucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elke Schmitter |url=https://www.spiegel.de/kultur/der-ewige-flakhelfer-a-60fafb24-0002-0001-0000-000041682527 |titel=Der ewige Flakhelfer |werk=Der Spiegel |datum=2005 |abruf=2023-07-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Arbeit dokumentiert er das durchgängige Vorkommen der bekannten antisemitischen Stereotype. Das Leiden der Juden werde deutlich dem Leid „Deutscher“ gleichgestellt. Häufig finde sich die einfühlsame Darstellung Deutscher, die sich als „Verlierer der Geschichte“ fühlten: würdelos, stigmatisiert, ihrer Identität beraubt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.perlentaucher.de/buch/matthias-n-lorenz/auschwitz-draengt-uns-auf-einen-fleck.html Rezensionen zu &#039;&#039;Auschwitz drängt uns auf einen Fleck.&#039;&#039;] bei [[Perlentaucher]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruppe 47 - Sechzig Jahre danach 6.jpg|mini|Martin Walser und [[Günter Grass]], Literarisches Gipfeltreffen, [[Gruppe&amp;amp;nbsp;47]] (2007)]]&lt;br /&gt;
Das [[Denkmal für die ermordeten Juden Europas|Holocaust-Mahnmal]] in Berlin wurde von Walser während der Planungsphase abwertend als „fußballfeldgroßer Albtraum im Herzen der Hauptstadt“ und „Kranzabwurfstelle“ bezeichnet; nach der Fertigstellung dagegen äußerte er sich positiv zum Denkmal.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://edoc.unibas.ch/7563/1/%5BZeitschrift%20fr%20Evangelische%20Ethik%5D%20Kinderrechte%20als%20Menschenrechte.pdf Gewissen und Öffentlichkeit – Ein Deutungsvorschlag zur Walser-Bubis-Kontroverse] – Artikel von Georg Pfleiderer in der &#039;&#039;Zeitschrift für evangelische Ethik&#039;&#039; Heft 4 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Keller: [https://www.tagesspiegel.de/berlin/eisenman-ist-ein-genie/709568.html &#039;&#039;Eisenman ist ein Genie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;[[Der Tagesspiegel]].&#039;&#039; 10. Mai 2006 (abgerufen am 8. November 2009)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antiziganismus ===&lt;br /&gt;
Auch antiziganistische Positionierungen werden Walser vorgeworfen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Benjamin Ortmeyer]]: Meister der Sprach-Gewalt. Statt eines Nachrufs: Zum Tod des Schriftstellers Martin Walser. In: Jüdische Allgemeine, 3. August 2023 ( https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/meister-der-sprach-gewalt/, abgerufen am 6. August 2023).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mittelpunkt steht das von ihm gemeinsam mit [[Asta Scheib]] verfasste Drehbuch zu dem zweiten [[Tatort]] des Hamburger Ermittler-Duos [[Stoever und Brockmöller]] &#039;&#039;[[Tatort: Armer Nanosh|Armer Nanosh]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1989. &#039;&#039;Armer Nanosh&#039;&#039; wurde wegen [[Antiziganismus|antiziganistischer]] Klischees kontrovers diskutiert sowie wegen der These, die Naziverbrechen seien eine größere Bürde für die Nachfahren der Täter als für die der Opfer.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Katharina Peters |Hrsg=VIA |Titel=Der Tatort „Armer Nanosh“ und der Diskurs um kollektive Schuld in Deutschland um 1989 |Sammelwerk=Für immer „Zigeuner“? Ergänzungsheft |Band=Ergänzungsheft |Ort=Duisburg |Datum=2018 |Seiten=16-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oliver Ness |Titel=Ein &amp;quot;Tatort&amp;quot;-Krimi zwischen den Stühlen |Sammelwerk=taz |Datum=1989-07-22 |Seiten=5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Matthias N. Lorenz |Titel=&amp;quot;Armer Janosh&amp;quot;? - armer Frohwein? : Antiziganismus und Täter-Opfer-Inversion; zu einem Tatort-Krimi, der schon Ende der 1980er Jahre eine veritable Walser-Debatte hätte auslösen können |Sammelwerk=Der Deutschunterricht |Band=57 |Nummer=2 |Verlag=Friedrich-Verlag |Ort=Hannover |Datum=2005 |Seiten=74-79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ortmeyer erwähnt auch einen Hinweis [[Günter Amendt]]s: „nach einer Europa-Tournee des jüdischen Sängers und [[Lyrik]]ers [[Bob Dylan]] [habe Walser] in der Redaktion der Zeitschrift »[[Konkret (Zeitschrift)|Konkret]]« gefragt, was denn an diesem »herumzigeunernden Israeliten« so besonders wäre“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Originalausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Beschreibung einer Form. Versuch über die epische Dichtung Franz Kafkas.&#039;&#039; [[Dissertation]] an der [[Universität Tübingen]] 9. Februar 1952 ({{DNB|480348650}}).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein Flugzeug über dem Haus]]&#039;&#039; und andere Geschichten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1955.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1957.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Halbzeit.&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1960. (erster Band der Anselm-Kristlein-Trilogie)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Beschreibung einer Form. Essay.&#039;&#039; 1961 &amp;lt;!-- = Diss.? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* als Herausgeber: &#039;&#039;Die Alternative oder Brauchen wir eine neue Regierung?&#039;&#039; Rowohlt Taschenbuch, 1961.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Eiche und Angora. Eine deutsche Chronik.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Lügengeschichten]]&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 81). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen und Leseerfahrungen&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 109). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Drei Stücke.&#039;&#039; Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Einhorn. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1966. (zweiter Band der Anselm-Kristlein-Trilogie, [[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#1961 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 3. bis zum 16. Oktober 1966]]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Heimatkunde. Aufsätze und Reden|Heimatkunde]]. Aufsätze und Reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 269). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1968.&lt;br /&gt;
* mit Chargesheimer: &#039;&#039;Theater! Theater!&#039;&#039; 1968.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Fiction.&#039;&#039; Erzählung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Gallistl’sche Krankheit. Roman. &#039;&#039;Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Sturz. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-04627-6. (dritter Band der Anselm-Kristlein-Trilogie)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jenseits der Liebe]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-518-04619-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein fliehendes Pferd]].&amp;lt;!-- Roman? --&amp;gt;&#039;&#039; Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Seelenarbeit]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983 &amp;lt;!-- oder 1979? --&amp;gt;, ISBN 3-518-37401-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das Schwanenhaus]]. Roman&#039;&#039;. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982 &amp;lt;!-- oder 1980? --&amp;gt;, ISBN 3-518-37300-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Selbstbewußtsein und Ironie. Frankfurter Vorlesungen&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 1090). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-11090-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gefahrvoller Aufenthalt.&#039;&#039; Erzählungen. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1982.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Brief an Lord Liszt]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-04632-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Liebeserklärungen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-518-04521-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Brandung (Roman)|Brandung]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-03570-3. Lizenzausgabe für den Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1986.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Gedanken. Erzählungen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-03222-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Geständnis auf Raten&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 1374). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-11374-7.&lt;br /&gt;
* mit [[André Ficus]]: &#039;&#039;Die Amerikareise. Versuch, ein Gefühl zu verstehen.&#039;&#039; Kunstverlag Weingarten, 1986, ISBN 3-8170-3001-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dorle und Wolf.&#039;&#039; Eine Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-02668-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jagd (Roman)|Jagd]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-40130-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über Deutschland reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 1553). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-11553-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Die Verteidigung der Kindheit]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-40380-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ohne einander]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-40542-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin Walser 2010-4604.jpg|mini|Martin Walser (2010)]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vormittag eines Schriftstellers.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-40603-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Finks Krieg]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-40791-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Deutsche Sorgen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-39158-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Umgang mit Hölderlin. Zwei Reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;[[Insel-Bücherei]].&#039;&#039; 1176). Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 1998, ISBN 3-458-19176-3.&lt;br /&gt;
* mit André Ficus: &#039;&#039;Heimatlob. Ein Bodensee-Buch mit farbigen Bildern.&#039;&#039; Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 1998, ISBN 3-458-34074-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-41010-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede.&#039;&#039; [[Friedenspreis des Deutschen Buchhandels]] 1998, Laudatio: [[Frank Schirrmacher]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-06550-5.&lt;br /&gt;
* [[Quint Buchholz]]: &#039;&#039;Am Wasser. Ein Bilderbuch mit Texten von [[Johanna Walser|Johanna]] und Martin Walser.&#039;&#039; Sanssouci im Verlag Nagel &amp;amp; Kimche, Zürich 2000, ISBN 3-7254-1170-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Lebenslauf der Liebe]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-41270-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-41378-3. ([[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#2001 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 8. Juli bis zum 11. August 2002]])&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Reisen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-41463-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Augenblick der Liebe]].&#039;&#039; Roman. [[Rowohlt Verlag|Rowohlt]], Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-498-07353-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Verwaltung des Nichts.&#039;&#039; Aufsätze. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-498-07354-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben. Tagebücher 1951–1962.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-499-24427-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angstblüte.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek 2006, ISBN 3-498-07357-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Lebensroman des [[Andreas Beck (Autor)|Andreas Beck]].&#039;&#039; Edition Isele, Eggingen 2006, ISBN 3-86142-401-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das geschundene Tier.&#039;&#039; Neununddreißig Balladen. Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-498-07359-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein liebender Mann.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-498-07363-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben.&#039;&#039; Tagebücher 1963–1973. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-498-07358-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Jenseits.&#039;&#039; Novelle. Berlin University Press, Berlin 2010, ISBN 978-3-940432-77-3.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.literarische-bilder-unserer-zeit.uni-koeln.de/index.php/Monika_Hartkopf:_Analyse_von_Martin_Walsers_Novelle_%22Mein_Jenseits%22 |titel=Martin Walser, Mein Jenseits (von Monika Hartkopf) – Literarische Altersbilder |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben. Tagebücher 1974–1978.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2010, ISBN 978-3-498-07369-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Muttersohn.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek, 2011, ISBN 978-3-498-07378-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meine Lebensreisen.&#039;&#039; Corso, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86260-045-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über Rechtfertigung, eine Versuchung: Zeugen und Zeugnisse.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-498-07381-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das dreizehnte Kapitel]].&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-498-07382-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Momente.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2013, ISBN 978-3-498-07383-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Inszenierung.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013, ISBN 978-3-498-07384-8 auch als E-Book.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Shmekendike blumen. Ein Denkmal / A dermonung für Sholem Yankev Abramovitsh.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-498-07387-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Schreiben und Leben.&#039;&#039; Tagebücher 1979–1981. Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-498-07386-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein sterbender Mann.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2016, ISBN 978-3-498-07388-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Statt etwas oder Der letzte Rank.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-07392-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ewig aktuell : aus gegebenem Anlass.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-07393-0.&lt;br /&gt;
* mit [[Jakob Augstein]]: &#039;&#039;Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-00680-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gar alles oder Briefe an eine unbekannte Geliebte.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2018, ISBN 978-3-498-07400-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spätdienst. Bekenntnis und Stimmung&#039;&#039;, mit Arabesken von [[Alissa Walser]]. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018. ISBN 978-3-498-07407-4.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://literaturkritik.de/ungluecksglueck-martin-walsers-poetischer-spaetdienst,25172.html Unglücksglück : Martin Walsers poetischer „Spätdienst“], literaturkritik.de vom 10. Dezember 2018, abgerufen am 17. Mai 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mädchenleben oder Die Heiligsprechung. Legende.&#039;&#039; Rowohlt, Hamburg 2019, ISBN 978-3-498-00196-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sprachlaub oder: Wahr ist, was schön ist&#039;&#039;, mit Aquarellen von Alissa Walser. Rowohlt Verlag, Hamburg 2021, ISBN 978-3-498-00239-8.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Judith von Sternburg |url=https://www.fr.de/kultur/literatur/sprachlaub-von-martin-walser-ras-doch-nicht-so-jahr-90256957.html |titel=„Sprachlaub“ von Martin Walser: „Ras doch nicht so, Jahr“ |hrsg=[[Frankfurter Rundschau]] |datum=2021-03-22 |sprache=de |abruf=2023-08-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Traumbuch. Postkarten aus dem Schlaf&#039;&#039;, mit [[Cornelia Schleime]]. Rowohlt, Hamburg 2022, ISBN 978-3-498-00319-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bühnenwerke ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Abstecher. [[Die Zimmerschlacht]].&#039;&#039; (2 Stücke, geschrieben 1961 bzw. 1962/1963/1967). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 205).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Sofa. Eine Farce.&#039;&#039; (geschrieben 1961). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Eiche und Angora]]. Eine deutsche Chronik.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Überlebensgroß Herr Krott! Requiem für einen Unsterblichen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 55).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Schwarze Schwan (Martin Walser)|Der Schwarze Schwan]].&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Zimmerschlacht.&#039;&#039; 1967 (Uraufführung durch [[Fritz Kortner]]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wir werden schon noch handeln.&#039;&#039; (Uraufführung 1968 unter dem Titel &#039;&#039;Der schwarze Flügel&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein Kinderspiel]].&#039;&#039; Stück in zwei Akten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 400).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Aus dem Wortschatz unserer Kämpfe.&#039;&#039; Szenen. Mit 16 Graphiken von Peer Wolfram. Eremiten-Presse, Stierstadt 1971.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Sauspiel. Szenen aus dem 16. Jahrhundert.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;In Goethes Hand. Szenen aus dem 19. Jahrhundert.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein fliehendes Pferd. Theaterstück.&#039;&#039; Mitarbeit [[Ulrich Khuon]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Ohrfeige.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nero lässt grüssen oder Selbstporträt des Künstlers als Kaiser: Ein Monodram.&#039;&#039; Edition Isele, Eggingen 1989.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kaschmir in Parching. Szenen aus der Gegenwart...&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein liebender Mann.&#039;&#039; Rowohlt Theaterverlag, Reinbek 2010.&amp;lt;ref&amp;gt;Fand 2010 in einer Inszenierung von [[Ansgar Haag]] am [[Meininger Theater]] im Beisein des Autors seine Uraufführung. [http://www.schwaebische.de/deutschland+welt/kultur/theaterwelt_artikel,-Walsers-%C2Ein-liebender-Mann%C2-uraufgefuehrt-_arid,4168146.html &#039;&#039;„Ein liebender Mann“ uraufgeführt.&#039;&#039;] &#039;&#039;Schwäbische Zeitung&#039;&#039; vom 2. Oktober 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sammelausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Drei Stücke. Eiche und Angora. Überlebensgroß Herr Krott. Der Schwarze Schwan.&#039;&#039; Mit einem Nachwort von [[Werner Mittenzwei]]. Aufbau, Berlin/Weimar 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;17 Geschichten.&#039;&#039; Ex Libris, Zürich 1969.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Stücke.&#039;&#039; Suhrkamp (st 6), Frankfurt am Main 1971.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was zu bezweifeln war. Aufsätze und Reden 1958–1975.&#039;&#039; Auswahl von Klaus Schuhmann. Aufbau, Berlin/Weimar 1976.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Geschichten.&#039;&#039; Suhrkamp (Weißes Programm im 33. Jahr), Frankfurt am Main 1983.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stücke.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Fingerübungen eines Mörders&#039;&#039;. Zwölf Geschichten (ausgewählt vom Autor). Suhrkamp (st 2324), Frankfurt am Main 1994.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zauber und Gegenzauber.&#039;&#039; Aufsätze und Gedichte. Isele, Eggingen 1994.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mit der Schwere spielen.&#039;&#039; Lesebuch, ausgewählt von Hans Christian Kosler. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke in zwölf Bänden.&#039;&#039; Hg. v. [[Helmuth Kiesel]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ich vertraue. Querfeldein.&#039;&#039; Reden und Aufsätze. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die großen Romane.&#039;&#039; 6 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ewig aktuell – Aus gegebenem Anlass.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Thekla Chabbi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählungen ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Selbstporträt als Kriminalroman.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;270, Aus: Martin Walser, Werke in zwölf Bänden. Band 8, Prosa. Hg. Helmuth Kiesel, Frank Barsch. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1997&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Briefwechsel ===&lt;br /&gt;
* [[Maria Menz]]: &#039;&#039;Briefe – Band I. Briefwechsel mit Martin Walser.&#039;&#039; Isele, Eggingen 2005, ISBN 3-86142-362-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vorzeichen.&#039;&#039; 2 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962–1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörspiele ==&lt;br /&gt;
* 1952 &#039;&#039;Die Dummen.&#039;&#039; Regie: [[Cläre Schimmel]]. [[Süddeutscher Rundfunk|SDR]] 1952.&lt;br /&gt;
* 1953 &#039;&#039;Kantaten auf der Kellertreppe – die niemand hören will.&#039;&#039; Regie: [[Cläre Schimmel]]. SDR 1953.&lt;br /&gt;
* 1954 &#039;&#039;Die Zuschauer.&#039;&#039; Regie: Oskar Nitschke. SDR 1954.&lt;br /&gt;
* 1961 &#039;&#039;Totentanz&#039;&#039; von [[Wolfgang Weyrauch]]. Regie: Martin Walser. [[Bayerischer Rundfunk|BR]]/[[Norddeutscher Rundfunk|NDR]] 1961.&lt;br /&gt;
* 1977 &#039;&#039;Ein grenzenloser Nachmittag.&#039;&#039; Regie: [[Günter Bommert]]. SWF 1977.&lt;br /&gt;
* 1978 &#039;&#039;Säntis.&#039;&#039; Regie: [[Alf Brustellin]]. WDR/BR/SWF 1978.&lt;br /&gt;
* 1986 &#039;&#039;Ein fliehendes Pferd.&#039;&#039; Dramaturgie: [[Karl Karst]], Regie: Martin Walser. BR 1986.&lt;br /&gt;
* 1986 &#039;&#039;Nero lässt grüßen oder: Selbstporträt des Künstlers als Kaiser.&#039;&#039; Dramaturgie: [[Karl Karst]], Regie: Martin Walser. BR 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Martin Walser}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Martin Walser}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Umfassende Einführungen in Leben und Werk:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Heinz Ludwig Arnold]]: &#039;&#039;Umkreisung eines Dividualisten. Über Martin Walser.&#039;&#039; In: ders: &#039;&#039;Von Unvollendeten. Literarische Porträts.&#039;&#039; Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-866-3.&lt;br /&gt;
* Gerald A. Fetz: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-10299-8.&lt;br /&gt;
* [[Jochen Hieber]]: &#039;&#039;Martin Walser. Der Romantiker vom Bodensee.&#039;&#039; wbg Theiss, Darmstadt 2022. ISBN 978-3-8062-4355-0.&lt;br /&gt;
* [[Jörg Magenau]]: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Siblewski]]: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-38503-8.&lt;br /&gt;
* Anthony Edward Waine: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Beck, München 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gespräche mit Walser:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Klaus Siblewski]] (Hrsg.): &#039;&#039;Auskunft. 22 Gespräche aus 28 Jahren.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-38371-X.&lt;br /&gt;
* Rainer Weiss (Hrsg.): &#039;&#039;Ich habe ein Wunschpotential. Gespräche mit Martin Walser.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-39475-4.&lt;br /&gt;
* mit [[Jakob Augstein]]: &#039;&#039;Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017, ISBN 978-3-498-00680-8.&lt;br /&gt;
* Thekla Chabbi (Hrsg.): &#039;&#039;„Ich würde heute ungern sterben“. Interviews von 1978 bis 2016.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-499-27412-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erlebnisbericht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Susanne Klingenstein]]: &#039;&#039;Wege mit Martin Walser.&#039;&#039; Weissbooks, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-86337-100-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fiktionalisierter Zeitzeugenbericht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Martina Zöllner]]: &#039;&#039;Bleibtreu.&#039;&#039; DuMont-Literatur-und-Kunst-Verlag, Köln 2003, ISBN 3-8321-7856-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Walser in der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Hilmar Grundmann]]: &#039;&#039;„Berufliche Arbeit macht krank“. Literaturdidaktische Reflexionen über das Verhältnis von Beruf und Privatsphäre in den Romanen von Martin Walser.&#039;&#039; Peter Lang, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-631-38806-3.&lt;br /&gt;
* Ana-Maria Pǎlimariu: &#039;&#039;„Chemnitzer Zähne“. Ironie in Martin Walsers Werk der 1970er- und 1980er-Jahre.&#039;&#039; Hartung-Gorre, Konstanz 2007, ISBN 978-3-86628-125-7.&lt;br /&gt;
* [[Jan Badewien]], [[Hansgeorg Schmidt-Bergmann]] (Hrsg.): &#039;&#039;Martin Walser. Lebens- und Romanwelten.&#039;&#039; Ev. Akademie Baden, Karlsruhe 2008, ISBN 978-3-89674-553-8.&lt;br /&gt;
* Wörter für die Katz? Martin Walser im Kontext der Literatur nach 1945. Hrsg. von Miriam Seidler. Peter Lang, Frankfurt am Main 2011. ISBN 978-3-631-60661-2.&lt;br /&gt;
* Kerstin Koblitz: „Die leeren Wände reden mit vollem Mund“. Dinge und Dinglichkeit im Erzählwerk Martin Walsers. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert, 2015, ISBN 978-3-86110-582-4.&lt;br /&gt;
* Anita Gröger: &#039;Erzählte Zweifel an der Erinnerung&#039;. Eine Erzählfigur im deutschsprachigen Roman der Nachkriegszeit (1954–1976). Ergon-Verlag, Würzburg, 2016, ISBN 978-3-95650-149-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Joachim Rohloff: &#039;&#039;„Ich bin das Volk“. Martin Walser, Auschwitz und die Berliner Republik.&#039;&#039; KVV-Konkret, Hamburg, 1999. [„Wenn wir Auschwitz bewältigen könnten, könnten wir uns wieder nationalen Aufgaben zuwenden.“ (Martin Walser, 1979) – Joachim Rohloffs Buch untersucht den literarisch-politischen Werdegang Martin Walsers.]&lt;br /&gt;
* [[Martin Dietzsch]], [[Siegfried Jäger]], [[Alfred Schobert]] (Hrsg.): &#039;&#039;Endlich ein normales Volk? Vom rechten Verständnis der Friedenspreis-Rede Martin Walsers. Eine Dokumentation.&#039;&#039; DISS-Duisburg, 1999. [Die Dokumentation der Duisburger Sprachwissenschaftler zeigt, wie die Presse der extremen Rechten Walsers Rede mit Begeisterung vereinnahmen konnte, ohne sich selbst oder den Text Walsers verbiegen zu müssen.]&lt;br /&gt;
* [[Matthias N. Lorenz]]: &#039;&#039;„Auschwitz drängt uns auf einen Fleck“ – Judendarstellung und Auschwitzdiskurs bei Martin Walser.&#039;&#039; Metzler, Stuttgart 2005, ISBN 3-476-02119-X.&lt;br /&gt;
* Peter Schwiderowski: &#039;&#039;Über ein politisches Selbstgespräch. Anmerkungen zur Friedenspreisrede Martin Walsers 2000.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Donnerstagshefte.&#039;&#039; 3. [[Alte Synagoge (Essen)]] 2000, ISBN 3-924384-34-7, S.&amp;amp;nbsp;24ff.&lt;br /&gt;
* Jürgen Bongartz: &#039;&#039;Der Heimatbegriff bei Martin Walser.&#039;&#039; Dissertation, Universität Köln 1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachrufe:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Roman Bucheli]]: &#039;&#039;[https://www.nzz.ch/feuilleton/provokateur-martin-walser-er-war-bis-zuletzt-eine-streitbare-figur-ld.1749451 Martin Walser war ein leidenschaftlicher Polemiker. Manchmal war nicht zu entscheiden, ob er ein geistiger Brandstifter oder ein Aufklärer war]&#039;&#039;. [[Neue Zürcher Zeitung]], online auf nzz.ch (28. Juli 2023).&lt;br /&gt;
* [[Andreas Platthaus]]: &#039;&#039;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/schriftsteller-martin-walser-im-alter-von-96-jahren-gestorben-19064875.html Zum Tod von Martin Walser. Was aber an Unruhe bleibt, stiften die Dichter]&#039;&#039;. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], online auf faz.net (28. Juli 2023)&lt;br /&gt;
* [[Thomas Steinfeld]]: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kultur/martin-walser-gestorben-nachruf-e134339/?reduced=true Zum Tod von Martin Walser. Ein fühlender Mann]&#039;&#039;. [[Süddeutsche Zeitung]], online auf sz.de (28. Juli 2023), Bezahlschranke.&lt;br /&gt;
* Gerrit Bartels: &#039;&#039;[https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-martin-walser-der-streitbare-zustimmungssuchtige-10231672.html Zum Tod von Martin Walser: Der streitbare Zustimmungssüchtige. Ein Nachruf auf den großen Schriftsteller Martin Walser, einen der letzten, stets auch politisch wirkenden, oft umstrittenen Repräsentanten der Nachkriegsliteratur]&#039;&#039;. [[Der Tagesspiegel]], 28. Juli 2023 (online auf tagesspiegel.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Stefan Gmünder]]: &#039;&#039;[https://www.derstandard.de/story/3000000180942/schriftsteller-martin-walser-im-alter-von-96-jahren-verstorben 1927–2023. Schriftsteller Martin Walser im Alter von 96 Jahren verstorben. Walser hatte die deutschsprachige Literatur seit der Nachkriegszeit geprägt]&#039;&#039;. [[Der Standard]], 28. Juli 2023 (online auf derstandard.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Marc Stegherr]]: &#039;&#039;Eine Jahrhundertgestalt. Das Leiden, die Ungerechtigkeit, die historisch wie menschlich Gescheiterten waren bis zum Schluss Themen der Werke Walsers. Ein Nachruf&#039;&#039;. In: [[Die Tagespost]], 3. August 2023, S. 18 ([https://www.die-tagespost.de/kultur/literatur/verneigung-vor-der-jahrhundertgestalt-art-240877 online auf die-tagespost.de], 29. Juli 2023; abgerufen am 15. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/trauer-um-martin-walser-19067666.html Trauer um Martin Walser. Seine Freude am Argument]&#039;&#039;. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], online auf faz.net (29. Juli 2023); enthält Politiker-Stellungnahmen von Bundeskanzler [[Olaf Scholz]], Bundespräsident [[Frank-Walter Steinmeier]] und Baden-Württembergs Ministerpräsident [[Winfried Kretschmann]].&lt;br /&gt;
* [[Susanne Beyer (Journalistin)|Susanne Beyer]]: &#039;&#039;[https://www.spiegel.de/kultur/martin-walser-nachruf-zuletzt-einer-der-letzten-a-f4f7f5eb-e714-4241-90f7-fff8251d2f9c Zum Tod von Martin Walser. Zuletzt einer der Letzten. Martin Walser war fast von Beginn der Bundesrepublik an einer ihrer bedeutendsten Schriftsteller. Auch die deutsche Debattenkultur ist ohne ihn nicht denkbar. Nachruf auf einen Beirrbaren]&#039;&#039;. [[Der Spiegel]], 29. Juli 2023 (online auf [[spiegel.de]], abgerufen am 6. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* [[Jörg Magenau]]: &#039;&#039;[https://www.deutschlandfunk.de/nachruf-auf-martin-walser-dlf-c635b4a8-100.html Zum Tod von Martin Walser. Ein Nachruf]&#039;&#039;. [[Deutschlandfunk]], 29. Juli 2023 (Podcast 7:01 min, online auf deutschlandfunk.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Arnold Stadler]]: &#039;&#039;[https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/nachruf-auf-martin-walser-wenn-du-nicht-gewesen-waerst-sprache Nachruf auf Martin Walser: Wenn du nicht gewesen wärst, Sprache. Weltliteratur. Wie schön es sein kann, Ja zu sagen, selbst noch zum Schmerz: Über Martin Walsers Leben, Schreiben und Tod].&#039;&#039; In: Der Freitag, Ausgabe 31/2023 (online auf freitag.de, abgerufen am 6. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* [[Iris Radisch]]: &#039;&#039;Gefühlswildnis mit Käthe. Martin Walser war der große Porträtist deutscher Kleinbürgerlichkeit. Seine Skandale waren voller Missverständnisse und sein Schreiben ohne Ehefrau nicht denkbar&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 42 ([https://www.zeit.de/2023/33/martin-walser-schriftsteller-nachkriegsliteratur-anti-helden-marcel-reich-ranicki online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
* [[Edgar Selge]]: &#039;&#039;Bitte subjektiv. Konsens braucht Kampf: Martin Walsers Mut zur Debatte war sein größtes Geschenk an uns&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 43 ([https://www.zeit.de/2023/33/schriftsteller-martin-walser-subjektivitaet-wahrnehmung online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
* [[Adam Soboczynski]]: &#039;&#039;Die Liebe, junger Mann. Das Publikum liebte Martin Walser abgöttisch. Kaum etwas war daher eine größere Herausforderung, als ihn zu moderieren&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 43 ([https://www.zeit.de/2023/33/martin-walser-erinnerungen-lesungen-die-inszenierung-leipziger-buchmesse online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörbücher ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Martin Walser liest „Die Verteidigung der Kindheit“.&#039;&#039; (MC), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-09820-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Des Lesers Selbstverständnis. Ein Bericht und eine Behauptung.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1994, ISBN 3-86142-035-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kantaten, aggressive Lieder und frühe Hörspiele.&#039;&#039; (2 MCs), Edition Isele, Eggingen 1997, ISBN 3-86142-082-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;In Goethes Hand. Szenen aus dem 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&#039;&#039; (2 MCs), Noa Noa, München 1999, ISBN 3-932929-15-2.&lt;br /&gt;
** als CD: Noa Noa, München 2006, ISBN 3-932929-62-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über die Schüchternheit. Ein Versuch.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2000, ISBN 3-86142-175-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2001, ISBN 3-86142-219-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Alexander und Annette. Ein innerer Monolog.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2001, ISBN 3-86142-221-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Reisen / Meßmers Gedanken.&#039;&#039; (2 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-30354-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Augenblick der Liebe.&#039;&#039; (7 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-30376-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Verwaltung des Nichts.&#039;&#039; (2 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2005, ISBN 3-455-30384-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angstblüte.&#039;&#039; (5 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 3-455-30092-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Schiller.&#039;&#039; Lesung und Gespräch mit Martin Walser und Dieter Borchmeyer (CD), Langen-Müller, München 2006, ISBN 3-7844-4073-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Unglücksglück &amp;amp; Das geschundene Tier.&#039;&#039; (CD), Hoffmann und Campe, Hamburg 2007, ISBN 978-3-455-30519-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Muttersohn.&#039;&#039; (8 CDs gelesen von Martin Walser, 550 Min.), [[Argon Verlag]], Berlin 2011, ISBN 978-3-8398-1103-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Günter Grass]]:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein Gespräch über Deutschland.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1995, ISBN 3-86142-044-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zweites Gespräch über Deutschland.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1999, ISBN 3-86142-167-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfilmungen ==&lt;br /&gt;
Zum 1972 erschienenen deutschen Filmdrama &#039;&#039;[[Das Unheil]]&#039;&#039; von [[Peter Fleischmann (Regisseur)|Peter Fleischmann]] schrieb Walser gemeinsam mit dem Regisseur das Drehbuch und verfasste die Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 verfilmte der österreichische Regisseur [[Peter Patzak]] &#039;&#039;Das Einhorn&#039;&#039; mit [[Peter Vogel (Schauspieler)|Peter Vogel]] und [[Gila von Weitershausen]] als Ehepaar Kristlein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dritte und letzte Teil der Anselm-Kristlein-Trilogie &#039;&#039;Der Sturz&#039;&#039; wurde 1979 von [[Alf Brustellin]] mit [[Franz Buchrieser]], [[Hannelore Elsner]], [[Wolfgang Kieling]], [[Kurt Raab]] und [[Kurt Weinzierl]] als Darstellern verfilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Ein fliehendes Pferd]]&#039;&#039; wurde zweimal verfilmt, zuerst [[Ein fliehendes Pferd (1986)|1984 als Fernsehfilm]] unter der Regie von [[Peter Beauvais]] und nach einem Drehbuch von [[Ulrich Plenzdorf]]. 2007 kam [[Ein fliehendes Pferd (2007)|eine Neuverfilmung]] mit Regisseur [[Rainer Kaufmann]] und den Darstellern [[Ulrich Noethen]] als Helmut, [[Ulrich Tukur]] als Klaus, [[Katja Riemann]] als Sabine und [[Petra Schmidt-Schaller]] als Hel in die Kinos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Vitus Zeplichal]] spielte Tassilo S. Grübel 1986 im Fernsehfilm &#039;&#039;Alles aus Liebe&#039;&#039; (Regie: [[Rainer Boldt]]), [[Bruno Ganz]] spielte Tassilo S. Grübel in der sechsteiligen Fernsehserie &#039;&#039;Tassilo – Ein Fall für sich&#039;&#039; (1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit [[Asta Scheib]] schrieb Walser das Drehbuch zu der 1989 gesendeten &#039;&#039;[[Tatort (Fernsehreihe)|Tatort]]&#039;&#039;-Folge &#039;&#039;[[Tatort: Armer Nanosh|Armer Nanosh]]&#039;&#039;. Das Buch erschien im gleichen Jahr als Kriminalroman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags sendete das [[ZDF]] im März 2007 eine Fernsehverfilmung seines Romans &#039;&#039;[[Ohne einander]]&#039;&#039;. Seine Tochter [[Franziska Walser|Franziska]] spielte die Hauptrolle, [[Diethard Klante]] führte Regie.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.imdb.com/title/tt0972863 |titel=Ohne einander |hrsg=[[Internet Movie Database]] |sprache=en |abruf=2015-06-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=1|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{Spk-digital|person:(„Walser, Martin“)|NAME=Martin Walser|SBB=1}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG |Bio=martin-walser |Autor=Claudia Wagner}}&lt;br /&gt;
* [https://www.uibk.ac.at/iza/lis-cgi/laus/laus_prepare.cgi?pgm_status=start&amp;amp;laus_lang=de&amp;amp;sstr=Walser_Martin Martin Walser] in der [https://www.uibk.ac.at/iza/ Artikelsammlung] des [[Innsbrucker Zeitungsarchiv]]s&lt;br /&gt;
* {{IMDb|nm0909522}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_wxyz/walser.html |text=Kommentierte Linksammlung |wayback=20160428014923}} der [[Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin]]&lt;br /&gt;
* {{Perlentaucher|3088}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/die-walser-bubis-kontroverse/ Die Walser-Bubis-Kontroverse], Darstellung und Beurteilung auf dem Portal [[Shoa.de]]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.badsk.de/text/UeberErfahrungenmitdemZeitgeist.pdf |text=&#039;&#039;Über Erfahrungen mit dem Zeitgeist.&#039;&#039; |wayback=20160304063414}} Festrede zur Öffentlichen Jahressitzung zum 60-jährigen Bestehen der [[Bayerische Akademie der Schönen Künste|Bayerischen Akademie der Schönen Künste]], München 2008 (PDF-Datei; 115&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.dichterlesen.net/personen/detail/martin-walser/ Lesungen mit Martin Walser zum Anhören und Downloaden auf dichterlesen.net]&lt;br /&gt;
* [[Jan-Heiner Tück]]: &#039;&#039;[https://www.eaberlin.de/nachlese/chronologisch-nach-jahren/2013/03-2013-herausgefordert-durch-atheismus-und-gottvergessenheit/jan-heiner-tueck-gottesvergessenheit-2013.pdf Was fehlt, wenn Gott fehlt? Martin Walser über Rechtfertigung – eine theologische Erwiderung.]&#039;&#039; Vortrag vom 13. März 2013 (PDF-Datei; 400&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=yzpqwi9JE54 Lesung von Martin Walser aus &#039;&#039;Sprachlaub&#039;&#039;], mit weiteren Gesprächen u.&amp;amp;nbsp;a. mit Tochter [[Alissa Walser]] geführt von [[Oswald Burger]]&lt;br /&gt;
* {{Filmportal|d31158f705604c989e279aec734770f9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118628852|LCCN=n81056416|NDL=00460123|VIAF=51697261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Walser, Martin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (Deutscher)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Romancier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aphoristiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1927]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2023]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Martin_Walser&amp;diff=623235</id>
		<title>Martin Walser</title>
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		<updated>2025-07-10T19:14:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Martin Walser Frankfurter Buchmesse 2013 1.JPG|mini|Martin Walser (2013) [[Datei:Walser Signature.jpg|200px|zentriert|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Martin Johannes Walser&#039;&#039;&#039; (* [[24. März]] [[1927]] in [[Wasserburg (Bodensee)]]; † [[26. Juli]] [[2023]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;stern&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Schriftsteller Martin Walser ist tot| Sammelwerk=[[Stern (Zeitschrift)|Stern]]| Datum=2023-07-28| Online=https://www.stern.de/kultur/laut-medienberichten--schriftsteller-martin-walser-tot-33692532.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sueddeutsche&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://trauer.sueddeutsche.de/traueranzeige/martin-walser |titel=Martin Walser |werk=SZ Gedenken (trauer.sueddeutsche) |hrsg=Süddeutsche Zeitung |datum=2023-08-05 |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Überlingen]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Schriftsteller]]. Bekannt wurde er durch seine Darstellung innerer Konflikte der [[Antiheld]]en in seinen [[Roman]]en und [[Erzählung]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Geburtshaus von Martin Walser in Wasserburg.jpg|mini|Martin Walsers Geburtshaus am Bahnhof in Wasserburg am Bodensee (2017)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehrenbürgerschafft in Wasserburg am Bodensee.jpg|mini|Plakette am Geburtshaus von Martin Walser in Wasserburg]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Dünenstr 47 (Heringsdorf) Martin Walser.jpg|mini|[[Gedenktafel]] in [[Heringsdorf]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Walsers Eltern, der Gastwirt Martin Walser und dessen Ehefrau, eine geborene Schmid, betrieben die [[Bahnhofsrestauration]] und eine Kohlenhandlung in Wasserburg am [[Bodensee]]. Das Milieu seiner Kindheit wird im Roman &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039; geschildert. 1938 bis 1943 besuchte er die [[Bodensee-Gymnasium Lindau#Geschichte|Oberschule bzw. Oberrealschule]] in [[Lindau (Bodensee)|Lindau]]; dann wurde er als [[Flakhelfer]] eingezogen und leistete von 1944 bis 1945 Wehrdienst. Am 30. Januar 1944 beantragte Walser die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde zum 20. April desselben Jahres aufgenommen ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 9.742.136).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]] R 9361-IX KARTEI/46770948&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Dieter Hildebrandt soll in NSDAP gewesen sein| Sammelwerk=[[Die Welt]]| Datum=2007-06-30| Online=https://www.welt.de/politik/article987203/Dieter-Hildebrandt-soll-in-NSDAP-gewesen-sein.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walser bestritt entschieden, jemals einen Aufnahmeantrag ausgefüllt zu haben,&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Hubert Spiegel| Titel=All diese Karteikarten der NSDAP| Sammelwerk=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]| Datum=2007-07-02| Online=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/walser-lenz-und-hildebrandt-all-diese-karteikarten-der-nsdap-1463545.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; allerdings war nach aktuellem Forschungsstand eine Aufnahme ohne eigenes Zutun nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Armin Nolzen: „Vom ‚Jugendgenossen‘ zum ‚Parteigenossen‘. Die Aufnahme von Angehörigen der Hitler-Jugend in die NSDAP“, in: Benz, Wolfgang (Hg.): „Wie wurde man Parteigenosse? Die NSDAP und ihre Mitglieder, Fischer Verlag 2009, S. 123–150&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Reichsarbeitsdienst]] erlebte er das Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] als Soldat der [[Wehrmacht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende machte er 1946 in Lindau am [[Bodensee-Gymnasium Lindau|Bodensee-Gymnasium]] das [[Abitur]]. Er war katholisch und studierte an der [[Philosophisch-theologische Hochschule Regensburg|Philosophisch-theologischen Hochschule Regensburg]] und von 1948 bis 1951 an der [[Eberhard Karls Universität Tübingen]] Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. 1950 heiratete er Katharina „Käthe“ Neuner-Jehle, geborene Jehle. Aus dieser Ehe gingen die Töchter [[Franziska Walser|Franziska]], [[Johanna Walser|Katharina-Johanna]], [[Alissa Walser|Alissa]] und [[Theresia Walser|Theresia]] hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;munzinger&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.munzinger.de/search/document?index=mol-00&amp;amp;id=00000023305&amp;amp;type=text/html&amp;amp;query.key=OQN8OuD7&amp;amp;template=/publikationen/personen/document.jsp&amp;amp;preview= |titel=Alissa Walser  |werk=www.munzinger.de |hrsg=[[Munzinger-Archiv]] |abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit [[Maria Carlsson]], der damaligen Lebensgefährtin und späteren Ehefrau des &#039;&#039;[[Der Spiegel|Spiegel]]&#039;&#039;-Gründers [[Rudolf Augstein]], hatte er außerdem den Sohn [[Jakob Augstein]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Martin Walser ist Jakob Augsteins leiblicher Vater| Sammelwerk=Die Welt| Datum=2009-11-26| Online=https://www.welt.de/kultur/article5339459/Martin-Walser-ist-Jakob-Augsteins-leiblicher-Vater.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2009 gab Jakob Augstein bekannt, dass Walser sein leiblicher Vater sei, was er 2002 nach dem Tod von Rudolf Augstein durch seine Mutter erfahren hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;frankfurter rundschau&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Ulrike Simon| Titel=Walser ist wahrer Vater von Augstein-Sohn| Sammelwerk=[[Frankfurter Rundschau]]| Datum=2009-11-27| Online=https://www.fr.de/kultur/walser-wahrer-vater-augstein-sohn-11524441.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walser und Augstein trafen sich seither häufig. Über die späte Vaterschaft merkte Walser 2017 an: „Ich hab nur gemerkt, dass diese Besuchsvaterschaft ein Immer-zu-wenig war“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Volker Weidermann |url=https://www.spiegel.de/spiegel/jakob-augstein-und-martin-walser-ueber-ihr-vater-sohn-verhaeltnis-a-1179837.html |titel=Jakob Augstein und Martin Walser über ihr Vater-Sohn-Verhältnis |werk=Der Spiegel – Kultur |datum=2017-11-25 |sprache=de |abruf=2020-02-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war zudem Schwiegervater des Schriftstellers [[Sascha Anderson]], der mit seiner Tochter Alissa verheiratet ist, und des Schauspielers [[Edgar Selge]], des Ehemannes seiner ältesten Tochter Franziska.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Studiums begann Walser 1949, für den neu gegründeten [[Süddeutscher Rundfunk|Süddeutschen Rundfunk]] (SDR) als [[Reporter]] zu arbeiten und [[Hörspiel]]e zu schreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Edgar Lersch, Reinhold Viehoff |Titel=Rundfunk, Politik, Literatur. Martin Walsers frühe Erfahrungen beim Süddeutschen Rundfunk zwischen 1949 und 1957 |Sammelwerk=[[Jahrbuch Medien und Geschichte]] |Band=2 |Nummer= |Datum=2002 |Seiten=213–257}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine zwischenzeitliche Festanstellung beim SDR ermöglichte ihm 1951 die [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum Dr. phil. in Tübingen mit einer [[Dissertation]] über [[Franz Kafka]].&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Helmut Jedele]] bildete er den Kern der „Genietruppe“ des Stuttgarter Hörfunks und baute als freier Mitarbeiter den Fernsehbereich des Senders mit auf. Er führte Hörspielregie und wirkte 1953 am Buch der ersten Fernsehfilmproduktion des deutschen Nachkriegsfernsehens mit.&amp;lt;ref&amp;gt;Titel: &#039;&#039;Man erholt sich. Ein sommerliches Ferienfeuilleton.&#039;&#039; Erstausstrahlung 1955. Vgl. [[Harald Keller (Journalist)|Harald Keller]]: &#039;&#039;Der Dichter als Fernsehpionier – Ein Nachtrag zum 85. Geburtstag von Martin Walser.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Funkkorrespondenz]].&#039;&#039; 29. März 2012, {{ZDB|525657-4}}, sowie Jörg Magenau: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9, S.&amp;amp;nbsp;103–106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Parallel dazu vertiefte er als Rundfunkredakteur und Autor seine Kontakte zur Literaturszene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1953 wurde Walser regelmäßig zu den Tagungen der [[Gruppe 47]] eingeladen, die ihn 1955 für die Erzählung &#039;&#039;Templones Ende&#039;&#039; auszeichnete. Sein erster Roman &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]]&#039;&#039; erschien 1957 und wurde ein großer Erfolg. Walser lebte von da an mit seiner Familie als freier Schriftsteller erst in [[Friedrichshafen]] und dann in [[Nußdorf (Überlingen)|Nußdorf]] am Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er-Jahren setzte sich Walser, wie [[Günter Grass]] und andere, vor allem linke [[Intellektueller|Intellektuelle]], für die Wahl von [[Willy Brandt]] zum Bundeskanzler ein. 1964 war er Zuhörer beim [[Auschwitz-Prozess]] in Frankfurt. Er engagierte sich gegen den [[Vietnamkrieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Carlo Schellemann und Martin Walser: &#039;&#039;Stationen Vietnams.&#039;&#039; Röderberg-Verlag, Frankfurt 1968.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er reiste nach Moskau und galt (auch seinem Verleger [[Siegfried Unseld]]) in den 1960er- und 1970er-Jahren als Sympathisant der [[Deutsche Kommunistische Partei|Deutschen Kommunistischen Partei]], der er aber nie als Mitglied angehörte. Er war mit [[Ernst Bloch]], [[Robert Steigerwald]] u.&amp;amp;nbsp;a. befreundet. Im Jahr 1973 war er in den USA Gastdozent des [[Middlebury College]] in Vermont und der Universität Austin, 1976 Gastdozent der [[West Virginia University]] in [[Morgantown (West Virginia)]]. 1988 hielt Walser im Rahmen der Reihe &#039;&#039;Reden über das eigene Land&#039;&#039; eine Rede, in der er deutlich machte, dass er die [[deutsche Teilung]] als schmerzende Lücke empfand, mit der er sich nicht abfinden wollte. Diesen Stoff machte er auch zum Thema seiner Erzählung &#039;&#039;Dorle und Wolf&#039;&#039;. Auch wenn Walser ausdrücklich betonte, dass sich seine Haltung über die Zeit nicht verändert habe, sprechen einige Beobachter von einem Sinneswandel des Autors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine in Verlagsverträgen ungewöhnliche Klausel ermöglichte es Walser, nach dem Tod von Siegfried Unseld mit allen seinen Werken 2004 vom [[Suhrkamp Verlag]] zum [[Rowohlt Verlag]] zu wechseln. Insbesondere spielte laut eigener Aussage dabei die fehlende Positionierung des Verlags im Streit um seinen umstrittenen Roman &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]]&#039;&#039; eine Rolle. Walser hatte in diesem Zusammenhang den [[Literaturkritiker]] [[Marcel Reich-Ranicki]] einerseits als Person und andererseits als Symbol einer angeblich unredlichen Kulturszene angegriffen. Unter anderen [[Frank Schirrmacher]] kritisierte diesbezüglich ein „Spiel mit [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Klischees“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser war Mitglied der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste]] in [[Berlin]], der [[Sächsische Akademie der Künste|Sächsischen Akademie der Künste]], der [[Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung|Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung]] in [[Darmstadt]] und des [[PEN-Zentrum Deutschland|PEN-Zentrums Deutschland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2007 gab Walser einen Großteil seiner Manuskripte als [[Nachlass#Arten von Nachlässen|Vorlass]] an das [[Deutsches Literaturarchiv Marbach|Deutsche Literaturarchiv Marbach]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.presseportal.de/pm/7169/1000995 |titel=Martin Walser gibt Vorlass an Deutsches Literaturarchiv MarbachWalser bezeichnet es als „erträgliche Vorstellung“, seine Manuskripte im „unterirdischen Himmel“ von Marbach zu wissen |datum=2007-06-13 |sprache=de |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Teile davon sind im [[Literaturmuseum der Moderne]] in Marbach in der Dauerausstellung zu sehen, dazu gehören die Manuskripte von &#039;&#039;Ehen in Philippsburg&#039;&#039;, &#039;&#039;Das Einhorn&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 überließ Walser den aus Entwürfen, Manuskripten und Übersetzungen seiner erzählerischen, dramatischen und essayistischen Werke sowie 75 Tagebüchern bestehenden Vorlass dem Deutschen Literaturarchiv.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{{Webarchiv |url=https://www.deutschlandfunk.de/martin-walser-ueberlaesst-dem-deutschen-literaturarchiv-marbach-seinen-vorlass-100.html |text=Martin Walser überlässt dem Deutschen Literaturarchiv Marbach seinen Vorlass. |wayback=20220703063502}}&#039;&#039; In: [[deutschlandfunk]].de, 3. Juli 2022, abgerufen am 1. August 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.spiegel.de/kultur/marbach-martin-walser-hat-sein-werk-dem-literaturarchiv-uebergeben-a-647f32f5-4068-4689-ae98-73f7ee63ca9c Martin Walser hat sein Werk dem Literaturarchiv übergeben.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Der Spiegel (online)|Spiegel Online]],&#039;&#039; 3. Juli 2022, abgerufen am 3. Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Literaturhaus München zeigte 2005 die von [[Armin Kratzert]] und [[Jörg Magenau]] kuratierte Ausstellung „Martin Walser. Nichts ist ohne sein Gegenteil wahr“. Anlässlich Walsers 75. Geburtstag im Jahr 2002 wurde die Dokumentation &#039;&#039;Martin Walser – Eine Deutschlandreise&#039;&#039; ausgestrahlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.swr.de/swrkultur/literatur/martin-walser-95-100.html „In dem Augenblick, in dem ich schreibe, bin ich unsterblich“], abgerufen am 24. Januar 2025&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu seinem 85. Geburtstag im Jahr 2012 folgte die Dokumentation &#039;&#039;Martin Walser – Ein Leben für Alle und Keinen&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;/&amp;gt; Zu Walsers 90. Geburtstag sendete die [[ARD]] die 90-minütige Dokumentation &#039;&#039;Mein Diesseits – Unterwegs mit Martin Walser&#039;&#039; (Buch und Regie Frank Hertweck),&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://web.archive.org/web/20170319022253/http://www.swr.de:80/film/doku-martin-walser-mein-diesseits/-/id=5791128/did=18820724/nid=5791128/tg03c/index.html |titel=Eine Lebensreise um den Bodensee mit Denis Scheck: Mein Diesseits – Unterwegs mit Martin Walser |werk=SWR.de |hrsg=SWR Fernsehen |datum=2017-03-19 |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der [[Denis Scheck]] gemeinsam mit Walser die wichtigen am [[Bodensee]] gelegenen Stationen dessen Lebens besucht, wie etwa sein Geburtshaus, das heute eine [[Ballett]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;schule ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war Erstunterzeichner des [[Emma (Zeitschrift)#Krieg in der Ukraine|in der Zeitschrift &#039;&#039;Emma&#039;&#039; veröffentlichten offenen Briefs]] an [[Olaf Scholz|Bundeskanzler Scholz]] vom 29. April 2022, der sich aus Sorge vor einem [[Dritter Weltkrieg|Dritten Weltkrieg]] im Kontext des [[Russischer Überfall auf die Ukraine 2022|Ukraine-Konflikts]] gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Offener Brief an Kanzler Olaf Scholz.&#039;&#039; [https://www.emma.de/artikel/offener-brief-bundeskanzler-scholz-339463 Online auf www.emma.de], abgerufen am 30. April 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser war bis zuletzt unermüdlich produktiv. Auch in seinem letzten Lebensabschnitt „legte er Jahr für Jahr einen neuen Roman vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;EbelNachrufTA&amp;quot;&amp;gt;[[Martin Ebel (Literaturkritiker)|Martin Ebel]]: &#039;&#039;Der Mann, der die Wörter liebte. Nachruf auf Martin Walser.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Tages-Anzeiger]]&#039;&#039; vom 29. Juli 2023, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; Martin Walser starb am 26.&amp;amp;nbsp;Juli 2023 im Alter von 96&amp;amp;nbsp;Jahren in seinem Zuhause in [[Nußdorf (Überlingen)|Nußdorf]], einem Stadtteil von [[Überlingen]] am Bodensee. Er wurde am 31. Juli 2023 in seinem Geburtsort Wasserburg auf dem Pfarrfriedhof an der Sankt-Georgs-Kirche beigesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Klaus Nerger |url=https://www.knerger.de/html/walsermaschriftsteller_118.html |titel=Das Grab von Martin Walser |werk=knerger.de |abruf=2024-06-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/friedrichshafen/martin-walser-in-wasserburg-beigesetzt-100.html |titel=Autor Martin Walser in Wasserburg beigesetzt |werk=swr.de |datum=2023-07-31 |abruf=2023-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Während der Gedenkfeier in [[Stuttgart]] zu seinen Ehren erinnerte sein Freund [[Arnold Stadler]] daran, dass Walser es, vor allem in seinem letzten Lebensabschnitt, nicht mit Ideologien, sondern mit dem Humanisten [[Sebastian Castellio]] gehalten habe: „Einen Menschen töten heisst nicht eine Lehre verteidigen, sondern einen Menschen töten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Nadine A. Brügger: &#039;&#039;Adieu, Martin Walser&#039;&#039;. In: [[NZZ]] vom 18. September 2023, S. 30 ([https://www.nzz.ch/feuilleton/stuttgart-die-literaturwelt-verabschiedet-sich-von-martin-walser-ld.1755728 online am 17. September 2023 auf nzz.ch], abgerufen am 18. September 2023).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarisches Werk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin walser 03.jpg|mini|Martin Walser (2008)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein immer wiederkehrendes Motiv Walsers ist das Scheitern am Leben: Seine Helden sind den Anforderungen, die ihre Mitmenschen an sie oder sie selbst an sich stellen, nicht gewachsen; der innere Konflikt, den sie deswegen mit sich austragen, findet sich in allen großen Walser-Romanen wieder. Dass die Kämpfe nur in der Seele seiner Helden brodeln, während die äußere Handlung meist Nebensache bleibt, macht Martin Walser zu einem typischen Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur (wie [[Heinrich Böll]], [[Peter Handke]] oder [[Siegfried Lenz]]) und setzt ihn in Gegensatz zur angelsächsischen Literaturtradition, in der das Vorantreiben einer äußeren Handlung weit bedeutender ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Immer hat Walser betont, dass sein Welt- und Menschenbild in seinen Romanen zur vollen und letzten Gültigkeit gediehen sei, nicht in seinen politischen Plädoyers und Meinungskundgebungen“, so [[Martin Krumbholz]] in einem Nachruf auf Walser. Dennoch seien die vielen Aufsätze nicht aus dem Werk Walsers wegzudenken, gehörten sie doch dank ihrem Scharfsinn und ihrer Brillanz, verbunden mit der ihnen eigenen Argumentationslust sogar zum Kernbestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Krumbholz]]: “In die Liebe und in die Sprache verliebt“, NZZ vom 29. Juli 2023, S. 36 (Feuilleton, Nachruf).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch am Theater hatte Walser Erfolg. Bereits sein erstes Stück &#039;&#039;Der Abstecher&#039;&#039; hatte in den 1960er-Jahren über fünfzig Inszenierungen. &#039;&#039;Eiche und Angora&#039;&#039; war eine erste künstlerische Auseinandersetzung Walsers mit der [[Zeit des Nationalsozialismus]]. Wie in der schwäbischen [[Groteske]] laut [[Hellmuth Karasek]] „mit dem Entsetzen Scherz getrieben“ wurde, führte zu einer kontroversen Aufnahme in der Kritik, jedoch auch zu einem ersten internationalen Theatererfolg in Wien, Zürich, Basel, Rotterdam, Skopje, Edinburgh und über ein Jahr lang ununterbrochen in Paris.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Magenau: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9, S.&amp;amp;nbsp;180–183.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marcel Reich-Ranicki lobte den Autor im September 1963 mit den Worten: „Walsers frühe Geschichten sind zeitkritische Diagnosen und Proteste gegen einen Zustand, der das Individuum an seiner Entfaltung hindert, es verkümmern läßt und zugrunde richtet. Dies gilt ebenso für Walsers spätere Prosa. Wenn auch mit anderen Mitteln, so demonstriert er immer wieder an den Schicksalen verschiedener Gestalten die Absurdität eines Daseins, in dem der Mut eines Sparkassenräubers eigentlich für jeden Beruf unentbehrlich wird. Und er tut dies in dem Bewußtsein der eigenen Ohnmacht.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/1963/39/der-wackere-provokateur-martin-walser &#039;&#039;Kritik von Marcel Reich-Ranicki.&#039;&#039;] vom 27. September 1963 bei zeit.de, abgerufen am 9. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Iris Radisch]] bescheinigte Walser in ihrem Nachruf für &#039;&#039;[[Die Zeit]]&#039;&#039; „mit seiner Mixtur aus kleinbürgerlichem Strebertum, Tief- und Eigensinn plus höherem Klamauk eine literarische Tiefenbohrung kleindeutscher Gefühlslagen, die auch in dieser Liga absolut einmalig war.“ Als Walser-Romane, die man „unbedingt irgendwann einmal im Leben“ gelesen haben sollte, empfahl sie &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]]&#039;&#039;, &#039;&#039;Halbzeit&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Seelenarbeit]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Brandung (Roman)|Brandung]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Die Verteidigung der Kindheit]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Iris Radisch]]: &#039;&#039;Gefühlswildnis mit Käthe. Martin Walser war der große Porträtist deutscher Kleinbürgerlichkeit. Seine politischen Skandale waren voller Missverständnisse, sein Kampf mit Marcel Reich-Ranicki war erbittert –und sein Schreiben ohne Ehefrau undenkbar.&#039;&#039; In: [[Die Zeit]] 3. August 2023, S. 42&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontroversen ==&lt;br /&gt;
„Je subjektiver wir formulieren, desto wertvoller werden wir für die übrige Welt“, findet [[Edgar Selge]] in einem Nachruf auf seinen Schwiegervater Martin Walser. „Walsers Kampf um die ungeteilte eigene Wahrnehmung und ihre Veröffentlichung ist das größte Geschenk, das er uns gemacht hat. Und das Wetterleuchten, das seine Provokationen erzeugten, wird anhalten, solange es seine Interviews und Dokumentarfilme, solange es seine Bücher gibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Edgar Selge]]: &#039;&#039;Bitte subjektiv. Konsens braucht Kampf: Martin Walsers Mut zur Debatte war sein größtes Geschenk an uns.&#039;&#039; In: [[Die Zeit]] 3. August 2023, S. 43&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Streit mit der Deutschen Bank ===&lt;br /&gt;
Im Vorfeld eines Prozesses, den der Aufsichtsratsvorsitzende der [[Deutsche Bank|Deutschen Bank]] [[Hermann Josef Abs]] gegen den DDR-Historiker [[Eberhard Czichon]] und dessen westdeutschen Verleger [[Manfred Pahl-Rugenstein]] wegen mehrerer falscher Tatsachenbehauptungen zu Abs’ Tätigkeit während der Zeit des Nationalsozialismus führte, veröffentlichte Walser am 24.&amp;amp;nbsp;August 1970 im [[Der Spiegel|&#039;&#039;Spiegel&#039;&#039;]] eine ausführliche Rezension der Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Bank.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Martin Walser über Fritz Seidenzahl: „Hundert Jahre Deutsche Bank“: Ist die Deutsche Bank naiv?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Der Spiegel.&#039;&#039; 24. August 1970 ([https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44904826.html online], Zugriff am 30. November 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Darin empfahl er Czichons Buch, rechtfertigte die Theorie des [[Staatsmonopolistischer Kapitalismus|Staatsmonopolistischen Kapitalismus]] und kritisierte, dass die Festschrift die demokratisch nicht legitimierte Macht der Bank verharmlose: „Ist die Deutsche Bank naiv?“ Die Presseabteilung der Deutschen Bank erzwang eine [[Gegendarstellung]].&lt;br /&gt;
Am 14.&amp;amp;nbsp;September 1970 polemisierte das Vorstandsmitglied Wilhelm Vallenthin, ein 1909 geborener Jurist aus Hamburg,&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Habel (Hrsg.): &#039;&#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&#039;&#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1276.&amp;lt;/ref&amp;gt; unter der Überschrift &#039;&#039;Ist Martin Walser naiv?&#039;&#039; dagegen, dass dieser sich über die Kontinuität der Banktätigkeit über alle Regimewechsel der deutschen Geschichte hinweg mokiert hatte: Eine Bank sei nun einmal ein Dienstleistungsunternehmen, das bei einem Regierungswechsel ja wohl nicht seine Tätigkeit einstellen könne. Walsers Darstellung sei „[[Leninismus]] reinsten Wassers“, eine Verständigung mit ihm sei daher nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Vallenthin: &#039;&#039;Ist Martin Walser naiv?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Der Spiegel.&#039;&#039; 14. September 1970 ([https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44906625.html online], Zugriff am 30. November 2018), zitiert nach Sebastian Brünger: &#039;&#039;Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit&#039;&#039;. Wallstein, Göttingen 2017, S.&amp;amp;nbsp;173 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Paulskirchenrede}} Paulskirchenrede 1998 ===&lt;br /&gt;
Als Walser anlässlich der Verleihung des [[Friedenspreis des deutschen Buchhandels|Friedenspreises des deutschen Buchhandels]] am 11. Oktober 1998 in der [[Frankfurter Paulskirche]] eine Rede hielt, in der er eine „Instrumentalisierung des [[Holocaust]]“ ablehnte, kam es zu kontroversen Diskussionen und teilweise auch zu Protesten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Jeder kennt unsere geschichtliche Last, die unvergängliche Schande, kein Tag, an dem sie uns nicht vorgehalten wird. Könnte es sein, daß die Intellektuellen, die sie uns vorhalten, dadurch, daß sie uns die Schande vorhalten, eine Sekunde lang der Illusion verfallen, sie hätten sich, weil sie wieder im grausamen Erinnerungsdienst gearbeitet haben, ein wenig entschuldigt, seien für einen Augenblick sogar näher bei den Opfern als bei den Tätern? Eine momentane Milderung der unerbittlichen Entgegengesetztheit von Tätern und Opfern. Ich habe es nie für möglich gehalten, die Seite der Beschuldigten zu verlassen. Manchmal, wenn ich nirgends mehr hinschauen kann, ohne von einer Beschuldigung attackiert zu werden, muß ich mir zu meiner Entlastung einreden, in den Medien sei auch eine Routine des Beschuldigens entstanden. Von den schlimmsten Filmsequenzen aus Konzentrationslagern habe ich bestimmt schon zwanzigmal weggeschaut. Kein ernstzunehmender Mensch leugnet Auschwitz; kein noch zurechnungsfähiger Mensch deutelt an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum; wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, daß sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Ich möchte verstehen, warum in diesem Jahrzehnt die Vergangenheit präsentiert wird wie noch nie zuvor. Wenn ich merke, daß sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf die Motive hin abzuhören, und bin fast froh, wenn ich glaube, entdecken zu können, daß öfter nicht mehr das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung. […] Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets […].&lt;br /&gt;
 |Autor=Martin Walser&lt;br /&gt;
 |Quelle=Rede in der Paulskirche am 11. Oktober 1998}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruppe 47 - Sechzig Jahre danach 3.jpg|mini|Beim Treffen der &#039;&#039;[[Gruppe 47]]&#039;&#039; (2007)]]&lt;br /&gt;
Die von manchen als sprachlich kompliziert empfundenen Äußerungen Walsers wurden oft wie folgt interpretiert: Die [[nationalsozialistisch]]en Verbrechen würden von einigen Leuten dazu missbraucht, politische und finanzielle Forderungen gegen Deutschland zu stützen. Auch fühle derjenige, der ständig diese Verbrechen thematisiert, sich den Mitmenschen moralisch überlegen. Der Themenkomplex [[KZ Auschwitz|Auschwitz]] dürfe aber nicht zur „Moralkeule“ verkommen, gerade wegen seiner großen Bedeutung. Die Rede wurde auch als Reaktion auf die Kritik [[Marcel Reich-Ranicki]]s an Walsers Buch &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039; gewertet. Reich-Ranicki hatte bemängelt, dass Auschwitz in dem Buch, dessen Handlung in der NS-Zeit spielte, nicht erwähnt werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser hatte in seiner Rede auch die Begnadigung des verurteilten DDR-Spions [[Rainer Rupp]] gefordert. Dies wertete [[Lars Rensmann]] als Teil der von Walser propagierten „nationalen Selbstversöhnung“ der Deutschen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lars Rensmann]]: &#039;&#039;Enthauptung der Medusa. Zur diskurshistorischen Rekonstruktion der Walser-Debatte im Licht politischer Psychologie.&#039;&#039; In: [[Micha Brumlik]], [[Hajo Funke]], Lars Rensmann (Hrsg.): &#039;&#039;Umkämpftes Vergessen. Walser Debatte, Holocaust-Mahnmal und neuere deutsche Geschichtspolitik.&#039;&#039; 2., erweiterte Auflage. Schiler, Berlin 2004, ISBN 3-89930-240-0, S.&amp;amp;nbsp;36 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Walsers Rede war im Anschluss allgemein von den Anwesenden stehend applaudiert worden, mit Ausnahme des Vorsitzenden des [[Zentralrat der Juden in Deutschland|Zentralrates der Juden in Deutschland]] [[Ignatz Bubis]], dessen Frau Ida und [[Friedrich Schorlemmer]]s. Bubis warf Walser später vor, „wegsehen“ zu wollen, und bezeichnete die Rede als „geistige Brandstiftung“. Letzteres nahm Bubis später zurück. Ferner wurde Walser vorgeworfen, dass rechte [[Geschichtsrevisionismus|Revisionisten]], die dieses brisante Thema abblocken wollten, sich auf ihn berufen würden. Walser hielt dieser Kritik entgegen, dass er keine politische Instrumentalisierung seiner „sehr persönlichen Ansicht“ beabsichtige und nur von seinem subjektiven Empfinden gesprochen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem im Dezember 1998 von der &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]]&#039;&#039; organisierten Treffen mit Bubis erhob Walser den Vorwurf der „Dauerpräsentation unserer Schande“ und eines „grausamen Erinnerungsdienst[es]“ nicht mehr gegen „Meinungssoldaten“ und „die Medien“, sondern (laut [[Matthias N. Lorenz]]) gegen die Opfergruppe selbst. Walser sagte an Bubis’ Adresse gerichtet, „ich war in diesem Feld (= &#039;&#039;der bundesrepublikanischen Aufarbeitung der Vergangenheit&#039;&#039;) beschäftigt, da waren Sie noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt.“ Ferner bezeichnete Walser Bubis’ Äußerungen zu den [[Rechtsextremismus|rechtsextremen]] und [[Rassismus|rassistischen]] Übergriffen in Deutschland Anfang der 1990er-Jahre als „sofort zurückgebunden an [[Machtergreifung|1933]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias N. Lorenz: &#039;&#039;„Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede (Martin Walser, 1998).“&#039;&#039; In: Wolfgang Benz: &#039;&#039;Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart.&#039;&#039; de Gruyter, Berlin 2015, S.&amp;amp;nbsp;103 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 erklärte er in einem &#039;&#039;Spiegel&#039;&#039;-Interview, er habe nicht eine Instrumentalisierung von Auschwitz im deutsch-jüdischen Verhältnis gemeint, sondern eine in der deutschen Tagespolitik, so wie sie z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Günter Grass]] in seiner Ablehnung der [[Deutsche Wiedervereinigung|Deutschen Wiedervereinigung]] oder von [[Joschka Fischer]] in seiner Befürwortung der deutschen Intervention im [[Kosovokrieg]] praktiziert wurde. Er bedauerte, die Rede so gehalten und Bubis damit getroffen zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=134762543 |Autor=[[Martin Doerry]], [[Volker Hage]] |Titel=Spiegel-Gespräch: „Einsam ist man sowieso“ |Jahr=2015 |Nr=19 |Seiten=136 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 2017 hielt der Vorsitzende der [[AfD Thüringen]] [[Björn Höcke]] eine [[Björn Höcke#Rede im Ball- und Brauhaus Watzke|Rede im Ballhaus Watzke]] in Dresden, in der er sagte: „Wir Deutschen […] sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Anschließend forderte Höcke eine „erinnerungspolitische Wende um 180&amp;amp;nbsp;Grad“. Die Rede löste in Medien und Politik Protest und heftige Reaktionen aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tagesspiegel.de Höcke-Rede im Wortlaut&amp;quot;&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/politik/hoecke-rede-im-wortlaut-gemuetszustand-eines-total-besiegten-volkes/19273518-all.html &#039;&#039;Höcke-Rede im Wortlaut: „Gemütszustand eines total besiegten Volkes“.&#039;&#039;] tagesspiegel.de, Januar 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Detlef Esslinger]] schrieb in der &#039;&#039;[[Süddeutsche Zeitung|Süddeutschen Zeitung]]&#039;&#039;: „Genau das ist der Unterschied zu Martin Walsers Paulskirchen-Rede von 1998, in deren Kontinuität Höcke sich stellt.&lt;br /&gt;
Walser erkannte damals ,unsere unvergängliche Schande‘ wenigstens an, bevor er gegen die Erinnerungskultur polemisierte.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sueddeutsche.de/politik/bjoern-hoecke-die-afd-will-im-gespraech-bleiben-um-jeden-preis-1.3338181 |titel=Die AfD will im Gespräch bleiben – um jeden Preis |werk=Süddeutsche Zeitung |datum=2017-01-18 |abruf=2022-06-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Sozial- und Politikwissenschaftler [[Samuel Salzborn]] meinte 2018, Martin Walser habe in seiner Paulskirchen-Rede „etwas ganz Ähnliches gesagt, was Björn Höcke mittlerweile auch formuliert“, wofür Höcke jedoch „zu Recht scharf kritisiert“ worden sei, wohingegen die Reaktionen auf Walsers Rede „eher ambivalent“ gewesen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jana Hensel (Interview) |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-05/antisemitismus-deutschland-forschung-geschichte-samuel-salzborn-d18 |titel=&amp;quot;Ein Antisemit hat immer unrecht&amp;quot;. Was hat Martin Walser mit Farid Bang zu tun? Der Antisemitismusforscher Samuel Salzborn über die alte Kraft des Judenhasses und seine modernsten Erscheinungsformen |werk=zeit.de |datum=2018-05-25 |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haltung zum Judentum ===&lt;br /&gt;
Nach den Debatten um die Paulskirchenrede wurde die angebliche oder tatsächliche Zuwendung Walsers zur „bürgerlichen“ Seite erneut zum öffentlichen Thema, als er bei der Klausurtagung der [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] in Wildbad Kreuth als Gastredner auftrat. Als er in seinem 2002 erschienenen [[Schlüsselroman]] &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]]&#039;&#039; den [[Literaturkritiker]] [[Marcel Reich-Ranicki]] einerseits als Person und andererseits als Symbol einer angeblich unredlichen Kulturszene kritisierte, gab es Proteste. [[Frank Schirrmacher]] kritisierte daraufhin sein „Spiel mit [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Klischees“. Reich-Ranicki kommentierte im Mai 2010 in einem Interview des [[Der Spiegel|Spiegel]]:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ich halte ihn nicht für einen Antisemiten. Aber es ist ihm wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Kritiker, der ihn angeblich am meisten gequält hat, auch noch [[Jude]] ist. Er rechnet damit, dass ihm sein Publikum darin folgt. Sehen Sie, es hat von [[Günter Grass|Grass]] nie eine antisemitische Zeile oder Bemerkung gegeben, keine einzige. Und über dessen Bücher habe ich gewiss nicht nur positiv geschrieben.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569532.html &#039;&#039;Ich wollte mich durchsetzen.&#039;&#039;] Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit [[Volker Hage]], In: &#039;&#039;[[Der Spiegel|Spiegel]].&#039;&#039; 22. Mai 2010, abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kulturwissenschaftler [[Matthias N. Lorenz]] hat Walsers Lebenswerk in seiner Dissertation &#039;&#039;„Auschwitz drängt uns auf einen Fleck“&#039;&#039; auf die Darstellung von Juden bzw. den Auschwitzdiskurs untersucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elke Schmitter |url=https://www.spiegel.de/kultur/der-ewige-flakhelfer-a-60fafb24-0002-0001-0000-000041682527 |titel=Der ewige Flakhelfer |werk=Der Spiegel |datum=2005 |abruf=2023-07-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Arbeit dokumentiert er das durchgängige Vorkommen der bekannten antisemitischen Stereotype. Das Leiden der Juden werde deutlich dem Leid „Deutscher“ gleichgestellt. Häufig finde sich die einfühlsame Darstellung Deutscher, die sich als „Verlierer der Geschichte“ fühlten: würdelos, stigmatisiert, ihrer Identität beraubt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.perlentaucher.de/buch/matthias-n-lorenz/auschwitz-draengt-uns-auf-einen-fleck.html Rezensionen zu &#039;&#039;Auschwitz drängt uns auf einen Fleck.&#039;&#039;] bei [[Perlentaucher]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruppe 47 - Sechzig Jahre danach 6.jpg|mini|Martin Walser und [[Günter Grass]], Literarisches Gipfeltreffen, [[Gruppe&amp;amp;nbsp;47]] (2007)]]&lt;br /&gt;
Das [[Denkmal für die ermordeten Juden Europas|Holocaust-Mahnmal]] in Berlin wurde von Walser während der Planungsphase abwertend als „fußballfeldgroßer Albtraum im Herzen der Hauptstadt“ und „Kranzabwurfstelle“ bezeichnet; nach der Fertigstellung dagegen äußerte er sich positiv zum Denkmal.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://edoc.unibas.ch/7563/1/%5BZeitschrift%20fr%20Evangelische%20Ethik%5D%20Kinderrechte%20als%20Menschenrechte.pdf Gewissen und Öffentlichkeit – Ein Deutungsvorschlag zur Walser-Bubis-Kontroverse] – Artikel von Georg Pfleiderer in der &#039;&#039;Zeitschrift für evangelische Ethik&#039;&#039; Heft 4 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Keller: [https://www.tagesspiegel.de/berlin/eisenman-ist-ein-genie/709568.html &#039;&#039;Eisenman ist ein Genie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;[[Der Tagesspiegel]].&#039;&#039; 10. Mai 2006 (abgerufen am 8. November 2009)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antiziganismus ===&lt;br /&gt;
Auch antiziganistische Positionierungen werden Walser vorgeworfen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Benjamin Ortmeyer]]: Meister der Sprach-Gewalt. Statt eines Nachrufs: Zum Tod des Schriftstellers Martin Walser. In: Jüdische Allgemeine, 3. August 2023 ( https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/meister-der-sprach-gewalt/, abgerufen am 6. August 2023).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mittelpunkt steht das von ihm gemeinsam mit [[Asta Scheib]] verfasste Drehbuch zu dem zweiten [[Tatort]] des Hamburger Ermittler-Duos [[Stoever und Brockmöller]] &#039;&#039;[[Tatort: Armer Nanosh|Armer Nanosh]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1989. &#039;&#039;Armer Nanosh&#039;&#039; wurde wegen [[Antiziganismus|antiziganistischer]] Klischees kontrovers diskutiert sowie wegen der These, die Naziverbrechen seien eine größere Bürde für die Nachfahren der Täter als für die der Opfer.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Katharina Peters |Hrsg=VIA |Titel=Der Tatort „Armer Nanosh“ und der Diskurs um kollektive Schuld in Deutschland um 1989 |Sammelwerk=Für immer „Zigeuner“? Ergänzungsheft |Band=Ergänzungsheft |Ort=Duisburg |Datum=2018 |Seiten=16-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oliver Ness |Titel=Ein &amp;quot;Tatort&amp;quot;-Krimi zwischen den Stühlen |Sammelwerk=taz |Datum=1989-07-22 |Seiten=5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Matthias N. Lorenz |Titel=&amp;quot;Armer Janosh&amp;quot;? - armer Frohwein? : Antiziganismus und Täter-Opfer-Inversion; zu einem Tatort-Krimi, der schon Ende der 1980er Jahre eine veritable Walser-Debatte hätte auslösen können |Sammelwerk=Der Deutschunterricht |Band=57 |Nummer=2 |Verlag=Friedrich-Verlag |Ort=Hannover |Datum=2005 |Seiten=74-79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ortmeyer erwähnt auch einen Hinweis [[Günter Amendt]]s: „nach einer Europa-Tournee des jüdischen Sängers und [[Lyrik]]ers [[Bob Dylan]] [habe Walser] in der Redaktion der Zeitschrift »[[Konkret (Zeitschrift)|Konkret]]« gefragt, was denn an diesem »herumzigeunernden Israeliten« so besonders wäre“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Originalausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Beschreibung einer Form. Versuch über die epische Dichtung Franz Kafkas.&#039;&#039; [[Dissertation]] an der [[Universität Tübingen]] 9. Februar 1952 ({{DNB|480348650}}).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein Flugzeug über dem Haus]]&#039;&#039; und andere Geschichten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1955.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1957.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Halbzeit.&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1960. (erster Band der Anselm-Kristlein-Trilogie)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Beschreibung einer Form. Essay.&#039;&#039; 1961 &amp;lt;!-- = Diss.? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* als Herausgeber: &#039;&#039;Die Alternative oder Brauchen wir eine neue Regierung?&#039;&#039; Rowohlt Taschenbuch, 1961.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Eiche und Angora. Eine deutsche Chronik.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Lügengeschichten]]&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 81). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen und Leseerfahrungen&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 109). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Drei Stücke.&#039;&#039; Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Einhorn. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1966. (zweiter Band der Anselm-Kristlein-Trilogie, [[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#1961 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 3. bis zum 16. Oktober 1966]]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Heimatkunde. Aufsätze und Reden|Heimatkunde]]. Aufsätze und Reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 269). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1968.&lt;br /&gt;
* mit Chargesheimer: &#039;&#039;Theater! Theater!&#039;&#039; 1968.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Fiction.&#039;&#039; Erzählung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Gallistl’sche Krankheit. Roman. &#039;&#039;Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Sturz. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-04627-6. (dritter Band der Anselm-Kristlein-Trilogie)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jenseits der Liebe]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-518-04619-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein fliehendes Pferd]].&amp;lt;!-- Roman? --&amp;gt;&#039;&#039; Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Seelenarbeit]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983 &amp;lt;!-- oder 1979? --&amp;gt;, ISBN 3-518-37401-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das Schwanenhaus]]. Roman&#039;&#039;. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982 &amp;lt;!-- oder 1980? --&amp;gt;, ISBN 3-518-37300-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Selbstbewußtsein und Ironie. Frankfurter Vorlesungen&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 1090). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-11090-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gefahrvoller Aufenthalt.&#039;&#039; Erzählungen. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1982.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Brief an Lord Liszt]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-04632-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Liebeserklärungen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-518-04521-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Brandung (Roman)|Brandung]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-03570-3. Lizenzausgabe für den Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1986.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Gedanken. Erzählungen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-03222-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Geständnis auf Raten&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 1374). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-11374-7.&lt;br /&gt;
* mit [[André Ficus]]: &#039;&#039;Die Amerikareise. Versuch, ein Gefühl zu verstehen.&#039;&#039; Kunstverlag Weingarten, 1986, ISBN 3-8170-3001-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dorle und Wolf.&#039;&#039; Eine Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-02668-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jagd (Roman)|Jagd]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-40130-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über Deutschland reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 1553). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-11553-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Die Verteidigung der Kindheit]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-40380-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ohne einander]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-40542-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin Walser 2010-4604.jpg|mini|Martin Walser (2010)]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vormittag eines Schriftstellers.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-40603-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Finks Krieg]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-40791-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Deutsche Sorgen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-39158-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Umgang mit Hölderlin. Zwei Reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;[[Insel-Bücherei]].&#039;&#039; 1176). Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 1998, ISBN 3-458-19176-3.&lt;br /&gt;
* mit André Ficus: &#039;&#039;Heimatlob. Ein Bodensee-Buch mit farbigen Bildern.&#039;&#039; Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 1998, ISBN 3-458-34074-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-41010-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede.&#039;&#039; [[Friedenspreis des Deutschen Buchhandels]] 1998, Laudatio: [[Frank Schirrmacher]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-06550-5.&lt;br /&gt;
* [[Quint Buchholz]]: &#039;&#039;Am Wasser. Ein Bilderbuch mit Texten von [[Johanna Walser|Johanna]] und Martin Walser.&#039;&#039; Sanssouci im Verlag Nagel &amp;amp; Kimche, Zürich 2000, ISBN 3-7254-1170-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Lebenslauf der Liebe]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-41270-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-41378-3. ([[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#2001 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 8. Juli bis zum 11. August 2002]])&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Reisen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-41463-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Augenblick der Liebe]].&#039;&#039; Roman. [[Rowohlt Verlag|Rowohlt]], Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-498-07353-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Verwaltung des Nichts.&#039;&#039; Aufsätze. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-498-07354-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben. Tagebücher 1951–1962.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-499-24427-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angstblüte.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek 2006, ISBN 3-498-07357-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Lebensroman des [[Andreas Beck (Autor)|Andreas Beck]].&#039;&#039; Edition Isele, Eggingen 2006, ISBN 3-86142-401-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das geschundene Tier.&#039;&#039; Neununddreißig Balladen. Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-498-07359-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein liebender Mann.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-498-07363-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben.&#039;&#039; Tagebücher 1963–1973. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-498-07358-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Jenseits.&#039;&#039; Novelle. Berlin University Press, Berlin 2010, ISBN 978-3-940432-77-3.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.literarische-bilder-unserer-zeit.uni-koeln.de/index.php/Monika_Hartkopf:_Analyse_von_Martin_Walsers_Novelle_%22Mein_Jenseits%22 |titel=Martin Walser, Mein Jenseits (von Monika Hartkopf) – Literarische Altersbilder |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben. Tagebücher 1974–1978.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2010, ISBN 978-3-498-07369-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Muttersohn.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek, 2011, ISBN 978-3-498-07378-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meine Lebensreisen.&#039;&#039; Corso, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86260-045-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über Rechtfertigung, eine Versuchung: Zeugen und Zeugnisse.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-498-07381-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das dreizehnte Kapitel]].&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-498-07382-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Momente.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2013, ISBN 978-3-498-07383-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Inszenierung.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013, ISBN 978-3-498-07384-8 auch als E-Book.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Shmekendike blumen. Ein Denkmal / A dermonung für Sholem Yankev Abramovitsh.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-498-07387-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Schreiben und Leben.&#039;&#039; Tagebücher 1979–1981. Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-498-07386-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein sterbender Mann.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2016, ISBN 978-3-498-07388-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Statt etwas oder Der letzte Rank.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-07392-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ewig aktuell : aus gegebenem Anlass.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-07393-0.&lt;br /&gt;
* mit [[Jakob Augstein]]: &#039;&#039;Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-00680-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gar alles oder Briefe an eine unbekannte Geliebte.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2018, ISBN 978-3-498-07400-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spätdienst. Bekenntnis und Stimmung&#039;&#039;, mit Arabesken von [[Alissa Walser]]. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018. ISBN 978-3-498-07407-4.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://literaturkritik.de/ungluecksglueck-martin-walsers-poetischer-spaetdienst,25172.html Unglücksglück : Martin Walsers poetischer „Spätdienst“], literaturkritik.de vom 10. Dezember 2018, abgerufen am 17. Mai 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mädchenleben oder Die Heiligsprechung. Legende.&#039;&#039; Rowohlt, Hamburg 2019, ISBN 978-3-498-00196-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sprachlaub oder: Wahr ist, was schön ist&#039;&#039;, mit Aquarellen von Alissa Walser. Rowohlt Verlag, Hamburg 2021, ISBN 978-3-498-00239-8.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Judith von Sternburg |url=https://www.fr.de/kultur/literatur/sprachlaub-von-martin-walser-ras-doch-nicht-so-jahr-90256957.html |titel=„Sprachlaub“ von Martin Walser: „Ras doch nicht so, Jahr“ |hrsg=[[Frankfurter Rundschau]] |datum=2021-03-22 |sprache=de |abruf=2023-08-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Traumbuch. Postkarten aus dem Schlaf&#039;&#039;, mit [[Cornelia Schleime]]. Rowohlt, Hamburg 2022, ISBN 978-3-498-00319-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bühnenwerke ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Abstecher. [[Die Zimmerschlacht]].&#039;&#039; (2 Stücke, geschrieben 1961 bzw. 1962/1963/1967). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 205).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Sofa. Eine Farce.&#039;&#039; (geschrieben 1961). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Eiche und Angora]]. Eine deutsche Chronik.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Überlebensgroß Herr Krott! Requiem für einen Unsterblichen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 55).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Schwarze Schwan (Martin Walser)|Der Schwarze Schwan]].&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Zimmerschlacht.&#039;&#039; 1967 (Uraufführung durch [[Fritz Kortner]]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wir werden schon noch handeln.&#039;&#039; (Uraufführung 1968 unter dem Titel &#039;&#039;Der schwarze Flügel&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein Kinderspiel]].&#039;&#039; Stück in zwei Akten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 400).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Aus dem Wortschatz unserer Kämpfe.&#039;&#039; Szenen. Mit 16 Graphiken von Peer Wolfram. Eremiten-Presse, Stierstadt 1971.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Sauspiel. Szenen aus dem 16. Jahrhundert.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;In Goethes Hand. Szenen aus dem 19. Jahrhundert.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein fliehendes Pferd. Theaterstück.&#039;&#039; Mitarbeit [[Ulrich Khuon]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Ohrfeige.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nero lässt grüssen oder Selbstporträt des Künstlers als Kaiser: Ein Monodram.&#039;&#039; Edition Isele, Eggingen 1989.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kaschmir in Parching. Szenen aus der Gegenwart...&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein liebender Mann.&#039;&#039; Rowohlt Theaterverlag, Reinbek 2010.&amp;lt;ref&amp;gt;Fand 2010 in einer Inszenierung von [[Ansgar Haag]] am [[Meininger Theater]] im Beisein des Autors seine Uraufführung. [http://www.schwaebische.de/deutschland+welt/kultur/theaterwelt_artikel,-Walsers-%C2Ein-liebender-Mann%C2-uraufgefuehrt-_arid,4168146.html &#039;&#039;„Ein liebender Mann“ uraufgeführt.&#039;&#039;] &#039;&#039;Schwäbische Zeitung&#039;&#039; vom 2. Oktober 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sammelausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Drei Stücke. Eiche und Angora. Überlebensgroß Herr Krott. Der Schwarze Schwan.&#039;&#039; Mit einem Nachwort von [[Werner Mittenzwei]]. Aufbau, Berlin/Weimar 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;17 Geschichten.&#039;&#039; Ex Libris, Zürich 1969.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Stücke.&#039;&#039; Suhrkamp (st 6), Frankfurt am Main 1971.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was zu bezweifeln war. Aufsätze und Reden 1958–1975.&#039;&#039; Auswahl von Klaus Schuhmann. Aufbau, Berlin/Weimar 1976.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Geschichten.&#039;&#039; Suhrkamp (Weißes Programm im 33. Jahr), Frankfurt am Main 1983.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stücke.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Fingerübungen eines Mörders&#039;&#039;. Zwölf Geschichten (ausgewählt vom Autor). Suhrkamp (st 2324), Frankfurt am Main 1994.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zauber und Gegenzauber.&#039;&#039; Aufsätze und Gedichte. Isele, Eggingen 1994.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mit der Schwere spielen.&#039;&#039; Lesebuch, ausgewählt von Hans Christian Kosler. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke in zwölf Bänden.&#039;&#039; Hg. v. [[Helmuth Kiesel]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ich vertraue. Querfeldein.&#039;&#039; Reden und Aufsätze. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die großen Romane.&#039;&#039; 6 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ewig aktuell – Aus gegebenem Anlass.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Thekla Chabbi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählungen ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Selbstporträt als Kriminalroman.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;270, Aus: Martin Walser, Werke in zwölf Bänden. Band 8, Prosa. Hg. Helmuth Kiesel, Frank Barsch. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1997&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Briefwechsel ===&lt;br /&gt;
* [[Maria Menz]]: &#039;&#039;Briefe – Band I. Briefwechsel mit Martin Walser.&#039;&#039; Isele, Eggingen 2005, ISBN 3-86142-362-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vorzeichen.&#039;&#039; 2 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962–1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörspiele ==&lt;br /&gt;
* 1952 &#039;&#039;Die Dummen.&#039;&#039; Regie: [[Cläre Schimmel]]. [[Süddeutscher Rundfunk|SDR]] 1952.&lt;br /&gt;
* 1953 &#039;&#039;Kantaten auf der Kellertreppe – die niemand hören will.&#039;&#039; Regie: [[Cläre Schimmel]]. SDR 1953.&lt;br /&gt;
* 1954 &#039;&#039;Die Zuschauer.&#039;&#039; Regie: Oskar Nitschke. SDR 1954.&lt;br /&gt;
* 1961 &#039;&#039;Totentanz&#039;&#039; von [[Wolfgang Weyrauch]]. Regie: Martin Walser. [[Bayerischer Rundfunk|BR]]/[[Norddeutscher Rundfunk|NDR]] 1961.&lt;br /&gt;
* 1977 &#039;&#039;Ein grenzenloser Nachmittag.&#039;&#039; Regie: [[Günter Bommert]]. SWF 1977.&lt;br /&gt;
* 1978 &#039;&#039;Säntis.&#039;&#039; Regie: [[Alf Brustellin]]. WDR/BR/SWF 1978.&lt;br /&gt;
* 1986 &#039;&#039;Ein fliehendes Pferd.&#039;&#039; Dramaturgie: [[Karl Karst]], Regie: Martin Walser. BR 1986.&lt;br /&gt;
* 1986 &#039;&#039;Nero lässt grüßen oder: Selbstporträt des Künstlers als Kaiser.&#039;&#039; Dramaturgie: [[Karl Karst]], Regie: Martin Walser. BR 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Martin Walser}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Martin Walser}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Umfassende Einführungen in Leben und Werk:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Heinz Ludwig Arnold]]: &#039;&#039;Umkreisung eines Dividualisten. Über Martin Walser.&#039;&#039; In: ders: &#039;&#039;Von Unvollendeten. Literarische Porträts.&#039;&#039; Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-866-3.&lt;br /&gt;
* Gerald A. Fetz: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-10299-8.&lt;br /&gt;
* [[Jochen Hieber]]: &#039;&#039;Martin Walser. Der Romantiker vom Bodensee.&#039;&#039; wbg Theiss, Darmstadt 2022. ISBN 978-3-8062-4355-0.&lt;br /&gt;
* [[Jörg Magenau]]: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Siblewski]]: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-38503-8.&lt;br /&gt;
* Anthony Edward Waine: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Beck, München 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gespräche mit Walser:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Klaus Siblewski]] (Hrsg.): &#039;&#039;Auskunft. 22 Gespräche aus 28 Jahren.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-38371-X.&lt;br /&gt;
* Rainer Weiss (Hrsg.): &#039;&#039;Ich habe ein Wunschpotential. Gespräche mit Martin Walser.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-39475-4.&lt;br /&gt;
* mit [[Jakob Augstein]]: &#039;&#039;Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017, ISBN 978-3-498-00680-8.&lt;br /&gt;
* Thekla Chabbi (Hrsg.): &#039;&#039;„Ich würde heute ungern sterben“. Interviews von 1978 bis 2016.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-499-27412-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erlebnisbericht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Susanne Klingenstein]]: &#039;&#039;Wege mit Martin Walser.&#039;&#039; Weissbooks, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-86337-100-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fiktionalisierter Zeitzeugenbericht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Martina Zöllner]]: &#039;&#039;Bleibtreu.&#039;&#039; DuMont-Literatur-und-Kunst-Verlag, Köln 2003, ISBN 3-8321-7856-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Walser in der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Hilmar Grundmann]]: &#039;&#039;„Berufliche Arbeit macht krank“. Literaturdidaktische Reflexionen über das Verhältnis von Beruf und Privatsphäre in den Romanen von Martin Walser.&#039;&#039; Peter Lang, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-631-38806-3.&lt;br /&gt;
* Ana-Maria Pǎlimariu: &#039;&#039;„Chemnitzer Zähne“. Ironie in Martin Walsers Werk der 1970er- und 1980er-Jahre.&#039;&#039; Hartung-Gorre, Konstanz 2007, ISBN 978-3-86628-125-7.&lt;br /&gt;
* [[Jan Badewien]], [[Hansgeorg Schmidt-Bergmann]] (Hrsg.): &#039;&#039;Martin Walser. Lebens- und Romanwelten.&#039;&#039; Ev. Akademie Baden, Karlsruhe 2008, ISBN 978-3-89674-553-8.&lt;br /&gt;
* Wörter für die Katz? Martin Walser im Kontext der Literatur nach 1945. Hrsg. von Miriam Seidler. Peter Lang, Frankfurt am Main 2011. ISBN 978-3-631-60661-2.&lt;br /&gt;
* Kerstin Koblitz: „Die leeren Wände reden mit vollem Mund“. Dinge und Dinglichkeit im Erzählwerk Martin Walsers. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert, 2015, ISBN 978-3-86110-582-4.&lt;br /&gt;
* Anita Gröger: &#039;Erzählte Zweifel an der Erinnerung&#039;. Eine Erzählfigur im deutschsprachigen Roman der Nachkriegszeit (1954–1976). Ergon-Verlag, Würzburg, 2016, ISBN 978-3-95650-149-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Joachim Rohloff: &#039;&#039;„Ich bin das Volk“. Martin Walser, Auschwitz und die Berliner Republik.&#039;&#039; KVV-Konkret, Hamburg, 1999. [„Wenn wir Auschwitz bewältigen könnten, könnten wir uns wieder nationalen Aufgaben zuwenden.“ (Martin Walser, 1979) – Joachim Rohloffs Buch untersucht den literarisch-politischen Werdegang Martin Walsers.]&lt;br /&gt;
* [[Martin Dietzsch]], [[Siegfried Jäger]], [[Alfred Schobert]] (Hrsg.): &#039;&#039;Endlich ein normales Volk? Vom rechten Verständnis der Friedenspreis-Rede Martin Walsers. Eine Dokumentation.&#039;&#039; DISS-Duisburg, 1999. [Die Dokumentation der Duisburger Sprachwissenschaftler zeigt, wie die Presse der extremen Rechten Walsers Rede mit Begeisterung vereinnahmen konnte, ohne sich selbst oder den Text Walsers verbiegen zu müssen.]&lt;br /&gt;
* [[Matthias N. Lorenz]]: &#039;&#039;„Auschwitz drängt uns auf einen Fleck“ – Judendarstellung und Auschwitzdiskurs bei Martin Walser.&#039;&#039; Metzler, Stuttgart 2005, ISBN 3-476-02119-X.&lt;br /&gt;
* Peter Schwiderowski: &#039;&#039;Über ein politisches Selbstgespräch. Anmerkungen zur Friedenspreisrede Martin Walsers 2000.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Donnerstagshefte.&#039;&#039; 3. [[Alte Synagoge (Essen)]] 2000, ISBN 3-924384-34-7, S.&amp;amp;nbsp;24ff.&lt;br /&gt;
* Jürgen Bongartz: &#039;&#039;Der Heimatbegriff bei Martin Walser.&#039;&#039; Dissertation, Universität Köln 1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachrufe:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Roman Bucheli]]: &#039;&#039;[https://www.nzz.ch/feuilleton/provokateur-martin-walser-er-war-bis-zuletzt-eine-streitbare-figur-ld.1749451 Martin Walser war ein leidenschaftlicher Polemiker. Manchmal war nicht zu entscheiden, ob er ein geistiger Brandstifter oder ein Aufklärer war]&#039;&#039;. [[Neue Zürcher Zeitung]], online auf nzz.ch (28. Juli 2023).&lt;br /&gt;
* [[Andreas Platthaus]]: &#039;&#039;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/schriftsteller-martin-walser-im-alter-von-96-jahren-gestorben-19064875.html Zum Tod von Martin Walser. Was aber an Unruhe bleibt, stiften die Dichter]&#039;&#039;. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], online auf faz.net (28. Juli 2023)&lt;br /&gt;
* [[Thomas Steinfeld]]: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kultur/martin-walser-gestorben-nachruf-e134339/?reduced=true Zum Tod von Martin Walser. Ein fühlender Mann]&#039;&#039;. [[Süddeutsche Zeitung]], online auf sz.de (28. Juli 2023), Bezahlschranke.&lt;br /&gt;
* Gerrit Bartels: &#039;&#039;[https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-martin-walser-der-streitbare-zustimmungssuchtige-10231672.html Zum Tod von Martin Walser: Der streitbare Zustimmungssüchtige. Ein Nachruf auf den großen Schriftsteller Martin Walser, einen der letzten, stets auch politisch wirkenden, oft umstrittenen Repräsentanten der Nachkriegsliteratur]&#039;&#039;. [[Der Tagesspiegel]], 28. Juli 2023 (online auf tagesspiegel.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Stefan Gmünder]]: &#039;&#039;[https://www.derstandard.de/story/3000000180942/schriftsteller-martin-walser-im-alter-von-96-jahren-verstorben 1927–2023. Schriftsteller Martin Walser im Alter von 96 Jahren verstorben. Walser hatte die deutschsprachige Literatur seit der Nachkriegszeit geprägt]&#039;&#039;. [[Der Standard]], 28. Juli 2023 (online auf derstandard.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Marc Stegherr]]: &#039;&#039;Eine Jahrhundertgestalt. Das Leiden, die Ungerechtigkeit, die historisch wie menschlich Gescheiterten waren bis zum Schluss Themen der Werke Walsers. Ein Nachruf&#039;&#039;. In: [[Die Tagespost]], 3. August 2023, S. 18 ([https://www.die-tagespost.de/kultur/literatur/verneigung-vor-der-jahrhundertgestalt-art-240877 online auf die-tagespost.de], 29. Juli 2023; abgerufen am 15. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/trauer-um-martin-walser-19067666.html Trauer um Martin Walser. Seine Freude am Argument]&#039;&#039;. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], online auf faz.net (29. Juli 2023); enthält Politiker-Stellungnahmen von Bundeskanzler [[Olaf Scholz]], Bundespräsident [[Frank-Walter Steinmeier]] und Baden-Württembergs Ministerpräsident [[Winfried Kretschmann]].&lt;br /&gt;
* [[Susanne Beyer (Journalistin)|Susanne Beyer]]: &#039;&#039;[https://www.spiegel.de/kultur/martin-walser-nachruf-zuletzt-einer-der-letzten-a-f4f7f5eb-e714-4241-90f7-fff8251d2f9c Zum Tod von Martin Walser. Zuletzt einer der Letzten. Martin Walser war fast von Beginn der Bundesrepublik an einer ihrer bedeutendsten Schriftsteller. Auch die deutsche Debattenkultur ist ohne ihn nicht denkbar. Nachruf auf einen Beirrbaren]&#039;&#039;. [[Der Spiegel]], 29. Juli 2023 (online auf [[spiegel.de]], abgerufen am 6. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* [[Jörg Magenau]]: &#039;&#039;[https://www.deutschlandfunk.de/nachruf-auf-martin-walser-dlf-c635b4a8-100.html Zum Tod von Martin Walser. Ein Nachruf]&#039;&#039;. [[Deutschlandfunk]], 29. Juli 2023 (Podcast 7:01 min, online auf deutschlandfunk.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Arnold Stadler]]: &#039;&#039;[https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/nachruf-auf-martin-walser-wenn-du-nicht-gewesen-waerst-sprache Nachruf auf Martin Walser: Wenn du nicht gewesen wärst, Sprache. Weltliteratur. Wie schön es sein kann, Ja zu sagen, selbst noch zum Schmerz: Über Martin Walsers Leben, Schreiben und Tod].&#039;&#039; In: Der Freitag, Ausgabe 31/2023 (online auf freitag.de, abgerufen am 6. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* [[Iris Radisch]]: &#039;&#039;Gefühlswildnis mit Käthe. Martin Walser war der große Porträtist deutscher Kleinbürgerlichkeit. Seine Skandale waren voller Missverständnisse und sein Schreiben ohne Ehefrau nicht denkbar&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 42 ([https://www.zeit.de/2023/33/martin-walser-schriftsteller-nachkriegsliteratur-anti-helden-marcel-reich-ranicki online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
* [[Edgar Selge]]: &#039;&#039;Bitte subjektiv. Konsens braucht Kampf: Martin Walsers Mut zur Debatte war sein größtes Geschenk an uns&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 43 ([https://www.zeit.de/2023/33/schriftsteller-martin-walser-subjektivitaet-wahrnehmung online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
* [[Adam Soboczynski]]: &#039;&#039;Die Liebe, junger Mann. Das Publikum liebte Martin Walser abgöttisch. Kaum etwas war daher eine größere Herausforderung, als ihn zu moderieren&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 43 ([https://www.zeit.de/2023/33/martin-walser-erinnerungen-lesungen-die-inszenierung-leipziger-buchmesse online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörbücher ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Martin Walser liest „Die Verteidigung der Kindheit“.&#039;&#039; (MC), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-09820-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Des Lesers Selbstverständnis. Ein Bericht und eine Behauptung.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1994, ISBN 3-86142-035-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kantaten, aggressive Lieder und frühe Hörspiele.&#039;&#039; (2 MCs), Edition Isele, Eggingen 1997, ISBN 3-86142-082-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;In Goethes Hand. Szenen aus dem 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&#039;&#039; (2 MCs), Noa Noa, München 1999, ISBN 3-932929-15-2.&lt;br /&gt;
** als CD: Noa Noa, München 2006, ISBN 3-932929-62-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über die Schüchternheit. Ein Versuch.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2000, ISBN 3-86142-175-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2001, ISBN 3-86142-219-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Alexander und Annette. Ein innerer Monolog.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2001, ISBN 3-86142-221-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Reisen / Meßmers Gedanken.&#039;&#039; (2 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-30354-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Augenblick der Liebe.&#039;&#039; (7 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-30376-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Verwaltung des Nichts.&#039;&#039; (2 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2005, ISBN 3-455-30384-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angstblüte.&#039;&#039; (5 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 3-455-30092-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Schiller.&#039;&#039; Lesung und Gespräch mit Martin Walser und Dieter Borchmeyer (CD), Langen-Müller, München 2006, ISBN 3-7844-4073-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Unglücksglück &amp;amp; Das geschundene Tier.&#039;&#039; (CD), Hoffmann und Campe, Hamburg 2007, ISBN 978-3-455-30519-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Muttersohn.&#039;&#039; (8 CDs gelesen von Martin Walser, 550 Min.), [[Argon Verlag]], Berlin 2011, ISBN 978-3-8398-1103-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Günter Grass]]:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein Gespräch über Deutschland.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1995, ISBN 3-86142-044-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zweites Gespräch über Deutschland.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1999, ISBN 3-86142-167-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfilmungen ==&lt;br /&gt;
Zum 1972 erschienenen deutschen Filmdrama &#039;&#039;[[Das Unheil]]&#039;&#039; von [[Peter Fleischmann (Regisseur)|Peter Fleischmann]] schrieb Walser gemeinsam mit dem Regisseur das Drehbuch und verfasste die Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 verfilmte der österreichische Regisseur [[Peter Patzak]] &#039;&#039;Das Einhorn&#039;&#039; mit [[Peter Vogel (Schauspieler)|Peter Vogel]] und [[Gila von Weitershausen]] als Ehepaar Kristlein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dritte und letzte Teil der Anselm-Kristlein-Trilogie &#039;&#039;Der Sturz&#039;&#039; wurde 1979 von [[Alf Brustellin]] mit [[Franz Buchrieser]], [[Hannelore Elsner]], [[Wolfgang Kieling]], [[Kurt Raab]] und [[Kurt Weinzierl]] als Darstellern verfilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Ein fliehendes Pferd]]&#039;&#039; wurde zweimal verfilmt, zuerst [[Ein fliehendes Pferd (1986)|1984 als Fernsehfilm]] unter der Regie von [[Peter Beauvais]] und nach einem Drehbuch von [[Ulrich Plenzdorf]]. 2007 kam [[Ein fliehendes Pferd (2007)|eine Neuverfilmung]] mit Regisseur [[Rainer Kaufmann]] und den Darstellern [[Ulrich Noethen]] als Helmut, [[Ulrich Tukur]] als Klaus, [[Katja Riemann]] als Sabine und [[Petra Schmidt-Schaller]] als Hel in die Kinos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Vitus Zeplichal]] spielte Tassilo S. Grübel 1986 im Fernsehfilm &#039;&#039;Alles aus Liebe&#039;&#039; (Regie: [[Rainer Boldt]]), [[Bruno Ganz]] spielte Tassilo S. Grübel in der sechsteiligen Fernsehserie &#039;&#039;Tassilo – Ein Fall für sich&#039;&#039; (1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit [[Asta Scheib]] schrieb Walser das Drehbuch zu der 1989 gesendeten &#039;&#039;[[Tatort (Fernsehreihe)|Tatort]]&#039;&#039;-Folge &#039;&#039;[[Tatort: Armer Nanosh|Armer Nanosh]]&#039;&#039;. Das Buch erschien im gleichen Jahr als Kriminalroman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags sendete das [[ZDF]] im März 2007 eine Fernsehverfilmung seines Romans &#039;&#039;[[Ohne einander]]&#039;&#039;. Seine Tochter [[Franziska Walser|Franziska]] spielte die Hauptrolle, [[Diethard Klante]] führte Regie.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.imdb.com/title/tt0972863 |titel=Ohne einander |hrsg=[[Internet Movie Database]] |sprache=en |abruf=2015-06-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=1|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{Spk-digital|person:(„Walser, Martin“)|NAME=Martin Walser|SBB=1}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG |Bio=martin-walser |Autor=Claudia Wagner}}&lt;br /&gt;
* [https://www.uibk.ac.at/iza/lis-cgi/laus/laus_prepare.cgi?pgm_status=start&amp;amp;laus_lang=de&amp;amp;sstr=Walser_Martin Martin Walser] in der [https://www.uibk.ac.at/iza/ Artikelsammlung] des [[Innsbrucker Zeitungsarchiv]]s&lt;br /&gt;
* {{IMDb|nm0909522}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_wxyz/walser.html |text=Kommentierte Linksammlung |wayback=20160428014923}} der [[Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin]]&lt;br /&gt;
* {{Perlentaucher|3088}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/die-walser-bubis-kontroverse/ Die Walser-Bubis-Kontroverse], Darstellung und Beurteilung auf dem Portal [[Shoa.de]]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.badsk.de/text/UeberErfahrungenmitdemZeitgeist.pdf |text=&#039;&#039;Über Erfahrungen mit dem Zeitgeist.&#039;&#039; |wayback=20160304063414}} Festrede zur Öffentlichen Jahressitzung zum 60-jährigen Bestehen der [[Bayerische Akademie der Schönen Künste|Bayerischen Akademie der Schönen Künste]], München 2008 (PDF-Datei; 115&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.dichterlesen.net/personen/detail/martin-walser/ Lesungen mit Martin Walser zum Anhören und Downloaden auf dichterlesen.net]&lt;br /&gt;
* [[Jan-Heiner Tück]]: &#039;&#039;[https://www.eaberlin.de/nachlese/chronologisch-nach-jahren/2013/03-2013-herausgefordert-durch-atheismus-und-gottvergessenheit/jan-heiner-tueck-gottesvergessenheit-2013.pdf Was fehlt, wenn Gott fehlt? Martin Walser über Rechtfertigung – eine theologische Erwiderung.]&#039;&#039; Vortrag vom 13. März 2013 (PDF-Datei; 400&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=yzpqwi9JE54 Lesung von Martin Walser aus &#039;&#039;Sprachlaub&#039;&#039;], mit weiteren Gesprächen u.&amp;amp;nbsp;a. mit Tochter [[Alissa Walser]] geführt von [[Oswald Burger]]&lt;br /&gt;
* {{Filmportal|d31158f705604c989e279aec734770f9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118628852|LCCN=n81056416|NDL=00460123|VIAF=51697261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Walser, Martin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (Deutscher)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Romancier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzähler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aphoristiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1927]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2023}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Martin_Walser&amp;diff=623234</id>
		<title>Martin Walser</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Martin_Walser&amp;diff=623234"/>
		<updated>2025-07-10T19:13:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Peter Remagen: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Martin Walser Frankfurter Buchmesse 2013 1.JPG|mini|Martin Walser (2013) [[Datei:Walser Signature.jpg|200px|zentriert|rahmenlos]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Martin Johannes Walser&#039;&#039;&#039; (* [[24. März]] [[1927]] in [[Wasserburg (Bodensee)]]; † [[26. Juli]] [[2023]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;stern&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Schriftsteller Martin Walser ist tot| Sammelwerk=[[Stern (Zeitschrift)|Stern]]| Datum=2023-07-28| Online=https://www.stern.de/kultur/laut-medienberichten--schriftsteller-martin-walser-tot-33692532.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sueddeutsche&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://trauer.sueddeutsche.de/traueranzeige/martin-walser |titel=Martin Walser |werk=SZ Gedenken (trauer.sueddeutsche) |hrsg=Süddeutsche Zeitung |datum=2023-08-05 |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Überlingen]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Schriftsteller]]. Bekannt wurde er durch seine Darstellung innerer Konflikte der [[Antiheld]]en in seinen [[Roman]]en und [[Erzählung]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Geburtshaus von Martin Walser in Wasserburg.jpg|mini|Martin Walsers Geburtshaus am Bahnhof in Wasserburg am Bodensee (2017)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehrenbürgerschafft in Wasserburg am Bodensee.jpg|mini|Plakette am Geburtshaus von Martin Walser in Wasserburg]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Dünenstr 47 (Heringsdorf) Martin Walser.jpg|mini|[[Gedenktafel]] in [[Heringsdorf]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin Walsers Eltern, der Gastwirt Martin Walser und dessen Ehefrau, eine geborene Schmid, betrieben die [[Bahnhofsrestauration]] und eine Kohlenhandlung in Wasserburg am [[Bodensee]]. Das Milieu seiner Kindheit wird im Roman &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039; geschildert. 1938 bis 1943 besuchte er die [[Bodensee-Gymnasium Lindau#Geschichte|Oberschule bzw. Oberrealschule]] in [[Lindau (Bodensee)|Lindau]]; dann wurde er als [[Flakhelfer]] eingezogen und leistete von 1944 bis 1945 Wehrdienst. Am 30. Januar 1944 beantragte Walser die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde zum 20. April desselben Jahres aufgenommen ([[Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 9.742.136).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]] R 9361-IX KARTEI/46770948&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Dieter Hildebrandt soll in NSDAP gewesen sein| Sammelwerk=[[Die Welt]]| Datum=2007-06-30| Online=https://www.welt.de/politik/article987203/Dieter-Hildebrandt-soll-in-NSDAP-gewesen-sein.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walser bestritt entschieden, jemals einen Aufnahmeantrag ausgefüllt zu haben,&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Hubert Spiegel| Titel=All diese Karteikarten der NSDAP| Sammelwerk=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]| Datum=2007-07-02| Online=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/walser-lenz-und-hildebrandt-all-diese-karteikarten-der-nsdap-1463545.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; allerdings war nach aktuellem Forschungsstand eine Aufnahme ohne eigenes Zutun nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Armin Nolzen: „Vom ‚Jugendgenossen‘ zum ‚Parteigenossen‘. Die Aufnahme von Angehörigen der Hitler-Jugend in die NSDAP“, in: Benz, Wolfgang (Hg.): „Wie wurde man Parteigenosse? Die NSDAP und ihre Mitglieder, Fischer Verlag 2009, S. 123–150&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Reichsarbeitsdienst]] erlebte er das Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] als Soldat der [[Wehrmacht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende machte er 1946 in Lindau am [[Bodensee-Gymnasium Lindau|Bodensee-Gymnasium]] das [[Abitur]]. Er war katholisch und studierte an der [[Philosophisch-theologische Hochschule Regensburg|Philosophisch-theologischen Hochschule Regensburg]] und von 1948 bis 1951 an der [[Eberhard Karls Universität Tübingen]] Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. 1950 heiratete er Katharina „Käthe“ Neuner-Jehle, geborene Jehle. Aus dieser Ehe gingen die Töchter [[Franziska Walser|Franziska]], [[Johanna Walser|Katharina-Johanna]], [[Alissa Walser|Alissa]] und [[Theresia Walser|Theresia]] hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;munzinger&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.munzinger.de/search/document?index=mol-00&amp;amp;id=00000023305&amp;amp;type=text/html&amp;amp;query.key=OQN8OuD7&amp;amp;template=/publikationen/personen/document.jsp&amp;amp;preview= |titel=Alissa Walser  |werk=www.munzinger.de |hrsg=[[Munzinger-Archiv]] |abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit [[Maria Carlsson]], der damaligen Lebensgefährtin und späteren Ehefrau des &#039;&#039;[[Der Spiegel|Spiegel]]&#039;&#039;-Gründers [[Rudolf Augstein]], hatte er außerdem den Sohn [[Jakob Augstein]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;welt2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Titel=Martin Walser ist Jakob Augsteins leiblicher Vater| Sammelwerk=Die Welt| Datum=2009-11-26| Online=https://www.welt.de/kultur/article5339459/Martin-Walser-ist-Jakob-Augsteins-leiblicher-Vater.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2009 gab Jakob Augstein bekannt, dass Walser sein leiblicher Vater sei, was er 2002 nach dem Tod von Rudolf Augstein durch seine Mutter erfahren hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;frankfurter rundschau&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Ulrike Simon| Titel=Walser ist wahrer Vater von Augstein-Sohn| Sammelwerk=[[Frankfurter Rundschau]]| Datum=2009-11-27| Online=https://www.fr.de/kultur/walser-wahrer-vater-augstein-sohn-11524441.html| Abruf=2025-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walser und Augstein trafen sich seither häufig. Über die späte Vaterschaft merkte Walser 2017 an: „Ich hab nur gemerkt, dass diese Besuchsvaterschaft ein Immer-zu-wenig war“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Volker Weidermann |url=https://www.spiegel.de/spiegel/jakob-augstein-und-martin-walser-ueber-ihr-vater-sohn-verhaeltnis-a-1179837.html |titel=Jakob Augstein und Martin Walser über ihr Vater-Sohn-Verhältnis |werk=Der Spiegel – Kultur |datum=2017-11-25 |sprache=de |abruf=2020-02-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war zudem Schwiegervater des Schriftstellers [[Sascha Anderson]], der mit seiner Tochter Alissa verheiratet ist, und des Schauspielers [[Edgar Selge]], des Ehemannes seiner ältesten Tochter Franziska.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Studiums begann Walser 1949, für den neu gegründeten [[Süddeutscher Rundfunk|Süddeutschen Rundfunk]] (SDR) als [[Reporter]] zu arbeiten und [[Hörspiel]]e zu schreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Edgar Lersch, Reinhold Viehoff |Titel=Rundfunk, Politik, Literatur. Martin Walsers frühe Erfahrungen beim Süddeutschen Rundfunk zwischen 1949 und 1957 |Sammelwerk=[[Jahrbuch Medien und Geschichte]] |Band=2 |Nummer= |Datum=2002 |Seiten=213–257}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine zwischenzeitliche Festanstellung beim SDR ermöglichte ihm 1951 die [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum Dr. phil. in Tübingen mit einer [[Dissertation]] über [[Franz Kafka]].&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Helmut Jedele]] bildete er den Kern der „Genietruppe“ des Stuttgarter Hörfunks und baute als freier Mitarbeiter den Fernsehbereich des Senders mit auf. Er führte Hörspielregie und wirkte 1953 am Buch der ersten Fernsehfilmproduktion des deutschen Nachkriegsfernsehens mit.&amp;lt;ref&amp;gt;Titel: &#039;&#039;Man erholt sich. Ein sommerliches Ferienfeuilleton.&#039;&#039; Erstausstrahlung 1955. Vgl. [[Harald Keller (Journalist)|Harald Keller]]: &#039;&#039;Der Dichter als Fernsehpionier – Ein Nachtrag zum 85. Geburtstag von Martin Walser.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Funkkorrespondenz]].&#039;&#039; 29. März 2012, {{ZDB|525657-4}}, sowie Jörg Magenau: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9, S.&amp;amp;nbsp;103–106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Parallel dazu vertiefte er als Rundfunkredakteur und Autor seine Kontakte zur Literaturszene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1953 wurde Walser regelmäßig zu den Tagungen der [[Gruppe 47]] eingeladen, die ihn 1955 für die Erzählung &#039;&#039;Templones Ende&#039;&#039; auszeichnete. Sein erster Roman &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]]&#039;&#039; erschien 1957 und wurde ein großer Erfolg. Walser lebte von da an mit seiner Familie als freier Schriftsteller erst in [[Friedrichshafen]] und dann in [[Nußdorf (Überlingen)|Nußdorf]] am Bodensee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1960er-Jahren setzte sich Walser, wie [[Günter Grass]] und andere, vor allem linke [[Intellektueller|Intellektuelle]], für die Wahl von [[Willy Brandt]] zum Bundeskanzler ein. 1964 war er Zuhörer beim [[Auschwitz-Prozess]] in Frankfurt. Er engagierte sich gegen den [[Vietnamkrieg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Carlo Schellemann und Martin Walser: &#039;&#039;Stationen Vietnams.&#039;&#039; Röderberg-Verlag, Frankfurt 1968.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er reiste nach Moskau und galt (auch seinem Verleger [[Siegfried Unseld]]) in den 1960er- und 1970er-Jahren als Sympathisant der [[Deutsche Kommunistische Partei|Deutschen Kommunistischen Partei]], der er aber nie als Mitglied angehörte. Er war mit [[Ernst Bloch]], [[Robert Steigerwald]] u.&amp;amp;nbsp;a. befreundet. Im Jahr 1973 war er in den USA Gastdozent des [[Middlebury College]] in Vermont und der Universität Austin, 1976 Gastdozent der [[West Virginia University]] in [[Morgantown (West Virginia)]]. 1988 hielt Walser im Rahmen der Reihe &#039;&#039;Reden über das eigene Land&#039;&#039; eine Rede, in der er deutlich machte, dass er die [[deutsche Teilung]] als schmerzende Lücke empfand, mit der er sich nicht abfinden wollte. Diesen Stoff machte er auch zum Thema seiner Erzählung &#039;&#039;Dorle und Wolf&#039;&#039;. Auch wenn Walser ausdrücklich betonte, dass sich seine Haltung über die Zeit nicht verändert habe, sprechen einige Beobachter von einem Sinneswandel des Autors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine in Verlagsverträgen ungewöhnliche Klausel ermöglichte es Walser, nach dem Tod von Siegfried Unseld mit allen seinen Werken 2004 vom [[Suhrkamp Verlag]] zum [[Rowohlt Verlag]] zu wechseln. Insbesondere spielte laut eigener Aussage dabei die fehlende Positionierung des Verlags im Streit um seinen umstrittenen Roman &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]]&#039;&#039; eine Rolle. Walser hatte in diesem Zusammenhang den [[Literaturkritiker]] [[Marcel Reich-Ranicki]] einerseits als Person und andererseits als Symbol einer angeblich unredlichen Kulturszene angegriffen. Unter anderen [[Frank Schirrmacher]] kritisierte diesbezüglich ein „Spiel mit [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Klischees“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser war Mitglied der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste]] in [[Berlin]], der [[Sächsische Akademie der Künste|Sächsischen Akademie der Künste]], der [[Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung|Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung]] in [[Darmstadt]] und des [[PEN-Zentrum Deutschland|PEN-Zentrums Deutschland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2007 gab Walser einen Großteil seiner Manuskripte als [[Nachlass#Arten von Nachlässen|Vorlass]] an das [[Deutsches Literaturarchiv Marbach|Deutsche Literaturarchiv Marbach]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.presseportal.de/pm/7169/1000995 |titel=Martin Walser gibt Vorlass an Deutsches Literaturarchiv MarbachWalser bezeichnet es als „erträgliche Vorstellung“, seine Manuskripte im „unterirdischen Himmel“ von Marbach zu wissen |datum=2007-06-13 |sprache=de |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Teile davon sind im [[Literaturmuseum der Moderne]] in Marbach in der Dauerausstellung zu sehen, dazu gehören die Manuskripte von &#039;&#039;Ehen in Philippsburg&#039;&#039;, &#039;&#039;Das Einhorn&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
Im Juli 2022 überließ Walser den aus Entwürfen, Manuskripten und Übersetzungen seiner erzählerischen, dramatischen und essayistischen Werke sowie 75 Tagebüchern bestehenden Vorlass dem Deutschen Literaturarchiv.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;{{Webarchiv |url=https://www.deutschlandfunk.de/martin-walser-ueberlaesst-dem-deutschen-literaturarchiv-marbach-seinen-vorlass-100.html |text=Martin Walser überlässt dem Deutschen Literaturarchiv Marbach seinen Vorlass. |wayback=20220703063502}}&#039;&#039; In: [[deutschlandfunk]].de, 3. Juli 2022, abgerufen am 1. August 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.spiegel.de/kultur/marbach-martin-walser-hat-sein-werk-dem-literaturarchiv-uebergeben-a-647f32f5-4068-4689-ae98-73f7ee63ca9c Martin Walser hat sein Werk dem Literaturarchiv übergeben.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Der Spiegel (online)|Spiegel Online]],&#039;&#039; 3. Juli 2022, abgerufen am 3. Juli 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Literaturhaus München zeigte 2005 die von [[Armin Kratzert]] und [[Jörg Magenau]] kuratierte Ausstellung „Martin Walser. Nichts ist ohne sein Gegenteil wahr“. Anlässlich Walsers 75. Geburtstag im Jahr 2002 wurde die Dokumentation &#039;&#039;Martin Walser – Eine Deutschlandreise&#039;&#039; ausgestrahlt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;&amp;gt;[https://www.swr.de/swrkultur/literatur/martin-walser-95-100.html „In dem Augenblick, in dem ich schreibe, bin ich unsterblich“], abgerufen am 24. Januar 2025&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu seinem 85. Geburtstag im Jahr 2012 folgte die Dokumentation &#039;&#039;Martin Walser – Ein Leben für Alle und Keinen&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;/&amp;gt; Zu Walsers 90. Geburtstag sendete die [[ARD]] die 90-minütige Dokumentation &#039;&#039;Mein Diesseits – Unterwegs mit Martin Walser&#039;&#039; (Buch und Regie Frank Hertweck),&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://web.archive.org/web/20170319022253/http://www.swr.de:80/film/doku-martin-walser-mein-diesseits/-/id=5791128/did=18820724/nid=5791128/tg03c/index.html |titel=Eine Lebensreise um den Bodensee mit Denis Scheck: Mein Diesseits – Unterwegs mit Martin Walser |werk=SWR.de |hrsg=SWR Fernsehen |datum=2017-03-19 |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der [[Denis Scheck]] gemeinsam mit Walser die wichtigen am [[Bodensee]] gelegenen Stationen dessen Lebens besucht, wie etwa sein Geburtshaus, das heute eine [[Ballett]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;schule ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dokumentationen&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war Erstunterzeichner des [[Emma (Zeitschrift)#Krieg in der Ukraine|in der Zeitschrift &#039;&#039;Emma&#039;&#039; veröffentlichten offenen Briefs]] an [[Olaf Scholz|Bundeskanzler Scholz]] vom 29. April 2022, der sich aus Sorge vor einem [[Dritter Weltkrieg|Dritten Weltkrieg]] im Kontext des [[Russischer Überfall auf die Ukraine 2022|Ukraine-Konflikts]] gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Offener Brief an Kanzler Olaf Scholz.&#039;&#039; [https://www.emma.de/artikel/offener-brief-bundeskanzler-scholz-339463 Online auf www.emma.de], abgerufen am 30. April 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser war bis zuletzt unermüdlich produktiv. Auch in seinem letzten Lebensabschnitt „legte er Jahr für Jahr einen neuen Roman vor.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;EbelNachrufTA&amp;quot;&amp;gt;[[Martin Ebel (Literaturkritiker)|Martin Ebel]]: &#039;&#039;Der Mann, der die Wörter liebte. Nachruf auf Martin Walser.&#039;&#039; In: &#039;&#039;[[Tages-Anzeiger]]&#039;&#039; vom 29. Juli 2023, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; Martin Walser starb am 26.&amp;amp;nbsp;Juli 2023 im Alter von 96&amp;amp;nbsp;Jahren in seinem Zuhause in [[Nußdorf (Überlingen)|Nußdorf]], einem Stadtteil von [[Überlingen]] am Bodensee. Er wurde am 31. Juli 2023 in seinem Geburtsort Wasserburg auf dem Pfarrfriedhof an der Sankt-Georgs-Kirche beigesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Klaus Nerger |url=https://www.knerger.de/html/walsermaschriftsteller_118.html |titel=Das Grab von Martin Walser |werk=knerger.de |abruf=2024-06-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/friedrichshafen/martin-walser-in-wasserburg-beigesetzt-100.html |titel=Autor Martin Walser in Wasserburg beigesetzt |werk=swr.de |datum=2023-07-31 |abruf=2023-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Während der Gedenkfeier in [[Stuttgart]] zu seinen Ehren erinnerte sein Freund [[Arnold Stadler]] daran, dass Walser es, vor allem in seinem letzten Lebensabschnitt, nicht mit Ideologien, sondern mit dem Humanisten [[Sebastian Castellio]] gehalten habe: „Einen Menschen töten heisst nicht eine Lehre verteidigen, sondern einen Menschen töten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Nadine A. Brügger: &#039;&#039;Adieu, Martin Walser&#039;&#039;. In: [[NZZ]] vom 18. September 2023, S. 30 ([https://www.nzz.ch/feuilleton/stuttgart-die-literaturwelt-verabschiedet-sich-von-martin-walser-ld.1755728 online am 17. September 2023 auf nzz.ch], abgerufen am 18. September 2023).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarisches Werk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin walser 03.jpg|mini|Martin Walser (2008)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein immer wiederkehrendes Motiv Walsers ist das Scheitern am Leben: Seine Helden sind den Anforderungen, die ihre Mitmenschen an sie oder sie selbst an sich stellen, nicht gewachsen; der innere Konflikt, den sie deswegen mit sich austragen, findet sich in allen großen Walser-Romanen wieder. Dass die Kämpfe nur in der Seele seiner Helden brodeln, während die äußere Handlung meist Nebensache bleibt, macht Martin Walser zu einem typischen Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur (wie [[Heinrich Böll]], [[Peter Handke]] oder [[Siegfried Lenz]]) und setzt ihn in Gegensatz zur angelsächsischen Literaturtradition, in der das Vorantreiben einer äußeren Handlung weit bedeutender ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Immer hat Walser betont, dass sein Welt- und Menschenbild in seinen Romanen zur vollen und letzten Gültigkeit gediehen sei, nicht in seinen politischen Plädoyers und Meinungskundgebungen“, so [[Martin Krumbholz]] in einem Nachruf auf Walser. Dennoch seien die vielen Aufsätze nicht aus dem Werk Walsers wegzudenken, gehörten sie doch dank ihrem Scharfsinn und ihrer Brillanz, verbunden mit der ihnen eigenen Argumentationslust sogar zum Kernbestand.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Krumbholz]]: “In die Liebe und in die Sprache verliebt“, NZZ vom 29. Juli 2023, S. 36 (Feuilleton, Nachruf).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch am Theater hatte Walser Erfolg. Bereits sein erstes Stück &#039;&#039;Der Abstecher&#039;&#039; hatte in den 1960er-Jahren über fünfzig Inszenierungen. &#039;&#039;Eiche und Angora&#039;&#039; war eine erste künstlerische Auseinandersetzung Walsers mit der [[Zeit des Nationalsozialismus]]. Wie in der schwäbischen [[Groteske]] laut [[Hellmuth Karasek]] „mit dem Entsetzen Scherz getrieben“ wurde, führte zu einer kontroversen Aufnahme in der Kritik, jedoch auch zu einem ersten internationalen Theatererfolg in Wien, Zürich, Basel, Rotterdam, Skopje, Edinburgh und über ein Jahr lang ununterbrochen in Paris.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Magenau: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9, S.&amp;amp;nbsp;180–183.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marcel Reich-Ranicki lobte den Autor im September 1963 mit den Worten: „Walsers frühe Geschichten sind zeitkritische Diagnosen und Proteste gegen einen Zustand, der das Individuum an seiner Entfaltung hindert, es verkümmern läßt und zugrunde richtet. Dies gilt ebenso für Walsers spätere Prosa. Wenn auch mit anderen Mitteln, so demonstriert er immer wieder an den Schicksalen verschiedener Gestalten die Absurdität eines Daseins, in dem der Mut eines Sparkassenräubers eigentlich für jeden Beruf unentbehrlich wird. Und er tut dies in dem Bewußtsein der eigenen Ohnmacht.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/1963/39/der-wackere-provokateur-martin-walser &#039;&#039;Kritik von Marcel Reich-Ranicki.&#039;&#039;] vom 27. September 1963 bei zeit.de, abgerufen am 9. Mai 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Iris Radisch]] bescheinigte Walser in ihrem Nachruf für &#039;&#039;[[Die Zeit]]&#039;&#039; „mit seiner Mixtur aus kleinbürgerlichem Strebertum, Tief- und Eigensinn plus höherem Klamauk eine literarische Tiefenbohrung kleindeutscher Gefühlslagen, die auch in dieser Liga absolut einmalig war.“ Als Walser-Romane, die man „unbedingt irgendwann einmal im Leben“ gelesen haben sollte, empfahl sie &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]]&#039;&#039;, &#039;&#039;Halbzeit&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Seelenarbeit]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Brandung (Roman)|Brandung]]&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Die Verteidigung der Kindheit]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Iris Radisch]]: &#039;&#039;Gefühlswildnis mit Käthe. Martin Walser war der große Porträtist deutscher Kleinbürgerlichkeit. Seine politischen Skandale waren voller Missverständnisse, sein Kampf mit Marcel Reich-Ranicki war erbittert –und sein Schreiben ohne Ehefrau undenkbar.&#039;&#039; In: [[Die Zeit]] 3. August 2023, S. 42&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontroversen ==&lt;br /&gt;
„Je subjektiver wir formulieren, desto wertvoller werden wir für die übrige Welt“, findet [[Edgar Selge]] in einem Nachruf auf seinen Schwiegervater Martin Walser. „Walsers Kampf um die ungeteilte eigene Wahrnehmung und ihre Veröffentlichung ist das größte Geschenk, das er uns gemacht hat. Und das Wetterleuchten, das seine Provokationen erzeugten, wird anhalten, solange es seine Interviews und Dokumentarfilme, solange es seine Bücher gibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Edgar Selge]]: &#039;&#039;Bitte subjektiv. Konsens braucht Kampf: Martin Walsers Mut zur Debatte war sein größtes Geschenk an uns.&#039;&#039; In: [[Die Zeit]] 3. August 2023, S. 43&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Streit mit der Deutschen Bank ===&lt;br /&gt;
Im Vorfeld eines Prozesses, den der Aufsichtsratsvorsitzende der [[Deutsche Bank|Deutschen Bank]] [[Hermann Josef Abs]] gegen den DDR-Historiker [[Eberhard Czichon]] und dessen westdeutschen Verleger [[Manfred Pahl-Rugenstein]] wegen mehrerer falscher Tatsachenbehauptungen zu Abs’ Tätigkeit während der Zeit des Nationalsozialismus führte, veröffentlichte Walser am 24.&amp;amp;nbsp;August 1970 im [[Der Spiegel|&#039;&#039;Spiegel&#039;&#039;]] eine ausführliche Rezension der Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Bank.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Martin Walser über Fritz Seidenzahl: „Hundert Jahre Deutsche Bank“: Ist die Deutsche Bank naiv?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Der Spiegel.&#039;&#039; 24. August 1970 ([https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44904826.html online], Zugriff am 30. November 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Darin empfahl er Czichons Buch, rechtfertigte die Theorie des [[Staatsmonopolistischer Kapitalismus|Staatsmonopolistischen Kapitalismus]] und kritisierte, dass die Festschrift die demokratisch nicht legitimierte Macht der Bank verharmlose: „Ist die Deutsche Bank naiv?“ Die Presseabteilung der Deutschen Bank erzwang eine [[Gegendarstellung]].&lt;br /&gt;
Am 14.&amp;amp;nbsp;September 1970 polemisierte das Vorstandsmitglied Wilhelm Vallenthin, ein 1909 geborener Jurist aus Hamburg,&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Habel (Hrsg.): &#039;&#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&#039;&#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1276.&amp;lt;/ref&amp;gt; unter der Überschrift &#039;&#039;Ist Martin Walser naiv?&#039;&#039; dagegen, dass dieser sich über die Kontinuität der Banktätigkeit über alle Regimewechsel der deutschen Geschichte hinweg mokiert hatte: Eine Bank sei nun einmal ein Dienstleistungsunternehmen, das bei einem Regierungswechsel ja wohl nicht seine Tätigkeit einstellen könne. Walsers Darstellung sei „[[Leninismus]] reinsten Wassers“, eine Verständigung mit ihm sei daher nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Vallenthin: &#039;&#039;Ist Martin Walser naiv?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Der Spiegel.&#039;&#039; 14. September 1970 ([https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44906625.html online], Zugriff am 30. November 2018), zitiert nach Sebastian Brünger: &#039;&#039;Geschichte und Gewinn. Der Umgang deutscher Konzerne mit ihrer NS-Vergangenheit&#039;&#039;. Wallstein, Göttingen 2017, S.&amp;amp;nbsp;173 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== {{Anker|Paulskirchenrede}} Paulskirchenrede 1998 ===&lt;br /&gt;
Als Walser anlässlich der Verleihung des [[Friedenspreis des deutschen Buchhandels|Friedenspreises des deutschen Buchhandels]] am 11. Oktober 1998 in der [[Frankfurter Paulskirche]] eine Rede hielt, in der er eine „Instrumentalisierung des [[Holocaust]]“ ablehnte, kam es zu kontroversen Diskussionen und teilweise auch zu Protesten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Jeder kennt unsere geschichtliche Last, die unvergängliche Schande, kein Tag, an dem sie uns nicht vorgehalten wird. Könnte es sein, daß die Intellektuellen, die sie uns vorhalten, dadurch, daß sie uns die Schande vorhalten, eine Sekunde lang der Illusion verfallen, sie hätten sich, weil sie wieder im grausamen Erinnerungsdienst gearbeitet haben, ein wenig entschuldigt, seien für einen Augenblick sogar näher bei den Opfern als bei den Tätern? Eine momentane Milderung der unerbittlichen Entgegengesetztheit von Tätern und Opfern. Ich habe es nie für möglich gehalten, die Seite der Beschuldigten zu verlassen. Manchmal, wenn ich nirgends mehr hinschauen kann, ohne von einer Beschuldigung attackiert zu werden, muß ich mir zu meiner Entlastung einreden, in den Medien sei auch eine Routine des Beschuldigens entstanden. Von den schlimmsten Filmsequenzen aus Konzentrationslagern habe ich bestimmt schon zwanzigmal weggeschaut. Kein ernstzunehmender Mensch leugnet Auschwitz; kein noch zurechnungsfähiger Mensch deutelt an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum; wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, daß sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Ich möchte verstehen, warum in diesem Jahrzehnt die Vergangenheit präsentiert wird wie noch nie zuvor. Wenn ich merke, daß sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf die Motive hin abzuhören, und bin fast froh, wenn ich glaube, entdecken zu können, daß öfter nicht mehr das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung. […] Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets […].&lt;br /&gt;
 |Autor=Martin Walser&lt;br /&gt;
 |Quelle=Rede in der Paulskirche am 11. Oktober 1998}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruppe 47 - Sechzig Jahre danach 3.jpg|mini|Beim Treffen der &#039;&#039;[[Gruppe 47]]&#039;&#039; (2007)]]&lt;br /&gt;
Die von manchen als sprachlich kompliziert empfundenen Äußerungen Walsers wurden oft wie folgt interpretiert: Die [[nationalsozialistisch]]en Verbrechen würden von einigen Leuten dazu missbraucht, politische und finanzielle Forderungen gegen Deutschland zu stützen. Auch fühle derjenige, der ständig diese Verbrechen thematisiert, sich den Mitmenschen moralisch überlegen. Der Themenkomplex [[KZ Auschwitz|Auschwitz]] dürfe aber nicht zur „Moralkeule“ verkommen, gerade wegen seiner großen Bedeutung. Die Rede wurde auch als Reaktion auf die Kritik [[Marcel Reich-Ranicki]]s an Walsers Buch &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]]&#039;&#039; gewertet. Reich-Ranicki hatte bemängelt, dass Auschwitz in dem Buch, dessen Handlung in der NS-Zeit spielte, nicht erwähnt werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walser hatte in seiner Rede auch die Begnadigung des verurteilten DDR-Spions [[Rainer Rupp]] gefordert. Dies wertete [[Lars Rensmann]] als Teil der von Walser propagierten „nationalen Selbstversöhnung“ der Deutschen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Lars Rensmann]]: &#039;&#039;Enthauptung der Medusa. Zur diskurshistorischen Rekonstruktion der Walser-Debatte im Licht politischer Psychologie.&#039;&#039; In: [[Micha Brumlik]], [[Hajo Funke]], Lars Rensmann (Hrsg.): &#039;&#039;Umkämpftes Vergessen. Walser Debatte, Holocaust-Mahnmal und neuere deutsche Geschichtspolitik.&#039;&#039; 2., erweiterte Auflage. Schiler, Berlin 2004, ISBN 3-89930-240-0, S.&amp;amp;nbsp;36 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Walsers Rede war im Anschluss allgemein von den Anwesenden stehend applaudiert worden, mit Ausnahme des Vorsitzenden des [[Zentralrat der Juden in Deutschland|Zentralrates der Juden in Deutschland]] [[Ignatz Bubis]], dessen Frau Ida und [[Friedrich Schorlemmer]]s. Bubis warf Walser später vor, „wegsehen“ zu wollen, und bezeichnete die Rede als „geistige Brandstiftung“. Letzteres nahm Bubis später zurück. Ferner wurde Walser vorgeworfen, dass rechte [[Geschichtsrevisionismus|Revisionisten]], die dieses brisante Thema abblocken wollten, sich auf ihn berufen würden. Walser hielt dieser Kritik entgegen, dass er keine politische Instrumentalisierung seiner „sehr persönlichen Ansicht“ beabsichtige und nur von seinem subjektiven Empfinden gesprochen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem im Dezember 1998 von der &#039;&#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]]&#039;&#039; organisierten Treffen mit Bubis erhob Walser den Vorwurf der „Dauerpräsentation unserer Schande“ und eines „grausamen Erinnerungsdienst[es]“ nicht mehr gegen „Meinungssoldaten“ und „die Medien“, sondern (laut [[Matthias N. Lorenz]]) gegen die Opfergruppe selbst. Walser sagte an Bubis’ Adresse gerichtet, „ich war in diesem Feld (= &#039;&#039;der bundesrepublikanischen Aufarbeitung der Vergangenheit&#039;&#039;) beschäftigt, da waren Sie noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt.“ Ferner bezeichnete Walser Bubis’ Äußerungen zu den [[Rechtsextremismus|rechtsextremen]] und [[Rassismus|rassistischen]] Übergriffen in Deutschland Anfang der 1990er-Jahre als „sofort zurückgebunden an [[Machtergreifung|1933]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias N. Lorenz: &#039;&#039;„Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede (Martin Walser, 1998).“&#039;&#039; In: Wolfgang Benz: &#039;&#039;Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart.&#039;&#039; de Gruyter, Berlin 2015, S.&amp;amp;nbsp;103 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2015 erklärte er in einem &#039;&#039;Spiegel&#039;&#039;-Interview, er habe nicht eine Instrumentalisierung von Auschwitz im deutsch-jüdischen Verhältnis gemeint, sondern eine in der deutschen Tagespolitik, so wie sie z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Günter Grass]] in seiner Ablehnung der [[Deutsche Wiedervereinigung|Deutschen Wiedervereinigung]] oder von [[Joschka Fischer]] in seiner Befürwortung der deutschen Intervention im [[Kosovokrieg]] praktiziert wurde. Er bedauerte, die Rede so gehalten und Bubis damit getroffen zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=134762543 |Autor=[[Martin Doerry]], [[Volker Hage]] |Titel=Spiegel-Gespräch: „Einsam ist man sowieso“ |Jahr=2015 |Nr=19 |Seiten=136 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 2017 hielt der Vorsitzende der [[AfD Thüringen]] [[Björn Höcke]] eine [[Björn Höcke#Rede im Ball- und Brauhaus Watzke|Rede im Ballhaus Watzke]] in Dresden, in der er sagte: „Wir Deutschen […] sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Anschließend forderte Höcke eine „erinnerungspolitische Wende um 180&amp;amp;nbsp;Grad“. Die Rede löste in Medien und Politik Protest und heftige Reaktionen aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tagesspiegel.de Höcke-Rede im Wortlaut&amp;quot;&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/politik/hoecke-rede-im-wortlaut-gemuetszustand-eines-total-besiegten-volkes/19273518-all.html &#039;&#039;Höcke-Rede im Wortlaut: „Gemütszustand eines total besiegten Volkes“.&#039;&#039;] tagesspiegel.de, Januar 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Detlef Esslinger]] schrieb in der &#039;&#039;[[Süddeutsche Zeitung|Süddeutschen Zeitung]]&#039;&#039;: „Genau das ist der Unterschied zu Martin Walsers Paulskirchen-Rede von 1998, in deren Kontinuität Höcke sich stellt.&lt;br /&gt;
Walser erkannte damals ,unsere unvergängliche Schande‘ wenigstens an, bevor er gegen die Erinnerungskultur polemisierte.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sueddeutsche.de/politik/bjoern-hoecke-die-afd-will-im-gespraech-bleiben-um-jeden-preis-1.3338181 |titel=Die AfD will im Gespräch bleiben – um jeden Preis |werk=Süddeutsche Zeitung |datum=2017-01-18 |abruf=2022-06-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Sozial- und Politikwissenschaftler [[Samuel Salzborn]] meinte 2018, Martin Walser habe in seiner Paulskirchen-Rede „etwas ganz Ähnliches gesagt, was Björn Höcke mittlerweile auch formuliert“, wofür Höcke jedoch „zu Recht scharf kritisiert“ worden sei, wohingegen die Reaktionen auf Walsers Rede „eher ambivalent“ gewesen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jana Hensel (Interview) |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-05/antisemitismus-deutschland-forschung-geschichte-samuel-salzborn-d18 |titel=&amp;quot;Ein Antisemit hat immer unrecht&amp;quot;. Was hat Martin Walser mit Farid Bang zu tun? Der Antisemitismusforscher Samuel Salzborn über die alte Kraft des Judenhasses und seine modernsten Erscheinungsformen |werk=zeit.de |datum=2018-05-25 |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haltung zum Judentum ===&lt;br /&gt;
Nach den Debatten um die Paulskirchenrede wurde die angebliche oder tatsächliche Zuwendung Walsers zur „bürgerlichen“ Seite erneut zum öffentlichen Thema, als er bei der Klausurtagung der [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] in Wildbad Kreuth als Gastredner auftrat. Als er in seinem 2002 erschienenen [[Schlüsselroman]] &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]]&#039;&#039; den [[Literaturkritiker]] [[Marcel Reich-Ranicki]] einerseits als Person und andererseits als Symbol einer angeblich unredlichen Kulturszene kritisierte, gab es Proteste. [[Frank Schirrmacher]] kritisierte daraufhin sein „Spiel mit [[Geschichte des Antisemitismus seit 1945|antisemitischen]] Klischees“. Reich-Ranicki kommentierte im Mai 2010 in einem Interview des [[Der Spiegel|Spiegel]]:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Ich halte ihn nicht für einen Antisemiten. Aber es ist ihm wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Kritiker, der ihn angeblich am meisten gequält hat, auch noch [[Jude]] ist. Er rechnet damit, dass ihm sein Publikum darin folgt. Sehen Sie, es hat von [[Günter Grass|Grass]] nie eine antisemitische Zeile oder Bemerkung gegeben, keine einzige. Und über dessen Bücher habe ich gewiss nicht nur positiv geschrieben.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70569532.html &#039;&#039;Ich wollte mich durchsetzen.&#039;&#039;] Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit [[Volker Hage]], In: &#039;&#039;[[Der Spiegel|Spiegel]].&#039;&#039; 22. Mai 2010, abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kulturwissenschaftler [[Matthias N. Lorenz]] hat Walsers Lebenswerk in seiner Dissertation &#039;&#039;„Auschwitz drängt uns auf einen Fleck“&#039;&#039; auf die Darstellung von Juden bzw. den Auschwitzdiskurs untersucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elke Schmitter |url=https://www.spiegel.de/kultur/der-ewige-flakhelfer-a-60fafb24-0002-0001-0000-000041682527 |titel=Der ewige Flakhelfer |werk=Der Spiegel |datum=2005 |abruf=2023-07-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Arbeit dokumentiert er das durchgängige Vorkommen der bekannten antisemitischen Stereotype. Das Leiden der Juden werde deutlich dem Leid „Deutscher“ gleichgestellt. Häufig finde sich die einfühlsame Darstellung Deutscher, die sich als „Verlierer der Geschichte“ fühlten: würdelos, stigmatisiert, ihrer Identität beraubt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.perlentaucher.de/buch/matthias-n-lorenz/auschwitz-draengt-uns-auf-einen-fleck.html Rezensionen zu &#039;&#039;Auschwitz drängt uns auf einen Fleck.&#039;&#039;] bei [[Perlentaucher]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gruppe 47 - Sechzig Jahre danach 6.jpg|mini|Martin Walser und [[Günter Grass]], Literarisches Gipfeltreffen, [[Gruppe&amp;amp;nbsp;47]] (2007)]]&lt;br /&gt;
Das [[Denkmal für die ermordeten Juden Europas|Holocaust-Mahnmal]] in Berlin wurde von Walser während der Planungsphase abwertend als „fußballfeldgroßer Albtraum im Herzen der Hauptstadt“ und „Kranzabwurfstelle“ bezeichnet; nach der Fertigstellung dagegen äußerte er sich positiv zum Denkmal.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://edoc.unibas.ch/7563/1/%5BZeitschrift%20fr%20Evangelische%20Ethik%5D%20Kinderrechte%20als%20Menschenrechte.pdf Gewissen und Öffentlichkeit – Ein Deutungsvorschlag zur Walser-Bubis-Kontroverse] – Artikel von Georg Pfleiderer in der &#039;&#039;Zeitschrift für evangelische Ethik&#039;&#039; Heft 4 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Keller: [https://www.tagesspiegel.de/berlin/eisenman-ist-ein-genie/709568.html &#039;&#039;Eisenman ist ein Genie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;[[Der Tagesspiegel]].&#039;&#039; 10. Mai 2006 (abgerufen am 8. November 2009)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antiziganismus ===&lt;br /&gt;
Auch antiziganistische Positionierungen werden Walser vorgeworfen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Benjamin Ortmeyer]]: Meister der Sprach-Gewalt. Statt eines Nachrufs: Zum Tod des Schriftstellers Martin Walser. In: Jüdische Allgemeine, 3. August 2023 ( https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/meister-der-sprach-gewalt/, abgerufen am 6. August 2023).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Mittelpunkt steht das von ihm gemeinsam mit [[Asta Scheib]] verfasste Drehbuch zu dem zweiten [[Tatort]] des Hamburger Ermittler-Duos [[Stoever und Brockmöller]] &#039;&#039;[[Tatort: Armer Nanosh|Armer Nanosh]]&#039;&#039; aus dem Jahr 1989. &#039;&#039;Armer Nanosh&#039;&#039; wurde wegen [[Antiziganismus|antiziganistischer]] Klischees kontrovers diskutiert sowie wegen der These, die Naziverbrechen seien eine größere Bürde für die Nachfahren der Täter als für die der Opfer.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Katharina Peters |Hrsg=VIA |Titel=Der Tatort „Armer Nanosh“ und der Diskurs um kollektive Schuld in Deutschland um 1989 |Sammelwerk=Für immer „Zigeuner“? Ergänzungsheft |Band=Ergänzungsheft |Ort=Duisburg |Datum=2018 |Seiten=16-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oliver Ness |Titel=Ein &amp;quot;Tatort&amp;quot;-Krimi zwischen den Stühlen |Sammelwerk=taz |Datum=1989-07-22 |Seiten=5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Matthias N. Lorenz |Titel=&amp;quot;Armer Janosh&amp;quot;? - armer Frohwein? : Antiziganismus und Täter-Opfer-Inversion; zu einem Tatort-Krimi, der schon Ende der 1980er Jahre eine veritable Walser-Debatte hätte auslösen können |Sammelwerk=Der Deutschunterricht |Band=57 |Nummer=2 |Verlag=Friedrich-Verlag |Ort=Hannover |Datum=2005 |Seiten=74-79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ortmeyer erwähnt auch einen Hinweis [[Günter Amendt]]s: „nach einer Europa-Tournee des jüdischen Sängers und [[Lyrik]]ers [[Bob Dylan]] [habe Walser] in der Redaktion der Zeitschrift »[[Konkret (Zeitschrift)|Konkret]]« gefragt, was denn an diesem »herumzigeunernden Israeliten« so besonders wäre“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Originalausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Beschreibung einer Form. Versuch über die epische Dichtung Franz Kafkas.&#039;&#039; [[Dissertation]] an der [[Universität Tübingen]] 9. Februar 1952 ({{DNB|480348650}}).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein Flugzeug über dem Haus]]&#039;&#039; und andere Geschichten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1955.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ehen in Philippsburg]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1957.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Halbzeit.&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1960. (erster Band der Anselm-Kristlein-Trilogie)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Beschreibung einer Form. Essay.&#039;&#039; 1961 &amp;lt;!-- = Diss.? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* als Herausgeber: &#039;&#039;Die Alternative oder Brauchen wir eine neue Regierung?&#039;&#039; Rowohlt Taschenbuch, 1961.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Eiche und Angora. Eine deutsche Chronik.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Lügengeschichten]]&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 81). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen und Leseerfahrungen&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 109). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Drei Stücke.&#039;&#039; Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Einhorn. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1966. (zweiter Band der Anselm-Kristlein-Trilogie, [[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#1961 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 3. bis zum 16. Oktober 1966]]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Heimatkunde. Aufsätze und Reden|Heimatkunde]]. Aufsätze und Reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 269). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1968.&lt;br /&gt;
* mit Chargesheimer: &#039;&#039;Theater! Theater!&#039;&#039; 1968.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Fiction.&#039;&#039; Erzählung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Gallistl’sche Krankheit. Roman. &#039;&#039;Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Sturz. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-04627-6. (dritter Band der Anselm-Kristlein-Trilogie)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jenseits der Liebe]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-518-04619-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein fliehendes Pferd]].&amp;lt;!-- Roman? --&amp;gt;&#039;&#039; Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1978.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Seelenarbeit]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983 &amp;lt;!-- oder 1979? --&amp;gt;, ISBN 3-518-37401-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das Schwanenhaus]]. Roman&#039;&#039;. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982 &amp;lt;!-- oder 1980? --&amp;gt;, ISBN 3-518-37300-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Selbstbewußtsein und Ironie. Frankfurter Vorlesungen&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 1090). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-11090-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gefahrvoller Aufenthalt.&#039;&#039; Erzählungen. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1982.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Brief an Lord Liszt]]. Roman.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-04632-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Liebeserklärungen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-518-04521-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Brandung (Roman)|Brandung]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-03570-3. Lizenzausgabe für den Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1986.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Gedanken. Erzählungen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-03222-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Geständnis auf Raten&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 1374). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-11374-7.&lt;br /&gt;
* mit [[André Ficus]]: &#039;&#039;Die Amerikareise. Versuch, ein Gefühl zu verstehen.&#039;&#039; Kunstverlag Weingarten, 1986, ISBN 3-8170-3001-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dorle und Wolf.&#039;&#039; Eine Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-02668-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Jagd (Roman)|Jagd]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-40130-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über Deutschland reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; 1553). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-11553-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Die Verteidigung der Kindheit]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-40380-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ohne einander]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-40542-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin Walser 2010-4604.jpg|mini|Martin Walser (2010)]]&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vormittag eines Schriftstellers.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-40603-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Finks Krieg]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-40791-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Deutsche Sorgen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-39158-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Umgang mit Hölderlin. Zwei Reden&#039;&#039; (= &#039;&#039;[[Insel-Bücherei]].&#039;&#039; 1176). Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 1998, ISBN 3-458-19176-3.&lt;br /&gt;
* mit André Ficus: &#039;&#039;Heimatlob. Ein Bodensee-Buch mit farbigen Bildern.&#039;&#039; Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 1998, ISBN 3-458-34074-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein springender Brunnen]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-41010-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede.&#039;&#039; [[Friedenspreis des Deutschen Buchhandels]] 1998, Laudatio: [[Frank Schirrmacher]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-06550-5.&lt;br /&gt;
* [[Quint Buchholz]]: &#039;&#039;Am Wasser. Ein Bilderbuch mit Texten von [[Johanna Walser|Johanna]] und Martin Walser.&#039;&#039; Sanssouci im Verlag Nagel &amp;amp; Kimche, Zürich 2000, ISBN 3-7254-1170-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Lebenslauf der Liebe]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-41270-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Tod eines Kritikers]].&#039;&#039; Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-41378-3. ([[Liste der meistverkauften Belletristikbücher in Deutschland#2001 ff.|Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 8. Juli bis zum 11. August 2002]])&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Reisen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-41463-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Augenblick der Liebe]].&#039;&#039; Roman. [[Rowohlt Verlag|Rowohlt]], Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-498-07353-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Verwaltung des Nichts.&#039;&#039; Aufsätze. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-498-07354-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben. Tagebücher 1951–1962.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-499-24427-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angstblüte.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek 2006, ISBN 3-498-07357-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Lebensroman des [[Andreas Beck (Autor)|Andreas Beck]].&#039;&#039; Edition Isele, Eggingen 2006, ISBN 3-86142-401-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das geschundene Tier.&#039;&#039; Neununddreißig Balladen. Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-498-07359-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein liebender Mann.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-498-07363-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben.&#039;&#039; Tagebücher 1963–1973. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-498-07358-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Jenseits.&#039;&#039; Novelle. Berlin University Press, Berlin 2010, ISBN 978-3-940432-77-3.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.literarische-bilder-unserer-zeit.uni-koeln.de/index.php/Monika_Hartkopf:_Analyse_von_Martin_Walsers_Novelle_%22Mein_Jenseits%22 |titel=Martin Walser, Mein Jenseits (von Monika Hartkopf) – Literarische Altersbilder |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Leben und Schreiben. Tagebücher 1974–1978.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2010, ISBN 978-3-498-07369-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Muttersohn.&#039;&#039; Roman. Rowohlt, Reinbek, 2011, ISBN 978-3-498-07378-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meine Lebensreisen.&#039;&#039; Corso, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86260-045-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über Rechtfertigung, eine Versuchung: Zeugen und Zeugnisse.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-498-07381-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Das dreizehnte Kapitel]].&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-498-07382-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Momente.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2013, ISBN 978-3-498-07383-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Inszenierung.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013, ISBN 978-3-498-07384-8 auch als E-Book.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Shmekendike blumen. Ein Denkmal / A dermonung für Sholem Yankev Abramovitsh.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-498-07387-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Schreiben und Leben.&#039;&#039; Tagebücher 1979–1981. Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 978-3-498-07386-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein sterbender Mann.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2016, ISBN 978-3-498-07388-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Statt etwas oder Der letzte Rank.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-07392-3.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ewig aktuell : aus gegebenem Anlass.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-07393-0.&lt;br /&gt;
* mit [[Jakob Augstein]]: &#039;&#039;Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-00680-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gar alles oder Briefe an eine unbekannte Geliebte.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek 2018, ISBN 978-3-498-07400-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Spätdienst. Bekenntnis und Stimmung&#039;&#039;, mit Arabesken von [[Alissa Walser]]. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018. ISBN 978-3-498-07407-4.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://literaturkritik.de/ungluecksglueck-martin-walsers-poetischer-spaetdienst,25172.html Unglücksglück : Martin Walsers poetischer „Spätdienst“], literaturkritik.de vom 10. Dezember 2018, abgerufen am 17. Mai 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mädchenleben oder Die Heiligsprechung. Legende.&#039;&#039; Rowohlt, Hamburg 2019, ISBN 978-3-498-00196-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Sprachlaub oder: Wahr ist, was schön ist&#039;&#039;, mit Aquarellen von Alissa Walser. Rowohlt Verlag, Hamburg 2021, ISBN 978-3-498-00239-8.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Judith von Sternburg |url=https://www.fr.de/kultur/literatur/sprachlaub-von-martin-walser-ras-doch-nicht-so-jahr-90256957.html |titel=„Sprachlaub“ von Martin Walser: „Ras doch nicht so, Jahr“ |hrsg=[[Frankfurter Rundschau]] |datum=2021-03-22 |sprache=de |abruf=2023-08-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Traumbuch. Postkarten aus dem Schlaf&#039;&#039;, mit [[Cornelia Schleime]]. Rowohlt, Hamburg 2022, ISBN 978-3-498-00319-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bühnenwerke ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Abstecher. [[Die Zimmerschlacht]].&#039;&#039; (2 Stücke, geschrieben 1961 bzw. 1962/1963/1967). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 205).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Sofa. Eine Farce.&#039;&#039; (geschrieben 1961). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Eiche und Angora]]. Eine deutsche Chronik.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Überlebensgroß Herr Krott! Requiem für einen Unsterblichen.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 55).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Der Schwarze Schwan (Martin Walser)|Der Schwarze Schwan]].&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Zimmerschlacht.&#039;&#039; 1967 (Uraufführung durch [[Fritz Kortner]]).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Wir werden schon noch handeln.&#039;&#039; (Uraufführung 1968 unter dem Titel &#039;&#039;Der schwarze Flügel&#039;&#039;.)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Ein Kinderspiel]].&#039;&#039; Stück in zwei Akten. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970 (= &#039;&#039;es.&#039;&#039; Band 400).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Aus dem Wortschatz unserer Kämpfe.&#039;&#039; Szenen. Mit 16 Graphiken von Peer Wolfram. Eremiten-Presse, Stierstadt 1971.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Das Sauspiel. Szenen aus dem 16. Jahrhundert.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;In Goethes Hand. Szenen aus dem 19. Jahrhundert.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein fliehendes Pferd. Theaterstück.&#039;&#039; Mitarbeit [[Ulrich Khuon]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Ohrfeige.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Nero lässt grüssen oder Selbstporträt des Künstlers als Kaiser: Ein Monodram.&#039;&#039; Edition Isele, Eggingen 1989.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kaschmir in Parching. Szenen aus der Gegenwart...&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein liebender Mann.&#039;&#039; Rowohlt Theaterverlag, Reinbek 2010.&amp;lt;ref&amp;gt;Fand 2010 in einer Inszenierung von [[Ansgar Haag]] am [[Meininger Theater]] im Beisein des Autors seine Uraufführung. [http://www.schwaebische.de/deutschland+welt/kultur/theaterwelt_artikel,-Walsers-%C2Ein-liebender-Mann%C2-uraufgefuehrt-_arid,4168146.html &#039;&#039;„Ein liebender Mann“ uraufgeführt.&#039;&#039;] &#039;&#039;Schwäbische Zeitung&#039;&#039; vom 2. Oktober 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sammelausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Drei Stücke. Eiche und Angora. Überlebensgroß Herr Krott. Der Schwarze Schwan.&#039;&#039; Mit einem Nachwort von [[Werner Mittenzwei]]. Aufbau, Berlin/Weimar 1965.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;17 Geschichten.&#039;&#039; Ex Libris, Zürich 1969.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Stücke.&#039;&#039; Suhrkamp (st 6), Frankfurt am Main 1971.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Was zu bezweifeln war. Aufsätze und Reden 1958–1975.&#039;&#039; Auswahl von Klaus Schuhmann. Aufbau, Berlin/Weimar 1976.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gesammelte Geschichten.&#039;&#039; Suhrkamp (Weißes Programm im 33. Jahr), Frankfurt am Main 1983.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stücke.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Fingerübungen eines Mörders&#039;&#039;. Zwölf Geschichten (ausgewählt vom Autor). Suhrkamp (st 2324), Frankfurt am Main 1994.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zauber und Gegenzauber.&#039;&#039; Aufsätze und Gedichte. Isele, Eggingen 1994.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mit der Schwere spielen.&#039;&#039; Lesebuch, ausgewählt von Hans Christian Kosler. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Werke in zwölf Bänden.&#039;&#039; Hg. v. [[Helmuth Kiesel]]. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ich vertraue. Querfeldein.&#039;&#039; Reden und Aufsätze. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die großen Romane.&#039;&#039; 6 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ewig aktuell – Aus gegebenem Anlass.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Thekla Chabbi&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erzählungen ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Selbstporträt als Kriminalroman.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;270, Aus: Martin Walser, Werke in zwölf Bänden. Band 8, Prosa. Hg. Helmuth Kiesel, Frank Barsch. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1997&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Briefwechsel ===&lt;br /&gt;
* [[Maria Menz]]: &#039;&#039;Briefe – Band I. Briefwechsel mit Martin Walser.&#039;&#039; Isele, Eggingen 2005, ISBN 3-86142-362-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herausgaben ===&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Vorzeichen.&#039;&#039; 2 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962–1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörspiele ==&lt;br /&gt;
* 1952 &#039;&#039;Die Dummen.&#039;&#039; Regie: [[Cläre Schimmel]]. [[Süddeutscher Rundfunk|SDR]] 1952.&lt;br /&gt;
* 1953 &#039;&#039;Kantaten auf der Kellertreppe – die niemand hören will.&#039;&#039; Regie: [[Cläre Schimmel]]. SDR 1953.&lt;br /&gt;
* 1954 &#039;&#039;Die Zuschauer.&#039;&#039; Regie: Oskar Nitschke. SDR 1954.&lt;br /&gt;
* 1961 &#039;&#039;Totentanz&#039;&#039; von [[Wolfgang Weyrauch]]. Regie: Martin Walser. [[Bayerischer Rundfunk|BR]]/[[Norddeutscher Rundfunk|NDR]] 1961.&lt;br /&gt;
* 1977 &#039;&#039;Ein grenzenloser Nachmittag.&#039;&#039; Regie: [[Günter Bommert]]. SWF 1977.&lt;br /&gt;
* 1978 &#039;&#039;Säntis.&#039;&#039; Regie: [[Alf Brustellin]]. WDR/BR/SWF 1978.&lt;br /&gt;
* 1986 &#039;&#039;Ein fliehendes Pferd.&#039;&#039; Dramaturgie: [[Karl Karst]], Regie: Martin Walser. BR 1986.&lt;br /&gt;
* 1986 &#039;&#039;Nero lässt grüßen oder: Selbstporträt des Künstlers als Kaiser.&#039;&#039; Dramaturgie: [[Karl Karst]], Regie: Martin Walser. BR 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Martin Walser}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Martin Walser}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Umfassende Einführungen in Leben und Werk:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Heinz Ludwig Arnold]]: &#039;&#039;Umkreisung eines Dividualisten. Über Martin Walser.&#039;&#039; In: ders: &#039;&#039;Von Unvollendeten. Literarische Porträts.&#039;&#039; Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-866-3.&lt;br /&gt;
* Gerald A. Fetz: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-10299-8.&lt;br /&gt;
* [[Jochen Hieber]]: &#039;&#039;Martin Walser. Der Romantiker vom Bodensee.&#039;&#039; wbg Theiss, Darmstadt 2022. ISBN 978-3-8062-4355-0.&lt;br /&gt;
* [[Jörg Magenau]]: &#039;&#039;Martin Walser. Eine Biographie.&#039;&#039; Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 978-3-499-24772-9.&lt;br /&gt;
* [[Klaus Siblewski]]: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-38503-8.&lt;br /&gt;
* Anthony Edward Waine: &#039;&#039;Martin Walser.&#039;&#039; Beck, München 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gespräche mit Walser:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Klaus Siblewski]] (Hrsg.): &#039;&#039;Auskunft. 22 Gespräche aus 28 Jahren.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-38371-X.&lt;br /&gt;
* Rainer Weiss (Hrsg.): &#039;&#039;Ich habe ein Wunschpotential. Gespräche mit Martin Walser.&#039;&#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-518-39475-4.&lt;br /&gt;
* mit [[Jakob Augstein]]: &#039;&#039;Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2017, ISBN 978-3-498-00680-8.&lt;br /&gt;
* Thekla Chabbi (Hrsg.): &#039;&#039;„Ich würde heute ungern sterben“. Interviews von 1978 bis 2016.&#039;&#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2018, ISBN 978-3-499-27412-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erlebnisbericht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Susanne Klingenstein]]: &#039;&#039;Wege mit Martin Walser.&#039;&#039; Weissbooks, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-86337-100-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fiktionalisierter Zeitzeugenbericht&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Martina Zöllner]]: &#039;&#039;Bleibtreu.&#039;&#039; DuMont-Literatur-und-Kunst-Verlag, Köln 2003, ISBN 3-8321-7856-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Walser in der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Hilmar Grundmann]]: &#039;&#039;„Berufliche Arbeit macht krank“. Literaturdidaktische Reflexionen über das Verhältnis von Beruf und Privatsphäre in den Romanen von Martin Walser.&#039;&#039; Peter Lang, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-631-38806-3.&lt;br /&gt;
* Ana-Maria Pǎlimariu: &#039;&#039;„Chemnitzer Zähne“. Ironie in Martin Walsers Werk der 1970er- und 1980er-Jahre.&#039;&#039; Hartung-Gorre, Konstanz 2007, ISBN 978-3-86628-125-7.&lt;br /&gt;
* [[Jan Badewien]], [[Hansgeorg Schmidt-Bergmann]] (Hrsg.): &#039;&#039;Martin Walser. Lebens- und Romanwelten.&#039;&#039; Ev. Akademie Baden, Karlsruhe 2008, ISBN 978-3-89674-553-8.&lt;br /&gt;
* Wörter für die Katz? Martin Walser im Kontext der Literatur nach 1945. Hrsg. von Miriam Seidler. Peter Lang, Frankfurt am Main 2011. ISBN 978-3-631-60661-2.&lt;br /&gt;
* Kerstin Koblitz: „Die leeren Wände reden mit vollem Mund“. Dinge und Dinglichkeit im Erzählwerk Martin Walsers. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert, 2015, ISBN 978-3-86110-582-4.&lt;br /&gt;
* Anita Gröger: &#039;Erzählte Zweifel an der Erinnerung&#039;. Eine Erzählfigur im deutschsprachigen Roman der Nachkriegszeit (1954–1976). Ergon-Verlag, Würzburg, 2016, ISBN 978-3-95650-149-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Joachim Rohloff: &#039;&#039;„Ich bin das Volk“. Martin Walser, Auschwitz und die Berliner Republik.&#039;&#039; KVV-Konkret, Hamburg, 1999. [„Wenn wir Auschwitz bewältigen könnten, könnten wir uns wieder nationalen Aufgaben zuwenden.“ (Martin Walser, 1979) – Joachim Rohloffs Buch untersucht den literarisch-politischen Werdegang Martin Walsers.]&lt;br /&gt;
* [[Martin Dietzsch]], [[Siegfried Jäger]], [[Alfred Schobert]] (Hrsg.): &#039;&#039;Endlich ein normales Volk? Vom rechten Verständnis der Friedenspreis-Rede Martin Walsers. Eine Dokumentation.&#039;&#039; DISS-Duisburg, 1999. [Die Dokumentation der Duisburger Sprachwissenschaftler zeigt, wie die Presse der extremen Rechten Walsers Rede mit Begeisterung vereinnahmen konnte, ohne sich selbst oder den Text Walsers verbiegen zu müssen.]&lt;br /&gt;
* [[Matthias N. Lorenz]]: &#039;&#039;„Auschwitz drängt uns auf einen Fleck“ – Judendarstellung und Auschwitzdiskurs bei Martin Walser.&#039;&#039; Metzler, Stuttgart 2005, ISBN 3-476-02119-X.&lt;br /&gt;
* Peter Schwiderowski: &#039;&#039;Über ein politisches Selbstgespräch. Anmerkungen zur Friedenspreisrede Martin Walsers 2000.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Donnerstagshefte.&#039;&#039; 3. [[Alte Synagoge (Essen)]] 2000, ISBN 3-924384-34-7, S.&amp;amp;nbsp;24ff.&lt;br /&gt;
* Jürgen Bongartz: &#039;&#039;Der Heimatbegriff bei Martin Walser.&#039;&#039; Dissertation, Universität Köln 1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nachrufe:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Roman Bucheli]]: &#039;&#039;[https://www.nzz.ch/feuilleton/provokateur-martin-walser-er-war-bis-zuletzt-eine-streitbare-figur-ld.1749451 Martin Walser war ein leidenschaftlicher Polemiker. Manchmal war nicht zu entscheiden, ob er ein geistiger Brandstifter oder ein Aufklärer war]&#039;&#039;. [[Neue Zürcher Zeitung]], online auf nzz.ch (28. Juli 2023).&lt;br /&gt;
* [[Andreas Platthaus]]: &#039;&#039;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/schriftsteller-martin-walser-im-alter-von-96-jahren-gestorben-19064875.html Zum Tod von Martin Walser. Was aber an Unruhe bleibt, stiften die Dichter]&#039;&#039;. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], online auf faz.net (28. Juli 2023)&lt;br /&gt;
* [[Thomas Steinfeld]]: &#039;&#039;[https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kultur/martin-walser-gestorben-nachruf-e134339/?reduced=true Zum Tod von Martin Walser. Ein fühlender Mann]&#039;&#039;. [[Süddeutsche Zeitung]], online auf sz.de (28. Juli 2023), Bezahlschranke.&lt;br /&gt;
* Gerrit Bartels: &#039;&#039;[https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-martin-walser-der-streitbare-zustimmungssuchtige-10231672.html Zum Tod von Martin Walser: Der streitbare Zustimmungssüchtige. Ein Nachruf auf den großen Schriftsteller Martin Walser, einen der letzten, stets auch politisch wirkenden, oft umstrittenen Repräsentanten der Nachkriegsliteratur]&#039;&#039;. [[Der Tagesspiegel]], 28. Juli 2023 (online auf tagesspiegel.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Stefan Gmünder]]: &#039;&#039;[https://www.derstandard.de/story/3000000180942/schriftsteller-martin-walser-im-alter-von-96-jahren-verstorben 1927–2023. Schriftsteller Martin Walser im Alter von 96 Jahren verstorben. Walser hatte die deutschsprachige Literatur seit der Nachkriegszeit geprägt]&#039;&#039;. [[Der Standard]], 28. Juli 2023 (online auf derstandard.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Marc Stegherr]]: &#039;&#039;Eine Jahrhundertgestalt. Das Leiden, die Ungerechtigkeit, die historisch wie menschlich Gescheiterten waren bis zum Schluss Themen der Werke Walsers. Ein Nachruf&#039;&#039;. In: [[Die Tagespost]], 3. August 2023, S. 18 ([https://www.die-tagespost.de/kultur/literatur/verneigung-vor-der-jahrhundertgestalt-art-240877 online auf die-tagespost.de], 29. Juli 2023; abgerufen am 15. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/trauer-um-martin-walser-19067666.html Trauer um Martin Walser. Seine Freude am Argument]&#039;&#039;. [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], online auf faz.net (29. Juli 2023); enthält Politiker-Stellungnahmen von Bundeskanzler [[Olaf Scholz]], Bundespräsident [[Frank-Walter Steinmeier]] und Baden-Württembergs Ministerpräsident [[Winfried Kretschmann]].&lt;br /&gt;
* [[Susanne Beyer (Journalistin)|Susanne Beyer]]: &#039;&#039;[https://www.spiegel.de/kultur/martin-walser-nachruf-zuletzt-einer-der-letzten-a-f4f7f5eb-e714-4241-90f7-fff8251d2f9c Zum Tod von Martin Walser. Zuletzt einer der Letzten. Martin Walser war fast von Beginn der Bundesrepublik an einer ihrer bedeutendsten Schriftsteller. Auch die deutsche Debattenkultur ist ohne ihn nicht denkbar. Nachruf auf einen Beirrbaren]&#039;&#039;. [[Der Spiegel]], 29. Juli 2023 (online auf [[spiegel.de]], abgerufen am 6. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* [[Jörg Magenau]]: &#039;&#039;[https://www.deutschlandfunk.de/nachruf-auf-martin-walser-dlf-c635b4a8-100.html Zum Tod von Martin Walser. Ein Nachruf]&#039;&#039;. [[Deutschlandfunk]], 29. Juli 2023 (Podcast 7:01 min, online auf deutschlandfunk.de, abgerufen am 6. August 2023).&lt;br /&gt;
* [[Arnold Stadler]]: &#039;&#039;[https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/nachruf-auf-martin-walser-wenn-du-nicht-gewesen-waerst-sprache Nachruf auf Martin Walser: Wenn du nicht gewesen wärst, Sprache. Weltliteratur. Wie schön es sein kann, Ja zu sagen, selbst noch zum Schmerz: Über Martin Walsers Leben, Schreiben und Tod].&#039;&#039; In: Der Freitag, Ausgabe 31/2023 (online auf freitag.de, abgerufen am 6. August 2023; Bezahlschranke).&lt;br /&gt;
* [[Iris Radisch]]: &#039;&#039;Gefühlswildnis mit Käthe. Martin Walser war der große Porträtist deutscher Kleinbürgerlichkeit. Seine Skandale waren voller Missverständnisse und sein Schreiben ohne Ehefrau nicht denkbar&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 42 ([https://www.zeit.de/2023/33/martin-walser-schriftsteller-nachkriegsliteratur-anti-helden-marcel-reich-ranicki online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
* [[Edgar Selge]]: &#039;&#039;Bitte subjektiv. Konsens braucht Kampf: Martin Walsers Mut zur Debatte war sein größtes Geschenk an uns&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 43 ([https://www.zeit.de/2023/33/schriftsteller-martin-walser-subjektivitaet-wahrnehmung online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
* [[Adam Soboczynski]]: &#039;&#039;Die Liebe, junger Mann. Das Publikum liebte Martin Walser abgöttisch. Kaum etwas war daher eine größere Herausforderung, als ihn zu moderieren&#039;&#039;. In: [[Die Zeit]], Nr. 33/2023 vom 3. August 2023, S. 43 ([https://www.zeit.de/2023/33/martin-walser-erinnerungen-lesungen-die-inszenierung-leipziger-buchmesse online auf zeit.de], abgerufen am 6. August 2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörbücher ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Martin Walser liest „Die Verteidigung der Kindheit“.&#039;&#039; (MC), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-09820-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Des Lesers Selbstverständnis. Ein Bericht und eine Behauptung.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1994, ISBN 3-86142-035-X.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kantaten, aggressive Lieder und frühe Hörspiele.&#039;&#039; (2 MCs), Edition Isele, Eggingen 1997, ISBN 3-86142-082-1.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;In Goethes Hand. Szenen aus dem 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&#039;&#039; (2 MCs), Noa Noa, München 1999, ISBN 3-932929-15-2.&lt;br /&gt;
** als CD: Noa Noa, München 2006, ISBN 3-932929-62-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Über die Schüchternheit. Ein Versuch.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2000, ISBN 3-86142-175-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2001, ISBN 3-86142-219-0.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Alexander und Annette. Ein innerer Monolog.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 2001, ISBN 3-86142-221-2.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Meßmers Reisen / Meßmers Gedanken.&#039;&#039; (2 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-30354-4.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Der Augenblick der Liebe.&#039;&#039; (7 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-30376-5.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Verwaltung des Nichts.&#039;&#039; (2 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2005, ISBN 3-455-30384-6.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angstblüte.&#039;&#039; (5 CDs), Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 3-455-30092-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Mein Schiller.&#039;&#039; Lesung und Gespräch mit Martin Walser und Dieter Borchmeyer (CD), Langen-Müller, München 2006, ISBN 3-7844-4073-8.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Unglücksglück &amp;amp; Das geschundene Tier.&#039;&#039; (CD), Hoffmann und Campe, Hamburg 2007, ISBN 978-3-455-30519-7.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Muttersohn.&#039;&#039; (8 CDs gelesen von Martin Walser, 550 Min.), [[Argon Verlag]], Berlin 2011, ISBN 978-3-8398-1103-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Günter Grass]]:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein Gespräch über Deutschland.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1995, ISBN 3-86142-044-9.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zweites Gespräch über Deutschland.&#039;&#039; (MC), Edition Isele, Eggingen 1999, ISBN 3-86142-167-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfilmungen ==&lt;br /&gt;
Zum 1972 erschienenen deutschen Filmdrama &#039;&#039;[[Das Unheil]]&#039;&#039; von [[Peter Fleischmann (Regisseur)|Peter Fleischmann]] schrieb Walser gemeinsam mit dem Regisseur das Drehbuch und verfasste die Dialoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 verfilmte der österreichische Regisseur [[Peter Patzak]] &#039;&#039;Das Einhorn&#039;&#039; mit [[Peter Vogel (Schauspieler)|Peter Vogel]] und [[Gila von Weitershausen]] als Ehepaar Kristlein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der dritte und letzte Teil der Anselm-Kristlein-Trilogie &#039;&#039;Der Sturz&#039;&#039; wurde 1979 von [[Alf Brustellin]] mit [[Franz Buchrieser]], [[Hannelore Elsner]], [[Wolfgang Kieling]], [[Kurt Raab]] und [[Kurt Weinzierl]] als Darstellern verfilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Ein fliehendes Pferd]]&#039;&#039; wurde zweimal verfilmt, zuerst [[Ein fliehendes Pferd (1986)|1984 als Fernsehfilm]] unter der Regie von [[Peter Beauvais]] und nach einem Drehbuch von [[Ulrich Plenzdorf]]. 2007 kam [[Ein fliehendes Pferd (2007)|eine Neuverfilmung]] mit Regisseur [[Rainer Kaufmann]] und den Darstellern [[Ulrich Noethen]] als Helmut, [[Ulrich Tukur]] als Klaus, [[Katja Riemann]] als Sabine und [[Petra Schmidt-Schaller]] als Hel in die Kinos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Vitus Zeplichal]] spielte Tassilo S. Grübel 1986 im Fernsehfilm &#039;&#039;Alles aus Liebe&#039;&#039; (Regie: [[Rainer Boldt]]), [[Bruno Ganz]] spielte Tassilo S. Grübel in der sechsteiligen Fernsehserie &#039;&#039;Tassilo – Ein Fall für sich&#039;&#039; (1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit [[Asta Scheib]] schrieb Walser das Drehbuch zu der 1989 gesendeten &#039;&#039;[[Tatort (Fernsehreihe)|Tatort]]&#039;&#039;-Folge &#039;&#039;[[Tatort: Armer Nanosh|Armer Nanosh]]&#039;&#039;. Das Buch erschien im gleichen Jahr als Kriminalroman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags sendete das [[ZDF]] im März 2007 eine Fernsehverfilmung seines Romans &#039;&#039;[[Ohne einander]]&#039;&#039;. Seine Tochter [[Franziska Walser|Franziska]] spielte die Hauptrolle, [[Diethard Klante]] führte Regie.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.imdb.com/title/tt0972863 |titel=Ohne einander |hrsg=[[Internet Movie Database]] |sprache=en |abruf=2015-06-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=1|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{LitBay|118628852}}&lt;br /&gt;
* {{Spk-digital|person:(„Walser, Martin“)|NAME=Martin Walser|SBB=1}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG |Bio=martin-walser |Autor=Claudia Wagner}}&lt;br /&gt;
* [https://www.uibk.ac.at/iza/lis-cgi/laus/laus_prepare.cgi?pgm_status=start&amp;amp;laus_lang=de&amp;amp;sstr=Walser_Martin Martin Walser] in der [https://www.uibk.ac.at/iza/ Artikelsammlung] des [[Innsbrucker Zeitungsarchiv]]s&lt;br /&gt;
* {{IMDb|nm0909522}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_wxyz/walser.html |text=Kommentierte Linksammlung |wayback=20160428014923}} der [[Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin]]&lt;br /&gt;
* {{Perlentaucher|3088}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/die-walser-bubis-kontroverse/ Die Walser-Bubis-Kontroverse], Darstellung und Beurteilung auf dem Portal [[Shoa.de]]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.badsk.de/text/UeberErfahrungenmitdemZeitgeist.pdf |text=&#039;&#039;Über Erfahrungen mit dem Zeitgeist.&#039;&#039; |wayback=20160304063414}} Festrede zur Öffentlichen Jahressitzung zum 60-jährigen Bestehen der [[Bayerische Akademie der Schönen Künste|Bayerischen Akademie der Schönen Künste]], München 2008 (PDF-Datei; 115&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.dichterlesen.net/personen/detail/martin-walser/ Lesungen mit Martin Walser zum Anhören und Downloaden auf dichterlesen.net]&lt;br /&gt;
* [[Jan-Heiner Tück]]: &#039;&#039;[https://www.eaberlin.de/nachlese/chronologisch-nach-jahren/2013/03-2013-herausgefordert-durch-atheismus-und-gottvergessenheit/jan-heiner-tueck-gottesvergessenheit-2013.pdf Was fehlt, wenn Gott fehlt? Martin Walser über Rechtfertigung – eine theologische Erwiderung.]&#039;&#039; Vortrag vom 13. März 2013 (PDF-Datei; 400&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=yzpqwi9JE54 Lesung von Martin Walser aus &#039;&#039;Sprachlaub&#039;&#039;], mit weiteren Gesprächen u.&amp;amp;nbsp;a. mit Tochter [[Alissa Walser]] geführt von [[Oswald Burger]]&lt;br /&gt;
* {{Filmportal|d31158f705604c989e279aec734770f9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118628852|LCCN=n81056416|NDL=00460123|VIAF=51697261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Walser, Martin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schriftsteller (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Peter Remagen</name></author>
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