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	<title>AnthroWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-13T20:11:35Z</updated>
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		<title>Freiheit</title>
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		<updated>2026-03-16T14:08:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Das Freiheitserlebnis im Zusammenhang mit Imagination, Inspiration und Intuition */ Korrektur laut Original&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891)&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Das altgriech. Wort für Freiheit – &#039;&#039;«Éleutheria»&#039;&#039; – bedeutete ursprünglich etwa: „zu einer Reise aufbrechen und alle Schwierigkeiten überwinden, um ein geliebtes Ziel zu erreichen“, wie es [[Homer]] in seiner [[Odyssee]] schildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901&#039;&#039; {{GZ||31|192}}&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Großes will, muß sich zusammenraffen;&lt;br /&gt;
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,&lt;br /&gt;
Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[Johann Wolfgang Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/nid/20004846001 Natur und Kunst ...]&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
O weh! hinweg! und laßt mir jene Streite&lt;br /&gt;
Von Tyrannei und Sklaverei beiseite.&lt;br /&gt;
Mich langeweilt&#039;s; denn kaum ist&#039;s abgetan,&lt;br /&gt;
So fangen sie von vorne wieder an;&lt;br /&gt;
Und keiner merkt: er ist doch nur geneckt&lt;br /&gt;
Vom Asmodeus, der dahinter steckt.&lt;br /&gt;
Sie streiten sich, so heißt&#039;s, um Freiheitsrechte;&lt;br /&gt;
Genau besehn, sind&#039;s Knechte gegen Knechte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[Johann Wolfgang Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/2.+Akt/Laboratorium Faust II, Laboratorium]&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[Johann Wolfgang Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts]&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;DER PANTHER&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Im Jardin des Plantes, Paris&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe&lt;br /&gt;
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.&lt;br /&gt;
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe&lt;br /&gt;
und hinter tausend Stäben keine Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,&lt;br /&gt;
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,&lt;br /&gt;
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,&lt;br /&gt;
in der betäubt ein großer Wille steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille&lt;br /&gt;
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,&lt;br /&gt;
geht durch der Glieder angespannte Stille –&lt;br /&gt;
und hört im Herzen auf zu sein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[w:Rainer Maria Rilke|Rainer Maria Rilke]], Neue Gedichte, [[commons:Image:Neue Gedichte (Rilke 1907) 037.gif|S. 37]]&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; ([[lat.]] &#039;&#039;[[libertas]]&#039;&#039;; {{ELSalt|ἐλευθερία}} &#039;&#039;éleutheria&#039;&#039;) des [[Mensch]]en liegt nach [[Rudolf Steiner]] darin begründet, dass er die Gesetze &#039;&#039;seines&#039;&#039; Handelns erkennen und darauf &#039;&#039;seine&#039;&#039; [[Entscheidung]]en gründen kann. Ausgangspunkt der Freiheit ist daher nicht die [[Freiheit des Willens]], sondern die [[Freiheit der Gedanken]], die sich der [[Mensch]] im reinen, sinnlichkeitsfreien [[Denken]] durch [[moralische Intuition]] erringen kann – nicht aus blinden [[Instinkt]]en, [[Trieb]]en oder [[Begierde]]n, auch nicht in der bloßen Befolgung [[Soziale Norm|äußerer Normen]], sondern wissend aus voll bewusster [[Liebe]] zu dem, was er tut. Nur so kann er sein Handeln [[selbstbestimmt]], [[autonom]] gestalten, allen äußeren Zwängen zum Trotz. Fehlt ihm die &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039;, vermag er die &#039;&#039;äußere Freiheit&#039;&#039; nicht zu nützen, würde sie ihm auch noch so großzügig gewährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Lesen Sie nach in meiner «[[Philosophie der Freiheit]]», was für einen großen Wert ich darauf gelegt habe, daß nicht gefragt werde nach der Freiheit des Willens. Der sitzt unten, tief unten im Unbewußten, und es ist ein Unsinn, nach der Freiheit des Willens zu fragen; sondern man kann nur von der Freiheit der Gedanken sprechen. Ich habe das in meiner «Philosophie der Freiheit» wohl auseinandergehalten. Die freien Gedanken müssen dann den Willen impulsieren, dann ist der Mensch frei.|235|46ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich dabei um ein fernes, nur selten erreichtes [[Ideal]] handelt, kann kaum bezweifelt werden. Nur selten handelt der Mensch wirklich frei aus vollbewusster Einsicht in die wahren Gründe seines Tuns. Oft ist er der Sklave seiner eigenen [[Egoismus|Egoismen]] oder folgt bestenfalls den äußeren Regeln, die ihm anerzogen wurden. Doch liegt in seinem [[Ich]] die Kraft, sich diesem Ideal schrittweise im Zuge einer langen Entwicklung zu nähern und schlussendlich zu einem wahren [[Geist der Freiheit]] zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nicht alles menschliche Handeln trägt den Charakter der Freiheit. Nur das in jedem seiner Teile von Selbstbeobach­tung durchglühte Handeln ist ein freies. Und weil die Selbstbeobachtung das individuelle Ich hinaufhebt zum allgemeinen Ich, so ist das freie Handeln das aus dem All-Ich fließende.|7|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dieses Ziel bei unbefangener Betrachtung nicht in einem einzigen [[Erdenleben]] erreichbar ist, sondern vieler [[Wiederholte Erdenleben|wiederholter Erdenleben]] und der heilsamen Kraft des [[Karma]]s bedarf, erscheint so gesehen nicht unplausibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[freies Geistesleben]], das auf die [[individuell]]en Fähigkeiten des [[Mensch]]en gegründet ist, soll sich heute nach [[Rudolf Steiner]]s Ideen zur [[Soziale Dreigliederung|sozialen Dreigliederung]] als &#039;&#039;selbstständiges&#039;&#039; Glied des [[Sozialer Organismus|sozialen Organismus]] neben dem [[Wirtschaftsleben|Wirtschafts-]] und [[Rechtsleben]] herausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das geistige Glied im dreigliedrigen sozialen Organismus&lt;br /&gt;
umfaßt Wissenschaft, Kunst, Religion, das gesamte Erziehungswesen&lt;br /&gt;
und die richterliche Rechtsprechung. Alle diese&lt;br /&gt;
geistig-kulturellen Faktoren können nur in vollkommener&lt;br /&gt;
Freiheit von staatlichen Eingriffen ihre Aufgabe erfüllen&lt;br /&gt;
und in rechter Weise das soziale Leben befruchten. Das&lt;br /&gt;
Geistesleben, die Kultur, muß aus dem freien Zusammenwirken&lt;br /&gt;
aller geistig-schöpferischen Einzelpersönlichkeiten&lt;br /&gt;
sich herausgestalten und sich selbst eigene Verwaltungskörper&lt;br /&gt;
geben.|24|473}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eleutheria ==&lt;br /&gt;
[[File:Tranquillina - bronze from Myra.jpg|thumb|Artemis Eleutheria, von einer Münze, die in Myra in Lykien zu Ehren der Kaiserin [[w:Furia Sabinia Tranquillina|Tranquillina]] geprägt wurde. Sie war die Ehefrau des römischen Kaisers [[w:Gordian III.|Gordian III.]], der 238 bis 244 n. Chr. regierte.]]&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die Göttin Libertas dar.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der griechische Begriff &#039;&#039;&#039;Éleutheria&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|ἐλευθερία}}) leitet sich vermutlich von {{ELSalt|ἐλευ}} &#039;&#039;éleu&#039;&#039; ab, was ungefähr bedeutet „ein geliebtes Ziel erreichen“ (zu können), durchaus im Sinne einer äußeren (See)Reise, die man bestehen muss und dabei seine Kräfte und Fähigkeiten entwickelt, um das erstrebte, geliebte Ziel zu erreichen, wie es klassisch [[Homer]] in seiner [[Ilias]] und [[Odyssee]] schildert. Éleutheria war auch ein Beiname der Göttin [[Artemis]], die in dieser Form insbesondere in der Stadt [[w:Myra|Myra]] im kleinasiatischen [[w:Lykien|Lykien]] verehrt wurde. In der [[Römische Mythologie|römischen Mythologie]] entspricht ihr die Göttin [[w:Libertas|Libertas]], für die auch die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] (&#039;&#039;Liberty Enlightening the World&#039;&#039;) in [[w:New York City|New York]] steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gedankenfreiheit und sittliche Autonomie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Böcklin Die Freiheit 1891.jpg|thumb|Die Freiheit ([[Wikipedia:Arnold Böcklin|Arnold Böcklin]], 1891)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es handelt sich dabei darum, daß man die Freiheit entwickelt hat zunächst im Gedanken. Im Gedanken geht der Quell der Freiheit auf. Der Mensch hat einfach ein unmittelbares Bewußtsein davon, daß er im Gedanken ein freies Wesen ist.|235|54}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Erkenntnis]] der Gesetzmäßigkeiten des eigenen Handelns ist zunächst nur ein Sonderfall des Erkennens überhaupt, doch indem die Erkenntnis sich auf die &#039;&#039;bewusste&#039;&#039; Tätigkeit des [[Ich]]s richtet, liegt diese Gesetzmäßigkeit nicht außerhalb des erkannten Objektes, des Ichs, sondern ist der Inhalt des im lebendigen Tun begriffenen Ich selbst, das diese Gesetze aus sich und der Einsicht in die Gegebenheiten hervorbringt. Erkennender und Erkanntes, [[Subjekt]] und [[Objekt]], fallen in eins, werden identisch, und damit beherrschen uns nicht mehr von außen gegebene sittliche Gebote und Gesetze, auch nicht mehr von innen aufgedrungene [[trieb]]hafte Handlungsweisen, sondern wir nehmen erstere in unser eigenes [[Wesen]] auf oder wir klären, was uns letztere abverlangen und vollziehen nur das, was wir uns selbst befehlen, d. h. was wir selbst zu bewussten Handlungsmotiven erhoben haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wahrhaft &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Handlungen sind ja doch nur&lt;br /&gt;
diejenigen, wo wir, den [[Pflicht]]begriff vollkommen beiseite&lt;br /&gt;
setzend, rein unsere Individualität walten lassen.|38|143}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eine Handlung wird als eine freie empfunden, soweit&lt;br /&gt;
deren Grund aus dem ideellen Teil meines individuellen&lt;br /&gt;
Wesens hervorgeht; jeder andere Teil einer Handlung,&lt;br /&gt;
gleichgültig, ob er aus dem Zwange der Natur oder aus der&lt;br /&gt;
Nötigung einer sittlichen Norm vollzogen wird, wird als&lt;br /&gt;
unfrei empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frei ist nur der Mensch, insofern er in jedem Augenblicke&lt;br /&gt;
seines Lebens sich selbst zu folgen in der Lage ist. Eine sittliche&lt;br /&gt;
Tat ist nur meine Tat, wenn sie in dieser Auffassung&lt;br /&gt;
eine freie genannt werden kann.|4|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch wird im Sinne Steiners die [[sittliche Autonomie]] und der [[Ethischer Individualismus|ethische Individualismus]] und eine durchgreifende [[Toleranz]] im Zusammenspiel von Mensch, Gesellschaft und Welt begründet. Voraussetzung dafür ist, dass man das [[Liebe|liebt]], was man aus Einsicht tut, d.h. sich in freier Hingabe mit dem Auszuführenden identifiziert und dabei die sozialen und natürlichen Bedingungen beachtet.  Daraus folgt die [[Grundmaxime der freien Menschen]], die [[Rudolf Steiner]] in seiner [[Philosophie der Freiheit]] so formuliert hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.|4|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Gedanken zur Freiheit hat Rudolf Steiner ausführlich in seinen grundlegenden [[Philosophie|philosophischen]] Schriften dargestellt, vor allem am Anfang seines öffentlichen schriftstellerischen Wirkens in &amp;quot;[[Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung mit besonderer Rücksicht auf Schiller]]&amp;quot;, &amp;quot;[[Wahrheit und Wissenschaft]]&amp;quot; und in &amp;quot;[[Die Philosophie der Freiheit]]&amp;quot; und später, da die Verwirklichung der Freiheitsidee schon eine lange Entwicklung der Bewusstseinskräfte innerhalb der Weltanschauungssysteme und damit des immer universeller werdenden individuellen Denkens in der Menschheit durchgemacht hat, aus der reifen Erfahrung seines jahrzehntelangen Umgangs mit dem in seinen frühen Werken konzipierten Erkenntnisweg in „[[Die Rätsel der Philosophie]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wer dieses Buch, meine «Philosophie&lt;br /&gt;
der Freiheit» studiert, wird allerdings finden, daß ich genötigt&lt;br /&gt;
war, nicht von einer Freiheit des Willens zunächst zu&lt;br /&gt;
sprechen, sondern von der Freiheit dessen, was im Gedanken,&lt;br /&gt;
und zwar in dem sinnlichkeitsfreien Gedanken, im reinen&lt;br /&gt;
Gedanken, erlebt wird, in demjenigen Gedanken aber,&lt;br /&gt;
der in der menschlichen Seele bewußt als ein sittliches, als&lt;br /&gt;
ein moralisches Ideal auftaucht, und der diejenige Stärke erlangt,&lt;br /&gt;
die auf den Willen des Menschen motivierend wirken&lt;br /&gt;
kann. Wir können von Freiheit des Menschen sprechen,&lt;br /&gt;
wenn wir von jenen Handlungen des Menschen sprechen,&lt;br /&gt;
die aus seinem freien Denken heraus gestaltet werden, wo&lt;br /&gt;
der Mensch durch eine moralische Selbsterziehung dazu&lt;br /&gt;
kommt, daß ihn die Instinkte, die Triebe, die Emotionen,&lt;br /&gt;
sein Temperament nicht beeinflussen zu einer Handlung,&lt;br /&gt;
sondern allein die hingebungsvolle Liebe zu einer Handlung.&lt;br /&gt;
In dieser hingebungsvollen Liebe zu einer Handlung kann&lt;br /&gt;
sich entwickeln, was aus der idealen Stärke des reinen sittlichen&lt;br /&gt;
Gedankens hervorgeht. Das ist eine wirkliche freie&lt;br /&gt;
Handlung.|79|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um deutlich zu machen, dass das Denken des Menschen ein ausgesprochener Freiheitspol ist, was Steiner ja schon in der [[Philosophie der Freiheit]] sagt, hat [[Joseph Beuys]] einmal folgende Formel aufgestellt: [[Denken]] = [[Wissenschaft]] = Freiheit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Intellektualismus ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Stichwort Freiheit.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/spirituelle-perspektiven/stichwort-freiheit}}]]&lt;br /&gt;
Im [[Intellektualismus]] erstirbt unser geistiges Wesen, aber gerade dadurch wird uns die Möglichkeit zur Freiheit gegeben. Der [[Intellekt]] ist keine [[Wirklichkeit]], sondern bloßes [[Bild]] und kann uns daher nicht zwingen. Indem wir dieses Bild schöpferisch umgestalten und in  in voller Freiheit in unserem [[Denken]] die sittlichen Impulse gestalten, die unser Handeln leiten, verwirklichen wir damit zugleich unser ureigenstes geistiges Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Mensch&lt;br /&gt;
mußte intellektualistisch werden, damit er frei werden könne. Der&lt;br /&gt;
Mensch verliert im Intellektualismus sein geistiges Wesen, denn er kann&lt;br /&gt;
vom Intellektualismus nichts durch des Todes Pforte tragen. Aber er&lt;br /&gt;
erwirbt hier die Freiheit durch den Intellektualismus, und was er so&lt;br /&gt;
in Freiheit erwirbt, das kann er dann durch des Todes Pforte tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch mag also denken so viel er will auf bloße intellektualistische&lt;br /&gt;
Art - nichts davon geht durch des Todes Pforte. Allein wenn&lt;br /&gt;
der Mensch das Denken verwendet, um es in freien Handlungen auszuleben,&lt;br /&gt;
so geht so viel gewissermaßen als die geistig-seelische Substanz,&lt;br /&gt;
die ihn zum Wesen macht und nicht zum bloßen Wissen, mit ihm aus&lt;br /&gt;
seinen Freiheitserlebnissen durch des Todes Pforte. Im Denken wird&lt;br /&gt;
uns durch den Intellektualismus unser Menschenwesen genommen, um&lt;br /&gt;
uns zur Freiheit gelangen zu lassen. Was wir in Freiheit erleben, das&lt;br /&gt;
wird uns dann wiederum gegeben als menschliches Wesen. Der Intellektualismus&lt;br /&gt;
tötet uns, aber er belebt uns auch. Er läßt uns wieder auferstehen&lt;br /&gt;
mit völlig verwandelter Wesenheit, indem er uns zu freien&lt;br /&gt;
Menschen macht.|207|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir können deutlich auf&lt;br /&gt;
das erste Drittel des 15. Jahrhunderts hinweisen: da ist mit aller Deutlichkeit&lt;br /&gt;
erst dieser Intellektualismus heraufgekommen. Früher haben&lt;br /&gt;
die Menschen, auch wenn sie sogenanntes Wissenschaftliches gedacht&lt;br /&gt;
haben, viel mehr in Bildern, welche die Wachstumskräfte der Dinge&lt;br /&gt;
selber darstellten, gedacht, nicht in abstrakten Begriffen, wie wir das&lt;br /&gt;
heute selbstverständlich tun müssen. Nun, diese abstrakten Begriffe,&lt;br /&gt;
die uns innerlich zum reinen Denken erziehen, wovon ich gerade in&lt;br /&gt;
meiner «Philosophie der Freiheit» gesprochen habe, diese abstrakten&lt;br /&gt;
Begriffe, sie machen es möglich, daß wir freie Wesen werden. Als die&lt;br /&gt;
Menschen noch nicht in Abstraktionen denken konnten, waren sie mit&lt;br /&gt;
ihrer ganzen Seelenverfassung determiniert, abhängig. Frei können&lt;br /&gt;
sich erst die Menschen entwickeln, nachdem sie innerlich durch nichts&lt;br /&gt;
bestimmt sind, nachdem die moralischen Impulse - Sie können das&lt;br /&gt;
nachlesen in meiner «Philosophie der Freiheit» - im reinen Denken erfaßt&lt;br /&gt;
werden können. Reine Gedanken sind aber keine Realität, sondern&lt;br /&gt;
sie sind Bilder. Bilder können uns nicht zwingen, wir selber müssen&lt;br /&gt;
unser Handeln bestimmen; Bilder haben nichts Zwingendes. Die&lt;br /&gt;
Menschheit hat sich auf der einen Seite zum abstrakten Gedanken, auf&lt;br /&gt;
der andern Seite zur Freiheit entwickelt. Das habe ich von andern Gesichtspunkten&lt;br /&gt;
aus öfter dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun, bevor die Menschheit fortgeschritten war dazu, im Erdenleben&lt;br /&gt;
den abstrakten Gedanken zu fassen, im Erdenleben durch dieselbe&lt;br /&gt;
Fähigkeit, die den abstrakten Gedanken fassen kann, zur Freiheit&lt;br /&gt;
zu kommen, wie war es denn damals mit ihr? Da hat die Menschheit&lt;br /&gt;
im Leben auf der Erde zwischen der Geburt und dem Tode nicht abstrakte&lt;br /&gt;
Gedanken gefaßt; selbst im alten Griechenland war das noch&lt;br /&gt;
nicht möglich, geschweige denn in früheren Zeiten. Da hat die Menschheit&lt;br /&gt;
durchaus in Bildern gedacht und war demgemäß auch nicht mit&lt;br /&gt;
dem innerlichen Freiheitsbewußtsein ausgestattet, das eben heraufgezogen&lt;br /&gt;
ist mit dem reinen, das ist abstrakten Gedanken. Der abstrakte&lt;br /&gt;
Gedanke läßt uns kalt. Dasjenige, was uns der abstrakte Gedanke an&lt;br /&gt;
moralischer Fähigkeit gibt, das macht uns im intensivsten Sinne warm,&lt;br /&gt;
denn das stellt im höchsten Sinne unsere Menschenwürde dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie war es, bevor der abstrakte Gedanke mit der Freiheit über die&lt;br /&gt;
Menschheit kam? Nun, Sie wissen, wenn der Mensch durch die Pforte&lt;br /&gt;
des Todes geht, dann hat er in den ersten Tagen, nachdem er seinen&lt;br /&gt;
physischen Leib verlassen hat, noch den ätherischen Leib an sich, und&lt;br /&gt;
er hat wie in einer umfassenden Rückschau, nicht in Detailmalerei,&lt;br /&gt;
aber in ausgleichenden universellen Bildern seinen ganzen Lebensgang,&lt;br /&gt;
den er durchgemacht hat, soweit er sich zurückerinnert, vor sich. Dieses&lt;br /&gt;
Lebenstabieau hat der unmittelbar Verstorbene durch mehrere Tage&lt;br /&gt;
vor sich als Bildinhalt. Ja, meine lieben Freunde, so ist es heute. In derjenigen&lt;br /&gt;
Zeit, in der die Menschen hier auf der Erde Bildinhalt hatten,&lt;br /&gt;
hatten sie unmittelbar nach dem Tode das, was der heutige Mensch&lt;br /&gt;
erlebt, das Rationelle, die logische Erfassung der Welt, die sie zwischen&lt;br /&gt;
Geburt und Tod nicht hatten, in der Rückschau vor sich. Das ist etwas,&lt;br /&gt;
was uns im eminentesten Sinne hineinführt in das Verständnis der Menschenwesenheit.&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch einer älteren Geschichtsepoche&lt;br /&gt;
sogar, nicht nur der Urzeit, erst nach dem Tode hatte: einen&lt;br /&gt;
kurzen Rückblick in abstrakten Begriffen und den Impuls der Freiheit,&lt;br /&gt;
der ihm dadurch dann blieb für das Leben zwischen dem Tode und einer&lt;br /&gt;
neuen Geburt, das hat sich hereingeschoben während der Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
in das Erdenleben. Das gehört zu den Geheimnissen des&lt;br /&gt;
Daseins, daß sich Übersinnliches fortwährend hereinschiebt in das Sinnliche.&lt;br /&gt;
Was heute ausgedehnt ist über das Erdenleben, die Fähigkeit der&lt;br /&gt;
Abstraktion und Freiheit, das war etwas, was bei einer älteren Menschheit&lt;br /&gt;
nach dem Tode erst in den Menschenbesitz kam mit dieser Rückschau,&lt;br /&gt;
während heute der Mensch während des Erdenlebens zwischen&lt;br /&gt;
der Geburt und dem Tode die Rationalität, die Intellektualität und die&lt;br /&gt;
Freiheit hat und daher eine bloße Bildrückschau nach dem Tode. So&lt;br /&gt;
schieben sich die Dinge ineinander. Fortwährend schiebt sich real Konkret-&lt;br /&gt;
Übersinnliches in das Sinnliche herein.|257|43f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schein und Wirklichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können uns die Freiheit nur deswegen erringen, weil wir während unseres Erdenlebens mit unserem [[Tagesbewusstsein]] in einer Welt des bloßen [[Schein]]s leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn wir unsere Sinne hinausrichten in unsere Weltumgebung zwischen&lt;br /&gt;
Geburt und Tod, dann stellt sich uns die Welt als Erscheinung,&lt;br /&gt;
als Schein dar [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn aber der Mensch zwischen Geburt und Tod im heutigen Zeitalter&lt;br /&gt;
die Welt nicht als Schein wahrnehmen würde, wenn er den Schein&lt;br /&gt;
nicht erleben könnte, so könnte er ja nicht frei sein. Die Entwickelung&lt;br /&gt;
der Freiheit ist nur möglich in der Welt des Scheines. Ich habe das angedeutet&lt;br /&gt;
in meinem Buche «Vom Menschenrätsel», indem ich darauf&lt;br /&gt;
hingewiesen habe, daß eigentlich die Welt, die wir erleben, verglichen&lt;br /&gt;
werden kann mit den Bildern, die uns aus einem Spiegel heraus anschauen.&lt;br /&gt;
Diese Bilder, die uns aus einem Spiegel heraus anschauen, die&lt;br /&gt;
können uns nichts aufzwingen; sie sind eben nur Bilder, sie sind Schein.&lt;br /&gt;
Und so ist das, was der Mensch als Wahrnehmungswelt hat, auch&lt;br /&gt;
Schein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch ist ja durchaus nicht etwa ganz nur in den Schein der&lt;br /&gt;
Welt eingesponnen. Er ist nur mit seinem Wahrnehmen, das sein waches&lt;br /&gt;
Bewußtsein ausfüllt, eingesponnen in eine Scheinwelt. Aber wenn&lt;br /&gt;
der Mensch hinblickt auf seine Triebe, auf seine Instinkte, auf seine&lt;br /&gt;
Leidenschaften, auf seine Temperamente, auf all das, was heraufwogt&lt;br /&gt;
aus dem menschlichen Wesen, ohne daß er es zu klaren Vorstellungen&lt;br /&gt;
bringen kann, wenigstens zu wachen Vorstellungen, so ist ja das alles&lt;br /&gt;
nicht Schein. Es ist schon Wirklichkeit, aber eine Wirklichkeit, die&lt;br /&gt;
dem Menschen nicht vor das gegenwärtige Bewußtsein tritt. Der&lt;br /&gt;
Mensch lebt zwischen Geburt und Tod in einer wahren Welt, die er&lt;br /&gt;
nicht kennt, die aber niemals dazu angetan ist, ihm wirklich die Freiheit&lt;br /&gt;
zu geben. Instinkte, die ihn unfrei machen, kann sie ihm einpflanzen,&lt;br /&gt;
innere Notwendigkeiten kann sie hervorbringen, aber nie und&lt;br /&gt;
nimmer kann sie den Menschen die Freiheit erleben lassen. Die Freiheit&lt;br /&gt;
kann nur erlebt werden innerhalb einer Welt von Bildern, von Schein.&lt;br /&gt;
Und wir müssen eben, indem wir aufwachen, in ein Scheinwahrnehmungsleben&lt;br /&gt;
eintreten, damit sich da die Freiheit entwickeln kann.|207|172f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es zunächst im [[Leben zwischen Tod und neuer Geburt]]. Da tritt dem Menschen die Wirklichkeit der [[Geistige Welt|geistigen Welt]] entgegen und er wird dadurch von deren [[Notwendigkeit]] gefangengenommen. Was er sich aber im Erdenleben an Freiheit erworben hat, das kann er als sein Eigenwesen durch die Todespforte tragen und in der jenseitigen Welt geltend machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Leben im Scheine&lt;br /&gt;
ist ihm eigentlich nur gewährt zwischen der Geburt und dem Tode.&lt;br /&gt;
Der Mensch kommt heute nicht dazu, zwischen dem Tode und einer&lt;br /&gt;
neuen Geburt im Scheine zu leben. Er wird gewissermaßen gefangengenommen&lt;br /&gt;
von der Notwendigkeit, wenn er durch den Tod tritt [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Entwickelung, in die der Mensch eingetreten ist mit der&lt;br /&gt;
Mitte des 15. Jahrhunderts. Aus dem Schein der Erde sind ihm verschwunden&lt;br /&gt;
die göttlich-geistigen Welten. In der Zeit zwischen dem&lt;br /&gt;
Tod und einer neuen Geburt nehmen ihn aber diese göttlich-geistigen&lt;br /&gt;
Welten so gefangen, daß er seine Selbständigkeit ihnen gegenüber nicht&lt;br /&gt;
bewahren kann. Nur, sagte ich, wenn der Mensch hier wirklich Freiheit&lt;br /&gt;
entwickelt, das heißt, wenn er seinen ganzen Menschen engagiert&lt;br /&gt;
für das Scheinleben, dann ist es ihm möglich, auch sein Eigenwesen&lt;br /&gt;
durch die Todespforte zu tragen.|207|174f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkt das Erleben der nachtodlichen Notwendigkeit zu stark in das nächste Erdenleben hinein, entsteht eine Gefahr, in der die gegenwärtige [[Menschheit]] tatsächlich schwebt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie kann sich nicht recht einleben in die bloße&lt;br /&gt;
Welt der Phänomene, in die Welt des Scheines. Vor allen Dingen mit&lt;br /&gt;
dem inneren Leben kann sie sich nicht in diese Welt des Scheines einleben.&lt;br /&gt;
Sie will sich der Notwendigkeit, der inneren Notwendigkeit&lt;br /&gt;
übergeben, den Instinkten, Trieben, Leidenschaften. Wir sehen ja heute&lt;br /&gt;
wenig von dem verwirklicht, was aus der freien Impulsivität des reinen&lt;br /&gt;
Denkens hervorgeht. Aber ebensoviel als dem Menschen hier im&lt;br /&gt;
Leben zwischen Geburt und Tod mangelt an Freiheit, ebensoviel&lt;br /&gt;
kommt mit dem hypnotisierenden Zwange zwischen Tod und neuer&lt;br /&gt;
Geburt von Unfreiheit, von Notwendigkeit in der Wahrnehmung über&lt;br /&gt;
ihn. So daß dem Menschen die Gefahr droht, daß er durch die Todespforte&lt;br /&gt;
schreitet, sein eigenes Wesen nicht mitnehmen kann, aber für&lt;br /&gt;
die Wahrnehmungswelt sich nicht einlebt in etwas Freies, sondern in&lt;br /&gt;
etwas, was ihn untertauchen läßt in Zwangsverhältnisse, was ihn wie&lt;br /&gt;
erstarren macht in der äußeren Welt.|207|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Technik und Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In der Maschine hat sich der Mensch mit einem zwar Durchsichtigen,&lt;br /&gt;
aber ihm Fremden umgeben. Er hat sein Leben mit&lt;br /&gt;
diesem Fremden verbunden. Kalt und menschenfern steht die&lt;br /&gt;
Maschine da, ein Triumph der «sicheren» Erkenntnis; neben&lt;br /&gt;
ihr steht der Mensch selbst, Finsternis vor sich, wenn er mit&lt;br /&gt;
dieser Erkenntnis in sich selbst hineinsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch: &#039;&#039;diesen&#039;&#039; Blick in das durchsichtige Tote mußte&lt;br /&gt;
die Menschheit in sich erziehen, wenn sie völlig &#039;&#039;wach&#039;&#039; werden&lt;br /&gt;
sollte. Sie braucht das &#039;&#039;Bildwissen&#039;&#039; von dem, was ihrem eigenen&lt;br /&gt;
Wesen fremd ist, zum Wachsein. Denn alles vorangehende&lt;br /&gt;
Wissen ist aus dem Dunkel der eigenen Menschennatur mitbestimmt;&lt;br /&gt;
klar wird es erst vor der Seele, wenn die Menschenseele&lt;br /&gt;
zum bloßen Spiegel wird, der nur noch &#039;&#039;Bilder&#039;&#039; des Menschenfremden&lt;br /&gt;
entwirft. Vorher hatte der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Seeleninhalt, wenn er von Wissen sprach, die Triebe, die Inhalte&lt;br /&gt;
seiner eigenen Natur, die als solche nicht klar sein können.&lt;br /&gt;
Seine Ideen waren von einem Sein durchsetzt; aber sie&lt;br /&gt;
waren nicht klar. - Die &#039;&#039;Bilder&#039;&#039; des leblosen Seins sind klar. Nun&lt;br /&gt;
aber hat der Mensch an diesen Bildern &#039;&#039;nicht nur&#039;&#039; die Offenbarung&lt;br /&gt;
des Leblosen, sondern auch innere Erlebnisse. &#039;&#039;Bilder&#039;&#039;&lt;br /&gt;
können durch ihre eigene Natur nichts veranlassen. Sie sind&lt;br /&gt;
kraftlos. Erlebt der Mensch seine sittlichen Impulse in dem&lt;br /&gt;
Reich des Bildlichen so, wie er es an der leblosen Natur sich&lt;br /&gt;
anerzogen hat, dann erhebt er sich zur Freiheit. Denn Bilder&lt;br /&gt;
können nicht wie Triebe, Leidenschaften oder Instinkte den&lt;br /&gt;
Willen bestimmen. Erst das Zeitalter, das am Toten das Mathematik-ähnliche Bilddenken entwickelte, kann den Menschen&lt;br /&gt;
zur Freiheit geleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kalte Technik gibt dem Menschendenken ein Gepräge,&lt;br /&gt;
das in die Freiheit führt. Zwischen Hebel, Rädern und Motoren&lt;br /&gt;
lebt nur ein toter Geist; aber in diesem Totenreiche &#039;&#039;erwacht&#039;&#039;&lt;br /&gt;
die freie Menschenseele. Sie muß den Geist in sich erwecken,&lt;br /&gt;
der vorher nur mehr oder weniger träumte, als er&lt;br /&gt;
noch die Natur beseelte. Aus dem träumenden wird waches&lt;br /&gt;
Denken an der Kälte der Maschine.|36|84f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Freiheitserlebnis im Zusammenhang mit Imagination, Inspiration und Intuition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|In jedem Freiheitserlebnis sind drei Dinge verwoben. Sie erscheinen als Einheit&lt;br /&gt;
im Moment, wo das Erlebnis sich ereignet, aber der nachherige Gang des Lebens&lt;br /&gt;
läßt sie getrennt bewußt werden. Man erlebt das, was man zu tun hat, als inneres&lt;br /&gt;
Bild, das in freier moralischer Phantasietätigkeit vor einem aufsteigt. Als eine&lt;br /&gt;
wahre Imagination erscheint, was man zu tun sich entschließt, weil man es liebenswert&lt;br /&gt;
finden muß. Das Zweite, was in dem einheitlichen Erlebnis enthalten ist, ist&lt;br /&gt;
der Impuls, daß man von höheren Mächten ermahnt wird, dem im Innern Aufkeimenden&lt;br /&gt;
zu folgen. &amp;lt;Tue es&amp;gt; sagen die inneren Stimmen, und das Gewahrwerden&lt;br /&gt;
derselben ist eine wahre Inspiration. Aber noch ein drittes Element ist dem einheitlichen&lt;br /&gt;
Erlebnis einverwoben. Man stellt sich durch die Tat in eine äußere Schicksalsumgebung&lt;br /&gt;
hinein, in die man ohne das Freiheitserlebnis niemals eingetreten&lt;br /&gt;
wäre. Man begegnet jetzt anderen Menschen, wird an andere Orte geführt, dadurch,&lt;br /&gt;
daß das innere intuitiv Erfaßte nun zur schicksalhaft von außen herantretenden&lt;br /&gt;
Umgebung wird. Die Situation einer wahren Intuition ergibt sich.» «Sehen Sie»,&lt;br /&gt;
fuhr Rudolf Steiner fort, «diese drei ineinander verwobenen Erlebnisse haben sich&lt;br /&gt;
nachher auseinandergelegt, sind isoliert bewußt geworden, so daß die Imagination&lt;br /&gt;
und die Inspiration und die Intuition als Erkenntnisakte bewußt wurden.|{{BE|49_50|30}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Wille zur Freiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer in der [[Erkenntnis]] bei seinen persönlichen [[Meinung]]en und Ansichten stehen bleibt, erkennt nur das Vergängliche. Wer aber in sich das [[Ich]] als seinen ewigen Wesenskern erkennt, der erkennt auch das Ewige in den anderen Dingen, die ihn umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Solange man persönlich mit der Welt lebt, so lange enthüllen die Dinge auch nur das, was&lt;br /&gt;
sie mit unserer Persönlichkeit verknüpft das aber ist ihr Vergängliches. Ziehen wir uns&lt;br /&gt;
selbst von unserem Vergänglichen zurück und leben wir mit unserem Selbstgefühl, mit&lt;br /&gt;
unserem «Ich» in unserem Bleibenden, dann werden die vergänglichen Teile an uns&lt;br /&gt;
zu Vermittlern; und was sich durch sie enthüllt, das ist ein Unvergängliches, ein Ewiges&lt;br /&gt;
an den Dingen. Dieses Verhältnis seines eigenen Ewigen zum Ewigen in den Dingen muß&lt;br /&gt;
bei dem Erkennenden hergestellt werden können.|9|188f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer sich aus dieser im und durch das Ich gefundenen Erkenntnis des Ewigen die Impulse seines Handelns gibt, der handelt im Einklang mit der ewigen Weltordnung und zugleich in voller Freiheit. Freilich ist das ein Ideal, das der Mensch noch lange nicht erreicht hat, aber es ist ein Ziel, dem er zustreben kann – und das ist sein &#039;&#039;Wille zur Freiheit&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|So eröffnet sich dem Erkennenden die Möglichkeit, nicht mehr den unberechenbaren&lt;br /&gt;
Einflüssen der äußeren Sinnenwelt allein zu folgen, die sein Wollen bald da-, bald&lt;br /&gt;
dorthin lenken. Er hat durch Erkenntnis in der Dinge ewiges Wesen geschaut. Er hat&lt;br /&gt;
durch die Umwandlung seiner inneren Welt die Fähigkeit in sich, dieses ewige Wesen&lt;br /&gt;
wahrzunehmen. Für den Erkennenden erhalten die folgenden Gedanken noch eine&lt;br /&gt;
besondere Wichtigkeit. Wenn er aus sich heraus handelt, so ist er sich bewußt, aus dem&lt;br /&gt;
ewigen Wesen der Dinge heraus zu handeln. Denn die Dinge sprechen in ihm dieses ihr&lt;br /&gt;
Wesen aus. Er handelt also im Sinne der ewigen Weltordnung, wenn er aus dem in ihm&lt;br /&gt;
lebenden Ewigen diesem seinem Handeln die Richtung gibt. Er weiß sich dadurch nicht&lt;br /&gt;
mehr bloß von den Dingen getrieben; er weiß, daß er sie nach den ihnen selbst&lt;br /&gt;
eingepflanzten Gesetzen treibt, welche die Gesetze seines eigenen Wesens geworden&lt;br /&gt;
sind. - Dieses Handeln aus dem Innern kann nur ein Ideal sein, dem man zustrebt. Die&lt;br /&gt;
Erreichung dieses Zieles liegt in weiter Ferne. Aber der Erkennende muß den Willen&lt;br /&gt;
haben, diese Bahn klarzusehen. Dies ist sein Wille zur Freiheit. Denn Freiheit ist Handeln&lt;br /&gt;
aus sich heraus. Und aus sich darf nur handeln, wer aus dem Ewigen die Beweggründe&lt;br /&gt;
schöpft. Ein Wesen, das dies nicht tut, handelt nach anderen Beweggründen, als den&lt;br /&gt;
Dingen eingepflanzt sind. Ein solches widerstrebt der Weltordnung. Und diese muß ihm&lt;br /&gt;
gegenüber dann obsiegen. Das heißt: es kann letzten Endes nicht geschehen, was es&lt;br /&gt;
seinem Willen vorzeichnet. Es kann nicht frei werden. Willkür des Einzelwesens&lt;br /&gt;
vernichtet sich selbst durch die Wirkung ihrer Taten.|9|190f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Wurzeln der menschlichen Freiheit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eugène Delacroix - La liberté guidant le peuple.jpg|mini|300px|[[Wikipedia:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[Wikipedia:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
=== Der «[[Streit am Himmel]]» ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Streit am Himmel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Übergangszeit von der [[Alte Sonne|alten Sonne]] zum [[Alter Mond|alten Mond]] fand der sogenannte [[Streit am Himmel]] statt. Dabei wurden [[Wesenheit]]en aus der [[Hierarchie]] der [[Dynameis]] ([[Geister der Bewegung]]) gleichsam „abkommandiert“, um als [[Widersacher]] die fortschreitende Entwicklung zu hemmen, aber gerade dadurch einen neuen wesentlichen Evolutionssprung zu bewirken. Diese [[Mächte]] waren an sich noch nicht [[böse]] und hätten auch nicht aus eigenem [[Wille]]n zu hemmenden Kräften werden können. Aber indem sie Sturm liefen gegen die normale Entwicklung und der Evolution dadurch neue Wege eröffneten, wurde sie letztlich auch zu &#039;&#039;Erzeugern des Bösen&#039;&#039;, ermöglichten aber gerade dadurch die Freiheit. Sie selbst hatten zwar diese Freiheit noch nicht, aber ein Teil der [[Engel]]wesenheiten, die auf dem alten Mond ihre [[Menschheit]]sstufe, d. h. ihre [[Ich]]-Entwicklung absolvierten, konnte sich durch den hemmenden Einfluss der Dynameis aus dem Willen der Gottheit befreien und eigene Ziele verfolgen. Sie wurden dadurch zu [[luziferisch]]en Geistern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|So sehen wir, daß in einer gewissen Beziehung erst dadurch, daß&lt;br /&gt;
die Mächte abkommandiert wurden, dem Menschen die Möglichkeit&lt;br /&gt;
gegeben wurde, aus sich selbst heraus das Ziel zu erreichen, das&lt;br /&gt;
selbst die höchsten Seraphim nicht aus sich selbst erreichen können.&lt;br /&gt;
Das ist das Wesentliche. Sie können gar nicht anders handeln, die&lt;br /&gt;
Seraphim, Cherubim, Throne, als unmittelbar den Impulsen folgen,&lt;br /&gt;
die die Gottheit gibt. Die Herrschaften, die ganze zweite Hierarchie&lt;br /&gt;
kann auch nicht anders handeln. Von den Mächten war eine Anzahl&lt;br /&gt;
abkommandiert; also auch diese Mächte, die sozusagen sich in den&lt;br /&gt;
Weg der Entwickelung warfen, konnten nicht anders als den Befehlen&lt;br /&gt;
der Gottheit folgen. Auch in dem, was man nennen könnte den&lt;br /&gt;
Ursprung des Bösen, auch da vollziehen sie nur den Willen der&lt;br /&gt;
Gottheit; indem sie sich zu Dienern des Bösen machen, vollziehen&lt;br /&gt;
sie nur den Willen der Gottheit, die durch den Umweg des Bösen&lt;br /&gt;
das starke Gute entwickeln will. Und steigen wir jetzt herunter zu&lt;br /&gt;
denjenigen Wesenheiten, die wir die Gewalten nennen: Durch sich&lt;br /&gt;
selbst hätten sie das nicht erreichen können. Auch sie hätten nicht&lt;br /&gt;
böse werden können durch sich selbst; auch nicht die Geister der&lt;br /&gt;
Persönlichkeit, auch nicht die Feuergeister. Denn als diese auf der&lt;br /&gt;
Sonne Menschen waren, da waren ja die Mächte noch nicht abkommandiert,&lt;br /&gt;
da war überhaupt noch keine Möglichkeit vorhanden,&lt;br /&gt;
böse zu werden. Die ersten, die die Möglichkeit hatten, böse zu&lt;br /&gt;
werden, waren die Engel, denn diese Möglichkeit war erst von der&lt;br /&gt;
Mondenentwickelung aus vorhanden. Da, von der Sonne zum&lt;br /&gt;
Mond, hat der Streit am Himmel stattgefunden. Ein Teil der Engel&lt;br /&gt;
hat nun diese Möglichkeit ausgeschlagen, hat sozusagen sich nicht&lt;br /&gt;
verführen lassen durch die Kräfte, die in die Hemmnisse hineinführen&lt;br /&gt;
sollten; die blieben bei der alten Natur. So daß wir bis zu den&lt;br /&gt;
Engeln herab und noch in einem Teil der Engel solche Wesenheiten&lt;br /&gt;
der geistigen Hierarchien vor uns haben, die unbedingt nicht anders&lt;br /&gt;
können, als dem göttlichen Willen folgen, bei denen es keine Möglichkeit&lt;br /&gt;
gibt, dem göttlichen Willen nicht zu folgen. Das ist das&lt;br /&gt;
Wesentliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun kommen wir zu zwei Kategorien von Wesenheiten: Erstens&lt;br /&gt;
denjenigen Engeln, die sich hineingestürzt haben in das, was&lt;br /&gt;
die Mächte während des Streites am Himmel angerichtet haben. Das&lt;br /&gt;
waren solche Wesenheiten, die wir eben wegen ihrer weiteren Taten&lt;br /&gt;
die luziferischen Wesenheiten nennen. Diese Wesenheiten haben sich&lt;br /&gt;
dann herangemacht an den menschlichen Astralleib während der&lt;br /&gt;
Erdenentwickelung und dem Menschen die Möglichkeit des Bösen&lt;br /&gt;
gegeben, aber damit auch die Möglichkeit, aus eigener freier Kraft&lt;br /&gt;
sich zu entwickeln. So daß wir innerhalb der ganzen Stufenfolge der&lt;br /&gt;
Hierarchien nur bei einem Teil der Engel und beim Menschen die&lt;br /&gt;
Möglichkeit der Freiheit haben. Sozusagen mitten in der Reihe der&lt;br /&gt;
Engel beginnt die Möglichkeit der Freiheit; im Menschen ist sie aber&lt;br /&gt;
doch erst in der richtigen Weise ausgebildet. Als der Mensch die&lt;br /&gt;
Erde betrat, hat er allerdings zunächst verfallen müssen der großen&lt;br /&gt;
Gewalt der luziferischen Geister. Sie durchdrangen den Astralleib&lt;br /&gt;
des Menschen mit ihren Kräften, und das Ich wurde dadurch einbezogen&lt;br /&gt;
in diese Kräfte; so daß wir während der lemurischen und atlantischen&lt;br /&gt;
Entwickelung, und auch nachher noch, das Ich wie in einer&lt;br /&gt;
Wolke haben, wie in eine Wolke gehüllt, die herbeigeführt worden&lt;br /&gt;
ist durch die Einflüsse Luzifers. Der Mensch ist nur dadurch bewahrt&lt;br /&gt;
worden vor der Überwältigung durch die ihn herabziehenden Kräfte,&lt;br /&gt;
daß frühere Wesenheiten ihn überschattet haben, daß die Engel, die&lt;br /&gt;
oben geblieben waren, und die Erzengel oben, in besonderen Individuen&lt;br /&gt;
sich verkörpert und ihn geführt haben. Und das geschah bis&lt;br /&gt;
in jene Zeit hinein, wo etwas ganz Besonderes eintrat, wo eine Wesenheit,&lt;br /&gt;
welche bis dahin nur verbunden war mit dem Sonnendasein,&lt;br /&gt;
so weit gekommen war, daß sie jetzt nicht nur, wie frühere Wesenheiten&lt;br /&gt;
der höheren Welten, in den physischen Leib, Ätherleib und&lt;br /&gt;
Astralleib des Menschen hineintreten konnte, sondern daß sie eindringen&lt;br /&gt;
konnte in den Menschen bis in das Ich.|110|166f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christus und das Mysterium von Golgatha ===&lt;br /&gt;
Die luziferischen Geister ermöglichten es dem [[Mensch]]en, während der [[Erdentwicklung]] die Freiheit zu erlangen, nämlich die Freiheit, sich aus dem Willen der Gottheit zu befreien. Das ist aber nur die eine, die negative Seite der Freiheit. Der Mensch wäre dadurch allerdings den luziferischen Mächten verfallen, die in seinem [[Astralleib]] wirkten. Das konnte nur dadurch verhindert werden, dass sich der [[Christus]] selbst auf Erden inkarnierte. Der Christus wirkt unmittelbar durch das Ich des Menschen, aber er entäußert sich dabei jeglichen Machtanspruchs und ermöglicht es dadurch dem Menschen, sich aus freiem Entschluss zum Geistigen zu erheben. Erst dadurch wird die volle Freiheit verwirklicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|[…] diese Tat ist eine solche, daß sie auf keinen Menschen anders wirkt, als&lt;br /&gt;
wenn er sich selbst dazu entschließt, sie auf sich wirken zu lassen,&lt;br /&gt;
das heißt, wenn sie mit dem absolut freien Charakter seines individuellen&lt;br /&gt;
Ich vereinbar ist. Denn nicht genügt es, daß der Christus&lt;br /&gt;
anwesend wird im menschlichen Astralleib, sondern der Christus&lt;br /&gt;
muß, wenn er wirklich verstanden werden soll, im menschlichen Ich&lt;br /&gt;
anwesend werden. Und das Ich muß sich frei entschließen, den Christus&lt;br /&gt;
aufzunehmen. Das ist es, worauf es ankommt. Aber gerade&lt;br /&gt;
dadurch nimmt dieses menschliche Ich, wenn es sich mit dem Christus&lt;br /&gt;
verbindet, eine Realität in sich auf, eine göttliche Kraft, nicht&lt;br /&gt;
bloß eine Lehre. Daher kann hundertmal bewiesen werden, daß alle&lt;br /&gt;
Lehren des Christentums schon zu finden sind da oder dort; aber&lt;br /&gt;
darauf kommt es nicht an, sondern darauf, daß das Wesentliche im&lt;br /&gt;
Christentum die Tat ist, die nur durch eine freiwillige Erhebung&lt;br /&gt;
in die höheren Welten zum eigenen Besitz werden kann. Dadurch&lt;br /&gt;
also nimmt der Mensch die Christus-Kraft auf, daß er sie freiwillig&lt;br /&gt;
aufnimmt, und keiner kann sie aufnehmen, der sie nicht freiwillig&lt;br /&gt;
aufnimmt. Dies ist aber dem Menschen nur dadurch möglich geworden,&lt;br /&gt;
daß der Christus auf der Erde Mensch geworden ist, daß er&lt;br /&gt;
berufen war, auf der Erde Mensch zu werden.|110|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das ist der große Unterschied beim Christentum&lt;br /&gt;
gegenüber den alten Götterlehren. Wenn der Mensch den Christus&lt;br /&gt;
finden will, dann muß er ihn in Freiheit finden. Er muß sich frei zu&lt;br /&gt;
dem Mysterium von Golgatha bekennen. Der Inhalt der Kosmogonien&lt;br /&gt;
drängte sich dem Menschen auf. Das Mysterium von Golgatha drängt&lt;br /&gt;
sich dem Menschen nicht auf. Er muß in einer gewissen Auferstehung&lt;br /&gt;
seines Wesens in Freiheit an das Mysterium von Golgatha herankommen.|207|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Hätte der Gott, der mit dem Namen des&lt;br /&gt;
Vatergottes bezeichnet wird, es einst nicht zugelassen, daß die luziferischen&lt;br /&gt;
Einflüsse an den Menschen herankommen konnten, so hätte&lt;br /&gt;
der Mensch nicht die freie Ich-Anlage entwickelt. Mit dem luziferischen&lt;br /&gt;
Einfluß wurde die Anlage zum freien Ich entwickelt. Das&lt;br /&gt;
mußte zugelassen werden vom Vatergott. Nachdem aber das Ich —&lt;br /&gt;
um der Freiheit willen — in die Materie verstrickt werden mußte,&lt;br /&gt;
mußte nun, um von dem Verstricktsein in die Materie wieder befreit&lt;br /&gt;
zu werden, die ganze Liebe des Sohnes zu der Tat von Golgatha&lt;br /&gt;
führen. Dadurch allein ist Freiheit des Menschen, vollständige&lt;br /&gt;
menschliche Würde erst möglich geworden. Daß wir freie Wesen sein&lt;br /&gt;
können, das verdanken wir einer göttlichen Liebestat. So dürfen wir&lt;br /&gt;
uns als Menschen fühlen wie freie Wesen, dürfen aber nie vergessen,&lt;br /&gt;
daß wir diese Freiheit verdanken der Liebestat des Gottes. Wenn wir&lt;br /&gt;
so denken, wird schon der Gedanke in die Mitte unseres Fühlens&lt;br /&gt;
rücken: Du kannst zur menschlichen Würde kommen; nur eines darfst&lt;br /&gt;
du nicht vergessen, daß du das, was du bist, dem verdankst, der dir&lt;br /&gt;
wieder zurückgebracht hat dein menschliches Urbild durch die Erlösung&lt;br /&gt;
auf Golgatha! — Den Freiheitsgedanken sollten die Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA131_229.gif|center|500px|Mysterium von Golgatha]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht ergreifen können ohne den Erlösungsgedanken des Christus.&lt;br /&gt;
Dann allein ist der Freiheitsgedanke ein berechtigter. Wenn wir frei&lt;br /&gt;
sein wollen, müssen wir das Opfer bringen, unsere Freiheit dem&lt;br /&gt;
Christus zu verdanken! Dann erst können wir sie wirklich wahrnehmen.|131|228f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Zweimal ist in der Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
dasselbe Wort gebraucht worden: Einmal bei der&lt;br /&gt;
Paradieses Versuchung, als Luzifer zu dem Menschen sagte: «Ihr werdet&lt;br /&gt;
sein wie die Götter, eure Augen werden geöffnet werden.» Das ist&lt;br /&gt;
der bildliche Ausdruck für den luziferischen Impuls. Luzifer hat damit&lt;br /&gt;
die Geistigkeit in die niedere Natur des Menschen gegossen und&lt;br /&gt;
dafür den Menschen die Möglichkeit gegeben, zur inneren Freiheit&lt;br /&gt;
durch sittliche Motive zu kommen. Und ein zweites Mal wurde gesagt,&lt;br /&gt;
jetzt von dem Christus: Seid ihr nicht Götter? {{Bibel|Joh|10|34|LUT}} - Dasselbe Wort!&lt;br /&gt;
Daraus sieht man, daß es nicht nur ankommt auf den Inhalt eines&lt;br /&gt;
Wortes, sondern auf das Wesen, das ein Wort ausspricht, auf die Art&lt;br /&gt;
und Weise, wie ein Wort gesprochen wird. Da sieht man den notwendigen&lt;br /&gt;
Zusammenhang zwischen der Luzifertat und der Tat des Christus&lt;br /&gt;
auch in bildlicher Weise ausgedrückt, wie die religiösen Urkunden&lt;br /&gt;
das zu tun pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist der Bringer der persönlichen Freiheit des einzelnen Menschen,&lt;br /&gt;
Christus ist der Träger der Freiheit des ganzen Menschengeschlechtes,&lt;br /&gt;
des ganzen Menschentums auf Erden. Das ist das Bedeutsame&lt;br /&gt;
der Anthroposophie, daß sie uns lehrt, daß die Anerkennung des&lt;br /&gt;
Christus-Wesens in solcher Weise geschehen wird, daß es dem Menschen&lt;br /&gt;
freisteht, den Christus anzuerkennen oder nicht, wie es dem&lt;br /&gt;
Menschen freisteht, nicht moralisch zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine freie Wahrheit soll der Christus für die Menschenseele sein.|150|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und indem so dieses Himmlische, die Intellektualität und die Freiheit, in&lt;br /&gt;
das irdische Leben eingezogen ist, ist für die Menschheit ein anderes&lt;br /&gt;
Aufblicken zur Göttlichkeit notwendig geworden, als das früher der&lt;br /&gt;
Fall war. Und dieses andere Aufblicken zur Göttlichkeit ist für die&lt;br /&gt;
Menschheit möglich geworden durch das Mysterium von Golgatha.&lt;br /&gt;
Indem der Christus eingezogen ist in das irdische Leben, kann er heiligen&lt;br /&gt;
dasjenige, was aus übersinnlichen Welten eingezogen ist und was&lt;br /&gt;
sonst den Menschen zur Hoffart und zu allem möglichen verführen&lt;br /&gt;
würde. In einer Zeit leben wir, wo wir einsehen müssen: Von dem&lt;br /&gt;
Christus-Impuls muß durchdrungen werden dasjenige, was unser Heiligstes&lt;br /&gt;
in diesem Zeitalter ist: die Fähigkeit, reine Begriffe zu fassen,&lt;br /&gt;
und die Fähigkeit der Freiheit.|257|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung zur Freiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit ist dem Menschen nicht von Anfang an gegeben, sondern er muss sie selbsttätig entwickeln, indem er sich zum reinen sinnlichkeitsfreien Denken erhebt und in diesem die [[moralische Intuition]] erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man fragt: Ist der Mensch frei oder ist er&lt;br /&gt;
nicht frei? Ist der Mensch ein freies Wesen, das mit wirklicher Verantwortung&lt;br /&gt;
aus seiner Seele heraus die Entschlüsse fassen kann, oder ist er&lt;br /&gt;
eingespannt in eine natürliche oder geistige Notwendigkeit wie ein&lt;br /&gt;
Naturwesen? So hat man gefragt, ich möchte sagen, durch Jahrtausende,&lt;br /&gt;
und so fragt man noch. Diese Frage schon ist der große Irrtum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann so nicht fragen, sondern die Frage nach der Freiheit ist&lt;br /&gt;
eine Frage der menschlichen Entwicklung, einer solchen menschlichen&lt;br /&gt;
Entwicklung, daß der Mensch im Laufe seines Jugendlebens oder vielleicht&lt;br /&gt;
seines späteren Lebens Kräfte in sich entwickelt, die er nicht einfach&lt;br /&gt;
von Natur aus hat. Man kann gar nicht fragen: Ist der Mensch frei?&lt;br /&gt;
Von Natur aus ist er es nicht, aber er kann sich immer mehr und mehr&lt;br /&gt;
frei machen, indem er Kräfte erweckt, die in ihm schlummern und die&lt;br /&gt;
die Natur nicht erweckt. Der Mensch kann immer freier und freier werden.&lt;br /&gt;
Man kann nicht fragen: Ist der Mensch frei oder unfrei, sondern&lt;br /&gt;
nur: Gibt es für den Menschen einen Weg zur Erringung der Freiheit?&lt;br /&gt;
Und diesen Weg gibt es. Wie gesagt, vor dreißig Jahren versuchte ich&lt;br /&gt;
zu zeigen: Wenn der Mensch dazu aufrückt, ein inneres Leben in sich&lt;br /&gt;
zu entwickeln, so daß er die sittlichen Impulse für seine Handlungen in&lt;br /&gt;
reinen Gedanken erfaßt, kann er wirklich Gedankenimpulse, nicht bloß&lt;br /&gt;
instinktive Emotionen seinen Handlungen zugrunde legen, - Gedanken,&lt;br /&gt;
die in die äußere Wirklichkeit so untertauchen wie der Liebende&lt;br /&gt;
in das geliebte Wesen. Dann nähert sich der Mensch seiner Freiheit. Die&lt;br /&gt;
Freiheit ist ebenso ein Kind des Gedankens, der in geistiger [[Hellsicht]]igkeit&lt;br /&gt;
erfaßt wird - nicht unter einem äußeren Zwang -, wie sie ein Kind&lt;br /&gt;
der wahren hingebungsvollen Liebe ist, der Liebe zum Objekt des&lt;br /&gt;
Handelns. Wonach das deutsche Geistesleben in &#039;&#039;Schiller&#039;&#039; strebte, als er&lt;br /&gt;
sich &#039;&#039;Kant&#039;&#039; gegenüberstellte und etwas ahnte von einem solchen Freiheitsbegriff,&lt;br /&gt;
das ziemt uns, in der Gegenwart weiter auszubilden. Da&lt;br /&gt;
aber stellte sich mir heraus, daß man nur sprechen kann von demjenigen,&lt;br /&gt;
was den sittlichen Handlungen zugrunde liegt - wenn es auch bei&lt;br /&gt;
den Menschen unbewußt bleibt, vorhanden ist es doch -; und daß man&lt;br /&gt;
das nennen muß Intuition. Und so sprach ich in meiner «Philosophie&lt;br /&gt;
der Freiheit» von einer moralischen Intuition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit aber war auch der Ausgangspunkt gegeben für alles, was ich&lt;br /&gt;
später auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft zu leisten versuchte.&lt;br /&gt;
Glauben Sie nicht, daß ich heute über diese Dinge in einer unbescheidenen&lt;br /&gt;
Weise denke. Ich weiß sehr gut, daß diese «Philosophie der Freiheit», die ich vor mehr als dreißig Jahren als junger Mensch konzipiert&lt;br /&gt;
habe, gewissermaßen alle Kinderkrankheiten desjenigen Gedankenlebens&lt;br /&gt;
hat, das im Laufe des 19. Jahrhunderts heraufgezogen ist. Aber&lt;br /&gt;
ich weiß auch, daß aus diesem Geistesleben heraus das entsprossen ist,&lt;br /&gt;
was eine Hinaufleitung des Gedankenlebens in das wirklich Geistige&lt;br /&gt;
ist. So daß ich mir sagen kann: Wenn sich der Mensch zu den sittlichen&lt;br /&gt;
Impulsen in moralischer Intuition erhebt und ein wirklich freies Wesen&lt;br /&gt;
darstellt, dann ist er bereits, wenn ich das verpönte Wort gebrauchen&lt;br /&gt;
darf, mit Bezug auf seine sittlichen Intuitionen «[[hellsehen]]d». In dem,&lt;br /&gt;
was über alles Sinnliche hinausliegt, liegen die Antriebe alles Sittlichen.&lt;br /&gt;
Im Grunde genommen sind die wirklich sittlichen Gebote Ergebnisse&lt;br /&gt;
menschlichen Hellsehens. Daher war ein gerader Weg von jener «Philosophie&lt;br /&gt;
der Freiheit» zu dem, was ich heute als Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
meine. Freiheit entsprießt im Menschen nur, wenn der Mensch sich&lt;br /&gt;
entwickelt. Er kann sich aber weiter entwickeln, so daß er dasjenige,&lt;br /&gt;
was schon der Freiheit zugrunde liegt, auch dazu treibt, daß er unabhängig&lt;br /&gt;
wird von allem Sinnlichen und sich frei in die Gebiete des Geistes&lt;br /&gt;
erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hängt Freiheit mit der Entwicklung des menschlichen Denkens&lt;br /&gt;
zusammen. Freiheit ist im Grunde genommen immer Gedankenfreiheit […].|333|107ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Unsterblichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem in München am 1. Mai 1918 gehaltenen Vortrag sprach [[Rudolf Steiner]] sehr ausführlich über den übersinnlichen Menschen, der sein vorgeburtliches und nachtodliches Dasein umfasst, das uns im irdischen Tagesleben aber zunächst unbewusst bleibt. Das nachtodliche Leben erschließt sich der [[Imagination]]. Erst wenn diese sich verbindet mit der [[Inspiration]] oder [[Spirituelles Bewusstsein|Intuition]] aus dem vorgeburtlichen Dasein, dann ist eine wirkliche freie Tat möglich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn zusammenwirkt dasjenige, was sonst nur unbewusst oder unterbewusst vorhanden ist, die unbewusste Imagination, die so an ihn geknüpft ist und nur in Liebe wirken kann, wie ich es geschildert habe, und das intuitive oder inspirierte Denken, das hereinleuchtet von der einen Seite als die Vorstellung durchhellend; wenn zusammenwirken dieses Denken, das geholt ist nicht aus dem sterblichen Menschen, sondern aus dem unsterblichen Menschen, und die Imagination, die unbewusst bleibt im gewöhnlichen Leben, die aber dadurch, dass wir Handlungen lieben, instinktiv an den Menschen herantritt; wenn diese instinktive Liebe, die der instinktive Ausdruck der geschilderten Imagination ist, den Menschen ergreift, und so ergreift, dass er das geltend macht, was durch Inspiration von vor seiner Geburt in ihn hereinleuchtet, dann wirkt Unsterbliches auf Unsterbliches im Menschen, dann wirkt die Idee aus dem Unsterblichen, wie es sich erlebt vor der Geburt, zusammen mit dem Unsterblichen, wie es unbewusst in der Imagination auftritt und wie es durch die Pforte des Todes in die geistige Welt hineintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind Handlungen des Menschen möglich, in denen das Unsterbliche, das erst sich offenbart nach dem Tode, schon als Kraft hier im Leben zusammenwirkt mit der freien Idee, die durch Inspiration aus dem Unsterblichen vor der Geburt als Impuls in unsere menschliche Persönlichkeit hereintritt. Das ist dann freies Handeln. Dieses freie Handeln ist im Menschen vorhanden, dessen ist sich der Mensch bewusst. Man lernt die Freiheit nur erkennen, wenn man weiß, dass die unbewusste Imagination, die vorbereitet unser Leben nach dem Tode, zusammenwirkt mit der unbewussten Inspiration, die aus dem Leben von vor der Geburt als eine Kraft in unsere Seele hereintönt. Indem der Mensch instinktiv solche Handlungen ausführt, die sein unsterblicher Mensch vollzieht, führt er freie Handlungen aus.|71b|409f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Zusammenhang der [[Unsterblichkeit]] mit der [[Willensfreiheit]] des Menschen und kommt Steiner damit zu folgendem Resümee:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der unsterbliche Mensch ist ein freier Mensch, das aus der Unsterblichkeit stammende Wollen ist ein freies. Der Mensch nähert sich mit seinen gewöhnlichen Handlungen diesen freien Handlungen. Der sterbliche Mensch ist auf dem Wege zur Freiheit. Indem der sterbliche Mensch den unsterblichen immer mehr und mehr in sich zu einem bewussten Wesen erhebt, wird er sich seiner Freiheit bewusst. Der Mensch ist zur Freiheit geboren, aber er muss sich zur Verwirklichung der Freiheit selbst erziehen.|71b|410f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenhang mit der «Philosophie der Freiheit» ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Hier haben wir wie einen Ausgangspunkt für eine streng wissenschaftliche Erforschung der Unsterblichkeitsfrage. Und als ich vor mehr als einem Vierteljahrhundert in meiner «Philosophie der Freiheit» aufmerksam machte, dass man richtig beobachten muss, wenn man an die Freiheit herankommen will, da wies ich hin, dass man auf der einen Seite zum rein intuitiven Denken gehen muss. Heute füge ich hinzu: Dieses intuitive Denken wird vor der Geburt oder Empfängnis erkannt. Das steht schon in der «Philosophie der Freiheit», indem ich das eine Element des menschlichen Willens das intuitive Denken nannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere Element, was als imaginatives Leben auftritt, das nannte ich für die Freiheitsfrage dazumal die moralische Phantasie, um für diejenigen auch das Buch brauchbar zu machen, die die Geisteswissenschaft für Narretei halten. Das, was in dem Buche steht, ist philosophisch geschildert. Der Geisteswissenschafter fügt hinzu, das dasjenige, was dort als moralische Phantasie auftritt, ein Teil davon ist, was in der Organisation des Menschen an unterbewusster Imagination lebt und gerade in moralischen Handlungen heraufsteigt. Durch das Zusammenwirken von moralischer Phantasie mit dem intuitiven Denken, sagte ich dazumal, entsteht das, was im wahren Sinne des Menschen eine willensfreie Handlung des Menschen ist. Heute füge ich hinzu: Was ist das Denken? Das, was hier unsere Inspiration ist, was vorgeburtlich ist. Wann tritt es auf? Dann tritt es auf, wenn wir imstande sind, eine Handlung so auszudenken, dass wir diese Handlung vollführen so, dass uns diese Handlung so lieb ist, dass sie nichts mit unseren Trieben und Neigungen zu tun hat, sondern uns so lieb ist wie eine Persönlichkeit, die wir wirklich lieben, weil wir ihr Wesen erkannt haben. Wenn wir eine Handlung aus Liebe vollführen – also nicht aus Egoismus, aus spielenden Vorstellungen, sondern aus der Einsicht in die innere Notwendigkeit der Handlung –, dann geben wir uns den intuitiven Handlungen hin; dann sind wir inspiriert von dem vorgeburtlichen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher aber kommt dazu die Kraft? Damals sagte ich: ... [Lücke]. Heute füge ich hinzu: Es ist die Kraft, die nach dem Tode uns hinüberträgt in die geistige Welt. Das spielt in uns unterbewusst. Im moralischen Handeln, das sich frei entfaltet, leuchtet herauf dasjenige, was vor der Geburt oder Empfängnis liegt. Das koppelt sich zusammen mit dem, was nach dem Tode in die geistige Welt hineintritt. Während wir leben zwischen der Geburt und dem Tode, handeln wir schon, indem unbewusst das in uns hereinspielt, was vor der Geburt liegt, im intuitiven Denken, das inspirierend in unser Leben hereinfließt. Was nach dem Tode liegt, das ist das, was gar nicht mit uns zusammenhängt und doch von uns verrichtet wird; was den Charakter trägt, dass es aus Liebe verrichtet wird; das ist die wahrhaft freie Handlung. Darum muss man sagen: Was uns aus dem reinen Denken hereininspiriert, hängt gar nicht mit unserem Leibe zusammen. Der muss sich zurückziehen, um das entfalten zu können. Und das, was imaginativ wirkt, hat für jetzt keine Bedeutung, sondern hat erst nach dem Tode Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren, die nichts mit dem Leibe zu tun haben, das sind die wirklichen Kräfte, die in dem wahren, freien Willensakt des Menschen wirken. Das ist das tiefe Geheimnis, dass, wenn wir auf den freien Willen gehen, so finden wir nicht irgendetwas, was sterblich ist im Menschen, was da handelt, sondern wir finden gerade dasjenige, was frei handelt, das ist das Unsterbliche.|71b|325ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit und Karma ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Leben zwischen Tod und neuer Geburt]] legt der [[Mensch]] seinen Schicksalskern, sein [[Karma]], in der [[Mondensphäre]] ab, über die er durch die Nachwirkung des [[Christus]]-Impulses hinausschreitet und sich aus der Sternensphäre die nötigen Kräfte holt, um sich beim Herabstieg zu einem neuen Erdenleben durch eine &#039;&#039;freie Geistestat&#039;&#039; diesen Schicksalskern so wieder einzuverleiben, dass er dadurch in &#039;&#039;selbständiger&#039;&#039; Weise sein Schicksal mit seiner geistig fortschreitenden Wesenheit in Zusammenhang bringt. Diese Möglichkeit besteht allerdings erst seit dem [[Mysterium von Golgatha]]. Das irdische Nachbild dieser im kosmischen Dasein vollbrachten &#039;&#039;freien&#039;&#039; Tat ist das Freiheitsgefühl während des Erdendlebens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Initiierten, welche Zeitgenossen des Mysteriums von Golgatha&lt;br /&gt;
waren, oder die in den darauf folgenden Jahrhunderten bis zum 3. und&lt;br /&gt;
4. Jahrhundert lebten, konnten zu ihren Bekennern sagen: Die Form,&lt;br /&gt;
die der menschliche physische Organismus im Erdenleben annimmt,&lt;br /&gt;
die bildet immer mehr und mehr das Ich aus. Aber der Mensch verliert&lt;br /&gt;
die Kraft, in jene Region einzutreten, in der das hohe Sonnenwesen&lt;br /&gt;
oben sein Führer sein könnte in den geistigen Sternenregionen. Daher&lt;br /&gt;
ist Christus heruntergestiegen auf die Erde, hat das Mysterium von&lt;br /&gt;
Golgatha vollbracht. Und die Kraft, welche der Menschenseele dadurch&lt;br /&gt;
wird, daß sie eine Gefühlsverbindung mit dem Mysterium von Golgatha&lt;br /&gt;
hat, diese Kraft wirkt nach dem Tode nach und entreißt die Seele&lt;br /&gt;
dem Schicksals-Wesenskern und der Mondensphäre, und unter der&lt;br /&gt;
Nachwirkung des Christus bildet die Seele ihren künftigen physischen&lt;br /&gt;
Organismus mit den anderen Wesen der Sternenwelt aus und findet&lt;br /&gt;
dann wiederum den Schicksalskern, in den die Tendenz hineingelegt&lt;br /&gt;
wird zur Schicksalsbildung der kommenden Erdenleben. Was die Menschenseele&lt;br /&gt;
als Kraft aus dem Christus-Impuls aufgenommen hat, das&lt;br /&gt;
befähigt sie wiederum, in der richtigen Weise durch das Geisterland&lt;br /&gt;
durchzugehen und den Schicksalskern in der richtigen Weise aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derjenige, der heute aus der Initiationswissenschaft heraus redet,&lt;br /&gt;
muß dazu noch das folgende sagen: Ja, es ist der Christus-Impuls, der&lt;br /&gt;
über den Tod hinaus nachwirkt, unter dessen Einfluß der Mensch sich&lt;br /&gt;
der Mondensphäre entringt, in die Sternen-Sonnensphäre eindringt und&lt;br /&gt;
dort aus den Impulsen, die ihm die Wesen der Sternenwelt geben, arbeiten&lt;br /&gt;
kann an der Herausgestaltung des physischen Organismus seines&lt;br /&gt;
nächsten Erdenlebens. Aber er entringt sich der Mondensphäre durch&lt;br /&gt;
die Kräfte, die er in seinem Ich aufgespeichert hat durch die Hinneigung&lt;br /&gt;
zu dem Christus-Wesen und zu dem Mysterium von Golgatha. Er&lt;br /&gt;
entringt sich der Mondensphäre in einer solchen Art, daß er nun auch&lt;br /&gt;
in der Sternensphäre so arbeiten kann, daß er, wenn er wieder zur&lt;br /&gt;
Mondensphäre zurückkehrt und ihm sein Schicksalskern begegnet, in&lt;br /&gt;
einer freien Weise als eine freie Geistestat sich diesen Schicksalskern&lt;br /&gt;
eingliedert, weil er sich sagen muß: Die Weltentwickelung kann nur in&lt;br /&gt;
der richtigen Weise verfließen, wenn der Mensch sich diesen seinen&lt;br /&gt;
Schicksalskern eingliedert und dasjenige, was er als sein Schicksal zubereitet&lt;br /&gt;
hat, auch in ausgleichenden künftigen Erdenleben wiederum zurechtbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wesentliche im Neu-Erleben des nachtodlichen Mondensphären-Erlebens, daß es da im kosmischen Dasein einen Augenblick gibt, wo der Mensch in selbständiger Weise sein Schicksal, sein Karma,&lt;br /&gt;
mit seiner fortschreitenden Wesenheit in Zusammenhang bringt. Und&lt;br /&gt;
das irdische Abbild dieser im Überirdischen vollbrachten Tat im nachherigen&lt;br /&gt;
irdischen Leben ist die menschliche Freiheit, das Freiheitsgefühl&lt;br /&gt;
während des Erdendaseins. Das richtige Verstehen der Schicksalsidee&lt;br /&gt;
und ihr Verfolgen bis in die geistigen Welten hinauf begründet nicht&lt;br /&gt;
eine Determinationsphilosophie, sondern eine wirkliche Philosophie&lt;br /&gt;
der Freiheit, wie ich sie in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts&lt;br /&gt;
in meinem Buche «Philosophie der Freiheit» zu geben hatte.|215|177f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Im Aufnehmen der Kraft, welche für die&lt;br /&gt;
Seele aus dem anschauenden und tätigen Gefühls-Miterleben&lt;br /&gt;
des irdischen Christuslebens und des Mysteriums&lt;br /&gt;
von Golgatha erwächst, erringt der Mensch schon auf der&lt;br /&gt;
Erde, nicht erst durch das Sonnenwesen nach dem Tode,&lt;br /&gt;
die Fähigkeit, sich in einem bestimmten Zeitpunkte des&lt;br /&gt;
nachirdischen Daseins dem Mondeneinfluß zu entziehen&lt;br /&gt;
und in die reine Sternensphäre einzutreten. Diese Fähigkeit&lt;br /&gt;
ist das geistige, nach dem Tode erlebte Gegenbild&lt;br /&gt;
der durch das Ich-Bewußtsein im Erdenleben herbeigeführten&lt;br /&gt;
Freiheit. Der Mensch übernimmt dann in der&lt;br /&gt;
Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sein in&lt;br /&gt;
der Mondensphäre zurückgelassenes moralisch-geistiges&lt;br /&gt;
Wertwesen als den Bildner seines Schicksals, das er&lt;br /&gt;
dadurch während des folgenden Erdendaseins in Freiheit&lt;br /&gt;
erleben kann.|25|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taten, die aus der vollen Freiheit des [[Mensch]]en gesetzt werden, sind nicht durch das [[Karma]] bedingt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nur solche Handlungen sind frei, bei denen der Mensch gar nicht auf Grund der Vergangenheit&lt;br /&gt;
arbeiten würde, sondern bei denen er nur dem gegenübersteht, was durch die&lt;br /&gt;
kombinierende und produktive Tätigkeit seiner Vernunft an Handlungen in die Welt hineinkommen&lt;br /&gt;
kann. Solche Handlungen nennt man im Okkultismus: Aus dem Nichts heraus&lt;br /&gt;
schaffen. Alle anderen Handlungen sind aus dem Karma heraus geschaffen.|93a|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was der Mensch in voller Freiheit tut, schafft auch kein neues [[Karma]]. Im [[Okkultismus]] wird das auch als das Handeln aus dem [[Nirvana]] bezeichnet. Solange allerdings der Mensch das Karma aus seinen früheren [[Inkarnation]]en nicht vollständig ausgeglichen hat, kann er nicht in vollkommener Freiheit leben - ein Teil seiner Taten wird notwendig durch die Vergangenheit (Bedingungen sowie Nebenwirkungen) - neues Karma begründend - bestimmt sein, d. h. allmählich freies Handeln zu realisieren ist heutzutage und in der Zukunft ein großes, ideales Ziel der menschlichen Evolution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Frei wird der Mensch in dem einen physischen Erdenleben, wo er den Gedanken&lt;br /&gt;
als solchen entwickelt, wo der Gedanke seine plastizierende&lt;br /&gt;
Kraft verliert, die er noch in dem Ätherleib hat, und&lt;br /&gt;
wo er als reiner Gedanke in dem im Leben befindlichen Bewußtsein&lt;br /&gt;
entwickelt ist. Ich war daher genötigt, etwas sehr&lt;br /&gt;
Gewagtes in dieser «Philosophie der Freiheit» dazumal im&lt;br /&gt;
Beginn der neunziger Jahre darzustellen. Ich hatte die moralischen&lt;br /&gt;
Impulse als sittliche Ideale darzustellen und mußte&lt;br /&gt;
sagen: die kommen dem Menschen nicht aus der physischen&lt;br /&gt;
Welt, die kommen dem Menschen nicht aus der Natur, die&lt;br /&gt;
kommen dem Menschen durch eine Intuition. Und ich&lt;br /&gt;
sprach dazumal von «moralischer Phantasie». Und warum&lt;br /&gt;
das? Ich sagte dazumal in meiner «Philosophie der Freiheit»:&lt;br /&gt;
Aus der Geisteswelt heraus strömen in den Menschen, aber&lt;br /&gt;
zunächst nur als Bilder, diese sittlichen Motive ein. Er empfängt&lt;br /&gt;
sie als [[Intuition]] aus der geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber man gelangt auf diese Weise, ich möchte sagen, zu&lt;br /&gt;
dem anderen Pol dessen, was man hier in der physischen&lt;br /&gt;
Welt erlebt. Sieht man mit gesundem Menschenverstand und&lt;br /&gt;
mit wissenschaftlicher Schulung in die natürliche Daseinswelt&lt;br /&gt;
hinaus, dann entdeckt man überall Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
Sieht man hinein in die Welt der moralischen Impulse, dann&lt;br /&gt;
entdeckt man die Freiheit, aber die Freiheit zunächst im bloßen&lt;br /&gt;
Gedanken, im reinen Denken, in denkerischer Intuition.&lt;br /&gt;
Und man weiß zunächst nicht, wie sich Kräfte hineinbegeben&lt;br /&gt;
in den Willen, denn man sieht diese sittlichen Intuitionen&lt;br /&gt;
unbewußt. Man hat auf der einen Seite die Natur, der man&lt;br /&gt;
angehört, indem man handelt, und man hat auf der anderen&lt;br /&gt;
Seite sein sittliches Erleben, und es entschwindet einem für&lt;br /&gt;
diese sittlichen Intuitionen, wenn man nichts anderes hat zunächst&lt;br /&gt;
als die Naturwissenschaft, die Möglichkeit, diesen&lt;br /&gt;
sittlichen Intuitionen Realität zuzuschreiben, weltschöpferische&lt;br /&gt;
Kräfte zuzuschreiben. Man erlebt gewissermaßen die&lt;br /&gt;
Natur in ihrer ganzen derben Dichtigkeit, in ihrer Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
Man erlebt die Freiheit, aber man erlebt sie in den&lt;br /&gt;
fein gewobenen, bis zur Bildhaftigkeit herabgetriebenen Gedankenimpulsen,&lt;br /&gt;
von denen man weiß, weil sie eben der Natur&lt;br /&gt;
nicht angehören können, weil sie sich in freier Tätigkeit&lt;br /&gt;
erleben, und das habe ich in meiner «Philosophie der Freiheit» angedeutet, daß sie aus der geistigen Welt kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es muß sich nun etwas einschieben zwischen diese&lt;br /&gt;
Intuitionen, die durchaus bildhaft, unreal sind, die nur durch&lt;br /&gt;
das sittliche Leben real werden, und dem, was man als gegenständliches&lt;br /&gt;
Erkennen für die Naturordnung hat. Und da&lt;br /&gt;
schieben sich ein die [[Imagination]] und die [[Inspiration]], die auf&lt;br /&gt;
die Weise entstehen, wie ich das geschildert habe. Und dann&lt;br /&gt;
wird die Intuition auch etwas anderes. Dann verdichtet sich&lt;br /&gt;
gewissermaßen das, was einem zuerst nur im reinen Denken&lt;br /&gt;
entgegengetreten ist, zu einer geistigen Realität. Man lernt in&lt;br /&gt;
dieser nach der Imagination und Inspiration neu errungenen&lt;br /&gt;
Intuition jetzt nicht sein gegenwärtiges Ich erkennen, sondern&lt;br /&gt;
dasjenige Ich, das durch wiederholte Erdenleben hindurchgeht,&lt;br /&gt;
und das unser Schicksal durch diese wiederholten&lt;br /&gt;
Erdenleben in der Weise hindurchträgt, wie ich es dargestellt&lt;br /&gt;
habe. Wir sind unfrei, indem wir die wiederholten Erdenleben&lt;br /&gt;
durchleben und ein Schicksal dadurch gestaltet haben.&lt;br /&gt;
Aber wir können stets in dieses Schicksalsgewebe die freien&lt;br /&gt;
Handlungen einverweben in den einzelnen Erdenleben. Gerade&lt;br /&gt;
dadurch, daß wir in bildhaften Intuitionen die sittlichen&lt;br /&gt;
Impulse erleben - nicht als Realitäten, sondern als etwas, zu&lt;br /&gt;
dem wir uns frei bekennen können -, können wir die Freiheit&lt;br /&gt;
im einzelnen Erdenleben in das Schicksalsgewebe einverweben.&lt;br /&gt;
Und so werden wir dadurch, daß wir durch das Schicksal&lt;br /&gt;
von Erdenleben zu Erdenleben getragen werden, nicht&lt;br /&gt;
unfreier, als wir etwa werden, wenn wir uns durch ein Schiff&lt;br /&gt;
von Europa nach Amerika tragen lassen. Da sind wir durch&lt;br /&gt;
den Entschluß, den wir hier in Europa fassen, allerdings in&lt;br /&gt;
unserer Zukunft bestimmt. Aber wir sind jederzeit in gewissen&lt;br /&gt;
Grenzen freie Wesen, und solange wir drüben in Amerika&lt;br /&gt;
sind, können wir uns frei bewegen. So tragen wir das&lt;br /&gt;
Schicksal von Erdenleben zu Erdenleben. Aber in die Tatsachenwelt,&lt;br /&gt;
die wir so in wiederholten Erdenleben erfahren,&lt;br /&gt;
kann hineingestellt werden, was aus der Freiheit im einzelnen&lt;br /&gt;
Erdenleben quillt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sieht man gerade, daß derjenige, der mit dem Freiheitsproblem&lt;br /&gt;
ringt, der das Problem der Freiheit gelöst sieht&lt;br /&gt;
durch das Anschauen der zunächst nur in moralischer Phantasie&lt;br /&gt;
erfaßbaren, aber aus der geistigen Welt in die physische&lt;br /&gt;
Welt des Menschen hereinstrebenden sittlichen Ideen, daß,&lt;br /&gt;
wer in dieser Weise sich ein Verständnis für die Freiheit erwirbt,&lt;br /&gt;
gerade dadurch sich vorbereitet hat zum Verständnis&lt;br /&gt;
für das Schicksalsgemäße, das wie eine Art von Notwendigkeit&lt;br /&gt;
in das menschliche Leben eingreift.|79|129ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit und Erbsünde ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Erbsünde}}&lt;br /&gt;
In seinen 1921 gehaltenen Vorträgen für die angehenden Priester der [[Christengemeinschaft]] ging [[Rudolf Steiner]] auch auf die Frage nach dem Zusammenhang von Freiheit und [[Erbsünde]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|&amp;lt;small&amp;gt;&#039;&#039;Ein Teilnehmer:&#039;&#039; Ich möchte gern fragen, ob die Erbsünde für die Entwickelung der Menschheit eine Notwendigkeit war oder ob die Menschheit auch zu der Entwickelung der Freiheit kommen könnte ohne die Erbsünde. Eine andere Frage ist, ob es Wesen, Urmenschen gibt, die nicht in diese Urerbsünde kamen?&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Rudolf Steiner:&#039;&#039; Nun, die Frage muß eigentlich so beantwortet werden: Sehen Sie, die übersinnliche Erkenntnis kann eigentlich niemals reine Teleologie sein, sondern sie ist beobachtend, und daher fallen in der übersinnlichen Erkenntnis die Fragen eigentlich weg, zu welchem Zweck oder wozu irgend etwas ist. Das ist etwas, was in Ihrer Frage lag: Könnten die Menschen [auch ohne die Erbsünde zur Freiheit kommen], oder haben die Menschen die Erbsünde auf sich geladen, um zur Freiheit zu kommen? — Es ist eben eine Tatsache, daß wir als Menschengeschlecht von dem 15. Jahrhundert ab in der Entwickelung der Freiheit leben. Dieses Leben in der Freiheit ist nur möglich unter dem Einfluß, dem inneren Einfluß der bloßen Intellektualität, die eigentlich keinen Inhalt hat. Der Satz des Descartes «Cogito, ergo sum» ist eigentlich falsch. Der Satz müßte eigentlich heißen: Cogito, ergo non sum, ich denke, also bin ich nicht, denn das Denken beleuchtet niemals eine Realität, sondern im Gegenteil, es ist die Vernichtung der Realität. Erst wenn man durch Imagination, Inspiration und Intuition an das Ich herankommt, liegt die reale Gewißheit des Ich vor. Wenn wir uns angewöhnt haben, die Kriterien des Seins anzuwenden auf unsere Umgebung, so müssen wir sagen: Ich denke, also bin ich nicht. Gerade in diesem Nichtsein liegt die Möglichkeit der Aufnahme eines Neuen. Das ist dasjenige, was in der Intellektualität liegt. Die intellektualistischen Begriffe sind eigentlich gegenüber der Realität leer, sie sind Löcher im Weltenall, und das ist zur Entwickelung der Freiheit notwendig. Sie können ja sehen, wie stufenweise der Intellektualismus heraufkommt. Er kommt herauf durch solche Denker, die noch Zeitgenossen des Nicolaus Cusanus waren. Dann geht es weiter, aber insbesondere Galilei, Kopernikus, Newton sind die eigentlichen Intellektualisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA343 Tafel 13.jpg|thumb|400px|Tafel 13 zu {{G|343}}]]&lt;br /&gt;
Nun, dieser Stand des Bewußtseins, der die Freiheit herbeiführt, könnte nicht da sein, wenn der Mensch innerlich ausgefüllt wäre mit einem Inhalt, denn dieser Inhalt müßte ein göttlicher sein, und dieser göttliche Inhalt, der gewissermaßen am stärksten im Anfang war, er mußte erst abnehmen und seinen Nullpunkt hier erreichen (es wird gezeichnet → Tafel 13), und nun tritt hier die intellektualistische Entwickelung ein. Die gibt dem Menschen die Freiheit und die wird im weiteren bewußt unserer Seele wiederum einen Inhalt geben. Also das Hindurchgehen durch [den Nullpunkt], das Heruntergeworfenwerden in die Materie, was gewisse Okkultisten zum Beispiel den «Fall in die Zeugung» nennen, das war zur Freiheit absolut notwendig. Man kann es nur hinterher sagen: Weil die Menschen in die Erbsünde fielen, bekamen sie die Freiheit. Nicht wahr, es wäre ganz falsch, wenn ich hier vor Ihnen mit diesen Dingen zurückhalten würde, wenn sie auch für ein gegenwärtiges Bewußtsein leicht schockant sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wesen, die von der Erbsünde nichts wissen, nichts erfahren, die werden auch nicht der Freiheit teilhaftig. Solche Wesen sind zum Beispiel diejenigen, welche unmittelbar über den Menschen stehenden Stufen angehören. Diese Wesen haben eine größere Weisheit als die Menschen, haben auch eine stärkere Macht, aber sie kommen nicht zur Freiheit, ihr Wille ist immer eigentlich der göttliche Wille. Nur unter gewissen Bedingungen, die in der Weltentwickelung noch gar nicht eingetreten sind, die aber während der Erdenentwickelung noch kommen können — sie liegen in einer gewissen Zukunft —, da wird für diese Wesenheiten, die der Katholizismus Angeloi und Archangeloi nennt, die Möglichkeit eintreten, von ihrer inneren Seelennotwendigkeit abzuirren, nicht in Wahrscheinlichkeit, aber sie würden die Möglichkeit dazu haben. Es kann aber nichts gesagt werden darüber, weil das eben davon abhängen wird, wie dann die ganze Weltkonstellation ist. Da haben wir also Wesen, die haben nichts mit der Erbsünde zu tun. Auch diejenigen Wesenheiten, die nun die eigentlichen Versucher der Menschen waren im Gange der Erdenentwickelung, die repräsentiert sind durch die Schlange im Paradies, auch diese Wesenheiten haben nichts mit der Erbsünde zu tun, sondern mit einer frei durch sie begangenen Sünde. Erst im Menschen wird sie zur Erbsünde. Es ist dasjenige, was man Erbsünde und dann wiederum Freiheit nennt, das, was eigentlich dem Menschen spezifisch ist. Man findet überhaupt, daß die Errichtung einer jeden Daseinsstufe im gesamten Weltenall ihre gute Bedeutung hat, so daß nicht irgend etwas sich in vertikaler Richtung wiederholt. Also was bei den Tieren ist, ist nicht bei den Menschen, und was bei den Menschen ist, ist nicht bei den Engeln und so fort.|343|433ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit und Determinismus ==&lt;br /&gt;
Für das Verhältnis des Menschen in seiner Freiheit zum Karma gilt die Beachtung der beiden Doppelströme der Zeit,&amp;lt;ref&amp;gt;Wenn eine Erklärung durch angebliches altes Karma nicht stimmig ist, bietet sich die Erklärung vorweggenommenes „neues“ Karma: „Die Ursache liegt in der Zukunft“ (Joseph Beuys) an. Siehe dazu: http://www.ursache-zukunft.net/fileadmin/ursache-zukunft/Ursache_Zukunft.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; die Lebenssituationen sind dann entweder durch altes Karma, durch Freiheit, oder durch neues (künftiges) [[Karma]] bestimmt. Es sind im Hinblick auf den naturwissenschaftlichen Determinismus klare Positionen von Seiten der herrschenden Wissenschaft bezogen worden: Diese angebliche Freiheit des Menschen wäre nur eine Illusion, es gäbe sie nicht wirklich (herrschende Auffassung, es gibt auch Gegenauffassungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist auch der Gegenstrom der [[Zeit]] in der Evolution.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph J. Hueck: &#039;&#039;Evolution im Doppelstrom der Zeit&#039;&#039;. Vlg. am Goetheanum, Dornach 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Argumentation, das fällt unter die [[Philosophie des Geistes]], spielt eine wichtige Rolle, dass eine Willensregung physiologisch zeitlich schon früher gemessen werden kann, als sie dann im Bewußtsein als ein &amp;quot;Ich will&amp;quot; relevant wird. Diese durchaus plausible Begründung berücksichtigt freilich nicht, dass ja der menschliche Wille etwas anderes sei, als das Bewußtsein von einem menschlichen Willen, insbesondere freiem Willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings kann dieser Wille, wenn er als ein freier soll gelten, nur ein &#039;&#039;bewusster&#039;&#039; freier Wille sein. Bewußtsein, das nach der physiologischen Gehirnforschung später kommt, als die motorische Handlungsabsicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur die Befragung des &#039;&#039;zeitlichen&#039;&#039; Charakters von Wollen, und der physiologischen Manifestation des Wollens kann da auf eine Lösung hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sehen Sie sich die gebräuchlichen Lehrbücher durch,&lt;br /&gt;
so werden Sie finden: Dahin kommen diese Leute, den Denkapparat&lt;br /&gt;
aufzuzeigen und alles Denken und Vorstellen in Verbindung zu bringen mit den mechanischen Vorgängen im Gehirn und Nervensystem;&lt;br /&gt;
aber sie müssen ableugnen Gefühl und Wille. Gefühl und Wille kann&lt;br /&gt;
nicht erklärt werden durch körperliche Vorgänge. Daher wird dies&lt;br /&gt;
einfach ausgeschaltet. Und Sie können heute, wenn Sie die Bücher&lt;br /&gt;
aufschlagen, überall finden: Die Menschen haben zwar aus ihren Vorurteilen auch einen Willen angenommen und ein Gefühl angenommen,&lt;br /&gt;
aber das ist eigentlich ein Nichts, das ist gar nicht vorhanden.&lt;br /&gt;
Also macht der Naturforscher gerade halt vor Gefühl und Wille.&lt;br /&gt;
Indem wir nun wissen, daß sich die Gedanken mit unserem Ätherleib&lt;br /&gt;
von uns absondern, erklärt sich uns, daß dieses Abgesonderte, das mit&lt;br /&gt;
unserem Ätherleib aus uns herausgeht, auch hier auf der Erde an unserem Äußeren arbeitet, den Denkapparat sich erst herrichtet, und&lt;br /&gt;
wenn der Denkapparat geformt ist, dann kommt das Denken mit Hilfe&lt;br /&gt;
des vom Denken selbst geformten Denkapparates. Gefühl und Wille&lt;br /&gt;
bleiben uns im Astralleib und im Ich. Die tragen wir in die geistige&lt;br /&gt;
Welt. Nicht eine Wissenschaft zwingt zum Materialismus, im Gegenteil, die wirkliche heutige Wissenschaft rechtfertigt überall unsere&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft. Der heutige Materialismus ist durchaus abhängig&lt;br /&gt;
davon, daß die Leute keinen Trieb haben zu dem geistigen Leben, daß&lt;br /&gt;
sie keinen Sinn haben wollen für geistiges Leben. Auch das Verständnis brauchte nicht zu fehlen. Denn wirklich, wenn man sich einläßt auf&lt;br /&gt;
das, was der Geistesforscher aus der geistigen Welt heraus zu geben&lt;br /&gt;
vermag selbst für solche Kapitel, wie wir sie heute vor unsere Seele&lt;br /&gt;
haben treten lassen für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen&lt;br /&gt;
Geburt: verstanden werden kann es schon, man braucht nur ein feineres, subtileres Verständnis, als das grobe Verständnis ist, das der heutige Mensch für die äußere Welt vielfach anwenden will. Aber wir&lt;br /&gt;
leben auch in einer Zeit, in der eben der Materialismus zu seiner Hochflut gekommen ist.|168|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unsterbliche Teil des Menschen ist sein Willens-Gefühlswesen, daher entstammt alle nichtdeterminierte Freiheit, dem Höheren Ich, insoweit es sich durch Wille und Gefühl in Entschluss- und Gedankenform realisieren kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[GA 25]] und [[GA 168]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit erfordert das Gleichgewicht von Geist und Natur === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von entscheidender Bedeutung für den [[Willensfreiheit|freien Willen]] ist das rechte Gleichgewicht zwischen [[Geist]] und [[Natur]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie wissen ja, meine lieben&lt;br /&gt;
Freunde, wie sauer es wird einem Menschen, eine Idee zu begreifen,&lt;br /&gt;
die eigentlich für den unbefangenen Menschen selbstverständlich ist&lt;br /&gt;
und welche geleugnet wird, weil der Intellekt von den Philosophen&lt;br /&gt;
nicht heran kann: die Idee des freien Willens. Ich sagte über die Sinnesempfindungen:&lt;br /&gt;
die Dinge, die in den Physiologien und in den Psychologien&lt;br /&gt;
stehen, nehmen sich dem gegenüber, der die Dinge durchschaut,&lt;br /&gt;
kindisch aus. Aber was über die Idee des freien Willens geschwätzt&lt;br /&gt;
wird, erst recht. Denn Sie müssen bedenken, daß der freie&lt;br /&gt;
Willensentschluß in jedem Augenblick ein Effekt der ganzen menschliehen&lt;br /&gt;
Wesenheit ist; der ganzen menschlichen Wesenheit, wie sie sich gesund&lt;br /&gt;
oder krank oder halbkrank oder übergesund darlebt, in dem freien&lt;br /&gt;
Willensimpetus. Im freien Willensimpetus liegt der ganze Mensch darinnen,&lt;br /&gt;
aber mit alledem, was man am ganzen Menschen durchschauen&lt;br /&gt;
kann, mit allen Komplikationen liegt er darinnen. Die menschliche&lt;br /&gt;
Natur lernt man erst kennen, wenn man sie in dieser Komplikation&lt;br /&gt;
erkennen lernt. Und sehen Sie, das, was bei abnormen Persönlichkeiten&lt;br /&gt;
nach der einen oder anderen Seite hin eine abnorme Schattierung annimmt,&lt;br /&gt;
ist aufgehoben, zur Harmonie vereinigt in jedem Menschen.&lt;br /&gt;
Es ist ein trivialer Ausspruch, aber er ist wahr: so wie der Mensch&lt;br /&gt;
zugänglich ist für den Cherubim, so ist er auch zugänglich für den&lt;br /&gt;
Teufel. Und auch diese Prozesse, wo der Mensch zugänglich ist für den&lt;br /&gt;
Teufel - wir werden sie noch studieren. Aber das alles ist auch im&lt;br /&gt;
gewöhnlichen Menschen, nur daß die entgegengesetzten Tätigkeiten&lt;br /&gt;
sich aufheben, weil sie sich nach den verschiedensten Richtungen gleich&lt;br /&gt;
stark entwickeln. Wenn in jedem ein Engel ist, so ist auch in jedem ein&lt;br /&gt;
Teufel. Aber wenn der Engel und Teufel gleich stark sind für irgend&lt;br /&gt;
etwas, dann heben sie sich auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA318 046.gif|center|300px|Zeichnung aus GA 318, S. 46 (Tafel 4)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun betrachten Sie diese Waage (siehe Zeichnung). Es gibt einen&lt;br /&gt;
Punkt, es ist dieser. Sie können hier Gewichte auflegen, das kann alles&lt;br /&gt;
in Bewegung geraten. Das bleibt immer in Ruhe, das Hypomochlion,&lt;br /&gt;
es wird nicht berührt von dem, was Sie links, von dem, was Sie rechts&lt;br /&gt;
auflegen. Aber es muß die Einrichtung getroffen werden, daß es nicht&lt;br /&gt;
berührt zu werden braucht. Ein ähnliches geistiges Hypomochlion&lt;br /&gt;
wird im Menschen bewirkt von den entgegengesetzten Kräften. Sie&lt;br /&gt;
können daher studieren des Menschen Natur. Sie werden nirgends eine&lt;br /&gt;
Veranlassung haben, den Menschen als freies Wesen zu statuieren, denn&lt;br /&gt;
in der Natur des Menschen ist alles kausal bedingt. Studieren Sie mit&lt;br /&gt;
materialistischer Gesinnung die Natur des Menschen: Sie kommen nicht&lt;br /&gt;
zur Freiheitsidee, Sie kommen zur kausalen Bedingung. Sie können&lt;br /&gt;
aber auch den Menschen geistig studieren. Sie kommen zur Determination&lt;br /&gt;
des Willens durch die Gottheit oder die geistigen Wesenheiten, aber&lt;br /&gt;
Sie kommen nicht zur Freiheit des Willens. Sie können ein grobklotziger&lt;br /&gt;
Materialist sein und die Freiheit leugnen und die Naturkausalität&lt;br /&gt;
des Willens studieren, Sie können ein feinsinniger Kopf sein wie Leibniz&lt;br /&gt;
und auf das Geistige sehen: Sie kommen zum Determinismus. Natürlich,&lt;br /&gt;
solange Sie die Waagschale mit dem Waagbalken hier studieren,&lt;br /&gt;
kommen Sie nur zur Bewegung; solange Sie die Waagschale mit&lt;br /&gt;
dem Waagbalken hier studieren, kommen Sie auch nur zur Bewegung.&lt;br /&gt;
So ist es, wenn Sie den Menschen studieren nach der Natur, so ist es,&lt;br /&gt;
wenn Sie den Menschen studieren nach dem Geist. Sie kommen nicht&lt;br /&gt;
zur Freiheit. Sie liegt mitten drinnen im Gleichgewichtspunkt zwischen&lt;br /&gt;
beiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Theorie. Aber die Praxis ist so, daß Sie zu entscheiden&lt;br /&gt;
haben bei einem Menschen, der vor Ihnen steht in einer schwierigen&lt;br /&gt;
Lebenslage, ob Sie ihn verantwortlich machen können für seine Tat.&lt;br /&gt;
Da wird die Frage praktisch, ob er seinen freien Willen handhaben kann&lt;br /&gt;
oder nicht. Woran können Sie das entscheiden? Dadurch, daß Sie zu&lt;br /&gt;
beurteilen vermögen, ob seine geistige und physische Konstitution sich&lt;br /&gt;
das Gleichgewicht halten. In beide Fälle kann sowohl der Arzt wie der&lt;br /&gt;
Priester kommen. Daher muß zur Schulung des Arztes wie des Priesters&lt;br /&gt;
gehören ein Durchschauen jenes Zustandes, in dem der Mensch&lt;br /&gt;
entweder im Gleichgewicht zwischen Geist und Natur ist, oder in dem&lt;br /&gt;
dieses Gleichgewicht verschoben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemals kann über das Verantwortungsgefühl einer menschlichen&lt;br /&gt;
Persönlichkeit anders entschieden werden als nach einer tiefen Erkenntnis&lt;br /&gt;
der menschlichen Wesenheit. Die Freiheitsfrage in Verbindung&lt;br /&gt;
mit der Verantwortungsfrage ist eben eine denkbar tiefste.|318|45ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit und Liebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Freiheit und [[Liebe]] untrennbar miteinander verbunden sind, hat Rudolf Steiner schon in seinen [[Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften]] ([[GA 1]], 1884–1897) ganz entschieden betont:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir wissen daß die Ideenwelt die unendliche Vollkommenheit selbst&lt;br /&gt;
ist; wir wissen, daß mit ihr die Antriebe unseres Handelns&lt;br /&gt;
in uns liegen; und wir müssen demzufolge nur ein solches&lt;br /&gt;
Handeln als ethisch gelten lassen, bei dem die Tat nur aus&lt;br /&gt;
der in uns liegenden Idee derselben fließt. Der Mensch vollbringt&lt;br /&gt;
von diesem Gesichtspunkte aus nur deshalb eine&lt;br /&gt;
Handlung, weil deren Wirklichkeit für ihn Bedürfnis ist.&lt;br /&gt;
Er handelt, weil ein innerer (eigener) Drang, nicht eine&lt;br /&gt;
äußere Macht, ihn treibt. Das Objekt seines Handelns, sobald&lt;br /&gt;
er sich einen Begriff davon macht, erfüllt ihn so, daß&lt;br /&gt;
er es zu verwirklichen strebt. In dem Bedürfnis nach Verwirklichung&lt;br /&gt;
einer Idee, in dem Drange nach der Ausgestaltung&lt;br /&gt;
einer Absicht soll auch der einzige Antrieb unseres&lt;br /&gt;
Handelns sein. In der Idee soll sich alles ausleben, was uns&lt;br /&gt;
zum Tun drängt. Wir handeln dann nicht aus Pflicht, wir&lt;br /&gt;
handeln nicht einem Triebe folgend, wir handeln aus &#039;&#039;Liebe zu dem Objekt&#039;&#039;, auf das unsere Handlung sich erstrecken&lt;br /&gt;
soll. Das Objekt, indem wir es vorstellen, ruft in uns den&lt;br /&gt;
Drang nach einer ihm angemessenen Handlung hervor. Ein&lt;br /&gt;
solches Handeln ist allein ein freies. Denn müßte zu dem&lt;br /&gt;
Interesse, das wir an dem Objekt nehmen, noch ein zweiter&lt;br /&gt;
anderweitiger Anlaß kommen, dann wollten wir nicht dieses&lt;br /&gt;
Objekt um seiner selbst willen, wir wollten ein &#039;&#039;anderes&#039;&#039;&lt;br /&gt;
und vollbrächten &#039;&#039;dieses&#039;&#039;, was wir &#039;&#039;nicht&#039;&#039; wollen; wir vollführten&lt;br /&gt;
eine Handlung &#039;&#039;gegen&#039;&#039; unseren Willen. Das wäre&lt;br /&gt;
etwa beim Handeln aus &#039;&#039;[[Egoismus]]&#039;&#039; der Fall. Da nehmen wir&lt;br /&gt;
an der Handlung selbst kein Interesse; sie ist uns nicht Bedürfnis,&lt;br /&gt;
wohl aber der Nutzen, den sie uns bringt. Dann&lt;br /&gt;
aber empfinden wir es auch zugleich als Zwang, daß wir&lt;br /&gt;
jene Handlung, nur dieses Zweckes willen, vollbringen&lt;br /&gt;
müssen. Sie selbst ist uns nicht Bedürfnis; denn wir unterließen&lt;br /&gt;
sie, wenn sie den Nutzen nicht im Gefolge hätte.&lt;br /&gt;
Eine Handlung aber, die wir nicht um ihrer selbst willen&lt;br /&gt;
vollbringen, ist eine unfreie. &#039;&#039;Der Egoismus handelt unfrei.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Unfrei handelt überhaupt jeder Mensch, der eine Handlung&lt;br /&gt;
aus einem Anlaß vollbringt, der nicht aus dem objektiven&lt;br /&gt;
Inhalt der Handlung selbst folgt. Eine Handlung um ihrer&lt;br /&gt;
selbst willen ausführen, heißt aus &#039;&#039;Liebe&#039;&#039; handeln. &#039;&#039;Nur derjenige, den die Liebe zum Tun, die Hingabe an die Objektivität leitet, handelt wahrhaft frei.&#039;&#039; Wer dieser selbstlosen&lt;br /&gt;
Hingabe nicht fähig ist, wird seine Tätigkeit nie als eine&lt;br /&gt;
&#039;&#039;freie&#039;&#039; ansehen können.|1|202f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange wir uns mit unserem [[Denken]] an die Außenwelt hingegeben, müssen wir deren Gesetzmäßigkeiten folgen und sind daher, insofern wir uns dadurch in unseren Handlungen leiten lassen, unfrei. Frei werden wir, wenn wir, völlig losgelöst von der Außenwelt, Gedanken im rein inneren geistigen Erleben fassen und mit unserem Willen durchstrahlen. Das reine, d.&amp;amp;nbsp;h. sinnlichkeitsfreie Denken ist zugleich als reiner [[schöpferisch]]er Wille tätig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn wir Gedanken von der äußeren&lt;br /&gt;
physisch-sinnlichen Welt aufnehmen - und wir können ja nur solche&lt;br /&gt;
aufnehmen zwischen Geburt und Tod -, dann werden wir dadurch,&lt;br /&gt;
wie Sie leicht einsehen können, unfrei, denn wir werden hingegeben an&lt;br /&gt;
die Zusammenhänge der äußeren Welt; wir müssen dann so denken, wie&lt;br /&gt;
es uns die äußere Welt vorschreibt, insofern wir nur den Gedankeninhalt&lt;br /&gt;
ins Auge fassen; erst in der inneren Verarbeitung werden wir frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gibt es eine Möglichkeit, ganz frei zu werden, frei zu werden&lt;br /&gt;
in seinem inneren Leben, wenn man den Gedankeninhalt, insofern er&lt;br /&gt;
von außen kommt, möglichst ausschließt, immer mehr und mehr ausschließt, und das Willenselement, das im Urteilen, im Schlüsseziehen&lt;br /&gt;
unsere Gedanken durchstrahlt, in besondere Regsamkeit versetzt. Dadurch&lt;br /&gt;
aber wird unser Denken in denjenigen Zustand versetzt, den&lt;br /&gt;
ich in meiner «Philosophie der Freiheit» genannt habe das reine Denken.&lt;br /&gt;
Wir denken, aber im Denken lebt nur Wille. Ich habe das besonders&lt;br /&gt;
scharf betont in der Neuauflage der «Philosophie der Freiheit» 1918. Dasjenige, was da in uns lebt, lebt in der Sphäre des Denkens.&lt;br /&gt;
Aber wenn es reines Denken geworden ist, ist es eigentlich ebensogut&lt;br /&gt;
als reiner Wille anzusprechen. So daß wir aufsteigen dazu, uns&lt;br /&gt;
vom Denken zum Willen zu erheben, wenn wir innerlich frei werden,&lt;br /&gt;
daß wir gewissermaßen unser Denken so reif machen, daß es ganz&lt;br /&gt;
und gar durchstrahlt wird vom Willen, nicht mehr von außen aufnimmt,&lt;br /&gt;
sondern eben im Willen lebt. Gerade dadurch aber, daß wir&lt;br /&gt;
immer mehr und mehr den Willen im Denken stärken, bereiten wir&lt;br /&gt;
uns vor für das, was ich in der «Philosophie der Freiheit» die moralische&lt;br /&gt;
Phantasie genannt habe, was aber aufsteigt zu den moralischen Intuitionen,&lt;br /&gt;
die dann unseren gedankegewordenen Willen oder willegewordenen&lt;br /&gt;
Gedanken durchstrahlen, durchsetzen. Auf diese Weise&lt;br /&gt;
heben wir uns heraus aus der physisch-sinnlichen Notwendigkeit,&lt;br /&gt;
durchstrahlen uns mit dem, was uns eigen ist und bereiten uns vor für&lt;br /&gt;
die moralische Intuition. Und auf solchen moralischen Intuitionen beruht&lt;br /&gt;
doch alles das, was den Menschen von der geistigen Welt aus&lt;br /&gt;
zunächst erfüllen kann. Es lebt also auf dasjenige, was Freiheit ist,&lt;br /&gt;
dann, wenn wir gerade in unserem Denken immer mächtiger und&lt;br /&gt;
mächtiger werden lassen den Willen.|202|201f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird aber zugleich der Wille mit den in voller Freiheit bewusst aus dem [[Geist]] geschöpften Gedanken durchstrahlt. Was so aus dem Geist geschöpft wird, fließt in voller Hingabe durch unsere Handlungen in die Außenwelt, denn es liegt notwendig im Wesen des Geistes, sich zu verschenken – das ist aber nichts anderes als reine [[Liebe]]. Geist &#039;&#039;ist&#039;&#039; Liebe in ihrer vollkommensten Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie sehen, wir werden immer innerlicher und innerlicher, indem wir&lt;br /&gt;
unsere Eigenkraft als Wille in das Denken hineinschicken, das Denken&lt;br /&gt;
gewissermaßen ganz vom Willen durchstrahlen lassen. Wir bringen&lt;br /&gt;
den Willen in das Denken hinein und gelangen dadurch zur Freiheit.&lt;br /&gt;
Wir gelangen dazu, indem wir immer mehr und mehr unser Handeln&lt;br /&gt;
ausbilden, in dieses Handeln die Gedanken hineinzutragen. Wir durchstrahlen&lt;br /&gt;
unser Handeln, das ja aus unserem Willen hervorgeht, mit unseren&lt;br /&gt;
Gedanken. Auf der einen Seite, nach innen, leben wir ein Gedankenleben:&lt;br /&gt;
das durchstrahlen wir mit dem Willen und finden so die&lt;br /&gt;
Freiheit. Auf der anderen Seite, nach außen, fließen unsere Handlungen&lt;br /&gt;
von uns aus dem Willen heraus; wir durchsetzen sie mit unseren Gedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA202_204.gif|center|400px|Freiheit und Liebe, Tafel 19 (GA 202, S. 204)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wodurch werden denn unsere Handlungen immer ausgebildeter?&lt;br /&gt;
Wodurch, wenn wir den allerdings anzufechtenden Ausdruck&lt;br /&gt;
gebrauchen wollen, kommen wir denn zu einem immer vollkommeneren&lt;br /&gt;
Handeln? - Wir kommen zu einem immer vollkommeneren Handeln&lt;br /&gt;
eigentlich dadurch, daß wir diejenige Kraft in uns ausbilden,&lt;br /&gt;
die man nicht anders nennen kann als Hingabe an die Außenwelt. Je&lt;br /&gt;
mehr unsere Hingabe an die Außenwelt wächst, desto mehr regt uns&lt;br /&gt;
diese Außenwelt an zum Handeln. Dadurch aber gerade, daß wir den&lt;br /&gt;
Weg finden, um hingegeben zu sein an die Außenwelt, gelangen wir&lt;br /&gt;
dazu, dasjenige, was in unserem Handeln liegt, mit Gedanken zu durchdringen.&lt;br /&gt;
Was ist Hingabe an die Außenwelt? Hingabe an die Außenwelt,&lt;br /&gt;
die uns durchdringt, die unser Handeln mit den Gedanken durchdringt,&lt;br /&gt;
ist nichts anderes als Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geradeso wie wir zur Freiheit kommen durch die Durchstrahlung&lt;br /&gt;
des Gedankenlebens mit dem Willen, so kommen wir zur Liebe durch&lt;br /&gt;
die Durchsetzung des Willenslebens mit Gedanken. Wir entwickeln&lt;br /&gt;
in unserem Handeln Liebe dadurch, daß wir die Gedanken hineinstrahlen&lt;br /&gt;
lassen in das Willensgemäße; wir entwickeln in unserem Denken&lt;br /&gt;
Freiheit dadurch, daß wir das Willensgemäße hineinstrahlen lassen&lt;br /&gt;
in die Gedanken. Und da wir als Mensch eine Ganzheit, eine Totalität&lt;br /&gt;
sind, so wird, wenn wir dazu kommen, in dem Gedankenleben die&lt;br /&gt;
Freiheit und in dem Willensleben die Liebe zu finden, in unserem&lt;br /&gt;
Handeln die Freiheit, in unserem Denken die Liebe mitwirken. Sie&lt;br /&gt;
durchstrahlen einander, und wir vollziehen ein Handeln, ein gedankenvolles&lt;br /&gt;
Handeln in Liebe, ein willensdurchsetztes Denken, aus dem&lt;br /&gt;
wiederum das Handlungsgemäße in Freiheit entspringt.|202|203ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schiller]] sagt zu dem Thema: „Lieben heißt in Freiheit setzen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Im Spannungsfeld zwischen Geist und Materie und im Bewußtsein der Grenzen seiner Existenz ist der Mensch verkörperte Freiheitsfähigkeit. Der Lebensstrom aus der Vergangenheit verwandelt sich in ihm in das &#039;&#039;Licht&#039;&#039; der Erkenntnis, der Gestaltungsstrom aus der Zukunft in die &#039;&#039;Liebe&#039;&#039; der hingebungsvollen Tat. – Eine in diesem Sinne aufgefasste Liebe kann nur aus Freiheit erwachsen.“ (Lit.: Christoph J. Hueck, S. 211)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahre Liebe ist nur aus Freiheit möglich. Der Auftrag Christi: Liebet einander, ist ein Gebot, aber ein Gebot an den „Freien Menschen“, zu dem sich die allgemeine Menschheit erst noch hinentwickeln muss. Dieses Wechselverhältnis von Freiheit und Liebe wurde thematisiert, im Rahmen der Diskussion über die [[Prädestination]]slehre etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Schiller sagte, gilt wohl auch umgekehrt: Frei sein ist lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Liebe als Weg zu Michael und Christus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Indem sich der Mensch als freies Wesen in Michaels&lt;br /&gt;
Nähe fühlt, ist er auf dem Wege, die Kraft der Intellektualität&lt;br /&gt;
in seinen «ganzen Menschen» zu tragen; er denkt&lt;br /&gt;
zwar mit dem Kopfe, aber das Herz fühlt des Denkens Hell&lt;br /&gt;
oder Dunkel; der Wille strahlt des Menschen Wesen aus,&lt;br /&gt;
indem er die Gedanken als Absichten in sich strömen hat.&lt;br /&gt;
Der Mensch wird immer mehr Mensch, indem er Ausdruck&lt;br /&gt;
der Welt wird; er findet sich, indem er sich nicht &#039;&#039;sucht&#039;&#039;, sondern&lt;br /&gt;
in Liebe sich wollend der Welt verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem der Mensch seine Freiheit entfaltend in Ahrimans&lt;br /&gt;
Verlockungen fällt, wird er in die Intellektualität hineingezogen,&lt;br /&gt;
wie in einen geistigen Automatismus, in dem er ein&lt;br /&gt;
Glied ist, nicht mehr &#039;&#039;er&#039;&#039; selbst. All sein Denken wird Erlebnis&lt;br /&gt;
des Kopfes; allein dieser sondert es vom Eigenherzerleben&lt;br /&gt;
und eignem Willensleben ab und löscht das Eigensein&lt;br /&gt;
aus. Der Mensch verliert immer mehr von seinem innerlich&lt;br /&gt;
wesenhaft-menschlichen Ausdruck, indem er Ausdruck&lt;br /&gt;
seines Eigenseins wird; er verliert sich, indem er&lt;br /&gt;
sich &#039;&#039;sucht&#039;&#039;; er entzieht sich der Welt, der er die Liebe verweigert; aber der Mensch erlebt &#039;&#039;sich&#039;&#039; nur wahrhaft, wenn er&lt;br /&gt;
die Welt liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aus dem Geschilderten wohl anschaulich, wie Michael&lt;br /&gt;
der Führer zu Christus ist. Michael geht mit allem&lt;br /&gt;
Ernste seines Wesens, seiner Haltung, seines Handelns in&lt;br /&gt;
Liebe durch die Welt. Wer sich an ihn hält, der pfleget &#039;&#039;im Verhältnis zur Außenwelt der Liebe&#039;&#039;. Und Liebe muß im Verhältnis&lt;br /&gt;
zur Außenwelt sich zunächst entfalten, sonst wird&lt;br /&gt;
sie Selbstliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist dann diese Liebe in der Michael-Gesinnung da, dann&lt;br /&gt;
wird &#039;&#039;Liebe zum andern&#039;&#039; auch zurückstrahlen können ins eigene&lt;br /&gt;
Selbst. Dieses wird lieben können, ohne sich selbst zu&lt;br /&gt;
lieben. Und auf den Wegen solcher Liebe ist Christus durch&lt;br /&gt;
die Menschenseele zu finden.|26|117f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit und Wählen ==&lt;br /&gt;
Unter bestimmten Gesichtspunkten ist auch die Freiheit der [[Wahl]] zu erörtern. Ist dies nur ein besonderer Aspekt von Freiheit, oder wäre Freiheit wesentlich Wahlfreiheit?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch sich vor die Alternative gestellt sieht: „Friss Vogel, oder stirb“, wie es ein Sprichwort sagt: Wo ist da die Freiheit?&lt;br /&gt;
Denen, die sich nicht dem Willen Gottes einfügen, wird Vernichtung angedroht, und sogar ewiges Höllenfeuer. Wo ist da Freiheit?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch, der sich nicht dem Willen Gottes fügt, wird in Zukunft vernichtet (resp. gebraten auf ewig im Höllenfeuer) werden, so die kolportierte Aussage, an deren Wahrheit wohl Zweifel erlaubt sein mögen, denn die Aussage widerspricht sowohl der Freiheit, als auch der Liebe – aus Gottes Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|So heißt es im ‚Katechismus der Katholischen Kirche’, dass für bestimmte Vergehen die Todsünde   gelte, während für andere Sünden die Entsühnung durch die Beichte möglich sei.&lt;br /&gt;
Nehmen wir also einmal an, es sei so, dass eine Todsünde existiere, das jemand daran schuldig geworden sei und sein Weg nun unweigerlich in die ewige Hölle und Verdammnis führe müsse.&lt;br /&gt;
Nehmen wir an dies sei ein Mörder, der nun im Gefängnis sitzt.&lt;br /&gt;
Die Göttliche Gnade ist für ihn verwirkt, sie ist ihm mithin nicht mehr erreichbar.&lt;br /&gt;
Mit welcher Perspektive soll dieser Mensch aber seiner Entlassung entgegenschreiten. Soll er sich sagen es nutzt ohnehin nichts, also will ich mich auch nicht bessern und weitermorden, sobald mir wieder Gelegenheit dazu gegeben wird.&lt;br /&gt;
Dieser Ansatz ist auch aus der Gefängnisseelsorge heraus völlig verfehlt: Todsünden kann und darf es nicht geben, so lange der Mensch noch lern- und besserungsfähig ist.&lt;br /&gt;
Die Erklärung einer Tat als Todsünde stellt eine deterministische Prognose dar.&lt;br /&gt;
Eine deterministische Prognose ist nichts weiter, als ein Glauben an die zukünftige&lt;br /&gt;
Wirklichkeitsangemessenheit der jeweils vorangestellten Hypothese.&lt;br /&gt;
Durch die streng deterministische Prognose wird aber jeder Freiheit für alle Zukunft der Boden entzogen, es wird ein Konstanzprinzip menschlichen Handelns aufgestellt, welches aber im Ergebnis bedeutete nicht mehr (neu) lernen zu können.&lt;br /&gt;
Künftige Lernfähigkeit lässt sich aber für keinen Menschen ausschließen.&lt;br /&gt;
„Damit ist auf dem Wege eines argumentum a contrario bewiesen, dass das Konstanzprinzip im Rahmen menschlichen Handelns nicht gelten kann: Würde es gelten, so bedeutete dies, das man nicht lernen kann – dass man lernen könne, dass man nicht lernen kann, kann man aber nicht behaupten, ohne sich selbst schon widersprochen zu haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;H.-H. Hoppe: &#039;&#039;Kritik der kausalwissenschaftlichen Sozialforschung&#039;&#039;, Opladen 1983, S. 10ff&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Wurde nicht auch Faust durch unglückliche Umstände zum Schuldigen und wird ihm&lt;br /&gt;
am Sterbebett, da Faust bereut, nicht dennoch alle Schuld erlassen?&lt;br /&gt;
Man sieht ganz klar auch Goethes Attacke auf allzu simplizistische kirchliche Moralvorstellungen: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erretten“  .&lt;br /&gt;
Unterstrichen wird so bei Goethe das alles überragende Freiheitsmoment des Menschen selbst noch im letzten Augenblick vor dem Tod. Analoge Stellen gibt es auch im Neuen Testament: Lukas 23,43 und Johannes 8,11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird klar: ohne eine völlige Handlungsfreiheit zu Gut und Böse (siehe auch die Paradiesmythe) bestünde keine echte (Wahl-)Freiheit zwischen Gut und Böse.&lt;br /&gt;
Dies, also ist das Gute des Bösen, dass es menschliche Wahlfreiheit durch sein&lt;br /&gt;
(Negativ-)Angebot erst ermöglicht.|Michael Heinen-Anders: &#039;&#039;Dem Teufel auf der Spur&#039;&#039;. S. 12–13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Kometen als kosmische Repräsentanten Freiheit ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Kometen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kometen]] repräsentieren laut [[Rudolf Steiner]] in gewissem Sinn das [[Freiheit|Freiheitsprinzip]] im [[Kosmos]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn die Menschen wiederum verstehen werden, wie wohltätig der Kometeneinfluß ist, dann werden sie sich wahrscheinlich daran erinnern, gern im Herbste irgendeine Festlichkeit zu begehen, um eine Art Freiheitsfest zu haben. Das gehört in den Herbst hinein: eine Art Michaelsfest, Freiheitsfest. Das lassen die Menschen heute vorübergehen, weil sie überhaupt kein Verständnis dafür haben; sie haben kein Verständnis für die Freiheit in der Natur draußen, daher auch nicht für Freiheit im Menschen. Sehen Sie, die ehrsame Dame Mond und der majestätische Herr Sonne, die sitzen auf ihren Thronen, die wollen alles gemessen haben, weil sie für die Freiheit im Universum, im Weltenall, keinen rechten Sinn haben. Es muß natürlich auch sein. Aber die Kometen, das sind die Freiheitshelden im Universum; die haben daher in sich auch denjenigen Stoff, der beim Menschen auch mit der Tätigkeit, mit der freien Tätigkeit, mit der Willkür, mit der Willenstätigkeit zusammenhängt. Und so können wir sagen: Schauen wir zur Sonne hinauf, dann haben wir in ihr dasjenige, was in unserem Inneren immer gleichmäßige rhythmische Spiele treibt, das Herz und die Atmung. Schauen wir zu einem Kometen, so sollten wir eigentlich jedesmal, wenn ein Komet erscheint, ein Freiheitsgedicht machen, weil das zusammenhängt mit unserer Freiheit ! - Wir können sagen: Der Mensch ist frei, weil im Weltenall für diese Schwärmer im Weltenall, die Kometen, eben auch Freiheit herrscht. - Und so wie die Sonne hauptsächlich dem Säurecharakter ihre Natur verdankt, so der Komet dem Zyancharakter.|351|96f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verschiedene begriffliche Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahlfreiheit und Gestaltungsfreiheit ===&lt;br /&gt;
Von der Wahlfreiheit kann man die Gestaltungsfreiheit unterscheiden. Die Gestaltungsfreiheit geht über das Wählen ([[w:Urteil des Paris|Wahl des Paris]]) zwischen Alternativen hinaus, insofern es keine bestimmten, vorgegebenen Alternativen gibt, sondern diese erst aus dem Wollen hervorgehen. Wenn der Künstler den Meißel an den Gipsblock ansetzt, ist zwar jeder Hieb gewählt, aber aus einer Unendlichkeit von Alternativen, die lediglich durch die Idee des zu Schaffenden bestimmt sind, und den Eigentümlichkeiten des Materials. Der Normalmensch unterscheidet sich vom Künstler da nur durch die geringere Vollkommenheit in der Klarheit der auszuführenden Idee und der Materialkenntnis, der Beherrschung der Werkzeuge usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbstgestaltung ===&lt;br /&gt;
Im Unterschied zur Wahlfreiheit gibt es die Freiheit, man selbst zu sein (Autonomie). Diese ist schon den Tieren eigen. Ein Tier ist frei, wenn es sich in seinem Wesen, wie es ist, frei ausleben kann, in einer entsprechenden Umgebung. Man sieht dies heute in der reichen Vielfalt von möglichen Gestalten in der Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
(Dies findet z.&amp;amp;nbsp;B. bei der artgerechten Tierhaltung Berücksichtigung.) Beim Menschen kommt die Freiheit hinzu, selbst sein Wesen zu bestimmen, er hat die Freiheit, sich zu gestalten. Es ist dies analog zum künstlerischen Schaffen zu denken.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Herbert Witzenmann]]: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit als Grundlage künstlerischen Schaffens&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Weltgegensätze wie die zwischen Begriff und Wahrnehmung, Geist und Materie, sowie auch Gut und Böse (insofern der Mensch ein sittliches Wesen ist), sind insofern nur die Voraussetzungen für diese Freiheit des Menschen, sich selbst in seiner Gestalt zu bestimmen, welche sich auf individuelle Weise in einem fortlaufenden Prozess harmonisch in das Ganze integriert und dieses dadurch bereichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abbauprozesse und freies Handeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat wiederholt gezeigt, dass wir uns der an das [[Sinnlich]]e gebundenen [[Gedanke]]n nur dadurch [[Bewusstsein|bewusst]] werden, dass sich das [[Denken]] am [[Nervensystem]] spiegelt. Die sinnlichen Gedanken sind daher reine Spiegelbilder ohne eigenständige [[Wirklichkeit]] und folglich auch ohne [[Kausalität|kausale]] Wirkmächtigkeit. Dadurch, weil sie als bloße Spiegelbilder nicht der [[Naturnotwendigkeit]] unterliegen, bilden sie die Voraussetzung der [[Freiheit]]. Dazu kommen von der anderen Seite die aus der [[Moralische Phantasie|moralischen Phantasie]] im sinnlichkeitsfreien [[Reines Denken|reinen Denken]] gefassten Tatgedanken. Sie haben keinen [[Vorstellung]]scharakter, sondern sind [[wille]]nshafter Natur. Sie spiegeln sich nicht am Nervensystem, bewirken daher auch keine Abbauprozesse und verblassen nicht zu Spiegelbildern, sondern wirken vielmehr als reale [[leben]]dige [[Aufbaukräfte]]. Indem diese auf die Abbauprozesse einwirken, entsteht die freie Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bedenken Sie, daß ich schon in öffentlichen Vorträgen und auch&lt;br /&gt;
hier wiederum in den verschiedensten Zusammenhängen mit einer gewissen&lt;br /&gt;
Intensität immer wieder und wieder hervorgehoben habe, daß&lt;br /&gt;
wir das, was wir Vorstellungen nennen, nur dann richtig begreifen&lt;br /&gt;
können, wenn wir sie so in Beziehung bringen zu unserm leiblichen&lt;br /&gt;
Organismus, daß wir den Vorstellungen im Leibe nicht etwas Wachsendes,&lt;br /&gt;
Gedeihendes zugrunde liegend sehen, sondern gerade&lt;br /&gt;
umgekehrt, etwas Absterbendes, etwas partiell im Leibe Absterbendes. Ich habe das&lt;br /&gt;
so ausgesprochen in einem öffentlichen Vortrage, daß ich gesagt habe:&lt;br /&gt;
Der Mensch stirbt eigentlich immer in sein Nervensystem hinein ab. -&lt;br /&gt;
Der Nervenprozeß ist ein solcher, daß er sich auf das Nervensystem&lt;br /&gt;
beschränken muß. Denn würde er sich ausdehnen über den ganzen Organismus,&lt;br /&gt;
würde dasselbe vorgehen im ganzen Organismus, was in den&lt;br /&gt;
Nerven vorgeht, so würde dies den Tod des Menschen in jedem Augenblick bedeuten. Man kann sagen: Vorstellungen entstehen da, wo der&lt;br /&gt;
Organismus sich selber abbaut, wir sterben in unser Nervensystem fortwährend&lt;br /&gt;
hinein. - Dadurch ist Geisteswissenschaft in die Notwendigkeit&lt;br /&gt;
versetzt, nicht nur diejenigen Prozesse zu verfolgen, welche die&lt;br /&gt;
heutige Naturwissenschaft als die einzig maßgebenden betrachtet: die&lt;br /&gt;
aufsteigenden Prozesse. Diese aufsteigenden Prozesse, sie sind Wachstumsprozesse,&lt;br /&gt;
sie gipfeln noch im Unbewußten. Erst wenn der Organismus&lt;br /&gt;
mit den absteigenden Prozessen beginnt, tritt im Organismus&lt;br /&gt;
jene Tätigkeit der Seele auf, die man als Vorstellungs-, ja auch als sinnliche&lt;br /&gt;
Wahrnehmungstätigkeit bezeichnen kann. Dieser Abbauprozeß,&lt;br /&gt;
dieser Ersterbeprozeß, der muß da sein, wenn überhaupt vorgestellt&lt;br /&gt;
werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun habe ich gezeigt, daß das freie Handeln des Menschen geradezu&lt;br /&gt;
darauf beruht, daß der Mensch in die Lage kommt, aus reinen Gedanken&lt;br /&gt;
heraus die Impulse für sein Handeln zu suchen. Diese reinen Gedanken&lt;br /&gt;
werden am meisten von Einfluß sein auf die Abbauprozesse im&lt;br /&gt;
menschlichen Organismus. Was geschieht denn eigentlich, wenn der&lt;br /&gt;
Mensch so recht eine freie Handlung vollzieht? Machen wir uns das&lt;br /&gt;
einmal klar, was da beim gewöhnlichen physischen Menschen geschieht,&lt;br /&gt;
wenn der Mensch aus moralischer Phantasie heraus - Sie wissen jetzt,&lt;br /&gt;
was ich damit meine —, aus moralischer Phantasie heraus, das heißt aus&lt;br /&gt;
einem Denken, das von sinnlichen Impulsen, sinnlichen Trieben und&lt;br /&gt;
Affekten nicht beherrscht ist, handelt, was geschieht da mit dem Menschen&lt;br /&gt;
eigentlich? Dann geschieht das, daß er sich reinen Gedanken hingibt;&lt;br /&gt;
die bilden seine Impulse. Sie können ihn nicht impulsieren durch&lt;br /&gt;
sich selbst; er muß sich impulsieren, denn sie sind bloße Spiegelbilder,&lt;br /&gt;
das haben wir ja betont. Sie gehören der Maja an. Spiegelbilder können&lt;br /&gt;
nicht zwingen, der Mensch muß sich selber zwingen unter dem Einfluß&lt;br /&gt;
der reinen Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worauf wirken reine Vorstellungen? Am stärksten wirken sie auf&lt;br /&gt;
den Abbauprozeß im menschlichen Organismus. Auf der einen Seite&lt;br /&gt;
kommt aus dem Organismus heraus der Abbauprozeß, und auf der&lt;br /&gt;
ändern Seite kommt aus dem geistigen Leben diesem Abbauprozeß entgegen&lt;br /&gt;
der reine Tatgedanke. Ich meine damit den Gedanken, welcher&lt;br /&gt;
der Tat zugrunde liegt. Durch die Vereinigung von beiden, durch das&lt;br /&gt;
Aufeinanderwirken des Abbauprozesses und des Tatgedankens entsteht&lt;br /&gt;
die freie Handlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sagte, der Abbauprozeß wird nicht durch das reine Denken bewirkt;&lt;br /&gt;
der ist sowieso da, er ist also eigentlich immer da. Wenn der&lt;br /&gt;
Mensch diesem Abbauprozeß, gerade den bedeutsamsten Abbauprozessen&lt;br /&gt;
in ihm, nichts aus dem reinen Denken heraus entgegenstellt, dann&lt;br /&gt;
bleibt er Abbauprozeß, dann wird der Abbauprozeß nicht umgewandelt&lt;br /&gt;
in einen Aufbauprozeß, dann bleibt ein ersterbender Teil im Menschen.&lt;br /&gt;
Denken Sie das einmal durch, dann ersehen Sie daraus, daß die Möglichkeit&lt;br /&gt;
besteht, daß der Mensch gerade durch Unterlassung von freien&lt;br /&gt;
Handlungen einen Todesprozeß in sich nicht aufhebt. Darin liegt einer&lt;br /&gt;
der subtilsten Gedanken, die der Mensch nötig hat, in sich aufzunehmen.&lt;br /&gt;
Wer diesen Gedanken versteht, kann im Leben nicht mehr&lt;br /&gt;
zweifeln an dem Vorhandensein der menschlichen Freiheit. Denn eine&lt;br /&gt;
Handlung, die aus Freiheit geschieht, geschieht nicht durch etwas, was&lt;br /&gt;
im Organismus verursacht wird, sondern wo die Ursachen aufhören,&lt;br /&gt;
nämlich aus einem Abbauprozeß heraus. Dem Organismus muß etwas&lt;br /&gt;
zugrunde liegen, wo die Ursachen aufhören, dann kann überhaupt erst&lt;br /&gt;
die reine Vorstellung als Motiv des Handelns eingreifen. Aber solche&lt;br /&gt;
Abbauprozesse sind immer da, sie bleiben nur gewissermaßen ungenützt,&lt;br /&gt;
wenn der Mensch nicht freie Handlungen vollführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hier zugrunde liegt, bezeugt aber auch, wie es mit einem Zeitalter&lt;br /&gt;
aussehen muß, welches sich nicht darauf einlassen will, die Idee&lt;br /&gt;
der Freiheit im vollsten Umfange zu verstehen. Die zweite Hälfte des&lt;br /&gt;
19. Jahrhunderts, das 20. Jahrhundert bis in unsere Zeit, diese Epoche&lt;br /&gt;
hat es sich geradezu zur Aufgabe gesetzt, auf allen Gebieten des Lebens&lt;br /&gt;
die Idee der Freiheit immer mehr und mehr für die Erkenntnis zu&lt;br /&gt;
trüben, für das praktische Leben in Wirklichkeit auszuschalten. Freiheit&lt;br /&gt;
wollte man nicht verstehen, Freiheit wollte man nicht haben. Die Philosophen&lt;br /&gt;
haben sich bemüht, zu beweisen, daß alles mit einer gewissen&lt;br /&gt;
Notwendigkeit aus der menschlichen Natur hervorgeht. Gewiß, der&lt;br /&gt;
menschlichen Natur liegt eine Notwendigkeit zugrunde, aber diese&lt;br /&gt;
Notwendigkeit hört auf, indem Abbauprozesse beginnen, in welchen&lt;br /&gt;
der Zusammenhang der Ursachen sein Ende findet. Wenn Freiheit da&lt;br /&gt;
eingegriffen hat, wo die Notwendigkeit im Organismus aufhört, dann&lt;br /&gt;
kann man nicht sagen, daß die Handlungen der Menschen aus der&lt;br /&gt;
inneren Notwendigkeit hervorgehen; sie gehen dann erst aus ihm hervor,&lt;br /&gt;
wenn diese Notwendigkeit aufhört. Der ganze Fehler bestand&lt;br /&gt;
darinnen, daß man sich nicht eingelassen hat darauf, im menschlichen&lt;br /&gt;
Organismus nicht nur zu verstehen die aufbauenden Prozesse, sondern&lt;br /&gt;
auch zu verstehen die abbauenden Prozesse.|179|122ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE||Freiheit}}&lt;br /&gt;
* [[Willensfreiheit]] – eine Übersicht über allgemeine philosophische und wissenschaftliche Positionen zu diesem Thema&lt;br /&gt;
* [[Sittliche Autonomie]]&lt;br /&gt;
* [[Autonomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jan-Christoph Heilinger: &#039;&#039;Naturgeschichte der Freiheit&#039;&#039;, Berlin 2007 [https://www.academia.edu/23317080/Naturgeschichte_der_Freiheit_ed._?email_work_card=title academia.edu]&lt;br /&gt;
* [[Geert Keil]]: &#039;&#039;Willensfreiheit&#039;&#039;, 3. Auflage, De Gruyter, Berlin 2017, ISBN 978-3110533453,  {{ASIN|B015N8BAAW}}&lt;br /&gt;
* [[Geert Keil]]: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus&#039;&#039;, zweite, überarb. Auflage, Reclam, Stuttgart 2018,  ISBN 978-3150203293&lt;br /&gt;
* Anna Seemüller (Hrsg.), Tanja Gabriele Baudson (Hrsg.), Martin Dresler (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit. Interdisziplinäre Betrachtungen&#039;&#039;, S. Hirzel Verlag 2010, ISBN 978-3-7776-2199-9&lt;br /&gt;
* Christoph J. Hueck: &#039;&#039;Evolution im Doppelstrom der Zeit&#039;&#039;, Vlg. am Goetheanum, Dornach 2012&lt;br /&gt;
* Clemens Horvat: &#039;&#039;Die Paulus-Briefe und Rudolf Steiners Philosophie der Freiheit&#039;&#039;, 2. Auflage, Books on Demand 2019, ISBN 978-3748141877, eBook {{ASIN|B07W4LSC73}}&lt;br /&gt;
* Clemens Horvat: &#039;&#039;Die Wirklichkeit der Freiheit: Zu den erkenntniswissenschaftlichen und christologischen Grundlagen der Anthroposophie&#039;&#039;, 5. Auflage, Books on Demand 2017, ISBN 978-3743137776, eBook {{ASIN|B06XPKVVXP}}&lt;br /&gt;
* Hans Jürgen Scheuerle: &#039;&#039;Hirnfunktion und Willensfreiheit - Die periphere Hemmung - das missing link der Hirntheorie&#039;&#039;. 4. Auflage, ML Verlag 2020, ISBN 978-3964742483&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften&#039;&#039;, [[GA 1]] (1987), ISBN 3-7274-0011-0; &#039;&#039;&#039;Tb 649&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6490-4 {{Schriften|001}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit&#039;&#039;, [[GA 4]] (1978) {{Schriften|4}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung&#039;&#039;, [[GA 7]] (1990), ISBN 3-7274-0070-6; &#039;&#039;&#039;Tb 623&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6230-6 {{Schriften|7}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985) {{Schriften|18}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Drei Schritte der Anthroposophie. Philosophie – Kosmologie – Religion&#039;&#039;, [[GA 25]] (1999), ISBN 3-7274-0252-0 {{Schriften|025}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Leitsätze&#039;&#039;, [[GA 26]] (1998), ISBN 3-7274-0260-1 {{Schriften|026}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 – 1901&#039;&#039;, [[GA 31]] (1989), ISBN 3-7274-0310-1 {{Vorträge|031}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Goetheanumgedanke inmitten der Kulturkrisis der Gegenwart&#039;&#039;, [[GA 36]] (1961), ISBN 3-7274-0360-8 {{Vorträge|036}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Briefe Band I: 1881 – 1890&#039;&#039;, [[GA 38]] (1985), ISBN 3-7274-0380-2 {{Briefe|038}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Mensch als Geist- und Seelenwesen&#039;&#039;, [[GA 71b]] (2023), ISBN 978-3-7274-0715-4&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Wirklichkeit der höheren Welten&#039;&#039;, [[GA 79]] (1988), ISBN 3-7274-0790-5 {{Vorträge|079}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Grundelemente der Esoterik&#039;&#039;, [[GA 93a]] (1987)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt&#039;&#039;, [[GA 110]] (1991), ISBN 3-7274-1100-7 {{Vorträge|110}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Von Jesus zu Christus&#039;&#039;, [[GA 131]] (1988), ISBN 3-7274-1310-7 {{Vorträge|131}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Hereinragen in das physische Dasein&#039;&#039;, [[GA 150]] (1980), ISBN 3-7274-1500-2 {{Vorträge|150}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten&#039;&#039;, [[GA 168]], Dornach 1995&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geschichtliche Notwendigkeit und Freiheit. Schicksalseinwirkungen aus der Welt der Toten&#039;&#039;, [[GA 179]] (1977)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Brücke zwischen der Weltgeistigkeit und dem Physischen des Menschen&#039;&#039;, [[GA 202]] (1993), ISBN 3-7274-2020-0 {{Vorträge|202}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie als Kosmosophie – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 207]] (1990), ISBN 3-7274-2070-7 {{Vorträge|207}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie, Kosmologie und Religion in der Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 215]] (1980), ISBN 3-7274-2152-5 {{Vorträge|215}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band&#039;&#039;, [[GA 235]] (1994), ISBN 3-7274-2350-1 {{Vorträge|235}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Gemeinschaftsbildung&#039;&#039;, [[GA 257]] (1989), ISBN 3-7274-2570-9 {{Geschichte|257}} {{Vorträge1|144}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Zusammenwirken von Ärzten und Seelsorgern&#039;&#039;, [[GA 318]] (1994), ISBN 3-7274-3181-4 {{Vorträge|318}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gedankenfreiheit und soziale Kräfte&#039;&#039;, [[GA 333]] (1985), ISBN 3-7274-3330-2 {{Vorträge|333}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&#039;&#039;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&#039;&#039; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mensch und Welt. Das Wirken des Geistes in der Natur. Über das Wesen der Bienen&#039;&#039;, [[GA 351]] (1999), ISBN 3-7274-3510-0 {{Vorträge|351}}&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]]&#039;&#039;, Heft 49/50 {{BE|49|}}&lt;br /&gt;
* [[Joachim Stiller]]: [https://anthrowiki.at/images/e/ea/Philosophie_freiheit2.pdf?fbclid=IwY2xjawEr5hlleHRuA2FlbQIxMAABHfBQxmMljHcPXOSl7Ky8l4jnZ3jt9nOPt5s1p-waPd6p3xMpwto6o1qWWw_aem_HXOHsExxgO9WlH8gTdVi_A Neue Freiheitsphilosophie] PDF&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA Markus Gabriel über die Freiheit]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Videos&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=t9zGHIFioII Philosophie der Freiheit (Rudolf Steiner)] – eine Verständnishilfe von [https://www.youtube.com/channel/UCajCfOqTKZDzXv0vZfoGmbQ PhiloGramm]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethik]] [[Kategorie:Freiheit|!]] [[Kategorie:Ethisches Prinzip]] [[Kategorie:Ethisches Gut]] [[Kategorie:Handlungstheorie (Philosophie)]] [[Kategorie:Wertvorstellung]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liberalismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Existentialien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:AnthroWiki:Exzellent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indeterminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schöpfung]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Freiheit&amp;diff=625483</id>
		<title>Freiheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Freiheit&amp;diff=625483"/>
		<updated>2026-03-16T14:00:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Das Freiheitserlebnis im Zusammenhang mit Imagination, Inspiration und Intuition */ Korrektur des Links&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens (1891).jpg|mini|400px|Odysseus und die [[Sirenen]]. Gemälde von [[Wikipedia:John William Waterhouse|John William Waterhouse]] (1891)&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Das altgriech. Wort für Freiheit – &#039;&#039;«Éleutheria»&#039;&#039; – bedeutete ursprünglich etwa: „zu einer Reise aufbrechen und alle Schwierigkeiten überwinden, um ein geliebtes Ziel zu erreichen“, wie es [[Homer]] in seiner [[Odyssee]] schildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das freie Denken segelt ins Ungewisse hinaus, &lt;br /&gt;
wenn es sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. &lt;br /&gt;
Wohin der Kahn treibt, weiß es nicht. &lt;br /&gt;
Es fühlt nur in sich die Kraft und den Mut, &lt;br /&gt;
aus eigenem Vermögen zu einer befriedigenden &lt;br /&gt;
Anschauung zu kommen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 bis 1901&#039;&#039; {{GZ||31|192}}&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,&lt;br /&gt;
Und würd‘ er in Ketten geboren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[Friedrich Schiller]]: &#039;&#039;[https://www.deutschelyrik.de/die-worte-des-glaubens.339.html|Die Worte des Glaubens]&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Großes will, muß sich zusammenraffen;&lt;br /&gt;
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,&lt;br /&gt;
Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[Johann Wolfgang Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/nid/20004846001 Natur und Kunst ...]&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
O weh! hinweg! und laßt mir jene Streite&lt;br /&gt;
Von Tyrannei und Sklaverei beiseite.&lt;br /&gt;
Mich langeweilt&#039;s; denn kaum ist&#039;s abgetan,&lt;br /&gt;
So fangen sie von vorne wieder an;&lt;br /&gt;
Und keiner merkt: er ist doch nur geneckt&lt;br /&gt;
Vom Asmodeus, der dahinter steckt.&lt;br /&gt;
Sie streiten sich, so heißt&#039;s, um Freiheitsrechte;&lt;br /&gt;
Genau besehn, sind&#039;s Knechte gegen Knechte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[Johann Wolfgang Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/2.+Akt/Laboratorium Faust II, Laboratorium]&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das ist der Weisheit letzter Schluß:&lt;br /&gt;
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,&lt;br /&gt;
Der täglich sie erobern muß!&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[Johann Wolfgang Goethe]]: &#039;&#039;[http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Dramen/Faust.+Eine+Trag%C3%B6die/Faust.+Der+Trag%C3%B6die+zweiter+Teil/5.+Akt/Gro%C3%9Fer+Vorhof+des+Palasts Faust II, Großer Vorhof des Palasts]&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;DER PANTHER&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Im Jardin des Plantes, Paris&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe&lt;br /&gt;
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.&lt;br /&gt;
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe&lt;br /&gt;
und hinter tausend Stäben keine Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,&lt;br /&gt;
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,&lt;br /&gt;
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,&lt;br /&gt;
in der betäubt ein großer Wille steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille&lt;br /&gt;
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,&lt;br /&gt;
geht durch der Glieder angespannte Stille –&lt;br /&gt;
und hört im Herzen auf zu sein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;[[w:Rainer Maria Rilke|Rainer Maria Rilke]], Neue Gedichte, [[commons:Image:Neue Gedichte (Rilke 1907) 037.gif|S. 37]]&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Freiheit&#039;&#039;&#039; ([[lat.]] &#039;&#039;[[libertas]]&#039;&#039;; {{ELSalt|ἐλευθερία}} &#039;&#039;éleutheria&#039;&#039;) des [[Mensch]]en liegt nach [[Rudolf Steiner]] darin begründet, dass er die Gesetze &#039;&#039;seines&#039;&#039; Handelns erkennen und darauf &#039;&#039;seine&#039;&#039; [[Entscheidung]]en gründen kann. Ausgangspunkt der Freiheit ist daher nicht die [[Freiheit des Willens]], sondern die [[Freiheit der Gedanken]], die sich der [[Mensch]] im reinen, sinnlichkeitsfreien [[Denken]] durch [[moralische Intuition]] erringen kann – nicht aus blinden [[Instinkt]]en, [[Trieb]]en oder [[Begierde]]n, auch nicht in der bloßen Befolgung [[Soziale Norm|äußerer Normen]], sondern wissend aus voll bewusster [[Liebe]] zu dem, was er tut. Nur so kann er sein Handeln [[selbstbestimmt]], [[autonom]] gestalten, allen äußeren Zwängen zum Trotz. Fehlt ihm die &#039;&#039;innere Freiheit&#039;&#039;, vermag er die &#039;&#039;äußere Freiheit&#039;&#039; nicht zu nützen, würde sie ihm auch noch so großzügig gewährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Lesen Sie nach in meiner «[[Philosophie der Freiheit]]», was für einen großen Wert ich darauf gelegt habe, daß nicht gefragt werde nach der Freiheit des Willens. Der sitzt unten, tief unten im Unbewußten, und es ist ein Unsinn, nach der Freiheit des Willens zu fragen; sondern man kann nur von der Freiheit der Gedanken sprechen. Ich habe das in meiner «Philosophie der Freiheit» wohl auseinandergehalten. Die freien Gedanken müssen dann den Willen impulsieren, dann ist der Mensch frei.|235|46ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich dabei um ein fernes, nur selten erreichtes [[Ideal]] handelt, kann kaum bezweifelt werden. Nur selten handelt der Mensch wirklich frei aus vollbewusster Einsicht in die wahren Gründe seines Tuns. Oft ist er der Sklave seiner eigenen [[Egoismus|Egoismen]] oder folgt bestenfalls den äußeren Regeln, die ihm anerzogen wurden. Doch liegt in seinem [[Ich]] die Kraft, sich diesem Ideal schrittweise im Zuge einer langen Entwicklung zu nähern und schlussendlich zu einem wahren [[Geist der Freiheit]] zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nicht alles menschliche Handeln trägt den Charakter der Freiheit. Nur das in jedem seiner Teile von Selbstbeobach­tung durchglühte Handeln ist ein freies. Und weil die Selbstbeobachtung das individuelle Ich hinaufhebt zum allgemeinen Ich, so ist das freie Handeln das aus dem All-Ich fließende.|7|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dieses Ziel bei unbefangener Betrachtung nicht in einem einzigen [[Erdenleben]] erreichbar ist, sondern vieler [[Wiederholte Erdenleben|wiederholter Erdenleben]] und der heilsamen Kraft des [[Karma]]s bedarf, erscheint so gesehen nicht unplausibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[freies Geistesleben]], das auf die [[individuell]]en Fähigkeiten des [[Mensch]]en gegründet ist, soll sich heute nach [[Rudolf Steiner]]s Ideen zur [[Soziale Dreigliederung|sozialen Dreigliederung]] als &#039;&#039;selbstständiges&#039;&#039; Glied des [[Sozialer Organismus|sozialen Organismus]] neben dem [[Wirtschaftsleben|Wirtschafts-]] und [[Rechtsleben]] herausbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das geistige Glied im dreigliedrigen sozialen Organismus&lt;br /&gt;
umfaßt Wissenschaft, Kunst, Religion, das gesamte Erziehungswesen&lt;br /&gt;
und die richterliche Rechtsprechung. Alle diese&lt;br /&gt;
geistig-kulturellen Faktoren können nur in vollkommener&lt;br /&gt;
Freiheit von staatlichen Eingriffen ihre Aufgabe erfüllen&lt;br /&gt;
und in rechter Weise das soziale Leben befruchten. Das&lt;br /&gt;
Geistesleben, die Kultur, muß aus dem freien Zusammenwirken&lt;br /&gt;
aller geistig-schöpferischen Einzelpersönlichkeiten&lt;br /&gt;
sich herausgestalten und sich selbst eigene Verwaltungskörper&lt;br /&gt;
geben.|24|473}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eleutheria ==&lt;br /&gt;
[[File:Tranquillina - bronze from Myra.jpg|thumb|Artemis Eleutheria, von einer Münze, die in Myra in Lykien zu Ehren der Kaiserin [[w:Furia Sabinia Tranquillina|Tranquillina]] geprägt wurde. Sie war die Ehefrau des römischen Kaisers [[w:Gordian III.|Gordian III.]], der 238 bis 244 n. Chr. regierte.]]&lt;br /&gt;
[[File:Statue of Liberty 7.jpg|thumb|Die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] in New York stellt die Göttin Libertas dar.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der griechische Begriff &#039;&#039;&#039;Éleutheria&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|ἐλευθερία}}) leitet sich vermutlich von {{ELSalt|ἐλευ}} &#039;&#039;éleu&#039;&#039; ab, was ungefähr bedeutet „ein geliebtes Ziel erreichen“ (zu können), durchaus im Sinne einer äußeren (See)Reise, die man bestehen muss und dabei seine Kräfte und Fähigkeiten entwickelt, um das erstrebte, geliebte Ziel zu erreichen, wie es klassisch [[Homer]] in seiner [[Ilias]] und [[Odyssee]] schildert. Éleutheria war auch ein Beiname der Göttin [[Artemis]], die in dieser Form insbesondere in der Stadt [[w:Myra|Myra]] im kleinasiatischen [[w:Lykien|Lykien]] verehrt wurde. In der [[Römische Mythologie|römischen Mythologie]] entspricht ihr die Göttin [[w:Libertas|Libertas]], für die auch die [[w:Freiheitsstatue|Freiheitsstatue]] (&#039;&#039;Liberty Enlightening the World&#039;&#039;) in [[w:New York City|New York]] steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gedankenfreiheit und sittliche Autonomie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Böcklin Die Freiheit 1891.jpg|thumb|Die Freiheit ([[Wikipedia:Arnold Böcklin|Arnold Böcklin]], 1891)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es handelt sich dabei darum, daß man die Freiheit entwickelt hat zunächst im Gedanken. Im Gedanken geht der Quell der Freiheit auf. Der Mensch hat einfach ein unmittelbares Bewußtsein davon, daß er im Gedanken ein freies Wesen ist.|235|54}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Erkenntnis]] der Gesetzmäßigkeiten des eigenen Handelns ist zunächst nur ein Sonderfall des Erkennens überhaupt, doch indem die Erkenntnis sich auf die &#039;&#039;bewusste&#039;&#039; Tätigkeit des [[Ich]]s richtet, liegt diese Gesetzmäßigkeit nicht außerhalb des erkannten Objektes, des Ichs, sondern ist der Inhalt des im lebendigen Tun begriffenen Ich selbst, das diese Gesetze aus sich und der Einsicht in die Gegebenheiten hervorbringt. Erkennender und Erkanntes, [[Subjekt]] und [[Objekt]], fallen in eins, werden identisch, und damit beherrschen uns nicht mehr von außen gegebene sittliche Gebote und Gesetze, auch nicht mehr von innen aufgedrungene [[trieb]]hafte Handlungsweisen, sondern wir nehmen erstere in unser eigenes [[Wesen]] auf oder wir klären, was uns letztere abverlangen und vollziehen nur das, was wir uns selbst befehlen, d. h. was wir selbst zu bewussten Handlungsmotiven erhoben haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wahrhaft &#039;&#039;unsere&#039;&#039; Handlungen sind ja doch nur&lt;br /&gt;
diejenigen, wo wir, den [[Pflicht]]begriff vollkommen beiseite&lt;br /&gt;
setzend, rein unsere Individualität walten lassen.|38|143}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Eine Handlung wird als eine freie empfunden, soweit&lt;br /&gt;
deren Grund aus dem ideellen Teil meines individuellen&lt;br /&gt;
Wesens hervorgeht; jeder andere Teil einer Handlung,&lt;br /&gt;
gleichgültig, ob er aus dem Zwange der Natur oder aus der&lt;br /&gt;
Nötigung einer sittlichen Norm vollzogen wird, wird als&lt;br /&gt;
unfrei empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frei ist nur der Mensch, insofern er in jedem Augenblicke&lt;br /&gt;
seines Lebens sich selbst zu folgen in der Lage ist. Eine sittliche&lt;br /&gt;
Tat ist nur meine Tat, wenn sie in dieser Auffassung&lt;br /&gt;
eine freie genannt werden kann.|4|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch wird im Sinne Steiners die [[sittliche Autonomie]] und der [[Ethischer Individualismus|ethische Individualismus]] und eine durchgreifende [[Toleranz]] im Zusammenspiel von Mensch, Gesellschaft und Welt begründet. Voraussetzung dafür ist, dass man das [[Liebe|liebt]], was man aus Einsicht tut, d.h. sich in freier Hingabe mit dem Auszuführenden identifiziert und dabei die sozialen und natürlichen Bedingungen beachtet.  Daraus folgt die [[Grundmaxime der freien Menschen]], die [[Rudolf Steiner]] in seiner [[Philosophie der Freiheit]] so formuliert hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.|4|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Gedanken zur Freiheit hat Rudolf Steiner ausführlich in seinen grundlegenden [[Philosophie|philosophischen]] Schriften dargestellt, vor allem am Anfang seines öffentlichen schriftstellerischen Wirkens in &amp;quot;[[Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung mit besonderer Rücksicht auf Schiller]]&amp;quot;, &amp;quot;[[Wahrheit und Wissenschaft]]&amp;quot; und in &amp;quot;[[Die Philosophie der Freiheit]]&amp;quot; und später, da die Verwirklichung der Freiheitsidee schon eine lange Entwicklung der Bewusstseinskräfte innerhalb der Weltanschauungssysteme und damit des immer universeller werdenden individuellen Denkens in der Menschheit durchgemacht hat, aus der reifen Erfahrung seines jahrzehntelangen Umgangs mit dem in seinen frühen Werken konzipierten Erkenntnisweg in „[[Die Rätsel der Philosophie]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wer dieses Buch, meine «Philosophie&lt;br /&gt;
der Freiheit» studiert, wird allerdings finden, daß ich genötigt&lt;br /&gt;
war, nicht von einer Freiheit des Willens zunächst zu&lt;br /&gt;
sprechen, sondern von der Freiheit dessen, was im Gedanken,&lt;br /&gt;
und zwar in dem sinnlichkeitsfreien Gedanken, im reinen&lt;br /&gt;
Gedanken, erlebt wird, in demjenigen Gedanken aber,&lt;br /&gt;
der in der menschlichen Seele bewußt als ein sittliches, als&lt;br /&gt;
ein moralisches Ideal auftaucht, und der diejenige Stärke erlangt,&lt;br /&gt;
die auf den Willen des Menschen motivierend wirken&lt;br /&gt;
kann. Wir können von Freiheit des Menschen sprechen,&lt;br /&gt;
wenn wir von jenen Handlungen des Menschen sprechen,&lt;br /&gt;
die aus seinem freien Denken heraus gestaltet werden, wo&lt;br /&gt;
der Mensch durch eine moralische Selbsterziehung dazu&lt;br /&gt;
kommt, daß ihn die Instinkte, die Triebe, die Emotionen,&lt;br /&gt;
sein Temperament nicht beeinflussen zu einer Handlung,&lt;br /&gt;
sondern allein die hingebungsvolle Liebe zu einer Handlung.&lt;br /&gt;
In dieser hingebungsvollen Liebe zu einer Handlung kann&lt;br /&gt;
sich entwickeln, was aus der idealen Stärke des reinen sittlichen&lt;br /&gt;
Gedankens hervorgeht. Das ist eine wirkliche freie&lt;br /&gt;
Handlung.|79|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um deutlich zu machen, dass das Denken des Menschen ein ausgesprochener Freiheitspol ist, was Steiner ja schon in der [[Philosophie der Freiheit]] sagt, hat [[Joseph Beuys]] einmal folgende Formel aufgestellt: [[Denken]] = [[Wissenschaft]] = Freiheit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Intellektualismus ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Stichwort Freiheit.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/spirituelle-perspektiven/stichwort-freiheit}}]]&lt;br /&gt;
Im [[Intellektualismus]] erstirbt unser geistiges Wesen, aber gerade dadurch wird uns die Möglichkeit zur Freiheit gegeben. Der [[Intellekt]] ist keine [[Wirklichkeit]], sondern bloßes [[Bild]] und kann uns daher nicht zwingen. Indem wir dieses Bild schöpferisch umgestalten und in  in voller Freiheit in unserem [[Denken]] die sittlichen Impulse gestalten, die unser Handeln leiten, verwirklichen wir damit zugleich unser ureigenstes geistiges Wesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Mensch&lt;br /&gt;
mußte intellektualistisch werden, damit er frei werden könne. Der&lt;br /&gt;
Mensch verliert im Intellektualismus sein geistiges Wesen, denn er kann&lt;br /&gt;
vom Intellektualismus nichts durch des Todes Pforte tragen. Aber er&lt;br /&gt;
erwirbt hier die Freiheit durch den Intellektualismus, und was er so&lt;br /&gt;
in Freiheit erwirbt, das kann er dann durch des Todes Pforte tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch mag also denken so viel er will auf bloße intellektualistische&lt;br /&gt;
Art - nichts davon geht durch des Todes Pforte. Allein wenn&lt;br /&gt;
der Mensch das Denken verwendet, um es in freien Handlungen auszuleben,&lt;br /&gt;
so geht so viel gewissermaßen als die geistig-seelische Substanz,&lt;br /&gt;
die ihn zum Wesen macht und nicht zum bloßen Wissen, mit ihm aus&lt;br /&gt;
seinen Freiheitserlebnissen durch des Todes Pforte. Im Denken wird&lt;br /&gt;
uns durch den Intellektualismus unser Menschenwesen genommen, um&lt;br /&gt;
uns zur Freiheit gelangen zu lassen. Was wir in Freiheit erleben, das&lt;br /&gt;
wird uns dann wiederum gegeben als menschliches Wesen. Der Intellektualismus&lt;br /&gt;
tötet uns, aber er belebt uns auch. Er läßt uns wieder auferstehen&lt;br /&gt;
mit völlig verwandelter Wesenheit, indem er uns zu freien&lt;br /&gt;
Menschen macht.|207|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir können deutlich auf&lt;br /&gt;
das erste Drittel des 15. Jahrhunderts hinweisen: da ist mit aller Deutlichkeit&lt;br /&gt;
erst dieser Intellektualismus heraufgekommen. Früher haben&lt;br /&gt;
die Menschen, auch wenn sie sogenanntes Wissenschaftliches gedacht&lt;br /&gt;
haben, viel mehr in Bildern, welche die Wachstumskräfte der Dinge&lt;br /&gt;
selber darstellten, gedacht, nicht in abstrakten Begriffen, wie wir das&lt;br /&gt;
heute selbstverständlich tun müssen. Nun, diese abstrakten Begriffe,&lt;br /&gt;
die uns innerlich zum reinen Denken erziehen, wovon ich gerade in&lt;br /&gt;
meiner «Philosophie der Freiheit» gesprochen habe, diese abstrakten&lt;br /&gt;
Begriffe, sie machen es möglich, daß wir freie Wesen werden. Als die&lt;br /&gt;
Menschen noch nicht in Abstraktionen denken konnten, waren sie mit&lt;br /&gt;
ihrer ganzen Seelenverfassung determiniert, abhängig. Frei können&lt;br /&gt;
sich erst die Menschen entwickeln, nachdem sie innerlich durch nichts&lt;br /&gt;
bestimmt sind, nachdem die moralischen Impulse - Sie können das&lt;br /&gt;
nachlesen in meiner «Philosophie der Freiheit» - im reinen Denken erfaßt&lt;br /&gt;
werden können. Reine Gedanken sind aber keine Realität, sondern&lt;br /&gt;
sie sind Bilder. Bilder können uns nicht zwingen, wir selber müssen&lt;br /&gt;
unser Handeln bestimmen; Bilder haben nichts Zwingendes. Die&lt;br /&gt;
Menschheit hat sich auf der einen Seite zum abstrakten Gedanken, auf&lt;br /&gt;
der andern Seite zur Freiheit entwickelt. Das habe ich von andern Gesichtspunkten&lt;br /&gt;
aus öfter dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun, bevor die Menschheit fortgeschritten war dazu, im Erdenleben&lt;br /&gt;
den abstrakten Gedanken zu fassen, im Erdenleben durch dieselbe&lt;br /&gt;
Fähigkeit, die den abstrakten Gedanken fassen kann, zur Freiheit&lt;br /&gt;
zu kommen, wie war es denn damals mit ihr? Da hat die Menschheit&lt;br /&gt;
im Leben auf der Erde zwischen der Geburt und dem Tode nicht abstrakte&lt;br /&gt;
Gedanken gefaßt; selbst im alten Griechenland war das noch&lt;br /&gt;
nicht möglich, geschweige denn in früheren Zeiten. Da hat die Menschheit&lt;br /&gt;
durchaus in Bildern gedacht und war demgemäß auch nicht mit&lt;br /&gt;
dem innerlichen Freiheitsbewußtsein ausgestattet, das eben heraufgezogen&lt;br /&gt;
ist mit dem reinen, das ist abstrakten Gedanken. Der abstrakte&lt;br /&gt;
Gedanke läßt uns kalt. Dasjenige, was uns der abstrakte Gedanke an&lt;br /&gt;
moralischer Fähigkeit gibt, das macht uns im intensivsten Sinne warm,&lt;br /&gt;
denn das stellt im höchsten Sinne unsere Menschenwürde dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie war es, bevor der abstrakte Gedanke mit der Freiheit über die&lt;br /&gt;
Menschheit kam? Nun, Sie wissen, wenn der Mensch durch die Pforte&lt;br /&gt;
des Todes geht, dann hat er in den ersten Tagen, nachdem er seinen&lt;br /&gt;
physischen Leib verlassen hat, noch den ätherischen Leib an sich, und&lt;br /&gt;
er hat wie in einer umfassenden Rückschau, nicht in Detailmalerei,&lt;br /&gt;
aber in ausgleichenden universellen Bildern seinen ganzen Lebensgang,&lt;br /&gt;
den er durchgemacht hat, soweit er sich zurückerinnert, vor sich. Dieses&lt;br /&gt;
Lebenstabieau hat der unmittelbar Verstorbene durch mehrere Tage&lt;br /&gt;
vor sich als Bildinhalt. Ja, meine lieben Freunde, so ist es heute. In derjenigen&lt;br /&gt;
Zeit, in der die Menschen hier auf der Erde Bildinhalt hatten,&lt;br /&gt;
hatten sie unmittelbar nach dem Tode das, was der heutige Mensch&lt;br /&gt;
erlebt, das Rationelle, die logische Erfassung der Welt, die sie zwischen&lt;br /&gt;
Geburt und Tod nicht hatten, in der Rückschau vor sich. Das ist etwas,&lt;br /&gt;
was uns im eminentesten Sinne hineinführt in das Verständnis der Menschenwesenheit.&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch einer älteren Geschichtsepoche&lt;br /&gt;
sogar, nicht nur der Urzeit, erst nach dem Tode hatte: einen&lt;br /&gt;
kurzen Rückblick in abstrakten Begriffen und den Impuls der Freiheit,&lt;br /&gt;
der ihm dadurch dann blieb für das Leben zwischen dem Tode und einer&lt;br /&gt;
neuen Geburt, das hat sich hereingeschoben während der Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
in das Erdenleben. Das gehört zu den Geheimnissen des&lt;br /&gt;
Daseins, daß sich Übersinnliches fortwährend hereinschiebt in das Sinnliche.&lt;br /&gt;
Was heute ausgedehnt ist über das Erdenleben, die Fähigkeit der&lt;br /&gt;
Abstraktion und Freiheit, das war etwas, was bei einer älteren Menschheit&lt;br /&gt;
nach dem Tode erst in den Menschenbesitz kam mit dieser Rückschau,&lt;br /&gt;
während heute der Mensch während des Erdenlebens zwischen&lt;br /&gt;
der Geburt und dem Tode die Rationalität, die Intellektualität und die&lt;br /&gt;
Freiheit hat und daher eine bloße Bildrückschau nach dem Tode. So&lt;br /&gt;
schieben sich die Dinge ineinander. Fortwährend schiebt sich real Konkret-&lt;br /&gt;
Übersinnliches in das Sinnliche herein.|257|43f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schein und Wirklichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können uns die Freiheit nur deswegen erringen, weil wir während unseres Erdenlebens mit unserem [[Tagesbewusstsein]] in einer Welt des bloßen [[Schein]]s leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn wir unsere Sinne hinausrichten in unsere Weltumgebung zwischen&lt;br /&gt;
Geburt und Tod, dann stellt sich uns die Welt als Erscheinung,&lt;br /&gt;
als Schein dar [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn aber der Mensch zwischen Geburt und Tod im heutigen Zeitalter&lt;br /&gt;
die Welt nicht als Schein wahrnehmen würde, wenn er den Schein&lt;br /&gt;
nicht erleben könnte, so könnte er ja nicht frei sein. Die Entwickelung&lt;br /&gt;
der Freiheit ist nur möglich in der Welt des Scheines. Ich habe das angedeutet&lt;br /&gt;
in meinem Buche «Vom Menschenrätsel», indem ich darauf&lt;br /&gt;
hingewiesen habe, daß eigentlich die Welt, die wir erleben, verglichen&lt;br /&gt;
werden kann mit den Bildern, die uns aus einem Spiegel heraus anschauen.&lt;br /&gt;
Diese Bilder, die uns aus einem Spiegel heraus anschauen, die&lt;br /&gt;
können uns nichts aufzwingen; sie sind eben nur Bilder, sie sind Schein.&lt;br /&gt;
Und so ist das, was der Mensch als Wahrnehmungswelt hat, auch&lt;br /&gt;
Schein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch ist ja durchaus nicht etwa ganz nur in den Schein der&lt;br /&gt;
Welt eingesponnen. Er ist nur mit seinem Wahrnehmen, das sein waches&lt;br /&gt;
Bewußtsein ausfüllt, eingesponnen in eine Scheinwelt. Aber wenn&lt;br /&gt;
der Mensch hinblickt auf seine Triebe, auf seine Instinkte, auf seine&lt;br /&gt;
Leidenschaften, auf seine Temperamente, auf all das, was heraufwogt&lt;br /&gt;
aus dem menschlichen Wesen, ohne daß er es zu klaren Vorstellungen&lt;br /&gt;
bringen kann, wenigstens zu wachen Vorstellungen, so ist ja das alles&lt;br /&gt;
nicht Schein. Es ist schon Wirklichkeit, aber eine Wirklichkeit, die&lt;br /&gt;
dem Menschen nicht vor das gegenwärtige Bewußtsein tritt. Der&lt;br /&gt;
Mensch lebt zwischen Geburt und Tod in einer wahren Welt, die er&lt;br /&gt;
nicht kennt, die aber niemals dazu angetan ist, ihm wirklich die Freiheit&lt;br /&gt;
zu geben. Instinkte, die ihn unfrei machen, kann sie ihm einpflanzen,&lt;br /&gt;
innere Notwendigkeiten kann sie hervorbringen, aber nie und&lt;br /&gt;
nimmer kann sie den Menschen die Freiheit erleben lassen. Die Freiheit&lt;br /&gt;
kann nur erlebt werden innerhalb einer Welt von Bildern, von Schein.&lt;br /&gt;
Und wir müssen eben, indem wir aufwachen, in ein Scheinwahrnehmungsleben&lt;br /&gt;
eintreten, damit sich da die Freiheit entwickeln kann.|207|172f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es zunächst im [[Leben zwischen Tod und neuer Geburt]]. Da tritt dem Menschen die Wirklichkeit der [[Geistige Welt|geistigen Welt]] entgegen und er wird dadurch von deren [[Notwendigkeit]] gefangengenommen. Was er sich aber im Erdenleben an Freiheit erworben hat, das kann er als sein Eigenwesen durch die Todespforte tragen und in der jenseitigen Welt geltend machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Leben im Scheine&lt;br /&gt;
ist ihm eigentlich nur gewährt zwischen der Geburt und dem Tode.&lt;br /&gt;
Der Mensch kommt heute nicht dazu, zwischen dem Tode und einer&lt;br /&gt;
neuen Geburt im Scheine zu leben. Er wird gewissermaßen gefangengenommen&lt;br /&gt;
von der Notwendigkeit, wenn er durch den Tod tritt [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Entwickelung, in die der Mensch eingetreten ist mit der&lt;br /&gt;
Mitte des 15. Jahrhunderts. Aus dem Schein der Erde sind ihm verschwunden&lt;br /&gt;
die göttlich-geistigen Welten. In der Zeit zwischen dem&lt;br /&gt;
Tod und einer neuen Geburt nehmen ihn aber diese göttlich-geistigen&lt;br /&gt;
Welten so gefangen, daß er seine Selbständigkeit ihnen gegenüber nicht&lt;br /&gt;
bewahren kann. Nur, sagte ich, wenn der Mensch hier wirklich Freiheit&lt;br /&gt;
entwickelt, das heißt, wenn er seinen ganzen Menschen engagiert&lt;br /&gt;
für das Scheinleben, dann ist es ihm möglich, auch sein Eigenwesen&lt;br /&gt;
durch die Todespforte zu tragen.|207|174f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkt das Erleben der nachtodlichen Notwendigkeit zu stark in das nächste Erdenleben hinein, entsteht eine Gefahr, in der die gegenwärtige [[Menschheit]] tatsächlich schwebt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie kann sich nicht recht einleben in die bloße&lt;br /&gt;
Welt der Phänomene, in die Welt des Scheines. Vor allen Dingen mit&lt;br /&gt;
dem inneren Leben kann sie sich nicht in diese Welt des Scheines einleben.&lt;br /&gt;
Sie will sich der Notwendigkeit, der inneren Notwendigkeit&lt;br /&gt;
übergeben, den Instinkten, Trieben, Leidenschaften. Wir sehen ja heute&lt;br /&gt;
wenig von dem verwirklicht, was aus der freien Impulsivität des reinen&lt;br /&gt;
Denkens hervorgeht. Aber ebensoviel als dem Menschen hier im&lt;br /&gt;
Leben zwischen Geburt und Tod mangelt an Freiheit, ebensoviel&lt;br /&gt;
kommt mit dem hypnotisierenden Zwange zwischen Tod und neuer&lt;br /&gt;
Geburt von Unfreiheit, von Notwendigkeit in der Wahrnehmung über&lt;br /&gt;
ihn. So daß dem Menschen die Gefahr droht, daß er durch die Todespforte&lt;br /&gt;
schreitet, sein eigenes Wesen nicht mitnehmen kann, aber für&lt;br /&gt;
die Wahrnehmungswelt sich nicht einlebt in etwas Freies, sondern in&lt;br /&gt;
etwas, was ihn untertauchen läßt in Zwangsverhältnisse, was ihn wie&lt;br /&gt;
erstarren macht in der äußeren Welt.|207|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Technik und Freiheit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In der Maschine hat sich der Mensch mit einem zwar Durchsichtigen,&lt;br /&gt;
aber ihm Fremden umgeben. Er hat sein Leben mit&lt;br /&gt;
diesem Fremden verbunden. Kalt und menschenfern steht die&lt;br /&gt;
Maschine da, ein Triumph der «sicheren» Erkenntnis; neben&lt;br /&gt;
ihr steht der Mensch selbst, Finsternis vor sich, wenn er mit&lt;br /&gt;
dieser Erkenntnis in sich selbst hineinsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch: &#039;&#039;diesen&#039;&#039; Blick in das durchsichtige Tote mußte&lt;br /&gt;
die Menschheit in sich erziehen, wenn sie völlig &#039;&#039;wach&#039;&#039; werden&lt;br /&gt;
sollte. Sie braucht das &#039;&#039;Bildwissen&#039;&#039; von dem, was ihrem eigenen&lt;br /&gt;
Wesen fremd ist, zum Wachsein. Denn alles vorangehende&lt;br /&gt;
Wissen ist aus dem Dunkel der eigenen Menschennatur mitbestimmt;&lt;br /&gt;
klar wird es erst vor der Seele, wenn die Menschenseele&lt;br /&gt;
zum bloßen Spiegel wird, der nur noch &#039;&#039;Bilder&#039;&#039; des Menschenfremden&lt;br /&gt;
entwirft. Vorher hatte der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Seeleninhalt, wenn er von Wissen sprach, die Triebe, die Inhalte&lt;br /&gt;
seiner eigenen Natur, die als solche nicht klar sein können.&lt;br /&gt;
Seine Ideen waren von einem Sein durchsetzt; aber sie&lt;br /&gt;
waren nicht klar. - Die &#039;&#039;Bilder&#039;&#039; des leblosen Seins sind klar. Nun&lt;br /&gt;
aber hat der Mensch an diesen Bildern &#039;&#039;nicht nur&#039;&#039; die Offenbarung&lt;br /&gt;
des Leblosen, sondern auch innere Erlebnisse. &#039;&#039;Bilder&#039;&#039;&lt;br /&gt;
können durch ihre eigene Natur nichts veranlassen. Sie sind&lt;br /&gt;
kraftlos. Erlebt der Mensch seine sittlichen Impulse in dem&lt;br /&gt;
Reich des Bildlichen so, wie er es an der leblosen Natur sich&lt;br /&gt;
anerzogen hat, dann erhebt er sich zur Freiheit. Denn Bilder&lt;br /&gt;
können nicht wie Triebe, Leidenschaften oder Instinkte den&lt;br /&gt;
Willen bestimmen. Erst das Zeitalter, das am Toten das Mathematik-ähnliche Bilddenken entwickelte, kann den Menschen&lt;br /&gt;
zur Freiheit geleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kalte Technik gibt dem Menschendenken ein Gepräge,&lt;br /&gt;
das in die Freiheit führt. Zwischen Hebel, Rädern und Motoren&lt;br /&gt;
lebt nur ein toter Geist; aber in diesem Totenreiche &#039;&#039;erwacht&#039;&#039;&lt;br /&gt;
die freie Menschenseele. Sie muß den Geist in sich erwecken,&lt;br /&gt;
der vorher nur mehr oder weniger träumte, als er&lt;br /&gt;
noch die Natur beseelte. Aus dem träumenden wird waches&lt;br /&gt;
Denken an der Kälte der Maschine.|36|84f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Freiheitserlebnis im Zusammenhang mit Imagination, Inspiration und Intuition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|In jedem Freiheitserlebnis sind drei Dinge verwoben. Sie erscheinen als Einheit&lt;br /&gt;
im Moment, wo das Erlebnis sich ereignet, aber der nachherige Gang des Lebens&lt;br /&gt;
läßt sie getrennt bewußt werden. Man erlebt das, was man zu tun hat, als inneres&lt;br /&gt;
Bild, das in freier moralischer Phantasietätigkeit vor einem aufsteigt. Als eine&lt;br /&gt;
wahre Imagination erscheint, was man zu tun sich entschließt, weil man es liebenswert&lt;br /&gt;
finden muß. Das Zweite, was in dem einheitlichen Erlebnis enthalten ist, ist&lt;br /&gt;
der Impuls, daß man von höheren Mächten ermahnt wird, dem im Innern Aufkeimenden&lt;br /&gt;
zu folgen. &amp;lt;Tue es&amp;gt; sagen die inneren Stimmen, und das Gewahrwerden&lt;br /&gt;
derselben ist eine wahre Inspiration. Aber noch ein drittes Element ist dem einheitlichen&lt;br /&gt;
Erlebnis einverwoben. Man stellt sich durch die Tat in eine äußere Schicksalsumgebung&lt;br /&gt;
hinein, in die man ohne das Freiheitserlebnis niemals eingetreten&lt;br /&gt;
wäre. Man begegnet jetzt anderen Menschen, wird an andere Orte geführt, dadurch,&lt;br /&gt;
daß das innere intuitiv Erfaßte nun zur schicksalhaft von außen herantretenden&lt;br /&gt;
Umgebung wird. Die Situation einer wahren Intuition ergibt sich.» «Sehen Sie»,&lt;br /&gt;
fuhr Rudolf Steiner fort, «diese drei ineinander verwobenen Erlebnisse haben sich&lt;br /&gt;
nachher auseinandergelegt,-sind isoliert bewußt geworden, so daß die Imagination&lt;br /&gt;
und die Inspiration und die Intuition als Erkenntnisakte bewußt wurden.|{{BE|49_50|30}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Wille zur Freiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer in der [[Erkenntnis]] bei seinen persönlichen [[Meinung]]en und Ansichten stehen bleibt, erkennt nur das Vergängliche. Wer aber in sich das [[Ich]] als seinen ewigen Wesenskern erkennt, der erkennt auch das Ewige in den anderen Dingen, die ihn umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Solange man persönlich mit der Welt lebt, so lange enthüllen die Dinge auch nur das, was&lt;br /&gt;
sie mit unserer Persönlichkeit verknüpft das aber ist ihr Vergängliches. Ziehen wir uns&lt;br /&gt;
selbst von unserem Vergänglichen zurück und leben wir mit unserem Selbstgefühl, mit&lt;br /&gt;
unserem «Ich» in unserem Bleibenden, dann werden die vergänglichen Teile an uns&lt;br /&gt;
zu Vermittlern; und was sich durch sie enthüllt, das ist ein Unvergängliches, ein Ewiges&lt;br /&gt;
an den Dingen. Dieses Verhältnis seines eigenen Ewigen zum Ewigen in den Dingen muß&lt;br /&gt;
bei dem Erkennenden hergestellt werden können.|9|188f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer sich aus dieser im und durch das Ich gefundenen Erkenntnis des Ewigen die Impulse seines Handelns gibt, der handelt im Einklang mit der ewigen Weltordnung und zugleich in voller Freiheit. Freilich ist das ein Ideal, das der Mensch noch lange nicht erreicht hat, aber es ist ein Ziel, dem er zustreben kann – und das ist sein &#039;&#039;Wille zur Freiheit&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|So eröffnet sich dem Erkennenden die Möglichkeit, nicht mehr den unberechenbaren&lt;br /&gt;
Einflüssen der äußeren Sinnenwelt allein zu folgen, die sein Wollen bald da-, bald&lt;br /&gt;
dorthin lenken. Er hat durch Erkenntnis in der Dinge ewiges Wesen geschaut. Er hat&lt;br /&gt;
durch die Umwandlung seiner inneren Welt die Fähigkeit in sich, dieses ewige Wesen&lt;br /&gt;
wahrzunehmen. Für den Erkennenden erhalten die folgenden Gedanken noch eine&lt;br /&gt;
besondere Wichtigkeit. Wenn er aus sich heraus handelt, so ist er sich bewußt, aus dem&lt;br /&gt;
ewigen Wesen der Dinge heraus zu handeln. Denn die Dinge sprechen in ihm dieses ihr&lt;br /&gt;
Wesen aus. Er handelt also im Sinne der ewigen Weltordnung, wenn er aus dem in ihm&lt;br /&gt;
lebenden Ewigen diesem seinem Handeln die Richtung gibt. Er weiß sich dadurch nicht&lt;br /&gt;
mehr bloß von den Dingen getrieben; er weiß, daß er sie nach den ihnen selbst&lt;br /&gt;
eingepflanzten Gesetzen treibt, welche die Gesetze seines eigenen Wesens geworden&lt;br /&gt;
sind. - Dieses Handeln aus dem Innern kann nur ein Ideal sein, dem man zustrebt. Die&lt;br /&gt;
Erreichung dieses Zieles liegt in weiter Ferne. Aber der Erkennende muß den Willen&lt;br /&gt;
haben, diese Bahn klarzusehen. Dies ist sein Wille zur Freiheit. Denn Freiheit ist Handeln&lt;br /&gt;
aus sich heraus. Und aus sich darf nur handeln, wer aus dem Ewigen die Beweggründe&lt;br /&gt;
schöpft. Ein Wesen, das dies nicht tut, handelt nach anderen Beweggründen, als den&lt;br /&gt;
Dingen eingepflanzt sind. Ein solches widerstrebt der Weltordnung. Und diese muß ihm&lt;br /&gt;
gegenüber dann obsiegen. Das heißt: es kann letzten Endes nicht geschehen, was es&lt;br /&gt;
seinem Willen vorzeichnet. Es kann nicht frei werden. Willkür des Einzelwesens&lt;br /&gt;
vernichtet sich selbst durch die Wirkung ihrer Taten.|9|190f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Wurzeln der menschlichen Freiheit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Eugène Delacroix - La liberté guidant le peuple.jpg|mini|300px|[[Wikipedia:Eugène Delacroix|Eugène Delacroix]] – [[Wikipedia:Die Freiheit führt das Volk|Die Freiheit führt das Volk]]]]&lt;br /&gt;
=== Der «[[Streit am Himmel]]» ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Streit am Himmel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Übergangszeit von der [[Alte Sonne|alten Sonne]] zum [[Alter Mond|alten Mond]] fand der sogenannte [[Streit am Himmel]] statt. Dabei wurden [[Wesenheit]]en aus der [[Hierarchie]] der [[Dynameis]] ([[Geister der Bewegung]]) gleichsam „abkommandiert“, um als [[Widersacher]] die fortschreitende Entwicklung zu hemmen, aber gerade dadurch einen neuen wesentlichen Evolutionssprung zu bewirken. Diese [[Mächte]] waren an sich noch nicht [[böse]] und hätten auch nicht aus eigenem [[Wille]]n zu hemmenden Kräften werden können. Aber indem sie Sturm liefen gegen die normale Entwicklung und der Evolution dadurch neue Wege eröffneten, wurde sie letztlich auch zu &#039;&#039;Erzeugern des Bösen&#039;&#039;, ermöglichten aber gerade dadurch die Freiheit. Sie selbst hatten zwar diese Freiheit noch nicht, aber ein Teil der [[Engel]]wesenheiten, die auf dem alten Mond ihre [[Menschheit]]sstufe, d. h. ihre [[Ich]]-Entwicklung absolvierten, konnte sich durch den hemmenden Einfluss der Dynameis aus dem Willen der Gottheit befreien und eigene Ziele verfolgen. Sie wurden dadurch zu [[luziferisch]]en Geistern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|So sehen wir, daß in einer gewissen Beziehung erst dadurch, daß&lt;br /&gt;
die Mächte abkommandiert wurden, dem Menschen die Möglichkeit&lt;br /&gt;
gegeben wurde, aus sich selbst heraus das Ziel zu erreichen, das&lt;br /&gt;
selbst die höchsten Seraphim nicht aus sich selbst erreichen können.&lt;br /&gt;
Das ist das Wesentliche. Sie können gar nicht anders handeln, die&lt;br /&gt;
Seraphim, Cherubim, Throne, als unmittelbar den Impulsen folgen,&lt;br /&gt;
die die Gottheit gibt. Die Herrschaften, die ganze zweite Hierarchie&lt;br /&gt;
kann auch nicht anders handeln. Von den Mächten war eine Anzahl&lt;br /&gt;
abkommandiert; also auch diese Mächte, die sozusagen sich in den&lt;br /&gt;
Weg der Entwickelung warfen, konnten nicht anders als den Befehlen&lt;br /&gt;
der Gottheit folgen. Auch in dem, was man nennen könnte den&lt;br /&gt;
Ursprung des Bösen, auch da vollziehen sie nur den Willen der&lt;br /&gt;
Gottheit; indem sie sich zu Dienern des Bösen machen, vollziehen&lt;br /&gt;
sie nur den Willen der Gottheit, die durch den Umweg des Bösen&lt;br /&gt;
das starke Gute entwickeln will. Und steigen wir jetzt herunter zu&lt;br /&gt;
denjenigen Wesenheiten, die wir die Gewalten nennen: Durch sich&lt;br /&gt;
selbst hätten sie das nicht erreichen können. Auch sie hätten nicht&lt;br /&gt;
böse werden können durch sich selbst; auch nicht die Geister der&lt;br /&gt;
Persönlichkeit, auch nicht die Feuergeister. Denn als diese auf der&lt;br /&gt;
Sonne Menschen waren, da waren ja die Mächte noch nicht abkommandiert,&lt;br /&gt;
da war überhaupt noch keine Möglichkeit vorhanden,&lt;br /&gt;
böse zu werden. Die ersten, die die Möglichkeit hatten, böse zu&lt;br /&gt;
werden, waren die Engel, denn diese Möglichkeit war erst von der&lt;br /&gt;
Mondenentwickelung aus vorhanden. Da, von der Sonne zum&lt;br /&gt;
Mond, hat der Streit am Himmel stattgefunden. Ein Teil der Engel&lt;br /&gt;
hat nun diese Möglichkeit ausgeschlagen, hat sozusagen sich nicht&lt;br /&gt;
verführen lassen durch die Kräfte, die in die Hemmnisse hineinführen&lt;br /&gt;
sollten; die blieben bei der alten Natur. So daß wir bis zu den&lt;br /&gt;
Engeln herab und noch in einem Teil der Engel solche Wesenheiten&lt;br /&gt;
der geistigen Hierarchien vor uns haben, die unbedingt nicht anders&lt;br /&gt;
können, als dem göttlichen Willen folgen, bei denen es keine Möglichkeit&lt;br /&gt;
gibt, dem göttlichen Willen nicht zu folgen. Das ist das&lt;br /&gt;
Wesentliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun kommen wir zu zwei Kategorien von Wesenheiten: Erstens&lt;br /&gt;
denjenigen Engeln, die sich hineingestürzt haben in das, was&lt;br /&gt;
die Mächte während des Streites am Himmel angerichtet haben. Das&lt;br /&gt;
waren solche Wesenheiten, die wir eben wegen ihrer weiteren Taten&lt;br /&gt;
die luziferischen Wesenheiten nennen. Diese Wesenheiten haben sich&lt;br /&gt;
dann herangemacht an den menschlichen Astralleib während der&lt;br /&gt;
Erdenentwickelung und dem Menschen die Möglichkeit des Bösen&lt;br /&gt;
gegeben, aber damit auch die Möglichkeit, aus eigener freier Kraft&lt;br /&gt;
sich zu entwickeln. So daß wir innerhalb der ganzen Stufenfolge der&lt;br /&gt;
Hierarchien nur bei einem Teil der Engel und beim Menschen die&lt;br /&gt;
Möglichkeit der Freiheit haben. Sozusagen mitten in der Reihe der&lt;br /&gt;
Engel beginnt die Möglichkeit der Freiheit; im Menschen ist sie aber&lt;br /&gt;
doch erst in der richtigen Weise ausgebildet. Als der Mensch die&lt;br /&gt;
Erde betrat, hat er allerdings zunächst verfallen müssen der großen&lt;br /&gt;
Gewalt der luziferischen Geister. Sie durchdrangen den Astralleib&lt;br /&gt;
des Menschen mit ihren Kräften, und das Ich wurde dadurch einbezogen&lt;br /&gt;
in diese Kräfte; so daß wir während der lemurischen und atlantischen&lt;br /&gt;
Entwickelung, und auch nachher noch, das Ich wie in einer&lt;br /&gt;
Wolke haben, wie in eine Wolke gehüllt, die herbeigeführt worden&lt;br /&gt;
ist durch die Einflüsse Luzifers. Der Mensch ist nur dadurch bewahrt&lt;br /&gt;
worden vor der Überwältigung durch die ihn herabziehenden Kräfte,&lt;br /&gt;
daß frühere Wesenheiten ihn überschattet haben, daß die Engel, die&lt;br /&gt;
oben geblieben waren, und die Erzengel oben, in besonderen Individuen&lt;br /&gt;
sich verkörpert und ihn geführt haben. Und das geschah bis&lt;br /&gt;
in jene Zeit hinein, wo etwas ganz Besonderes eintrat, wo eine Wesenheit,&lt;br /&gt;
welche bis dahin nur verbunden war mit dem Sonnendasein,&lt;br /&gt;
so weit gekommen war, daß sie jetzt nicht nur, wie frühere Wesenheiten&lt;br /&gt;
der höheren Welten, in den physischen Leib, Ätherleib und&lt;br /&gt;
Astralleib des Menschen hineintreten konnte, sondern daß sie eindringen&lt;br /&gt;
konnte in den Menschen bis in das Ich.|110|166f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Christus und das Mysterium von Golgatha ===&lt;br /&gt;
Die luziferischen Geister ermöglichten es dem [[Mensch]]en, während der [[Erdentwicklung]] die Freiheit zu erlangen, nämlich die Freiheit, sich aus dem Willen der Gottheit zu befreien. Das ist aber nur die eine, die negative Seite der Freiheit. Der Mensch wäre dadurch allerdings den luziferischen Mächten verfallen, die in seinem [[Astralleib]] wirkten. Das konnte nur dadurch verhindert werden, dass sich der [[Christus]] selbst auf Erden inkarnierte. Der Christus wirkt unmittelbar durch das Ich des Menschen, aber er entäußert sich dabei jeglichen Machtanspruchs und ermöglicht es dadurch dem Menschen, sich aus freiem Entschluss zum Geistigen zu erheben. Erst dadurch wird die volle Freiheit verwirklicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|[…] diese Tat ist eine solche, daß sie auf keinen Menschen anders wirkt, als&lt;br /&gt;
wenn er sich selbst dazu entschließt, sie auf sich wirken zu lassen,&lt;br /&gt;
das heißt, wenn sie mit dem absolut freien Charakter seines individuellen&lt;br /&gt;
Ich vereinbar ist. Denn nicht genügt es, daß der Christus&lt;br /&gt;
anwesend wird im menschlichen Astralleib, sondern der Christus&lt;br /&gt;
muß, wenn er wirklich verstanden werden soll, im menschlichen Ich&lt;br /&gt;
anwesend werden. Und das Ich muß sich frei entschließen, den Christus&lt;br /&gt;
aufzunehmen. Das ist es, worauf es ankommt. Aber gerade&lt;br /&gt;
dadurch nimmt dieses menschliche Ich, wenn es sich mit dem Christus&lt;br /&gt;
verbindet, eine Realität in sich auf, eine göttliche Kraft, nicht&lt;br /&gt;
bloß eine Lehre. Daher kann hundertmal bewiesen werden, daß alle&lt;br /&gt;
Lehren des Christentums schon zu finden sind da oder dort; aber&lt;br /&gt;
darauf kommt es nicht an, sondern darauf, daß das Wesentliche im&lt;br /&gt;
Christentum die Tat ist, die nur durch eine freiwillige Erhebung&lt;br /&gt;
in die höheren Welten zum eigenen Besitz werden kann. Dadurch&lt;br /&gt;
also nimmt der Mensch die Christus-Kraft auf, daß er sie freiwillig&lt;br /&gt;
aufnimmt, und keiner kann sie aufnehmen, der sie nicht freiwillig&lt;br /&gt;
aufnimmt. Dies ist aber dem Menschen nur dadurch möglich geworden,&lt;br /&gt;
daß der Christus auf der Erde Mensch geworden ist, daß er&lt;br /&gt;
berufen war, auf der Erde Mensch zu werden.|110|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das ist der große Unterschied beim Christentum&lt;br /&gt;
gegenüber den alten Götterlehren. Wenn der Mensch den Christus&lt;br /&gt;
finden will, dann muß er ihn in Freiheit finden. Er muß sich frei zu&lt;br /&gt;
dem Mysterium von Golgatha bekennen. Der Inhalt der Kosmogonien&lt;br /&gt;
drängte sich dem Menschen auf. Das Mysterium von Golgatha drängt&lt;br /&gt;
sich dem Menschen nicht auf. Er muß in einer gewissen Auferstehung&lt;br /&gt;
seines Wesens in Freiheit an das Mysterium von Golgatha herankommen.|207|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Hätte der Gott, der mit dem Namen des&lt;br /&gt;
Vatergottes bezeichnet wird, es einst nicht zugelassen, daß die luziferischen&lt;br /&gt;
Einflüsse an den Menschen herankommen konnten, so hätte&lt;br /&gt;
der Mensch nicht die freie Ich-Anlage entwickelt. Mit dem luziferischen&lt;br /&gt;
Einfluß wurde die Anlage zum freien Ich entwickelt. Das&lt;br /&gt;
mußte zugelassen werden vom Vatergott. Nachdem aber das Ich —&lt;br /&gt;
um der Freiheit willen — in die Materie verstrickt werden mußte,&lt;br /&gt;
mußte nun, um von dem Verstricktsein in die Materie wieder befreit&lt;br /&gt;
zu werden, die ganze Liebe des Sohnes zu der Tat von Golgatha&lt;br /&gt;
führen. Dadurch allein ist Freiheit des Menschen, vollständige&lt;br /&gt;
menschliche Würde erst möglich geworden. Daß wir freie Wesen sein&lt;br /&gt;
können, das verdanken wir einer göttlichen Liebestat. So dürfen wir&lt;br /&gt;
uns als Menschen fühlen wie freie Wesen, dürfen aber nie vergessen,&lt;br /&gt;
daß wir diese Freiheit verdanken der Liebestat des Gottes. Wenn wir&lt;br /&gt;
so denken, wird schon der Gedanke in die Mitte unseres Fühlens&lt;br /&gt;
rücken: Du kannst zur menschlichen Würde kommen; nur eines darfst&lt;br /&gt;
du nicht vergessen, daß du das, was du bist, dem verdankst, der dir&lt;br /&gt;
wieder zurückgebracht hat dein menschliches Urbild durch die Erlösung&lt;br /&gt;
auf Golgatha! — Den Freiheitsgedanken sollten die Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA131_229.gif|center|500px|Mysterium von Golgatha]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht ergreifen können ohne den Erlösungsgedanken des Christus.&lt;br /&gt;
Dann allein ist der Freiheitsgedanke ein berechtigter. Wenn wir frei&lt;br /&gt;
sein wollen, müssen wir das Opfer bringen, unsere Freiheit dem&lt;br /&gt;
Christus zu verdanken! Dann erst können wir sie wirklich wahrnehmen.|131|228f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Zweimal ist in der Menschheitsentwickelung&lt;br /&gt;
dasselbe Wort gebraucht worden: Einmal bei der&lt;br /&gt;
Paradieses Versuchung, als Luzifer zu dem Menschen sagte: «Ihr werdet&lt;br /&gt;
sein wie die Götter, eure Augen werden geöffnet werden.» Das ist&lt;br /&gt;
der bildliche Ausdruck für den luziferischen Impuls. Luzifer hat damit&lt;br /&gt;
die Geistigkeit in die niedere Natur des Menschen gegossen und&lt;br /&gt;
dafür den Menschen die Möglichkeit gegeben, zur inneren Freiheit&lt;br /&gt;
durch sittliche Motive zu kommen. Und ein zweites Mal wurde gesagt,&lt;br /&gt;
jetzt von dem Christus: Seid ihr nicht Götter? {{Bibel|Joh|10|34|LUT}} - Dasselbe Wort!&lt;br /&gt;
Daraus sieht man, daß es nicht nur ankommt auf den Inhalt eines&lt;br /&gt;
Wortes, sondern auf das Wesen, das ein Wort ausspricht, auf die Art&lt;br /&gt;
und Weise, wie ein Wort gesprochen wird. Da sieht man den notwendigen&lt;br /&gt;
Zusammenhang zwischen der Luzifertat und der Tat des Christus&lt;br /&gt;
auch in bildlicher Weise ausgedrückt, wie die religiösen Urkunden&lt;br /&gt;
das zu tun pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist der Bringer der persönlichen Freiheit des einzelnen Menschen,&lt;br /&gt;
Christus ist der Träger der Freiheit des ganzen Menschengeschlechtes,&lt;br /&gt;
des ganzen Menschentums auf Erden. Das ist das Bedeutsame&lt;br /&gt;
der Anthroposophie, daß sie uns lehrt, daß die Anerkennung des&lt;br /&gt;
Christus-Wesens in solcher Weise geschehen wird, daß es dem Menschen&lt;br /&gt;
freisteht, den Christus anzuerkennen oder nicht, wie es dem&lt;br /&gt;
Menschen freisteht, nicht moralisch zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine freie Wahrheit soll der Christus für die Menschenseele sein.|150|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und indem so dieses Himmlische, die Intellektualität und die Freiheit, in&lt;br /&gt;
das irdische Leben eingezogen ist, ist für die Menschheit ein anderes&lt;br /&gt;
Aufblicken zur Göttlichkeit notwendig geworden, als das früher der&lt;br /&gt;
Fall war. Und dieses andere Aufblicken zur Göttlichkeit ist für die&lt;br /&gt;
Menschheit möglich geworden durch das Mysterium von Golgatha.&lt;br /&gt;
Indem der Christus eingezogen ist in das irdische Leben, kann er heiligen&lt;br /&gt;
dasjenige, was aus übersinnlichen Welten eingezogen ist und was&lt;br /&gt;
sonst den Menschen zur Hoffart und zu allem möglichen verführen&lt;br /&gt;
würde. In einer Zeit leben wir, wo wir einsehen müssen: Von dem&lt;br /&gt;
Christus-Impuls muß durchdrungen werden dasjenige, was unser Heiligstes&lt;br /&gt;
in diesem Zeitalter ist: die Fähigkeit, reine Begriffe zu fassen,&lt;br /&gt;
und die Fähigkeit der Freiheit.|257|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung zur Freiheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit ist dem Menschen nicht von Anfang an gegeben, sondern er muss sie selbsttätig entwickeln, indem er sich zum reinen sinnlichkeitsfreien Denken erhebt und in diesem die [[moralische Intuition]] erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man fragt: Ist der Mensch frei oder ist er&lt;br /&gt;
nicht frei? Ist der Mensch ein freies Wesen, das mit wirklicher Verantwortung&lt;br /&gt;
aus seiner Seele heraus die Entschlüsse fassen kann, oder ist er&lt;br /&gt;
eingespannt in eine natürliche oder geistige Notwendigkeit wie ein&lt;br /&gt;
Naturwesen? So hat man gefragt, ich möchte sagen, durch Jahrtausende,&lt;br /&gt;
und so fragt man noch. Diese Frage schon ist der große Irrtum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann so nicht fragen, sondern die Frage nach der Freiheit ist&lt;br /&gt;
eine Frage der menschlichen Entwicklung, einer solchen menschlichen&lt;br /&gt;
Entwicklung, daß der Mensch im Laufe seines Jugendlebens oder vielleicht&lt;br /&gt;
seines späteren Lebens Kräfte in sich entwickelt, die er nicht einfach&lt;br /&gt;
von Natur aus hat. Man kann gar nicht fragen: Ist der Mensch frei?&lt;br /&gt;
Von Natur aus ist er es nicht, aber er kann sich immer mehr und mehr&lt;br /&gt;
frei machen, indem er Kräfte erweckt, die in ihm schlummern und die&lt;br /&gt;
die Natur nicht erweckt. Der Mensch kann immer freier und freier werden.&lt;br /&gt;
Man kann nicht fragen: Ist der Mensch frei oder unfrei, sondern&lt;br /&gt;
nur: Gibt es für den Menschen einen Weg zur Erringung der Freiheit?&lt;br /&gt;
Und diesen Weg gibt es. Wie gesagt, vor dreißig Jahren versuchte ich&lt;br /&gt;
zu zeigen: Wenn der Mensch dazu aufrückt, ein inneres Leben in sich&lt;br /&gt;
zu entwickeln, so daß er die sittlichen Impulse für seine Handlungen in&lt;br /&gt;
reinen Gedanken erfaßt, kann er wirklich Gedankenimpulse, nicht bloß&lt;br /&gt;
instinktive Emotionen seinen Handlungen zugrunde legen, - Gedanken,&lt;br /&gt;
die in die äußere Wirklichkeit so untertauchen wie der Liebende&lt;br /&gt;
in das geliebte Wesen. Dann nähert sich der Mensch seiner Freiheit. Die&lt;br /&gt;
Freiheit ist ebenso ein Kind des Gedankens, der in geistiger [[Hellsicht]]igkeit&lt;br /&gt;
erfaßt wird - nicht unter einem äußeren Zwang -, wie sie ein Kind&lt;br /&gt;
der wahren hingebungsvollen Liebe ist, der Liebe zum Objekt des&lt;br /&gt;
Handelns. Wonach das deutsche Geistesleben in &#039;&#039;Schiller&#039;&#039; strebte, als er&lt;br /&gt;
sich &#039;&#039;Kant&#039;&#039; gegenüberstellte und etwas ahnte von einem solchen Freiheitsbegriff,&lt;br /&gt;
das ziemt uns, in der Gegenwart weiter auszubilden. Da&lt;br /&gt;
aber stellte sich mir heraus, daß man nur sprechen kann von demjenigen,&lt;br /&gt;
was den sittlichen Handlungen zugrunde liegt - wenn es auch bei&lt;br /&gt;
den Menschen unbewußt bleibt, vorhanden ist es doch -; und daß man&lt;br /&gt;
das nennen muß Intuition. Und so sprach ich in meiner «Philosophie&lt;br /&gt;
der Freiheit» von einer moralischen Intuition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit aber war auch der Ausgangspunkt gegeben für alles, was ich&lt;br /&gt;
später auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft zu leisten versuchte.&lt;br /&gt;
Glauben Sie nicht, daß ich heute über diese Dinge in einer unbescheidenen&lt;br /&gt;
Weise denke. Ich weiß sehr gut, daß diese «Philosophie der Freiheit», die ich vor mehr als dreißig Jahren als junger Mensch konzipiert&lt;br /&gt;
habe, gewissermaßen alle Kinderkrankheiten desjenigen Gedankenlebens&lt;br /&gt;
hat, das im Laufe des 19. Jahrhunderts heraufgezogen ist. Aber&lt;br /&gt;
ich weiß auch, daß aus diesem Geistesleben heraus das entsprossen ist,&lt;br /&gt;
was eine Hinaufleitung des Gedankenlebens in das wirklich Geistige&lt;br /&gt;
ist. So daß ich mir sagen kann: Wenn sich der Mensch zu den sittlichen&lt;br /&gt;
Impulsen in moralischer Intuition erhebt und ein wirklich freies Wesen&lt;br /&gt;
darstellt, dann ist er bereits, wenn ich das verpönte Wort gebrauchen&lt;br /&gt;
darf, mit Bezug auf seine sittlichen Intuitionen «[[hellsehen]]d». In dem,&lt;br /&gt;
was über alles Sinnliche hinausliegt, liegen die Antriebe alles Sittlichen.&lt;br /&gt;
Im Grunde genommen sind die wirklich sittlichen Gebote Ergebnisse&lt;br /&gt;
menschlichen Hellsehens. Daher war ein gerader Weg von jener «Philosophie&lt;br /&gt;
der Freiheit» zu dem, was ich heute als Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
meine. Freiheit entsprießt im Menschen nur, wenn der Mensch sich&lt;br /&gt;
entwickelt. Er kann sich aber weiter entwickeln, so daß er dasjenige,&lt;br /&gt;
was schon der Freiheit zugrunde liegt, auch dazu treibt, daß er unabhängig&lt;br /&gt;
wird von allem Sinnlichen und sich frei in die Gebiete des Geistes&lt;br /&gt;
erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hängt Freiheit mit der Entwicklung des menschlichen Denkens&lt;br /&gt;
zusammen. Freiheit ist im Grunde genommen immer Gedankenfreiheit […].|333|107ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Unsterblichkeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem in München am 1. Mai 1918 gehaltenen Vortrag sprach [[Rudolf Steiner]] sehr ausführlich über den übersinnlichen Menschen, der sein vorgeburtliches und nachtodliches Dasein umfasst, das uns im irdischen Tagesleben aber zunächst unbewusst bleibt. Das nachtodliche Leben erschließt sich der [[Imagination]]. Erst wenn diese sich verbindet mit der [[Inspiration]] oder [[Spirituelles Bewusstsein|Intuition]] aus dem vorgeburtlichen Dasein, dann ist eine wirkliche freie Tat möglich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn zusammenwirkt dasjenige, was sonst nur unbewusst oder unterbewusst vorhanden ist, die unbewusste Imagination, die so an ihn geknüpft ist und nur in Liebe wirken kann, wie ich es geschildert habe, und das intuitive oder inspirierte Denken, das hereinleuchtet von der einen Seite als die Vorstellung durchhellend; wenn zusammenwirken dieses Denken, das geholt ist nicht aus dem sterblichen Menschen, sondern aus dem unsterblichen Menschen, und die Imagination, die unbewusst bleibt im gewöhnlichen Leben, die aber dadurch, dass wir Handlungen lieben, instinktiv an den Menschen herantritt; wenn diese instinktive Liebe, die der instinktive Ausdruck der geschilderten Imagination ist, den Menschen ergreift, und so ergreift, dass er das geltend macht, was durch Inspiration von vor seiner Geburt in ihn hereinleuchtet, dann wirkt Unsterbliches auf Unsterbliches im Menschen, dann wirkt die Idee aus dem Unsterblichen, wie es sich erlebt vor der Geburt, zusammen mit dem Unsterblichen, wie es unbewusst in der Imagination auftritt und wie es durch die Pforte des Todes in die geistige Welt hineintritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind Handlungen des Menschen möglich, in denen das Unsterbliche, das erst sich offenbart nach dem Tode, schon als Kraft hier im Leben zusammenwirkt mit der freien Idee, die durch Inspiration aus dem Unsterblichen vor der Geburt als Impuls in unsere menschliche Persönlichkeit hereintritt. Das ist dann freies Handeln. Dieses freie Handeln ist im Menschen vorhanden, dessen ist sich der Mensch bewusst. Man lernt die Freiheit nur erkennen, wenn man weiß, dass die unbewusste Imagination, die vorbereitet unser Leben nach dem Tode, zusammenwirkt mit der unbewussten Inspiration, die aus dem Leben von vor der Geburt als eine Kraft in unsere Seele hereintönt. Indem der Mensch instinktiv solche Handlungen ausführt, die sein unsterblicher Mensch vollzieht, führt er freie Handlungen aus.|71b|409f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Zusammenhang der [[Unsterblichkeit]] mit der [[Willensfreiheit]] des Menschen und kommt Steiner damit zu folgendem Resümee:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der unsterbliche Mensch ist ein freier Mensch, das aus der Unsterblichkeit stammende Wollen ist ein freies. Der Mensch nähert sich mit seinen gewöhnlichen Handlungen diesen freien Handlungen. Der sterbliche Mensch ist auf dem Wege zur Freiheit. Indem der sterbliche Mensch den unsterblichen immer mehr und mehr in sich zu einem bewussten Wesen erhebt, wird er sich seiner Freiheit bewusst. Der Mensch ist zur Freiheit geboren, aber er muss sich zur Verwirklichung der Freiheit selbst erziehen.|71b|410f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zusammenhang mit der «Philosophie der Freiheit» ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Hier haben wir wie einen Ausgangspunkt für eine streng wissenschaftliche Erforschung der Unsterblichkeitsfrage. Und als ich vor mehr als einem Vierteljahrhundert in meiner «Philosophie der Freiheit» aufmerksam machte, dass man richtig beobachten muss, wenn man an die Freiheit herankommen will, da wies ich hin, dass man auf der einen Seite zum rein intuitiven Denken gehen muss. Heute füge ich hinzu: Dieses intuitive Denken wird vor der Geburt oder Empfängnis erkannt. Das steht schon in der «Philosophie der Freiheit», indem ich das eine Element des menschlichen Willens das intuitive Denken nannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere Element, was als imaginatives Leben auftritt, das nannte ich für die Freiheitsfrage dazumal die moralische Phantasie, um für diejenigen auch das Buch brauchbar zu machen, die die Geisteswissenschaft für Narretei halten. Das, was in dem Buche steht, ist philosophisch geschildert. Der Geisteswissenschafter fügt hinzu, das dasjenige, was dort als moralische Phantasie auftritt, ein Teil davon ist, was in der Organisation des Menschen an unterbewusster Imagination lebt und gerade in moralischen Handlungen heraufsteigt. Durch das Zusammenwirken von moralischer Phantasie mit dem intuitiven Denken, sagte ich dazumal, entsteht das, was im wahren Sinne des Menschen eine willensfreie Handlung des Menschen ist. Heute füge ich hinzu: Was ist das Denken? Das, was hier unsere Inspiration ist, was vorgeburtlich ist. Wann tritt es auf? Dann tritt es auf, wenn wir imstande sind, eine Handlung so auszudenken, dass wir diese Handlung vollführen so, dass uns diese Handlung so lieb ist, dass sie nichts mit unseren Trieben und Neigungen zu tun hat, sondern uns so lieb ist wie eine Persönlichkeit, die wir wirklich lieben, weil wir ihr Wesen erkannt haben. Wenn wir eine Handlung aus Liebe vollführen – also nicht aus Egoismus, aus spielenden Vorstellungen, sondern aus der Einsicht in die innere Notwendigkeit der Handlung –, dann geben wir uns den intuitiven Handlungen hin; dann sind wir inspiriert von dem vorgeburtlichen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher aber kommt dazu die Kraft? Damals sagte ich: ... [Lücke]. Heute füge ich hinzu: Es ist die Kraft, die nach dem Tode uns hinüberträgt in die geistige Welt. Das spielt in uns unterbewusst. Im moralischen Handeln, das sich frei entfaltet, leuchtet herauf dasjenige, was vor der Geburt oder Empfängnis liegt. Das koppelt sich zusammen mit dem, was nach dem Tode in die geistige Welt hineintritt. Während wir leben zwischen der Geburt und dem Tode, handeln wir schon, indem unbewusst das in uns hereinspielt, was vor der Geburt liegt, im intuitiven Denken, das inspirierend in unser Leben hereinfließt. Was nach dem Tode liegt, das ist das, was gar nicht mit uns zusammenhängt und doch von uns verrichtet wird; was den Charakter trägt, dass es aus Liebe verrichtet wird; das ist die wahrhaft freie Handlung. Darum muss man sagen: Was uns aus dem reinen Denken hereininspiriert, hängt gar nicht mit unserem Leibe zusammen. Der muss sich zurückziehen, um das entfalten zu können. Und das, was imaginativ wirkt, hat für jetzt keine Bedeutung, sondern hat erst nach dem Tode Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Faktoren, die nichts mit dem Leibe zu tun haben, das sind die wirklichen Kräfte, die in dem wahren, freien Willensakt des Menschen wirken. Das ist das tiefe Geheimnis, dass, wenn wir auf den freien Willen gehen, so finden wir nicht irgendetwas, was sterblich ist im Menschen, was da handelt, sondern wir finden gerade dasjenige, was frei handelt, das ist das Unsterbliche.|71b|325ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit und Karma ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Leben zwischen Tod und neuer Geburt]] legt der [[Mensch]] seinen Schicksalskern, sein [[Karma]], in der [[Mondensphäre]] ab, über die er durch die Nachwirkung des [[Christus]]-Impulses hinausschreitet und sich aus der Sternensphäre die nötigen Kräfte holt, um sich beim Herabstieg zu einem neuen Erdenleben durch eine &#039;&#039;freie Geistestat&#039;&#039; diesen Schicksalskern so wieder einzuverleiben, dass er dadurch in &#039;&#039;selbständiger&#039;&#039; Weise sein Schicksal mit seiner geistig fortschreitenden Wesenheit in Zusammenhang bringt. Diese Möglichkeit besteht allerdings erst seit dem [[Mysterium von Golgatha]]. Das irdische Nachbild dieser im kosmischen Dasein vollbrachten &#039;&#039;freien&#039;&#039; Tat ist das Freiheitsgefühl während des Erdendlebens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Initiierten, welche Zeitgenossen des Mysteriums von Golgatha&lt;br /&gt;
waren, oder die in den darauf folgenden Jahrhunderten bis zum 3. und&lt;br /&gt;
4. Jahrhundert lebten, konnten zu ihren Bekennern sagen: Die Form,&lt;br /&gt;
die der menschliche physische Organismus im Erdenleben annimmt,&lt;br /&gt;
die bildet immer mehr und mehr das Ich aus. Aber der Mensch verliert&lt;br /&gt;
die Kraft, in jene Region einzutreten, in der das hohe Sonnenwesen&lt;br /&gt;
oben sein Führer sein könnte in den geistigen Sternenregionen. Daher&lt;br /&gt;
ist Christus heruntergestiegen auf die Erde, hat das Mysterium von&lt;br /&gt;
Golgatha vollbracht. Und die Kraft, welche der Menschenseele dadurch&lt;br /&gt;
wird, daß sie eine Gefühlsverbindung mit dem Mysterium von Golgatha&lt;br /&gt;
hat, diese Kraft wirkt nach dem Tode nach und entreißt die Seele&lt;br /&gt;
dem Schicksals-Wesenskern und der Mondensphäre, und unter der&lt;br /&gt;
Nachwirkung des Christus bildet die Seele ihren künftigen physischen&lt;br /&gt;
Organismus mit den anderen Wesen der Sternenwelt aus und findet&lt;br /&gt;
dann wiederum den Schicksalskern, in den die Tendenz hineingelegt&lt;br /&gt;
wird zur Schicksalsbildung der kommenden Erdenleben. Was die Menschenseele&lt;br /&gt;
als Kraft aus dem Christus-Impuls aufgenommen hat, das&lt;br /&gt;
befähigt sie wiederum, in der richtigen Weise durch das Geisterland&lt;br /&gt;
durchzugehen und den Schicksalskern in der richtigen Weise aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derjenige, der heute aus der Initiationswissenschaft heraus redet,&lt;br /&gt;
muß dazu noch das folgende sagen: Ja, es ist der Christus-Impuls, der&lt;br /&gt;
über den Tod hinaus nachwirkt, unter dessen Einfluß der Mensch sich&lt;br /&gt;
der Mondensphäre entringt, in die Sternen-Sonnensphäre eindringt und&lt;br /&gt;
dort aus den Impulsen, die ihm die Wesen der Sternenwelt geben, arbeiten&lt;br /&gt;
kann an der Herausgestaltung des physischen Organismus seines&lt;br /&gt;
nächsten Erdenlebens. Aber er entringt sich der Mondensphäre durch&lt;br /&gt;
die Kräfte, die er in seinem Ich aufgespeichert hat durch die Hinneigung&lt;br /&gt;
zu dem Christus-Wesen und zu dem Mysterium von Golgatha. Er&lt;br /&gt;
entringt sich der Mondensphäre in einer solchen Art, daß er nun auch&lt;br /&gt;
in der Sternensphäre so arbeiten kann, daß er, wenn er wieder zur&lt;br /&gt;
Mondensphäre zurückkehrt und ihm sein Schicksalskern begegnet, in&lt;br /&gt;
einer freien Weise als eine freie Geistestat sich diesen Schicksalskern&lt;br /&gt;
eingliedert, weil er sich sagen muß: Die Weltentwickelung kann nur in&lt;br /&gt;
der richtigen Weise verfließen, wenn der Mensch sich diesen seinen&lt;br /&gt;
Schicksalskern eingliedert und dasjenige, was er als sein Schicksal zubereitet&lt;br /&gt;
hat, auch in ausgleichenden künftigen Erdenleben wiederum zurechtbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Wesentliche im Neu-Erleben des nachtodlichen Mondensphären-Erlebens, daß es da im kosmischen Dasein einen Augenblick gibt, wo der Mensch in selbständiger Weise sein Schicksal, sein Karma,&lt;br /&gt;
mit seiner fortschreitenden Wesenheit in Zusammenhang bringt. Und&lt;br /&gt;
das irdische Abbild dieser im Überirdischen vollbrachten Tat im nachherigen&lt;br /&gt;
irdischen Leben ist die menschliche Freiheit, das Freiheitsgefühl&lt;br /&gt;
während des Erdendaseins. Das richtige Verstehen der Schicksalsidee&lt;br /&gt;
und ihr Verfolgen bis in die geistigen Welten hinauf begründet nicht&lt;br /&gt;
eine Determinationsphilosophie, sondern eine wirkliche Philosophie&lt;br /&gt;
der Freiheit, wie ich sie in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts&lt;br /&gt;
in meinem Buche «Philosophie der Freiheit» zu geben hatte.|215|177f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Im Aufnehmen der Kraft, welche für die&lt;br /&gt;
Seele aus dem anschauenden und tätigen Gefühls-Miterleben&lt;br /&gt;
des irdischen Christuslebens und des Mysteriums&lt;br /&gt;
von Golgatha erwächst, erringt der Mensch schon auf der&lt;br /&gt;
Erde, nicht erst durch das Sonnenwesen nach dem Tode,&lt;br /&gt;
die Fähigkeit, sich in einem bestimmten Zeitpunkte des&lt;br /&gt;
nachirdischen Daseins dem Mondeneinfluß zu entziehen&lt;br /&gt;
und in die reine Sternensphäre einzutreten. Diese Fähigkeit&lt;br /&gt;
ist das geistige, nach dem Tode erlebte Gegenbild&lt;br /&gt;
der durch das Ich-Bewußtsein im Erdenleben herbeigeführten&lt;br /&gt;
Freiheit. Der Mensch übernimmt dann in der&lt;br /&gt;
Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sein in&lt;br /&gt;
der Mondensphäre zurückgelassenes moralisch-geistiges&lt;br /&gt;
Wertwesen als den Bildner seines Schicksals, das er&lt;br /&gt;
dadurch während des folgenden Erdendaseins in Freiheit&lt;br /&gt;
erleben kann.|25|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taten, die aus der vollen Freiheit des [[Mensch]]en gesetzt werden, sind nicht durch das [[Karma]] bedingt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nur solche Handlungen sind frei, bei denen der Mensch gar nicht auf Grund der Vergangenheit&lt;br /&gt;
arbeiten würde, sondern bei denen er nur dem gegenübersteht, was durch die&lt;br /&gt;
kombinierende und produktive Tätigkeit seiner Vernunft an Handlungen in die Welt hineinkommen&lt;br /&gt;
kann. Solche Handlungen nennt man im Okkultismus: Aus dem Nichts heraus&lt;br /&gt;
schaffen. Alle anderen Handlungen sind aus dem Karma heraus geschaffen.|93a|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was der Mensch in voller Freiheit tut, schafft auch kein neues [[Karma]]. Im [[Okkultismus]] wird das auch als das Handeln aus dem [[Nirvana]] bezeichnet. Solange allerdings der Mensch das Karma aus seinen früheren [[Inkarnation]]en nicht vollständig ausgeglichen hat, kann er nicht in vollkommener Freiheit leben - ein Teil seiner Taten wird notwendig durch die Vergangenheit (Bedingungen sowie Nebenwirkungen) - neues Karma begründend - bestimmt sein, d. h. allmählich freies Handeln zu realisieren ist heutzutage und in der Zukunft ein großes, ideales Ziel der menschlichen Evolution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Frei wird der Mensch in dem einen physischen Erdenleben, wo er den Gedanken&lt;br /&gt;
als solchen entwickelt, wo der Gedanke seine plastizierende&lt;br /&gt;
Kraft verliert, die er noch in dem Ätherleib hat, und&lt;br /&gt;
wo er als reiner Gedanke in dem im Leben befindlichen Bewußtsein&lt;br /&gt;
entwickelt ist. Ich war daher genötigt, etwas sehr&lt;br /&gt;
Gewagtes in dieser «Philosophie der Freiheit» dazumal im&lt;br /&gt;
Beginn der neunziger Jahre darzustellen. Ich hatte die moralischen&lt;br /&gt;
Impulse als sittliche Ideale darzustellen und mußte&lt;br /&gt;
sagen: die kommen dem Menschen nicht aus der physischen&lt;br /&gt;
Welt, die kommen dem Menschen nicht aus der Natur, die&lt;br /&gt;
kommen dem Menschen durch eine Intuition. Und ich&lt;br /&gt;
sprach dazumal von «moralischer Phantasie». Und warum&lt;br /&gt;
das? Ich sagte dazumal in meiner «Philosophie der Freiheit»:&lt;br /&gt;
Aus der Geisteswelt heraus strömen in den Menschen, aber&lt;br /&gt;
zunächst nur als Bilder, diese sittlichen Motive ein. Er empfängt&lt;br /&gt;
sie als [[Intuition]] aus der geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber man gelangt auf diese Weise, ich möchte sagen, zu&lt;br /&gt;
dem anderen Pol dessen, was man hier in der physischen&lt;br /&gt;
Welt erlebt. Sieht man mit gesundem Menschenverstand und&lt;br /&gt;
mit wissenschaftlicher Schulung in die natürliche Daseinswelt&lt;br /&gt;
hinaus, dann entdeckt man überall Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
Sieht man hinein in die Welt der moralischen Impulse, dann&lt;br /&gt;
entdeckt man die Freiheit, aber die Freiheit zunächst im bloßen&lt;br /&gt;
Gedanken, im reinen Denken, in denkerischer Intuition.&lt;br /&gt;
Und man weiß zunächst nicht, wie sich Kräfte hineinbegeben&lt;br /&gt;
in den Willen, denn man sieht diese sittlichen Intuitionen&lt;br /&gt;
unbewußt. Man hat auf der einen Seite die Natur, der man&lt;br /&gt;
angehört, indem man handelt, und man hat auf der anderen&lt;br /&gt;
Seite sein sittliches Erleben, und es entschwindet einem für&lt;br /&gt;
diese sittlichen Intuitionen, wenn man nichts anderes hat zunächst&lt;br /&gt;
als die Naturwissenschaft, die Möglichkeit, diesen&lt;br /&gt;
sittlichen Intuitionen Realität zuzuschreiben, weltschöpferische&lt;br /&gt;
Kräfte zuzuschreiben. Man erlebt gewissermaßen die&lt;br /&gt;
Natur in ihrer ganzen derben Dichtigkeit, in ihrer Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
Man erlebt die Freiheit, aber man erlebt sie in den&lt;br /&gt;
fein gewobenen, bis zur Bildhaftigkeit herabgetriebenen Gedankenimpulsen,&lt;br /&gt;
von denen man weiß, weil sie eben der Natur&lt;br /&gt;
nicht angehören können, weil sie sich in freier Tätigkeit&lt;br /&gt;
erleben, und das habe ich in meiner «Philosophie der Freiheit» angedeutet, daß sie aus der geistigen Welt kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es muß sich nun etwas einschieben zwischen diese&lt;br /&gt;
Intuitionen, die durchaus bildhaft, unreal sind, die nur durch&lt;br /&gt;
das sittliche Leben real werden, und dem, was man als gegenständliches&lt;br /&gt;
Erkennen für die Naturordnung hat. Und da&lt;br /&gt;
schieben sich ein die [[Imagination]] und die [[Inspiration]], die auf&lt;br /&gt;
die Weise entstehen, wie ich das geschildert habe. Und dann&lt;br /&gt;
wird die Intuition auch etwas anderes. Dann verdichtet sich&lt;br /&gt;
gewissermaßen das, was einem zuerst nur im reinen Denken&lt;br /&gt;
entgegengetreten ist, zu einer geistigen Realität. Man lernt in&lt;br /&gt;
dieser nach der Imagination und Inspiration neu errungenen&lt;br /&gt;
Intuition jetzt nicht sein gegenwärtiges Ich erkennen, sondern&lt;br /&gt;
dasjenige Ich, das durch wiederholte Erdenleben hindurchgeht,&lt;br /&gt;
und das unser Schicksal durch diese wiederholten&lt;br /&gt;
Erdenleben in der Weise hindurchträgt, wie ich es dargestellt&lt;br /&gt;
habe. Wir sind unfrei, indem wir die wiederholten Erdenleben&lt;br /&gt;
durchleben und ein Schicksal dadurch gestaltet haben.&lt;br /&gt;
Aber wir können stets in dieses Schicksalsgewebe die freien&lt;br /&gt;
Handlungen einverweben in den einzelnen Erdenleben. Gerade&lt;br /&gt;
dadurch, daß wir in bildhaften Intuitionen die sittlichen&lt;br /&gt;
Impulse erleben - nicht als Realitäten, sondern als etwas, zu&lt;br /&gt;
dem wir uns frei bekennen können -, können wir die Freiheit&lt;br /&gt;
im einzelnen Erdenleben in das Schicksalsgewebe einverweben.&lt;br /&gt;
Und so werden wir dadurch, daß wir durch das Schicksal&lt;br /&gt;
von Erdenleben zu Erdenleben getragen werden, nicht&lt;br /&gt;
unfreier, als wir etwa werden, wenn wir uns durch ein Schiff&lt;br /&gt;
von Europa nach Amerika tragen lassen. Da sind wir durch&lt;br /&gt;
den Entschluß, den wir hier in Europa fassen, allerdings in&lt;br /&gt;
unserer Zukunft bestimmt. Aber wir sind jederzeit in gewissen&lt;br /&gt;
Grenzen freie Wesen, und solange wir drüben in Amerika&lt;br /&gt;
sind, können wir uns frei bewegen. So tragen wir das&lt;br /&gt;
Schicksal von Erdenleben zu Erdenleben. Aber in die Tatsachenwelt,&lt;br /&gt;
die wir so in wiederholten Erdenleben erfahren,&lt;br /&gt;
kann hineingestellt werden, was aus der Freiheit im einzelnen&lt;br /&gt;
Erdenleben quillt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sieht man gerade, daß derjenige, der mit dem Freiheitsproblem&lt;br /&gt;
ringt, der das Problem der Freiheit gelöst sieht&lt;br /&gt;
durch das Anschauen der zunächst nur in moralischer Phantasie&lt;br /&gt;
erfaßbaren, aber aus der geistigen Welt in die physische&lt;br /&gt;
Welt des Menschen hereinstrebenden sittlichen Ideen, daß,&lt;br /&gt;
wer in dieser Weise sich ein Verständnis für die Freiheit erwirbt,&lt;br /&gt;
gerade dadurch sich vorbereitet hat zum Verständnis&lt;br /&gt;
für das Schicksalsgemäße, das wie eine Art von Notwendigkeit&lt;br /&gt;
in das menschliche Leben eingreift.|79|129ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit und Erbsünde ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Erbsünde}}&lt;br /&gt;
In seinen 1921 gehaltenen Vorträgen für die angehenden Priester der [[Christengemeinschaft]] ging [[Rudolf Steiner]] auch auf die Frage nach dem Zusammenhang von Freiheit und [[Erbsünde]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|&amp;lt;small&amp;gt;&#039;&#039;Ein Teilnehmer:&#039;&#039; Ich möchte gern fragen, ob die Erbsünde für die Entwickelung der Menschheit eine Notwendigkeit war oder ob die Menschheit auch zu der Entwickelung der Freiheit kommen könnte ohne die Erbsünde. Eine andere Frage ist, ob es Wesen, Urmenschen gibt, die nicht in diese Urerbsünde kamen?&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Rudolf Steiner:&#039;&#039; Nun, die Frage muß eigentlich so beantwortet werden: Sehen Sie, die übersinnliche Erkenntnis kann eigentlich niemals reine Teleologie sein, sondern sie ist beobachtend, und daher fallen in der übersinnlichen Erkenntnis die Fragen eigentlich weg, zu welchem Zweck oder wozu irgend etwas ist. Das ist etwas, was in Ihrer Frage lag: Könnten die Menschen [auch ohne die Erbsünde zur Freiheit kommen], oder haben die Menschen die Erbsünde auf sich geladen, um zur Freiheit zu kommen? — Es ist eben eine Tatsache, daß wir als Menschengeschlecht von dem 15. Jahrhundert ab in der Entwickelung der Freiheit leben. Dieses Leben in der Freiheit ist nur möglich unter dem Einfluß, dem inneren Einfluß der bloßen Intellektualität, die eigentlich keinen Inhalt hat. Der Satz des Descartes «Cogito, ergo sum» ist eigentlich falsch. Der Satz müßte eigentlich heißen: Cogito, ergo non sum, ich denke, also bin ich nicht, denn das Denken beleuchtet niemals eine Realität, sondern im Gegenteil, es ist die Vernichtung der Realität. Erst wenn man durch Imagination, Inspiration und Intuition an das Ich herankommt, liegt die reale Gewißheit des Ich vor. Wenn wir uns angewöhnt haben, die Kriterien des Seins anzuwenden auf unsere Umgebung, so müssen wir sagen: Ich denke, also bin ich nicht. Gerade in diesem Nichtsein liegt die Möglichkeit der Aufnahme eines Neuen. Das ist dasjenige, was in der Intellektualität liegt. Die intellektualistischen Begriffe sind eigentlich gegenüber der Realität leer, sie sind Löcher im Weltenall, und das ist zur Entwickelung der Freiheit notwendig. Sie können ja sehen, wie stufenweise der Intellektualismus heraufkommt. Er kommt herauf durch solche Denker, die noch Zeitgenossen des Nicolaus Cusanus waren. Dann geht es weiter, aber insbesondere Galilei, Kopernikus, Newton sind die eigentlichen Intellektualisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA343 Tafel 13.jpg|thumb|400px|Tafel 13 zu {{G|343}}]]&lt;br /&gt;
Nun, dieser Stand des Bewußtseins, der die Freiheit herbeiführt, könnte nicht da sein, wenn der Mensch innerlich ausgefüllt wäre mit einem Inhalt, denn dieser Inhalt müßte ein göttlicher sein, und dieser göttliche Inhalt, der gewissermaßen am stärksten im Anfang war, er mußte erst abnehmen und seinen Nullpunkt hier erreichen (es wird gezeichnet → Tafel 13), und nun tritt hier die intellektualistische Entwickelung ein. Die gibt dem Menschen die Freiheit und die wird im weiteren bewußt unserer Seele wiederum einen Inhalt geben. Also das Hindurchgehen durch [den Nullpunkt], das Heruntergeworfenwerden in die Materie, was gewisse Okkultisten zum Beispiel den «Fall in die Zeugung» nennen, das war zur Freiheit absolut notwendig. Man kann es nur hinterher sagen: Weil die Menschen in die Erbsünde fielen, bekamen sie die Freiheit. Nicht wahr, es wäre ganz falsch, wenn ich hier vor Ihnen mit diesen Dingen zurückhalten würde, wenn sie auch für ein gegenwärtiges Bewußtsein leicht schockant sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wesen, die von der Erbsünde nichts wissen, nichts erfahren, die werden auch nicht der Freiheit teilhaftig. Solche Wesen sind zum Beispiel diejenigen, welche unmittelbar über den Menschen stehenden Stufen angehören. Diese Wesen haben eine größere Weisheit als die Menschen, haben auch eine stärkere Macht, aber sie kommen nicht zur Freiheit, ihr Wille ist immer eigentlich der göttliche Wille. Nur unter gewissen Bedingungen, die in der Weltentwickelung noch gar nicht eingetreten sind, die aber während der Erdenentwickelung noch kommen können — sie liegen in einer gewissen Zukunft —, da wird für diese Wesenheiten, die der Katholizismus Angeloi und Archangeloi nennt, die Möglichkeit eintreten, von ihrer inneren Seelennotwendigkeit abzuirren, nicht in Wahrscheinlichkeit, aber sie würden die Möglichkeit dazu haben. Es kann aber nichts gesagt werden darüber, weil das eben davon abhängen wird, wie dann die ganze Weltkonstellation ist. Da haben wir also Wesen, die haben nichts mit der Erbsünde zu tun. Auch diejenigen Wesenheiten, die nun die eigentlichen Versucher der Menschen waren im Gange der Erdenentwickelung, die repräsentiert sind durch die Schlange im Paradies, auch diese Wesenheiten haben nichts mit der Erbsünde zu tun, sondern mit einer frei durch sie begangenen Sünde. Erst im Menschen wird sie zur Erbsünde. Es ist dasjenige, was man Erbsünde und dann wiederum Freiheit nennt, das, was eigentlich dem Menschen spezifisch ist. Man findet überhaupt, daß die Errichtung einer jeden Daseinsstufe im gesamten Weltenall ihre gute Bedeutung hat, so daß nicht irgend etwas sich in vertikaler Richtung wiederholt. Also was bei den Tieren ist, ist nicht bei den Menschen, und was bei den Menschen ist, ist nicht bei den Engeln und so fort.|343|433ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit und Determinismus ==&lt;br /&gt;
Für das Verhältnis des Menschen in seiner Freiheit zum Karma gilt die Beachtung der beiden Doppelströme der Zeit,&amp;lt;ref&amp;gt;Wenn eine Erklärung durch angebliches altes Karma nicht stimmig ist, bietet sich die Erklärung vorweggenommenes „neues“ Karma: „Die Ursache liegt in der Zukunft“ (Joseph Beuys) an. Siehe dazu: http://www.ursache-zukunft.net/fileadmin/ursache-zukunft/Ursache_Zukunft.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; die Lebenssituationen sind dann entweder durch altes Karma, durch Freiheit, oder durch neues (künftiges) [[Karma]] bestimmt. Es sind im Hinblick auf den naturwissenschaftlichen Determinismus klare Positionen von Seiten der herrschenden Wissenschaft bezogen worden: Diese angebliche Freiheit des Menschen wäre nur eine Illusion, es gäbe sie nicht wirklich (herrschende Auffassung, es gibt auch Gegenauffassungen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist auch der Gegenstrom der [[Zeit]] in der Evolution.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph J. Hueck: &#039;&#039;Evolution im Doppelstrom der Zeit&#039;&#039;. Vlg. am Goetheanum, Dornach 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Argumentation, das fällt unter die [[Philosophie des Geistes]], spielt eine wichtige Rolle, dass eine Willensregung physiologisch zeitlich schon früher gemessen werden kann, als sie dann im Bewußtsein als ein &amp;quot;Ich will&amp;quot; relevant wird. Diese durchaus plausible Begründung berücksichtigt freilich nicht, dass ja der menschliche Wille etwas anderes sei, als das Bewußtsein von einem menschlichen Willen, insbesondere freiem Willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings kann dieser Wille, wenn er als ein freier soll gelten, nur ein &#039;&#039;bewusster&#039;&#039; freier Wille sein. Bewußtsein, das nach der physiologischen Gehirnforschung später kommt, als die motorische Handlungsabsicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur die Befragung des &#039;&#039;zeitlichen&#039;&#039; Charakters von Wollen, und der physiologischen Manifestation des Wollens kann da auf eine Lösung hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sehen Sie sich die gebräuchlichen Lehrbücher durch,&lt;br /&gt;
so werden Sie finden: Dahin kommen diese Leute, den Denkapparat&lt;br /&gt;
aufzuzeigen und alles Denken und Vorstellen in Verbindung zu bringen mit den mechanischen Vorgängen im Gehirn und Nervensystem;&lt;br /&gt;
aber sie müssen ableugnen Gefühl und Wille. Gefühl und Wille kann&lt;br /&gt;
nicht erklärt werden durch körperliche Vorgänge. Daher wird dies&lt;br /&gt;
einfach ausgeschaltet. Und Sie können heute, wenn Sie die Bücher&lt;br /&gt;
aufschlagen, überall finden: Die Menschen haben zwar aus ihren Vorurteilen auch einen Willen angenommen und ein Gefühl angenommen,&lt;br /&gt;
aber das ist eigentlich ein Nichts, das ist gar nicht vorhanden.&lt;br /&gt;
Also macht der Naturforscher gerade halt vor Gefühl und Wille.&lt;br /&gt;
Indem wir nun wissen, daß sich die Gedanken mit unserem Ätherleib&lt;br /&gt;
von uns absondern, erklärt sich uns, daß dieses Abgesonderte, das mit&lt;br /&gt;
unserem Ätherleib aus uns herausgeht, auch hier auf der Erde an unserem Äußeren arbeitet, den Denkapparat sich erst herrichtet, und&lt;br /&gt;
wenn der Denkapparat geformt ist, dann kommt das Denken mit Hilfe&lt;br /&gt;
des vom Denken selbst geformten Denkapparates. Gefühl und Wille&lt;br /&gt;
bleiben uns im Astralleib und im Ich. Die tragen wir in die geistige&lt;br /&gt;
Welt. Nicht eine Wissenschaft zwingt zum Materialismus, im Gegenteil, die wirkliche heutige Wissenschaft rechtfertigt überall unsere&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft. Der heutige Materialismus ist durchaus abhängig&lt;br /&gt;
davon, daß die Leute keinen Trieb haben zu dem geistigen Leben, daß&lt;br /&gt;
sie keinen Sinn haben wollen für geistiges Leben. Auch das Verständnis brauchte nicht zu fehlen. Denn wirklich, wenn man sich einläßt auf&lt;br /&gt;
das, was der Geistesforscher aus der geistigen Welt heraus zu geben&lt;br /&gt;
vermag selbst für solche Kapitel, wie wir sie heute vor unsere Seele&lt;br /&gt;
haben treten lassen für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen&lt;br /&gt;
Geburt: verstanden werden kann es schon, man braucht nur ein feineres, subtileres Verständnis, als das grobe Verständnis ist, das der heutige Mensch für die äußere Welt vielfach anwenden will. Aber wir&lt;br /&gt;
leben auch in einer Zeit, in der eben der Materialismus zu seiner Hochflut gekommen ist.|168|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unsterbliche Teil des Menschen ist sein Willens-Gefühlswesen, daher entstammt alle nichtdeterminierte Freiheit, dem Höheren Ich, insoweit es sich durch Wille und Gefühl in Entschluss- und Gedankenform realisieren kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[GA 25]] und [[GA 168]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit erfordert das Gleichgewicht von Geist und Natur === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von entscheidender Bedeutung für den [[Willensfreiheit|freien Willen]] ist das rechte Gleichgewicht zwischen [[Geist]] und [[Natur]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie wissen ja, meine lieben&lt;br /&gt;
Freunde, wie sauer es wird einem Menschen, eine Idee zu begreifen,&lt;br /&gt;
die eigentlich für den unbefangenen Menschen selbstverständlich ist&lt;br /&gt;
und welche geleugnet wird, weil der Intellekt von den Philosophen&lt;br /&gt;
nicht heran kann: die Idee des freien Willens. Ich sagte über die Sinnesempfindungen:&lt;br /&gt;
die Dinge, die in den Physiologien und in den Psychologien&lt;br /&gt;
stehen, nehmen sich dem gegenüber, der die Dinge durchschaut,&lt;br /&gt;
kindisch aus. Aber was über die Idee des freien Willens geschwätzt&lt;br /&gt;
wird, erst recht. Denn Sie müssen bedenken, daß der freie&lt;br /&gt;
Willensentschluß in jedem Augenblick ein Effekt der ganzen menschliehen&lt;br /&gt;
Wesenheit ist; der ganzen menschlichen Wesenheit, wie sie sich gesund&lt;br /&gt;
oder krank oder halbkrank oder übergesund darlebt, in dem freien&lt;br /&gt;
Willensimpetus. Im freien Willensimpetus liegt der ganze Mensch darinnen,&lt;br /&gt;
aber mit alledem, was man am ganzen Menschen durchschauen&lt;br /&gt;
kann, mit allen Komplikationen liegt er darinnen. Die menschliche&lt;br /&gt;
Natur lernt man erst kennen, wenn man sie in dieser Komplikation&lt;br /&gt;
erkennen lernt. Und sehen Sie, das, was bei abnormen Persönlichkeiten&lt;br /&gt;
nach der einen oder anderen Seite hin eine abnorme Schattierung annimmt,&lt;br /&gt;
ist aufgehoben, zur Harmonie vereinigt in jedem Menschen.&lt;br /&gt;
Es ist ein trivialer Ausspruch, aber er ist wahr: so wie der Mensch&lt;br /&gt;
zugänglich ist für den Cherubim, so ist er auch zugänglich für den&lt;br /&gt;
Teufel. Und auch diese Prozesse, wo der Mensch zugänglich ist für den&lt;br /&gt;
Teufel - wir werden sie noch studieren. Aber das alles ist auch im&lt;br /&gt;
gewöhnlichen Menschen, nur daß die entgegengesetzten Tätigkeiten&lt;br /&gt;
sich aufheben, weil sie sich nach den verschiedensten Richtungen gleich&lt;br /&gt;
stark entwickeln. Wenn in jedem ein Engel ist, so ist auch in jedem ein&lt;br /&gt;
Teufel. Aber wenn der Engel und Teufel gleich stark sind für irgend&lt;br /&gt;
etwas, dann heben sie sich auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA318 046.gif|center|300px|Zeichnung aus GA 318, S. 46 (Tafel 4)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun betrachten Sie diese Waage (siehe Zeichnung). Es gibt einen&lt;br /&gt;
Punkt, es ist dieser. Sie können hier Gewichte auflegen, das kann alles&lt;br /&gt;
in Bewegung geraten. Das bleibt immer in Ruhe, das Hypomochlion,&lt;br /&gt;
es wird nicht berührt von dem, was Sie links, von dem, was Sie rechts&lt;br /&gt;
auflegen. Aber es muß die Einrichtung getroffen werden, daß es nicht&lt;br /&gt;
berührt zu werden braucht. Ein ähnliches geistiges Hypomochlion&lt;br /&gt;
wird im Menschen bewirkt von den entgegengesetzten Kräften. Sie&lt;br /&gt;
können daher studieren des Menschen Natur. Sie werden nirgends eine&lt;br /&gt;
Veranlassung haben, den Menschen als freies Wesen zu statuieren, denn&lt;br /&gt;
in der Natur des Menschen ist alles kausal bedingt. Studieren Sie mit&lt;br /&gt;
materialistischer Gesinnung die Natur des Menschen: Sie kommen nicht&lt;br /&gt;
zur Freiheitsidee, Sie kommen zur kausalen Bedingung. Sie können&lt;br /&gt;
aber auch den Menschen geistig studieren. Sie kommen zur Determination&lt;br /&gt;
des Willens durch die Gottheit oder die geistigen Wesenheiten, aber&lt;br /&gt;
Sie kommen nicht zur Freiheit des Willens. Sie können ein grobklotziger&lt;br /&gt;
Materialist sein und die Freiheit leugnen und die Naturkausalität&lt;br /&gt;
des Willens studieren, Sie können ein feinsinniger Kopf sein wie Leibniz&lt;br /&gt;
und auf das Geistige sehen: Sie kommen zum Determinismus. Natürlich,&lt;br /&gt;
solange Sie die Waagschale mit dem Waagbalken hier studieren,&lt;br /&gt;
kommen Sie nur zur Bewegung; solange Sie die Waagschale mit&lt;br /&gt;
dem Waagbalken hier studieren, kommen Sie auch nur zur Bewegung.&lt;br /&gt;
So ist es, wenn Sie den Menschen studieren nach der Natur, so ist es,&lt;br /&gt;
wenn Sie den Menschen studieren nach dem Geist. Sie kommen nicht&lt;br /&gt;
zur Freiheit. Sie liegt mitten drinnen im Gleichgewichtspunkt zwischen&lt;br /&gt;
beiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Theorie. Aber die Praxis ist so, daß Sie zu entscheiden&lt;br /&gt;
haben bei einem Menschen, der vor Ihnen steht in einer schwierigen&lt;br /&gt;
Lebenslage, ob Sie ihn verantwortlich machen können für seine Tat.&lt;br /&gt;
Da wird die Frage praktisch, ob er seinen freien Willen handhaben kann&lt;br /&gt;
oder nicht. Woran können Sie das entscheiden? Dadurch, daß Sie zu&lt;br /&gt;
beurteilen vermögen, ob seine geistige und physische Konstitution sich&lt;br /&gt;
das Gleichgewicht halten. In beide Fälle kann sowohl der Arzt wie der&lt;br /&gt;
Priester kommen. Daher muß zur Schulung des Arztes wie des Priesters&lt;br /&gt;
gehören ein Durchschauen jenes Zustandes, in dem der Mensch&lt;br /&gt;
entweder im Gleichgewicht zwischen Geist und Natur ist, oder in dem&lt;br /&gt;
dieses Gleichgewicht verschoben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemals kann über das Verantwortungsgefühl einer menschlichen&lt;br /&gt;
Persönlichkeit anders entschieden werden als nach einer tiefen Erkenntnis&lt;br /&gt;
der menschlichen Wesenheit. Die Freiheitsfrage in Verbindung&lt;br /&gt;
mit der Verantwortungsfrage ist eben eine denkbar tiefste.|318|45ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit und Liebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Freiheit und [[Liebe]] untrennbar miteinander verbunden sind, hat Rudolf Steiner schon in seinen [[Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften]] ([[GA 1]], 1884–1897) ganz entschieden betont:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir wissen daß die Ideenwelt die unendliche Vollkommenheit selbst&lt;br /&gt;
ist; wir wissen, daß mit ihr die Antriebe unseres Handelns&lt;br /&gt;
in uns liegen; und wir müssen demzufolge nur ein solches&lt;br /&gt;
Handeln als ethisch gelten lassen, bei dem die Tat nur aus&lt;br /&gt;
der in uns liegenden Idee derselben fließt. Der Mensch vollbringt&lt;br /&gt;
von diesem Gesichtspunkte aus nur deshalb eine&lt;br /&gt;
Handlung, weil deren Wirklichkeit für ihn Bedürfnis ist.&lt;br /&gt;
Er handelt, weil ein innerer (eigener) Drang, nicht eine&lt;br /&gt;
äußere Macht, ihn treibt. Das Objekt seines Handelns, sobald&lt;br /&gt;
er sich einen Begriff davon macht, erfüllt ihn so, daß&lt;br /&gt;
er es zu verwirklichen strebt. In dem Bedürfnis nach Verwirklichung&lt;br /&gt;
einer Idee, in dem Drange nach der Ausgestaltung&lt;br /&gt;
einer Absicht soll auch der einzige Antrieb unseres&lt;br /&gt;
Handelns sein. In der Idee soll sich alles ausleben, was uns&lt;br /&gt;
zum Tun drängt. Wir handeln dann nicht aus Pflicht, wir&lt;br /&gt;
handeln nicht einem Triebe folgend, wir handeln aus &#039;&#039;Liebe zu dem Objekt&#039;&#039;, auf das unsere Handlung sich erstrecken&lt;br /&gt;
soll. Das Objekt, indem wir es vorstellen, ruft in uns den&lt;br /&gt;
Drang nach einer ihm angemessenen Handlung hervor. Ein&lt;br /&gt;
solches Handeln ist allein ein freies. Denn müßte zu dem&lt;br /&gt;
Interesse, das wir an dem Objekt nehmen, noch ein zweiter&lt;br /&gt;
anderweitiger Anlaß kommen, dann wollten wir nicht dieses&lt;br /&gt;
Objekt um seiner selbst willen, wir wollten ein &#039;&#039;anderes&#039;&#039;&lt;br /&gt;
und vollbrächten &#039;&#039;dieses&#039;&#039;, was wir &#039;&#039;nicht&#039;&#039; wollen; wir vollführten&lt;br /&gt;
eine Handlung &#039;&#039;gegen&#039;&#039; unseren Willen. Das wäre&lt;br /&gt;
etwa beim Handeln aus &#039;&#039;[[Egoismus]]&#039;&#039; der Fall. Da nehmen wir&lt;br /&gt;
an der Handlung selbst kein Interesse; sie ist uns nicht Bedürfnis,&lt;br /&gt;
wohl aber der Nutzen, den sie uns bringt. Dann&lt;br /&gt;
aber empfinden wir es auch zugleich als Zwang, daß wir&lt;br /&gt;
jene Handlung, nur dieses Zweckes willen, vollbringen&lt;br /&gt;
müssen. Sie selbst ist uns nicht Bedürfnis; denn wir unterließen&lt;br /&gt;
sie, wenn sie den Nutzen nicht im Gefolge hätte.&lt;br /&gt;
Eine Handlung aber, die wir nicht um ihrer selbst willen&lt;br /&gt;
vollbringen, ist eine unfreie. &#039;&#039;Der Egoismus handelt unfrei.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Unfrei handelt überhaupt jeder Mensch, der eine Handlung&lt;br /&gt;
aus einem Anlaß vollbringt, der nicht aus dem objektiven&lt;br /&gt;
Inhalt der Handlung selbst folgt. Eine Handlung um ihrer&lt;br /&gt;
selbst willen ausführen, heißt aus &#039;&#039;Liebe&#039;&#039; handeln. &#039;&#039;Nur derjenige, den die Liebe zum Tun, die Hingabe an die Objektivität leitet, handelt wahrhaft frei.&#039;&#039; Wer dieser selbstlosen&lt;br /&gt;
Hingabe nicht fähig ist, wird seine Tätigkeit nie als eine&lt;br /&gt;
&#039;&#039;freie&#039;&#039; ansehen können.|1|202f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange wir uns mit unserem [[Denken]] an die Außenwelt hingegeben, müssen wir deren Gesetzmäßigkeiten folgen und sind daher, insofern wir uns dadurch in unseren Handlungen leiten lassen, unfrei. Frei werden wir, wenn wir, völlig losgelöst von der Außenwelt, Gedanken im rein inneren geistigen Erleben fassen und mit unserem Willen durchstrahlen. Das reine, d.&amp;amp;nbsp;h. sinnlichkeitsfreie Denken ist zugleich als reiner [[schöpferisch]]er Wille tätig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn wir Gedanken von der äußeren&lt;br /&gt;
physisch-sinnlichen Welt aufnehmen - und wir können ja nur solche&lt;br /&gt;
aufnehmen zwischen Geburt und Tod -, dann werden wir dadurch,&lt;br /&gt;
wie Sie leicht einsehen können, unfrei, denn wir werden hingegeben an&lt;br /&gt;
die Zusammenhänge der äußeren Welt; wir müssen dann so denken, wie&lt;br /&gt;
es uns die äußere Welt vorschreibt, insofern wir nur den Gedankeninhalt&lt;br /&gt;
ins Auge fassen; erst in der inneren Verarbeitung werden wir frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gibt es eine Möglichkeit, ganz frei zu werden, frei zu werden&lt;br /&gt;
in seinem inneren Leben, wenn man den Gedankeninhalt, insofern er&lt;br /&gt;
von außen kommt, möglichst ausschließt, immer mehr und mehr ausschließt, und das Willenselement, das im Urteilen, im Schlüsseziehen&lt;br /&gt;
unsere Gedanken durchstrahlt, in besondere Regsamkeit versetzt. Dadurch&lt;br /&gt;
aber wird unser Denken in denjenigen Zustand versetzt, den&lt;br /&gt;
ich in meiner «Philosophie der Freiheit» genannt habe das reine Denken.&lt;br /&gt;
Wir denken, aber im Denken lebt nur Wille. Ich habe das besonders&lt;br /&gt;
scharf betont in der Neuauflage der «Philosophie der Freiheit» 1918. Dasjenige, was da in uns lebt, lebt in der Sphäre des Denkens.&lt;br /&gt;
Aber wenn es reines Denken geworden ist, ist es eigentlich ebensogut&lt;br /&gt;
als reiner Wille anzusprechen. So daß wir aufsteigen dazu, uns&lt;br /&gt;
vom Denken zum Willen zu erheben, wenn wir innerlich frei werden,&lt;br /&gt;
daß wir gewissermaßen unser Denken so reif machen, daß es ganz&lt;br /&gt;
und gar durchstrahlt wird vom Willen, nicht mehr von außen aufnimmt,&lt;br /&gt;
sondern eben im Willen lebt. Gerade dadurch aber, daß wir&lt;br /&gt;
immer mehr und mehr den Willen im Denken stärken, bereiten wir&lt;br /&gt;
uns vor für das, was ich in der «Philosophie der Freiheit» die moralische&lt;br /&gt;
Phantasie genannt habe, was aber aufsteigt zu den moralischen Intuitionen,&lt;br /&gt;
die dann unseren gedankegewordenen Willen oder willegewordenen&lt;br /&gt;
Gedanken durchstrahlen, durchsetzen. Auf diese Weise&lt;br /&gt;
heben wir uns heraus aus der physisch-sinnlichen Notwendigkeit,&lt;br /&gt;
durchstrahlen uns mit dem, was uns eigen ist und bereiten uns vor für&lt;br /&gt;
die moralische Intuition. Und auf solchen moralischen Intuitionen beruht&lt;br /&gt;
doch alles das, was den Menschen von der geistigen Welt aus&lt;br /&gt;
zunächst erfüllen kann. Es lebt also auf dasjenige, was Freiheit ist,&lt;br /&gt;
dann, wenn wir gerade in unserem Denken immer mächtiger und&lt;br /&gt;
mächtiger werden lassen den Willen.|202|201f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird aber zugleich der Wille mit den in voller Freiheit bewusst aus dem [[Geist]] geschöpften Gedanken durchstrahlt. Was so aus dem Geist geschöpft wird, fließt in voller Hingabe durch unsere Handlungen in die Außenwelt, denn es liegt notwendig im Wesen des Geistes, sich zu verschenken – das ist aber nichts anderes als reine [[Liebe]]. Geist &#039;&#039;ist&#039;&#039; Liebe in ihrer vollkommensten Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie sehen, wir werden immer innerlicher und innerlicher, indem wir&lt;br /&gt;
unsere Eigenkraft als Wille in das Denken hineinschicken, das Denken&lt;br /&gt;
gewissermaßen ganz vom Willen durchstrahlen lassen. Wir bringen&lt;br /&gt;
den Willen in das Denken hinein und gelangen dadurch zur Freiheit.&lt;br /&gt;
Wir gelangen dazu, indem wir immer mehr und mehr unser Handeln&lt;br /&gt;
ausbilden, in dieses Handeln die Gedanken hineinzutragen. Wir durchstrahlen&lt;br /&gt;
unser Handeln, das ja aus unserem Willen hervorgeht, mit unseren&lt;br /&gt;
Gedanken. Auf der einen Seite, nach innen, leben wir ein Gedankenleben:&lt;br /&gt;
das durchstrahlen wir mit dem Willen und finden so die&lt;br /&gt;
Freiheit. Auf der anderen Seite, nach außen, fließen unsere Handlungen&lt;br /&gt;
von uns aus dem Willen heraus; wir durchsetzen sie mit unseren Gedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA202_204.gif|center|400px|Freiheit und Liebe, Tafel 19 (GA 202, S. 204)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wodurch werden denn unsere Handlungen immer ausgebildeter?&lt;br /&gt;
Wodurch, wenn wir den allerdings anzufechtenden Ausdruck&lt;br /&gt;
gebrauchen wollen, kommen wir denn zu einem immer vollkommeneren&lt;br /&gt;
Handeln? - Wir kommen zu einem immer vollkommeneren Handeln&lt;br /&gt;
eigentlich dadurch, daß wir diejenige Kraft in uns ausbilden,&lt;br /&gt;
die man nicht anders nennen kann als Hingabe an die Außenwelt. Je&lt;br /&gt;
mehr unsere Hingabe an die Außenwelt wächst, desto mehr regt uns&lt;br /&gt;
diese Außenwelt an zum Handeln. Dadurch aber gerade, daß wir den&lt;br /&gt;
Weg finden, um hingegeben zu sein an die Außenwelt, gelangen wir&lt;br /&gt;
dazu, dasjenige, was in unserem Handeln liegt, mit Gedanken zu durchdringen.&lt;br /&gt;
Was ist Hingabe an die Außenwelt? Hingabe an die Außenwelt,&lt;br /&gt;
die uns durchdringt, die unser Handeln mit den Gedanken durchdringt,&lt;br /&gt;
ist nichts anderes als Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geradeso wie wir zur Freiheit kommen durch die Durchstrahlung&lt;br /&gt;
des Gedankenlebens mit dem Willen, so kommen wir zur Liebe durch&lt;br /&gt;
die Durchsetzung des Willenslebens mit Gedanken. Wir entwickeln&lt;br /&gt;
in unserem Handeln Liebe dadurch, daß wir die Gedanken hineinstrahlen&lt;br /&gt;
lassen in das Willensgemäße; wir entwickeln in unserem Denken&lt;br /&gt;
Freiheit dadurch, daß wir das Willensgemäße hineinstrahlen lassen&lt;br /&gt;
in die Gedanken. Und da wir als Mensch eine Ganzheit, eine Totalität&lt;br /&gt;
sind, so wird, wenn wir dazu kommen, in dem Gedankenleben die&lt;br /&gt;
Freiheit und in dem Willensleben die Liebe zu finden, in unserem&lt;br /&gt;
Handeln die Freiheit, in unserem Denken die Liebe mitwirken. Sie&lt;br /&gt;
durchstrahlen einander, und wir vollziehen ein Handeln, ein gedankenvolles&lt;br /&gt;
Handeln in Liebe, ein willensdurchsetztes Denken, aus dem&lt;br /&gt;
wiederum das Handlungsgemäße in Freiheit entspringt.|202|203ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Schiller]] sagt zu dem Thema: „Lieben heißt in Freiheit setzen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Im Spannungsfeld zwischen Geist und Materie und im Bewußtsein der Grenzen seiner Existenz ist der Mensch verkörperte Freiheitsfähigkeit. Der Lebensstrom aus der Vergangenheit verwandelt sich in ihm in das &#039;&#039;Licht&#039;&#039; der Erkenntnis, der Gestaltungsstrom aus der Zukunft in die &#039;&#039;Liebe&#039;&#039; der hingebungsvollen Tat. – Eine in diesem Sinne aufgefasste Liebe kann nur aus Freiheit erwachsen.“ (Lit.: Christoph J. Hueck, S. 211)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahre Liebe ist nur aus Freiheit möglich. Der Auftrag Christi: Liebet einander, ist ein Gebot, aber ein Gebot an den „Freien Menschen“, zu dem sich die allgemeine Menschheit erst noch hinentwickeln muss. Dieses Wechselverhältnis von Freiheit und Liebe wurde thematisiert, im Rahmen der Diskussion über die [[Prädestination]]slehre etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Schiller sagte, gilt wohl auch umgekehrt: Frei sein ist lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheit und Liebe als Weg zu Michael und Christus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Indem sich der Mensch als freies Wesen in Michaels&lt;br /&gt;
Nähe fühlt, ist er auf dem Wege, die Kraft der Intellektualität&lt;br /&gt;
in seinen «ganzen Menschen» zu tragen; er denkt&lt;br /&gt;
zwar mit dem Kopfe, aber das Herz fühlt des Denkens Hell&lt;br /&gt;
oder Dunkel; der Wille strahlt des Menschen Wesen aus,&lt;br /&gt;
indem er die Gedanken als Absichten in sich strömen hat.&lt;br /&gt;
Der Mensch wird immer mehr Mensch, indem er Ausdruck&lt;br /&gt;
der Welt wird; er findet sich, indem er sich nicht &#039;&#039;sucht&#039;&#039;, sondern&lt;br /&gt;
in Liebe sich wollend der Welt verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem der Mensch seine Freiheit entfaltend in Ahrimans&lt;br /&gt;
Verlockungen fällt, wird er in die Intellektualität hineingezogen,&lt;br /&gt;
wie in einen geistigen Automatismus, in dem er ein&lt;br /&gt;
Glied ist, nicht mehr &#039;&#039;er&#039;&#039; selbst. All sein Denken wird Erlebnis&lt;br /&gt;
des Kopfes; allein dieser sondert es vom Eigenherzerleben&lt;br /&gt;
und eignem Willensleben ab und löscht das Eigensein&lt;br /&gt;
aus. Der Mensch verliert immer mehr von seinem innerlich&lt;br /&gt;
wesenhaft-menschlichen Ausdruck, indem er Ausdruck&lt;br /&gt;
seines Eigenseins wird; er verliert sich, indem er&lt;br /&gt;
sich &#039;&#039;sucht&#039;&#039;; er entzieht sich der Welt, der er die Liebe verweigert; aber der Mensch erlebt &#039;&#039;sich&#039;&#039; nur wahrhaft, wenn er&lt;br /&gt;
die Welt liebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aus dem Geschilderten wohl anschaulich, wie Michael&lt;br /&gt;
der Führer zu Christus ist. Michael geht mit allem&lt;br /&gt;
Ernste seines Wesens, seiner Haltung, seines Handelns in&lt;br /&gt;
Liebe durch die Welt. Wer sich an ihn hält, der pfleget &#039;&#039;im Verhältnis zur Außenwelt der Liebe&#039;&#039;. Und Liebe muß im Verhältnis&lt;br /&gt;
zur Außenwelt sich zunächst entfalten, sonst wird&lt;br /&gt;
sie Selbstliebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist dann diese Liebe in der Michael-Gesinnung da, dann&lt;br /&gt;
wird &#039;&#039;Liebe zum andern&#039;&#039; auch zurückstrahlen können ins eigene&lt;br /&gt;
Selbst. Dieses wird lieben können, ohne sich selbst zu&lt;br /&gt;
lieben. Und auf den Wegen solcher Liebe ist Christus durch&lt;br /&gt;
die Menschenseele zu finden.|26|117f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Freiheit und Wählen ==&lt;br /&gt;
Unter bestimmten Gesichtspunkten ist auch die Freiheit der [[Wahl]] zu erörtern. Ist dies nur ein besonderer Aspekt von Freiheit, oder wäre Freiheit wesentlich Wahlfreiheit?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch sich vor die Alternative gestellt sieht: „Friss Vogel, oder stirb“, wie es ein Sprichwort sagt: Wo ist da die Freiheit?&lt;br /&gt;
Denen, die sich nicht dem Willen Gottes einfügen, wird Vernichtung angedroht, und sogar ewiges Höllenfeuer. Wo ist da Freiheit?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch, der sich nicht dem Willen Gottes fügt, wird in Zukunft vernichtet (resp. gebraten auf ewig im Höllenfeuer) werden, so die kolportierte Aussage, an deren Wahrheit wohl Zweifel erlaubt sein mögen, denn die Aussage widerspricht sowohl der Freiheit, als auch der Liebe – aus Gottes Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{LZ|So heißt es im ‚Katechismus der Katholischen Kirche’, dass für bestimmte Vergehen die Todsünde   gelte, während für andere Sünden die Entsühnung durch die Beichte möglich sei.&lt;br /&gt;
Nehmen wir also einmal an, es sei so, dass eine Todsünde existiere, das jemand daran schuldig geworden sei und sein Weg nun unweigerlich in die ewige Hölle und Verdammnis führe müsse.&lt;br /&gt;
Nehmen wir an dies sei ein Mörder, der nun im Gefängnis sitzt.&lt;br /&gt;
Die Göttliche Gnade ist für ihn verwirkt, sie ist ihm mithin nicht mehr erreichbar.&lt;br /&gt;
Mit welcher Perspektive soll dieser Mensch aber seiner Entlassung entgegenschreiten. Soll er sich sagen es nutzt ohnehin nichts, also will ich mich auch nicht bessern und weitermorden, sobald mir wieder Gelegenheit dazu gegeben wird.&lt;br /&gt;
Dieser Ansatz ist auch aus der Gefängnisseelsorge heraus völlig verfehlt: Todsünden kann und darf es nicht geben, so lange der Mensch noch lern- und besserungsfähig ist.&lt;br /&gt;
Die Erklärung einer Tat als Todsünde stellt eine deterministische Prognose dar.&lt;br /&gt;
Eine deterministische Prognose ist nichts weiter, als ein Glauben an die zukünftige&lt;br /&gt;
Wirklichkeitsangemessenheit der jeweils vorangestellten Hypothese.&lt;br /&gt;
Durch die streng deterministische Prognose wird aber jeder Freiheit für alle Zukunft der Boden entzogen, es wird ein Konstanzprinzip menschlichen Handelns aufgestellt, welches aber im Ergebnis bedeutete nicht mehr (neu) lernen zu können.&lt;br /&gt;
Künftige Lernfähigkeit lässt sich aber für keinen Menschen ausschließen.&lt;br /&gt;
„Damit ist auf dem Wege eines argumentum a contrario bewiesen, dass das Konstanzprinzip im Rahmen menschlichen Handelns nicht gelten kann: Würde es gelten, so bedeutete dies, das man nicht lernen kann – dass man lernen könne, dass man nicht lernen kann, kann man aber nicht behaupten, ohne sich selbst schon widersprochen zu haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;H.-H. Hoppe: &#039;&#039;Kritik der kausalwissenschaftlichen Sozialforschung&#039;&#039;, Opladen 1983, S. 10ff&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Wurde nicht auch Faust durch unglückliche Umstände zum Schuldigen und wird ihm&lt;br /&gt;
am Sterbebett, da Faust bereut, nicht dennoch alle Schuld erlassen?&lt;br /&gt;
Man sieht ganz klar auch Goethes Attacke auf allzu simplizistische kirchliche Moralvorstellungen: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erretten“  .&lt;br /&gt;
Unterstrichen wird so bei Goethe das alles überragende Freiheitsmoment des Menschen selbst noch im letzten Augenblick vor dem Tod. Analoge Stellen gibt es auch im Neuen Testament: Lukas 23,43 und Johannes 8,11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird klar: ohne eine völlige Handlungsfreiheit zu Gut und Böse (siehe auch die Paradiesmythe) bestünde keine echte (Wahl-)Freiheit zwischen Gut und Böse.&lt;br /&gt;
Dies, also ist das Gute des Bösen, dass es menschliche Wahlfreiheit durch sein&lt;br /&gt;
(Negativ-)Angebot erst ermöglicht.|Michael Heinen-Anders: &#039;&#039;Dem Teufel auf der Spur&#039;&#039;. S. 12–13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Kometen als kosmische Repräsentanten Freiheit ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Kometen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kometen]] repräsentieren laut [[Rudolf Steiner]] in gewissem Sinn das [[Freiheit|Freiheitsprinzip]] im [[Kosmos]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn die Menschen wiederum verstehen werden, wie wohltätig der Kometeneinfluß ist, dann werden sie sich wahrscheinlich daran erinnern, gern im Herbste irgendeine Festlichkeit zu begehen, um eine Art Freiheitsfest zu haben. Das gehört in den Herbst hinein: eine Art Michaelsfest, Freiheitsfest. Das lassen die Menschen heute vorübergehen, weil sie überhaupt kein Verständnis dafür haben; sie haben kein Verständnis für die Freiheit in der Natur draußen, daher auch nicht für Freiheit im Menschen. Sehen Sie, die ehrsame Dame Mond und der majestätische Herr Sonne, die sitzen auf ihren Thronen, die wollen alles gemessen haben, weil sie für die Freiheit im Universum, im Weltenall, keinen rechten Sinn haben. Es muß natürlich auch sein. Aber die Kometen, das sind die Freiheitshelden im Universum; die haben daher in sich auch denjenigen Stoff, der beim Menschen auch mit der Tätigkeit, mit der freien Tätigkeit, mit der Willkür, mit der Willenstätigkeit zusammenhängt. Und so können wir sagen: Schauen wir zur Sonne hinauf, dann haben wir in ihr dasjenige, was in unserem Inneren immer gleichmäßige rhythmische Spiele treibt, das Herz und die Atmung. Schauen wir zu einem Kometen, so sollten wir eigentlich jedesmal, wenn ein Komet erscheint, ein Freiheitsgedicht machen, weil das zusammenhängt mit unserer Freiheit ! - Wir können sagen: Der Mensch ist frei, weil im Weltenall für diese Schwärmer im Weltenall, die Kometen, eben auch Freiheit herrscht. - Und so wie die Sonne hauptsächlich dem Säurecharakter ihre Natur verdankt, so der Komet dem Zyancharakter.|351|96f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verschiedene begriffliche Unterscheidungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wahlfreiheit und Gestaltungsfreiheit ===&lt;br /&gt;
Von der Wahlfreiheit kann man die Gestaltungsfreiheit unterscheiden. Die Gestaltungsfreiheit geht über das Wählen ([[w:Urteil des Paris|Wahl des Paris]]) zwischen Alternativen hinaus, insofern es keine bestimmten, vorgegebenen Alternativen gibt, sondern diese erst aus dem Wollen hervorgehen. Wenn der Künstler den Meißel an den Gipsblock ansetzt, ist zwar jeder Hieb gewählt, aber aus einer Unendlichkeit von Alternativen, die lediglich durch die Idee des zu Schaffenden bestimmt sind, und den Eigentümlichkeiten des Materials. Der Normalmensch unterscheidet sich vom Künstler da nur durch die geringere Vollkommenheit in der Klarheit der auszuführenden Idee und der Materialkenntnis, der Beherrschung der Werkzeuge usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbstgestaltung ===&lt;br /&gt;
Im Unterschied zur Wahlfreiheit gibt es die Freiheit, man selbst zu sein (Autonomie). Diese ist schon den Tieren eigen. Ein Tier ist frei, wenn es sich in seinem Wesen, wie es ist, frei ausleben kann, in einer entsprechenden Umgebung. Man sieht dies heute in der reichen Vielfalt von möglichen Gestalten in der Flora und Fauna.&lt;br /&gt;
(Dies findet z.&amp;amp;nbsp;B. bei der artgerechten Tierhaltung Berücksichtigung.) Beim Menschen kommt die Freiheit hinzu, selbst sein Wesen zu bestimmen, er hat die Freiheit, sich zu gestalten. Es ist dies analog zum künstlerischen Schaffen zu denken.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Herbert Witzenmann]]: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit als Grundlage künstlerischen Schaffens&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Weltgegensätze wie die zwischen Begriff und Wahrnehmung, Geist und Materie, sowie auch Gut und Böse (insofern der Mensch ein sittliches Wesen ist), sind insofern nur die Voraussetzungen für diese Freiheit des Menschen, sich selbst in seiner Gestalt zu bestimmen, welche sich auf individuelle Weise in einem fortlaufenden Prozess harmonisch in das Ganze integriert und dieses dadurch bereichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abbauprozesse und freies Handeln ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] hat wiederholt gezeigt, dass wir uns der an das [[Sinnlich]]e gebundenen [[Gedanke]]n nur dadurch [[Bewusstsein|bewusst]] werden, dass sich das [[Denken]] am [[Nervensystem]] spiegelt. Die sinnlichen Gedanken sind daher reine Spiegelbilder ohne eigenständige [[Wirklichkeit]] und folglich auch ohne [[Kausalität|kausale]] Wirkmächtigkeit. Dadurch, weil sie als bloße Spiegelbilder nicht der [[Naturnotwendigkeit]] unterliegen, bilden sie die Voraussetzung der [[Freiheit]]. Dazu kommen von der anderen Seite die aus der [[Moralische Phantasie|moralischen Phantasie]] im sinnlichkeitsfreien [[Reines Denken|reinen Denken]] gefassten Tatgedanken. Sie haben keinen [[Vorstellung]]scharakter, sondern sind [[wille]]nshafter Natur. Sie spiegeln sich nicht am Nervensystem, bewirken daher auch keine Abbauprozesse und verblassen nicht zu Spiegelbildern, sondern wirken vielmehr als reale [[leben]]dige [[Aufbaukräfte]]. Indem diese auf die Abbauprozesse einwirken, entsteht die freie Handlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bedenken Sie, daß ich schon in öffentlichen Vorträgen und auch&lt;br /&gt;
hier wiederum in den verschiedensten Zusammenhängen mit einer gewissen&lt;br /&gt;
Intensität immer wieder und wieder hervorgehoben habe, daß&lt;br /&gt;
wir das, was wir Vorstellungen nennen, nur dann richtig begreifen&lt;br /&gt;
können, wenn wir sie so in Beziehung bringen zu unserm leiblichen&lt;br /&gt;
Organismus, daß wir den Vorstellungen im Leibe nicht etwas Wachsendes,&lt;br /&gt;
Gedeihendes zugrunde liegend sehen, sondern gerade&lt;br /&gt;
umgekehrt, etwas Absterbendes, etwas partiell im Leibe Absterbendes. Ich habe das&lt;br /&gt;
so ausgesprochen in einem öffentlichen Vortrage, daß ich gesagt habe:&lt;br /&gt;
Der Mensch stirbt eigentlich immer in sein Nervensystem hinein ab. -&lt;br /&gt;
Der Nervenprozeß ist ein solcher, daß er sich auf das Nervensystem&lt;br /&gt;
beschränken muß. Denn würde er sich ausdehnen über den ganzen Organismus,&lt;br /&gt;
würde dasselbe vorgehen im ganzen Organismus, was in den&lt;br /&gt;
Nerven vorgeht, so würde dies den Tod des Menschen in jedem Augenblick bedeuten. Man kann sagen: Vorstellungen entstehen da, wo der&lt;br /&gt;
Organismus sich selber abbaut, wir sterben in unser Nervensystem fortwährend&lt;br /&gt;
hinein. - Dadurch ist Geisteswissenschaft in die Notwendigkeit&lt;br /&gt;
versetzt, nicht nur diejenigen Prozesse zu verfolgen, welche die&lt;br /&gt;
heutige Naturwissenschaft als die einzig maßgebenden betrachtet: die&lt;br /&gt;
aufsteigenden Prozesse. Diese aufsteigenden Prozesse, sie sind Wachstumsprozesse,&lt;br /&gt;
sie gipfeln noch im Unbewußten. Erst wenn der Organismus&lt;br /&gt;
mit den absteigenden Prozessen beginnt, tritt im Organismus&lt;br /&gt;
jene Tätigkeit der Seele auf, die man als Vorstellungs-, ja auch als sinnliche&lt;br /&gt;
Wahrnehmungstätigkeit bezeichnen kann. Dieser Abbauprozeß,&lt;br /&gt;
dieser Ersterbeprozeß, der muß da sein, wenn überhaupt vorgestellt&lt;br /&gt;
werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun habe ich gezeigt, daß das freie Handeln des Menschen geradezu&lt;br /&gt;
darauf beruht, daß der Mensch in die Lage kommt, aus reinen Gedanken&lt;br /&gt;
heraus die Impulse für sein Handeln zu suchen. Diese reinen Gedanken&lt;br /&gt;
werden am meisten von Einfluß sein auf die Abbauprozesse im&lt;br /&gt;
menschlichen Organismus. Was geschieht denn eigentlich, wenn der&lt;br /&gt;
Mensch so recht eine freie Handlung vollzieht? Machen wir uns das&lt;br /&gt;
einmal klar, was da beim gewöhnlichen physischen Menschen geschieht,&lt;br /&gt;
wenn der Mensch aus moralischer Phantasie heraus - Sie wissen jetzt,&lt;br /&gt;
was ich damit meine —, aus moralischer Phantasie heraus, das heißt aus&lt;br /&gt;
einem Denken, das von sinnlichen Impulsen, sinnlichen Trieben und&lt;br /&gt;
Affekten nicht beherrscht ist, handelt, was geschieht da mit dem Menschen&lt;br /&gt;
eigentlich? Dann geschieht das, daß er sich reinen Gedanken hingibt;&lt;br /&gt;
die bilden seine Impulse. Sie können ihn nicht impulsieren durch&lt;br /&gt;
sich selbst; er muß sich impulsieren, denn sie sind bloße Spiegelbilder,&lt;br /&gt;
das haben wir ja betont. Sie gehören der Maja an. Spiegelbilder können&lt;br /&gt;
nicht zwingen, der Mensch muß sich selber zwingen unter dem Einfluß&lt;br /&gt;
der reinen Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worauf wirken reine Vorstellungen? Am stärksten wirken sie auf&lt;br /&gt;
den Abbauprozeß im menschlichen Organismus. Auf der einen Seite&lt;br /&gt;
kommt aus dem Organismus heraus der Abbauprozeß, und auf der&lt;br /&gt;
ändern Seite kommt aus dem geistigen Leben diesem Abbauprozeß entgegen&lt;br /&gt;
der reine Tatgedanke. Ich meine damit den Gedanken, welcher&lt;br /&gt;
der Tat zugrunde liegt. Durch die Vereinigung von beiden, durch das&lt;br /&gt;
Aufeinanderwirken des Abbauprozesses und des Tatgedankens entsteht&lt;br /&gt;
die freie Handlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sagte, der Abbauprozeß wird nicht durch das reine Denken bewirkt;&lt;br /&gt;
der ist sowieso da, er ist also eigentlich immer da. Wenn der&lt;br /&gt;
Mensch diesem Abbauprozeß, gerade den bedeutsamsten Abbauprozessen&lt;br /&gt;
in ihm, nichts aus dem reinen Denken heraus entgegenstellt, dann&lt;br /&gt;
bleibt er Abbauprozeß, dann wird der Abbauprozeß nicht umgewandelt&lt;br /&gt;
in einen Aufbauprozeß, dann bleibt ein ersterbender Teil im Menschen.&lt;br /&gt;
Denken Sie das einmal durch, dann ersehen Sie daraus, daß die Möglichkeit&lt;br /&gt;
besteht, daß der Mensch gerade durch Unterlassung von freien&lt;br /&gt;
Handlungen einen Todesprozeß in sich nicht aufhebt. Darin liegt einer&lt;br /&gt;
der subtilsten Gedanken, die der Mensch nötig hat, in sich aufzunehmen.&lt;br /&gt;
Wer diesen Gedanken versteht, kann im Leben nicht mehr&lt;br /&gt;
zweifeln an dem Vorhandensein der menschlichen Freiheit. Denn eine&lt;br /&gt;
Handlung, die aus Freiheit geschieht, geschieht nicht durch etwas, was&lt;br /&gt;
im Organismus verursacht wird, sondern wo die Ursachen aufhören,&lt;br /&gt;
nämlich aus einem Abbauprozeß heraus. Dem Organismus muß etwas&lt;br /&gt;
zugrunde liegen, wo die Ursachen aufhören, dann kann überhaupt erst&lt;br /&gt;
die reine Vorstellung als Motiv des Handelns eingreifen. Aber solche&lt;br /&gt;
Abbauprozesse sind immer da, sie bleiben nur gewissermaßen ungenützt,&lt;br /&gt;
wenn der Mensch nicht freie Handlungen vollführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hier zugrunde liegt, bezeugt aber auch, wie es mit einem Zeitalter&lt;br /&gt;
aussehen muß, welches sich nicht darauf einlassen will, die Idee&lt;br /&gt;
der Freiheit im vollsten Umfange zu verstehen. Die zweite Hälfte des&lt;br /&gt;
19. Jahrhunderts, das 20. Jahrhundert bis in unsere Zeit, diese Epoche&lt;br /&gt;
hat es sich geradezu zur Aufgabe gesetzt, auf allen Gebieten des Lebens&lt;br /&gt;
die Idee der Freiheit immer mehr und mehr für die Erkenntnis zu&lt;br /&gt;
trüben, für das praktische Leben in Wirklichkeit auszuschalten. Freiheit&lt;br /&gt;
wollte man nicht verstehen, Freiheit wollte man nicht haben. Die Philosophen&lt;br /&gt;
haben sich bemüht, zu beweisen, daß alles mit einer gewissen&lt;br /&gt;
Notwendigkeit aus der menschlichen Natur hervorgeht. Gewiß, der&lt;br /&gt;
menschlichen Natur liegt eine Notwendigkeit zugrunde, aber diese&lt;br /&gt;
Notwendigkeit hört auf, indem Abbauprozesse beginnen, in welchen&lt;br /&gt;
der Zusammenhang der Ursachen sein Ende findet. Wenn Freiheit da&lt;br /&gt;
eingegriffen hat, wo die Notwendigkeit im Organismus aufhört, dann&lt;br /&gt;
kann man nicht sagen, daß die Handlungen der Menschen aus der&lt;br /&gt;
inneren Notwendigkeit hervorgehen; sie gehen dann erst aus ihm hervor,&lt;br /&gt;
wenn diese Notwendigkeit aufhört. Der ganze Fehler bestand&lt;br /&gt;
darinnen, daß man sich nicht eingelassen hat darauf, im menschlichen&lt;br /&gt;
Organismus nicht nur zu verstehen die aufbauenden Prozesse, sondern&lt;br /&gt;
auch zu verstehen die abbauenden Prozesse.|179|122ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE||Freiheit}}&lt;br /&gt;
* [[Willensfreiheit]] – eine Übersicht über allgemeine philosophische und wissenschaftliche Positionen zu diesem Thema&lt;br /&gt;
* [[Sittliche Autonomie]]&lt;br /&gt;
* [[Autonomie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jan-Christoph Heilinger: &#039;&#039;Naturgeschichte der Freiheit&#039;&#039;, Berlin 2007 [https://www.academia.edu/23317080/Naturgeschichte_der_Freiheit_ed._?email_work_card=title academia.edu]&lt;br /&gt;
* [[Geert Keil]]: &#039;&#039;Willensfreiheit&#039;&#039;, 3. Auflage, De Gruyter, Berlin 2017, ISBN 978-3110533453,  {{ASIN|B015N8BAAW}}&lt;br /&gt;
* [[Geert Keil]]: &#039;&#039;Willensfreiheit und Determinismus&#039;&#039;, zweite, überarb. Auflage, Reclam, Stuttgart 2018,  ISBN 978-3150203293&lt;br /&gt;
* Anna Seemüller (Hrsg.), Tanja Gabriele Baudson (Hrsg.), Martin Dresler (Hrsg.): &#039;&#039;Freiheit. Interdisziplinäre Betrachtungen&#039;&#039;, S. Hirzel Verlag 2010, ISBN 978-3-7776-2199-9&lt;br /&gt;
* Christoph J. Hueck: &#039;&#039;Evolution im Doppelstrom der Zeit&#039;&#039;, Vlg. am Goetheanum, Dornach 2012&lt;br /&gt;
* Clemens Horvat: &#039;&#039;Die Paulus-Briefe und Rudolf Steiners Philosophie der Freiheit&#039;&#039;, 2. Auflage, Books on Demand 2019, ISBN 978-3748141877, eBook {{ASIN|B07W4LSC73}}&lt;br /&gt;
* Clemens Horvat: &#039;&#039;Die Wirklichkeit der Freiheit: Zu den erkenntniswissenschaftlichen und christologischen Grundlagen der Anthroposophie&#039;&#039;, 5. Auflage, Books on Demand 2017, ISBN 978-3743137776, eBook {{ASIN|B06XPKVVXP}}&lt;br /&gt;
* Hans Jürgen Scheuerle: &#039;&#039;Hirnfunktion und Willensfreiheit - Die periphere Hemmung - das missing link der Hirntheorie&#039;&#039;. 4. Auflage, ML Verlag 2020, ISBN 978-3964742483&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften&#039;&#039;, [[GA 1]] (1987), ISBN 3-7274-0011-0; &#039;&#039;&#039;Tb 649&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6490-4 {{Schriften|001}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie der Freiheit&#039;&#039;, [[GA 4]] (1978) {{Schriften|4}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung&#039;&#039;, [[GA 7]] (1990), ISBN 3-7274-0070-6; &#039;&#039;&#039;Tb 623&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6230-6 {{Schriften|7}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Rätsel der Philosophie&#039;&#039;, [[GA 18]] (1985) {{Schriften|18}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Drei Schritte der Anthroposophie. Philosophie – Kosmologie – Religion&#039;&#039;, [[GA 25]] (1999), ISBN 3-7274-0252-0 {{Schriften|025}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Leitsätze&#039;&#039;, [[GA 26]] (1998), ISBN 3-7274-0260-1 {{Schriften|026}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887 – 1901&#039;&#039;, [[GA 31]] (1989), ISBN 3-7274-0310-1 {{Vorträge|031}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Goetheanumgedanke inmitten der Kulturkrisis der Gegenwart&#039;&#039;, [[GA 36]] (1961), ISBN 3-7274-0360-8 {{Vorträge|036}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Briefe Band I: 1881 – 1890&#039;&#039;, [[GA 38]] (1985), ISBN 3-7274-0380-2 {{Briefe|038}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Mensch als Geist- und Seelenwesen&#039;&#039;, [[GA 71b]] (2023), ISBN 978-3-7274-0715-4&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Wirklichkeit der höheren Welten&#039;&#039;, [[GA 79]] (1988), ISBN 3-7274-0790-5 {{Vorträge|079}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Grundelemente der Esoterik&#039;&#039;, [[GA 93a]] (1987)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt&#039;&#039;, [[GA 110]] (1991), ISBN 3-7274-1100-7 {{Vorträge|110}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Von Jesus zu Christus&#039;&#039;, [[GA 131]] (1988), ISBN 3-7274-1310-7 {{Vorträge|131}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Hereinragen in das physische Dasein&#039;&#039;, [[GA 150]] (1980), ISBN 3-7274-1500-2 {{Vorträge|150}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten&#039;&#039;, [[GA 168]], Dornach 1995&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geschichtliche Notwendigkeit und Freiheit. Schicksalseinwirkungen aus der Welt der Toten&#039;&#039;, [[GA 179]] (1977)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Brücke zwischen der Weltgeistigkeit und dem Physischen des Menschen&#039;&#039;, [[GA 202]] (1993), ISBN 3-7274-2020-0 {{Vorträge|202}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophie als Kosmosophie – Erster Teil&#039;&#039;, [[GA 207]] (1990), ISBN 3-7274-2070-7 {{Vorträge|207}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Philosophie, Kosmologie und Religion in der Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 215]] (1980), ISBN 3-7274-2152-5 {{Vorträge|215}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge. Erster Band&#039;&#039;, [[GA 235]] (1994), ISBN 3-7274-2350-1 {{Vorträge|235}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Gemeinschaftsbildung&#039;&#039;, [[GA 257]] (1989), ISBN 3-7274-2570-9 {{Geschichte|257}} {{Vorträge1|144}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Zusammenwirken von Ärzten und Seelsorgern&#039;&#039;, [[GA 318]] (1994), ISBN 3-7274-3181-4 {{Vorträge|318}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Gedankenfreiheit und soziale Kräfte&#039;&#039;, [[GA 333]] (1985), ISBN 3-7274-3330-2 {{Vorträge|333}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II&#039;&#039;, [[GA 343a]] (1993), ISBN 3-7274-3430-9 {{Vorträge|343a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, II. Dokumentarische Ergänzungen&#039;&#039; [[GA 343b]] {{Vorträge|343b}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mensch und Welt. Das Wirken des Geistes in der Natur. Über das Wesen der Bienen&#039;&#039;, [[GA 351]] (1999), ISBN 3-7274-3510-0 {{Vorträge|351}}&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]]&#039;&#039;, Heft 49/50 {{BE|49|}}&lt;br /&gt;
* [[Joachim Stiller]]: [https://anthrowiki.at/images/e/ea/Philosophie_freiheit2.pdf?fbclid=IwY2xjawEr5hlleHRuA2FlbQIxMAABHfBQxmMljHcPXOSl7Ky8l4jnZ3jt9nOPt5s1p-waPd6p3xMpwto6o1qWWw_aem_HXOHsExxgO9WlH8gTdVi_A Neue Freiheitsphilosophie] PDF&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=FpfJ9YOhdWA Markus Gabriel über die Freiheit]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Videos&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=t9zGHIFioII Philosophie der Freiheit (Rudolf Steiner)] – eine Verständnishilfe von [https://www.youtube.com/channel/UCajCfOqTKZDzXv0vZfoGmbQ PhiloGramm]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:AnthroWiki:Exzellent]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indeterminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schöpfung]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Arjuna&amp;diff=625287</id>
		<title>Arjuna</title>
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		<updated>2026-02-12T10:11:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Siehe auch */ Ziel in der Vorlage Wikipedia angepasst&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:Boon of Indra to Kunti.jpg|thumb|[[Indra]] segnet Kunti mit einem Sohn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Arjuna&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]], m., अर्जुन, [{{IPA|ʌɽʤunʌ}}] „hell, weiß, silbern, rein“), auch bekannt als Partha und Dhananjaya, ist eine der Hauptfiguren des indischen Epos [[Mahabharata]] und kommt auch in anderen alten Hindu-Texten wie der [[Bhagavata Purana]] vor. In dem Epos ist er der dritte unter den Pandavas, den fünf Söhnen von Pandu. Die Familie gehörte zur königlichen Linie des Kuru-Königreichs. Im Mahabharata-Krieg war Arjuna ein wichtiger Krieger der Pandavas und tötete viele Krieger, darunter auch Karna. Vor dem Beginn des Krieges gab ihm sein Mentor [[Krishna]] das höchste Wissen der [[Bhagavad Gita]], um seine moralischen Bedenken zu überwinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arjuna wurde geboren, als [[Indra]], der Gott des Regens, Kunti, eine Gattin von König &#039;&#039;&#039;Pandu&#039;&#039;&#039;, die mit dessen Nebenfrau Madri in einer [[Wikipedia:Polygamie|polygam]]en [[Wikipedia:Ehe|Ehe]] lebte, mit einem Sohn segnete. Pandu selbst durfte keine Kinder zeugen; er war mit einem [[Wikipedia:Fluch|Fluch]] belegt worden, dass er in dem Augenblick, wo er sexuelle Erregung verspüren würde, sterben müsste. Da Pandu dennoch Kinder haben wollte, suchten sich seine Frauen Götter als &amp;quot;Leihväter&amp;quot;, deren Kinder Pandu als seine eigenen großzog. Pandu starb, als ihn doch einmal die Lust auf seine Gattin Madri überkommen hatte. Diese steigt dann mit ihm auf den Scheiterhaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Kindheit an war Arjuna ein brillanter Schüler und wurde von seinem geliebten Lehrer Drona begünstigt. Arjuna wird als geschickter Bogenschütze dargestellt, der die Hand von Draupadi gewinnt, die aufgrund eines Missverständnisses von Kunti und der Segnungen von Mahadeva die fünf Brüder heiratet. Arjuna und seine vier Brüder lebten in [[Wikipedia:Polyandrie|Polyandrie]] und hatten Draupadi gemeinsam. In einem Würfelspiel verlor Yudishthira die Gattin jedoch an Duryodhana. Später sind die fünf Pandavas gezwungen, zusammen mit Draupadi in die Verbannung zu gehen. Arjuna wird zweimal ins Exil geschickt, zum einen, weil er einen Pakt mit seinen Brüdern gebrochen hat, und zum anderen gemeinsam mit ihnen, als sein ältester Bruder dazu verleitet wurde, den Thron zu verspielen. Von einem Fluch belegt, musste Arjuna 12 Jahre keusch leben, eine Zeit, die er unter falschem Namen in der Tarnung eines [[Wikipedia:eunuch|eunuch]]ischen Kammerdieners an einem fremden Königshof zubringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige bemerkenswerte Vorfälle während des ersten Exils waren Arjunas Ehen mit den Prinzessinnen Ulupi, Chitrāngadā und Subhadra. Von seinen vier Ehefrauen hatte Arjuna vier Söhne, einen von jeder Frau - Shrutakarma, Iravan, Babhruvahana und Abhimanyu. Während seines zweiten Exils erlangte Arjuna viele himmlische Waffen. Als Krieger und Angehöriger der [[Kshatriya]]-[[Kaste}} entwickelt er sich zu einem hervorragenden Bogenschützen und bekam von [[Shiva]] den magischen Bogen &#039;&#039;&#039;Gandhiva&#039;&#039;&#039; geschenkt. Vermutlich kann man hier auch Parallelen ziehen zu [[Wikipedia:Arash (Mythe)|Ârash]], einem Bogenschützen und Volkshelden aus der verwandten [[Persische Mythologie|iranischen Mythologie]]. Obwohl er ein Elite-Krieger und ein hervorragender Bogenschütze war, war aber Arjuna auch in Musik und Tanz bewandert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Konflikt zwischen den Söhnen Pandus (Pandavas) und den Söhnen Kurus (Kauravas) bildet einen der wichtigsten Erzählstränge im [[Mahabharata]]. Arjuna rächt die Verfolgung seiner Familie auf dem Schlachtfeld von [[Kurukshetra]], wo er von [[Krishna]] göttliche Unterweisung aus der [[Bhagavad Gita]] empfängt und den legendären Kampf der Pandavas (Söhne Pandus) gegen die Kauravas (Nachkommen Kurus) gewinnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des Epos ziehen sich die Pandavas in Begleitung von Draupadi in den [[w:Himalaya|Himalaya]] zurück. Arjuna war der vierte, der auf dem Weg dorthin fiel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{Yogawiki|Arjuna}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bhagavad Gita]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Arjuna (Mythologie)}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Meister_Eckhart&amp;diff=625250</id>
		<title>Meister Eckhart</title>
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		<updated>2026-02-05T20:25:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bad Wörishofen Meister Eckhart (Skulptur) 2012.JPG|mini|Meister Eckhart mit einem Schüler, Skulptur in Bad Wörishofen, Bayern, Deutschland]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eckhart von Hochheim&#039;&#039;&#039; (bekannt als &#039;&#039;&#039;Meister Eckhart&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Eckehart&#039;&#039;; * um [[1260]] in [[Wikipedia:Hochheim (Thüringen)|Hochheim]] oder in [[Wikipedia:Tambach-Dietharz|Tambach]];&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Frage des Geburtsorts siehe Winfried Trusen: &#039;&#039;Der Prozeß gegen Meister Eckhart.&#039;&#039; Paderborn 1988, S. 11–15; Burkhard Mojsisch: &#039;&#039;Notiz ‚Eckhart von Hochheim’.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bochumer Philosophisches Jahrbuch für Antike und Mittelalter&#039;&#039; 6, 2001, S. 239.&amp;lt;/ref&amp;gt; † vor dem [[30. April]] [[1328]] vermutlich in [[Wikipedia:Avignon|Avignon]]) war ein einflussreicher [[spätmittelalter]]licher [[Theologe]], [[Philosoph]] und [[Mystiker]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
[[File:2012-07-12 (5082) BW Meister Eckhart (Skulptur).JPG|thumb|Buch von Meister Eckhart, Skulptur in Bad Wörishofen, Kneippstraße]]&lt;br /&gt;
[[File:Predigerkloster Erfurt.jpg|thumb|Predigerkirche und Predigerkloster Erfurt]]&lt;br /&gt;
[[File:Portal Predigerkirche Erfurt.JPG|thumb|Meister-Eckhart-Portal der [[Wikipedia:Predigerkirche (Erfurt)|Erfurter Predigerkirche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon als Jugendlicher trat Eckhart in den Orden der [[Dominikaner]] ein, in dem er später hohe Ämter erlangte. Vor allem als Prediger erzielte er eine starke Wirkung, seine Formulierungskraft beeindruckte Zeitgenossen und Nachwelt. Zur Gestaltung der deutschen philosophischen Fachsprache leistete er einen wichtigen Beitrag. Sein Hauptanliegen war die Verbreitung von Grundsätzen für eine konsequent [[Spiritualität|spirituelle]] Lebenspraxis im Alltag. Mit unkonventionellen, teils provozierend formulierten Behauptungen und schroffem Widerspruch zu verbreiteten Überzeugungen erregte er Aufsehen. Umstritten war beispielsweise seine Behauptung, der „[[Seelengrund]]“ sei nicht wie alles [[Geschöpflichkeit|Geschöpfliche]] von Gott erschaffen worden, sondern sei göttlich und ungeschaffen. Im Seelengrund sei die Gottheit stets unmittelbar anwesend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|So wahr das ist, dass Gott Mensch geworden ist, so wahr ist der Mensch Gott geworden.|Meister Eckhart|&#039;&#039;Fragmente&#039;&#039; (11)|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meister Eckharts mystische Schriften&#039;&#039;. Berlin 1903, s. 206, online auf [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Meister+Eckhart/Predigten,+Traktate,+Spr%C3%BCche/Fragmente+und+Spr%C3%BCche/Fragmente zeno.org]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Einige einfältige Leute glauben, sie sollten Gott sehen, als stünde er da und sie hier. Dem ist nicht so. Gott und ich, wir sind im Erkennen eins. Nehme ich daher Gott in Liebe in mich, so gehe ich in Gott ein. Wir sollen ihn Erkennende sein, ich ihn wie er mich, nicht minder noch mehr, sondern einfach gleich.|Meister Eckhart|&#039;&#039;Fragmente&#039;&#039; (20)|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meister Eckharts mystische Schriften&#039;&#039;. Berlin 1903, s. 209, online auf [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Meister+Eckhart/Predigten,+Traktate,+Spr%C3%BCche/Fragmente+und+Spr%C3%BCche/Fragmente zeno.org]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eckhart wird vielfach als [[Mystik]]er charakterisiert. In der neueren Forschung dominiert allerdings die Auffassung, dass der unterschiedlich definierte Begriff „Mystik“ als Bezeichnung für Elemente seiner Lehre irreführend oder zumindest erläuterungsbedürftig sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 1260 geborene Mystiker starb ca. 1327 (lt. [[Rudolf Steiner]]), mutmaßlich in [[w:Avignon|Avignon]] oder [[w:Köln|Köln]]. Traditionell gilt der 28. Januar 1328 als sein Todestag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1329 wurde Meister Eckhard in Teilen seiner Lehre als [[Irrlehrer]] durch die Bulle &amp;quot;In agro dominico&amp;quot; von Papst Johannes XXII verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Winfried Trusen: Der Prozeß gegen Meister Eckhart. Paderborn 1988&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudolf Steiner über Meister Eckhart ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Meister Eckhart aber möchte Christi Worte dem Menschen einschärfen: «Es ist euch nütze, daß ich von euch fahre; denn gehe ich nicht von euch, so kann euch der Heilige Geist nicht werden.» Und er erläutert diese Worte, indem er sagt: «Recht, als ob er spräche: ihr habt zu viel Freude auf mein gegenwärtiges Bild gelegt, daher kann euch die vollkommene Freude des Heiligen Geistes nicht werden.» Eckhart meint von keinem anderen Gotte zu sprechen, als der ist, von dem Augustin, und der Evangelist, und Thomas sprechen; und dennoch ist ihr Zeugnis von Gott nicht sein Zeugnis. «Etliche Leute wollen Gott mit den Augen ansehen, als sie eine Kuh ansehen, und wollen Gott lieb haben, als sie eine Kuh lieb haben. Also haben sie Gott lieb, um auswendigen Reichtum und um inwendigen Trost; aber diese Leute haben nicht Gott recht lieb ... Einfältige Leute wähnen, sie sollen Gott ansehen, als stünde er dort und sie hier. So ist es nicht. Gott und ich sind eins im Erkennen.» Es liegt solchen Bekenntnissen bei Eckhart nichts anderes zugrunde, als die Erfahrung des inneren Sinnes. Und diese Erfahrung zeigt ihm die Dinge in einem höheren Lichte. Er glaubt daher eines äußeren Lichtes nicht zu bedürfen, um zu den höchsten Einsichten zu kommen: «Ein Meister spricht: Gott ist Mensch geworden, davon ist erhöhet und gewürdigt das ganze menschliche Geschlecht. Dessen mögen wir uns freuen, daß Christus unser Bruder ist gefahren von eigener Kraft über alle Chöre der Engel und sitzet zur Rechten des Vaters. Dieser Meister hat wohl gesprochen; aber wahrlich, ich gebe nicht viel darum. Was hülfe es mir, hätt&#039; ich einen Bruder, der da wäre ein reicher Mann, und ich wäre dabei ein armer Mann? Was hülfe es mir, hätte ich einen Bruder, der ein weiser Mann wäre, und ich wäre ein Tor? ... Der himmlische Vater gebiert seinen eingebornen Sohn in sich und in mir. Warum in sich und in mir? Ich bin eins mit ihm; und er vermag mich nicht auszuschließen. In demselben Werk empfängt der Heilige Geist sein Wesen und wird von mir, wie von Gott. Warum? Ich bin in Gott, und nimmt der Heilige Geist sein Wesen nicht von mir, nimmt er es auch nicht von Gott. Ich bin auf keine Weise ausgeschlossen.» &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Eckhart an das Wort des Paulus erinnert: «Ziehet euch Jesum Christum an», so will er diesem Worte den Sinn unterlegen: versenket euch in euch, tauchet hinunter in die Selbstbeschauung: und aus den Tiefen eures Wesens wird euch der Gott entgegenleuchten; er überstrahlet euch alle Dinge; ihr habt ihn in euch gefunden; ihr seid einig geworden mit Gottes Wesenheit. «Gott ist Mensch geworden, daß ich Gott werde.»|7|40f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Gehen wir in das Kämmerlein des Meisters Eckhart hinein. Wir stehen dann vor derjenigen Persönlichkeit, welche von der äußeren Kirche als Ketzer erklärt worden ist. Man kann die Schriften des Meisters Eckhart in der mannigfaltigsten Art durchlesen und sich an der Innigkeit dieser Eckartschen Mystik erfreuen. Aber man wird vielleicht am tiefsten ergriffen, wenn man öfter wiederkehrend zu einer Grundstimmung der Seele bei dem Meister Eckhart kommt. Ich möchte diese Grundstimmung also charakterisieren: Auch der Meister Eckhart, früher als Nikolaus Cusanus, ist durchdrungen von dem, was christliche Theologie des Mittelalters als Aufstieg zur Gottheit, zur geistigen Welt sucht. Wir können, wenn wir die Schriften des Meisters Eckhart studieren, in vielen Wendungen die thomistischen Wendungen wieder erkennen. Aber immer verfällt, indem sich die Seele dieses Meisters aus dem theologischen Denken heraus hingibt solchem Aufschwung nach der eigentlichen Geisteswelt, mit der aber diese Seele sich verbunden fühlt, immer verfällt diese Seele darauf, sich zu sagen: An dasjenige, was mein Innerstes ist, der göttliche Funke in meinem Innersten, an das komme ich mit all diesem Denken, mit all dieser Theologie nicht heran. Dieses Denken, diese Theologie, diese Ideen, sie geben mir da ein Etwas und da ein Etwas und da ein Etwas; überall dieses oder jenes Etwas. Aber nichts von allen diesen Etwas ist etwas, das ähnlich ist dem, was in meinem eigenen Inneren als der geistgöttliche Funke ist. Und so bin ich herausgeworfen aus alledem, was meine Seele mit Gedanken, was meine Seele zunächst auch mit Gefühlen und Erinnerungen erfüllt, aus allem Weltwissen, das ich bis in die höchsten Stufen aufnehmen kann. So bin ich herausgeworfen aus alledem, wenn ich das tiefste Wesen meiner Eigenheit suchen will. Ich bin in nichts, wenn ich dieses tiefste Wesen meiner Eigenheit suchen will. Ich habe gesucht und gesucht. Ich bin sie durchgegangen, diese Wege, die mir Ideen, die mir aus der Welt herausgeholte Empfindungen zuführen, und ich suchte auf diesen Wegen, auf denen ich ja vieles fand, mein Ich. Und auf dieser Suche nach dem Ich bin ich, ehe ich dieses Ich gefunden habe, welches zu suchen mich alles in den Reichen der Natur anleitete, in das «Nichts» gefallen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so fühlte sich der Meister Eckhart bei seinem Suchen nach dem Ich in das Nichts hineingefallen. Und aus diesem Gefühle heraus tönt ein Wort dieses mittelalterlichen Mystikers, das das Herz, das die Seele tief, tief berührt. Es ist das: Und ich versenke mich in das Nichts der Gottheit und bin ewiglich durch dieses Nichts, durch dieses Nicht ein Ich. Ich versenke mich in das Nichts der Gottheit und werde in dem Nicht ein Icht, ein Ich. Ich muß mir in Ewigkeit aus dem «Nicht» der Gottheit das Ich holen. In aller Stille tritt uns bei diesem Mystiker ein gewaltiges Wort entgegen. Und warum ertönte in der innersten Herzenskammer dieses Mystikers dann, wenn er aus dem Weltsuchen heraus in das Ich-Suchen hineinkommen wollte, dieser Drang nach dem Nicht, in dem Nicht das Ich zu finden, warum? Ja, gehen wir zurück in frühere Zeiten, dann finden wir, daß in aller Erkenntnis der früheren Zeiten beim Hineinschauen in die Seele lebte die Möglichkeit, daß dieser Innenschau von innen entgegenleuchte Geist. Das war noch die Erbschaft aus uralter Pneumatologie, von der hier noch zu sprechen sein wird. Wenn zum Beispiel, sagen wir, Thomas Aquinas hineinschaute in die Seele, so fand er innerhalb dieser Seele Geistiges webend und lebend. Nicht in der Seele selbst, aber in dem, was als Geistiges in der Seele webt und lebt, suchte Thomas von Aquino, suchten seine Vorgänger das eigentliche Ich. Sie blickten durch die Seele zum Geist, und im Geiste fanden sie das Ich als das ihnen gottgegebene Ich. Und sie sagten, wenigstens hätten sie es immer sagen können, wenn sie es auch nicht immer ausgesprochen haben, sie sagten: Ich dringe in das Innere meiner Seele, schaue in den Geist und finde in dem Geist das Ich. - Aber das war in der Menschheitsentwickelung geschehen, daß sie bei ihrem Fortschritt hin nach dem Reiche der Freiheit die Fähigkeit verloren hatte, beim Nach-innen-Schauen den Geist zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch nicht so wie der Meister Eckhart hätte etwa Johannes Scotus Erigena sprechen können. Johannes Scotus Erigena hätte eben gesagt: Ich blicke in mein Inneres. Wenn ich die Wege durchmessen habe, die mich durch die Reiche der Außenwelt geführt haben, entdecke ich in meinem Inneren, in meiner Seele den Geist und finde dadurch das die Seele durchwebende und durchlebende Ich. In die Gottheit als Geist versenke ich mich und finde Ich. - Es war einfach Menschenschicksal, daß derselbe Weg, der in früheren Jahrhunderten noch für die Menschheit gangbar war, eben nicht mehr gangbar war zur Zeit des Meisters Eckhart. Indem der Meister Eckhart dieselben Wege ging wie Johannes Scotus Erigena oder auch nur dieselben Wege wie Thomas von Aquino, versenkte er sich nicht in Gott den Geist, er versenkte sich in das Nicht der Gottheit und mußte aus dem Nicht das Ich herausholen. Das aber heißt nichts Geringeres, als: Die Menschheit hat bei der Innenschau den Ausblick nach dem Geist verloren. Und der Meister Eckhart holt aus der tiefen Innigkeit seines Herzens heraus aus dem Nicht das Ich.|326|17ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werkausgaben und Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dokumente, die Aufschluss über Eckharts Biographie und insbesondere über seinen Prozess geben, hat Loris Sturlese gesammelt und im fünften Band der Gesamtausgabe der Lateinischen Werke kritisch ediert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Kritische Gesamtausgabe&lt;br /&gt;
* Meister Eckhart: &#039;&#039;Die deutschen und lateinischen Werke.&#039;&#039; Kohlhammer, Stuttgart&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Die deutschen Werke&#039;&#039; (mittelhochdeutscher Text mit Übertragung in modernes Deutsch)&lt;br /&gt;
*** Band 1: &#039;&#039;Predigten.&#039;&#039; Hrsg. von Josef Quint, 1958 (Nachdruck 1986), ISBN 3-17-061210-7 (Predigten 1–24)&lt;br /&gt;
*** Band 2: &#039;&#039;Predigten.&#039;&#039; Hrsg. von Josef Quint, 1971 (Nachdruck 1988), ISBN 3-17-071183-0 (Predigten 25–59)&lt;br /&gt;
*** Band 3: &#039;&#039;Predigten.&#039;&#039; Hrsg. von Josef Quint, 1976 (Nachdruck 1999), ISBN 3-17-002740-9 (Predigten 60–86)&lt;br /&gt;
*** Band 4/1: &#039;&#039;Predigten.&#039;&#039; Hrsg. von Georg Steer, 2003, ISBN 3-17-007593-4 (Predigten 87–105)&lt;br /&gt;
*** Band 4/2: &#039;&#039;Predigten.&#039;&#039; Hrsg. von Georg Steer, 2003 ff. (bisher erschienen: 1.–2. Lieferung, 2003: Predigten 106–110)&lt;br /&gt;
*** Band 5: &#039;&#039;Meister Eckharts Traktate.&#039;&#039; Hrsg. von Josef Quint, 1963 (Nachdruck 1987), ISBN 3-17-071075-3 (Traktate: 1. &#039;&#039;Liber „Benedictus“&#039;&#039; [I. &#039;&#039;Daz buoch der gœtlîchen trœstunge&#039;&#039;, II. &#039;&#039;Von dem edeln menschen&#039;&#039;]; 2. &#039;&#039;Die rede der underscheidunge&#039;&#039;; 3. &#039;&#039;Von abegescheidenheit&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Die lateinischen Werke&#039;&#039; (lateinischer Text mit deutscher Übersetzung)&lt;br /&gt;
*** Band 1, Hauptteil 1: &#039;&#039;Magistri Echardi prologi, expositio libri Genesis, liber parabolarum Genesis.&#039;&#039; Hrsg. von [[Wikipedia:Konrad Weiß (Theologe)|Konrad Weiß]], 1964 (Nachdruck 1988), ISBN 3-17-071082-6.&lt;br /&gt;
*** Band 1, Hauptteil 2: &#039;&#039;Magistri Echardi prologi in opus tripartitum et expositio libri Genesis secundum recensionem Cod. Oxoniensis Bodleiani Laud misc. 222 (L). Liber parabolarum Genesis, editio altera.&#039;&#039; Hrsg. von Loris Sturlese, 1987 ff. (bisher erschienen: Lieferungen 1–9)&lt;br /&gt;
*** Band 2: &#039;&#039;Magistri Echardi expositio libri Exodi, sermones et lectiones super Ecclesiastici cap. 24, expositio libri Sapientiae, expositio Cantici Canticorum cap. 1,6.&#039;&#039; Hrsg. von Heribert Fischer, Josef Koch, Konrad Weiß, 1992, ISBN 3-17-001084-0.&lt;br /&gt;
*** Band 3: &#039;&#039;Magistri Echardi expositio sancti evangelii secundum Iohannem.&#039;&#039; Hrsg. von Karl Christ u.&amp;amp;nbsp;a., 1994, ISBN 3-17-001085-9.&lt;br /&gt;
*** Band 4: &#039;&#039;Magistri Echardi sermones.&#039;&#039; Hrsg. von [[w:Ernst Benz|Ernst Benz]] u.&amp;amp;nbsp;a., 1956 (Nachdruck 1987), ISBN 3-17-061207-7.&lt;br /&gt;
*** Band 5: &#039;&#039;Magistri Echardi opera Parisiensia. Tractatus super oratione dominica. Responsio ad articulos sibi impositos de scriptis et dictis suis. Acta Echardiana.&#039;&#039; Hrsg. von Bernhard Geyer, Loris Sturlese u.&amp;amp;nbsp;a., 2006, ISBN 3-17-001086-7.&lt;br /&gt;
*** Band 6: &#039;&#039;Indices&#039;&#039; Hrsg. von Loris Sturlese/Markus Vinzent, 2022, ISBN 978-3-17-028588-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Teilausgaben (teilweise mit Übersetzung)&lt;br /&gt;
* Kurt Flasch (Hrsg.): &#039;&#039;Meister Eckhart: Das Buch der göttlichen Tröstung. Vom edlen Menschen. Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch.&#039;&#039; Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-56324-9 (der „Liber Benedictus“ in einer unkritischen mittelhochdeutschen Fassung, außerdem in einer neuhochdeutschen Übersetzung von Kurt Flasch; mit einem Nachwort des Übersetzers).&lt;br /&gt;
* Niklaus Largier (Hrsg.): &#039;&#039;Meister Eckhart: Werke.&#039;&#039; Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 2008 (Texte und Übersetzungen der großen Stuttgarter Ausgabe ohne kritischen Apparat, mit Kommentaren von Largier)&lt;br /&gt;
** Band 1: &#039;&#039;Deutsche Werke I&#039;&#039;, ISBN 978-3-618-68024-6&lt;br /&gt;
** Band 2: &#039;&#039;Deutsche Werke II. Lateinische Werke&#039;&#039;, ISBN 978-3-618-68025-3&lt;br /&gt;
* Eduard Schaefer (Hrsg.): &#039;&#039;Meister Eckeharts Traktat „Von Abegescheidenheit“. Untersuchung und Textneuausgabe.&#039;&#039; Röhrscheid, Bonn 1956 (kritische Edition des mittelhochdeutschen Textes mit Kommentar und Übertragung in modernes Deutsch)&lt;br /&gt;
* Georg Steer, Loris Sturlese (Hrsg.): &#039;&#039;Lectura Eckhardi. Predigten Meister Eckharts von Fachgelehrten gelesen und gedeutet.&#039;&#039; 3 Bände, Kohlhammer, Stuttgart 1998–2008 (lateinische und mittelhochdeutsche Predigten mit Übersetzungen in modernes Deutsch und Kommentaren)&lt;br /&gt;
* Georg Steer, Heidemarie Vogl (Hrsg.): &#039;&#039;Die bürgelîn-Predigt Meister Eckharts.&#039;&#039; In: Harald Schwaetzer, Georg Steer (Hrsg.): &#039;&#039;Meister Eckhart und Nikolaus von Kues&#039;&#039;. Kohlhammer, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-17-021524-5, S. 139–259 (neue kritische Ausgabe der Predigt, ersetzt die überholte Ausgabe von Quint im ersten Band der „Deutschen Werke“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Übersetzungen ohne Originaltext&lt;br /&gt;
* Josef Quint (Übersetzer): &#039;&#039;Meister Eckehart: Deutsche Predigten und Traktate.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol, Hamburg 2007, ISBN 978-3-937872-76-6.&lt;br /&gt;
* Karl Albert (Übersetzer): &#039;&#039;Meister Eckhart: Kommentar zum Buch der Weisheit.&#039;&#039; Academia Verlag Richarz, Sankt Augustin 1988, ISBN 3-88345-431-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Meister Eckhart}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Meister Eckehart: &#039;&#039;Predigten&#039;&#039;, Manfred-Pawlak-Verlagsgesellschaft, Herrsching (1963)&lt;br /&gt;
* Eckard Wolz-Gottwald: &#039;&#039;Meister Eckhart: Wegweisung zur Gottesgeburt im Menschen&#039;&#039;, Crotona Verlag 2018, ISBN 978-3861910961; eBook {{ASIN|B089QXYXK7}} (2020)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens&#039;&#039;, [[GA 7]], TB-Ausgabe, Dornach 1977, S. 39 - 52&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Entstehungsmoment der Naturwissenschaft in der Weltgeschichte und ihre seitherige Entwickelung&#039;&#039;, [[GA 326]] (1977), ISBN 3-7274-3260-8 {{Vorträge|326}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
*[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Meister+Eckhart Werke von Meister Eckhart] bei Zeno.org&lt;br /&gt;
* [http://www.eckhart.de www.eckhart.de] - Leben - Werk - Texte - Wirkung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mystiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Mystiker|N]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katholischer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christlicher Mystiker|N]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pantheismusstreit (Eckhart)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Negativer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meister Eckhart|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Philosophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ich-Auflösung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ich-Überwindung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häresieverdächtig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[en:Meister Eckhart]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Meister_Eckhart&amp;diff=625249</id>
		<title>Meister Eckhart</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Meister_Eckhart&amp;diff=625249"/>
		<updated>2026-02-05T20:24:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Foto auf normale Größe formatiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bad Wörishofen Meister Eckhart (Skulptur) 2012.JPG|mini|Meister Eckhart mit einem Schüler, Skulptur in Bad Wörishofen, Bayern, Deutschland]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eckhart von Hochheim&#039;&#039;&#039; (bekannt als &#039;&#039;&#039;Meister Eckhart&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Eckehart&#039;&#039;; * um [[1260]] in [[Wikipedia:Hochheim (Thüringen)|Hochheim]] oder in [[Wikipedia:Tambach-Dietharz|Tambach]];&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Frage des Geburtsorts siehe Winfried Trusen: &#039;&#039;Der Prozeß gegen Meister Eckhart.&#039;&#039; Paderborn 1988, S. 11–15; Burkhard Mojsisch: &#039;&#039;Notiz ‚Eckhart von Hochheim’.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bochumer Philosophisches Jahrbuch für Antike und Mittelalter&#039;&#039; 6, 2001, S. 239.&amp;lt;/ref&amp;gt; † vor dem [[30. April]] [[1328]] vermutlich in [[Wikipedia:Avignon|Avignon]]) war ein einflussreicher [[spätmittelalter]]licher [[Theologe]], [[Philosoph]] und [[Mystiker]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
[[File:2012-07-12 (5082) BW Meister Eckhart (Skulptur).JPG|thumb|Buch von Meister Eckhart, Skulptur in Bad Wörishofen, Kneippstraße]]&lt;br /&gt;
[[File:Predigerkloster Erfurt.jpg|thumb|Predigerkirche und Predigerkloster Erfurt]]&lt;br /&gt;
[[File:Portal Predigerkirche Erfurt.JPG|thumb|Meister-Eckhart-Portal der [[Wikipedia:Predigerkirche (Erfurt)|Erfurter Predigerkirche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon als Jugendlicher trat Eckhart in den Orden der [[Dominikaner]] ein, in dem er später hohe Ämter erlangte. Vor allem als Prediger erzielte er eine starke Wirkung, seine Formulierungskraft beeindruckte Zeitgenossen und Nachwelt. Zur Gestaltung der deutschen philosophischen Fachsprache leistete er einen wichtigen Beitrag. Sein Hauptanliegen war die Verbreitung von Grundsätzen für eine konsequent [[Spiritualität|spirituelle]] Lebenspraxis im Alltag. Mit unkonventionellen, teils provozierend formulierten Behauptungen und schroffem Widerspruch zu verbreiteten Überzeugungen erregte er Aufsehen. Umstritten war beispielsweise seine Behauptung, der „[[Seelengrund]]“ sei nicht wie alles [[Geschöpflichkeit|Geschöpfliche]] von Gott erschaffen worden, sondern sei göttlich und ungeschaffen. Im Seelengrund sei die Gottheit stets unmittelbar anwesend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|So wahr das ist, dass Gott Mensch geworden ist, so wahr ist der Mensch Gott geworden.|Meister Eckhart|&#039;&#039;Fragmente&#039;&#039; (11)|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meister Eckharts mystische Schriften&#039;&#039;. Berlin 1903, s. 206, online auf [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Meister+Eckhart/Predigten,+Traktate,+Spr%C3%BCche/Fragmente+und+Spr%C3%BCche/Fragmente zeno.org]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Einige einfältige Leute glauben, sie sollten Gott sehen, als stünde er da und sie hier. Dem ist nicht so. Gott und ich, wir sind im Erkennen eins. Nehme ich daher Gott in Liebe in mich, so gehe ich in Gott ein. Wir sollen ihn Erkennende sein, ich ihn wie er mich, nicht minder noch mehr, sondern einfach gleich.|Meister Eckhart|&#039;&#039;Fragmente&#039;&#039; (20)|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Meister Eckharts mystische Schriften&#039;&#039;. Berlin 1903, s. 209, online auf [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Meister+Eckhart/Predigten,+Traktate,+Spr%C3%BCche/Fragmente+und+Spr%C3%BCche/Fragmente zeno.org]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eckhart wird vielfach als [[Mystik]]er charakterisiert. In der neueren Forschung dominiert allerdings die Auffassung, dass der unterschiedlich definierte Begriff „Mystik“ als Bezeichnung für Elemente seiner Lehre irreführend oder zumindest erläuterungsbedürftig sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der um 1260 geborene Mystiker starb ca. 1327 (lt. [[Rudolf Steiner]]), mutmaßlich in [[w:Avignon|Avignon]] oder [[w:Köln|Köln]]. Traditionell gilt der 28. Januar 1328 als sein Todestag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1329 wurde Meister Eckhard in Teilen seiner Lehre als [[Irrlehrer]] durch die Bulle &amp;quot;In agro dominico&amp;quot; von Papst Johannes XXII verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Winfried Trusen: Der Prozeß gegen Meister Eckhart. Paderborn 1988&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudolf Steiner über Meister Eckhart ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Meister Eckhart aber möchte Christi Worte dem Menschen einschärfen: «Es ist euch nütze, daß ich von euch fahre; denn gehe ich nicht von euch, so kann euch der Heilige Geist nicht werden.» Und er erläutert diese Worte, indem er sagt: «Recht, als ob er spräche: ihr habt zu viel Freude auf mein gegenwärtiges Bild gelegt, daher kann euch die vollkommene Freude des Heiligen Geistes nicht werden.» Eckhart meint von keinem anderen Gotte zu sprechen, als der ist, von dem Augustin, und der Evangelist, und Thomas sprechen; und dennoch ist ihr Zeugnis von Gott nicht sein Zeugnis. «Etliche Leute wollen Gott mit den Augen ansehen, als sie eine Kuh ansehen, und wollen Gott lieb haben, als sie eine Kuh lieb haben. Also haben sie Gott lieb, um auswendigen Reichtum und um inwendigen Trost; aber diese Leute haben nicht Gott recht lieb ... Einfältige Leute wähnen, sie sollen Gott ansehen, als stünde er dort und sie hier. So ist es nicht. Gott und ich sind eins im Erkennen.» Es liegt solchen Bekenntnissen bei Eckhart nichts anderes zugrunde, als die Erfahrung des inneren Sinnes. Und diese Erfahrung zeigt ihm die Dinge in einem höheren Lichte. Er glaubt daher eines äußeren Lichtes nicht zu bedürfen, um zu den höchsten Einsichten zu kommen: «Ein Meister spricht: Gott ist Mensch geworden, davon ist erhöhet und gewürdigt das ganze menschliche Geschlecht. Dessen mögen wir uns freuen, daß Christus unser Bruder ist gefahren von eigener Kraft über alle Chöre der Engel und sitzet zur Rechten des Vaters. Dieser Meister hat wohl gesprochen; aber wahrlich, ich gebe nicht viel darum. Was hülfe es mir, hätt&#039; ich einen Bruder, der da wäre ein reicher Mann, und ich wäre dabei ein armer Mann? Was hülfe es mir, hätte ich einen Bruder, der ein weiser Mann wäre, und ich wäre ein Tor? ... Der himmlische Vater gebiert seinen eingebornen Sohn in sich und in mir. Warum in sich und in mir? Ich bin eins mit ihm; und er vermag mich nicht auszuschließen. In demselben Werk empfängt der Heilige Geist sein Wesen und wird von mir, wie von Gott. Warum? Ich bin in Gott, und nimmt der Heilige Geist sein Wesen nicht von mir, nimmt er es auch nicht von Gott. Ich bin auf keine Weise ausgeschlossen.» &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Eckhart an das Wort des Paulus erinnert: «Ziehet euch Jesum Christum an», so will er diesem Worte den Sinn unterlegen: versenket euch in euch, tauchet hinunter in die Selbstbeschauung: und aus den Tiefen eures Wesens wird euch der Gott entgegenleuchten; er überstrahlet euch alle Dinge; ihr habt ihn in euch gefunden; ihr seid einig geworden mit Gottes Wesenheit. «Gott ist Mensch geworden, daß ich Gott werde.»|7|40f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Gehen wir in das Kämmerlein des Meisters Eckhart hinein. Wir stehen dann vor derjenigen Persönlichkeit, welche von der äußeren Kirche als Ketzer erklärt worden ist. Man kann die Schriften des Meisters Eckhart in der mannigfaltigsten Art durchlesen und sich an der Innigkeit dieser Eckartschen Mystik erfreuen. Aber man wird vielleicht am tiefsten ergriffen, wenn man öfter wiederkehrend zu einer Grundstimmung der Seele bei dem Meister Eckhart kommt. Ich möchte diese Grundstimmung also charakterisieren: Auch der Meister Eckhart, früher als Nikolaus Cusanus, ist durchdrungen von dem, was christliche Theologie des Mittelalters als Aufstieg zur Gottheit, zur geistigen Welt sucht. Wir können, wenn wir die Schriften des Meisters Eckhart studieren, in vielen Wendungen die thomistischen Wendungen wieder erkennen. Aber immer verfällt, indem sich die Seele dieses Meisters aus dem theologischen Denken heraus hingibt solchem Aufschwung nach der eigentlichen Geisteswelt, mit der aber diese Seele sich verbunden fühlt, immer verfällt diese Seele darauf, sich zu sagen: An dasjenige, was mein Innerstes ist, der göttliche Funke in meinem Innersten, an das komme ich mit all diesem Denken, mit all dieser Theologie nicht heran. Dieses Denken, diese Theologie, diese Ideen, sie geben mir da ein Etwas und da ein Etwas und da ein Etwas; überall dieses oder jenes Etwas. Aber nichts von allen diesen Etwas ist etwas, das ähnlich ist dem, was in meinem eigenen Inneren als der geistgöttliche Funke ist. Und so bin ich herausgeworfen aus alledem, was meine Seele mit Gedanken, was meine Seele zunächst auch mit Gefühlen und Erinnerungen erfüllt, aus allem Weltwissen, das ich bis in die höchsten Stufen aufnehmen kann. So bin ich herausgeworfen aus alledem, wenn ich das tiefste Wesen meiner Eigenheit suchen will. Ich bin in nichts, wenn ich dieses tiefste Wesen meiner Eigenheit suchen will. Ich habe gesucht und gesucht. Ich bin sie durchgegangen, diese Wege, die mir Ideen, die mir aus der Welt herausgeholte Empfindungen zuführen, und ich suchte auf diesen Wegen, auf denen ich ja vieles fand, mein Ich. Und auf dieser Suche nach dem Ich bin ich, ehe ich dieses Ich gefunden habe, welches zu suchen mich alles in den Reichen der Natur anleitete, in das «Nichts» gefallen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so fühlte sich der Meister Eckhart bei seinem Suchen nach dem Ich in das Nichts hineingefallen. Und aus diesem Gefühle heraus tönt ein Wort dieses mittelalterlichen Mystikers, das das Herz, das die Seele tief, tief berührt. Es ist das: Und ich versenke mich in das Nichts der Gottheit und bin ewiglich durch dieses Nichts, durch dieses Nicht ein Ich. Ich versenke mich in das Nichts der Gottheit und werde in dem Nicht ein Icht, ein Ich. Ich muß mir in Ewigkeit aus dem «Nicht» der Gottheit das Ich holen. In aller Stille tritt uns bei diesem Mystiker ein gewaltiges Wort entgegen. Und warum ertönte in der innersten Herzenskammer dieses Mystikers dann, wenn er aus dem Weltsuchen heraus in das Ich-Suchen hineinkommen wollte, dieser Drang nach dem Nicht, in dem Nicht das Ich zu finden, warum? Ja, gehen wir zurück in frühere Zeiten, dann finden wir, daß in aller Erkenntnis der früheren Zeiten beim Hineinschauen in die Seele lebte die Möglichkeit, daß dieser Innenschau von innen entgegenleuchte Geist. Das war noch die Erbschaft aus uralter Pneumatologie, von der hier noch zu sprechen sein wird. Wenn zum Beispiel, sagen wir, Thomas Aquinas hineinschaute in die Seele, so fand er innerhalb dieser Seele Geistiges webend und lebend. Nicht in der Seele selbst, aber in dem, was als Geistiges in der Seele webt und lebt, suchte Thomas von Aquino, suchten seine Vorgänger das eigentliche Ich. Sie blickten durch die Seele zum Geist, und im Geiste fanden sie das Ich als das ihnen gottgegebene Ich. Und sie sagten, wenigstens hätten sie es immer sagen können, wenn sie es auch nicht immer ausgesprochen haben, sie sagten: Ich dringe in das Innere meiner Seele, schaue in den Geist und finde in dem Geist das Ich. - Aber das war in der Menschheitsentwickelung geschehen, daß sie bei ihrem Fortschritt hin nach dem Reiche der Freiheit die Fähigkeit verloren hatte, beim Nach-innen-Schauen den Geist zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch nicht so wie der Meister Eckhart hätte etwa Johannes Scotus Erigena sprechen können. Johannes Scotus Erigena hätte eben gesagt: Ich blicke in mein Inneres. Wenn ich die Wege durchmessen habe, die mich durch die Reiche der Außenwelt geführt haben, entdecke ich in meinem Inneren, in meiner Seele den Geist und finde dadurch das die Seele durchwebende und durchlebende Ich. In die Gottheit als Geist versenke ich mich und finde Ich. - Es war einfach Menschenschicksal, daß derselbe Weg, der in früheren Jahrhunderten noch für die Menschheit gangbar war, eben nicht mehr gangbar war zur Zeit des Meisters Eckhart. Indem der Meister Eckhart dieselben Wege ging wie Johannes Scotus Erigena oder auch nur dieselben Wege wie Thomas von Aquino, versenkte er sich nicht in Gott den Geist, er versenkte sich in das Nicht der Gottheit und mußte aus dem Nicht das Ich herausholen. Das aber heißt nichts Geringeres, als: Die Menschheit hat bei der Innenschau den Ausblick nach dem Geist verloren. Und der Meister Eckhart holt aus der tiefen Innigkeit seines Herzens heraus aus dem Nicht das Ich.|326|17ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werkausgaben und Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Dokumente, die Aufschluss über Eckharts Biographie und insbesondere über seinen Prozess geben, hat Loris Sturlese gesammelt und im fünften Band der Gesamtausgabe der Lateinischen Werke kritisch ediert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Kritische Gesamtausgabe&lt;br /&gt;
* Meister Eckhart: &#039;&#039;Die deutschen und lateinischen Werke.&#039;&#039; Kohlhammer, Stuttgart&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Die deutschen Werke&#039;&#039; (mittelhochdeutscher Text mit Übertragung in modernes Deutsch)&lt;br /&gt;
*** Band 1: &#039;&#039;Predigten.&#039;&#039; Hrsg. von Josef Quint, 1958 (Nachdruck 1986), ISBN 3-17-061210-7 (Predigten 1–24)&lt;br /&gt;
*** Band 2: &#039;&#039;Predigten.&#039;&#039; Hrsg. von Josef Quint, 1971 (Nachdruck 1988), ISBN 3-17-071183-0 (Predigten 25–59)&lt;br /&gt;
*** Band 3: &#039;&#039;Predigten.&#039;&#039; Hrsg. von Josef Quint, 1976 (Nachdruck 1999), ISBN 3-17-002740-9 (Predigten 60–86)&lt;br /&gt;
*** Band 4/1: &#039;&#039;Predigten.&#039;&#039; Hrsg. von Georg Steer, 2003, ISBN 3-17-007593-4 (Predigten 87–105)&lt;br /&gt;
*** Band 4/2: &#039;&#039;Predigten.&#039;&#039; Hrsg. von Georg Steer, 2003 ff. (bisher erschienen: 1.–2. Lieferung, 2003: Predigten 106–110)&lt;br /&gt;
*** Band 5: &#039;&#039;Meister Eckharts Traktate.&#039;&#039; Hrsg. von Josef Quint, 1963 (Nachdruck 1987), ISBN 3-17-071075-3 (Traktate: 1. &#039;&#039;Liber „Benedictus“&#039;&#039; [I. &#039;&#039;Daz buoch der gœtlîchen trœstunge&#039;&#039;, II. &#039;&#039;Von dem edeln menschen&#039;&#039;]; 2. &#039;&#039;Die rede der underscheidunge&#039;&#039;; 3. &#039;&#039;Von abegescheidenheit&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Die lateinischen Werke&#039;&#039; (lateinischer Text mit deutscher Übersetzung)&lt;br /&gt;
*** Band 1, Hauptteil 1: &#039;&#039;Magistri Echardi prologi, expositio libri Genesis, liber parabolarum Genesis.&#039;&#039; Hrsg. von [[Wikipedia:Konrad Weiß (Theologe)|Konrad Weiß]], 1964 (Nachdruck 1988), ISBN 3-17-071082-6.&lt;br /&gt;
*** Band 1, Hauptteil 2: &#039;&#039;Magistri Echardi prologi in opus tripartitum et expositio libri Genesis secundum recensionem Cod. Oxoniensis Bodleiani Laud misc. 222 (L). Liber parabolarum Genesis, editio altera.&#039;&#039; Hrsg. von Loris Sturlese, 1987 ff. (bisher erschienen: Lieferungen 1–9)&lt;br /&gt;
*** Band 2: &#039;&#039;Magistri Echardi expositio libri Exodi, sermones et lectiones super Ecclesiastici cap. 24, expositio libri Sapientiae, expositio Cantici Canticorum cap. 1,6.&#039;&#039; Hrsg. von Heribert Fischer, Josef Koch, Konrad Weiß, 1992, ISBN 3-17-001084-0.&lt;br /&gt;
*** Band 3: &#039;&#039;Magistri Echardi expositio sancti evangelii secundum Iohannem.&#039;&#039; Hrsg. von Karl Christ u.&amp;amp;nbsp;a., 1994, ISBN 3-17-001085-9.&lt;br /&gt;
*** Band 4: &#039;&#039;Magistri Echardi sermones.&#039;&#039; Hrsg. von [[w:Ernst Benz|Ernst Benz]] u.&amp;amp;nbsp;a., 1956 (Nachdruck 1987), ISBN 3-17-061207-7.&lt;br /&gt;
*** Band 5: &#039;&#039;Magistri Echardi opera Parisiensia. Tractatus super oratione dominica. Responsio ad articulos sibi impositos de scriptis et dictis suis. Acta Echardiana.&#039;&#039; Hrsg. von Bernhard Geyer, Loris Sturlese u.&amp;amp;nbsp;a., 2006, ISBN 3-17-001086-7.&lt;br /&gt;
*** Band 6: &#039;&#039;Indices&#039;&#039; Hrsg. von Loris Sturlese/Markus Vinzent, 2022, ISBN 978-3-17-028588-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Teilausgaben (teilweise mit Übersetzung)&lt;br /&gt;
* Kurt Flasch (Hrsg.): &#039;&#039;Meister Eckhart: Das Buch der göttlichen Tröstung. Vom edlen Menschen. Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch.&#039;&#039; Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-56324-9 (der „Liber Benedictus“ in einer unkritischen mittelhochdeutschen Fassung, außerdem in einer neuhochdeutschen Übersetzung von Kurt Flasch; mit einem Nachwort des Übersetzers).&lt;br /&gt;
* Niklaus Largier (Hrsg.): &#039;&#039;Meister Eckhart: Werke.&#039;&#039; Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 2008 (Texte und Übersetzungen der großen Stuttgarter Ausgabe ohne kritischen Apparat, mit Kommentaren von Largier)&lt;br /&gt;
** Band 1: &#039;&#039;Deutsche Werke I&#039;&#039;, ISBN 978-3-618-68024-6&lt;br /&gt;
** Band 2: &#039;&#039;Deutsche Werke II. Lateinische Werke&#039;&#039;, ISBN 978-3-618-68025-3 &lt;br /&gt;
* Eduard Schaefer (Hrsg.): &#039;&#039;Meister Eckeharts Traktat „Von Abegescheidenheit“. Untersuchung und Textneuausgabe.&#039;&#039; Röhrscheid, Bonn 1956 (kritische Edition des mittelhochdeutschen Textes mit Kommentar und Übertragung in modernes Deutsch)&lt;br /&gt;
* Georg Steer, Loris Sturlese (Hrsg.): &#039;&#039;Lectura Eckhardi. Predigten Meister Eckharts von Fachgelehrten gelesen und gedeutet.&#039;&#039; 3 Bände, Kohlhammer, Stuttgart 1998–2008 (lateinische und mittelhochdeutsche Predigten mit Übersetzungen in modernes Deutsch und Kommentaren)&lt;br /&gt;
* Georg Steer, Heidemarie Vogl (Hrsg.): &#039;&#039;Die bürgelîn-Predigt Meister Eckharts.&#039;&#039; In: Harald Schwaetzer, Georg Steer (Hrsg.): &#039;&#039;Meister Eckhart und Nikolaus von Kues&#039;&#039;. Kohlhammer, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-17-021524-5, S. 139–259 (neue kritische Ausgabe der Predigt, ersetzt die überholte Ausgabe von Quint im ersten Band der „Deutschen Werke“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Übersetzungen ohne Originaltext&lt;br /&gt;
* Josef Quint (Übersetzer): &#039;&#039;Meister Eckehart: Deutsche Predigten und Traktate.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol, Hamburg 2007, ISBN 978-3-937872-76-6.&lt;br /&gt;
* Karl Albert (Übersetzer): &#039;&#039;Meister Eckhart: Kommentar zum Buch der Weisheit.&#039;&#039; Academia Verlag Richarz, Sankt Augustin 1988, ISBN 3-88345-431-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Meister Eckhart}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Meister Eckehart: &#039;&#039;Predigten&#039;&#039;, Manfred-Pawlak-Verlagsgesellschaft, Herrsching (1963)&lt;br /&gt;
* Eckard Wolz-Gottwald: &#039;&#039;Meister Eckhart: Wegweisung zur Gottesgeburt im Menschen&#039;&#039;, Crotona Verlag 2018, ISBN 978-3861910961; eBook {{ASIN|B089QXYXK7}} (2020)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens&#039;&#039;, [[GA 7]], TB-Ausgabe, Dornach 1977, S. 39 - 52&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Der Entstehungsmoment der Naturwissenschaft in der Weltgeschichte und ihre seitherige Entwickelung&#039;&#039;, [[GA 326]] (1977), ISBN 3-7274-3260-8 {{Vorträge|326}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
*[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Meister+Eckhart Werke von Meister Eckhart] bei Zeno.org&lt;br /&gt;
* [http://www.eckhart.de www.eckhart.de] - Leben - Werk - Texte - Wirkung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Leonardo_da_Vinci:_Das_Abendmahl&amp;diff=625226</id>
		<title>Leonardo da Vinci: Das Abendmahl</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Leonardo_da_Vinci:_Das_Abendmahl&amp;diff=625226"/>
		<updated>2026-01-30T12:05:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Einzelnachweise */ Korrektur des Ziels im Wikipedia-Hinweis&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild 145xyz.jpg|mini|hochkant=1.5|[[Leonardo da Vinci]]: Das Abendmahl]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Abendmahl&#039;&#039;&#039; (italienisch: &#039;&#039;Il Cenacolo&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;L&#039;Ultima Cena&#039;&#039;) des italienischen Malers [[Leonardo da Vinci]] ist eines der berühmtesten [[Wandgemälde]] der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das in der [[Seccomalerei|Seccotechnik]] ausgeführte Werk wurde in den Jahren 1494 bis 1497 im Auftrag des [[Mailand|Mailänder]] Herzogs [[Ludovico Sforza]] geschaffen. Es schmückt die Nordwand des [[Refektorium]]s (Speisesaal) des Dominikanerklosters [[Santa Maria delle Grazie (Mailand)|Santa Maria delle Grazie]] in Mailand und gilt als Höhepunkt in Leonardos malerischem Schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Santa_Maria_delle_Grazie_Milan_2013.jpg|mini|[[Santa Maria delle Grazie (Mailand)|Santa Maria delle Grazie]]]]&lt;br /&gt;
Das Bild misst 422 × 904&amp;amp;nbsp;cm&amp;lt;ref&amp;gt;460 × 880 cm nach Frank Zöllner&amp;lt;/ref&amp;gt; und zeigt [[Jesus von Nazaret|Jesus]] mit den zwölf [[Apostel]]n, unmittelbar nachdem dieser ihnen beim letzten gemeinsamen Essen am Vorabend seiner [[Kreuzigung]] sagte: „Einer von euch wird mich verraten“ ({{B|Mt|26|21}}). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Thema wurde in der Kunst sehr häufig dargestellt. Leonardo kannte aus Florenz das Fresko [[Letztes Abendmahl (Ghirlandaio)|Das letzte Abendmahl]] von [[Domenico Ghirlandaio]], das als unmittelbarer Vorläufer angesehen wird. Das Bild Leonardos gilt als Meilenstein der [[Renaissance]], denn es nahm wegen seiner korrekt wiedergegebenen [[Perspektive|perspektivischen]] Tiefe bahnbrechenden Einfluss auf die Malerei des Abendlandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tisch und die Apostel sind an der vorderen Begrenzung des Raums angeordnet, in dem das Mahl stattfindet. Dahinter verengt sich der Raum, und die dargestellten Personen scheinen in den Raum des Refektoriums zu blicken. Das Licht, das die Szene ausleuchtet, kommt jedoch nicht aus dem dreiteiligen gemalten Fenster, sondern schräg von links wie das wirkliche Licht, das durch Fenster an der linken Wand einfällt. In diesem Bild findet man an vielen Stellen den [[Goldener Schnitt|goldenen Schnitt]], zum Beispiel dort, wo die Hände Jesu und [[Jakobus der Ältere|Jakobus’ des Älteren]] (rechts neben Jesus) auf dem Tisch liegen, wird das Bild in diesem Verhältnis geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus konservatorischen Gründen ist eine Besichtigung nur in kleinen Gruppen für jeweils 15 Minuten möglich. Das Buchen von Eintrittskarten zu festen Terminen (Zeitfenster-Tickets) ist obligatorisch.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.cenacolovinciano.net/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Giampietrino-Last-Supper-ca-1520.jpg|mini|&#039;&#039;Das Abendmahl&#039;&#039;, [[Giampietrino]] (ca. 1520), [[Royal Academy of Arts]], London, wie das Bild einmal ausgesehen haben mag.]]&lt;br /&gt;
Nachdem Leonardo die Arbeit am Tonmodell des [[Sforza]]-Denkmals beendet hatte, begann er –&amp;amp;nbsp;ebenfalls im Auftrage des Herzogs [[Ludovico Sforza]]&amp;amp;nbsp;– 1495 das &#039;&#039;Abendmahl&#039;&#039; im Refektorium des Klosters Santa Maria delle Grazie. Erste Ideen hatte er bereits auf einer Studie zur „[[Anbetung der Könige]]“ skizziert: Eine Gruppe von Männern aus dem Gefolge der Könige an einer Tafel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Rötelzeichnung]] ordnete er die Jünger in Zweiergruppen und zeigte dabei noch Anlehnungen an die Abendmahlsdarstellungen [[Domenico Ghirlandaio]]s und [[Andrea del Castagno]]s. Johannes ruht ebenfalls zur Linken Christi mit dem Oberkörper auf dem Tisch und Judas sitzt von den übrigen Aposteln isoliert vor der Tafel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Notiz beschreibt Leonardo die unterschiedliche Haltung der Jünger:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Einer, der gerade trinken wollte, aber den Becher auf seinem Platz stehen ließ und den Kopf dem Erzählenden zuwandte. Ein andrer, die Finger seiner Hände verschränkend und die Stirn runzelnd, wendet sich seinem Nachbarn zu. Ein andrer, mit offenen Händen, zeigt die Handflächen, hebt die Schultern gegen die Ohren und öffnet den Mund vor Erstaunen. Ein andrer sagt seinem Nächsten etwas ins Ohr, und dieser, der lauscht, dreht sich ihm zu und schenkt ihm Gehör, in einer Hand ein Messer, in der andern das mit diesem Messer durchgeschnittene Brot. Ein andrer, mit einem Messer in der Hand, wirft beim Umdrehen mit dieser Hand einen Becher auf dem Tisch um. Ein andrer legt die Hände auf den Tisch und starrt vor sich hin. Ein andrer bläst auf seinen Bissen. Ein andrer beugt sich vor, um den Erzählenden zu sehen, und beschattet dabei mit der Hand seine Augen. Ein andrer tritt hinter den zurück, der sich vorbeugt, und schaut zwischen der Wand und dem Vorgebeugten auf den Erzählenden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ullmann&amp;quot;&amp;gt;Ullmann: &#039;&#039;Leonardo da Vinci&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In sorgfältigen Einzelstudien, die sich heute in [[Schloss Windsor]] befinden, bereitete Leonardo die Apostelköpfe vor und suchte nach einem geeigneten Modell für Jesus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 4295 - Milano, Monumento a Leonardo - Ludovico il Moro esamina l&#039;Ultima Cena - Foto Giovanni Dall&#039;Orto 20-jan 2007.jpg|mini|[[Ludovico Sforza]] betrachtet Leonardos &#039;&#039;Abendmahl&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Von der Ungeduld des [[Prior]]s erzählt Vasari folgende Anekdote:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Man sagt, der Prior des Klosters habe Leonardo sehr ungestüm angetrieben, das Werk zu vollenden: ihm schien es seltsam, Leonardo bisweilen einen halben Tag in Nachdenken verloren zu sehen; es wäre ihm lieber gewesen, wenn er gleich Arbeitern, die den Garten umhacken, den Pinsel niemals aus der Hand gelegt hätte. Da ihm nicht Genüge geleistet wurde, beschwerte er sich vor dem Herzog und drängte ihn so lange, bis dieser sich gezwungen sah, Leonardo rufen zu lassen, und ihn freundlich zur Arbeit bewegte, wobei er versicherte, er tue dies nur auf die Zudringlichkeit des Priors hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leonardo kannte den klaren Verstand und den Takt des Fürsten, und deshalb entschloss er sich, mit ihm über die Sache ausführlich zu reden, was er mit dem Prior nie getan hatte. Er äußerte sich weitläufig über die Kunst und machte anschaulich, daß erhabene Geister bisweilen am meisten schaffen, wenn sie am wenigsten arbeiten, nämlich wenn sie erfinden und vollkommene Ideen ausbilden, die die Hände ausdrücken und darstellen nach jenen, die schon im Geiste konzipiert sind. Zwei Köpfe, so fügte er hinzu, wären es, die ihm noch fehlten, der von Christus, nach welchem er nicht auf Erden suchen wolle, und von dem er nicht glaube, daß seiner Einbildungskraft jene Schönheit und himmlische Anmut vorschweben könne, die der menschgewordenen Gottheit gezieme; der andere sei der des Judas, über den er nachdenke. Ihm scheine es unmöglich, passende Gesichtszüge für jenen zu erfinden, dessen trotziger Geist nach so vielfach empfangenen Wohltaten des Entschlusses fähig gewesen wäre, seinen Meister, den Erretter der Welt, zu verraten; nach diesem letzteren indes wolle er suchen, und finde er nichts Besseres, so bliebe ihm der des lästigen und taktlosen Priors gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies brachte den Herzog sehr zum Lachen und er gab Leonardo tausendmal recht. Der arme Prior, in Verwirrung geraten, befleißigte sich, die Arbeiten im Garten zu betreiben, Leonardo aber ließ er in Frieden; dieser führte den Kopf des Judas so trefflich zu Ende, daß er das wahre Bild des Verrates und der Unmenschlichkeit ist; das Haupt Christi dagegen blieb unvollendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ullmann&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Ausführung versuchte Leonardo, die [[Ölmalerei|Öltechnik]] für die [[Wandmalerei]] zu nutzen.&lt;br /&gt;
Wegen der Feuchtigkeit der Mauer und des Gebrauchs experimenteller organischer Farben, die sich bald als Fehlgriff erwiesen, erlitt das Gemälde jedoch noch zu Lebzeiten Leonardos schwere Schäden durch feine Risse. Im Laufe der Zeit blätterte auch die Farbe über weite Flächen ab. Einer später in die Wand eingezogenen Tür fielen Jesu Füße zum Opfer, die Leonardo ursprünglich abgebildet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dichter [[Matteo Bandello]], dessen Onkel der Prior des Klosters war, beobachtete Leonardo häufig beim Malen des Abendmahls und berichtet darüber Folgendes:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Er kam oft früh zur Morgendämmerungszeit in den Konvent und ich konnte ihn bei seiner Arbeit beobachten. Eilends stieg er auf das Gerüst, arbeitete fleißig, bis ihn die Schatten des Abends zum Aufhören zwangen, und dachte nie daran, Nahrung zu sich zu nehmen, so sehr war er in seine Arbeit vertieft. Zu anderen Zeiten kam er drei oder vier Tage lang, ohne sein Bild anzurühren, und blieb nur ein paar Stunden mit verschränkten Armen davor stehen und blickte seine Figuren an, als ob er sie selbst kritisierte. Auch sah ich ihn oftmals mittags, ohne nach Schatten zu suchen, auf dem schnellsten Weg in den Konvent eilen, wenn das Glühen der Sonne im Zenit sämtliche Straßen Mailands menschenleer gemacht hatte. Er kam von der Zitadelle, wo er sein kolossales Pferd [das Sforza-Reiterstandbild] modellierte. Im Konvent brachte er ein oder zwei Pinselstriche an, um dann augenblicklich wieder zurückzugehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wassermann: &#039;&#039;Leonardo da Vinci&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Der französische König [[Franz I. (Frankreich)|Franz I.]] war so angetan von dem Bild, dass er es von der Wand ablösen lassen und nach Frankreich mitnehmen wollte. Doch die damit verbundenen Schwierigkeiten hatten laut [[Giorgio Vasari]] „zur Folge, daß seine Majestät die Lust verlor und es [das Bild] den Mailändern blieb“.&amp;lt;ref&amp;gt;Bedini: &#039;&#039;Leonardo. Forscher, Künstler, Magier&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Das Abendmahl (Gobelin).jpg|mini|Gobelin (1533)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Minoritenkirche Abendmahl.JPG|mini|Mosaikkopie in der [[Wiener Minoritenkirche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der folgenden zwanzig oder dreißig Jahre wurden in Italien und Flandern zahlreiche Kopien angefertigt, die zum Teil noch erhalten sind und einen Eindruck davon geben, wie das &#039;&#039;Abendmahl&#039;&#039; ursprünglich ausgesehen haben mag. Als der [[Dauphin (Adel)|Dauphin]] von Frankreich, der spätere [[Heinrich II. (Frankreich)|Heinrich II.]], im Jahr 1533 [[Caterina de’ Medici]] heiratete, sandte König Franz I. einen großen [[Bildwirkerei|Gobelin]] mit einer Kopie von Leonardos &#039;&#039;Abendmahl&#039;&#039;, der heute im Vatikan zu sehen ist. Der Gobelin ist reichhaltig verziert und zeigt im Hintergrund eine komplizierte Architektur im italienisierenden Stil, wie er in Frankreich damals üblich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Napoleon Bonaparte|Napoleons]] Besatzungstruppen machten das Refektorium dann zu einem Pferdestall. Napoléon ließ auch eine Mosaikkopie in Auftrag geben, die jedoch erst nach seinem Sturz beendet wurde und von seinem Schwiegervater [[Franz II. (HRR)|Kaiser Franz I]] gekauft wurde. Für ihren ursprünglich vorgesehenen Aufstellungsort im [[Schloss Belvedere|Belvedere]] erwies sie sich als zu groß, so dass sie letztlich in die [[Wiener Minoritenkirche]] kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1943 überstand das Gemälde Leonardos einen Bombenangriff, der die Südwand des Refektoriums in Mailand zum Einsturz brachte. Das Abendmahl blieb unversehrt, da es von den Brüdern des Klosters mit Sandsäcken geschützt worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeit.de/1953/26/leonardos-abendmahl-heute &#039;&#039;Leonardos Abendmahl heute&#039;&#039;], Die ZEIT, Ausgabe 26/1953&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://content.time.com/time/magazine/article/0,9171,857589,00.html &#039;&#039;The true Last Supper&#039;&#039;], TIME vom 4. Oktober 1954&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dailymail.co.uk/news/article-2114892/Outraged-art-expert-claims-restorer-botched-Leonardo-da-Vincis-Last-Supper.html &#039;&#039;That&#039;s wrong, for starters: Outraged art expert claims restorer made a dog&#039;s dinner of Leonardo da Vinci&#039;s Last Supper&#039;&#039;], Daily Mail vom 14. März 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Das Abendmahl&#039;&#039; wurde bereits mehrfach restauriert, vor allem durch Bellotti (1726), Mazza (1770) und Berezzi (1819). Erst in jüngster Zeit (1978 bis 1999) gelang es durch moderne Techniken den Verfall des Bildes aufzuhalten. Heute kann es wieder besichtigt werden, wird jedoch durch Sicherheits- und Staubschleusen geschützt. Pro Stunde werden nur etwa 100 Besucher zugelassen, daher gibt es lange Wartelisten und eine Anmeldung ist notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1980 wurde die Kirche gemeinsam mit dem Gemälde von der [[UNESCO]] zum [[UNESCO-Welterbe|Weltkulturerbe]] erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dargestellte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Stiudium do Ostatniej Wieczerzy.jpg|mini|Studien Leonardos]]&lt;br /&gt;
Leonardos [[Komposition (Bildende Kunst)|Komposition]] dieses traditionellen kirchlichen Themas ist lebhafter/bewegter als frühere Werke. Er verzichtet auf Heiligenscheine und die bildhafte Isolierung des Verräters Judas. Er gruppiert die Apostel in vier Teileinheiten, die auf unterschiedliche Weise auf seine Enthüllung „Einer von euch wird mich verraten“ reagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bartholomäus, Jakobus und Andreas ===&lt;br /&gt;
Bartholomäus, Jakobus der Jüngere und Andreas bilden am linken Rand eine Dreiergruppe, die die Überraschung des Moments ausdrückt.&lt;br /&gt;
# [[Bartholomäus (Apostel)|Bartholomäus]] (wahrscheinlich identisch mit „[[Nathanael (Jünger)|Nathanael]]“ aus dem Johannesevangelium) – blaues Gewand (ganz links). Er soll der Legende nach in Indien, Mesopotamien und Armenien gepredigt haben, wo er auch das Martyrium erlitten haben soll. Astyages soll den Befehl gegeben haben, ihm bei lebendigem Leibe die Haut abzuziehen und ihn anschließend kopfunter zu kreuzigen. Bartholomäus stützt sich auf den Tisch und ist empört.&lt;br /&gt;
# [[Jakobus, Sohn des Alphäus|Jakobus, der Sohn des Alphäus]], Bruder des Thaddäus, auch „Jakobus der Jüngere“ – rotes Gewand (2. v. L). In der Kirchengeschichte wurde Jakobus, der Sohn des Alphäus, auch mit Jakobus dem Kleinen und Jakobus, dem Bruder Jesu gleichgesetzt. Jakobus der Kleine wird in der Bibel nur einmal erwähnt (Mt 27,56) und zwar als Sohn einer Jüngerin Jesu namens Maria und Bruder eines Joses. Jacobus bleibt scheinbar gelassen, doch ist er starr vor Schreck.&lt;br /&gt;
# [[Andreas (Apostel)|Andreas, Bruder des Simon Petrus]] – gelbes Gewand (3. v. l.). Andreas sei zuerst ein Jünger Johannes des Täufers gewesen, der ihn dann an Jesus wies, worauf er auch seinen Bruder Simon zu Jesus führte mit der Botschaft „Wir haben den Messias gefunden“ (Joh 1,35-42). Daher kommt sein traditioneller Beiname der Erstberufene. In den Apostellisten erscheint Andreas immer unter den ersten vier Aposteln. Andreas zieht auf diesem Bild seine Schultern hoch und wehrt mit den Händen ab, die besagen: „Aber ich doch nicht!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Abendmahl (Bartholomaeus Jacobus-Minor Andreas).png|Bartholomäus, Jakobus und Andreas&lt;br /&gt;
Datei:Bartholomew Jacobus-Minor Andrew Last supper copy.jpg|Bartholomäus, Jakobus und Andreas&lt;br /&gt;
Datei:Bartholomaeuskopf (da Vinci).jpg|Studie für den Bartholomäus&lt;br /&gt;
Datei:Last judgement.jpg|Bartholomäus mit abgezogener Haut in der [[Sixtinische Kapelle|Sixtinischen Kapelle]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Petrus, Judas und Johannes ===&lt;br /&gt;
Petrus beugt sich zu Jesu Lieblingsjünger Johannes, der den Kopf beugt, während sich der Verräter Judas von beiden distanzierend abwendet.&lt;br /&gt;
# [[Simon Petrus]] (4. v. links; spricht zu Johannes). Nach allen Evangelien lautete sein Name Simon. [[Paulus von Tarsus]] dagegen nannte ihn stets Kephas ohne Vornamen. Dieser Ausdruck ist eine Gräzisierung des aramäischen Wortes kefa כיפא, griechisch übersetzt πετρος &#039;&#039;(petros)&#039;&#039;, latinisiert Petrus. Es bedeutet in beiden Sprachen gewöhnlich „Stein“. Diesen Beinamen soll Jesus persönlich Simon verliehen haben; wo und wann er dies tat, überliefern die Evangelien unterschiedlich. Mt 16,18 EU erklärt den Beinamen mit Jesu Zusage an Petrus: „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“ Petrus ist begierig zu erfahren, wer der Verräter sein wird.&lt;br /&gt;
# [[Judas Iskariot]] sitzt im Halbschatten – erkennbar am Geldsäckchen. Vielleicht drückt die angedeutete Drehung Distanzierung aus. Nach allen vier Evangelien soll er in Jerusalem Jesu Festnahme im Garten [[Getsemani]] durch die im Sanhedrin führenden Gruppen ermöglicht haben mit der Folge, dass Jesus von diesen an die Römer ausgeliefert und gekreuzigt wurde. Er galt den Urchristen daher als der, der Jesus verriet (Mk 3,19 EU). Judas sitzt im Unterschied zu konventionellen Darstellungen an der gleichen Tischseite wie die übrigen Jünger. Während die Jünger bestürzt diskutieren, verharrt er unbeweglich. Judas ist platziert zwischen dem aufbrausenden Petrus und dem sanften Johannes. Sein Blick geht über das Haupt Jesu hinweg. Über das Modell für den Judas hat der österreichische Schriftsteller [[Leo Perutz]] den Roman &#039;&#039;„Der Judas des Leonardo“&#039;&#039; (postum, 1959) geschrieben: Leonardo da Vinci möchte nach vierzehn Jahren endlich sein Gemälde vollenden, doch es fehlt ihm das Modell für den Kopf des Judas, denn er sucht nach „dem allerschlechtesten Menschen in ganz Mailand“. Er findet schließlich den böhmischen Kaufmann Joachim Behaim, der nach acht Jahren noch einmal nach Mailand zurückkehrt und sich wundert, dass die Leute über ihn lästern, bis er das &#039;&#039;Abendmahl&#039;&#039; ansieht und feststellt, dass Judas sein Gesicht hat.&lt;br /&gt;
# [[Johannes (Apostel)|Johannes]] (6. v. l.) sitzt an Jesu rechter Seite. Johannes wird in der kirchlichen Tradition mit dem „Lieblingsjünger“ Jesu aus dem Johannesevangelium identifiziert. Er stand als einziger Jünger unter dem Kreuz. Johannes ist mit sich im Reinen, denn er weiß, dass niemand ihn verdächtigen wird. So sitzt er still da und betrauert das Geschehen. Allerdings gibt es auch Interpretationen, die besagen, dass es sich bei der Darstellung des Johannes um Maria Magdalena handle. Diese Interpretation fußt auf dem Argument, dass man den Brustansatz erkennen könne, wenn man das Bild vergrößere.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Abendmahl (Judas-Iskariot Simon-Petrus Johannes).png|Positionierung der Apostel Judas, Petrus und Johannes&lt;br /&gt;
Datei:Judas Peter John Last supper copy.jpg|Judas, Petrus und Johannes&lt;br /&gt;
Datei:Judaskopf (da Vinci).jpg|Studie für den Judas&lt;br /&gt;
Datei:Study for the Last Supper.jpg|Studie für den Petrus&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jesus ===&lt;br /&gt;
Jesus (mit rotem Gewand und blauem Überwurf) scheint in Richtung seiner nach oben gedrehten Handfläche zu blicken. Die rechte Hand liegt auf dem Tisch. Durch die Zentralperspektive und den Lichteinfall wird Jesu Bedeutung klar hervorgehoben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Abendmahl (Jesus).png|Jesu Positionierung&lt;br /&gt;
Datei:Jesús en La Última Cena, de Leonardo da Vinci.jpg|Jesus ruhig inmitten der aufgeregten Jünger&lt;br /&gt;
Datei:Jesus Last supper copy.jpg|Jesus in einer älteren Kopie&lt;br /&gt;
Datei:Leonardo study Christ lastsupper.JPG|Studie für den Jesus&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thomas, Jakobus und Philippus ===&lt;br /&gt;
Thomas, Jakobus der Ältere und Philippus drücken mehr Zorn und Fragen aus. Jakobus breitet seine Arme aus und bildet dadurch eine Barriere, die den fragenden Gesten von Thomas (mit erhobenen Zeigefinger) und Philippus (beide Hände zeigen auf seine Brust) Einhalt gebietet.&lt;br /&gt;
# [[Thomas (Apostel)|Thomas]], auch „Didymos Judas Thomas“. Der Name Thomas stammt aus dem Aramäischen und bedeutet „Zwilling“. Deshalb wird Thomas in der Bibel auch „Didymus“ (griechisch didymos, δίδυμος) genannt. Nach der Überlieferung ist er der „ungläubige Thomas“, weil er an der Auferstehung Jesu zunächst zweifelte, bis er selbst die Wundmale des Auferstandenen sehen und berühren durfte. Thomas zeigt zum Himmel als wollte er sagen: „Wehe dem Verräter!“&lt;br /&gt;
# [[Jakobus der Ältere|Jakobus, der Sohn des Zebedäus, oder Jakobus der Ältere]] (sitzt von Jesu aus betrachtet direkt an seiner linken Seite). Er soll der Apostel gewesen sein, der nach der Himmelfahrt Jesu auf der Iberischen Halbinsel predigte. Er breitet seine Arme aus und bildet dadurch eine Barriere zu Jesus.&lt;br /&gt;
# [[Philippus (Apostel)|Philippus]] – rotes Gewand (4. v. r., gerade aufgesprungen). Philippus wurde von Jesus direkt berufen, ihm nachzufolgen (Johannes 1,43). Er ist es, der das Erlebte dem Nathanael weitererzählte. Philippus ist tief betroffen und kann nicht glauben, dass das Prophezeite wirklich geschieht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Abendmahl (Thomas Jacobus-Maior Philippus).png|Positionierung der Apostel Thomas, Jakobus und Philippus&lt;br /&gt;
Datei:Thomas Jacobus-Maior Philipp Last supper copy.jpg|Thomas, Jakobus und Philippus&lt;br /&gt;
Datei:Philippuskopf (da Vinci).jpg|Studie für den Philippus&lt;br /&gt;
Datei:Jacobus Maior (da Vinci).jpg|Studie für den Jacobus&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Matthäus, Thaddäus und Simon ===&lt;br /&gt;
Matthäus und Thaddäus wenden sich fragend zu dem ganz rechts sitzenden Simon aus Kanaan. Sie debattieren die Enthüllung Jesu, wobei ihre Gesten die Erschütterung verstärken.&lt;br /&gt;
# [[Matthäus (Evangelist)|Matthäus, der (ehemalige) Steuerpächter und spätere Evangelist]] (Identität mit dem Evangelisten Matthäus ist aber nicht nachweisbar) – (3. v. R). Nach alter kirchlicher Überlieferung soll Matthäus als erster sein Evangelium in hebräischer Sprache verfasst haben. In seinem Katalog der Kirchenschriftsteller sagt Hieronymus (347–419 n. Chr.) dazu: „Matthäus, der auch Levi ist und der von einem Zöllner zu einem Apostel wurde, und zwar als erster aller Evangelisten, verfasste ein Evangelium von Christus in Judäa in der hebräischen Sprache und in hebräischen Schriftzeichen zum Nutzen derjenigen aus der Beschneidung, die geglaubt hatten“ … Matthäus fragt Simon: „Kann es stimmen, was uns Jesus gerade gesagt hat?“&lt;br /&gt;
# [[Judas Thaddäus|Thaddäus, dessen Bruder]], auch Judas Thaddäus – (2. v. R.). Die Person Thaddäus ist im Zwölferkreis nach den Quellen nicht eindeutig zu identifizieren und hat zu Spekulationen Anlass gegeben. Er wird auch mit Simon Zelotes identifiziert. Als Kirchenpatrone tauchen beide oft gemeinsam als „Sankt Simon und Judas“ auf. Thaddäus traut seinen Ohren nicht und fragt Simon, was es mit der Prophezeiung wohl auf sich habe.&lt;br /&gt;
# [[Simon Zelotes]] Kanaanäus – weißes Gewand (ganz rechts). Seinen Beinamen Zelotes, im aramäischen „Kananäu“, im Deutschen „der Eiferer“, erhielt er wohl aufgrund seiner ursprünglichen Zugehörigkeit zur radikalen Zelotenpartei, die sich zum Ziel setzten, die Römer gewaltsam aus Israel zu vertreiben. Im Neuen Testament der Bibel erscheint nur sein Name und Beiname, und das auch nur in den Apostellisten; sonstige Details über ihn fehlen vollständig. Nach der Kreuzigung Christi verkündete Simon der Überlieferung nach das Evangelium in Babylonien und Persien, wo er auch zusammen mit Judas Thaddäus den Märtyrertod erlitten haben soll. Simon versucht das Unfassbare zu begreifen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Abendmahl (Matthaeus Judas-Thaddaeus Simon-Zelotes).png|Positionierung der Apostel Matthäus, Thaddäus und Simon&lt;br /&gt;
Datei:Leonardo da Vinci 003.jpg|Judas Thaddäus und Simon&lt;br /&gt;
Datei:Matthew Thaddaeus Simon Last supper copy.jpg|Matthäus, Thaddäus und Simon&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Perspektive ==&lt;br /&gt;
[[Datei:פרספקטיבה - הסעודה האחרונה.jpg|mini|Bildlich dargestellte [[Fluchtpunkt]]linien]]&lt;br /&gt;
Leonardo da Vinci äußerte sich im [[Codex Madrid (Leonardo da Vinci)|Codex Madrid]] folgendermaßen zur Perspektive:&lt;br /&gt;
{{Zitat|[…] ein Auge, das eine Wandmalerei betrachtet, versetzt sich immer in die Mitte des Bildes. Für sich ist die Perspektive, die eine gerade Wand bietet, falsch, wenn sie nicht der Standort des betrachtenden Auges korrigiert, indem er die Wand perspektivisch verkürzt zeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;([[Leonardo da Vinci]], [[Codex Madrid (Leonardo da Vinci)|Codex Madrid]].II, 15 v. – Die Perspektive bei den Wandmalereien)&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
In der Geschichte perspektivischer Darstellungsweisen vollzog sich im 15. Jahrhundert der Sprung vom Gebrauch handwerklicher Regeln und Erfahrungen zur Anwendung mathematisch fundierter Konstruktionssysteme – das Abendmahl Leonardos ist &#039;&#039;das&#039;&#039; Paradebeispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Leonardo da Vinci|Leonardo]] schreibt selbst über die [[Perspektive]] des Abendmahls:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wenn man ganz nahe vor dem Abendmahl steht, der Christusfigur gegenüber, erscheinen die seitlichen Teile zwangsläufig verkleinert im Verhältnis zur Mitte des Freskos, die einem näher ist. Wenn, wie wir gesehen haben, die traditionelle – flache – Perspektive die äußersten Seiten des Bildes über Gebühr vergrößert darstellt, so werden sie dafür vom Auge des Betrachters verkleinert, sobald es sich in der Mittelachse befindet; und es lässt sich unschwer zeigen, dass diese beiden Verzerrungen einander aufheben, gesetzt den Fall der Betrachter befindet sich genau an der Spitze der Sichtpyramide, deren Schnitt das Gemälde bilden soll, was der Dritten der vorhin angeführten Voraussetzungen entspricht. In allen anderen Fällen geschieht es, dass die Verzerrungen der flachen Perspektive und die Verzerrungen, welche die kugelförmige, (Leonardos) natürliche Perspektive der wahrgenommenen gemalten Oberfläche aufzwingt, sich summieren oder einander überlagern, anstatt sich aufzuheben; und das Bild erscheint somit monströs.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Chastel, Leonardo da Vinci: &#039;&#039;Sämtliche Gemälde und die Schriften zur Malerei&#039;&#039;. ISBN 3-88814-286-5&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Der Leipziger Kunsthistoriker [[Frank Zöllner]] schreibt:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wie schon die Florentiner Künstler vor ihm, stellt Leonardo das letzte Abendmahl des Herrn in einem nach Regeln der Zentralperspektive konstruierten bühnenartigen Raum dar.&amp;lt;ref&amp;gt;Zöllner: &#039;&#039;Leonardo da Vinci&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Versuchsaufbau Abendmahl.gif|mini|Versuchsaufbau in der [[Wiener Minoritenkirche]] (Abendmahlgröße = Originalgröße)]]&lt;br /&gt;
Es handelt sich bei der im Abendmahl angewendeten Perspektive um eine [[Zentralperspektive]], wie wir sie heute noch verwenden. Wie der Name bereits andeutet, definiert sich diese Abbildungsart einer dreidimensionalen Welt auf eine Fläche durch das Vorhandensein eines Projektionszentrums, auch Augpunkt genannt. Bei dem Augpunkt handelt es sich um den Standpunkt des Betrachters. Dieser Augpunkt befindet sich beim Abendmahl nachweislich in der Schläfe der Christusfigur (das ist bei den letzten Restaurierungsarbeiten festgestellt worden – man hat das Loch eines Nagels gefunden&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter O. Chotjewitz]]: &#039;&#039;Alles über Leonardo aus Vinci.&#039;&#039; Hamburg, 2004&amp;lt;/ref&amp;gt;), das heißt, das von [[Leonardo da Vinci]] festgelegte Zentrum des Bildes ist die Schläfe der Christusfigur und gleichzeitig der Punkt, in dem sich alle (perspektivischen) Strahlen treffen. Da Vinci hat die Strahlen mittels eines Nagels und gespannter Schnüre ermittelt. Ladwein formuliert die These, dass die Gesamtkomposition des Bildes mit den Linien der Zentralachse einen kreuzförmigen [[Heiligenschein]] um das Haupt Jesu andeute.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Ladwein, &#039;&#039;Leonardo Da Vinci, the Last Supper: A Cosmic Drama and an Act of Redemption&#039;&#039;, Temple Lodge Publishing, 2006, S. 64&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Perspektive des Abendmahls gab es anlässlich einer Ausstellung in der [[Wiener Minoritenkirche]] einen Versuchsaufbau, der belegte, dass die Perspektive des Abendmahls eine Zentralperspektive ist, bei der sich der Augpunkt auf Höhe der Schläfe der Christusfigur befindet. Um das zu beweisen, wurde eine Treppe installiert, die es dem Betrachter ermöglichte, diesen Betrachtungspunkt einzunehmen. Der genaue Abstand des Betrachters wurde von David Sayn durch ein Computermodell errechnet.&amp;lt;ref&amp;gt;David Sayn, Christoph Rahofer: &#039;&#039;Leonardo da Vinci, Mensch – Künstler – Genie.&#039;&#039; (Versuchsaufbau in der [[Wiener Minoritenkirche]] 2006)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Während die zentrale Gestalt Jesu nie in Frage gestellt wurde, fand die Darstellung der Jünger nicht immer Bewunderung. Im Jahr 1916 entrüstete sich der Kunsthistoriker [[Bernard Berenson]]:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;em&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was ist das aber für ein Haufen von aufgeregten, gestikulierenden, vorlauten Menschen, deren Gesichter alles andere als angenehm zu empfinden sind. (…) Die sind mir keine gute Gesellschaft!&amp;lt;ref&amp;gt;Wetzel: &#039;&#039;Reclams Buch der Kunst&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/em&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Gemälde in der Modernen Kunst ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wieliczka-daVinci.jpg|mini|Darstellung im [[Salzbergwerk Wieliczka]], (Polen)]]&lt;br /&gt;
[[Andy Warhol]]s letzte großformatige Arbeit sollte die Auseinandersetzung mit Leonardo da Vincis Abendmahl werden. Das Gemälde entstand für die neuerstellten Ausstellungsräume der Bank Credito Valtellinese, unmittelbar gegenüber der Heimstatt des Originals des Abendmahls in der [[Dominikaner]]kirche [[Santa Maria delle Grazie (Mailand)|Santa Maria delle Grazie]] in Mailand. Die Bank –&amp;amp;nbsp;der Palast und Tempel des Kapitals&amp;amp;nbsp;– verbindet sich geschickt mit der religiösen Ikone und konterkariert sie zugleich. Warhol aber neutralisierte die dem Auftrag inneliegende Nobilitierung des Kapitals. Er machte sich nicht zu einem schnöden Lieferanten eines Dekors. Er beschäftigte sich nicht mit dem Original, sondern legte das Foto einer billigen Reproduktion des Originalgemäldes von Leonardo zugrunde, die er zusammen mit einer Gipsplastik in einem Ramschladen in [[Little Italy (New York City)|Little Italy]] fand. Daraus entstand ein riesiger Gemäldezyklus, über 100 meist traditionell mit dem Pinsel gemalter Bilder, teilweise über 4&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;10&amp;amp;nbsp;Meter groß. Er wählte aber für die Ausstellung nicht die handgemalten Arbeiten aus, sondern insgesamt 22 im Siebdruck umgesetzte druckgraphische Versionen.&amp;lt;ref&amp;gt;Carla Schulz-Hoffmann: &#039;&#039;Eigen-sinnige Katholiken Andy Warhol und die Religion &#039;&#039;Last Supper&#039;&#039;-Zyklus. Das provokative Vermächtnis eines Künstlers.&#039;&#039; In: &#039;&#039;zur debatte.&#039;&#039; Nr. 01/2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Kopie in Originalgröße in Haigerloch (Deutschland) ===&lt;br /&gt;
In der evangelischen Abendmahlskirche in [[Haigerloch]] befindet sich eine Nachbildung des Bildes. Das Werk ist als Wandgemälde in Originalgröße ausgeführt. Geschaffen hat es 1952/53 in einem Zeitraum von circa 22 Monaten der Düsseldorfer Kunstmaler Friedrich Schüz, unterstützt durch den Tübinger Grafiker [[Gerhard Halbritter]] und den Gießener Kunstmaler Walter Kröll.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.haigerloch.de/de/Tourismus/Haigerloch-erleben/Historischer-Rundgang haigerloch.de/Historischer Rundgang]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.abendmahlsbild.de Abendmahlskirche www.abendmahlsbild.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wurde am Gründonnerstag 1954 der Öffentlichkeit übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfremdungen in der Werbung und der Kunst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Grund seines hohen Bekanntheitsgrades gibt es zahlreiche Parodien und Verfremdungen des &#039;&#039;Abendmahls&#039;&#039;:&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.martin-missfeldt.de/kunst-bilder/nofretete-leonardo-da-vinci/abendmahl-last-supper-leonardo.php Giraffen statt Menschen]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Salvador Dalí]] adaptierte das Bild 1955.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | zugriff=2015-04-12 | url=http://www.composite.de/de/dali/43.html | titel= Salvador Dalis &#039;&#039;Das Abendmahl&#039;&#039; 1955}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1993 erschien ein Werbemotiv der Modemarke &#039;&#039;Otto Kern&#039;&#039;, das Leonardos Abendmahl zu Werbezwecken nutzte und in Deutschland Kontroversen auslöste: Statt der Jünger saßen barbusige Models um einen Jesus-Darsteller. Das Plakat wurde vom deutschen Werberat gerügt und musste zurückgezogen werden. Das spätere Motiv, in dem zwölf Männer um eine Jesus-Darstellerin formiert waren, blieb dagegen weitgehend unbeachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.theomag.de/41/am186.htm Bilderstreit und Kulturverlust]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das französische Modehaus [[Girbaud]] warb Ende April 2005 in Frankreich mit einer Anzeige, die sich grob an das Abendmahl anlehnte. Zu sehen waren zwölf weibliche Models, von denen eine offensichtlich Christus darstellte. Zwei andere umarmten einen Mann mit nacktem Oberkörper in Jeans. Die katholische Kirche reichte wegen [[Blasphemie]] eine Klage ein. Am 10. März gab Richter Jean-Claude Magendie dieser statt und forderte Girbaud gegen Androhung einer Geldstrafe auf, in ganz Frankreich die Plakate binnen drei Tagen entfernen zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.protestantismeetimages.com/article.php3?id_article=143 Neuinterpretationen von Leonardo da Vincis Abendmahl]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Yo Mama’s Last Supper&#039;&#039; der US-amerikanischen Künstlerin [[Renée Cox]] wurde im Jahr 2001 im Rahmen einer Ausstellung von 94 „Schwarzen Fotografen“ im [[Brooklyn Museum]] ausgestellt und löste eine lebhafte Auseinandersetzung mit dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister [[Rudolph Giuliani]] aus. Jesus ist auf diesem Bild weiblich, schwarz und nackt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | zugriff= 2015-04-12 | url=http://www.reneecox.net/series04/series04_1.html | titel= Yo Mama’s Last Supper, Abb.| archiv-url=https://web.archive.org/web/20100726144634/http://www.reneecox.net/series04/series04_1.html| archiv-datum=2010-07-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine französische Werbung für den [[VW Golf]] zeigte unter dem Motto „Freuen wir uns, Freunde, denn der neue Volkswagen ist geboren“ Jünger hinter einer langen Tafel, in Posen, die an die der Figuren in da Vincis &#039;&#039;Abendmahl&#039;&#039; erinnern.&lt;br /&gt;
* In [[Robert Altman]]s Filmkomödie [[MASH (Film)|M*A*S*H]] wird die Bildkomposition des Abendmahls in einer Szene nachempfunden, in der der Zahnarzt des Lazaretts (genannt: &#039;&#039;der schmerzlose Bohrer&#039;&#039;) seinen Abschied feiert, bevor er sich aus Gründen sexueller Unzulänglichkeiten umbringen will. Dabei nimmt er selbst die Rolle Jesu ein, während seine Kollegen die Posen der Jünger einnehmen.&lt;br /&gt;
* In dem Episodenfilm [[Mel Brooks – Die verrückte Geschichte der Welt]] bedient der Aushilfskellner Comicus ([[Mel Brooks]]) Jesus und die Jünger. Leonardo da Vinci soll ein Gruppenporträt anfertigen und gruppiert die Tischordnung in der Weise um, wie auf seinem Bild zu sehen. Comicus stellt sich mit einem silbernen Tablett hinter Jesus, das den Heiligenschein parodiert.&lt;br /&gt;
* In der Werbekampagne für die US-Serie &#039;&#039;[[Battlestar Galactica]]&#039;&#039; wird die vierte Staffel mit einem Bild beworben, in dem die Darsteller das Gemälde nachstellen.&lt;br /&gt;
* In dem Film [[Biker Boyz]] zeigt das Gemälde die Mitglieder des Clubs.&lt;br /&gt;
* In seinem Film [[Viridiana]] arrangiert [[Luis Buñuel]] die Szene eines Fressgelages nach dem Muster von Leonardos Abendmahl.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.johncoulthart.com/feuilleton/wp-content/uploads/2007/09/viridiana.jpg Filmstill]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das Cover des [[Steel Panther|Steel-Panther]]-Albums &#039;&#039;All You Can Eat&#039;&#039; aus dem Jahr 2014 zeigt die Bandmitglieder sowie einige Frauen am und auf dem Tisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
Im Spielfilm [[Mord_im_Orient-Express_(2017)|Mord im Orient-Express]] (Originaltitel: Murder on the Orient Express) aus dem Jahr 2017 ist die Abschlußszene optisch sehr stark an das Abendmahlgemälde von Leonardo da Vinci angelehnt. Regisseur [[Kenneth Branagh]] erklärte diesen Bezug auf das Gemälde ausdrücklich als von ihm beabsichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Das Abendmahl (Leonardo da Vinci)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Leonhard Salleck: &#039;&#039;Der Schlüssel: Geheime Botschaften in Leonardo da Vincis Abendmahl.&#039;&#039; Kastner, 2004, ISBN 3-937082-11-5.&lt;br /&gt;
* Georg Eichholz: &#039;&#039;Das Abendmahl Leonardo da Vincis: Eine systematische Bildmonographie.&#039;&#039; scaneg, 1998, ISBN 978-3-89235-222-8.&lt;br /&gt;
* Georg Eichholz: &#039;&#039;Tema con variazioni: Briefe rund um Leonardos Mailänder Abendmahl.&#039;&#039; scaneg, 2009, ISBN 978-3-89235-122-1.&lt;br /&gt;
* Willi Finkenrath: &#039;&#039;Das Zeugnis des Wortes: Das Abendmahl des Lionardo da Vinci.&#039;&#039; edition lionardo, 2003, ISBN 3-9808672-9-3.&lt;br /&gt;
* Michael Ladwein: &#039;&#039;Leonardo. Das Abendmahl. Weltendrama und Erlösungstat.&#039;&#039; Pforte Verlag, 2004, ISBN 3-85636-153-7.&lt;br /&gt;
* Leo Steinberg: &#039;&#039;Leonardo&#039;s Incessant Last Supper.&#039;&#039; Zone Books, 2001, ISBN 978-1-890951-18-4.&lt;br /&gt;
* Christoph Wetzel: &#039;&#039;Reclams Buch der Kunst.&#039;&#039; Philipp Reclam jun., Stuttgart 2001, ISBN 3-15-010476-9.&lt;br /&gt;
* Manfred Wundram: &#039;&#039;Die berühmtesten Gemälde der Welt.&#039;&#039; Imprimatur Druck- und Verlagsgesellschaft, Bergisch Gladbach 1976&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belletristik ==&lt;br /&gt;
* Leo Perutz: &#039;&#039;Der Judas des Leonardo.&#039;&#039; Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-13304-X.&lt;br /&gt;
* Javier Sierra: &#039;&#039;Das geheime Abendmahl (Historischer Roman)&#039;&#039; Blanvalet Verlag, ISBN 978-3-442-36500-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Last Supper by Leonardo da Vinci}}&lt;br /&gt;
* [http://www.haltadefinizione.com/ Leonardo da Vinci – Das Letzte Abendmahl] (zoombar, 16 Gigapixel, nach kostenloser Registrierung)&lt;br /&gt;
* [https://the-artinspector.de/galerie/davinci-das-abendmahl Kurzer Videoguide zum Gemälde beim artinspector]&lt;br /&gt;
* [http://www.elrelojdesol.com/leonardo-da-vinci/gallery-english/index.htm Leonardo da Vinci – Bilder und Zeichnungen]&lt;br /&gt;
* [http://www.cenacolovinciano.net/ Besichtigung des Gemäldes (ital.)]&lt;br /&gt;
* [http://www.das-letzte-abendmahl.de/restaurierung.htm Die Restaurierung des Gemäldes (www.das-letzte-abendmahl.de)]&lt;br /&gt;
* [http://www.das-letzte-abendmahl.de/apostel.htm Mimik und Gestik der zwölf Apostel (www.das-letzte-abendmahl.de)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4195043-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Leonardo}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Künstlerisches Werk von Leonardo da Vinci]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werk der Bildenden Kunst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werk der Malerei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fresko]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gralsgeschlecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gralsbild]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gralskelch]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Das Abendmahl (Leonardo da Vinci)}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Shakti&amp;diff=625036</id>
		<title>Shakti</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Shakti&amp;diff=625036"/>
		<updated>2025-12-29T15:28:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Bildlink, Bild (als Titelbild) in normaler Größe definiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Durga Mahisasuramardini.JPG|mini|Shakti als [[Wikipedia:Durga|Durga]], die den Büffeldämon, Verkörperung des Übels, besiegt.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Shakti&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]], f., शक्ति, {{IAST|śakti|sa}} „Kraft“) steht im [[Wikipedia:Hinduismus|Hinduismus]] für die [[weiblich]]e Urkraft des Universums und ist die aktive Energie, die auch durch die [[Kundalini-Schlange]] [[symbol]]isiert wird. Ihr Beiname &#039;&#039;&#039;Gauri&#039;&#039;&#039; bedeutet &#039;&#039;die Goldene&#039;&#039;. Als [[Kriyashakti|Krya Shakti]] ({{Sanskrit|क्रियाशक्ति}} &#039;&#039;kriyāśakti&#039;&#039; f. „Handlung“) ist sie die [[Selbsthervorbringungskraft]], über die der [[Mensch]] vor dem [[Sündenfall]] verfügte und die er auf neue Weise in der [[Sechste Wurzelrasse|sechten Wurzelrasse]] wiedergewinnen wird. Oft wird Shakti gleichgesetzt mit dem weiblichen Gegenpart (bzw. der weiblichen Seite) zu den drei indischen Hauptgöttern. Ihre männliche, willensbetonte Seite ist &#039;&#039;&#039;Iccha Shakti&#039;&#039;&#039; ({{Sanskrit|इच्छाशक्ति}} &#039;&#039;icchāśakti&#039;&#039; f. „Impuls, Wille, Wunsch“). Ihr dritter Aspekt ist &#039;&#039;&#039;Jnana Shakti&#039;&#039;&#039; ({{Sanskrit|ज्ञानशक्ति}} &#039;&#039;jñānaśakti f.&#039;&#039; „Kraft des Wissens“, von [[Jnana]], {{Sanskrit|ज्ञान}} &#039;&#039;jñāna&#039;&#039; n. „Wissen, Weisheit, Erkenntnis“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Für [[Brahma]], den Schöpfer/Vergeber, ist es [[Sarasvati]].&lt;br /&gt;
*Für [[Vishnu]], den Erhalter/Verwandler, ist es [[Lakshmi]].&lt;br /&gt;
*Für [[Shiva]], den Zerstörer/Erlöser, ist es [[Parvati]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Den zwei Geschlechtern geht voran eine zweigeschlechtliche Menschheit, bei der jedes Individuum beides in sich hat; eine hermaphroditische Menschheit. Die ältesten Götter wurden immer als zweigeschlechtlich beschrieben. Wir finden es noch bei alten Griechen. In den Mysterientempeln waren lauter hermaphroditische Gestalten. Auch die Bibel selbst enthält noch durchaus ein Bewusstsein davon, indem sie die Geschlechtstrennung als das Hervorgehen der zwei Geschlechter aus dem Zweigeschlechtlichen andeutet. Noch deutlicher zeigt sich dies in der persischen Mythe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damals bei der Trennung waren alle Kräfte des Menschen noch magischer, unmittelbarer als jetzt, sodass wir nach der Trennung in der Wesenheit finden zwei auf Mann und Weib getrennte, noch magische seelische Kräfte. Die des Männlichen muss man bezeichnen als mehr dem Willen verwandte Kräfte, die des Weiblichen als dem Gemüte und Gedächtnis verwandte Kräfte. So ist die Menschheit geteilt. Im Sanskrit ist Iccha Shakti die dem Männlichen mehr ähnliche Kraft; Kriya Shakti, die dem Weiblichen mehr ähnliche. Beide Kräfte sind in der ursprünglichen Form gar nicht vorhanden, indem in der weiteren Entwicklung die Anähnlichung der weiblichen gemütsartigen dem männlichen willensartigen eingetreten ist. Die hermaphroditische Menschheit war der Träger der allerersten am weitesten vorgeschrittenen Pitris, welche noch nicht in diese mit der Hälfte behafteten Geschlechter sich inkarnieren konnten, und deshalb auch in physischen Leibern die Kräfte hatten, um den Menschen doppelt zum Ausdruck zu bringen. Das sind die großen Söhne des Feuernebels, die Arhats. Der bekannteste ist Hermes Trismegistos, der ägyptische.|90a|503f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarasvati ist die Göttin der schönen Künste (aller Lehrformen und Künste) und die Gattin Brahmas.&lt;br /&gt;
Als Göttin des Glücks, des Reichtums und der Schönheit tritt [[Lakshmi]], Gattin des Vishnu, auf.&lt;br /&gt;
Shivas Gattin, [[Parvati]], kann in folgenden Erscheinungsformen auftreten: [[Uma]] (voll weibliche Grazie) oder als [[Durga]] die Kriegerin. Wenn das Unheil im Universum steigt, dann verbinden sich die drei (Sarasvati, Lakshmi, Parvati) zu [[Kali (Göttin)|Kali]], der anderen Seite Shaktis, die alles auf ihrem Weg zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Wikipedia:Shaktismus|Shaktismus]] kommt der Shakti eine zentrale Rolle als beherrschende Gottheit zu und in einigen philosophischen Richtungen des Shaktismus gilt die Shakti als kinetischer Aspekt des [[Brahman (Philosophie)|Brahman]], des einzig wahrhaft Seienden, die die manifestierte Welt und alle ihre Erscheinungen hervorbringt, selbst ist und beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Gedicht von [[Wikipedia:Friedrich Rückert|Friedrich Rückert]] &#039;&#039;(Die Göttin Gauri)&#039;&#039; wird Shakti als [[Wikipedia:Schutzpatron|Schutzpatron]]in der Handwerker beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I&#039;&#039;, [[GA 90a]] (2017), ISBN 978-3-7274-0900-4 {{Vorträge|90a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[en:Shakti]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Schlangen&amp;diff=625029</id>
		<title>Schlangen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Schlangen&amp;diff=625029"/>
		<updated>2025-12-26T19:36:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Die Schlange als Symbol für die Widersachermächte */ Satzzeichen ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Koenigshutschlange_Brehm.jpg|thumb|250px|[[Wikipedia:Königskobra|Königskobra]] (Königshutschlange; [[Wikipedia:Alfred Brehm|Alfred Brehm]]: &#039;&#039;Brehms Thierleben. Allgemeine Kunde des Thierreichs&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Esclapius stick.svg|thumb|100px|[[Wikipedia:Äskulapstab|Äskulapstab]]]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schlangen&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt|ὄφις}}, &#039;&#039;Ophis&#039;&#039; oder [[Latein|lat.]] &#039;&#039;Serpentes&#039;&#039;; {{HeS|נָחָשׁ|nachasch}}) sind eine Unterordnung der [[Reptilien]]. Sie stammen von [[Wikipedia:echsen|echsen]]artigen Vorfahren ab. Gegenüber diesen ist der Körper stark verlängert und die [[Extremität|Extremität]]en wurden fast völlig zurückgebildet. Heute sind etwa 3000 Arten beschrieben. Mit Ausnahme der [[Wikipedia:Arktis|Arktis]], [[Wikipedia:Antarktis|Antarktis]], [[Wikipedia:Permafrost|Permafrost]]gebieten und einigen Inseln sind sie weltweit in allen Lebensräumen anzutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Schlange als Symbol für die Widersachermächte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[okkult]]en Zusammenhängen erscheint die Schlange oft als [[Imagination|imaginatives]] [[Symbol]] für die niederen, [[Erde|erdgebundenen]], aber sehr mächtigen [[Astralkräfte]] und wird dann oft mit den [[luziferisch]]en, aber auch mit den [[ahrimanisch|ahrimanisch]]en [[Widersacher]]n in Verbindung gesehen. So verführte in der alttestamentarischen Schöpfungsgeschichte der [[Bibel]] [[Luzifer]] in [[Gestalt]] der &#039;&#039;&#039;alten Schlange&#039;&#039;&#039; [[Adam und Eva]] dazu, die Frucht vom [[Baum der Erkenntnis]] zu kosten. In der [[Persische Mythologie|Persischen Mythologie]], insbesondere im [[Zurvanismus]], hat [[Ahriman]] als die [[Große Schlange]] für 9000 Jahre die Herrschaft über die [[Unterwelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wäre dennoch falsch, in der Schlange darum nur eine negative Symbolik zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wer tiefer hineinsieht in das Dasein, wird sich das Urteil abgewöhnen,&lt;br /&gt;
daß etwas unter allen Umständen gut oder böse ist. Im&lt;br /&gt;
Christentum wird die Schlange als Verführerin der Menschheit bezeichnet&lt;br /&gt;
und Luzifer mit Abscheu genannt. Die Anschauung über&lt;br /&gt;
das luziferische Prinzip hat sich allerdings geändert [...]&lt;br /&gt;
Dies ist keine Anschauung des ursprünglichen Christentums,&lt;br /&gt;
sondern später erst in das Christentum hineingekommen. Auch bei&lt;br /&gt;
den christlichen Mystikern der ersten Jahrhunderte, bei den Gnostikern&lt;br /&gt;
ist die Schlange nicht ein Symbol für das Böse, sondern sogar&lt;br /&gt;
ein Symbol für die geistige Führung der Menschheit. Der Weise, der&lt;br /&gt;
Führer heißt «die Schlange». So wurde derjenige bezeichnet, welcher&lt;br /&gt;
die Menschheit zur Erkenntnis führt. Die Schlange ist das Symbol&lt;br /&gt;
des Luzifer.|97|157f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schlangensymbol und alter Mond ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Alter Mond|alte Mond]] war die vorige Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]]. Dieser alte Mond trennte sich damals zeitweilig von seiner Sonne&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Sonne ist weder identisch mit der sog. [[Alte Sonne|alten Sonne]], also jener Verkörperung unserer Erde, die der alten Mondenzeit voranging, noch mit unserer gegenwärtigen [[Sonne]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, um seinen Bewohnern geeignete Entwicklungsbedingungen zu schaffen. Dem Menschenwesen wurde damals der [[Astralleib]] eingefügt. Am Ende der alten Mondenzeit vereinigten sich der alte Mond wieder mit seiner Sonne und nahm dadurch höhere geistige Kräfte auf. Wäre das nicht geschehen, hätten sich als Folge der alten Mondenentwicklung nur schlangenähnliche Wesen entwickeln können. Die Sonnenwesen hingegen hätten als höchstes die Gestalt des [[Fisch]]es erreichen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die hohen Wesenheiten, die auf der&lt;br /&gt;
abgetrennten Sonne lebten, hatten sich vom Monde trennen müssen,&lt;br /&gt;
um in ihrer eigenen Entwickelung weiterkommen zu können.&lt;br /&gt;
Nun aber mußten diese auf dem Monde zurückgebliebenen Wesen,&lt;br /&gt;
die sich dort weiter verfestigt hatten, gerettet werden; deshalb&lt;br /&gt;
mußte sich die Sonne mit dem Monde wieder vereinigen.&lt;br /&gt;
Fragen wir uns nun, was geschehen wäre, wenn Sonne und Mond&lt;br /&gt;
sich nicht wieder vereinigt hätten, wenn sie sich separat weiterentwickelt&lt;br /&gt;
hätten. Dann hätte der Mensch niemals seine heutige Gestalt&lt;br /&gt;
erhalten können. Wäre der alte Mond seinen Weg allein gegangen,&lt;br /&gt;
hätte er nicht durch seine Wiedervereinigung mit der Sonne neue&lt;br /&gt;
Kräfte schöpfen können, dann wäre das höchste Wesen, das er je&lt;br /&gt;
hätte hervorbringen können, etwa wie die heutigen Schlangen gewesen.&lt;br /&gt;
Die Sonnenwesen dagegen, sie hätten - wenn sie allein geblieben&lt;br /&gt;
wären - als höchstes die Gestalt des Fisches erreichen können.&lt;br /&gt;
Die Fischgestalt ist der äußere Ausdruck für Wesen, die viel höher&lt;br /&gt;
stehen als der Mensch. Die Fischgruppenseele steht tatsächlich auch&lt;br /&gt;
heute sehr hoch; die äußere Gestalt ist aber etwas ganz anderes als&lt;br /&gt;
die Seele. Woher ist also jenen Wesen des alten Mondes die Kraft gekommen,&lt;br /&gt;
sich über die Schlange zu erheben? Von den Wesenheiten&lt;br /&gt;
der Sonne ist ihnen diese Kraft gekommen. Und die Reinheit des&lt;br /&gt;
Sonnenzustandes jener hohen Wesen drückt sich materiell in der&lt;br /&gt;
Fischgestalt aus, denn das ist die höchste materielle Gestalt, die von&lt;br /&gt;
den Wesenheiten der alten Sonne erlangt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christus, der Sonnenheld, der die ganze Kraft der Sonne auf die&lt;br /&gt;
Erde verpflanzt hat, wird ja durch das Zeichen des Fisches symbolisiert.&lt;br /&gt;
Jetzt werden Sie verstehen, mit welch tiefer Intuition das esoterische&lt;br /&gt;
Christentum die Bedeutung der Fischgestalt erfaßt hat; sie&lt;br /&gt;
ist ihm das äußere Sinnbild der Sonnenkraft, der Kraft des Christus.&lt;br /&gt;
Wohl ist der Fisch äußerlich ein unvollkommenes Wesen, aber er ist&lt;br /&gt;
nicht so tief hinuntergestiegen in die Materie; wenig nur ist er von&lt;br /&gt;
Ichsucht durchzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Okkultisten ist die Schlange das Symbolum der Erde, wie&lt;br /&gt;
sie sich aus dem alten Monde entwickelt hat, und der Fisch ist das&lt;br /&gt;
Symbolum des Geistwesens der alten Sonne. Unsere Erde mit ihren&lt;br /&gt;
festen Substanzen hat in der Schlange ihr tiefstes Wesen symbolisiert,&lt;br /&gt;
das Erdenwesen. Das, was sich als wäßrige Substanz abgesondert&lt;br /&gt;
hat, zeigt sich symbolisiert im Fisch.|101|164f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Kundalini-Schlange ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kundalini}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kundalini-Kraft]], auch &#039;&#039;Kundalini-Schlange&#039;&#039; genannt, ruht am unteren Ende der [[Wirbelsäule]], symbolisiert durch die in dreieinhalb Windungen zusammengerollte Schlange, die im [[Wurzelchakra]], der [[Vierblättrige Lotosblume|vierblättrigen Lotosblume]], bewusstlos schläft, und ist nach der [[Tantra|tantrischen]] Lehre die  göttliche Kraft in ihrer [[individuell]]en [[Inkarnation]] im [[Mensch]]en. Einmal erweckt, kann sie zur höchsten Kraft der [[Liebe]] &#039;&#039;oder&#039;&#039; zur im höchsten Maß gesteigerten reinen [[Begierde]] werden. Als [[Kundalinifeuer]] ist sie das Band, das den [[Physischer Leib|physischen Leib]] während des ganzen irdischen Lebens mit dem [[Astralleib]] verbindet, die sogenannte [[Silberschnur]]. Sie ist einerseits die Kraft im Menschen, die der &#039;&#039;mater&#039;&#039;, der [[Materie]], am nächsten steht und anderseits bildet sie die Brücke zwischen der [[physisch]]en und [[astral]]en [[Substanz]]. Sie ist zugleich das innerlich erregte [[Astrallicht]], das die äußere [[Seelenwelt]] erleuchtet und dem [[Hellsehen|hellsichtigen Blick]] sichtbar macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Apophis]] ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Egypt.Ra-Apep.01.jpg|mini|300px|Die Katze des Re schneidet dem Schlangengott [[Apophis]] den Kopf ab.]]&lt;br /&gt;
In der [[Ägyptische Mythologie|ägyptischen Mythologie]] ist der Schlangengott [[Apophis]] (&amp;lt;hiero&amp;gt;O29:Q3*Q3-I14&amp;lt;/hiero&amp;gt;; {{ELSalt|Ἄπωφις}}) der Widersacher des Sonnengottes [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] und steht für [[Finsternis]], Zerstörung und [[Chaos]] und versucht die Sonnenbarke des Re mit den Windungen seines riesigen Schlangenkörpers zurückzuhalten. Apohis muss allmorgendlich von Re besiegt werden, damit die [[Sonne]] (des [[Tagesbewusstsein]]s) wieder aufgehen kann. Auf der Metternichstele&amp;lt;ref&amp;gt;Constantin-Emil Sander-Hansen: &#039;&#039;Die Texte der Metternichstele.&#039;&#039; Munksgaard, Kopenhagen 1966, S. 16-17.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird Apophis auch als die &#039;&#039;Nabelschnur des Re&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie]] wird diese tief unbewusste Kraft, die die Inder als [[Kundalini]] kennen, durch die [[grüne Schlange]] repräsentiert, die durch ihr Opfer künftig die dauerhafte Brücke zwischen der [[Sinnliche Welt|sinnlich]]en und der [[Geistige Welt|geistigen Welt]] bildet, die im hellen [[Tagesbewusstsein]] beschritten werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Merkurstab (Caduceus) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Caduceus1.gif|thumb|left|100px|Caduceus - Merkurstab]]&lt;br /&gt;
Für den [[Geistesschüler]] ist der [[Merkurstab]] mit den beiden Schlangen ein gutes Hilfsmittel, um das Eindringen [[ahriman]]ischer Wesen in sein [[Bewusstsein]] zu verhindern. Die beiden Schlangen stehen dabei die u.a. auch für die unbewusste (schwarz) und für die bewusste (weiß) Seite der [[Kundalini]]kraft:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gibt ein Mittel, um das Eindringen der ahrimanischen Wesen&lt;br /&gt;
in unser Bewußtsein zu verhindern, ein Symbol, das man in sich&lt;br /&gt;
lebendig lassen werden muß. Dies ist der Merkurstab, der leuchtende&lt;br /&gt;
Stab mit einer schwarzen Schlange und der hell aufleuchtenden&lt;br /&gt;
glitzernden Schlange. Die Schlange ist das Symbol für den&lt;br /&gt;
Astralleib. Jeden Abend häutet sich der Astralleib, er wirft die&lt;br /&gt;
verbrauchte Haut ab. Davon ist die schwarze Schlange Symbol.&lt;br /&gt;
Über Nacht erhält er eine neue, schillernde Haut, und diese neubelebte,&lt;br /&gt;
schöne, glänzende Haut des Astralleibes wird durch die&lt;br /&gt;
glänzende Schlange symbolisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies Symbol bannt alles, was in unser&lt;br /&gt;
Bewußtsein störend eindringen will, wenn&lt;br /&gt;
wir es vor jeder Meditation lebendig vor&lt;br /&gt;
uns erstehen lassen: der Merkurstab, den&lt;br /&gt;
der Götterbote in der Hand hält, der den&lt;br /&gt;
Weg weist. Wenn der Mensch höher steigt,&lt;br /&gt;
wenn er hellsehend wird, drängen sich ihm&lt;br /&gt;
die ahrimanischen Wesenheiten in Bildern&lt;br /&gt;
vor. Parasitische Tiere sieht er, Ratten und&lt;br /&gt;
Mäuse. Als Versuchung treten an ihn heran&lt;br /&gt;
Wesen mit schönen menschlichen Gesichtern,&lt;br /&gt;
aber verkrüppelten Füßen. Denen&lt;br /&gt;
darf man sich nicht hingeben. Gute Bilder sind, wenn der Meditant&lt;br /&gt;
sieht eine Sphinx (Seraphim) oder einen Cherubim. - Auch&lt;br /&gt;
hier ist der Merkurstab anzuwenden, um die niederziehenden&lt;br /&gt;
Wesen zu bannen.|266a|465}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Schlange als Ich-Symbol ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sich aufrichtende Schlange ist auch ein Symbol für die [[Ich]]kraft. Das Ich ist dann gleichsam der Schlangenbeschwörer, der die mächtigen Schlangenkräfte zum Heil der Welt unter seine Herrschaft gebracht hat. Der von einer Schlange umwundene Stab des [[Asklepios]] in der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] ([[Äskulapstab]]) ist bis heute das Symbol der medizinischen und pharmazeutischen Berufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Serpiente alquimica.jpg|thumb|250px|Ouroboros aus einem [[alchemist]]ischen Manuskript]]&lt;br /&gt;
{{GZ|In der Entwickelung der Erde kam nun ein Zeitpunkt, wo in dem&lt;br /&gt;
gemeinsamen Leben und Weben des Erdengeistes eine Besonderung&lt;br /&gt;
eintrat. Es schloß sich ein Teil ab, wie in ein Rohr hinein. Erst als&lt;br /&gt;
dieser Zeitpunkt eintrat, war es überhaupt möglich, daß Wesen entstehen,&lt;br /&gt;
die auch Sonderwesen werden können. Die anderen sind Glieder&lt;br /&gt;
einer Erdenseele. Jetzt erst beginnt ein besonderer Grad von&lt;br /&gt;
Sonderung. Jetzt beginnt erst die Möglichkeit, daß einmal etwas zu&lt;br /&gt;
sich «Ich» sagen kann. Diese Tatsache, daß zwei Epochen auf der&lt;br /&gt;
Erde sind, erstens die Epoche, in der es auf der Erde noch keine&lt;br /&gt;
Tiere gab mit einem in ein Knochenrohr eingeschlossenen Nervensystem,&lt;br /&gt;
zweitens die Epoche, in welcher dann solche entstanden,&lt;br /&gt;
wird in allen Religionen besonders ausgedrückt. Die Schlange&lt;br /&gt;
schließt zuerst das selbstlose, ungesonderte Schauen des Erdengeistes&lt;br /&gt;
in ein Rohr ein, und bildet so den Grund zur Ichheit. Das prägten&lt;br /&gt;
die esoterischen Lehrer den Schülern ein, so daß sie es empfinden&lt;br /&gt;
konnten: Seht ihr die Schlange an, so seht ihr das Merkzeichen für&lt;br /&gt;
euer Ich. - Dabei mußten sie lebhaft empfinden, daß das zusammengehört,&lt;br /&gt;
das selbständige Ich und die Schlange. So wurde diese Empfindung&lt;br /&gt;
von der Bedeutung der Dinge um uns her ausgebildet. So&lt;br /&gt;
durchdrangen die Schüler ein jegliches Natur wesen mit dem richtigen&lt;br /&gt;
Empfindungsgehalt. Mit dieser Empfindung ausgerüstet war auch&lt;br /&gt;
Moses, als er herausging aus den ägyptischen Geheimschulen, und&lt;br /&gt;
so stellte er die Schlange als Symbol auf. Man lernte in jenen&lt;br /&gt;
Schulen nicht so abstrakt, wie man heute lernt, sondern indem man&lt;br /&gt;
aus dem eigenen inneren Erleben heraus die Welt erfassen lernte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt eine Beschreibung des Menschen auf Grund der äußerlichen&lt;br /&gt;
Untersuchung der einzelnen Teile seines Organismus. Aber in&lt;br /&gt;
alten mystischen und okkulten Werken kann man den Menschen&lt;br /&gt;
ebenfalls beschrieben finden. Diese Beschreibungen sind aber auf ganz&lt;br /&gt;
andere Weise zustande gekommen als durch anatomische Untersuchungen.&lt;br /&gt;
Sie sind sogar weit genauer und viel richtiger, als was&lt;br /&gt;
der Anatom von heute beschreibt, denn dieser beschreibt nur den&lt;br /&gt;
Leichnam. Die alten Beschreibungen sind so gewonnen, daß die&lt;br /&gt;
Schüler durch Meditation, durch innere Erleuchtung sich selbst&lt;br /&gt;
sichtbar wurden. Durch das sogenannte Kundalinifeuer kann der&lt;br /&gt;
Mensch sich von innen heraus betrachten. Es gibt verschiedene&lt;br /&gt;
Stufen dieser Betrachtung. Die genaue, richtige Betrachtung tritt&lt;br /&gt;
zuerst symbolisch auf. Wenn der Mensch sich zum Beispiel auf sein&lt;br /&gt;
Rückenmark konzentriert, sieht er in der Tat immer die Schlange.&lt;br /&gt;
Er träumt vielleicht auch von der Schlange, weil diese das Wesen&lt;br /&gt;
ist, das äußerlich in die Welt hinausversetzt wurde, als das Rückenmark&lt;br /&gt;
sich bildete und auf dieser Stufe stehengeblieben ist. Die&lt;br /&gt;
Schlange ist das äußerliche, in die Welt hinausversetzte Rückenmark.&lt;br /&gt;
Diese bildhafte Art, die Dinge zu sehen, ist das astrale Schauen&lt;br /&gt;
(Imagination). Aber erst durch das mentale Schauen (Inspiration)&lt;br /&gt;
ergibt sich die völlige Bedeutung.|93a|18f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Ouroboros-Schlange]] (von {{ELSalt|οὐροβóρος}} „Schwanzfresser“) ist ein [[Symbol]] für die [[Unendlichkeit]], der ewigen Wiederkehr und der Vereinigung von Gegensätzen (wie hell/dunkel oder aktiv/passiv) und auch ein Symbol für das menschliche [[Ich]]. Die sich in den Schwanz beißende Schlange deutet an, dass dem Ende ein neuer Anfang in ständiger Wiederholung entspricht, dass der Abschluss eines Weges oder Prozesses einen Neubeginn bedeutet. Zusammen mit der Symbolik, die dem Bild der sich ständig verjüngenden Schlange ohnehin zukommt, stellt der Zirkelschluss des Tieres eine aussagekräftige [[Metapher]] einer zyklischen Wiederholung dar – etwa des Kreislaufes der Zeiten, der Weltuntergänge und Neuschöpfungen, des Sterbens und der Neugeburt, im abgeleiteten Sinn auch der [[Ewigkeit]] (wie der einfache Kreis).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symbolik und Mythologie ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Kapitel ist Linkziel, daher Titel bitte nicht ändern --&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Buchstabe [[S]] steht sowohl wegen seiner Form, als auch wegen des Zischlautes als Symbol für die Schlange.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:NAMA-Asklepios Epidaure.jpg|thumb|left|150px|[[Asklepios]], der griechische Gott der Heilkunst mit seinem Stab, der von einer [[Wikipedia:Äskulapnatter|Äskulapnatter]] umschlungen wird]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Antike&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im [[Antikes Griechenland|antiken Griechenland]] galt die Schlange als heilig. Da sie sich durch die Häutung in den Augen der Menschen unendlich oft erneuern konnte, hielt man sie für unsterblich. Dieser, aus der damals menschlichen Sicht, ständige Akt der Verjüngung und die Tatsache, dass Schlangen Heilkräfte zugesagt wurden (aus ihrem Fleisch stellte man Medizin her), machten sie schließlich zum Symbol für den Stand der Mediziner. Bis heute hat sie sich im Zeichen des [[Wikipedia:Äskulapstab|Äskulapstab]]es gehalten, den man auch, stark vereinfacht, heute in einigen [[Wikipedia:Apotheke|Apotheke]]nzeichen wiederfindet. Ebenso wurde der Schlange Hellsichtigkeit nachgesagt, weshalb sie eines der Tiere der Göttin [[Gaia (Mythologie)|Gaia]] war. Laut [[Wikipedia:Hesiod|Hesiod]] war &#039;&#039;Gaia Pelope&#039;&#039; einer der vielen Namen der Erdgöttin Gaia. Im [[Orakel von Delphi]] taten Schlangenpriesterinnen ([[Pythia]]) ihren Dienst. Nicht nur in der jüdisch-christlichen Tradition gab es einen von einer Schlange bewachten Baum: In der altgriechischen Vorstellung stand im Garten der [[Wikipedia:Hesperiden|Hesperiden]] der lebensspendende [[Wikipedia:Goldene Äpfel der Hesperiden|Apfelbaum]], der der Göttin [[Hera]] von Gaia geschenkt worden war und von der Schlange [[Wikipedia:Ladon (Mythologie)|Ladon]] bewacht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Indien&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im [[Indische Mythologie|indischen]] Volksglauben wird die Schlangengöttin Manasa verehrt, die die Menschen vor Giftschlangen schützt. In den indischen [[Kosmogonie|Schöpfungsmythen]] gibt es den Schlangenkönig [[Vasuki|Ananta-Shesha]], der zwischen zwei Weltzeitaltern auf dem Grund des Urozeans ruht. Unter dem Namen Vasuki hilft der selbe Schlangenkönig, den [[Milchozean]] zu quirlen, um den Unsterblichkeitstrank zu erhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;China&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In [[Wikipedia:China|China]] galt die Schlange indes als [[Wikipedia:Chinesische Symbole|Symbol]] für Schlauheit, Bosheit und Hinterlist. Sie zählt zu den &#039;&#039;fünf Gifttieren&#039;&#039;. Gleichwohl stellt sie aber das 6. Tier im chinesischen Tierkreis dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Egypt.Ra-Apep.01.jpg|thumb|180px|Die Katze des [[Wikipedia:Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] schneidet [[Wikipedia:Apophis|Apophis]] den Kopf ab]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ägypten&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im [[Wikipedia:Prädynastik (Ägypten)|vordynastischen Ägypten]] wurde die „Schlangenmutter“ [[Wikipedia:Wadjet|Wadjet]] (auch &#039;&#039;Wa Zit&#039;&#039;) angebetet. Ihr Symbol war der [[Uräus]]. Des Weiteren kannten die Alten Ägypter die [[Wikipedia:Mehem|Mehem]], eine Schlangengöttin, die des Nachts den Sonnengott Re in seinem Schlaf umfasste. Seit dem [[Wikipedia:Mittleres Reich (Ägypten)|Mittleren Reich]] ist auch der Glaube an den Gott [[Apophis]] belegt. Der als riesige Schlange dargestellte Gott war die Verkörperung von Auflösung, Finsternis und Chaos und zugleich der große Widersacher des Sonnengottes [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bibel&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach allgemeiner Ansicht ist die Schlange in der Bibel weitestgehend ein Sinnbild des Teufels. In der Geschichte vom Paradies (1. Mose 3) ist die Schlange Sinnbild der Versuchung und Verführung zum Bösen; sie weckt Zweifel an Gottes Güte und verführt Eva, vom „Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen“ zu essen. Martin Luther übersetzt das hebräische Wort „da’at“ mit „Erkenntnis“ im Sinne von „Allwissenheit“: der Mensch will sein wie Gott und macht sich zum Herrn über „Gutes und Böses“, das heißt über alles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Volk Israel durch die Wüste wandert, wird es von Schlangen geplagt (4. Mose 21); Mose soll eine [[Eherne Schlange]] aufrichten, und jeder, der zu ihr aufschaut, soll bewahrt bleiben. Hier erscheint die Schlange (wie für die Christen das Kreuz) als Heilszeichen.&lt;br /&gt;
In 2. Kön. 18,4 wird berichtet, dass diese eherne Schlange, als „Nehuschtan“ bezeichnet, bis in die Zeit des Königs Hiskia aufbewahrt wurde; weil sie aber kultisch verehrt wurde, wurde sie durch Hiskia zerschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn Jesus seinen Jüngern empfielt: „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!“ (Matth. 10,16), bleibt im Buch der Offenbarung des Johannes die Schlange dennoch eindeutig ein Bild des Bösen: „Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist.“ (Offenbarung 20,2). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Naher Osten&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im [[Wikipedia:Naher Osten|Vorderen Orient]] stand die Schlange allgemein für [[Weisheit]] und [[Erleuchtung]], welche die tiefen Geheimnisse des Lebens verstand. Diese Vorstellung hat in der biblischen Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies überlebt, wo die Schlange Eva die „Frucht der Erkenntnis“ überreichte. In einigen [[Gnosis|gnostizistischen]] Sekten wurden Eva und die Schlange für das den Menschen zur Verfügung gestellte Wissen verehrt (wobei sie dort manchmal auch als männlicher Begleiter Evas, Ophion, dargestellt wurde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Germanen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der [[Wikipedia:Germanische Mythologie|germanischen Mythologie]] spielt die [[Midgardschlange]], die die Welt umspannt, zugleich aber das Göttergeschlecht der [[Ase]]n bedroht, eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Balten&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In der heidnischen Religion der [[Wikipedia:Balten|Balten]] spielten Schlangen ebenso wie [[Wikipedia:Kröten|Kröten]] eine erhebliche Rolle, denn sie gelten, weil sie auf der Erde (lit. &#039;&#039;žemė&#039;&#039;) leben, als Symbol der Erdgöttin [[Wikipedia:Žemyna|Žemyna]]. Jede Familie schätzte sich glücklich, wenn sich eine [[Wikipedia:Ringelnatter|Ringelnatter]] an der Feuerstelle, im [[Wikipedia:Badehaus|Badehaus]] oder unter der Hand[[Wikipedia:mühle|mühle]] niederließ. Man fütterte sie wie ein Haustier mit Eiern und Milch und beobachtete gewissenhaft, ob sie das Futter auch annahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Aborigines&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Wikipedia:Regenbogenschlange|Regenbogenschlange]] verkörpert in den Mythen der [[Wikipedia:Aborigines|Aborigines]] den Ur-Zustand der Natur im Zustand der [[Wikipedia:Traumzeit|Traumzeit]] und herrscht über ihre gleichermaßen lebensspendenden und verschlingenden Aspekte, insbesondere behütet sie das [[Wikipedia:Wasser#Kulturelle Bedeutung des Wassers|Wasser]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Mittelamerika&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das [[Wikipedia:Archetypus|archetypische]] Motiv [[Ouroboros]] wird häufig mit ein oder zwei sich in den Schwanz beißenden Schlangen dargestellt und symbolisiert die [[Wikipedia:Unendlichkeit|Unendlichkeit]]. In einigen Kulturen Mittelamerikas ist der Ouroboros heute eine lebendige [[Gottheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Schlange bei den Gnostikern ==&lt;br /&gt;
=== Ophiten und Naassener ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Anbetung der Schlange.jpg|mini|300px|Die Anbetung der Schlange, Hellenistische Alabasterschale, 22 cm Durchmesser]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Ophiten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Ophiten]] oder [[Ophianer]] (von {{ELSalt|ὄφις}}, &#039;&#039;Ophis&#039;&#039;, „Schlange“) und [[Naassener]] (von {{HeS|נָחָשׁ|nachasch}}, „Schlange“, hier transkripiert als &#039;&#039;nahas&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;naas&#039;&#039;) waren [[Gnosis|gnostische]] Sekten der [[Wikipedia:Alte Kirche|frühchristlichen Zeit]] im [[Wikipedia:2. Jahrhundert|2. Jahrhundert]], die in ihren [[Kult]]en die [[Paradiesesschlange]] als göttliches Wesen verehrten. Sie brachte die göttlichen [[Erkenntnis]] (nach {{B|1 Mos|3|5}}), aber auch die Verderbnis. Den Naassener galt die Schlange als die alles belebende [[Weltseele]]. Die [[Kainiten]] verehrten sie, weil sie die Menschheit von der Knechtschaft des Schöpfergottes [[Jahve]] bzw. [[Jaldabaoth]] befreit habe. Ebenfalls zum gnostischen System der Ophiten zählen die nach dem [[hebräisch]]en Namen des [[Wikipedia:Euphrat|Euphrat]] ({{HeS|פְּרָת|Pherat}}) benannten [[Peraten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Grundriss der Anschauungen der Naassener zeichnete [[Wikipedia:Hippolyt von Rom|Hippolyt von Rom]] in seiner &#039;&#039;Widerlegung aller Häresien&#039;&#039;:.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat| Es drängt die Zeit, an die Behandlung des Themas zu gehen und mit denen zu beginnen, die sich unterfingen, die Schlange, die Urheberin des Irrtums, mit Worten, die sie selbst erfand, zu feiern. Die ersten Priester und die Hauptvertreter dieser Lehre waren die sogenannten Naassener; sie heißen so nach dem hebräischen „Naas“, Schlange. Später nannten sie sich Gnostiker, da sie behaupteten, allein die Tiefen (der Weisheit) zu kennen. Von ihnen zweigten viele ab, und die einheitliche Irrlehre wurde vielspältig, indem mit verschiedenen Worten dasselbe dargelegt wurde, wie sich im Verlauf der Erörterung zeigen wird. Als (Prinzip) des Alls verehren sie den „Menschen“ und den „Menschensohn“. Dieser Mensch ist mannweiblich; sie nennen ihn Adam; es gibt viele mannigfaltige Loblieder auf ihn; diese Loblieder lauten kurz gefaßt ungefähr so: „Von dir Vater und durch dich Mutter, die zwei unsterblichen Namen, der Welten Eltern, du Himmelsbürger, hochgepriesener Mensch.“ Sie nehmen in bezug auf ihn, wie in bezug auf [[Geryon]]es, eine Dreiteilung an. Denn an ihm, sagen sie, ist ein rationeller, ein psychischer und ein stofflicher Teil. Sie glauben, ihn zu erkennen sei der Anfang der Gotteserkenntnis und sagen: „Anfang der Vollkommenheit — Kenntnis des Menschen, Gotteserkenntnis — vollkommene Vollendung.“ All dies aber, das Rationelle, das Psychische und das Stoffliche ist vereint auf einen Menschen, Jesus, den Sohn Mariens, herabgekommen. Und diese drei Menschen sprachen zugleich, jeder aus seinem eigenen Wesen heraus, zu den Seinigen. Denn es gibt dreierlei Wesen im Weltall: engelhafte, psychische, stoffliche, und drei Kirchen: die engelhafte, die psychische und die stoffliche; ihre Namen sind: die Auserwählte, die Berufene und die Gefangene.|Hippolyt von Rom|&#039;&#039;Widerlegung aller Häresien&#039;&#039; V,6 [http://www.unifr.ch/bkv/kapitel1767-23.htm]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lehre, so behaupten die Naassener laut Hippolyt, habe [[Jakobus der Gerechte|Jakobus]], der Bruder des Herrn, der Mariamne überliefert&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Ref.&#039;&#039; V,7 [http://www.unifr.ch/bkv/kapitel1766-2.htm]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit Mariamne ist vermutlich [[Maria Magdalena]] gemeint&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Leisegang, S 114 oben&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Schlangen|}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Hans Jonas|Hans Jonas]]: &#039;&#039;Gnosis uns spätantiker Geist I&#039;&#039;, Vandenhoeck u. Ruprecht, Göttingen 1934, 1964, 1988 ISBN 978-3525531235&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Hans Leisegang|Hans Leisegang]]: &#039;&#039;Die Gnosis&#039;&#039;. A. Kröner, Leipzig 1924. 2. Auflage 1936. 5. Auflage, Kröner, Stuttgart 1985. ISBN 3-520-03205-8&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Kurt Rudolph|Kurt Rudolph]]: &#039;&#039;Die Gnosis. Wesen und Geschichte einer spätantiken Religion&#039;&#039;, Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2005 ISBN 3-525-52110-3&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Grundelemente der Esoterik&#039;&#039;, [[GA 93a]] (1987), ISBN 3-7274-0935-5 {{Vorträge|093a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das christliche Mysterium&#039;&#039;, [[GA 97]] (1998), ISBN 3-7274-0970-3 {{Vorträge|097}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909&#039;&#039;, [[GA 266a]] (1995), ISBN 3-7274-2661-6 {{Schule|266}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schlange|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reptilien]] [[Kategorie:Mythologisches Tier]] [[Kategorie:Widersacher]] [[Kategorie:Tiersymbol]] [[Kategorie:Gnosis]]&lt;br /&gt;
[[en:Snake]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Bhagavad_Gita&amp;diff=625028</id>
		<title>Bhagavad Gita</title>
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		<updated>2025-12-26T18:25:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Ebenen der Überschriften korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Vorlage:Hinduistische Schriften}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Bhagavad-Gita&#039;&#039;&#039; ([[Sanskrit]], f., भगवद्गीता, von [[bhagavan]] भगवन्, m. „Erhabener, Herr, Gott“ und {{IAST|gita}} „Lied, Gedicht“), der „Gesang Gottes“ ist eine der zentralen Schriften des [[Hinduismus]], ein spirituelles Gedicht. Die achtzehn Kapitel sind Bestandteil des Epos [[Mahabharata]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In der Bhagavad Gita hat man etwas vor sich wie die allerreifste&lt;br /&gt;
Frucht, wie die wunderschönste Ausgestaltung einer langen&lt;br /&gt;
Menschheitsentwickelung, die durch Jahrtausende herangewachsen&lt;br /&gt;
ist und endlich einen reifen, weisen und künstlerischen Ausdruck&lt;br /&gt;
gefunden hat in der herrlichen Gita.|142|77}}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen [[Indien]], auf Grundlage der [[Veden]], orthodoxer [[Brahmanismus]], [[Upanishaden]], [[Yoga]] und noch weitere, steht aber den Upanischaden gedanklich am nächsten. Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita als Quintessenz der Veden. Beim Studium ergeben sich oft Widersprüche: Während einige Stellen  anscheinend einen Dualismus lehren, - die Zweiheit von Natur und Geist, von Gott und Mensch – lehren  andere  die Einheit. Durch diese unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten ist das Gedicht Mittelpunkt für die verschiedensten Glaubensrichtungen. Von [[Shankara]], dem großen Kommentator der Upanishaden,  stammt  die älteste Auslegung. Für ihn vertritt auch die Lehre der Gita seine Ansicht, die ganze Welt sei Erscheinung, [[Maya (Religion)]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krishna, der Lehrer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine Selbstoffenbarung [[Krishna]]s, der sich vor Beginn eines großen Krieges, welchen das [[Mahabharata]] ausführlich beschreibt, auf dem Schlachtfeld von [[Kurukshetra]] dem Fürsten [[Arjuna]] als göttliches oder kosmisches Selbst zu erkennen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend  der [[Indische Mythologie|hinduistischen Mythologie]] lebten wir bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts im [[Kali-Yuga]] dem &amp;quot;dunklen, schwarzen Zeitalter&amp;quot;, das nach  Krishnas Tod begann (3101 v. Chr.). Von [[Krishna]] heißt es, er sei gekommen, um den Menschen jene [[Ethik|ethischen]] und [[Philosophie|philosophischen]] Unterweisungen  zu geben, die für die Zeit dieses [[Yuga]] notwendig seien.  In Kapitel IV, 7-8  verspricht Krishna, sich immer wieder zu inkarnieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;O Sohn des Bharata, so oft ein Niedergang des [[Dharma]] (Rechtschaffenheit, Tugend) und ein Überhandnehmen von Ungerechtigkeit und Laster in der Welt eintritt, erschaffe ich mich selbst unter den Kreaturen. So verkörpere ich mich von Periode zu Periode für die Bewahrung der Gerechten, die Zerstörung der Boshaften und die Aufrichtung des Dharma.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krishna kommt in der Bhagavadgita, je nach Kontext, unterschiedliche Bedeutung zu: Einmal wird er als das kosmische Selbst angesehen, das alles Lebende durchdringt; ein anderer Aspekt ist die Bedeutung als innere Göttlichkeit, die eine Reflexion des kosmischen Selbstes in jedem Lebewesen ist. Eine dritte Funktion ist die des spirituellen Lehrers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lehren der Bhagavad-Gita sind eingebettet in einen umfangreichen episch-dramatischen Kontext, in das [[Epos]] &amp;quot;[[Mahabharata]]&amp;quot; (Großes Indien). Die Söhne des Fürsten [[Pandu (Mythologie)|Pandu]] werden von ihrem Onkel Dritarashtra aus dem Stamm der [[Kuru (Mythologie)|Kurus]] und von dessen Söhnen um ihren rechtmäßigen Thronanspruch  betrogen und immer wieder Verfolgungen ausgesetzt.  Schließlich  kommt es auf dem Schlachtfeld von [[Kurukshetra]], der &amp;quot;Stätte der Kurus&amp;quot;,  zu einer großen Schlacht. &lt;br /&gt;
[[Arjuna (Mythologie)|Arjuna]], der dritte der Söhne des Pandu, befindet sich in einem persönlichen Konflikt zwischen der Zuneigung zu seinen Verwandten auf der Gegenseite und seiner Pflicht als Fürst  und  dem rechtmäßigen Anspruch seiner Familie auf Land und Thron.  Er ist &amp;quot;von Furcht überwältigt&amp;quot; und weigert sich zu kämpfen.  Auf seinem Streitwagen befindet sich Krishna als Wagenlenker. Dieser  versucht Arjuna durch religiös-philosophische Unterweisung aus seinem Zwiespalt zu befreien und zum Kampf zu bewegen. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mag es auch  einen historischen Hintergrund für diese Schlacht geben, der Text der Bhagavadgita ist nicht als geschichtlich zu betrachten. Viele Hindus sehen ihn als [[Allegorie]]. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die [[Arjuna (Mythologie)|Arjuna]] darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser [[evolution]]ären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der [[Asura|asurischen]], [[Ego|egoistischen]] Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter  werden in diesem Bemühen von [[Krishna]], dem [[Avatar]], angeführt und unterstützt.&amp;lt;br/&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild der Kutsche mit Krishna als Wagenlenker und dem verzweifelten Arjuna  ist ein bekanntes und weit verbreitetes Motiv darstellender Kunst und als Wandschmuck in vielen Hindu-Haushalten zu finden. Eine populäre Deutung dieses geistigen Bildes enthält die Katha-Upanishade:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Erkenne den Atman als den Herrn der Kutsche. Der Körper ist der Wagen, die Buddhi (Vernunft) der Wagenlenker und das Denken die Zügel. Die Sinne sind die Pferde, die Objekte die Wege.&#039;&#039;(II.3-4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzübersicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1. Gesang &#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Niedergeschlagenheit &#039;&#039;: [[Arjuna (Mythologie)|Arjuna]] bittet Krishna, ihn zwischen die beiden Heere zu fahren. Als er auf der Seite der Kurus einen Großteil seiner Verwandten erblickt, sinkt ihm der Mut.  &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;2. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Yoga der Erkenntnis&#039;&#039;: Arjuna will nicht kämpfen. Krishna spricht zu ihm als Lehrer. Nur die Leiber seien vergänglich; der unvergängliche, ungeborene, ewige Geist im Menschen aber könne nicht getötet werden. Er appelliert dann weiter an seine Ehre als Krieger und dass es seine Pflicht sei, einen gerechten Kampf zu führen. Allgemeiner führt er aus, dass  eine Tat in Gleichmut und Andacht geschehen soll und ohne auf den  Erfolg der Tat zu spekulieren.  Er soll seine Sinne bändigen und auf den Höchsten schauen.      ([[Samkhya]]-Philosophie)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;3. Gesang&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Yoga des Handelns&#039;&#039;: Arjuna will wissen, warum er kämpfen soll, wo doch die Erkenntnis wichtig sei. Krishna sagt, dass er handeln müsse, weil die in uns wohnende Natur zum Handeln zwinge. Ein Mensch der sich zum Nichtstun zwinge, aber im Geist an Sinnendingen hänge, wäre ein verkehrter Mensch. Besser ist es die notwendige Tat zu begehen, ohne jedoch daran zu hängen. Auch im Hinblick auf die Ordnung der Welt müsse er handeln; denn was der Beste tut, das tun die anderen Menschen auch.&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;4. Gesang&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Göttliche Erkenntnis&#039;&#039;:  Krishna, der [[Avatar]], erklärt, dass er bereits viele Geburten durchlebt hat und immer wieder diese unvergängliche Lehre des [[Yoga]] verkünde zum Schutz der guten Menschen und zu der Bösen Untergang. Und wer diese Wahrheit wirklich erkannt habe, werde nicht wiedergeboren und gelange zu ihm. Weiterhin sagt er, dass man dem [[Brahman]] auf viele Arten opfern könne, doch das Opfer der Erkenntnis sei das beste Opfer. Denn durch diese Erkenntnis erkenne man alle Wesen im [[Selbst]] und dann in ihm.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;5. Gesang&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Entsagung oder Yoga der Werke&#039;&#039;: Arjuna fragt, was denn nun besser sei, sich der Tat zu enthalten oder die Tat zu üben. Krishna antwortet, dass beide Wege Heil bringen, doch höher als die Entsagung der Tat sei der Yoga des Wirkens zu bewerten. Beide Wege führten zum Ziel, doch sei wahrhafte Entsagung ohne Yoga nur schwer zu erreichen. Wer aber im Yoga lebend seine Sinne bezwungen habe und mit aller Wesen Seele eins sei, werde durch sein Handeln nicht verstrickt. Und wer Brahman als den Herrn der Welt erkannt habe, der alle Opfer und Anstrengung mit Freuden annehme, gelange zum wahren Frieden.      &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;6. Gesang&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Yoga der Besinnung&#039;&#039;: Krishna beschreibt  Arjuna die rechte Körperhaltung für die [[Meditation]] und nennt ihm den rechten Lebenswandel für Arbeiten, Essen und Schlafen. Er sagt, dass sich durch die rechte Andachtshaltung Gedanken und Sinnenerregung allmählich beruhigen. Dann kann durch das beständige, achtsame Leben im [[Selbst]] das [[Brahman]]-[[Nirvana]] erreicht und damit grenzenloses Glück erlangt werden.  &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;7. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Yoga der Erkenntnis und Weisheit&#039;&#039;:  Krishna verkündet Arjuna wie er Yoga übend, Herz und Sinne auf ihn gerichtet, das Wissen vollständig erlangen kann (was nur wenigen gelingt). Er sagt, dass er in seiner niederen Natur die materielle Welt darstellt, in seiner höheren Natur aber alles aus ihm stammt, von ihm erhalten wird und alles Sein in ihm ist; er aber nicht in ihr. Wer zu einer Gottheit strebt, dem wird zuteil, was er verlangt. Wer sich aber ihm zuwendet überwindet das Scheinbild der Natur und gelangt zu ihm, dem Ungeborenen, Ewigen - auch im Sterben.        &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;8. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Das Höchste Göttliche&#039;&#039;: Auf die entsprechenden Fragen von Arjuna antwortet Krishna: [[Brahman]] ist das ewige, höchste Sein, sein Wesen ist das höchste [[Selbst]] und die [[Schöpfung]], welche den Ursprung der Wesen bewirkt, wird das Werk genannt. Wer seinen Körper verlässt und zur Zeit seines Endes in Gedanken an mich weitergeht, erlangt meinen Seinszustand. Wer dieses Denken zu allen Zeiten geübt hat, geht in mein Wesen ein, darüber kann kein Zweifel bestehen. &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;9. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Das Königswissen&#039;&#039;:  Krishna fordert von Arjuna, gut zuzuhören und spricht: Die Welt ist ausgespannt durch mich, alle Wesen sind in mir. Den Weg zu mir zu üben ist kinderleicht; doch ist es notwendig zu glauben, sonst verfehlt man mich. Ich bin zu allen Menschen gleich; doch die liebend mich verehren, die sind in mir und erreichen die höchste Bahn. Selbst ein großer Sünder, der mich verehrt, wird bald ein frommer Mann und geht zu ewigem Frieden ein. Wer sich mir liebend zuwendet, geht unabhängig von seiner Geburt, seinem Geschlecht oder seiner [[Kaste]] einstmals zu mir ein. &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;10. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Yoga der Offenbarung&#039;&#039; : Arjuna ist von den Offenbarungen Krishnas tief beeindruckt und will wissen in welchem Zustand des Seins er den „Herrlichen“ erkennen soll. Krishna antwortet, dass der „Höchste“ keine Grenzen habe und er deshalb nur das Wichtigste aufzähle. Dann zählt er die Namen von Göttern, mythischen Gestalten und berühmten Menschen der Vergangenheit auf. Er sagt, dass der „Himmliche“ die Seele der Welt sei und in aller Wesen Herz zu finden sei. Weiterhin nennt er Namen von Pflanzen und Tieren, erwähnt Begriffe aus Kunst und Wissenschaft.  Er schließt mit der Aussage, dass er mit einem Teil seiner selbst, dieses Weltall erschaffen habe und dass immer dann, wenn ein herrliches Geschöpf in der Welt sei oder ein Wesen von (Wissens) Macht und Stärke sich zeige, dies  ein besonderer Ausdruck seiner Größe und Kraft und seines Lichtes sei. (Theorie der [[Vibhuti (Yoga)|Vibhuti]]s) &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;11. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039; Schau der göttlichen Gestalt&#039;&#039;:  Arjuna verlangt mit eigenen Augen zu sehen was er gehört hat, und Krishna offenbart sich in seiner &amp;quot;höchsten, göttlichen Gestalt.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;12. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Yoga der liebevollen Hingabe&#039;&#039;:  Arjuna fragt, welche Gläubigen von Gott bevorzugt würden – diejenigen, die Gott als  gestaltlos betrachten, oder diejenigen, die Gott den Allmächtigen in einer offenbarten Gestalt verehren? Krishna erklärt beide Arten der Verehrung als gleichermaßen gut, aber Hingabe sei bei einer Fixierung auf das  Nicht-Offenbare schwerer zu erreichen.     &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;13. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Das Feld und der Kenner des Feldes&#039;&#039;:  [[Gott]] (das Brahman) ist alldurchdringend; wer diese alldurchdringende Kraft in sich selbst wahrnimmt, sei erlöst. &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;14. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Über die drei Gunas&#039;&#039;:  Gedanken, Worte und Handlungen  sind erfüllt von [[sattva]] (Wahrhaftigkeit, Reinheit, Klarheit), [[rajas]] (Bewegung, Energie, Leidenschaft) oder [[tamas]] (Finsternis, Trägheit, Stabilität). Wer alles, was existiert,  als Zusammenwirken  dieser drei Seinszustände begreife, der  könne Erkenntnis gewinnen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;15. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039; Yoga des Höchsten Geistes&#039;&#039;:  Es folgt das Symbol eines Baumes,der seine Wurzeln im Himmel hat und mit der Krone nach unten &#039;in die Menschenwelt&#039; ragt. Der Baum stehe für die drei Erscheinungsweisen (sattva, rajas, tamas). Als erste solle der Suchende diesen Baum &amp;quot;mit der Axt der Nicht-Anhänglichkeit&amp;quot; umhauen. &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;16. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Yoga der Unterscheidung&#039;&#039;:  Krishna nennt die Eigenschaften der Menschen, die mit &#039;göttlicher Natur&#039; und die Eigenschaften derer mit &#039;niederer Natur&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;17. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Dreigeteiltheit des Glaubens&#039;&#039;:  Darlegungen über Glauben und Opfer, das rechte Denken und Handeln, und Ernährung (anhand der Klassifikation nach sattva, rajas, tamas). &lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;18. Gesang&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Yoga des Entsagens: Der [[Dharma]] dürfe niemals aufgegeben werden. Vorbildlich handele, wer seine Pflichten in einer selbstlosen Haltung erfüllt. Das Wesen Gottes offenbare sich im höheren Selbst; die Verkörperung des höheren Selbst ist Krishna. Wer Zuflucht bei Gott, dem höheren Selbst, nimmt, dem verspricht Krishna, er werde ihn vor allem Übel beschützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arjuna folgt Krishnas Empfehlungen und zieht auf seinem Streitwagen in den Kampf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Toleranz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita umschreibt in einem großen Bogen die verschiedenen Wege, die der Suchende und Handelnde auf sich nehmen kann, um zum Ziele zu gelangen. Dabei werden die verschiedenen Handlungsmöglichkeiten  im Gespräch zwischen Arjuna und Krishna genannt, ohne dass endgültige Grenzen zwischen den einzelnen &amp;quot;Schulen&amp;quot; aufgerichtet und Gräben aufgerissen werden oder gar bestimmte Ansichten bekämpft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tolerante Charakter der Bhagavad-Gita wird ausdrücklich in den folgenden Abschnitten deutlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Gesang, Zeile 11: &#039;&#039;Wie diese mir sich wenden zu, so liebe ich hin wiederum sie.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Gesang, Zeile 21: &#039;&#039;Und welche Gottheit einer auch im Glauben zu verehren strebt,- Ich seh‘ seinen Glauben an und weis’ ihm zu den rechten Platz.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Gesang, Zeile 23: &#039;&#039;Auch die glaubensvoll ergeben andern Göttern Verehrung weihen, selbst diese ehren doch nur mich, wenn auch nicht gerade regelrecht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17. Gesang, Zeile 3: &#039;&#039;Wie eines jeden Wesen ist, so ist sein Glaube, Bharata! Aus Glauben ist der Mensch gemacht – wie er glaubt, so ist er selbst.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese achtzehn Kapitel des Epos haben das gesamte indische Geistesleben beeinflusst. Kein Text der  Hinduliteratur wird so viel gelesen, so oft auswendig gelernt und so häufig zitiert, wie diese Verse. Viele Hindus ziehen das Buch als wichtigen Ratgeber heran und auch für [[Wikipedia:Mahatma Gandhi|Mahatma Gandhi]], den großen Friedensapostel, war es von erheblicher Bedeutung:&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;In der Bhagavadgita finde ich einen Trost, den ich selbst in der Bergpredigt vermisse. Wenn mir manchmal die Enttäuschung ins Antlitz starrt, wenn ich verlassen, keinen Lichtstrahl erblicke, greife ich zur Bhagavadgita. Dann finde ich hier und dort eine Strophe und beginne zu lächeln, inmitten aller Tragödien, und mein Leben ist voll von Tragödien gewesen. Wenn sie alle keine sichtbaren Wunden auf mir hinterlassen haben, verdanke ich dies den Lehren der Gita&amp;quot;.&#039;&#039; (Zitiert nach der deutschen Übersetzung der Bhagavadgita des S. Radhakrishnan aus dem Verlag R. Löwit - Wiesbaden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gandhi wollte dieses Werk noch mehr Menschen zugänglich machen. Darum verfasste er, obwohl kein Schriftgelehrter, eine Übersetzung in seine Muttersprache [[Wikipedia:Gujarati|Gujarati]] und schrieb dazu auch eigene, knappe Kommentare. Diese Ausgabe widmete er den Armen, die wenig Geld für Bücher ausgeben können sowie denen, die selten Zeit zum Lesen haben; nach eigenen Worten den Frauen, Geschäftsleuten und Handwerkern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Bhagavadgita erstreckt sich jedoch nicht nur auf [[Indien]], auch für viele Nicht-Hindus gehört sie zu den großen religions-philosophischen Dichtungen der Weltliteratur. 1785 kam die Bhagavadgita nach Europa, durch den Orientalisten Charles Wilkins übersetzt, und nach Deutschland 1823 durch [[Wikipedia:August Wilhelm von Schlegel|August Wilhelm von Schlegel]]. Sie fand begeisterte Aufnahme. Die größten Geister ihrer Zeit verbreiteten sie unter ihren Schülern. [[Wikipedia:Wilhelm von Humboldt|Wilhelm von Humboldt]] schrieb 1825 bis 1826 zwei Abhandlungen darüber in den Schriften der [[Wikipedia:Berliner Akademie|Berliner Akademie]]. Er bezeichnete die Bhagavadgita als &#039;&#039;&amp;quot;...das schönste, ja vielleicht das einzig wahrhafte philosophische Gedicht, das alle uns bekannten Literaturen aufzuweisen haben&amp;quot;&#039;&#039;. Auch der Philosoph [[Arthur Schopenhauer]] schrieb darüber voll des Lobes: &#039;&#039;&amp;quot;Es ist die erhabenste Lektüre, die auf der Welt möglich ist; sie ist der Trost meines Lebens gewesen und wird der meines Sterbens sein.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavad-Gita wurde u. a. von [[Wikipedia:Paul Deussen|Paul Deussen]], [[Wikipedia:Theodor Springmann jun.|Theodor Springmann]], [[Franz Hartmann]], [[Wikipedia:Leopold von Schroeder|Leopold von Schroeder]] und [[Wikipedia:Robert Boxberger|Robert Boxberger]] (ins Deutsche) und von [[Wikipedia:Friedrich Rückert|Friedrich Rückert]] (ins [[Latein]]ische) übersetzt. Sie übte großen Einfluss auf die [[Theosophie]] aus. Weltweit verbreitet ist heute die Übersetzung und Kommentierung &amp;quot;[[Wikipedia:Bhagavad Gita Wie Sie Ist|Bhagavad Gita Wie Sie Ist]]&amp;quot; des [[Wikipedia:ISKCON|ISKCON]] (&amp;quot;Hare Krishna&amp;quot;)-Begründers [[Wikipedia:Prabhupada|Prabhupada]], welcher die Lehren im Lichte des [[Wikipedia:Gaudiya Vaishnava|Gaudiya Vaishnava]]tums, einem Monotheismus, betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Swami Prabhupada: Bhagavadgita, ISBN 0-89213-088-1&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Bhave, Vinoba|Bhave]]: &#039;&#039;Gespräche über die Gita&#039;&#039;, Hinder + Deelmann, Gladenbach 1999, ISBN 3-87348-090-5&lt;br /&gt;
* [[Sri Aurobindo]]: &#039;&#039;Bhagavadgita&#039;&#039;, Hinder + Deelmann, Gladenbach 1981, ISBN 3-87348-163-4&lt;br /&gt;
* [[Sri Aurobindo]]: &#039;&#039;Essays über die Gita&#039;&#039;, Hinder + Deelmann, Gladenbach 1992, ISBN 3-87348-099-9&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Helmuth von Glasenapp|Helmuth von Glasenapp]] (Hrsg.): &#039;&#039;Bhagavadgita. Das Lied der Gottheit&#039;&#039;, Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-007874-1&lt;br /&gt;
* Bede Griffiths: &#039;&#039;Bhagavad-gita. Mit einem spirituellem Kommentar&#039;&#039;, Kösel, München 1993, ISBN 3-466-20373-2&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer, Jutta Zimmermann: &#039;&#039;Erlebnis Bhagavad Gita&#039;&#039; Edition Sawitri, Karlsruhe 2000, ISBN 3-931172-14-7&lt;br /&gt;
* [[Heinz Grill]]: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita. Der östliche Pfad des Yoga und der westliche Pfad der Nachfolge Christi&#039;&#039; (mit Audio-CD), Lammers-Koll-Verlag 2003, ISBN 393592562X&lt;br /&gt;
* Swami [[Sivananda]]: &#039;&#039; Shrimad Bhagavad Gita&#039;&#039; - ISBN 3-922477-06-2, Mangalam Books, Lautersheim 2003&lt;br /&gt;
* K. O. Schmidt: &#039;&#039;Bhagavad Gita Das hohe Lied der Tat&#039;&#039; - ISBN 3-7699-0419-2, Drei Eichen Verlag München - Engelberg/Schweiz 1968&lt;br /&gt;
* Jack Hawley (Hrsg.): &#039;&#039;Bhagavad Gita. Eine zeitgemäße Version für westliche Leser&#039;&#039;, Wilhelm Goldmann Verlag, München 2002, ISBN 3-442-21607-9&lt;br /&gt;
* Leopold von Schroeder: &#039;&#039;Bhagavadgita&#039;&#039; und Heinrich Zimmer: &#039;&#039;Aschtavakragita&#039;&#039;, 2004 Diederichs Gelbe Reihe, ISBN 3-89631-440-8&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Yogananda|Paramahansa Yogananda]]: &#039;&#039;Die Bhagavad-Gita - Gott spricht mit Arjuna&#039;&#039;, Self-Realization Fellowship, 2005, ISBN 0-87612-032-X&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die okkulten Grundlagen der Bhagavad Gita&#039;&#039;, ([[GA 146]]), Dornach 1992 {{Vorträge|146}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe&#039;&#039;, ([[GA 142]]), Dornach 1982 {{Vorträge|142}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tonträger ==&lt;br /&gt;
* Jutta Zimmermann: &#039;&#039;Bhagavad Gita. Mitsingen und Chanten&#039;&#039; (1 CD), Stuttgart: Raja-Verlag 2003, ISBN 3-936684-05-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
*[http://www.gita4free.com/german_completegita.html Bhagavad Gita, komplett ins Deutsche übersetzt von Siegfried Lienhard 1958]&lt;br /&gt;
*[https://archive.org/details/bub_gb_mGdFAQAAIAAJ/page/n5/mode/2up Bhagavad Gita, vollständiger Text deutsch] (Übersetzung Leopold von Schröder 1922)&lt;br /&gt;
*[http://www.demetrius-degen.homepage.t-online.de/religionen/hinduismus/bhagavadgita.htm Bhagavad Gita, weitere deutsche Übersetzung]&lt;br /&gt;
*[http://members.aol.com/jajnsn/anasa.html GITA ACCORDING TO GANDHI]&lt;br /&gt;
*[http://bibliothek.bbaw.de/bibliothek-digital/digitalequellen/schriften/anzeige?band=07-abh/1825&amp;amp;seite:int=00000402 &#039;&#039;Abhandlung von Wilhelm von Humboldt&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
*[http://www.pushpak.de Deutsche Übersetzungen der großen indischen Epen und Puranas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilige Schrift (Hinduismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bhagavad Gita|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mahabharata]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Smriti|A]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Benutzer:Robert_Lindermayr&amp;diff=625024</id>
		<title>Benutzer:Robert Lindermayr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Benutzer:Robert_Lindermayr&amp;diff=625024"/>
		<updated>2025-12-25T10:10:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Link korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Willkommen auf meiner Benutzerseite!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Robert Lindermayr.JPG|thumb|[https://robert-lindermayr.jimdoweb.com/konzerte/25-mai-2019-passau/ „Der Mensch kann verbinden, aufbauen und verwandeln“]&amp;lt;br /&amp;gt;Konzert in Passau am 25. Mai 2019]]&lt;br /&gt;
Geboren wurde ich im Jahr 1961. Nach dem Abitur (1981) studierte ich von 1983–1991 Kirchenmusik A, Diplommusiklehrer sowie Hauptfach Orgel bei [[Harald Feller (Musiker)|Harald Feller]] (Abschluss mit Meisterklassendiplom) an der Musikhochschule München. Ausbildung zum Yogalehrer bei [[Heinz Grill]] in den Jahren 1994–1996.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Leitgedanke:&lt;br /&gt;
{{Zitat| Einen Inhalt in ein Kunstwerk, in eine Sache, eigentlich in alle Bereiche des Lebens hineinzugeben, darum geht es. Und nicht darum, was man aus einer Sache herausnehmen kann.| Heinz Grill}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1. Oktober 2023 gestalte ich die AnthroWiki mit. Das ist eine Freude und Ehre für mich und ich danke an dieser Stelle Herrn [[Wolfgang Peter]] ganz herzlich für die Möglichkeit und für die Basis, die er gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Falls Sie mit mir Kontakt aufnehmen möchten, schreiben Sie bitte an folgende Adresse. Ich freue mich über jede Mail:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[mailto:rlindermayr@gmx.de?subject=Kontakt rlindermayr(at)gmx.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Interesse lade ich Sie ein, meine Website [https://www.meditation-zur-transfiguration.de/ Meditation zur Transfiguration] oder meine Kanäle auf [https://www.youtube.com/channel/UCLWXGE_d_ExqS8RfIQ3082w YouTube] und [https://soundcloud.com/robert-lindermayr Soundcloud] zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit herzlichem Gruß&amp;lt;br /&amp;gt;Robert Lindermayr&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=624439</id>
		<title>Eiweiß</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=624439"/>
		<updated>2025-12-04T21:42:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Schwefel als Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungskräften und dem Physischen */ Fehlendes Wort ergänzt und Komma laut GA entfernt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|hochkant=1.4|Das &#039;&#039;&#039;Eiklar&#039;&#039;&#039; (von {{mhd}} &#039;&#039;eierklār&#039;&#039;) eines frischen [[w:Hühnerei|Hühnerei]]s besteht neben [[Wasser]] zu etwa 11% aus Proteinen, von denen das [[w:Ovalbumin|Ovalbumin]] etwa 54% ausmacht.&amp;lt;br/&amp;gt;Das &#039;&#039;&#039;Eigelb&#039;&#039;&#039; besteht aus ca. 48 % [[Wasser]], 33 % [[Fette|Fett]], hochwertigen [[Proteine]]n, Mineralstoffen ([[Calcium]], [[Phosphor]], [[Eisen]]), den [[Vitamin]]en (A, B und E), [[w:Cholesterin|Cholesterin]] und [[w:Lecithin|Lecithin]] als [[w:Emulgator|Emulgator]]. Die [[gelb]]liche Färbung ist durch [[w:Carotin|Carotin]]verbindungen bedingt&amp;lt;ref&amp;gt;Czernicki, Weiser: [http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1439-0442.1962.tb00444.x/abstract &#039;&#039;Zur Beeinflussung der Dotterfarbe durch einige reine Carotinoide sowie durch Paprika.&#039;&#039;] abgerufen am 23. Dezember 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1GZX Haemoglobin.png|mini|hochkant=1.4|Das Hämoglobin-Heterotetramer besteht aus zwei α-Untereinheiten (&amp;lt;span style=&amp;quot;color:red&amp;quot;&amp;gt;rot&amp;lt;/span&amp;gt;) und zwei β-Untereinheiten (&amp;lt;span style=&amp;quot;color:blue&amp;quot;&amp;gt;blau&amp;lt;/span&amp;gt;). Die vier [[Wikipedia:Häme (Stoffgruppe)|Häm-Gruppen]], an deren zentrales [[Eisen]]-Atom der [[Sauerstoff]] gebunden wird, sind &amp;lt;span style=&amp;quot;color:green&amp;quot;&amp;gt;grün&amp;lt;/span&amp;gt; dargestellt.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Peptid Bindung.svg|mini|hochkant=1.4|Peptidbindung in einem einfachen Dipeptid aus [[w:Alanin|Alanin]] und [[w:Glycin|Glycin]] mit der entsprechenden &#039;&#039;cis&#039;&#039;- bzw. &#039;&#039;trans&#039;&#039;-Konfiguration]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|hochkant=1.4|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von {{ELSalt|πρωτεῖος}} &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von {{lang|grc|πρῶτος}} &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind, [[Biochemie|biochemisch]] gesehen, aus [[Aminosäuren]] aufgebaute, [[Biologie|biologisch]] aktive kettenförmige [[Makromolekül]]e von überragender [[funktionell]]er und [[struktur]]eller Bedeutung für alle [[irdisch]]en [[Lebewesen]]. Sie sind Bestandteil der meisten [[Enzym]]e oder bilden als &#039;&#039;&#039;Strukturproteine&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;) eine wesentliche Gerüstsubstanz von [[Zelle (Biologie)|Zellen]] und [[Gewebe]]n der [[Lebewesen]]. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem [[Lebewesen]] bzw. in einem [[Gewebe (Biologie)|Gewebe]], einer [[Zelle (Biologie)|Zelle]] oder einem [[Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sog. [[Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die [[Wikipedia:Peptidase|Peptidase]] (kurz für: &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[Wikipedia:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als &#039;&#039;&#039;Peptide&#039;&#039;&#039; bezeichnet. &#039;&#039;&#039;Neuropeptide&#039;&#039;&#039;, von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in [[Nervengewebe]]n als [[Botenstoff]]e. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[Endorphine]] und [[W:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[W:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Proteinkomplex]]e entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern. Die beteiligen Proteine sind dabei häufig durch [[Wasserstoffbrückenbindung|Wasserstoffbrücken]], [[Ionische Bindung|ionische]] oder [[kovalente Bindung]]en ([[Wikipedia:Disulfidbrücke|Disulfidbrücke]]n) miteinander verbunden. So besteht etwa das für den [[Sauerstoff]]-Transport essentielle [[Hämoglobin]]-Heterotetramer aus jeweils zwei identischen α-Untereinheiten und zwei identischen β-Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Aminosäuren}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Aminosäuren&#039;&#039;&#039;, aus denen sich das Eiweiß aufbaut, enthalten die [[Chemisches Element|chemischen Elemente]] [[Kohlenstoff]], [[Wasserstoff]], [[Sauerstoff]], [[Stickstoff]] und teilweise auch [[Schwefel]] und in einem einzigen Fall ([[Wikipedia:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[Wikipedia:Selen|Selen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Kohlenstoff dem [[Leben]] die unmittelbare [[physisch]]e Basis schafft, können durch die Heteroatome auch die übersinnlichen [[Wesensglieder]] in den [[Organismus]] eingreifen. Der [[Sauerstoff]] hängt mit dem [[Ätherleib]] zusammen, der [[Stickstoff]] mit dem [[Astralleib]] und der [[Wasserstoff]] mit der [[Wärme]]- und [[Ich-Organisation]]. Der [[Schwefel]] aber vermittelt zwischen dem in der ganzen Welt ausgebreiteten [[Geist]]igen und dem [[Physisch]]en (siehe unten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation&lt;br /&gt;
mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem&lt;br /&gt;
Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die&lt;br /&gt;
Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden&lt;br /&gt;
die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können — ich kann&lt;br /&gt;
das hier nur andeuten — in dasjenige, was der Wasserstoff als seine&lt;br /&gt;
besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen&lt;br /&gt;
Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen&lt;br /&gt;
wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich&lt;br /&gt;
heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir&lt;br /&gt;
seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen&lt;br /&gt;
gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt&lt;br /&gt;
und durchgeistigt ist, auffassen zu können.|314|114f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[dreidimensional]]e [[Raum|räumliche]] &#039;&#039;&#039;Proteinstruktur&#039;&#039;&#039; wird zumeist durch durch [[Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der &#039;&#039;&#039;Proteinfaltung&#039;&#039;&#039; genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste &#039;&#039;&#039;native Konformation&#039;&#039;&#039; annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als &#039;&#039;&#039;Levinthal-Paradoxon&#039;&#039;&#039; bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[WikipediaEN:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922-1990) hingewiesen&amp;lt;ref&amp;gt;Levinthal, Cyrus (1968). &amp;quot;Are there pathways for protein folding?&amp;quot; ([https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf pdf]). Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique. 65: 44–45. Archived from the original ([http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf pdf]) on 2009-09-02.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Levinthal, Cyrus (1969). &amp;quot;How to Fold Graciously&amp;quot;. Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House, Monticello, Illinois: 22–24. [https://web.archive.org/web/20101007174851/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html online] (Archived from the original on 2010-10-07).&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen &#039;&#039;&#039;Proteindomänen&#039;&#039;&#039; bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geodnete [[Struktur]]ebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die &#039;&#039;&#039;Primärstruktur&#039;&#039;&#039; wird durch die &#039;&#039;&#039;Aminosäuresequenz&#039;&#039;&#039; bestimmt, d.h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über &#039;&#039;&#039;Peptidbindungen&#039;&#039;&#039; (-CO-NH-) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die &#039;&#039;&#039;Sekundärstruktur&#039;&#039;&#039; bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO- und NH-Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden:&lt;br /&gt;
**[[w:α-Helix|α-Helix]]&lt;br /&gt;
**[[w:π-Helix|{{polytonisch|π}}-Helix]]&lt;br /&gt;
**[[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]]&lt;br /&gt;
**[[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]]&lt;br /&gt;
**[[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]]&lt;br /&gt;
**[[w:β-Schleife|β-Schleife]]&lt;br /&gt;
**[[w:β-Helix|β-Helix]]&lt;br /&gt;
**[[w:Random Coil|Random Coil]]: Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur&lt;br /&gt;
* Die &#039;&#039;&#039;Tertiärstruktur&#039;&#039;&#039; bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die &#039;&#039;&#039;Quartärstruktur&#039;&#039;&#039; beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte &#039;&#039;&#039;Bändermodell&#039;&#039;&#039; veranschaulicht&amp;lt;ref&amp;gt;J. S. Richardson: &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625, {{DOI|10.1038/77912}}. PMID 10932243.  {{Webarchiv|text=PDF |url=http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf |wayback=20140201235623 |archiv-bot=2018-04-03 02:18:40 InternetArchiveBot }}.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie es oben am Beispiel des [[Hämoglobin]]s gezeigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Globuläre Proteine&#039;&#039;&#039; haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden [[Albumin]]e relativ gut [[wasserlöslich]]. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden &#039;&#039;&#039;Globuline&#039;&#039;&#039; sind hingegen wegen ihres höheren [[Molekulargewicht]]s in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Globine&#039;&#039;&#039; dienen dazu, [[Sauerstoff]] zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen [[Wirbeltiere]]n und auch im [[Mensch]]en vorhandenen [[Hämoglobin]]e und [[W:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die &#039;&#039;&#039;Leghämoglobine&#039;&#039;&#039;, die in den [[stickstoff]]bindenden Wurzelknöllchen der [[Hülsenfrüchtler]] ([[lat.]] &#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der [[Natur]] weit verbreiteten &#039;&#039;&#039;Glykoproteine&#039;&#039;&#039; enthalten eine oder mehrere [[Kohlenhydrate|Kohelenhydratgruppen]], die zumeist [[Kovalente Bindung|kovalent]] an [[Asparagin]]-, [[Serin]]-, [[Threonin]]- oder [[Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel als Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungskräften und dem Physischen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|Schematische Präsentation der intrachenaren&amp;lt;ref name=&amp;quot;JakubkeHD&amp;quot;&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine&#039;&#039;, Verlag Chemie, Weinheim, S.&amp;amp;nbsp;101, 1982, ISBN 3-527-25892-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V3.svg|mini|Schematische Präsentation von der interchenaren Disulfidbrücken zwischen den Peptidketten zweier Proteine.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen&lt;br /&gt;
will, so darf man nämlich nicht bloß unter den bedeutenden Ingredienzien&lt;br /&gt;
des Eiweißes aufführen Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und&lt;br /&gt;
Kohlenstoff, sondern man muß den für das Eiweiß in einer tief bedeutsamen&lt;br /&gt;
Weise tätigen Stoff, den Schwefel mit anführen. Denn der&lt;br /&gt;
Schwefel ist gerade dasjenige innerhalb des Eiweißes, was den Vermittler&lt;br /&gt;
darstellt zwischen dem überall in der Welt ausgebreiteten&lt;br /&gt;
Geistigen, zwischen der Gestaltungskraft des Geistigen und dem&lt;br /&gt;
Physischen. Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen&lt;br /&gt;
Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß&lt;br /&gt;
die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit&lt;br /&gt;
nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch&lt;br /&gt;
gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des&lt;br /&gt;
Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel&lt;br /&gt;
ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen&lt;br /&gt;
Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen&lt;br /&gt;
alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich&lt;br /&gt;
ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende&lt;br /&gt;
Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem&lt;br /&gt;
Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel&lt;br /&gt;
und Phosphor, die Lichtträger.|327|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Biochemie|Biochemisch]] gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[Wikipedia:Disulfidbrücke|Disulfidbrücke]]n stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß als Bestandteil der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Um noch etwas anderes zu berühren: Die denkbar größte Sorgfalt&lt;br /&gt;
muß darauf gerichtet sein, daß dem Körper nicht zuviel und nicht&lt;br /&gt;
zuwenig Eiweißstoffe zugeführt werden. Da muß unbedingt das richtige Maß gefunden werden. Denn innerhalb der Verdauung entsprechen die Eiweißstoffe demjenigen, was in der Denktätigkeit bei der&lt;br /&gt;
Erzeugung von Vorstellungen vor sich geht. Dieselbe Tätigkeit,&lt;br /&gt;
welche die Fruchtbarkeit des Denkens bewirkt, wird im unteren Organismus durch die Eiweißstoffe hervorgerufen. Werden diese dem&lt;br /&gt;
Menschen nicht in ausgewogener Menge zugeführt, dann erzeugen&lt;br /&gt;
sie einen Überschuß von solchen Kräften, die in der unteren Leibestätigkeit dem entsprechen, was in der oberen die Vorstellung bildet.&lt;br /&gt;
Nun soll aber der Mensch immer mehr Herr seiner Vorstellungen&lt;br /&gt;
werden. Darum soll die Zufuhr von Eiweißstoffen in gewissen Grenzen bleiben, sonst wird er von einer Vorstellungstätigkeit überwältigt,&lt;br /&gt;
von welcher er gerade frei werden sollte. Das hatte Pythagoras im Sinne, wenn er seinen Schülern die Lehre gab: Enthaltet euch der Bohnen!&amp;quot; {{Lit|{{G|96|174}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bildung von menschlichem Eiweiß durch die vier Organsysteme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Vier Organsysteme}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschliches Eiweiß wird durch die grundlegenden [[vier Organsysteme]] gebildet, denen in der außermenschlichen Natur die vier [[Chemische Elemente|chemischen Elemente]] entsprechen, die hauptsächlich das Eiweiß aufbauen, nämlich: [[Kohlenstoff]], [[Sauerstoff]], [[Stickstoff]] und [[Wasserstoff]]. Eine besondere Bedeutung kommt darüber hinaus dem [[Schwefel]] zu. Im Gegensatz zum menschlichen Eiweiß wird das pflanzliche Eiweiß nicht durch Organsysteme, sondern direkt durch den Einfluss der genannten Elemente gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sehen Sie, ich war genötigt, in diesen Tagen öfter&lt;br /&gt;
davon zu sprechen, daß eine wichtige Rolle gegenüber, ich möchte&lt;br /&gt;
sagen, allem Meteorologischen, Außerirdischen, die vier Organsysteme&lt;br /&gt;
spielen: Harnblase, Nierensystem, Lebersystem, Lungensystem,&lt;br /&gt;
und dazu kommt dann das Herzsystem. Diese vier Organsysteme&lt;br /&gt;
spielen eine wesentliche Rolle in der Beziehung des Menschen&lt;br /&gt;
zum Äußerlichen, Meteorologischen. Nun, was bedeuten&lt;br /&gt;
denn, intimer genommen, diese vier Organsysteme eigentlich?&lt;br /&gt;
Diese vier Organsysteme bedeuten nämlich nichts anderes, als&lt;br /&gt;
daß sie die Schöpfer der Struktur des menschlichen Eiweißes sind.&lt;br /&gt;
Diese vier Organsysteme sind es, die wir studieren müssen. Nicht&lt;br /&gt;
die molekularisch atomistischen Kräfte des Eiweißes müssen wir&lt;br /&gt;
studieren, sondern wenn wir uns fragen wollen: Warum ist das&lt;br /&gt;
Eiweiß so, wie es ist? — dann müssen wir die innere Konstruktion&lt;br /&gt;
des Eiweißes als eine Resultierende desjenigen auffassen, was von&lt;br /&gt;
diesen vier Organsystemen ausgeht. Es ist das Eiweiß geradezu ein&lt;br /&gt;
Ergebnis des Zusammenwirkens dieser vier Organsysteme. Damit&lt;br /&gt;
ist auch etwas ausgesprochen über die Verinnerlichung äußerer&lt;br /&gt;
Wirkungen beim Menschen. Wir haben in die Organsysteme hinein&lt;br /&gt;
das zu verlegen, was die heutige Chemie sucht in der Struktur&lt;br /&gt;
der Substanzen selber. Es ist menschliches Eiweiß deshalb in unserer&lt;br /&gt;
irdischen Sphäre gar nicht zu denken in seiner Struktur. Es kann nicht&lt;br /&gt;
bleiben in seiner Struktur, wenn es nicht unter dem Einfluß dieser&lt;br /&gt;
vier Organsysteme ist. Es muß diese Struktur unbedingt ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist das beim pflanzlichen Eiweiß. Das pflanzliche Eiweiß&lt;br /&gt;
steht nicht unter dem Einfluß von solchen vier Organsystemen,&lt;br /&gt;
wenigstens scheinbar nicht; aber es steht unter einem anderen&lt;br /&gt;
Einflüsse. Es steht unter dem Einfluß von Sauerstoff, Stickstoff,&lt;br /&gt;
Wasserstoff, Kohlenstoff und unter dem Einfluß desjenigen, was&lt;br /&gt;
immer auch in der gesamten äußeren meteorologischen Natur vorhanden&lt;br /&gt;
ist, unter dem Einfluß des die Funktionen dieser vier vermittelnden&lt;br /&gt;
Schwefels, Sulfurs. Und beim pflanzlichen Eiweiß wirken&lt;br /&gt;
die sich in der Atmosphäre zerstreuenden vier Stoffe dasselbe,&lt;br /&gt;
was im Menschen Herz, Lunge, Leber und so weiter wirken. Es&lt;br /&gt;
ist in der äußeren menschlichen Natur an Bildekräften in diesen&lt;br /&gt;
vier Stoffen vorhanden, was in der innermenschlichen Natur individualisiert&lt;br /&gt;
in den vier Organsystemen enthalten ist. Das ist wichtig,&lt;br /&gt;
daran zu denken, daß wenn wir den Namen Sauerstoff, Wasserstoff&lt;br /&gt;
aussprechen, wir nicht bloß an dasjenige als innere Kräfte&lt;br /&gt;
denken sollen in diesen sogenannten Stoffen, wovon die heutige&lt;br /&gt;
Chemie spricht, sondern daß wir uns diese Stoffe mit Gestaltungskräften,&lt;br /&gt;
mit Wirkungskräften denken müssen, die auch ein Verhältnis&lt;br /&gt;
zueinander immer haben, indem diese Stoffe in ihren Wirkungen&lt;br /&gt;
zu dem Inventar des Irdischen mit beitragen. Wir müssen,&lt;br /&gt;
wenn wir ins Einzelne eingehen und identifizieren würden mit&lt;br /&gt;
inneren Organen dasjenige, was der Sauerstoff, wenn er sich außen&lt;br /&gt;
aufhält, wirkt, es innerlich identifizieren mit dem Nieren-HarnSystem.&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Kohlenstoff, wenn er außen seine Bildekräfte&lt;br /&gt;
entfaltet, wirkt, das müssen wir innerlich identifizieren mit&lt;br /&gt;
dem Lungensystem, aber jetzt nicht das Lungensystem als Atmungssystem&lt;br /&gt;
aufgefaßt, sondern die Lunge, insoferne sie ihre Eigenbildungskräfte&lt;br /&gt;
hat. Wir müssen identifizieren den Stickstoff mit&lt;br /&gt;
dem Lebersystem, den Wasserstoff mit dem Herzsystem (siehe&lt;br /&gt;
Zeichnung Seite 234). Der Wasserstoff draußen ist in der Tat das&lt;br /&gt;
Herz der äußeren Welt, der Stickstoff ist die Leber der äußeren Welt&lt;br /&gt;
und so weiter.|312|232ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA312_234.gif|center|300px|Tafel 17 aus GA 312, S. 234]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Protein}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Protein}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Strukturprotein}}&lt;br /&gt;
* [[Enzym]]&lt;br /&gt;
* [[Eiweißatmosphäre]] - die Ureiweißatmosphäre der [[Lemurische Zeit|lemurischen Zeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft&#039;&#039;, [[GA 96]] (1989), ISBN 3-7274-0961-4 {{Vorträge|096}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaft und Medizin&#039;&#039;, [[GA 312]] (1999), ISBN 3-7274-3120-2 {{Vorträge|312}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene&#039;&#039;, [[GA 314]] (1989), ISBN 3-7274-3141-5 {{Vorträge|314}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft&#039;&#039;, [[GA 327]] (1999), ISBN 3-7274-3270-5 {{Vorträge|327}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.ak-ernaehrung.de/content/publikationen/milch/eiweiss/eiweispflanze-milch.pdf Eiweiß in der Ernährung. Naturwissenschaftliche und anthroposophische Aspekte, von Petra Kühne]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lebensmittelinhaltsstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nährstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protein|!]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Hibiskus_(Hibiscus)&amp;diff=623653</id>
		<title>Hibiskus (Hibiscus)</title>
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		<updated>2025-09-28T13:50:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ Link zu Wikipedia zielgerichtet&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Hibiskus&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Hibiscus&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Malvoideae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Malvengewächse&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Malvaceae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Malvenartige&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Malvales&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Eurosiden II&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Rosiden&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Hibiscus_rosa-sinensis_Bot.Garten_Muenster.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Wikipedia:Chinesischer Roseneibisch|Chinesischer Roseneibisch]] (&#039;&#039;Hibiscus rosa-sinensis&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hibiskus&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Hibiscus&#039;&#039;) – auf Deutsch &#039;&#039;&#039;Eibisch&#039;&#039;&#039; – ist eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] aus der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Wikipedia:Malvengewächse|Malvengewächse]] (Malvaceae) mit etwa 200 bis 675 [[Art (Biologie)|Arten]].&amp;lt;ref&amp;gt;David John Mabberley: &#039;&#039;Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses&#039;&#039;. 3. ed. Cambridge University Press 2008, Seite 406. ISBN 978-0-521-82071-4&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist hauptsächlich in den tropischen und subtropischen Regionen der Erde verbreitet und stammt ursprünglich aus Asien.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hibiskus, Rosen-Eibisch&#039;&#039; auf [http://www.mein-schoener-garten.de/wiki/gartenwiki/Hibiskus,_Rosen-Eibisch &#039;&#039;Mein Schöner Garten&#039;&#039;]; abgerufen am 15. August 2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Der deutsche Name &#039;&#039;Eibisch&#039;&#039; (mittelhochdeutsch &#039;&#039;ībesch(e)&#039;&#039;, althochdeutsch &#039;&#039;ībisca&#039;&#039;) stammt aus dem [[Altgriechische Sprache|Altgriechischen]] ({{lang|grc|ἰβίσκος}} &#039;&#039;ibískos&#039;&#039;), das seinerseits aus dem Keltischen stammt. Mit Eibisch werden im Deutschen außer der Gattung Hibiskus auch die Gattungen &#039;&#039;[[Eibisch (Gattung)|Althaea]]&#039;&#039; und [[Abelmoschus]] (Bisameibisch) sowie die Art [[Echter Eibisch]] (&#039;&#039;Althaea officinalis&#039;&#039;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Haceto.jpg|mini|hochkant|&#039;&#039;[[Hibiscus acetosella]]&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hibiscus boryanus (orange flower).JPG|mini|hochkant|&#039;&#039;[[Hibiscus boryanus]]&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Maohauhele.jpg|mini|hochkant|&#039;&#039;[[Hibiscus brackenridgei]]&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hibiscus cannabinus 001 by Lalithamba.jpg|mini|hochkant|[[Kenaf]] (&#039;&#039;Hibiscus cannabinus&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Hibiscus&#039;&#039;-Arten wachsen als ein- oder mehrjährige [[krautige Pflanze]]n, [[Halbstrauch|Halbsträucher]], [[Sträucher]] und [[Baum|Bäume]]. Die gestielten, einfachen [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind bei manchen Arten gelappt. Es sind [[Nebenblätter]] vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln, selten in [[Blütenstände]]n zusammen. Die zwittrigen [[Blüte]]n sind [[radiärsymmetrisch]] und fünfzählig. Es ist meist ein Außenkelch vorhanden, der fünf oder mehr Lappen aufweisen kann. Fünf [[Kelchblätter]] sind meist glockenförmig verwachsen. Die fünf [[Kronblätter]] können die unterschiedlichsten Farben aufweisen. Bei der Unterfamilie [[Malvoideae]] sind die [[Staubfäden]] der vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten [[Columna]]. Die fünf Kronblätter überdecken sich in der Knospenlage gedreht (&#039;&#039;contort&#039;&#039;); sie sind mit ihrer Basis ebenfalls mit der Columna verwachsen. Fünf [[Fruchtblätter]] sind zu einem [[Fruchtknoten]] verwachsen. Es sind fünf Griffeläste vorhanden mit kopfigen Narben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden fünffächerige [[Kapselfrüchte]] gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Sorten einiger Arten werden als [[Zierpflanze]]n für Parks, Gärten und Zimmer verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hibiscus sabdariffa&#039;&#039; wird, wie auch andere [[Malven]], häufig Hagebuttentee und anderen Früchtetees zugesetzt. Ein beliebtes Getränk ist [[Malventee|Hibiskusblütentee]] nicht nur in Ägypten und im Sudan als [[Karkadeh]] (كركديه), sondern auch in Mexiko (Agua de [[Jamaica (Getränk)|Jamaica]]). Der tiefrote Tee wird heiß oder kalt getrunken. In der vegetarischen Küche Südasiens (z.&amp;amp;nbsp;B. in Sri Lanka) findet die Hibiskusblüte auch Verwendung in Currygerichten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dasgewuerzlexikon.de/node/117], abgerufen am 15. Mai 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch pharmazeutisch werden die Hibiskusblüten eingesetzt. Verwendet werden die zur Fruchtzeit geernteten, getrockneten Kelche und Außenkelche von &#039;&#039;[[Hibiscus sabdariffa]]&#039;&#039;. Die darin enthaltenen Säuren wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Zitronensäure]], [[Apfelsäure]], [[Weinsäure]] und Hibiskussäure (Allohydroxyzitronensäurelacton) ergeben den säuerlichen Geschmack. Die enthaltenen [[Anthocyane]] wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Delphinidin]] und [[Cyanidin]] färben den Teeaufguss dunkelrot. In erster Linie werden sie daher als Korrigens für Geschmack und Aussehen eingesetzt. Indikationen wie Erkältungen, Kreislaufbeschwerden, Ekzeme, mildes [[Laxans]] sowie Appetitanregung sind nicht belegt, aber in der Volksmedizin weit verbreitet. Hibiskus verfügt über eine hohe Konzentration an [[Ascorbinsäure|Vitamin C]] und in Fernost sagt man ihm eine blutdrucksenkende Wirkung nach. Auch in der afrikanischen Volksmedizin wird Hibiskus als Tee eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Wichtl: &#039;&#039;Teedrogen und Phytopharmaka&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.gesundheit.de/lexika/heilpflanzen-lexikon/hibiscus-anwendung &#039;&#039;Hibiskusanwendung&#039;&#039;] bei gesundheit.de, abgerufen am 15. Mai 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Systematik siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Hibiskus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Hibiskus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=5&amp;amp;taxon_id=115438 Die Gattung in der &#039;&#039;Flora of Pakistan&#039;&#039;] (englisch).&lt;br /&gt;
* Ya Tang, Michael G. Gilbert, Laurence J. Dorr: &#039;&#039;Malvaceae:&#039;&#039;: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&amp;amp;taxon_id=115438 &#039;&#039;Hibiscus&#039;&#039;, S. 264 - textgleich online wie gedrucktes Werk], In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): &#039;&#039;Flora of China.&#039;&#039; Volume 12: &#039;&#039;Hippocastanaceae through Theaceae&#039;&#039;, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-64-1.&lt;br /&gt;
*[http://www.hibiskus.de/hibiskus-medezinische-anwendung.html Informationen] über &#039;&#039;medizinische Anwendung&#039;&#039; auf dem Portal eines Herstellers von Getränken mit Zutaten aus biologischem Anbau.&lt;br /&gt;
* David Allardice Webb: &#039;&#039;Hibiscus L.&#039;&#039; In: Thomas Gaskell Tutin u.&amp;amp;nbsp;a.: &#039;&#039;Flora Europaea&#039;&#039;. Band 2. Cambridge University Press 1968, Seite 255–256.&lt;br /&gt;
* Walter Erhardt u. a.: &#039;&#039;Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen&#039;&#039;. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.&lt;br /&gt;
* Max Wichtl: &#039;&#039;Teedrogen und Phytopharmaka: ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage.&#039;&#039; 5. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8047-2369-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Hibiscus|Hibiskus (&#039;&#039;Hibiscus&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sträucher]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Hibiskus}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Dritte_Hierarchiestufe&amp;diff=623430</id>
		<title>Dritte Hierarchiestufe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Dritte_Hierarchiestufe&amp;diff=623430"/>
		<updated>2025-08-31T12:23:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Korrektur Rechtschreibfehler&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;dritte Hierarchiestufe&#039;&#039;&#039; umfasst jene geistige [[Wesenheit]]en, die in ihrer Rangordnung unmittelbar über dem [[Mensch]]en stehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur dritten Hierarchiestufe gehören die folgenden drei Hierarchien der &#039;&#039;&#039;Engelwesenheiten&#039;&#039;&#039; im engeren Sinn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:*[[Urengel]] ([[Archai]], [[Geister der Persönlichkeit]]) &lt;br /&gt;
:*[[Erzengel]] ([[Archangeloi]]) &lt;br /&gt;
:*[[Engel]] ([[Angeloi]]) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewusstseinszustände ==&lt;br /&gt;
Die [[Bewusstseinszustände]] der [[Wesenheiten]] der dritten Hierarchie sind anders geartet als die des [[Mensch]]en. Der Mensch kann sich einerseits der [[Wahrnehmung]] der [[sinnlich]]en Außenwelt hingeben und er kann sich anderseits in sein eigenes Innenleben versenken. So ist es bei den Wesen der dritten Hierarchie nicht. Sie nehmen nicht wie der Mensch eine äußere Welt wahr, sondern ihr Wahrnehmen ist zugleich ein Selbstoffenbaren. Sie offenbaren ihr eigenes Wesen, und was sie so von sich selbst offenbaren, das bildet zugleich den Inhalt ihrer Wahrnehmung. Es ist vergleichsweise so, wie wenn der Mensch sein Wesen durch Worte, Gesten und Mimik offenbart und sein [[Bewusstsein]] auf das so Hervorgebrachte richtet, um sich selbst wahrzunehmen. Lüge ist für die Wesen der dritten Hierarchie unmöglich; sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wesenheiten der dritten Hierarchiestufe haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der &#039;&#039;Selbstoffenbarung&#039;&#039; ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren [[Hierarchien]] ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren [[Geistige Welt|geistigen Welten]]. [[Geist-Erfüllung]] ist ihr Innenleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Unserer heutigen Charakteristik wird es notwendig sein, daß wir ausgehen von der Natur des Menschen selber und uns zunächst klarwerden über gewisse Eigenschaften der menschlichen Natur, damit wir von da aus höhere Wesenheiten, die wir in den höheren Welten antreffen, charakterisieren können. Und da sei heute eine Eigenschaft der menschlichen Natur ganz besonders hervorgehoben. Das ist die Eigenschaft, die man so charakterisieren kann: Der Mensch ist ausgestattet mit der Möglichkeit, ein von allem Äußeren unabhängiges Innenleben zu führen. Diese Möglichkeit tritt uns ja in jeder Stunde unseres wachen Tageslebens vor Augen. Wir wissen, daß wir in bezug auf dasjenige, was wir sehen mit unseren Augen, hören mit unseren Ohren, etwas Gemeinschaftliches haben mit allen anderen Wesenheiten, die sich auch ihrer Sinne bedienen können. Ein inneres Leben gegenüber der Außenwelt haben wir als Menschen mit anderen Menschen und vielleicht auch mit anderen Wesenheiten gemeinsam. Jeder für sich, das wissen wir ja nur zu gut als Menschen, hat seine besonderen Leiden, seine besonderen Freuden, hat seine Bekümmernisse und Sorgen, hat seine besonderen Hoffnungen und Ideale; und in einer gewissen Weise sind diese Sorgen, diese Leiden, diese Bekümmernisse, diese Hoffnungen und Ideale ein besonderes Reich, das man mit physischem Blicke nicht sogleich dem anderen Menschen ansehen kann, das er eben als ein selbständiges inneres Leben mit sich durch die Welt trägt. Wenn wir mit einem Menschen in demselben Raum sind, so wissen wir, was auf seine Augen, was auf seine Ohren wirken kann. Was in seiner Seele vorgeht, was er da drinnen erlebt, darüber können wir vielleicht Ahnungen haben aus demjenigen, was er uns äußern will durch seine Mienen, durch seine Gesten oder aber durch seine Sprache; wenn er aber sein Innenleben als seine besondere Welt für sich haben will, dann können wir nicht ohne weiteres in diese seine besondere Innenwelt eindringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir nun mit okkultem Blick in die Welten schauen, die zunächst für die äußere physische Welt verborgen sind, dann treffen wir da Wesenheiten an, welche gerade in bezug auf diejenigen Eigenschaften, die jetzt eben charakterisiert worden sind, ganz anders geartet sind. Wir treffen Wesenheiten an, welche ein solches selbständiges Innenleben nicht so führen können, wie der Mensch es führt. Wir treffen als eine nächste Gruppe, als eine nächste Kategorie von geistigen Wesenheiten nämlich solche an, welche dann, wenn sie ihr Innenleben führen, sogleich durch dieses innere Leben in einen anderen Zustand versetzt werden, in einen anderen Bewußtseinszustand als dasjenige Leben, das sie in der Außenwelt und mit der Außenwelt führen. Versuchen wir uns zu verständigen. Nehmen wir an, es müßte ein Mensch so leben, daß, wenn er in seinem Inneren leben und den Blick nicht auf die Außenwelt lenken wollte, die ihn umgibt, wenn er nicht mit dieser Außenwelt leben wollte, er dann sogleich einfach durch diesen seinen Willen in einen anderen Bewußtseinszustand übergehen müßte. Wir wissen, daß der Mensch ohne seinen Willen in einen anderen Bewußteinszustand in seinem normalen Leben übergeht, wenn er sich im Schlaf befindet. Aber wir wissen auch, daß dieser Schlaf dadurch herbeigeführt wird, daß sich der astralische Leib und das Ich des Menschen von dem ätherischen und physischen Leib absondern. Wir wissen also, daß mit dem Menschen etwas vorgeht, wenn er in einen anderen Bewußtseinszustand kommen soll. Dadurch, daß der Mensch zum Beispiel einfach sagt: Hier habe ich vor mir eine Wiese, mit vielen Blumen bedeckt; indem ich sie anschaue, macht sie mir Freude —, dadurch kommt der Mensch noch nicht in einen anderen Bewußtseinszustand; er erlebt sozusagen für sich selber seine Freude an der Wiese, an den Blumen, in der Gemeinschaft mit der Außenwelt. Diejenigen Wesenheiten nun, welche durch den okkulten Blick als die nächste Kategorie in einer höheren Welt angetroffen werden, verändern jedesmal ihren Bewußtseinszustand, wenn sie ihre Wahrnehmung, ihr Tun ablenken von ihrer Außenwelt und auf sich selber hinlenken. Bei ihnen braucht also keine Trennung einzutreten zwischen verschiedenen Wesensgliedern, sondern in ihnen selbst, so wie sie sind, bewirken sie einfach durch ihren Willen einen anderen Bewußtseinszustand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sind die Wahrnehmungen dieser Wesenheiten, von denen wir hier sprechen als der nächsten Kategorie über dem Menschen, nicht so wie die Wahrnehmungen des Menschen. Der Mensch nimmt dadurch wahr, daß eine Außenwelt an ihn herantritt für seine Sinne. Er gibt sich sozusagen dieser Außenwelt hin. Diese Wesenheiten, von denen wir hier zu sprechen haben, nehmen nicht eine solche Außenwelt wahr, wie der Mensch sie wahrnimmt mit seinen Sinnen, sondern sie nehmen so wahr, wie der Mensch — das ist aber vergleichsweise —, wenn er zum Beispiel selber spricht oder eine Handbewegung macht und seine eigene Handbewegung wahrnimmt, oder wenn er, sagen wir, in irgendeiner Mimik sein Inneres äußert, kurz, wenn er seine eigene Natur zum Ausdruck bringt. Es ist also in einer gewissen Weise bei jenen Wesenheiten einer höheren Welt, von denen wir hier zu sprechen haben, alle Wahrnehmung zugleich eine Offenbarung ihres eignen Wesens. Das bitte ich Sie zu berücksichtigen, meine lieben Freunde, daß, indem wir aufsteigen zu der höheren Kategorie von Wesenheiten, die nicht mehr äußerlich wahrnehmbar sind für den Menschen, wir solche Wesenheiten vor uns haben, welche wahrnehmen, indem sie offenbaren, indem sie zum Ausdruck bringen das, was sie selber sind. Und sie nehmen ihr eigenes Wesen eigentlich nur so lange wahr, solange sie offenbaren wollen, solange sie es in irgendeiner Weise nach außen zum Ausdruck bringen. Sie sind, wir könnten sagen, nur wach, indem sie sich offenbaren. Und wenn sie sich nicht offenbaren, wenn sie durch ihren Willen also nicht zu der Umwelt, zu der äußeren Welt in eine Beziehung treten, dann tritt für sie ein anderer Bewußtseinszustand ein, dann schlafen sie in einer gewissen Weise. Nur ist ihr Schlaf kein bewußtloser Schlaf wie beim Menschen, sondern ihr Schlaf bedeutet für sie eine Art Herabminderung, eine Art Verlust ihres Selbstgefühles. Sie haben ihr Selbstgefühl so lange, als sie nach außen sich offenbaren, und sie verlieren in einer gewissen Weise ihr Selbstgefühl, wenn sie sich nicht mehr offenbaren. Sie schlafen dann nicht wie die Menschen, sondern dann tritt in ihr eigenes Wesen etwas herein wie die Offenbarung von geistigen Welten, die höher sind als sie selber. Sie sind dann ausgefüllt in ihrem Innern von höheren geistigen Welten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wohlgemerkt, wenn der Mensch den Blick nach außen richtet und wahrnimmt, dann lebt er mit der Außenwelt, dann verliert er sich an die Außenwelt. Er verliert sich zum Beispiel auf unserem Planeten an die verschiedenen Naturreiche. Wenn er den Blick von außen ablenkt, dann kommt er in sein Inneres hinein und lebt ein selbständiges Innenleben, dann wird er frei von dieser Außenwelt. Wenn diejenigen Wesenheiten, von denen wir als einer nächsten Kategorie über dem Menschen sprechen, nach außen wirken, dann offenbaren sie sich, und dann haben sie ihr Selbstgefühl, ihr eigentliches Selbsterlebnis in diesem Offenbaren, und wenn sie in ihr Inneres kommen, dann kommen sie nicht an ein selbständiges Innenleben wie der Mensch, sondern dann kommen sie dafür in ein Leben mit anderen Welten. Wie der Mensch zu einem solchen kommt, wenn er die Außenwelt wahrnimmt, so nehmen sie andere geistige Welten, die über ihnen stehen, wahr, wenn sie in sich hineinblicken; dann kommen sie zu diesem anderen Bewußtseinszustand, wo sie sich erfüllt finden von anderen Wesenheiten, die höher sind als sie selbst. So daß wir sagen können, wenn wir den Menschen ins Auge fassen: Der Mensch hat, indem er sich selbst an die Außenwelt verliert, sein Wahrnehmen, indem er sich von der Außenwelt zurückzieht, sein selbständiges Innenleben. Diejenigen Wesenheiten, die zu der nächsthöheren Kategorie gehören — wir nennen sie im allgemeinen die Wesenheiten der sogenannten dritten Hierarchie —, haben statt des Wahrnehmens die Offenbarung, und im Offenbaren erleben sie sich. Statt des Innenlebens haben sie das Erlebnis höherer geistiger Welten, das heißt, sie haben statt des Innenlebens Geist-Erfüllung. Dies ist der wesentlichste Unterschied zwischen dem Menschen und den Wesenheiten der nächsthöheren Kategorie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dritte Hierarchiestufe: Offenbarung, Geist-Erfüllung&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mensch: Wahrnehmen, Innenleben&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können an einem, ich möchte sagen, krassen Fall des Lebens den Unterschied angeben zwischen dem Menschen und diesen Wesenheiten der nächsthöheren Kategorie. Der krasse Fall ist der, daß der Mensch in die Lage kommt, innerlich Erlebnisse zu haben, welche mit dem, was er äußerlich wahrnimmt, nicht stimmen, und wenn innere Erlebnisse des Menschen mit der Wahrnehmung der Außenwelt nicht zusammenstimmen, so haben wir als krassesten Fall die Lüge. Und wir können, um uns zu verständigen, eine für den Menschen mögliche Eigentümlichkeit dadurch ausdrücken, daß wir sagen: Der Mensch ist fähig, etwas wahrzunehmen und andere Vorstellungen in seinem Inneren zu erwecken, auch zu äußern, als sie den Wahrnehmungen entsprechen. Der Mensch kann durch diese seine Eigenschaft der Außenwelt durch die Lüge widersprechen. Das ist eine Möglichkeit, welche, wie wir später hören werden im Verlauf dieser Vorträge, dem Menschen gerade deshalb gegeben werden mußte, damit er durch seinen freien Willen zur Wahrheit kommen könne. Indem wir aber den Menschen so, wie er einmal ist in der Welt, betrachten, müssen wir diese Eigenschaft ins Auge fassen, daß der Mensch in seinem inneren Leben Vorstellungen ausbilden und auch äußern kann, welche mit den Wahrnehmungen, mit den Tatsachen nicht übereinstimmen. Dies ist als eine Möglichkeit bei den Wesenheiten der höheren Kategorie, die hier angeführt worden sind, solange sie ihre Natur behalten, nicht gegeben. Die Möglichkeit der Lüge besteht bei den Wesenheiten der dritten Hierarchie, wenn sie ihre Natur beibehalten, nicht. Denn was würde erfolgen, wenn eine Wesenheit der dritten Hierarchie lügen wollte? Dann müßte sie in ihrem Innern etwas erleben, was sie in einer anderen Weise, als sie es erlebt, in die Außenwelt übertrüge. Aber dann würde diese Wesenheit der nächsthöheren Kategorie dies nicht mehr wahrnehmen können, denn alles das, was diese Wesenheiten in ihrem Innern erleben, ist Offenbarung, tritt sogleich in die Außenwelt über. Diese Wesenheiten müssen im Reich der absoluten Wahrheit leben, wenn sie sich überhaupt erleben wollen. Nehmen wir an, diese Wesenheiten würden lügen, das heißt, etwas in ihrem Innern haben, was sie so umsetzen würden in ihren Offenbarungen, daß es mit den Offenbarungen nicht zusammenstimmt, dann würden sie es nicht wahrnehmen können, denn sie können nur ihre innere Natur wahrnehmen. Sie würden unter dem Eindruck einer Lüge sogleich betäubt werden, sogleich in einen Bewußtseinszustand versetzt werden, der eine Herabdämmerung, eine Herabstimmung wäre ihres gewöhnlichen Bewußtseins, das eben nur in der Offenbarung ihres Innern leben kann. So haben wir über uns eine Klasse von Wesenheiten, welche durch ihre eigene Natur leben müssen im Reich der absoluten Wahrheit und Wahrhaftigkeit, wenn sie diese Natur nicht verleugnen wollen. Und jede Abweichung von der Wahrhaftigkeit würde diese Wesenheiten betäuben, ihr Bewußtsein herabstimmen.|136|48ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensglieder der dritten Hierarchiestufe auf den früheren planetarischen Entwicklungsstufen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable centered&amp;quot; width=&amp;quot;95%&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Wesensglieder der [[Archai]]&amp;lt;br&amp;gt;auf dem [[Alter Saturn|alten Saturn]] &lt;br /&gt;
! Wesensglieder der [[Archangeloi]]&amp;lt;br&amp;gt;auf der [[Alte Sonne|alten Sonne]]&lt;br /&gt;
! Wesensglieder der [[Angeloi]]&amp;lt;br&amp;gt;auf dem [[Alter Mond|alten Mond]]&lt;br /&gt;
! Wesensglieder des [[Mensch|Menschen]]&amp;lt;br&amp;gt;auf der [[Erde (Planet)|Erde]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding-left: 20px;&amp;quot; | [[Vater (Trinität)|Vater]] ([[1. Logos]])&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding-left: 20px;&amp;quot; | [[Sohn (Trinität)|Sohn]] ([[2. Logos]])&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding-left: 20px;&amp;quot; | [[Heiliger Geist]] ([[3. Logos]])&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding-left: 20px;&amp;quot; | [[Geistesmensch]] ([[Atma]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding-left: 20px;&amp;quot; | [[Sohn (Trinität)|Sohn]] ([[2. Logos]])&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Archai (Urengel) ===&lt;br /&gt;
Als die heutigen [[Urengel]] ([[Archai]]) auf dem alten Saturn ihre [[Menschheitsstufe]] durchmachten, waren ihre Wesensglieder noch ganz anders geartet als heute während der [[Erdentwicklung]]. Ihr unterstes Wesensglied war damals das [[Ich]], das sie gerade entwickelten, ihr oberstes der [[Vatergott]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|So selbständig, wie der heutige Mensch arbeitet, so arbeiteten auf&lt;br /&gt;
dem Saturn gewisse Wesenheiten, die dazumal auf der Menschenstufe&lt;br /&gt;
standen. Sie konnten nicht so gestaltet sein wie der heutige Mensch, da&lt;br /&gt;
Wärme die einzige Substanz des Saturn war. Sie standen aber in bezug&lt;br /&gt;
auf ihre Intelligenz, auf ihr Ichbewußtsein, auf der Stufe des heutigen&lt;br /&gt;
Menschen; doch konnten sie sich keinen physischen Leib, kein Gehirn&lt;br /&gt;
bilden. Betrachten wir sie etwas näher. Der heutige Mensch besteht aus&lt;br /&gt;
einer Vierheit: physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und das Ich, und&lt;br /&gt;
im Ich vorgebildet Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch — Manas,&lt;br /&gt;
Buddhi, Atma. Das niederste, wenn auch in seiner Art vollkommenste&lt;br /&gt;
Glied auf dem Erdenplaneten ist die physische Körperlichkeit,&lt;br /&gt;
das nächsthöhere der Ätherleib, dann der Astralleib und das Ich. Es&lt;br /&gt;
gibt nun auch Wesenheiten, die keinen physischen Leib haben, deren&lt;br /&gt;
niederstes Glied der Ätherleib ist. Sie haben den physischen Leib nicht&lt;br /&gt;
nötig, um sich in unserer sinnlichen Welt zu betätigen; dafür haben sie&lt;br /&gt;
ein Glied, das höher ist als unser siebentes. Andere Wesenheiten haben&lt;br /&gt;
als niederstes Glied den Astralleib und dafür ein neuntes, und wieder&lt;br /&gt;
andere, die als niederstes Glied das Ich haben, die haben dafür noch ein&lt;br /&gt;
zehntes Glied. Wenn wir die Wesenheiten ansehen, die das Ich als unterstes Glied haben, müssen wir sagen, sie bestehen aus dem [[Ich]], [[Geistselbst]],&lt;br /&gt;
[[Lebensgeist]], [[Geistesmensch]]. Dann kommt das achte, neunte und&lt;br /&gt;
zehnte Glied, das, was die christliche Esoterik die göttliche Dreieinigkeit&lt;br /&gt;
nennt: [[Heiliger Geist]], [[Sohn]] oder Wort, [[Vater]]. In der theosophischen&lt;br /&gt;
Literatur ist man gewohnt, sie die [[drei Logoi]] zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten, deren unterstes Glied das Ich ist, waren gerade&lt;br /&gt;
diejenigen, welche bei der Saturnentwickelung besonders für uns in&lt;br /&gt;
Betracht kommen. Sie waren auf der Stufe, auf der heute die Menschen&lt;br /&gt;
stehen. Sie konnten ihr Ich betätigen unter den ganz anderen Verhältnissen,&lt;br /&gt;
die ich geschildert habe. Das waren die Vorfahren unserer heutigen&lt;br /&gt;
Menschheit, die Menschen des Saturn. Sie bestrahlten die Oberfläche&lt;br /&gt;
des Saturn mit ihrer Ichheit, ihrer äußersten Wesenheit. Sie waren&lt;br /&gt;
die Einpflanzer der Ichheit in die physische Körperlichkeit, die&lt;br /&gt;
sich auf der Saturnoberfläche bildete. So sorgten sie dafür, daß der&lt;br /&gt;
physische Leib so vorbereitet wurde, daß er später der Träger des Ich&lt;br /&gt;
werden konnte. Nur ein solcher physischer Leib, wie Sie ihn heute&lt;br /&gt;
haben, mit Füßen, Händen und Kopf und den eingegliederten Sinnesorganen,&lt;br /&gt;
konnte Ichträger werden auf der vierten Stufe, der Erde.&lt;br /&gt;
Dazu mußte ihm der Keim auf dem Saturn eingepflanzt werden. Diese&lt;br /&gt;
Ichwesen des Saturn nennt man auch die Geister des Egoismus.|99|96f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Archangeloi (Erzengel) ===&lt;br /&gt;
Im [[Licht]] der alten Sonne machten die [[Erzengel]] ([[Archangeloi]]) ihre [[Menschheitsstufe]] durch, d.h. sie erwarben sich hier ihr [[Ich]]. Auch der [[Christus]], der oberste Herr der alten Sonnenentwicklung, offenbarte sich durch einen Erzengel bzw. [[Feuergeist]], dessen unterstes [[Wesensglied]] der [[Astralleib]] und dessen oberstes der [[Logos|zweite Logos]], der spätere Christus, war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die alte Sonne war ein wunderbares Wesen im Weltenraum. So&lt;br /&gt;
arbeiteten die Menschen dazumal auf der Sonne an ihrer eigenen Körperlichkeit,&lt;br /&gt;
wie gewisse Wesen, zum Beispiel Korallen, von außen an&lt;br /&gt;
ihrem Bau arbeiten. Das geschah unter der Leitung höherer Wesen,&lt;br /&gt;
denn es gab höhere Wesenheiten in der Atmosphäre der Sonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einer Kategorie derselben müssen wir uns besonders befassen, die&lt;br /&gt;
damals auf der Stufe stand wie die Menschen heute. Auf dem Saturn&lt;br /&gt;
haben wir die Geister des Egoismus, die den Freiheits- und den Selbständigkeitssinn&lt;br /&gt;
einpflanzten und auf der Menschenstufe standen. Auf&lt;br /&gt;
der Sonne waren es andere Wesenheiten, die nicht das Ich, sondern den&lt;br /&gt;
Astralleib als unterstes Glied hatten. Sie bestanden aus Astralleib, Ich,&lt;br /&gt;
Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch und dem achten Glied, dem,&lt;br /&gt;
was die christliche Esoterik Heiliger Geist nennt, und endlich als neuntem&lt;br /&gt;
Gliede dem Sohne, dem «Wort» im Sinne des Johannes-Evangeliums.&lt;br /&gt;
Das zehnte Glied hatten sie noch nicht; dafür hatten sie unten&lt;br /&gt;
angesetzt den Astralleib. Das waren die Geister, die sich auf der Sonne&lt;br /&gt;
betätigten; sie leiteten alle astrale Arbeit. Sie unterscheiden sich von&lt;br /&gt;
dem heutigen Menschen dadurch, daß der Mensch Luft atmet, weil&lt;br /&gt;
Luft in der Umgebung der Erde ist, jene Geister aber Wärme oder&lt;br /&gt;
Feuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonne war selbst eine Art von Luftmasse. Das, was sie umgab,&lt;br /&gt;
war jene Stofflichkeit, die früher den Saturn selbst gebildet hatte: das&lt;br /&gt;
Feuer, die Wärme. Der Teil, der sich verdichtet hatte, hatte die gasförmige&lt;br /&gt;
Sonne gebildet, und was sich nicht verdichten konnte, war ein&lt;br /&gt;
wogendes Feuermeer. Diese Wesenheiten konnten also auf der Sonne&lt;br /&gt;
so leben, daß sie Wärme, Feuer ein- und ausatmeten. Daher nennt man&lt;br /&gt;
diese Geister die Feuergeister. Sie standen auf der Sonne auf der Stufe&lt;br /&gt;
der Menschheit, und sie arbeiteten in dem Dienst der Menschheit. Sonnen-&lt;br /&gt;
oder Feuergeister nennt man diese Wesenheiten. Der Mensch war&lt;br /&gt;
damals auf der Stufe des Schlafbewußtseins. Diese Sonnen-Feuergeister&lt;br /&gt;
hatten schon das Ich-Bewußtsein. Sie haben sich seither auch weiterentwickelt&lt;br /&gt;
und höhere Bewußtseinsstufen erstiegen. Man nennt sie in&lt;br /&gt;
der christlichen Esoterik Erzengel. Und der am höchsten entwickelte&lt;br /&gt;
Geist, der auf der Sonne war als Feuergeist, der sich heute noch auf der&lt;br /&gt;
Erde betätigt, mit höchstentwickeltem Bewußtsein, dieser Sonnen- oder&lt;br /&gt;
Feuergeist, das ist der Christus, ebenso wie der höchstentwickelte&lt;br /&gt;
Saturngeist der Vatergott ist. Für die christliche Esoterik war daher in&lt;br /&gt;
dem fleischlichen Leibe des Christus Jesus ein solcher Sonnen-Feuergeist&lt;br /&gt;
verkörpert, und zwar der höchste, der Regent der Sonnengeister.&lt;br /&gt;
Damit er auf die Erde kommen konnte, mußte er einen physischen Leib&lt;br /&gt;
benutzen. Er mußte unter denselben irdischen Bedingungen stehen wie&lt;br /&gt;
der Mensch, um sich hier betätigen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So haben wir es zu tun auf der Sonne mit einem Sonnenleib, gleichsam&lt;br /&gt;
mit einem Leibe des Sonnenplaneten, mit Ich-Geistern, die Feuergeister&lt;br /&gt;
sind, und mit einem Regenten dieser Sonne, dem höchstentwickelten&lt;br /&gt;
Sonnengeist, dem Christus. Während die Erde Sonne war,&lt;br /&gt;
war dieser Geist der Zentralgeist der Sonne. Als die Erde Mond war,&lt;br /&gt;
war er höherentwickelt, aber er verblieb bei dem Mond. Als die Erde&lt;br /&gt;
Erde ward, war er höchstentwickelt und verblieb bei der Erde, nachdem&lt;br /&gt;
er sich mit ihr nach dem Mysterium von Golgatha vereinigt hatte.&lt;br /&gt;
Er bildet so den höchsten planetarischen Geist der Erde.|99|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angeloi (Engel) ===&lt;br /&gt;
Auf dem alten Mond machten die [[Engel]] ([[Angeloi]]) ihre [[Menschheitsstufe]] durch und erwarben sich dadurch ihr [[Ich]]. Geleitet wurde die Entwicklung des alten Mondes durch jene Wesenheit, die im Christentum als [[Heiliger Geist]] bzw. im okkulten Sprachgebrauch als [[3. Logos]] bezeichnet wird und zugleich das höchstes Wesensglied der Angeloi bildete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Auf dem Monde gab es Wesenheiten, deren äußerster Leib der Ätherleib war. Sie bestanden aus Ätherleib, Astralleib, Ich, Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch und aus einem Gliede darüber, dem achten, von dem wir heute beim Menschen noch nicht reden können, dem Heiligen Geist. Wir hätten sie nur in ihrem Ätherleibe sehen können als gespensterhafte Wesenheiten. Sie hatten damals den Entwickelungswert wie heute der Mensch. Die christliche Esoterik nennt sie Engel. Es sind Wesen, die heute unmittelbar über dem Menschen stehen, weil sie sich hinaufentwickelt haben bis zur Stufe des Heiligen Geistes. Man nennt sie auch Geister des Zwielichts oder lunarische Pitri.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geister der Ichheit hatten auf dem Saturn als Anführer eine Wesenheit, die man den Vatergott nennt. Die Geister des Feuers hatten auf der Sonne als Anführer den Christus, im Sinne des Johannes-Evangeliums den Logos. Auf dem Monde war der Anführer der Geister des Zwielichts dasselbe, was im Christentum der Heilige Geist ist. Jene Wesen, die auf dem Monde ihre Menschheit durchgemacht hatten, hatten nicht nötig, hier auf der Erde bis zu der Gestalt des physischen Leibes hinabzusteigen.|99|110}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Wesensglieder der dritten Hierarchiestufe während der Erdentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Prinzip haben die Wesenheiten der dritten Hierarchie die gleichen sieben [[Wesensglieder]] wie der Mensch, doch sind sie etwas anders geartet und anders angeordnet als beim Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Engel]] haben ihren [[Physischer Leib|physischen Leib]], der nicht bis in die dichteste Stofflichkeit hinunterreicht, nur aus den [[Elemente]]n [[Wasser]], [[Luft]] und [[Feuer]] gewoben und die Körper sind weder in sich zusammenhängend, noch voneinander abgegrenzt, sondern können sich durchdringen. Nur der physische Leib, der [[Ätherleib]] und der [[Astralleib]] der Engel ist auf dem [[Physischer Plan|physischen Plan]] zu finden; die höheren Wesensglieder, also [[Ich]], [[Geistselbst]], [[Lebensgeist]] und [[Geistesmensch]], sind auf dem [[Astralplan]] zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Erzengel]] haben ihren [[Physischer Leib|physischen Leib]] nur aus den [[Elemente]]n [[Luft]] und [[Feuer]] gewoben. Nur der physische Leib und der [[Ätherleib]] der Erzengel ist auf dem [[Physischer Plan|physischen Plan]]; alle höheren Wesensglieder, also [[Astralleib]], [[Ich]], [[Geistselbst]], [[Lebensgeist]] und [[Geistesmensch]], sind auf dem [[Astralplan]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Urengel]] haben ihren [[Physischer Leib|physischen Leib]] nur aus dem [[Feuer]]element gewoben und nur dieser feurige physische Leib ist auf dem [[Physischer Plan|physischen Plan]] zu finden; alle höheren Wesensglieder, also [[Ätherleib]] [[Astralleib]], [[Ich]], [[Geistselbst]], [[Lebensgeist]] und [[Geistesmensch]], wirken getrennt davon auf dem [[Astralplan]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn der Mensch also im Vulkanzustand seine höchste Vollkommenheit&lt;br /&gt;
erreicht haben wird, so können wir ihn schematisch in der&lt;br /&gt;
folgenden Art zeichnen: Wir müßten sagen, wir haben sein Atma,&lt;br /&gt;
Buddhi, Manas, das Ich, den astralischen Leib, den Ätherleib, den&lt;br /&gt;
physischen Leib. Und wir würden dann in diesem Schema als das&lt;br /&gt;
Charakteristische anzusehen haben, daß der Mensch mit seinen sieben&lt;br /&gt;
Prinzipien ein Ganzes ist, daß diese sieben Prinzipien alle ineinander&lt;br /&gt;
sind. Das ist das Wesentliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn wir jetzt gehen zu den Gliedern der nächsten Hierarchie,&lt;br /&gt;
zu den Engeln, so ist das bei ihnen nicht der Fall. Wir können&lt;br /&gt;
dieses Schema auf den Menschen anwenden, aber nicht auf irgendein&lt;br /&gt;
Engelwesen. Da müssen wir sagen: Dieser Engel hat physischen Leib,&lt;br /&gt;
1, Ätherleib, 2, und Astralleib, 3, entwickelt, so daß diese in gewisser&lt;br /&gt;
Beziehung ein Ganzes geben. Aber nun müssen wir das Ich, 4, davon&lt;br /&gt;
getrennt zeichnen, Manas, 5, Buddhi, 6, und Atma, 7. Wenn Sie sich&lt;br /&gt;
die Natur eines Engels klarmachen wollen, so müssen Sie sich denken,&lt;br /&gt;
daß die höheren Glieder, die er hat und zu denen er sich ja&lt;br /&gt;
entwickeln kann - in Wirklichkeit hat er ja erst das Manas vollständig&lt;br /&gt;
ausgebildet, die anderen zwei wird er erst später entwickeln -, daß&lt;br /&gt;
diese höheren Glieder sozusagen in einer geistigen Welt über demjenigen&lt;br /&gt;
schweben, was von ihm im Physischen vorhanden ist. Wenn&lt;br /&gt;
man also die Natur eines Engels studieren wollte, so würde man&lt;br /&gt;
sich sagen müssen: Der Engel hat nicht ein solches auf der Erde in&lt;br /&gt;
einem Körper unmittelbar herumwandelndes Ich wie der Mensch. Er&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA110_112.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 110, S 112]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entwickelt auch nicht sein Manas auf der jetzigen Stufe seiner Entwickelung&lt;br /&gt;
auf der Erde. Daher schaut auch das, was von ihm auf der&lt;br /&gt;
Erde ist, gar nicht so aus, als wenn es zu einem geistigen Wesen&lt;br /&gt;
gehören würde. Wenn Sie einem Menschen begegnen, so sehen Sie&lt;br /&gt;
ihm an: Der hat seine Prinzipien in sich, der hat daher alles organisch&lt;br /&gt;
gegliedert. Wenn Sie einen Engel aufsuchen wollen, dann müssen Sie&lt;br /&gt;
berücksichtigen, daß sein Physisches hier unten nur etwas ist wie ein&lt;br /&gt;
Spiegelbild seiner geistigen Prinzipien, die auch nur im Geistigen zu&lt;br /&gt;
schauen sind. Im fließenden und rieselnden Wasser, in dem sich in&lt;br /&gt;
Dunst auflösenden Wasser, ferner in den Winden der Luft und in&lt;br /&gt;
den durch die Luft zuckenden Blitzen und dergleichen, da haben Sie&lt;br /&gt;
den physischen Körper der Engelwesen zu suchen. Und die Schwierigkeit&lt;br /&gt;
besteht zunächst für den Menschen darin, daß er glaubt, ein&lt;br /&gt;
Körper müsse ringsherum bestimmt begrenzt sein. Dem Menschen&lt;br /&gt;
wird es schwer, sich zu sagen: Ich stehe vor einem aufsteigenden oder&lt;br /&gt;
herabfallenden Nebel, ich stehe vor einer sich zerstäubenden Quelle,&lt;br /&gt;
ich stehe im dahinbrausenden Wind, ich sehe den Blitz aus den&lt;br /&gt;
Wolken schießen und weiß, daß das die Offenbarungen der Engel&lt;br /&gt;
sind; und ich habe zu sehen hinter diesem physischen Leib, der eben&lt;br /&gt;
nicht so begrenzt ist wie der menschliche, ein Geistiges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch soll alle seine Prinzipien in sich abgeschlossen entwickeln;&lt;br /&gt;
damit hängt es zusammen, daß er sich nicht vorstellen kann,&lt;br /&gt;
daß ein physischer Leib verschwimmend, verschwebend sein kann,&lt;br /&gt;
daß er gar nicht einmal richtig abgeteilt zu sein braucht. Sie müssen&lt;br /&gt;
sich durchaus denken, daß achtzig Engel zusammengehören, die in&lt;br /&gt;
einer einzigen Partie dieser oder jener Wasserfläche den dichtesten&lt;br /&gt;
Teil ihres physischen Leibes haben. Es braucht auch gar nicht dieser&lt;br /&gt;
physische Leib der Engel so aufgefaßt zu werden, daß er überhaupt&lt;br /&gt;
begrenzt sein müßte, es kann hier ein Stück Wasser dazu gehören,&lt;br /&gt;
weit weg ein anderes Stück. Kurz, wir sehen, daß wir uns alles, was&lt;br /&gt;
uns umgibt als Wasser, Luft und Feuer der Erde, daß wir uns das&lt;br /&gt;
vorzustellen haben als in sich enthaltend die Körper der nächsten&lt;br /&gt;
über dem Menschen stehenden Hierarchie. Und es muß mit hellseherischem&lt;br /&gt;
Blick hineingeschaut werden in die astralische Welt, um das&lt;br /&gt;
Engel-Ich und Engel-Manas zu erblicken - das schaut uns aus der&lt;br /&gt;
höheren Welt an. Und das Gebiet in dem Sonnensystem, wo wir zu&lt;br /&gt;
forschen haben, wenn wir nach den Engelwesen suchen, das geht bis&lt;br /&gt;
zu der Marke des Mondes. Bei diesen Engeln ist die Sache nun noch&lt;br /&gt;
verhältnismäßig einfach, denn da liegt sie so, daß wenn wir zum&lt;br /&gt;
Beispiel da unten den physischen Leib eines Engels in einer Wassermasse&lt;br /&gt;
oder dergleichen haben und wir hellseherisch dieses Wassergebiet&lt;br /&gt;
oder einen Wind betrachten, daß wir darin einen Ätherleib und&lt;br /&gt;
einen astralischen Leib finden. Daher sind diese drei Dinge auch hier&lt;br /&gt;
zusammengezeichnet worden. Natürlich ist das, was im Wind dahinsaust,&lt;br /&gt;
was im Wasser dahinfließt oder zerstiebt, nicht nur das materielle&lt;br /&gt;
Abbild, das der grobe Verstand sieht, es lebt eben in der mannigfaltigsten&lt;br /&gt;
Weise in Wasser, Luft und Feuer Ätherisches und Astralisches&lt;br /&gt;
der Engel, der nächsten Hierarchie über dem Menschen. Wollen&lt;br /&gt;
Sie dafür die geistig-seelische Wesenheit dieser Engel suchen, dann&lt;br /&gt;
müssen Sie im astralischen Gebiet suchen, dann müssen Sie dort&lt;br /&gt;
hinein hellseherisch schauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir aber gleich die nächste Stufe, die der Erzengel, zeichnen,&lt;br /&gt;
da liegt die Sache noch anders. Die Erzengel haben überhaupt&lt;br /&gt;
dasjenige, was wir hier als den astralischen Leib gezeichnet haben,&lt;br /&gt;
gar nicht verbunden mit physischem Leib und Ätherleib; und was&lt;br /&gt;
wir von ihnen suchen können als ihr unterstes Glied, das müssen&lt;br /&gt;
wir so zeichnen: physischer Leib, Ätherleib, 1, 2, das haben sie&lt;br /&gt;
sozusagen getrennt, und alle die höheren Prinzipien sind jetzt in&lt;br /&gt;
einer höheren Welt da droben. So daß wir von den Erzengeln das&lt;br /&gt;
vollständige Bild nur haben, wenn wir an zwei Orten suchen, wenn&lt;br /&gt;
wir uns sagen: Da ist nicht, wie beim Menschen, alles in einer einzigen&lt;br /&gt;
Wesenheit vereinigt; da ist gleichsam oben das Geistige und unten&lt;br /&gt;
spiegelt sich das Geistige. - Es kann sich ein physischer Leib und&lt;br /&gt;
ein Ätherleib für sich nur vereinigen, wenn dieser physische Leib&lt;br /&gt;
nur in Luft und Feuer ist. Also die Erzengel könnten Sie zum Beispiel&lt;br /&gt;
nicht in irgendeiner Wassermasse daherbrausen fühlen ihrem physischen&lt;br /&gt;
Leibe nach, sondern Sie könnten sie nur in Wind und Feuer&lt;br /&gt;
wahrnehmen, und zu diesem dahinbrausenden Wind und zu diesem&lt;br /&gt;
Feuer müssen Sie also hellseherisch in der geistigen Welt das geistige&lt;br /&gt;
Gegenstück suchen. Das ist nicht mit seinem physischen Leib, auch&lt;br /&gt;
nicht einmal mit seinem Ätherleib vereint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und endlich kommen wir zu denjenigen Wesenheiten, die wir als&lt;br /&gt;
Archai, Urbeginne, Urkräfte, Geister der Persönlichkeit bezeichnen.&lt;br /&gt;
Da können wir unten überhaupt nur den physischen Leib zeichnen,&lt;br /&gt;
alles andere ist oben in der geistigen Welt. Solch ein physischer Leib,&lt;br /&gt;
der kann nur im Feuer leben. Nur in Feuerflammen können Sie den&lt;br /&gt;
physischen Leib der Urkräfte wahrnehmen. Wenn Sie das dahinzüngelnde&lt;br /&gt;
Feuer des Blitzes sehen, so können Sie sich jedesmal sagen:&lt;br /&gt;
Da drinnen ist etwas vom Leib der Urkräfte, aber oben in der geistigen&lt;br /&gt;
Welt, hellseherisch, werde ich das geistige Gegenbild finden, das&lt;br /&gt;
getrennt ist in diesem Falle von seinem physischen Leibe. Gerade&lt;br /&gt;
bei diesen Archai, bei den Urbeginnen oder Geistern der Persönlichkeit&lt;br /&gt;
kann sich das hellseherische Vermögen die Sache verhältnismäßig&lt;br /&gt;
einfach machen. Denken Sie sich, daß diese Geister der Persönlichkeit&lt;br /&gt;
in dem Bereiche sind, der bis zum astronomischen Merkur, das ist&lt;br /&gt;
bis zur Venus im Sinne der Mysterien, reicht. Nehmen wir an, daß es&lt;br /&gt;
jemand dahin gebracht hat, das, was da droben auf dem Merkur sich&lt;br /&gt;
entwickelt, beobachten zu können: Da kann er diese hoch entwickelten&lt;br /&gt;
Wesenheiten wahrnehmen, diese Geister der Persönlichkeit.&lt;br /&gt;
Wenn er hellseherisch den Blick hinaufrichtet zur Venus, um da&lt;br /&gt;
droben die Versammlung der Geister der Persönlichkeit zu beobachten,&lt;br /&gt;
und dann den Blitzstrahl durch die Wolken zucken sieht, da&lt;br /&gt;
sieht er in diesem Blitzstrahl sich spiegeln die Geister der Persönlichkeit,&lt;br /&gt;
denn da drinnen haben sie ihren Leib.|110|111ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elementarwesen als Abspaltung der dritten Hierarchiestufe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Elementarwesen]] des [[Erde (Element)|Festen]] ([[Gnome]]), [[Wasser|Flüssigen]] ([[Undinen]]) und [[Luft]]förmigen ([[Sylphen]]) sind Abspaltungen der dritten Hierarchie. So sind die Gnome als Abschnürungen der [[Archai]], die Undinen als Abschnürungen der&lt;br /&gt;
[[Archangeloi]] und die Sylphen als Abschnürungen der [[Angeloi]] entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Geradeso, wie eine Pflanze&lt;br /&gt;
einen Keim von sich abstößt, so bringen die Wesenheiten der dritten&lt;br /&gt;
Hierarchie, die ich Ihnen geschildert habe, andere Wesenheiten&lt;br /&gt;
hervor. Es ist nun nur ein gewisser Unterschied zwischen dem,&lt;br /&gt;
was die Pflanze als Keim hervorbringt, wenn wir das als Vergleich&lt;br /&gt;
heranziehen, und zwischen diesen Wesenheiten, die sich absondern&lt;br /&gt;
von den Wesenheiten der dritten Hierarchie. Wenn die Pflanze&lt;br /&gt;
einen Keim hervorbringt, so ist dieser gewissermaßen gerade so&lt;br /&gt;
viel wert wie die ganze Pflanze, denn aus ihm kann wiederum eine&lt;br /&gt;
ganze Pflanze gleicher Art werden. Diese Wesenheiten sondern&lt;br /&gt;
gleichfalls andere ab, die sich gleichsam abschnüren, wie sich die&lt;br /&gt;
Keime von den Pflanzen abschnüren: sie bekommen gleichsam&lt;br /&gt;
Nachkommen, die aber jetzt in gewisser Beziehung von niedrigerer&lt;br /&gt;
Sorte sind als sie selbst. Sie müssen von einer niedrigeren Sorte sein,&lt;br /&gt;
weil sie andere Aufgaben bekommen, die sie nur verrichten können,&lt;br /&gt;
wenn sie von einer niedrigeren Art sind. Das, was wir, wie&lt;br /&gt;
es geschildert worden ist, geistig in unserem Umkreis haben als&lt;br /&gt;
Engel, Erzengel und Zeitgeister, das sondert von sich ab gewisse&lt;br /&gt;
Wesenheiten, welche aus der Umgebung des Menschen hinuntersteigen&lt;br /&gt;
in die Naturreiche, und der okkulte Blick belehrt uns darüber,&lt;br /&gt;
daß die Wesenheiten, welche wir gestern und vorgestern&lt;br /&gt;
kennengelernt haben als Naturgeister, solche von den Wesenheiten&lt;br /&gt;
der dritten Hierarchie, die wir heute kennengelernt haben, abgeschnürte&lt;br /&gt;
Wesenheiten sind. Sie sind Nachkommen, die zu anderem&lt;br /&gt;
Dienst als zum Menschheitsdienst, nämlich zum Naturdienst bestimmt&lt;br /&gt;
worden sind. Und zwar sind gewisse Nachkommen der&lt;br /&gt;
Archai diejenigen Wesenheiten, welche wir kennengelernt haben&lt;br /&gt;
als die Naturgeister der Erde. Diejenigen, welche sich abschnüren&lt;br /&gt;
von den Erzengeln und hinuntergesendet werden in die Natur, das&lt;br /&gt;
sind die Naturgeister des Wassers, und solche, die sich von den&lt;br /&gt;
Engeln abschnüren, haben wir als die Naturgeister der Luft anzusehen.&lt;br /&gt;
Die des Feuers oder der Wärme werden wir noch kennenlernen.&lt;br /&gt;
So sehen wir, daß gewissermaßen durch eine Spaltung der&lt;br /&gt;
Wesenheiten, welche als dritte Hierarchie unsere Verbindung mit&lt;br /&gt;
der nächsthöheren Welt darstellen, gewisse Wesenheiten hinuntergeschickt&lt;br /&gt;
werden in die Reiche der Elemente, in Luft, Wasser, Erde,&lt;br /&gt;
in das Gasförmige, Flüssige und Feste, um da unten Dienste zu&lt;br /&gt;
leisten, um innerhalb der Elemente zu arbeiten und gewissermaßen&lt;br /&gt;
als niedrigere Abkömmlinge der Wesenheiten der dritten Hierarchie,&lt;br /&gt;
als Naturgeister zu fungieren. Wir können also sprechen von einer&lt;br /&gt;
Verwandtschaft der Naturgeister mit den Wesenheiten der dritten&lt;br /&gt;
Hierarchie.|136|63f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Theosophie des Rosenkreuzers&#039;&#039;, [[GA 99]] (1985), ISBN 3-7274-0990-8 {{Vorträge|99}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt&#039;&#039;, [[GA 110]] (1991), ISBN 3-7274-1100-7 {{Vorträge|110}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen&#039;&#039;, [[GA 136]] (1996), ISBN 3-7274-1361-1 {{Vorträge|136}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dritte Hierarchiestufe|!101]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Heinz_Grill&amp;diff=623424</id>
		<title>Heinz Grill</title>
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		<updated>2025-08-28T07:33:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Bücher über Yoga und Spiritualität */ 4. vollständig überarbeitete und erweiterte Neuauflage des Titels „Ein neuer Yogawille“ eingetragen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Heinz Grill.png|thumb|350px|Heinz Grill prägt einen spirituell-künstlerischen Yogastil]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heinz Grill&#039;&#039;&#039; (* 1960 in Wasserburg am Inn) ist Schriftsteller, Kletterer, Anthroposophischer Heilpraktiker und Begründer des spirituellen Schulungsweges „Neuer Yogawille“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biografie ==&lt;br /&gt;
Heinz Grill ist seit seiner Jugend ein außergewöhnlicher Kletterer. Ende der 1980er Jahre fängt er an, sich intensiv mit Yoga zu beschäftigen und entwickelt einen eigenen Übungs-Weg, den er später als [[Neuer Yogawille]] bezeichnet. Er ist bestrebt, die Inhalte des Yoga in das alltägliche Leben zu integrieren. Seine Lehre wie auch seine Person sind hart umkämpft. Es finden sich glühende Anhänger wie erbitterte Gegner. Im Jahr 2019 wird er von der Süddeutschen Zeitung in Verbindung mit einem Tötungsdelikt gebracht.&amp;lt;ref name=Süddeutsche&amp;gt;Süddeutsche Zeitung, Nr. 88, 13./14.4.2019, Buch 2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/kolumne/der-guru-streit-um-den-ruf-eines-lehrers-1.4456831 &#039;&#039;Der Guru. Streit um den Ruf eines Lehrers.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;sueddeutsche.de&#039;&#039;. Artikel vom 21. Mai 2019, abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beweise werden allerdings keine genannt. Auf seiner Homepage nimmt er persönlich zu diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung Stellung.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://heinz-grill.de/guru-gefahr-sz/ Die Gefährlichkeit falscher Informationen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;heinz-grill.de.&#039;&#039; Abgerufen am 6. Februar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jugend mit außergewöhnlichen Klettererfahrungen ===&lt;br /&gt;
Heinz Grill beginnt mit 12 Jahren das Felsklettern in den bayrischen Alpen. Erstes Aufsehen erregt er als 17-Jähriger mit seinen Free-Solo-Begehungen berühmter Kletterrouten im schwierigsten Gelände. So klettert er ohne Seil und Sicherung und mit geringstem Materialaufwand die klassischen Kletterrouten im Wilden Kaiser. Es folgen Alleingänge im brüchigen Karwendelgebirge und in den Dolomiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;heidorn&amp;quot;&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20240614043504/https://services.alpenverein.de/chameleon/public/140a0865-39dd-9b10-c6a3-5ebf08f2b345/Panorama-1-2013-Portraet-Heinz-Grill_21591.pdf &#039;&#039;Das Spiel mit dem Felsen von Gerd Heidorn.&#039;&#039;] Portrait über Heinz Grill. In: &#039;&#039;services.alpenverein.de,&#039;&#039; Panorama Nr. 01/2013. Abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ist auf der Suche nach einem leichten und eleganten Kletterstil, bei dem es nicht um Selbstbestätigung, sondern um eine elegante Bewegung und Beziehung zum Felsen geht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jochum&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/wp-content/uploads/2018/11/Gutachten-Heinz-Grill-25.Sept_.18-final.pdf &#039;&#039;Der grundrechtliche Schutz der Lehren des Heinz Grill.&#039;&#039;] Gutachten von Prof. Dr. Georg Jochum und Dr. Nuria Schaub vom November 2018. Abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=heidorn&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Alleingänge ohne Seil und Sicherung sind damals noch nicht üblich. Sie werden erst mit dem Aufkommen des Sportkletterns in den 1980er Jahren populär. Die Gefährlichkeit dieser Alleingänge entfacht deshalb in der Kletterszene heftige Kontroversen, die 1977 zum Ausschluss von Heinz Grill aus dem Deutschen Alpenverein (DAV) führen. Zwei Jahre später wird er aber wieder vom gleichen Alpenverein für seine außergewöhnlichen Pionierleistungen als Free-Solo-Kletterer mit der Auszeichnung des „Goldenen Karabiner“ geehrt.&amp;lt;ref name=jochum&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Erfahrungen auf dem Gebiet des Yoga ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sarvangasana, Heinz Grill (1992).jpg|mini|Schulterstand in der Ausführung von Heinz Grill (1992). Die anmutige Aufrichtung des Körpers ist das Ergebnis eines bildhaften Denkens gegenüber dem eigenen Körper. Lebendige fließende Ätherkräfte werden erzeugt und die Bewegung geschieht nicht durch unmittelbaren vitalen Willenseinsatz.]]&lt;br /&gt;
Ab 1987 widmet sich Heinz Grill der Heilkunde und eröffnet nach bestandener Heilpraktikerprüfung eine Praxis in Trostberg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur| Autor=Karl Elbert| Titel=Vom Wesen des Berges| Auflage=1.| Verlag=‎ Lammers-Koll-Verlag| Jahr=2001| ISBN=978-3935925808}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es folgt eine Ausbildung zum Yogalehrer bei Swami Vishnu Devananda in Kanada. Weitere Lehrer im Yoga sind Sri Yogi Hari in den USA sowie der in Deutschland bekannte Yogalehrer Sukadev Volker Bretz.&amp;lt;ref name=jochum&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon beim Klettern entwickelt er auch im Yoga einen eigenen Übungs-Weg.&amp;lt;ref name=jochum&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Er strebt auch mit den [[Yoga|Yogaübungen]] eine leichte und elegante Bewegung an und möchte mit ihnen einen individuellen künstlerischen Ausdruck schaffen.&amp;lt;ref name=jochum&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1988 entstehen erste schriftstellerische Werke. Diese sind zunächst Aufzeichnungen seiner frühen Klettererlebnisse, welche später in dem Buch „Vom Wesen Berges“ von Karl Elberg veröffentlicht werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Zum Yoga erscheinen im Hugendubel Verlag München die Bücher „Harmonie im Atmen“ sowie „Die Seelendimension des Yoga“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1989 und 1995 bildet er zunächst in Bayern und später in Tirol zahlreiche Yogalehrer aus. Gleichzeitig veröffentlicht er Schriften zum Yoga und zur Spiritualität. Er distanziert sich aber schon bald (1997) wieder von den von ihm ausgebildeten Yogalehrern, da er jegliche Form institutionalisierter Gruppenbildung für die spirituelle Entwicklung als hinderlich erachtet. Im Jahr 2000 übersiedelt er nach Arco in Italien, wo er bis heute lebt.&lt;br /&gt;
{{Zitat| Eine geistige Entwicklung konnte für ihn nur erfolgreich sein, wenn jeder Einzelne seine individuelle Grundlage in der Welt selbst erschafft. Herr Grill meidet heute institutionelle oder gruppenähnliche Einrichtungen. Der Unterschied zwischen eigenständiger geführter Spiritualität und gruppenorientierter Spiritualität ist für ihn so bedeutsam, wie zwischen einem Bergsteiger, der mit der Seilbahn auf den Berg fährt und die Bergluft eratmet zu jenem, der selbst den Berg mit jedem Schritt eigenständig erklimmt.| Dr. Jochum und Dr. Schaub&amp;lt;ref name=jochum&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tötungsversuch ===&lt;br /&gt;
Ein tiefgreifender Einbruch in die Biografie markiert ein Tötungsversuch an Heinz Grill im Jahr 2003 durch seine damalige Ärztin. Diese versucht, ihn mit einer Überdosis eines hochgefährlichen Digitalispräparates zu vergiften und ihn in einer Grube ihres Gartens zu verscharren. Nur durch einen glücklichen Umstand wird er von einem Kletterkameraden entdeckt und in einer Klinik reanimiert. Die Umstände dieses Tötungsversuchs sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es folgt für Heinz Grill ein Krankenlager über mehrere Monate und ein Abbruch seines künstlerischen Schaffens.&amp;lt;ref name=jochum&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eröffnung rhythmischer Klettertouren ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sipz di Lagunàz.jpg|mini|300px|Nach der Erstbegehung des Massarotto-Pfeilers am Spiz di Lagunàz/Dolomiten (v.l.n.r: Ivo Rabanser, Heinz Grill und [http://www.alpinwiki.at/portal/navigation/erst-besteiger/erstbesteigerdetail.php?erstbesteiger=24648 Stefan Comploi])]]&lt;br /&gt;
Erst 2006 kehrt er zu seinen künstlerischen, sportlichen und spirituellen Tätigkeiten zurück. Er eröffnet zunächst zusammen mit Kletterkameraden neue Kletterrouten im Sarcatal am Gardasee. Diese gelangen bald zur überregionalen Bekanntheit und gelten als besonders rhythmische Routen mit einem charakteristischen Kletterstil, der eine Mitte zwischen dem heute üblichen Sportklettern und dem eher traditionellen alpinistischen Klettern mit wenig Sicherungen anstrebt.&amp;lt;ref name=heidorn&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Kletterrouten folgen in den Dolomiten und in Sizilien. Zwei dieser Touren, die er zusammen mit den Kletterkameraden [http://www.alpinwiki.at/portal/navigation/erst-besteiger/erstbesteigerdetail.php?erstbesteiger=52473 Florian Kluckner] und [http://www.alpinwiki.at/portal/navigation/erst-besteiger/erstbesteigerdetail.php?erstbesteiger=52474 Franz Heiß], [[w:Ivo Rabanser|Ivo Rabanser]] und [http://www.alpinwiki.at/portal/navigation/erst-besteiger/erstbesteigerdetail.php?erstbesteiger=57603 Barbara Holzer] eröffnet, werden 2012 und 2017 von der Fondazione Silla Ghedina als die schönsten Kletterrouten des Jahres ausgezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.fondazionesillaghedina.it/2015/08/premio-del-2013-2-2/ &#039;&#039;Premio Silla Ghedina – Albo d’oro.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;fondazionesillaghedina.it.&#039;&#039; Abgerufen am 6. Februar 2020 (italienisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; 2017 wird er in den [[w:Club Alpino Accademico Italiano|Club Alpino Accademico Italiano]] aufgenommen, eine Auszeichnung, die ihn in den Kreis der besten Kletterer Italiens aufnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.clubalpinoaccademico.it/index.php/chi-siamo-2/soci-2/item/131-gruppo-orientale-elenco-soci-ordinari/ &#039;&#039;Mitgliederliste des Club Academico.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;clubalpinoaccademico.it.&#039;&#039; Artikel vom vom 18. Oktober 2015, abgerufen am 6. März 2020 (italienisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Führer „Dolomiten – 53 Routen und Erlebnisse. Die Erstbegeher erzählen“, verfasst von Heinz Grill und Florian Kluckner, wurde 2024 von der Jury von &#039;&#039;Leggimontagna&#039;&#039; ausgezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.leggimontagna.it/opere-premiate-2024-premio-letterario/ &#039;&#039;Opere premiate 2024 – Premio letterario.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;leggimontagna.it.&#039;&#039; Artikel vom 28. Oktober 2024, abgerufen am 28. Januar 2025 (italienisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung einer rhythmischen Architektur ===&lt;br /&gt;
Ebenfalls ab 2006 entwickelt er auf der Basis seines spirituellen Welt- und Menschenbildes eine künstlerische Innenarchitektur, bei der die Formen des Wohnraums rhythmisch aufeinander abgestimmt werden. Diese Architektur findet in einem Privathaus in Tenno am Gardasee, einem Palazzo aus dem 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, eine erste Umsetzung. Es folgen weitere Umsetzungen in verschiedenen Privat- und Geschäftsräumen, die ihn zu einem gefragten Referenten zu diesem Thema machen. Ideen zu dieser Architektur werden in dem Buch „Die Idee der Synthese von Spiritualität und Baukunst“ publiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriftstellerische und rhetorische Tätigkeit ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 2009 nimmt Heinz Grill seine Tätigkeit als Schriftsteller wieder auf. Es erscheinen Bücher zu Themen der Spiritualität, Heilkunde, Pädagogik und des Kletterns. Von einigen Büchern existieren auch Übersetzungen ins Englische, Italienische, Slowakische, Kroatische und Niederländische. Zudem nimmt er als Referent an vielen Tagungen in diesen Themenbereichen teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bücher über Yoga und Spiritualität ===&lt;br /&gt;
Seine Hauptwerke auf dem Gebiet des Yoga und der Spiritualität sind:&lt;br /&gt;
* Das Wesensgeheimnis der Seele&lt;br /&gt;
* Übungen für die Seele – Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse&lt;br /&gt;
* Meditationen – Die Erfahrung des Christus im Ätherischen&lt;br /&gt;
* Die Seelendimension des Yoga – Praktische Grundlagen zu einem spirituellen Übungsweg&lt;br /&gt;
* Der Freie Atem und der Lichtseelenprozess&lt;br /&gt;
* Das große Buch der Heilkraft durch Yogaaktivität&lt;br /&gt;
* Die 7 Lebensjahrsiebte und die 7 Chakren – Ein praktischer Weg zur übersinnlichen Erkenntnisbildung&lt;br /&gt;
* Die Signaturen der Planeten und die seelisch-geistige Entwicklung in der Pädagogik&lt;br /&gt;
* Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita&lt;br /&gt;
=== Bücher über Heilkunde und Ernährung ===&lt;br /&gt;
* Kosmos und Mensch&lt;br /&gt;
* Die Heilkraft der Seele – Der Lichtäther und der Lichtseelenprozess&lt;br /&gt;
* Bewusstsein und Immunsystem – Beiträge zur anthroposophischen Heilkunde&lt;br /&gt;
* Ernährung und die gebende Kraft des Menschen – Die geistige Bedeutung der Nahrung&lt;br /&gt;
=== Bücher über das Bergsteigen === &lt;br /&gt;
Die Bücher von Heinz Grill zum Thema Bergsteigen sind:&lt;br /&gt;
* Kunst und Klettern (zusammen mit dem Kletterer Florian Kluckner)&lt;br /&gt;
* Der Archai und der Weg in die Berge – Eine spirituell-praktische Anleitung in der Ergründung der Wesensnatur des Berges&lt;br /&gt;
* Das Licht und die Seele beim Bergsteigen&lt;br /&gt;
* Alpinismus, die Eroberung des Unnützen – Werte im Bergsteigen&lt;br /&gt;
* Wie überträgt man seelische Erfahrungen im Klettern (zusammen mit dem italienischen Kletterer Giuliano Stenghel)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgewählte Vorträge ==&lt;br /&gt;
Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist Heinz Grill als Referent bei verschiedenen Veranstaltungen tätig, beispielsweise bei Tagungen mit dem Friedensforscher [https://www.danieleganser.ch/lebenslauf/ Dr. Daniele Ganser],&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.youtube.com/watch?v=5i51NfarkcM „Gesprächsrunde“ Daniele Ganser und Heinz Grill, Tagung Krieg und Frieden, Bamberg, 02.09.2017.]&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=tL7tdgy8zPg &#039;&#039;„Gesprächsrunde“ Daniele Ganser und Heinz Grill, Energie und Humanismus, Salzburg, 27.10.18, Teil 4.&#039;&#039;] Abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit dem Theologen und Kirchenkritiker [[w:Hubertus Mynarek|Prof. Dr. Hubertus Mynarek]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=9MZ2APVzrzo &#039;&#039;Missbrauch durch Kirche. Neue Formen der Selbstbestimmung.&#039;&#039;] Gespräch zwischen Heinz Grill und Dr. Hubertus Mynarek vom 30. Januar 2019. Abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit dem Mathematiker und Anthroposophen [[Axel Burkart]],&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=02BS6FDY6Nc&amp;amp;list=PLsUwlvJSFca6fBFqFeD_0vk82ajlgxbOs&amp;amp;index=2&amp;amp;t=0s &#039;&#039;Podiumsgespräch mit Axel Burkart und Heinz Grill, Tagung Heffterhof Salzburg, 29.09.2018&#039;&#039;.] Abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; dem Pädagogen und Waldorflehrer Othmar Asam,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=yMtTlYsIzGk &#039;&#039;Mut zur Erziehung durch Selbsterziehung.&#039;&#039;] Pädagogische Tagung mit Othmar Asam vom 23. November 2019 in Bruneck, abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit [[Christian Kreiß|Prof. Christian Kreiß]], Ökonom und Professor für Finanzen an der Hochschule Aalen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=t8ZGEgy9lT0 &#039;&#039;Gesundes Wirtschaften.&#039;&#039;] Tagung mit Prof. Christian Kreiß. Abgerufen am 7. November 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder mit [http://www.christian-schubert.at/ueber-mich/ Univ.-Prof. Dr. Dr. Christian Schubert], Psychotherapeut und Wissenschaftler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=Hh5IYINM8S4 &#039;&#039;Beziehung als Ziel. Teil 1.&#039;&#039;] Tagung in Innsbruck am 12. März 2023. Abgerufen am 7. November 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gibt auch Fortbildungen beim Schweizer Yoga-Verband&amp;lt;ref&amp;gt; [https://web.archive.org/web/20240614043449/https://www.swissyoga.ch/home/sy/files/Dokumente/Yoga_Seminarprogramm_2019.pdf &#039;&#039;Yoga University Villeret. Seminarprogramm 2019.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;swissyoga.ch.&#039;&#039; Archivlink abgerufen am 6. Februar 2025, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder beim Demeter Bauernverband in Österreich.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie.or.at/demeter-bildungstage-am-wegwartehof-ueber-den-aufbau-von-aetherkraeften/ &#039;&#039;Demeter Bildungstage am Wegwartehof: Über den Aufbau von Ätherkräften.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;anthroposophie.or.at&#039;&#039;. Abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill führt selbst kein spirituelles Zentrum, es besteht aber die Möglichkeit zu Dialog und fachlichem Gespräch zu spirituellen Themen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ &#039;&#039;Gespräche zur spirituellen Orientierung.&#039;&#039;] Angebot auf der Website (linke Spalte). Abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Seine Spiritualität und Lehre ==&lt;br /&gt;
Heinz Grill schreibt in seinen Büchern über spirituelle Themen, wie zum Beispiel über das sogenannte Geistige Schauen, über Karma und den Weg der Seele nach dem Tode. Er geht dabei von einem ganzheitlichen Menschenbild aus, nach dem alles Physische auch von seelisch-geistigen Dimensionen durchdrungen ist. So schreibt er nicht nur über die physische oder gesundheitliche Aspekte des Lebens, sondern auch über die geistige Bedeutung des Schlafes, der Nahrung und der Pflanzen und Tiere. Auch der unbelebten Materie, wie den Bergen, dem Wetter und anderen Naturphänomenen schreibt er eine geistige Bedeutung zu. Immer geht es ihm dabei um eine tiefere Beziehung, die der Einzelne zu diesen Phänomenen des Lebens knüpfen kann. Das Buch „Übungen für die Seele“ hat er als praktisches Anwenderbuch zur Entwicklung eines tieferen Beziehungslebens verfasst. Heinz Grill geht in seiner Lehre davon aus, dass der Einzelne freier von den Manipulationen des gesellschaftlichen Lebens werden kann, je mehr er zu den verschiedenen Lebensbereichen eigene Erkenntnisse und Empfindungen entwickelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinz Grill |Titel=Die Seelendimension des Yoga |Auflage=5. erweiterte |Verlag=Lammers-Koll-Verlag |Datum=2018 |ISBN=978-3-941995-48-2 |Seiten=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Errungenschaften in den verschiedenen Schaffensgebieten ==&lt;br /&gt;
Heinz Grill gelangen besondere Errungenschaften in seinen verschiedenen Schaffensgebieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der freie Atem ===&lt;br /&gt;
Der sogenannte „Freie Atem“ ist ein von Heinz Grill entwickeltes Konzept der Atemschulung, bei der der Atem nicht durch Atemtechniken direkt beeinflusst wird, sondern indirekt durch Bewegung und Vorstellungsbilder. Diese Vorstellungsbilder (Imaginationen) sollen das Bewusstsein zu einer „kosmischen Dimension“ erheben und damit auch den Atem in seiner kosmisch-geistigen Dimension erfahrbar werden lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arzt Dr. Günter Weis spricht diesen Übungen zum „Freien Atem“ positive gesundheitliche Effekte zu, vor allem bei gesundheitlichen Problemen, die durch Erschöpfung oder nervliche Überlastung mitverursacht sind. Auch bei Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Problemen sollen mit diesem Übungskonzept Heilerfolge erzielt worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20211201074056/http://www.der-freie-atem.com/ &#039;&#039;Der freie Atem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;der-freie-atem.com&#039;&#039;. Archivlink abgerufen am 6. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wissenschaftliche Studien, die diese Angaben belegen, sind bisher nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Yoga-Kunst ===&lt;br /&gt;
Heinz Grill sieht Yogaübungen nicht nur als Methode zur Entspannung und Harmonisierung von Körper und Psyche, sondern er schreibt auch jeder Yoga-Stellung einen bestimmte seelische Qualität zu und möchte diese mit dem Körper zum Ausdruck bringen. Die Yoga-Stellungen werden dadurch zu einer Art Kunstform mit dem Körper. In seinen Büchern zum Thema Yoga demonstriert er sowohl die Grundstellungen als auch die fortgeschrittenen Yogaübungen mit diesem künstlerischen Ansatz. Seit 2011 gibt es in mehreren europäischen Städten Ausstellungen mit Fotos zu seiner Kunstform der [[Asana]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.schramberg-aesthetische-bewegungen.a2f81407-e106-430d-9ed4-76ffbb99115b.html/ &#039;&#039;Ästhetische Bewegungen&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;schwarzwaelder-bote.de&#039;&#039;. Artikel vom 19. Oktober 2017, abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ingoseufert.com/ausstellungen/6694-2/?lang=en &#039;&#039;Martin Sinzinger・The Beauty of Movement.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Galerie für Fotografie der Gegenwart. Ingo Seufert.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2020 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ein spirituell-sozialer Prozess ===&lt;br /&gt;
Damit sich die Inhalte der Yogaübungen und allgemein spirituelle Inhalte besser in das alltägliche Leben übertragen lassen, hat Heinz Grill zusammen mit dem Anthroposophen und ehemaligen Bahndirektor Karl-Dieter Bodack den sogenannten spirituell-sozialen Prozess entwickelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=rMr2DLJfuxU &#039;&#039;Spirituelles Bauen - K.D. Bodack u. Heinz Grill im Dialog.&#039;&#039;] Video vom 8. September 2018, abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser bedeutet, dass Menschen ihre persönlich Bedürfnisse abstimmen und sich gleichzeitig aktiv zu einem Thema begegnen. Der spirituell-soziale Prozess möchte Menschen dazu befähigen, ungünstige Autoritätsformen im Miteinander zu überwinden und die Dialogfähigkeit zu fördern. Die Grundzüge dieses spirituell-sozialen Prozesses finden sich in seinem Hauptwerk „Das Wesensgeheimnis der Seele“. Dieser Prozess wurde von Karl-Dieter Bodack auch als Studienfach an der Hochschule Coburg etabliert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w:Karl-Dieter_Bodack|&#039;&#039;Karl Dieter Bodack.&#039;&#039;]] In: &#039;&#039;de.wikipedia.org&#039;&#039;. Abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Begründung einer rhythmischen Architektur ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Atrium_im_Spazio_d&#039;Incontro_in_Tenno.jpg|mini|Das Atrium des [https://casa-della-bellezza-trentino.it/de/das-haus/ Casa della Bellezza] in Tenno/Italien mit rhythmisch abgestimmten Formelementen. Das Haus ist ein Museum und ein zukunftsorientiertes Projekt zur Förderung der Beziehungskraft des Menschen.]]&lt;br /&gt;
Mit seiner „rhythmischen Baukunst“ möchte Heinz Grill vor allem das Interesse zur seelischen Entwicklung anregen. Der Wohnraum soll seine Bewohnern nicht beschweren, sie nicht zu sehr an das Physische binden, sondern sie eine Art „kosmische Wirklichkeit“ empfinden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur| Autor=Heinz Grill| Titel=Die Idee der Synthese von Spiritualität und Baukunst| Auflage=3. erweiterte| Verlag=Stephan Wunderlich Verlag| Datum=2023| ISBN=978-3-948803-14-8| Seiten=46}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat| Der Rhythmus in einem Raum erlöst den Raum leichter aus dem sogenannten sinnlichen Schweresein. Das, was dem Rhythmus entgegengesetzt ist, ist das Wesen der Schwere, der Verhaftungen, des ganz Passivseins. Rhythmus selbst macht aktiv, während viele Formen, die unrhythmisch oder monoton sind, die Seele passiv stimmen. Rhythmische Strukturen beleben das Gemüt und sie fordern auf, sich mit den Sinnen mit der Außenwelt zu verbinden. Die rhythmische Struktur bewirkt auf den Sinnesprozess und seine Erlebnisweise immer eine Anregung, so dass der Mensch im Allerinnersten das Verbindende suchen möchte.| Heinz Grill}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Italien sind mehrere Häuser nach den Architekturideen von Heinz Grill gestaltet und können besichtigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=z5ymZl77CGw &#039;&#039;Architektur nach Heinz Grill – Hausführung im Spazio d&#039;Incontro.&#039;&#039;] Video vom 19. September 2009, abgerufen am 4. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://yoga-und-synthese.de/haeuser-und-wohnkultur/#Cavedine &#039;&#039;Häuser und Wohnkultur.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga-und-synthese.de&#039;&#039;. Abgerufen am 31. Dezember 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Heinz Grill ==&lt;br /&gt;
Die Kritik der Kirchen richtet sich vor allem gegen das geistige Schauvermögen von Heinz Grill. Der Theologe Georg O. Schmid schreibt auf seiner Webseite Relinfo: „Am Schluss eines Vortrags vor Priestern, der das christliche Sakrament mit den Einweihungen in Yoga vergleicht, meint Grill: &#039;&#039;All diese Eindrücke und Erfahrungsschilderungen sind nicht aus der Exegese gewonnen, sondern aus einer fundierten Methode der reinen Geisteserkenntnis und Geistesschau.&#039;&#039; Gerade weil dem so ist, bewegt sich Grill in einer Dimension, in der sich keiner seiner Gesprächspartner bewegen kann oder will.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;schmidt&amp;quot;&amp;gt;[https://www.relinfo.ch/lexikon/theosophie-und-esoterik/theosophische-gemeinschaften/yogaschule-heinz-grill/ &#039;&#039;Heinz Grill.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;relinfo.ch&#039;&#039;. Abgerufen am 6. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;  An anderer Stelle gesteht Schmid ihm zu, dass er seine Erkenntnisse in die praktischen Lebensgebiete integriert. Er attestiert ihm ein „offensichtliches Gespür für spirituelle Bedürfnisse moderner Sinnsucher und ein ebenso offenkundiges Talent, mit [[Rudolf Steiner|Steinerscher]] Optik in allen Lebensbereichen den verborgenen Sinn zu erkennen.“&#039;&#039;&amp;lt;ref name=schmidt&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Indologe [[w:Wilfried Huchzermeyer|Wilfried Huchzermeyer]] schreibt über Heinz Grill, dass das Ziel seiner Schulung darin liege, „geistige Gesetzmäßigkeiten, die dem Leben zugrundeliegen zu verstehen, den Charakter zu läutern und positive Eigenschaften zu entwickeln. Ein Hauptaspekt dabei ist die &#039;Individuation&#039;. Darunter versteht Heinz Grill, dass sich Sucher aus eigener Entscheidung und Verantwortung mit guter inspirierter Literatur beschäftigen und deren Inhalt durch inneres Nachvollziehen aktiv erschließen, nicht nur passiv aufnehmen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur| Autor=Winfried Huchzermeyer| Titel=Das Yoga-Wörterbuch: Sanskrit-Begriffe - Übungsstile - Biographien| Auflage=1.| Verlag=edition sawitri| Datum=2013| ISBN=978-3-931172-25-1| Seiten=65}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Medien finden sich sowohl Befürworter wie auch Gegner. Die deutsche Presse reagiert vorwiegend negativ, während die österreichische und italienische Presse Heinz Grill zu rehabilitieren sucht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ladige.it/territori/riva-arco/2016/04/08/heinz-grill-se-ne-va-1.2680504 &#039;&#039;Heinz Grill se ne va,&#039;&#039;] deutsch „Heinz Grill verlässt uns“. In: &#039;&#039;ladige.it&#039;&#039;. Artikel vom 8. April 2016, abgerufen am 20. Juni 2023 (italienisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Süddeutsche Zeitung schreibt in einem dreiseitigen Artikel mit dem Titel „Der Guru“ in der Wochenendausgabe vom 13./14.4.2019, dass es Verbindungen zu einem mutmaßlichen Tötungsdelikt in Frankreich gäbe, bei dem ein Schwiegersohn seine Schwiegereltern im Zuge von Familienstreitigkeiten getötet haben soll. Fakten werden nicht genannt.&amp;lt;ref name=Süddeutsche&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Der österreichische Journalist Gerald Lehner erwidert in der Zeitschrift des Österreichischen Alpenvereins „Bergundsteigen“ in seinem Artikel vom 15.1.2020: „Dazu die rechtliche Lage und der aktuelle Blickwinkel der Justizbehörden in Frankreich und Deutschland: Grill wurde bei dem Doppelmord nie als Verdächtiger geführt, auch nicht in Bezug zu einer möglichen Anstiftung oder Beihilfe. Es wurde nie gegen ihn ermittelt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;lehner&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bergundsteigen.com/magazinartikel/wie-aus-einem-bayern-ein-trentiner-wurde/ &#039;&#039;Wie aus einem Bayern ein Trentiner wurde.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bergundsteigen.com,&#039;&#039; Nr. 109. Artikel von Gerald Lehner, abgerufen am 31. Dezember 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lehner zitiert darin den weltberühmten Kletterer Bernd Arnold: „Ich habe Heinz Grill bei unserem Festival 2016 kennengelernt. Er war meiner Einladung zum Thema &#039;Die Seilschaft&#039; gefolgt und bereicherte die Veranstaltung mit einem rhetorisch genauen Beitrag. […] Böse, und wie sich inzwischen herausstellt, auch falsche Nachreden über ihn erfuhr ich immer nur aus zweiter Hand. Sie sind für mich nicht nachvollziehbar. Gut, dass Heinz so stark ist.“&amp;lt;ref name=lehner&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill begegnet den Anschuldigungen in der deutschen Presse auf seiner eigenen Internetseite mit einer Artikelserie zum Thema „Die Kunst der individuellen Spiritualität“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/indivduelle-spiritualiaet/ &#039;&#039;Die Kunst der individuellen Spiritualität.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;heinz-grill.de&#039;&#039;. Abgerufen am 4. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Süddeutsche Zeitung musste den besagten Artikel im Jahr 2021 schließlich aus der Onlineausgabe entfernen, nachdem Sie gerichtlich zur Unterlassung zahlreicher Falschaussagen verpflichtet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Urteile: &#039;&#039;LG Hamburg AZ 324 O 569/19&#039;&#039; und &#039;&#039;OLG Hamburg 7 U 48/21.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur über Heinz Grill ==&lt;br /&gt;
* Karl Elberg: &#039;&#039;Vom Wesen des Berges&#039;&#039; (Biografie über Heinz Grill)&lt;br /&gt;
* Diego Filippi: &#039;&#039;Hohe Wände bei Arco, Klassische und moderne Routen im Sarcatal&#039;&#039;. Mit einem Beitrag zu Heinz Grill, Edizioni Versante Sud &lt;br /&gt;
* Ivo Rabanser: &#039;&#039;Klettern in Arco Sarcatal, Klassische und moderne Routen am Gardasee&#039;&#039;. Mit einem Beitrag zu Heinz Grill, Athesia&lt;br /&gt;
* Florian Kluckner: &#039;&#039;Arco Plasir&#039;&#039;. Mit Erzählungen von Heinz Grill, Idea Montagna &lt;br /&gt;
* Florian Kluckner: &#039;&#039;Die Kunst der empfindsamen Bewegung beim Klettern&#039;&#039;.  Lammers-Koll-Verlag&lt;br /&gt;
* Günther Pauli: &#039;&#039;Geist Materie&#039;&#039;, tredition&lt;br /&gt;
* Günther Pauli: &#039;&#039;Die Ordnung der Kräfte&#039;&#039;, tredition&lt;br /&gt;
* Hansjörg Bögle: &#039;&#039;Formen und ihre Beziehung zum Menschen&#039;&#039;, Lammers-Koll-Verlag&lt;br /&gt;
* Frank Albert: &#039;&#039;Lebensprozesse: Die universellen Gesetze der Gesundheit und Langlebigkeit&#039;&#039;, Via Nova &lt;br /&gt;
* Murat Örs: &#039;&#039;Yoga und Krebs.&#039;&#039; Lammers-Koll-Verlag&lt;br /&gt;
* Murat Örs: &#039;&#039;Traumatherapie und Yoga&#039;&#039;, Lammers-Koll-Verlag&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das Yoga-Wörterbuch, Sanskrit-Begriffe – Übungsstile – Biographien&#039;&#039;. edition sawriti&lt;br /&gt;
* [[Harald Feller (Musiker)|Harald Feller]]: &#039;&#039;Musik nach Texten von Heinz Grill&#039;&#039;. Stephan Wunderlich Verlag &lt;br /&gt;
* Walter Buckel: &#039;&#039;Schönheit – Idee einer neuen Baukultur&#039;&#039;. Michael Imhof Verlag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalte und Forschungsergebnisse auf AnthroWiki ==&lt;br /&gt;
Im Artikel [[Asana#Einzelne Asanas|Asana]] sind verschiedene Yogaübungen gelistet, über die man zu Ausarbeitungen einzelner Asana gelangt. Dort sind auch Imaginationen von Heinz Grill zur seelischen Bedeutung der betreffenden Asana integriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gedanken zu Persönlichkeiten, Ergebnisse zur Karmaforschung oder zum nachtodlichen Wirken:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Sri Aurobindo]], [[Edward Bach]], [[Sathya Sai Baba]], [[Jakob Böhme]], [[Bonaventura]], [[Dietrich Bonhoeffer]], [[Georg Elser]], [[Harald Feller (Musiker)|Harald Feller]], [[Mahatma Gandhi]], [[Johann Wolfgang von Goethe]], ‎[[Otto Albrecht Isbert]], [[Tirumalai Krishnamacharya]], [[Martin Luther]], [[Omar Mukhtar]], [[Udo Renzenbrink]], [[Sivananda]], [[Vishnudevananda]], [[Otto Wolff]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heilkunde:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[ADHS]], [[Adipositas]], [[Bach-Blütentherapie]], [[Bakterien]], [[Depression]], [[Epidemie]], [[Erkältung]], [[Furcht]], [[Hysterie]], [[Infektionskrankheit]], [[Krankheitserreger]], [[Lüge]], [[Lunge]], [[Migräne]], [[Organtransplantation]], [[Viren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spiritualität und Entwicklung des Menschen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Astralleib]], [[Bhakti]], [[Bhakti-Yoga]], [[Friedensforschung]], [[Glaube]], [[Horus (Ägyptische Mythologie)|Horus]], [[Kairos]], [[Klangäther]], [[Lichtäther]], [[Liebe]], [[Maat (ägyptische Mythologie)|Maat]], [[Nichts]], [[Osiris]], [[Rhythmus]], [[Schönheit]], [[Seele]], [[Seelentod]], [[Spiritismus]], [[Spiritualität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernährung und tiefere Beziehung zu Nahrungs- und Gewürzmitteln:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Brennnesseln|Brennnessel]], [[Essig]], [[Geschmackssinn]], [[Getreide]], [[Gewürze]], [[Kartoffel]], [[Echter Lorbeer (Laurus nobilis)|Lorbeer]], [[Mais]], [[Olivenbaum (Olea europaea)|Olive]],  [[Weinreben (Vitis)|Weinrebe]], [[Weizen]], [[Zitrone]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berge, Seen, Alpenflora, Natur:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Alpenflora]], [[Arnika (Arnica montana)|Arnika]], [[Bach (Gewässer)]], [[Bäume|Baum]], [[Berg]], [[Edelweiß (Leontopodium)|Edelweiß]], [[Enziane (Gentiana)|Enzian]], [[Forsythie]], [[Aurikel|Gebirgsschlüsselblume]], [[Goldruten|Goldrute]], [[Himmelsrichtungen#Himmelsrichtung und spezifische Lichtqualität|Himmelsrichtung und spezifische Lichtqualität]], [[Gewöhnliche Kuhschelle|Kuhschelle]], [[Lilien (Lilium)|Lilie]], [[Rosen (Rosa)|Rose]], [[Sauerklee]], [[See]], [[Tennosee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Neuer Yogawille]]&lt;br /&gt;
* [[Prana]]&lt;br /&gt;
* [[Bonaventura#Die Stufen der Demut|Die Stufen der Demut]] und deren Aktualität bei Angriffen gegen Spiritualität&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Heinz Grill (Alpinist)|Heinz Grill}}&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/ &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;], Website von Heinz Grill&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/channel/UCv1YILcamPU7bFwRMJ_9Z0w/videos &#039;&#039;Der neue Yogawille und die seelische Empfindungsentwicklung&#039;&#039;], Lehrvideos von Heinz Grill zu verschiedenen Asana (YouTube)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/channel/UC9DaDkJqKwhhHSQHlzhxFvw/videos &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039;], Yoga als Kunstform (YouTube)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_20AW1lhODI &#039;&#039;Yoga und Anthroposophie - Teil 1&#039;&#039;] und [https://www.youtube.com/watch?v=EWyhCmXUWlU &#039;&#039;Teil 2&#039;&#039;], auf dem YouTube-Kanal: [https://www.youtube.com/@Rudolf-Steiner-Anthroposophie/featured &#039;&#039;Rudolf Steiner und die Anthroposophie&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.alpinwiki.at/portal/navigation/erst-besteiger/erstbesteigerdetail.php?erstbesteiger=17806 &#039;&#039;Heinz Grill&#039;&#039;]  auf &#039;&#039;AlpinWiki&#039;&#039;, Internetplattform für Erstbesteiger und Erstbegeher&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|12024991X|NAME=Heinz Grill}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Grill}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Pädagogik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Philosophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Medizin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eingeweihter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilpraktiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Esoteriker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kletterer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Yoga)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Yoga)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yogalehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spiritueller Lehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universalgelehrter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1960]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert auf dem Artikel [https://secret-wiki.de/wiki/Heinz_Grill Heinz Grill] aus der [https://secret-wiki.de/wiki/Hauptseite SecretWiki] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ „Creative Commons Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“]. In SecretWiki ist eine [https://secret-wiki.de/mediawiki/index.php?title=Heinz_Grill&amp;amp;action=history Liste der Autoren] verfügbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Milch&amp;diff=623337</id>
		<title>Milch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Milch&amp;diff=623337"/>
		<updated>2025-08-10T15:27:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Die Milch als Erdennahrung */ Korrektur der Seitenzahlen in der GA und Vorlage GZ benutzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:right; margin-left:10px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Zusammensetzung der Milch verschiedener Säugetiere&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Inhaltsstoffe&lt;br /&gt;
! [[Mensch]]&lt;br /&gt;
! Kuh&lt;br /&gt;
! Schaf&lt;br /&gt;
! Ziege&lt;br /&gt;
! Pferd&lt;br /&gt;
! Rentier&lt;br /&gt;
! Büffel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wasser]] || 87,2 % || 87,5 % || 82,7 % || 86,6 %&lt;br /&gt;
| 90,1 % || 66,9 % || 82,8 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wikipedia:Kohlenhydrate|Kohlenhydrate]] || 7,0 % || 4,8 % || 6,3 % || 3,9 %&lt;br /&gt;
| 5,9 % || 2,8 % || 5,5 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wikipedia:Milchfett|Milchfett]] || 4,0 % || &amp;lt; 4,2 % || 5,3 % || 3,7 %&lt;br /&gt;
| 1,5 % || 16,9 % || 7,4 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wikipedia:Eiweiße|Eiweiße]] || 1,5 % || 3,5 % || 4,6 % || 4,2 %&lt;br /&gt;
| 2,1 % || 16,9 % || 3,6 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wikipedia:Spurenelement|Spurenelement]]e || 0,3 % || 0,7 % || 0,9 % || 0,8 %&lt;br /&gt;
| 0,4 % || 1,2 % ||&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
[[File:Friesian_cows_at_Wain_House_Farm_-_geograph.org.uk_-_54869.jpg|thumb|450px|Milchkühe ([[wikipedia:Holstein-Rind|Holstein-Rind)]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milch.svg|thumb|450px|Milch- und Butterprodukte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Milch&#039;&#039;&#039; ist eine [[Wikipedia:Emulsion|Emulsion]] von [[Wikipedia:Milchfett|Milchfett]] in [[Wasser]] und enthält gelöste bzw. emulgierte  [[Wikipedia:Kohlenhydrat|Kohlenhydrat]]e, [[Wikipedia:Eiweiß|Eiweiß]]e, [[Wikipedia:Vitamine|Vitamine]] und [[Wikipedia:Spurenelement|Spurenelement]]e. Sie wird in den [[Wikipedia:Milchdrüse|Milchdrüse]]n erzeugt, die gleichsam eine Fortsetzung des [[Gliedmaßensystem]]s nach innen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Stoffe, die in der Milch als [[W:Emulgator|Emulgator]] für das Fett dienen, sind [[W:Lecithine|Lecithine]] ([[W:Phospholipide|Phospholipide]]), weitere [[Lipide]] und – besonders nach dem Homogenisieren – auch bestimmte [[W:Milchproteine|Milchproteine]]. Sie alle tragen dazu bei, dass das Milchfett fein verteilt bleibt und sich nicht an der Oberfläche absetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Milch ist die erste [[Nahrung]]squelle des neugeborenen [[Mensch]]en und der [[Säugetiere]]. Als spezifisch [[irdisch]]e [[Nahrung]] macht sie den Menschen zum Erdenbürger, fesselt ihn aber nicht an die Erde, wie es die [[Fleisch]]nahrung tut. Sie ist zugleich eine [[mond]]enhafte Nahrung, denn sie verweist zurück auf die Zeit, als die [[Erde (Planet)|Erde]] noch mit dem [[Mond]] vereinigt war. Die Milch trägt [[ätherisch]]e Kräfte in sich, ist aber nicht von [[astralisch]]en Kräften durchzogen; sie ist darum auch günstig für die [[okkulte Entwicklung]] {{Lit|{{G|266a|139}} und {{G|266a|417}}}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Milch als ursprünglichste Form der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damals, als der [[Mensch]] noch nicht die feste Erde betreten hatte, sog er die milchartige Nahrung aus der Umgebung heraus. Das war die ursprünglichste Form der [[Ernährung]]. Die milchartigen Substanzen waren wie ein allgemeines Blut der ganzen Erde, in dem die Mondenkräfte wirkten. Als dann aber in der [[Lemurische Zeit|lemurischen Zeit]] der Mond heraustrat, konnten die Mondkräfte nur noch konzentriert werden auf besondere Organe in den Lebewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonnen- und Mondnahrung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Denken wir uns die Zeit, in der die Erde noch mit dem Monde&lt;br /&gt;
vereint war. Da stand der Mensch auf einer ganz anderen Entwickelungsstufe.&lt;br /&gt;
Er hatte damals schon das warme Blut, war aber&lt;br /&gt;
noch nicht in zwei Geschlechter gespalten. Mit der Abtrennung des&lt;br /&gt;
Mondes hat man die Spaltung in zwei Geschlechter zu beobachten,&lt;br /&gt;
so daß, wenn Sie heute nach dem Monde hinaufblicken, Sie sagen&lt;br /&gt;
können: Daß du herausgegangen bist aus der Erde, hat bewirkt,&lt;br /&gt;
daß sich die menschliche Produktionskraft in zwei Teile gespalten&lt;br /&gt;
hat. - Es gab auch eine Zeit auf der Erde, in der die Menschheit&lt;br /&gt;
unmittelbar verknüpft war mit dem Tierischen, eingesenkt in das&lt;br /&gt;
Tierische und sich auch von dem Tierischen ernährte. Diese Art der&lt;br /&gt;
Ernährung wird schwer verstanden werden von dem, der nicht hellseherische&lt;br /&gt;
Kräfte hat. Eine Vorstellung davon können wir uns aber&lt;br /&gt;
bilden, wenn wir die regelmäßige Ernährungsweise der Säugetiere&lt;br /&gt;
betrachten, die durch ihre eigene Milch ihre Jungen ernähren. Mit&lt;br /&gt;
der Spaltung der Produktionskraft trat auch diese Art der Ernährung&lt;br /&gt;
auf. Früher konnten die Menschen den Nahrungsstoff aus der unmittelbaren&lt;br /&gt;
Umgebung aufnehmen, so wie heute die Lunge die Luft&lt;br /&gt;
aufnimmt. Der Mensch war damals durch Saugfäden verbunden mit&lt;br /&gt;
der ganzen ihn umgebenden Natur, so ähnlich wie heute der menschliche&lt;br /&gt;
Embryo im Leibe der Mutter ernährt wird. Das war die alte Ernährungsform&lt;br /&gt;
auf der Erde. Ein Rest davon ist das heutige Säugen&lt;br /&gt;
der Säugetiere, und die Milch ist wie die Nahrung, die der Mensch&lt;br /&gt;
in der vorlemurischen Zeit genoß, sie ist die alte Götternahrung, die&lt;br /&gt;
erste Form der Nahrung auf der Erde. Damals war eben die Natur&lt;br /&gt;
der Erde so, daß diese Nahrung überall herausgesogen werden&lt;br /&gt;
konnte. So ist die Milch ein Produkt aus der ersten menschlichen&lt;br /&gt;
Ernährungsform. Als der Mensch im Physischen noch näher dem&lt;br /&gt;
Göttlichen war, da sog er die Milch aus der Umgebung heraus.&lt;br /&gt;
Die Okkultisten wissen, wie die Menschen zusammenhängen mit der&lt;br /&gt;
Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Milchgenuß ist eine uralte umgewandelte Ernährungsform.&lt;br /&gt;
Die erste Nahrung war für den Menschen immer die Milch. In dem&lt;br /&gt;
Ausspruch: Die Milch der frommen Denkungsart - ist diese mit&lt;br /&gt;
Absicht so genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fragen, was hat das ursprünglich bewirkt, daß die Milch so,&lt;br /&gt;
wie das damals war, aus der Umgebung herausgesogen wurde? Die&lt;br /&gt;
Mondkräfte in der Erde haben das möglich gemacht; sie waren wie&lt;br /&gt;
ein allgemeines Blut der ganzen Erde. Aber als der Mond heraustrat,&lt;br /&gt;
konnten die Mondkräfte nur noch konzentriert werden auf besondere&lt;br /&gt;
Organe in den Lebewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Okkultist nennt die Milch: die Mondnahrung. Mondsöhne&lt;br /&gt;
sind diejenigen, die sich von Milch nähren. Der Mond hat die Milch&lt;br /&gt;
gereift. Es hat sich bewahrheitet, daß die orientalischen Heiler, die&lt;br /&gt;
nur von Milch leben, die Urkräfte wieder aufnehmen, die auf der&lt;br /&gt;
Erde waren, als die Milch noch in Strömen auf der Erde floß. Sie&lt;br /&gt;
sagten sich: Das sind die Kräfte, die den Menschen ins Dasein&lt;br /&gt;
riefen. Diese hervorbringenden Kräfte müssen auch gesundheitsbringend&lt;br /&gt;
sein, also eignen wir uns die Macht an, Gesundheit zu&lt;br /&gt;
fördern, wenn wir nur Milch genießen und alles andere ausschließen.&lt;br /&gt;
Versetzen wir uns in die vorlemurische Zeit. Da herrschte also der&lt;br /&gt;
Zustand, daß die Milch äußerlich aus der Umgebung gesogen wurde.&lt;br /&gt;
Dann kam ein Zustand, da die Milch allgemeine Menschennahrung&lt;br /&gt;
wurde, und dann der Zustand, da die Muttermilch genossen wurde.&lt;br /&gt;
Vor der Zeit, in der die Milch allgemein aus der Natur gesogen&lt;br /&gt;
wurde, da gab es eine Zeit, in der die Sonne noch mit der Erde&lt;br /&gt;
verbunden war. Da bestand eine Sonnennahrung. Ebenso wie die&lt;br /&gt;
Milch vom Monde zurückgeblieben ist, sind auch Produkte zurückgeblieben,&lt;br /&gt;
die von der Sonne gereift sind. Alles was von der Sonne&lt;br /&gt;
durchscheint wird, Blüten und Früchte der Pflanzen, gehören zur&lt;br /&gt;
Sonne. Sie waren früher dem Mittelpunkt der mit der Sonne verbundenen&lt;br /&gt;
Erde zugeneigt. Sie steckten in der Sonne mit den Blüten.&lt;br /&gt;
Als sich die Erde von der Sonne trennte, blieben die Pflanzen bei&lt;br /&gt;
ihrem alten Charakter: sie wendeten ihre Blüten nun wieder der&lt;br /&gt;
Sonne zu. Der Mensch ist die umgekehrte Pflanze. Was an der&lt;br /&gt;
Pflanze oberhalb der Erde wächst, verhält sich ebenso zur Sonne wie&lt;br /&gt;
die Milch zum Monde, ist also Sonnennahrung. Es trat an die Stelle&lt;br /&gt;
der bloßen Milchnahrung allmählich eine Art von Pflanzennahrung,&lt;br /&gt;
und zwar von den oberen Teilen der Pflanze. Das war die zweite Art&lt;br /&gt;
der menschlichen Ernährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So standen sich, als die lemurische Zeit zu Ende ging, zwei Geschlechter&lt;br /&gt;
gegenüber: Ein Geschlecht, die eigentlichen Mondsöhne,&lt;br /&gt;
welche Tiere züchteten und sich nährten von dem, was die Tiere&lt;br /&gt;
gaben, von der Milch der Tiere; und ein zweites Geschlecht, das sich&lt;br /&gt;
von Pflanzen nährte, von dem, was der Boden hergab.&lt;br /&gt;
Diese Tatsache wurde dargestellt in der Geschichte von Kain und&lt;br /&gt;
Abel. Abel ist ein Hirte, Kain ein Ackerbauer; Abel [repräsentiert]&lt;br /&gt;
das Mond- und Kain das Sonnengeschlecht.|93a|241ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Milch als Erdennahrung ==&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn Sie okkultistisch die Welt durchforschen würden, würden Sie das, was Milchsubstanz ist, auf der Erde, aber auf keinem anderen Planeten unseres Sonnensystems finden. Was produziert wird innerhalb der Lebewesen in ähnlicher Weise auf anderen Planeten unseres Sonnensystems, würde sich Ihnen als etwas ganz anderes, als die irdische Milch ist, darstellen. Die Milch ist etwas spezifisch Irdisches. Und wenn man das generalisieren wollte, was Milch ist, so müßte man sagen: Die Lebewesen eines jeden Planetensystems haben ihre eigene Milch.|145|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn man nun das Erlebnis sozusagen der Milchnahrung nimmt, so zeigt sich die Milchnahrung vor dem Blick, vor dem Erlebnis des Okkultisten so, daß sie für den Menschenleib — wir wollen bei dem Menschen bleiben — dasjenige bedeutet, was ihn sozusagen an die Erde, an unseren Planeten fesselt, was ihn zusammenbringt mit dem Menschengeschlecht auf der Erde als zu einer gemeinsamen Gattung mit diesem Menschengeschlecht gehörig. Daß die Menschen ein Ganzes ausmachen auch in bezug auf das physische Hüllensystem, das wird mit befördert dadurch, daß Lebendiges Nahrung für Lebendiges im tierischen Sinn bereitet. Und man kann sagen: Alles das, was durch die Milchnahrung dem menschlichen Organismus zugeführt wird, das bereitet ihn dazu, ein menschliches Erdengeschöpf zu sein, bringt ihn zusammen mit den Verhältnissen der Erde, aber es fesselt ihn nicht eigentlich an die Erde. Es macht ihn zum Erdenbürger und hindert ihn nicht, ein Bürger des ganzen Sonnensystems zu sein.|145|28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Blut und Milch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun, sehen Sie, gibt es im menschlichen Organismus zwei Prozesse&lt;br /&gt;
— es gibt sie auch im Tierischen, aber das kann uns jetzt weniger&lt;br /&gt;
interessieren —, die sich in gewissem Sinne, wenn wir sie ausgerüstet&lt;br /&gt;
mit den Ideen, die wir jetzt gewonnen haben, betrachten,&lt;br /&gt;
als entgegengesetzte Prozesse darstellen. Diese beiden entgegengesetzten&lt;br /&gt;
Prozesse sind nicht ganz — ich betone das ausdrücklich und&lt;br /&gt;
bitte das zu beachten, damit dies, was ich jetzt ausführe, nicht mißverstanden&lt;br /&gt;
werden könne —, aber bis zu einem hohen Grade polarische&lt;br /&gt;
Prozesse. Und diese Prozesse sind: die Blutbildung und die&lt;br /&gt;
Milchbildung, wie sie im menschlichen Organismus auftreten. Blutbildung&lt;br /&gt;
und Milchbildung — schon äußerlich unterscheiden sich die&lt;br /&gt;
Blut- und Milchbildung in ganz wesentlicher Weise. Die Blutbildung&lt;br /&gt;
ist, ich möchte sagen, sehr stark in die verborgene Seite des&lt;br /&gt;
menschlichen Organismus zurückverlegt. Die Milchbildung ist&lt;br /&gt;
etwas, was zuletzt mehr nach der Oberfläche tendiert. Aber der&lt;br /&gt;
wesentlichste Unterschied zwischen der Blutbildung und der Milchbildung&lt;br /&gt;
ist doch der, daß die Blutbildung sehr stark die Fähigkeit&lt;br /&gt;
in sich trägt, selbst Bildungskräfte zu bilden, wenn wir den Menschen&lt;br /&gt;
selbst betrachten. Das Blut ist ja dasjenige, dem wir bildende&lt;br /&gt;
Kräfte zuschreiben müssen im ganzen Haushalt des menschlichen&lt;br /&gt;
Organismus, wenn wir den philiströsen Ausdruck gebrauchen dürfen.&lt;br /&gt;
Das Blut hat also in einer gewissen Beziehung noch die Bildungskräfte,&lt;br /&gt;
die wir hier in dem niederen Organismus wahrnehmen;&lt;br /&gt;
die hat das Blut in sich [...] Das Blut hat sich in hohem&lt;br /&gt;
Grade die innere Bildungsfähigkeit bewahrt. Diese innere Bildungsfähigkeit,&lt;br /&gt;
sie ist ja, wie Sie aus den Tatsachen des Lebens wissen,&lt;br /&gt;
auch in einem gewissen Sinne bei der Milch vorhanden. Denn wäre&lt;br /&gt;
sie bei der Milch nicht vorhanden, so würden wir nicht die Milch&lt;br /&gt;
gerade als gesundes Nahrungsmittel den Säuglingen geben können.&lt;br /&gt;
Dasjenige, was die Säuglinge brauchen, ist die Milch. Es ist in ihr eine&lt;br /&gt;
ähnliche Bildefähigkeit wie im Blute. So daß also mit Bezug auf die&lt;br /&gt;
Bildefähigkeit eine gewisse Ähnlichkeit besteht zwischen dem Blute&lt;br /&gt;
und der Milch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber ein sehr beträchtlicher Unterschied. Die Milch, sie&lt;br /&gt;
hat diese Bildefähigkeit. Sie hat aber etwas nicht, was das Blut zu&lt;br /&gt;
seinem Bestände im höchsten Maße braucht, wenigstens hat sie das&lt;br /&gt;
nur in sehr geringem Maße, in verschwindend geringem Maße:&lt;br /&gt;
Eisen, das einzige Metall im Grunde genommen im menschlichen&lt;br /&gt;
Organismus, das in seinen Verbindungen im Menschen, im menschlichen&lt;br /&gt;
Organismus selbst ordentliche Kristallisationsfähigkeit zeigt.&lt;br /&gt;
Also wenn die Milch auch andere Metalle in geringen Mengen hat,&lt;br /&gt;
so ist der Unterschied jedenfalls da, daß das Blut zu seinem Bestände&lt;br /&gt;
das Eisen braucht, ein ausgesprochenes Metall. Die Milch,&lt;br /&gt;
die die Bildungsfähigkeit auch hat, braucht dieses Eisen nicht. Nun&lt;br /&gt;
entsteht die Frage: Warum braucht das Blut das Eisen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eigentlich eine Kardinalfrage der ganzen medizinischen&lt;br /&gt;
Wissenschaft. Das Blut braucht das Eisen nämlich. Wir werden die&lt;br /&gt;
Materialien schon herbeitragen zu diesen Tatsachen, die ich heute&lt;br /&gt;
hingeworfen habe; ich will zunächst erhärten, wie das Blut diejenige&lt;br /&gt;
Substanz im menschlichen Organismus ist, die einfach durch ihre&lt;br /&gt;
eigene Wesenheit krank ist und fortwährend durch das Eisen geheilt&lt;br /&gt;
werden muß. Das ist bei der Milch nicht der Fall. Ware die Milch&lt;br /&gt;
in demselben Sinne krank wie das Blut, so würde die Milch in solcher&lt;br /&gt;
Art, wie es geschieht, nicht ein Bildemittel sein können für&lt;br /&gt;
den Menschen selber, ein äußerlich ihm zugefügtes Bildemittel sein&lt;br /&gt;
können.&amp;quot; {{Lit|{{G|312|71f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Luft strömt heute in uns aus und ein und wandelt das&lt;br /&gt;
verbrauchte Blut in brauchbares um. Ist das immer so gewesen?&lt;br /&gt;
Nein. Es gab eine Zeit, da war das, was heute unsere Blutwärme&lt;br /&gt;
ist, noch nicht in uns, sondern strömte so aus und ein in unseren&lt;br /&gt;
Organismus wie heute die Luft. Wie heute die Luftgeister&lt;br /&gt;
uns durchfluten, so waren es damals die Feuergeister. Wärme&lt;br /&gt;
atmete da der Mensch aus und ein. Und wie unter dem Einflusse &lt;br /&gt;
der Luftgeister sich das rote Blut bilden konnte, so durchströmte&lt;br /&gt;
damals, als die Feuergeister in unserem Organismus arbeiteten,&lt;br /&gt;
ein anderer Stoff als Lebenssaft alle Wesen: die Milch. Das,&lt;br /&gt;
was heute als Milch in allen Wesen fließt, die ihre Jungen säugen,&lt;br /&gt;
ist ein Überrest aus jener Zeit. Nur werden heute die Funktionen&lt;br /&gt;
im menschlichen Leibe, die mit der Milch zusammenhängen,&lt;br /&gt;
von anderen Geistern geleitet.&amp;quot; {{Lit|{{G|266a|216f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Bedeutung der Milch für die Entwicklung des Kindes ==&lt;br /&gt;
[[File:Lamm_Kamerunschaf_Tierpark_Bretten_2011.JPG|thumb|300px|Trinkendes Lamm ([[wikipedia:Kamerunschaf|Kamerunschaf)]]]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Der Mensch kommt niemals&lt;br /&gt;
wieder in die Lage, so stark nach einem Modell etwas Selbständiges&lt;br /&gt;
auszuarbeiten, wie in den ersten sieben Lebensjahren. Da muß er alles,&lt;br /&gt;
was er aufnimmt, so verarbeiten in seinem Ich und astralischen Leib,&lt;br /&gt;
daß es dem Modell nachgebildet werden kann. Daher muß man dem&lt;br /&gt;
entgegenkommen, und die Welt hat es so eingerichtet, indem die Milch&lt;br /&gt;
möglichst weit bis an die Ätherbildung herantreten kann. Sie ist eine&lt;br /&gt;
Substantialität, die eigentlich noch einen Ätherleib hat, und weil die&lt;br /&gt;
Substanz, wenn sie von dem Kinde aufgenommen wird, bis zum Ätherischen&lt;br /&gt;
hinauf noch organisierend wirkt, da kann der Astralleib die&lt;br /&gt;
Milch gleich abfangen, da kann die innige Berührung entstehen zwisehen&lt;br /&gt;
dem, was aufgenommen wird und dem, was Astralisches und&lt;br /&gt;
Ich-Organisation ist. Daher ist eine ganz innige intime Beziehung&lt;br /&gt;
zwischen den äußeren Nahrungsmitteln und der innerlich geistigseelischen&lt;br /&gt;
Organisation beim Kinde vorhanden. Und sehen Sie, jetzt&lt;br /&gt;
müssen Sie als Mediziner es dahin bringen, das alles, was ich jetzt&lt;br /&gt;
gesagt habe, dieses Merkwürdige zu verarbeiten. Man sieht es ja an der&lt;br /&gt;
ganzen Art, wie das Kind die Milch trinkt, sieht, wie sein astralischer&lt;br /&gt;
Leib und sein Ich die Milch abfangen. Es ist das wirklich zu sehen.&amp;quot; {{Lit|{{G|316|150f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Milch und Gliedmaßensystem ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Bedenken wir das, was wir uns eben angeeignet haben:&lt;br /&gt;
daß der Mensch eintritt in die Welt mit schlafendem Geiste, mit träumender&lt;br /&gt;
Seele in bezug auf den Kopf; daß wir also eigentlich nötig haben,&lt;br /&gt;
schon von ganz früh ab, von der Geburt ab, den Menschen durch&lt;br /&gt;
den Willen zu erziehen, weil wir, wenn wir nicht durch den Willen auf&lt;br /&gt;
ihn wirken könnten, wir an seinen schlafenden Kopfgeist gar nicht&lt;br /&gt;
herankommen könnten. Wir würden aber eine große Lücke in der&lt;br /&gt;
menschlichen Entwickelung schaffen, wenn wir nicht an seinen Kopfgeist&lt;br /&gt;
irgendwie herankommen könnten. Der Mensch würde geboren&lt;br /&gt;
werden, sein Kopfgeist wäre schlafend. Wir können noch nicht das&lt;br /&gt;
Kind mit den zappelnden Beinen veranlassen, etwa zu turnen oder&lt;br /&gt;
Eurythmie zu treiben. Das geht nicht. Wir können ihm auch noch&lt;br /&gt;
nicht gut, wenn es erst mit den Beinen zappelt und höchstens mit dem&lt;br /&gt;
Munde etwas brüllt, eine musikalische Erziehung angedeihen lassen. Mit&lt;br /&gt;
der Kunst können wir auch noch nicht heran. Wir finden noch nicht&lt;br /&gt;
eine deutlich ausgesprochene Brücke von dem Willen zu dem schlafenden&lt;br /&gt;
Geiste des Kindes hin. Später, wenn wir irgendwie herankommen&lt;br /&gt;
an den Willen des Kindes, dann können wir auf den schlafenden Geist&lt;br /&gt;
wirken, wenn wir nur ihm die ersten Worte vorsprechen können, denn&lt;br /&gt;
da ist schon ein Angriff auf den Willen da. Dann setzt sich dasjenige,&lt;br /&gt;
was wir durch die ersten Worte in den Stimmorganen loslösen, schon&lt;br /&gt;
als Willensbetätigung in den schlafenden Kopfgeist hinein fort und beginnt&lt;br /&gt;
ihn aufzuwecken. Aber in der allerersten Zeit haben wir gar keine&lt;br /&gt;
rechte Brücke zunächst. Es geht nicht ein Strom hinüber von den Gliedmaßen,&lt;br /&gt;
in denen der Wille wach ist, der Geist wach ist, zum schlafenden&lt;br /&gt;
Geist des Kopfes. Da braucht es einen anderen Vermittler noch.&lt;br /&gt;
Da können wir als menschliche Erzieher in der ersten Zeit des Menschen&lt;br /&gt;
nicht viele Mittel schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da tritt etwas auf, was auch Genius ist, was auch Geist ist außerhalb&lt;br /&gt;
unser. Die Sprache enthält ihren Genius, aber wir können in den&lt;br /&gt;
allerersten Zeiten der kindlichen Entwickelung noch gar nicht an den&lt;br /&gt;
Sprachgeist appellieren. Aber es enthält die Natur selber ihren Genius,&lt;br /&gt;
ihren Geist. Hätte sie ihn nicht, müßten wir Menschen durch die Lücke,&lt;br /&gt;
die in unserer Entwickelung geschaffen wird erzieherisch in den allerersten&lt;br /&gt;
Kinderzeiten, wir müßten verkümmern. Da schafft der Genius&lt;br /&gt;
der Natur etwas, was diese Brücke bilden kann. Er läßt aus der Gliedmaßenentwickelung&lt;br /&gt;
heraus, aus dem Gliedmaßenmenschen heraus eine&lt;br /&gt;
Substanz entstehen, welche, weil sie auch mit dem Gliedmaßenmenschen&lt;br /&gt;
in ihrer Entwickelung verbunden ist, etwas von diesem Gliedmaßenmenschen&lt;br /&gt;
in sich hat - das ist die Milch. Die Milch entsteht ja&lt;br /&gt;
im weiblichen Menschen zusammenhängend mit den oberen Gliedmaßen,&lt;br /&gt;
mit den Armen. Die milcherzeugenden Organe sind gleichsam&lt;br /&gt;
dasjenige, was sich nach innen von den Gliedmaßen aus fortsetzt. Die&lt;br /&gt;
Milch ist im Tier- und Menschenreich die einzige Substanz, welche&lt;br /&gt;
innere Verwandtschaft hat mit der Gliedmaßenwesenheit, welche gewissermaßen&lt;br /&gt;
aus der Gliedmaßenwesenheit heraus geboren ist, welche&lt;br /&gt;
daher auch die Kraft der Gliedmaßenwesenheit in sich noch enthält.&lt;br /&gt;
Und indem wir dem Kinde die Milch geben, wirkt die Milch als die&lt;br /&gt;
einzige Substanz, wenigstens im wesentlichen, weckend auf den schlafenden&lt;br /&gt;
Geist. Das ist, meine lieben Freunde, der Geist, der in aller&lt;br /&gt;
Materie ist, der sich äußert da, wo er sich äußern soll. Die Milch trägt&lt;br /&gt;
ihren Geist in sich, und dieser Geist hat die Aufgabe, den schlafenden&lt;br /&gt;
Kindesgeist zu wecken. Es ist kein bloßes Bild, sondern es ist eine tiefbegründete&lt;br /&gt;
naturwissenschaftliche Tatsache, daß der in der Natur&lt;br /&gt;
sitzende Genius, der aus dem geheimnisvollen Untergrund der Natur&lt;br /&gt;
heraus die Substanz Milch entstehen läßt, der Wecker des schlafenden&lt;br /&gt;
Menschengeistes im Kinde ist.&amp;quot; {{Lit|{{G|293|164f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Milch und [[alter Mond]] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Dasjenige, was im heutigen Erdenzustand&lt;br /&gt;
der Mensch hat durch den mütterlichen Leib, das hatte er durch die&lt;br /&gt;
Luft, durch die Umgebung während des früheren Zustandes. Da war&lt;br /&gt;
einfach dasjenige, was der Mensch das ganze Leben hindurch um sich&lt;br /&gt;
hatte, milchartig. Heute ist unsere äußere Luft so, daß sie Sauerstoff &lt;br /&gt;
und Stickstoff enthält und verhältnismäßig nur wenig Kohlenstoff und &lt;br /&gt;
Wasserstoff, und vor allen Dingen sehr, sehr wenig Schwefel. Die sind&lt;br /&gt;
weggegangen. Wie noch dieser Zustand da war (Mondenzustand), da&lt;br /&gt;
war es anders; da war in der Umgebung nicht bloß eine Luft, die aus&lt;br /&gt;
Sauerstoff und Stickstoff bestand, sondern dawaren noch dabei Wasserstoff&lt;br /&gt;
und Kohlenstoff und Schwefel. Das gab aber einen Milchbrei&lt;br /&gt;
um den Mond herum, um diesen alten Mond, einen ganz dünnen Milchbrei,&lt;br /&gt;
in dem gelebt wurde. Aber in einem dünnen Milchbrei lebt der&lt;br /&gt;
Mensch auch heute noch, wenn er ungeboren ist! Denn nachher erst&lt;br /&gt;
geht, wenn der Mensch geboren ist, die Milch in die Brust herein; vorher&lt;br /&gt;
geht sie in dem weiblichen Körper in diejenigen Teile hinein, wo&lt;br /&gt;
der Menschenkeim liegt. Und das ist das Eigentümliche, daß diejenigen&lt;br /&gt;
Vorgänge, die im mütterlichen Organismus vor der Geburt nach der&lt;br /&gt;
Gebärmutter hingehen, nachher weiter herauf in die Brüste gehen. Und&lt;br /&gt;
so haben wir heute noch beim Menschen den Mondzustand erhalten,&lt;br /&gt;
bevor er geboren wird, und den eigentlichen Erdenzustand von dem&lt;br /&gt;
Moment an, wo der Mensch geboren wird, wo nur noch das Mondenhafte&lt;br /&gt;
in der Milchernährung etwas nachdämmert.&amp;quot; {{Lit|{{G|354|24f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Milch und Heilkräfte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausschließliche Milchnahrung dient gewissen orientalischen Heilern zur Erlangung von Heilkräften, denn die Milch wird vornehmlich durch den [[Ätherleib]] gebildet; der [[Astralleib]] ist daran nur marginal beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Aber die Milch ist ein Produkt, an dem im Tiere bei der Erzeugung vorzugsweise der Ätherleib beteiligt ist. Der Astralleib ist zum geringsten Teile daran beteiligt. Der Mensch kann ja in den ersten Zeiten seines Lebens als Säugling nur von Milch leben. Da ist alles darinnen, was er braucht. Bei der Bereitung der Milch kommt der astralische Leib nur in seiner Grenze in Betracht. Wenn man in höherem Alter hauptsächlich Milch, womöglich ausschließlich Milch genießt, so erzielt man damit eine ganz besondere Wirkung. Weil der Mensch dann nichts aufnimmt, was schon äußerlich bearbeitet ist und was seinen Astralleib beeinflussen kann, und weil er auf der anderen Seite in der Milch etwas aufnimmt, was schon vorbereitet ist, so ist er imstande, besondere Kräfte seines Ätherleibes, die heilende Wirkungen auf die Mitmenschen ausüben können, in sich zu entwickeln. Heiler, die heilend auf ihre Mitmenschen einwirken wollen, haben ein besonderes Hilfsmittel in ausschließlichem Milchgenuß.&amp;quot; {{Lit|{{G|57|182f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Milch und Pflanzenkost rufen okkulte Heilkräfte wach, deshalb muß ein Arzt der Zukunft sich so nähren, das heißt von allem, was der Sonne zustrebt.&amp;quot; {{Lit|{{G|97|175}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es gibt eine gewisse Pflege der Heilkunde bei orientalischen Völkerschaften, die so betrieben wird, daß die betreffenden Ärzte vor allen Dingen auf die Ernährung ihres eigenen physischen Körpers das größte Gewicht legen. Da wo das alte spirituelle Leben noch besteht, gibt es Menschen, die in der alten Weise Heiler geworden sind dadurch, daß sie sich ausschließlich von Milch nähren. Sie sind sich klar darüber, daß, weil sie alles andere ausschließen, sie in sich dann physisch heilende Kräfte gewinnen, besonders zur Heilung von sogenannten Geisteskrankheiten. Sie haben ihre besonderen Verrichtungen. Sie wissen ganz genau, wenn sie bloß Milch genießen, daß sie dann bestimmte Kräfte entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollen uns klarmachen, auf welcher Intuition das beruht. Diese tiefe Intuition können wir in folgender Weise verstehen. Wir wissen von einem bestimmten Hergang in der menschlichen Entwickelung. In der Mitte der lemurischen Zeit spaltete sich das ursprünglich Menschliche in ein aufsteigendes Menschliches und ein Tierisches. Damit war verknüpft, daß die Kräfte, die die Erde hatte, als sie noch mit dem Monde vereint war, sich auch gespalten und ein Teil derselben mit dem Monde sich von der Erde getrennt haben.&lt;br /&gt;
Denken wir uns die Zeit, in der die Erde noch mit dem Monde vereint war. Da stand der Mensch auf einer ganz anderen Entwickelungsstufe. Er hatte damals schon das warme Blut, war aber noch nicht in zwei Geschlechter gespalten. Mit der Abtrennung des Mondes hat man die Spaltung in zwei Geschlechter zu beobachten, so daß, wenn Sie heute nach dem Monde hinaufblicken. Sie sagen können: Daß du herausgegangen bist aus der Erde, hat bewirkt, daß sich die menschliche Produktionskraft in zwei Teile gespalten hat. - Es gab auch eine Zeit auf der Erde, in der die Menschheit unmittelbar verknüpft war mit dem Tierischen, eingesenkt in das Tierische und sich auch von dem Tierischen ernährte. Diese Art der Ernährung wird schwer verstanden werden von dem, der nicht hellseherische Kräfte hat. Eine Vorstellung davon können wir uns aber bilden, wenn wir die regelmäßige Ernährungsweise der Säugetiere betrachten, die durch ihre eigene Milch ihre Jungen ernähren. Mit der Spaltung der Produktionskraft trat auch diese Art der Ernährung auf. Früher konnten die Menschen den Nahrungsstoff aus der unmittelbaren Umgebung aufnehmen, so wie heute die Lunge die Luft aufnimmt. Der Mensch war damals durch Saugfäden verbunden mit der ganzen ihn umgebenden Natur, so ähnlich wie heute der menschliche Embryo im Leibe der Mutter ernährt wird. Das war die alte Ernährungsform auf der Erde. Ein Rest davon ist das heutige Säugen der Säugetiere, und die Milch ist wie die Nahrung, die der Mensch in der vorlemurischen Zeit genoß, sie ist die alte Götternahrung, die erste Form der Nahrung auf der Erde. Damals war eben die Natur der Erde so, daß diese Nahrung überall herausgesogen werden konnte. So ist die Milch ein Produkt aus der ersten menschlichen Ernährungsform. Als der Mensch im Physischen noch näher dem Göttlichen war, da sog er die Milch aus der Umgebung heraus. Die Okkultisten wissen, wie die Menschen zusammenhängen mit der Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Milchgenuß ist eine uralte umgewandelte Ernährungsform. Die erste Nahrung war für den Menschen immer die Milch. In dem Ausspruch: Die Milch der frommen Denkungsart - ist diese mit Absicht so genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fragen, was hat das ursprünglich bewirkt, daß die Milch so, wie das damals war, aus der Umgebung herausgesogen wurde? Die Mondkräfte in der Erde haben das möglich gemacht; sie waren wie ein allgemeines Blut der ganzen Erde. Aber als der Mond heraustrat, konnten die Mondkräfte nur noch konzentriert werden auf besondere Organe in den Lebewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Okkultist nennt die Milch: die Mondnahrung. Mondsöhne sind diejenigen, die sich von Milch nähren. Der Mond hat die Milch gereift. Es hat sich bewahrheitet, daß die orientalischen Heiler, die nur von Milch leben, die Urkräfte wieder aufnehmen, die auf der Erde waren, als die Milch noch in Strömen auf der Erde floß. Sie sagten sich: Das sind die Kräfte, die den Menschen ins Dasein riefen. Diese hervorbringenden Kräfte müssen auch gesundheitsbringend sein, also eignen wir uns die Macht an, Gesundheit zu fördern, wenn wir nur Milch genießen und alles andere ausschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versetzen wir uns in die vorlemurische Zeit. Da herrschte also der Zustand, daß die Milch äußerlich aus der Umgebung gesogen wurde. Dann kam ein Zustand, da die Milch allgemeine Menschennahrung wurde, und dann der Zustand, da die Muttermilch genossen wurde. Vor der Zeit, in der die Milch allgemein aus der Natur gesogen wurde, da gab es eine Zeit, in der die Sonne noch mit der Erde verbunden war. Da bestand eine Sonnennahrung. Ebenso wie die Milch vom Monde zurückgeblieben ist, sind auch Produkte zurückgeblieben, die von der Sonne gereift sind. Alles was von der Sonne durchscheint wird, Blüten und Früchte der Pflanzen, gehören zur Sonne. Sie waren früher dem Mittelpunkt der mit der Sonne verbundenen Erde zugeneigt. Sie steckten in der Sonne mit den Blüten. Als sich die Erde von der Sonne trennte, blieben die Pflanzen bei ihrem alten Charakter: sie wendeten ihre Blüten nun wieder der Sonne zu. Der Mensch ist die umgekehrte Pflanze. Was an der Pflanze oberhalb der Erde wächst, verhält sich ebenso zur Sonne wie die Milch zum Monde, ist also Sonnennahrung. Es trat an die Stelle der bloßen Milchnahrung allmählich eine Art von Pflanzennahrung, und zwar von den oberen Teilen der Pflanze. Das war die zweite Art der menschlichen Ernährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So standen sich, als die lemurische Zeit zu Ende ging, zwei Geschlechter gegenüber: Ein Geschlecht, die eigentlichen Mondsöhne, welche Tiere züchteten und sich nährten von dem, was die Tiere gaben, von der Milch der Tiere; und ein zweites Geschlecht, das sich von Pflanzen nährte, von dem, was der Boden hergab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Tatsache wurde dargestellt in der Geschichte von Kain und Abel. Abel ist ein Hirte, Kain ein Ackerbauer; Abel [repräsentiert] das Mond- und Kain das Sonnengeschlecht. Diese Allegorie ist etwas ganz Großartiges. Die Geheimlehre deutet das in etwas versteckter Weise an. Jenes göttliche Wesen, welches den Menschen die Möglichkeit gegeben hat, ein Mondenwesen zu sein, sich aus der umgewandelten Mondnahrung zu ernähren, nannte das jüdische Volk Jehova. Er war die nährende Naturkraft: die fließt dem Abel zu, er nimmt sie aus seinen Herden. Und es war ein Abfall von Jehova, als man zu der Sonnennahrung überging. Darum mochte Jehova das Opfer des Kain nicht, weil es das Opfer einer Sonnennahrung war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir zurückgehen in die ältesten Zeiten, so haben wir überhaupt keine andere Nahrung als die Milch, diejenige Nahrung, die der Mensch von den lebendigen Tieren gewinnt. Das ist die ursprüngliche Nahrung wie noch jetzt in den ersten Wochen, und der morgenländische Heiler bezieht den Spruch: «Wenn ihr nicht werdet wie die Kindlein, könnt ihr nicht in die Himmelreiche kommen», auf diese Ernährungsweise. Alle diese Dinge haben ihre Bedeutung.&amp;quot; {{Lit|{{G|93a|117ff}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Milch und [[Pflanze]]n ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wohlgefühl, das die Kuh empfindet, wenn sie das Kalb säugt, ist vergleichbar dem Wohlgefühl, das die ganze Erde empfindet, wenn man eine Blüte oder andere oberirdische [[Pflanze]]nteile abschneidet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nun verhält sich das, was über der Erde ist an Pflanzen,&lt;br /&gt;
zu der Erde ungefähr so, wie sich die Milch zum Menschen&lt;br /&gt;
und zum Tier verhält. Wenn am Tiere, an der Kuh das Kalb saugt,&lt;br /&gt;
so bedeutet das für die Kuh ein gewisses Wohlgefühl. Dieses selbe&lt;br /&gt;
Gefühl hat die ganze Erde, wenn Sie eine Blüte oder Pflanze abschneiden.&lt;br /&gt;
Denn das, was die Erde der Sonne zuschickt, was sie&lt;br /&gt;
heraustreibt, ist in anderer Form dasselbe, was in der Milch lebt.&lt;br /&gt;
Reißen Sie aber eine Pflanze mit der Wurzel heraus, so ist das genau&lt;br /&gt;
so, wie wenn Sie ein Glied des Menschen herausreißen oder ihn ins&lt;br /&gt;
Fleisch schneiden. Das ist etwas ganz anderes, was unsere Erde&lt;br /&gt;
empfindet, wenn man eine Pflanze, die noch fest in der Erde wurzelt,&lt;br /&gt;
abschneidet - da empfindet die Erde ein Wohlgefühl -, und&lt;br /&gt;
etwas ganz anderes, wenn man eine Pflanze mit der Wurzel herausreißt. Nicht moralisch sollen Sie das beurteilen, sondern so, wie die&lt;br /&gt;
Tatsachen liegen; und so liegen sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun versuchen Sie, solch eine Wahrheit nicht bloß zu denken,&lt;br /&gt;
sondern zu empfinden! Sehen Sie, man empfindet sie so: Wenn man&lt;br /&gt;
im Herbst draußen geht und sieht den Landmann mit der Sense das&lt;br /&gt;
Getreide wegmähen, so empfindet einer, der weiß, um was es sich&lt;br /&gt;
handelt im astralischen Leib der Erde, mit dem Wegmähen des&lt;br /&gt;
Getreides etwas wie über die Erde hinziehende Gefühle wie von&lt;br /&gt;
Wollust, von Freude, von Lust. In der Tat ist es für die ganze Erde&lt;br /&gt;
ein Gefühl von Freude, wenn der Schnitter das Getreide bei der&lt;br /&gt;
Ernte wegschneidet.&amp;quot; {{Lit|{{G|98|119f}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ernährungskundliche Aspekte - Homogenisierung der Milch ==&lt;br /&gt;
Inwieweit [[Wikipedia:Homogenisierung|homogenisierte]] Milch gesundheitsschädliche Wirkungen hat, ist umstritten. Mittels der Homogenisierung werden die Fetttröpfchen in der Milch zerschlagen. Dies hat die Folge, daß das Milchfett dann die Darmscheidewand durchdringen kann und direkt ins Blut übergehen kann&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.zentrum-der-gesundheit.de/argumente-gegen-milch-ia.html Argument Nr. 2: Die homogenisierte Milch&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Milch mit Bio-Zertifikat kann homogenisiert sein. Milch mit [[Demeter_(Marke)|Demeter]]-Zertifikat darf nicht homogenisiert sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://demeter.de/Verbraucher/Produkte/Warenkunde/warenkunde-demeter-milch Warenkunde: Milch (Demeter)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem 1.1.2008 gibt es keine Kennzeichnungspflicht für homogenisierte Milch mehr.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ak-ernaehrung.de/content/publikationen/milch/neue-milch-vo/info5-08neuemilchvo.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies gilt auch für Produkte wie Sahne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
*{{WikipediaDE|Vorzugsmilch}}&lt;br /&gt;
*{{WikipediaDE|Rohmilchkäse}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
[http://www.biog.lu/files/naturata_info_lait_de_internet.pdf Milch, das weiße Gold? (naturata info), von Petra Kühne]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wo und wie findet man den Geist?&#039;&#039;, [[GA 57]] (1984), ISBN 3-7274-0570-8 {{Vorträge|057}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Grundelemente der Esoterik&#039;&#039;, [[GA 93a]] (1987), ISBN 3-7274-0935-5 {{Vorträge|093a}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das christliche Mysterium&#039;&#039;, [[GA 97]] (1998), ISBN 3-7274-0970-3 {{Vorträge|097}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Natur- und Geistwesen – ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt&#039;&#039;, [[GA 98]] (1996), ISBN 3-7274-0980-0 {{Vorträge|098}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen (physischer Leib, Ätherleib, Astralleib) und sein Selbst?&#039;&#039;, [[GA 145]] (2005), ISBN 3-7274-1450-2 {{Vorträge|145}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909&#039;&#039;, [[GA 266/1]] (1995), ISBN 3-7274-2661-6 {{Schule|266}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik&#039;&#039;, [[GA 293]] (1992), ISBN 3-7274-2930-5 {{Vorträge|293}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaft und Medizin&#039;&#039;, [[GA 312]] (1999), ISBN 3-7274-3120-2 {{Vorträge|312}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Meditative Betrachtungen und Anleitungen zur Vertiefung der Heikunst&#039;&#039;, [[GA 316]] (2003), ISBN 3-7274-3160-1 {{Vorträge|316}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Erdenleben und Sternenwirken&#039;&#039;, [[GA 354]] (2000), ISBN 3-7274-3540-2 {{Vorträge|354}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Milchprodukte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getränke]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Milch|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Anthroposophische_Medizin&amp;diff=623213</id>
		<title>Anthroposophische Medizin</title>
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		<updated>2025-07-10T10:29:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Einzelnachweise */ Korrektur&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Steiner_original.jpg|thumb|[[Rudolf Steiner]] (1861-1925)]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Ita_Wegman.jpg|thumb|[[Ita Wegman]] (1876-1943)]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;anthroposophische Medizin&#039;&#039;&#039; oder genauer als &#039;&#039;&#039;anthroposophisch erweiterte Medizin&#039;&#039;&#039; versteht sich als [[integrative Medizin]], die [[Schulmedizin|konventionelle]] und [[Alternative Medizin|alternative]] Heilverfahren zum Wohl des Patienten sinnvoll miteinander kombiniert. In der [[Anthroposophie]] wird die herkömmliche Schulmedizin als &#039;&#039;eingeschränkt&#039;&#039; und &#039;&#039;materiell-technisch&#039;&#039;, zugleich aber auch als fundierte [[Naturwissenschaft|naturwissenschaftliche]] Grundlage begriffen, die jedoch um bestimmte [[Geisteswissenschaft|geisteswissenschaftliche]] Erkenntnisse zu ergänzen sei. &#039;&#039;„Sie fügt zu der Erkenntnis des physischen Menschen, die allein durch die naturwissenschaftlichen Methoden der Gegenwart gewonnen werden kann, diejenige vom geistigen Menschen.“&#039;&#039; {{Lit|{{G|27|8}}}}  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die theoretisch-methodischen Grundlagen entwickelte [[Rudolf Steiner]] 1920–1924 in zahlreichen [[Rudolf Steiner, Vorträge über Medizin|Vorträgen für Ärzte und Medizinstudenten]] (Bände [[GA 312|312]]–[[GA 319|319]] der [[Rudolf Steiner Gesamtausgabe|Gesamtausgabe]]) sowie in dem 1925 mit der Ärztin [[Ita Wegman]] (1876–1943) herausgegebenen Buch &#039;&#039;[[Grundlegendes zu einer Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen]]&#039;&#039;. Die anthroposophisch erweiterte Medizin stützt sich zur Erforschung der physischen, lebendigen, seelischen und der geistigen Phänomene sowohl auf die Prinzipien der Naturwissenschaft als auch auf die anthroposophische Geisteswissenschaft, wie sie von Rudolf Steiner begründet worden ist. Auf diese Weise ergibt sich eine Erweiterung der ärztlichen Kunst, die das Verhältnis von [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]] des [[Mensch]]en in seiner Beziehung zu den [[Substanz]]en und [[Bildekräfte|Kräften]] in der [[Natur]] und im [[Kosmos]] – jeweils in seiner [[individuell]]en [[Schicksal]]ssituation – diagnostisch verstehen und therapeutisch handhaben möchte. In der Schweiz können Träger eines Facharzttitels nach einer mindestens zweijährigen Zusatzausbildung den von der [[Wikipedia:Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte|Schweizerischen Ärztegesellschaft FMH]] vergebenen Fähigkeitsausweis „Arzt/Ärztin für anthroposophisch erweiterte Medizin“ erlangen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung: &#039;&#039;[http://www.fmh.ch/files/pdf7/fa_anthroposophie_d.pdf Arzt/Ärztin für anthroposophisch erweiterte Medizin] (PDF; 59&amp;amp;nbsp;kB)&#039;&#039; 28. September 2006, abgerufen am 13. August 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Medizin kann nur als geistige Wissenschaft bestehen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft&lt;br /&gt;
ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches&lt;br /&gt;
nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die&lt;br /&gt;
es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen&lt;br /&gt;
Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es&lt;br /&gt;
Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches&lt;br /&gt;
Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt&lt;br /&gt;
in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und&lt;br /&gt;
das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen&lt;br /&gt;
darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den&lt;br /&gt;
Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses&lt;br /&gt;
Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet&lt;br /&gt;
werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen&lt;br /&gt;
dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge&lt;br /&gt;
ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes;&lt;br /&gt;
ich streichle dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es&lt;br /&gt;
abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den&lt;br /&gt;
Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige&lt;br /&gt;
Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als&lt;br /&gt;
geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft&lt;br /&gt;
wiedererkennen.|178|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anthroposophisch-medizinische Lehre ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krankheit und Karma.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/thementexte/krankheit-und-karma}}]]&lt;br /&gt;
Wichtig für die menschliche [[Gesundheit]] ist gemäß der anthroposophisch-medizinischen Lehre die Berücksichtigung der vielfältigen Zusammenhänge zwischen dem einzelnen Menschen, seinem Wesen und seiner [[Umwelt]]. Die Behandlung einer [[Krankheit]] setzt dabei eine möglichst [[ganzheit]]liche Betrachtung ihrer Ursachen voraus. Die Wahl einer bestimmten [[Therapie]] wird in dieser Medizinrichtung also nicht nur durch die reine [[Diagnose]] bestimmt, sondern auch durch Krankheitsverlauf, bisherigen Lebenslauf, soziales Umfeld und die Persönlichkeit des Erkrankten. Auch Fragen nach Sinn und Wesen des Krankseins oder des Sterbens sowie nach dem Ziel des [[Heilung|Heilens]] werden &#039;&#039;ganzheitlich&#039;&#039; zu klären versucht. Zur Gesundung sollen schließlich &#039;&#039;[[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]]&#039;&#039; wieder in ein &#039;&#039;harmonisches Zusammenspiel &#039;&#039; kommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Mensch ist, was er ist, durch [[Physischer Leib|Leib]], [[Ätherleib]], [[Seele]] ([[astralischer Leib]]) und [[Ich]] ([[Geist]]). Er muß als Gesunder aus diesen Gliedern heraus angeschaut; er muß als Kranker in dem gestörten Gleichgewicht dieser Glieder wahrgenommen; es müssen zu seiner Gesundheit Heilmittel gefunden werden, die das gestörte Gleichgewicht wieder herstellen.|27|18f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von zentraler Bedeutung für die Abgrenzung der Anthroposophischen Medizin von der Schulmedizin sind die zusätzliche Ausrichtung an &#039;&#039;seelisch-geistigen Bedürfnissen&#039;&#039; des Menschen sowie die Wahl anderer, zum Teil eigener [[Therapie]]formen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besonderheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Potenzieren (Homöopathie)|potenzierte]] [[Heilmittel]] (ähnlich wie in der [[Homöopathie]], von der Urtinktur bis D 30) &lt;br /&gt;
* sogenannte &amp;quot;Präparate&amp;quot; aus pflanzlichen Stoffen, tierischen Substanzen und Mineralien&lt;br /&gt;
* [[biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamische]] [[Ernährung]]&lt;br /&gt;
* [[Mistel-Therapie]] bei [[Tumor|Krebs]]erkrankungen&lt;br /&gt;
* [[Eurythmie|Heileurythmie]] als Bewegungstherapie&lt;br /&gt;
* weitere Therapieformen wie z.B. die [[Kunsttherapie]] (plastisch-therapeutisches Gestalten, [[Maltherapie]], [[Musiktherapie]] und [[Sprachgestaltung]]) &lt;br /&gt;
* verschiedene [[Wärme]]behandlungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtlicher Status  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophische Medizin ist eine &#039;&#039;&#039;anerkannte&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Besondere Therapieform&#039;&#039; im Sinne des [[Wikipedia:Sozialgesetzbuch|Sozialgesetzbuch]]es. Seit [[Wikipedia:1978|1978]] bekennt sich der deutsche Gesetzgeber im [[Wikipedia:Arzneimittelgesetz|Arzneimittelgesetz]] zum &#039;&#039;Wissenschaftspluralismus der Medizin&#039;&#039;. Darunter werden derzeit die Schulmedizin einerseits und andererseits drei &#039;&#039;Besondere Therapierichtungen&#039;&#039; verstanden:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;anthroposophisch erweiterte Medizin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Homöopathie]]&lt;br /&gt;
* [[Pflanzenheilkunde]] ([[Phytotherapie]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgeübt wird die anthroposophische Medizin von zahlreichen niedergelassenen [[Arzt|Ärzten]] in Praxen und Therapeutika, aber auch von [[w:Heilpraktiker|Heilpraktiker]]n, in einigen Instituten und wenigen [[Krankenhaus|Kliniken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige klinische Einrichtungen == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Deutschland]] gibt es mehrere nach der &#039;&#039;anthroposophisch erweiterten Medizin&#039;&#039; arbeitende Akutkrankenhäuser der Regelversorgung laut Bettenbedarfsplan sowie verschiedene anthroposophisch orientierte Krankenhausunterabteilungen, Fachkliniken und Sanatorien, z. B.:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://static.goetheanum.ch/uploads/cards/Medizinische-Sektion/Anthromed/Anthromed_Kliniknetzwerk.pdf#page=2&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Anthromed Klinik Netzwerk. Deutschland.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AnthroMed Clinic Network.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* das [[Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke]] in [[Wikipedia:Herdecke|Herdecke]], seit 1969&lt;br /&gt;
* das Gemeinschaftskrankenhaus [[Filderklinik]] in [[Wikipedia:Filderstadt|Filderstadt]], seit 1975&lt;br /&gt;
* das [[Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe]] in [[Wikipedia:Berlin|Berlin]], seit 1995&lt;br /&gt;
* das ganzheitliche Krankenhaus Lahnhöhe in Lahnstein, seit 1977&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Schweiz]] gibt es drei anthroposophische Krankenhäuser:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die [[Ita Wegman-Klinik]] in [[Arlesheim]], seit 1921&lt;br /&gt;
* die Lukasklinik für Tumorerkrankungen in [[Arlesheim]], seit 1963&lt;br /&gt;
* das Paracelsus-Spital in Richterswil, seit 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungseinrichtungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschung erfolgt an mehreren, teils den Kliniken (Berlin, Herdecke) angegliederten, teils selbständigen (IFAEMM) Instituten, aber auch in individuellen Arbeiten Einzelner. Im universitären Rahmen gibt es derzeit Forschungen an den komplementärmedizinischen Einrichtungen der Universitätskliniken Freiburg, Witten-Herdecke und Bern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausbildung erfolgt in Deutschland an verschiedenen Seminaren, den anthroposophischen Kliniken und an der [[Universität Witten-Herdecke]] im Rahmen eines Begleitstudiums. Auskünfte über Programme, Termine und Orte erteilt die Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homöopathisch-Anthroposophische Medizin als Ausbildungsmöglichkeit wird auch am Klinikum Heidenheim angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://foerderverein-naturheilweisen.de/forschung-und-ausbildung.html Forschung und Ausbildung.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;foerderverein-naturheilweisen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;section begin=Literatur /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Thomas Külken]]: &#039;&#039;Arbeitsbuch zur allgemeinen Menschenkunde und zur medizinischen Propädeutik Rudolf Steiners. Eine Annäherung an die Anthroposophie und den ersten medizinischen Kurs in vier Teilen.&#039;&#039; ISBN 978-3-96014-646-9 [https://www.menschenkunde-kuelken.de/Arbeitsbuch%20zur%20Allgemeinen%20Menschenkunde%20und%20zur%20Medizinischen%20Prop%C3%A4deutik%20Rudolf%20Steiners.pdf PDF mit Einleitung und Übersicht]&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor = Matthias Girke|Titel = Innere Medizin: Grundlagen und therapeutische Konzepte der Anthroposophischen Medizin|Herausgeber = |Sammelwerk = |Band = |Nummer = |Auflage = 2.|Verlag = salumed|Ort = Berlin|Jahr = 2012|Seiten = 1168|ISBN = 978-3928914291}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Titel=Vademecum Anthroposophische Arzneimittel|Herausgeber=Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland.; Freie Hochschule für Geisteswissenschaft (Dornach). Medizinische Sektion.|Sammelwerk=Der Merkurstab|Verlag=Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland|Jahr=2013|Auflage=3.|Ort=Filderstadt}}&lt;br /&gt;
* Vademecum Anthroposophische Arzneimittel, 2 Bände, Der Merkurstab, 70. Jahrgang 2017 (4. Auflage 2017)&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Herausgeber=Michaela Glöckler|Titel=Anthroposophische Arzneitherapie für Ärzte und Apotheker|Verlag=Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft|Ort=Stuttgart|Jahr=2005|ISBN=3-8047-2102-8}}&lt;br /&gt;
* Matthias Girke/Michaela Glöckler/Georg Soldner (Hrsg.): &#039;&#039;Anthroposophische Medizin. Arzneitherapie für 350 Krankheitsbilder&#039;&#039;, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2020&lt;br /&gt;
* Michaela Glöckler/Jürgen Schürholz/Martin Walker (Hg.): &#039;&#039;Anthroposophische Medizin. Ein Weg zum Patienten - Beiträge aus der Praxis&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 1993&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Volker Fintelmann]]|Titel=Intuitive Medizin: Theorie und Praxis der Anthroposophischen Medizin|Verlag=Hippokrates Verlag|Auflage=6. überarb.|Ort=Stuttgart|Jahr=2016|ISBN=978-3132400795}}&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann: &#039;&#039;Die Wiedergewinnung des Heilens: Wege zu einer christlichen Medizin&#039;&#039;, Info3-Verlag 2017, ISBN 978-3957790521&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann: &#039;&#039;Lehrbuch Phytotherapie&#039;&#039;, 12. Auflage, Verlag Karl F. Haug 2009, ISBN 978-3830454182&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Peter Heusser]]|Titel=Anthroposophische Medizin und Wissenschaft|Verlag=Schattauer|Ort=Stuttgart|Jahr=2011|ISBN=978-3-7945-2807-3}}&lt;br /&gt;
* Peter Heusser, [[Peter Selg]]: &#039;&#039;Das Leib-Seele-Problem: Zur Entwicklung eines geistgemäßen Menschenbildes in der Medizin des 20. Jahrhunderts&#039;&#039;, Verlag des Ita Wegman Instituts 2011, ISBN 978-3905919295&lt;br /&gt;
* Peter Heusser (Hrsg.), Johannes Weinzirl (Hrsg.): &#039;&#039;Medizin und die Frage nach dem Menschen&#039;&#039;, Wittener Kolloquium für Humanismus, Medizin und Philosophie, Band 1, Königshausen u. Neumann 2013, ISBN 978-3826052217&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Husemann|Friedrich Husemann]] - [[Otto Wolff]]: Das Bild des Menschen als Grundlage der Heilkunst, 3 Bde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1991&lt;br /&gt;
* Friedrich Husemann: &#039;&#039;Goethe und die Heilkunst: Anregungen für die Therapeutische Erkenntnis und Praxis&#039;&#039;, 3. Auflage, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2002, ISBN 978-3772505287&lt;br /&gt;
* Herbert Sieweke: &#039;&#039;Anthroposophische Medizin&#039;&#039;, Bd.1, 3. Auflage, Verlag am Goetheanum 2008, ISBN 978-3723502440&lt;br /&gt;
* Herbert Sieweke: &#039;&#039;Anthroposophische Medizin&#039;&#039;, Bd.2, &#039;&#039;Gesundheit und Krankheit als Verwirklichungsformen menschlichen Daseins&#039;&#039;, 3. Auflage, Verlag am Goetheanum 2008, ISBN 978-3723501108&lt;br /&gt;
* Henning Schramm: &#039;&#039;Heilmittel der anthroposophischen Medizin. Grundlagen - Arzneimittelporträts - Anwendung&#039;&#039;, Urban &amp;amp; Fischer/Elsevier, München 2009&lt;br /&gt;
* Stefan von Löwensprung, Natalie Rosenhauer von Löwensprung: &#039;&#039;Anthroposophische Medizin in der Naturheilpraxis&#039;&#039;, Verlag Karl F. Haug 2013, ISBN 978-3830475996&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Peter Selg]]|Titel=Anfänge anthroposophischer Heilkunst. [[Ita Wegman]], [[Friedrich Husemann]], [[Eugen Kolisko]], [[Frederik Willem Zeylmans van Emmichoven]], [[Karl König (Heilpädagoge)|Karl König]], [[Gerhard Kienle]]|Verlag=Verlag am Goetheanum|Ort=Dornach|Jahr=2000 (Pioniere der Anthroposophie; Band 18)|ISBN=3-7235-1088-4}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Peter Selg|Titel=Anthroposophische Ärzte. Lebens- und Arbeitswege im 20. Jahrhundert|Verlag=Verlag am Goetheanum|Ort=Dornach|Jahr=2000|ISBN=3-7235-1069-8}}&lt;br /&gt;
* Peter Selg: &#039;&#039;Vom Logos menschlicher Physis: Die Entfaltung einer anthroposophischen Humanphysiologie im Werk Rudolf Steiners&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2006, ISBN 978-3723512456&lt;br /&gt;
* Peter Selg: &#039;&#039;Krankheit, Heilung und Schicksal des Menschen: Über Rudolf Steiners geisteswissenschaftliches Pathologie- und Therapieverständnis&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2004, ISBN 978-3723512159&lt;br /&gt;
* Peter Selg: &#039;&#039;Die Würde des Leibes: und die gesundende Kraft des Geistes&#039;&#039;, Verlag des Ita Wegman Instituts 2016, ISBN 978-3905919813&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Georg Soldner, Hermann Stellmann|Titel=Individuelle Pädiatrie - Anthroposophisch-homöopathische Therapie|Verlag=Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft|Ort=Stuttgart|Jahr=2002|ISBN=3-8047-1957-0}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Armin Husemann|Armin J. Husemann]]|Titel=Form, Leben, Bewusstsein. Grundlagen der Anthroposophischen Medizin|Verlag=Freies Geistesleben|Ort=Stuttgart|Jahr=2015|ISBN=978-3772517020}}&lt;br /&gt;
* [[Armin Husemann]]: &#039;&#039;Die Blutbewegung und das Herz&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2019, ISBN 978-3772517037&lt;br /&gt;
* Michaela Glöckler/Wolfgang Goebel/Karin Michael: &#039;&#039;Kindersprechstunde&#039;&#039; - Ein medizinisch-pädagogischer Ratgeber, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2015&lt;br /&gt;
* Michaela Glöckler: &#039;&#039;Was ist anthroposophische Medizin?: Wissenschaftliche Grundlagen, Therapeutische Möglichkeiten, Entwicklungsperspektiven&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2017, ISBN 978-3723514382&lt;br /&gt;
* Henning Schramm: &#039;&#039;Heilmittel der anthroposophischen Medizin&#039;&#039;, Grundlagen - Arzneimittelporträits - Anwendung, Elsevier/Urban &amp;amp; Fischer, München 2009&lt;br /&gt;
* [[Friedwart Husemann]]: &#039;&#039;Anthroposophische Medizin: Ein Weg zu den heilenden Kräften&#039;&#039;, 2. erweiterte Auflage, Verlag am Goetheanum 2011, ISBN 978-3723514184&lt;br /&gt;
* [[Helmut Kiene]]: &#039;&#039;Komplementärmedizin - Schulmedizin&#039;&#039;. Der Wissenschaftsstreit am Ende des 20. Jahrhunderts, Schattauer, Stuttgart 1994, ISBN 978-3794515929&lt;br /&gt;
*[[Peter Heusser]]: &#039;&#039;Anthroposophie und Wissenschaft: Eine Einführung. Erkenntniswissenschaft, Physik, Chemie, Genetik, Biologie, Neurobiologie, Psychologie, Philosophie des Geistes, Anthropologie, Anthroposophie, Medizin&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2016, ISBN 978-3723515686&lt;br /&gt;
* Franziska Roemer: &#039;&#039;Therapiekonzepte der Anthroposophischen Medizin: Stufenpläne mit Differenzialdiagnostik&#039;&#039;, 2. Auflage, Thieme Verlag 2018, ISBN 978-3132420434, eBook {{ASIN|B07DLF2B7M}}&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann (Hrsg.), Markus Treichler (Hrsg.): &#039;&#039;Onkologie auf anthroposophischer Grundlage&#039;&#039;, Band 1: &#039;&#039;Zum Verständnis der Krebskrankheit&#039;&#039;, Info3-Verlag, Frankfurt 2014, ISBN 978-3957790132&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann (Hrsg.), Markus Treichler (Hrsg.): &#039;&#039;Onkologie auf anthroposophischer Grundlage&#039;&#039;, Band 2: &#039;&#039;Die Mistel als Krebsheilmittel&#039;&#039;, Info3-Verlag, Frankfurt 2014, ISBN 978-3957790149&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann (Hrsg.), Markus Treichler (Hrsg.): &#039;&#039;Onkologie auf anthroposophischer Grundlage&#039;&#039;, Band 3: &#039;&#039;Begleitende Therapien in der Krebsbehandlung&#039;&#039;, Info3-Verlag, Frankfurt 2015, ISBN 978-3957790156&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann (Hrsg.), Markus Treichler (Hrsg.), Gunver Kienle (Hrsg.): &#039;&#039;Onkologie auf anthroposophischer Grundlage&#039;&#039;, Band 4: &#039;&#039;Methodologie und Wirksamkeitsnachweis der anthroposophischen Krebstherapie&#039;&#039;, Info3-Verlag, Frankfurt 2016, ISBN 978-3957790163&lt;br /&gt;
* Thomas McKeen: &#039;&#039;Anthroposophische Medizin: Einführende Vorträge und Aufsätze&#039;&#039;, 2. Auflage, Salumed-Verlag 2016, ISBN 978-3981553598&lt;br /&gt;
* Thomas McKeen, Claudia McKeen (Hrsg.): &#039;&#039;Wesen und Gestalt des Menschen: Aufsätze und Vorträge zur anthroposophischen Menschenkunde und Medizin&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben 1996, ISBN 978-3772501210&lt;br /&gt;
* Thomas S. Cowan: &#039;&#039;Krebs und die neue Biologie des Wassers: Ein bahnbrechender Blick auf die Rolle des Wassers in lebenden Organismen&#039;&#039;, Kopp Verlag 2020, ISBN 978-3864457555; eBook {{ASIN|B096DR14FD}}&lt;br /&gt;
* Thomas S. Cowan, Sally Fallon Morell: &#039;&#039;Der Ansteckungsmythos: Warum Viren nicht die Ursache von Krankheiten sind&#039;&#039;, Kopp Verlag 2021, ISBN 978-3864458286; eBook {{ASIN|B096DR14FD}}&lt;br /&gt;
* Thomas S. Cowan: &#039;&#039;Impfungen und Autoimmunerkrankungen: Wie Impfstoffe neue Kinderkrankheiten auslösen&#039;&#039;, Unimedica 2021, ISBN 978-3962572112; eBook {{ASIN|B091CV6W7N}}&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg]], Susanne H. Gross, Matthias Mochner: &#039;&#039;Anthroposophie und Nationalsozialismus. Die anthroposophische Ärzteschaft (Anthroposophische Medizin, Pharmazie und Heilpädagogik im Nationalsozialismus 1933–1945)&#039;&#039;. 1. Auflage. Schwabe Verlagsgruppe AG 2024, ISBN 978-3796550287&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Periodika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der Merkurstab, Berlin und Dornach, offizielles Organ der medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum, Dornach/Schweiz, und der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland, erscheint zweimonatlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke und Vorträge Rudolf Steiners === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]/[[Ita Wegman]]: &#039;&#039;Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen&#039;&#039;, [[GA 27]] (1991), ISBN 3-7274-0270-9 {{Schriften|027}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]:&#039;&#039;Die Einleitung unseres Vademecum in einer kurzen Skizze, für [Josef] van Leer niedergeschrieben&#039;&#039;, {{BE|118}} (1997)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaft und Medizin&#039;&#039;, [[GA 312]] (1999), ISBN 3-7274-3120-2 {{Vorträge|312}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte zur Therapie&#039;&#039;, [[GA 313]] (2001), ISBN 3-7274-3132-6 {{Vorträge|313}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene&#039;&#039;, [[GA 314]] (1989), ISBN 3-7274-3141-5 {{Vorträge|314}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heileurythmie&#039;&#039;, [[GA 315]] (2003), ISBN 3-7274-3152-0 {{Vorträge|315}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Meditative Betrachtungen und Anleitungen zur Vertiefung der Heikunst&#039;&#039;, [[GA 316]] (2003), ISBN 3-7274-3160-1 {{Vorträge|316}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heilpädagogischer Kurs&#039;&#039;, [[GA 317]] (1995), ISBN 3-7274-3171-7 {{Vorträge|317}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Zusammenwirken von Ärzten und Seelsorgern&#039;&#039;, [[GA 318]] (1994), ISBN 3-7274-3181-4 {{Vorträge|318}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Menschenerkenntnis und Medizin&#039;&#039;, [[GA 319]] (1994), ISBN 3-7274-3190-3 {{Vorträge|319}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&amp;lt;section end=Literatur /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.damid.de Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland]&lt;br /&gt;
* [https://www.gaed.de/ Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland]&lt;br /&gt;
* http://www.anthro-med.de&lt;br /&gt;
* http://www.anthrosana.ch [Anthroposophische Medizin in der Schweiz]&lt;br /&gt;
* http://www.merkurstab.de&lt;br /&gt;
* [http://anthromed.at Gesellschaft für Anthroposophische Medizin in Österreich] (GAMÖ)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Forschung ===&lt;br /&gt;
* [http://www.uniklinik-freiburg.de/m/nhk/de/pub/index.xml Uni-Zentrum Naturheilkunde Universität Freiburg]&lt;br /&gt;
* [http://www.uni-wh.de/gesundheit/lehrstuhl-medizintheorie/ Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin Universität Witten-Herdecke]&lt;br /&gt;
* [http://www.ifaemm.de/ Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie]&lt;br /&gt;
* [http://www.ikf-berlin.de/ Institut f. klinische Forschung Berlin]&lt;br /&gt;
* [http://www.havelhoehe.de/ Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophische Medizin|!]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Anthroposophische_Medizin&amp;diff=623212</id>
		<title>Anthroposophische Medizin</title>
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		<updated>2025-07-10T10:28:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Formatierungen, Link korrigiert und zu AnthroMed neu eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Steiner_original.jpg|thumb|[[Rudolf Steiner]] (1861-1925)]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Ita_Wegman.jpg|thumb|[[Ita Wegman]] (1876-1943)]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;anthroposophische Medizin&#039;&#039;&#039; oder genauer als &#039;&#039;&#039;anthroposophisch erweiterte Medizin&#039;&#039;&#039; versteht sich als [[integrative Medizin]], die [[Schulmedizin|konventionelle]] und [[Alternative Medizin|alternative]] Heilverfahren zum Wohl des Patienten sinnvoll miteinander kombiniert. In der [[Anthroposophie]] wird die herkömmliche Schulmedizin als &#039;&#039;eingeschränkt&#039;&#039; und &#039;&#039;materiell-technisch&#039;&#039;, zugleich aber auch als fundierte [[Naturwissenschaft|naturwissenschaftliche]] Grundlage begriffen, die jedoch um bestimmte [[Geisteswissenschaft|geisteswissenschaftliche]] Erkenntnisse zu ergänzen sei. &#039;&#039;„Sie fügt zu der Erkenntnis des physischen Menschen, die allein durch die naturwissenschaftlichen Methoden der Gegenwart gewonnen werden kann, diejenige vom geistigen Menschen.“&#039;&#039; {{Lit|{{G|27|8}}}}  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die theoretisch-methodischen Grundlagen entwickelte [[Rudolf Steiner]] 1920–1924 in zahlreichen [[Rudolf Steiner, Vorträge über Medizin|Vorträgen für Ärzte und Medizinstudenten]] (Bände [[GA 312|312]]–[[GA 319|319]] der [[Rudolf Steiner Gesamtausgabe|Gesamtausgabe]]) sowie in dem 1925 mit der Ärztin [[Ita Wegman]] (1876–1943) herausgegebenen Buch &#039;&#039;[[Grundlegendes zu einer Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen]]&#039;&#039;. Die anthroposophisch erweiterte Medizin stützt sich zur Erforschung der physischen, lebendigen, seelischen und der geistigen Phänomene sowohl auf die Prinzipien der Naturwissenschaft als auch auf die anthroposophische Geisteswissenschaft, wie sie von Rudolf Steiner begründet worden ist. Auf diese Weise ergibt sich eine Erweiterung der ärztlichen Kunst, die das Verhältnis von [[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]] des [[Mensch]]en in seiner Beziehung zu den [[Substanz]]en und [[Bildekräfte|Kräften]] in der [[Natur]] und im [[Kosmos]] – jeweils in seiner [[individuell]]en [[Schicksal]]ssituation – diagnostisch verstehen und therapeutisch handhaben möchte. In der Schweiz können Träger eines Facharzttitels nach einer mindestens zweijährigen Zusatzausbildung den von der [[Wikipedia:Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte|Schweizerischen Ärztegesellschaft FMH]] vergebenen Fähigkeitsausweis „Arzt/Ärztin für anthroposophisch erweiterte Medizin“ erlangen.&amp;lt;ref&amp;gt;Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung: &#039;&#039;[http://www.fmh.ch/files/pdf7/fa_anthroposophie_d.pdf Arzt/Ärztin für anthroposophisch erweiterte Medizin] (PDF; 59&amp;amp;nbsp;kB)&#039;&#039; 28. September 2006, abgerufen am 13. August 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Medizin kann nur als geistige Wissenschaft bestehen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft&lt;br /&gt;
ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches&lt;br /&gt;
nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die&lt;br /&gt;
es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen&lt;br /&gt;
Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es&lt;br /&gt;
Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches&lt;br /&gt;
Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt&lt;br /&gt;
in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und&lt;br /&gt;
das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen&lt;br /&gt;
darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den&lt;br /&gt;
Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses&lt;br /&gt;
Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet&lt;br /&gt;
werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen&lt;br /&gt;
dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge&lt;br /&gt;
ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes;&lt;br /&gt;
ich streichle dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es&lt;br /&gt;
abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den&lt;br /&gt;
Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige&lt;br /&gt;
Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als&lt;br /&gt;
geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft&lt;br /&gt;
wiedererkennen.|178|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anthroposophisch-medizinische Lehre ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krankheit und Karma.jpg|thumb|{{RSV-Link|https://www.steinerverlag.com/ch/thementexte/krankheit-und-karma}}]]&lt;br /&gt;
Wichtig für die menschliche [[Gesundheit]] ist gemäß der anthroposophisch-medizinischen Lehre die Berücksichtigung der vielfältigen Zusammenhänge zwischen dem einzelnen Menschen, seinem Wesen und seiner [[Umwelt]]. Die Behandlung einer [[Krankheit]] setzt dabei eine möglichst [[ganzheit]]liche Betrachtung ihrer Ursachen voraus. Die Wahl einer bestimmten [[Therapie]] wird in dieser Medizinrichtung also nicht nur durch die reine [[Diagnose]] bestimmt, sondern auch durch Krankheitsverlauf, bisherigen Lebenslauf, soziales Umfeld und die Persönlichkeit des Erkrankten. Auch Fragen nach Sinn und Wesen des Krankseins oder des Sterbens sowie nach dem Ziel des [[Heilung|Heilens]] werden &#039;&#039;ganzheitlich&#039;&#039; zu klären versucht. Zur Gesundung sollen schließlich &#039;&#039;[[Leib]], [[Seele]] und [[Geist]]&#039;&#039; wieder in ein &#039;&#039;harmonisches Zusammenspiel &#039;&#039; kommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der Mensch ist, was er ist, durch [[Physischer Leib|Leib]], [[Ätherleib]], [[Seele]] ([[astralischer Leib]]) und [[Ich]] ([[Geist]]). Er muß als Gesunder aus diesen Gliedern heraus angeschaut; er muß als Kranker in dem gestörten Gleichgewicht dieser Glieder wahrgenommen; es müssen zu seiner Gesundheit Heilmittel gefunden werden, die das gestörte Gleichgewicht wieder herstellen.|27|18f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von zentraler Bedeutung für die Abgrenzung der Anthroposophischen Medizin von der Schulmedizin sind die zusätzliche Ausrichtung an &#039;&#039;seelisch-geistigen Bedürfnissen&#039;&#039; des Menschen sowie die Wahl anderer, zum Teil eigener [[Therapie]]formen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besonderheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Potenzieren (Homöopathie)|potenzierte]] [[Heilmittel]] (ähnlich wie in der [[Homöopathie]], von der Urtinktur bis D 30) &lt;br /&gt;
* sogenannte &amp;quot;Präparate&amp;quot; aus pflanzlichen Stoffen, tierischen Substanzen und Mineralien&lt;br /&gt;
* [[biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamische]] [[Ernährung]]&lt;br /&gt;
* [[Mistel-Therapie]] bei [[Tumor|Krebs]]erkrankungen&lt;br /&gt;
* [[Eurythmie|Heileurythmie]] als Bewegungstherapie&lt;br /&gt;
* weitere Therapieformen wie z.B. die [[Kunsttherapie]] (plastisch-therapeutisches Gestalten, [[Maltherapie]], [[Musiktherapie]] und [[Sprachgestaltung]]) &lt;br /&gt;
* verschiedene [[Wärme]]behandlungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtlicher Status  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthroposophische Medizin ist eine &#039;&#039;&#039;anerkannte&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;Besondere Therapieform&#039;&#039; im Sinne des [[Wikipedia:Sozialgesetzbuch|Sozialgesetzbuch]]es. Seit [[Wikipedia:1978|1978]] bekennt sich der deutsche Gesetzgeber im [[Wikipedia:Arzneimittelgesetz|Arzneimittelgesetz]] zum &#039;&#039;Wissenschaftspluralismus der Medizin&#039;&#039;. Darunter werden derzeit die Schulmedizin einerseits und andererseits drei &#039;&#039;Besondere Therapierichtungen&#039;&#039; verstanden:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;anthroposophisch erweiterte Medizin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Homöopathie]]&lt;br /&gt;
* [[Pflanzenheilkunde]] ([[Phytotherapie]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgeübt wird die anthroposophische Medizin von zahlreichen niedergelassenen [[Arzt|Ärzten]] in Praxen und Therapeutika, aber auch von [[w:Heilpraktiker|Heilpraktiker]]n, in einigen Instituten und wenigen [[Krankenhaus|Kliniken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige klinische Einrichtungen == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Deutschland]] gibt es mehrere nach der &#039;&#039;anthroposophisch erweiterten Medizin&#039;&#039; arbeitende Akutkrankenhäuser der Regelversorgung laut Bettenbedarfsplan sowie verschiedene anthroposophisch orientierte Krankenhausunterabteilungen, Fachkliniken und Sanatorien, z. B.:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://static.goetheanum.ch/uploads/cards/Medizinische-Sektion/Anthromed/Anthromed_Kliniknetzwerk.pdf#page=2&amp;amp;view=fit &#039;&#039;Anthromed Klinik Netzwerk. Deutschland.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;AnthroMed Clinic Network.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* das [[Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke]] in [[Wikipedia:Herdecke|Herdecke]], seit 1969&lt;br /&gt;
* das Gemeinschaftskrankenhaus [[Filderklinik]] in [[Wikipedia:Filderstadt|Filderstadt]], seit 1975&lt;br /&gt;
* das [[Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe]] in [[Wikipedia:Berlin|Berlin]], seit 1995&lt;br /&gt;
* das ganzheitliche Krankenhaus Lahnhöhe in Lahnstein, seit 1977&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Schweiz]] gibt es drei anthroposophische Krankenhäuser:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die [[Ita Wegman-Klinik]] in [[Arlesheim]], seit 1921&lt;br /&gt;
* die Lukasklinik für Tumorerkrankungen in [[Arlesheim]], seit 1963&lt;br /&gt;
* das Paracelsus-Spital in Richterswil, seit 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungseinrichtungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschung erfolgt an mehreren, teils den Kliniken (Berlin, Herdecke) angegliederten, teils selbständigen (IFAEMM) Instituten, aber auch in individuellen Arbeiten Einzelner. Im universitären Rahmen gibt es derzeit Forschungen an den komplementärmedizinischen Einrichtungen der Universitätskliniken Freiburg, Witten-Herdecke und Bern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausbildung erfolgt in Deutschland an verschiedenen Seminaren, den anthroposophischen Kliniken und an der [[Universität Witten-Herdecke]] im Rahmen eines Begleitstudiums. Auskünfte über Programme, Termine und Orte erteilt die Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homöopathisch-Anthroposophische Medizin als Ausbildungsmöglichkeit wird auch am Klinikum Heidenheim angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://foerderverein-naturheilweisen.de/forschung-und-ausbildung.html Forschung und Ausbildung]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;foerderverein-naturheilweisen.de.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juli 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;section begin=Literatur /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Thomas Külken]]: &#039;&#039;Arbeitsbuch zur allgemeinen Menschenkunde und zur medizinischen Propädeutik Rudolf Steiners. Eine Annäherung an die Anthroposophie und den ersten medizinischen Kurs in vier Teilen.&#039;&#039; ISBN 978-3-96014-646-9 [https://www.menschenkunde-kuelken.de/Arbeitsbuch%20zur%20Allgemeinen%20Menschenkunde%20und%20zur%20Medizinischen%20Prop%C3%A4deutik%20Rudolf%20Steiners.pdf PDF mit Einleitung und Übersicht]&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor = Matthias Girke|Titel = Innere Medizin: Grundlagen und therapeutische Konzepte der Anthroposophischen Medizin|Herausgeber = |Sammelwerk = |Band = |Nummer = |Auflage = 2.|Verlag = salumed|Ort = Berlin|Jahr = 2012|Seiten = 1168|ISBN = 978-3928914291}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Titel=Vademecum Anthroposophische Arzneimittel|Herausgeber=Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland.; Freie Hochschule für Geisteswissenschaft (Dornach). Medizinische Sektion.|Sammelwerk=Der Merkurstab|Verlag=Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland|Jahr=2013|Auflage=3.|Ort=Filderstadt}}&lt;br /&gt;
* Vademecum Anthroposophische Arzneimittel, 2 Bände, Der Merkurstab, 70. Jahrgang 2017 (4. Auflage 2017)&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Herausgeber=Michaela Glöckler|Titel=Anthroposophische Arzneitherapie für Ärzte und Apotheker|Verlag=Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft|Ort=Stuttgart|Jahr=2005|ISBN=3-8047-2102-8}}&lt;br /&gt;
* Matthias Girke/Michaela Glöckler/Georg Soldner (Hrsg.): &#039;&#039;Anthroposophische Medizin. Arzneitherapie für 350 Krankheitsbilder&#039;&#039;, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2020&lt;br /&gt;
* Michaela Glöckler/Jürgen Schürholz/Martin Walker (Hg.): &#039;&#039;Anthroposophische Medizin. Ein Weg zum Patienten - Beiträge aus der Praxis&#039;&#039;, Vlg. Freies Geistesleben, Stuttgart 1993&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Volker Fintelmann]]|Titel=Intuitive Medizin: Theorie und Praxis der Anthroposophischen Medizin|Verlag=Hippokrates Verlag|Auflage=6. überarb.|Ort=Stuttgart|Jahr=2016|ISBN=978-3132400795}}&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann: &#039;&#039;Die Wiedergewinnung des Heilens: Wege zu einer christlichen Medizin&#039;&#039;, Info3-Verlag 2017, ISBN 978-3957790521&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann: &#039;&#039;Lehrbuch Phytotherapie&#039;&#039;, 12. Auflage, Verlag Karl F. Haug 2009, ISBN 978-3830454182&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Peter Heusser]]|Titel=Anthroposophische Medizin und Wissenschaft|Verlag=Schattauer|Ort=Stuttgart|Jahr=2011|ISBN=978-3-7945-2807-3}}&lt;br /&gt;
* Peter Heusser, [[Peter Selg]]: &#039;&#039;Das Leib-Seele-Problem: Zur Entwicklung eines geistgemäßen Menschenbildes in der Medizin des 20. Jahrhunderts&#039;&#039;, Verlag des Ita Wegman Instituts 2011, ISBN 978-3905919295&lt;br /&gt;
* Peter Heusser (Hrsg.), Johannes Weinzirl (Hrsg.): &#039;&#039;Medizin und die Frage nach dem Menschen&#039;&#039;, Wittener Kolloquium für Humanismus, Medizin und Philosophie, Band 1, Königshausen u. Neumann 2013, ISBN 978-3826052217&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Husemann|Friedrich Husemann]] - [[Otto Wolff]]: Das Bild des Menschen als Grundlage der Heilkunst, 3 Bde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1991&lt;br /&gt;
* Friedrich Husemann: &#039;&#039;Goethe und die Heilkunst: Anregungen für die Therapeutische Erkenntnis und Praxis&#039;&#039;, 3. Auflage, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2002, ISBN 978-3772505287&lt;br /&gt;
* Herbert Sieweke: &#039;&#039;Anthroposophische Medizin&#039;&#039;, Bd.1, 3. Auflage, Verlag am Goetheanum 2008, ISBN 978-3723502440&lt;br /&gt;
* Herbert Sieweke: &#039;&#039;Anthroposophische Medizin&#039;&#039;, Bd.2, &#039;&#039;Gesundheit und Krankheit als Verwirklichungsformen menschlichen Daseins&#039;&#039;, 3. Auflage, Verlag am Goetheanum 2008, ISBN 978-3723501108&lt;br /&gt;
* Henning Schramm: &#039;&#039;Heilmittel der anthroposophischen Medizin. Grundlagen - Arzneimittelporträts - Anwendung&#039;&#039;, Urban &amp;amp; Fischer/Elsevier, München 2009&lt;br /&gt;
* Stefan von Löwensprung, Natalie Rosenhauer von Löwensprung: &#039;&#039;Anthroposophische Medizin in der Naturheilpraxis&#039;&#039;, Verlag Karl F. Haug 2013, ISBN 978-3830475996&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Peter Selg]]|Titel=Anfänge anthroposophischer Heilkunst. [[Ita Wegman]], [[Friedrich Husemann]], [[Eugen Kolisko]], [[Frederik Willem Zeylmans van Emmichoven]], [[Karl König (Heilpädagoge)|Karl König]], [[Gerhard Kienle]]|Verlag=Verlag am Goetheanum|Ort=Dornach|Jahr=2000 (Pioniere der Anthroposophie; Band 18)|ISBN=3-7235-1088-4}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Peter Selg|Titel=Anthroposophische Ärzte. Lebens- und Arbeitswege im 20. Jahrhundert|Verlag=Verlag am Goetheanum|Ort=Dornach|Jahr=2000|ISBN=3-7235-1069-8}}&lt;br /&gt;
* Peter Selg: &#039;&#039;Vom Logos menschlicher Physis: Die Entfaltung einer anthroposophischen Humanphysiologie im Werk Rudolf Steiners&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2006, ISBN 978-3723512456&lt;br /&gt;
* Peter Selg: &#039;&#039;Krankheit, Heilung und Schicksal des Menschen: Über Rudolf Steiners geisteswissenschaftliches Pathologie- und Therapieverständnis&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2004, ISBN 978-3723512159&lt;br /&gt;
* Peter Selg: &#039;&#039;Die Würde des Leibes: und die gesundende Kraft des Geistes&#039;&#039;, Verlag des Ita Wegman Instituts 2016, ISBN 978-3905919813&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=Georg Soldner, Hermann Stellmann|Titel=Individuelle Pädiatrie - Anthroposophisch-homöopathische Therapie|Verlag=Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft|Ort=Stuttgart|Jahr=2002|ISBN=3-8047-1957-0}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=[[Armin Husemann|Armin J. Husemann]]|Titel=Form, Leben, Bewusstsein. Grundlagen der Anthroposophischen Medizin|Verlag=Freies Geistesleben|Ort=Stuttgart|Jahr=2015|ISBN=978-3772517020}}&lt;br /&gt;
* [[Armin Husemann]]: &#039;&#039;Die Blutbewegung und das Herz&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2019, ISBN 978-3772517037&lt;br /&gt;
* Michaela Glöckler/Wolfgang Goebel/Karin Michael: &#039;&#039;Kindersprechstunde&#039;&#039; - Ein medizinisch-pädagogischer Ratgeber, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2015&lt;br /&gt;
* Michaela Glöckler: &#039;&#039;Was ist anthroposophische Medizin?: Wissenschaftliche Grundlagen, Therapeutische Möglichkeiten, Entwicklungsperspektiven&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2017, ISBN 978-3723514382&lt;br /&gt;
* Henning Schramm: &#039;&#039;Heilmittel der anthroposophischen Medizin&#039;&#039;, Grundlagen - Arzneimittelporträits - Anwendung, Elsevier/Urban &amp;amp; Fischer, München 2009&lt;br /&gt;
* [[Friedwart Husemann]]: &#039;&#039;Anthroposophische Medizin: Ein Weg zu den heilenden Kräften&#039;&#039;, 2. erweiterte Auflage, Verlag am Goetheanum 2011, ISBN 978-3723514184&lt;br /&gt;
* [[Helmut Kiene]]: &#039;&#039;Komplementärmedizin - Schulmedizin&#039;&#039;. Der Wissenschaftsstreit am Ende des 20. Jahrhunderts, Schattauer, Stuttgart 1994, ISBN 978-3794515929&lt;br /&gt;
*[[Peter Heusser]]: &#039;&#039;Anthroposophie und Wissenschaft: Eine Einführung. Erkenntniswissenschaft, Physik, Chemie, Genetik, Biologie, Neurobiologie, Psychologie, Philosophie des Geistes, Anthropologie, Anthroposophie, Medizin&#039;&#039;, Verlag am Goetheanum, Dornach 2016, ISBN 978-3723515686&lt;br /&gt;
* Franziska Roemer: &#039;&#039;Therapiekonzepte der Anthroposophischen Medizin: Stufenpläne mit Differenzialdiagnostik&#039;&#039;, 2. Auflage, Thieme Verlag 2018, ISBN 978-3132420434, eBook {{ASIN|B07DLF2B7M}}&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann (Hrsg.), Markus Treichler (Hrsg.): &#039;&#039;Onkologie auf anthroposophischer Grundlage&#039;&#039;, Band 1: &#039;&#039;Zum Verständnis der Krebskrankheit&#039;&#039;, Info3-Verlag, Frankfurt 2014, ISBN 978-3957790132&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann (Hrsg.), Markus Treichler (Hrsg.): &#039;&#039;Onkologie auf anthroposophischer Grundlage&#039;&#039;, Band 2: &#039;&#039;Die Mistel als Krebsheilmittel&#039;&#039;, Info3-Verlag, Frankfurt 2014, ISBN 978-3957790149&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann (Hrsg.), Markus Treichler (Hrsg.): &#039;&#039;Onkologie auf anthroposophischer Grundlage&#039;&#039;, Band 3: &#039;&#039;Begleitende Therapien in der Krebsbehandlung&#039;&#039;, Info3-Verlag, Frankfurt 2015, ISBN 978-3957790156&lt;br /&gt;
* Volker Fintelmann (Hrsg.), Markus Treichler (Hrsg.), Gunver Kienle (Hrsg.): &#039;&#039;Onkologie auf anthroposophischer Grundlage&#039;&#039;, Band 4: &#039;&#039;Methodologie und Wirksamkeitsnachweis der anthroposophischen Krebstherapie&#039;&#039;, Info3-Verlag, Frankfurt 2016, ISBN 978-3957790163&lt;br /&gt;
* Thomas McKeen: &#039;&#039;Anthroposophische Medizin: Einführende Vorträge und Aufsätze&#039;&#039;, 2. Auflage, Salumed-Verlag 2016, ISBN 978-3981553598&lt;br /&gt;
* Thomas McKeen, Claudia McKeen (Hrsg.): &#039;&#039;Wesen und Gestalt des Menschen: Aufsätze und Vorträge zur anthroposophischen Menschenkunde und Medizin&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben 1996, ISBN 978-3772501210&lt;br /&gt;
* Thomas S. Cowan: &#039;&#039;Krebs und die neue Biologie des Wassers: Ein bahnbrechender Blick auf die Rolle des Wassers in lebenden Organismen&#039;&#039;, Kopp Verlag 2020, ISBN 978-3864457555; eBook {{ASIN|B096DR14FD}}&lt;br /&gt;
* Thomas S. Cowan, Sally Fallon Morell: &#039;&#039;Der Ansteckungsmythos: Warum Viren nicht die Ursache von Krankheiten sind&#039;&#039;, Kopp Verlag 2021, ISBN 978-3864458286; eBook {{ASIN|B096DR14FD}}&lt;br /&gt;
* Thomas S. Cowan: &#039;&#039;Impfungen und Autoimmunerkrankungen: Wie Impfstoffe neue Kinderkrankheiten auslösen&#039;&#039;, Unimedica 2021, ISBN 978-3962572112; eBook {{ASIN|B091CV6W7N}}&lt;br /&gt;
* [[Peter Selg]], Susanne H. Gross, Matthias Mochner: &#039;&#039;Anthroposophie und Nationalsozialismus. Die anthroposophische Ärzteschaft (Anthroposophische Medizin, Pharmazie und Heilpädagogik im Nationalsozialismus 1933–1945)&#039;&#039;. 1. Auflage. Schwabe Verlagsgruppe AG 2024, ISBN 978-3796550287&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Periodika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der Merkurstab, Berlin und Dornach, offizielles Organ der medizinischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum, Dornach/Schweiz, und der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland, erscheint zweimonatlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke und Vorträge Rudolf Steiners === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]/[[Ita Wegman]]: &#039;&#039;Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen&#039;&#039;, [[GA 27]] (1991), ISBN 3-7274-0270-9 {{Schriften|027}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]:&#039;&#039;Die Einleitung unseres Vademecum in einer kurzen Skizze, für [Josef] van Leer niedergeschrieben&#039;&#039;, {{BE|118}} (1997)&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaft und Medizin&#039;&#039;, [[GA 312]] (1999), ISBN 3-7274-3120-2 {{Vorträge|312}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte zur Therapie&#039;&#039;, [[GA 313]] (2001), ISBN 3-7274-3132-6 {{Vorträge|313}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene&#039;&#039;, [[GA 314]] (1989), ISBN 3-7274-3141-5 {{Vorträge|314}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heileurythmie&#039;&#039;, [[GA 315]] (2003), ISBN 3-7274-3152-0 {{Vorträge|315}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Meditative Betrachtungen und Anleitungen zur Vertiefung der Heikunst&#039;&#039;, [[GA 316]] (2003), ISBN 3-7274-3160-1 {{Vorträge|316}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Heilpädagogischer Kurs&#039;&#039;, [[GA 317]] (1995), ISBN 3-7274-3171-7 {{Vorträge|317}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Das Zusammenwirken von Ärzten und Seelsorgern&#039;&#039;, [[GA 318]] (1994), ISBN 3-7274-3181-4 {{Vorträge|318}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Anthroposophische Menschenerkenntnis und Medizin&#039;&#039;, [[GA 319]] (1994), ISBN 3-7274-3190-3 {{Vorträge|319}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&amp;lt;section end=Literatur /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.damid.de Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland]&lt;br /&gt;
* [https://www.gaed.de/ Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland]&lt;br /&gt;
* http://www.anthro-med.de&lt;br /&gt;
* http://www.anthrosana.ch [Anthroposophische Medizin in der Schweiz]&lt;br /&gt;
* http://www.merkurstab.de&lt;br /&gt;
* [http://anthromed.at Gesellschaft für Anthroposophische Medizin in Österreich] (GAMÖ)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Forschung ===&lt;br /&gt;
* [http://www.uniklinik-freiburg.de/m/nhk/de/pub/index.xml Uni-Zentrum Naturheilkunde Universität Freiburg]&lt;br /&gt;
* [http://www.uni-wh.de/gesundheit/lehrstuhl-medizintheorie/ Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin Universität Witten-Herdecke]&lt;br /&gt;
* [http://www.ifaemm.de/ Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie]&lt;br /&gt;
* [http://www.ikf-berlin.de/ Institut f. klinische Forschung Berlin]&lt;br /&gt;
* [http://www.havelhoehe.de/ Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anthroposophische Medizin|!]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Dreigliederung_des_sozialen_Organismus&amp;diff=622936</id>
		<title>Dreigliederung des sozialen Organismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Dreigliederung_des_sozialen_Organismus&amp;diff=622936"/>
		<updated>2025-05-27T10:03:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Löschung des Abschnitts rückgängig gemacht; das Denken von Rudolf Steiner kann nicht anachronistisch sein, da es imaginativ ist und geistige Gedanken sind zeitlos&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;&#039; ist ein von [[Rudolf Steiner]] entworfenes und in den Jahren 1917–1922 detailreich ausgearbeitetes Leitbild für eine zukunftsorientierte gesellschaftliche Ordnung und Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Steiner vorgeschlagene &#039;&#039;&#039;Soziale Dreigliederung&#039;&#039;&#039; beschreibt die Grundstruktur einer [[Gesellschaft]], in der die Koordination der gesamtgesellschaftlichen Lebensprozesse nicht zentral durch den [[Staat]] oder eine [[w:Machtelite|Führungselite]] erfolgt, sondern in der sich die drei Bereiche des sozialen Lebens: Geistesleben (Kultur), Rechtsleben bzw. Politik und Wirtschaft selbst verwalten und relativ autonom den je eigenen Funktionsprinzipien folgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;soziale Organismus&#039;&#039;&#039;, der den zentral verwalteten [[Einheitsstaat]] ablöst, soll analog&amp;lt;ref name=&amp;quot;Analogie&amp;quot;&amp;gt;Eine Vergleichbarkeit des sozialen Organismus mit dem menschlichen ist nur in gewissen Hinsichten gegeben, in anderen überhaupt nicht. Vgl. Christoph Strawe: &#039;&#039;Menschlicher und sozialer Organismus. Über einen Vergleich und seinen Sinn&#039;&#039;. 2007 [https://www.sozialimpulse.de/fileadmin/user_upload/pdf/RB/Artikel/2007-1_Christoph-Strawe_Menschlicher-und-sozialer-Organismus.pdf PDF].&amp;lt;/ref&amp;gt; des [[Dreigliederung des menschlichen Organismus|dreigliedrigen menschlichen Organismus]] aus dem lebendigen Zusammenwirken der drei selbstständigen Glieder des [[Wirtschaft]]s-, [[Recht]]s- und [[Geistesleben]] entstehen. Das Wirtschaftsleben ist dabei vergleichbar dem [[Nerven-Sinnessystem]], das Rechtsleben dem [[Rhythmisches System|Rhythmischen System]] und das Geistesleben dem [[Stoffwechselsystem]]{{GZ||197|82f}}:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das [[Wirtschaft]]sleben entfaltet sich auf der Grundlage des nutzbaren Bodens im Kreislauf der Warenherstellung (Produktion), des Vertriebs (Handel) und des Verbrauchs (Konsum). Es soll nach dem Prinzip der [[Brüderlichkeit]] durch [[Assoziationen]] geregelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das [[Rechtsleben]] umfasst das eigentlich Politische und das Verwaltungsrecht und regelt das Verhältnis von [[Mensch]] zu Mensch nach dem Prinzip der [[Gleichheit]] in für alle gleich geltenden Gesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das auf [[Freiheit]] gegründete [[Geistesleben]] wird nicht staatlich reglementiert und umfasst u.a. das gesamte Bildungswesen, Kunst, Religion, technische Erfindungen, sowie auch die Rechtsprechung im Privat- und Strafrecht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff des dreigliedrigen sozialen Organismus und das Verhältnis seiner Glieder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei soll ein jedes dieser drei sozialen Glieder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|[…] in sich zentralisiert sein; und durch ihr lebendiges Nebeneinander- und Zusammenwirken kann erst die Einheit des sozialen Gesamtorganismus entstehen.|23|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies bedeutet nicht, der Wirklichkeit eine ausgedachte [[Utopie]] überzustülpen, sondern heißt Wesenserkenntnis ohnehin schon vorhandener Wirkungsweisen nach dem Gesetz von Polarität und Steigerung, das [[Goethe]] als maßgeblich für die Morphologie erkannte:&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Michael Heinen-Anders: &#039;&#039;Aus anthroposophischen Zusammenhängen&#039;&#039;. Norderstedt 2010, S. 71–72.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„[…] wir machen […] auf eine höhere Maxime des Organismus aufmerksam, die wir folgendermaßen aussprechen. Jedes Lebendige ist kein Einzelnes, sondern eine Mehrheit, […]. Je unvollkommener das Geschöpf ist, desto mehr sind diese Teile einander gleich oder ähnlich und desto mehr gleichen sie dem Ganzen. Je vollkommener das Geschöpf wird, desto unähnlicher werden die Teile einander. […] Die Subordination der Teile deutet auf ein vollkommenes Geschöpf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: Schriften zur Naturwissenschaft, Stuttgart 1977, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner bezieht diese Vorstellung unmittelbar auf den sozialen Organismus, indem er sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Auseinanderspaltung ist eigentlich immer da; es handelt sich nur darum, dass man findet wie die drei Glieder zusammen gebracht werden können, so dass sie nun tatsächlich im sozialen Organismus mit einer solchen inneren Vernunft wirken, wie, sagen wir, das Nerven-Sinnes-System, das Herz-Lungen-System und das Stoffwechselsystem im menschlichen Organismus wirken.“ {{Lit|{{G|340|154}}}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Analogie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anzustrebende funktionale Gliederung der Gesellschaft soll ja ausdrücklich nicht als Utopie verstanden werden, sondern beruht auf einer durch Empirie errungenen Erkenntnis von den notwendigen Lebensbedingungen dieser drei gesellschaftlichen Bereiche. Im nationalen [[Einheitsstaat]] seien diese drei Systeme in einer sich gegenseitig behindernden Weise miteinander verflochten. Erst in ihrer durchgreifenden funktionalen Trennung, ohne dass ein Gebiet in das andere in unberechtigter Weise eingreife und dadurch zu sozialen Komplikationen führe, könnten sie ihre eigenen Kräfte voll entfalten. Der Nationalstaat, der sich in einer nicht mehr zeitgemäßen Weise aus einem Volkszusammenhang herleite, sei damit überwunden. An seine Stelle trete eine Rechtsgemeinschaft. {{Lit|{{G|332a|151f}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem ordnungspolitischen Konzept skizzierte Steiner eine Sozialordnung, von der er annahm,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„dass in ihr Freiheit und Solidarität gleichermaßen zu verwirklichen sind und der Prozess fortschreitender Emanzipation nicht nur nicht behindert, sondern sogar positiv unterstützt wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Luttermann, J.: &#039;&#039;Dreigliederung des sozialen Organismus. Grundlinien der Rechts- und Soziallehre Rudolf Steiners&#039;&#039;. Frankfurt/Main, Lang, 1990 (Europäische Hochschulschriften: Reihe 31, Politikwissenschaft; Bd. 162) Zugl.: Göttingen, Univ., Diss., 1989, Vorwort I.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Begriff des sozialen Organismus will Steiner nicht als Analogieschema zu natürlichen Organismen verstanden wissen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Analogie&amp;quot; /&amp;gt; Diesen, in den Sozialwissenschaften seiner Zeit nicht ungebräuchlichen Begriff verwendet er, weil er ihm am geeignetsten erscheint, den in fortwährender dynamischer Veränderung befindlichen Prozessen der sozialen Sphäre gerecht zu werden. Um diese komplexen Vorgänge realistisch zu erfassen, bedarf es nach Steiners Ansicht eines Übergangs von einer statisch-abstrakten zu einer lebendig-beweglichen, will heißen einer „organischen“ Betrachtungsweise. {{Lit|{{G|332a|7}} {{G|332a|155}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dreigliedrigkeit des sozialen Organismus gewinnt jedoch durch den Vergleich&amp;lt;ref name=&amp;quot;Analogie&amp;quot; /&amp;gt; mit dem [[Dreigliederung des menschlichen Organismus|dreigliedrigen menschlichen Organismus]] in einem bestimmten Aspekt an Deutlichkeit, wobei es da nicht auf das Organische ankommt, sondern auf das Verhältnis der Glieder zu einander:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die freien, individuellen Menschen, die sich in eine soziale&lt;br /&gt;
Zwangsstruktur hineinstellen und ihre freie Geistigkeit steril machen,&lt;br /&gt;
lassen ebenso die soziale Struktur absterben, wie ein Mensch absterben&lt;br /&gt;
muß, dem Sie keine Nahrungsmittel geben. Das, was die&lt;br /&gt;
menschlichen Köpfe in die Welt hereinbringen, das sind die Nahrungsmittel&lt;br /&gt;
für den sozialen Organismus.&lt;br /&gt;
So daß man sagen kann: Das Produktive aus Nerven- und Sinnessphäre&lt;br /&gt;
ist die Nahrung für den sozialen Organismus. - Das, was beim&lt;br /&gt;
Menschen das rhythmische System ist, dem entspricht allerdings im&lt;br /&gt;
sozialen Organismus alles dasjenige, was eigentlich dem Staate übertragen&lt;br /&gt;
werden soll, wie ich schon gestern sagte: alles, was sich auf&lt;br /&gt;
Regulierung, auf die äußere Gesetzlichkeit, also staatliche Gesetzmäßigkeit&lt;br /&gt;
bezieht. Und was ist nun im Staat das Produktive? Dasjenige,&lt;br /&gt;
was aus der Naturgrundlage im weiteren Sinne herauskommt,&lt;br /&gt;
das Wirtschaftsleben. Das ist gewissermaßen der Kopf des Staates.&lt;br /&gt;
Das Wirtschaftsleben, die Naturgrundlage, alles das, was produziert&lt;br /&gt;
wird, das ist gewissermaßen der Kopf. Es ist umgekehrt wie beim&lt;br /&gt;
individuellen Menschen. So daß wir ebensogut sagen können: Wie der&lt;br /&gt;
Mensch produktiv ist durch seine Nerven und Sinne, so ist der soziale&lt;br /&gt;
Organismus durch seine Naturgrundlage produktiv. Und wie der&lt;br /&gt;
Mensch seinen Stoffwechsel von der Natur erhält, so erhält der soziale&lt;br /&gt;
Organismus seine Nahrung aus dem Menschenkopf heraus.&lt;br /&gt;
Den sozialen Organismus verstehen Sie im Verhältnis zum Menschen&lt;br /&gt;
nur richtig, wenn Sie den Menschen auf den Kopf stellen. Hier&lt;br /&gt;
im Menschenkopf ist eigentlich der Grund und Boden des Menschen.&lt;br /&gt;
Der Mensch wächst von oben nach unten, der staatliche Organismus&lt;br /&gt;
wächst von unten nach oben. Er hat seinen Kopf, wenn man ihn&lt;br /&gt;
schon mit dem Menschen vergleichen will, unten und steht auf dem&lt;br /&gt;
Kopf und hat seine Beine oben. Seine Nahrung bekommt er aus dem&lt;br /&gt;
einzelnen individuellen Menschen. So muß man innerlich das, was&lt;br /&gt;
sozialer Organismus ist, verstehen. Analogiespiel macht nichts aus;&lt;br /&gt;
aber der Hinblick auf die wahre Wirklichkeit, auf die echte Realität,&lt;br /&gt;
das ist es, worauf es ankommt.|188|175f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die drei Glieder, Hauptbereiche oder Subsysteme der Gesellschaft bzw. des sozialen Organismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Rudolf Steiner gibt es drei und &#039;&#039;nur&#039;&#039; drei wesentlich verschiedene Hauptbereiche des sozialen Organismus:&lt;br /&gt;
* das &#039;&#039;&#039;Geistesleben&#039;&#039;&#039; mit der Urteilsform des individuellen Urteils (denn über Erkenntnis und Wahrheit läßt sich nicht abstimmen), sowie dem freien Ratschlag, statt dem Gesetz, der Vorschrift. Dieses Geistesleben umfasst die Bereiche Bildung, Religion, Kunst, Wissenschaft und Forschung, bis hin zu den individuellen körperlichen Begabungen, sowie daran anknüpfend die Zusammenarbeit der Menschen (verstanden als &#039;&#039;Kreativitätsfaktor&#039;&#039;, etwa die Kultur der Entscheidungsprozesse oder das Betriebsklima betreffend). Aufgabe eines freien Geisteslebens ist daher auch die (Kapital-) Verwaltung und Übertragung der natürlichen und künstlichen Produktionsmittel (Boden, Immobilien, industrielle Produktionsstätten etc.) an den oder die Fähigsten einer Gesellschaft. Wichtig ist auch die von Steiner vorgenommene, aus den genannten Prinzipien verständliche Zuordnung der Richter zum Geistesleben (ein wirkliches Urteil kann nur individuell aus der Anschauung gefällt werden, ganz gleich der Beziehung eines Lehrers zum Kinde, für die es keinen Lehrplan geben kann).&lt;br /&gt;
* das &#039;&#039;&#039;Rechtsleben&#039;&#039;&#039; mit einer (direkten oder indirekten) demokratischen Urteilsform, das alle Gesetze und Vorschriften im weiteren Sinne umfasst, mit dem Merkmal der Eventualität (wenn X die oder den Y schädigt, soll das Gesetz Z Anwendung finden; nicht aber Verträge, die auf Erfüllung zwischen den Vertragspartnern abzielen und zur Wirtschaft gehören – nur bei Nichterfüllung greift hier das Rechtsleben ein). Im Gegensatz zu unseren unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten sind wir als mündige Menschen Gleiche unter Gleichen; weder der Reiche noch der Intelligente […] hat Sonderrechte. Wesentlich und von Befürwortern der sozialen Dreigliederung oft vergessen ist auch die Regelung der Arbeit nach Art, Maß und Zeit. Dadurch beschränkt das Recht die Wirtschaft wie eine zweite Natur und schützt den Menschen vor seiner heutigen Entmenschlichung. Wenn Steiner um 1920 von einer nötigen Arbeitsleistung von etwa vier Stunden täglich ausging und alles darüber hinaus heute als „Herab-Drückung“ des Menschen unter sein Niveau als seelisch-geistiges Wesen betrachtete, kann uns eine Ahnung von der Radikalität dieser Dreigliederung aufsteigen.&lt;br /&gt;
* das &#039;&#039;&#039;Wirtschaftsleben&#039;&#039;&#039; mit seinen Verträgen zwischen den Wirtschaftenden, das die Produktion, den Handel und Konsum von Waren und Dienstleistungen umfasst. Es will geregelt sein durch kollektive Urteile, gewonnen durch ein gegenseitiges Abschleifen der Interessen in den Assoziationen (Verwaltungsorgane des Wirtschaftslebens, benannt nach den von allen Seiten zusammengetragenen, also assoziativen Urteilen). Wie schon beim Bereich Rechtsleben erwähnt, zielen die Verträge zwischen den Partnern auf Erfüllung (wozu auch die von Arbeitsanleitern und Arbeitern zählen mit der Verteilung der Erträge der gemeinsam erstellten Produkte, die sodann als  Waren zirkulieren. In diesem Sinne kann Arbeit nie bezahlt, nie gekauft werden. Steiner spricht diesbezüglich von einer realisierten Unmöglichkeit mit fatalen sozialen Folgen, wenn Arbeit heute von beiden Seiten als Äquivalent einer käuflichen und verkäuflichen Ware bezeichnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese drei Glieder werden durch Menschen bewusst als autonome Bereiche zu gestalten sein, dabei ihrem oben beschriebenen unterschiedlichen Wesen (Urteilsarten, soziales Gegenüberstehen) gemäß folgend. Sie bedingen sich gegenseitig im gesunden sozialen Organismus, sind Einheit als Dreiheit. Jedem Glied ist ein Ideal der [[Wikipedia:Französische Revolution|Französischen Revolution]] als leitendes Prinzip zugeordnet: Die [[Freiheit]] ist dem Geistesleben zugeordnet, die [[Gleichheit]] dem Rechtsleben, und die [[Brüderlichkeit]] dem Wirtschaftsleben. Damit entfalten diese Ideale der Französischen Revolution den ihnen zu Grunde liegenden Sinn, der in den Revolutionen ohne diese Vertiefung oft zur Karikatur ausartete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geistesleben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Freiheit im Geistesleben soll den Menschen die Ausbildung und Ausübung ihrer individuellen Fähigkeiten und eine kulturelle Vielfalt und Weiterentwicklung ermöglichen. Diese Freiheit könne sich nur in einer Struktur der Autonomie entfalten, in der das geistige und kulturelle Leben sowohl von den Interessen des Staates als auch von denen der Wirtschaft unabhängig bleibe. Die geringe Durchschlagskraft des intellektuellen und künstlerischen Bereiches für die gesellschaftliche Entwicklung leitet Steiner von dieser Abhängigkeit ab:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man muß darauf hinschauen, was das Geistesleben in der Abhängigkeit von der Staatsgewalt und der mit ihr verbundenen kapitalistischen Gewalt geworden ist.|333|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur und Wissenschaft können ihr Potential nur entfalten und die nötigen innovativen Impulse geben, wenn ihre Triebkräfte nicht von den Verwertungsinteressen der Wirtschaft oder den wechselnden Machtinteressen der Politik gespeist werden. Die Richtlinien und Ziele für Erziehung und Bildung können zur größtmöglichen Entfaltung der individuellen Fähigkeiten nur aus den Erkenntnissen ihres eigenen Bereiches gewonnen werden. Diese Autonomie soll nicht nur die Lehrenden, Erziehenden und Kulturschaffenden in ihrer spezifischen Tätigkeit betreffen, sondern auch die Verwaltung dieses Gebietes umfassen, welche somit von den hierin Arbeitenden möglichst selbst durchgeführt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Geistesleben kann nur seine Kraft werden, wenn es von dem Staatsleben wieder losgelöst wird, wenn es ganz auf sich selbst gestellt wird. Was im Geistesleben lebt, insbesondere das Schulwesen, muß seiner Selbstverwaltung übergeben werden, von der obersten Spitze der Verwaltung des Geisteslebens bis zum Lehrer der untersten Schulstufe.|333|15f.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es wird also angestrebt, daß das Geistesleben nicht mehr abhängt vom&lt;br /&gt;
Staatsleben und nicht mehr abhängt vom Wirtschaftsleben, sondern&lt;br /&gt;
gerade frei und unabhängig sein kann, gerade so sein kann, wie es die&lt;br /&gt;
Katholische Kirche niemals war, die sich immer mit dem Staat und Wirtschaftsleben zusammen konfundiert hat.|196|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtsleben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gleichheit im Rechtsleben soll die Rechte und Möglichkeiten jedes Einzelnen sichern. Der Staat soll nach den Vorstellungen der sozialen Dreigliederung als zentrale Machtinstanz zurücktreten und einen Teil seiner Aufgaben an die Gesellschaft abgeben. Das heißt jedoch nicht, dass diese autonomen Aufgabengebiete im rechtsfreien Raum stattfinden können. Sie stehen auf dem Boden der rechtsstaatlichen Verfassung. Die auf demokratischem Wege entstandene Rechtsordnung durchdringt alle Bereiche des Wirtschafts- und Geisteslebens und gibt den darin sich betätigenden Menschen die Sicherheit vor Willkür und Machtmissbrauch.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach Behrens: &#039;&#039;Der Mensch – Bildner des sozialen Organismus&#039;&#039;, Hamburg 1958, S. 85 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsleben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben soll durch [[Assoziationen]] von Verbrauchern, Händlern und Produzenten in einem freien Markt gerechte Preise sowie eine gerechte Güterverteilung ermöglichen. Aufgabe des Rechtslebens wäre es, den dazu erforderlichen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der Privateigentum an Produktionsmitteln und Kapital nicht enteignet oder verstaatlicht, sondern in Treuhandeigentum transformiert. Ein auf diese Weise neutralisiertes Kapital kann weder verkauft noch vererbt, sondern nur in einer Art Schenkung an neue Eigentümer übertragen werden. Daher basiert der Kapitalbegriff der Sozialen Dreigliederung auf der durchzuführenden [[Kapitalneutralisierung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Eigentum hört auf, dasjenige zu sein, was es bis jetzt gewesen ist. Und es wird nicht zurückgeführt zu einer überwundenen Form, wie sie das Gemeineigentum darstellen würde, sondern es wird fortgeführt zu etwas völlig Neuem. Die Gegenstände des Eigentums werden in den Fluss des sozialen Lebens gebracht. Der Einzelne kann sie nicht aus seinem Privatinteresse heraus zum Schaden der Allgemeinheit verwalten; aber auch die Allgemeinheit wird sie nicht zum Schaden der Einzelnen bürokratisch verwalten können; sondern der geeignete Einzelne wird zu ihnen den Zugang finden, um durch sie der Allgemeinheit dienen zu können.|23|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch wäre es kapitalistischem Missbrauch durch gewinnmaximierenden Weiterverkauf oder Börsenspekulation entzogen. Andererseits wäre die Freiheit am Gemeinwohl orientierter Unternehmer und die Sozialbindung des Eigentums gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Umwandlung des alten Eigentumsbegriffs hinsichtlich der Produktionsmittel tritt die Grundüberzeugung, dass Arbeit nicht bezahlbar ist, mithin nicht gekauft werden kann. Der Warencharakter der menschlichen Arbeit ist nach Ansicht Steiners eine Restform der Sklaverei, deren vollständige Überwindung erst mit der Abschaffung des Lohnprinzips gegeben ist. Statt Arbeitslohn gibt es einen vertraglich vereinbarten Anteil am Gewinn. Innerhalb eines Betriebes entfallen durch die Neutralisierung des Kapitals die klassischen Rollen des Arbeitgebers und Arbeitnehmers. Steiner schlug als eine neue Möglichkeit der Benennung die Begriffe „Arbeitleister“ und „Arbeitleiter“ vor. Diese stehen in einem Vertragsverhältnis: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und dieses Verhältnis wird sich beziehen nicht auf einen Tausch von Ware (beziehungsweise Geld) für Arbeitskraft, sondern auf die Festsetzung des Anteiles, den eine jede der beiden Personen hat, welche die Ware gemeinsam zustande bringen.|23|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In verschiedenen Interpretationen und Weiterentwicklungen der sozialen Dreigliederung variieren die Beschreibungen und Abgrenzungen der drei gesellschaftlichen Subsysteme ebenso wie konkrete Vorschläge zur Umsetzung und zur Organisation der Selbstverwaltung dieser drei Bereiche. Zentral ist jedoch die Zuordnung der drei Ideale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu den drei Sphären der Gesellschaft Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezug zur Dreigliederung des menschlichen Organismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die soziale Dreigliederung mit der Organisation des [[Mensch]]en sachgerecht vergleichen zu können, bedarf es einer konkreten [[Erkenntnis]] der [[Dreigliederung des menschlichen Organismus]] und seines Zusammenhanges mit den [[Seelenfähigkeiten]] von [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Analogie&amp;quot; /&amp;gt; Anders als man vielleicht vorschnell meinen würde, hängt das [[Geistesleben]] mit dem &#039;&#039;Wollen&#039;&#039; zusammen, das [[Rechtsleben]] mit dem &#039;&#039;Fühlen&#039;&#039; und das [[Wirtschaftsleben]] mit dem &#039;&#039;Denken&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn man so äußerlich Analogien bilden würde, dann würde man&lt;br /&gt;
sagen: Wir haben die Dreigliederung des sozialen Organismus und die&lt;br /&gt;
Dreigliederung des menschlichen Organismus. Der Kopf ist das geistige&lt;br /&gt;
Organ, also muß man es vergleichen mit dem geistigen Leben des dreigliedrigen&lt;br /&gt;
Organismus; das rhythmische System, das bringt Einklang&lt;br /&gt;
zwischen den verschiedenen Funktionen als Herztätigkeit, als Atmungstätigkeit&lt;br /&gt;
- also Rechtsteil des sozialen Organismus; den Stoffwechsel,&lt;br /&gt;
das Gröbste, Materiellste, dasjenige, worauf der Mystiker mit einer&lt;br /&gt;
gewissen Verachtung herabsieht, trotzdem auch er erklärt, daß er essen&lt;br /&gt;
und trinken muß, den vergleicht man mit dem wirtschaftlichen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nicht so! Ich habe öfter darauf aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
bei andern Gelegenheiten, daß die Dinge eben in Wirklichkeit anders&lt;br /&gt;
liegen, als man nach bloßen Analogien glaubt, daß man zum Beispiel&lt;br /&gt;
nicht sagen kann, die Sommerzeit lasse sich mit dem Wachzustand der&lt;br /&gt;
Erde vergleichen und die Winterzeit mit dem Schlafzustand. Die Wahrheit&lt;br /&gt;
ist eine andere. Im Sommer schläft die Erde, im Winter wacht sie.&lt;br /&gt;
Das habe ich ja in seinen Einzelheiten ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so ist es auch, wenn man auf die Wirklichkeit und nicht auf&lt;br /&gt;
Analogien geht, bei dem Vergleichen des sozialen Organismus mit dem&lt;br /&gt;
menschlichen Organismus. Da muß man vergleichen just das Wirtschaftsleben&lt;br /&gt;
im sozialen Organismus mit der menschlichen Kopftätigkeit;&lt;br /&gt;
dasjenige, was Rechtsleben ist, das muß man allerdings - weil es&lt;br /&gt;
das Mittlere ist, so haben sich die Leute auch nicht geirrt bei der Analogie&lt;br /&gt;
- mit der rhythmischen Tätigkeit vergleichen. Aber das Geistesleben,&lt;br /&gt;
das muß man vergleichen mit dem Stoffwechsel. Also das Wirtschaftsleben&lt;br /&gt;
ist zu vergleichen mit den geistigen Organen, das geistige&lt;br /&gt;
Leben im sozialen Organismus mit den Stoffwechselorganen. Da hilft&lt;br /&gt;
nichts. Das Wirtschaftsleben ist der Kopf des sozialen Organismus, und&lt;br /&gt;
das geistige Leben ist Magen, Leber und Milz für den sozialen Organismus,&lt;br /&gt;
nicht für den einzelnen individuellen Menschen.|197|82f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Haupthindernis für ein tieferes Verständnis dieser Zusammenhänge liegt darin, dass das Seelenleben des Menschen nur mit dem [[Nervensystem]] und insbesondere mit dem [[Gehirn]] in Zusammenhang gebracht wird. Tatsächlich hängt aber nur das [[Denken]] bzw. [[Vorstellen]] mit dem Nervensystem zusammen. Das [[Fühlen]] stützt sich auf das [[Rhythmisches System|rhythmische System]] und das [[Wollen]] auf das [[Stoffwechsel-Gliedmaßensystem]]. In diesem wirkt unmittelbar das [[Ich]], d. h. der [[Geist]], weshalb der Wille auch dem Geistesleben zuzuordnen ist. Besonders schädlich ist in diesem Zusammenhang die bis heute als selbstverständlich geltende Unterscheidung [[Motorische Nerven|motorischer]] und [[Sensorische Nerven|sensorischer Nerven]] und die damit verbundene [[Neurowissenschaften|neurowissenschaftliche]] These, dass der Wille bzw. die [[Körperbewegung]] des Menschen vom Gehirn bzw. vom Nervensystem gesteuert werden. Damit wird ein [[Autismus|autistisch]]-[[ego]]zentrisches Menschenbild festgeschrieben, das einer fruchtbaren Entwicklung des sozialen Lebens im Wege steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Den sozialen Organismus mit dem menschlichen oder einem sonstigen&lt;br /&gt;
Organismus zu vergleichen, das ist auch in unserer Zeit Phrase&lt;br /&gt;
geworden, und es ist eine recht billige Phrase. Will man auf diesem&lt;br /&gt;
Gebiete nicht phrasenhaft reden, dann muß man jene Grundlegung&lt;br /&gt;
liefern, die geliefert worden ist in meiner Schrift «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
Was hätte es heute für einen Sinn, von der Dreigliederung des sozialen&lt;br /&gt;
Organismus zu sprechen, wenn nicht erst diese geistige Grundlage&lt;br /&gt;
von der Dreigliederung des menschlichen Organismus in Nerven-Sinnesfähigkeiten, in rhythmische Fähigkeiten und in Stoffwechselfähigkeiten,&lt;br /&gt;
als eine wirkliche naturwissenschaftliche Erkenntnis vor&lt;br /&gt;
die Menschen hingestellt worden wäre? Aber die Menschen sind zu&lt;br /&gt;
bequem, die aus dem verkehrten Schulwesen herausgewachsenen Vorstellungen&lt;br /&gt;
der Gegenwart sich korrigieren zu lassen durch das, was&lt;br /&gt;
aus der wahren Wirklichkeit stammt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere greuliche Vorstellung lebt in unserer offiziellen, das&lt;br /&gt;
heißt überall autoritativ geglaubten Wissenschaft. Diese Wissenschaft&lt;br /&gt;
nimmt teil an der götzendienerischen Anbetung alles dessen, was als&lt;br /&gt;
so hohe Kultur in der neueren Zeit heraufgezogen ist. Wie sollte nicht,&lt;br /&gt;
wenn sie etwas besonders geheimnisvoll ausdrücken will, diese moderne&lt;br /&gt;
Wissenschaft ihre Zuflucht zu dem nehmen, was sie jeweilig am&lt;br /&gt;
meisten anbetet. Nun also, so ist ihr das Nervensystem geworden zu&lt;br /&gt;
einer Summe von Telegraphenlinien, so ist ihr geworden die ganze&lt;br /&gt;
Nerventätigkeit des Menschen zu einem merkwürdig komplizierten&lt;br /&gt;
Telegraphenfunktionieren. Das Auge nimmt wahr, die Haut nimmt&lt;br /&gt;
mit wahr. Da wird zu der Telegraphenstation Gehirn durch sensitive&lt;br /&gt;
Nerven das hingeleitet, was von außen her wahrgenommen wird.&lt;br /&gt;
Dann sitzt dort im Gehirn ein, ich weiß nicht was für ein Wesen - ein&lt;br /&gt;
geistiges Wesen leugnet die neuere Wissenschaft ja ab -, durch ein&lt;br /&gt;
Wesen also, das zur Phrase geworden ist, weil man nichts Wirkliches&lt;br /&gt;
darin erblickt, wird das von den «sensitiven» Nerven Wahrgenommene&lt;br /&gt;
umgesetzt durch die «motorischen» Nerven in Willensbewegungen.&lt;br /&gt;
Und eingebleut wird dem jungen Menschen der Unterschied zwischen&lt;br /&gt;
sensitiven Nerven und motorischen Nerven, und aufgebaut wird auf&lt;br /&gt;
diesen Unterschied die ganze Anschauung über den Menschen.|192|153f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wirkliches Verständnis für das soziale Leben wird sich nur erringen lassen, wenn man erkennt, dass das [[Wirkliches Ich|wirkliche Ich]] nicht im [[Körper]], sondern in der geistigen Außenwelt, in der „Gesetzmäßigkeit der Dinge“ lebt, wie es [[Rudolf Steiner]] namentlich in seinem [[Bologna-Vortrag]] betont hat. Im [[Leib]] erscheint nur das an sich unwirkliche Spiegelbild des wahren [[Ich]]. Nur so kann man auch das im sozialen Zusammenleben wirksame [[Karma]] erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige, was wir erleben als unser Ich, ist nur&lt;br /&gt;
ein Spiegelbild des Ich. Das ist nur etwas, was das vorgeburtliche Ich&lt;br /&gt;
in uns abspiegelt. Wir erleben in der Tat nur ein Spiegelbild des Ich,&lt;br /&gt;
etwas vom wirklichen Ich erleben wir nur ganz indirekt. Das, wovon&lt;br /&gt;
die Psychologen, die sogenannten Seelenforscher als vom Ich reden,&lt;br /&gt;
ist nur ein Spiegelbild; das verhält sich zum wirklichen Ich so, wie das&lt;br /&gt;
Bild, das Sie von sich im Spiegel sehen, sich zu Ihnen verhält. Aber&lt;br /&gt;
dieses wirkliche Ich, das während der Zeit des atavistischen Hellsehens&lt;br /&gt;
und bis in die christlichen Zeiten herein gefunden werden&lt;br /&gt;
konnte, ist heute nicht in dem Menschen, der auf seine eigene Wesenheit&lt;br /&gt;
- insofern die eigene Wesenheit verbunden ist mit dem Leibe -&lt;br /&gt;
hinschaut. Nur indirekt erlebt der Mensch etwas von seinem Ich,&lt;br /&gt;
dann, wenn er mit andern Menschen in Beziehung tritt und sich das&lt;br /&gt;
Karma abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir einem andern Menschen gegenübertreten und sich etwas&lt;br /&gt;
abspielt zwischen uns und dem andern Menschen, was zu unserem&lt;br /&gt;
Karma gehört, da tritt etwas von dem Impulse des wahren Ich in uns&lt;br /&gt;
herein. Aber das, was wir in uns Ich nennen, was wir mit dem Worte&lt;br /&gt;
bezeichnen, das ist nur ein Spiegelbild. Und gerade dadurch wird der&lt;br /&gt;
Mensch reif gemacht während unseres fünften nachatlantischen Kulturzeitraumes,&lt;br /&gt;
das Ich im sechsten Zeitraum in einer neuen Gestalt zu&lt;br /&gt;
erleben, daß er gewissermaßen durch den fünften Zeitraum dieses&lt;br /&gt;
Ich nur als Spiegelbild erlebt. Das ist gerade das Charakteristische des&lt;br /&gt;
Zeitalters der Bewußtseinsseele, daß der Mensch sein Ich nur als&lt;br /&gt;
Spiegelbild erhält, damit er in das Zeitalter des Geistselbstes hineinlebt&lt;br /&gt;
und das Ich anders gestaltet, in neuer Gestalt wieder erleben&lt;br /&gt;
kann. Nur wird er es anders erleben, als er es heute gerne möchte!&lt;br /&gt;
Heute möchte der Mensch sein Ich, das er nur als Spiegelbild erlebt,&lt;br /&gt;
alles eher nennen als das, was sich ihm im zukünftigen sechsten nachatlantischen&lt;br /&gt;
Zeitraum als solches präsentieren wird. Jene mystischen&lt;br /&gt;
Anwandlungen, wie sie heute die Menschen noch haben: durch&lt;br /&gt;
Hineinbrüten in ihr Inneres das wahre Ich zu finden - das sie sogar&lt;br /&gt;
das göttliche Ich nennen! -, solche Anwandlungen werden die Menschen&lt;br /&gt;
in der Zukunft seltener haben. Aber gewöhnen werden sie sich&lt;br /&gt;
müssen, dieses Ich nur in der Außenwelt zu sehen. Das Sonderbare&lt;br /&gt;
wird eintreten, daß jeder andere, der uns begegnet und der etwas mit&lt;br /&gt;
uns zu tun hat, mehr mit unserem Ich zu tun haben wird als dasjenige,&lt;br /&gt;
was da in der Haut eingeschlossen ist. So steuert der Mensch auf das&lt;br /&gt;
soziale Zeitalter zu, daß er sich in Zukunft sagen wird: Mein Selbst&lt;br /&gt;
ist bei all denen, die mir da draußen begegnen; am wenigsten ist es&lt;br /&gt;
da drinnen. Ich bekomme, indem ich als physischer Mensch zwischen&lt;br /&gt;
Geburt und Tod lebe, mein Selbst von allem Möglichen, nur nicht&lt;br /&gt;
von dem, was da in meiner Haut eingeschlossen ist.|187|80f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Beziehung des sozialen Organismus zum vorgeburtlichen, inkarnierten, und nachtodlichen Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es liegen also große Prinzipien auch in dieser Beziehung in der Dreigliederung&lt;br /&gt;
des sozialen Organismus. Wir gliedern in drei Glieder aus&lt;br /&gt;
dem Grunde, weil wir die verschiedensten Gebiete, die mit dem Übersinnlichen&lt;br /&gt;
etwas zu tun haben, von demjenigen abtrennen müssen, was&lt;br /&gt;
nur mit dem Sinnlichen zwischen der Geburt und dem Tode etwas zu&lt;br /&gt;
tun hat. […] Damit weise ich Sie hin auf dasjenige, was für die Bekräftigung der&lt;br /&gt;
Dreigliederungsidee nur aus der Initiationswissenschaft heraus gewonnen&lt;br /&gt;
werden kann.|196|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorgeburtliches Leben und Geistesleben auf der Erde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun erinnern Sie sich an etwas, was ich Ihnen hier schon auseinandergesetzt&lt;br /&gt;
habe, was ich aber noch einmal für diejenigen, die das nicht gehört&lt;br /&gt;
haben, wiederholen will. Der Mensch, indem er hier auf der Erde&lt;br /&gt;
lebt zwischen Geburt und Tod, ist ja nicht bloß dieses Wesen, das hier&lt;br /&gt;
zwischen Geburt und Tod lebt, sondern er trägt in sich die Nachklänge&lt;br /&gt;
desjenigen, was er durchlebt hat erstens in früheren Inkarnationen, aber&lt;br /&gt;
namentlich desjenigen, was er durchlebt hat zwischen dem letzten Tode&lt;br /&gt;
und der Geburt, die seinem jetzigen Leben vorangegangen ist. In dieser&lt;br /&gt;
Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt haben wir in der&lt;br /&gt;
geistigen Welt Erlebnisse durchgemacht, und diese Erlebnisse klingen&lt;br /&gt;
nach in dem gegenwärtigen Leben. Und wie klingen sie nach im öffentlichen&lt;br /&gt;
sozialen Leben? - So, daß alles, was die Menschen hineinbringen&lt;br /&gt;
in das öffentliche Leben durch ihre Talente, durch ihre besonderen Begabungen,&lt;br /&gt;
was also überhaupt das öffentliche Geistesleben ist, ja gar&lt;br /&gt;
nicht von der Erde ist, sondern alles Nachklang ist aus dem vorirdischen&lt;br /&gt;
Leben. […] Und was hier auf der&lt;br /&gt;
Erde an Kunst, Wissenschaft, an religiösen Impulsen bei den Menschen&lt;br /&gt;
entwickelt wird, das heißt, was entwickelt wird als irdisches Geistesleben,&lt;br /&gt;
das: ist alles Nachklang des überirdischen Geisteslebens, wie es die&lt;br /&gt;
Menschen durch die Pforte der Geburt hier hereinbringen. […] Wir haben also in&lt;br /&gt;
diesem sozialen Leben hinsichtlich der Kräfte ein Element drinnenstecken,&lt;br /&gt;
das uns einfach heruntergeschickt wird aus den geistigen Welten.|196|126f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirtschaftsleben auf der Erde und nachtodliches Leben ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige aber, was im Wirtschaftsleben gewirkt wird durch&lt;br /&gt;
Brüderlichkeit oder Unbrüderlichkeit, was die Menschen füreinander&lt;br /&gt;
tun, wirtschaften, das hat, so sonderbar es klingt, nicht nur eine Bedeutung&lt;br /&gt;
für dieses Leben zwischen Geburt und Tod, sondern gerade&lt;br /&gt;
eine große Bedeutung für das Leben nach dem Tode. […] Dasjenige, was sich hier abspielt als wirtschaftliches Leben, das ist die Ursache, wie&lt;br /&gt;
Menschen leben werden zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
Wenn zum Beispiel eine wirtschaftliche Ordnung bloß auf Egoismus&lt;br /&gt;
aufgebaut ist, so bedeutet das, daß die Menschen im hohen Grade Einsiedler&lt;br /&gt;
werden zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, daß sie die&lt;br /&gt;
größten Schwierigkeiten haben, andere Menschenwesen zu finden, kurz,&lt;br /&gt;
es hat eine riesige Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und der&lt;br /&gt;
nächsten Geburt, wie der Mensch sich hier wirtschaftlich verhält.|196|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Rechtsleben als rein irdisches Leben ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es bleibt daher einzig und allein als rein irdisch das Rechts- oder&lt;br /&gt;
Staatsleben. Das hat weder eine Bedeutung für vorgeburtliches Leben&lt;br /&gt;
noch für das nachtodliche Leben, das hat nur eine Bedeutung für das,&lt;br /&gt;
was hier auf der Erde geschieht. Trennen wir reinlich ab dieses rechtsstaatliche&lt;br /&gt;
Leben von den beiden andern Gebieten, so trennen wir das&lt;br /&gt;
Irdische ab von allem Überirdischen, das hier auf die Erde hereinspielt.|196|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufsteigende und absteigende Kräfte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der soziale Organismus stirbt zwar nicht,&lt;br /&gt;
dadurch unterscheidet er sich zum Beispiel von dem&lt;br /&gt;
menschlichen Organismus, aber er wandelt sich, und&lt;br /&gt;
aufsteigende und absteigende Kräfte sind ihm naturgemäß.&lt;br /&gt;
Nur der begreift den sozialen Organismus, der&lt;br /&gt;
weiß: wenn man die besten Absichten verwirklicht und&lt;br /&gt;
irgend etwas auf irgendeinem Gebiet des sozialen Lebens&lt;br /&gt;
herstellt, was aus den Verhältnissen heraus gewonnen ist,&lt;br /&gt;
wird es nach einiger Zeit dadurch, daß Menschen mit ihren&lt;br /&gt;
Individualitäten drinnen arbeiten, Absterbekräfte,&lt;br /&gt;
Niedergangskräfte zeigen. Was für das Jahr zwanzig eines&lt;br /&gt;
Jahrhunderts das Richtige ist, das hat sich bis zum&lt;br /&gt;
Jahre vierzig desselben Jahrhunderts so verwandelt, daß&lt;br /&gt;
es bereits seine Niedergangskräfte in sich enthält.|83|284}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Globalisierung ==&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Im Zeitalter der Weltwirtschaft, die sich mit der [[w:Wirtschaftsliberalismus|wirtschaftlichen Liberalisierung]] und der [[w:Industrielle Revolution|industriellen Revolution]] seit der Mitte des [[w:19. Jahrhundert|19. Jahrhundert]]s immer stärker herausgebildet hat, kann der soziale Organismus realistisch nur als globales Gebilde aufgefasst werden:&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
{{GZ|Aber all die Nationalökonomien, von Adam Smith angefangen bis herauf zu den neuesten, rechnen eigentlich mit kleinen Gebieten als sozialen Organismen. Sie beachten da nicht einmal, daß, wenn man schon eine bloße Analogie wählt, diese stimmen muß. Die Menschen beachten gar nicht, daß sie stimmen muß. Haben Sie schon einen wirklichen ausgewachsenen Organismus gesehen, der so ist: Hier ist zum Beispiel ein Mensch, hier ist der zweite Mensch, hier ist der dritte Mensch und so weiter. Es wären niedliche Menschenorganismen, die in solcher Weise aneinanderkleben würden; das gibt es doch bei ausgewachsenen Organismen nicht. Das ist aber doch bei den Staaten der Fall. Organismen brauchen die Leere um sich herum bis zu dem anderen Organismus. Das, womit Sie die einzelnen Staaten vergleichen können, sind höchstens die Zellen des Organismus, und Sie können nur die ganze Erde als Wirtschaftskörper mit einem Organismus vergleichen. Das müßte beachtet werden. Das ist mit Händen zu greifen, seit wir Weltwirtschaft haben, daß wir die einzelnen Staaten nur mit Zellen vergleichen können. Die ganze Erde, als Wirtschaftsorganismus gedacht, ist der soziale Organismus.|340|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner entwickelte bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts erste Grundgedanken zur [[w:Soziale Frage|sozialen Frage]]. 1898 formulierte er – als Antwort auf eine Schrift des Philosophen [[w:Ludwig Stein|Ludwig Stein]] – in zwei Aufsätzen sein „[[soziologisches Grundgesetz]]“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Menschheit strebt im Anfange der Kulturzustände nach Entstehung sozialer Verbände; dem Interesse dieser Verbände wird zunächst das Interesse des Individuums geopfert; die weitere Entwicklung führt zur Befreiung des Individuums von dem Interesse der Verbände und zur freien Entfaltung der Bedürfnisse und Kräfte des Einzelnen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dreigliederung.de/soziologischesgrundgesetz Online-Quelle mit den beiden Aufsätzen]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1905 veröffentlichte er in der theosophischen Zeitschrift &#039;&#039;[[Lucifer-Gnosis]]&#039;&#039; sein „[[soziales Hauptgesetz]]“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist umso größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dreigliederung.de/sozialeshauptgesetz Quelle mit zahlreichen ergänzenden Texten]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 richtete er auf Vermittlung und in Zusammenarbeit mit Ludwig Polzer-Hoditz und Otto Graf von Lerchenfeld Memoranden an die österreichische und deutsche Regierung zu einem Friedensangebot der [[w:Mittelmächte|Mittelmächte]], welches im Geiste der sozialen Dreigliederung eine wirksame Alternative zu dem verhängnisvollen [[14-Punkte-Programm]] zur Selbstbestimmung der Nationen des amerikanischen Präsidenten [[Woodrow Wilson]] hätte bilden können. Der ehemalige Kabinettschef des österreichischen Kaisers Karl, Arthur Polzer-Hoditz, machte diesen im November 1917 mit der Idee der Dreigliederung bekannt. Er wurde aufgefordert, das ganze System der Dreigliederung in einer Denkschrift niederzulegen. Im Februar 1918 übergab er diese dem Kaiser und informierte noch am selben Tag den damaligen Ministerpräsidenten Seidel umfassend über den Inhalt der Ausarbeitung. Eine Reaktion blieb jedoch aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Renate Riemeck: &#039;&#039;Mitteleuropa. Bilanz eines Jahrhunderts&#039;&#039;. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1983, S. 145.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wesentliche Grund für die negative Bewertung der Wilsonschen Thesen ist das dort postulierte [[w:Selbstbestimmungsrecht der Völker|Selbstbestimmungsrecht der Völker]]. In diesem sah Steiner eine illusionäre Idee, die im Gegensatz zu ihrer vordergründigen Plausibilität eine Epoche des Nationalismus und Rassismus einleiten würde. Dieser, in einer immer mehr von vielfältigen kulturellen und ethnischen Zugehörigkeiten geprägten gesellschaftlichen Wirklichkeit, zerstörerischen Idee stellte er das „Selbstbestimmungsrecht des Individuums“ entgegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Jens Heisterkamp (Hrsg.): &#039;&#039;Die Jahrhundertillusion. Wilsons Selbstbestimmungsrecht der Völker, Steiners Kritik und die Frage der nationalen Minderheiten heute&#039;&#039;. Frankfurt am Main 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte er mit dem Unternehmer [[Emil Molt]] einige Jahre lang im Rahmen des Bundes für Dreigliederung Mitstreiter zu finden, um diese Idee in Deutschland zu verwirklichen, konkret zunächst 1919 in Württemberg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge dieser Bemühungen kam es zur Begründung der ersten [[Waldorfschule]]. Die Dreigliederung sollte in der Unsicherheit nach dem Ersten Weltkrieg den Strömungen des [[Nationalismus]] und des [[w:Kommunismus|Kommunismus]] entgegenwirken und den [[Kapitalismus]] eindämmen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
1921 gab es in Oberschlesien einen weiteren Versuch, öffentlich für die Konzeption der sozialen Dreigliederung zu wirken, um mit der Etablierung eines freien Geisteslebens und assoziativen Wirtschaftslebens die nationalen Gegensätze zu überwinden (Oberschlesische Aktion des Bundes für Dreigliederung). Auch dieser Aktion war kein Erfolg beschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Steiner sah, dass er in der damaligen Nachkriegssituation in Mitteleuropa die Soziale Dreigliederung nicht realisieren konnte, beendete er seine diesbezüglichen Aktivitäten und beschränkte sich darauf, die Ideen der Dreigliederung in Vorträgen und Seminaren weiter zu entwickeln. Nachdrücklich wies er darauf hin, dass die Zukunft eine dreigliedrige Entwicklung des sozialen Organismus in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in jedem Falle bringen werde, entweder durch Einsicht künftiger Generationen bewerkstelligt oder durch unvorstellbare Katastrophen erzwungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an dieses Leitbild blieb weitgehend nur in anthroposophischen Kreisen lebendig und führte auch dort nach Rudolf Steiners Tod bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts ein eher randständiges Dasein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der 68er Bewegung gab es eine bedeutsame Renaissance der Dreigliederungsbewegung, getragen von einer kleinen Minderheit der damals „Bewegten“, die jedoch, trotz größter Bemühungen um Öffentlichkeit, in der herrschenden Medienöffentlichkeit kaum zu Wort gekommen oder wahrgenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Folkert Wilken]] und [[Hans-Georg Schweppenhäuser]] entwickelten in dieser Zeit sehr grundlegende Ansätze, etwa, wie die [[Kapitalneutralisierung]] oder wie die Zähmung des [[Geldwesen]]s zu bewerkstelligen sei.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
In verschiedenen außerparlamentarischen Gesprächskreisen, Gruppierungen und Einrichtungen Westdeutschlands, der Schweiz, Österreichs, der Niederlande und Skandinaviens wurde die ideelle Übereinstimmung des sozialen und emanzipatorischen Gedankenguts von Denkern wie dem jungen [[Karl Marx|Marx]], [[:Voltaire|Voltaire]], [[w:Rosa Luxemburg|Rosa Luxemburg]] mit den Idealen der sozialen Dreigliederung gewürdigt, diskutiert und herausgestellt. Begeisterung für den Prager Frühling, für die von [[w:Eugen Löbl|Eugen Löbl]] formulierte Forderung, &#039;&#039;„den Sozialismus mit dem großen Programm der Freiheit [zu] verbinden“&#039;&#039;, gab diesen Gruppierungen enormen Auftrieb. [[w:Rudi Dutschke|Rudi Dutschke]] wusste um diese Zusammenhänge. Sein Wille zur Zusammenarbeit konnte durch das Attentat und seinen späteren frühen Tod leider nicht realisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:ink-a.jpg|thumb|right|300px|[[INKA|Internationales Kulturzentrum]] [[w:Achberg|Achberg]]]]&lt;br /&gt;
[[Wilfried Heidt]] vom Republikanischen Club Lörrach und [[Peter Schilinski]] vom Republikanischen Club Sylt ergriffen 1969 mit ihren Mitarbeitern die Initiative zur Begründung eines Internationalen Kulturzentrums als Begegnungsstätte aller Menschen, die an der Zielsetzung eines „dritten Weges“ zwischen westlichem Kapitalismus und östlichem Staatssozialismus (und dazu zählten sich auch die „Dreigliederer“) interessiert sind. Als dann mit Beginn der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts diese Begegnungsstätte als [[Internationales Kulturzentrum Achberg]] im Geiste „aktiver Toleranz“ ihre Arbeit aufnehmen konnte, fand dort – neben vielen anderen bedeutsamen Begegnungen etwa mit Emigranten des Prager Frühlings oder der russischen Opposition – auch innerhalb der „Dreigliederer“ ein wichtiger und beflügelnder Brückenschlag der Generationen statt. Noch lebende Zeitzeugen und Mitstreiter der ersten Dreigliederungsbewegung nach dem Ersten Weltkrieg schlossen sich mit jungen Menschen, die diese Ideale weiterführen wollten, zusammen. Im Rahmen entsprechender Arbeitstagungen des Internationalen Kulturzentrums Achberg inspirierten die Zielvorstellungen eines freien Geisteslebens sowie der Gleichheit im Rechtsleben zur Forderung nach gesichertem, freien und gleichberechtigtem Zugang meinungsbildender Initiativen zu den Massenmedien, als Voraussetzung der Einführung von Elementen [[Direkte Demokratie|direkter Demokratie]] mit Volksinitiativen und Volksabstimmungen zur Ergänzung der parlamentarischen Demokratie. Des Weiteren spielte, angesichts einer unkontrollierten internationalen Kapitalmacht, die Frage eines neu geordneten, unabhängigen, jedoch demokratisch legitimierten und am Gemeinwohl orientierten Geldwesens eine wachsende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt hierfür bildeten vor allem die Ideen [[Wilhelm Schmundt]]s (1898–1992). Wilfried Heidt, damals Leiter des Achberger Instituts für Sozialforschung, förderte federführend und moderierend während der 70er Jahre die geistige Zusammenarbeit einer Kerngruppe von Menschen mit Wilhelm Schmundt, dem Künstler [[Joseph Beuys]] und vielen Mitarbeitern und Gästen des Internationalen Kulturzentrums. Die damals vertiefend erarbeiteten Urbilder eines zeitgemäßen Geldbegriffs bildeten das detaillierte geistige Fundament jener späteren prägnanten Kurzformel: &#039;&#039;Kunst = Kreativität = Kapital&#039;&#039;, mit der Joseph Beuys, der Wilhelm Schmundt seinen „großen Lehrer“ genannt hatte, auf die Kernpunkte einer alternativen Geldordnung aufmerksam machen wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seitdem hatte Joseph Beuys wesentlich dazu beigetragen, dass Positionen der sozialen Dreigliederung immer wieder auch in die Öffentlichkeit getragen wurden. Er hatte den Grundgedanken der Dreigliederung im Rahmen eines erweiterten Kunstbegriffs in seine Idee der [[Soziale Plastik|Sozialen Plastik]] integriert. Nach Beuys können &#039;&#039;„alle Fragen der Menschen […] nur Fragen der Gestaltung sein“&#039;&#039;. Dieser neue Kunstbegriff bezieht sich &#039;&#039;„auf alles Gestalten in der Welt. Und nicht nur auf künstlerisches Gestalten, sondern auch auf soziales Gestalten, [...] oder auf andere Gestaltungsfragen und Erziehungsfragen“&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Gespräch zwischen J. Beuys, B. Blume und H. G. Prager vom 15. November 1975, veröffentlicht in der Rheinischen Bienenzeitung, Heft 12/1975.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1989 veröffentlichte [[w:Rolf Henrich|Rolf Henrich]] in der Bundesrepublik sein in der DDR geschriebenes Buch &#039;&#039;Der vormundschaftliche Staat – Vom Versagen des real existierenden Sozialismus&#039;&#039;. Es wurde zu einem der wichtigen Texte der Bürgerbewegung. Hierin analysierte er die Wirklichkeit der gesellschaftlichen Situation und konstatierte den &#039;&#039;„kulturellen Niedergang der sozialistischen Gesellschaft“&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Henrich: &#039;&#039;Der vormundschaftliche Staat&#039;&#039;. Reinbek 1989, S. 316.&amp;lt;/ref&amp;gt; Henrich stellte die Dreigliederung und seine Vision eines neu gestalteten blockfreien, anationalen Mitteleuropa vor:&#039;&#039;„Allerdings böte, was die inneren Verhältnisse betrifft, die Dreigliederung des sozialen Organismus und die Selbstverwaltung seiner Glieder wohl die besten Möglichkeiten, um die ‚verhärtete Haut‘ endlich abzulegen, damit sich die bisher durch den Staat in der Mitte und im Osten Europas nach innen zurückgeworfenen Kräfte in einen freien menschlichen Austausch einbringen könnten.“&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;AaO, S. 303.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutzutage gibt es eine Vielzahl kleiner und großer Initiativen, die die Ideen der sozialen Dreigliederung propagieren und teilweise auch umzusetzen versuchen. 2003 erhielten mit [[Nicanor Perlas]], Vertreter der philippinischen Zivilgesellschaft und [[Ibrahim Abouleish]], Begründer der [[Sekem]]-Farm in Ägypten, zwei Menschen bzw. Organisationen den [[w:Right Livelihood Award|Alternativen Nobelpreis]], die das Leitbild der sozialen Dreigliederung teilen und propagieren. In Deutschland arbeitet etwa die [[GLS Gemeinschaftsbank|GLS Bank Bochum]] auf Grundlage der sozialen Dreigliederung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung von anderen sozial- und gesellschaftstheoretischen Konzepten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundidee der Dreigliederung scheint intuitiv leicht nachvollziehbar, Wirtschaft und Politik zeigen sich heute jedem als eigenständige Bereiche des sozialen Lebens (obwohl miteinander verquickt), für die jeweils unterschiedliche Regeln des Handelns gelten. Der Kulturbereich ist schwieriger zu fassen, ergibt sich aber irgendwie als das andere des sozialen Lebens, das nicht (oder nicht nur) ökonomisch oder rechtlich/politisch geprägt ist. Traditionell werden [[Kunst]], [[Wissenschaft]] und [[Religion]] dem Kulturbereich zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon [[Max Weber]] ermittelte unterschiedliche „Sphären“ des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens, die den Menschen jeweils ganz unterschiedliche Sinnhorizonte für Situationsbewertung und angemessenes soziales Handeln vorgeben. [[Talcott Parsons]] unterschied vier Subsysteme der Gesellschaft Wirtschaft, Politik, Kultur und Gemeinwesen, die jeweils unverzichtbare Funktionen für die Gesamtgesellschaft wahrnehmen. [[w:Daniel Bell (Soziologe)|Daniel Bell]] differenziert zwischen einem ökonomisch-technologischen, politischen und kulturellen Bereich. Für [[Niklas Luhmann]] sind das Rechtssystem und das Politiksystem unterschiedliche eigenständige Bereiche, für das Kulturgebiet beobachtet er eine ganze Reihe selbstständiger „[[Autopoiesis|autopoietischer]]“ Systeme, wie etwa das Erziehungssystem oder die Massenmedien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist die Aufgabe gestellt, das „Eigentliche“ der Dreigliederungsidee Rudolf Steiners schärfer herauszuarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Ich halte den Luhmann für den Philosophen des Unwesentlichen, denn er macht ja alles Wesentliche zu einem Surrogat. Zu einem Vorgestellten. […] Oder ich könnte auch sagen, Luhmann ist für mich jemand des „Dran vorbei“, ja? Ein Organismus ist etwas total anderes, als ein System. Aber alle Leute lieben heute das System. Das System tut. Na, das eignet sich wunderbar. Alle Moleküle versammeln sich im System und das System beschließt, ja? Das System beschließt also jetzt machen wir den aufrechten Menschen oder wir machen die Qualle oder so. Na, Unsinn ist das.“ ([[Konrad Schily]] 2010 in einem Interview)&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert nach http://www.dreigliederung.de/essays/2010-08-001.html: Thomas Brunner, Ralf Gleide und Clara Steinkellner im Gespräch mit Dr. Konrad Schily, Witten, 17. August 2010. Eine gekürzte Fassung ist in Die Drei, Ausgabe 2011/1 erschienen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche auch zum Thema des Interviews den Artikel in der taz: &#039;&#039;Die Bildung kennt ihre Grenzen nicht&#039;&#039;. 17. Februar 2004, von Dirk Baecker (Dirk Baecker ist Luhmannianer) [http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/02/17/a0218].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den unterschiedlichen Einteilungen und der Verwirrung, was denn jeweils unter Sphären, Bereichen, Organismen, Strukturen oder Systemen, ihrer Autonomie und ihrem Zusammenwirken präzise zu verstehen ist, herrscht auch Uneinigkeit, inwieweit die soziale Dreigliederung bereits verwirklicht ist, oder wo schon in der gesellschaftlichen Entwicklung ein bemerkenswerter Fortschritt im Sinne dieser Idee festzustellen ist. Ein ehemaliger Bezirkspräsident Baden-Württembergs konnte sogar zu der Ansicht kommen: „Wir haben die Dreigliederung bereits!“, und meinte damit die real existierende [[w:soziale Marktwirtschaft|soziale Marktwirtschaft]] der Bundesrepublik Ende der 80er Jahre.&amp;lt;ref&amp;gt;Interview in Info3 (?)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Diether Lauenstein]] hält die frühen systemtheoretischen Auffassungen Luhmanns, die sich allerdings von seiner späteren Systemtheorie, seit [[w:Soziale Systeme (1984)|Soziale Systeme (1984)]], in wesentlichen Punkten unterscheiden, für mit der Dreigliederungsidee identisch, jedenfalls das Gleiche meinend, und sieht „erfolgversprechende Entwicklungen“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wir haben uns zu besinnen, ob wir nur Erzeuger und Verbraucher zu sein wünschen, oder ob wir auch andere unabdingbare Ziele haben. Wenn solches der Fall ist, dann müssen wir auch diesen Zielen kräftige allgemeine Formen verleihen. Den Hinweis auf eine neue erfolgversprechende Entwicklung geben heute Luhmanns vier Kommunikationsmittel der Gesellschaft - Liebe, Geld, Macht und Wahrheit -, die jedes, außer der Liebe, eine eigene ihr angemessene und ziemlich selbständige Organisation bilden können. Vor einem halben Jahrhundert regt Steiner &#039;&#039;&#039;dasselbe&#039;&#039;&#039; an als [[Dreigliederung des sozialen Organismus]].“ (Lauenstein: &#039;&#039;Das Ich und die Gesellschaft&#039;&#039;. S. 329, Hervorh. nicht i. Orig.)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen davon, dass die Gleichsetzung Lauensteins von Steiners Dreigliederungsidee und Luhmanns Systemtheorie ein Missverständnis zu sein scheint (das an anderer Stelle näher zu untersuchen ist),&amp;lt;ref&amp;gt;Für ein tieferes Verständnis des Eigentlichen der Dreigliederungsidee scheint die Kontrastierung mit der frühen Systemtheorie Luhmanns, mit der Systemtheorie Talcott Parsons, der Kritik an ihr, und mit der damaligen [[Habermas]]-Luhmann-Debatte (1971) lohnender als mit der späteren Systemtheorie Luhmanns. Ein deutscher Soziologe, der gegen Luhmann an Parsons Konzept festhält und es weiter ausgearbeitet hat, ist [[w:Richard Münch|Richard Münch]]. Vgl. dazu auch die Artikel über [[Niklas Luhmann]] und [[Freies Geistesleben, Zivilgesellschaft und Lebenswelt]].&amp;lt;/ref&amp;gt; findet sich in den Zitaten von Konrad Schily und Diether Lauenstein auch eine Gemeinsamkeit. Schily betont, ein Organismus sei etwas total anderes als ein System. Zudem sagt er, dass ein System keine Fähigkeit zur (Selbst-)gestaltung habe. Lauenstein spricht von „kräftigen allgemeinen Formen“, die wir unseren Zielen verleihen müssen. Damit scheint angedeutet, dass man den sozialen Organismus im Sinne der Dreigliederung als ein Gestaltungsprodukt anzusehen hat, das im Gegensatz zu verfestigten sozialen Strukturen und verselbständigten Systemen (Max Weber spricht vom „stählernen Gehäuse der Hörigkeit“), seine Gestaltbarkeit nicht verliert, und einer jeden (sachgerechten) Umgestaltung, die Ausdruck des Wollens einer sozialen Gemeinschaft ist, sich nicht widersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt dazu eine Anmerkung von Steiner, dass soziale Institutionen, also auch eine Waldorfschule, die Tendenz haben, in ihren Formen zu erstarren, unlebendig zu werden. Das Ergebnis davon ist dann die Organisation von der Art, wie sie Schily kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In  der  wirtschaftlichen  Organisation  soll  ein  Gemeinschaftswille  walten.  Der  aber  muß&lt;br /&gt;
das Ergebnis  der Einzelwillen  der in der Organisation vereinigten  Menschen  sein.  Diese  Einzelwillen  werden  nicht&lt;br /&gt;
zur Geltung  kommen,  wenn  der  Gemeinschaftswille  restlos&lt;br /&gt;
aus  dem  wirtschaftlichen  Organisationsgedanken  kommt.&lt;br /&gt;
Sie werden  aber unverkümmert  sich entfalten,  wenn neben&lt;br /&gt;
dem Wirtschaftsgebiet ein Rechtsgebiet steht,  auf dem keine&lt;br /&gt;
wirtschaftlichen   Gesichtspunkte,   sondern   allein   die   des&lt;br /&gt;
Rechtsbewußtseins  maßgebend  sind;  und  wenn  neben  beiden  ein  freies  Geistesleben  Raum  findet,  das  nur  geistigen&lt;br /&gt;
Antrieben folgt. Dann wird nicht eine mechanisch wirkende&lt;br /&gt;
Gesellschaftsordnung   entstehen,   der   auf   die   Dauer   die&lt;br /&gt;
menschlichen  Einzelwillen  doch  nicht  angepaßt  sein  könnten;  sondern  es  werden  die  Menschen  die  Möglichkeit  finden, die Gesellschaftszustände fortwährend von ihren  sozial gerichteten  Einzelwillen  aus  zu  gestalten.  In  dem  freien&lt;br /&gt;
Geistesleben  wird  der  Einzelwille  seine  soziale  Richtung&lt;br /&gt;
erhalten;  in  dem  selbständigen  Rechtsstaate  wird  aus  den&lt;br /&gt;
sozial gesinnten Einzelwillen der gerecht wirkende Gemeinschaftswille  entstehen.  Und  die  sozial  orientierten  Einzelwillen,  organisiert  durch  die  selbständige  Rechtsordnung,&lt;br /&gt;
werden  sich  gütererzeugend  und  güterverteilend  im  Wirtschaftskreislauf  den  sozialen Forderungen  gemäß betätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den meisten Menschen fehlt heute noch der Glaube an&lt;br /&gt;
die Möglichkeit, von den Einzelwillen aus eine sozial befriedigende&lt;br /&gt;
Gesellschaftsordnung zu begründen. Dieser Glaube&lt;br /&gt;
fehlt, weil er aus einem Geistesleben nicht erstehen kann,&lt;br /&gt;
das aus dem Wirtschafts- und dem Staatsleben heraus in&lt;br /&gt;
Abhängigkeit sich entwickelt hat. Eine Geistesart, die nicht&lt;br /&gt;
in Freiheit aus dem Leben des Geistes selbst sich entwickelt,&lt;br /&gt;
sondern aus einer äußeren Organisation heraus, die weiß&lt;br /&gt;
eben nicht, was der Geist wirklich vermag. […] Zur sozialen Neugestaltung gehört nicht nur ein guter&lt;br /&gt;
Wille, sondern auch der Mut, welcher dem Unglauben an&lt;br /&gt;
die Kraft des Geistes sich entgegenstellt.|24|246f.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Soziale Dreigliederung und Gewaltenteilung (Montesquieu) =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn von Montesquieu in Frankreich&lt;br /&gt;
eine Art Dreiteilung des sozialen Organismus definiert&lt;br /&gt;
wird, so ist das einfach eine Dreiteilung. Da wird&lt;br /&gt;
daraufhingewiesen, daß diese drei Gebiete eben durchaus&lt;br /&gt;
verschiedene Bedingungen haben; darum solle man&lt;br /&gt;
sie voneinander abtrennen. Das ist nicht die Tendenz&lt;br /&gt;
meines Buches. Da handelt es sich nicht darum, so&lt;br /&gt;
zu unterscheiden: Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben,&lt;br /&gt;
wie man am Menschen unterscheiden würde das Nerven-Sinnessystem, Herz-Lungensystem und&lt;br /&gt;
Stoffwechselsystem, indem man dabei sagen würde, das&lt;br /&gt;
seien drei voneinander geschiedene Systeme. Mit solcher&lt;br /&gt;
Einteilung ist nichts getan, sondern erst, wenn man&lt;br /&gt;
sieht, wie diese verschiedenen Gebiete zusammenwirken,&lt;br /&gt;
wie sie am besten eine Einheit werden dadurch,&lt;br /&gt;
daß jedes aus seinen Bedingungen heraus arbeitet. So ist&lt;br /&gt;
es auch im sozialen Organismus. Wenn wir wissen, wie&lt;br /&gt;
wir das Geistesleben, das rechtlich-staatliche Leben und&lt;br /&gt;
das Wirtschaftsleben jedes auf seine ureigenen Bedingungen&lt;br /&gt;
stellen, aus seinen ureigenen Kräften heraus arbeiten&lt;br /&gt;
lassen, dann wird sich auch die Einheit des sozialen&lt;br /&gt;
Organismus ergeben. Und dann wird man sehen,&lt;br /&gt;
daß aus jedem einzelnen dieser Gebiete gewisse Niedergangskräfte&lt;br /&gt;
hervorgetrieben werden, die aber durch das&lt;br /&gt;
Zusammenwirken mit den anderen Gebieten wiederum&lt;br /&gt;
geheilt werden. Damit ist hingewiesen, nicht wie bei&lt;br /&gt;
Montesquieu auf eine Dreiteilung des sozialen Organismus,&lt;br /&gt;
sondern auf eine Dreigliederung des sozialen Organismus,&lt;br /&gt;
die sich aber dadurch in der Einheit des gesamten&lt;br /&gt;
sozialen Organismus zusammenfindet, daß ja jeder&lt;br /&gt;
Mensch allen drei Gebieten angehört. Die menschliche&lt;br /&gt;
Individualität, auf die doch alles ankommt, steht in diesem&lt;br /&gt;
dreigegliederten sozialen Organismus so drinnen,&lt;br /&gt;
daß sie die drei Glieder miteinander verbindet.|83|306f.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verschiedene Ebenen zur Umsetzung der Sozialen Dreigliederung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend den Dimensionen sozialen Handelns wurden von Autoren wie [[Lex Bos]] und [[Dieter Brüll]] unterschiedliche Ebenen zur Umsetzung der Idee von der Dreigliederung des sozialen Organismus unterschieden. Es sind dies die [[mikrosozial]]e Ebene, die [[mesosozial]]e Ebene und die [[makrosozial]]e Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikrosozial ist das Verhältnis von Mensch zu Mensch, etwa in einer Leih- und Schenkgemeinschaft. Eine einzelne Einrichtung, etwa eine [[Waldorfschule]], oder größere Arbeitszusammenhänge zu schaffen, etwa eine (teilautonome) Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, ist demnach mesosozial. Die Gesamtidee der [[Soziale Dreigliederung|Sozialen Dreigliederung]] zu realisieren, ist schließlich makrosozial angesiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Brüll: &#039;&#039;Der Anthroposophische Sozialimpuls&#039;&#039;. Vlg. für Anthroposophie, Dornach 2012, S. 9–10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wachsender Organismus vs. künstliche Organisiertheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ebensowenig kann man davon sprechen, daß man organisieren soll,&lt;br /&gt;
damit die Dreigliederung herauskäme. Was ein Organismus ist, das&lt;br /&gt;
organisiert man eben nicht; das wächst. Es ist ja gerade das Wesen des Organismus, daß man ihn nicht zu organisieren hat, daß er sich selbst organisiert. Was man organisieren kann, ist kein Organismus.|339|28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es bekommt dasjenige, was wirtschaftliche Organisation ist, zuerst eine gewisse Verwaltung im rechtlichen Sinn, indem die Städte immer mehr und mehr auftauchen und die Städte nun&lt;br /&gt;
dieses wirtschaftliche Leben zunächst organisieren, während es früher gewachsen ist, als die Dorfgemeinden tonangebend waren.|339|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Aber geradeso wie in einem Organismus jede Einzelheit notwendig&lt;br /&gt;
so geformt ist, wie sie eben geformt ist, so ist in der Welt, in der wir leben und an der wir mitgestalten, alles so zu formen, wie es im Sinne des Ganzen an seinem Orte geformt werden muß.|339|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dann ist man so weit, daß man nun auseinandersetzen&lt;br /&gt;
kann, wie das geistige Leben wiederum Realität gewinnen&lt;br /&gt;
muß, weil es ja zur Ideologie wirklich geworden ist. Wenn&lt;br /&gt;
man vom Geiste nur Ideen hat, nicht den Zusammenhang mit dem&lt;br /&gt;
wirklichen geistigen Sein und Wesen, dann ist es eben eine Ideologie.&lt;br /&gt;
So bekommt man von da aus die Brücke zu dem Gebiet, auf dem man&lt;br /&gt;
eine Vorstellung hervorrufen kann von der Realität des geistigen Lebens.&lt;br /&gt;
Und dann wird es einem möglich, darauf hinzuweisen, wie das&lt;br /&gt;
geistige Leben eben eine in sich geschlossene Realität, nicht ein Produkt&lt;br /&gt;
des wirtschaftlichen Lebens, nicht eine bloße Ideologie ist, sondern&lt;br /&gt;
ein in sich selbst gegründetes Reales ist. […] Wenn das geistige Leben nur eine Ideologie ist, so strömen eben diese Ideen herauf aus dem wirtschaftlichen Leben. Da muß man sie&lt;br /&gt;
organisieren, da muß man ihnen eine künstliche Wirksamkeit und Organisation&lt;br /&gt;
verschaffen. Das hat ja auch der Staat getan. In dem Zeitalter,&lt;br /&gt;
wo das geistige Leben in Ideologie verdunstete, hat der Staat es&lt;br /&gt;
in die Hand genommen, um der Sache wenigstens die Realität, die man&lt;br /&gt;
nicht in der geistigen Welt selber erlebt hat, zu geben.|339|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Geistesleben aber ist, wenn man ihm gegenübersteht&lt;br /&gt;
als einem Elemente, das auf sich selbst gebaut ist, ein sehr strenges&lt;br /&gt;
Element, ein Element, demgegenüber man fortwährend seine Freiheit&lt;br /&gt;
bewahren muß, das deshalb nicht anders als auch in der Freiheit organisiert&lt;br /&gt;
werden darf. Lassen Sie einmal eine Generation ihr Geistesleben&lt;br /&gt;
freier entfalten und dann dieses Geistesleben organisieren, wie sie&lt;br /&gt;
es will: es ist die reinste Sklaverei für die nächstfolgende Generation.&lt;br /&gt;
Das Geistesleben muß wirklich, nicht etwa bloß der Theorie nach, sondern&lt;br /&gt;
dem Leben nach, frei sein. Die Menschen, die darinnenstehen,&lt;br /&gt;
müssen die Freiheit erleben. Das Geistesleben wird zur großen Tyrannei,&lt;br /&gt;
wenn es überhaupt auf der Erde sich ausbreitet, denn ohne daß&lt;br /&gt;
eine Organisation eintritt, kann es sich nicht ausbreiten, und wenn eine&lt;br /&gt;
Organisation eintritt, wird sogleich die Organisation zur Tyrannin.&lt;br /&gt;
Daher muß fortwährend in Freiheit, in lebendiger Freiheit gekämpft&lt;br /&gt;
werden gegen die Tyrannis, zu der das Geistesleben selber neigt.|339|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Zukunft des sozialen Organismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Lange Zeit hat gepocht an das Tor der wichtigsten menschlichen Erwägungen und Entschlüsse die soziale Frage. Jetzt ist sie eingedrungen in das Haus der Menschheit. Sie kann nicht wieder hinausgeworfen werden, denn sie ist in gewisser Beziehung der Menschheitsentwicklung gegenüber eine Zauberin. Sie wirkt nicht nur auf das Äußere des Menschheitsgefüges, sie wirkt so, dass die Menschen vor der Notwendigkeit stehen, entweder umzudenken oder zu dem schon vorhandenen Unglück ein immer vermehrteres Unglück zu fügen.“ (Lit.: [[GA 328]], Vortrag vom 12.02.1919)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In gewisser Weise kann gesagt werden, von der Selbst-Befähigung der Menschheit die [[Soziale Dreigliederung]] als die „[[Christus|Christus gemäße]] Gestalt“ (Rudolf Steiner) des sozialen Organismus einmal zu erkennen und zum zweiten, wenigstens modellhaft in irgendeinem Erdengebiet aufzubauen, hängen in gewisser Weise auch künftige, die Menschheit zum lebensbewahrenden Fortschritt befähigende Erfindungen ab, die das künftige Leben auf diesem Planeten Erde angesichts der fortschreitenden Zerfallskräfte durch die menschliche Nutzung der [[Atomkraft]] und weitere technische Machinationen erst weiter ermöglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Peter Tradowsky: &#039;&#039;Das Mysterium von Golgatha, Radioaktivität und Atomkraft&#039;&#039;. Vlg. für Anthroposophie, Dornach 2011, S. 49 ff und Peter Tradowsky: &#039;&#039;Die Dreigliederung als die „Christus gemäße Gestalt“ des sozialen Organismus und die Widersachermächte&#039;&#039;. Freie Vereinigung für Anthroposophie – MORGENSTERN, Berlin 2007, S. 8 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist ausgesprochen, dass die [[Soziale Dreigliederung]] im Sinne [[Rudolf Steiner]]s nicht eine bloße Theorie, sondern eine pure Entwicklungsnotwendigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Glomer|soziales-wirtschaft-politik/soziale-dreigliederung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke Rudolf Steiners zur Sozialen Frage und zur Sozialen Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[GA 24| 1917 Zwei Memoranden (Juli 1917), enthalten in GA 24]]&lt;br /&gt;
* [[GA 23| 1919 Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft (GA 23)]]&lt;br /&gt;
* Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft, Bad Liebenzell, Archiati 2010, ISBN 978-3-86772-070-0 (Diese Ausgabe folgt dem Druck von 1920, dem letzten, der noch zu Lebzeiten von Rudolf Steiner erfolgt ist. Sie enthält auch im Anhang Notizbucheintragungen zu den vier Vorträgen (GA 328), die dem Buch zugrunde gelegt wurden) {{IT|16|http://d-nb.info/1006749918/04|Inhaltsverzeichnis}}&lt;br /&gt;
* [[GA 24| 1921 Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage (GA 24) (1915–1921)]] &lt;br /&gt;
* [[GA 185a| 1918 Entwicklungsgeschichtliche Unterlagen zur Bildung eines sozialen Urteils (GA 185a) (November 1918)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 186| 1918 Die soziale Grundforderung unserer Zeit in geänderter Zeitlage (GA 186) (Nov./Dez. 1918)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 188| 1919 Der Goetheanismus: ein Umwandlungsimpuls und&lt;br /&gt;
Auferstehungsgedanke. Menschenwissenschaft und Sozialwissenschaft (GA 188) (Jan./Febr. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 189| 1919 Die soziale Frage als Bewußtseinsfrage (GA 189) (Febr./Mrz. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 190| 1919 Vergangenheits- und Zukunftsimpulse im sozialen Geschehen (GA 190) (Mrz./Apr. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 191| 1919 Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis (GA 191) (Okt./Nov. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 192| 1919 Geisteswissenschaftliche Behandlung sozialer und pädagogischer Fragen (GA 192) (Apr. - Sept. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 193| 1919 Der innere Aspekt des sozialen Rätsels (GA 193) (Febr.–Nov. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 328| 1919 Die soziale Frage (GA 328) (Febr./Mrz. 1919)]]&lt;br /&gt;
* Der soziale Organismus. Vorträge über die Kernpunkte der sozialen Frage. 4 Vorträge in Zürich, 3.–12. Febr. 1919 und 1 Aufsatz: «Geisteswissenschaft und soziale Frage» (1905–6) (auch in GA 328 u. GA 34), ISBN 978-3-86772-151-6, Bad Liebenzell, Archiati 2011, {{IT|16|http://d-nb.info/1011873044/04|Inhaltsverzeichnis}} (wie GA 328, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals)&lt;br /&gt;
* Das Soziale. Dreigliederung von Wirtschaft, Recht und Kultur. Öffentlicher Vortrag in Basel, 28. Febr. 1919, Bad Liebenzell: Archiati, 2012, Reihe Rudolf-Steiner-Ausgaben, ISBN 978-3-86772-304-6, {{IT|16|http://d-nb.info/1025598636/04|Inhaltsverzeichnis}}; (Dieser Vortrag ist nicht in der GA enthalten)&lt;br /&gt;
* [[GA 329| 1919 Die Befreiung des Menschenwesens als Grundlage für eine soziale Neugestaltung (GA 329) (Mrz.–Nov. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 330| 1919 Neugestaltung des sozialen Organismus (GA 330) (Apr.–Juli 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 331| 1919 Betriebsräte und Sozialisierung (GA 331) (Mai–Juli 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 331a| 1919 Arbeiterräte im Sinne der Dreigliederung des sozialen Organismus (GA 331a) (Mai/Jun. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 332a| 1919 Soziale Zukunft (GA 332a) (Oktober 1919)]]&lt;br /&gt;
*  Dreigliederung von Kultur, Politik und Wirtschaft. Ein Grundkurs in Sozialwissenschaft 6 öffentliche Vorträge in Zürich, 24.–30. Okt. 1919 (auch in GA 332a) Mit Aussprachen, Bad Liebenzell: Rudolf-Steiner-Ausgaben, 2015, ISBN 978-3-86772-012-0, (gleiche Vorträge wie GA 332a, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals), {{IT|16|http://d-nb.info/1063661234/04|Inhaltsverzeichnis}}&lt;br /&gt;
* [[GA 333| 1919 Gedankenfreiheit und soziale Kräfte. Die sozialen Forderungen der Gegenwart und ihre praktische Verwirklichung (GA 333) (Mai–Sept. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 334| 1920 Vom Einheitsstaat zum dreigliedrigen sozialen Organismus (GA 334) (Jan.–Mai 1920)]] &lt;br /&gt;
* [[GA 335| 1920 Die Krisis der Gegenwart und der Weg zu gesundem Denken (GA 335) (Mrz.–Nov. 1920)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 337a| 1920 Soziale Ideen – Soziale Wirklichkeit – Soziale Praxis. Band I: Frage- und Studienabende des Bundes für Dreigliederung des sozialen&lt;br /&gt;
Organismus in Stuttgart (GA 337a) (Mai–Sept. 1920)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 196| 1920 Geistige und soziale Wandlungen in der Menschheitsentwickelung (GA 196) (Jan./Febr. 1920)]]&lt;br /&gt;
*  Der  freie Mensch und die Macht Im Zeitalter der Globalisierung und des Individuums. Drei Vorträge über Imperialismus, 3 Vorträge in Dornach, 20.–22. Febr. 1920 (auch in GA 196), Bad Liebenzell, Archiati 2004, ISBN 978-3-937078-57-1 (wie in GA 196, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals)&lt;br /&gt;
* [[GA 197| 1920 Gegensätze in der Menschheitsentwickelung (GA 197) (Mrz.–Nov. 1920)]] &lt;br /&gt;
* [[GA 198| 1920 Heilfaktoren für den sozialen Organismus (GA 198) (Mrz.–Juli 1920)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 199| 1920 Geisteswissenschaft als Erkenntnis der Grundimpulse sozialer Gestaltung (GA 199) (Aug./Sept. 1920)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200| 1920 Die neue Geistigkeit und das Christus-Erlebnis des zwanzigsten Jahrhunderts (GA 200) (Oktober 1920), insbesondere der 4. Vortrag: Schillers «Ästhetische Briefe» und Goethes «Märchen» in ihrer Beziehung zur Anthroposophie und zur Dreigliederung.]]&lt;br /&gt;
* [[GA 255b| 1921 Die Anthroposophie und ihre Gegner 1919–1921 (GA 255b)]]&lt;br /&gt;
* Mit dem Mut der Liebe zu einer Wirtschaft der freien Menschen. Vortrag in Delft/Niederlande, 25. Febr. 1921, (Erstveröffentlichung, nicht in GA enthalten), Archiati 2005, ISBN Heft: 978-3-938650-38-7, ISBN CD: 978-3-938650-42-4 &lt;br /&gt;
* [[GA 338| 1921 Wie wirkt man für den Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus? (GA 338) (Jan./Febr. 1921)]]&lt;br /&gt;
* Anthroposophie heute Bd. 3. Soziale Verantwortung («Rednerkurs» 1921), 10 Vorträge in Stuttgart, 12.–17. Febr. 1921 (auch in GA 338), Mit Notizbucheintragungen, Bad Liebenzell, Rudolf Steiner Ausgaben, 2016, ISBN 978-3-86772-054-0 (gleiche Vorträge wie in GA 338, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals)&lt;br /&gt;
* [[GA 76| 1921 Sozialwissenschaft und soziale Praxis, 5. Vortrag u. folgendes (GA 76, 1921, S. 167–240) ]]&lt;br /&gt;
* [[GA 79| 1921 Die Wirklichkeit der höheren Welten, 8. Vortrag: Die Kardinalfrage des Wirtschaftslebens (GA 79, 1921, S. 233–268)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 331b| 1921 Kulturräte und Sozialisierung. Räteorganisation im Sinne der Dreigliederung des sozialen Organismus (GA 331b) (Mai 1919–Mrz. 1921)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 337b| 1921 Soziale Ideen – Soziale Wirklichkeit – Soziale Praxis. Band II: Diskussionsabende des Schweizer Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus (GA 337b) (April 1921)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 339| 1921 Anthroposophie, soziale Dreigliederung und Redekunst (GA 339) (Oktober 1921)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 36| 1921 Die Falsche und die wahre Dreigliederung des Sozialen Organismus (GA 36, S. 40–43) (November 1921)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 24| 1922 Programm-Begrenzung, Der Kommende Tag AG (März 1922, enthalten in GA 24)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 83| 1922 Westliche und östliche Weltgegensätzlichkeit, (GA 83) (Juni 1922) ]]&lt;br /&gt;
* Leben im dritten Jahrtausend. Eine Zusammenfassung der Geisteswissenschaft vor 2000 Zuhörern. 10 öffentl. Vorträge in Wien, 1.–11. Juni 1922; 2 Vorträge in Dornach, 17. u. 18. Juni 1922 (auch in GA 83 u. GA 212) Mit Wandtafelzeichnungen Notizbucheintragungen und Aphorismen 2. Aufl. (neu durchgesehen u. um 1 Vortrag erweitert), ISBN 978-3-86772-041-0, Bad Liebenzell, Rudolf-Steiner-Ausgaben, 2014, {{IT|16|http://d-nb.info/1059446170/04|Inhaltsverzeichnis}}, (wie in GA, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals)&lt;br /&gt;
* [[GA 340| 1922 Nationalökonomischer Kurs (GA 340) (Juli/Aug. 1922)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 341| 1922 Nationalökonomisches Seminar (GA 341) (Juli/Aug. 1922)]]&lt;br /&gt;
* Wirtschaft für den Menschen. Ein Grundkurs in Wirtschaftswissenschaft. 14 Vorträge und 6 Besprechungen in Dornach, 24.  Juli bis 6. Aug. 1922 (auch in GA 340/341) Tafelzeichnungen originalgetreu wiedergegeben, Bad Liebenzell: Archiati, 2010, (wie GA 340 und 341, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals) {{IT|16|http://d-nb.info/1001228359/04|Inhaltsverzeichnis}}&lt;br /&gt;
* [[GA 305| 1922 Die geistig-seelischen Grundkräfte der Erziehungskunst (GA 305), 10.–12. Vortrag, 26., 28., u. 29. Aug. 1922]]&lt;br /&gt;
*  Füreinander in Freiheit. Im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gemeinschaft. 3 Vorträge in Oxford, 26., 28. u. 29. Aug. 1922 (auch in GA 305), ISBN 978-3-938650-48-6, Archiati 2006, (wie in GA 305, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Dietrich Spitta (Hrsg.): &#039;&#039;Soziale Frage und Anthroposophie&#039;&#039;, (Themen aus dem Gesamtwerk Nr. 13), Verlag Freies Geistesleben, TB, 1985, ISBN 3772500838 (Neuauflage 2011 ISBN 3772521134)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Relevantes aus den Beiträgen zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 11, 1963, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-011-1963.pdf S. 16 f. (Rudolf Steiner: Welchen Sinn hat die Arbeit des modernen Proletariers?, Konzept für einen öffentlichen Vortrag, gehalten am 8. März 1919) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 13, 1965, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-013-1965.pdf S. 16-28, (Rudolf Steiner: Notizbucheintragung 1918, u.a.) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 15, 1966, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-015-1966.pdf S. 1-14, 20-23, (Rudolf Steiner: Aufzeichnung zur sozialen Frage 1919, u.a.) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 21, 1968, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-021-1968.pdf S. 13-16, (Rudolf Steiner: Notizen) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 23, 1968, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-023-1968.pdf S. 23 f., (Rudolf Steiner: Notizen) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 24/25, 1969, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-024.025-1969.pdf (50 Jahre &amp;quot;Die Kernpunkte der sozialen Frage&amp;quot; 1919–1969) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 27/28, 1969, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-027.028-1969.pdf (1919 – das Jahr der Dreigliederungsbewegung und der Gründung der Waldorfschule) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 39, 1972, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-039-1972.pdf (West-Ost-Kongress und soziale Dreigliederung) pdf] &lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 41, 1973, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-041-1973.pdf S. 1–12 (Notizen zu GA 192) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 60/61, 1978, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-061.062-1978.pdf S. 48–54 pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 88, 1985, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-088-1985.pdf (Die soziale Frage – Vor 66 Jahren: Dreigliederungszeit) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 93/94, 1986, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-093.094-1986.pdf S. 4–41, (Polnisch oder deutsch? Oberschlesien, ein Schulbeispiel für die Notwendigkeit der Dreigliederung) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 103, 1989, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-103-1989.pdf (Alle Macht den Räten? Rudolf Steiner und die Betriebsrätebewegung 1919 Vorträge - Berichte - Dokumente) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 106, 1991, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-106-1991.pdf S. 43–62, (Aus der Geschichte der Dreigliederungsbewegung – Dreigliederung in der Diskussion - Juli 1919) pdf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hauptartikel --&amp;gt; [[Soziale Dreigliederung Literaturliste]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einführungen, Grundlagen, Allgemeines ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Lex Bos]]: &#039;&#039;Was ist Dreigliederung?&#039;&#039; 2. Aufl., Verlag am Goetheanum, 1992&lt;br /&gt;
* [[Dieter Brüll]] (* 1922): &#039;&#039;Der anthroposophische Sozialimpuls, Einführung in anthroposophische Themen&#039;&#039;. Bd. 2, Novalis Verlag, 1984 (Neuauflage: Vlg. für Anthroposophie, 2012)&lt;br /&gt;
* [[Benediktus Hardorp]]: &#039;&#039;Was meint sozialer Organismus?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Anthroposophie und Dreigliederung.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, 1986&lt;br /&gt;
* Heinz Kloss: &#039;&#039;Selbstverwaltung und die Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;. Bd. 3, Vittorio Klostermann, 1983&lt;br /&gt;
* [[Karl König]]: &#039;&#039;Mensch unter Menschen werden. Über die soziale Dreigliederung.&#039;&#039; Karl König Werkausgabe Abt. 5. Ein Aufsatz aus dem Jahr 1944 und acht Vorträge zu Ostern und Michaeli 1964 in Föhrenbühl und Brachenreuthe, hrsg. v. Richard Steel, ISBN 978-3-7725-2405-9&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]] (* 1937): &#039;&#039;Selbstverwirklichung, Mündigkeit, Sozialität&#039;&#039;. Fischer Tb Verlag, 1982&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]] (* 1937): &#039;&#039;Das Soziale Hauptgesetz&#039;&#039;. Band 1, Verlag Freies Geistesleben, 1986 (Reihe Sozialwissenschaftliches Forum, Herausgeber Stefan Leber)&lt;br /&gt;
* [[Emil Leinhas]] (1878–1967): &#039;&#039;Zur Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;. Bürger-Verlag Alfons Bürger, 1946&lt;br /&gt;
* [[Christof Lindenau]]: &#039;&#039;Soziale Dreigliederung. Der Weg zu einer lernenden Gesellschaft&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1983 &lt;br /&gt;
* J. Luttermann: &#039;&#039;Dreigliederung des sozialen Organismus. Grundlinien der Rechts- und Soziallehre Rudolf Steiners&#039;&#039;. Frankfurt/M., Bern, New York, Paris. Lang, 1990 (Europäische Hochschulschriften: Reihe 31, Politikwissenschaft; Bd. 162) Zugl.: Göttingen, Univ., Diss. 1989&lt;br /&gt;
* [[Christoph Strawe]]: &#039;&#039;Soziale Dreigliederung&#039;&#039;. Verlag am Goetheanum, 1989&lt;br /&gt;
* [[Christoph Strawe]]: &#039;&#039;Menschlicher und sozialer Organismus. Über einen Vergleich und seinen Sinn&#039;&#039;. In: Sozialimpulse 01/2007, S. 13–21, [http://www.sozialimpulse.de/fileadmin/sozialimpulse/pdf/Sozialer_Organismus.pdf PDF]&lt;br /&gt;
* [[Peter Schilinski]]: &#039;&#039;Kommentare zu den „Kernpunkten der sozialen Frage“&#039;&#039;. Jedermann Verlag &lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Schmundt]] (1898–1992): &#039;&#039;Erkenntnisübungen zur Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;. Achberger Verlag, 1982/2003 (2)&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Schmundt]]: &#039;&#039;Der soziale Organismus in seiner Freiheitsgestalt&#039;&#039;. FIU-Verlag, 1993&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geistesleben ====&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]] (* 1937): &#039;&#039;Die Sozialgestalt der Waldorfschule&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 2. Aufl. 1978&lt;br /&gt;
* [[Konrad Schily]]: &#039;&#039;Der staatlich bewirtschaftete Geist. Wege aus der Bildungskrise&#039;&#039;. ECON Verlag, 1993,&lt;br /&gt;
* [[Folkert Wilken]] (1890–1981): &#039;&#039;Das Kapital und die Zukunft&#039;&#039;. Novalis Verlag 1981&lt;br /&gt;
* [[Folkert Wilken]]: &#039;&#039;Das Kapital – sein Wesen, seine Geschichte und sein Wirken&#039;&#039;. Novalis Vlg. 1976&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtsleben ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Roman Boos (Hrsg.): &#039;&#039;Landwirtschaft und Industrie – Neuordnung des Bodenrechtes als soziale Forderung der Gegenwart&#039;&#039;. Forschungsring für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise, 1957&lt;br /&gt;
* Christian Czesla (Hrsg.): &#039;&#039;Eigentum: Die Frage nach der Sozialbindung des Eigentums an Boden und Unternehmen&#039;&#039;. Sozialwissenschaftliches Forum, Band 5, Verlag Freies Geistesleben, 2000, ISBN  978-3-7725-1535-4&lt;br /&gt;
* Karl-Heinz Denzlinger (* 1930): &#039;&#039;Auf der Suche nach dem Rechtsstaat Mitteleuropas&#039;&#039;. Verlag am Goetheanum, 1990&lt;br /&gt;
* Dieter Frei (* 1933): &#039;&#039;Menschengemässe Politik&#039;&#039;. Verlag am Goetheanum, 1988&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]] u. a.: &#039;&#039;Der Staat. Aufgaben und Grenzen. Beiträge zur Überwindung struktureller Vormundschaft im Rechtsleben&#039;&#039;. Reihe Sozialwissenschaftliches Forum, Bd. 4, herausgegeben von der Sozialwissenschaftlichen Forschungsgesellschaft Stuttgart e.V. durch Stefan Leber, Verlag Freies Geistesleben, 1992, ISBN 377250924X&lt;br /&gt;
* [[Günter Röschert]]: &#039;&#039;Die Trinität als politisches Problem. Zu den geistigen Grundlagen von Recht und Staat&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1989 &lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Schmundt]]: &#039;&#039;Zeitgemäße Wirtschaftsgesetze. Über die Rechtsgrundlagen einer nachkapitalistischen, freien Unternehmensordnung. Entwurf einer Einführung&#039;&#039;. Achberger Vlg., Achberg 1975&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Schweppenhäuser]]: &#039;&#039;Das Eigentum an den Produktionsmitteln&#039;&#039;. Berlin 1963&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Schweppenhäuser]]: &#039;&#039;Macht des Eigentums. Auf dem Weg in eine neue soziale Zukunft&#039;&#039;. Radius Verlag, Stuttgart 1970&lt;br /&gt;
* Diether Vogel (1905–1969): &#039;&#039;Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit&#039;&#039;. Novalis Verlag 1990&lt;br /&gt;
* [[Folkert Wilken]]: &#039;&#039;Die Befreiung der Arbeit&#039;&#039;. Vlg. Die Kommenden 1965&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirtschaftsleben ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jacques Attali: &#039;&#039;Brüderlichkeit, Eine notwendige Utopie im Zeitalter der Globalisierung&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 2003 (deutsche Übersetzung aus dem Französischen)&lt;br /&gt;
* Georg von Canal: &#039;&#039;Geisteswissenschaft und Ökonomie&#039;&#039;. Novalis Verlag AG, 1992&lt;br /&gt;
* Alexander Caspar: &#039;&#039;Wirtschaften in der Zukunft&#039;&#039;. Klett und Balmer &amp;amp; Co. Verlag, Zug (CH), 1996 &lt;br /&gt;
* [[Stephan Eisenhut]]: &#039;&#039;Zur Komposition des Nationalökonomischen Kurses&#039;&#039;. Sonderheft der Die Drei, 2015, [http://diedrei.org/details/inhalt/artikelserie-zur-komposition-des-nationaloekonomischen-kurses.html]&lt;br /&gt;
* Friedrich Häusler: &#039;&#039;Geld und Geist&#039;&#039;. Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, 1963&lt;br /&gt;
* Heinz Gengenbach, Max Limbacher (Hrsg.): &#039;&#039;Kooperation oder Konkurs? Die Landwirtschaft braucht neue Sozialformen&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1989&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Heidt]], Wilfried (Hrsg.): &#039;&#039;Abschied vom Wachstumswahn&#039;&#039;. Achberger Verlag, 1980&lt;br /&gt;
* [[Michael Heinen-Anders]]: &#039;&#039;Kapitalneutralisierung als Dreigliederungsaufgabe&#039;&#039;. BOD, Norderstedt 2013&lt;br /&gt;
* [[Udo Herrmannstorfer]]: &#039;&#039;Schein-Marktwirtschaft&#039;&#039;. Verlag Freies Geisteslebeben, 3. erw. Aufl. 1997&lt;br /&gt;
* Manfred Kannenberg-Rentschler: &#039;&#039;Die Dreigliederung des Geldes&#039;&#039;. Verlag am Goetheanum, 1988&lt;br /&gt;
* Wolfgang Latrille (* 1905): Assoziative Wirtschaft – ein Weg zur sozialen Neugestaltung. Verlag Freies Geistesleben, 1985&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]]: &#039;&#039;Die wirtschaftlichen Assoziationen&#039;&#039;. Band 2, Verlag Freies Geistesleben, 1987&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]]: &#039;&#039;Wesen und Funktion des Geldes&#039;&#039;. Band 3, Verlag Freies Geistesleben, 1989&lt;br /&gt;
* Bernhard Lietaer: &#039;&#039;Das Geld der Zukunft. Über die zerstörerische Wirkung unseres Geldsystems und Alternativen hierzu&#039;&#039;. 1. Aufl., Riemann Verlag, Juni 2002&lt;br /&gt;
* [[Hans-Georg Schweppenhäuser]], Hans Georg: &#039;&#039;Das kranke Geld. Vorschläge für eine soziale Geldordnung von morgen&#039;&#039;. Fischer Taschenbuch Verlag, 1982 &lt;br /&gt;
* ders.: &#039;&#039;Das soziale Rätsel. Fallstudien&#039;&#039;. Heft 1–3, Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, 1985, Institut für soziale Gegenwartsfragen e.V., Freiburg, 1980; (Heft 1: Der Assoziationsgedanke als Grundlage einer zukünftigen Wirtschaftsordnung – Eigentumsrecht und Wirtschaft in ihrem Zusammenhang – Der Nachholbedarf der Jurisprudenz; Heft 2: Idee und Praxis des Assoziationsprinzips (Demeter-Assoziation) – Der Assoziationsgedanke und das Verlagswesen; Heft 3: Die Assoziation im Dialog – Das Wesen der wirtschaftlichen Assoziationen – Rudolf-Steiner-Texte (zusammengestellt von Fritz Götte))&lt;br /&gt;
* Dieter Suhr: &#039;&#039;Alterndes Geld&#039;&#039;. Novalis Verlag AG,1988 &lt;br /&gt;
* [[Herbert Witzenmann]]: &#039;&#039;Sozialorganik. Ideen zu einer Neugestaltung der Wirtschaft&#039;&#039;. Gideon Spicker Verlag 1998&lt;br /&gt;
* [[Herbert Witzenmann]] (1905–1988): &#039;&#039;Der Gerechte Preis. Eine Grundfrage des sozialen Lebens&#039;&#039;. Gideon Spicker Verlag 1993&lt;br /&gt;
* [[Herbert Witzenmann]]: &#039;&#039;Geldordnung als Bewusstseinsfrage&#039;&#039;. Gideon Spicker Verlag 1995&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Historisches, Chronik ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hans Kühn (1889–1977): &#039;&#039;Dreigliederungs-Zeit&#039;&#039;. Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, 1978&lt;br /&gt;
* Walter Kühne (1885–1970): &#039;&#039;Die Stuttgarter Verhältnisse&#039;&#039;. Novalis Verlag, 1989&lt;br /&gt;
* Christoph Lindenberg: &#039;&#039;Der geschichtliche Ort der Dreigliederungsinitiativen Rudolf Steiners. Eine historische Untersuchung der Jahre 1916–1921&#039;&#039;. In: Die Drei Nr. 9,  Jg. 55, 1985, S. 641–672&lt;br /&gt;
* Albert Schmelzer (* 1950): &#039;&#039;Die Dreigliederungsbewegung 1919&#039;&#039;. Ed. Hardenberg im Verlag Freies Geistesleben, 1991&lt;br /&gt;
* Albert Schmelzer: &#039;&#039;Rudolf Steiners Initiative für eine mündige Gesellschaft. Die Dreigliederungsbewegung des Jahres 1919. Ausgangspunkt der Waldorfschulgründung&#039;&#039;. In: Erziehungskunst, Jg. 53, Nr. 8/9, 1989, S. 634–653, PDF [http://www.erziehungskunst.de/fileadmin/archiv_alt/1980-1989/1989_08_09_Jg_53.pdf#2]&lt;br /&gt;
* Heinz Herbert Schöffler: &#039;&#039;Das Wirken Rudolf Steiners 1917–1925&#039;&#039;. Verlag am Goetheanum, 1987, Band IV (von vier Bildbänden zu Rudolf Steiners Lebensgang)&lt;br /&gt;
* [[Folkert Wilken]]: &#039;&#039;Selbstgestaltung der Wirtschaft&#039;&#039;. Novalis Verlag 1949&lt;br /&gt;
* [[Christoph Strawe]]: &#039;&#039;Die Dreigliederungsbewegung 1917–1922 und ihre aktuelle Bedeutung&#039;&#039;. Zuerst veröffentlicht im Rundbrief Dreigliederung des sozialen Organismus, Heft 3/1998. Für die [http://www.sozialimpulse.de/fileadmin/sozialimpulse/pdf/Dreigliederungsbewegung.pdf Internetveröffentlichung] wurde er durchgesehen und geringfügig redigiert.&lt;br /&gt;
* [[Christoph Strawe]]: &#039;&#039;Entstehungsbedingungen und Wirkungsgeschichte des Arbeitsansatzes der Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;. In: Rahel Uhlenhoff (Hrsg.): &#039;&#039;Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart&#039;&#039;. Berliner Wissenschaftsverlag 2011, S. 649–705&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Biographisches ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Johannes Hemleben: &#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;. Rowohlt, 1977 &lt;br /&gt;
* Susanna Hoe: &#039;&#039;The man who gave his company away&#039;&#039;. A Biography of Ernest Bader, Founder of the Scott Bader Commonwealth, William Heinemann Ltd., 1978&lt;br /&gt;
* Christoph Lindenberg: &#039;&#039;Rudolf Steiner. Eine Biographie&#039;&#039;. Stuttgart, 1997&lt;br /&gt;
* [[Emil Molt]] (1876–1936): &#039;&#039;Entwurf meiner Lebensbeschreibung&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1972&lt;br /&gt;
* [[Rainer Rappmann]] (Hrsg.): &#039;&#039;Denker, Künstler, Revolutionäre – Beuys, Dutschke, Schilinski, Schmundt: .Vier Leben für Freiheit, Demokratie und Sozialismus&#039;&#039;, Wangen, 1996, FIU-Verlag, ISBN 3-928780-13-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spezielles ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Harlan / Rappmann / Schata: &#039;&#039;Soziale Plastik – Materialien zu Joseph Beuys&#039;&#039;. Achberg 1984, beziehbar u. a. via FIU-Verlag&lt;br /&gt;
*Janitzki, Axel / Burkart, Walter (Hrsg.): &#039;&#039;Alternativen zu Mietwohnung und Eigenheim – gemeinsam finanzieren, selbst verwalten&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1992&lt;br /&gt;
*[[Karl König|König]], Karl: &#039;&#039;Der Impuls der Dorfgemeinschaft&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1994&lt;br /&gt;
*Brüll, Ramon; Rappmann, Rainer: &#039;&#039;Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Der Impuls der Dreigliederung und die Gründung des Internationalen Kulturzentrums Achberg. Erinnerungen, Reflexionen, Ausblicke&#039;&#039;. Info3-Verlag, 2016, ISBN 3957790352&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sonstiges, keine Einordnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wilhelm Ernst Barkhoff: &#039;&#039;Wir können lieben, wen wir wollen: Soziale Erneuerungskraft am Werk. Aufsätze und Vorträge&#039;&#039;. Reihe Praxis Anthroposophie, Verlag Freies Geistesleben, 1995&lt;br /&gt;
* [[Lex Bos]]: &#039;&#039;Leitbilder für Sozialkünstler&#039;&#039;. Zwanzig Vorträge über Sozialpädagogik aus anthroposophischer Sicht, Verlag am Goetheanum, 1996&lt;br /&gt;
* Karl Buchleitner: &#039;&#039;Wer macht die Realität? Das Schicksal der Dreigliederungsidee&#039;&#039;. Novalis Verlag, 1989 (Aufsätze aus der Zeitschrift „Die Kommenden“: Missverstandenes Soziales Hauptgesetz, Gescheiterte Dreigliederung, Gesundheitspolitik, Medizin, Europäische Union u.&amp;amp;nbsp;a.)&lt;br /&gt;
* Reinhard Giese (Hrsg.): &#039;&#039;Sozial handeln – aus der Erkenntnis des sozial Ganzen. Soziale Dreigliederung heute&#039;&#039;. Verlag Reinhard Giese, 1980&lt;br /&gt;
* Klaus Gutowski: &#039;&#039;Memorandum zu einer Neugestaltung des sozialen Lebens getragen von einer menschenwürdigen Boden-, Geld- und Arbeits-Politik&#039;&#039;. Mellinger Verlag, 1999&lt;br /&gt;
* [[Benediktus Hardorp]]: &#039;&#039;Anthroposophie und die sozialen Herausforderungen&#039;&#039;. Vortrag in der Universität Witten/Herdecke am 23. April 1989. Verlag am Goetheanum, 1994 &lt;br /&gt;
* [[Michael Heinen-Anders]]: &#039;&#039;Aus anthroposophischen Zusammenhängen&#039;&#039;. BOD, Norderstedt 2010&lt;br /&gt;
* [[Michael Heinen-Anders]]: &#039;&#039;Aus anthroposophischen Zusammenhängen Band II&#039;&#039;. BOD, Norderstedt 2017&lt;br /&gt;
* [[Michael Heinen-Anders]]: &#039;&#039;Dem Teufel auf der Spur&#039;&#039;. BOD, Norderstedt 2013&lt;br /&gt;
* [[Michael Heinen-Anders]]: &#039;&#039;Das Schenken – eine vergessene volkswirtschaftliche Kategorie&#039;&#039;. BoD, Norderstedt 2018&lt;br /&gt;
* [[Karl Heyer]]: &#039;&#039;Wer ist der deutsche Volksgeist?&#039;&#039; 2. Aufl., Perseus Verlag Basel, 1990 (zuerst 1961) (Aufsatzsammlung, enthält u. a. die Aufsätze „Sozialimpulse des Mittelalters und ihre Wandlung zur Dreigliederung des sozialen Organismus“, „Von den Reichen des &#039;goldenen&#039;, &#039;silbernen&#039; und &#039;gemischten&#039; Königs in der Geschichte“, und einen Anhang: „Esoterische Grundlagen und Aspekte der sozialen Dreigliederung. Hinweise Rudolf Steiners“)&lt;br /&gt;
* Initiative EuroVision (Hrsg.): &#039;&#039;Die Dreigliederung des sozialen Organismus als Aufgabe Europas im 21. Jahrhundert. Einladung zur Mitwirkung an einem aktuellen Projekt. Mit einem &#039;offenen Brief&#039; an die anthroposophische Bewegung&#039;&#039;. Edition Medianum, 2000, ISBN 3881030190, &#039;&#039;([[Wilfried Heidt]], Achberg)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Bernhard Lievegoed]] (1905–1992): &#039;&#039;Dem einundzwanzigsten Jahrhundert entgegen&#039;&#039;. 5. Aufl., Info-Drei Verlag, 1991&lt;br /&gt;
* Peter Normann Waage: &#039;&#039;Mensch, Markt, Macht, Rudolf Steiners Sozialimpuls im Spannungsfeld der Globalisierung&#039;&#039;. Rudolf Steiner Verlag, 2003 &lt;br /&gt;
* [[Rainer Rappmann]] (Hrsg.): &#039;&#039;Die Kunst des sozialen Bauens – Beiträge zu Wilhelm Schmundt&#039;&#039;. Wangen 1993, FIU-Verlag, ISBN 3-928780-05-0&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Schmundt]]: &#039;&#039;Zwei Grundprobleme des 20. Jahrhunderts&#039;&#039;. Freie Volkshochschule Argental, Wangen 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeitschriften ===&lt;br /&gt;
==== Historisch ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;, erschienen von 1919–1922, wöchentlich, diente der Verbreitung der Idee der Dreigliederung, [http://www.agraffenverlag.ch/wp-content/uploads/2015/06/Register-Dreigliederung-des-soz.-Organismus.pdf Register (Archivverlag Agraffe)]&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Mitteilungsblatt des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;, 1991–1920 (9 Nummern) (daneben gab es interne Rundschreiben des Bundes für Dreigliederung)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Soziale Zukunft&#039;&#039;, 1919–1921, Organ des Schweizer Bundes für soziale Dreigliederung&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Phänomene und Symptome der geistigen, politischen und wirtschaftlichen Weltlage&#039;&#039;, Monatszeitschrift von 1926–927 &#039;&#039;(Hauptsächlich [[Roman Boos]])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;The Threefold Commonwealth&#039;&#039;, 1920–1922, London&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Drieledige Indeeling van het Sociale Organisme&#039;&#039;, 1920–1921, Utrecht&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ausführliche Angaben zu diesen und weiteren Zeitschriften und denen nach 1945 finden sich in „Die anthroposophischen Zeitschriften von 1903 bis 1985“, siehe [[:Kategorie:Anthroposophische Zeitschrift]])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lehrmaterial ===&lt;br /&gt;
Das Menschenrecht zwischen Ost und West - Ein Vortrag von [[Stephan Eisenhut]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stephan_Eisenhut_Das_Menschenecht_zw_Ost_u_West_2024-5-4.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=9j_5augEZ0k|mini|[https://anthrowiki.at/Stephan%20Eisenhut Stephan Eisenhut] am 4. Mai 2024 im Rudolf Steiner Haus in Frankfurt am Main]]&lt;br /&gt;
Hier hält Stephan am 4. Mai 2024 im Rudolf Steiner Haus in Frankfurt einen interessanten Vortrag über Pressefreiheit, Menschenrechte und das dem zugrunde liegende Menschenbild und Verständnis von Rudolf Steiner. Sehr schön und ausführlich und gut bebildert führt uns Stephan mit Hilfe seiner Präsentation durch komplexe Zusammenhänge zu neuen Einsicht- und Erkenntnisgebieten von Freiheit, Eigentum, Staat und Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://anthro.world/Das_Menschenrecht_zwischen_Ost_und_West_-_ein_Vortrag_von_Stephan_Eisenhut,_2024 | hier geht&#039;s zum textlichen Vortrag von Stephan Eisenhut |]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.dreigliederung.de Institut für soziale Dreigliederung] von [[Sylvain Coiplet]]&lt;br /&gt;
* [http://www.sozialimpulse.de Institut für soziale Gegenwartsfragen]&lt;br /&gt;
* [http://www.globenet3.org Global Network for Social Threefolding] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.fiu-verlag.com FIU-Verlag] Texte von und zu Joseph Beuys &lt;br /&gt;
* [http://www.sozialimpuls.info Sozialimpulse] anthroposophischer Sozialimpuls&lt;br /&gt;
* [http://www.kulturzentrum-achberg.de Internationales Kulturzentrum Achberg (INKA)]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=mCtha8DNdyg Axel Burkart: Soziale Dreigliederung]] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=D1_8QMzYmoE Dreigliederung - Teil 1] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=3U7AYvTNv04 Dreigliederung - Teil 2] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=tgfqoo0YMJg Dreigliederung - Teil 3] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=saoOHlnw6u8 Dreigliederung - Teil 4] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=q6aa16hrdxc Dreigliederung - Inka 1974] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://film.dreigliederung.de/ ZUSAMMENSPIEL - Anregungen zu einer Sozialen Dreigliederung im öffentlichen Leben] - [https://www.youtube.com/watch?v=fHmIUa1IVvM YouTube]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Menschlicher und sozialer Organismus im Vergleich|!101]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dreigliederung des menschlichen Organismus|!101]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziale Dreigliederung|!102]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dreigliederung des sozialen Organismus|!103]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Diskussion:Wolfgang_Peter&amp;diff=622908</id>
		<title>Diskussion:Wolfgang Peter</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Diskussion:Wolfgang_Peter&amp;diff=622908"/>
		<updated>2025-05-21T10:53:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Glomer-Suche */ Zeitstempel eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hallo Wolfgang,&lt;br /&gt;
mir ist kürzlich aufgefallen, dass das englische Anthrowiki nicht mehr abrufbar ist. Gibt es da aktuell Wartungsarbeiten oder ist da im Server was zusammengebrochen? [[Benutzer:Astreos|Astreos]] ([[Benutzer Diskussion:Astreos|Diskussion]]) 07:56, 22. Mär. 2024 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo Astreos, es gab einen Wasserschaden im Batterieraum des Serverzentrums. Unser Server war zwar davon nicht betroffen, wohl aber die Router für die Internet-Anbindung. Der Schaden ist mittlerweile weitgehend behoben und die meisten Websites sind wieder erreichbar. [[Benutzer:Odyssee|Wolfgang Peter]] ([[Benutzer Diskussion:Odyssee|Diskussion]]) 06:45, 23. Mär. 2024 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtschreibfehler &amp;quot;Einzelanchweise&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, heute bin ich im Artikel &amp;quot;Lukasevangelium&amp;quot; (übrigens bisher noch ohne Zitate von R. Steiner) auf den Schreibfehler &amp;quot;Einzelanchweise&amp;quot; gestoßen. Eine [https://anthrowiki.at/index.php?title=Spezial:Suche&amp;amp;limit=500&amp;amp;offset=0&amp;amp;profile=default&amp;amp;search=Einzelanchweise Suche in der AnthroWiki] brachte das Ergebnis, dass dieser Rechtschreibfehler in sehr vielen Artikeln vorhanden ist. Kannst du das vielleicht zentral mit einer Suchen- und Ersetzenfunktion korrigieren? Herzlicher Gruß von Robert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Robert, vielen Dank für den Hinweis. Ich habe das soeben mit der Spezialfunktion &amp;quot;Text ersetzen&amp;quot; zentral korrigiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzliche Grüße, Wolfgang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Lieber Wolfgang, ich hatte gehofft, dass es so eine Spezialfunktion gibt. Vielen Dank. --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 07:48, 4. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Foto Eugen Kolisko ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo Wolfgang, im Artikel [https://anthrowiki.at/Eugen_Kolisko Eugen Kolisko] wird das Foto nicht mehr angezeigt. Beim Foto handelt es sich um [https://anthrowiki.at/Datei:Eugen_Kolisko.jpg diese Datei]. --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 09:07, 23. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Robert, vielen Dank für den Hinweis! Ich habe den Fehler behoben. [[Benutzer:Odyssee|Wolfgang Peter]] ([[Benutzer Diskussion:Odyssee|Diskussion]]) 10:14, 23. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Lieber Wolfgang, ich habe es gesehen, danke. Es war augenscheinlich ein erneutes Hochladen des Fotos nötig. --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 19:49, 23. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Englische AnthroWiki – Bereich Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, ich habe gesehen, dass das Themengebiet rund um den Yoga in der englischen AnthroWiki kaum vertreten ist. Meine Idee wäre, die diesbezüglichen Artikel der deutschen AnthroWiki dort übersetzt einzufügen. Dabei denke ich an die verschiedenen Asana, Personen des Yoga sowie dazugehörige Begriffe wie Bhakti, Om usw. Was ist deine Meinung zu der Idee? Wenn du es sinnvoll findest, würdest du mich dort freischalten? Herzlicher Gruß --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 10:57, 30. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Robert, ja, sehr gerne! Ich habe das Benutzerkonto für dich angelegt. Das provisorische Passwort schicke ich dir per Email.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzliche Grüße, [[Benutzer:Odyssee|Wolfgang Peter]] ([[Benutzer Diskussion:Odyssee|Diskussion]]) 17:12, 30. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Lieber Wolfgang, das freut mich sehr. Das Passwort ist angekommen und ich konnte mich einloggen. Ich werde diese Arbeit gründlich und eher längerfristig angehen. Vor allem möchte ich, dass die englische Übersetzung eines jeden Artikels gut ist. Deswegen werde ich jetzt bei meinen englischen Bekannten anfragen, ob sich jemand als muttersprachlicher Lektor mit beteiligen möchte. --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 21:33, 30. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tabelle für Handy-Ansicht zu groß ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, ich habe heute bemerkt, dass im Artikel Bach-Blütentherapie die [[Bach-Blütentherapie#Essenzen|Tabelle unter Essenzen]] für die Handyansicht zu groß ist. Ich komme hier technisch an meine Grenzen und wollte dich bitten, ob du das beheben könntest. Mit herzlichem Gruß --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 10:49, 20. Mai 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Robert, ich habe die Tabelle jetzt breiter gemacht und über den Text gestellt. Damit funktioniert es jetzt am Handy auch einigermaßen. Eine bessere Lösung habe ich im Moment auch nicht. Herzliche Grüße [[Benutzer:Odyssee|Wolfgang Peter]] ([[Benutzer Diskussion:Odyssee|Diskussion]]) 01:21, 22. Mai 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Lieber Wolfgang, vielen Dank. Es funktioniert. Mit herzlichem Gruß --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 06:50, 22. Mai 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== GA 244 scheint nicht zugänglich zu sein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, der Link (Lit.: GA 244, S. 765) im Artikel [[Apollinisch-dionysisch]] (letztes Zitat über &amp;quot;Quellen&amp;quot;) funktioniert nicht. Die GA scheint nicht zugänglich zu sein. Mit herzlichem Gruß --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 15:01, 17. Jun. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorlage BZ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, mir ist aufgefallen, dass die Vorlage BZ am Ende ein überflüssiges ) erzeugt, z. B. (Lit.: Beiträge 63, S. 7ff)) im Artikel [[Einzig mögliche Kritik der atomistischen Begriffe]]. Mit herzlichem Gruß --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 10:43, 19. Jun. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glomer-Suche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, ich habe gerade in der Vorlage [https://anthrowiki.at/Vorlage:Glomer-Suche Glomer-Suche] das Anführungszeichen vor das Linkzeichen formatiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Vorlage nicht funktioniert. Man landet zwar bei Glomer, aber der Suchbegriff ist nicht dorthin übertragen. Das war bereits vor meiner kleinen Änderung so. Mit herzlichem Gruß--[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 12:53, 21. Mai 2025 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Diskussion:Wolfgang_Peter&amp;diff=622907</id>
		<title>Diskussion:Wolfgang Peter</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Diskussion:Wolfgang_Peter&amp;diff=622907"/>
		<updated>2025-05-21T10:51:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Neuer Abschnitt /* Glomer-Suche */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hallo Wolfgang,&lt;br /&gt;
mir ist kürzlich aufgefallen, dass das englische Anthrowiki nicht mehr abrufbar ist. Gibt es da aktuell Wartungsarbeiten oder ist da im Server was zusammengebrochen? [[Benutzer:Astreos|Astreos]] ([[Benutzer Diskussion:Astreos|Diskussion]]) 07:56, 22. Mär. 2024 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo Astreos, es gab einen Wasserschaden im Batterieraum des Serverzentrums. Unser Server war zwar davon nicht betroffen, wohl aber die Router für die Internet-Anbindung. Der Schaden ist mittlerweile weitgehend behoben und die meisten Websites sind wieder erreichbar. [[Benutzer:Odyssee|Wolfgang Peter]] ([[Benutzer Diskussion:Odyssee|Diskussion]]) 06:45, 23. Mär. 2024 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtschreibfehler &amp;quot;Einzelanchweise&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, heute bin ich im Artikel &amp;quot;Lukasevangelium&amp;quot; (übrigens bisher noch ohne Zitate von R. Steiner) auf den Schreibfehler &amp;quot;Einzelanchweise&amp;quot; gestoßen. Eine [https://anthrowiki.at/index.php?title=Spezial:Suche&amp;amp;limit=500&amp;amp;offset=0&amp;amp;profile=default&amp;amp;search=Einzelanchweise Suche in der AnthroWiki] brachte das Ergebnis, dass dieser Rechtschreibfehler in sehr vielen Artikeln vorhanden ist. Kannst du das vielleicht zentral mit einer Suchen- und Ersetzenfunktion korrigieren? Herzlicher Gruß von Robert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Robert, vielen Dank für den Hinweis. Ich habe das soeben mit der Spezialfunktion &amp;quot;Text ersetzen&amp;quot; zentral korrigiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzliche Grüße, Wolfgang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Lieber Wolfgang, ich hatte gehofft, dass es so eine Spezialfunktion gibt. Vielen Dank. --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 07:48, 4. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Foto Eugen Kolisko ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hallo Wolfgang, im Artikel [https://anthrowiki.at/Eugen_Kolisko Eugen Kolisko] wird das Foto nicht mehr angezeigt. Beim Foto handelt es sich um [https://anthrowiki.at/Datei:Eugen_Kolisko.jpg diese Datei]. --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 09:07, 23. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Robert, vielen Dank für den Hinweis! Ich habe den Fehler behoben. [[Benutzer:Odyssee|Wolfgang Peter]] ([[Benutzer Diskussion:Odyssee|Diskussion]]) 10:14, 23. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Lieber Wolfgang, ich habe es gesehen, danke. Es war augenscheinlich ein erneutes Hochladen des Fotos nötig. --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 19:49, 23. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Englische AnthroWiki – Bereich Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, ich habe gesehen, dass das Themengebiet rund um den Yoga in der englischen AnthroWiki kaum vertreten ist. Meine Idee wäre, die diesbezüglichen Artikel der deutschen AnthroWiki dort übersetzt einzufügen. Dabei denke ich an die verschiedenen Asana, Personen des Yoga sowie dazugehörige Begriffe wie Bhakti, Om usw. Was ist deine Meinung zu der Idee? Wenn du es sinnvoll findest, würdest du mich dort freischalten? Herzlicher Gruß --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 10:57, 30. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Robert, ja, sehr gerne! Ich habe das Benutzerkonto für dich angelegt. Das provisorische Passwort schicke ich dir per Email.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzliche Grüße, [[Benutzer:Odyssee|Wolfgang Peter]] ([[Benutzer Diskussion:Odyssee|Diskussion]]) 17:12, 30. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Lieber Wolfgang, das freut mich sehr. Das Passwort ist angekommen und ich konnte mich einloggen. Ich werde diese Arbeit gründlich und eher längerfristig angehen. Vor allem möchte ich, dass die englische Übersetzung eines jeden Artikels gut ist. Deswegen werde ich jetzt bei meinen englischen Bekannten anfragen, ob sich jemand als muttersprachlicher Lektor mit beteiligen möchte. --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 21:33, 30. Apr. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tabelle für Handy-Ansicht zu groß ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, ich habe heute bemerkt, dass im Artikel Bach-Blütentherapie die [[Bach-Blütentherapie#Essenzen|Tabelle unter Essenzen]] für die Handyansicht zu groß ist. Ich komme hier technisch an meine Grenzen und wollte dich bitten, ob du das beheben könntest. Mit herzlichem Gruß --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 10:49, 20. Mai 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Robert, ich habe die Tabelle jetzt breiter gemacht und über den Text gestellt. Damit funktioniert es jetzt am Handy auch einigermaßen. Eine bessere Lösung habe ich im Moment auch nicht. Herzliche Grüße [[Benutzer:Odyssee|Wolfgang Peter]] ([[Benutzer Diskussion:Odyssee|Diskussion]]) 01:21, 22. Mai 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Lieber Wolfgang, vielen Dank. Es funktioniert. Mit herzlichem Gruß --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 06:50, 22. Mai 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== GA 244 scheint nicht zugänglich zu sein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, der Link (Lit.: GA 244, S. 765) im Artikel [[Apollinisch-dionysisch]] (letztes Zitat über &amp;quot;Quellen&amp;quot;) funktioniert nicht. Die GA scheint nicht zugänglich zu sein. Mit herzlichem Gruß --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 15:01, 17. Jun. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorlage BZ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, mir ist aufgefallen, dass die Vorlage BZ am Ende ein überflüssiges ) erzeugt, z. B. (Lit.: Beiträge 63, S. 7ff)) im Artikel [[Einzig mögliche Kritik der atomistischen Begriffe]]. Mit herzlichem Gruß --[[Benutzer:Robert Lindermayr|Robert Lindermayr]] ([[Benutzer Diskussion:Robert Lindermayr|Diskussion]]) 10:43, 19. Jun. 2024 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glomer-Suche ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Wolfgang, ich habe gerade in der Vorlage [https://anthrowiki.at/Vorlage:Glomer-Suche Glomer-Suche] das Anführungszeichen vor das Linkzeichen formatiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Vorlage nicht funktioniert. Man landet zwar bei Glomer, aber der Suchbegriff ist nicht dorthin übertragen. Das war bereits vor meiner kleinen Änderung so. Mit herzlichem Gruß, Robert Lindermayr&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Vorlage:Glomer-Suche&amp;diff=622906</id>
		<title>Vorlage:Glomer-Suche</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Vorlage:Glomer-Suche&amp;diff=622906"/>
		<updated>2025-05-21T10:21:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Anführungsstriche vor das Linkzeichen gesetzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;includeonly&amp;gt;{{Notiz|[[Datei:Glomer.png|12px|link=https://glomer.com|Glomer.com - alle lieferbaren Bücher]]&amp;amp;nbsp; Hier finden sie eine Zusammenstellung von Büchern zum Thema „[https://glomer.com/suche?query&amp;amp;#61;{{Str replace|{{{1}}}|[%s%p]|+||ja}}&amp;amp;utm_source&amp;amp;#61;anthrowiki&amp;amp;utm_medium&amp;amp;#61;referral&amp;amp;utm_campaign&amp;amp;#61;anthrowiki {{{1}}}“]}}&amp;lt;/includeonly&amp;gt;&amp;lt;noinclude&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Dokumentation}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/noinclude&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Dreigliederung_des_sozialen_Organismus&amp;diff=622878</id>
		<title>Dreigliederung des sozialen Organismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Dreigliederung_des_sozialen_Organismus&amp;diff=622878"/>
		<updated>2025-05-14T10:19:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Geistesleben */ Seitenzahl korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;&#039; ist ein von [[Rudolf Steiner]] entworfenes und in den Jahren 1917–1922 detailreich ausgearbeitetes Leitbild für eine zukunftsorientierte gesellschaftliche Ordnung und Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Steiner vorgeschlagene &#039;&#039;&#039;Soziale Dreigliederung&#039;&#039;&#039; beschreibt die Grundstruktur einer [[Gesellschaft]], in der die Koordination der gesamtgesellschaftlichen Lebensprozesse nicht zentral durch den [[Staat]] oder eine [[w:Machtelite|Führungselite]] erfolgt, sondern in der sich die drei Bereiche des sozialen Lebens: Geistesleben (Kultur), Rechtsleben bzw. Politik und Wirtschaft selbst verwalten und relativ autonom den je eigenen Funktionsprinzipien folgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;soziale Organismus&#039;&#039;&#039;, der den zentral verwalteten [[Einheitsstaat]] ablöst, soll analog&amp;lt;ref name=&amp;quot;Analogie&amp;quot;&amp;gt;Eine Vergleichbarkeit des sozialen Organismus mit dem menschlichen ist nur in gewissen Hinsichten gegeben, in anderen überhaupt nicht. Vgl. Christoph Strawe: &#039;&#039;Menschlicher und sozialer Organismus. Über einen Vergleich und seinen Sinn&#039;&#039;. 2007 [https://www.sozialimpulse.de/fileadmin/user_upload/pdf/RB/Artikel/2007-1_Christoph-Strawe_Menschlicher-und-sozialer-Organismus.pdf PDF].&amp;lt;/ref&amp;gt; des [[Dreigliederung des menschlichen Organismus|dreigliedrigen menschlichen Organismus]] aus dem lebendigen Zusammenwirken der drei selbstständigen Glieder des [[Wirtschaft]]s-, [[Recht]]s- und [[Geistesleben]] entstehen. Das Wirtschaftsleben ist dabei vergleichbar dem [[Nerven-Sinnessystem]], das Rechtsleben dem [[Rhythmisches System|Rhythmischen System]] und das Geistesleben dem [[Stoffwechselsystem]]{{GZ||197|82f}}:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das [[Wirtschaft]]sleben entfaltet sich auf der Grundlage des nutzbaren Bodens im Kreislauf der Warenherstellung (Produktion), des Vertriebs (Handel) und des Verbrauchs (Konsum). Es soll nach dem Prinzip der [[Brüderlichkeit]] durch [[Assoziationen]] geregelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das [[Rechtsleben]] umfasst das eigentlich Politische und das Verwaltungsrecht und regelt das Verhältnis von [[Mensch]] zu Mensch nach dem Prinzip der [[Gleichheit]] in für alle gleich geltenden Gesetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das auf [[Freiheit]] gegründete [[Geistesleben]] wird nicht staatlich reglementiert und umfasst u.a. das gesamte Bildungswesen, Kunst, Religion, technische Erfindungen, sowie auch die Rechtsprechung im Privat- und Strafrecht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff des dreigliedrigen sozialen Organismus und das Verhältnis seiner Glieder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei soll ein jedes dieser drei sozialen Glieder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|[…] in sich zentralisiert sein; und durch ihr lebendiges Nebeneinander- und Zusammenwirken kann erst die Einheit des sozialen Gesamtorganismus entstehen.|23|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies bedeutet nicht, der Wirklichkeit eine ausgedachte [[Utopie]] überzustülpen, sondern heißt Wesenserkenntnis ohnehin schon vorhandener Wirkungsweisen nach dem Gesetz von Polarität und Steigerung, das [[Goethe]] als maßgeblich für die Morphologie erkannte:&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Michael Heinen-Anders: &#039;&#039;Aus anthroposophischen Zusammenhängen&#039;&#039;. Norderstedt 2010, S. 71–72.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„[…] wir machen […] auf eine höhere Maxime des Organismus aufmerksam, die wir folgendermaßen aussprechen. Jedes Lebendige ist kein Einzelnes, sondern eine Mehrheit, […]. Je unvollkommener das Geschöpf ist, desto mehr sind diese Teile einander gleich oder ähnlich und desto mehr gleichen sie dem Ganzen. Je vollkommener das Geschöpf wird, desto unähnlicher werden die Teile einander. […] Die Subordination der Teile deutet auf ein vollkommenes Geschöpf.“&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: Schriften zur Naturwissenschaft, Stuttgart 1977, S. 48 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner bezieht diese Vorstellung unmittelbar auf den sozialen Organismus, indem er sagt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Auseinanderspaltung ist eigentlich immer da; es handelt sich nur darum, dass man findet wie die drei Glieder zusammen gebracht werden können, so dass sie nun tatsächlich im sozialen Organismus mit einer solchen inneren Vernunft wirken, wie, sagen wir, das Nerven-Sinnes-System, das Herz-Lungen-System und das Stoffwechselsystem im menschlichen Organismus wirken.“ {{Lit|{{G|340|154}}}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Analogie&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anzustrebende funktionale Gliederung der Gesellschaft soll ja ausdrücklich nicht als Utopie verstanden werden, sondern beruht auf einer durch Empirie errungenen Erkenntnis von den notwendigen Lebensbedingungen dieser drei gesellschaftlichen Bereiche. Im nationalen [[Einheitsstaat]] seien diese drei Systeme in einer sich gegenseitig behindernden Weise miteinander verflochten. Erst in ihrer durchgreifenden funktionalen Trennung, ohne dass ein Gebiet in das andere in unberechtigter Weise eingreife und dadurch zu sozialen Komplikationen führe, könnten sie ihre eigenen Kräfte voll entfalten. Der Nationalstaat, der sich in einer nicht mehr zeitgemäßen Weise aus einem Volkszusammenhang herleite, sei damit überwunden. An seine Stelle trete eine Rechtsgemeinschaft. {{Lit|{{G|332a|151f}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem ordnungspolitischen Konzept skizzierte Steiner eine Sozialordnung, von der er annahm,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„dass in ihr Freiheit und Solidarität gleichermaßen zu verwirklichen sind und der Prozess fortschreitender Emanzipation nicht nur nicht behindert, sondern sogar positiv unterstützt wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Luttermann, J.: &#039;&#039;Dreigliederung des sozialen Organismus. Grundlinien der Rechts- und Soziallehre Rudolf Steiners&#039;&#039;. Frankfurt/Main, Lang, 1990 (Europäische Hochschulschriften: Reihe 31, Politikwissenschaft; Bd. 162) Zugl.: Göttingen, Univ., Diss., 1989, Vorwort I.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Begriff des sozialen Organismus will Steiner nicht als Analogieschema zu natürlichen Organismen verstanden wissen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Analogie&amp;quot; /&amp;gt; Diesen, in den Sozialwissenschaften seiner Zeit nicht ungebräuchlichen Begriff verwendet er, weil er ihm am geeignetsten erscheint, den in fortwährender dynamischer Veränderung befindlichen Prozessen der sozialen Sphäre gerecht zu werden. Um diese komplexen Vorgänge realistisch zu erfassen, bedarf es nach Steiners Ansicht eines Übergangs von einer statisch-abstrakten zu einer lebendig-beweglichen, will heißen einer „organischen“ Betrachtungsweise. {{Lit|{{G|332a|7}} {{G|332a|155}}}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dreigliedrigkeit des sozialen Organismus gewinnt jedoch durch den Vergleich&amp;lt;ref name=&amp;quot;Analogie&amp;quot; /&amp;gt; mit dem [[Dreigliederung des menschlichen Organismus|dreigliedrigen menschlichen Organismus]] in einem bestimmten Aspekt an Deutlichkeit, wobei es da nicht auf das Organische ankommt, sondern auf das Verhältnis der Glieder zu einander:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die freien, individuellen Menschen, die sich in eine soziale&lt;br /&gt;
Zwangsstruktur hineinstellen und ihre freie Geistigkeit steril machen,&lt;br /&gt;
lassen ebenso die soziale Struktur absterben, wie ein Mensch absterben&lt;br /&gt;
muß, dem Sie keine Nahrungsmittel geben. Das, was die&lt;br /&gt;
menschlichen Köpfe in die Welt hereinbringen, das sind die Nahrungsmittel&lt;br /&gt;
für den sozialen Organismus.&lt;br /&gt;
So daß man sagen kann: Das Produktive aus Nerven- und Sinnessphäre&lt;br /&gt;
ist die Nahrung für den sozialen Organismus. - Das, was beim&lt;br /&gt;
Menschen das rhythmische System ist, dem entspricht allerdings im&lt;br /&gt;
sozialen Organismus alles dasjenige, was eigentlich dem Staate übertragen&lt;br /&gt;
werden soll, wie ich schon gestern sagte: alles, was sich auf&lt;br /&gt;
Regulierung, auf die äußere Gesetzlichkeit, also staatliche Gesetzmäßigkeit&lt;br /&gt;
bezieht. Und was ist nun im Staat das Produktive? Dasjenige,&lt;br /&gt;
was aus der Naturgrundlage im weiteren Sinne herauskommt,&lt;br /&gt;
das Wirtschaftsleben. Das ist gewissermaßen der Kopf des Staates.&lt;br /&gt;
Das Wirtschaftsleben, die Naturgrundlage, alles das, was produziert&lt;br /&gt;
wird, das ist gewissermaßen der Kopf. Es ist umgekehrt wie beim&lt;br /&gt;
individuellen Menschen. So daß wir ebensogut sagen können: Wie der&lt;br /&gt;
Mensch produktiv ist durch seine Nerven und Sinne, so ist der soziale&lt;br /&gt;
Organismus durch seine Naturgrundlage produktiv. Und wie der&lt;br /&gt;
Mensch seinen Stoffwechsel von der Natur erhält, so erhält der soziale&lt;br /&gt;
Organismus seine Nahrung aus dem Menschenkopf heraus.&lt;br /&gt;
Den sozialen Organismus verstehen Sie im Verhältnis zum Menschen&lt;br /&gt;
nur richtig, wenn Sie den Menschen auf den Kopf stellen. Hier&lt;br /&gt;
im Menschenkopf ist eigentlich der Grund und Boden des Menschen.&lt;br /&gt;
Der Mensch wächst von oben nach unten, der staatliche Organismus&lt;br /&gt;
wächst von unten nach oben. Er hat seinen Kopf, wenn man ihn&lt;br /&gt;
schon mit dem Menschen vergleichen will, unten und steht auf dem&lt;br /&gt;
Kopf und hat seine Beine oben. Seine Nahrung bekommt er aus dem&lt;br /&gt;
einzelnen individuellen Menschen. So muß man innerlich das, was&lt;br /&gt;
sozialer Organismus ist, verstehen. Analogiespiel macht nichts aus;&lt;br /&gt;
aber der Hinblick auf die wahre Wirklichkeit, auf die echte Realität,&lt;br /&gt;
das ist es, worauf es ankommt.|188|175f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die drei Glieder, Hauptbereiche oder Subsysteme der Gesellschaft bzw. des sozialen Organismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Rudolf Steiner gibt es drei und &#039;&#039;nur&#039;&#039; drei wesentlich verschiedene Hauptbereiche des sozialen Organismus:&lt;br /&gt;
* das &#039;&#039;&#039;Geistesleben&#039;&#039;&#039; mit der Urteilsform des individuellen Urteils (denn über Erkenntnis und Wahrheit läßt sich nicht abstimmen), sowie dem freien Ratschlag, statt dem Gesetz, der Vorschrift. Dieses Geistesleben umfasst die Bereiche Bildung, Religion, Kunst, Wissenschaft und Forschung, bis hin zu den individuellen körperlichen Begabungen, sowie daran anknüpfend die Zusammenarbeit der Menschen (verstanden als &#039;&#039;Kreativitätsfaktor&#039;&#039;, etwa die Kultur der Entscheidungsprozesse oder das Betriebsklima betreffend). Aufgabe eines freien Geisteslebens ist daher auch die (Kapital-) Verwaltung und Übertragung der natürlichen und künstlichen Produktionsmittel (Boden, Immobilien, industrielle Produktionsstätten etc.) an den oder die Fähigsten einer Gesellschaft. Wichtig ist auch die von Steiner vorgenommene, aus den genannten Prinzipien verständliche Zuordnung der Richter zum Geistesleben (ein wirkliches Urteil kann nur individuell aus der Anschauung gefällt werden, ganz gleich der Beziehung eines Lehrers zum Kinde, für die es keinen Lehrplan geben kann).&lt;br /&gt;
* das &#039;&#039;&#039;Rechtsleben&#039;&#039;&#039; mit einer (direkten oder indirekten) demokratischen Urteilsform, das alle Gesetze und Vorschriften im weiteren Sinne umfasst, mit dem Merkmal der Eventualität (wenn X die oder den Y schädigt, soll das Gesetz Z Anwendung finden; nicht aber Verträge, die auf Erfüllung zwischen den Vertragspartnern abzielen und zur Wirtschaft gehören – nur bei Nichterfüllung greift hier das Rechtsleben ein). Im Gegensatz zu unseren unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten sind wir als mündige Menschen Gleiche unter Gleichen; weder der Reiche noch der Intelligente […] hat Sonderrechte. Wesentlich und von Befürwortern der sozialen Dreigliederung oft vergessen ist auch die Regelung der Arbeit nach Art, Maß und Zeit. Dadurch beschränkt das Recht die Wirtschaft wie eine zweite Natur und schützt den Menschen vor seiner heutigen Entmenschlichung. Wenn Steiner um 1920 von einer nötigen Arbeitsleistung von etwa vier Stunden täglich ausging und alles darüber hinaus heute als „Herab-Drückung“ des Menschen unter sein Niveau als seelisch-geistiges Wesen betrachtete, kann uns eine Ahnung von der Radikalität dieser Dreigliederung aufsteigen.&lt;br /&gt;
* das &#039;&#039;&#039;Wirtschaftsleben&#039;&#039;&#039; mit seinen Verträgen zwischen den Wirtschaftenden, das die Produktion, den Handel und Konsum von Waren und Dienstleistungen umfasst. Es will geregelt sein durch kollektive Urteile, gewonnen durch ein gegenseitiges Abschleifen der Interessen in den Assoziationen (Verwaltungsorgane des Wirtschaftslebens, benannt nach den von allen Seiten zusammengetragenen, also assoziativen Urteilen). Wie schon beim Bereich Rechtsleben erwähnt, zielen die Verträge zwischen den Partnern auf Erfüllung (wozu auch die von Arbeitsanleitern und Arbeitern zählen mit der Verteilung der Erträge der gemeinsam erstellten Produkte, die sodann als  Waren zirkulieren. In diesem Sinne kann Arbeit nie bezahlt, nie gekauft werden. Steiner spricht diesbezüglich von einer realisierten Unmöglichkeit mit fatalen sozialen Folgen, wenn Arbeit heute von beiden Seiten als Äquivalent einer käuflichen und verkäuflichen Ware bezeichnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese drei Glieder werden durch Menschen bewusst als autonome Bereiche zu gestalten sein, dabei ihrem oben beschriebenen unterschiedlichen Wesen (Urteilsarten, soziales Gegenüberstehen) gemäß folgend. Sie bedingen sich gegenseitig im gesunden sozialen Organismus, sind Einheit als Dreiheit. Jedem Glied ist ein Ideal der [[Wikipedia:Französische Revolution|Französischen Revolution]] als leitendes Prinzip zugeordnet: Die [[Freiheit]] ist dem Geistesleben zugeordnet, die [[Gleichheit]] dem Rechtsleben, und die [[Brüderlichkeit]] dem Wirtschaftsleben. Damit entfalten diese Ideale der Französischen Revolution den ihnen zu Grunde liegenden Sinn, der in den Revolutionen ohne diese Vertiefung oft zur Karikatur ausartete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geistesleben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Freiheit im Geistesleben soll den Menschen die Ausbildung und Ausübung ihrer individuellen Fähigkeiten und eine kulturelle Vielfalt und Weiterentwicklung ermöglichen. Diese Freiheit könne sich nur in einer Struktur der Autonomie entfalten, in der das geistige und kulturelle Leben sowohl von den Interessen des Staates als auch von denen der Wirtschaft unabhängig bleibe. Die geringe Durchschlagskraft des intellektuellen und künstlerischen Bereiches für die gesellschaftliche Entwicklung leitet Steiner von dieser Abhängigkeit ab:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Man muß darauf hinschauen, was das Geistesleben in der Abhängigkeit von der Staatsgewalt und der mit ihr verbundenen kapitalistischen Gewalt geworden ist.|333|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur und Wissenschaft können ihr Potential nur entfalten und die nötigen innovativen Impulse geben, wenn ihre Triebkräfte nicht von den Verwertungsinteressen der Wirtschaft oder den wechselnden Machtinteressen der Politik gespeist werden. Die Richtlinien und Ziele für Erziehung und Bildung können zur größtmöglichen Entfaltung der individuellen Fähigkeiten nur aus den Erkenntnissen ihres eigenen Bereiches gewonnen werden. Diese Autonomie soll nicht nur die Lehrenden, Erziehenden und Kulturschaffenden in ihrer spezifischen Tätigkeit betreffen, sondern auch die Verwaltung dieses Gebietes umfassen, welche somit von den hierin Arbeitenden möglichst selbst durchgeführt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dem Geistesleben kann nur seine Kraft werden, wenn es von dem Staatsleben wieder losgelöst wird, wenn es ganz auf sich selbst gestellt wird. Was im Geistesleben lebt, insbesondere das Schulwesen, muß seiner Selbstverwaltung übergeben werden, von der obersten Spitze der Verwaltung des Geisteslebens bis zum Lehrer der untersten Schulstufe.|333|15f.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es wird also angestrebt, daß das Geistesleben nicht mehr abhängt vom&lt;br /&gt;
Staatsleben und nicht mehr abhängt vom Wirtschaftsleben, sondern&lt;br /&gt;
gerade frei und unabhängig sein kann, gerade so sein kann, wie es die&lt;br /&gt;
Katholische Kirche niemals war, die sich immer mit dem Staat und Wirtschaftsleben zusammen konfundiert hat.|196|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rechtsleben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gleichheit im Rechtsleben soll die Rechte und Möglichkeiten jedes Einzelnen sichern. Der Staat soll nach den Vorstellungen der sozialen Dreigliederung als zentrale Machtinstanz zurücktreten und einen Teil seiner Aufgaben an die Gesellschaft abgeben. Das heißt jedoch nicht, dass diese autonomen Aufgabengebiete im rechtsfreien Raum stattfinden können. Sie stehen auf dem Boden der rechtsstaatlichen Verfassung. Die auf demokratischem Wege entstandene Rechtsordnung durchdringt alle Bereiche des Wirtschafts- und Geisteslebens und gibt den darin sich betätigenden Menschen die Sicherheit vor Willkür und Machtmissbrauch.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach Behrens: &#039;&#039;Der Mensch – Bildner des sozialen Organismus&#039;&#039;, Hamburg 1958, S. 85 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsleben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben soll durch [[Assoziationen]] von Verbrauchern, Händlern und Produzenten in einem freien Markt gerechte Preise sowie eine gerechte Güterverteilung ermöglichen. Aufgabe des Rechtslebens wäre es, den dazu erforderlichen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der Privateigentum an Produktionsmitteln und Kapital nicht enteignet oder verstaatlicht, sondern in Treuhandeigentum transformiert. Ein auf diese Weise neutralisiertes Kapital kann weder verkauft noch vererbt, sondern nur in einer Art Schenkung an neue Eigentümer übertragen werden. Daher basiert der Kapitalbegriff der Sozialen Dreigliederung auf der durchzuführenden [[Kapitalneutralisierung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Eigentum hört auf, dasjenige zu sein, was es bis jetzt gewesen ist. Und es wird nicht zurückgeführt zu einer überwundenen Form, wie sie das Gemeineigentum darstellen würde, sondern es wird fortgeführt zu etwas völlig Neuem. Die Gegenstände des Eigentums werden in den Fluss des sozialen Lebens gebracht. Der Einzelne kann sie nicht aus seinem Privatinteresse heraus zum Schaden der Allgemeinheit verwalten; aber auch die Allgemeinheit wird sie nicht zum Schaden der Einzelnen bürokratisch verwalten können; sondern der geeignete Einzelne wird zu ihnen den Zugang finden, um durch sie der Allgemeinheit dienen zu können.|23|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch wäre es kapitalistischem Missbrauch durch gewinnmaximierenden Weiterverkauf oder Börsenspekulation entzogen. Andererseits wäre die Freiheit am Gemeinwohl orientierter Unternehmer und die Sozialbindung des Eigentums gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Umwandlung des alten Eigentumsbegriffs hinsichtlich der Produktionsmittel tritt die Grundüberzeugung, dass Arbeit nicht bezahlbar ist, mithin nicht gekauft werden kann. Der Warencharakter der menschlichen Arbeit ist nach Ansicht Steiners eine Restform der Sklaverei, deren vollständige Überwindung erst mit der Abschaffung des Lohnprinzips gegeben ist. Statt Arbeitslohn gibt es einen vertraglich vereinbarten Anteil am Gewinn. Innerhalb eines Betriebes entfallen durch die Neutralisierung des Kapitals die klassischen Rollen des Arbeitgebers und Arbeitnehmers. Steiner schlug als eine neue Möglichkeit der Benennung die Begriffe „Arbeitleister“ und „Arbeitleiter“ vor. Diese stehen in einem Vertragsverhältnis: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und dieses Verhältnis wird sich beziehen nicht auf einen Tausch von Ware (beziehungsweise Geld) für Arbeitskraft, sondern auf die Festsetzung des Anteiles, den eine jede der beiden Personen hat, welche die Ware gemeinsam zustande bringen.|23|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In verschiedenen Interpretationen und Weiterentwicklungen der sozialen Dreigliederung variieren die Beschreibungen und Abgrenzungen der drei gesellschaftlichen Subsysteme ebenso wie konkrete Vorschläge zur Umsetzung und zur Organisation der Selbstverwaltung dieser drei Bereiche. Zentral ist jedoch die Zuordnung der drei Ideale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu den drei Sphären der Gesellschaft Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezug zur Dreigliederung des menschlichen Organismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die soziale Dreigliederung mit der Organisation des [[Mensch]]en sachgerecht vergleichen zu können, bedarf es einer konkreten [[Erkenntnis]] der [[Dreigliederung des menschlichen Organismus]] und seines Zusammenhanges mit den [[Seelenfähigkeiten]] von [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Analogie&amp;quot; /&amp;gt; Anders als man vielleicht vorschnell meinen würde, hängt das [[Geistesleben]] mit dem &#039;&#039;Wollen&#039;&#039; zusammen, das [[Rechtsleben]] mit dem &#039;&#039;Fühlen&#039;&#039; und das [[Wirtschaftsleben]] mit dem &#039;&#039;Denken&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn man so äußerlich Analogien bilden würde, dann würde man&lt;br /&gt;
sagen: Wir haben die Dreigliederung des sozialen Organismus und die&lt;br /&gt;
Dreigliederung des menschlichen Organismus. Der Kopf ist das geistige&lt;br /&gt;
Organ, also muß man es vergleichen mit dem geistigen Leben des dreigliedrigen&lt;br /&gt;
Organismus; das rhythmische System, das bringt Einklang&lt;br /&gt;
zwischen den verschiedenen Funktionen als Herztätigkeit, als Atmungstätigkeit&lt;br /&gt;
- also Rechtsteil des sozialen Organismus; den Stoffwechsel,&lt;br /&gt;
das Gröbste, Materiellste, dasjenige, worauf der Mystiker mit einer&lt;br /&gt;
gewissen Verachtung herabsieht, trotzdem auch er erklärt, daß er essen&lt;br /&gt;
und trinken muß, den vergleicht man mit dem wirtschaftlichen Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nicht so! Ich habe öfter darauf aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
bei andern Gelegenheiten, daß die Dinge eben in Wirklichkeit anders&lt;br /&gt;
liegen, als man nach bloßen Analogien glaubt, daß man zum Beispiel&lt;br /&gt;
nicht sagen kann, die Sommerzeit lasse sich mit dem Wachzustand der&lt;br /&gt;
Erde vergleichen und die Winterzeit mit dem Schlafzustand. Die Wahrheit&lt;br /&gt;
ist eine andere. Im Sommer schläft die Erde, im Winter wacht sie.&lt;br /&gt;
Das habe ich ja in seinen Einzelheiten ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so ist es auch, wenn man auf die Wirklichkeit und nicht auf&lt;br /&gt;
Analogien geht, bei dem Vergleichen des sozialen Organismus mit dem&lt;br /&gt;
menschlichen Organismus. Da muß man vergleichen just das Wirtschaftsleben&lt;br /&gt;
im sozialen Organismus mit der menschlichen Kopftätigkeit;&lt;br /&gt;
dasjenige, was Rechtsleben ist, das muß man allerdings - weil es&lt;br /&gt;
das Mittlere ist, so haben sich die Leute auch nicht geirrt bei der Analogie&lt;br /&gt;
- mit der rhythmischen Tätigkeit vergleichen. Aber das Geistesleben,&lt;br /&gt;
das muß man vergleichen mit dem Stoffwechsel. Also das Wirtschaftsleben&lt;br /&gt;
ist zu vergleichen mit den geistigen Organen, das geistige&lt;br /&gt;
Leben im sozialen Organismus mit den Stoffwechselorganen. Da hilft&lt;br /&gt;
nichts. Das Wirtschaftsleben ist der Kopf des sozialen Organismus, und&lt;br /&gt;
das geistige Leben ist Magen, Leber und Milz für den sozialen Organismus,&lt;br /&gt;
nicht für den einzelnen individuellen Menschen.|197|82f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Haupthindernis für ein tieferes Verständnis dieser Zusammenhänge liegt darin, dass das Seelenleben des Menschen nur mit dem [[Nervensystem]] und insbesondere mit dem [[Gehirn]] in Zusammenhang gebracht wird. Tatsächlich hängt aber nur das [[Denken]] bzw. [[Vorstellen]] mit dem Nervensystem zusammen. Das [[Fühlen]] stützt sich auf das [[Rhythmisches System|rhythmische System]] und das [[Wollen]] auf das [[Stoffwechsel-Gliedmaßensystem]]. In diesem wirkt unmittelbar das [[Ich]], d. h. der [[Geist]], weshalb der Wille auch dem Geistesleben zuzuordnen ist. Besonders schädlich ist in diesem Zusammenhang die bis heute als selbstverständlich geltende Unterscheidung [[Motorische Nerven|motorischer]] und [[Sensorische Nerven|sensorischer Nerven]] und die damit verbundene [[Neurowissenschaften|neurowissenschaftliche]] These, dass der Wille bzw. die [[Körperbewegung]] des Menschen vom Gehirn bzw. vom Nervensystem gesteuert werden. Damit wird ein [[Autismus|autistisch]]-[[ego]]zentrisches Menschenbild festgeschrieben, das einer fruchtbaren Entwicklung des sozialen Lebens im Wege steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Den sozialen Organismus mit dem menschlichen oder einem sonstigen&lt;br /&gt;
Organismus zu vergleichen, das ist auch in unserer Zeit Phrase&lt;br /&gt;
geworden, und es ist eine recht billige Phrase. Will man auf diesem&lt;br /&gt;
Gebiete nicht phrasenhaft reden, dann muß man jene Grundlegung&lt;br /&gt;
liefern, die geliefert worden ist in meiner Schrift «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
Was hätte es heute für einen Sinn, von der Dreigliederung des sozialen&lt;br /&gt;
Organismus zu sprechen, wenn nicht erst diese geistige Grundlage&lt;br /&gt;
von der Dreigliederung des menschlichen Organismus in Nerven-Sinnesfähigkeiten, in rhythmische Fähigkeiten und in Stoffwechselfähigkeiten,&lt;br /&gt;
als eine wirkliche naturwissenschaftliche Erkenntnis vor&lt;br /&gt;
die Menschen hingestellt worden wäre? Aber die Menschen sind zu&lt;br /&gt;
bequem, die aus dem verkehrten Schulwesen herausgewachsenen Vorstellungen&lt;br /&gt;
der Gegenwart sich korrigieren zu lassen durch das, was&lt;br /&gt;
aus der wahren Wirklichkeit stammt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere greuliche Vorstellung lebt in unserer offiziellen, das&lt;br /&gt;
heißt überall autoritativ geglaubten Wissenschaft. Diese Wissenschaft&lt;br /&gt;
nimmt teil an der götzendienerischen Anbetung alles dessen, was als&lt;br /&gt;
so hohe Kultur in der neueren Zeit heraufgezogen ist. Wie sollte nicht,&lt;br /&gt;
wenn sie etwas besonders geheimnisvoll ausdrücken will, diese moderne&lt;br /&gt;
Wissenschaft ihre Zuflucht zu dem nehmen, was sie jeweilig am&lt;br /&gt;
meisten anbetet. Nun also, so ist ihr das Nervensystem geworden zu&lt;br /&gt;
einer Summe von Telegraphenlinien, so ist ihr geworden die ganze&lt;br /&gt;
Nerventätigkeit des Menschen zu einem merkwürdig komplizierten&lt;br /&gt;
Telegraphenfunktionieren. Das Auge nimmt wahr, die Haut nimmt&lt;br /&gt;
mit wahr. Da wird zu der Telegraphenstation Gehirn durch sensitive&lt;br /&gt;
Nerven das hingeleitet, was von außen her wahrgenommen wird.&lt;br /&gt;
Dann sitzt dort im Gehirn ein, ich weiß nicht was für ein Wesen - ein&lt;br /&gt;
geistiges Wesen leugnet die neuere Wissenschaft ja ab -, durch ein&lt;br /&gt;
Wesen also, das zur Phrase geworden ist, weil man nichts Wirkliches&lt;br /&gt;
darin erblickt, wird das von den «sensitiven» Nerven Wahrgenommene&lt;br /&gt;
umgesetzt durch die «motorischen» Nerven in Willensbewegungen.&lt;br /&gt;
Und eingebleut wird dem jungen Menschen der Unterschied zwischen&lt;br /&gt;
sensitiven Nerven und motorischen Nerven, und aufgebaut wird auf&lt;br /&gt;
diesen Unterschied die ganze Anschauung über den Menschen.|192|153f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wirkliches Verständnis für das soziale Leben wird sich nur erringen lassen, wenn man erkennt, dass das [[Wirkliches Ich|wirkliche Ich]] nicht im [[Körper]], sondern in der geistigen Außenwelt, in der „Gesetzmäßigkeit der Dinge“ lebt, wie es [[Rudolf Steiner]] namentlich in seinem [[Bologna-Vortrag]] betont hat. Im [[Leib]] erscheint nur das an sich unwirkliche Spiegelbild des wahren [[Ich]]. Nur so kann man auch das im sozialen Zusammenleben wirksame [[Karma]] erfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige, was wir erleben als unser Ich, ist nur&lt;br /&gt;
ein Spiegelbild des Ich. Das ist nur etwas, was das vorgeburtliche Ich&lt;br /&gt;
in uns abspiegelt. Wir erleben in der Tat nur ein Spiegelbild des Ich,&lt;br /&gt;
etwas vom wirklichen Ich erleben wir nur ganz indirekt. Das, wovon&lt;br /&gt;
die Psychologen, die sogenannten Seelenforscher als vom Ich reden,&lt;br /&gt;
ist nur ein Spiegelbild; das verhält sich zum wirklichen Ich so, wie das&lt;br /&gt;
Bild, das Sie von sich im Spiegel sehen, sich zu Ihnen verhält. Aber&lt;br /&gt;
dieses wirkliche Ich, das während der Zeit des atavistischen Hellsehens&lt;br /&gt;
und bis in die christlichen Zeiten herein gefunden werden&lt;br /&gt;
konnte, ist heute nicht in dem Menschen, der auf seine eigene Wesenheit&lt;br /&gt;
- insofern die eigene Wesenheit verbunden ist mit dem Leibe -&lt;br /&gt;
hinschaut. Nur indirekt erlebt der Mensch etwas von seinem Ich,&lt;br /&gt;
dann, wenn er mit andern Menschen in Beziehung tritt und sich das&lt;br /&gt;
Karma abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir einem andern Menschen gegenübertreten und sich etwas&lt;br /&gt;
abspielt zwischen uns und dem andern Menschen, was zu unserem&lt;br /&gt;
Karma gehört, da tritt etwas von dem Impulse des wahren Ich in uns&lt;br /&gt;
herein. Aber das, was wir in uns Ich nennen, was wir mit dem Worte&lt;br /&gt;
bezeichnen, das ist nur ein Spiegelbild. Und gerade dadurch wird der&lt;br /&gt;
Mensch reif gemacht während unseres fünften nachatlantischen Kulturzeitraumes,&lt;br /&gt;
das Ich im sechsten Zeitraum in einer neuen Gestalt zu&lt;br /&gt;
erleben, daß er gewissermaßen durch den fünften Zeitraum dieses&lt;br /&gt;
Ich nur als Spiegelbild erlebt. Das ist gerade das Charakteristische des&lt;br /&gt;
Zeitalters der Bewußtseinsseele, daß der Mensch sein Ich nur als&lt;br /&gt;
Spiegelbild erhält, damit er in das Zeitalter des Geistselbstes hineinlebt&lt;br /&gt;
und das Ich anders gestaltet, in neuer Gestalt wieder erleben&lt;br /&gt;
kann. Nur wird er es anders erleben, als er es heute gerne möchte!&lt;br /&gt;
Heute möchte der Mensch sein Ich, das er nur als Spiegelbild erlebt,&lt;br /&gt;
alles eher nennen als das, was sich ihm im zukünftigen sechsten nachatlantischen&lt;br /&gt;
Zeitraum als solches präsentieren wird. Jene mystischen&lt;br /&gt;
Anwandlungen, wie sie heute die Menschen noch haben: durch&lt;br /&gt;
Hineinbrüten in ihr Inneres das wahre Ich zu finden - das sie sogar&lt;br /&gt;
das göttliche Ich nennen! -, solche Anwandlungen werden die Menschen&lt;br /&gt;
in der Zukunft seltener haben. Aber gewöhnen werden sie sich&lt;br /&gt;
müssen, dieses Ich nur in der Außenwelt zu sehen. Das Sonderbare&lt;br /&gt;
wird eintreten, daß jeder andere, der uns begegnet und der etwas mit&lt;br /&gt;
uns zu tun hat, mehr mit unserem Ich zu tun haben wird als dasjenige,&lt;br /&gt;
was da in der Haut eingeschlossen ist. So steuert der Mensch auf das&lt;br /&gt;
soziale Zeitalter zu, daß er sich in Zukunft sagen wird: Mein Selbst&lt;br /&gt;
ist bei all denen, die mir da draußen begegnen; am wenigsten ist es&lt;br /&gt;
da drinnen. Ich bekomme, indem ich als physischer Mensch zwischen&lt;br /&gt;
Geburt und Tod lebe, mein Selbst von allem Möglichen, nur nicht&lt;br /&gt;
von dem, was da in meiner Haut eingeschlossen ist.|187|80f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Beziehung des sozialen Organismus zum vorgeburtlichen, inkarnierten, und nachtodlichen Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es liegen also große Prinzipien auch in dieser Beziehung in der Dreigliederung&lt;br /&gt;
des sozialen Organismus. Wir gliedern in drei Glieder aus&lt;br /&gt;
dem Grunde, weil wir die verschiedensten Gebiete, die mit dem Übersinnlichen&lt;br /&gt;
etwas zu tun haben, von demjenigen abtrennen müssen, was&lt;br /&gt;
nur mit dem Sinnlichen zwischen der Geburt und dem Tode etwas zu&lt;br /&gt;
tun hat. […] Damit weise ich Sie hin auf dasjenige, was für die Bekräftigung der&lt;br /&gt;
Dreigliederungsidee nur aus der Initiationswissenschaft heraus gewonnen&lt;br /&gt;
werden kann.|196|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorgeburtliches Leben und Geistesleben auf der Erde ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Nun erinnern Sie sich an etwas, was ich Ihnen hier schon auseinandergesetzt&lt;br /&gt;
habe, was ich aber noch einmal für diejenigen, die das nicht gehört&lt;br /&gt;
haben, wiederholen will. Der Mensch, indem er hier auf der Erde&lt;br /&gt;
lebt zwischen Geburt und Tod, ist ja nicht bloß dieses Wesen, das hier&lt;br /&gt;
zwischen Geburt und Tod lebt, sondern er trägt in sich die Nachklänge&lt;br /&gt;
desjenigen, was er durchlebt hat erstens in früheren Inkarnationen, aber&lt;br /&gt;
namentlich desjenigen, was er durchlebt hat zwischen dem letzten Tode&lt;br /&gt;
und der Geburt, die seinem jetzigen Leben vorangegangen ist. In dieser&lt;br /&gt;
Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt haben wir in der&lt;br /&gt;
geistigen Welt Erlebnisse durchgemacht, und diese Erlebnisse klingen&lt;br /&gt;
nach in dem gegenwärtigen Leben. Und wie klingen sie nach im öffentlichen&lt;br /&gt;
sozialen Leben? - So, daß alles, was die Menschen hineinbringen&lt;br /&gt;
in das öffentliche Leben durch ihre Talente, durch ihre besonderen Begabungen,&lt;br /&gt;
was also überhaupt das öffentliche Geistesleben ist, ja gar&lt;br /&gt;
nicht von der Erde ist, sondern alles Nachklang ist aus dem vorirdischen&lt;br /&gt;
Leben. […] Und was hier auf der&lt;br /&gt;
Erde an Kunst, Wissenschaft, an religiösen Impulsen bei den Menschen&lt;br /&gt;
entwickelt wird, das heißt, was entwickelt wird als irdisches Geistesleben,&lt;br /&gt;
das: ist alles Nachklang des überirdischen Geisteslebens, wie es die&lt;br /&gt;
Menschen durch die Pforte der Geburt hier hereinbringen. […] Wir haben also in&lt;br /&gt;
diesem sozialen Leben hinsichtlich der Kräfte ein Element drinnenstecken,&lt;br /&gt;
das uns einfach heruntergeschickt wird aus den geistigen Welten.|196|126f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirtschaftsleben auf der Erde und nachtodliches Leben ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dasjenige aber, was im Wirtschaftsleben gewirkt wird durch&lt;br /&gt;
Brüderlichkeit oder Unbrüderlichkeit, was die Menschen füreinander&lt;br /&gt;
tun, wirtschaften, das hat, so sonderbar es klingt, nicht nur eine Bedeutung&lt;br /&gt;
für dieses Leben zwischen Geburt und Tod, sondern gerade&lt;br /&gt;
eine große Bedeutung für das Leben nach dem Tode. […] Dasjenige, was sich hier abspielt als wirtschaftliches Leben, das ist die Ursache, wie&lt;br /&gt;
Menschen leben werden zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
Wenn zum Beispiel eine wirtschaftliche Ordnung bloß auf Egoismus&lt;br /&gt;
aufgebaut ist, so bedeutet das, daß die Menschen im hohen Grade Einsiedler&lt;br /&gt;
werden zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, daß sie die&lt;br /&gt;
größten Schwierigkeiten haben, andere Menschenwesen zu finden, kurz,&lt;br /&gt;
es hat eine riesige Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und der&lt;br /&gt;
nächsten Geburt, wie der Mensch sich hier wirtschaftlich verhält.|196|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Rechtsleben als rein irdisches Leben ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es bleibt daher einzig und allein als rein irdisch das Rechts- oder&lt;br /&gt;
Staatsleben. Das hat weder eine Bedeutung für vorgeburtliches Leben&lt;br /&gt;
noch für das nachtodliche Leben, das hat nur eine Bedeutung für das,&lt;br /&gt;
was hier auf der Erde geschieht. Trennen wir reinlich ab dieses rechtsstaatliche&lt;br /&gt;
Leben von den beiden andern Gebieten, so trennen wir das&lt;br /&gt;
Irdische ab von allem Überirdischen, das hier auf die Erde hereinspielt.|196|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufsteigende und absteigende Kräfte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Der soziale Organismus stirbt zwar nicht,&lt;br /&gt;
dadurch unterscheidet er sich zum Beispiel von dem&lt;br /&gt;
menschlichen Organismus, aber er wandelt sich, und&lt;br /&gt;
aufsteigende und absteigende Kräfte sind ihm naturgemäß.&lt;br /&gt;
Nur der begreift den sozialen Organismus, der&lt;br /&gt;
weiß: wenn man die besten Absichten verwirklicht und&lt;br /&gt;
irgend etwas auf irgendeinem Gebiet des sozialen Lebens&lt;br /&gt;
herstellt, was aus den Verhältnissen heraus gewonnen ist,&lt;br /&gt;
wird es nach einiger Zeit dadurch, daß Menschen mit ihren&lt;br /&gt;
Individualitäten drinnen arbeiten, Absterbekräfte,&lt;br /&gt;
Niedergangskräfte zeigen. Was für das Jahr zwanzig eines&lt;br /&gt;
Jahrhunderts das Richtige ist, das hat sich bis zum&lt;br /&gt;
Jahre vierzig desselben Jahrhunderts so verwandelt, daß&lt;br /&gt;
es bereits seine Niedergangskräfte in sich enthält.|83|284}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Globalisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zeitalter der Weltwirtschaft, die sich mit der [[w:Wirtschaftsliberalismus|wirtschaftlichen Liberalisierung]] und der [[w:Industrielle Revolution|industriellen Revolution]] seit der Mitte des [[w:19. Jahrhundert|19. Jahrhundert]]s immer stärker herausgebildet hat, kann der soziale Organismus realistisch nur als globales Gebilde aufgefasst werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Aber all die Nationalökonomien, von Adam&lt;br /&gt;
Smith angefangen bis herauf zu den neuesten, rechnen eigentlich mit&lt;br /&gt;
kleinen Gebieten als sozialen Organismen. Sie beachten da nicht einmal,&lt;br /&gt;
daß, wenn man schon eine bloße Analogie wählt, diese stimmen&lt;br /&gt;
muß. Die Menschen beachten gar nicht, daß sie stimmen muß. Haben&lt;br /&gt;
Sie schon einen wirklichen ausgewachsenen Organismus&lt;br /&gt;
gesehen, der so ist: Hier ist zum Beispiel ein&lt;br /&gt;
Mensch, hier ist der zweite Mensch, hier ist der dritte&lt;br /&gt;
Mensch und so weiter. Es wären niedliche Menschenorganismen,&lt;br /&gt;
die in solcher Weise aneinanderkleben&lt;br /&gt;
würden; das gibt es doch bei ausgewachsenen Organismen&lt;br /&gt;
nicht. Das ist aber doch bei den Staaten der&lt;br /&gt;
Fall. Organismen brauchen die Leere um sich herum&lt;br /&gt;
bis zu dem anderen Organismus. Das, womit Sie die&lt;br /&gt;
einzelnen Staaten vergleichen können, sind höchstens&lt;br /&gt;
die Zellen des Organismus, und Sie können nur&lt;br /&gt;
die ganze Erde als Wirtschaftskörper mit einem Organismus vergleichen.&lt;br /&gt;
Das müßte beachtet werden. Das ist mit Händen zu greifen,&lt;br /&gt;
seit wir Weltwirtschaft haben, daß wir die einzelnen Staaten nur mit&lt;br /&gt;
Zellen vergleichen können. Die ganze Erde, als Wirtschaftsorganismus&lt;br /&gt;
gedacht, ist der soziale Organismus.|340|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner entwickelte bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts erste Grundgedanken zur [[w:Soziale Frage|sozialen Frage]]. 1898 formulierte er – als Antwort auf eine Schrift des Philosophen [[w:Ludwig Stein|Ludwig Stein]] – in zwei Aufsätzen sein „[[soziologisches Grundgesetz]]“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Menschheit strebt im Anfange der Kulturzustände nach Entstehung sozialer Verbände; dem Interesse dieser Verbände wird zunächst das Interesse des Individuums geopfert; die weitere Entwicklung führt zur Befreiung des Individuums von dem Interesse der Verbände und zur freien Entfaltung der Bedürfnisse und Kräfte des Einzelnen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dreigliederung.de/soziologischesgrundgesetz Online-Quelle mit den beiden Aufsätzen]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1905 veröffentlichte er in der theosophischen Zeitschrift &#039;&#039;[[Lucifer-Gnosis]]&#039;&#039; sein „[[soziales Hauptgesetz]]“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist umso größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dreigliederung.de/sozialeshauptgesetz Quelle mit zahlreichen ergänzenden Texten]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 richtete er auf Vermittlung und in Zusammenarbeit mit Ludwig Polzer-Hoditz und Otto Graf von Lerchenfeld Memoranden an die österreichische und deutsche Regierung zu einem Friedensangebot der [[w:Mittelmächte|Mittelmächte]], welches im Geiste der sozialen Dreigliederung eine wirksame Alternative zu dem verhängnisvollen [[14-Punkte-Programm]] zur Selbstbestimmung der Nationen des amerikanischen Präsidenten [[Woodrow Wilson]] hätte bilden können. Der ehemalige Kabinettschef des österreichischen Kaisers Karl, Arthur Polzer-Hoditz, machte diesen im November 1917 mit der Idee der Dreigliederung bekannt. Er wurde aufgefordert, das ganze System der Dreigliederung in einer Denkschrift niederzulegen. Im Februar 1918 übergab er diese dem Kaiser und informierte noch am selben Tag den damaligen Ministerpräsidenten Seidel umfassend über den Inhalt der Ausarbeitung. Eine Reaktion blieb jedoch aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Renate Riemeck: &#039;&#039;Mitteleuropa. Bilanz eines Jahrhunderts&#039;&#039;. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1983, S. 145.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wesentliche Grund für die negative Bewertung der Wilsonschen Thesen ist das dort postulierte [[w:Selbstbestimmungsrecht der Völker|Selbstbestimmungsrecht der Völker]]. In diesem sah Steiner eine illusionäre Idee, die im Gegensatz zu ihrer vordergründigen Plausibilität eine Epoche des Nationalismus und Rassismus einleiten würde. Dieser, in einer immer mehr von vielfältigen kulturellen und ethnischen Zugehörigkeiten geprägten gesellschaftlichen Wirklichkeit, zerstörerischen Idee stellte er das „Selbstbestimmungsrecht des Individuums“ entgegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Jens Heisterkamp (Hrsg.): &#039;&#039;Die Jahrhundertillusion. Wilsons Selbstbestimmungsrecht der Völker, Steiners Kritik und die Frage der nationalen Minderheiten heute&#039;&#039;. Frankfurt am Main 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte er mit dem Unternehmer [[Emil Molt]] einige Jahre lang im Rahmen des Bundes für Dreigliederung Mitstreiter zu finden, um diese Idee in Deutschland zu verwirklichen, konkret zunächst 1919 in Württemberg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge dieser Bemühungen kam es zur Begründung der ersten [[Waldorfschule]]. Die Dreigliederung sollte in der Unsicherheit nach dem Ersten Weltkrieg den Strömungen des [[Nationalismus]] und des [[w:Kommunismus|Kommunismus]] entgegenwirken und den [[Kapitalismus]] eindämmen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
1921 gab es in Oberschlesien einen weiteren Versuch, öffentlich für die Konzeption der sozialen Dreigliederung zu wirken, um mit der Etablierung eines freien Geisteslebens und assoziativen Wirtschaftslebens die nationalen Gegensätze zu überwinden (Oberschlesische Aktion des Bundes für Dreigliederung). Auch dieser Aktion war kein Erfolg beschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Steiner sah, dass er in der damaligen Nachkriegssituation in Mitteleuropa die Soziale Dreigliederung nicht realisieren konnte, beendete er seine diesbezüglichen Aktivitäten und beschränkte sich darauf, die Ideen der Dreigliederung in Vorträgen und Seminaren weiter zu entwickeln. Nachdrücklich wies er darauf hin, dass die Zukunft eine dreigliedrige Entwicklung des sozialen Organismus in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in jedem Falle bringen werde, entweder durch Einsicht künftiger Generationen bewerkstelligt oder durch unvorstellbare Katastrophen erzwungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an dieses Leitbild blieb weitgehend nur in anthroposophischen Kreisen lebendig und führte auch dort nach Rudolf Steiners Tod bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts ein eher randständiges Dasein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der 68er Bewegung gab es eine bedeutsame Renaissance der Dreigliederungsbewegung, getragen von einer kleinen Minderheit der damals „Bewegten“, die jedoch, trotz größter Bemühungen um Öffentlichkeit, in der herrschenden Medienöffentlichkeit kaum zu Wort gekommen oder wahrgenommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Folkert Wilken]] und [[Hans-Georg Schweppenhäuser]] entwickelten in dieser Zeit sehr grundlegende Ansätze, etwa, wie die [[Kapitalneutralisierung]] oder wie die Zähmung des [[Geldwesen]]s zu bewerkstelligen sei.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
In verschiedenen außerparlamentarischen Gesprächskreisen, Gruppierungen und Einrichtungen Westdeutschlands, der Schweiz, Österreichs, der Niederlande und Skandinaviens wurde die ideelle Übereinstimmung des sozialen und emanzipatorischen Gedankenguts von Denkern wie dem jungen [[Karl Marx|Marx]], [[:Voltaire|Voltaire]], [[w:Rosa Luxemburg|Rosa Luxemburg]] mit den Idealen der sozialen Dreigliederung gewürdigt, diskutiert und herausgestellt. Begeisterung für den Prager Frühling, für die von [[w:Eugen Löbl|Eugen Löbl]] formulierte Forderung, &#039;&#039;„den Sozialismus mit dem großen Programm der Freiheit [zu] verbinden“&#039;&#039;, gab diesen Gruppierungen enormen Auftrieb. [[w:Rudi Dutschke|Rudi Dutschke]] wusste um diese Zusammenhänge. Sein Wille zur Zusammenarbeit konnte durch das Attentat und seinen späteren frühen Tod leider nicht realisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:ink-a.jpg|thumb|right|300px|[[INKA|Internationales Kulturzentrum]] [[w:Achberg|Achberg]]]]&lt;br /&gt;
[[Wilfried Heidt]] vom Republikanischen Club Lörrach und [[Peter Schilinski]] vom Republikanischen Club Sylt ergriffen 1969 mit ihren Mitarbeitern die Initiative zur Begründung eines Internationalen Kulturzentrums als Begegnungsstätte aller Menschen, die an der Zielsetzung eines „dritten Weges“ zwischen westlichem Kapitalismus und östlichem Staatssozialismus (und dazu zählten sich auch die „Dreigliederer“) interessiert sind. Als dann mit Beginn der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts diese Begegnungsstätte als [[Internationales Kulturzentrum Achberg]] im Geiste „aktiver Toleranz“ ihre Arbeit aufnehmen konnte, fand dort – neben vielen anderen bedeutsamen Begegnungen etwa mit Emigranten des Prager Frühlings oder der russischen Opposition – auch innerhalb der „Dreigliederer“ ein wichtiger und beflügelnder Brückenschlag der Generationen statt. Noch lebende Zeitzeugen und Mitstreiter der ersten Dreigliederungsbewegung nach dem Ersten Weltkrieg schlossen sich mit jungen Menschen, die diese Ideale weiterführen wollten, zusammen. Im Rahmen entsprechender Arbeitstagungen des Internationalen Kulturzentrums Achberg inspirierten die Zielvorstellungen eines freien Geisteslebens sowie der Gleichheit im Rechtsleben zur Forderung nach gesichertem, freien und gleichberechtigtem Zugang meinungsbildender Initiativen zu den Massenmedien, als Voraussetzung der Einführung von Elementen [[Direkte Demokratie|direkter Demokratie]] mit Volksinitiativen und Volksabstimmungen zur Ergänzung der parlamentarischen Demokratie. Des Weiteren spielte, angesichts einer unkontrollierten internationalen Kapitalmacht, die Frage eines neu geordneten, unabhängigen, jedoch demokratisch legitimierten und am Gemeinwohl orientierten Geldwesens eine wachsende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt hierfür bildeten vor allem die Ideen [[Wilhelm Schmundt]]s (1898–1992). Wilfried Heidt, damals Leiter des Achberger Instituts für Sozialforschung, förderte federführend und moderierend während der 70er Jahre die geistige Zusammenarbeit einer Kerngruppe von Menschen mit Wilhelm Schmundt, dem Künstler [[Joseph Beuys]] und vielen Mitarbeitern und Gästen des Internationalen Kulturzentrums. Die damals vertiefend erarbeiteten Urbilder eines zeitgemäßen Geldbegriffs bildeten das detaillierte geistige Fundament jener späteren prägnanten Kurzformel: &#039;&#039;Kunst = Kreativität = Kapital&#039;&#039;, mit der Joseph Beuys, der Wilhelm Schmundt seinen „großen Lehrer“ genannt hatte, auf die Kernpunkte einer alternativen Geldordnung aufmerksam machen wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seitdem hatte Joseph Beuys wesentlich dazu beigetragen, dass Positionen der sozialen Dreigliederung immer wieder auch in die Öffentlichkeit getragen wurden. Er hatte den Grundgedanken der Dreigliederung im Rahmen eines erweiterten Kunstbegriffs in seine Idee der [[Soziale Plastik|Sozialen Plastik]] integriert. Nach Beuys können &#039;&#039;„alle Fragen der Menschen […] nur Fragen der Gestaltung sein“&#039;&#039;. Dieser neue Kunstbegriff bezieht sich &#039;&#039;„auf alles Gestalten in der Welt. Und nicht nur auf künstlerisches Gestalten, sondern auch auf soziales Gestalten, [...] oder auf andere Gestaltungsfragen und Erziehungsfragen“&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Gespräch zwischen J. Beuys, B. Blume und H. G. Prager vom 15. November 1975, veröffentlicht in der Rheinischen Bienenzeitung, Heft 12/1975.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1989 veröffentlichte [[w:Rolf Henrich|Rolf Henrich]] in der Bundesrepublik sein in der DDR geschriebenes Buch &#039;&#039;Der vormundschaftliche Staat – Vom Versagen des real existierenden Sozialismus&#039;&#039;. Es wurde zu einem der wichtigen Texte der Bürgerbewegung. Hierin analysierte er die Wirklichkeit der gesellschaftlichen Situation und konstatierte den &#039;&#039;„kulturellen Niedergang der sozialistischen Gesellschaft“&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Henrich: &#039;&#039;Der vormundschaftliche Staat&#039;&#039;. Reinbek 1989, S. 316.&amp;lt;/ref&amp;gt; Henrich stellte die Dreigliederung und seine Vision eines neu gestalteten blockfreien, anationalen Mitteleuropa vor:&#039;&#039;„Allerdings böte, was die inneren Verhältnisse betrifft, die Dreigliederung des sozialen Organismus und die Selbstverwaltung seiner Glieder wohl die besten Möglichkeiten, um die ‚verhärtete Haut‘ endlich abzulegen, damit sich die bisher durch den Staat in der Mitte und im Osten Europas nach innen zurückgeworfenen Kräfte in einen freien menschlichen Austausch einbringen könnten.“&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;AaO, S. 303.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutzutage gibt es eine Vielzahl kleiner und großer Initiativen, die die Ideen der sozialen Dreigliederung propagieren und teilweise auch umzusetzen versuchen. 2003 erhielten mit [[Nicanor Perlas]], Vertreter der philippinischen Zivilgesellschaft und [[Ibrahim Abouleish]], Begründer der [[Sekem]]-Farm in Ägypten, zwei Menschen bzw. Organisationen den [[w:Right Livelihood Award|Alternativen Nobelpreis]], die das Leitbild der sozialen Dreigliederung teilen und propagieren. In Deutschland arbeitet etwa die [[GLS Gemeinschaftsbank|GLS Bank Bochum]] auf Grundlage der sozialen Dreigliederung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung von anderen sozial- und gesellschaftstheoretischen Konzepten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundidee der Dreigliederung scheint intuitiv leicht nachvollziehbar, Wirtschaft und Politik zeigen sich heute jedem als eigenständige Bereiche des sozialen Lebens (obwohl miteinander verquickt), für die jeweils unterschiedliche Regeln des Handelns gelten. Der Kulturbereich ist schwieriger zu fassen, ergibt sich aber irgendwie als das andere des sozialen Lebens, das nicht (oder nicht nur) ökonomisch oder rechtlich/politisch geprägt ist. Traditionell werden [[Kunst]], [[Wissenschaft]] und [[Religion]] dem Kulturbereich zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon [[Max Weber]] ermittelte unterschiedliche „Sphären“ des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens, die den Menschen jeweils ganz unterschiedliche Sinnhorizonte für Situationsbewertung und angemessenes soziales Handeln vorgeben. [[Talcott Parsons]] unterschied vier Subsysteme der Gesellschaft Wirtschaft, Politik, Kultur und Gemeinwesen, die jeweils unverzichtbare Funktionen für die Gesamtgesellschaft wahrnehmen. [[w:Daniel Bell (Soziologe)|Daniel Bell]] differenziert zwischen einem ökonomisch-technologischen, politischen und kulturellen Bereich. Für [[Niklas Luhmann]] sind das Rechtssystem und das Politiksystem unterschiedliche eigenständige Bereiche, für das Kulturgebiet beobachtet er eine ganze Reihe selbstständiger „[[Autopoiesis|autopoietischer]]“ Systeme, wie etwa das Erziehungssystem oder die Massenmedien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist die Aufgabe gestellt, das „Eigentliche“ der Dreigliederungsidee Rudolf Steiners schärfer herauszuarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Ich halte den Luhmann für den Philosophen des Unwesentlichen, denn er macht ja alles Wesentliche zu einem Surrogat. Zu einem Vorgestellten. […] Oder ich könnte auch sagen, Luhmann ist für mich jemand des „Dran vorbei“, ja? Ein Organismus ist etwas total anderes, als ein System. Aber alle Leute lieben heute das System. Das System tut. Na, das eignet sich wunderbar. Alle Moleküle versammeln sich im System und das System beschließt, ja? Das System beschließt also jetzt machen wir den aufrechten Menschen oder wir machen die Qualle oder so. Na, Unsinn ist das.“ ([[Konrad Schily]] 2010 in einem Interview)&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert nach http://www.dreigliederung.de/essays/2010-08-001.html: Thomas Brunner, Ralf Gleide und Clara Steinkellner im Gespräch mit Dr. Konrad Schily, Witten, 17. August 2010. Eine gekürzte Fassung ist in Die Drei, Ausgabe 2011/1 erschienen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche auch zum Thema des Interviews den Artikel in der taz: &#039;&#039;Die Bildung kennt ihre Grenzen nicht&#039;&#039;. 17. Februar 2004, von Dirk Baecker (Dirk Baecker ist Luhmannianer) [http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/02/17/a0218].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den unterschiedlichen Einteilungen und der Verwirrung, was denn jeweils unter Sphären, Bereichen, Organismen, Strukturen oder Systemen, ihrer Autonomie und ihrem Zusammenwirken präzise zu verstehen ist, herrscht auch Uneinigkeit, inwieweit die soziale Dreigliederung bereits verwirklicht ist, oder wo schon in der gesellschaftlichen Entwicklung ein bemerkenswerter Fortschritt im Sinne dieser Idee festzustellen ist. Ein ehemaliger Bezirkspräsident Baden-Württembergs konnte sogar zu der Ansicht kommen: „Wir haben die Dreigliederung bereits!“, und meinte damit die real existierende [[w:soziale Marktwirtschaft|soziale Marktwirtschaft]] der Bundesrepublik Ende der 80er Jahre.&amp;lt;ref&amp;gt;Interview in Info3 (?)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Diether Lauenstein]] hält die frühen systemtheoretischen Auffassungen Luhmanns, die sich allerdings von seiner späteren Systemtheorie, seit [[w:Soziale Systeme (1984)|Soziale Systeme (1984)]], in wesentlichen Punkten unterscheiden, für mit der Dreigliederungsidee identisch, jedenfalls das Gleiche meinend, und sieht „erfolgversprechende Entwicklungen“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left: 20px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Wir haben uns zu besinnen, ob wir nur Erzeuger und Verbraucher zu sein wünschen, oder ob wir auch andere unabdingbare Ziele haben. Wenn solches der Fall ist, dann müssen wir auch diesen Zielen kräftige allgemeine Formen verleihen. Den Hinweis auf eine neue erfolgversprechende Entwicklung geben heute Luhmanns vier Kommunikationsmittel der Gesellschaft - Liebe, Geld, Macht und Wahrheit -, die jedes, außer der Liebe, eine eigene ihr angemessene und ziemlich selbständige Organisation bilden können. Vor einem halben Jahrhundert regt Steiner &#039;&#039;&#039;dasselbe&#039;&#039;&#039; an als [[Dreigliederung des sozialen Organismus]].“ (Lauenstein: &#039;&#039;Das Ich und die Gesellschaft&#039;&#039;. S. 329, Hervorh. nicht i. Orig.)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen davon, dass die Gleichsetzung Lauensteins von Steiners Dreigliederungsidee und Luhmanns Systemtheorie ein Missverständnis zu sein scheint (das an anderer Stelle näher zu untersuchen ist),&amp;lt;ref&amp;gt;Für ein tieferes Verständnis des Eigentlichen der Dreigliederungsidee scheint die Kontrastierung mit der frühen Systemtheorie Luhmanns, mit der Systemtheorie Talcott Parsons, der Kritik an ihr, und mit der damaligen [[Habermas]]-Luhmann-Debatte (1971) lohnender als mit der späteren Systemtheorie Luhmanns. Ein deutscher Soziologe, der gegen Luhmann an Parsons Konzept festhält und es weiter ausgearbeitet hat, ist [[w:Richard Münch|Richard Münch]]. Vgl. dazu auch die Artikel über [[Niklas Luhmann]] und [[Freies Geistesleben, Zivilgesellschaft und Lebenswelt]].&amp;lt;/ref&amp;gt; findet sich in den Zitaten von Konrad Schily und Diether Lauenstein auch eine Gemeinsamkeit. Schily betont, ein Organismus sei etwas total anderes als ein System. Zudem sagt er, dass ein System keine Fähigkeit zur (Selbst-)gestaltung habe. Lauenstein spricht von „kräftigen allgemeinen Formen“, die wir unseren Zielen verleihen müssen. Damit scheint angedeutet, dass man den sozialen Organismus im Sinne der Dreigliederung als ein Gestaltungsprodukt anzusehen hat, das im Gegensatz zu verfestigten sozialen Strukturen und verselbständigten Systemen (Max Weber spricht vom „stählernen Gehäuse der Hörigkeit“), seine Gestaltbarkeit nicht verliert, und einer jeden (sachgerechten) Umgestaltung, die Ausdruck des Wollens einer sozialen Gemeinschaft ist, sich nicht widersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Es gibt dazu eine Anmerkung von Steiner, dass soziale Institutionen, also auch eine Waldorfschule, die Tendenz haben, in ihren Formen zu erstarren, unlebendig zu werden. Das Ergebnis davon ist dann die Organisation von der Art, wie sie Schily kritisiert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|In  der  wirtschaftlichen  Organisation  soll  ein  Gemeinschaftswille  walten.  Der  aber  muß&lt;br /&gt;
das Ergebnis  der Einzelwillen  der in der Organisation vereinigten  Menschen  sein.  Diese  Einzelwillen  werden  nicht&lt;br /&gt;
zur Geltung  kommen,  wenn  der  Gemeinschaftswille  restlos&lt;br /&gt;
aus  dem  wirtschaftlichen  Organisationsgedanken  kommt.&lt;br /&gt;
Sie werden  aber unverkümmert  sich entfalten,  wenn neben&lt;br /&gt;
dem Wirtschaftsgebiet ein Rechtsgebiet steht,  auf dem keine&lt;br /&gt;
wirtschaftlichen   Gesichtspunkte,   sondern   allein   die   des&lt;br /&gt;
Rechtsbewußtseins  maßgebend  sind;  und  wenn  neben  beiden  ein  freies  Geistesleben  Raum  findet,  das  nur  geistigen&lt;br /&gt;
Antrieben folgt. Dann wird nicht eine mechanisch wirkende&lt;br /&gt;
Gesellschaftsordnung   entstehen,   der   auf   die   Dauer   die&lt;br /&gt;
menschlichen  Einzelwillen  doch  nicht  angepaßt  sein  könnten;  sondern  es  werden  die  Menschen  die  Möglichkeit  finden, die Gesellschaftszustände fortwährend von ihren  sozial gerichteten  Einzelwillen  aus  zu  gestalten.  In  dem  freien&lt;br /&gt;
Geistesleben  wird  der  Einzelwille  seine  soziale  Richtung&lt;br /&gt;
erhalten;  in  dem  selbständigen  Rechtsstaate  wird  aus  den&lt;br /&gt;
sozial gesinnten Einzelwillen der gerecht wirkende Gemeinschaftswille  entstehen.  Und  die  sozial  orientierten  Einzelwillen,  organisiert  durch  die  selbständige  Rechtsordnung,&lt;br /&gt;
werden  sich  gütererzeugend  und  güterverteilend  im  Wirtschaftskreislauf  den  sozialen Forderungen  gemäß betätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den meisten Menschen fehlt heute noch der Glaube an&lt;br /&gt;
die Möglichkeit, von den Einzelwillen aus eine sozial befriedigende&lt;br /&gt;
Gesellschaftsordnung zu begründen. Dieser Glaube&lt;br /&gt;
fehlt, weil er aus einem Geistesleben nicht erstehen kann,&lt;br /&gt;
das aus dem Wirtschafts- und dem Staatsleben heraus in&lt;br /&gt;
Abhängigkeit sich entwickelt hat. Eine Geistesart, die nicht&lt;br /&gt;
in Freiheit aus dem Leben des Geistes selbst sich entwickelt,&lt;br /&gt;
sondern aus einer äußeren Organisation heraus, die weiß&lt;br /&gt;
eben nicht, was der Geist wirklich vermag. […] Zur sozialen Neugestaltung gehört nicht nur ein guter&lt;br /&gt;
Wille, sondern auch der Mut, welcher dem Unglauben an&lt;br /&gt;
die Kraft des Geistes sich entgegenstellt.|24|246f.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Soziale Dreigliederung und Gewaltenteilung (Montesquieu) =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn von Montesquieu in Frankreich&lt;br /&gt;
eine Art Dreiteilung des sozialen Organismus definiert&lt;br /&gt;
wird, so ist das einfach eine Dreiteilung. Da wird&lt;br /&gt;
daraufhingewiesen, daß diese drei Gebiete eben durchaus&lt;br /&gt;
verschiedene Bedingungen haben; darum solle man&lt;br /&gt;
sie voneinander abtrennen. Das ist nicht die Tendenz&lt;br /&gt;
meines Buches. Da handelt es sich nicht darum, so&lt;br /&gt;
zu unterscheiden: Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben,&lt;br /&gt;
wie man am Menschen unterscheiden würde das Nerven-Sinnessystem, Herz-Lungensystem und&lt;br /&gt;
Stoffwechselsystem, indem man dabei sagen würde, das&lt;br /&gt;
seien drei voneinander geschiedene Systeme. Mit solcher&lt;br /&gt;
Einteilung ist nichts getan, sondern erst, wenn man&lt;br /&gt;
sieht, wie diese verschiedenen Gebiete zusammenwirken,&lt;br /&gt;
wie sie am besten eine Einheit werden dadurch,&lt;br /&gt;
daß jedes aus seinen Bedingungen heraus arbeitet. So ist&lt;br /&gt;
es auch im sozialen Organismus. Wenn wir wissen, wie&lt;br /&gt;
wir das Geistesleben, das rechtlich-staatliche Leben und&lt;br /&gt;
das Wirtschaftsleben jedes auf seine ureigenen Bedingungen&lt;br /&gt;
stellen, aus seinen ureigenen Kräften heraus arbeiten&lt;br /&gt;
lassen, dann wird sich auch die Einheit des sozialen&lt;br /&gt;
Organismus ergeben. Und dann wird man sehen,&lt;br /&gt;
daß aus jedem einzelnen dieser Gebiete gewisse Niedergangskräfte&lt;br /&gt;
hervorgetrieben werden, die aber durch das&lt;br /&gt;
Zusammenwirken mit den anderen Gebieten wiederum&lt;br /&gt;
geheilt werden. Damit ist hingewiesen, nicht wie bei&lt;br /&gt;
Montesquieu auf eine Dreiteilung des sozialen Organismus,&lt;br /&gt;
sondern auf eine Dreigliederung des sozialen Organismus,&lt;br /&gt;
die sich aber dadurch in der Einheit des gesamten&lt;br /&gt;
sozialen Organismus zusammenfindet, daß ja jeder&lt;br /&gt;
Mensch allen drei Gebieten angehört. Die menschliche&lt;br /&gt;
Individualität, auf die doch alles ankommt, steht in diesem&lt;br /&gt;
dreigegliederten sozialen Organismus so drinnen,&lt;br /&gt;
daß sie die drei Glieder miteinander verbindet.|83|306f.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verschiedene Ebenen zur Umsetzung der Sozialen Dreigliederung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechend den Dimensionen sozialen Handelns wurden von Autoren wie [[Lex Bos]] und [[Dieter Brüll]] unterschiedliche Ebenen zur Umsetzung der Idee von der Dreigliederung des sozialen Organismus unterschieden. Es sind dies die [[mikrosozial]]e Ebene, die [[mesosozial]]e Ebene und die [[makrosozial]]e Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikrosozial ist das Verhältnis von Mensch zu Mensch, etwa in einer Leih- und Schenkgemeinschaft. Eine einzelne Einrichtung, etwa eine [[Waldorfschule]], oder größere Arbeitszusammenhänge zu schaffen, etwa eine (teilautonome) Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, ist demnach mesosozial. Die Gesamtidee der [[Soziale Dreigliederung|Sozialen Dreigliederung]] zu realisieren, ist schließlich makrosozial angesiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Brüll: &#039;&#039;Der Anthroposophische Sozialimpuls&#039;&#039;. Vlg. für Anthroposophie, Dornach 2012, S. 9–10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wachsender Organismus vs. künstliche Organisiertheit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Ebensowenig kann man davon sprechen, daß man organisieren soll,&lt;br /&gt;
damit die Dreigliederung herauskäme. Was ein Organismus ist, das&lt;br /&gt;
organisiert man eben nicht; das wächst. Es ist ja gerade das Wesen des Organismus, daß man ihn nicht zu organisieren hat, daß er sich selbst organisiert. Was man organisieren kann, ist kein Organismus.|339|28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es bekommt dasjenige, was wirtschaftliche Organisation ist, zuerst eine gewisse Verwaltung im rechtlichen Sinn, indem die Städte immer mehr und mehr auftauchen und die Städte nun&lt;br /&gt;
dieses wirtschaftliche Leben zunächst organisieren, während es früher gewachsen ist, als die Dorfgemeinden tonangebend waren.|339|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Aber geradeso wie in einem Organismus jede Einzelheit notwendig&lt;br /&gt;
so geformt ist, wie sie eben geformt ist, so ist in der Welt, in der wir leben und an der wir mitgestalten, alles so zu formen, wie es im Sinne des Ganzen an seinem Orte geformt werden muß.|339|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dann ist man so weit, daß man nun auseinandersetzen&lt;br /&gt;
kann, wie das geistige Leben wiederum Realität gewinnen&lt;br /&gt;
muß, weil es ja zur Ideologie wirklich geworden ist. Wenn&lt;br /&gt;
man vom Geiste nur Ideen hat, nicht den Zusammenhang mit dem&lt;br /&gt;
wirklichen geistigen Sein und Wesen, dann ist es eben eine Ideologie.&lt;br /&gt;
So bekommt man von da aus die Brücke zu dem Gebiet, auf dem man&lt;br /&gt;
eine Vorstellung hervorrufen kann von der Realität des geistigen Lebens.&lt;br /&gt;
Und dann wird es einem möglich, darauf hinzuweisen, wie das&lt;br /&gt;
geistige Leben eben eine in sich geschlossene Realität, nicht ein Produkt&lt;br /&gt;
des wirtschaftlichen Lebens, nicht eine bloße Ideologie ist, sondern&lt;br /&gt;
ein in sich selbst gegründetes Reales ist. […] Wenn das geistige Leben nur eine Ideologie ist, so strömen eben diese Ideen herauf aus dem wirtschaftlichen Leben. Da muß man sie&lt;br /&gt;
organisieren, da muß man ihnen eine künstliche Wirksamkeit und Organisation&lt;br /&gt;
verschaffen. Das hat ja auch der Staat getan. In dem Zeitalter,&lt;br /&gt;
wo das geistige Leben in Ideologie verdunstete, hat der Staat es&lt;br /&gt;
in die Hand genommen, um der Sache wenigstens die Realität, die man&lt;br /&gt;
nicht in der geistigen Welt selber erlebt hat, zu geben.|339|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das Geistesleben aber ist, wenn man ihm gegenübersteht&lt;br /&gt;
als einem Elemente, das auf sich selbst gebaut ist, ein sehr strenges&lt;br /&gt;
Element, ein Element, demgegenüber man fortwährend seine Freiheit&lt;br /&gt;
bewahren muß, das deshalb nicht anders als auch in der Freiheit organisiert&lt;br /&gt;
werden darf. Lassen Sie einmal eine Generation ihr Geistesleben&lt;br /&gt;
freier entfalten und dann dieses Geistesleben organisieren, wie sie&lt;br /&gt;
es will: es ist die reinste Sklaverei für die nächstfolgende Generation.&lt;br /&gt;
Das Geistesleben muß wirklich, nicht etwa bloß der Theorie nach, sondern&lt;br /&gt;
dem Leben nach, frei sein. Die Menschen, die darinnenstehen,&lt;br /&gt;
müssen die Freiheit erleben. Das Geistesleben wird zur großen Tyrannei,&lt;br /&gt;
wenn es überhaupt auf der Erde sich ausbreitet, denn ohne daß&lt;br /&gt;
eine Organisation eintritt, kann es sich nicht ausbreiten, und wenn eine&lt;br /&gt;
Organisation eintritt, wird sogleich die Organisation zur Tyrannin.&lt;br /&gt;
Daher muß fortwährend in Freiheit, in lebendiger Freiheit gekämpft&lt;br /&gt;
werden gegen die Tyrannis, zu der das Geistesleben selber neigt.|339|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Zukunft des sozialen Organismus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Lange Zeit hat gepocht an das Tor der wichtigsten menschlichen Erwägungen und Entschlüsse die soziale Frage. Jetzt ist sie eingedrungen in das Haus der Menschheit. Sie kann nicht wieder hinausgeworfen werden, denn sie ist in gewisser Beziehung der Menschheitsentwicklung gegenüber eine Zauberin. Sie wirkt nicht nur auf das Äußere des Menschheitsgefüges, sie wirkt so, dass die Menschen vor der Notwendigkeit stehen, entweder umzudenken oder zu dem schon vorhandenen Unglück ein immer vermehrteres Unglück zu fügen.“ (Lit.: [[GA 328]], Vortrag vom 12.02.1919)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In gewisser Weise kann gesagt werden, von der Selbst-Befähigung der Menschheit die [[Soziale Dreigliederung]] als die „[[Christus|Christus gemäße]] Gestalt“ (Rudolf Steiner) des sozialen Organismus einmal zu erkennen und zum zweiten, wenigstens modellhaft in irgendeinem Erdengebiet aufzubauen, hängen in gewisser Weise auch künftige, die Menschheit zum lebensbewahrenden Fortschritt befähigende Erfindungen ab, die das künftige Leben auf diesem Planeten Erde angesichts der fortschreitenden Zerfallskräfte durch die menschliche Nutzung der [[Atomkraft]] und weitere technische Machinationen erst weiter ermöglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Peter Tradowsky: &#039;&#039;Das Mysterium von Golgatha, Radioaktivität und Atomkraft&#039;&#039;. Vlg. für Anthroposophie, Dornach 2011, S. 49 ff und Peter Tradowsky: &#039;&#039;Die Dreigliederung als die „Christus gemäße Gestalt“ des sozialen Organismus und die Widersachermächte&#039;&#039;. Freie Vereinigung für Anthroposophie – MORGENSTERN, Berlin 2007, S. 8 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist ausgesprochen, dass die [[Soziale Dreigliederung]] im Sinne [[Rudolf Steiner]]s nicht eine bloße Theorie, sondern eine pure Entwicklungsnotwendigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Glomer|soziales-wirtschaft-politik/soziale-dreigliederung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werke Rudolf Steiners zur Sozialen Frage und zur Sozialen Dreigliederung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[GA 24| 1917 Zwei Memoranden (Juli 1917), enthalten in GA 24]]&lt;br /&gt;
* [[GA 23| 1919 Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft (GA 23)]]&lt;br /&gt;
* Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft, Bad Liebenzell, Archiati 2010, ISBN 978-3-86772-070-0 (Diese Ausgabe folgt dem Druck von 1920, dem letzten, der noch zu Lebzeiten von Rudolf Steiner erfolgt ist. Sie enthält auch im Anhang Notizbucheintragungen zu den vier Vorträgen (GA 328), die dem Buch zugrunde gelegt wurden) {{IT|16|http://d-nb.info/1006749918/04|Inhaltsverzeichnis}}&lt;br /&gt;
* [[GA 24| 1921 Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage (GA 24) (1915–1921)]] &lt;br /&gt;
* [[GA 185a| 1918 Entwicklungsgeschichtliche Unterlagen zur Bildung eines sozialen Urteils (GA 185a) (November 1918)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 186| 1918 Die soziale Grundforderung unserer Zeit in geänderter Zeitlage (GA 186) (Nov./Dez. 1918)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 188| 1919 Der Goetheanismus: ein Umwandlungsimpuls und&lt;br /&gt;
Auferstehungsgedanke. Menschenwissenschaft und Sozialwissenschaft (GA 188) (Jan./Febr. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 189| 1919 Die soziale Frage als Bewußtseinsfrage (GA 189) (Febr./Mrz. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 190| 1919 Vergangenheits- und Zukunftsimpulse im sozialen Geschehen (GA 190) (Mrz./Apr. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 191| 1919 Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis (GA 191) (Okt./Nov. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 192| 1919 Geisteswissenschaftliche Behandlung sozialer und pädagogischer Fragen (GA 192) (Apr. - Sept. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 193| 1919 Der innere Aspekt des sozialen Rätsels (GA 193) (Febr.–Nov. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 328| 1919 Die soziale Frage (GA 328) (Febr./Mrz. 1919)]]&lt;br /&gt;
* Der soziale Organismus. Vorträge über die Kernpunkte der sozialen Frage. 4 Vorträge in Zürich, 3.–12. Febr. 1919 und 1 Aufsatz: «Geisteswissenschaft und soziale Frage» (1905–6) (auch in GA 328 u. GA 34), ISBN 978-3-86772-151-6, Bad Liebenzell, Archiati 2011, {{IT|16|http://d-nb.info/1011873044/04|Inhaltsverzeichnis}} (wie GA 328, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals)&lt;br /&gt;
* Das Soziale. Dreigliederung von Wirtschaft, Recht und Kultur. Öffentlicher Vortrag in Basel, 28. Febr. 1919, Bad Liebenzell: Archiati, 2012, Reihe Rudolf-Steiner-Ausgaben, ISBN 978-3-86772-304-6, {{IT|16|http://d-nb.info/1025598636/04|Inhaltsverzeichnis}}; (Dieser Vortrag ist nicht in der GA enthalten)&lt;br /&gt;
* [[GA 329| 1919 Die Befreiung des Menschenwesens als Grundlage für eine soziale Neugestaltung (GA 329) (Mrz.–Nov. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 330| 1919 Neugestaltung des sozialen Organismus (GA 330) (Apr.–Juli 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 331| 1919 Betriebsräte und Sozialisierung (GA 331) (Mai–Juli 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 331a| 1919 Arbeiterräte im Sinne der Dreigliederung des sozialen Organismus (GA 331a) (Mai/Jun. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 332a| 1919 Soziale Zukunft (GA 332a) (Oktober 1919)]]&lt;br /&gt;
*  Dreigliederung von Kultur, Politik und Wirtschaft. Ein Grundkurs in Sozialwissenschaft 6 öffentliche Vorträge in Zürich, 24.–30. Okt. 1919 (auch in GA 332a) Mit Aussprachen, Bad Liebenzell: Rudolf-Steiner-Ausgaben, 2015, ISBN 978-3-86772-012-0, (gleiche Vorträge wie GA 332a, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals), {{IT|16|http://d-nb.info/1063661234/04|Inhaltsverzeichnis}}&lt;br /&gt;
* [[GA 333| 1919 Gedankenfreiheit und soziale Kräfte. Die sozialen Forderungen der Gegenwart und ihre praktische Verwirklichung (GA 333) (Mai–Sept. 1919)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 334| 1920 Vom Einheitsstaat zum dreigliedrigen sozialen Organismus (GA 334) (Jan.–Mai 1920)]] &lt;br /&gt;
* [[GA 335| 1920 Die Krisis der Gegenwart und der Weg zu gesundem Denken (GA 335) (Mrz.–Nov. 1920)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 337a| 1920 Soziale Ideen – Soziale Wirklichkeit – Soziale Praxis. Band I: Frage- und Studienabende des Bundes für Dreigliederung des sozialen&lt;br /&gt;
Organismus in Stuttgart (GA 337a) (Mai–Sept. 1920)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 196| 1920 Geistige und soziale Wandlungen in der Menschheitsentwickelung (GA 196) (Jan./Febr. 1920)]]&lt;br /&gt;
*  Der  freie Mensch und die Macht Im Zeitalter der Globalisierung und des Individuums. Drei Vorträge über Imperialismus, 3 Vorträge in Dornach, 20.–22. Febr. 1920 (auch in GA 196), Bad Liebenzell, Archiati 2004, ISBN 978-3-937078-57-1 (wie in GA 196, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals)&lt;br /&gt;
* [[GA 197| 1920 Gegensätze in der Menschheitsentwickelung (GA 197) (Mrz.–Nov. 1920)]] &lt;br /&gt;
* [[GA 198| 1920 Heilfaktoren für den sozialen Organismus (GA 198) (Mrz.–Juli 1920)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 199| 1920 Geisteswissenschaft als Erkenntnis der Grundimpulse sozialer Gestaltung (GA 199) (Aug./Sept. 1920)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200| 1920 Die neue Geistigkeit und das Christus-Erlebnis des zwanzigsten Jahrhunderts (GA 200) (Oktober 1920), insbesondere der 4. Vortrag: Schillers «Ästhetische Briefe» und Goethes «Märchen» in ihrer Beziehung zur Anthroposophie und zur Dreigliederung.]]&lt;br /&gt;
* [[GA 255b| 1921 Die Anthroposophie und ihre Gegner 1919–1921 (GA 255b)]]&lt;br /&gt;
* Mit dem Mut der Liebe zu einer Wirtschaft der freien Menschen. Vortrag in Delft/Niederlande, 25. Febr. 1921, (Erstveröffentlichung, nicht in GA enthalten), Archiati 2005, ISBN Heft: 978-3-938650-38-7, ISBN CD: 978-3-938650-42-4 &lt;br /&gt;
* [[GA 338| 1921 Wie wirkt man für den Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus? (GA 338) (Jan./Febr. 1921)]]&lt;br /&gt;
* Anthroposophie heute Bd. 3. Soziale Verantwortung («Rednerkurs» 1921), 10 Vorträge in Stuttgart, 12.–17. Febr. 1921 (auch in GA 338), Mit Notizbucheintragungen, Bad Liebenzell, Rudolf Steiner Ausgaben, 2016, ISBN 978-3-86772-054-0 (gleiche Vorträge wie in GA 338, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals)&lt;br /&gt;
* [[GA 76| 1921 Sozialwissenschaft und soziale Praxis, 5. Vortrag u. folgendes (GA 76, 1921, S. 167–240) ]]&lt;br /&gt;
* [[GA 79| 1921 Die Wirklichkeit der höheren Welten, 8. Vortrag: Die Kardinalfrage des Wirtschaftslebens (GA 79, 1921, S. 233–268)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 331b| 1921 Kulturräte und Sozialisierung. Räteorganisation im Sinne der Dreigliederung des sozialen Organismus (GA 331b) (Mai 1919–Mrz. 1921)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 337b| 1921 Soziale Ideen – Soziale Wirklichkeit – Soziale Praxis. Band II: Diskussionsabende des Schweizer Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus (GA 337b) (April 1921)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 339| 1921 Anthroposophie, soziale Dreigliederung und Redekunst (GA 339) (Oktober 1921)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 36| 1921 Die Falsche und die wahre Dreigliederung des Sozialen Organismus (GA 36, S. 40–43) (November 1921)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 24| 1922 Programm-Begrenzung, Der Kommende Tag AG (März 1922, enthalten in GA 24)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 83| 1922 Westliche und östliche Weltgegensätzlichkeit, (GA 83) (Juni 1922) ]]&lt;br /&gt;
* Leben im dritten Jahrtausend. Eine Zusammenfassung der Geisteswissenschaft vor 2000 Zuhörern. 10 öffentl. Vorträge in Wien, 1.–11. Juni 1922; 2 Vorträge in Dornach, 17. u. 18. Juni 1922 (auch in GA 83 u. GA 212) Mit Wandtafelzeichnungen Notizbucheintragungen und Aphorismen 2. Aufl. (neu durchgesehen u. um 1 Vortrag erweitert), ISBN 978-3-86772-041-0, Bad Liebenzell, Rudolf-Steiner-Ausgaben, 2014, {{IT|16|http://d-nb.info/1059446170/04|Inhaltsverzeichnis}}, (wie in GA, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals)&lt;br /&gt;
* [[GA 340| 1922 Nationalökonomischer Kurs (GA 340) (Juli/Aug. 1922)]]&lt;br /&gt;
* [[GA 341| 1922 Nationalökonomisches Seminar (GA 341) (Juli/Aug. 1922)]]&lt;br /&gt;
* Wirtschaft für den Menschen. Ein Grundkurs in Wirtschaftswissenschaft. 14 Vorträge und 6 Besprechungen in Dornach, 24.  Juli bis 6. Aug. 1922 (auch in GA 340/341) Tafelzeichnungen originalgetreu wiedergegeben, Bad Liebenzell: Archiati, 2010, (wie GA 340 und 341, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals) {{IT|16|http://d-nb.info/1001228359/04|Inhaltsverzeichnis}}&lt;br /&gt;
* [[GA 305| 1922 Die geistig-seelischen Grundkräfte der Erziehungskunst (GA 305), 10.–12. Vortrag, 26., 28., u. 29. Aug. 1922]]&lt;br /&gt;
*  Füreinander in Freiheit. Im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gemeinschaft. 3 Vorträge in Oxford, 26., 28. u. 29. Aug. 1922 (auch in GA 305), ISBN 978-3-938650-48-6, Archiati 2006, (wie in GA 305, jedoch teils andere Textgrundlage und geringere Bearbeitung des Originals)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]], Dietrich Spitta (Hrsg.): &#039;&#039;Soziale Frage und Anthroposophie&#039;&#039;, (Themen aus dem Gesamtwerk Nr. 13), Verlag Freies Geistesleben, TB, 1985, ISBN 3772500838 (Neuauflage 2011 ISBN 3772521134)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Relevantes aus den Beiträgen zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 11, 1963, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-011-1963.pdf S. 16 f. (Rudolf Steiner: Welchen Sinn hat die Arbeit des modernen Proletariers?, Konzept für einen öffentlichen Vortrag, gehalten am 8. März 1919) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 13, 1965, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-013-1965.pdf S. 16-28, (Rudolf Steiner: Notizbucheintragung 1918, u.a.) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 15, 1966, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-015-1966.pdf S. 1-14, 20-23, (Rudolf Steiner: Aufzeichnung zur sozialen Frage 1919, u.a.) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 21, 1968, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-021-1968.pdf S. 13-16, (Rudolf Steiner: Notizen) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 23, 1968, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-023-1968.pdf S. 23 f., (Rudolf Steiner: Notizen) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 24/25, 1969, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-024.025-1969.pdf (50 Jahre &amp;quot;Die Kernpunkte der sozialen Frage&amp;quot; 1919–1969) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 27/28, 1969, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-027.028-1969.pdf (1919 – das Jahr der Dreigliederungsbewegung und der Gründung der Waldorfschule) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 39, 1972, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-039-1972.pdf (West-Ost-Kongress und soziale Dreigliederung) pdf] &lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 41, 1973, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-041-1973.pdf S. 1–12 (Notizen zu GA 192) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 60/61, 1978, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-061.062-1978.pdf S. 48–54 pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 88, 1985, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-088-1985.pdf (Die soziale Frage – Vor 66 Jahren: Dreigliederungszeit) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 93/94, 1986, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-093.094-1986.pdf S. 4–41, (Polnisch oder deutsch? Oberschlesien, ein Schulbeispiel für die Notwendigkeit der Dreigliederung) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 103, 1989, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-103-1989.pdf (Alle Macht den Räten? Rudolf Steiner und die Betriebsrätebewegung 1919 Vorträge - Berichte - Dokumente) pdf]&lt;br /&gt;
*[[Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe]] Nr. 106, 1991, [http://fvn-archiv.net/PDF/Beitraege/BE-106-1991.pdf S. 43–62, (Aus der Geschichte der Dreigliederungsbewegung – Dreigliederung in der Diskussion - Juli 1919) pdf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Hauptartikel --&amp;gt; [[Soziale Dreigliederung Literaturliste]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einführungen, Grundlagen, Allgemeines ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Lex Bos]]: &#039;&#039;Was ist Dreigliederung?&#039;&#039; 2. Aufl., Verlag am Goetheanum, 1992&lt;br /&gt;
* [[Dieter Brüll]] (* 1922): &#039;&#039;Der anthroposophische Sozialimpuls, Einführung in anthroposophische Themen&#039;&#039;. Bd. 2, Novalis Verlag, 1984 (Neuauflage: Vlg. für Anthroposophie, 2012)&lt;br /&gt;
* [[Benediktus Hardorp]]: &#039;&#039;Was meint sozialer Organismus?&#039;&#039; In: &#039;&#039;Anthroposophie und Dreigliederung.&#039;&#039; Verlag Freies Geistesleben, 1986&lt;br /&gt;
* Heinz Kloss: &#039;&#039;Selbstverwaltung und die Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;. Bd. 3, Vittorio Klostermann, 1983&lt;br /&gt;
* [[Karl König]]: &#039;&#039;Mensch unter Menschen werden. Über die soziale Dreigliederung.&#039;&#039; Karl König Werkausgabe Abt. 5. Ein Aufsatz aus dem Jahr 1944 und acht Vorträge zu Ostern und Michaeli 1964 in Föhrenbühl und Brachenreuthe, hrsg. v. Richard Steel, ISBN 978-3-7725-2405-9&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]] (* 1937): &#039;&#039;Selbstverwirklichung, Mündigkeit, Sozialität&#039;&#039;. Fischer Tb Verlag, 1982&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]] (* 1937): &#039;&#039;Das Soziale Hauptgesetz&#039;&#039;. Band 1, Verlag Freies Geistesleben, 1986 (Reihe Sozialwissenschaftliches Forum, Herausgeber Stefan Leber)&lt;br /&gt;
* [[Emil Leinhas]] (1878–1967): &#039;&#039;Zur Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;. Bürger-Verlag Alfons Bürger, 1946&lt;br /&gt;
* [[Christof Lindenau]]: &#039;&#039;Soziale Dreigliederung. Der Weg zu einer lernenden Gesellschaft&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1983 &lt;br /&gt;
* J. Luttermann: &#039;&#039;Dreigliederung des sozialen Organismus. Grundlinien der Rechts- und Soziallehre Rudolf Steiners&#039;&#039;. Frankfurt/M., Bern, New York, Paris. Lang, 1990 (Europäische Hochschulschriften: Reihe 31, Politikwissenschaft; Bd. 162) Zugl.: Göttingen, Univ., Diss. 1989&lt;br /&gt;
* [[Christoph Strawe]]: &#039;&#039;Soziale Dreigliederung&#039;&#039;. Verlag am Goetheanum, 1989&lt;br /&gt;
* [[Christoph Strawe]]: &#039;&#039;Menschlicher und sozialer Organismus. Über einen Vergleich und seinen Sinn&#039;&#039;. In: Sozialimpulse 01/2007, S. 13–21, [http://www.sozialimpulse.de/fileadmin/sozialimpulse/pdf/Sozialer_Organismus.pdf PDF]&lt;br /&gt;
* [[Peter Schilinski]]: &#039;&#039;Kommentare zu den „Kernpunkten der sozialen Frage“&#039;&#039;. Jedermann Verlag &lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Schmundt]] (1898–1992): &#039;&#039;Erkenntnisübungen zur Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;. Achberger Verlag, 1982/2003 (2)&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Schmundt]]: &#039;&#039;Der soziale Organismus in seiner Freiheitsgestalt&#039;&#039;. FIU-Verlag, 1993&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Geistesleben ====&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]] (* 1937): &#039;&#039;Die Sozialgestalt der Waldorfschule&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 2. Aufl. 1978&lt;br /&gt;
* [[Konrad Schily]]: &#039;&#039;Der staatlich bewirtschaftete Geist. Wege aus der Bildungskrise&#039;&#039;. ECON Verlag, 1993,&lt;br /&gt;
* [[Folkert Wilken]] (1890–1981): &#039;&#039;Das Kapital und die Zukunft&#039;&#039;. Novalis Verlag 1981&lt;br /&gt;
* [[Folkert Wilken]]: &#039;&#039;Das Kapital – sein Wesen, seine Geschichte und sein Wirken&#039;&#039;. Novalis Vlg. 1976&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rechtsleben ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Roman Boos (Hrsg.): &#039;&#039;Landwirtschaft und Industrie – Neuordnung des Bodenrechtes als soziale Forderung der Gegenwart&#039;&#039;. Forschungsring für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise, 1957&lt;br /&gt;
* Christian Czesla (Hrsg.): &#039;&#039;Eigentum: Die Frage nach der Sozialbindung des Eigentums an Boden und Unternehmen&#039;&#039;. Sozialwissenschaftliches Forum, Band 5, Verlag Freies Geistesleben, 2000, ISBN  978-3-7725-1535-4&lt;br /&gt;
* Karl-Heinz Denzlinger (* 1930): &#039;&#039;Auf der Suche nach dem Rechtsstaat Mitteleuropas&#039;&#039;. Verlag am Goetheanum, 1990&lt;br /&gt;
* Dieter Frei (* 1933): &#039;&#039;Menschengemässe Politik&#039;&#039;. Verlag am Goetheanum, 1988&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]] u. a.: &#039;&#039;Der Staat. Aufgaben und Grenzen. Beiträge zur Überwindung struktureller Vormundschaft im Rechtsleben&#039;&#039;. Reihe Sozialwissenschaftliches Forum, Bd. 4, herausgegeben von der Sozialwissenschaftlichen Forschungsgesellschaft Stuttgart e.V. durch Stefan Leber, Verlag Freies Geistesleben, 1992, ISBN 377250924X&lt;br /&gt;
* [[Günter Röschert]]: &#039;&#039;Die Trinität als politisches Problem. Zu den geistigen Grundlagen von Recht und Staat&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1989 &lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Schmundt]]: &#039;&#039;Zeitgemäße Wirtschaftsgesetze. Über die Rechtsgrundlagen einer nachkapitalistischen, freien Unternehmensordnung. Entwurf einer Einführung&#039;&#039;. Achberger Vlg., Achberg 1975&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Schweppenhäuser]]: &#039;&#039;Das Eigentum an den Produktionsmitteln&#039;&#039;. Berlin 1963&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Schweppenhäuser]]: &#039;&#039;Macht des Eigentums. Auf dem Weg in eine neue soziale Zukunft&#039;&#039;. Radius Verlag, Stuttgart 1970&lt;br /&gt;
* Diether Vogel (1905–1969): &#039;&#039;Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit&#039;&#039;. Novalis Verlag 1990&lt;br /&gt;
* [[Folkert Wilken]]: &#039;&#039;Die Befreiung der Arbeit&#039;&#039;. Vlg. Die Kommenden 1965&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wirtschaftsleben ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jacques Attali: &#039;&#039;Brüderlichkeit, Eine notwendige Utopie im Zeitalter der Globalisierung&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 2003 (deutsche Übersetzung aus dem Französischen)&lt;br /&gt;
* Georg von Canal: &#039;&#039;Geisteswissenschaft und Ökonomie&#039;&#039;. Novalis Verlag AG, 1992&lt;br /&gt;
* Alexander Caspar: &#039;&#039;Wirtschaften in der Zukunft&#039;&#039;. Klett und Balmer &amp;amp; Co. Verlag, Zug (CH), 1996 &lt;br /&gt;
* [[Stephan Eisenhut]]: &#039;&#039;Zur Komposition des Nationalökonomischen Kurses&#039;&#039;. Sonderheft der Die Drei, 2015, [http://diedrei.org/details/inhalt/artikelserie-zur-komposition-des-nationaloekonomischen-kurses.html]&lt;br /&gt;
* Friedrich Häusler: &#039;&#039;Geld und Geist&#039;&#039;. Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, 1963&lt;br /&gt;
* Heinz Gengenbach, Max Limbacher (Hrsg.): &#039;&#039;Kooperation oder Konkurs? Die Landwirtschaft braucht neue Sozialformen&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1989&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Heidt]], Wilfried (Hrsg.): &#039;&#039;Abschied vom Wachstumswahn&#039;&#039;. Achberger Verlag, 1980&lt;br /&gt;
* [[Michael Heinen-Anders]]: &#039;&#039;Kapitalneutralisierung als Dreigliederungsaufgabe&#039;&#039;. BOD, Norderstedt 2013&lt;br /&gt;
* [[Udo Herrmannstorfer]]: &#039;&#039;Schein-Marktwirtschaft&#039;&#039;. Verlag Freies Geisteslebeben, 3. erw. Aufl. 1997&lt;br /&gt;
* Manfred Kannenberg-Rentschler: &#039;&#039;Die Dreigliederung des Geldes&#039;&#039;. Verlag am Goetheanum, 1988&lt;br /&gt;
* Wolfgang Latrille (* 1905): Assoziative Wirtschaft – ein Weg zur sozialen Neugestaltung. Verlag Freies Geistesleben, 1985&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]]: &#039;&#039;Die wirtschaftlichen Assoziationen&#039;&#039;. Band 2, Verlag Freies Geistesleben, 1987&lt;br /&gt;
* [[Stefan Leber]]: &#039;&#039;Wesen und Funktion des Geldes&#039;&#039;. Band 3, Verlag Freies Geistesleben, 1989&lt;br /&gt;
* Bernhard Lietaer: &#039;&#039;Das Geld der Zukunft. Über die zerstörerische Wirkung unseres Geldsystems und Alternativen hierzu&#039;&#039;. 1. Aufl., Riemann Verlag, Juni 2002&lt;br /&gt;
* [[Hans-Georg Schweppenhäuser]], Hans Georg: &#039;&#039;Das kranke Geld. Vorschläge für eine soziale Geldordnung von morgen&#039;&#039;. Fischer Taschenbuch Verlag, 1982 &lt;br /&gt;
* ders.: &#039;&#039;Das soziale Rätsel. Fallstudien&#039;&#039;. Heft 1–3, Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, 1985, Institut für soziale Gegenwartsfragen e.V., Freiburg, 1980; (Heft 1: Der Assoziationsgedanke als Grundlage einer zukünftigen Wirtschaftsordnung – Eigentumsrecht und Wirtschaft in ihrem Zusammenhang – Der Nachholbedarf der Jurisprudenz; Heft 2: Idee und Praxis des Assoziationsprinzips (Demeter-Assoziation) – Der Assoziationsgedanke und das Verlagswesen; Heft 3: Die Assoziation im Dialog – Das Wesen der wirtschaftlichen Assoziationen – Rudolf-Steiner-Texte (zusammengestellt von Fritz Götte))&lt;br /&gt;
* Dieter Suhr: &#039;&#039;Alterndes Geld&#039;&#039;. Novalis Verlag AG,1988 &lt;br /&gt;
* [[Herbert Witzenmann]]: &#039;&#039;Sozialorganik. Ideen zu einer Neugestaltung der Wirtschaft&#039;&#039;. Gideon Spicker Verlag 1998&lt;br /&gt;
* [[Herbert Witzenmann]] (1905–1988): &#039;&#039;Der Gerechte Preis. Eine Grundfrage des sozialen Lebens&#039;&#039;. Gideon Spicker Verlag 1993&lt;br /&gt;
* [[Herbert Witzenmann]]: &#039;&#039;Geldordnung als Bewusstseinsfrage&#039;&#039;. Gideon Spicker Verlag 1995&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Historisches, Chronik ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hans Kühn (1889–1977): &#039;&#039;Dreigliederungs-Zeit&#039;&#039;. Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, 1978&lt;br /&gt;
* Walter Kühne (1885–1970): &#039;&#039;Die Stuttgarter Verhältnisse&#039;&#039;. Novalis Verlag, 1989&lt;br /&gt;
* Christoph Lindenberg: &#039;&#039;Der geschichtliche Ort der Dreigliederungsinitiativen Rudolf Steiners. Eine historische Untersuchung der Jahre 1916–1921&#039;&#039;. In: Die Drei Nr. 9,  Jg. 55, 1985, S. 641–672&lt;br /&gt;
* Albert Schmelzer (* 1950): &#039;&#039;Die Dreigliederungsbewegung 1919&#039;&#039;. Ed. Hardenberg im Verlag Freies Geistesleben, 1991&lt;br /&gt;
* Albert Schmelzer: &#039;&#039;Rudolf Steiners Initiative für eine mündige Gesellschaft. Die Dreigliederungsbewegung des Jahres 1919. Ausgangspunkt der Waldorfschulgründung&#039;&#039;. In: Erziehungskunst, Jg. 53, Nr. 8/9, 1989, S. 634–653, PDF [http://www.erziehungskunst.de/fileadmin/archiv_alt/1980-1989/1989_08_09_Jg_53.pdf#2]&lt;br /&gt;
* Heinz Herbert Schöffler: &#039;&#039;Das Wirken Rudolf Steiners 1917–1925&#039;&#039;. Verlag am Goetheanum, 1987, Band IV (von vier Bildbänden zu Rudolf Steiners Lebensgang)&lt;br /&gt;
* [[Folkert Wilken]]: &#039;&#039;Selbstgestaltung der Wirtschaft&#039;&#039;. Novalis Verlag 1949&lt;br /&gt;
* [[Christoph Strawe]]: &#039;&#039;Die Dreigliederungsbewegung 1917–1922 und ihre aktuelle Bedeutung&#039;&#039;. Zuerst veröffentlicht im Rundbrief Dreigliederung des sozialen Organismus, Heft 3/1998. Für die [http://www.sozialimpulse.de/fileadmin/sozialimpulse/pdf/Dreigliederungsbewegung.pdf Internetveröffentlichung] wurde er durchgesehen und geringfügig redigiert.&lt;br /&gt;
* [[Christoph Strawe]]: &#039;&#039;Entstehungsbedingungen und Wirkungsgeschichte des Arbeitsansatzes der Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;. In: Rahel Uhlenhoff (Hrsg.): &#039;&#039;Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart&#039;&#039;. Berliner Wissenschaftsverlag 2011, S. 649–705&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Biographisches ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Johannes Hemleben: &#039;&#039;Rudolf Steiner&#039;&#039;. Rowohlt, 1977 &lt;br /&gt;
* Susanna Hoe: &#039;&#039;The man who gave his company away&#039;&#039;. A Biography of Ernest Bader, Founder of the Scott Bader Commonwealth, William Heinemann Ltd., 1978&lt;br /&gt;
* Christoph Lindenberg: &#039;&#039;Rudolf Steiner. Eine Biographie&#039;&#039;. Stuttgart, 1997&lt;br /&gt;
* [[Emil Molt]] (1876–1936): &#039;&#039;Entwurf meiner Lebensbeschreibung&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1972&lt;br /&gt;
* [[Rainer Rappmann]] (Hrsg.): &#039;&#039;Denker, Künstler, Revolutionäre – Beuys, Dutschke, Schilinski, Schmundt: .Vier Leben für Freiheit, Demokratie und Sozialismus&#039;&#039;, Wangen, 1996, FIU-Verlag, ISBN 3-928780-13-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Spezielles ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Harlan / Rappmann / Schata: &#039;&#039;Soziale Plastik – Materialien zu Joseph Beuys&#039;&#039;. Achberg 1984, beziehbar u. a. via FIU-Verlag&lt;br /&gt;
*Janitzki, Axel / Burkart, Walter (Hrsg.): &#039;&#039;Alternativen zu Mietwohnung und Eigenheim – gemeinsam finanzieren, selbst verwalten&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1992&lt;br /&gt;
*[[Karl König|König]], Karl: &#039;&#039;Der Impuls der Dorfgemeinschaft&#039;&#039;. Verlag Freies Geistesleben, 1994&lt;br /&gt;
*Brüll, Ramon; Rappmann, Rainer: &#039;&#039;Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Der Impuls der Dreigliederung und die Gründung des Internationalen Kulturzentrums Achberg. Erinnerungen, Reflexionen, Ausblicke&#039;&#039;. Info3-Verlag, 2016, ISBN 3957790352&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sonstiges, keine Einordnung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wilhelm Ernst Barkhoff: &#039;&#039;Wir können lieben, wen wir wollen: Soziale Erneuerungskraft am Werk. Aufsätze und Vorträge&#039;&#039;. Reihe Praxis Anthroposophie, Verlag Freies Geistesleben, 1995&lt;br /&gt;
* [[Lex Bos]]: &#039;&#039;Leitbilder für Sozialkünstler&#039;&#039;. Zwanzig Vorträge über Sozialpädagogik aus anthroposophischer Sicht, Verlag am Goetheanum, 1996&lt;br /&gt;
* Karl Buchleitner: &#039;&#039;Wer macht die Realität? Das Schicksal der Dreigliederungsidee&#039;&#039;. Novalis Verlag, 1989 (Aufsätze aus der Zeitschrift „Die Kommenden“: Missverstandenes Soziales Hauptgesetz, Gescheiterte Dreigliederung, Gesundheitspolitik, Medizin, Europäische Union u.&amp;amp;nbsp;a.)&lt;br /&gt;
* Reinhard Giese (Hrsg.): &#039;&#039;Sozial handeln – aus der Erkenntnis des sozial Ganzen. Soziale Dreigliederung heute&#039;&#039;. Verlag Reinhard Giese, 1980&lt;br /&gt;
* Klaus Gutowski: &#039;&#039;Memorandum zu einer Neugestaltung des sozialen Lebens getragen von einer menschenwürdigen Boden-, Geld- und Arbeits-Politik&#039;&#039;. Mellinger Verlag, 1999&lt;br /&gt;
* [[Benediktus Hardorp]]: &#039;&#039;Anthroposophie und die sozialen Herausforderungen&#039;&#039;. Vortrag in der Universität Witten/Herdecke am 23. April 1989. Verlag am Goetheanum, 1994 &lt;br /&gt;
* [[Michael Heinen-Anders]]: &#039;&#039;Aus anthroposophischen Zusammenhängen&#039;&#039;. BOD, Norderstedt 2010&lt;br /&gt;
* [[Michael Heinen-Anders]]: &#039;&#039;Aus anthroposophischen Zusammenhängen Band II&#039;&#039;. BOD, Norderstedt 2017&lt;br /&gt;
* [[Michael Heinen-Anders]]: &#039;&#039;Dem Teufel auf der Spur&#039;&#039;. BOD, Norderstedt 2013&lt;br /&gt;
* [[Michael Heinen-Anders]]: &#039;&#039;Das Schenken – eine vergessene volkswirtschaftliche Kategorie&#039;&#039;. BoD, Norderstedt 2018&lt;br /&gt;
* [[Karl Heyer]]: &#039;&#039;Wer ist der deutsche Volksgeist?&#039;&#039; 2. Aufl., Perseus Verlag Basel, 1990 (zuerst 1961) (Aufsatzsammlung, enthält u. a. die Aufsätze „Sozialimpulse des Mittelalters und ihre Wandlung zur Dreigliederung des sozialen Organismus“, „Von den Reichen des &#039;goldenen&#039;, &#039;silbernen&#039; und &#039;gemischten&#039; Königs in der Geschichte“, und einen Anhang: „Esoterische Grundlagen und Aspekte der sozialen Dreigliederung. Hinweise Rudolf Steiners“)&lt;br /&gt;
* Initiative EuroVision (Hrsg.): &#039;&#039;Die Dreigliederung des sozialen Organismus als Aufgabe Europas im 21. Jahrhundert. Einladung zur Mitwirkung an einem aktuellen Projekt. Mit einem &#039;offenen Brief&#039; an die anthroposophische Bewegung&#039;&#039;. Edition Medianum, 2000, ISBN 3881030190, &#039;&#039;([[Wilfried Heidt]], Achberg)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Bernhard Lievegoed]] (1905–1992): &#039;&#039;Dem einundzwanzigsten Jahrhundert entgegen&#039;&#039;. 5. Aufl., Info-Drei Verlag, 1991&lt;br /&gt;
* Peter Normann Waage: &#039;&#039;Mensch, Markt, Macht, Rudolf Steiners Sozialimpuls im Spannungsfeld der Globalisierung&#039;&#039;. Rudolf Steiner Verlag, 2003 &lt;br /&gt;
* [[Rainer Rappmann]] (Hrsg.): &#039;&#039;Die Kunst des sozialen Bauens – Beiträge zu Wilhelm Schmundt&#039;&#039;. Wangen 1993, FIU-Verlag, ISBN 3-928780-05-0&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Schmundt]]: &#039;&#039;Zwei Grundprobleme des 20. Jahrhunderts&#039;&#039;. Freie Volkshochschule Argental, Wangen 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeitschriften ===&lt;br /&gt;
==== Historisch ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;, erschienen von 1919–1922, wöchentlich, diente der Verbreitung der Idee der Dreigliederung, [http://www.agraffenverlag.ch/wp-content/uploads/2015/06/Register-Dreigliederung-des-soz.-Organismus.pdf Register (Archivverlag Agraffe)]&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Mitteilungsblatt des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus&#039;&#039;, 1991–1920 (9 Nummern) (daneben gab es interne Rundschreiben des Bundes für Dreigliederung)&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Soziale Zukunft&#039;&#039;, 1919–1921, Organ des Schweizer Bundes für soziale Dreigliederung&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Phänomene und Symptome der geistigen, politischen und wirtschaftlichen Weltlage&#039;&#039;, Monatszeitschrift von 1926–927 &#039;&#039;(Hauptsächlich [[Roman Boos]])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;The Threefold Commonwealth&#039;&#039;, 1920–1922, London&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;Drieledige Indeeling van het Sociale Organisme&#039;&#039;, 1920–1921, Utrecht&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(ausführliche Angaben zu diesen und weiteren Zeitschriften und denen nach 1945 finden sich in „Die anthroposophischen Zeitschriften von 1903 bis 1985“, siehe [[:Kategorie:Anthroposophische Zeitschrift]])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lehrmaterial ===&lt;br /&gt;
Das Menschenrecht zwischen Ost und West - Ein Vortrag von [[Stephan Eisenhut]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stephan_Eisenhut_Das_Menschenecht_zw_Ost_u_West_2024-5-4.jpg|verweis=https://www.youtube.com/watch?v=9j_5augEZ0k|mini|[https://anthrowiki.at/Stephan%20Eisenhut Stephan Eisenhut] am 4. Mai 2024 im Rudolf Steiner Haus in Frankfurt am Main]]&lt;br /&gt;
Hier hält Stephan am 4. Mai 2024 im Rudolf Steiner Haus in Frankfurt einen interessanten Vortrag über Pressefreiheit, Menschenrechte und das dem zugrunde liegende Menschenbild und Verständnis von Rudolf Steiner. Sehr schön und ausführlich und gut bebildert führt uns Stephan mit Hilfe seiner Präsentation durch komplexe Zusammenhänge zu neuen Einsicht- und Erkenntnisgebieten von Freiheit, Eigentum, Staat und Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://anthro.world/Das_Menschenrecht_zwischen_Ost_und_West_-_Ein_Vortrag_von_Stephan_Eisenhut | hier geht&#039;s zum textlichen Vortrag von Stephan Eisenhut |]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.dreigliederung.de Institut für soziale Dreigliederung] von [[Sylvain Coiplet]]&lt;br /&gt;
* [http://www.sozialimpulse.de Institut für soziale Gegenwartsfragen]&lt;br /&gt;
* [http://www.globenet3.org Global Network for Social Threefolding] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.fiu-verlag.com FIU-Verlag] Texte von und zu Joseph Beuys &lt;br /&gt;
* [http://www.sozialimpuls.info Sozialimpulse] anthroposophischer Sozialimpuls&lt;br /&gt;
* [http://www.kulturzentrum-achberg.de Internationales Kulturzentrum Achberg (INKA)]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=mCtha8DNdyg Axel Burkart: Soziale Dreigliederung]] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=D1_8QMzYmoE Dreigliederung - Teil 1] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=3U7AYvTNv04 Dreigliederung - Teil 2] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=tgfqoo0YMJg Dreigliederung - Teil 3] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=saoOHlnw6u8 Dreigliederung - Teil 4] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=q6aa16hrdxc Dreigliederung - Inka 1974] YouTube&lt;br /&gt;
* [https://film.dreigliederung.de/ ZUSAMMENSPIEL - Anregungen zu einer Sozialen Dreigliederung im öffentlichen Leben] - [https://www.youtube.com/watch?v=fHmIUa1IVvM YouTube]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Menschlicher und sozialer Organismus im Vergleich|!101]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dreigliederung des menschlichen Organismus|!101]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziale Dreigliederung|!102]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dreigliederung des sozialen Organismus|!103]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Sauerklee&amp;diff=622802</id>
		<title>Sauerklee</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Sauerklee&amp;diff=622802"/>
		<updated>2025-04-28T19:51:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ Auch Archivlink gesetzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Sauerklee&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Oxalis&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Sauerkleegewächse&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Oxalidaceae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Sauerkleeartige&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Oxalidales&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Eurosiden I&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Rosiden&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Kerneudikotyledonen&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Cleaned-Illustration Oxalis acetosella.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Waldsauerklee (&#039;&#039;Oxalis acetosella&#039;&#039;), Illustration&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sauerklee&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Oxalis&#039;&#039;) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Sauerkleegewächse (Oxalidaceae). Mit 700 bis 800 Arten ist sie fast weltweit verbreitet. Wegen der Namensähnlichkeit wird die Gattung Sauerklee manchmal mit „Kleegattungen“ und -arten aus der Pflanzenfamilie der [[Hülsenfrüchtler]] (Fabaceae) verwechselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Erscheinungsbild und Blätter ===&lt;br /&gt;
Die Sauerklee-Arten wachsen als einjährige oder meist ausdauernde [[krautige Pflanze]]n, mit aufrechten bis kriechenden oder ohne Stängel, seltener [[Halbstrauch|Halbsträucher]] oder [[Strauch|Sträucher]]. Sie gedeihen als Helophyten, Mesophyten oder Xerophyten. Sie bilden je nach Art [[Rhizom]]e, [[Zwiebel (Pflanzenteil)|zwiebelartige]] oder knollige Überdauerungsorgane.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in grundständigen Rosetten oder wechselständig und spiralig an der Sprossachse verteilt angeordneten ([[Phyllotaxis]]) [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind meist handförmig drei- oder vierteilig, manchmal mehrteilig. Die Blattflächen sind fiedernervig und können drüsig punktiert sein. Es sind bei einigen Arten Gelenkpolster vorhanden mit denen die Teilblättchen, bei Nacht oder Trockenheit, nach unten geklappt werden können. [[Nebenblatt|Nebenblätter]] sind nicht vorhanden oder sehr klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blütenstände und Blüten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Oxalis magnifica 3.jpg|thumb|Fünfzählige, radiärsymmetrische Blüte von &#039;&#039;Oxalis magnifica&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
An seitenständigen, mehr oder weniger langen Blütenstandsschäften stehen die Blüten über jeweils zwei kleinen [[Tragblatt|Deckblättern]] einzeln oder zu mehreren in [[Dolde|doldigen]], manchmal zusammengesetzten [[Blütenstand|Blütenstände]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die immer zwittrigen [[Blüte]]n sind [[radiärsymmetrisch]] und fünfzählig mit doppelter [[Blütenhülle]]. Die fünf haltbaren [[Kelchblatt|Kelchblätter]] sind dachziegelartig angeordnet. Die höchstens an ihrer Basis verwachsenen fünf [[Kronblatt|Kronblätter]] sind weiß, gelb, rot oder rosa- bis purpurfarben. Es kann ein [[Diskus (Botanik)|Diskus]] vorhanden sein. Es sind zwei Kreise mit je fünf [[Staubblatt|Staubblättern]] vorhanden, die oft an ihrer Basis aber nicht mit den Kronblättern verwachsen sind; sie können alle gleich bis meist deutlich verschieden sein. Fünf [[Fruchtblätter]] sind einem oberständigen, fünfkammerigen [[Fruchtknoten]] verwachsen der fünf [[Griffel (Botanik)|Griffel]] trägt mit kopfigen oder zweigelappten [[Narbe (Botanik)|Narben]]. Jede Fruchtknotenkammer enthält 2 bis 15 hängende, anatrope oder hemianatrope [[Samenanlage]]n. Es liegt meist Heterostylie (am häufigsten Tristylie) vor. Selten sind sie kleistogam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Früchte und Samen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Oxalis stricta20090806 24.jpg|thumb|Kapselfrucht des Aufrechten Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis stricta&#039;&#039;), auch die haltbaren Kelchblätter sind erkennbar]]&lt;br /&gt;
Die loculicidalen [[Kapselfrucht|Kapselfrüchte]] reißen bei Reife mit fünf Klappen explosionsartig auf. Die Samen besitzen eine fleischige [[Samenschale]] (Endotesta, Arillus), die beim Trocknen schrumpft; dadurch werden die Samen explosionsartig aus der Frucht geschleudert (Ballochorie). Die Samen enthalten meist viel ölhaltiges Endosperm und einen geraden Embryo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhaltsstoffe ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzen enthalten Kleesalz (Kaliumhydrogenoxalat) und [[Oxalsäure]], die den sauren Geschmack verursachen, sowie in [[Rhizom (Botanik)|Rhizomen]] [[Derivat (Chemie)|Derivate]] des Anthrachinon und in den Samen [[Fette|fette Öle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Systematik ==&lt;br /&gt;
Das Zentrum der Artenvielfalt der mit etwa 700 bis 800 Arten sehr großen Gattung liegt in den [[Tropen]] und [[Subtropen]] auf der Nord- und Südhalbkugel. Allein aus dem südlichen [[Afrika]] (Capensis) sind mehr als 200 Arten beschrieben worden. Auch in den [[Gemäßigte Zone|gemäßigten Zonen]] ist die Gattung weit verbreitet. Sie fehlt aber ursprünglich in [[Australien]] und den [[Polargebiet]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gattung &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; wurde 1753 durch [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039;, 2, S. 433 aufgestellt. Als Lectotypus wurde 1907 durch Small in &#039;&#039;N. Amer. Fl.&#039;&#039; 25, S. 25 &#039;&#039;Oxalis acetosella&#039;&#039; {{Person|L.}} festgelegt. Synonyme für &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; {{Person|L.}} sind: &#039;&#039;Acetosella&#039;&#039;  {{Person|Kuntze}}, &#039;&#039;Bolboxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}, &#039;&#039;Hesperoxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}, &#039;&#039;Ionoxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}, &#039;&#039;Lotoxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}, &#039;&#039;Otoxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}, &#039;&#039;Oxys&#039;&#039; {{Person|Mill.}}, &#039;&#039;Pseudoxalis&#039;&#039; {{Person|Rose}}, &#039;&#039;Xanthoxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://npgsweb.ars-grin.gov/gringlobal/taxon/taxonomygenus?id=8681 Oxalis] auf GRIN-Global. Abgerufen am 14. November 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der botanische Gattungsname &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; stammt von der [[antike]]n Bezeichnung des Sauerampfers (&#039;&#039;Rumex acetosa&#039;&#039;) „oxalis“, von [[Griechische Sprache|griechisch]] &#039;&#039;oxaleios&#039;&#039; für säuerlich, wegen des säuerlichen [[Gustatorische Wahrnehmung|Geschmacks]] der Blätter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das komplexe Einteilungssystem von T. M. Salter (1944) mit etwa 37 [[Gattung (Biologie)|Sektionen]] muss als vorläufig betrachtet werden, da bei dessen Aufstellung nur ein geringer Teil der Arten berücksichtigt wurde. Eine umfassende Revision der Gattung mittels DNA-Analysen steht noch aus, es liegen aber Phylogenien für südafrikanische und südamerikanische &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039;-Artengruppen vor (siehe Weiterführende Literatur). Es gibt etwa 700–800 &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039;-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Common wood sorrel blossom (aka).jpg|Blüte des Waldsauerklee (&#039;&#039;Oxalis acetosella&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Oxalis corniculata bloemen.jpg|Blüten des Horn-Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis corniculata&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Hamtziz-oxalis08.jpg|Nickender Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis pes-caprae&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Oxalis pes-caprae.JPG|Blüten des Nickenden Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis pes-caprae&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Sauerklee Oxalis regnellii 2007-06-16 108.jpg|Blütenstand des Sauerklee&lt;br /&gt;
Oxalis tetraphylla.jpg|Blütenstand des Glücksklees (&#039;&#039;Oxalis tetraphylla&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Oxalis enneaphylla.jpg|Blüte und Laubblätter von &#039;&#039;Oxalis enneaphylla&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Oxalis gigantea 1.jpg|mini|&#039;&#039;Oxalis gigantea&#039;&#039;, eine verholzende Art&lt;br /&gt;
Oca.jpg|Knolliger Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis tuberosa&#039;&#039;), rohe rote Oca&lt;br /&gt;
Peru Oca y mashua.jpg|Knolliger Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis tuberosa&#039;&#039;), gekochte gelbe Oca&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heilwirkung des Sauerklee ==&lt;br /&gt;
In seinem Buch „Das Wesensgeheimnis der Seele“ beschreibt [[Heinz Grill]] die Heilwirkung des Sauerklee mit folgenden Worten:&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 388.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ржевский (Охтинский) лесопарк. Цветение кислица.jpg|thumb|330px|„Die durchdringende Wirkung bis hinein in den physischen Leib kennzeichnet Oxalis.“&amp;lt;br /&amp;gt;(Heinz Grill)]]&lt;br /&gt;
{{Zitat| Eine Pflanze, die den Ätherleib des Menschen belebt und die exkarnierenden astralen Kräfte wieder besser zum Eingreifen in den Leibzusammenhang führt, ist Oxalis, der Sauerklee. Dieses Heilmittel durchdringt auf vorzügliche Weise den Organismus und wirkt auf leichte Weise krampflösend. Die Pflanze findet sich vor allem zu Füßen von modernden Baumstrünken und sie führt ein Licht hinab in den Humus des Bodens. Die belebende Wirkung geschieht durch die Aufnahme des Lichtes, das der Klee trotz der schattenhaften Wälder auf faszinierende Weise assimilieren und schließlich an den Boden weitergeben kann. Die durchdringende Wirkung bis hinein in den physischen Leib kennzeichnet Oxalis. Das Heilmittel kann in Form von Salbe auf den Bereich der Bauchorgane, auf die Leberregion wie auch auf die Nieren- und Milzregion aufgetragen werden. Oder man nimmt nur eine Einreibung mit Oxalissalbe im Bereich des Dünndarms vor, denn in diesem durchdringen sich am intensivsten die Prozesse des Lichtes über den Ätherleib mit dem physischen Leib. Innerlich genommen als Urtinktur regt es die aufbauenden Stoffwechselprozesse an und verhindert Neigungen zu Verstopfungen oder Ablagerungstendenzen. Das Heilmittel eignet sich ganz besonders günstig in Verbindung mit einer Eisengabe.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiterführende Literatur ==&lt;br /&gt;
* K. Reiche: &#039;&#039;Zur Kenntnis der chilenischen Arten der Gattung Oxalis.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bot. Jahrb. Syst.&#039;&#039; Band 18, 1894, S. 259–305 [https://biodiversitylibrary.org/page/203251 eingescannt bei &#039;&#039;biodiversitylibrary.org&#039;&#039;].&lt;br /&gt;
* Terence Macleane Salter: &#039;&#039;The genus Oxalis in South Africa. A taxonomic revision.&#039;&#039; In: &#039;&#039;J. South Afr. Bot. Suppl.&#039;&#039; Band 1, 1944, S. 355 f.&lt;br /&gt;
* C. Heibl, S. S. Renner: &#039;&#039;Distribution models and a dated phylogeny for Chilean &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; species reveal occupation of new habitats by different lineages, not rapid adaptive radiation.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Systematic Biology.&#039;&#039; 2012. [[doi:10.1093/sysbio/sys034]].&lt;br /&gt;
* K. C. Oberlander, E. Emshwiller, D. U. Bellstedt, L. L. Dreyer: &#039;&#039;A model of bulb evolution in the eudicot genus Oxalis (Oxalidaceae).&#039;&#039; In: &#039;&#039;Mol. Phyl. Evol.&#039;&#039; Band 51, 2009, S. 54–63.&lt;br /&gt;
* G. E. Marks: &#039;&#039;Chromosome numbers in the genus Oxalis.&#039;&#039; In: &#039;&#039;New Phytologist.&#039;&#039; Band 55, Nr. 1, 1956, S. 120–129.&lt;br /&gt;
* Stephen G. Weller, Melinda F. Denton: &#039;&#039;Cytogeographic Evidence for the Evolution of Distyly from Tristyly in the North American Species of Oxalis Section Ionoxalis.&#039;&#039; In: &#039;&#039;American Journal of Botany.&#039;&#039; Band 63, Nr. 1, 1976, S. 120–125.&lt;br /&gt;
* Marina Welham: &#039;&#039;Oxalis (Wood Sorrel).&#039;&#039; In: &#039;&#039;The Amateur&#039;s Digest.&#039;&#039; Band 9, Nr. 2, 1997, S. 29–30.&lt;br /&gt;
* D. de Azkue: &#039;&#039;Chromosome diversity of South African Oxalis.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bot. J. Linn. Soc.&#039;&#039; Band 132, 2000, S. 143–152.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Siehe auch: [[Oxalsäure]]&lt;br /&gt;
* [http://www.quattrofolium.com/oxalis Fotos und Lehrreiches über &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039;.]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20170430225558/http://plantzafrica.com/plantnop/oxalis.htm Steckbrief der Gattung.] (engl.)&lt;br /&gt;
* [http://www.pacificbulbsociety.org/pbswiki/index.php/SouthAfricanOxalis &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; in Südafrika.] (engl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* Leslie Watson: &#039;&#039;Western Australian Flora.&#039;&#039; 2008: [https://web.archive.org/web/20110319194752/https://florabase.calm.wa.gov.au/browse/profile/21632 &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; - Online.] (Abschnitt Beschreibung)&lt;br /&gt;
* Liu Quanru, Mark Watson: &#039;&#039;Oxalidaceae.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Flora of China.&#039;&#039; Volume 11, 2008, S. 2: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&amp;amp;taxon_id=123464 &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
* Walter Erhardt u. a.: &#039;&#039;Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen&#039;&#039;. Band 2, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.&lt;br /&gt;
* Werner Greuter, H. M. Burdet, G. Long: &#039;&#039;Med-Checklist. Dicotyledones (Lauraceae-Rhamnaceae)&#039;&#039;. Band 4, Conservatoire et jardin botaniques de la Ville de Genève 1989, ISBN 2-8277-0154-5, S. 265–266.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanze]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Sauerklee&amp;diff=622801</id>
		<title>Sauerklee</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Sauerklee&amp;diff=622801"/>
		<updated>2025-04-28T19:46:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Quellen */ Link repariert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Sauerklee&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Oxalis&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Sauerkleegewächse&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Oxalidaceae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Sauerkleeartige&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Oxalidales&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Eurosiden I&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Rosiden&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Kerneudikotyledonen&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Cleaned-Illustration Oxalis acetosella.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Waldsauerklee (&#039;&#039;Oxalis acetosella&#039;&#039;), Illustration&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sauerklee&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Oxalis&#039;&#039;) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Sauerkleegewächse (Oxalidaceae). Mit 700 bis 800 Arten ist sie fast weltweit verbreitet. Wegen der Namensähnlichkeit wird die Gattung Sauerklee manchmal mit „Kleegattungen“ und -arten aus der Pflanzenfamilie der [[Hülsenfrüchtler]] (Fabaceae) verwechselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Erscheinungsbild und Blätter ===&lt;br /&gt;
Die Sauerklee-Arten wachsen als einjährige oder meist ausdauernde [[krautige Pflanze]]n, mit aufrechten bis kriechenden oder ohne Stängel, seltener [[Halbstrauch|Halbsträucher]] oder [[Strauch|Sträucher]]. Sie gedeihen als Helophyten, Mesophyten oder Xerophyten. Sie bilden je nach Art [[Rhizom]]e, [[Zwiebel (Pflanzenteil)|zwiebelartige]] oder knollige Überdauerungsorgane.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in grundständigen Rosetten oder wechselständig und spiralig an der Sprossachse verteilt angeordneten ([[Phyllotaxis]]) [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind meist handförmig drei- oder vierteilig, manchmal mehrteilig. Die Blattflächen sind fiedernervig und können drüsig punktiert sein. Es sind bei einigen Arten Gelenkpolster vorhanden mit denen die Teilblättchen, bei Nacht oder Trockenheit, nach unten geklappt werden können. [[Nebenblatt|Nebenblätter]] sind nicht vorhanden oder sehr klein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blütenstände und Blüten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Oxalis magnifica 3.jpg|thumb|Fünfzählige, radiärsymmetrische Blüte von &#039;&#039;Oxalis magnifica&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
An seitenständigen, mehr oder weniger langen Blütenstandsschäften stehen die Blüten über jeweils zwei kleinen [[Tragblatt|Deckblättern]] einzeln oder zu mehreren in [[Dolde|doldigen]], manchmal zusammengesetzten [[Blütenstand|Blütenstände]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die immer zwittrigen [[Blüte]]n sind [[radiärsymmetrisch]] und fünfzählig mit doppelter [[Blütenhülle]]. Die fünf haltbaren [[Kelchblatt|Kelchblätter]] sind dachziegelartig angeordnet. Die höchstens an ihrer Basis verwachsenen fünf [[Kronblatt|Kronblätter]] sind weiß, gelb, rot oder rosa- bis purpurfarben. Es kann ein [[Diskus (Botanik)|Diskus]] vorhanden sein. Es sind zwei Kreise mit je fünf [[Staubblatt|Staubblättern]] vorhanden, die oft an ihrer Basis aber nicht mit den Kronblättern verwachsen sind; sie können alle gleich bis meist deutlich verschieden sein. Fünf [[Fruchtblätter]] sind einem oberständigen, fünfkammerigen [[Fruchtknoten]] verwachsen der fünf [[Griffel (Botanik)|Griffel]] trägt mit kopfigen oder zweigelappten [[Narbe (Botanik)|Narben]]. Jede Fruchtknotenkammer enthält 2 bis 15 hängende, anatrope oder hemianatrope [[Samenanlage]]n. Es liegt meist Heterostylie (am häufigsten Tristylie) vor. Selten sind sie kleistogam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Früchte und Samen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Oxalis stricta20090806 24.jpg|thumb|Kapselfrucht des Aufrechten Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis stricta&#039;&#039;), auch die haltbaren Kelchblätter sind erkennbar]]&lt;br /&gt;
Die loculicidalen [[Kapselfrucht|Kapselfrüchte]] reißen bei Reife mit fünf Klappen explosionsartig auf. Die Samen besitzen eine fleischige [[Samenschale]] (Endotesta, Arillus), die beim Trocknen schrumpft; dadurch werden die Samen explosionsartig aus der Frucht geschleudert (Ballochorie). Die Samen enthalten meist viel ölhaltiges Endosperm und einen geraden Embryo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inhaltsstoffe ===&lt;br /&gt;
Die Pflanzen enthalten Kleesalz (Kaliumhydrogenoxalat) und [[Oxalsäure]], die den sauren Geschmack verursachen, sowie in [[Rhizom (Botanik)|Rhizomen]] [[Derivat (Chemie)|Derivate]] des Anthrachinon und in den Samen [[Fette|fette Öle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Systematik ==&lt;br /&gt;
Das Zentrum der Artenvielfalt der mit etwa 700 bis 800 Arten sehr großen Gattung liegt in den [[Tropen]] und [[Subtropen]] auf der Nord- und Südhalbkugel. Allein aus dem südlichen [[Afrika]] (Capensis) sind mehr als 200 Arten beschrieben worden. Auch in den [[Gemäßigte Zone|gemäßigten Zonen]] ist die Gattung weit verbreitet. Sie fehlt aber ursprünglich in [[Australien]] und den [[Polargebiet]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gattung &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; wurde 1753 durch [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039;, 2, S. 433 aufgestellt. Als Lectotypus wurde 1907 durch Small in &#039;&#039;N. Amer. Fl.&#039;&#039; 25, S. 25 &#039;&#039;Oxalis acetosella&#039;&#039; {{Person|L.}} festgelegt. Synonyme für &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; {{Person|L.}} sind: &#039;&#039;Acetosella&#039;&#039;  {{Person|Kuntze}}, &#039;&#039;Bolboxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}, &#039;&#039;Hesperoxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}, &#039;&#039;Ionoxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}, &#039;&#039;Lotoxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}, &#039;&#039;Otoxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}, &#039;&#039;Oxys&#039;&#039; {{Person|Mill.}}, &#039;&#039;Pseudoxalis&#039;&#039; {{Person|Rose}}, &#039;&#039;Xanthoxalis&#039;&#039; {{Person|Small}}.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://npgsweb.ars-grin.gov/gringlobal/taxon/taxonomygenus?id=8681 Oxalis] auf GRIN-Global. Abgerufen am 14. November 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der botanische Gattungsname &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; stammt von der [[antike]]n Bezeichnung des Sauerampfers (&#039;&#039;Rumex acetosa&#039;&#039;) „oxalis“, von [[Griechische Sprache|griechisch]] &#039;&#039;oxaleios&#039;&#039; für säuerlich, wegen des säuerlichen [[Gustatorische Wahrnehmung|Geschmacks]] der Blätter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das komplexe Einteilungssystem von T. M. Salter (1944) mit etwa 37 [[Gattung (Biologie)|Sektionen]] muss als vorläufig betrachtet werden, da bei dessen Aufstellung nur ein geringer Teil der Arten berücksichtigt wurde. Eine umfassende Revision der Gattung mittels DNA-Analysen steht noch aus, es liegen aber Phylogenien für südafrikanische und südamerikanische &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039;-Artengruppen vor (siehe Weiterführende Literatur). Es gibt etwa 700–800 &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039;-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilder ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Common wood sorrel blossom (aka).jpg|Blüte des Waldsauerklee (&#039;&#039;Oxalis acetosella&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Oxalis corniculata bloemen.jpg|Blüten des Horn-Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis corniculata&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Hamtziz-oxalis08.jpg|Nickender Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis pes-caprae&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Oxalis pes-caprae.JPG|Blüten des Nickenden Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis pes-caprae&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Sauerklee Oxalis regnellii 2007-06-16 108.jpg|Blütenstand des Sauerklee&lt;br /&gt;
Oxalis tetraphylla.jpg|Blütenstand des Glücksklees (&#039;&#039;Oxalis tetraphylla&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
Oxalis enneaphylla.jpg|Blüte und Laubblätter von &#039;&#039;Oxalis enneaphylla&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Oxalis gigantea 1.jpg|mini|&#039;&#039;Oxalis gigantea&#039;&#039;, eine verholzende Art&lt;br /&gt;
Oca.jpg|Knolliger Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis tuberosa&#039;&#039;), rohe rote Oca&lt;br /&gt;
Peru Oca y mashua.jpg|Knolliger Sauerklee (&#039;&#039;Oxalis tuberosa&#039;&#039;), gekochte gelbe Oca&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heilwirkung des Sauerklee ==&lt;br /&gt;
In seinem Buch „Das Wesensgeheimnis der Seele“ beschreibt [[Heinz Grill]] die Heilwirkung des Sauerklee mit folgenden Worten:&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 388.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ржевский (Охтинский) лесопарк. Цветение кислица.jpg|thumb|330px|„Die durchdringende Wirkung bis hinein in den physischen Leib kennzeichnet Oxalis.“&amp;lt;br /&amp;gt;(Heinz Grill)]]&lt;br /&gt;
{{Zitat| Eine Pflanze, die den Ätherleib des Menschen belebt und die exkarnierenden astralen Kräfte wieder besser zum Eingreifen in den Leibzusammenhang führt, ist Oxalis, der Sauerklee. Dieses Heilmittel durchdringt auf vorzügliche Weise den Organismus und wirkt auf leichte Weise krampflösend. Die Pflanze findet sich vor allem zu Füßen von modernden Baumstrünken und sie führt ein Licht hinab in den Humus des Bodens. Die belebende Wirkung geschieht durch die Aufnahme des Lichtes, das der Klee trotz der schattenhaften Wälder auf faszinierende Weise assimilieren und schließlich an den Boden weitergeben kann. Die durchdringende Wirkung bis hinein in den physischen Leib kennzeichnet Oxalis. Das Heilmittel kann in Form von Salbe auf den Bereich der Bauchorgane, auf die Leberregion wie auch auf die Nieren- und Milzregion aufgetragen werden. Oder man nimmt nur eine Einreibung mit Oxalissalbe im Bereich des Dünndarms vor, denn in diesem durchdringen sich am intensivsten die Prozesse des Lichtes über den Ätherleib mit dem physischen Leib. Innerlich genommen als Urtinktur regt es die aufbauenden Stoffwechselprozesse an und verhindert Neigungen zu Verstopfungen oder Ablagerungstendenzen. Das Heilmittel eignet sich ganz besonders günstig in Verbindung mit einer Eisengabe.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiterführende Literatur ==&lt;br /&gt;
* K. Reiche: &#039;&#039;Zur Kenntnis der chilenischen Arten der Gattung Oxalis.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bot. Jahrb. Syst.&#039;&#039; Band 18, 1894, S. 259–305 [https://biodiversitylibrary.org/page/203251 eingescannt bei &#039;&#039;biodiversitylibrary.org&#039;&#039;].&lt;br /&gt;
* Terence Macleane Salter: &#039;&#039;The genus Oxalis in South Africa. A taxonomic revision.&#039;&#039; In: &#039;&#039;J. South Afr. Bot. Suppl.&#039;&#039; Band 1, 1944, S. 355 f.&lt;br /&gt;
* C. Heibl, S. S. Renner: &#039;&#039;Distribution models and a dated phylogeny for Chilean &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; species reveal occupation of new habitats by different lineages, not rapid adaptive radiation.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Systematic Biology.&#039;&#039; 2012. [[doi:10.1093/sysbio/sys034]].&lt;br /&gt;
* K. C. Oberlander, E. Emshwiller, D. U. Bellstedt, L. L. Dreyer: &#039;&#039;A model of bulb evolution in the eudicot genus Oxalis (Oxalidaceae).&#039;&#039; In: &#039;&#039;Mol. Phyl. Evol.&#039;&#039; Band 51, 2009, S. 54–63.&lt;br /&gt;
* G. E. Marks: &#039;&#039;Chromosome numbers in the genus Oxalis.&#039;&#039; In: &#039;&#039;New Phytologist.&#039;&#039; Band 55, Nr. 1, 1956, S. 120–129.&lt;br /&gt;
* Stephen G. Weller, Melinda F. Denton: &#039;&#039;Cytogeographic Evidence for the Evolution of Distyly from Tristyly in the North American Species of Oxalis Section Ionoxalis.&#039;&#039; In: &#039;&#039;American Journal of Botany.&#039;&#039; Band 63, Nr. 1, 1976, S. 120–125.&lt;br /&gt;
* Marina Welham: &#039;&#039;Oxalis (Wood Sorrel).&#039;&#039; In: &#039;&#039;The Amateur&#039;s Digest.&#039;&#039; Band 9, Nr. 2, 1997, S. 29–30.&lt;br /&gt;
* D. de Azkue: &#039;&#039;Chromosome diversity of South African Oxalis.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bot. J. Linn. Soc.&#039;&#039; Band 132, 2000, S. 143–152.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Siehe auch: [[Oxalsäure]]&lt;br /&gt;
* [http://www.quattrofolium.com/oxalis Fotos und Lehrreiches über &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039;.]&lt;br /&gt;
* [http://www.plantzafrica.com/plantnop/oxalis.htm Steckbrief der Gattung.] (engl.)&lt;br /&gt;
* [http://www.pacificbulbsociety.org/pbswiki/index.php/SouthAfricanOxalis &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; in Südafrika.] (engl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* Leslie Watson: &#039;&#039;Western Australian Flora.&#039;&#039; 2008: [https://web.archive.org/web/20110319194752/https://florabase.calm.wa.gov.au/browse/profile/21632 &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039; - Online.] (Abschnitt Beschreibung)&lt;br /&gt;
* Liu Quanru, Mark Watson: &#039;&#039;Oxalidaceae.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Flora of China.&#039;&#039; Volume 11, 2008, S. 2: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&amp;amp;taxon_id=123464 &#039;&#039;Oxalis&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
* Walter Erhardt u. a.: &#039;&#039;Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen&#039;&#039;. Band 2, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.&lt;br /&gt;
* Werner Greuter, H. M. Burdet, G. Long: &#039;&#039;Med-Checklist. Dicotyledones (Lauraceae-Rhamnaceae)&#039;&#039;. Band 4, Conservatoire et jardin botaniques de la Ville de Genève 1989, ISBN 2-8277-0154-5, S. 265–266.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanze]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Gew%C3%A4sser&amp;diff=622797</id>
		<title>Gewässer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Gew%C3%A4sser&amp;diff=622797"/>
		<updated>2025-04-26T11:39:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Steinr zum Wasserkreislauf */ Korrektur, Ergänzung des Vornamens&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:Watercyclegerman.jpg|mini|hochkant=1.4|Diagramm des Wasserkreislaufs der irdischen Gewässer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;&#039;Gewässer&#039;&#039;&#039; ist ein in den natürlichen &#039;&#039;&#039;Wasserkreislauf&#039;&#039;&#039; eingebundenes, oberirdisch oder unterirdisch fließendes oder stehendes [[Wasser]]. Alle Gewässer sind mit einer Vielzahl von [[Elementarwesen]] bevölkert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines Schema eines Wasserkreislaufes ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserkreislauf.png|mini|Schema des Wasserkreislaufes]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Der natürliche Wasserkreislauf.webm|mini|Video: Wasserkreislauf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ozeane sind die größten Wasserspeicher der Erde, sie bedecken den größten Teil der Erdoberfläche.&lt;br /&gt;
Sonnenenergie erwärmt das Wasser. Durch [[Verdunstung]], vor allem an der Meeresoberfläche, in geringerem Umfang auch auf dem Festland, entsteht [[Luftfeuchtigkeit]]. Der [[Windsystem|Wind]] transportiert die feuchte Luft zum Festland. Wenn die feuchte Luft auf kalte Luftschichten trifft, so schiebt sie sich darüber und steigt auf ([[Warmfront]]), ebenso wenn sie auf Bergflanken trifft oder über warmem Untergrund erwärmt wird ([[Konvektion]]). Wenn die Luft aufsteigt, kühlt sie sich ab. Kalte Luft kann aber weniger Wasserdampf aufnehmen als wärmere, daher kondensiert der in der Luft enthaltene Wasserdampf ab einer gewissen Höhe. Dabei entstehen [[Wolke]]n. Werden die Wassertröpfchen groß genug, kommt es zu [[Niederschlag|Niederschlägen]], und das Wasser fällt in Form von Regen, Schnee oder Hagel zur Erde zurück. Die Form des Niederschlags hängt von der Temperatur ab. Wenn die Niederschläge direkt in die Gewässer fallen, schließt sich der Kreislauf und kann wieder von vorn beginnen. Fällt das Wasser auf die Erde, [[Regenwasserversickerung|versickert]] es ins [[Grundwasser]]. Über den Grundwasserfluss oder [[Strömungen in offenen Gerinnen|über Quellen und Flüsse]] fließt es dann in die Ozeane ab. Auch Schmelzwasser von Gletschern und Schnee und oberflächlich abgeführtes Regenwasser wird über Flüsse in die Ozeane transportiert. In den [[Polargebiet]]en und in [[Hochgebirge]]n wird ein Teil der Niederschläge in fester Form als [[Eis]] gespeichert, wo es über Schmelzwasser wieder in die Ozeane gelangt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Hier wäre eine Grafik schön, wie viel Wasser prozentual über Grundwasser, Flüsse oder direkte Niederschläge ins Meer wieder in die Meere zurückgeführt wird. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundgleichung des Wasserkreislaufs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stark vereinfacht lässt sich der Wasserkreislauf mit folgender Grundgleichung beschreiben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;N = A + V\,&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Niederschlagsmenge|Eintrag durch Niederschläge]] &#039;&#039;N&#039;&#039; resultiert in [[Abfluss]] &#039;&#039;A&#039;&#039; und [[Verdunstung]] &#039;&#039;V&#039;&#039;. Die hier genutzte Darstellung ist jedoch nur ein vereinfachtes Beispiel einer [[Wasserhaushaltsgleichung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rudolf Steiner zum Wasserkreislauf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Dieser Wasserkreislauf zeichnet sich dadurch aus, daß er da, wo er&lt;br /&gt;
beginnt, von etwas ganz anderem ausgeht als dasjenige ist, in das er&lt;br /&gt;
dann kommt, wenn er ins Meer mündet. Sehen Sie, wenn Sie die Flüsse&lt;br /&gt;
verfolgen, so finden Sie: Diese Flüsse sind nicht salzhaltig, es ist süßes&lt;br /&gt;
Wasser. Süßwasser ist in den Flüssen. Das Meer ist salzhaltig. Und alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was das Meer zeitigt, gründet sich auf diese Salzhaltigkeit&lt;br /&gt;
des Meeres. Das ist von außerordentlicher Wichtigkeit: Das Wasser&lt;br /&gt;
beginnt auf der Erde zu zirkulieren, zu kreisen in süßem, salzfreiem&lt;br /&gt;
Zustande und endet im Meere mit dem Salzzustand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewöhnlich verfolgt man die Sache in der Weise, daß man sagt: Nun&lt;br /&gt;
ja, solch ein Fluß wie der Rhein, der entspringt irgendwo, fließt dann&lt;br /&gt;
so weiter (siehe Zeichnung) und fließt dann ins Meer. - Das ist eben&lt;br /&gt;
dasjenige, was man äußerlich sieht. Aber was man nicht beachtet, das&lt;br /&gt;
ist, daß der Fluß, der Rhein zum Beispiel, ja allerdings äußerlich so&lt;br /&gt;
fließt, aber während dieser Fluß äußerlich in seinem Wasser von den&lt;br /&gt;
Südalpen zu der Nordsee hinfließt, geht wiederum unter der Erde eine&lt;br /&gt;
Art Kraftströmung zurück von der Mündung bis zum Ursprung. Die&lt;br /&gt;
geht zurück. Und dasjenige, was da geschieht (oberirdisch), das ist&lt;br /&gt;
das, daß der Fluß süß ist, salzfrei ist. Dasjenige, was da (unter der&lt;br /&gt;
Erde) zurückgeht, trägt in die Erde immer in der Richtung des Flusses&lt;br /&gt;
das Salz hinein, so daß die Erde Salze in sich kriegt, die eigentlich aus&lt;br /&gt;
dem Meere kommen. Wir haben also gewissermaßen unter der Erde,&lt;br /&gt;
von der Mündung eines Flusses bis zum Ursprung zurückgehend, eine&lt;br /&gt;
Salzströmung. Und die Erde hätte kein Salz, wenn nicht von der Mündung&lt;br /&gt;
der Flüsse bis zum Ursprung unter der Erde die Salzströmung&lt;br /&gt;
wieder zurückgehen würde. Daher wird die sogenannte Geologie, die&lt;br /&gt;
ja die Erde im Innern untersucht, immer darauf aufmerksam sein müssen,&lt;br /&gt;
wie da, wo Flußbette sind, etwas tiefer in der Erde drinnen Salzablagerungen&lt;br /&gt;
sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA352 083.gif|center|300px|Zeichnung aus GA 352, S. 83]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber, meine Herren, wenn keine Salzablagerungen in der Erde wären,&lt;br /&gt;
könnten in der Erde drinnen keine Pflanzenwurzeln wachsen, denn die&lt;br /&gt;
Pflanzenwurzeln wachsen in der Erde eben nur dadurch, daß sie das&lt;br /&gt;
Salz der Erde gewissermaßen zur Nahrung kriegen. Die Pflanze ist&lt;br /&gt;
unten in der Wurzel am meisten salzhaltig, oben wird sie immer weniger&lt;br /&gt;
salzhaltig, und die Blüte hat wenig Salz. So daß man also fragen kann:&lt;br /&gt;
Woher kommt es, daß unser Erdboden Pflanzen hervorbringen kann?&lt;br /&gt;
Das kommt ja davon her, daß er einen Wasserkreislauf hat, daß geradeso&lt;br /&gt;
wie bei uns Menschen vom Herzen aus die Blutadern und wiederum&lt;br /&gt;
zurück die Venen gehen, die das blaue Blut zum Herzen zurückführen,&lt;br /&gt;
so auf der Erde die Adern der Gewässer nach der einen Seite hingehen,&lt;br /&gt;
und unter der Erde die Salzadern zurückgehen. So daß da auch eine&lt;br /&gt;
richtige Zirkulation, ein richtiger Kreislauf ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum ist es denn überhaupt so, daß die Erde gewissermaßen auf&lt;br /&gt;
der einen Seite aus einem wässerigen Salzkörper besteht, aus dem festen&lt;br /&gt;
Land auf der anderen Seite, und dann aus den süßen Gewässern, aus den&lt;br /&gt;
Flüssen, die die Länder durchziehen, und daß fortwährend auf diese&lt;br /&gt;
Weise Salz vom Meere hineingeschoben wird? Ja, sehen Sie, wenn man&lt;br /&gt;
nun das eigentliche Salzwasser, das sehr salzhaltige Meerwasser untersucht,&lt;br /&gt;
da kommt man darauf, daß dieses salzhaltige Meerwasser wenig&lt;br /&gt;
mit dem Weltenraum in Beziehung steht. Geradeso wie bei uns zum&lt;br /&gt;
Beispiel der Magen wenig mit der Außenwelt in Beziehung steht, nur&lt;br /&gt;
durch das, was er hereinbekommt, ebenso steht das Innere des Meeres&lt;br /&gt;
wenig in Beziehung mit dem Himmelsraume. Dagegen steht für die&lt;br /&gt;
Erde in ganz großer Beziehung mit dem Himmelsraume alles das, was&lt;br /&gt;
Land ist, wo die Gewässer durchfließen, wo durch die Ablagerungen&lt;br /&gt;
von Salz Pflanzen hervorgebracht werden, aber namentlich, wo die&lt;br /&gt;
Gewässer durchfließen.|352|83ff|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An rieselnden [[Quelle]]n, wo das [[Wasser]] über bemooste Steine rinnt, und wo [[Pflanzenreich]] und [[Mineralreich]] einander berühren, wirken besonders die [[Jungfräulichkeit|jungfräulichen]] [[Wasserwesen]], die [[Undinen]] (von [[Latein|lat.]] &#039;&#039;unda&#039;&#039; = Welle), die die [[Elementarwesen]] alles Flüssigen sind und als &amp;quot;Weltenchemiker&amp;quot; die [[Stoff]]e binden und lösen und den [[Klangäther]] in die Pflanze tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem aber sind die Quellen die [[Augen der Erde]], mit denen sie ihre [[Kosmos|kosmische Umgebung]] wahrnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wir erfreuen uns daran,&lt;br /&gt;
daß die Quellen rieseln, schön fließen, daß sie so wunderbar reinliches&lt;br /&gt;
Wasser haben und so weiter. Aber das ist nicht das einzige! Die Quellen&lt;br /&gt;
sind nämlich die Augen der Erde. Mit dem Meere sieht die Erde nicht&lt;br /&gt;
hinaus in den Weltenraum, weil das Meer salzig ist, und das macht, daß&lt;br /&gt;
das innerlich nur so ist, wie unser Magen innerlich ist. Die Quellen, die&lt;br /&gt;
süßes Wasser haben, sind frei für den Weltenraum und sind wie unsere&lt;br /&gt;
Augen, die sich auch hinaus ins Freie öffnen. So daß wir sagen können:&lt;br /&gt;
Da auf den Ländern, wo Quellen sind, da schaut die Erde weit in den&lt;br /&gt;
Weltenraum hinaus, da sind die Sinnesorgane der Erde, während der&lt;br /&gt;
Körper der Erde, mehr die Eingeweide der Erde, im salzigen Meer sind.|352|84|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GGZ|... wenn es bloß&lt;br /&gt;
salziges Meer gäbe, wäre die Erde längst zugrunde gegangen, denn in&lt;br /&gt;
sich selber kann sie nicht bestehen. Sie hat nicht nur das salzige Meerwasser,&lt;br /&gt;
sondern auch das süße Gewässer, und das süße Gewässer nimmt&lt;br /&gt;
vom Himmelsraum die Fortpflanzungskräfte für die Erde auf. Das salzige&lt;br /&gt;
Meer kann aus den Weltenweiten nicht dasjenige hereinbringen,&lt;br /&gt;
was die Erde immer wieder erfrischt. Wenn Sie an eine Quelle gehen&lt;br /&gt;
und da das wunderbar reine Wasser herausrieselt: Sie werden merken,&lt;br /&gt;
in der Nähe der Quelle, da grunelts, da riecht es so wunderbar, und&lt;br /&gt;
alles ist so frisch. Ja, das, was da frisch ist in der Nähe der Quelle, das&lt;br /&gt;
erfrischt auch die ganze lebende Erde. Da öffnet sich die Erde wie durch&lt;br /&gt;
ihre Augen und Sinnesorgane dem Weltenraume.|352|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Wasserkreislauf}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Gewässer}}&lt;br /&gt;
* [[Quelle]]&lt;br /&gt;
* [[Fluss]]&lt;br /&gt;
* [[See]]&lt;br /&gt;
* [[Meer]]&lt;br /&gt;
* [[Meerwasser und Süßwasser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Natur und Mensch in geisteswissenschaftlicher Betrachtung&#039;&#039;, [[GA 352]] (1981), ISBN 3-7274-3520-8 {{Vorträge|352}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hydrologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hydrogeologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klimatologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewässer|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Albertus_Magnus&amp;diff=622506</id>
		<title>Albertus Magnus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Albertus_Magnus&amp;diff=622506"/>
		<updated>2025-04-25T18:38:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Rotlinks herausgenommen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Tommaso da modena, ritratti di domenicani (vescovo) 1352 150cm, treviso, ex convento di san niccolò, sala del capitolo.jpg|mini|Albertus Magnus, Fresko (1352) in Treviso, Italien]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albertus Magnus&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Albertus Teutonicus&#039;&#039;; &#039;&#039;Albertus Coloniensis&#039;&#039;; &#039;&#039;Albert der Große&#039;&#039;, &#039;&#039;Albert der Deutsche&#039;&#039;, &#039;&#039;Albert von Lauingen&#039;&#039;, oft auch fälschlich &#039;&#039;Albert Graf von Bollstädt&#039;&#039; genannt; * um [[Wikipedia:1200|1200]] in [[Wikipedia:Lauingen (Donau)|Lauingen]] an der Donau; † [[Wikipedia:15. November|15. November]] [[Wikipedia:1280|1280]] in [[Wikipedia:Köln|Köln]]) war [[Wikipedia:Dominikaner|Dominikaner]] und [[Wikipedia:Bischof|Bischof]] von [[Wikipedia:Regensburg|Regensburg]] und zugleich allseitig gebildeter [[Wikipedia:Polyhistor|Polyhistor]], [[Philosoph]], [[Wikipedia:Jurist|Jurist]], [[Naturwissenschaftler]], [[Alchemist]] und [[Wikipedia:Theologie|Theologe]], der das [[Wissen]] seiner Zeit vollkommen umspannte. Er beschrieb um [[1250]] erstmals die Herstellung von [[Arsen]] durch Reduktion von [[Arsenik]] mit [[Kohle]] und gilt daher als Entdecker dieses [[Chemisches Element|chemischen Elements]], auch wenn es Hinweise darauf gibt, dass das elementare Metall schon früher hergestellt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albertus war ein [[frei]]sinniger [[Denker]] und Begründer des [[christlich]]en [[Aristoteles|Aristotelismus]] und damit der [[Hochscholastik]], die durch seinen Schüler [[Thomas von Aquin]] zur Blüte gebracht wurde, und letztlich auch Wegbereiter der modernen [[Naturwissenschaft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie frei vorher kirchliches Denken war, können Sie an&lt;br /&gt;
dem großen Lehrer und Denker Albertus Magnus sehen. Er&lt;br /&gt;
war ein ausgezeichneter Gelehrter, vertiefte sich in die gesamte&lt;br /&gt;
Wissenschaft: kirchliche Gelehrsamkeit, arabisches&lt;br /&gt;
Wissen, naturwissenschaftliches und physikalisches Denken&lt;br /&gt;
sowie philosophisches beherrschte er; er wurde vom&lt;br /&gt;
Volke als ein Zauberer aufgefaßt.|51|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn man zum Beispiel den Erkenntnisweg&lt;br /&gt;
des Albertus Magnus nimmt, der unten beginnt in der&lt;br /&gt;
untersten Natur und endet in einem Anschauen Gottes -&lt;br /&gt;
nicht sind es da Begriffe, die trocken und nüchtern sind,&lt;br /&gt;
sondern Begriffe, die die Seele warm machen und das Herz&lt;br /&gt;
durchleuchten.|57|309f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das war also das eine, was in der Seele des mittelalterlichen Scholastikers&lt;br /&gt;
lebte: ein konkret gestalteter [[Offenbarung]]sinhalt. Auf der&lt;br /&gt;
anderen Seite stand eine [[Vernunft]]erkenntnis, die auf die Natur ging,&lt;br /&gt;
die aber auch noch nicht so war, wie unsere heutige Naturerkenntnis.&lt;br /&gt;
Schlagen Sie, um sich das zu erhärten, nur einmal ein naturgeschichtliches&lt;br /&gt;
Buch, zum Beispiel von Albertus Magnus auf; da werden&lt;br /&gt;
Sie Naturobjekte, wie sie heute beschrieben werden, wohl auch&lt;br /&gt;
finden - sie sind allerdings anders beschrieben, als man sie heute beschreibt&lt;br /&gt;
-, aber neben dem finden Sie noch allerlei Elementar- und&lt;br /&gt;
Geistwesen. Da lebt in der Natur noch Geist, und es ist nicht so,&lt;br /&gt;
daß man nur den ganz trockenen sinnlichen Augenschein als Naturgeschichte&lt;br /&gt;
und Naturwissenschaft beschreibt. Diese zwei Dinge leben&lt;br /&gt;
also nebeneinander, ein Offenbarungsinhalt, demgegenüber man sich&lt;br /&gt;
die Erkenntnis verbietet, den man aber doch denkt, so daß der&lt;br /&gt;
menschliche Geist ihn immer noch in seinen Gedanken erlangt, und&lt;br /&gt;
ein Vernunfterkenntnis-Inhalt, der aber noch Geist hat, der jedoch&lt;br /&gt;
auch noch etwas hat, was man anschauen muß, wenn man es in&lt;br /&gt;
seiner Wirklichkeit vor sich haben will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Naturerkenntnis hat sich durchaus aus der mittelalterlichen&lt;br /&gt;
Scholastik herausentwickelt. Der eine Ast der Scholastik, die Vernunfterkenntnis, hat sich fortentwickelt und wurde zu der modernen&lt;br /&gt;
Naturanschauung.|213|183f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie können&lt;br /&gt;
nicht den &#039;&#039;Albertus Magnus&#039;&#039; verstehen, wenn Sie ihn lesen mit dem,&lt;br /&gt;
was heute der Mensch weiß. Sie müssen ihn lesen mit einer Art von&lt;br /&gt;
Wissen, daß solches Geistiges für ihn noch eine Realität war; dann&lt;br /&gt;
verstehen Sie erst, wie er die Worte gebraucht, wie er sich ausdrückt.|233a|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bei den Scholastikern, Albertus Magnus, finden wir, was zugrunde&lt;br /&gt;
liegt den äußeren Wesenheiten. Der frühere Scholastiker unterscheidet&lt;br /&gt;
Universalien &#039;&#039;vor&#039;&#039; den Dingen, &#039;&#039;in&#039;&#039; den Dingen und &#039;&#039;nach&#039;&#039; den Dingen.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Albertus Magnus&#039;&#039; sagt darüber: Die Universalien &#039;&#039;vor&#039;&#039; dem Dinge&lt;br /&gt;
sind die Gedanken der göttlichen Wesenheiten. Da hat man die&lt;br /&gt;
Gattung. In die Dinge sind diese Gedanken eingeflossen. Tritt der&lt;br /&gt;
Mensch den Dingen gegenüber, so bildet er sich die Universalien&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nach&#039;&#039; dem Dinge, was die Begriffsform ist. In dieser ganzen Beschreibung&lt;br /&gt;
der denkerischen Entwickelung ist nur von Sinnendingen die&lt;br /&gt;
Rede. Er identifiziert mit dem «Sinn» den äußeren Sinn. Alles andere,&lt;br /&gt;
was noch da ist, ist ihm Begriff. Der Gattungsbegriff ist ihm&lt;br /&gt;
nicht identisch mit Gattung. Das Ganze kommt daher, daß die Menschen&lt;br /&gt;
die alte Sehergabe verloren hatten, damit eine Philosophie&lt;br /&gt;
heraufkommen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein alter Weiser würde gar nicht verstanden haben, in dieser&lt;br /&gt;
Weise Unterschiede zu machen, weil er gesagt hätte: Mit der Sehergabe&lt;br /&gt;
kann man die Gattung wahrnehmen. - Erst als die Sehergabe&lt;br /&gt;
versiegt, kommt die eigentliche Wissenschaft heraus. Erst als&lt;br /&gt;
der Mensch sich selbst überlassen war, entstand die Notwendigkeit,&lt;br /&gt;
eine denkerische Kunst auszubilden. Unter dem Eindruck dieses&lt;br /&gt;
wichtigen Prinzips entstand die Scholastik. In alten Zeiten waren&lt;br /&gt;
dem Menschen die geistigen Welten noch zugänglich. Nun konnten&lt;br /&gt;
sich die Scholastiker erst recht auf Aristoteles berufen, denn&lt;br /&gt;
dieser sprach von der Sehergabe: Alte Berichte sagen uns, daß die&lt;br /&gt;
Gestirne Götter seien, aber der menschliche Intellekt kann darüber&lt;br /&gt;
nichts mehr ausmachen. Aber wir haben keinen Grund, das&lt;br /&gt;
zu bezweifeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scholastik setzte an die Stelle des Geschauten die Offenbarung.&lt;br /&gt;
Was Lehrgut sein sollte, setzte sie in das einmal inspirierte&lt;br /&gt;
Wort. Zunächst muß sich die Menschheit daran gewöhnen, die Gedankenlehre&lt;br /&gt;
an den äußeren Dingen auszubilden. Wo würde sie hinkommen,&lt;br /&gt;
wenn sie in alle möglichen übersinnlichen Dinge hineinschweifen&lt;br /&gt;
wollte? Das wollen wir uns versagen; wir wollen uns heranbilden&lt;br /&gt;
an den Dingen, die um uns herum sind. So sagt Thomas&lt;br /&gt;
von Aquino. Wenn uns die Gegenstände entgegentreten, sind sie&lt;br /&gt;
uns gegeben für die Sinne. Dann sind wir genötigt, uns Begriffe davon&lt;br /&gt;
zu bilden. Hinter den Dingen ruhen die göttlichen Mächte, an&lt;br /&gt;
die wir uns nicht heranwagen. Wir wollen uns von Ding zu Ding&lt;br /&gt;
schulen. Dann kommen wir, indem wir uns streng an das Sinnliche&lt;br /&gt;
halten, endlich zu höchsten Begriffen. Man hielt sich also an zweierlei:&lt;br /&gt;
an das geoffenbarte Lehrgut, das gegeben ist in den Schriften, an&lt;br /&gt;
die das Denken nicht herantritt. Es ist von den Sehern übernommen&lt;br /&gt;
worden. Man hielt sich ferner an das, was erarbeitet wird an der&lt;br /&gt;
sinnlichen Wirklichkeit. Damit reichen wir nur gerade heran an Bibel&lt;br /&gt;
und Offenbarung. Eine Zeitlang wird die höhere Welt dem&lt;br /&gt;
menschlichen Denken entzogen. Aber es wird kein endgültiger Verzicht&lt;br /&gt;
geleistet auf die übersinnlichen Welten. Wenn sich der Mensch&lt;br /&gt;
die sinnliche Welt erobert hat, kann er eine Vorahnung der übersinnlichen&lt;br /&gt;
Welten bekommen. Der Mensch kann frei werden vom&lt;br /&gt;
physischen Leib und unmittelbar Offenbarung haben. Aber erst soll&lt;br /&gt;
sich der Intellekt schulen. Wenn der Mensch an den Außendingen&lt;br /&gt;
Begriffe bildet, sind sie der Form nach abhängig von der menschlichen&lt;br /&gt;
Organisation, aber nicht dem Inhalte nach. In der scholastischen&lt;br /&gt;
Erkenntnistheorie wird niemals daran gedacht, daß etwas Unerkanntes&lt;br /&gt;
zurückbleiben kann. Das Objektive geht ein in die Erkenntnis;&lt;br /&gt;
nur die Form, wie Begriffe gebildet werden, hängt von der&lt;br /&gt;
Organisation des menschlichen Geistes ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese frühere Scholastik nennt man Realismus. Sie glaubte an die&lt;br /&gt;
Wirklichkeit des Inhaltes. Die Scholastik wurde dann nominalistisch.&lt;br /&gt;
Die Menschen haben den Zusammenhang mit der objektiven&lt;br /&gt;
äußeren Welt verloren. Sie sagten: Der Geist bildet sich Begriffe; sie&lt;br /&gt;
sind nichts Wirkliches.|126|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab auch Hinweise auf frühere Inkarnationen des Albertus Magnus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und&lt;br /&gt;
nur hinweisen kann ich darauf, daß gerade eine solche Individualität&lt;br /&gt;
wie diejenige, die als Hypatia inkarniert war, die also mitbrachte die&lt;br /&gt;
Weisheit der orphischen Mysterien und sie persönlich auslebte, dann in&lt;br /&gt;
einer nachfolgenden Inkarnation berufen war, nun den umgekehrten&lt;br /&gt;
Weg einzuschlagen: alle persönliche Weisheit wiederum hinaufzutragen&lt;br /&gt;
zum Göttlich-Geistigen. Daher erscheint Hypatia ungefähr um die&lt;br /&gt;
Wende des 12. zum 13. Jahrhundert als ein bedeutender, umfassender,&lt;br /&gt;
universeller Geist der neueren Geschichte, der einen großen Einfluß hat&lt;br /&gt;
auf das, was Zusammenfassung des naturwissenschaftlichen und auch&lt;br /&gt;
des philosophischen Erkennens ist. So also sehen wir, wie hineindringen&lt;br /&gt;
in die aufeinanderfolgenden Inkarnationen der einzelnen Individualitäten&lt;br /&gt;
die historischen Mächte.|126|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einer Notitzbucheintragung Rudolf Steiners (Archiv-Nr. 523), die offenbar Reinkarnationen betrifft, geht hervor, welche Persönlichkeit hier gemeint ist, denn dort steht neben dem Namen der [[spätantike]]n [[Griechen|griechischen]]  [[Philosophie|Philosophin]],  [[Astronomie|Astronomin]] und [[Mathematikerin]] [[Hypatia]] * um [[Wikipedia:355|355]] in [[Alexandria]]; † März [[Wikipedia:415|415]] oder März [[Wikipedia:416|416]] in Alexandria) der von Albertus Magnus. Hypatia war in einem früheren Erdenleben in die [[Orphische Mysterien|orphischen Mysterien]] eingweiht, nachdem sie in noch früheren [[Inkarnation]]en schon Erfahrungen durch eine [[Kelten|keltische]] [[Geheimschulung]] gesammelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gab eine wunderbare&lt;br /&gt;
Persönlichkeit in den alten orphischen Mysterien; sie machte die Geheimnisse&lt;br /&gt;
dieser Mysterien durch; sie gehörte zu den allersympathischsten,&lt;br /&gt;
zu den allerinteressantesten Schülern der alten griechischen&lt;br /&gt;
orphischen Mysterien. Sie war gut vorbereitet, namentlich durch eine&lt;br /&gt;
gewisse keltische Geheimschulung, die sie in früheren Inkarnationen&lt;br /&gt;
durchgemacht hatte.|126|20f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Albertus Magnus, De Bono fol. 1r.jpg|mini|Der Anfang von Alberts Abhandlung „Über das Gute“ in der Handschrift Köln, Dombibliothek, Codex 1024]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albertus Magnus war [[Universalgelehrter]], zugleich [[Philosoph]], [[Jurist]], [[Naturwissenschaftler]], Theologe, [[Dominikaner]] und Bischof von Regensburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein großes, vielseitiges Wissen verschaffte ihm den Namen &#039;&#039;Magnus&#039;&#039; (der Große), den Titel [[Kirchenlehrer]] und den Ehrentitel &#039;&#039;[[doctor universalis]]&#039;&#039;. Er kannte die [[antike]] und zeitgenössische Fachliteratur und wollte das Wissen seiner Zeit vollständig erfassen und in Lehrbüchern darlegen. Die mehr als 70 Abhandlungen und Bücher ergäben heute etwa 22.000 Druckseiten. Das Albertus-Magnus-Institut arbeitet seit 1931 an einer kritischen Ausgabe seines Gesamtwerkes. Von der auf 41 Bände (mit unterschiedlicher Teilbandzahl) angelegten &#039;&#039;Editio Coloniensis&#039;&#039; lagen im Herbst 2017 32 Bände vor, was bezogen auf den Textumfang etwa der Hälfte der Ausgabe entspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://institutionen.erzbistum-koeln.de/albertus-magnus-institut/editio_coloniensis/ |titel=Albertus-Magnus-Institut: Editio Coloniensis |werk=institutionen.erzbistum-koeln.de |abruf=2019-08-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albertus Magnus hat als „einziger Theologe des Mittelalters sämtliche Quellen, die der großen Theologie dieser Zeit neue Wege, neue Einsichten eröffnet haben, kommentiert“,&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Auer: &#039;&#039;Albertus Magnus als Philosoph und Theologe.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg.&#039;&#039; Band 14, 1980, S.&amp;amp;nbsp;41-62, hier: S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; so angeblich alle Werke des antiken Philosophen [[Aristoteles]] und des [[Pseudo-Dionysius Areopagita|Dionysios Areopagita]].&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Senner: &#039;&#039;Alberts des Großen Verständnis von Theologie und Philosophie&#039;&#039; (= &#039;&#039;Lectio Albertina.&#039;&#039; 9). Münster 2009, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Folge seiner Arbeit ist die Begründung der christlichen [[Aristoteles|Aristotelik]], damit der Hoch[[scholastik]] und letztlich der modernen Naturwissenschaft. Er edierte, kommentierte und erweiterte die Werke des Aristoteles, die jetzt in lateinischer Übersetzung vorlagen, u.&amp;amp;nbsp;a. die &#039;&#039;Physica&#039;&#039;, &#039;&#039;[[De generatione et corruptione]]&#039;&#039; und die &#039;&#039;[[w:Meteora (Albertus Magnus)|Meteorologica]]&#039;&#039;. Bis zu Alberts Wirken waren die Werke von Aristoteles in der [[Christentum|christlichen Welt]] wegen ihres [[Heidentum|heidnischen]] Ursprungs umstritten. Albertus setzte sich auch auf kirchenpolitischer Ebene massiv für die Aufnahme der aristotelischen Werke in den Kanon christlicher Schulen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albertus Magnus hielt die [[Alchemie]] für diejenige der Künste, die der Natur am Nächsten kommt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martha Baldwin |Hrsg=Claus Priesner, Karin Figala |Titel=Albertus Magnus |Sammelwerk=Alchemie. Lexikon einer hermetischen Wissenschaft |Verlag=Beck |Datum=1998 |Seiten=20–22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele der angeblich von ihm stammenden Schriften zur Alchemie sind spätere Unterschiebungen. Sein für die Alchemie wichtigstes Werk ist &#039;&#039;De mineralibus&#039;&#039; (über Minerale). Er folgt Aristoteles in der Untersuchung formender Prinzipien in der Materie (zusammengesetzt aus den vier Elementen, die in unterschiedlicher Zusammensetzung deren Eigenschaften bestimmen) und unterscheidet oberflächliche Umwandlungen, die nur Eigenschaften wie Farbe und Gewicht ändern, von tatsächlichen Transmutationen. Nach Albertus Magnus oder Pseudo-Albertus Magnus&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa Joachim Telle: &#039;&#039;Zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Alchemia medica unter besondere Berücksichtigung von Joachim Tanck.&#039;&#039; In: Rudolf Schmitz, Gundolf Keil (Hrsg.): &#039;&#039;Humanismus und Medizin.&#039;&#039; Acta humaniora, Weinheim 1984 (= &#039;&#039;Deutsche Forschungsgemeinschaft: Mitteilungen der Kommission für Humanismusforschung.&#039;&#039; Band 11), ISBN 3-527-17011-1, S. 139–157, hier: S. 144 f. mit Anm. 19 zu &#039;&#039;De mineralibus&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; kann der Alchemist unedle Metalle durch Säuberung in edlere Metalle umwandeln, was er mit Medikamenten in der Medizin vergleicht, die den Körper reinigen. Umwandlungen von Metallen (oberflächlicher und substanzieller Art) geschehen durch Einwirkung des Prinzips des Feuers (Wärme), astrologischen Einflüssen und der beiden metallbildenden Prinzipien Schwefel und Quecksilber, worin er der arabischen Lehre folgt. Gold herzustellen sei den Alchemisten allerdings noch nicht gelungen, ihm selbst sei in Versuchen noch nicht einmal die Herstellung wirklich feuerbeständiger Metalle gelungen. Seine Darstellung lässt Vertrautheit mit arabischer und antiker Literatur zur Alchemie erkennen. Er beschreibt detailliert chemische Verfahren wie Destillation (mit fortgeschrittenen Methoden wie Wasserbad), Sublimation, die Trennung von Gold und Silber mit [[Scheidewasser]] oder die Gewinnung von [[Arsenik]], sowie verschiedene Chemikalien z.&amp;amp;nbsp;B. Weingeist (Alkohol, als brennbare Flüssigkeit auf starkem Wein) und Weinstein (lat. &#039;&#039;tartratus, tatratum&#039;&#039;, dt. Niederschlag), Alaun und [[Vitriol]], also Mineralsäuren und deren Salze, verschiedene Metalle und Legierungen, Grünspan und anderes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Winfried R. Pötsch, Annelore Fischer, Wolfgang Müller|Titel=Lexikon bedeutender Chemiker|TitelErg=Unter Mitarbeit von Heinz Cassebaum|Verlag=Thun (Harri Deutsch)|Ort=Frankfurt am Main|Datum=1989|ISBN=3-8171-1055-3|Seiten=11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings ist, wie erwähnt, bei einigen Schriften nicht klar, ob es nicht spätere Unterschiebungen sind. Beispielsweise wird Schwarzpulver im Werk &#039;&#039;De Mirabilis Mundi&#039;&#039; erwähnt und folgt dort dem Rezept im [[w:Liber Ignium|Liber Ignium]], die Zuschreibung an Albertus Magnus wird aber allgemein bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=James Riddick Partington |Titel=A history of Greek Fire and Gunpowder |Verlag=Johns Hopkins University Press |Ort=Baltimore |Datum=1999 |ISBN=0-8018-5954-9 |Seiten=XXIV |Sprache=en |Kommentar=Bert S. Hall widerspricht im Vorwort der Darstellung von Partington, der seiner Ansicht nach zu unkritisch Albertus Magnus untergeschobene Schriften als genuin akzeptierte}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus gelten einige seiner naturwissenschaftlichen Arbeiten im jeweiligen Wissenschaftssektor als bahnbrechend: So die erste ausführliche Darstellung der mitteleuropäischen [[Flora]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jerry Stannard |Titel=Identification of the plants, described by Albertus Magnus, &#039;De vegetabilibus&#039;, lib. VI |Sammelwerk=Res publica Litterarum |Band=1 |Datum=1979 |Seiten=281–318 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Meyer, Carl Jessen (Hrsg.): &#039;&#039;Alberti Magni ‚De vegetabilibus libri VII‘.&#039;&#039; Berlin 1867.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jerry Stannard |Hrsg=James A. Weisheipl |Titel=Albertus Magnus and medieval herbalism |Sammelwerk=Albertus Magnus and the sciences: commemorative essays |Verlag=Pontifical Institute of Mediaeval Studies |Ort=Toronto |Datum=1980 |ISBN=0-88844-049-9 |Seiten=355–377 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Fauna]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinrich Balss |Titel=Die Tausendfüßler, Insekten und Spinnen bei Albertus Magnus |Sammelwerk=Sudhoffs Archiv |Band=38 |Nummer=4 |Verlag=Franz Steiner Verlag |Datum=1954 |Seiten=303–322 |JSTOR=20774282}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, seine geografischen Beschreibungen, sowie sein [[Anthropologie|anthropologisches]] Werk &#039;&#039;[[w:De homine (Albertus Magnus)|De homine]]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Henryk Anzulewicz, Joachim R. Söder: &#039;&#039;Alberti Magni, Ordinis fratrum praedicatorum, De homine.&#039;&#039; Aschendorff 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Seine Arbeiten zur Gesteinskunde stellen den ersten Versuch dar, eine vollständige Systematik für Mineralien zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Versuch, das naturphilosophische Denken des Aristoteles mit dem christlichen Glauben zu vereinbaren, arbeitete er das gesamte Wissen seiner Zeit aus Theologie, Philosophie, Medizin und Naturwissenschaften durch, ohne es jedoch in einer [[Klassifikation|Systematik]] geschlossen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Insgesamt 477 durchnummerierte Arten von Tieren sind in seinem Sammelwerk &#039;&#039;De animalibus&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Albertus Magnus |Hrsg=Hermann Stadler |Titel=De animalibus libri XXVI |TitelErg=nach der Cölner Urschrift. 2 Bände 1916–1920 (1921) |Reihe=Beiträge zur Geschichte der Philosophie des Mittelalters, Band 15–16 |Ort=Münster |Datum=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aufgeführt, und zwar 113 Vierfüßler, 114 fliegende, 140 schwimmende und 61 kriechende Tiere sowie 49 Würmer. Unter Berufung auf Aristoteles erklärt der Autor, auch die niedrigsten Tiere verdienen, dass man sie erforsche, müsse man doch ihre Formenvielfalt studieren, um so den Künstler zu preisen, der sie erschaffen habe, weil sich nämlich in der Kunst des Schöpfers seine Art zu schaffen offenbare.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Colin Eisler |Titel=Dürers Arche Noah. Tiere und Fabelwesen im Werk von Albrecht Dürer |Verlag=Droemer Knaur |Ort=München |Datum=1996 |ISBN=3-426-26905-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Albertitafel Tirol um 1750 ÖMV.jpg|mini|hochkant|Die „Albertitafel“, Tirol um 1750, stellt in volkstümlicher Weise dar, wie sich Albertus die neun Punkte zur Führung eines gottgefälligen Lebens offenbaren.]]&lt;br /&gt;
Nach seinem Tod wurde Albert zu einer Gestalt der Legende.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willehad Paul Eckert |Hrsg=Albert Zimmermann |Titel=Albert-Legenden |Sammelwerk=Albert der Grosse: seine Zeit, sein Werk, seine Wirkung |Reihe=Miscellanea Mediaevalia. Veröffentlichungen des Thomas-Instituts der Universität Köln |Band=14 |Verlag=Walter de Gruyter |Ort=Berlin / New York |Datum=1981 |ISBN=3-11-008602-6 |Seiten=1–23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Anknüpfend an seine Gelehrsamkeit und seine Beschäftigung mit Magie&amp;lt;ref&amp;gt;Sein Schüler Ulrich von Straßburg nannte ihn &#039;&#039;in rebus magicis expertus&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Alchemie wurden allerlei umlaufende Märchen- und Sagenmotive aufgegriffen und mit seiner Vita verbunden, wie etwa in dem Meisterlied &#039;&#039;Albertus Magnus und die Tochter des Königs von Frankreich&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Frieder Schanze|Hrsg=Kurt Ruh|Titel=Albertus Magnus und die Tochter des Königs von Frankreich|Sammelwerk=Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon|Reihe=Veröffentlichungen der Kommission für Deutsche Literatur des Mittelalters der Bayerischen Akademie der Wissenschaften|Band=I|Auflage=2|Verlag=Walter de Gruyter|Ort=Berlin|Datum=1978|ISBN=3-11-007264-5|Spalten=123 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aus dem 15. Jahrhundert. Nach einer anderen Legende hatte Albert eine „redende Bildsäule“ geschaffen, die sein Schüler Thomas von Aquin zerstörte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heribert Christian Scheeben |Titel=Albertus Magnus |Verlag=Bachem |Ort=Köln |Datum=1955 |Seiten=202–204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Geschichte ist in dem Sinne sinnbildlich wahr, dass Alberts Denken in der Folgezeit ohne großen Einfluss war und dass stattdessen Thomas von Aquin weite Beachtung fand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Die erste Biografie zu Albertus Magnus verfasste 1486 [[w:Petrus de Prussia|Petrus de Prussia]], der damit der Kanonisierung zuarbeiten wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Petrus de Prussia: &#039;&#039;Vita et legenda Alberti Magni.&#039;&#039; Johannes Guldenschaiff, Köln 1486/87; zu Petrus de Prussia siehe Paulus de Loe: &#039;&#039;De vita et scriptis b. Alberti Magni.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Analecta Bollandiana. Société des Bollandistes.&#039;&#039; Band 19, 1900, S. 268–271, Nr. 49 ([https://archive.org/stream/AnalectaBollandiana1900a/Analecta_Bollandiana_19#page/n273/mode/2up Digitalisat]); {{LexMA|6|1982|1983|Petrus de Prussia, Biograph (15. Jh.)|Jan Prelog}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da Albert 1622 selig- und erst 1931 heiliggesprochen wurde,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Elias H. Füllenbach: &#039;&#039;The Canonization of Albert the Great in 1931.&#039;&#039; In: Viliam S. Doci, Gianni Festa (Hrsg.): &#039;&#039;Fra trionfi e sconfitte. „Politica della santità“ dell’Ordine dei predicatori.&#039;&#039; Rom 2021 (= &#039;&#039;Dissertationes Historicae.&#039;&#039; Band 39), S. 131–147.&amp;lt;/ref&amp;gt; waren Albertusbilder nicht zu früh von offizieller katholischer Seite auf bestimmte Darstellungstypen festgelegt. Darum konnte sich eine motivische Vielfalt entwickeln, die auch manche Legenden mit einbezog. So findet sich auf einigen unter den sogenannten „Alberti-Tafeln“ (auch &#039;&#039;Albertibildern&#039;&#039;), die es vor allem in Süddeutschland gibt, die Darstellung eines legendären Hostienwunders, wonach Albert die heilige [[Hostie]] gezwungen habe, ihm Geheimes mitzuteilen. Weil Albert im Unterschied zu anderen [[Hostienwunder]]-Legenden dabei Zwang ausübt, erscheint er gewissermaßen in der Rolle eines beschwörenden Magiers.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Genoveva Nitz: &#039;&#039;Albertus Magnus in der Volkskunst.&#039;&#039; Die Alberti-Tafeln, Schnell &amp;amp; Steiner, München/Zürich 1980.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sich der Dominikanerorden seit 1278&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa Kurt Flasch: &#039;&#039;Meister Eckhart. Die Geburt der „Deutschen Mystik“ aus dem Geist der arabischen Philosophie.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2006, S. 37 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; zunehmend auf die Lehre des Thomas von Aquin festlegte, hat Alberts Denken meist keinen gleichermaßen bedeutenden direkten Einfluss gehabt. An der alten Kölner Universität gab es im fünfzehnten Jahrhundert eine Albertistenschule, die aber mit der Philosophie Alberts nicht sehr viel zu tun hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem auf [[w:Carl von Prantl|Carl von Prantl]] (1820–1888) zurückgehenden philosophiehistorischen Topos soll Albert nur ein Polyhistor gewesen sein, der in seinen Werken rohe und unverdaute Materialien zusammenstellte. Wegen der Kanonisierung des Thomas von Aquin wurde das theologische Werk Alberts sehr rasch beiseitegeschoben und stattdessen die naturwissenschaftlichen Interessen Alberts betont. Die Neubewertung seiner philosophischen Stellung geht erst auf die letzten Jahre zurück und ist noch nicht abgeschlossen. Insbesondere die eigentliche philosophisch bedeutsame Fortwirkung Alberts bei den deutschen Dominikanern des 13. und 14. Jahrhunderts wird erst seit einigen Jahrzehnten erkannt (Loris Sturlese, Alain de Libera). An einige [[Neuplatonismus|neuplatonische]], [[Avicenna|avicennische]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ingrid Craemer-Ruegenberg: &#039;&#039;Albertus Magnus.&#039;&#039; 1980, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; und zum Teil auch [[Averroismus|averroistische]] Motive seines Denkens schlossen sich [[w:Dietrich von Freiberg|Dietrich von Freiberg]], [[w:Berthold von Moosburg (Dominikaner)|Berthold von Moosburg]], [[w:Ulrich von Straßburg|Ulrich von Straßburg]] und [[Meister Eckhart]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Albertus Magnus}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Albertus Magnus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Über Philosophie, Geschichte und Literatur&#039;&#039;, [[GA 51]] (1983), ISBN 3-7274-0510-4 {{Vorträge|051}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wo und wie findet man den Geist?&#039;&#039;, [[GA 57]] (1984), ISBN 3-7274-0570-8 {{Vorträge|057}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Beantwortung von Welt- und Lebensfragen durch Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 108]] (1986), ISBN 3-7274-1081-7 {{Vorträge|108}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Okkulte Geschichte&#039;&#039;, [[GA 126]] (1992), ISBN 3-7274-1261-5 {{Vorträge|126}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenfragen und Weltenantworten&#039;&#039;, [[GA 213]] (1987), ISBN 3-7274-2130-4 {{Vorträge|213}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mysterienstätten des Mittelalters&#039;&#039;, [[GA 233a]] (1991), ISBN 3-7274-2335-8 {{Vorträge|233a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Scriptor:Albertus Magnus|Albertus Magnus|lang=la}}&lt;br /&gt;
{{Commons}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118637649}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Werke&lt;br /&gt;
* [http://www.arts.uwaterloo.ca/~albertus/ Alberti Magni E-Corpus] (Ausgabe Borgnet, fast vollständig als Faksimiles und teils auch direkt lesbar, nebst [http://watarts.uwaterloo.ca/cgi-bin/cgiwrap/albertus/webAlbertus.cgi Suchfunktion])&lt;br /&gt;
* [http://www26.us.archive.org/search.php?query=creator%3A%22Borgnet%2C+Auguste%22 Digitalisate] der Ausgabe Borgnet bei [[Wikipedia:archive.org|archive.org]]&lt;br /&gt;
* [https://opacplus.bsb-muenchen.de/InfoGuideClient/search.do?methodToCall=volumeSearch&amp;amp;dbIdentifier=-1&amp;amp;forward=success&amp;amp;catKey=6123504&amp;amp;periodical=N Digitalisate] der Ausgabe Jammy (BSB)&lt;br /&gt;
* [http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/kesmark/albertuscompendium/ Albertus Magnus: &#039;&#039;Compendium theologicae veritatis&#039;&#039;], Digitalisat, Universitätsbibliothek Bielefeld&lt;br /&gt;
* [http://www.farlang.com/gemstones/magnus-virtue-stones/page_001 Albertus Magnus: Virtue of Herbs, Stones (Edelsteine) and Certain Beasts]&lt;br /&gt;
* [http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg467/0263 Albertus Magnus: Alchimia], Handschrift Heidelberg, UB, Cod. Pal. gern 467&lt;br /&gt;
* [http://hiphi.ubbcluj.ro/fam/texte/albert_magnus/quindecim.htm De quindecim problematibus]&lt;br /&gt;
* [http://fondosdigitales.us.es/fondos/autores/3730/ Werke] (Faksimiles) bei der Biblioteca de la Universidad de Sevilla&lt;br /&gt;
* [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:2-146221/Neuer Albertus Magnus: &#039;&#039;von Weibern und Geburthen der Kinder&#039;&#039; 1678.] Digitale Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophie und Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemäßigter Universalienrealist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Metaphysiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Scholastiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenlehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universalgelehrter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph des Unbewussten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hobbymathematiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katholischer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturforscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aristoteliker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Substanzontologe nach Aristoteles]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die acht Universalienweisen des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Katholische Theologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wesensmetaphysiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vierzehn Nothelfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Philosophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Albertus Magnus|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1280]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christlicher Mystiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aristoteliker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mystiker]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Albertus_Magnus&amp;diff=622502</id>
		<title>Albertus Magnus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Albertus_Magnus&amp;diff=622502"/>
		<updated>2025-04-25T18:36:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Vorlage GZ, wichtige Links verknüpft&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Tommaso da modena, ritratti di domenicani (vescovo) 1352 150cm, treviso, ex convento di san niccolò, sala del capitolo.jpg|mini|Albertus Magnus, Fresko (1352) in Treviso, Italien]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Albertus Magnus&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Albertus Teutonicus&#039;&#039;; &#039;&#039;Albertus Coloniensis&#039;&#039;; &#039;&#039;Albert der Große&#039;&#039;, &#039;&#039;Albert der Deutsche&#039;&#039;, &#039;&#039;Albert von Lauingen&#039;&#039;, oft auch fälschlich &#039;&#039;Albert Graf von Bollstädt&#039;&#039; genannt; * um [[Wikipedia:1200|1200]] in [[Wikipedia:Lauingen (Donau)|Lauingen]] an der Donau; † [[Wikipedia:15. November|15. November]] [[Wikipedia:1280|1280]] in [[Wikipedia:Köln|Köln]]) war [[Wikipedia:Dominikaner|Dominikaner]] und [[Wikipedia:Bischof|Bischof]] von [[Wikipedia:Regensburg|Regensburg]] und zugleich allseitig gebildeter [[Wikipedia:Polyhistor|Polyhistor]], [[Philosoph]], [[Wikipedia:Jurist|Jurist]], [[Naturwissenschaftler]], [[Alchemist]] und [[Wikipedia:Theologie|Theologe]], der das [[Wissen]] seiner Zeit vollkommen umspannte. Er beschrieb um [[1250]] erstmals die Herstellung von [[Arsen]] durch Reduktion von [[Arsenik]] mit [[Kohle]] und gilt daher als Entdecker dieses [[Chemisches Element|chemischen Elements]], auch wenn es Hinweise darauf gibt, dass das elementare Metall schon früher hergestellt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albertus war ein [[frei]]sinniger [[Denker]] und Begründer des [[christlich]]en [[Aristoteles|Aristotelismus]] und damit der [[Hochscholastik]], die durch seinen Schüler [[Thomas von Aquin]] zur Blüte gebracht wurde, und letztlich auch Wegbereiter der modernen [[Naturwissenschaft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wie frei vorher kirchliches Denken war, können Sie an&lt;br /&gt;
dem großen Lehrer und Denker Albertus Magnus sehen. Er&lt;br /&gt;
war ein ausgezeichneter Gelehrter, vertiefte sich in die gesamte&lt;br /&gt;
Wissenschaft: kirchliche Gelehrsamkeit, arabisches&lt;br /&gt;
Wissen, naturwissenschaftliches und physikalisches Denken&lt;br /&gt;
sowie philosophisches beherrschte er; er wurde vom&lt;br /&gt;
Volke als ein Zauberer aufgefaßt.|51|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Wenn man zum Beispiel den Erkenntnisweg&lt;br /&gt;
des Albertus Magnus nimmt, der unten beginnt in der&lt;br /&gt;
untersten Natur und endet in einem Anschauen Gottes -&lt;br /&gt;
nicht sind es da Begriffe, die trocken und nüchtern sind,&lt;br /&gt;
sondern Begriffe, die die Seele warm machen und das Herz&lt;br /&gt;
durchleuchten.|57|309f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Das war also das eine, was in der Seele des mittelalterlichen Scholastikers&lt;br /&gt;
lebte: ein konkret gestalteter [[Offenbarung]]sinhalt. Auf der&lt;br /&gt;
anderen Seite stand eine [[Vernunft]]erkenntnis, die auf die Natur ging,&lt;br /&gt;
die aber auch noch nicht so war, wie unsere heutige Naturerkenntnis.&lt;br /&gt;
Schlagen Sie, um sich das zu erhärten, nur einmal ein naturgeschichtliches&lt;br /&gt;
Buch, zum Beispiel von Albertus Magnus auf; da werden&lt;br /&gt;
Sie Naturobjekte, wie sie heute beschrieben werden, wohl auch&lt;br /&gt;
finden - sie sind allerdings anders beschrieben, als man sie heute beschreibt&lt;br /&gt;
-, aber neben dem finden Sie noch allerlei Elementar- und&lt;br /&gt;
Geistwesen. Da lebt in der Natur noch Geist, und es ist nicht so,&lt;br /&gt;
daß man nur den ganz trockenen sinnlichen Augenschein als Naturgeschichte&lt;br /&gt;
und Naturwissenschaft beschreibt. Diese zwei Dinge leben&lt;br /&gt;
also nebeneinander, ein Offenbarungsinhalt, demgegenüber man sich&lt;br /&gt;
die Erkenntnis verbietet, den man aber doch denkt, so daß der&lt;br /&gt;
menschliche Geist ihn immer noch in seinen Gedanken erlangt, und&lt;br /&gt;
ein Vernunfterkenntnis-Inhalt, der aber noch Geist hat, der jedoch&lt;br /&gt;
auch noch etwas hat, was man anschauen muß, wenn man es in&lt;br /&gt;
seiner Wirklichkeit vor sich haben will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Naturerkenntnis hat sich durchaus aus der mittelalterlichen&lt;br /&gt;
Scholastik herausentwickelt. Der eine Ast der Scholastik, die Vernunfterkenntnis, hat sich fortentwickelt und wurde zu der modernen&lt;br /&gt;
Naturanschauung.|213|183f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Sie können&lt;br /&gt;
nicht den &#039;&#039;Albertus Magnus&#039;&#039; verstehen, wenn Sie ihn lesen mit dem,&lt;br /&gt;
was heute der Mensch weiß. Sie müssen ihn lesen mit einer Art von&lt;br /&gt;
Wissen, daß solches Geistiges für ihn noch eine Realität war; dann&lt;br /&gt;
verstehen Sie erst, wie er die Worte gebraucht, wie er sich ausdrückt.|233a|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Bei den Scholastikern, Albertus Magnus, finden wir, was zugrunde&lt;br /&gt;
liegt den äußeren Wesenheiten. Der frühere Scholastiker unterscheidet&lt;br /&gt;
Universalien &#039;&#039;vor&#039;&#039; den Dingen, &#039;&#039;in&#039;&#039; den Dingen und &#039;&#039;nach&#039;&#039; den Dingen.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Albertus Magnus&#039;&#039; sagt darüber: Die Universalien &#039;&#039;vor&#039;&#039; dem Dinge&lt;br /&gt;
sind die Gedanken der göttlichen Wesenheiten. Da hat man die&lt;br /&gt;
Gattung. In die Dinge sind diese Gedanken eingeflossen. Tritt der&lt;br /&gt;
Mensch den Dingen gegenüber, so bildet er sich die Universalien&lt;br /&gt;
&#039;&#039;nach&#039;&#039; dem Dinge, was die Begriffsform ist. In dieser ganzen Beschreibung&lt;br /&gt;
der denkerischen Entwickelung ist nur von Sinnendingen die&lt;br /&gt;
Rede. Er identifiziert mit dem «Sinn» den äußeren Sinn. Alles andere,&lt;br /&gt;
was noch da ist, ist ihm Begriff. Der Gattungsbegriff ist ihm&lt;br /&gt;
nicht identisch mit Gattung. Das Ganze kommt daher, daß die Menschen&lt;br /&gt;
die alte Sehergabe verloren hatten, damit eine Philosophie&lt;br /&gt;
heraufkommen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein alter Weiser würde gar nicht verstanden haben, in dieser&lt;br /&gt;
Weise Unterschiede zu machen, weil er gesagt hätte: Mit der Sehergabe&lt;br /&gt;
kann man die Gattung wahrnehmen. - Erst als die Sehergabe&lt;br /&gt;
versiegt, kommt die eigentliche Wissenschaft heraus. Erst als&lt;br /&gt;
der Mensch sich selbst überlassen war, entstand die Notwendigkeit,&lt;br /&gt;
eine denkerische Kunst auszubilden. Unter dem Eindruck dieses&lt;br /&gt;
wichtigen Prinzips entstand die Scholastik. In alten Zeiten waren&lt;br /&gt;
dem Menschen die geistigen Welten noch zugänglich. Nun konnten&lt;br /&gt;
sich die Scholastiker erst recht auf Aristoteles berufen, denn&lt;br /&gt;
dieser sprach von der Sehergabe: Alte Berichte sagen uns, daß die&lt;br /&gt;
Gestirne Götter seien, aber der menschliche Intellekt kann darüber&lt;br /&gt;
nichts mehr ausmachen. Aber wir haben keinen Grund, das&lt;br /&gt;
zu bezweifeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scholastik setzte an die Stelle des Geschauten die Offenbarung.&lt;br /&gt;
Was Lehrgut sein sollte, setzte sie in das einmal inspirierte&lt;br /&gt;
Wort. Zunächst muß sich die Menschheit daran gewöhnen, die Gedankenlehre&lt;br /&gt;
an den äußeren Dingen auszubilden. Wo würde sie hinkommen,&lt;br /&gt;
wenn sie in alle möglichen übersinnlichen Dinge hineinschweifen&lt;br /&gt;
wollte? Das wollen wir uns versagen; wir wollen uns heranbilden&lt;br /&gt;
an den Dingen, die um uns herum sind. So sagt Thomas&lt;br /&gt;
von Aquino. Wenn uns die Gegenstände entgegentreten, sind sie&lt;br /&gt;
uns gegeben für die Sinne. Dann sind wir genötigt, uns Begriffe davon&lt;br /&gt;
zu bilden. Hinter den Dingen ruhen die göttlichen Mächte, an&lt;br /&gt;
die wir uns nicht heranwagen. Wir wollen uns von Ding zu Ding&lt;br /&gt;
schulen. Dann kommen wir, indem wir uns streng an das Sinnliche&lt;br /&gt;
halten, endlich zu höchsten Begriffen. Man hielt sich also an zweierlei:&lt;br /&gt;
an das geoffenbarte Lehrgut, das gegeben ist in den Schriften, an&lt;br /&gt;
die das Denken nicht herantritt. Es ist von den Sehern übernommen&lt;br /&gt;
worden. Man hielt sich ferner an das, was erarbeitet wird an der&lt;br /&gt;
sinnlichen Wirklichkeit. Damit reichen wir nur gerade heran an Bibel&lt;br /&gt;
und Offenbarung. Eine Zeitlang wird die höhere Welt dem&lt;br /&gt;
menschlichen Denken entzogen. Aber es wird kein endgültiger Verzicht&lt;br /&gt;
geleistet auf die übersinnlichen Welten. Wenn sich der Mensch&lt;br /&gt;
die sinnliche Welt erobert hat, kann er eine Vorahnung der übersinnlichen&lt;br /&gt;
Welten bekommen. Der Mensch kann frei werden vom&lt;br /&gt;
physischen Leib und unmittelbar Offenbarung haben. Aber erst soll&lt;br /&gt;
sich der Intellekt schulen. Wenn der Mensch an den Außendingen&lt;br /&gt;
Begriffe bildet, sind sie der Form nach abhängig von der menschlichen&lt;br /&gt;
Organisation, aber nicht dem Inhalte nach. In der scholastischen&lt;br /&gt;
Erkenntnistheorie wird niemals daran gedacht, daß etwas Unerkanntes&lt;br /&gt;
zurückbleiben kann. Das Objektive geht ein in die Erkenntnis;&lt;br /&gt;
nur die Form, wie Begriffe gebildet werden, hängt von der&lt;br /&gt;
Organisation des menschlichen Geistes ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese frühere Scholastik nennt man Realismus. Sie glaubte an die&lt;br /&gt;
Wirklichkeit des Inhaltes. Die Scholastik wurde dann nominalistisch.&lt;br /&gt;
Die Menschen haben den Zusammenhang mit der objektiven&lt;br /&gt;
äußeren Welt verloren. Sie sagten: Der Geist bildet sich Begriffe; sie&lt;br /&gt;
sind nichts Wirkliches.|126|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner gab auch Hinweise auf frühere Inkarnationen des Albertus Magnus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Und&lt;br /&gt;
nur hinweisen kann ich darauf, daß gerade eine solche Individualität&lt;br /&gt;
wie diejenige, die als Hypatia inkarniert war, die also mitbrachte die&lt;br /&gt;
Weisheit der orphischen Mysterien und sie persönlich auslebte, dann in&lt;br /&gt;
einer nachfolgenden Inkarnation berufen war, nun den umgekehrten&lt;br /&gt;
Weg einzuschlagen: alle persönliche Weisheit wiederum hinaufzutragen&lt;br /&gt;
zum Göttlich-Geistigen. Daher erscheint Hypatia ungefähr um die&lt;br /&gt;
Wende des 12. zum 13. Jahrhundert als ein bedeutender, umfassender,&lt;br /&gt;
universeller Geist der neueren Geschichte, der einen großen Einfluß hat&lt;br /&gt;
auf das, was Zusammenfassung des naturwissenschaftlichen und auch&lt;br /&gt;
des philosophischen Erkennens ist. So also sehen wir, wie hineindringen&lt;br /&gt;
in die aufeinanderfolgenden Inkarnationen der einzelnen Individualitäten&lt;br /&gt;
die historischen Mächte.|126|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einer Notitzbucheintragung Rudolf Steiners (Archiv-Nr. 523), die offenbar Reinkarnationen betrifft, geht hervor, welche Persönlichkeit hier gemeint ist, denn dort steht neben dem Namen der [[spätantike]]n [[Griechen|griechischen]]  [[Philosophie|Philosophin]],  [[Astronomie|Astronomin]] und [[Mathematikerin]] [[Hypatia]] * um [[Wikipedia:355|355]] in [[Alexandria]]; † März [[Wikipedia:415|415]] oder März [[Wikipedia:416|416]] in Alexandria) der von Albertus Magnus. Hypatia war in einem früheren Erdenleben in die [[Orphische Mysterien|orphischen Mysterien]] eingweiht, nachdem sie in noch früheren [[Inkarnation]]en schon Erfahrungen durch eine [[Kelten|keltische]] [[Geheimschulung]] gesammelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Es gab eine wunderbare&lt;br /&gt;
Persönlichkeit in den alten orphischen Mysterien; sie machte die Geheimnisse&lt;br /&gt;
dieser Mysterien durch; sie gehörte zu den allersympathischsten,&lt;br /&gt;
zu den allerinteressantesten Schülern der alten griechischen&lt;br /&gt;
orphischen Mysterien. Sie war gut vorbereitet, namentlich durch eine&lt;br /&gt;
gewisse keltische Geheimschulung, die sie in früheren Inkarnationen&lt;br /&gt;
durchgemacht hatte.|126|20f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Albertus Magnus, De Bono fol. 1r.jpg|mini|Der Anfang von Alberts Abhandlung „Über das Gute“ in der Handschrift Köln, Dombibliothek, Codex 1024]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albertus Magnus war [[Universalgelehrter]], zugleich [[Philosoph]], [[Jurist]], [[Naturwissenschaftler]], Theologe, [[Dominikaner]] und Bischof von Regensburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein großes, vielseitiges Wissen verschaffte ihm den Namen &#039;&#039;Magnus&#039;&#039; (der Große), den Titel [[Kirchenlehrer]] und den Ehrentitel &#039;&#039;[[doctor universalis]]&#039;&#039;. Er kannte die [[antike]] und zeitgenössische Fachliteratur und wollte das Wissen seiner Zeit vollständig erfassen und in Lehrbüchern darlegen. Die mehr als 70 Abhandlungen und Bücher ergäben heute etwa 22.000 Druckseiten. Das Albertus-Magnus-Institut arbeitet seit 1931 an einer kritischen Ausgabe seines Gesamtwerkes. Von der auf 41 Bände (mit unterschiedlicher Teilbandzahl) angelegten &#039;&#039;Editio Coloniensis&#039;&#039; lagen im Herbst 2017 32 Bände vor, was bezogen auf den Textumfang etwa der Hälfte der Ausgabe entspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://institutionen.erzbistum-koeln.de/albertus-magnus-institut/editio_coloniensis/ |titel=Albertus-Magnus-Institut: Editio Coloniensis |werk=institutionen.erzbistum-koeln.de |abruf=2019-08-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albertus Magnus hat als „einziger Theologe des Mittelalters sämtliche Quellen, die der großen Theologie dieser Zeit neue Wege, neue Einsichten eröffnet haben, kommentiert“,&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Auer: &#039;&#039;Albertus Magnus als Philosoph und Theologe.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg.&#039;&#039; Band 14, 1980, S.&amp;amp;nbsp;41-62, hier: S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; so angeblich alle Werke des antiken Philosophen [[Aristoteles]] und des [[Pseudo-Dionysius Areopagita|Dionysios Areopagita]].&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Senner: &#039;&#039;Alberts des Großen Verständnis von Theologie und Philosophie&#039;&#039; (= &#039;&#039;Lectio Albertina.&#039;&#039; 9). Münster 2009, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigste Folge seiner Arbeit ist die Begründung der christlichen [[Aristoteles|Aristotelik]], damit der Hoch[[scholastik]] und letztlich der modernen Naturwissenschaft. Er edierte, kommentierte und erweiterte die Werke des Aristoteles, die jetzt in lateinischer Übersetzung vorlagen, u.&amp;amp;nbsp;a. die &#039;&#039;Physica&#039;&#039;, &#039;&#039;[[De generatione et corruptione]]&#039;&#039; und die &#039;&#039;[[w:Meteora (Albertus Magnus)|Meteorologica]]&#039;&#039;. Bis zu Alberts Wirken waren die Werke von Aristoteles in der [[Christentum|christlichen Welt]] wegen ihres [[Heidentum|heidnischen]] Ursprungs umstritten. Albertus setzte sich auch auf kirchenpolitischer Ebene massiv für die Aufnahme der aristotelischen Werke in den Kanon christlicher Schulen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albertus Magnus hielt die [[Alchemie]] für diejenige der Künste, die der Natur am Nächsten kommt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martha Baldwin |Hrsg=Claus Priesner, Karin Figala |Titel=Albertus Magnus |Sammelwerk=Alchemie. Lexikon einer hermetischen Wissenschaft |Verlag=Beck |Datum=1998 |Seiten=20–22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele der angeblich von ihm stammenden Schriften zur Alchemie sind spätere Unterschiebungen. Sein für die Alchemie wichtigstes Werk ist &#039;&#039;De mineralibus&#039;&#039; (über Minerale). Er folgt Aristoteles in der Untersuchung formender Prinzipien in der Materie (zusammengesetzt aus den vier Elementen, die in unterschiedlicher Zusammensetzung deren Eigenschaften bestimmen) und unterscheidet oberflächliche Umwandlungen, die nur Eigenschaften wie Farbe und Gewicht ändern, von tatsächlichen Transmutationen. Nach Albertus Magnus oder Pseudo-Albertus Magnus&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa [[Joachim Telle]]: &#039;&#039;Zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Alchemia medica unter besondere Berücksichtigung von Joachim Tanck.&#039;&#039; In: [[Rudolf Schmitz (Pharmaziehistoriker)|Rudolf Schmitz]], Gundolf Keil (Hrsg.): &#039;&#039;Humanismus und Medizin.&#039;&#039; Acta humaniora, Weinheim 1984 (= &#039;&#039;Deutsche Forschungsgemeinschaft: Mitteilungen der Kommission für Humanismusforschung.&#039;&#039; Band 11), ISBN 3-527-17011-1, S. 139–157, hier: S. 144 f. mit Anm. 19 zu &#039;&#039;De mineralibus&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; kann der Alchemist unedle Metalle durch Säuberung in edlere Metalle umwandeln, was er mit Medikamenten in der Medizin vergleicht, die den Körper reinigen. Umwandlungen von Metallen (oberflächlicher und substanzieller Art) geschehen durch Einwirkung des Prinzips des Feuers (Wärme), astrologischen Einflüssen und der beiden metallbildenden Prinzipien Schwefel und Quecksilber, worin er der arabischen Lehre folgt. Gold herzustellen sei den Alchemisten allerdings noch nicht gelungen, ihm selbst sei in Versuchen noch nicht einmal die Herstellung wirklich feuerbeständiger Metalle gelungen. Seine Darstellung lässt Vertrautheit mit arabischer und antiker Literatur zur Alchemie erkennen. Er beschreibt detailliert chemische Verfahren wie Destillation (mit fortgeschrittenen Methoden wie Wasserbad), Sublimation, die Trennung von Gold und Silber mit [[Scheidewasser]] oder die Gewinnung von [[Arsenik]], sowie verschiedene Chemikalien z.&amp;amp;nbsp;B. Weingeist (Alkohol, als brennbare Flüssigkeit auf starkem Wein) und [[Weinstein]] (lat. &#039;&#039;tartratus, tatratum&#039;&#039;, dt. Niederschlag), [[Alaun]] und [[Vitriol]], also Mineralsäuren und deren Salze, verschiedene Metalle und Legierungen, Grünspan und anderes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Winfried R. Pötsch, Annelore Fischer, Wolfgang Müller |Titel=[[Lexikon bedeutender Chemiker]] |TitelErg=Unter Mitarbeit von Heinz Cassebaum |Verlag=Thun (Harri Deutsch) |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1989 |ISBN=3-8171-1055-3 |Seiten=11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings ist, wie erwähnt, bei einigen Schriften nicht klar, ob es nicht spätere Unterschiebungen sind. Beispielsweise wird [[Schwarzpulver]] im Werk &#039;&#039;De Mirabilis Mundi&#039;&#039; erwähnt und folgt dort dem Rezept im [[w:Liber Ignium|Liber Ignium]], die Zuschreibung an Albertus Magnus wird aber allgemein bezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=James Riddick Partington |Titel=A history of Greek Fire and Gunpowder |Verlag=Johns Hopkins University Press |Ort=Baltimore |Datum=1999 |ISBN=0-8018-5954-9 |Seiten=XXIV |Sprache=en |Kommentar=Bert S. Hall widerspricht im Vorwort der Darstellung von Partington, der seiner Ansicht nach zu unkritisch Albertus Magnus untergeschobene Schriften als genuin akzeptierte}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus gelten einige seiner naturwissenschaftlichen Arbeiten im jeweiligen Wissenschaftssektor als bahnbrechend: So die erste ausführliche Darstellung der mitteleuropäischen [[Flora]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jerry Stannard |Titel=Identification of the plants, described by Albertus Magnus, &#039;De vegetabilibus&#039;, lib. VI |Sammelwerk=Res publica Litterarum |Band=1 |Datum=1979 |Seiten=281–318 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Meyer, [[Carl Jessen]] (Hrsg.): &#039;&#039;Alberti Magni ‚De vegetabilibus libri VII‘.&#039;&#039; Berlin 1867.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jerry Stannard |Hrsg=James A. Weisheipl |Titel=Albertus Magnus and medieval herbalism |Sammelwerk=Albertus Magnus and the sciences: commemorative essays |Verlag=Pontifical Institute of Mediaeval Studies |Ort=Toronto |Datum=1980 |ISBN=0-88844-049-9 |Seiten=355–377 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Fauna]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinrich Balss |Titel=Die Tausendfüßler, Insekten und Spinnen bei Albertus Magnus |Sammelwerk=Sudhoffs Archiv |Band=38 |Nummer=4 |Verlag=Franz Steiner Verlag |Datum=1954 |Seiten=303–322 |JSTOR=20774282}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, seine geografischen Beschreibungen, sowie sein [[Anthropologie|anthropologisches]] Werk &#039;&#039;[[w:De homine (Albertus Magnus)|De homine]]&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Henryk Anzulewicz, Joachim R. Söder: &#039;&#039;Alberti Magni, Ordinis fratrum praedicatorum, De homine.&#039;&#039; Aschendorff 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Seine Arbeiten zur Gesteinskunde stellen den ersten Versuch dar, eine vollständige Systematik für Mineralien zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Versuch, das naturphilosophische Denken des Aristoteles mit dem christlichen Glauben zu vereinbaren, arbeitete er das gesamte Wissen seiner Zeit aus Theologie, Philosophie, Medizin und Naturwissenschaften durch, ohne es jedoch in einer [[Klassifikation|Systematik]] geschlossen darzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Insgesamt 477 durchnummerierte Arten von Tieren sind in seinem Sammelwerk &#039;&#039;De animalibus&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Albertus Magnus |Hrsg=Hermann Stadler |Titel=De animalibus libri XXVI |TitelErg=nach der Cölner Urschrift. 2 Bände 1916–1920 (1921) |Reihe=Beiträge zur Geschichte der Philosophie des Mittelalters, Band 15–16 |Ort=Münster |Datum=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aufgeführt, und zwar 113 Vierfüßler, 114 fliegende, 140 schwimmende und 61 kriechende Tiere sowie 49 Würmer. Unter Berufung auf Aristoteles erklärt der Autor, auch die niedrigsten Tiere verdienen, dass man sie erforsche, müsse man doch ihre Formenvielfalt studieren, um so den Künstler zu preisen, der sie erschaffen habe, weil sich nämlich in der Kunst des Schöpfers seine Art zu schaffen offenbare.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Colin Eisler |Titel=Dürers Arche Noah. Tiere und Fabelwesen im Werk von Albrecht Dürer |Verlag=Droemer Knaur |Ort=München |Datum=1996 |ISBN=3-426-26905-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Albertitafel Tirol um 1750 ÖMV.jpg|mini|hochkant|Die „Albertitafel“, Tirol um 1750, stellt in volkstümlicher Weise dar, wie sich Albertus die neun Punkte zur Führung eines gottgefälligen Lebens offenbaren.]]&lt;br /&gt;
Nach seinem Tod wurde Albert zu einer Gestalt der Legende.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willehad Paul Eckert |Hrsg=Albert Zimmermann |Titel=Albert-Legenden |Sammelwerk=Albert der Grosse: seine Zeit, sein Werk, seine Wirkung |Reihe=Miscellanea Mediaevalia. Veröffentlichungen des Thomas-Instituts der Universität Köln |Band=14 |Verlag=Walter de Gruyter |Ort=Berlin / New York |Datum=1981 |ISBN=3-11-008602-6 |Seiten=1–23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Anknüpfend an seine Gelehrsamkeit und seine Beschäftigung mit Magie&amp;lt;ref&amp;gt;Sein Schüler Ulrich von Straßburg nannte ihn &#039;&#039;in rebus magicis expertus&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Alchemie wurden allerlei umlaufende Märchen- und Sagenmotive aufgegriffen und mit seiner Vita verbunden, wie etwa in dem Meisterlied &#039;&#039;Albertus Magnus und die Tochter des Königs von Frankreich&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Frieder Schanze |Hrsg=Kurt Ruh |Titel=Albertus Magnus und die Tochter des Königs von Frankreich |Sammelwerk=Die deutsche Literatur des Mittelalters. [[Verfasserlexikon]] |Reihe=Veröffentlichungen der Kommission für Deutsche Literatur des Mittelalters der Bayerischen Akademie der Wissenschaften |Band=I |Auflage=2 |Verlag=Walter de Gruyter |Ort=Berlin |Datum=1978 |ISBN=3-11-007264-5 |Spalten=123 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aus dem 15. Jahrhundert. Nach einer anderen Legende hatte Albert eine „redende Bildsäule“ geschaffen, die sein Schüler Thomas von Aquin zerstörte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heribert Christian Scheeben |Titel=Albertus Magnus |Verlag=Bachem |Ort=Köln |Datum=1955 |Seiten=202–204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Geschichte ist in dem Sinne sinnbildlich wahr, dass Alberts Denken in der Folgezeit ohne großen Einfluss war und dass stattdessen Thomas von Aquin weite Beachtung fand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Die erste Biografie zu Albertus Magnus verfasste 1486 [[w:Petrus de Prussia|Petrus de Prussia]], der damit der Kanonisierung zuarbeiten wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Petrus de Prussia: &#039;&#039;Vita et legenda Alberti Magni.&#039;&#039; Johannes Guldenschaiff, Köln 1486/87; zu Petrus de Prussia siehe Paulus de Loe: &#039;&#039;De vita et scriptis b. Alberti Magni.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Analecta Bollandiana. Société des Bollandistes.&#039;&#039; Band 19, 1900, S. 268–271, Nr. 49 ([https://archive.org/stream/AnalectaBollandiana1900a/Analecta_Bollandiana_19#page/n273/mode/2up Digitalisat]); {{LexMA|6|1982|1983|Petrus de Prussia, Biograph (15. Jh.)|Jan Prelog}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da Albert 1622 selig- und erst 1931 heiliggesprochen wurde,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Elias H. Füllenbach: &#039;&#039;The Canonization of Albert the Great in 1931.&#039;&#039; In: Viliam S. Doci, Gianni Festa (Hrsg.): &#039;&#039;Fra trionfi e sconfitte. „Politica della santità“ dell’Ordine dei predicatori.&#039;&#039; Rom 2021 (= &#039;&#039;Dissertationes Historicae.&#039;&#039; Band 39), S. 131–147.&amp;lt;/ref&amp;gt; waren Albertusbilder nicht zu früh von offizieller katholischer Seite auf bestimmte Darstellungstypen festgelegt. Darum konnte sich eine motivische Vielfalt entwickeln, die auch manche Legenden mit einbezog. So findet sich auf einigen unter den sogenannten „Alberti-Tafeln“ (auch &#039;&#039;Albertibildern&#039;&#039;), die es vor allem in Süddeutschland gibt, die Darstellung eines legendären Hostienwunders, wonach Albert die heilige [[Hostie]] gezwungen habe, ihm Geheimes mitzuteilen. Weil Albert im Unterschied zu anderen [[Hostienwunder]]-Legenden dabei Zwang ausübt, erscheint er gewissermaßen in der Rolle eines beschwörenden Magiers.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Genoveva Nitz: &#039;&#039;Albertus Magnus in der Volkskunst.&#039;&#039; Die Alberti-Tafeln, Schnell &amp;amp; Steiner, München/Zürich 1980.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sich der Dominikanerorden seit 1278&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa [[Kurt Flasch]]: &#039;&#039;Meister Eckhart. Die Geburt der „Deutschen Mystik“ aus dem Geist der arabischen Philosophie.&#039;&#039; C. H. Beck, München 2006, S. 37 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; zunehmend auf die Lehre des Thomas von Aquin festlegte, hat Alberts Denken meist keinen gleichermaßen bedeutenden direkten Einfluss gehabt. An der alten Kölner Universität gab es im fünfzehnten Jahrhundert eine Albertistenschule, die aber mit der Philosophie Alberts nicht sehr viel zu tun hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem auf [[w:Carl von Prantl|Carl von Prantl]] (1820–1888) zurückgehenden philosophiehistorischen Topos soll Albert nur ein Polyhistor gewesen sein, der in seinen Werken rohe und unverdaute Materialien zusammenstellte. Wegen der Kanonisierung des Thomas von Aquin wurde das theologische Werk Alberts sehr rasch beiseitegeschoben und stattdessen die naturwissenschaftlichen Interessen Alberts betont. Die Neubewertung seiner philosophischen Stellung geht erst auf die letzten Jahre zurück und ist noch nicht abgeschlossen. Insbesondere die eigentliche philosophisch bedeutsame Fortwirkung Alberts bei den deutschen Dominikanern des 13. und 14. Jahrhunderts wird erst seit einigen Jahrzehnten erkannt (Loris Sturlese, Alain de Libera). An einige [[Neuplatonismus|neuplatonische]], [[Avicenna|avicennische]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ingrid Craemer-Ruegenberg: &#039;&#039;Albertus Magnus.&#039;&#039; 1980, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; und zum Teil auch [[Averroismus|averroistische]] Motive seines Denkens schlossen sich [[w:Dietrich von Freiberg|Dietrich von Freiberg]], [[w:Berthold von Moosburg (Dominikaner)|Berthold von Moosburg]], [[w:Ulrich von Straßburg|Ulrich von Straßburg]] und [[Meister Eckhart]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Albertus Magnus}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Albertus Magnus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Über Philosophie, Geschichte und Literatur&#039;&#039;, [[GA 51]] (1983), ISBN 3-7274-0510-4 {{Vorträge|051}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Wo und wie findet man den Geist?&#039;&#039;, [[GA 57]] (1984), ISBN 3-7274-0570-8 {{Vorträge|057}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Beantwortung von Welt- und Lebensfragen durch Anthroposophie&#039;&#039;, [[GA 108]] (1986), ISBN 3-7274-1081-7 {{Vorträge|108}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Okkulte Geschichte&#039;&#039;, [[GA 126]] (1992), ISBN 3-7274-1261-5 {{Vorträge|126}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Menschenfragen und Weltenantworten&#039;&#039;, [[GA 213]] (1987), ISBN 3-7274-2130-4 {{Vorträge|213}}&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Mysterienstätten des Mittelalters&#039;&#039;, [[GA 233a]] (1991), ISBN 3-7274-2335-8 {{Vorträge|233a}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Scriptor:Albertus Magnus|Albertus Magnus|lang=la}}&lt;br /&gt;
{{Commons}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118637649}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Werke&lt;br /&gt;
* [http://www.arts.uwaterloo.ca/~albertus/ Alberti Magni E-Corpus] (Ausgabe Borgnet, fast vollständig als Faksimiles und teils auch direkt lesbar, nebst [http://watarts.uwaterloo.ca/cgi-bin/cgiwrap/albertus/webAlbertus.cgi Suchfunktion])&lt;br /&gt;
* [http://www26.us.archive.org/search.php?query=creator%3A%22Borgnet%2C+Auguste%22 Digitalisate] der Ausgabe Borgnet bei [[Wikipedia:archive.org|archive.org]]&lt;br /&gt;
* [https://opacplus.bsb-muenchen.de/InfoGuideClient/search.do?methodToCall=volumeSearch&amp;amp;dbIdentifier=-1&amp;amp;forward=success&amp;amp;catKey=6123504&amp;amp;periodical=N Digitalisate] der Ausgabe Jammy (BSB)&lt;br /&gt;
* [http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/kesmark/albertuscompendium/ Albertus Magnus: &#039;&#039;Compendium theologicae veritatis&#039;&#039;], Digitalisat, Universitätsbibliothek Bielefeld&lt;br /&gt;
* [http://www.farlang.com/gemstones/magnus-virtue-stones/page_001 Albertus Magnus: Virtue of Herbs, Stones (Edelsteine) and Certain Beasts]&lt;br /&gt;
* [http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpg467/0263 Albertus Magnus: Alchimia], Handschrift Heidelberg, UB, Cod. Pal. gern 467&lt;br /&gt;
* [http://hiphi.ubbcluj.ro/fam/texte/albert_magnus/quindecim.htm De quindecim problematibus]&lt;br /&gt;
* [http://fondosdigitales.us.es/fondos/autores/3730/ Werke] (Faksimiles) bei der Biblioteca de la Universidad de Sevilla&lt;br /&gt;
* [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:2-146221/Neuer Albertus Magnus: &#039;&#039;von Weibern und Geburthen der Kinder&#039;&#039; 1678.] Digitale Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophie und Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemäßigter Universalienrealist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Metaphysiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Scholastiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenlehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universalgelehrter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph des Unbewussten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hobbymathematiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heiliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dominikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katholischer Theologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturforscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aristoteliker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Substanzontologe nach Aristoteles]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die acht Universalienweisen des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Katholische Theologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wesensmetaphysiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vierzehn Nothelfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor (Philosophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Albertus Magnus|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1280]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christlicher Mystiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aristoteliker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mystiker]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Hathor_(%C3%84gyptische_Mythologie)&amp;diff=621745</id>
		<title>Hathor (Ägyptische Mythologie)</title>
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		<updated>2025-04-20T05:41:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Text mit integrierter Hieroglyphe formatiert, Linkbefehle gekürzt und Ziel Vorlage Wikipedia korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ägyptische Gottheit&lt;br /&gt;
|TITEL = Hathor&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM = &amp;lt;hiero&amp;gt;O10&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;C9&amp;lt;/hiero&amp;gt;   &lt;br /&gt;
|NAME-ERWEITERT = oder ausgeschrieben&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;O6-X1:O1-D2:D21-X1:H8-C9&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Hathor&amp;lt;br /&amp;gt;(Hat Hor)&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;Ḥwt Ḥr&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;Mutterschoß des [[Horus]]&#039;&#039; &amp;lt;ref name=S1&amp;gt;[[Wikipedia:Kurt Sethe|Kurt Sethe]]: &#039;&#039;Beiträge zur ältesten Geschichte Ägyptens, Bd. 3&#039;&#039;. Olms, Hildesheim 1964 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1905), § 145.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME-ERKLÄRUNG = &lt;br /&gt;
|BILD1 = Egypt.Hathor.jpg&lt;br /&gt;
|BILD1-BREITE = 150px&lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG = Hathor mit Kuhgehörn und Sonnenscheibe&lt;br /&gt;
|BILD2 = Menkaura.jpg&lt;br /&gt;
|BILD2-BREITE = 150px&lt;br /&gt;
|BILD2-BESCHREIBUNG = Hathor mit Sonnenscheibe sowie Kuhgehörn&amp;lt;br /&amp;gt;und Hathor als Bat-Verkörperung &lt;br /&gt;
|BILD3 = Hathor cow.svg&lt;br /&gt;
|BILD3-BREITE = 150px&lt;br /&gt;
|BILD3-BESCHREIBUNG = Hathor als Kuh&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hathor&#039;&#039;&#039; ist eine Göttin in der [[Ägyptische Mythologie|ägyptischen Mythologie]]. In ihren Anfängen nahm sie noch den Rang einer Lokalgöttin ein und fungierte dort in ihrer kuhgestaltigen Erscheinungsform.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Bonnet: &#039;&#039;Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte.&#039;&#039; Hamburg 2000, S. 277.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im weiteren Verlauf stieg Hathor zur Himmelsgöttin des Westens auf und wurde zu einer allumfassenden Muttergottheit. Sie war aber auch Totengöttin und [[Göttin]] der [[Liebe]], des Friedens, der Schönheit, des Tanzes, der Kunst und der Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name und Darstellung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hathor-Meyers.png|mini|hochkant=0.5|links|Hathor - Meyers Konversationslexikon 1888]]&lt;br /&gt;
Spätestens seit der [[w:1. Dynastie|1. Dynastie]] ist Hathor unter [[w:Narmer|Narmer]] als kuhgestaltige Göttin  belegt. Auf einem [[w:Elfenbein|Elfenbein]]täfelchen aus dem Grab des [[w:Djer|Djer]] in [[w:Umm el-Qaab|Umm el-Qaab]] bei [[w:Abydos (Ägypten)|Abydos]] ist sie als liegende Kuh vor dem [[w:Serech|Serech]] als „Hathor in den Sümpfen von König Djers [[w:Buto (Altes Ägypten)|Stadt Dep]]“ zu sehen. Ihre [[w:Ikonografie|ikonografische]] Darstellung unterscheidet sich nur wenig von der älteren Himmelsgöttin [[Bat (Ägyptische Mythologie)|Bat]]. Abbildungen auf Gefäßbruchstücken belegen im Aussehen der Göttin Hathor nur einen kleinen Unterschied zu Bat, da die Hörnerspitzen der Hathor im Gegensatz zu Bat nach außen verlaufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Statuengruppe des [[w:Mykerinos|Mykerinos]] aus der [[w:4. Dynastie|4. Dynastie]] ist Hathor an der linken Seite von Mykerinos mit dem Bat-Emblem abgebildet, während Hathor an seiner rechten Seite in ihrer Eigenschaft als Personifikation des [[w:Gau (Ägypten)#Oberägyptische Gaue|siebten oberägyptischen Gaus]] auftritt. Gut erkennbar ist das Gehörn der Hathor mit der dazwischen liegenden [[Sonnenscheibe]], das einen leichten Schwung nach außen aufweist, während das Bat-Emblem die nach innen geneigte Hörnerwindung der Bat zeigt. Der Hintergrund einer abweichenden Gehörnform ist wahrscheinlich in zwei verschiedenen [[w:Hornträger|Bovidenarten]] zu sehen. Ab der [[w:11. Dynastie|11. Dynastie]] verschmolz die Göttin Bat vollständig mit Hathor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr Name bedeutet „Haus des Hor“ beziehungsweise „Haus des [[Horus]]“, wobei sich der Namensbestandteil „Haus“ von der Bedeutung „Mutterschoß“ ableitet, der Horus umgibt. Das Ideogramm stellt daher meist einen Horusfalken im „Mutterschoß“ dar. Als spätere Gemahlin des [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] und Mutter des Horus bildete sie den umschließenden Mutterleib, aus welchem Horus als ihr Sohn entsprang.&amp;lt;ref name=S1 /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:7px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|Die Darstellung der Göttin Hathor ist vielfältig: Neben ihrer Erscheinungsform als stehende Frau mit Kuhgehörn und dazwischenliegender Sonnenscheibe ist sie auch vollständig als Kuh oder als kuhköpfige Frau abgebildet. In Verbindung mit einem [[Ägyptische Mythologie|Mythos]] um die Göttin [[w:Sachmet|Sachmet]] erscheint sie löwen- oder schlangenköpfig sowie als Gebieterin des Westens mit der zugehörigen [[Ägyptische Hieroglyphen|Hieroglyphe]] „Westen“ &amp;lt;span class=&amp;quot;hiero&amp;quot; style=&amp;quot;vertical-align:top;height:39px;display:inline-block;overflow:clip;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;hiero&amp;gt;R14&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt; oder sogar als Nilpferd.&lt;br /&gt;
|}&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Alten Reich wird sie auch oft als das &#039;&#039;Gold&#039;&#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Ermann, H. Grapow: &#039;&#039;Wörterbuch der ägyptischen Sprache&#039;&#039;, Band II, 239, II&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythologische Verbindung zum Sonnengott Re ==&lt;br /&gt;
Ihre [[Mythologie|mythologischen]] Anfänge mit Re werden wie folgt beschrieben: Re öffnet im Inneren des [[w:Lotos (Altes Ägypten)|Lotos]] seine Augen in dem Moment, in dem er das [[Urchaos]] verließ. In seinen Augen bildete sich eine Flüssigkeit, die zu Boden fiel: Sie verwandelte sich in eine schöne Frau, der man den Namen „Gold der Götter, Hathor die Große, Herrin von [[w:Dendera|Dendera]]“ gab. In einem Mythos verwahrt Hathor über Nacht Re in ihrem Leib und gebärt ihn jeden Morgen neu.&amp;lt;ref&amp;gt;F. Atiya, Abeer el-Shahawy: &#039;&#039;Das Ägyptische Museum von Kairo. ...&#039;&#039; Gizeh 2005, S. 173, rechte Spalte, 11. Z.&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;u.&amp;lt;/ref&amp;gt; In anderen Mythen ist Hathor das Auge des Re selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Neuen Reich wird Re entsprechend mit dem [[Epitheton]] [[w:Kamutef|Kamutef]] als „Stier seiner Mutter“ genannt, der sich „durch Hathor selbst zeugte“. Damit repräsentiert Hathor das weibliche Element des göttlichen Königtums und ermöglicht so die zyklische [[Reinkarnation|Wiedergeburt]] des Königs als ursprünglich herrschender [[Horus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Lana Troy: &#039;&#039;Patterns of queenship in ancient Egyptian myth and history&#039;&#039;. Almqvist &amp;amp; Wiksell International, Stockholm 1986, ISBN 91-554-1919-4, S.&amp;amp;nbsp;21–22&amp;amp;nbsp;und&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;54–59.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mythos „Die Vernichtung der Menschheit“ ist Re über die Schlechtigkeit der Menschen enttäuscht und schickt [[w:Sachmet|Sachmet]], um die bösen Menschen zu töten. Sachmet verfällt jedoch in einen Blutrausch und tötet immer mehr Menschen. Durch einen Plan des [[Thot]] wird Sachmet betrunken gemacht, um sie aufzuhalten und während sie schläft, verwandelt Re sie in Hathor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung und Kult ==&lt;br /&gt;
Als eine der ältesten altägyptischen Göttinnen trat sie später einige ihrer [[Symbol]]e und Funktionen an die jüngere [[Isis]] ab. Ihre enge Verbindung zu Isis besteht in den Gemeinsamkeiten als Mutter- und als Totengöttin. Seit dem [[w:Neues Reich|Neuen Reich]] ist Hathor nur noch durch die hieroglyphische Beischrift von Isis zu unterscheiden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hatschepsut-Tempel 16.JPG|mini|links|hochkant|Hathor als Kuh im [[w:Totentempel der Hatschepsut|Totentempel der Hatschepsut]] von [[w:Deir el-Bahari|Deir el-Bahari]]]]&lt;br /&gt;
In ihren zahlreichen Funktionen galt sie auch als Beschützerin des Landes am [[Nil]], der Fremden, der Bergleute (beispielsweise in den [[Wikipedia:Pharao|königlichen]] Kupfer- und [[w:Türkis (Mineral)|Türkisminen]] auf dem [[w:Sinai-Halbinsel|Sinai]]), aller weiblichen Wesen und als Behüterin der Toten. Sie wurde auch als die Gemahlin des Horus angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:La tombe de Horemheb (KV.57) (Vallée des Rois Thèbes ouest) -3.jpg|mini|Hathor-Darstellung im Grab des [[Wikipedia:Haremhab|Haremhab]]]]&lt;br /&gt;
Der Göttin Hathor wurde unter anderem &#039;&#039;jrp&#039;&#039; (irep) –&amp;amp;nbsp;Wein in Krügen&amp;amp;nbsp;– geopfert, galt doch dieses [[Ethanol|alkoholische]] Getränk als Symbol des [[Blut]]es und der Kraft der Wiederauferstehung nach dem Tode. So wurde Hathor auch „Herrin der Trunkenheit“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;F. Atiya, Abeer el-Shahawy: &#039;&#039;Das Ägyptische Museum von Kairo. ...&#039;&#039; Gizeh 2005, S. 135, 12. Z.&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;u.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hathor wurde an vielen Orten im [[Altes Ägypten|Alten Ägypten]] verehrt, darunter in [[w:Theben (Ägypten)|Theben]], [[w:Memphis (Ägypten)|Memphis]], [[w:Sais|Sais]] und [[w:Abu Simbel|Abu Simbel]], wobei Dendera seit dem [[Wikipedia:Altes Reich (Ägypten)|Alten Reich]] als ihr Hauptkultort gilt. Aber auch im Ausland fand die Göttin Verehrung: in [[w:Byblos|Byblos]], [[w:Libanon|Libanon]] und [[w:Timna (Israel)|Timna]].&amp;lt;ref&amp;gt;Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten&#039;&#039;. 2. erweiterte und verbesserte Auflage, R. Felde Eigenverlag, Wiesbaden 1995, S.&amp;amp;nbsp;22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[w:Behedeti|Horus von Edfu]] und den Söhnen [[w:Ihi|Ihi]] (Sistrumgott) und [[w:Semataui|Harsomtus]] (Vereiniger der beiden Länder) bildet Hathor in Dendera eine Familie. In Theben gehörte sie zur dortigen Götterneunheit. In [[w:Kom Ombo|Kom Ombo]] bildete Hathor mit [[w:Sobek (ägyptische Mythologie)|Sobek]] und ihrem Sohn [[w:Chons|Chons]] eine [[Trias (Religion)|Triade]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Interpretatio Graeca|Interpretatio Graeca]] wurde Hathor mit [[Aphrodite]] identifiziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Drexler: &#039;&#039;Hathor&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie.&#039;&#039; Leipzig 1890, S. 1862.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hathorsäule ==&lt;br /&gt;
[[Datei:DenderaTempleHypostyleHallHathor.jpg|mini|hochkant|[[w:Hathorsäule|Hathorsäule]] im [[Wikipedia:Tempel von Dendera|Tempel von Dendera]]]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Hathorsäule|Hathorsäule]], welche auch Sistrumsäule genannt wird, ist eine trommelförmige [[w:Säule|Säule]] mit einem Hathor[[w:kapitell|kapitell]] bei dem an allen vier Seiten das Gesicht der Göttin Hathor gezeigt wird und einem blockförmigen Aufsatz ([[Wikipedia:Sistrum|Sistrum]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tempel der Hathor ===&lt;br /&gt;
Dieser Göttin war, ebenso wie der [[w:Tempel von Dendera|Tempel von Dendera]], der von [[w:Ramses II.|Ramses II.]] für seine Frau [[w:Nefertari (19. Dynastie)|Nefertari]] erbaute [[w:Tempel von Abu Simbel#Kleiner Tempel|zweite Tempel von Abu Simbel]] geweiht. Auch der kleine [[w:Tempel von Deir el-Medina|Tempel von Deir el-Medina]] war hauptsächlich Hathor gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Priesterinnen der Hathor wurden „[[w:Hathore|Hathore]]“ genannt. Hathoren waren Tänzerinnen, Sängerinnen und Musikerinnen und dieser Begriff bezeichnete später weissagende Frauen und Prophetinnen. Beispielsweise diente auch dem Pharao [[w:Cheops|Cheops]] eine Hathore als persönliche [[Prophet]]in, die Hathor- und [[w:Neith (Ägyptische Mythologie)|Neith]]-Priesterin [[w:Hetepheres|Hetepheres]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[w:Hathor-Fest|Hathor-Fest]]&lt;br /&gt;
* [[w:Liste ägyptischer Götter|Liste ägyptischer Götter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[w:Hans Bonnet (Ägyptologe)|Hans Bonnet]]: &#039;&#039;Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte.&#039;&#039; 3., unveränderte Auflage, Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6, S. 277–282.&lt;br /&gt;
* [[w:Wilhelm Drexler|Wilhelm Drexler]]: &#039;&#039;Hathor.&#039;&#039; In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): &#039;&#039;Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie.&#039;&#039; Band 1,2, Teubner, Leipzig 1890, Spalte 1850–1869 ([http://www.archive.org/stream/ausfhrlichesle0102rosc#page/n208/mode/1up Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* [[w:Adolf Erman|Adolf Erman]]: &#039;&#039;Die Aegyptische Religion.&#039;&#039; Reimer, Berlin 1909.&lt;br /&gt;
* [[w:Joe Heydecker]]: &#039;&#039;Die Schwestern der Venus, Die Frau in den Mythen und Religionen.&#039;&#039; Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07824-1.&lt;br /&gt;
* [[w:Erik Hornung|Erik Hornung]]: &#039;&#039;Der eine und die Vielen: ägyptische Gottesvorstellungen.&#039;&#039; 5. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-05051-7.&lt;br /&gt;
* Farid Atiya, Abeer el-Shahawy: &#039;&#039;Das Ägyptische Museum von Kairo. Ein Streifzug durch das Alte Ägypten.&#039;&#039; Farid Atiya Press, [[Wikipedia:Gizeh|Gizeh]] 2005 (Übersetzung aus dem Englischen: Evelyn Posch), ohne ISBN.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Hathor|Hathor}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119219646|VIAF=74658284}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ägyptische Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ägyptische Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weibliche Gottheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Hathor}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Nut_(%C3%84gyptische_Mythologie)&amp;diff=621744</id>
		<title>Nut (Ägyptische Mythologie)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Nut_(%C3%84gyptische_Mythologie)&amp;diff=621744"/>
		<updated>2025-04-20T05:15:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Einige kleine Korrekturen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ägyptische Gottheit&lt;br /&gt;
|TITEL = Nut&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM = &amp;lt;hiero&amp;gt;N1&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME-ERWEITERT = ausgeschrieben&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;W24*X1:N1&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME-ERKLÄRUNG = &#039;&#039;nwt&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|NAME-MIT-DETERMINATIV = ja&lt;br /&gt;
|BILD1 = Goddess nut.jpg&lt;br /&gt;
|BILD1-BREITE = 300px&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nut&#039;&#039;&#039; ist in der [[Ägyptische Mythologie|ägyptischen Mythologie]] die [[Göttin]] des Himmels. Sie symbolisiert das [[Firmament]] und wurde als die Mutter der [[Gestirn]]e angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythen ==&lt;br /&gt;
Die Göttin Nut ist als eine der Urgöttinnen Teil des [[Schöpfung]]smythos der [[Neunheit von Heliopolis]]. Nach dem heliopolitanischen Schöpfungsmythos ist sie die Tochter des [[Schu]], des Gottes der Luft, und der [[Tefnut]], der Göttin der Feuchtigkeit, und die Enkelin des Sonnengottes [[Atum]]. Zusammen mit ihrem Gemahl [[Geb (Ägyptische Mythologie)|Geb]], dem Gott der Erde, zeugte sie die Gottheiten [[Osiris]], [[Isis (Ägyptische Mythologie)|Isis]], [[Seth (Ägyptische Mythologie)|Seth]] und [[Nephthys (Ägyptische Mythologie)|Nephtys]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der altägyptischen Mythologie gilt Nut neben Isis auch als „Mutter des [[Horus]]“, da Isis bereits im Mutterleib der Nut durch die Begattung von Osiris schwanger wurde. Im [[Wikipedia:Nutbuch|Nutbuch]] wird sie dagegen als Mutter des [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] und Gemahlin des Osiris beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:{| class=&amp;quot;prettytable&amp;quot; style=&amp;quot;width: 100%; border: 2px solid gray;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- {{Ägyptologie TblHighlight}}&lt;br /&gt;
! Auszüge aus der Sethos-Schrift&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Die Majestät (Re) dieses Gottes geht aus ihrem Hinterteil hervor, am Osthorizont. So begibt er sich zur Erde, erschienen und geboren. So öffnet er die Schenkel seiner Mutter Nut. So entfernt sich Re zum Himmel. So entsteht Re, wie er zum ersten Mal entstand auf der Erde beim ersten Mal. Er öffnet seine [[Fruchtblase]] und schwimmt in seiner Röte. Er reinigt sich in den Armen seines Vaters Osiris. So lebt auch Osiris, nachdem sich Re bei ihm platziert hat. So entsteht die [[Morgenröte]]. So ist er wirksam in den Armen seines Vaters Osiris im Osten. So wird seine Gestalt groß, wenn er (Re) zum Himmel aufsteigt.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darstellung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Goddess Nut 1.JPG|thumb|Himmelsgöttin Nut (Morgen) im Grab von Ramses VI.]] &lt;br /&gt;
Nut wird zumeist in menschlicher Gestalt abgebildet. Eine der häufigsten Darstellungen zeigt die nackte Göttin von der Seite, wie sie sich mit bogenartig gewölbten Leib über den Erdgott [[Geb (Ägyptische Mythologie)|Geb]] wölbt und mit ihren ausgestreckten Armen und Beinen den Horizont berührt. Manchmal wird sie dabei von ihrem Vater, dem Luftgott [[Schu]] gestützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wurde sie an der Innenseite von [[Sarkophag]]en von vorne gezeigt, häufig beim Verschlucken oder Gebären der Sonne. Das Abbild wurde an der Unterseite des Deckels angebracht, um eine Art Vereinigung mit dem Verstorbenen zu erzielen. Der Sarg stellte dabei den Körper der Nut dar, die den Toten aufnahm, um ihn dann wieder zu gebären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nut wurde teilweise auch als &#039;&#039;Himmelskuh&#039;&#039; abgebildet, wobei die vier Hufe die Himmelsrichtungen symbolisierten, oder als Sau mit ihren Ferkeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nut als Himmelsgöttin ==&lt;br /&gt;
Nut erfüllte eine wichtige Funktion in der ägyptischen [[Kosmogonie]]. Sie stellte den Himmel dar; ihr Lachen war der Donner und ihre Tränen der Regen. Der Körper der Nut symbolisierte das Himmelsgewölbe, er trennte die Erde von der sie umgebenden Urflut. Nach mythologischer Vorstellung spannte sich Nuts Körper schützend über die Erde; ihre Gliedmaßen, die den Boden berühren sollten, symbolisierten die vier Himmelsrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich galt sie als die Mutter der [[Gestirn]]e. Man glaubte, dass die Sonne abends in ihrem Mund verschwinde, um des Nachts durch ihren Körper zu reisen und morgens in ihrem Schoß im Osten wieder zu erscheinen. Im ewigen Kreislauf durchwanderten des Tages ebenfalls die Sterne ihren Körper. Diese Metaphorik ist der Ursprung für die Bezeichnung von Nut als „Sau, die ihre Ferkel frisst“. Trotz dieses Beinamens wurde die Göttin als sehr positiv angesehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mythos der Geburt ihrer Kinder wurde von dem griechischen Schriftsteller [[Plutarch]] dokumentiert: Der Sonnengott [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] habe Nut um ihre ewige Position am Himmel beneidet und befürchtete, dass diese ihm seine Macht streitig machen könnte. Er verfluchte sie aus diesem Grunde, so dass sie an keinem Tag des 360 Tage währenden Jahres Kinder gebären könne. Der Gott [[Thot (Ägyptische Mythologie)|Thot]] (bei [[Wikipedia:Plutarch|Plutarch]] war es der griechische Gott [[Hermes]]) jedoch habe daraufhin das [[Jahr]] um 5 Tage verlängert und so Nut ermöglicht, ihre Kinder zu gebären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nut im ägyptischen Totenkult ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Goddess Nut 2.JPG|thumb|Himmelsgöttin Nut (Abend) im Grab von Ramses VI.]] &lt;br /&gt;
Nut kam ebenfalls eine wichtige Rolle im ägyptischen Totenkult zu. Sie stand in engem Zusammenhang mit dem Glauben an die Auferstehung der Verstorbenen, die nach ihrem Tod als Sterne an ihrem Körper prangten. Zusammen mit ihrem Brudergemahl Geb, dem Erdgott, zeugte sie die Götter [[Osiris]], [[Isis (Ägyptische Mythologie)|Isis]], [[Nephthys (Ägyptische Mythologie)|Nephtys]], [[Seth (Ägyptische Mythologie)|Seth]] die alle mit dem ägyptischen Totenkult verbunden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nut war auch eine Totengöttin. In den Pyramidentexten wird sie unter anderem als heilende Kuh dargestellt. Als Beschützerin der Toten auf ihrer Reise ins Jenseits wurde sie auch oft auf der Innenseite von [[Sarkophag]]en abgebildet. Die Rolle der Nut wurde in späteren Zeiten häufig mit der der Göttin [[Hathor (Ägyptische Mythologie)|Hathor]] zusammengefasst. Nut übernahm so teilweise die Rolle von Hathor als Herrin der [[Wikipedia:Maulbeerfeige|Sykomore]], des Baumes, der den Verstorbenen Speis und Trank geben sollte, und Hathor wurde teilweise als Himmelsgöttin dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nut in der Astronomie ==&lt;br /&gt;
Einige [[Wikipedia:Ägyptologie|Ägyptologen]], beispielsweise [[Wikipedia:Kurt Sethe|Kurt Sethe]],&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Kurt Sethe: &#039;&#039; Die altägyptischen Pyramidentexte - Nach den Papierabdrücken und Photographien des Berliner Museums - Teil 1&#039;&#039;, Olms, Hildesheim 2001 (Nachdruck von 1908), ISBN 3-487-02593-0, S. 315.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Wikipedia:Arielle Kozloff|Arielle Kozloff]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Arielle Kozloff u.a.: &#039;&#039;Egypt&#039;s dazzling sun - Amenhotep III and his world -&#039;&#039;, Cleveland Museum of Art in cooperation with Indiana University Press, Cleveland 1992, ISBN 0-940717-16-6, S. 336-337.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Wikipedia:Ronald Wells|Ronald Wells]],&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Ronald Wells: &#039;&#039;&amp;quot;The Mythology of Nut and the Birth of Ra&amp;quot;&#039;&#039;, in Studien zur altägyptischen Kultur 19 (1992), S. 305-321.&amp;lt;/ref&amp;gt; vertreten die Ansicht, dass die Göttin Nut das Band der [[Milchstraße]] symbolisiert habe. Sie bezogen sich dabei unter anderem auf Spruch 176 des [[Ägyptisches Totenbuch|ägyptischen Totenbuchs]], der ihrer Meinung nach das Sternenband in Zusammenhang mit der Göttin nennt. Ergänzend deuteten sie die Darstellungen aus der [[Wikipedia:Ramessidenzeit|Ramessidenzeit]] mit Sternen auf und um ihren Körper herum als Beweis für ihre [[Hypothese]], ohne jedoch klare Belege dafür nennen zu können. Nach Aufarbeitung dieser und anderer Texte konnten jene Ansichten nicht mehr in die engere Wahl gezogen werden, da durch [[Wikipedia:Harco Willems|Harco Willems]],&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Harco Willems: &#039;&#039;The coffin of Heqata (Cairo JdE 36418) - A case study of Egyptian funerary culture of the Early Middle Kingdom -&#039;&#039;, Peeters, Leuven 1996, ISBN 90-6831-769-5, S. 262-270.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Wikipedia:Rolf Krauss|Rolf Krauss]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Rolf Krauss: &#039;&#039;Astronomische Konzepte und Jenseitsvorstellungen in den Pyramidentexten&#039;&#039;, Harrassowitz, Wiesbaden 1997, ISBN 3-447-03979-5, S. 254-255.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Wikipedia:Arno Egberts|Arno Egberts]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Arno Egberts: &#039;&#039;In quest of meaning - A study of the ancient Egyptian rites of consecrating the meret chests and driving the calves - &#039;&#039;, Nederlands Institut voor het Nabije Oosten, Leiden 1995, ISBN 90-6258-208-7, S. 292-293.&amp;lt;/ref&amp;gt; eindeutig belegt wurde, dass mit der [[Mesqet]] von Nut die „Durchgangsregion des [[Himmel (planetär)|Himmels]] und der [[Stern]]e in den Ein- und Ausgangsbereichen der [[Duat]] gemeint ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kult ==&lt;br /&gt;
Wie viele andere kosmische Gottheiten hatte Nut weder einen eigenen Kult noch einen eigenen [[Tempel]], jedoch schmücken ihre Bildnisse viele Kultstätten. In der Bevölkerung wurden, wenn auch selten, [[Wikipedia:Amulett|Amulett]]e getragen, die Nut als Sau darstellten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Liste ägyptischer Götter|Liste ägyptischer Götter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Bonnet: &#039;&#039;Nut&#039;&#039;, in: &#039;&#039;Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte&#039;&#039;, Hamburg 2000 ISBN 3-937872-08-6 S. 536-539.&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Wolfgang Helck|Wolfgang Helck]] /[[Wikipedia:Eberhard Otto (Ägyptologe)|Eberhard Otto]]: &#039;&#039;Nut&#039;&#039;, in: &#039;&#039;Kleines Lexikon der Ägyptologie&#039;&#039;, Harrassowitz Verlag Wiesbaden, 1999 ISBN 3-447-04027-0 S. 207.&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Alexandra von Lieven|Alexandra von Lieven]]: &#039;&#039;Grundriss des Laufes der Sterne – Das sogenannte Nutbuch&#039;&#039;. The Carsten Niebuhr Institute of Ancient Eastern Studies (u.&amp;amp;nbsp;a.), Kopenhagen 2007, ISBN 978-87-635-0406-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/6/68/Goddess_nut.jpg Das Nutbild]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neunheit von Heliopolis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ägyptische Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ägyptische Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weibliche Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schöpfungsgottheit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Nephthys_(%C3%84gyptische_Mythologie)&amp;diff=621743</id>
		<title>Nephthys (Ägyptische Mythologie)</title>
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		<updated>2025-04-20T05:10:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Einzelnachweise */Korrektur Ziel Vorlage Wikipedia&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ägyptische Gottheit&lt;br /&gt;
|TITEL = Nephthys&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM = &amp;lt;hiero&amp;gt;nb:Hwt&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;O9&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;N14 t:Z1 B1&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;nb:t-Hwt-t:pr-B1&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME2-ERKLÄRUNG = Nephthys &amp;lt;br /&amp;gt; (Nepht hys) &amp;lt;br /&amp;gt; &#039;&#039;{{Unicode|Nb.t ḥw.t}}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|TRANSKRIPTION = &#039;&#039;Nb.t-{{Unicode|ḥ}}w.t&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|KOPTISCH-ALTKOPTISCH = &#039;&#039;{{Unicode|Ⲛⲉⲃⲑⲱ}}&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt; (&#039;&#039;Nebth{{Unicode|ō}}&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|BILD1 = 2000px-Nepthys.svg.png&lt;br /&gt;
|BILD1-BREITE = 150px&lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG = Nephthys mit Was-Zepter und [[Anch]]-Zeichen&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nephthys&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Neb-hut&#039;&#039; oder &#039;&#039;Nebet-hut&#039;&#039; ist eine Geburts- und Totengöttin in der [[Wikipedia:Ägyptische Mythologie|ägyptischen Mythologie]], die in ihrer Erscheinung auch die Göttin [[Nut (Ägyptische Mythologie)|Nut]] repräsentiert. In den [[Wikipedia:Pyramidentexte|Pyramidentexte]]n galt sie als „Göttin des Südens“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[w:Jan Assmann|Jan Assmann]]: &#039;&#039;Tod und Jenseits im Alten Ägypten&#039;&#039;. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49707-1, S.&amp;amp;nbsp;164.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darstellung ==&lt;br /&gt;
Nephthys wird als stehende Frau dargestellt. Wie ihre Schwester [[Isis (Ägyptische Mythologie)|Isis]], trägt auch sie die [[Wikipedia:Ägyptische Hieroglyphen|Hieroglyphen]] ihres Namens auf dem Kopf: Die Zeichen für Herr(in) und Haus. Auf Särgen erscheint sie in menschlicher Gestalt mit ausgebreiteten Flügeln, im Osiris-Mythos hingegen als Raubvogel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rolf Felde&amp;quot;&amp;gt;Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Darstellungen zeigen die Gottheit auch beim Säugen des Königs, der als ihr Menstruationsblut bezeichnet wird. Im [[Wikipedia:Altes Reich (Ägypten)|Alten Reich]] wurde sie als Beschützerin des [[Pharao]] zum ersten Mal erwähnt, im [[Wikipedia:Neues Reich|Neuen Reich]] dann auf diversen Wänden und Statuen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Ihr Name &#039;&#039;&#039;Nebet-hut&#039;&#039;&#039; bedeutet lediglich &#039;&#039;Herrin des Hauses&#039;&#039;, woraus sich jedoch keine weiteren Hinweise über sie ergeben. Mit Haus ist vermutlich der Palast des Osiris gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens.&#039;&#039; S. 65.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere Namen der Nephthys sind &#039;&#039;Die Schwester des Gottes (des Osiris)&#039;&#039; und &#039;&#039;Die Witwe (des Osiris).&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rolf Felde&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das ursprüngliche Wesen der Nephthys ist nichts bekannt. In der Neunheit von Heliopolis ist sie die Tochter von [[Nut (Ägyptische Mythologie)|Nut]] und [[Geb (Ägyptische Mythologie)|Geb]] und Schwester von [[Osiris]], [[Seth (Ägyptische Mythologie)|Seth]] und [[Isis (Ägyptische Mythologie)|Isis]]. Sie war aber auch die Gattin des Seth, wobei aus dieser Verbindung keine Kinder hervorgingen. Dem Osiris-Mythos zufolge wünschte sie sich ein Kind von Osiris und dieser zeugte mit ihr das Kind [[Anubis (Ägyptische Mythologie)|Anubis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nephthys galt, wie ihre Schwester Isis, als Totengöttin. Sie half Isis beim Auffinden des verstückelten Leichnam des Osiris sowie bei dessen Einbalsamierung. Beide trauerten über dem Toten in Gestalt von Milanen. Sie begleitete die Toten ins [[Jenseits]] und trauerte um sie. Einem verstorbenen König riet man, dass er vor den Locken der Nephthys fliehen solle. Sie [[symbol]]isierten [[Mumie]]nbinden. Diese sind zwar erforderlich, gelten im Jenseits aber auch als Hindernis. Sie gilt auch als die Göttin der [[Magie]] und der Weissagung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit Isis, [[Wikipedia:Neith (Ägyptische Mythologie)|Neith]] und [[Wikipedia:Selket|Selket]] ist sie eine der vier Schutzgöttinnen der [[Horussöhne]]. Sie beschützt die [[Kanope]] des [[Hapi (Horussohn)|Hapi]], in der die Lunge des Verstorbenen aufbewahrt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Verbindung besteht zu den Göttinnen Uto und Nechbet. Zusammen mit ihnen war sie Amme und Wärterin des [[Harpokrates]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultorte und Kult ==&lt;br /&gt;
Der Geburtstag der Nephthys wurde am 5. Epagomen (ca. 26.09.) gefeiert. Da sie keine Ortsgöttin war, gab es auch keinen festen Kult um sie, wie bei anderen Göttern. Selten wurde sie ohne Bezug zu Isis verehrt. Aus der Ramessidenzeit, in der [[Wikipedia:19. Dynastie|19.]] und [[Wikipedia:20. Dynastie|20. Dynastie]], sind Kulte um sie in Verbindung mit Seth belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der griechischen Mythologie ==&lt;br /&gt;
Hier wird sie mit Teleute, [[Wikipedia:Nike (Siegesgöttin)|Nike]] oder [[Aphrodite]] gleichgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Liste ägyptischer Götter|Liste ägyptischer Götter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Veronica Ions: &#039;&#039;Die großen Religionen der Welt – Götter, Mythen und Legenden.&#039;&#039; Verlag Buch und Welt, 1988.&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Manfred Lurker|Manfred Lurker]]: &#039;&#039;Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter.&#039;&#039; Scherz Verlag 1998, ISBN 3-502-16430-4.&lt;br /&gt;
* Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; Wiesbaden 1995.&lt;br /&gt;
* Hans Bonnet: &#039;&#039;Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte.&#039;&#039; Nikol-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblink ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Nephtys}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neunheit von Heliopolis|M]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ägyptische Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ägyptische Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weibliche Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Totengottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schöpfungsgottheit]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Nephthys}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Weizen&amp;diff=621737</id>
		<title>Weizen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Weizen&amp;diff=621737"/>
		<updated>2025-04-15T12:57:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weizen als ein Getreide der Mitte */ Foto verkleinert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Weizen&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Triticum&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Wikipedia:Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Triticeae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Tribus&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Pooideae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Süßgräser&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Poaceae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Süßgrasartige&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Poales&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Commeliniden&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Weizenähren.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Weizenfeld mit [[Wikipedia:Granne|unbegranntem]] Weizen (&#039;&#039;Triticum aestivum&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &#039;&#039;&#039;Weizen&#039;&#039;&#039; wird eine Reihe von Pflanzenarten der Süßgräser (Poaceae) der Gattung &#039;&#039;Triticum&#039;&#039; L. bezeichnet. Als [[Getreide]] werden vor allem zwei Arten angebaut: [[Wikipedia:Weichweizen|Weichweizen]] und [[Wikipedia:Hartweizen|Hartweizen]]. Etymologisch leitet sich das Wort &#039;&#039;Weizen&#039;&#039; vom „weißen“ (hellen) [[Wikipedia:Mehl|Mehl]] und der hellen Farbe der Weizenfrucht ab, der Gattungsname &#039;&#039;Triticum&#039;&#039; (Mahlfrucht, Dreschgetreide) vom lateinischen Partizip &#039;&#039;tritum&#039;&#039; (gerieben, gedroschen).&amp;lt;ref&amp;gt;Alois Walde: &#039;&#039;Lateinisches etymologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 3. Aufl. besorgt von Johann Baptist Hofmann, I–III, Heidelberg 1938–1965, Band II, S. 707.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die Weizen-Arten erreichen Wuchshöhen von etwa 0,5 bis 1&amp;amp;nbsp;m. Der Halm ist rundlich. Von der Gesamterscheinung wirkt er dunkelgrün und die Ähre gedrungen. [[Wikipedia:Morphologie (Biologie)|Morphologisches]] Unterscheidungsmerkmal sind die kurzen bewimperten [[Wikipedia:Blattöhrchen|Blattöhrchen]], die im Gegensatz zur [[Gerste]], den Halm nicht umschließen. Das [[Wikipedia:Blatthäutchen|Blatthäutchen]] ist mittelgroß und gezähnt. Die Früchte werden botanisch als „einsamige Schließfrüchte“ (Karyopsen) bezeichnet, das [[Wikipedia:Tausendkorngewicht|Tausendkorngewicht]] beträgt 40–65 Gramm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Planetenzuordnung und Wochentag ==&lt;br /&gt;
Der [[Sonntag]] wird der [[Sonne]] zugeordnet. Aus spiritueller Sicht hat der lichtvolle Weizen von allen Getreidesorten den größten Bezug zur Sonne. Dieses Getreide wird für geistige Arbeit empfohlen. (Angaben nach [https://www.demeter.de/verbraucher/produkte/warenkunde/sieben_koerner_tage_planeten Demeter])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Charakterisierungen ==&lt;br /&gt;
[[Heinz Grill]] erwähnt nach [[Udo Renzenbrink]], dass der Weizen ein Getreide der &#039;&#039;Mitte&#039;&#039; sei. Nach geistiger Forschung nimmt dieses Getreide intensiv an Licht- und Wärmekräften teil:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weizen als ein Getreide der Mitte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Weizenfeld - panoramio.jpg|thumb|330px|Weizenfeld im Lichtspiel]]&lt;br /&gt;
:„Der Weizen gilt als ein harmonisches Getreide und geographisch als ein Getreide der Mitte. Dieses lässt sich aufgrund seiner Ausbreitung nachvollziehen. Denn er wächst in den mittleren Zonen von Europa, während der [[Reis]] im Osten, der [[Mais]] im Westen, der [[Hafer]] im Norden und die [[Hirse]] im Süden gedeiht. So beschreibt es Udo Renzenbrink in seinem Buch &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinz Grill |Titel=Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung |Auflage=9. |Verlag=Stephan Wunderlich Verlag |Ort=Sigmaringen |ISBN=978-3-9815855-2-0 |Seiten=65 |Jahr=2015}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Intensive Anteilnahme an Licht- und Wärmekräften ===&lt;br /&gt;
:„Bei der Betrachtung eines Weizenfeldes lassen sich verschiedene Lichtspiele, die auch von der Tageszeit abhängig sind, beobachten. Das Getreide nimmt intensiv an Licht- und Wärmekräften teil.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinz Grill |Titel=Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung |Auflage=9. |Verlag=Stephan Wunderlich Verlag |Ort=Sigmaringen |ISBN=978-3-9815855-2-0 |Seiten=61 |Jahr=2015}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Weizen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Friedrich J. Zeller, Sai L.K. Hsam: &#039;&#039;Weizen: Grundstoff für die menschliche Ernährung und für industrielle Erzeugnisse.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Naturwissenschaftliche Rundschau.&#039;&#039; Band 57, Nr. 8, 2004, S. 413–421, [http://www.naturwissenschaftliche-rundschau.de/navigation/inhaltsverzeichnisse/inhalte/inhalt0804.html#Weizen Abstract].&lt;br /&gt;
* Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: &#039;&#039;Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. &#039;&#039;Band 2.&#039;&#039; Arten und Sorten.&#039;&#039; Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.&lt;br /&gt;
* Werner-Christian Simonis: &#039;&#039;Korn und Brot&#039;&#039;, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1979, ISBN 978-3772501630&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Triticum|Weizen}}&lt;br /&gt;
* [http://www.proplanta.de/Weizen Informationen zu Weizen bei Proplanta.de]&lt;br /&gt;
* [https://www.demeter.de/verbraucher/produkte/warenkunde/sieben_koerner_tage_planeten Planetenzuordnungen zu den sieben Getreidearten nach Demeter] Homepage von Demeter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4065287-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die sieben Getreidearten|105]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grasartige Pflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gräser]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Süßgräser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Enziane_(Gentiana)&amp;diff=621729</id>
		<title>Enziane (Gentiana)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Enziane_(Gentiana)&amp;diff=621729"/>
		<updated>2025-04-13T08:27:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Einzelnachweise */ Korrektur Ziel Vorlage Wikipedia&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Enziane&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Gentiana&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Gentianeae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Tribus&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Enziangewächse&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Gentianaceae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Enzianartige&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Gentianales&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Euasteriden I&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Asteriden&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Flora Appennino Tosco Emiliano 002.JPG&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Clusius-Enzian (&#039;&#039;Gentiana clusii&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Enziane&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Gentiana&#039;&#039;) sind eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Wikipedia:Enziangewächse|Enziangewächse]] (Gentianaceae). Die fast weltweit vorkommenden 300 bis 400 Arten gedeihen vorwiegend in den Gebirgen der [[Wikipedia:Gemäßigte Zone|gemäßigten Zonen]] der [[Wikipedia:Nordhalbkugel|Nordhalbkugel]], aber auch in den [[Wikipedia:Anden|Anden]]. Einige Arten werden zur Schnapsherstellung und zur Gewinnung von Heilmitteln genutzt. Wenige Arten und Sorten verwendet man als [[Zierpflanze]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Enzian-Arten wachsen als ein- bis zweijährige oder ausdauernde [[krautige Pflanze]]n. Die aufsteigenden bis selbständig aufrechten [[Stängel]] sind gerillt oder kantig. Es gibt bei manchen ausdauernden Arten generative und vegetative [[Sprossachse]]n. Die gegenständigen oder selten wirtelig angeordneten [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] stehen in grundständigen Rosetten oder am Stängel verteilt. Die einfachen [[Blattspreite#Blattspreite|Blattspreiten]] besitzen einen glatten Blattrand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Deutschlands flora in abbildungen nach der natur (13085327145).jpg|mini|Illustration des Ostalpen-Enzian (&#039;&#039;Gentiana pannonica&#039;&#039;) aus &#039;&#039;Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:KochscherEnzian.jpg|mini|Kochscher Enzian (&#039;&#039;Gentiana acaulis&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
Die Blüten stehen seiten- oder endständig, einzeln oder meist zu mehreren in [[Zyme|zymösen]] [[Blütenstand|Blütenständen]] oder manchmal in kleinen Gruppen oder Wirteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwittrigen [[Blüte]]n sind [[Wikipedia:radiärsymmetrisch|radiärsymmetrisch]] und meist fünf-, selten vier- oder sechs- bis achtzählig mit doppelter [[Blütenhülle]]. Die grünen [[Kelchblatt|Kelchblätter]] sind bis etwa der Hälfte ihrer Länge verwachsen. Die Kelchzähne sind faden- bis eiförmig und besitzen einen erhabenen Mittelnerv. Die meist fünf, selten vier oder sechs bis acht [[Kronblatt|Kronblätter]] sind oft langröhrig, verkehrt-kegelförmig, glocken-, stielteller-, krug- oder selten radförmig (wohl nur bei &#039;&#039;Gentiana lutea&#039;&#039;) verwachsen. Meist sind die Kronröhren viel länger als die Kronzipfel. Zwischen den Kronzipfel befinden sich Faltenlappen (Plicae). Die Kronblätter können ganz unterschiedliche Blautöne aufweisen oder sind gelb bis weißlich.  Es ist nur ein Kreis mit vier oder fünf, selten vier oder sechs bis acht [[Staubblatt|Staubblättern]] vorhanden; sie sind mit der Kronröhre verwachsen. Die Staubblätter ragen nicht über die Kronblätter hinaus. Die [[Staubfäden]] sind an ihrer Basis mehr oder weniger geflügelt. Die Staubbeutel sind meist frei, selten hängen sie zusammen. Es sind fünf bis zehn Drüsen an der Basis des Fruchtknotens vorhanden. Der sitzende oder an einem langen Gynophor befindliche [[Fruchtknoten]] ist oberständig.  Der Griffel ist meist kurz und linealisch, oder seltener lang und fadenförmig  oder er fehlt. Die Narbenlappen sind frei oder verwachsen, zurückgebogen, meist länglich bis linealisch, selten ausgebreitet und gerundet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kapselfrucht|Kapselfrüchte]] sind zylindrisch bis ellipsoid und geflügelt, oder mehr oder weniger schmal verkehrt-eiförmig (schmal ellipsoid bei &#039;&#039;Gentiana winchuanensis&#039;&#039;) und enthalten viele Samen. Die Samen können geflügelt oder ungeflügelt sein. Die [[Samenschale]] ist winzig netzartig, runzelig oder areolate (= gefeldert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
Bei den meisten Enzian-Arten schließen sich die Blüten bei bewölktem Himmel und kühler Luft, auch bei Erschütterungen durch Hagel, Regen und starkem Wind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die [[Rhizom|Wurzelstöcke]] und Wurzeln (&#039;&#039;Radix gentianae&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Ernst Gilg: &#039;&#039;Lehrbuch der Pharmakognosie.&#039;&#039; 2. Auflage. Berlin 1910, S. 274–277 ({{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:2-31671}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; einiger Enzian-Arten werden seit dem Mittelalter zur Herstellung von [[Schnaps]], als [[Arzneimittel]] und zur Appetitanregung verwendet. Im Gegensatz zu den auf vielen Flaschenetiketten abgebildeten blau blühenden Enzianen werden zur Schnapsbrennerei meist die großwüchsigen Arten &#039;&#039;(Hochstauden-Enziane)&#039;&#039;,&amp;lt;ref name=&amp;quot;oeav-obergailtal.at&amp;quot;&amp;gt;Eitel-Friedrich Scholz: [http://www.oeav-obergailtal.at/index.php?option=com_content&amp;amp;view=article&amp;amp;id=137:enzian&amp;amp; &#039;&#039;Nicht nur blau blüht der Enzian.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;oeav-obergailtal.at,&#039;&#039; Alpenverein Obergailtal-Lesachtal, o.&amp;amp;nbsp;D., abgerufen am 21. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; insbesondere der Gelbe Enzian (&#039;&#039;Gentiana lutea&#039;&#039;), verwendet, außerdem wird auch Purpur-Enzian (&#039;&#039;Gentiana purpurea&#039;&#039;), Tüpfel-Enzian (&#039;&#039;Gentiana punctata&#039;&#039;) und Ungarischer Enzian (&#039;&#039;Gentiana pannonica&#039;&#039;) dafür genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch als Bitterstoff (&#039;&#039;Amarum&#039;&#039;) finden Enziane Verwendung. So wird aus der Wurzel bestimmter Arten die bitterste „natürliche“ Substanz der Welt gewonnen, das Amarogentin. Amarogentin ist auch in einer Verdünnung von eins zu 58 Millionen noch deutlich wahrnehmbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Amarogentin&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Internetquelle |url=http://www.dife.de/de/index.php?request=/de/presse/pressemitteilungen/2009_10_13.php |titel=Geschmackssensoren für die bitterste natürliche Substanz der Welt identifiziert |hrsg=Deutsches Institut für Ernährungsforschung |datum=2009-10-13 |kommentar=Pressemitteilung |offline=1 |archiv-url=https://archive.md/20130412064746/http://www.dife.de/de/index.php?request=/de/presse/pressemitteilungen/2009_10_13.php |archiv-datum=2013-04-12 |abruf=2013-10-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen Enzianarten schmecken auch die oberirdischen Teile bitter und werden deswegen vom Weidevieh gemieden. Dies ist ein Grund dafür, dass sich Enzianarten auf den beweideten Almwiesen besonders gut halten konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle europäischen Enzian-Arten wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den betroffenen Ländern per Gesetz unter [[Naturschutz]] gestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Der Alpenenzian und die Wurzelseppel.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Berliner Volkszeitung.&#039;&#039; 16. August 1905 ([https://dfg-viewer.de/show/?set%5Bmets%5D=https://content.staatsbibliothek-berlin.de/zefys/SNP27971740-19050816-0-0-0-0.xml dfg-viewer.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Verstöße werden mit hohen Strafen geahndet. Die &#039;&#039;Ernte&#039;&#039; ist dennoch einigen Personen mit einer Sondergenehmigung gestattet. Außerdem werden Versuche unternommen, den für die Schnapsherstellung und für Medikamente benötigten Enzian als Spezialkultur auf Äckern anzubauen. Das ist schon teilweise gelungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Herstellung von Schnaps und Arzneimittel verwendete Arten:&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Gentiana lutea 230705.jpg|[[w:Gelber Enzian|Gelber Enzian]]&lt;br /&gt;
 Gentiana pannonica.jpg|[[w:Ungarischer Enzian|Ungarischer Enzian]]&lt;br /&gt;
 Gentiana punctata 080603.jpg|[[w:Tüpfel-Enzian|Tüpfel-Enzian]]&lt;br /&gt;
 Gentiane5648.JPG|[[w:Purpur-Enzian|Purpur-Enzian]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorten einiger Arten und [[Hybride]]n werden als [[Zierpflanze]]n verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Signatur und Sinnbild des Enzian ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gentiana arisanensis.jpg|thumb|Enzian – Sinnbild für den gelebten Glauben aus der Seele]]&lt;br /&gt;
Zur Signatur und Sinnbild des Enzian schreibt [[Heinz Grill]]: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„So wie die Berge eine verschlüsselte Sprache sprechen, so sind es auch die Blumen, die für den Charakter und die Seele ihres Beschauers ein tröstendes Wort verkünden. Die Blumen sind vielleicht weniger eine Geschichte, sie sind vielmehr lebendige Wesen und stille Verkörperungen von Charakterzügen und Tugenden. Sie beschreiben das lebendige Blütenfeld der Seele und mahnen die Sinne zu Edelmut und Reinheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Enzian mit seinem tiefblauen Blütenkelch, den der Rofan-Besucher am Wegrand antrifft, ist ein Sinnbild für den gelebten Glauben aus der Seele. Er deutet auf die hohe, substantielle Kraft, die das Leben über alle Phasen des Leidens und der Enge hinwegzutragen vermag.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinz Grill |Titel=Der Archai und der Weg in die Berge. Eine spirituell-praktische Anleitung in der Ergründung der Wesensnatur des Berges |Auflage=2. |Verlag=Verlag für Schriften von Heinz Grill |Ort=Soyen |Jahr=2002 |Seiten=150–151 |ISBN=978-3-935925-65-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Enziane}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hansjörg Küster: &#039;&#039;Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa.&#039;&#039; München 1999, ISBN 3-406-45357-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Gentiana|Enziane (&#039;&#039;Gentiana&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Gattungen/Gentiana.htm Bilder der österreichischen Arten und durch einen Klick ein Steckbrief der Art bei &#039;&#039;Botanik im Bild - Flora von Österreich&#039;&#039;.]&lt;br /&gt;
* [http://www.botanische-spaziergaenge.at/viewforum.php?f=62 Zahlreiche Detailaufnahmen bei botanische-spaziergaenge.at]&lt;br /&gt;
* [http://www.tela-botanica.org/bdtfx-nn-86473-nomenclature Liste der in Frankreich vorkommenden &#039;&#039;Gentiana&#039;&#039;-Arten bei &#039;&#039;tela-botanica.org&#039;&#039;.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Blumen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krautartige Pflanzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Enziane}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Edelwei%C3%9F_(Leontopodium)&amp;diff=621728</id>
		<title>Edelweiß (Leontopodium)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Edelwei%C3%9F_(Leontopodium)&amp;diff=621728"/>
		<updated>2025-04-13T08:26:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Einzelnachweise */ Korrektur Ziel Vorlage Wikipedia&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Edelweiß&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Leontopodium&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[w:Robert Brown (Botaniker, 1773)|R.Br.]] ex [[w:Alexandre Henri Gabriel de Cassini|Cass.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Gnaphalieae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Tribus&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Asteroideae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Korbblütler&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Asteraceae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Asternartige&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Asterales&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Euasteriden II&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Edelweiss auf der Kanisfluh Hanno Thurnher Cinedoku Vorarlberg.JPG&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Alpen-Edelweiß (&#039;&#039;Leontopodium nivale&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;alpinum&#039;&#039;) auf der Kanisfluh in Vorarlberg&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Edelweiß&#039;&#039;&#039;-Arten (&#039;&#039;Leontopodium&#039;&#039;) bilden eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Korbblütler]] (Asteraceae). Einige Sorten von wenigen Arten werden als [[Zierpflanze]]n verwendet. Die medizinische Wirkung einiger Arten wurde untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Leontopodium&#039;&#039;-Arten sind ausdauernde [[krautige Pflanze]]n. Sie wachsen aufrecht bis kriechend und erreichen je nach Art Wuchshöhen zwischen (selten nur 1 bis) 5 bis 40&amp;amp;nbsp;cm. Bei vielen Arten sind viele Pflanzenteile weiß wollig behaart. Die wechselständig und meist spiralig am Stängel verteilten und bei vielen Arten in einer grundständigen Rosette angeordneten [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind meist ungestielt. Die Blattspreiten sind beiderseits behaart, oft grauweiß filzig oder wollig. Der Blattrand ist glatt und flach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzeln oder zu dritt bis etwa zu 20-fach sitzen [[Korb (Blütenstand)|körbchenförmige]] Teilblütenstände in einem endständigen trugdoldigen [[Blütenstand]] zusammengefasst. Der Gesamtblütenstand ist von einem sternförmigen Kranz ausgebreiteter, weiß-wollig behaarter Hochblätter umgeben, die sich meist in Farbe und Größe von den Laubblättern unterscheiden. Die Blütenkörbchen besitzen häutige, bräunliche, transparente [[Hüllblatt|Hüllblätter]] in mehreren Reihen. Die Blütenstandsböden sind flach bis konvex. Es sind Spreublätter vorhanden. Alle Blüten sind eingeschlechtig. In den Blütenkörbchen stehen außen mehr weibliche, [[fertil]]e Blüten als in der Mitte funktional männliche, fertile Blüten. Die gelben Kronröhren der weiblichen, sehr schlanken Blüten enden in drei bis vier und die der männlichen in fünf aufrechten Kronlappen. Der Griffel trägt im unteren Bereich Haare, während die zwei Griffeläste unbehaart sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kleinen Früchte sind [[Achäne]]n und höchstens spärlich behaart. Der Haarkranz oder [[Pappus (Botanik)|Pappus]] besteht aus einer Reihe an der Basis zusammenhängender Borsten. Im Tiefland kultivierte Leontopodien entwickeln nur grauweiße Blüten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]ensätze betragen n = 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Systematik und zum Vorkommen siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Edelweiß}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Coin of Kazakhstan 500-Edelveis-rev.jpg|miniatur|hochkant|Edelweiß auf einer Münze der Nationalbank von Kasachstan]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symbol ==&lt;br /&gt;
Nicht nur das Alpen-Edelweiß, sondern auch andere Arten sind beliebte Symbole, beispielsweise auf Münzen und Briefmarken. Es schmücken sich auch viele Gebirgsvereine im alpenländischen Raum mit dem Edelweiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Militärwesen ist das Edelweiß seit 1907 anerkanntes Symbol, erst als Abzeichen für die k.k. Gebirgstruppe der Gemeinsamen Armee (genauer k.k. Landwehr) und seit 1915 für das Deutsche Alpenkorps des Deutschen Heeres. Seit Gründung der deutschen Bundeswehr und der Neugründung des österreichischen Bundesheeres im Jahr 1955 ist es wieder an den Uniformen der Gebirgsjäger dieser Armeen zu finden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.bundesheer.at/truppendienst/ausgaben/artikel.php?id=1438|titel=Bundesheer - TRUPPENDIENST - Ausgabe 5/2012 - Das Edelweiß - Alpenblume mit Symbolkraft|autor=BMLVS - Abteilung Kommunikation - Referat 3|sprache=de|zugriff=2017-05-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Signatur und geistige Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Zur geistigen Signatur des Edelweiß schreibt [[Heinz Grill]]:&lt;br /&gt;
[[Datei:Leontopodium alpinum detail.jpg|thumb|„Das Edelweiß ist die Blume der Bergsteiger und trägt in ihrem sinnbildlichen Wesen die Bedeutung des Schutzes und des Beschütztseins.“ (Heinz Grill)]]&lt;br /&gt;
„Eine der ganz besonderen volkspoetischen Alpenblumen ist das Edelweiß. Es ist die Blume der Bergsteiger und Bergbewohner. Die feine Behaarung der weißen Blüte und Pflanze zeigt wieder den intensiven Lichtcharakter, den sie in ihr Inneres hinein aufnimmt. Sie hält für sich das Licht in geballter Form gefangen. Obwohl das Edelweiß eine sehr kleine Pflanze ist, die von den Bergsteigern recht selten entdeckt wird, ist ihr Name bis hinauf in die flachen Landschaften des Nordens bekannt geworden. Das Edelweiß ist die Blume der Bergsteiger und trägt in ihrem sinnbildlichen Wesen die Bedeutung des Schutzes und des Beschütztseins. Mit dem Anblick eines Edelweißes fühlt das innere Bergsteigerherz ein gewisses geborgenes Heimatgefühl. Es fühlt eine natürliche Zugehörigkeit zu den Bergen und identifiziert die Höhenregionen als die heimatliche Sphäre des Lebens. Dieses Fühlen einer heimatlichen Geborgenheit ist die Sehnsucht vieler Herzen und oftmals die verborgene Motivation der Bergsteiger. Die Bergsteiger suchen fast immer eine Art Heimat oder sehnen sich nach Heimatgefühlen. Sie suchen eine Harmonie mit der Schöpfung und Natur. Diese finden sie mehr in den Bergen und unberührten Regionen der Höhenlagen als in den flachen Landschaften und Tälern. Dieses Gefühl des heimatlichen Aufgenommenseins ist gleichzeitig der innere Schutz, der durch das Edelweiß versinnbildlicht ist. Dies ist die Bedeutung der Pflanze von ihrer geistigen Entität.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinz Grill |Titel=Der Archai und der Weg in die Berge. Eine spirituell-praktische Anleitung in der Ergründung der Wesensnatur des Berges |Auflage=2. |Verlag=Verlag für Schriften von Heinz Grill |Ort=Soyen |Jahr=2002 |Seiten=87 |ISBN=978-3-935925-65-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Edelweiß}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Yousheng Chen &amp;amp; Randall J. Bayer: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&amp;amp;taxon_id=117992 &#039;&#039;Leontopodium&#039;&#039;, S. 778 - textgleich online wie gedrucktes Werk], In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): &#039;&#039;Flora of China.&#039;&#039; Volume 20–21: &#039;&#039;Asteraceae.&#039;&#039;, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2011. ISBN 978-1-935641-07-0 (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)&lt;br /&gt;
* M. Qaiser: &#039;&#039;Asteraceae.&#039;&#039; in der &#039;&#039;Flora of Pakistan&#039;&#039;: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=5&amp;amp;taxon_id=117992 &#039;&#039;Leontopodium&#039;&#039; - Online.] (engl.)&lt;br /&gt;
* Stefan Safer, Karin Tremetsberger, Yan-Ping Guo, Gudrun Kohl, Mary R. Samuel, Tod F. Stuessy, Hermann Stuppner: &#039;&#039;Phylogenetic relationships in the genus Leontopodium (Asteraceae: Gnaphalieae) based on AFLP data.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Botanical Journal of the Linnean Society&#039;&#039;, Volume 165, 2011, S. 364–377&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Leontopodium|Edelweiß (&#039;&#039;Leontopodium&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Blumen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krautartige Pflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korbblütler (Asteraceae)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzensymbol]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Edelweiß (Gattung)}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Arnika_(Arnica_montana)&amp;diff=621727</id>
		<title>Arnika (Arnica montana)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Arnika_(Arnica_montana)&amp;diff=621727"/>
		<updated>2025-04-13T08:23:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Einzelnachweise */ Korrektur Ziel Vorlage Wikipedia&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Arnika&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Arnica montana&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[w:Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Arnika&lt;br /&gt;
| Taxon2_LinkName  = Arnika (Gattung)&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Arnica&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Madieae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Tribus&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Asteroideae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Korbblütler&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Asteraceae&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Asternartige&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Asterales&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Bild             = Illustration Arnica montana0.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Arnika (&#039;&#039;Arnica montana&#039;&#039;), Illustration&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Echte Arnika&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Arnica montana&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Bergwohlverleih&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[w:Arnika (Gattung)|Arnika]] innerhalb der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Korbblütler]] (Asteraceae). Sie gedeiht in den Gebirgen Europas und steht unter [[Naturschutz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Echte Arnika wurde zur Blume des Jahres 1986 und zur Arzneipflanze des Jahres 2001 gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Echte Arnika ist eine aromatisch duftende, sommergrüne, ausdauernde [[Krautige Pflanze|krautige Giftpflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern. Der drüsenhaarige [[Stängel]] ist einfach oder höchstens wenigästig verzweigt und besitzt meist ein bis zwei, selten drei gegenständige Paare [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]]. Diese Gegenständigkeit der Stängelblätter ist weitgehend eine Ausnahme innerhalb der Korbblütengewächse, findet sich allerdings auch beim Wasserdost. Die [[Blattstellung#Grundblätter|Grundblätter]] sind in Rosetten angeordnet und eiförmig bis lanzettlich und ganzrandig. Die Blätter sind vier- bis siebennervig und behaart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Arnica montana general vue.JPG|mini|Habitus mit den typischen gegenständigen Blättern und Blütenkörben]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Arnica montana 180605.jpg|mini|Arnika am Standort im Schwäbisch-Fränkischen Wald, zusammen mit Fuchs-Knabenkraut]]&lt;br /&gt;
Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Mai bis August. Die meist einzeln stehenden [[Korb (Blütenstand)|körbchenförmigen]] [[Blütenstand|Blütenstände]] weisen einen Durchmesser von etwa 4,5 bis 8 Zentimetern auf. Der Korbboden ist behaart. Sie besitzen dottergelbe [[Röhrenblüte]]n und vielnervige, orangegelbe [[Zungenblüte]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Achäne]]n besitzen einen einteiligen rauen [[Pappus (Botanik)|Pappus]], der sich bei Trockenheit spreizt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 38.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
Die Echte Arnika ist ein Hemikryptophyt und eine Halbrosettenpflanze mit Speicher-[[Rhizom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blütenökologisch handelt es sich um den „Körbchenblumentyp“. Die weiblichen Zungenblüten sind durch die Carotinoide, Lutein und Xanthophylle orangegelb gefärbt; ebenso wie die zwittrigen Röhrenblüten. Die Blüten riechen aromatisch. Als Besucher und Bestäuber werden vor allem Mistbienen beobachtet; auch Selbstbestäubung findet statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Diasporen breiten sich aus als Schirmchenflieger und Wasserhafter, auch Zufallsverbreitung durch Weidetiere findet statt. Die Pflanzen werden von Weidetieren verschmäht; auf Urgesteinsböden im Bergland können sie deshalb bei Massenentfaltung jegliche Beweidung verunmöglichen. Fruchtreife ist von August bis Oktober.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das Verbreitungsgebiet umfasst die Alpen, Pyrenäen bis zum Balkan sowie eine nördliche Verbreitung bis Süd[[skandinavien]] und ins Baltikum. Die Echte Arnika bevorzugt saure und magere [[Wiese (Grünland)|Wiesen]] und ist kalkmeidend. Man findet sie auch in lichten Wäldern. Sie ist von der Tallage bis in Höhenlagen von 2800 Metern anzutreffen. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Ordnung Nardetalia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil zwischen Bernhardseck und Mutte bei Elbigenalp bis in eine Höhenlage von 2100 Meter auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefährdung und Schutz ==&lt;br /&gt;
In Belgien, Luxemburg, Kroatien sowie in Bosnien und Herzegowina ist &#039;&#039;Arnica montana&#039;&#039; vom Aussterben bedroht, die Niederlande und Weißrussland stufen Arnika als stark gefährdet ein.&lt;br /&gt;
In [[Deutschland]], Litauen, Lettland, Estland, Rumänien sowie in Kaliningrad gilt die Art als gefährdet und steht in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten auf Stufe 3. Als „potenziell gefährdet“ wird &#039;&#039;Arnica montana&#039;&#039; in Norwegen und Dänemark eingestuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Österreich]] geht man laut WWF-Artenlexikon nicht von einer Gefährdung aus. Neuere Rote Listen der Bundesländer zeigen jedoch die zum Teil starken Verschlechterungen in den letzten Jahren. So kategorisiert die Rote Liste Oberösterreichs (2009) &#039;&#039;Arnica montana&#039;&#039; in der Böhmischen Masse als „stark gefährdet“, in den Alpen als „gefährdet“ und im Alpenvorland als „vom Aussterben bedroht“. Diese Verschlechterungen finden in der Bewertung des Erhaltungszustands (2013) nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie ihren Niederschlag: Für die alpine Region Österreichs wird der Erhaltungszustand als „unzureichend“ und für die kontinentale Region als „schlecht“ eingestuft, jeweils mit weiterhin negativem Trend. In Deutschland ist der Arnika als eine nationale Verantwortungsart innerhalb der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung eingestuft. Wie sich 2017 herausstellte sind die Arnika-Bestände in Norddeutschland genetisch verarmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch züchterische Bemühungen ist es inzwischen gelungen, eine Sorte mit dem Namen &#039;Arbo&#039; von &#039;&#039;Arnica montana&#039;&#039; zu entwickeln, die für den Feldanbau geeignet ist, so dass die Wildvorkommen bei der Sammlung für medizinische Zwecke geschont werden können. Die Hauptgefährdungsursache für &#039;&#039;Arnica montana&#039;&#039; stellt aber weniger die Ernte der Blütenkörbe dar, als viel mehr die nach wie vor anhaltende Zerstörung ihres Lebensraums artenreiche Borstgrasrasen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Bemühungen im Bereich der Vermehrung zeigen im Rahmen eines im Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderten Projektes Erfolge. Ziel ist es den starken Rückgang der Arnika-Bestände im Bayerischen Vogtland und Fichtelgebirge zu stoppen. Dazu werden im Projektgebiet gesammelte Arnika-Samen auf vorbereiteten Ansaatstellen ausgebracht und erprobt, was für eine erfolgreiche Ansaat notwendig ist.&amp;lt;ref&amp;gt;T. Blachnik, R. Saller: &#039;&#039;In situ-Vermehrung von Arnica montana – Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die Artenschutz-Praxis.&#039;&#039; In: &#039;&#039;ANLiegen Natur.&#039;&#039; 37(1), 2015, S. 31–41, Laufen. [http://www.anl.bayern.de/publikationen/anliegen/doc/an37108blachnik_et_al_2015_arnika.pdf (PDF-Datei 1,0 MB)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arnika als Heilpflanze ==&lt;br /&gt;
=== Inhaltsstoffe und Wirkungen ===&lt;br /&gt;
Arnikablüten enthalten [[Ätherische Öle|ätherisches Öl]], Flavonoide und Sesquiterpenlactone, die entzündungshemmend und antiseptisch wirken. Ein Hauptbestandteil des Arnikaöls ist 2,5-Dimethoxy-p-cymol. Hierbei sind als Hauptwirkstoffe in veresterter Form insbesondere Helenalin- und Dihydrohelenalin-[[Ester]] bekannt. Pflanzen im mitteleuropäischen Gebieten enthalten mehr Helenaline, im spanischen Raum dominieren Dihydrohelenaline. Darüber hinaus wurden in Arnikablüten u. a. noch Thymol (in Form von Estern und [[Ether]]n), Hydroxycumarine, Phenylacrylsäuren und immunstimulatorisch wirkende [[Polysaccharide]] identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helenalin- bzw. Dihydrohelenalinester wirken antibakteriell und antiarthritisch. Diese können außerdem eine Entzündungsreaktion verringern. Zudem können die in Arnika enthaltenen Flavonoide und Triterpendiole – bei äußerer Anwendung – ebenfalls antiphlogistisch wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der [[Toxizität]] des Helenalins bzw. des Dihydrohelenalins sollten [[Tinktur]]en und Auszüge aus Arnikablüten nicht als Selbstmedikation innerlich angewendet werden. Arnikablüten im Tee können auch zu Vergiftungen führen. Überdies ist eine innere Anwendung wegen der geringen therapeutischen Breite nicht ratsam. Eine orale Applikation sollte abgelehnt werden. Bei der Maus als Modellorganismus ist bekannt, dass zu hohe Dosen an Dihydrohelenalin zum Herzstillstand führen. Helenaline können eine schädigende Wirkung auf das Herz haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei äußerer Anwendung können allergische Reaktionen hervorgerufen werden (Juckreiz, Hautausschlag, Blasenbildung, allergisches Kontaktekzem, Kontaktdermatitis). Helenalin bzw. seine Ester wirken sensibilisierend und damit allergen. Das [[Laub (Botanik)|Laub]] kann aufgrund des &#039;&#039;Arnicin&#039;&#039; genannten Extrakts Hautreizungen hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwendung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Nardetum Bestand.JPG|mini|Borstgrasrasen mit Arnika]]&lt;br /&gt;
Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Die wohl früheste Erwähnung findet sich bei [[Hildegard von Bingen]]. Bei der von ihr als „Wolfsgelegena“ bezeichneten Pflanze könnte es sich um die Arnika handeln. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Arnika tatsächlich bei Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Das Anwendungsspektrum war weit gefächert, neben Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen wurden auch Krampfadern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma behandelt. Außerdem fand eine Verwendung als Analeptikum und [[Stimulans]] statt. Häufig wurde es auch missbräuchlich als Abortivum benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der äußeren Anwendung wird am häufigsten eine (alkoholische) Tinktur hergestellt. Hierbei gehen die meisten Sesquiterpenlactone in Lösung. Auf Wasserbasis kann man auch einen wässrigen Auszug verwenden, bei dem 75 % der Sesquiterpenlactone in Lösung gelangen. Tinkturen bzw. Auszüge zur äußeren Anwendung wirken antimikrobiell und antiphlogistisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die innere Anwendung nicht zugelassen ist, wurden sehr viele Teepräparate vom Markt genommen. Nur zur äußeren Anwendung sind diese erlaubt, wenngleich nicht zum Dauergebrauch. Hierbei wurden Arnikablüten mit kochendem Wasser überbrüht und ausgesiebt. Heutzutage ist die Teebereitung indes nicht mehr so gebräuchlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arnicae flos 242024.jpg|mini|Arnika in Form der Blütendroge (Arnicae flos)]]&lt;br /&gt;
Als [[w:Droge (Pharmazie)|Droge]] werden folgende Bestandteile genutzt:&lt;br /&gt;
* Arnica-montana-Blüten (Arnicae flos, Flores Arnicae, Flores Calendulae alpinae, Flores Plantagines montanae, Flores Ptarmicae, Flores Alismae, Flos Arnicae); Arnikablüten (Bergwurzblumen, Bergwurzelblumen, Blutblumen, Engelblumen, Engelkraut, Gamsblumen, Fallkrautblumen, Wohlverleihblüten, Wolfsblüten), die getrockneten, ganzen oder teilweise zerfallenen Blütenstände bzw. Blütenkörbchen.&lt;br /&gt;
* Arnicae herba (Arnicae folium, Folia Arnicae, Herba Arnicae, Herba Doronicae germanici); Arnikakraut (Arnikablätter, Engelskraut, Fallkraut, Gamskraut, Wohlverleihkraut), im Mai vor der Blüte gesammelte, getrocknete grundständige Blätter, die fast stängelfrei in den Handel kommen.&lt;br /&gt;
* Arnicae radix (Arnicae rhizoma, Radix Arnicae, Radix Doronici germanici, Rhizoma Arnicae); Arnikawurzel (Bergwohlverleihwurzel, Mutterwurz, Stichwurz, Wohlverleihwurzel), der getrocknete „Wurzelstock“ mit den Wurzeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Echte Arnika wurde früher dem Schnupftabak zugesetzt, denn die getrockneten Blätter reizten die Nasenschleimhäute. Gemeinsam mit Huflattich und Königskerzenblüten wurde Arnika auch als Kräutertabak geraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders in der [[Homöopathie]] werden Arnika-[[Potenzieren (Homöopathie)|Potenzen]] häufig bei Blessuren (Ekchymose) eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten keinen Nutzeffekt dieser Präparate gegenüber Placebo feststellen, sei es präventiv oder therapeutisch.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Daniel P. Friedmann |Titel=Homeopathic Arnica: Smoke and Mirrors |Sammelwerk=Dermatologic Surgery |Band=42 |Nummer=1 |Datum=2016-01 |Seiten=128 |DOI=10.1097/DSS.0000000000000532 |PMID=26716711}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gewinnung ===&lt;br /&gt;
Da es schwierig ist, Arnika in größeren Mengen für die Heilmittelherstellung anzubauen, werden für die Herstellung etwa von Arnikaölen von Naturheilmittelherstellern wild gesammelte Blüten in größeren Mengen verwendet. Die Firma [[Weleda (Unternehmen)|Weleda]] etwa bezieht einen großen Teil ihres Jahresbedarfes von 1300&amp;amp;nbsp;kg getrockneten Arnikablüten aus den rumänischen Karpaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der Schwierigkeiten beim Anbau wurde zwischenzeitlich auch die nordamerikanische Wiesen-Arnika (&#039;&#039;Arnica chamissonis&#039;&#039; Less subsp. &#039;&#039;foliosa&#039;&#039; (Nutt.) Mag.) verwendet, die jedoch weniger Inhaltsstoffe enthält. Es ist gelungen, die Sorte „Arbo“ von Arnica montana zu züchten. Diese Sorte kann auf Feldern angebaut werden. Auf diese Weise werden die Wildvorkommen geschont.&amp;lt;ref&amp;gt;Sächsisches Staatsmnisterium für Umwelt und Landwirtschaft (Hrsg.): &#039;&#039;Arnika. Arnica montana. Biologische Viefalt in Sachsen.&#039;&#039; Dresden 2011, S. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Signatur und Heilwirkung aus geistiger Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Vrhov Dol (Pohorje) - navadna arnika (Arnica montana).jpg|thumb|„Die Arnikablüte (...) deutet mit ihrem orangefarbigen Schimmer und honigähnlichen Duft auf das Licht selbst.“ (Heinz Grill)]]&lt;br /&gt;
[[Heinz Grill]] charakterisiert aus geistiger Forschung die Signatur und die Heilwirkung der Arnika mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Eine der bedeutungsvollsten Heilpflanzen ist die Arnika oder, wie der deutsche Name in der Tradition heißt, Bergwohlverleih. Die Arnika kann sehr leicht mit der gelben Gemswurz verwechselt werden. Beim genauen Hinsehen ist aber die Arnika mehr von einer Kompaktheit gekennzeichnet und trägt einen zerzausten Blütenkorb, so als ob der Wind gerade in sie hineingefahren wäre. Die Arnika ist eine sehr kräftige Pflanze, die in der orangen Farbe an das Licht erinnert. Tatsächlich lebt sie im geistigen Bilde des Lichtes. Sie will das Licht auf der Erde versinnbildlichen. Wenn uns auf den Wegen über Wiesenhänge und zerklüftetes Hochgelände mit grasigen Schroten die Arnika anblickt, so blickt uns in Wirklichkeit eine Erinnerung aus dem Himmel an und will zeigen, dass das Licht das schöpferische und reine Urprinzip ist. In der Heilpflanzenkunde wird die Arnika überall dort verwendet, wo die Gewebe verletzt sind, vor allem wo Stauchungen und Prellungen den Körper in Mitleidenschaft gezogen haben. Diese Regionen brauchen für einen fortschrittlichen Heilsprozess sehr viel Lichtkräfte, damit sie sich erneut aus dem Trauma, das sie erfahren haben, durchgestalten können. Das Licht wirkt, über die Arnikapflanze verwendet, auf ein krankes Gewebe heilsam ein.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinz Grill |Titel=Der Archai und der Weg in die Berge. Eine spirituell-praktische Anleitung in der Ergründung der Wesensnatur des Berges |Auflage=2. |Verlag=Verlag für Schriften von Heinz Grill |Ort=Soyen |Jahr=2002 |Seiten=89–90 |ISBN=978-3-935925-65-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Licht ist der Ursprung, und dieses ist rein, unberührt und frei von den dualen Gegensätzen des Lebens. Die Arnika ist eine lichtreiche Pflanze und wirkt durch ihren [[Silicium|Kieselgehalt]] auf die kranken und verletzten Gewebe. Wenn man Arnika bei Verstauchungen und Quetschungen anwendet, so schirmt sie durch ihren gestaltenden Kieselcharakter das kranke Gewebe von weiteren Störungseinflüssen ab. Das Licht arbeitet dann gemäß der Natur und des schöpferischen Willens frei und so fördert es die Gesundheit im Bewegungsapparat. Arnika deutet durch ihre Festigkeit und Anziehung zugleich auf das heilende Licht, das in sich ein freies Leben und Weben besitzt. Das Licht ist Leben und Geben in einem Selbst. Diese stille Weisung verströmt die Blüte an ihren Betrachter. Er nimmt an ihrem Wesen und an ihrer Heilkraft durch seinen würdigenden Blick teil.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinz Grill |Titel=Der Archai und der Weg in die Berge. Eine spirituell-praktische Anleitung in der Ergründung der Wesensnatur des Berges |Auflage=2. |Verlag=Verlag für Schriften von Heinz Grill |Ort=Soyen |Jahr=2002 |Seiten=150 |ISBN=978-3-935925-65-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hartwig Abraham, Inge Thinnes: &#039;&#039;Hexenkraut und Zaubertrank. Unsere Heilpflanzen in Sagen, Aberglauben und Legenden.&#039;&#039; Freund, Greifenberg 1995, ISBN 3-924733-02-3.&lt;br /&gt;
* Detlef Arens: &#039;&#039;Sechzig einheimische Wildpflanzen in lebendigen Porträts.&#039;&#039; DuMont, Köln 1991, ISBN 3-7701-2516-9.&lt;br /&gt;
* Gertrud Scherf: &#039;&#039;Zauberpflanzen, Hexenkräuter – Magie und Mythos heimischer Wild- und Kulturpflanzen.&#039;&#039; blv, München 2002, ISBN 3-405-16219-X.&lt;br /&gt;
* Matthias Melzig, Eberhard Teuscher, Ulrike Lindequist: &#039;&#039;Biogene Arzneimittel. Ein Lehrbuch der Pharmazeutischen Biologie.&#039;&#039; 6., völlig neu bearbeitete Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2004, ISBN 3-8047-2073-0, S. 192–198.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Arnika}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Arnica montana|Echte Arnika (&#039;&#039;Arnica montana&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://linnaeus.nrm.se/flora/di/astera/arnic/arnimonv.jpg Verbreitung auf der Nordhalbkugel] aus: Eric Hultén, Magnus Fries: &#039;&#039;Atlas of North European vascular plants.&#039;&#039; 1986, ISBN 3-87429-263-0 bei [http://linnaeus.nrm.se/flora/di/astera/arnic/arnimon.html &#039;&#039;Den virtuella floran.&#039;&#039;] (schwed.)&lt;br /&gt;
* Thomas Meyer: [http://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Korbbluetler/arnica.htm#Echte Arnika Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei &#039;&#039;Flora-de: Flora von Deutschland&#039;&#039; (alter Name der Webseite: &#039;&#039;Blumen in Schwaben&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.heilpflanzen-welt.de/buecher/BGA-Kommission-E-Monographien/arnicae-flos-arnikablueten.htm Arnikablüten-Monographie (Kommission E, Bundesgesundheitsamt Berlin)]&lt;br /&gt;
* [http://www.awl.ch/heilpflanzen/arnica_montana/arnika.htm awl.ch – &#039;&#039;Arnica montana&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Blumen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krautartige Pflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korbblütler (Asteraceae)]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Arnika}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Olivenbaum_(Olea_europaea)&amp;diff=621726</id>
		<title>Olivenbaum (Olea europaea)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Olivenbaum_(Olea_europaea)&amp;diff=621726"/>
		<updated>2025-04-13T08:21:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Einzelnachweise */ Korrektur Ziel Vorlage Wikipedia&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Olivenbäume Umbrien.jpg|mini|Olivenbäume (&#039;&#039;Olea europaea&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Olivenbaum&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Olea europaea&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Echter Ölbaum&#039;&#039;&#039; genannt, ist ein mittelgroßer, im Alter oft knorriger Baum aus der Gattung der [[Wikipedia:Ölbäume|Ölbäume]] (&#039;&#039;Olea&#039;&#039;), die zur Familie der [[Wikipedia:Ölbaumgewächse|Ölbaumgewächse]] (Oleaceae) gehört. Er wird seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. als [[Nutzpflanze]] kultiviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Habitus und Stamm ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Old olive tree in Karystos, Euboia, Greece.jpg|mini|Stamm eines alten Olivenbaums.]]&lt;br /&gt;
Der Olivenbaum wächst als reich verzweigter, [[Immergrüne Pflanze|immergrüner]] [[Baum]] oder [[Strauch]] und erreicht (je nach Sorte) Wuchshöhen von 10 bis zu 20&amp;amp;nbsp;Meter. Die wilden Olivenbäume sind kleiner als die Züchtungen. Junge Zweige sind etwas kantig. Die grüngraue, glatte Rinde junger Zweige, die Blattstiele und die Blattspreite sind intensiv silber-grau oder rostfarben beschuppt, die Rinde wird im Alter zu einer rissigen [[Borke]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Olivenbaum benötigt viel Zeit zum Wachsen, kann jedoch mehrere hundert Jahre alt werden. Das älteste bekannte Exemplar in Vouves auf Kreta ([[Griechenland]]) wird auf 4000 Jahre geschätzt. Da das Innere des Baumes zur [[w:Baumringanalyse|genaueren Bestimmung]] fehlt, geht man von mindestens 2000 Jahren aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.kathimerini.gr/787195/article/epikairothta/ellada/h-ghraia-elia-twn-voyvwn-shmantiko-a3io8eato-toy-nomoy-xaniwn &#039;&#039;Der alte Olivenbaum von Vouves, ein wichtiger Meilenstein von Chania.&#039;&#039;] kathimerini.gr, abgerufen am 23.&amp;amp;nbsp;Februar 2016 (griechisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere sehr alte Olivenbäume befinden sich in [[Spanien]]: ein Exemplar in Tarragona ist über 1700 Jahre alt, ein weiterer 1200 Jahre alter Baum steht in Castellón.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.lavanguardia.com/vida/20150618/54432379556/el-olivo-mas-viejo-de-espana-tiene-1-701-anos-y-esta-en-ulldecona-tarragona.html &#039;&#039;El olivo más viejo de España tiene 1.701 años y está en Ulldecona&#039;&#039;] (dt.: Der älteste Olivenbaum in Spanien ist 1701 Jahre alt und steht in Ulldecona).Lavanguardia.com, abgerufen am 23.&amp;amp;nbsp;Februar 2016 (spanisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Olivenbäume in den [[Hain|Olivenhainen]] werden zur besseren Ernte beschnitten, damit sie kleiner bleiben. Dabei gilt im Allgemeinen die Regel: je krummer und knorriger, desto besser der Ertrag.&amp;lt;!-- da wird es schwer sein einen Beleg zu finden für die zwei Sätze.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wurzel ===&lt;br /&gt;
Die Entwicklung und der Wuchs der [[Wurzel (Pflanze)|Wurzeln]] hängt maßgeblich von der Lockerheit des Bodens ab. Ein lockerer Boden bewirkt ein nahezu senkrechtes Wachstum bis zu 7&amp;amp;nbsp;m in die Erde; ist der Nährboden jedoch fest und felsig, entwickeln sich die Wurzeln eher flach und bilden ein verzweigtes Netzwerk um den Stamm herum. Im Allgemeinen befinden sich die meisten Wurzeln, unabhängig von der Bodenbeschaffenheit, jedoch in etwa 1&amp;amp;nbsp;m Tiefe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Barranco+al1998&amp;quot; /&amp;gt; Jede Hauptwurzel der Olive kann einem bestimmten Hauptast zugeordnet werden – entfernt man diesen Ast, degeneriert im Boden der gesamte Wurzelabschnitt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blatt ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Olea europaea subsp europaea Leafs.jpg|mini|Vorder- und Rückseite der Laubblätter des Europäischen Olivenbaumes.]]&lt;br /&gt;
Der Olivenbaum ist eine [[immergrüne Pflanze]], das heißt, er verliert zu keiner Jahreszeit all sein Laub, sondern mehrere Jahre alte Blätter werden jahreszeitunabhängig abgeworfen. Die gegenständigen, kleinen [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 2 bis 5&amp;amp;nbsp;mm lang. Die einfache, ledrige Blattspreite ist schmal lanzettlich bis elliptisch, selten schmal eiförmig, 1,5 bis 10&amp;amp;nbsp;cm lang, 0,5 bis 2&amp;amp;nbsp;cm breit, ganzrandig und läuft lanzettenförmig spitz nach vorne zu. Auf beiden Seiten der Mittelrippe befinden sich 5 bis 11 Hauptseitennerven. Die Blattoberseite ist graugrün. Die silbrig glänzende und grau gefärbte Blattunterseite besitzt kleine Härchen; sie sind als Sternhaare oder sternförmige Schuppenhaare ausgebildet, die die Wasserabgabe des Baumes vermindern, indem sie die Diffusion von Wasserdampf aus den Spaltöffnungen vermindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blütenstand und Blüte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Olivenblüten.jpg|mini|Blüten mit Blütenstaub]]&lt;br /&gt;
Abhängig vom Verbreitungsgebiet blühen Olivenbäume von Ende April bis Anfang Juni. An end- oder seitenständigen, 2 bis 4&amp;amp;nbsp;cm langen, [[Rispe|rispigen]] [[Blütenstände]]n stehen zwischen 10 und 40 Blüten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fast sitzenden, vierzähligen [[Blüte]]n des Olivenbaumes sind zwittrig, können aber funktional eingeschlechtig sein und besitzen eine doppelte Blütenhülle (Perianth). Die vier [[Kelchblatt|Kelchblätter]] sind 1 bis 1,5&amp;amp;nbsp;mm lang. Die vier weißen bis gelblichen, 2,5 bis 4&amp;amp;nbsp;mm langen [[Kronblatt|Kronblätter]] sind zu einer etwa 1&amp;amp;nbsp;mm langen Kronröhre verwachsen, die in vier elliptisch-länglichen, involuten, 1,5 bis 3&amp;amp;nbsp;mm langen Kronlappen endet. Jede Blüte enthält zwei [[Staubblatt|Staubblätter]] und zwei [[Fruchtblatt|Fruchtblätter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der Baum durch Trockenheit oder Nährstoffmangel etwa sechs Wochen vor der Blüte gestresst, verringert sich der Ertrag, weil die Blütenzahl vermindert wird und Blüten nicht zum Fruchten kommen. Die meisten Sorten sind selbstbefruchtend, wobei Fremdbestäubung meist den Ertrag steigert. Einige Sorten sind jedoch auf Fremdbestäubung angewiesen und brauchen ein genetisch verschiedenes Exemplar zur Bestäubung. Die Blüte wird über den Wind bestäubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frucht und Samen ===&lt;br /&gt;
Es wird eine einsamige [[Steinfrucht]], die Olive, gebildet. Die ellipsoide bis fast kugelige Steinfrucht weist eine Länge von 0,7 bis 4&amp;amp;nbsp;cm und einen Durchmesser von 1 bis 2&amp;amp;nbsp;cm auf. Der harte „Kern“, der Samen, ist von weichem Fruchtfleisch umgeben. Die Farbe der unreifen Oliven ist grün, die der reifen schwarz oder violett/braun. Am ertragreichsten ist ein Olivenbaum nach etwa 20 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durchschnittliche Zusammensetzung des Fruchtfleisches einer Olive besteht aus:&amp;lt;ref name=&amp;quot;BelitzGrosch1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! in Gewichts-%    !! frische Oliven  !! grüne, milchsaure Oliven&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wasser           || 50–70           || 61–81&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fette            || 6–30            || 9–28&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| red. Zucker      || 2–6             || –&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rohprotein       || 1–3             || 1–1,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rohfaser         || 1–4             || 1,4–2,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Asche            || 0,6–1           || 4,2–5,5&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Olive ist eine mediterrane [[Steinfrucht]]. Sie ist wegen ihrer Bitterkeit roh nicht genießbar, aber nach mehrmaligem Einlegen in Wasser, bei dem die Bitterstoffe ausgeschwemmt werden, essbar. Echte Schwarze Oliven sind voll ausgereifte grüne (olivgrüne) Oliven. Oft werden jedoch grüne, mit Eisengluconat schwarz gefärbte Oliven verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
90 % der Oliven werden zu Olivenöl gepresst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Handel]] erhältlich sind Oliven auch in modifizierter Form. Üblich ist dabei die Füllung der grünen Olive (mit Paprika, [[Mandel]]n) sowie das Einlegen/Marinieren der ganzen oder entkernten Früchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Öl eingelegte Oliven sind ohne weitere Konservierungsstoffe relativ lange haltbar und werden auch nicht von Schädlingen befallen, was zumindest zum Teil ihre große Bedeutung für die mediterrane Küche erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Olivenbaum zeigt, wie andere fruchtende Bäume auch, das Phänomen der [[w:Alternanz (Gartenbau)|Alternanz]]; sein Fruchtertrag schwankt also in zweijährigem Rhythmus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Blühender Olivenbaum.jpg|Blütenstände.&lt;br /&gt;
Olive small fruits.jpg|Fruchtansatz nach der Blüte.&lt;br /&gt;
Olive fruit on the branch (Camargue, France - 2004).jpg|Unreife Olive in der Camargue.&lt;br /&gt;
OlivenReif.jpg|Reife Oliven am Zweig.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heimat ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olea europa.jpg|mini|Fossile Blattabdrücke von &#039;&#039;Olea europaea&#039;&#039; aus Fira/Santorin (GR), Alter 54.000 Jahre]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wilde Olive hat ein weit auseinanderliegendes, nicht zusammenhängendes natürliches Vorkommen: Mittelmeergebiet, [[Naher Osten]] und Südafrika. Davon stark verschieden ist das Anbaugebiet der heutigen Kultursorten (siehe [[#Verbreitung|Anbau/Verbreitung]]). In der Forschung stand lange die Theorie im Raum, dass die Olive von Menschen in den Mittelmeerraum gebracht worden sei. Fossile Funde von Blattabdrücken von &#039;&#039;Olea europea&#039;&#039; auf der Insel Santorin widerlegen diese These. Die Blätter wurden von den Ascheablagerungen des Vulkans Thera bei einem Ausbruch vor 54.000 Jahren eingeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
Der Olivenbaum ist ein wichtiges Element der mediterranen Vegetation und Kulturlandschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Olivenbaum gedeiht im mediterranen Klima, also bei Jahresmitteltemperaturen von 15 bis 20&amp;amp;nbsp;°C und Jahresniederschlägen von 500 bis 700&amp;amp;nbsp;mm am besten, mindestens sind 200&amp;amp;nbsp;mm nötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für mediterrane Pflanzengesellschaften mit Olivenbäumen:&lt;br /&gt;
:Ägäischer Ölbaum-Pistazien-Hartlaubwald (Oleo-Ceratonion): Von der Ölbaum-Pistazien-Hartlaubwald-Formation gibt es klimaabhängige Variationen. Überall sind neben der Wildform des Ölbaums (&#039;&#039;Olea europaea&#039;&#039; var. &#039;&#039;sylvestris&#039;&#039;) aber folgende Arten vertreten: Johannisbrotbaum (&#039;&#039;Ceratonia siliqua&#039;&#039;), Wilde Pistazie (&#039;&#039;Pistacia lentiscus&#039;&#039;). Die Pflanzengesellschaften dieses Verbandes besiedeln meist den Küstenbereich und kommen nur bis in eine Höhenlage von etwa 200&amp;amp;nbsp;m NN auf tiefgründigen Böden und bei einem subhumiden Klima vor. In Lagen mit Luveffekten werden diese Waldgesellschaften jedoch schon ab 100&amp;amp;nbsp;m NN von &#039;&#039;Quercus pubescens&#039;&#039; verdrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Auch in der Türkei ist der Olivenbaum (&#039;&#039;Olea europaea&#039;&#039;) Bestandteil des Hartlaubwaldes der Tiefenlagen, weitere wichtige Arten sind [[Steineiche|Stein-Eiche]] (&#039;&#039;Quercus ilex&#039;&#039;), Kermes-Eiche (&#039;&#039;Quercus coccifera&#039;&#039;), Johannisbrotbaum (&#039;&#039;Ceratonia siliqua&#039;&#039;) und &#039;&#039;Pinus brutia&#039;&#039; (Kalabrische Kiefer).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rocche-di-Cusa-bjs-4.jpg|mini|Olivenhain auf Sizilien]]&lt;br /&gt;
[[Datei:OlivenAnbauBeiJaén.jpg|mini|Oliven-Anbaugebiet bei Jaén in [[Spanien]]]]&lt;br /&gt;
Der Olivenbaum wächst in allen Gebieten um das Mittelmeer und zum Teil auch um das Schwarze Meer, d.&amp;amp;nbsp;h. in Gebieten, die keine extremen Klimabedingungen aufweisen. Er kann hohe Hitze ertragen, leidet aber leicht durch Frost in kalten Wintern, wodurch nicht nur die Ernte einzelner Jahre, sondern der Bestand ganzer Plantagen bedroht ist. Er gilt als Charakterpflanze der mediterranen Pflanzenwelt und weist die Gebiete, in denen er gedeiht, als Gebiete mit mediterranem oder Mittelmeerklima aus. Es wurde immer wieder versucht, das Anbaugebiet des Olivenbaums nach Norden und in rauere Gebiete zu erweitern. Diese oft über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte erfolgreichen Versuche schlugen letztendlich aber immer wieder fehl, das letzte Mal im Februar 1956, als ein Kälteeinbruch aus Osteuropa Millionen von Olivenbäumen in Südfrankreich, Italien und Spanien vernichtete. Derzeit befindet sich die nördlichste Anpflanzung Europas in Köln. Hier wurden seit 2008 über 170 Olivenbäume gesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Imgrund2008&amp;quot; /&amp;gt; Olivenbäume in Österreich zu kultivieren, wurde erstmals 2016 in Mörbisch am See begonnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://burgenland.orf.at/v2/news/stories/2887430/ &#039;&#039;Oliven aus Mörbisch.&#039;&#039;] orf.at, 4. Jänner 2018, abgerufen 22. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der neuzeitlichen Kolonisation wird der Olivenbaum auch in entsprechenden Klimaten Nord- und Südamerikas, wo er erstmals im Jahr 1560 in Lima durch die spanischen Eroberer angepflanzt wurde, sowie weiterhin in Australien, Südafrika und Japan angebaut. Alle Anbaugebiete des Olivenbaums liegen zwischen dem 30. und dem 45. Grad nördlicher bzw. südlicher Breite mit Ausnahme einiger äquatornäherer Höhenlagen, etwa in Peru, wohin er von den spanischen Konquistadoren im 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gebracht wurde. Von dort aus gelangte er über Mexiko bis Kalifornien und Hawaii.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vermehrung ===&lt;br /&gt;
Die Olivenkerne werden durch Vögel verbreitet, die die Früchte fressen. Olivenbäume in Kultur werden allerdings meist über Stecklinge vermehrt. Die so entstehenden Pflanzen sind genetisch identisch (siehe Klonen). Damit haben die Jungpflanzen alle Eigenschaften der für die Vermehrung ausgewählten Mutterpflanze, sind aber auch alle auf gleiche Weise anfällig für Krankheiten und Schädlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Olive harvest 2014.webm|mini|links|maschinelle Olivenernte in Neuseeland]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tree harvest.jpg|mini|Olivenernte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:OlivenNetzSauerklee.jpg|mini|Oliven im Sammelnetz]]&lt;br /&gt;
Von der Jungpflanze bis zum ersten Ertrag dauert es oft sieben Jahre. Die Ernte findet je nach Gebiet ab Mitte Oktober, teilweise bis in den März statt. Wer nach Kalabrien kommt, wird aus der Ferne immer wieder rote Flächen sehen; dies sind feine Netze, die ausgelegt werden, um die Oliven aufzufangen. In Sizilien z.&amp;amp;nbsp;B. werden die Netze immer wieder verschoben, da traditionell von Hand gepflückt wird oder mit einer Art Kamm und man nicht wartet, bis die Oliven von selbst zu Boden fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in Griechenland verwendet man Netze, um die herabgefallenen oder herabgeschlagenen Oliven aufzufangen. Die Ernte der Öl-Oliven erfolgt teilweise durch Absägen ganzer Äste, von denen anschließend die Oliven maschinell abgeschlagen werden. Größere Stücke des Holzes dienen dabei traditionell als Brennholz, dünne Äste werden später an Ort und Stelle verbrannt. Diese Erntemethode geht mit dem starken Rückschnitt der Bäume, die überwiegend an den zweijährigen Trieben Früchte tragen, einher, der den Baum auf einer erntegerechten Größe hält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erntemethode ist auch davon abhängig, ob der Bauer unreife grüne oder  ausgereifte dunkeloliv-schwarze Früchte erfassen möchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krankheiten und Schädlinge ==&lt;br /&gt;
* Ein Befall durch Blattläuse an den jungen Trieben im Frühjahr kann zur Verkümmerung von Trieben, Blättern oder Blüten und damit zu späteren Ernteverlusten führen.&lt;br /&gt;
* Das [[Bakterium]] &#039;&#039;Xylella fastidiosa&#039;&#039; (dt. Feuerbakterium) – es verursacht die Rebstock-Krankheit [[w:Pierce-Krankheit|Pierce-Krankheit]] – infiziert auch Olivenbäume: es bewirkt die Austrocknung und das Absterben der Pflanzen. Sein Weg aus [[Nordamerika|Nord-]] und [[Lateinamerika]] nach [[Südeuropa]] ist dabei unklar, ein Heilmittel ist bisher nicht gefunden. Die direkte Übertragung erfolgt durch Zikaden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Feuerbakterien&amp;quot; /&amp;gt; 2013 trat das Bakterium zum ersten Mal auf 8.000 [[Hektar]] (ha) in Süditalien auf, Anfang 2015 müssen auf schätzungsweise nun 230.000 ha hunderttausende Olivenbäume nach Befall gefällt werden, eine weitere rasche Ausbreitung wird befürchtet. Zusätzlich muss für eine effektive Vorbeugung der weiteren Ausbreitung das Gras in der gesamten Gegend gemäht sowie der [[Bodenkunde|Boden]] umgepflügt und Pestizide eingesetzt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BZ Müller-Meiningen 26-3-015&amp;quot;&amp;gt;Badische-zeitung.de, 26. März 2015, Julian Müller-Meiningen: [http://www.badische-zeitung.de/panorama/feuerbakterium-toetet-olivenbaeume-in-sueditalien--102459529.html &#039;&#039;Feuerbakterium tötet Olivenbäume in Süditalien&#039;&#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Universität Foggia werden seit November 2015 Versuche unternommen, die baumeigene Produktion von Phytoalexinen zu steigern, die von Natur aus nach dem Eindringen von Mikroorganismen zur Abwehr im betroffenen Gewebe selbst neu produziert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Ylenia Granitto: [https://www.oliveoiltimes.com/business/europe/strategy-contain-xylella-fastidiosa-organically-shows-promise/52687 &#039;&#039;Strategy to Contain Xylella Fastidiosa Organically Shows Promise&#039;&#039;], in: Olive Oil Times, abgerufen am 22. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Olivenfruchtfliege (&#039;&#039;Bactrocera oleae&#039;&#039;) ist der gefürchtetste Schädling der Olivenhaine: sie legt ihre Eier in die reifenden Früchte, die durch ihre Maden verdorben werden. Außerdem überträgt sie die Tuberkelkrankheit (s.&amp;amp;nbsp;u.).&lt;br /&gt;
* Olivenschildlaus: Der Befall der Bäume durch diese spezielle Schildlaus kann sowohl die Menge als auch die Qualität der Ernte erheblich mindern.&lt;br /&gt;
* Die vom Polsterförmigen Feuerschwamm (&#039;&#039;Fomitiporia punctata&#039;&#039;), einem [[Pilze|Pilz]], verursachte Stammfäule zersetzt nach und nach das Stamminnere des Baumes. Meist wird die betroffene Stelle ausgeschnitten oder ausgeschabt, allerdings infizieren diese Pflegemaßnahmen meist das freigelegte gesunde Gewebe erneut.&lt;br /&gt;
* Die Tuberkelkrankheit (&#039;&#039;Pseudomonas syringae subsp. savastanoi pv. oleae&#039;&#039;), eine weitere [[Bakterien]]krankheit, verursacht extreme Wucherungen, das Absterben von Zweigen und Ästen und mindert die Qualität und Menge der Ernte. Sie wird durch die Olivenfruchtfliege übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Signatur und geistige Bedeutung der Olive ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olivenbäume, Olivo - panoramio.jpg|thumb|„Der Olivenbaum spendet Lebenskräfte und nimmt den Menschen wie schützend auf.“ (Heinz Grill)]]&lt;br /&gt;
Die folgenden Gedanken zur geistigen Bedeutung der Olive formulierte [[Heinz Grill]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Olive sowie der Olivenbaum tragen eine sehr angenehme und große Lebenskraft in ihrem&lt;br /&gt;
Wesen. Wer beispielsweise durch einen Olivenhain geht, bemerkt eine zarte Stärkung mit wohligem&lt;br /&gt;
Aufgenommensein der Gefühle für den Körper und für das Empfinden der Erde. Er fühlt sich wie&lt;br /&gt;
geschützt, von silbrig zartem Licht umwoben und der Atem wird ganz natürlich ruhiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Olivenbaum spendet Lebenskräfte und nimmt den Menschen wie schützend auf.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=iDbcky3I9Zc &#039;&#039;MEDITATION Olivenbaum TEIL 2&#039;&#039;], Meditationsinhalt 192 von Heinz Grill, abgerufen 22. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Olivenbaum}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Mei-chen Chang, Lien-ching Chiu, Zhi Wei, Peter S. Green: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&amp;amp;taxon_id=200017804 &#039;&#039;Olea europaea&#039;&#039;]&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Fritz Grohmann&lt;br /&gt;
   |Titel=Flora of West Pakistan 59: Oleaceae&lt;br /&gt;
   |Verlag=Stewart Herbarium, Gordon College (u.&amp;amp;nbsp;a.)&lt;br /&gt;
   |Ort=Rawalpindi&lt;br /&gt;
   |Datum=1974&lt;br /&gt;
   |Seiten=10&lt;br /&gt;
   |Online=[http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=5&amp;amp;taxon_id=200017804 online]}} (Abschnitt Beschreibung).&lt;br /&gt;
* [https://pfaf.org/user/Plant.aspx?LatinName=Olea+europaea &#039;&#039;Der Olivenbaum.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant for the Future&#039;&#039; (Abschnitt Nutzung).&lt;br /&gt;
* René T. J. Cappers: &#039;&#039;Roman foodprints at Berenike. Archaeobotanical evidence of subsistence and trade in the Eastern Desert of Egypt.&#039;&#039; Cotsen Institute of Archaeology, University of California, Los Angeles 2006, ISBN 1-931745-26-9.&lt;br /&gt;
* Victor Hehn: &#039;&#039;Olive, Wein und Feige. Kulturhistorische Skizzen.&#039;&#039; Hrsg. von Klaus von See unter Mitwirkung von Gabriele Seidel-Leimbach. Insel, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-458-33127-1.&lt;br /&gt;
* Alexander von Lingelsheim: &#039;&#039;Oleaceae. Oleolidae. Fraxinae et Syringeae.&#039;&#039; In: Adolf Engler: &#039;&#039;Das Pflanzenreich.&#039;&#039; Band 72, W. Engelmann, Leipzig 1920, [http://bibdigital.rjb.csic.es/ing/Libro.php?Libro=1819 online].&lt;br /&gt;
* Charles R. Metcalfe, L. Chalk: &#039;&#039;Anatomy of the Dicotyledons.&#039;&#039; 3 Bände, Oxford University Press, Oxford ²1987–1989, ³1998, ISBN 0-19-854593-2.&lt;br /&gt;
* D. B. Sandy: &#039;&#039;The production and use of vegetable oils in Ptolemaic Egypt.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bulletin of the American Society of Papyrologists.&#039;&#039; Suppl. 6, 1989, S.&amp;amp;nbsp;1–136.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Olea europaea|Olivenbaum (&#039;&#039;Olea europaea&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.kuebelpflanzeninfo.de/exot/olivenbaum.htm Anleitung zur Kultivierung als Topf- oder Kübelpflanze] bei &#039;&#039;www.kuebelpflanzeninfo.de&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Barranco+al1998&amp;quot;&amp;gt;Diego Barranco, Ricardo Fernández-Escobar, Luis Rallo: &#039;&#039;El cultivo del olivo.&#039;&#039; 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Junta de Andalucía. Consejería de Agricultura y Pesca; Ediciones Mundi-Prensa, Sevilla/Barcelona 1999, ISBN 84-7114-819-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;BelitzGrosch1995&amp;quot;&amp;gt;Hans-Dieter Belitz &amp;amp; W. Grosch: &#039;&#039;Lehrbuch der Lebensmittelchemie.&#039;&#039; 4., überarb. Auflage, korrigierter Nachdruck. Springer, Berlin 1995, ISBN 3-540-55449-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Imgrund2008&amp;quot;&amp;gt;Bernd Imgrund: &#039;&#039;111 Kölner Orte die man gesehen haben muss.&#039;&#039; emons, Köln 2008, ISBN 3-89705-618-6, S.&amp;amp;nbsp;146.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Feuerbakterien&amp;quot;&amp;gt;Spiegel online: [https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/feuerbakterien-sueditalien-bangt-um-olivenhaine-a-934825.html &#039;&#039;Baumsterben: Feuerbakterium zerstört Süditaliens Olivenhaine&#039;&#039;], abgerufen am 22. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4172414-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Laubbäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ölpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fruchtgemüse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinfrüchte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Olivenbaum}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Horus_(%C3%84gyptische_Mythologie)&amp;diff=621725</id>
		<title>Horus (Ägyptische Mythologie)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Horus_(%C3%84gyptische_Mythologie)&amp;diff=621725"/>
		<updated>2025-04-13T08:17:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Einzelnachweise */ Korrektur Ziel Vorlage Wikipedia&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ägyptische Gottheit&lt;br /&gt;
|TITEL = Horus&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM = &amp;lt;hiero&amp;gt;G5&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM-ERKLÄRUNG = Horusfalke&lt;br /&gt;
|NAME-ERWEITERT = im [[Wikipedia:Altägyptische Sprache|Altägyptischen]] auch:&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;H-Hr:r&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME-ERKLÄRUNG = Horus&amp;lt;br /&amp;gt;(&#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|NAME2-ERWEITERT = in den [[Wikipedia:Sargtexte|Sargtexte]]n auch:&lt;br /&gt;
|NAME2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;N31-i&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|TRANSKRIPTION = &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|GRIECHISCH = &#039;&#039;&#039;Horos&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|KOPTISCH = &#039;&#039;&#039;{{Unicode|ϩⲱⲣ}}&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;(Hôr)&lt;br /&gt;
|BILD1 = Horus standing.svg&lt;br /&gt;
|BILD1-BREITE = 150px&lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG = Horus&lt;br /&gt;
|BILD2 = Horus as falcon.svg&lt;br /&gt;
|BILD2-BREITE = 150px&lt;br /&gt;
|BILD2-BESCHREIBUNG = Horus als Falke&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Horus&#039;&#039;&#039; (oder &#039;&#039;&#039;Horos&#039;&#039;&#039;) war ein Hauptgott der frühen [[Ägyptische Mythologie|ägyptischen Mythologie]]. Ursprünglich ein Himmelsgott, war er außerdem Königsgott, ein Welten- oder Lichtgott und Beschützer der Kinder. Das selbst schutzbedürftige Horuskind wurde als &#039;&#039;&#039;Hor-pa-chered&#039;&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;&#039;Har-pa-chered&#039;&#039;&#039; („Horus, das Kind“) verehrt. In Gestalt des &#039;&#039;&#039;Harsiese&#039;&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;&#039;Harsiesis&#039;&#039;&#039; („Horus, Sohn der Isis“) wurde es insbesondere als Sohn der [[Isis]] aufgefaßt. In seiner Erscheinungsform als auf der [[w:Schwimmende Insel|schwimmenden Insel]] [[Chemmis]] in den Sümpfen des [[Nil]]deltas heranwachsendes Kind wurde er &#039;&#039;&#039;Harachbit&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Hor-ach-bit&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Haremachbit&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Hor-em-ach-bit&#039;&#039;&#039;) genannt. Zur Zeit des [[Hellenismus]] wurde das Horus-Kind schließlich als &#039;&#039;&#039;Harpokrates&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt| Ἁρποκράτης}}) bezeichnet und bildete zusammen mit [[Serapis]] und [[Isis]] eine besonders in [[Alexandria]] verehrte Göttertriade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Horus&#039;&#039; ist die latinisierte Form des ägyptischen Wortes &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w&#039;&#039;, das vielfach auch als Hor wiedergegeben wird. Übersetzt wird es mit „der Ferne“ oder „Der oberhalb ist“ und bezieht sich auf seinen Status als Himmelsgott. Wie andere Götter, so erhielt aber auch Horus verschiedene Beinamen:&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der von Hierakonpolis.&lt;br /&gt;
*Der große Gott, der Herr des Himmels.&lt;br /&gt;
*Der große Gott, der Buntgefiederte.&lt;br /&gt;
*Der vom Abaton.&lt;br /&gt;
*Der Fürst von Buhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darstellung ==&lt;br /&gt;
Abbildungen des Gottes Horus zählen sicherlich zu den zahlreichsten eines Gottes in Ägypten. Er ist sowohl in Texten als auch in bildlichen Darstellungen fast allgegenwärtig. Horus wird als Falke oder auch als Mensch mit Falkenkopf, auf dem zuweilen eine Doppelkrone sitzt, dargestellt. In der römischen Zeit erfolgte die Darstellung des Gottes als Legionär.&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Horus hat in der geschichtlichen Entwicklung der ägyptischen Mythologie zahlreiche Veränderungen erfahren: Es entstanden unterschiedliche Wesensformen in Falkengestalt, die jeweils in einen eigenen Mythos eingebettet sind und deswegen unterschiedliche Eigenschaften und Kultorte haben. Der gesamte Mythos um Horus ist deshalb sehr vielschichtig und erscheint zuweilen sehr kompliziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das älteste Wesen des Gottes Horus war jedoch das eines Himmelsgottes. &lt;br /&gt;
Die beiden Himmelskörper [[Sonne]] und [[Mond]] galten als die Augen des Gottes, wobei das rechte Auge das &#039;&#039;Sonnenauge&#039;&#039; und das linke das &#039;&#039;Mondauge&#039;&#039; ist. Um beide Augen ranken sich verschiedene Mythen. Seine Flügelspitzen berührten die Grenzen der Erde. Ein aus der Frühzeit stammendes Bildsymbol, das ein Flügelpaar, die von [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] stammende Sonnenbarke und einen darüber sitzenden Falken zeigt, wird als Kontamination verschiedener Himmelsbilder angesehen. Diese Darstellung gilt als Vorläufer der später häufig auftauchenden Symbols der „Flügelsonne“ ([[Wikipedia:Behedeti|Behedeti]]).&amp;lt;ref&amp;gt; W. Helck/E. Otto: &#039;&#039;Kl. Lexikon der Ägyptologie.&#039;&#039; S. 127.&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Bedeutung als Emblem eines siegreichen Volkes avancierte Horus zum Kriegsgott und zum kriegsbringenden Führer,&amp;lt;ref&amp;gt; Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens.&#039;&#039; S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch der Glaube entstand, der König (Pharao) sei dessen irdische Verkörperung. Seit dieser Zeit trugen die Könige Ägyptens den Falkengott Horus in ihrer Titulatur. Die Bedeutung von Horus als Himmels- und Königsgott wird als gleich alt bzw. zeitgleich angesehen. Dadurch, dass die Könige zur selben Zeit den Gott [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] verehrten, kam es zu einer Identifizierung des Horus mit der Sonne. Der zur Staatsreligion gegensätzlichen Vorstellung des Volkes zufolge war Horus jedoch zwischenzeitlich mit dem Sohn des Osiris gleichgesetzt worden. Die so entstandenen Wechselbeziehungen beider Identifizierungen eines Gottes führten zu einer verschiedenen Mythenbildung. Trotz der Unterschiede dieser beiden Horus-Götter verschmolzen die Ägypter den Sonnen-Horus in späterer Zeit mit dem gleichnamigen Gott des Osiriskultes zu einem Gott Horus. Allerdings führte dieser Verschmelzungsprozess in verschiedenen Kultzentren zu verschiedenen Ergebnissen, so das es schließlich fünfzehn verschiedene Horus-Götter gab. Trotz dieser vielen Sonderformen kann durch die Abstammungsgeschichte, die Horus im Mythos zugeschrieben wurde, eine grobe Einteilung vorgenommen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Als Sohn von [[Atum]] oder [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]], von [[Geb (Ägyptische Mythologie)|Geb]] oder [[Nut (Ägyptische Mythologie)|Nut]], gehört Horus zum Sonnenkult.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Als Sohn der [[Isis]] und des [[Osiris]] gehört er zum [[Osiriskult]].&amp;lt;ref&amp;gt; Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens. &#039;&#039;S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Formen des Gottes Horus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable zebra&amp;quot; style=&amp;quot;border:2px solid gray; border-collapse:collapse; width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;10%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Name&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;20%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Darstellung in Hieroglyphen&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;15%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Transkription&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;40%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|kurze Beschreibung/Bedeutung&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;15%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Namensvariante&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Behedeti|Behedeti]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5- F18-D46-X1-O49: &amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;(Horus von Edfu)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;hiero&amp;gt;F18-D46-X1-O49: &amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;(Der von Edfu)&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥrw Bḫdtj}}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Der von Edfu“. Ursprünglich aus dem 4./5. unterägyptischen Gau.&lt;br /&gt;
| Horus von Edfu&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harachte|Harachte]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-N27:X1*Z4&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥrw3ḫtj}}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Der horizontische Horus&#039;&#039;, „Horus der beiden Horizonte“. Gott der Morgensonne. Eine Unterform des Gottes Horus.&lt;br /&gt;
| Hor-Achti&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harendotes|Harendotes]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt; G5-Aa27-W24-M17-X1:I9&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥ r-n ḏ -jt}}=f&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Horus, der seinen Vater schützt“. Schutzgottheit.&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harmachis|Harmachis]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-Aa15:N27&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥrw m ḫt }}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Horus im Horizont“. Personifikation der aufgehenden Sonne. Berühmteste Darstellung: [[Wikipedia:Große Sphinx von Gizeh|Große Sphinx von Gizeh]].&lt;br /&gt;
| Houroun (franz.)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Haroeris|Haroeris]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-G36:D21-A40&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥr wr }}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus der Große&#039;&#039; oder &#039;&#039;Horus der Alte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Her-ur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harpare|Harpare]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5:Z1-p:N6&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w-p3-R{{Unicode|ʿ}}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus, die Sonne.&#039;&#039; Kind in der Triade von [[Wikipedia:Month|Month]] und [[Wikipedia:Rat-taui|Rat-taui]]. Wird in [[Wikipedia:Medamud|Medamud]], [[Wikipedia:Armant|Armant]] und [[Wikipedia:at-Tōd|at-Tōd]] verehrt. Der Gott schützt den König vor Krankheit und Unheil.&lt;br /&gt;
| Harp-Re&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harpokrates|Harpokrates]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-G40-F32:D21:D46-A40&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w-p3-{{Unicode|ẖ}}rd&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus, das Kind.&#039;&#039; Fruchtbarkeitsgott; Personifikation der aufgehenden Sonne und des Gottessohnes.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harsiese (Ägyptische Mythologie)|Harsiese]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-G39-Q1-X1:H8&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥr  z3 3st }}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus, Sohn der Isis&#039;&#039;. Bezeichnung für den Gott Horus als Kind.&lt;br /&gt;
| Harsiesis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Semataui|Semataui]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;F36-N16:N16&amp;lt;/hiero&amp;gt;  auch  &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-F36-N16:N16&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Sm{{Unicode|3-t3}}wj&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Vereiniger der beiden Länder“.&lt;br /&gt;
| Harsomtus, Somtus&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Haroeris ist beispielsweise eine sehr frühe Abspaltung des Gottes. Entsprechend der jeweiligen Wesensform erfolgt auch die bildliche Darstellung unterschiedlich. So wird z. B. Harpokrates seit dem [[Wikipedia:Altes Reich (Ägypten)|Alten Reich]] als nacktes Kind mit der Jugendlocke und einem Finger im Mund dargestellt.&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonders deutlich werden diese Unterschiede aber erst durch die Hieroglyphenschreibungen, die Transkription und die Übersetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für das Königtum ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Egypte louvre 290.jpg|thumb|Horus-Name von [[Wikipedia:Wadji|Wadji]] im Serech]]&lt;br /&gt;
Horus war der Königsgott. Der Falke selbst stellte in vorgeschichtlicher Zeit ein Totem dar, das von den Nomadenstämmen im oberägyptischen Bereich als späteres Gauzeichen, verehrt wurde. Der König wurde bereits seit Beginn der [[Wikipedia:Prädynastik (Ägypten)|Vor-]] und [[Wikipedia:Frühdynastische Periode (Ägypten)|Frühdynastischer Zeit]]  mit dem Himmelsgott gleichgesetzt:&amp;lt;ref&amp;gt; Manfred Lurker: &#039;&#039;Lexikon der Götter und Symbole der Alten Ägypter.&#039;&#039; S. 101.&amp;lt;/ref&amp;gt; Horus offenbarte sich in der Person des Königs; der lebende König war Horus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Horus im Königstitel ===&lt;br /&gt;
Für alle Könige Ägyptens war die Herrschaft des Horus Vorbild. Sie nahmen den Titel „Lebender Horus“ an, und so ist der [[Wikipedia:Horusname|Horusname]] der älteste ägyptische Königstitel. Er ist z. B. bereits für die Könige [[Wikipedia:Hat Hor|Hat Hor]] und „[[Wikipedia:Skorpion I.|Skorpion I.]]“ belegt. Dieser Titel wird mit der Abbildung eines Falken eingeleitet, der auf einem Serech, der sogenannten Palastfassade, sitzt, und die den Namen des Königs umschließt. Auf der sogenannten [[Wikipedia:Narmer|Narmer]]-Palette, die in die 0. Dynastie datiert, ist ein Falke abgebildet, der als Horus bezeichnet wird. Bis in die [[Wikipedia:4. Dynastie|4. Dynastie]] war der Horusname der einzige Name des Königs ([[Wikipedia:Pharao|Pharao]]s), es kam aber noch in der selben Dynastie der [[Wikipedia:Goldname|Goldhorusname]] als weiterer Königstitel hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Horus-Thron ===&lt;br /&gt;
Durch die Krönung zum König Ägyptens wurde der Herrscher zum Horus. Dies drückte sich nicht nur durch den Horusnamen selbst aus. Texte auf Stelen sprechen davon, dass der König auf den „Horusthron der Lebenden“ kam: der König saß auf dem Throne des Horus. Eine der bekanntesten Stelen, auf der dieser Satz ebenfalls zu finden ist, ist wohl die Restaurationsstele [[Wikipedia:Tutanchamun|Tutanchamuns]], wo es u. a. heißt: „Erschienen auf dem Horusthron der Lebenden“ und „um einen König für immer zu schaffen, einen Horus, der dauert für alle Zeit.“&amp;lt;ref&amp;gt; Hermann A. Schlögl: &#039;&#039;Echnaton - Tutanchamun.&#039;&#039; S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verehrung und Kultorte ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Egypt_Edfu_Temple_01.jpg|thumb|Statue des Horus im Tempel von [[Wikipedia:Edfu|Edfu]]]]&lt;br /&gt;
Der wichtigste Kultort des Horus war [[Wikipedia:Edfu|Edfu]]. Hier wurde er zusammen mit seiner Frau [[Wikipedia:Hathor (Ägyptische Mythologie)|Hathor]] und dem gemeinsamen Sohn als Dreiheit verehrt. In [[Wikipedia:Kom Ombo|Kom Ombo]] wurde er als Haroeris und als Sohn des [[Wikipedia:Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] verehrt, in [[Wikipedia:Heliopolis|Heliopolis]] hingegen als Harachte, dem Gott der Morgensonne. Weitere Kultorte waren [[Wikipedia:Hierakonpolis|Hierakonpolis]], Letopolis und Wawat, ein Gebiet, das südlich vom 1. Katarakt, im unteren Teil [[Wikipedia:Nubien|Nubiens]], lag. Als alter Stadtgott von Hierakonpolis und spätere Gottheit Unterägyptens galt er schließlich als Herr des Fruchtlandes von ganz Ägypten.&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Harpokrates wurde er hingegen unter anderem in [[Wikipedia:Achmim|Achmim]], [[Wikipedia:Philae (Ägypten)|Philae]], [[Wikipedia:Edfu|Edfu]], [[Wikipedia:Alexandria|Alexandria]], [[Wikipedia:Pelusium|Pelusium]] und dem [[Wikipedia:Fajum|Fajum]] verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der ägyptischen Mythologie ==&lt;br /&gt;
Durch die geschichtliche Entwicklung und seine verschiedenen Wesensformen ist Horus in der ägyptischen Mythologie in unterschiedlichen Mythen vertreten. Sowohl Harsiese (Horus, Sohn der Isis) als auch Harpokrates (Horus, das Kind) zählen zum Osiris-Mythos, wohingegen die Wesensformen des Horus als Haroeris, Horus-Behedeti, Harachte und Harmachis an den Sonnenkult gebunden sind. Und so sind auch die Schilderungen über seine Herkunft unterschiedlich. In der Mythologie um [[Osiris]] ist er der Sohn des Osiris und der [[Isis]]. Aber auch Hathor (übersetzt mit: Haus des Horus) wurde als seine Mutter angesehen, wobei die Inschriften des Tempels in Edfu sie als seine Gemahlin bezeichnen. Als Horus der Ältere (Haroeris, auch Her-ur oder Her-wer) waren er und Isis die Eltern der vier Horussöhne (auch Kanopengötter) [[Wikipedia:Amset|Amset]], [[Wikipedia:Hapi (Horussohn)|Hapi]], [[Wikipedia:Duamutef|Duamutef]] und [[Wikipedia:Kebechsenuef|Kebechsenuef]]. Den Horussöhnen oblag nicht nur der Schutz der [[Wikipedia:Kanope|Kanopen]], sondern sie wurden auch von ihrem Vater als Wächter über die vier Himmelsrichtungen bestimmt, in die sie als Krönungsboten entsandt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Streit zwischen Horus und Seth ===&lt;br /&gt;
Dieser wohl bekannteste Mythos um Horus ist die grundlegende Frage um die Thronfolge nach dem Tod seines Vaters Osiris, der zwischen ihm und dessen Bruder [[Seth (Ägyptische Mythologie)|Seth]] ausgefochten wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kleinkind Horus, Harsiese (Sohn der Isis), wurde von Isis durch die Begattung ihres verstorbenen Gatten Osiris empfangen. Isis zog ihn in den Sümpfen bei [[Wikipedia:Buto (Antikes Ägypten)|Buto]] auf. Als Horus schließlich zum Mann herangereift war, begann er, Krieg gegen Seth zu führen, um den Thron seines Vaters zurück zu gewinnen. Er hatte viele andere Götter als Verbündete und errang im Kampf den Titel &#039;&#039;Harendotes&#039;&#039;: Der Beschützer seines Vaters. Obwohl Horus in den Kämpfen gegen Seth und seine Streitmachten sehr erfolgreich war, erholte sich dieser immer wieder von seinen Wunden und Horus konnte ihn nicht besiegen. Der Krieg zog sich hin und der listreiche Seth versuchte für sich Vorteile zu erringen, indem er den Streit um die Thronfolge vor ein Göttergericht brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verhandlung dauerte achtzig Jahre, ohne dass die Götter des Tribunals zu einer Entscheidung gelangten. Die Mitglieder des Gerichts waren stets mit dem letzten Sprecher, den sie als Zeugen geladen hatten, einer Meinung und wechselten demzufolge immer wieder ihre Ansicht. Die meisten der Richter sprachen für Horus, während Re-Harachte, der den Vorsitz hatte, Seth begünstigte, da dieser der Sohn der [[Nut (Ägyptische Mythologie)|Nut]] war.&lt;br /&gt;
Schließlich setzten sich [[Wikipedia:Schu|Schu]] und [[Thot]] für Horus ein, die die Gerechtigkeit vor der Gewalt aufrecht erhalten wollten. Isis, die davon ausging, dass der Streit nun beendet sei, verkündete, es sei der Wille des Gerichts, dass das „Auge“, das Symbol der Königsmacht an Horus gegeben werde. [[Wikipedia:Re-Harachte|Re-Harachte]], der sich so seiner Führung des Gerichts enthoben sah wurde zornig und hielt die Götter davon ab, Horus das Auge auszuhändigen. Seth hingegen bedauerte inzwischen, den Fall vor Gericht gebracht zu haben und da er von seinen Argumenten nicht mehr sehr überzeugt war, schlug er einen Zweikampf vor. Thot widersetzte sich und so war das Gericht erneut an einem toten Punkt angelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es erfolgte die Vorladung weiterer Götter, darunter der [[Wikipedia:Widder von Mendes|Widder von Mendes]], der zusammen mit [[Wikipedia:Ptah|Ptah]] erschien, sowie die Göttin [[Wikipedia:Neith (Ägyptische Mythologie)|Neith]]. Diese sprach sich dafür aus, den Thron zuzuerkennen, und dass Seth eine Entschädigung erhalten müsse, indem sein Besitz verdoppelt würde und er zwei weitere Frauen ([[Wikipedia:Astarte|Astarte]] und [[Wikipedia:Anath|Anath]]) bekommen sollte. Die göttlichen Richter glaubten jetzt endlich eine Lösung gefunden zu haben, allerdings war Re-Harachte verärgert. Nun gerieten die übrigen Götter in Zorn und nur Hathor gelang es, Re-Harachte zu besänftigen und dazu zu bewegen, sich wieder zum Gericht zu begeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht trat nochmals zusammen, aber die Diskussion, ob die Thronfolgerechte des direkten Nachkommen wichtiger seien als die besondere Eignung eines anderen Thronanwärters, führte zu keiner Entscheidung. Isis war von Seth von der Verhandlung ausgeschlossen worden und bestach den Fährmann der Götter, Anti, sie zur Insel der Gerichtsverhandlung zu bringen. Hier verwandelte sie sich in ein junges Mädchen. Als Seth das Mädchen sah, verließ er seinen Platz und lauerte ihr auf und Isis erzählte ihm eine Geschichte: Ihr Mann, ein Hirte, sei gestorben und sie sei allein mit ihrem kleinen Jungen zurückgeblieben. Später sei ein Fremder gekommen, der drohte, den Sohn zu schlagen, das Vieh wegzunehmen und sie fortzujagen. Und so fragte sie Seth um Bestand gegen den Fremden. Seth, der ihr gefallen wollte, antwortete: &#039;&#039;Soll Vieh an Fremde fallen, wenn ein Mann einen Sohn zum Erben hat?&#039;&#039; Nach diesen Worten verwandelte sich Isis in einen Milan, flog davon und rief Seth zu, dass er sein eigenes Urteil gesprochen habe. Seth ärgerte sich, auf ihre List hereingefallen zu sein und beklagte sich darüber bei Re-Harachte. Dieser hingegen konnte jedoch nichts anderes tun, als das Urteil zu bestätigen und antwortete Seth, dass Seth sich selbst verurteilt habe. Re-Harachte wurde ungeduldig und befahl den Göttern, Horus sofort zu krönen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seth war damit nicht einverstanden und schlug erneut einen Zweikampf vor. Die Götter stimmten dem Kampf, in dem sich beide in [[Wikipedia:Flusspferd|Flusspferde]] verwandeln sollten, zu. Gewinner wäre derjenige, der am längsten unter Wasser bliebe. Isis war sich sicher, dass Seth, dessen natürliche Gestalt die des Flusspferdes war, ihren Sohn Horus töten würde. Sie befestigte eine Harpune an einem langen Seil und warf diese ins Wasser. Ihr erster Wurf jedoch traf Horus und als sie ihren Fehler bemerkte warf sie die Harpune erneut und traf dieses Mal Seth. Seth flehte seine Schwester an, er solle sie ihrer beider Mutter wegen wieder befreien und Isis befreite ihn. Wütend über diese Schwäche seiner Mutter sprang Horus aus dem Wasser und schlug ihr den Kopf ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin beschlossen die Götter, Horus zu bestrafen, konnten ihn aber nicht finden. Seth hingegen fand ihn auf dem Berg, riss ihm die Augen aus und vergrub diese in der Erde. Als Seth zu den Göttern zurückkehrte, erklärte er, er habe Horus nicht finden können.&lt;br /&gt;
In einer Fassung des Mythos wurde Horus am Hang liegend von Thot, in einem anderen von Hathor gefunden. Hathor wusch ihm die Augenhöhlen mit Gazellenmilch aus, wodurch er sein Augenlicht wieder erlangte. Gemeinsam kehrten sie zum Göttergericht zurück. Doch erneut brach ein Streit aus und Verleumdung, Betrug und Gewalt wurden beidseitig eingesetzt, um ein Ergebnis herbeizuführen. Isis vereitelte einen Anschlag von Seth gegen Horus und Horus versuchte Seth in einem Duell zu betrügen, in dem er Seth schwer verwundete. Es konnte immer noch keine Entscheidung getroffen werden und so rief das Gericht erneut Neith an, die jedoch nicht weiter helfen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thot schlug schließlich vor, sich wegen eines letzten Urteils an Osiris zu wenden, der zugunsten seines Sohnes sprach. Dieser schimpfte die Götter für die lange Dauer der Urteilssprechung und, dass sie Horus so schlecht behandelt hatten. Osiris sagte, er sei der Gott der Vegetation und die anderen Götter würden ihm Dank für Korn und Vieh schulden, und, dass kein anderer Gott außer ihm solche Dienste geleistet habe. Diese Äußerung machte Re-Harachte wütend und er entgegnete Osiris, es gäbe auch ohne ihn Korn. Durch seine Antwort beendete Osiris den Streit und stellte die Machtverhältnisse für den Gott der Lebenden und der Toten fest. Er pries den höchsten Gott der Neunheit und berief sich darauf, dass [[Wikipedia:Maat (Ägyptische Mythologie)|Maat]] missachtet worden sei. Seine eigentliche Drohung, dass ihm „Boten mit den wilden Gesichtern“ zur Verfügung stünden, sprach er nicht aus: Diese Boten könnten das Herz eines jeden Gottes oder Sterblichen holen, der Böses vollbracht habe. Außerdem sei die Bestimmung, dass jedes Wesen in den Westen, das Land der Toten kommen würde. Und dort unterstünden alle dem Urteil von Osiris, der letztlich der Herr über alle sei. Diese Drohung blieb nicht wirkungslos: Das Urteil wurde eilends zugunsten von Horus gefällt und Seth in Ketten vor die Götter gebracht. Seth durfte unter der Bedingung weiterleben, dass er als Gott der Stürme und Winde das Boot von Osiris vorantreibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horus trat sein Erbe an, erhielt den Titel „Horus, Herr beiden Länder“ und wurde Herrscher über Ober- und Unterägypten.&amp;lt;ref&amp;gt; Der vollständige Mythos in Übersetzung und mit Erläuterungen ist nachzulesen bei: Günther Roeder: &#039;&#039;Ägyptische Mythen und Legenden,&#039;&#039; in der vierbändigen Reihe &#039;&#039;Die ägyptische Religion in Texten und Bildern&#039;&#039; sowie bei Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der griechischen Mythologie wurde Horus dem Gott [[Apollon]] gleichgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Horus-Auge ===&lt;br /&gt;
===== Mythos =====&lt;br /&gt;
In einer Version des Mythos &#039;&#039;Der Widerstreit von Horus und Seth&#039;&#039; sticht Seth Horus beide Augen aus (siehe oben), in einer anderen Fassung hingegen verlor Horus im Kampf gegen Seth nur das linke Auge, das sogenannte Mondauge. Dieses wird als „[[Horusauge|Horus-Auge]]“, auch [[Udjat-Auge]] genannt, bezeichnet. Es ist das &#039;&#039;heile&#039;&#039; oder &#039;&#039;gesunde Auge&#039;&#039;. In beiden Fassungen des Mythos erhält Horus jedoch das Augenlicht zurück, indem Thot das Auge heilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Lichtsymbol =====&lt;br /&gt;
[[Datei:Eye of Ra pendant.jpg|thumb|350px|„Es ist in seinen Teilen geometrisch genau berechnet und wirkt deshalb sehr harmonisch.“&amp;lt;br /&amp;gt;(Heinz Grill zum Horus-Auge)]]&lt;br /&gt;
[[Heinz Grill]] beschreibt das Horus-Auge als ein Lichtsymbol, das nach außen strahlt:&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Heilkraft der Seele. Der Lichtäther und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 3. vollständig überarbeitete Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2015, ISBN 978-3-9817200-2-0, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat| Das Horus-Auge wurde in den ägyptischen Sagen dem Mondgott zugeordnet. Diese Zuordnung wurde insbesondere deshalb getroffen, da der weise Mondgott Thot, der Schutzpatron der Wissenschaften, nach der Sage dieses Auge des Horus, nachdem es Seth, der Widersacher, zerstückelt hatte, wieder zusammenflickte. Das Gleichnis der Wiederherstellung liegt in diesem Auge. Es ist in seinen Teilen geometrisch genau berechnet und wirkt deshalb sehr harmonisch. Die Wiederherstellung eines kranken oder zerstückelten Zustandes in einen integren offenbart die Kostbarkeit dieses schönen und wertvollen ägyptischen Symbols. Nach genauer Betrachtung mussten die alten Ägypter dieses Symbol dem Mond zuordnen, da sie die Kraft der Regeneration und die Wiederherstellung des einmal Zerstörten in der Tat der Götter und darin den Mond, den Regent der tieferen und auch unbewussten Kräfteströme der Heilkunst, sahen. Indem das Auge aber wiederhergestellt ist, oder besser ausgedrückt, es nach Form und Maß zu einem Ganzen weiterentwickelt wurde, erstrahlt es sonnenhaft, wie ein nach außen gekehrtes lebendiges, funkelndes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Auge des Horus ist ein Lichtsymbol, es schenkt einerseits eine Erinnerung an eine wiederhergestellte Ordnung und andererseits vermag es den sonnenhaften Expressionen in einfacher Gestikulation nahezutreten. Wer es betrachtet, bemerkt, dass dieses Symbol wie eine Lampe nach außen erstrahlt, das Licht nicht zurückhält, es vielmehr mit seiner geometrischen Anordnung der Linien an die Peripherie bringt und als lichtes Symbol sympathisch erscheinen lässt. Das Auge blickt nach außen. Es wird vom Mond zur Sonne. Horus selbst ist ein Ausdruck für die morgendliche Sonne und für die Wiedergeburt der Ätherkräfte. Bezeichnenderweise ist am Morgen der Lichtäther sehr aktiv.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Liste ägyptischer Götter|Liste ägyptischer Götter]]&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Neunheit von Heliopolis|Neunheit von Heliopolis]]&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Horus-Name|Horus-Name]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*Mary Barnett: &#039;&#039;Götter und Mythen des alten Ägypten.&#039;&#039; Verlag Gondrom 1998, ISBN 3-8112-1646-5&lt;br /&gt;
*Hans Bonnet: &#039;&#039;Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte.&#039;&#039; Nikol-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6&lt;br /&gt;
*Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten&#039;&#039;. Wiesbaden 1995&lt;br /&gt;
*Lucia Gahlin: &#039;&#039;Ägypten - Götter, Mythen, Religionen.&#039;&#039; Edition XXL, ISBN 389736-312-7&lt;br /&gt;
*Wolfgang Helck/Eberhard Otto: &#039;&#039;Kleines Lexikon der Ägyptologie&#039;&#039;. Harrasowitz, 1999, ISBN 3-447-04027-0&lt;br /&gt;
*Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens. Verlag Buch und Welt, 1988&lt;br /&gt;
*Manfred Lurker: &#039;&#039;Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter&#039;&#039;. Scherz Verlag, 1998, ISBN 3-502-16430-4&lt;br /&gt;
*Günther Roeder: &#039;&#039;Ägyptische Mythen und Legenden.&#039;&#039; Zürich 1960, Artemis Verlag (Die Bibliothek der Alten Welt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Category:Horus|Horus}}&lt;br /&gt;
* [http://www.humboldtgesellschaft.de/inhalt.php?name=aegypt Humboldt-Gesellschaft: Der altägyptische Königtum-Mythos]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ägypten]] [[Kategorie:Ägyptische Mythologie]] [[Kategorie:Ägyptische Gottheit]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Horus}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Horus_(%C3%84gyptische_Mythologie)&amp;diff=621715</id>
		<title>Horus (Ägyptische Mythologie)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Horus_(%C3%84gyptische_Mythologie)&amp;diff=621715"/>
		<updated>2025-04-12T06:29:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weitere Formen des Gottes Horus */ Hieroglyphe für Harpare ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ägyptische Gottheit&lt;br /&gt;
|TITEL = Horus&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM = &amp;lt;hiero&amp;gt;G5&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM-ERKLÄRUNG = Horusfalke&lt;br /&gt;
|NAME-ERWEITERT = im [[Wikipedia:Altägyptische Sprache|Altägyptischen]] auch:&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;H-Hr:r&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME-ERKLÄRUNG = Horus&amp;lt;br /&amp;gt;(&#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|NAME2-ERWEITERT = in den [[Wikipedia:Sargtexte|Sargtexte]]n auch:&lt;br /&gt;
|NAME2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;N31-i&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|TRANSKRIPTION = &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|GRIECHISCH = &#039;&#039;&#039;Horos&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|KOPTISCH = &#039;&#039;&#039;{{Unicode|ϩⲱⲣ}}&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;(Hôr)&lt;br /&gt;
|BILD1 = Horus standing.svg&lt;br /&gt;
|BILD1-BREITE = 150px&lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG = Horus&lt;br /&gt;
|BILD2 = Horus as falcon.svg&lt;br /&gt;
|BILD2-BREITE = 150px&lt;br /&gt;
|BILD2-BESCHREIBUNG = Horus als Falke&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Horus&#039;&#039;&#039; (oder &#039;&#039;&#039;Horos&#039;&#039;&#039;) war ein Hauptgott der frühen [[Ägyptische Mythologie|ägyptischen Mythologie]]. Ursprünglich ein Himmelsgott, war er außerdem Königsgott, ein Welten- oder Lichtgott und Beschützer der Kinder. Das selbst schutzbedürftige Horuskind wurde als &#039;&#039;&#039;Hor-pa-chered&#039;&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;&#039;Har-pa-chered&#039;&#039;&#039; („Horus, das Kind“) verehrt. In Gestalt des &#039;&#039;&#039;Harsiese&#039;&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;&#039;Harsiesis&#039;&#039;&#039; („Horus, Sohn der Isis“) wurde es insbesondere als Sohn der [[Isis]] aufgefaßt. In seiner Erscheinungsform als auf der [[w:Schwimmende Insel|schwimmenden Insel]] [[Chemmis]] in den Sümpfen des [[Nil]]deltas heranwachsendes Kind wurde er &#039;&#039;&#039;Harachbit&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Hor-ach-bit&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Haremachbit&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Hor-em-ach-bit&#039;&#039;&#039;) genannt. Zur Zeit des [[Hellenismus]] wurde das Horus-Kind schließlich als &#039;&#039;&#039;Harpokrates&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt| Ἁρποκράτης}}) bezeichnet und bildete zusammen mit [[Serapis]] und [[Isis]] eine besonders in [[Alexandria]] verehrte Göttertriade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Horus&#039;&#039; ist die latinisierte Form des ägyptischen Wortes &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w&#039;&#039;, das vielfach auch als Hor wiedergegeben wird. Übersetzt wird es mit „der Ferne“ oder „Der oberhalb ist“ und bezieht sich auf seinen Status als Himmelsgott. Wie andere Götter, so erhielt aber auch Horus verschiedene Beinamen:&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der von Hierakonpolis.&lt;br /&gt;
*Der große Gott, der Herr des Himmels.&lt;br /&gt;
*Der große Gott, der Buntgefiederte.&lt;br /&gt;
*Der vom Abaton.&lt;br /&gt;
*Der Fürst von Buhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darstellung ==&lt;br /&gt;
Abbildungen des Gottes Horus zählen sicherlich zu den zahlreichsten eines Gottes in Ägypten. Er ist sowohl in Texten als auch in bildlichen Darstellungen fast allgegenwärtig. Horus wird als Falke oder auch als Mensch mit Falkenkopf, auf dem zuweilen eine Doppelkrone sitzt, dargestellt. In der römischen Zeit erfolgte die Darstellung des Gottes als Legionär.&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Horus hat in der geschichtlichen Entwicklung der ägyptischen Mythologie zahlreiche Veränderungen erfahren: Es entstanden unterschiedliche Wesensformen in Falkengestalt, die jeweils in einen eigenen Mythos eingebettet sind und deswegen unterschiedliche Eigenschaften und Kultorte haben. Der gesamte Mythos um Horus ist deshalb sehr vielschichtig und erscheint zuweilen sehr kompliziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das älteste Wesen des Gottes Horus war jedoch das eines Himmelsgottes. &lt;br /&gt;
Die beiden Himmelskörper [[Sonne]] und [[Mond]] galten als die Augen des Gottes, wobei das rechte Auge das &#039;&#039;Sonnenauge&#039;&#039; und das linke das &#039;&#039;Mondauge&#039;&#039; ist. Um beide Augen ranken sich verschiedene Mythen. Seine Flügelspitzen berührten die Grenzen der Erde. Ein aus der Frühzeit stammendes Bildsymbol, das ein Flügelpaar, die von [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] stammende Sonnenbarke und einen darüber sitzenden Falken zeigt, wird als Kontamination verschiedener Himmelsbilder angesehen. Diese Darstellung gilt als Vorläufer der später häufig auftauchenden Symbols der „Flügelsonne“ ([[Wikipedia:Behedeti|Behedeti]]).&amp;lt;ref&amp;gt; W. Helck/E. Otto: &#039;&#039;Kl. Lexikon der Ägyptologie.&#039;&#039; S. 127.&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Bedeutung als Emblem eines siegreichen Volkes avancierte Horus zum Kriegsgott und zum kriegsbringenden Führer,&amp;lt;ref&amp;gt; Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens.&#039;&#039; S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch der Glaube entstand, der König (Pharao) sei dessen irdische Verkörperung. Seit dieser Zeit trugen die Könige Ägyptens den Falkengott Horus in ihrer Titulatur. Die Bedeutung von Horus als Himmels- und Königsgott wird als gleich alt bzw. zeitgleich angesehen. Dadurch, dass die Könige zur selben Zeit den Gott [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] verehrten, kam es zu einer Identifizierung des Horus mit der Sonne. Der zur Staatsreligion gegensätzlichen Vorstellung des Volkes zufolge war Horus jedoch zwischenzeitlich mit dem Sohn des Osiris gleichgesetzt worden. Die so entstandenen Wechselbeziehungen beider Identifizierungen eines Gottes führten zu einer verschiedenen Mythenbildung. Trotz der Unterschiede dieser beiden Horus-Götter verschmolzen die Ägypter den Sonnen-Horus in späterer Zeit mit dem gleichnamigen Gott des Osiriskultes zu einem Gott Horus. Allerdings führte dieser Verschmelzungsprozess in verschiedenen Kultzentren zu verschiedenen Ergebnissen, so das es schließlich fünfzehn verschiedene Horus-Götter gab. Trotz dieser vielen Sonderformen kann durch die Abstammungsgeschichte, die Horus im Mythos zugeschrieben wurde, eine grobe Einteilung vorgenommen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Als Sohn von [[Atum]] oder [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]], von [[Geb (Ägyptische Mythologie)|Geb]] oder [[Nut (Ägyptische Mythologie)|Nut]], gehört Horus zum Sonnenkult.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Als Sohn der [[Isis]] und des [[Osiris]] gehört er zum [[Osiriskult]].&amp;lt;ref&amp;gt; Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens. &#039;&#039;S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Formen des Gottes Horus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable zebra&amp;quot; style=&amp;quot;border:2px solid gray; border-collapse:collapse; width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;10%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Name&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;20%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Darstellung in Hieroglyphen&lt;br /&gt;
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!width=&amp;quot;40%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|kurze Beschreibung/Bedeutung&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;15%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Namensvariante&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Behedeti|Behedeti]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5- F18-D46-X1-O49: &amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;(Horus von Edfu)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;hiero&amp;gt;F18-D46-X1-O49: &amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;(Der von Edfu)&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥrw Bḫdtj}}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Der von Edfu“. Ursprünglich aus dem 4./5. unterägyptischen Gau.&lt;br /&gt;
| Horus von Edfu&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harachte|Harachte]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-N27:X1*Z4&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥrw3ḫtj}}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Der horizontische Horus&#039;&#039;, „Horus der beiden Horizonte“. Gott der Morgensonne. Eine Unterform des Gottes Horus.&lt;br /&gt;
| Hor-Achti&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harendotes|Harendotes]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt; G5-Aa27-W24-M17-X1:I9&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥ r-n ḏ -jt}}=f&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Horus, der seinen Vater schützt“. Schutzgottheit.&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harmachis|Harmachis]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-Aa15:N27&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥrw m ḫt }}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Horus im Horizont“. Personifikation der aufgehenden Sonne. Berühmteste Darstellung: [[Wikipedia:Große Sphinx von Gizeh|Große Sphinx von Gizeh]].&lt;br /&gt;
| Houroun (franz.)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Haroeris|Haroeris]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-G36:D21-A40&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥr wr }}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus der Große&#039;&#039; oder &#039;&#039;Horus der Alte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Her-ur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harpare|Harpare]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5:Z1-p:N6&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w-p3-R{{Unicode|ʿ}}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus, die Sonne.&#039;&#039; Kind in der Triade von [[Wikipedia:Month|Month]] und [[Wikipedia:Rat-taui|Rat-taui]]. Wird in [[Wikipedia:Medamud|Medamud]], [[Wikipedia:Armant|Armant]] und [[Wikipedia:at-Tōd|at-Tōd]] verehrt. Der Gott schützt den König vor Krankheit und Unheil.&lt;br /&gt;
| Harp-Re&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harpokrates|Harpokrates]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-G40-F32:D21:D46-A40&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w-p3-{{Unicode|ẖ}}rd&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus, das Kind.&#039;&#039; Fruchtbarkeitsgott; Personifikation der aufgehenden Sonne und des Gottessohnes.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harsiese (Ägyptische Mythologie)|Harsiese]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-G39-Q1-X1:H8&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥr  z3 3st }}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus, Sohn der Isis&#039;&#039;. Bezeichnung für den Gott Horus als Kind.&lt;br /&gt;
| Harsiesis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Semataui|Semataui]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;F36-N16:N16&amp;lt;/hiero&amp;gt;  auch  &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-F36-N16:N16&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Sm{{Unicode|3-t3}}wj&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Vereiniger der beiden Länder“.&lt;br /&gt;
| Harsomtus, Somtus&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Haroeris ist beispielsweise eine sehr frühe Abspaltung des Gottes. Entsprechend der jeweiligen Wesensform erfolgt auch die bildliche Darstellung unterschiedlich. So wird z. B. Harpokrates seit dem [[Wikipedia:Altes Reich (Ägypten)|Alten Reich]] als nacktes Kind mit der Jugendlocke und einem Finger im Mund dargestellt.&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonders deutlich werden diese Unterschiede aber erst durch die Hieroglyphenschreibungen, die Transkription und die Übersetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für das Königtum ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Egypte louvre 290.jpg|thumb|Horus-Name von [[Wikipedia:Wadji|Wadji]] im Serech]]&lt;br /&gt;
Horus war der Königsgott. Der Falke selbst stellte in vorgeschichtlicher Zeit ein Totem dar, das von den Nomadenstämmen im oberägyptischen Bereich als späteres Gauzeichen, verehrt wurde. Der König wurde bereits seit Beginn der [[Wikipedia:Prädynastik (Ägypten)|Vor-]] und [[Wikipedia:Frühdynastische Periode (Ägypten)|Frühdynastischer Zeit]]  mit dem Himmelsgott gleichgesetzt:&amp;lt;ref&amp;gt; Manfred Lurker: &#039;&#039;Lexikon der Götter und Symbole der Alten Ägypter.&#039;&#039; S. 101.&amp;lt;/ref&amp;gt; Horus offenbarte sich in der Person des Königs; der lebende König war Horus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Horus im Königstitel ===&lt;br /&gt;
Für alle Könige Ägyptens war die Herrschaft des Horus Vorbild. Sie nahmen den Titel „Lebender Horus“ an, und so ist der [[Wikipedia:Horusname|Horusname]] der älteste ägyptische Königstitel. Er ist z. B. bereits für die Könige [[Wikipedia:Hat Hor|Hat Hor]] und „[[Wikipedia:Skorpion I.|Skorpion I.]]“ belegt. Dieser Titel wird mit der Abbildung eines Falken eingeleitet, der auf einem Serech, der sogenannten Palastfassade, sitzt, und die den Namen des Königs umschließt. Auf der sogenannten [[Wikipedia:Narmer|Narmer]]-Palette, die in die 0. Dynastie datiert, ist ein Falke abgebildet, der als Horus bezeichnet wird. Bis in die [[Wikipedia:4. Dynastie|4. Dynastie]] war der Horusname der einzige Name des Königs ([[Wikipedia:Pharao|Pharao]]s), es kam aber noch in der selben Dynastie der [[Wikipedia:Goldname|Goldhorusname]] als weiterer Königstitel hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Horus-Thron ===&lt;br /&gt;
Durch die Krönung zum König Ägyptens wurde der Herrscher zum Horus. Dies drückte sich nicht nur durch den Horusnamen selbst aus. Texte auf Stelen sprechen davon, dass der König auf den „Horusthron der Lebenden“ kam: der König saß auf dem Throne des Horus. Eine der bekanntesten Stelen, auf der dieser Satz ebenfalls zu finden ist, ist wohl die Restaurationsstele [[Wikipedia:Tutanchamun|Tutanchamuns]], wo es u. a. heißt: „Erschienen auf dem Horusthron der Lebenden“ und „um einen König für immer zu schaffen, einen Horus, der dauert für alle Zeit.“&amp;lt;ref&amp;gt; Hermann A. Schlögl: &#039;&#039;Echnaton - Tutanchamun.&#039;&#039; S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verehrung und Kultorte ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Egypt_Edfu_Temple_01.jpg|thumb|Statue des Horus im Tempel von [[Wikipedia:Edfu|Edfu]]]]&lt;br /&gt;
Der wichtigste Kultort des Horus war [[Wikipedia:Edfu|Edfu]]. Hier wurde er zusammen mit seiner Frau [[Wikipedia:Hathor (Ägyptische Mythologie)|Hathor]] und dem gemeinsamen Sohn als Dreiheit verehrt. In [[Wikipedia:Kom Ombo|Kom Ombo]] wurde er als Haroeris und als Sohn des [[Wikipedia:Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] verehrt, in [[Wikipedia:Heliopolis|Heliopolis]] hingegen als Harachte, dem Gott der Morgensonne. Weitere Kultorte waren [[Wikipedia:Hierakonpolis|Hierakonpolis]], Letopolis und Wawat, ein Gebiet, das südlich vom 1. Katarakt, im unteren Teil [[Wikipedia:Nubien|Nubiens]], lag. Als alter Stadtgott von Hierakonpolis und spätere Gottheit Unterägyptens galt er schließlich als Herr des Fruchtlandes von ganz Ägypten.&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Harpokrates wurde er hingegen unter anderem in [[Wikipedia:Achmim|Achmim]], [[Wikipedia:Philae (Ägypten)|Philae]], [[Wikipedia:Edfu|Edfu]], [[Wikipedia:Alexandria|Alexandria]], [[Wikipedia:Pelusium|Pelusium]] und dem [[Wikipedia:Fajum|Fajum]] verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der ägyptischen Mythologie ==&lt;br /&gt;
Durch die geschichtliche Entwicklung und seine verschiedenen Wesensformen ist Horus in der ägyptischen Mythologie in unterschiedlichen Mythen vertreten. Sowohl Harsiese (Horus, Sohn der Isis) als auch Harpokrates (Horus, das Kind) zählen zum Osiris-Mythos, wohingegen die Wesensformen des Horus als Haroeris, Horus-Behedeti, Harachte und Harmachis an den Sonnenkult gebunden sind. Und so sind auch die Schilderungen über seine Herkunft unterschiedlich. In der Mythologie um [[Osiris]] ist er der Sohn des Osiris und der [[Isis]]. Aber auch Hathor (übersetzt mit: Haus des Horus) wurde als seine Mutter angesehen, wobei die Inschriften des Tempels in Edfu sie als seine Gemahlin bezeichnen. Als Horus der Ältere (Haroeris, auch Her-ur oder Her-wer) waren er und Isis die Eltern der vier Horussöhne (auch Kanopengötter) [[Wikipedia:Amset|Amset]], [[Wikipedia:Hapi (Horussohn)|Hapi]], [[Wikipedia:Duamutef|Duamutef]] und [[Wikipedia:Kebechsenuef|Kebechsenuef]]. Den Horussöhnen oblag nicht nur der Schutz der [[Wikipedia:Kanope|Kanopen]], sondern sie wurden auch von ihrem Vater als Wächter über die vier Himmelsrichtungen bestimmt, in die sie als Krönungsboten entsandt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Streit zwischen Horus und Seth ===&lt;br /&gt;
Dieser wohl bekannteste Mythos um Horus ist die grundlegende Frage um die Thronfolge nach dem Tod seines Vaters Osiris, der zwischen ihm und dessen Bruder [[Seth (Ägyptische Mythologie)|Seth]] ausgefochten wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kleinkind Horus, Harsiese (Sohn der Isis), wurde von Isis durch die Begattung ihres verstorbenen Gatten Osiris empfangen. Isis zog ihn in den Sümpfen bei [[Wikipedia:Buto (Antikes Ägypten)|Buto]] auf. Als Horus schließlich zum Mann herangereift war, begann er, Krieg gegen Seth zu führen, um den Thron seines Vaters zurück zu gewinnen. Er hatte viele andere Götter als Verbündete und errang im Kampf den Titel &#039;&#039;Harendotes&#039;&#039;: Der Beschützer seines Vaters. Obwohl Horus in den Kämpfen gegen Seth und seine Streitmachten sehr erfolgreich war, erholte sich dieser immer wieder von seinen Wunden und Horus konnte ihn nicht besiegen. Der Krieg zog sich hin und der listreiche Seth versuchte für sich Vorteile zu erringen, indem er den Streit um die Thronfolge vor ein Göttergericht brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verhandlung dauerte achtzig Jahre, ohne dass die Götter des Tribunals zu einer Entscheidung gelangten. Die Mitglieder des Gerichts waren stets mit dem letzten Sprecher, den sie als Zeugen geladen hatten, einer Meinung und wechselten demzufolge immer wieder ihre Ansicht. Die meisten der Richter sprachen für Horus, während Re-Harachte, der den Vorsitz hatte, Seth begünstigte, da dieser der Sohn der [[Nut (Ägyptische Mythologie)|Nut]] war.&lt;br /&gt;
Schließlich setzten sich [[Wikipedia:Schu|Schu]] und [[Thot]] für Horus ein, die die Gerechtigkeit vor der Gewalt aufrecht erhalten wollten. Isis, die davon ausging, dass der Streit nun beendet sei, verkündete, es sei der Wille des Gerichts, dass das „Auge“, das Symbol der Königsmacht an Horus gegeben werde. [[Wikipedia:Re-Harachte|Re-Harachte]], der sich so seiner Führung des Gerichts enthoben sah wurde zornig und hielt die Götter davon ab, Horus das Auge auszuhändigen. Seth hingegen bedauerte inzwischen, den Fall vor Gericht gebracht zu haben und da er von seinen Argumenten nicht mehr sehr überzeugt war, schlug er einen Zweikampf vor. Thot widersetzte sich und so war das Gericht erneut an einem toten Punkt angelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es erfolgte die Vorladung weiterer Götter, darunter der [[Wikipedia:Widder von Mendes|Widder von Mendes]], der zusammen mit [[Wikipedia:Ptah|Ptah]] erschien, sowie die Göttin [[Wikipedia:Neith (Ägyptische Mythologie)|Neith]]. Diese sprach sich dafür aus, den Thron zuzuerkennen, und dass Seth eine Entschädigung erhalten müsse, indem sein Besitz verdoppelt würde und er zwei weitere Frauen ([[Wikipedia:Astarte|Astarte]] und [[Wikipedia:Anath|Anath]]) bekommen sollte. Die göttlichen Richter glaubten jetzt endlich eine Lösung gefunden zu haben, allerdings war Re-Harachte verärgert. Nun gerieten die übrigen Götter in Zorn und nur Hathor gelang es, Re-Harachte zu besänftigen und dazu zu bewegen, sich wieder zum Gericht zu begeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht trat nochmals zusammen, aber die Diskussion, ob die Thronfolgerechte des direkten Nachkommen wichtiger seien als die besondere Eignung eines anderen Thronanwärters, führte zu keiner Entscheidung. Isis war von Seth von der Verhandlung ausgeschlossen worden und bestach den Fährmann der Götter, Anti, sie zur Insel der Gerichtsverhandlung zu bringen. Hier verwandelte sie sich in ein junges Mädchen. Als Seth das Mädchen sah, verließ er seinen Platz und lauerte ihr auf und Isis erzählte ihm eine Geschichte: Ihr Mann, ein Hirte, sei gestorben und sie sei allein mit ihrem kleinen Jungen zurückgeblieben. Später sei ein Fremder gekommen, der drohte, den Sohn zu schlagen, das Vieh wegzunehmen und sie fortzujagen. Und so fragte sie Seth um Bestand gegen den Fremden. Seth, der ihr gefallen wollte, antwortete: &#039;&#039;Soll Vieh an Fremde fallen, wenn ein Mann einen Sohn zum Erben hat?&#039;&#039; Nach diesen Worten verwandelte sich Isis in einen Milan, flog davon und rief Seth zu, dass er sein eigenes Urteil gesprochen habe. Seth ärgerte sich, auf ihre List hereingefallen zu sein und beklagte sich darüber bei Re-Harachte. Dieser hingegen konnte jedoch nichts anderes tun, als das Urteil zu bestätigen und antwortete Seth, dass Seth sich selbst verurteilt habe. Re-Harachte wurde ungeduldig und befahl den Göttern, Horus sofort zu krönen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seth war damit nicht einverstanden und schlug erneut einen Zweikampf vor. Die Götter stimmten dem Kampf, in dem sich beide in [[Wikipedia:Flusspferd|Flusspferde]] verwandeln sollten, zu. Gewinner wäre derjenige, der am längsten unter Wasser bliebe. Isis war sich sicher, dass Seth, dessen natürliche Gestalt die des Flusspferdes war, ihren Sohn Horus töten würde. Sie befestigte eine Harpune an einem langen Seil und warf diese ins Wasser. Ihr erster Wurf jedoch traf Horus und als sie ihren Fehler bemerkte warf sie die Harpune erneut und traf dieses Mal Seth. Seth flehte seine Schwester an, er solle sie ihrer beider Mutter wegen wieder befreien und Isis befreite ihn. Wütend über diese Schwäche seiner Mutter sprang Horus aus dem Wasser und schlug ihr den Kopf ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin beschlossen die Götter, Horus zu bestrafen, konnten ihn aber nicht finden. Seth hingegen fand ihn auf dem Berg, riss ihm die Augen aus und vergrub diese in der Erde. Als Seth zu den Göttern zurückkehrte, erklärte er, er habe Horus nicht finden können.&lt;br /&gt;
In einer Fassung des Mythos wurde Horus am Hang liegend von Thot, in einem anderen von Hathor gefunden. Hathor wusch ihm die Augenhöhlen mit Gazellenmilch aus, wodurch er sein Augenlicht wieder erlangte. Gemeinsam kehrten sie zum Göttergericht zurück. Doch erneut brach ein Streit aus und Verleumdung, Betrug und Gewalt wurden beidseitig eingesetzt, um ein Ergebnis herbeizuführen. Isis vereitelte einen Anschlag von Seth gegen Horus und Horus versuchte Seth in einem Duell zu betrügen, in dem er Seth schwer verwundete. Es konnte immer noch keine Entscheidung getroffen werden und so rief das Gericht erneut Neith an, die jedoch nicht weiter helfen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thot schlug schließlich vor, sich wegen eines letzten Urteils an Osiris zu wenden, der zugunsten seines Sohnes sprach. Dieser schimpfte die Götter für die lange Dauer der Urteilssprechung und, dass sie Horus so schlecht behandelt hatten. Osiris sagte, er sei der Gott der Vegetation und die anderen Götter würden ihm Dank für Korn und Vieh schulden, und, dass kein anderer Gott außer ihm solche Dienste geleistet habe. Diese Äußerung machte Re-Harachte wütend und er entgegnete Osiris, es gäbe auch ohne ihn Korn. Durch seine Antwort beendete Osiris den Streit und stellte die Machtverhältnisse für den Gott der Lebenden und der Toten fest. Er pries den höchsten Gott der Neunheit und berief sich darauf, dass [[Wikipedia:Maat (Ägyptische Mythologie)|Maat]] missachtet worden sei. Seine eigentliche Drohung, dass ihm „Boten mit den wilden Gesichtern“ zur Verfügung stünden, sprach er nicht aus: Diese Boten könnten das Herz eines jeden Gottes oder Sterblichen holen, der Böses vollbracht habe. Außerdem sei die Bestimmung, dass jedes Wesen in den Westen, das Land der Toten kommen würde. Und dort unterstünden alle dem Urteil von Osiris, der letztlich der Herr über alle sei. Diese Drohung blieb nicht wirkungslos: Das Urteil wurde eilends zugunsten von Horus gefällt und Seth in Ketten vor die Götter gebracht. Seth durfte unter der Bedingung weiterleben, dass er als Gott der Stürme und Winde das Boot von Osiris vorantreibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horus trat sein Erbe an, erhielt den Titel „Horus, Herr beiden Länder“ und wurde Herrscher über Ober- und Unterägypten.&amp;lt;ref&amp;gt; Der vollständige Mythos in Übersetzung und mit Erläuterungen ist nachzulesen bei: Günther Roeder: &#039;&#039;Ägyptische Mythen und Legenden,&#039;&#039; in der vierbändigen Reihe &#039;&#039;Die ägyptische Religion in Texten und Bildern&#039;&#039; sowie bei Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der griechischen Mythologie wurde Horus dem Gott [[Apollon]] gleichgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Horus-Auge ===&lt;br /&gt;
===== Mythos =====&lt;br /&gt;
In einer Version des Mythos &#039;&#039;Der Widerstreit von Horus und Seth&#039;&#039; sticht Seth Horus beide Augen aus (siehe oben), in einer anderen Fassung hingegen verlor Horus im Kampf gegen Seth nur das linke Auge, das sogenannte Mondauge. Dieses wird als „[[Horusauge|Horus-Auge]]“, auch [[Udjat-Auge]] genannt, bezeichnet. Es ist das &#039;&#039;heile&#039;&#039; oder &#039;&#039;gesunde Auge&#039;&#039;. In beiden Fassungen des Mythos erhält Horus jedoch das Augenlicht zurück, indem Thot das Auge heilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Lichtsymbol =====&lt;br /&gt;
[[Datei:Eye of Ra pendant.jpg|thumb|350px|„Es ist in seinen Teilen geometrisch genau berechnet und wirkt deshalb sehr harmonisch.“&amp;lt;br /&amp;gt;(Heinz Grill zum Horus-Auge)]]&lt;br /&gt;
[[Heinz Grill]] beschreibt das Horus-Auge als ein Lichtsymbol, das nach außen strahlt:&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Heilkraft der Seele. Der Lichtäther und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 3. vollständig überarbeitete Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2015, ISBN 978-3-9817200-2-0, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat| Das Horus-Auge wurde in den ägyptischen Sagen dem Mondgott zugeordnet. Diese Zuordnung wurde insbesondere deshalb getroffen, da der weise Mondgott Thot, der Schutzpatron der Wissenschaften, nach der Sage dieses Auge des Horus, nachdem es Seth, der Widersacher, zerstückelt hatte, wieder zusammenflickte. Das Gleichnis der Wiederherstellung liegt in diesem Auge. Es ist in seinen Teilen geometrisch genau berechnet und wirkt deshalb sehr harmonisch. Die Wiederherstellung eines kranken oder zerstückelten Zustandes in einen integren offenbart die Kostbarkeit dieses schönen und wertvollen ägyptischen Symbols. Nach genauer Betrachtung mussten die alten Ägypter dieses Symbol dem Mond zuordnen, da sie die Kraft der Regeneration und die Wiederherstellung des einmal Zerstörten in der Tat der Götter und darin den Mond, den Regent der tieferen und auch unbewussten Kräfteströme der Heilkunst, sahen. Indem das Auge aber wiederhergestellt ist, oder besser ausgedrückt, es nach Form und Maß zu einem Ganzen weiterentwickelt wurde, erstrahlt es sonnenhaft, wie ein nach außen gekehrtes lebendiges, funkelndes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Auge des Horus ist ein Lichtsymbol, es schenkt einerseits eine Erinnerung an eine wiederhergestellte Ordnung und andererseits vermag es den sonnenhaften Expressionen in einfacher Gestikulation nahezutreten. Wer es betrachtet, bemerkt, dass dieses Symbol wie eine Lampe nach außen erstrahlt, das Licht nicht zurückhält, es vielmehr mit seiner geometrischen Anordnung der Linien an die Peripherie bringt und als lichtes Symbol sympathisch erscheinen lässt. Das Auge blickt nach außen. Es wird vom Mond zur Sonne. Horus selbst ist ein Ausdruck für die morgendliche Sonne und für die Wiedergeburt der Ätherkräfte. Bezeichnenderweise ist am Morgen der Lichtäther sehr aktiv.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Liste ägyptischer Götter|Liste ägyptischer Götter]]&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Neunheit von Heliopolis|Neunheit von Heliopolis]]&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Horus-Name|Horus-Name]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*Mary Barnett: &#039;&#039;Götter und Mythen des alten Ägypten.&#039;&#039; Verlag Gondrom 1998, ISBN 3-8112-1646-5&lt;br /&gt;
*Hans Bonnet: &#039;&#039;Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte.&#039;&#039; Nikol-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6&lt;br /&gt;
*Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten&#039;&#039;. Wiesbaden 1995&lt;br /&gt;
*Lucia Gahlin: &#039;&#039;Ägypten - Götter, Mythen, Religionen.&#039;&#039; Edition XXL, ISBN 389736-312-7&lt;br /&gt;
*Wolfgang Helck/Eberhard Otto: &#039;&#039;Kleines Lexikon der Ägyptologie&#039;&#039;. Harrasowitz, 1999, ISBN 3-447-04027-0&lt;br /&gt;
*Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens. Verlag Buch und Welt, 1988&lt;br /&gt;
*Manfred Lurker: &#039;&#039;Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter&#039;&#039;. Scherz Verlag, 1998, ISBN 3-502-16430-4&lt;br /&gt;
*Günther Roeder: &#039;&#039;Ägyptische Mythen und Legenden.&#039;&#039; Zürich 1960, Artemis Verlag (Die Bibliothek der Alten Welt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Category:Horus|Horus}}&lt;br /&gt;
* [http://www.humboldtgesellschaft.de/inhalt.php?name=aegypt Humboldt-Gesellschaft: Der altägyptische Königtum-Mythos]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ägypten]] [[Kategorie:Ägyptische Mythologie]] [[Kategorie:Ägyptische Gottheit]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Horus_(%C3%84gyptische_Mythologie)&amp;diff=621714</id>
		<title>Horus (Ägyptische Mythologie)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Horus_(%C3%84gyptische_Mythologie)&amp;diff=621714"/>
		<updated>2025-04-12T06:24:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Der Horus-Thron */ Anführungsstriche korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox Ägyptische Gottheit&lt;br /&gt;
|TITEL = Horus&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM = &amp;lt;hiero&amp;gt;G5&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|IDEOGRAMM-ERKLÄRUNG = Horusfalke&lt;br /&gt;
|NAME-ERWEITERT = im [[Wikipedia:Altägyptische Sprache|Altägyptischen]] auch:&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;H-Hr:r&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME-ERKLÄRUNG = Horus&amp;lt;br /&amp;gt;(&#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
|NAME2-ERWEITERT = in den [[Wikipedia:Sargtexte|Sargtexte]]n auch:&lt;br /&gt;
|NAME2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;N31-i&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|TRANSKRIPTION = &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|GRIECHISCH = &#039;&#039;&#039;Horos&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|KOPTISCH = &#039;&#039;&#039;{{Unicode|ϩⲱⲣ}}&#039;&#039;&#039; &amp;lt;br /&amp;gt;(Hôr)&lt;br /&gt;
|BILD1 = Horus standing.svg&lt;br /&gt;
|BILD1-BREITE = 150px&lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG = Horus&lt;br /&gt;
|BILD2 = Horus as falcon.svg&lt;br /&gt;
|BILD2-BREITE = 150px&lt;br /&gt;
|BILD2-BESCHREIBUNG = Horus als Falke&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Horus&#039;&#039;&#039; (oder &#039;&#039;&#039;Horos&#039;&#039;&#039;) war ein Hauptgott der frühen [[Ägyptische Mythologie|ägyptischen Mythologie]]. Ursprünglich ein Himmelsgott, war er außerdem Königsgott, ein Welten- oder Lichtgott und Beschützer der Kinder. Das selbst schutzbedürftige Horuskind wurde als &#039;&#039;&#039;Hor-pa-chered&#039;&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;&#039;Har-pa-chered&#039;&#039;&#039; („Horus, das Kind“) verehrt. In Gestalt des &#039;&#039;&#039;Harsiese&#039;&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;&#039;Harsiesis&#039;&#039;&#039; („Horus, Sohn der Isis“) wurde es insbesondere als Sohn der [[Isis]] aufgefaßt. In seiner Erscheinungsform als auf der [[w:Schwimmende Insel|schwimmenden Insel]] [[Chemmis]] in den Sümpfen des [[Nil]]deltas heranwachsendes Kind wurde er &#039;&#039;&#039;Harachbit&#039;&#039;&#039; (auch &#039;&#039;&#039;Hor-ach-bit&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Haremachbit&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Hor-em-ach-bit&#039;&#039;&#039;) genannt. Zur Zeit des [[Hellenismus]] wurde das Horus-Kind schließlich als &#039;&#039;&#039;Harpokrates&#039;&#039;&#039; ({{ELSalt| Ἁρποκράτης}}) bezeichnet und bildete zusammen mit [[Serapis]] und [[Isis]] eine besonders in [[Alexandria]] verehrte Göttertriade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Horus&#039;&#039; ist die latinisierte Form des ägyptischen Wortes &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w&#039;&#039;, das vielfach auch als Hor wiedergegeben wird. Übersetzt wird es mit „der Ferne“ oder „Der oberhalb ist“ und bezieht sich auf seinen Status als Himmelsgott. Wie andere Götter, so erhielt aber auch Horus verschiedene Beinamen:&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der von Hierakonpolis.&lt;br /&gt;
*Der große Gott, der Herr des Himmels.&lt;br /&gt;
*Der große Gott, der Buntgefiederte.&lt;br /&gt;
*Der vom Abaton.&lt;br /&gt;
*Der Fürst von Buhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darstellung ==&lt;br /&gt;
Abbildungen des Gottes Horus zählen sicherlich zu den zahlreichsten eines Gottes in Ägypten. Er ist sowohl in Texten als auch in bildlichen Darstellungen fast allgegenwärtig. Horus wird als Falke oder auch als Mensch mit Falkenkopf, auf dem zuweilen eine Doppelkrone sitzt, dargestellt. In der römischen Zeit erfolgte die Darstellung des Gottes als Legionär.&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Horus hat in der geschichtlichen Entwicklung der ägyptischen Mythologie zahlreiche Veränderungen erfahren: Es entstanden unterschiedliche Wesensformen in Falkengestalt, die jeweils in einen eigenen Mythos eingebettet sind und deswegen unterschiedliche Eigenschaften und Kultorte haben. Der gesamte Mythos um Horus ist deshalb sehr vielschichtig und erscheint zuweilen sehr kompliziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das älteste Wesen des Gottes Horus war jedoch das eines Himmelsgottes. &lt;br /&gt;
Die beiden Himmelskörper [[Sonne]] und [[Mond]] galten als die Augen des Gottes, wobei das rechte Auge das &#039;&#039;Sonnenauge&#039;&#039; und das linke das &#039;&#039;Mondauge&#039;&#039; ist. Um beide Augen ranken sich verschiedene Mythen. Seine Flügelspitzen berührten die Grenzen der Erde. Ein aus der Frühzeit stammendes Bildsymbol, das ein Flügelpaar, die von [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] stammende Sonnenbarke und einen darüber sitzenden Falken zeigt, wird als Kontamination verschiedener Himmelsbilder angesehen. Diese Darstellung gilt als Vorläufer der später häufig auftauchenden Symbols der „Flügelsonne“ ([[Wikipedia:Behedeti|Behedeti]]).&amp;lt;ref&amp;gt; W. Helck/E. Otto: &#039;&#039;Kl. Lexikon der Ägyptologie.&#039;&#039; S. 127.&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Bedeutung als Emblem eines siegreichen Volkes avancierte Horus zum Kriegsgott und zum kriegsbringenden Führer,&amp;lt;ref&amp;gt; Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens.&#039;&#039; S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch der Glaube entstand, der König (Pharao) sei dessen irdische Verkörperung. Seit dieser Zeit trugen die Könige Ägyptens den Falkengott Horus in ihrer Titulatur. Die Bedeutung von Horus als Himmels- und Königsgott wird als gleich alt bzw. zeitgleich angesehen. Dadurch, dass die Könige zur selben Zeit den Gott [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] verehrten, kam es zu einer Identifizierung des Horus mit der Sonne. Der zur Staatsreligion gegensätzlichen Vorstellung des Volkes zufolge war Horus jedoch zwischenzeitlich mit dem Sohn des Osiris gleichgesetzt worden. Die so entstandenen Wechselbeziehungen beider Identifizierungen eines Gottes führten zu einer verschiedenen Mythenbildung. Trotz der Unterschiede dieser beiden Horus-Götter verschmolzen die Ägypter den Sonnen-Horus in späterer Zeit mit dem gleichnamigen Gott des Osiriskultes zu einem Gott Horus. Allerdings führte dieser Verschmelzungsprozess in verschiedenen Kultzentren zu verschiedenen Ergebnissen, so das es schließlich fünfzehn verschiedene Horus-Götter gab. Trotz dieser vielen Sonderformen kann durch die Abstammungsgeschichte, die Horus im Mythos zugeschrieben wurde, eine grobe Einteilung vorgenommen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Als Sohn von [[Atum]] oder [[Re (Ägyptische Mythologie)|Re]], von [[Geb (Ägyptische Mythologie)|Geb]] oder [[Nut (Ägyptische Mythologie)|Nut]], gehört Horus zum Sonnenkult.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Als Sohn der [[Isis]] und des [[Osiris]] gehört er zum [[Osiriskult]].&amp;lt;ref&amp;gt; Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens. &#039;&#039;S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Formen des Gottes Horus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable zebra&amp;quot; style=&amp;quot;border:2px solid gray; border-collapse:collapse; width:100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;10%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Name&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;20%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Darstellung in Hieroglyphen&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;15%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Transkription&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;40%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|kurze Beschreibung/Bedeutung&lt;br /&gt;
!width=&amp;quot;15%&amp;quot; {{Ägyptologie TblHighlight}}|Namensvariante&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Behedeti|Behedeti]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5- F18-D46-X1-O49: &amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;(Horus von Edfu)&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;lt;hiero&amp;gt;F18-D46-X1-O49: &amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;(Der von Edfu)&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥrw Bḫdtj}}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Der von Edfu“. Ursprünglich aus dem 4./5. unterägyptischen Gau.&lt;br /&gt;
| Horus von Edfu&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harachte|Harachte]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-N27:X1*Z4&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥrw3ḫtj}}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Der horizontische Horus&#039;&#039;, „Horus der beiden Horizonte“. Gott der Morgensonne. Eine Unterform des Gottes Horus.&lt;br /&gt;
| Hor-Achti&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harendotes|Harendotes]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt; G5-Aa27-W24-M17-X1:I9&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥ r-n ḏ -jt}}=f&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Horus, der seinen Vater schützt“. Schutzgottheit.&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harmachis|Harmachis]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-Aa15:N27&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥrw m ḫt }}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Horus im Horizont“. Personifikation der aufgehenden Sonne. Berühmteste Darstellung: [[Wikipedia:Große Sphinx von Gizeh|Große Sphinx von Gizeh]].&lt;br /&gt;
| Houroun (franz.)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Haroeris|Haroeris]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-G36:D21-A40&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥr wr }}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus der Große&#039;&#039; oder &#039;&#039;Horus der Alte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Her-ur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harpare|Harpare]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w-p3-R{{Unicode|ʿ}}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus, die Sonne.&#039;&#039; Kind in der Triade von [[Wikipedia:Month|Month]] und [[Wikipedia:Rat-taui|Rat-taui]]. Wird in [[Wikipedia:Medamud|Medamud]], [[Wikipedia:Armant|Armant]] und [[Wikipedia:at-Tōd|at-Tōd]] verehrt. Der Gott schützt den König vor Krankheit und Unheil.&lt;br /&gt;
| Harp-Re&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harpokrates|Harpokrates]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-G40-F32:D21:D46-A40&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode|ḥ}}r.w-p3-{{Unicode|ẖ}}rd&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus, das Kind.&#039;&#039; Fruchtbarkeitsgott; Personifikation der aufgehenden Sonne und des Gottessohnes.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Harsiese (Ägyptische Mythologie)|Harsiese]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-G39-Q1-X1:H8&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;{{Unicode| Ḥr  z3 3st }}&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Horus, Sohn der Isis&#039;&#039;. Bezeichnung für den Gott Horus als Kind.&lt;br /&gt;
| Harsiesis&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[w:Semataui|Semataui]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;background-color: #FFFFDE&amp;quot; | &amp;lt;hiero&amp;gt;F36-N16:N16&amp;lt;/hiero&amp;gt;  auch  &amp;lt;hiero&amp;gt;G5-F36-N16:N16&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;Sm{{Unicode|3-t3}}wj&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| „Vereiniger der beiden Länder“.&lt;br /&gt;
| Harsomtus, Somtus&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Haroeris ist beispielsweise eine sehr frühe Abspaltung des Gottes. Entsprechend der jeweiligen Wesensform erfolgt auch die bildliche Darstellung unterschiedlich. So wird z. B. Harpokrates seit dem [[Wikipedia:Altes Reich (Ägypten)|Alten Reich]] als nacktes Kind mit der Jugendlocke und einem Finger im Mund dargestellt.&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonders deutlich werden diese Unterschiede aber erst durch die Hieroglyphenschreibungen, die Transkription und die Übersetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung für das Königtum ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Egypte louvre 290.jpg|thumb|Horus-Name von [[Wikipedia:Wadji|Wadji]] im Serech]]&lt;br /&gt;
Horus war der Königsgott. Der Falke selbst stellte in vorgeschichtlicher Zeit ein Totem dar, das von den Nomadenstämmen im oberägyptischen Bereich als späteres Gauzeichen, verehrt wurde. Der König wurde bereits seit Beginn der [[Wikipedia:Prädynastik (Ägypten)|Vor-]] und [[Wikipedia:Frühdynastische Periode (Ägypten)|Frühdynastischer Zeit]]  mit dem Himmelsgott gleichgesetzt:&amp;lt;ref&amp;gt; Manfred Lurker: &#039;&#039;Lexikon der Götter und Symbole der Alten Ägypter.&#039;&#039; S. 101.&amp;lt;/ref&amp;gt; Horus offenbarte sich in der Person des Königs; der lebende König war Horus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Horus im Königstitel ===&lt;br /&gt;
Für alle Könige Ägyptens war die Herrschaft des Horus Vorbild. Sie nahmen den Titel „Lebender Horus“ an, und so ist der [[Wikipedia:Horusname|Horusname]] der älteste ägyptische Königstitel. Er ist z. B. bereits für die Könige [[Wikipedia:Hat Hor|Hat Hor]] und „[[Wikipedia:Skorpion I.|Skorpion I.]]“ belegt. Dieser Titel wird mit der Abbildung eines Falken eingeleitet, der auf einem Serech, der sogenannten Palastfassade, sitzt, und die den Namen des Königs umschließt. Auf der sogenannten [[Wikipedia:Narmer|Narmer]]-Palette, die in die 0. Dynastie datiert, ist ein Falke abgebildet, der als Horus bezeichnet wird. Bis in die [[Wikipedia:4. Dynastie|4. Dynastie]] war der Horusname der einzige Name des Königs ([[Wikipedia:Pharao|Pharao]]s), es kam aber noch in der selben Dynastie der [[Wikipedia:Goldname|Goldhorusname]] als weiterer Königstitel hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Horus-Thron ===&lt;br /&gt;
Durch die Krönung zum König Ägyptens wurde der Herrscher zum Horus. Dies drückte sich nicht nur durch den Horusnamen selbst aus. Texte auf Stelen sprechen davon, dass der König auf den „Horusthron der Lebenden“ kam: der König saß auf dem Throne des Horus. Eine der bekanntesten Stelen, auf der dieser Satz ebenfalls zu finden ist, ist wohl die Restaurationsstele [[Wikipedia:Tutanchamun|Tutanchamuns]], wo es u. a. heißt: „Erschienen auf dem Horusthron der Lebenden“ und „um einen König für immer zu schaffen, einen Horus, der dauert für alle Zeit.“&amp;lt;ref&amp;gt; Hermann A. Schlögl: &#039;&#039;Echnaton - Tutanchamun.&#039;&#039; S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verehrung und Kultorte ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Egypt_Edfu_Temple_01.jpg|thumb|Statue des Horus im Tempel von [[Wikipedia:Edfu|Edfu]]]]&lt;br /&gt;
Der wichtigste Kultort des Horus war [[Wikipedia:Edfu|Edfu]]. Hier wurde er zusammen mit seiner Frau [[Wikipedia:Hathor (Ägyptische Mythologie)|Hathor]] und dem gemeinsamen Sohn als Dreiheit verehrt. In [[Wikipedia:Kom Ombo|Kom Ombo]] wurde er als Haroeris und als Sohn des [[Wikipedia:Re (Ägyptische Mythologie)|Re]] verehrt, in [[Wikipedia:Heliopolis|Heliopolis]] hingegen als Harachte, dem Gott der Morgensonne. Weitere Kultorte waren [[Wikipedia:Hierakonpolis|Hierakonpolis]], Letopolis und Wawat, ein Gebiet, das südlich vom 1. Katarakt, im unteren Teil [[Wikipedia:Nubien|Nubiens]], lag. Als alter Stadtgott von Hierakonpolis und spätere Gottheit Unterägyptens galt er schließlich als Herr des Fruchtlandes von ganz Ägypten.&amp;lt;ref&amp;gt; Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten.&#039;&#039; S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Harpokrates wurde er hingegen unter anderem in [[Wikipedia:Achmim|Achmim]], [[Wikipedia:Philae (Ägypten)|Philae]], [[Wikipedia:Edfu|Edfu]], [[Wikipedia:Alexandria|Alexandria]], [[Wikipedia:Pelusium|Pelusium]] und dem [[Wikipedia:Fajum|Fajum]] verehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der ägyptischen Mythologie ==&lt;br /&gt;
Durch die geschichtliche Entwicklung und seine verschiedenen Wesensformen ist Horus in der ägyptischen Mythologie in unterschiedlichen Mythen vertreten. Sowohl Harsiese (Horus, Sohn der Isis) als auch Harpokrates (Horus, das Kind) zählen zum Osiris-Mythos, wohingegen die Wesensformen des Horus als Haroeris, Horus-Behedeti, Harachte und Harmachis an den Sonnenkult gebunden sind. Und so sind auch die Schilderungen über seine Herkunft unterschiedlich. In der Mythologie um [[Osiris]] ist er der Sohn des Osiris und der [[Isis]]. Aber auch Hathor (übersetzt mit: Haus des Horus) wurde als seine Mutter angesehen, wobei die Inschriften des Tempels in Edfu sie als seine Gemahlin bezeichnen. Als Horus der Ältere (Haroeris, auch Her-ur oder Her-wer) waren er und Isis die Eltern der vier Horussöhne (auch Kanopengötter) [[Wikipedia:Amset|Amset]], [[Wikipedia:Hapi (Horussohn)|Hapi]], [[Wikipedia:Duamutef|Duamutef]] und [[Wikipedia:Kebechsenuef|Kebechsenuef]]. Den Horussöhnen oblag nicht nur der Schutz der [[Wikipedia:Kanope|Kanopen]], sondern sie wurden auch von ihrem Vater als Wächter über die vier Himmelsrichtungen bestimmt, in die sie als Krönungsboten entsandt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Streit zwischen Horus und Seth ===&lt;br /&gt;
Dieser wohl bekannteste Mythos um Horus ist die grundlegende Frage um die Thronfolge nach dem Tod seines Vaters Osiris, der zwischen ihm und dessen Bruder [[Seth (Ägyptische Mythologie)|Seth]] ausgefochten wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kleinkind Horus, Harsiese (Sohn der Isis), wurde von Isis durch die Begattung ihres verstorbenen Gatten Osiris empfangen. Isis zog ihn in den Sümpfen bei [[Wikipedia:Buto (Antikes Ägypten)|Buto]] auf. Als Horus schließlich zum Mann herangereift war, begann er, Krieg gegen Seth zu führen, um den Thron seines Vaters zurück zu gewinnen. Er hatte viele andere Götter als Verbündete und errang im Kampf den Titel &#039;&#039;Harendotes&#039;&#039;: Der Beschützer seines Vaters. Obwohl Horus in den Kämpfen gegen Seth und seine Streitmachten sehr erfolgreich war, erholte sich dieser immer wieder von seinen Wunden und Horus konnte ihn nicht besiegen. Der Krieg zog sich hin und der listreiche Seth versuchte für sich Vorteile zu erringen, indem er den Streit um die Thronfolge vor ein Göttergericht brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verhandlung dauerte achtzig Jahre, ohne dass die Götter des Tribunals zu einer Entscheidung gelangten. Die Mitglieder des Gerichts waren stets mit dem letzten Sprecher, den sie als Zeugen geladen hatten, einer Meinung und wechselten demzufolge immer wieder ihre Ansicht. Die meisten der Richter sprachen für Horus, während Re-Harachte, der den Vorsitz hatte, Seth begünstigte, da dieser der Sohn der [[Nut (Ägyptische Mythologie)|Nut]] war.&lt;br /&gt;
Schließlich setzten sich [[Wikipedia:Schu|Schu]] und [[Thot]] für Horus ein, die die Gerechtigkeit vor der Gewalt aufrecht erhalten wollten. Isis, die davon ausging, dass der Streit nun beendet sei, verkündete, es sei der Wille des Gerichts, dass das „Auge“, das Symbol der Königsmacht an Horus gegeben werde. [[Wikipedia:Re-Harachte|Re-Harachte]], der sich so seiner Führung des Gerichts enthoben sah wurde zornig und hielt die Götter davon ab, Horus das Auge auszuhändigen. Seth hingegen bedauerte inzwischen, den Fall vor Gericht gebracht zu haben und da er von seinen Argumenten nicht mehr sehr überzeugt war, schlug er einen Zweikampf vor. Thot widersetzte sich und so war das Gericht erneut an einem toten Punkt angelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es erfolgte die Vorladung weiterer Götter, darunter der [[Wikipedia:Widder von Mendes|Widder von Mendes]], der zusammen mit [[Wikipedia:Ptah|Ptah]] erschien, sowie die Göttin [[Wikipedia:Neith (Ägyptische Mythologie)|Neith]]. Diese sprach sich dafür aus, den Thron zuzuerkennen, und dass Seth eine Entschädigung erhalten müsse, indem sein Besitz verdoppelt würde und er zwei weitere Frauen ([[Wikipedia:Astarte|Astarte]] und [[Wikipedia:Anath|Anath]]) bekommen sollte. Die göttlichen Richter glaubten jetzt endlich eine Lösung gefunden zu haben, allerdings war Re-Harachte verärgert. Nun gerieten die übrigen Götter in Zorn und nur Hathor gelang es, Re-Harachte zu besänftigen und dazu zu bewegen, sich wieder zum Gericht zu begeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht trat nochmals zusammen, aber die Diskussion, ob die Thronfolgerechte des direkten Nachkommen wichtiger seien als die besondere Eignung eines anderen Thronanwärters, führte zu keiner Entscheidung. Isis war von Seth von der Verhandlung ausgeschlossen worden und bestach den Fährmann der Götter, Anti, sie zur Insel der Gerichtsverhandlung zu bringen. Hier verwandelte sie sich in ein junges Mädchen. Als Seth das Mädchen sah, verließ er seinen Platz und lauerte ihr auf und Isis erzählte ihm eine Geschichte: Ihr Mann, ein Hirte, sei gestorben und sie sei allein mit ihrem kleinen Jungen zurückgeblieben. Später sei ein Fremder gekommen, der drohte, den Sohn zu schlagen, das Vieh wegzunehmen und sie fortzujagen. Und so fragte sie Seth um Bestand gegen den Fremden. Seth, der ihr gefallen wollte, antwortete: &#039;&#039;Soll Vieh an Fremde fallen, wenn ein Mann einen Sohn zum Erben hat?&#039;&#039; Nach diesen Worten verwandelte sich Isis in einen Milan, flog davon und rief Seth zu, dass er sein eigenes Urteil gesprochen habe. Seth ärgerte sich, auf ihre List hereingefallen zu sein und beklagte sich darüber bei Re-Harachte. Dieser hingegen konnte jedoch nichts anderes tun, als das Urteil zu bestätigen und antwortete Seth, dass Seth sich selbst verurteilt habe. Re-Harachte wurde ungeduldig und befahl den Göttern, Horus sofort zu krönen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seth war damit nicht einverstanden und schlug erneut einen Zweikampf vor. Die Götter stimmten dem Kampf, in dem sich beide in [[Wikipedia:Flusspferd|Flusspferde]] verwandeln sollten, zu. Gewinner wäre derjenige, der am längsten unter Wasser bliebe. Isis war sich sicher, dass Seth, dessen natürliche Gestalt die des Flusspferdes war, ihren Sohn Horus töten würde. Sie befestigte eine Harpune an einem langen Seil und warf diese ins Wasser. Ihr erster Wurf jedoch traf Horus und als sie ihren Fehler bemerkte warf sie die Harpune erneut und traf dieses Mal Seth. Seth flehte seine Schwester an, er solle sie ihrer beider Mutter wegen wieder befreien und Isis befreite ihn. Wütend über diese Schwäche seiner Mutter sprang Horus aus dem Wasser und schlug ihr den Kopf ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin beschlossen die Götter, Horus zu bestrafen, konnten ihn aber nicht finden. Seth hingegen fand ihn auf dem Berg, riss ihm die Augen aus und vergrub diese in der Erde. Als Seth zu den Göttern zurückkehrte, erklärte er, er habe Horus nicht finden können.&lt;br /&gt;
In einer Fassung des Mythos wurde Horus am Hang liegend von Thot, in einem anderen von Hathor gefunden. Hathor wusch ihm die Augenhöhlen mit Gazellenmilch aus, wodurch er sein Augenlicht wieder erlangte. Gemeinsam kehrten sie zum Göttergericht zurück. Doch erneut brach ein Streit aus und Verleumdung, Betrug und Gewalt wurden beidseitig eingesetzt, um ein Ergebnis herbeizuführen. Isis vereitelte einen Anschlag von Seth gegen Horus und Horus versuchte Seth in einem Duell zu betrügen, in dem er Seth schwer verwundete. Es konnte immer noch keine Entscheidung getroffen werden und so rief das Gericht erneut Neith an, die jedoch nicht weiter helfen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thot schlug schließlich vor, sich wegen eines letzten Urteils an Osiris zu wenden, der zugunsten seines Sohnes sprach. Dieser schimpfte die Götter für die lange Dauer der Urteilssprechung und, dass sie Horus so schlecht behandelt hatten. Osiris sagte, er sei der Gott der Vegetation und die anderen Götter würden ihm Dank für Korn und Vieh schulden, und, dass kein anderer Gott außer ihm solche Dienste geleistet habe. Diese Äußerung machte Re-Harachte wütend und er entgegnete Osiris, es gäbe auch ohne ihn Korn. Durch seine Antwort beendete Osiris den Streit und stellte die Machtverhältnisse für den Gott der Lebenden und der Toten fest. Er pries den höchsten Gott der Neunheit und berief sich darauf, dass [[Wikipedia:Maat (Ägyptische Mythologie)|Maat]] missachtet worden sei. Seine eigentliche Drohung, dass ihm „Boten mit den wilden Gesichtern“ zur Verfügung stünden, sprach er nicht aus: Diese Boten könnten das Herz eines jeden Gottes oder Sterblichen holen, der Böses vollbracht habe. Außerdem sei die Bestimmung, dass jedes Wesen in den Westen, das Land der Toten kommen würde. Und dort unterstünden alle dem Urteil von Osiris, der letztlich der Herr über alle sei. Diese Drohung blieb nicht wirkungslos: Das Urteil wurde eilends zugunsten von Horus gefällt und Seth in Ketten vor die Götter gebracht. Seth durfte unter der Bedingung weiterleben, dass er als Gott der Stürme und Winde das Boot von Osiris vorantreibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horus trat sein Erbe an, erhielt den Titel „Horus, Herr beiden Länder“ und wurde Herrscher über Ober- und Unterägypten.&amp;lt;ref&amp;gt; Der vollständige Mythos in Übersetzung und mit Erläuterungen ist nachzulesen bei: Günther Roeder: &#039;&#039;Ägyptische Mythen und Legenden,&#039;&#039; in der vierbändigen Reihe &#039;&#039;Die ägyptische Religion in Texten und Bildern&#039;&#039; sowie bei Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der griechischen Mythologie wurde Horus dem Gott [[Apollon]] gleichgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Horus-Auge ===&lt;br /&gt;
===== Mythos =====&lt;br /&gt;
In einer Version des Mythos &#039;&#039;Der Widerstreit von Horus und Seth&#039;&#039; sticht Seth Horus beide Augen aus (siehe oben), in einer anderen Fassung hingegen verlor Horus im Kampf gegen Seth nur das linke Auge, das sogenannte Mondauge. Dieses wird als „[[Horusauge|Horus-Auge]]“, auch [[Udjat-Auge]] genannt, bezeichnet. Es ist das &#039;&#039;heile&#039;&#039; oder &#039;&#039;gesunde Auge&#039;&#039;. In beiden Fassungen des Mythos erhält Horus jedoch das Augenlicht zurück, indem Thot das Auge heilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Lichtsymbol =====&lt;br /&gt;
[[Datei:Eye of Ra pendant.jpg|thumb|350px|„Es ist in seinen Teilen geometrisch genau berechnet und wirkt deshalb sehr harmonisch.“&amp;lt;br /&amp;gt;(Heinz Grill zum Horus-Auge)]]&lt;br /&gt;
[[Heinz Grill]] beschreibt das Horus-Auge als ein Lichtsymbol, das nach außen strahlt:&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Heilkraft der Seele. Der Lichtäther und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 3. vollständig überarbeitete Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, 2015, ISBN 978-3-9817200-2-0, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat| Das Horus-Auge wurde in den ägyptischen Sagen dem Mondgott zugeordnet. Diese Zuordnung wurde insbesondere deshalb getroffen, da der weise Mondgott Thot, der Schutzpatron der Wissenschaften, nach der Sage dieses Auge des Horus, nachdem es Seth, der Widersacher, zerstückelt hatte, wieder zusammenflickte. Das Gleichnis der Wiederherstellung liegt in diesem Auge. Es ist in seinen Teilen geometrisch genau berechnet und wirkt deshalb sehr harmonisch. Die Wiederherstellung eines kranken oder zerstückelten Zustandes in einen integren offenbart die Kostbarkeit dieses schönen und wertvollen ägyptischen Symbols. Nach genauer Betrachtung mussten die alten Ägypter dieses Symbol dem Mond zuordnen, da sie die Kraft der Regeneration und die Wiederherstellung des einmal Zerstörten in der Tat der Götter und darin den Mond, den Regent der tieferen und auch unbewussten Kräfteströme der Heilkunst, sahen. Indem das Auge aber wiederhergestellt ist, oder besser ausgedrückt, es nach Form und Maß zu einem Ganzen weiterentwickelt wurde, erstrahlt es sonnenhaft, wie ein nach außen gekehrtes lebendiges, funkelndes Bewusstsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Auge des Horus ist ein Lichtsymbol, es schenkt einerseits eine Erinnerung an eine wiederhergestellte Ordnung und andererseits vermag es den sonnenhaften Expressionen in einfacher Gestikulation nahezutreten. Wer es betrachtet, bemerkt, dass dieses Symbol wie eine Lampe nach außen erstrahlt, das Licht nicht zurückhält, es vielmehr mit seiner geometrischen Anordnung der Linien an die Peripherie bringt und als lichtes Symbol sympathisch erscheinen lässt. Das Auge blickt nach außen. Es wird vom Mond zur Sonne. Horus selbst ist ein Ausdruck für die morgendliche Sonne und für die Wiedergeburt der Ätherkräfte. Bezeichnenderweise ist am Morgen der Lichtäther sehr aktiv.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Liste ägyptischer Götter|Liste ägyptischer Götter]]&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Neunheit von Heliopolis|Neunheit von Heliopolis]]&lt;br /&gt;
* [[Wikipedia:Horus-Name|Horus-Name]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*Mary Barnett: &#039;&#039;Götter und Mythen des alten Ägypten.&#039;&#039; Verlag Gondrom 1998, ISBN 3-8112-1646-5&lt;br /&gt;
*Hans Bonnet: &#039;&#039;Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte.&#039;&#039; Nikol-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6&lt;br /&gt;
*Rolf Felde: &#039;&#039;Ägyptische Gottheiten&#039;&#039;. Wiesbaden 1995&lt;br /&gt;
*Lucia Gahlin: &#039;&#039;Ägypten - Götter, Mythen, Religionen.&#039;&#039; Edition XXL, ISBN 389736-312-7&lt;br /&gt;
*Wolfgang Helck/Eberhard Otto: &#039;&#039;Kleines Lexikon der Ägyptologie&#039;&#039;. Harrasowitz, 1999, ISBN 3-447-04027-0&lt;br /&gt;
*Veronica Ions: &#039;&#039;Die Götter und Mythen Ägyptens. Verlag Buch und Welt, 1988&lt;br /&gt;
*Manfred Lurker: &#039;&#039;Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter&#039;&#039;. Scherz Verlag, 1998, ISBN 3-502-16430-4&lt;br /&gt;
*Günther Roeder: &#039;&#039;Ägyptische Mythen und Legenden.&#039;&#039; Zürich 1960, Artemis Verlag (Die Bibliothek der Alten Welt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Category:Horus|Horus}}&lt;br /&gt;
* [http://www.humboldtgesellschaft.de/inhalt.php?name=aegypt Humboldt-Gesellschaft: Der altägyptische Königtum-Mythos]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ägypten]] [[Kategorie:Ägyptische Mythologie]] [[Kategorie:Ägyptische Gottheit]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Ahorn_(Acer)&amp;diff=621712</id>
		<title>Ahorn (Acer)</title>
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		<updated>2025-04-10T11:53:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ Ziel in der Vorlage Wikipedia korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Ahorne&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Acer&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Rosskastaniengewächse&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Hippocastanoideae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
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| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
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| Taxon4_WissName  = Sapindales&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Eurosiden II&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Rosiden&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = 2015-10-21 13 20 10 Sugar Maple during autumn along Patton Drive in Ewing, New Jersey.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Zucker-Ahorn (&#039;&#039;Acer saccharum&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Ahorne&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Acer&#039;&#039;) bilden eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der Unterfamilie der [[Wikipedia:Rosskastaniengewächse|Rosskastaniengewächse]] (Hippocastanoideae) innerhalb der Familie der [[Wikipedia:Seifenbaumgewächse|Seifenbaumgewächse]] (Sapindaceae). Je nach Autor gibt es 110 bis 200 Ahorn-Arten. Sie sind in gemäßigten und tropischen Gebieten in [[Eurasien]], [[Wikipedia:Nordafrika|Nordafrika]], Zentral- und Nord[[amerika]] weit verbreitet. Viele Arten werden vielseitig genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Baumspruch]] [[Donnerstag]] - [[Jupiter]] ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der [[Ahorn]] mit seinen gespreiteten Blättern, der Baum des [[Jupiter]], dem das [[Zinn]] heilig ist:&lt;br /&gt;
O Mensch, überwinde die Hast und die Hetze in dir.&lt;br /&gt;
Suche Stunden der Ruhe, in denen Güte und Weisheit geboren werden können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahorn-Blatt-2005-10-05.jpg|mini|hochkant|Gestieltes Laubblatt des Spitz-Ahorns (&#039;&#039;Acer platanoides&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Maple-seed.jpg|mini|hochkant|Geflügelte Frucht des Berg-Ahorns (&#039;&#039;Acer pseudoplatanus&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erscheinungsbild und Blätter ===&lt;br /&gt;
Ahorn-Arten wachsen als meist sommergrüne oder seltener immergrüne [[Baum|Bäume]] oder [[Strauch|Sträucher]].&lt;br /&gt;
Die gegenständig an den Zweigen angeordneten [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die meist einfache Blattspreite ist meist handförmig gelappt. Manche Arten besitzen unpaarig gefiederte Blattspreiten, mit drei oder fünf [[Blättchen]], zum Beispiel der [[Eschen-Ahorn]] (&#039;&#039;Acer negundo&#039;&#039;). Es liegt eine handförmige Nervatur vor. Der Blattrand ist glatt oder gezähnt. Es sind keine [[Nebenblatt|Nebenblätter]] vorhanden. Das Laub vieler Arten besitzt eine intensive Herbstfärbung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blütenstände und Blüten ===&lt;br /&gt;
Die Blüten stehen in [[Traube#Schirmtraube|schirmtraubigen]] oder [[Dolde|doldigen]], seltener [[Traube|traubigen]] oder großen [[Rispe|rispigen]] [[Blütenstand|Blütenständen]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Blüte]]n sind selten zwittrig, sondern meist funktional eingeschlechtig. Die [[radiärsymmetrisch]]en Blüten sind meist fünfzählig mit doppelter [[Blütenhülle]] (Perianth). Es sind meist fünf, selten vier oder sechs [[Kelchblatt|Kelchblätter]] vorhanden. Es sind meist fünf, selten vier oder sechs [[Kronblätter]] vorhanden, selten fehlen sie. Es sind meist acht, selten vier, fünf, zehn oder zwölf freie [[Staubblatt|Staubblätter]] vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtblatt gibt es selten eine, meist zwei [[Samenanlage]]n. Der Griffel ist meist zweigabelig und es sind zwei Narben vorhanden. Man unterscheidet zwischen insekten- und windbestäubten Arten. Bei insektenbestäubten ([[Entomophilie]]) Arten ist am Grunde der Blüten ein Diskus vorhanden, denn er dient der Anlockung von Insekten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Früchte und Samen ===&lt;br /&gt;
Es werden [[Spaltfrucht|Spaltfrüchte]] gebildet, die als zwei geflügelte Nussfrüchte ([[Flügelnuss (Botanik)|Samara]]) abfallen. Die Frucht führt durch ihre spezielle aerodynamische Form ([[Einflügler (Windkraftanlage)#Monopteros|Monopteros]]) beim Herunterfallen zu [[Autorotation]], dieses bewirkt ein langsameres Absinken der Samen und eine großflächige Verteilung der [[Diaspore]]n durch den Wind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim ausgereiften Samen ist kein [[Endosperm]] vorhanden. Der öl- oder stärkehaltige [[Embryo (Pflanze)|Embryo]] besitzt eine verlängerte Radicula und zwei flache oder gefaltete, grüne Keimblätter ([[Kotyledonen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chromosomensätze ===&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]engrundzahl beträgt x = 13; es liegt meist [[Diploidie]] vor, also 2n = 26.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Systematik siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Ahorne}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu weiteren Themen wie Nutzung und Kulturgeschcihte siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Ahorne}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Ahorne}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Tingzhi Xu, Yousheng Chen, Piet C. de Jong, Herman John Oterdoom, Chin-Sung Chang: &#039;&#039;Aceraceae.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* {{Literatur|Autor=D. Grosser, W. Teetz|Titel=Ahorn|Sammelwerk=Einheimische Nutzhölzer (Loseblattsammlung)|Verlag=Informationsdienst Holz, Holzabsatzfonds – Absatzförderungsfonds der deutschen Forst- und Holzwirtschaft|Ort=Bonn|Jahr=1998|ISSN=0446-2114}}&lt;br /&gt;
* {{RE|I,1|917|919|Ahorn|Paul Wagler|RE:Ahorn}}&lt;br /&gt;
* Shing-Fan Huang, Robert E. Ricklefs, Peter H. Raven: &#039;&#039;Phylogeny and Historical Biogeography of Acer I - Study History of the Infrageneric Classification.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Taiwania&#039;&#039;, Volume 47, Issue 3, 2002, S. 203–218. {{DOI|10.6165/tai.2002.47(3).203}}&lt;br /&gt;
* Jianhua Li, Jipei Yue, Suzanne Shoup: &#039;&#039;Phylogenetics of Acer (Aceroideae, Sapindaceae) based on nucleotide sequences of two chloroplast noncoding regions.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Harvard Papers in Botany&#039;&#039;, Volume 11, Issue 1, 2006, S. 101–115. {{DOI|10.3100/1043-4534(2006)11[101:POAASB]2.0.CO;2}}&lt;br /&gt;
* Guido W. Grimm, Susanne S. Renner, Alexandros Stamatakis, Vera Hemleben: &#039;&#039;A nuclear ribosomal DNA phylogeny of acer inferred with maximum likelihood, splits graphs, and motif analysis of 606 sequences.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Evolutionary bioinformatics online.&#039;&#039; Band 2, 2006, S.&amp;amp;nbsp;7–22, PMID 19455198, {{PMC|2674679}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Acer (genus)|Ahorne (&#039;&#039;Acer&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.lwf.bayern.de/wald-und-gesellschaft/wissenstransfer-waldpaedagogik/aktuell/2009/36258/index.php Ahorne – die &amp;quot;Zuckerbäume&amp;quot;] – Beitrag aus LWF-aktuell 62 der LWF&lt;br /&gt;
* [http://www.materialarchiv.ch/#/detail/284/ahorn/ Materialarchiv: Ahorn] - Umfangreiche Materialinformationen und Bilder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Laubbäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die sieben Planetenbäume|103]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahorne}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Tannen_(Abies)&amp;diff=621711</id>
		<title>Tannen (Abies)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Tannen_(Abies)&amp;diff=621711"/>
		<updated>2025-04-10T11:52:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Einzelnachweise */ Zieldatei in der Vorlage Wikipedia korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Tannen&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Abies&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Philip Miller|Mill.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Abietoideae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Kieferngewächse&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Pinaceae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Koniferen&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Coniferales&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Coniferopsida&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Klasse&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Samenpflanzen&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Spermatophytina&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Unterabteilung&lt;br /&gt;
| Bild             = Abies alba Orjen.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Weißtanne]] (&#039;&#039;Abies alba&#039;&#039;) am Naturstandort, Bijela gora in Montenegro&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Tannen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Abies&#039;&#039;) bilden eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Kieferngewächse]] (Pinaceae). Je nach taxonomischer Auffassung werden heute entweder 40 [[Art (Biologie)|Arten]] oder 47 Arten sowie etliche Gruppen hybriden Ursprungs oder Varietäten, die alle in der [[Gemäßigte Zone|gemäßigten Zone]] der [[Nordhalbkugel]] und zumeist in [[Gebirgsregion]]en vorkommen, unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__TOC__&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Praktisch alle Tannen können in ihnen zusagenden Lebensräumen zumeist End- oder [[Klimaxvegetation|Klimaxgesellschaften]] bilden und sind auch auf guten Standorten konkurrenzstarke [[Nadelbaum|Nadelbäume]]. Dabei sind Tannen sowohl dominante als auch kodominante Bäume von Nadel- und Mischwäldern montaner Höhenstufen der (kalt-)gemäßigten Breiten und Subtropen sowie auch Charakterarten in [[Ökoton|Grenzökotonen]] der alpinen [[Baumgrenze]] subtropischer Hochgebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit maximalen Wuchshöhen von 20 bis 90&amp;amp;nbsp;m und Stammstärken von 1 bis 3&amp;amp;nbsp;Meter, wobei Weißtannen unter günstigen Bedingungen über 6&amp;amp;nbsp;m Umfang erreichen können →[[Liste der dicksten Tannen in Deutschland]], sowie einem Lebensalter von 200 bis 800 Jahren gehören Tannen zu den großen Waldbäumen, wenn auch in ihren Lebensräumen teilweise größere Bäume vorkommen (so in den westlichen USA die [[Douglasie]] oder [[Sitka-Fichte]]). So gehören die Holzerträge pro ha auch zu den absolut höchsten (wie bei der amerikanischen [[Edel-Tanne]]) und das relativ leichte jedoch relativ feste Tannenholz aller großwachsenden Arten wird für viele unterschiedliche Anwendungen genutzt, insbesondere als Konstruktionsholz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Tannen bilden streng [[monopodial]]e Wuchsformen mit durchgehender Hauptachse. Sie haben eine etagenweise Verzweigung mit sehr harmonischen Kronenformen, die sie mit ihren weichen Nadelblättern und dem daraus hergestellten Schmuckreisig auch zum klassischen [[Weihnachtsbaum]] macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tannen sind nach den [[Kiefern]] (&#039;&#039;Pinus&#039;&#039;) die am weitesten verbreitete und artenreichste Gattung in der Familie der Kieferngewächse. Ihre einzelnen Vertreter bilden die essentiellsten mesophilen Vertreter der borealen und temperaten Wälder der Nördlichen Hemisphäre.&amp;lt;ref&amp;gt;S. A. Semerikova &amp;amp; V.L. Semerikov 2014: Molecular Phylogenetic Analysis of the Genus &#039;&#039;Abies&#039;&#039; (Pinaceae) Based on the Nucleotide Sequence of Chloroplast DNA. Russian Journal of Genetics, 2014 50/1: 7–19. [https://www.researchgate.net/profile/Vladimir_Semerikov/publication/263044065_Molecular_phylogenetic_analysis_of_the_genus_Abies_Pinaceae_based_on_the_nucleotide_sequence_of_chloroplast_DNA/links/546ec80a0cf2bc99c2155c16/Molecular-phylogenetic-analysis-of-the-genus-Abies-Pinaceae-based-on-the-nucleotide-sequence-of-chloroplast-DNA.pdf (Researchgate: PDF)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Tannen haben hohe Ansprüche an Wasserversorgung und Feuchtigkeit und tolerieren weder besonders hohe noch sehr tiefe Temperaturen, sie meiden auch immer Standorte mit stagnierendem Wasser. Diese Eigenschaften bestimmen die zönotische Position der Tannen als Elemente von zumeist oberen Lagen von Gebirgswäldern, wo sie gemeinsam mit Fichte, Hemlock, Douglasie und Kiefer den Bereich der dunklen Nadelbaumwälder bilden. Da Tannen in der Natur wie unter künstlichen Bedingungen untereinander leicht hybridisieren, wobei einzelne Arten geologisch selbst kontinentale Grenze zwischen Asien und Nordamerika überbrückt haben, ist die taxonomische Gliederung der Gattung komplex und bis heute (Stand 2018) nicht vollständig geklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;S. A. Semerikova &amp;amp; V.L. Semerikov 2014: Molecular Phylogenetic Analysis of the Genus &#039;&#039;Abies&#039;&#039; (Pinaceae) Based on the Nucleotide Sequence of Chloroplast DNA.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Mitteleuropa]] ist die [[Weißtanne]] (&#039;&#039;Abies alba&#039;&#039;) heimisch. In naturnahen Wäldern Mitteleuropas ist die Tanne fast ausschließlich in [[Rotbuchenwald|Buchenwäldern]] beigemischt und aufgrund ihrer besonders günstigen Wurzelentwicklung und Schattentoleranz wesentlich für die Stabilisierung und Aufwertung des [[Bergmischwald]]es. Regional gelten Tannen als Zukunftsträger der Holzindustrie, da sie gegenüber der Fichte durch höhere Trockenresistenz und geringere Windwurfanfälligkeit Vorteile beim Globalen Klimawandel bietet. Der Waldbau setzte beispielsweise in Deutschland seit den 1990ern verstärkt auf die Verjüngung der Weißtanne; der Anteil der Tanne bei den Jungbeständen stieg nach Angaben der Bundeswaldinventur um 20 % bei einer gleichzeitigen deutlichen Zunahme der Altbestände. Ein deutlicher Vorteil ergibt sich bei der Tanne zu Fichte insbesondere in trockenen Gebieten sowie bei ökologisch ausgerichteter Waldwirtschaft. Tannen können im Plenterwald gepflegt werden und haben Vorteil in der Bodenpflege, in dem die leicht humifizierbare Nadelstreu nicht zur Bodenversauerung beiträgt. Im Allgemeinen sind Tannen nach den Douglasien die forstwirtschaftlich zweitwichtigsten Kieferngewächse.&amp;lt;ref&amp;gt;George W. Edwards 2008: &#039;&#039;Abies&#039;&#039; P. Mill. - fir. In: Franklin T. Bonner &amp;amp; Robert P. Karrfalt 2008: The Woody Plant Seed Manual. United States Department of Agriculture, Forest Service, Agricultural Handbook 727: 149-198, April 2008. [https://www.fs.usda.gov/nsl/Wpsm%202008/Abies.pdf  (PDF)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Gemeine Fichte]] wird zwar auch &#039;&#039;Rot-Tanne&#039;&#039; genannt, gehört aber wie auch die [[Zimmertanne]] (&#039;&#039;Araucaria heterophylla&#039;&#039;) oder die [[Sicheltanne]] (&#039;&#039;Cryptomeria japonica&#039;&#039;) nicht zu den Tannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Baumspruch]] [[Samstag]] (Sonnabend) - [[Saturn]] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der bleierne [[Saturn]] durch die Bäume des dunklen Waldes, [[Tanne|Tannen]], [[Buche|Buchen]] und [[Zypresse|Zypressen]]:&lt;br /&gt;
O Mensch, fühle die Verantwortung für die Not deiner Zeit und der ganzen Menschheit.&lt;br /&gt;
Ergreife mit Innigkeit und Ernst die Aufgabe, die dir das Leben stellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Habitus ===&lt;br /&gt;
Alle Tannen-Arten sind immergrüne [[Pfahlwurzel|tiefwurzelnde]] [[Baum|Bäume]] mit einem geraden, säulenförmigen Stamm. Die konische Krone wird aus regelmäßigen Etagen von relativ kurzen, horizontalen Ästen gebildet. Wenige Arten bleiben mit einer Wuchshöhe von 20 Metern relativ klein (&#039;&#039;Abies koreana&#039;&#039;), die meisten Arten sind aber in ihren Lebensraum dominante Waldbäume und gehören dann oft zu den größten Waldbaumarten (die Europäische [[Weiß-Tanne]] gilt als größter Baum des Kontinents). So erreichen die meisten Tannen Wuchshöhen zwischen 40 und 70 Metern, für manche amerikanische Arten sind aber auch Wuchshöhen von 90 Metern verbürgt (&#039;&#039;Abies grandis&#039;&#039;, &#039;&#039;Abies procera&#039;&#039;). Der Stamm der [[monopodial]] wachsenden Tannen wird in der Regel 1 bis 2 Meter dick (bis zu 3 Meter bei &#039;&#039;Abies procera&#039;&#039; und &#039;&#039;Abies spectabilis&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wurzelsystem ===&lt;br /&gt;
Mit wenigen Ausnahmen haben Tannen ein [[Pfahlwurzel|pfahlfömiges]] [[Wurzel (Pflanze)#Wurzelsysteme|Wurzelsystem]]. Dieses wird unabhängig vom Bodentyp entwickelt. Für die [[Purpur-Tanne]] (&#039;&#039;Abies amabilis&#039;&#039;) ist dagegen ein flaches Wurzelsystem kennzeichnend. Sie ist daher wenig sturmresistent. Von allen Nadelbaumarten leisten die Tannen auf den waldbaulich schwierigen, sauerstoffarmen Böden (Staunässe, Pseudogley, Ton) den weitaus besten vertikalen Aufschluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abies nordmannia Zweig Detailaufnahme.jpg|mini|links|Direkt auf dem Zweig sitzende Nadeln bei der [[Nordmann-Tanne]] (&#039;&#039;Abies nordmanniana&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Abies procera top Sherrard Point.jpg|mini|links|Wipfel der [[Edel-Tanne]] (&#039;&#039;Abies procera&#039;&#039;) mit den für die Art typischen sehr großen Zapfen]]&lt;br /&gt;
=== Borke ===&lt;br /&gt;
Die Borke ist in der Jugend zumeist glatt, oft grau, nur bei &#039;&#039;Abies squamata&#039;&#039; auch schon in der Jugend schuppig, zerfällt aber im Alter zumeist in kleine Platten (&#039;&#039;Abies alba&#039;&#039;, &#039;&#039;Abies nordmanniana&#039;&#039;, &#039;&#039;Abies procera&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nadeln ===&lt;br /&gt;
Die nadelförmigen [[Blatt (Pflanze)|Blätter]] sind flach und leicht biegsam und tragen auf der Unterseite oft zwei helle [[Stoma (Botanik)|Stoma]]-Bänder. Die Nadeln werden acht bis elf Jahre alt. Mit ihrem verbreiterten Fuß sitzen sie unmittelbar auf den Ästen (siehe Bild). Sie unterscheiden sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. von [[Fichten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blüten, Zapfen und Samen ===&lt;br /&gt;
Tannen-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig ([[monözisch]]), es gibt weibliche und männliche [[Zapfen (Botanik)|Zapfen]] an einer Pflanze. Die Zapfen finden sich nur in den obersten Zweigen am Wipfel und stehen immer aufrecht am Zweig (im Gegensatz zu den hängenden und als Ganzes herabfallenden Fichtenzapfen). Die Achse (Spindel) des Zapfens verbleibt am Baum, während die Schuppen einzeln abfallen. Folglich können auch keine herabgefallenen Tannenzapfen gesammelt werden. Die geflügelten Samen reifen im Zapfen. Keimpflanzen haben vier bis zehn Keimblätter ([[Kotyledonen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stellung und Entwicklung der Zapfen ist nicht nur für die Gattungsabgrenzung essentiell, ihre Form ist auch eines der wichtigsten morphologischen Unterscheidungsmerkmale zwischen den einzelnen Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Holz ===&lt;br /&gt;
Tannenholz ist weich, in der Regel geruchslos, cremeweiß bis lohfarben. Kern- und Splintholz sind praktisch nicht unterscheidbar. Die Holzfasern sind gerade, mit einem graduellen Übergang zwischen Früh- und Spätholz. Harzkanäle werden in der Regel nicht gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Globale Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Alle Arten der Gattung &#039;&#039;Abies&#039;&#039; sind nordhemisphärisch verbreitet. Wie die weiteren Gattungen der Kieferngewächse (&#039;&#039;Pinus&#039;&#039;, &#039;&#039;Picea&#039;&#039;, und &#039;&#039;Larix&#039;&#039;) sind sie vorwiegend über weitflächige Territorien in den temperaten und kalten Zonen der Alten und Neuen Welt von der Küste bis zu 4500 m Höhe verbreitet.&lt;br /&gt;
Damit gehören zum von den Tannen besiedelten Gebiet Europa, Nord-Afrika, Nord- und Zentral-Asien und Nordamerika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der westlichen Alten Welt liegt das südlichste Vorkommen von &#039;&#039;Abies pinsapo&#039;&#039; var. &#039;&#039;marocana&#039;&#039; und &#039;&#039;Abies pinsapo&#039;&#039; var. &#039;&#039;tazaotana&#039;&#039; im marokkanischen Atlas-Gebirge in Nordafrika bei 32°30&#039;N, im östlichen Asien das von &#039;&#039;Abies kawakamii&#039;&#039; in Taiwan bei 23°-24°50&#039;N; die nördlichsten Population der Alten Welt von &#039;&#039;Abies sibirica&#039;&#039; überschreiten entlang von Pur und Taz in der subarktischen Region Sibiriens den nördlichen Polarkreis bei 67°40&#039;N.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neuen Welt geht &#039;&#039;Abies guatemalensis&#039;&#039; über den Wendekreis des Krebses in die tropische Zone. Ihr südlichstes Vorkommen liegt zwischen 14° und 15°N. Am nördlichsten geht hier &#039;&#039;Abies lasiocarpa&#039;&#039;. Ihr Areal reicht von Südost-Alaska, südlich des Copper-River-Tales zu ihrem nordöstlichen Limit, östlich des zentralen Yukon Territoriums (Breitengrad 64° 30&#039; N). Nach Süden erstreckt sich das Areal von &#039;&#039;Abies lasiocarpa&#039;&#039; den Rocky Mountains folgend fast über den ganzen Kontinent, er reicht von Alaska bis New Mexico und Arizona. Die Tannen Nordamerikas reicht von Neufundland (&#039;&#039;Abies balsamea&#039;&#039;, Längengrad 53° 30&#039; W.) in Kanada bis zum Copper River (&#039;&#039;Abies lasiocarpa&#039;&#039; var. &#039;&#039;lasiocarpa&#039;&#039;, Längengrad 145°W). Damit haben die drei borealen Arten &#039;&#039;Abies sibirica&#039;&#039;, &#039;&#039;Abies balsamea&#039;&#039; und &#039;&#039;Abies lasiocarpa&#039;&#039; das größte Territorium unter den Tannen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein sind sich die einzelnen Tannenarten morphologisch relativ ähnlich. Auch besitzen die heute 48 unterschiedenen Arten im Vergleich zu den verwandten Gattungen mit hoher Artenzahl wie Kiefern und Fichten, höhere ökologische Ansprüche. Dazu gehört, dass sie bessere Böden zum Wachsen benötigen, sowie an klimatische Gegebenheiten ohne ausgeprägte Trockenstresssituationen mit ausgeglicheneren, kühlen Temperaturen angepasst sind. Daher treten Tannen oft in Konkurrenz zu Laubbäumen auf, oder sind kodominante Waldbäume von Mischwäldern. Tannen sind in ihren Verbreitungsgebieten zumeist Gebirgsbäume, die selten Tiefländer wie die der kontinentalen Taiga besiedeln. Doch selbst dort besiedeln sie immer günstigere Standorte als vergesellschaftete Nadelbäume anderer Gattungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tannen bilden mit fünf Teilarealen eine holarktisch zirkumpolare Sippe (west-euroasiatisch, sibirisch-ostasiatisch, himalayisch-südost-asiatisch, boreo-kanadisch, westpazifisch). Geschlossen (temperat)-boreal/kontinental bilden Balsam-Tanne (&#039;&#039;Abies balsamea&#039;&#039;) und Sibirische Tanne (&#039;&#039;Abies sibirica&#039;&#039;) einen wesentlichen Teil der borealen Nadelwälder Sibiriens und Kanadas, ohne hochkontinentale Bereiche in Nähe der Wald- und Baumgrenze zu besiedeln. Östliche Vorposten dieses Arealtyps finden sich disjunkt im pazifischen Ostsibirien, dem Sichote-Alin-Gebirge, der Mandschurei und Hokkaidō. Neben temperat-borealen sind kontinentale Arten in meridional-submeridionalen Florenzonen anzufinden (mexikanische und südwestchinesische Arten, &#039;&#039;Abies lasiocarpa&#039;&#039; in den Rocky Mountains).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formenreich sind die Tannen in montanen, subalpinen und oromediterranen Stufen temperater, submeridionaler und meridionaler Zonen, (sub)ozeanischer Gebirge (&#039;&#039;Abies spectabilis&#039;&#039; und &#039;&#039;Abies densa&#039;&#039; im „cloud belt“ des perhumiden Ost-Himalayas, &#039;&#039;Abies squamata&#039;&#039; in China noch in 4000 bis 4500 m Höhe). Altweltlich sind die Tannen gewöhnlich mit Zedern und Kiefern vergesellschaftet; in den Subtropen kommen auch Reinbestände vor. In baumartenarmen gemäßigten Breiten Europas kommen unter den Nadelholzgewächsen nur Kiefern- und Fichten-Arten zusammen mit Tannen vor. Die temperat-submeridional, (sub)ozeanisch bis subkontinental verbreitete Weißtanne fällt im stärker kontinentalen Nordeuropa sowie der borealen Taiga in Westasien aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den pazifischen Gebirgen Nordamerikas sowie Hindukush-Himalaja, Huangshan, den japanischen Inseln und Taiwan sind Tannen häufiger Bestandteil gemischter Nadelwälder. So kommen mit Douglasien (&#039;&#039;Pseudotsuga&#039;&#039;), Schierlingstannen (&#039;&#039;Tsuga&#039;&#039;) und [[Fichten]] (&#039;&#039;Picea&#039;&#039;) und [[Kiefern]] (&#039;&#039;Pinus&#039;&#039;) mit Tannen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete mit vielen Tannen-Arten sind altweltlich die Mittelmeerregion, der Südwesten der Volksrepublik China bis zum Himalaya, neuweltlich die Westküsten-Kordilleren der USA bis ins westliche Mexiko und Mittelamerika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tannen dieser Regionen befinden sich oft in isolierten Rückzugsgebieten in Gebirgen, wo ausreichend Feuchtigkeit und moderate Temperaturen vorherrschen. Absolutes Entwicklungszentrum ist hier die sino-himalayische Region mit 17 Arten, herausragend der Huang Shan in Südwestchina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
=== Forstwirtschaft ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Expo 2000 Dach Holzkonstruktion.jpg|mini|Baumstämme von Weiß-Tannen (&#039;&#039;Abies alba&#039;&#039;) aus Gersbach (Schopfheim) stützen das größte freitragende Holzdach der Welt (Fläche: 16000&amp;amp;nbsp;m² ≈ 2&amp;amp;nbsp;Fußballfelder) auf der Expo 2000]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tannen sind zwar nach den Kiefern die formenreichste Gattung der Kieferngewächse, ihre forstwirtschaftliche Bedeutung ist jedoch geringer als die der Douglasie und Fichten. In Europa ist unter den autochthonen Arten nur die Weiß-Tanne von Bedeutung. Einige eingeführte amerikanische Arten sind lokal von Bedeutung, in Deutschland darunter nur die Küsten-Tanne. Für Edel-Tanne und Purpur-Tanne wurden jedoch Anbauversuche durchgeführt. Forstwirtschaftlich empfohlen wird hierzulande insbesondere auch die in ihren Heimatländern forstlich wichtige Nordmann-Tanne. Sie stellte sich in Anbauversuchen der Weiß-Tanne gegenüber insbesondere bei geringerer Spätfrostanfälligkeit, gleichem Zuwachs und Holzqualität, aber besserer Sekundärnutzung (Christbaum, Schmuckreisig) insgesamt als überlegen heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im westlichen Nordamerika haben Tannen ihre allgemein größte ökologische und ökonomische Bedeutung. Mit Ausnahme von zwei nur endemisch auftretenden Tannen sind sechs weiterhin auftretende Arten hier forstwirtschaftlich vielfältig genutzt (Edel-Tanne, Küsten-Tanne, Pracht-Tanne, Purpur-Tanne, Colorado-Tanne, Balsam-Tanne). Zur Gewinnung von Papierzellulose wird das Holz der Purpur- und Balsam-Tanne verarbeitet. Eine Sondernutzung erfuhr im 19. Jahrhundert das Holz der Pracht-Tanne, als es zur Aufbewahrung von Butter und Käse genutzt wurde und daher als „Butter-Holz“ bezeichnet wurde. Wie das Holz aller Tannen ist es geschmacks- und geruchsneutral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Japan als eines der Hauptabnehmerländer amerikanischen Tannenholzes nutzt dieses für die eigene Bauindustrie (Holz von Edel- und Purpur-Tanne). Aus den eigenen Tannenholzsorten werden dort Bretter, Dachschindeln, Türen, Holzschuhe, Musikinstrumente, sowie Haushaltsgegenstände hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der chinesischen Provinz Sichuan diente das Holz von &#039;&#039;Abies delavayii&#039;&#039; und  &#039;&#039;Abies fabri&#039;&#039; zur Errichtung von Tempeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forstwirtschaftliche Nebennutzungen sind die Gewinnung von Tannenbalsam (Kanadischer Balsam und Straßburger Terpentin), Destillation ätherischer Öle (insbesondere in Tschechien, der Slowakei, Russland) für die üblicherweise Dampfdestillation der Nadeln, sowie in Indien die Destillation aus den harzreichen Samen der himalayischen Arten, Anwendung findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Tannenholz ====&lt;br /&gt;
Tannen sind Reifholzbäume, sie besitzen also keinen farblichen Unterschied zwischen Kern- und Splintholz. Das Holz ist gelblich-weiß gefärbt und besitzt im Vergleich zum sehr ähnlichen Fichtenholz keine Harzkanäle und nur kaum sichtbare Markstrahlen. Aufgrund der sehr ähnlichen Eigenschaften wird vor allem das Holz der Weiß-Tanne ähnlich wie Fichtenholz eingesetzt: Zum Anwendungsspektrum gehört vor allem die Verwendung zur Papier- und Zellstoffherstellung, als Bau- und Möbelholz für den Innenbereich sowie die Nutzung als Brennholz. Als Schnittholz wird Fichtenholz in der Regel gemeinsam mit Tannenholz als Mischsortiment Fichte/Tanne gehandelt und verwendet. Dabei wird Fichtenholz in Form von Rundholz, Schnittholz wie Brettern und Brettschichthölzern und als Furnierholz verarbeitet. Zugleich ist es das wichtigste Holz für die Herstellung von Holzwerkstoffen wie Sperrholz, Leimholz, Span- und Faserplatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trocknung ist aufgrund der höheren Stammfeuchtigkeit schwieriger als bei der Fichte. Sonderanwendungen liegen im Wasserbau, wo Tannenholz eine hohe Dauerhaftigkeit besitzt und als Obst- und Gemüsekisten aufgrund seiner Geruchsfreiheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wichtige forstlich genutzte Tannen sind unter den europäischen Arten die Nordmann-Tanne sowie unter den chinesischen und himalayischen Arten unter anderen &#039;&#039;Abies delavayi&#039;&#039;, &#039;&#039;Abies spectabilis&#039;&#039; oder &#039;&#039;Abies pindrow&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den amerikanischen Arten liefert die Edel-Tanne (&#039;&#039;Abies procera&#039;&#039;) das beste Holz. Wegen seiner Festigkeit wurde es früher unter anderem auch im Flugzeugbau (so war die Zelle der Royal Air Force de Havilland Mosquito aus Edel-Tannenholz gefertigt), aber auch im Konstruktionsholz- und Leiterbau verwendet. Die Wälder der amerikanischen Edel-Tanne gehören daneben in ihrem Ursprungsgebiet auch zu den vorratsreichsten Wäldern überhaupt. Ein etwa 350-jähriger Bestand von Edel-Tannen in der &#039;&#039;Goat Marsh Research Area&#039;&#039; am westlichen Abfall des Mount St. Helens im Bundesstaat Washington birgt nach den Redwood-Wäldern den vorratsreichsten Waldtyp der Welt. Hier werden Massenleistungen pro Hektar von über 1600 Tonnen erreicht, bei Wuchshöhen der Tanne von bis zu 90 Meter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landschaftsgestaltung ===&lt;br /&gt;
Tannen sind wichtige Bäume für Landschafts- und Gartengestaltung. Die großwachsenden Arten werden je nach klimatischer Härte auch in großen städtischen Parks und in Grünflächen angepflanzt. Oftmals werden heute nordamerikanische Gebirgsarten aufgrund ihrer auffallenden Benadelung und geringen Spätfrostgefährdung bevorzugt. Die amerikanische Edel-Tanne und die Colorado-Tanne sind aber auch wegen ihrer stärkeren Toleranz gegenüber von Luftverschmutzung teilweise der Weiß-Tanne überlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gartengestaltung werden insbesondere die kleinwachsende Korea-Tanne, sowie alle Tannenarten mit sogenannter &#039;Glauca&#039;-Sorte (aufgrund des dicken Wachsüberzuges der Blätter erscheinen diese blau-weiß) angepflanzt. Dazu gehören unter anderen die Numidische Tanne (Sorte &#039;Glauca&#039;), die amerikanische Edel-Tanne sowie die Colorado-Tanne, aber auch die mit einer sehr harmonischen Nordmann-Tanne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den atlantischen Gegenden Europas über Dänemark, Frankreich und Großbritannien werden aber auch die wenig spätfrostresistenten Tannen der amerikanischen Westküste (unter anderen &#039;&#039;Abies grandis&#039;&#039;), sowie teilweise die Tannen des Himalayas angepflanzt. Diese sind nur in den mildesten Gegenden Deutschlands klimahart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sekundärnutzung ===&lt;br /&gt;
==== Medizin ====&lt;br /&gt;
Die hellgrünen Tannenspitzen im Mai – Maigrün – sind nicht nur essbar, sondern ein altes Medikament und Hausmittel gegen Husten. Sie enthalten heilsame Enzyme. Man konserviert sie als Sirup. Aus den Monoterpenen der Nadeln gewinnt man von verschiedenen Arten (&#039;&#039;Abies spectabilis&#039;&#039;, &#039;&#039;Abies alba&#039;&#039;) ein bekanntes und angenehm harzig riechendes ätherisches Öl. Dieses wird in Badezusätzen oder zu Saunaaufgüssen verwendet. Tannenwälder ergeben auch in der Imkerei eine wichtige Bienentracht. Sortenreiner echter Tannenhonig gehört zu den teuersten Honigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Christbaum ====&lt;br /&gt;
Als klassische [[Christbaum|Christbäume]] werden in Deutschland vor allem die Nordmann-Tanne, sowie in Nordamerika, aber inzwischen auch vermehrt in Europa, die amerikanische Edel-Tanne und die Colorado-Tanne dafür in Plantagen angebaut. Außerdem wird von Tannen Schmuckreisig gewonnen. Die Weihnachtsbaum-Plantagen und die für die Weihnachtsbaumproduktion empfohlenen Arten werden in allen wichtigen Anbauländern (Großbritannien, Dänemark, Deutschland, verschiedene Bundesstaaten der USA wie Idaho, Oregon, Pennsylvania) in Anbauversuchen (sogenannte Provenienz Versuche) auf Eignung getestet. Dabei werden regional unterschiedliche Arten empfohlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symbolik ==&lt;br /&gt;
=== Religiöses Brauchtum ===&lt;br /&gt;
Tannen sind in vielen Kulturen Symbole von Geburt und Wiederauferstehung. Als immergrüne Bäume verkörpern sie auch den religiösen Glauben an das ewige Leben. Daher sind Tannenzweige und Tannenreisig auch Bestandteil für Grabschmuck und Grabkränze. Aber auch für die Ausschmückung von Osterschmuck an Marktbrunnen ist ihre Symbolik von Bedeutung. Zudem werden Adventskränze aus Tannenreisig geflochten. Hierbei soll das Tannengrün das Leben in der Jahreszeit, in der vieles abgestorben ist, verkörpern. Jedoch ist der Brauch erst jüngeren Datums und die Katholische Kirche hat diesen ursprünglich evangelischen Brauch erst nach dem Ersten Weltkrieg übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeine Metamorphose der Tanne zum [[Weihnachtsbaum]] der Adventszeit ist gleichsam in Rainer Maria Rilkes Gedicht „Es treibt der Wind im Winterwalde“ wiedergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst ==&lt;br /&gt;
=== Lyrik und Gesang ===&lt;br /&gt;
Die sakrale Konnotation der Tannen-Symbolik findet sich auch in rumänischen Klage- und Totengesängen, wo Tannen die Bäume sind, die die größte Verehrung und das Höchstmaß an sakralem Charakter tragen. Ein Beispiel dieses Topos vom Tannen-Motiv als Symbol der Auferstehung in Klage- und Totenliedern findet sich auch auf der Balkanhalbinsel wie im serbischen Volkslied &#039;&#039;Pod jelom zaspalo devojče&#039;&#039; (dt. &#039;&#039;Unter der Tanne war das Mädchen eingeschlafen&#039;&#039;). Eine häufige formalistische Verwendung findet dieses Motiv in der Serbischen epischen Dichtung (zumeist in der Verbindung „Vita Jela“ = „Geschmeidige Tanne“) in der christlicher Glaube und heidnische Tradition (Baumkult) ausgedrückt werden. Diese formelhafte Nutzung der Tanne in den epischen zehnsilbigen Gesängen hat sich in den Gebirgen im herzegowisch-montenegrinischen Hochkarst bis heute erhalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lyriker griffen die Tannensymbolik als Embleme von Tod und Auferstehung wiederholt auf; Darunter in Deutschland unter anderem Franz Alfred Muth in „Die alte Tanne“, das auch von Josef Gabriel Rheinberger vertont wurde, Ferdinand Freiligrath „Die Tanne“, Gottlieb Konrad Pfeffel „Die Tanne“, Emil Rittershaus „Tanne und Rose“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ursprünglich böhmische Wandervogellied „Hohe Tannen weisen die Sterne“, 1923 in dem Liederbuch „Das junge Volk“ des Bundes der deutschen Ringpfadfinder erstmals veröffentlicht worden, spiegelte in der NS-Zeit in einer zusätzlich eingefügten Strophe den völkisch orientierten Zeitgeist in der Hervorhebung von „germanischen“ Symbolen und Emblemen wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Koniferen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Tannen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Peter Schütt: &#039;&#039;Tannenarten Europas und Kleinasiens.&#039;&#039; Ecomed, Landsberg am Lech 1994, ISBN 3-609-69890-X.&lt;br /&gt;
* Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: &#039;&#039;Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. &#039;&#039;Band 2.&#039;&#039; Arten und Sorten.&#039;&#039; Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.&lt;br /&gt;
* Pierre Quézel: &#039;&#039;Diversité et répartition des sapins sur le pourtour méditerranéen.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Foret Méditerranéene.&#039;&#039; Band 19, Nr. 2, Mai 1998, S. 93–104&lt;br /&gt;
* Marcel Barbéro, Pierre Quézel:  &#039;&#039;Les forêts des sapins sur le poutour méditerranéen.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Anales del Instituto Botánico A. J. Cavanilles.&#039;&#039; Band 32, Nr. 2, 1975, S. 1245–1289, 1975&lt;br /&gt;
* M. Ducrey, H. Oswald (Hrsg.): &#039;&#039;Séminaire international. Sapins méditerranéens. Adaptation, sélection et sylviculture. Avignon, France du 11 au 15 juin 1990. International workshop. Mediterranean firs. Adaptation, selection and silviculture. Avignon, France 11 to 15 June 1990.&#039;&#039; Commission of the European Communities, Luxembourg, 1991, ISBN 92-826-2843-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Abies|Tannen}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Tanne}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4184405-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nadelbäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieferngewächse (Pinaceae)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tannen (Abies)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Koniferen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Tannen}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Vogel-Kirsche_(Prunus_avium)&amp;diff=621710</id>
		<title>Vogel-Kirsche (Prunus avium)</title>
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		<updated>2025-04-10T11:50:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ Ziel in der Vorlage Wikipedia korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Vogel-Kirsche&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039;) ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] &#039;&#039;[[Steinobstbäume|Prunus]]&#039;&#039; in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Rosengewächse]] (Rosaceae). Der [[Epitheton#Biologie|Namenszusatz]] &#039;&#039;avium&#039;&#039; leitet sich vom lateinischen Wort &#039;&#039;avis&#039;&#039; für Vogel ab und bezieht sich auf die Früchte, die gern von Vögeln gefressen werden. Doch auch der Mensch isst gerne die Früchte der Vogel-Kirsche, insbesondere die von Zuchtformen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Wildform &#039;&#039;&#039;Wilde Vogel-Kirsche&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;avium&#039;&#039;) sind die Zuchtformen &#039;&#039;&#039;Knorpel-Kirsche&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;duracina&#039;&#039;) und &#039;&#039;&#039;Herz-Kirsche&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;juliana&#039;&#039;) abgeleitet. Diese kultivierten Formen sind vor allem durch größere Blätter sowie größere und süßere Früchte ausgezeichnet und werden im Allgemeinen als &#039;&#039;&#039;Süßkirsche&#039;&#039;&#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Baumspruch]] [[Montag]] - [[Mond]] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der silberne [[Mond]] zur Maienzeit durch den blühenden [[Kirsche|Kirschbaum]], dessen Blüten im Sommer zu Früchten reifen:&lt;br /&gt;
O Mensch, verwandle gleich der Pflanze das Untere in das Obere,&lt;br /&gt;
läutere die Triebe, werde reif und ernte Lebensfrüchte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gean lenticels.JPG|mini|[[Borke]] mit [[Lentizelle]]n]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Vogel-Kirsche ist ein sommergrüner [[Baum]], der Wuchshöhen von 15 bis 20, selten bis zu 30 Metern erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kirscheknospen.jpg|mini|Endknospen der Langtriebe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Rinde]] junger Zweige ist anfangs grün, kahl, glatt, lederartig, glänzend und später rötlich-grau gefärbt. Sie enthält breite, rostfarbene [[Lentizelle]]n und es sind Querstreifen erkennbar. Die schwärzliche [[Borke]] löst sich waagrecht langsam ab und wird „Ringelborke“ genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Krone ist breit kegelförmig. Die [[Zweig]]e sind dick und reichlich mit Kurztrieben versehen. An Langtrieben befindet sich eine Endknospe. Die Winterknospen sind eiförmig-ellipsoid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Young Cherry leaf.JPG|mini|Junges Laubblatt mit doppelt gesägtem Blattrand mit drüsigen Spitzen und den zwei Drüsen am Blattstiel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wechselständig an den Zweigen angeordneten [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der 2 bis 7 Zentimeter lange, unbehaarte Blattstiel besitzt an seinem oberen Ende zwei rötliche Nektardrüsen. In der Knospenlage ist die Blattspreite gefaltet. Die einfache Blattspreite ist mit einer Länge von 3 bis 15 Zentimetern und einer Breite 2 bis 7 Zentimetern verkehrteiförmig-elliptisch bis elliptisch-eiförmig und am oberen Ende mehr oder weniger lang zugespitzt. Die Basis der Blattspreite ist keilförmig bis gerundet. Der Blattrand ist unregelmäßig und grob doppelt gesägt mit drüsigen Spitzen. Die Blattoberseite ist kahl und frischgrün, auf der dunkler grünen Blattunterseite sind die Nerven anfangs leicht behaart. Es sind sieben bis zwölf Seitennerven auf jeder Seite der Hauptnerves vorhanden. Die Herbstfärbung des Laubes ist intensiv rot und gelb. Die zwei linealen [[Nebenblätter]] sind etwa 1 Zentimeter lang mit drüsig gesägten Rändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
An Kurztrieben wird ein kleiner, fast sitzender, [[Dolde|doldiger]] [[Blütenstand]] gebildet, der nur meist drei bis vier (zwei bis sechs) Blüten enthält. Dieser weist am Grund kleine, nicht laubblattartige [[Knospenschuppe]]n auf. Während der Blütezeit sind die inneren Knospenschuppen zurückgeschlagen. Die Blüten erscheinen zusammen mit den Blättern etwa von April bis Mai. Der abstehende [[Blütenstiel]] ist kahl und 2 bis 6 Zentimeter lang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kirschblüte mit Hummel.jpg|mini|Eine [[Hummeln|Hummel]] an Kirschblüten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwittrige [[Blüte]] ist bei einem Durchmesser von 2,5 bis 3,5 Zentimetern [[radiärsymmetrisch]] und fünfzählig mit doppelter [[Blütenhülle]]. Der kahle [[Blütenbecher]] (Hypanthium) ist kelchförmig und etwa 5 Millimeter ×&amp;amp;nbsp;4 Millimeter groß. Die fünf ganzrandigen, lang elliptischen, kahlen und rötlich gefärbten [[Kelchblatt|Kelchblätter]] sind etwa so lang wie der Blütenbecher und nach dem Abblühen zurückgekrümmt. Die fünf freien, weißen [[Kronblatt|Kronblätter]] sind ganzrandig, verkehrt-eiförmig und 9 bis 15 Millimeter lang. Die ungefähr 20 bis 34 [[Staubblatt|Staubblätter]] sind kürzer als die Kronblätter. Die [[Staubbeutel]] sind gelb. Der einkammerige [[Fruchtknoten]] ist mittelständig, also nicht mit dem Blütenbecher verwachsen. Der kahle Griffel ist etwa so lang wie die Staubblätter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Bei einer älteren, frei stehenden Vogel-Kirschen können gleichzeitig bis zu einer Million Blüten blühen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fruchtstiel ist nickend. Die [[Steinfrucht|Steinfrüchte]] sind bei einem Durchmesser von 6 bis 25 Millimetern fast kugelig bis ellipsoid oder eiförmig. Das „[[Fruchtfleisch]]“ ist süß, bei den Wildformen leicht bittersüß. Beim länglich-eiförmigen und glatten Steinkern reicht die Länge von 7 bis 9 Millimeter bei den Wildformen bis zu 9 bis 16 Millimeter bei den kultivierten Formen. Das [[Endokarp]] ist glatt. Die Früchte reifen etwa von Juni bis Juli und färben sich dann in schwarzrot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosomenzahl]] beträgt meist 2n = 16 (es kommen auch 17, 18, 19, 24, 32 und 36 vor).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
Die Vogel-Kirsche ist ein anfänglich schnell wachsender, winterkahler Laubbaum, der ein Lebensalter von 80 bis 90 Jahren erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herzwurzel der Vogel-Kirsche ist kräftig und weitläufig, sie bildet eine VA-[[Mykorrhiza]] aus. [[Vegetative Vermehrung]] erfolgt sehr reichlich durch Wurzelsprosse, die oft meterweit von der Ausgangspflanze entfernt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rinde ist mit einem lang ausdauernden [[Periderm]] ausgestattet, bei dem sich der glänzende rotbraune [[Kork]] später in bandförmigen Lappen als [[Borke]] ablöst. Die Korkwarzen sind bis über 1 Zentimeter breit ausgezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Knospenschuppen entsprechen dem Blattgrund; besonders an Blütenknospen findet man, durch Übergänge verbunden, an den innersten Schuppen Spreitenreste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Herbstlaub ist leuchtend rot. Am oberen Ende des Blattstiels sitzen meist zwei, selten drei, rote, [[extraflorale Nektarien]], an denen Zuckersaft abgegeben wird. Wie schon seit längerem vermutet, handelt es sich dabei um „[[Mutualismus (Biologie)|Polizistenfutter]]“ für [[Ameisen]]. Die Nektarproduktion in den Drüsen ist in den ersten Wochen nach dem Knospenaustrieb besonders groß und zieht größere Mengen der Ameise &#039;&#039;[[Formica obscuripes]]&#039;&#039; an, die die jetzt noch kleinen Larven („Raupen“) verschiedener Schmetterlinge und anderer Schadinsekten angreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blütenökologisch handelt es sich um homogame „Nektarführende Scheibenblumen“. Die Blüten duften schwach nach [[Honig]]. Der [[Nektar (Botanik)|Nektar]] wird vom Blütenbecher abgesondert; deshalb duftet dieser stärker als die Kronblätter. Für Blütenbesucher, vor allem Bienenverwandte, ist der Nektar leicht zugänglich. Honigbienen sammeln auch reichlich [[Pollen]]; auf dem Körper einer Biene fand man bis zu einer Million Pollenkörner. Die Narbe ist erst 36 Stunden nach der Blütenöffnung empfängnisfähig. [[Selbstbestäubung]] ist zum Teil erfolgreich. Nach dem Abblühen wird der Blütenbecher aufgrund eines ringförmigen Abtrennungsgewebes abgeworfen. Die Vogel-Kirsche ist nach 20 bis 25 Jahren blühfähig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausbreitungsmechanismen der [[Diaspore]]n, hier die einsamigen Steinfrüchte, sind: Verdauungsausbreitung durch [[Säugetiere|Säuger]], Mundausbreitung beim Abschälen des Fruchtfleischs durch [[Vögel]] sowie Versteckausbreitung durch [[Eichhörnchen]] und [[Mäuse]]. [[Kernbeißer (Art)|Kernbeißer]] können die Steinkerne knacken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Keimblätter]] ergrünen nach der Keimung oberhalb des Bodens (epigäische Keimung).&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst das [[Florenelement|submeridionale]] bis gemäßigte [[Europa]], die nördliche [[Türkei]], [[Kaukasien]], [[Transkaukasien]] und den nördlichen [[Iran]]. Die nördliche Verbreitungsgrenze liegt im Westen Europas bei ungefähr 54° nördlicher Breite, im Osten auf einer Linie von [[Minsk]] über [[Kursk]] und [[Woronesch]] bis [[Rostow am Don|Rostow]] und im südlichen Mittelasien. In Skandinavien ist die Nordgrenze aufgrund der Schwierigkeit, Wild- und Kulturformen zu unterscheiden, unklar. Eingebürgert wurde die Vogel-Kirsche in Nordafrika, im südlichen Turkestan, [[Vorderindien]] und im östlichen Nordamerika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:314 Prunus avium.jpg|mini|Illustration]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensraum ==&lt;br /&gt;
Die Wilde Vogel-Kirsche wächst in krautreichen Laub- und Nadelmischwaldgesellschaften wie Eichen-Hainbuchen-, Buchen-, Ahorn-Linden-Steilhang- oder Erlen-Ulmen-Wäldern. Sie ist eine Charakterart des [[Carpinion betuli|Carpinion]]-Verbandes, in dem sich auch ihr Schwerpunkt befindet. In anderen Waldgesellschaften kommt sie meist nur beigemischt vor. Die Art kann allerdings aufgrund ihrer starken Eigenverjüngung dominant regelrechte Vogel-Kirschen-Wälder bilden, welche zur Umwandlung in terminale Eichen-Buchen-Wälder sehr lange benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vogel-Kirsche ist als wärmeliebendes Halbschattengewächs außerdem an Waldrändern, in Hecken, auf Steinrücken, in Holunder-Kirschen-, Schneeball-Hartriegel- und Schlehen-Gebüschen sowie in höheren Lagen auch in den Vorwaldgesellschaften von Rotbuchenwäldern zu finden. Die bevorzugten Böden sind frische (sickerfeuchte), mittel- bis tiefgründige, nährstoff- bis basenreiche Lehm- oder Mullböden. In den Alpen erreicht die Vogel-Kirsche Höhenlagen bis 1700 Meter, im Kaukasus bis 2000 Meter. Die Standortansprüche der beiden Kulturformen sind ähnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Vogel-Kirsche wird innerhalb der Gattung &#039;&#039;[[Prunus]]&#039;&#039; zusammen mit der [[Sauer-Kirsche]] (&#039;&#039;Prunus cerasus&#039;&#039;) und der [[Steppen-Kirsche]] (&#039;&#039;Prunus fruticosa&#039;&#039;) in die Sektion &#039;&#039;Cerasus&#039;&#039; der Untergattung &#039;&#039;Cerasus&#039;&#039; gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von &#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039; werden drei Unterarten unterschieden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die &#039;&#039;&#039;Wilde Vogel-Kirsche&#039;&#039;&#039; oder Waldkirsche (&#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039; {{Person|L.}} subsp. &#039;&#039;avium&#039;&#039;) ist die Wildsippe. Ihre Blätter sind klein. Die Früchte sind schwarz, klein und haben einen Durchmesser von weniger als einem Zentimeter. Das Fruchtfleisch schmeckt bittersüß und ist nur wenig saftig.&lt;br /&gt;
*{{Anker|Knorpelkirsche}} Die &#039;&#039;&#039;Knorpelkirsche&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;duracina&#039;&#039; {{Person|(L.) Schübler et G. Martens}}), regional auch Krachkirsche, Knubber oder Knupper, hat sehr große Blätter. Die Früchte sind meist schwarzrot, manchmal auch weiß, groß und haben einen Durchmesser von mehr als einem Zentimeter. Das Fruchtfleisch ist gelb oder rot, knorpelig und fest.&lt;br /&gt;
*{{Anker|Herzkirsche}} Die &#039;&#039;&#039;Herzkirsche&#039;&#039;&#039; oder Weichkirsche (&#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;juliana&#039;&#039; {{Person|(L.) Schübler et G. Martens}}) hat größere Blätter als die Wildsippe. Die Früchte sind meist schwarzrot, gelb oder weiß und sehr groß, ihr Durchmesser beträgt mehr als einen Zentimeter. Das Fruchtfleisch ist rot oder schwarzrot, weich und sehr saftig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Nutzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cherry.JPG|mini|Reife Süßkirschen an einem Kurztrieb am Baum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anbau von Süßkirschen ist in Deutschland nach dem von [[Kulturapfel|Äpfeln]] der Fläche nach bedeutendste Baumobstanbau (2009: 5.440&amp;amp;nbsp;ha). Die Erträge sind niedriger als bei den anderen Baumobstarten (Durchschnitt 2005–2009: 5,8&amp;amp;nbsp;t/ha), so dass die Erntemengen nach [[Birnen]] und [[Pflaume|Pflaumen/Zwetschgen]] an vierter Stelle liegen (Durchschnitt 2005–2009: 31.700&amp;amp;nbsp;t). Die Erträge je Baum schwankten im Zeitraum 1997–2008 zwischen 11,3&amp;amp;nbsp;kg (1997) und 26,7&amp;amp;nbsp;kg (2000), 2007 wurden 2,15 Millionen Süßkirschbäume im [[Obstbau]] genutzt. Langfristig nehmen die genutzten Flächen ab (1992: 5.875&amp;amp;nbsp;ha). Die Besatzdichten nehmen etwas stärker zu (1972: 194&amp;amp;nbsp;1/ha; 2007: 392&amp;amp;nbsp;1/ha), liegen aber deutlich unter dem noch stärker zunehmenden Durchschnitt aller Obstbäume (2007: 1.626&amp;amp;nbsp;1/ha). Süßkirschen sind daher die größten Bäume im Obstbau. Dies gilt besonders für Süddeutschland. Die höchste Besatzdichte mit 998 Bäumen je Hektar wurde 2007 in Nordrhein-Westfalen angewandt, die niedrigste mit 279 Bäumen je Hektar in Baden-Württemberg. In Baden-Württemberg, wo mit 2.125&amp;amp;nbsp;ha 40 Prozent der Anbauflächen liegen, ist auch der Schwerpunkt des Süßkirschanbaus in Deutschland. Hier ist langfristig eine Zunahme der Fläche und des Anteils zu verzeichnen (1972: 1.098&amp;amp;nbsp;ha, 25 %, nur alte Länder), obgleich die Gesamtfläche des Kirschenanbaus tendenziell rückläufig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Kern rötliche [[Kirschbaumholz]] wird vor allem als [[Furnier]]holz für den Innenausbau sowie insbesondere als Möbelholz verwendet. Als Brennholz spielt Kirschbaumholz dagegen keine wirtschaftliche Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Imkerei]] ist die Süßkirsche aufgrund des hohen Zuckergehalts ihres [[Nektar (Botanik)|Nektars]] (21–58 %) und ihres hohen Zuckerwerts (bis zu 1,5&amp;amp;nbsp;mg Zucker je Tag je Blüte) eine geschätzte [[Tracht (Imkerei)|Tracht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wildform der Vogelkirsche (&#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039;) wird oft als [[Unterlage (Pflanzen)|Unterlage]] für die Veredelung der [[Japanische Blütenkirsche|Japanischen Blütenkirsche]] verwendet. Für die Veredelung der Kulturform der Süß- und [[Sauerkirsche]] wurden im 19. Jahrhundert ebenfalls Wildformen der Vogelkirsche benutzt. Seit dem 20. Jahrhundert benutzt man speziell, beispielsweise von der [[East Malling Research Station]], selektierte Formen der Vogelkirsche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine alte Kulturfrucht ist die Kirsche im österreichischen [[Burgenland]], wo sie ursprünglich in den Weinbergen zwischen den Rebreihen angebaut wurde. Die Sorte &#039;&#039;Horitschoner Herzkirsche&#039;&#039; dürfte aufgrund von Fruchtform, Farbe und Reifezeit der aus [[Schlesien]] stammenden &#039;&#039;Germersdorfer&#039;&#039; Sorte ähnlich sein. Der Verkauf der Kirschen nach Wien brachte den Weinbauern ein Zusatzeinkommen. Der ebenfalls aus der Herzkirsche hergestellte &#039;&#039;Horitschoner Herzkirschenbrand&#039;&#039; wurde aufgrund der langjährigen Verarbeitung in dieser Region auch in das [[Register der Traditionellen Lebensmittel]] aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich ist die Situation im Gebiet zwischen den Südosthängen des [[Leithagebirge]]s und dem nordwestlichen Ufer des [[Neusiedler See]]s, wo sowohl die &#039;&#039;Leithaberger Edelkirsche&#039;&#039; in das Register aufgenommen wie auch die Region als [[Genussregion Österreich]] registriert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brauchtum ==&lt;br /&gt;
Die Vogelkirsche gehört zu den Obstbäumen, die als [[Barbarazweig]] verwendet werden können. An Zweigen, die am 4. Dezember ([[Barbara von Nikomedien#Brauchtum|Barbaratag]]) im warmen Zimmer in die Vase gestellt werden, erscheinen noch vor Weihnachten Blüten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Vogel-Kirsche}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Sauerkirsche}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Li Chaoluan, Jiang Shunyuan, Bruce Bartholomew: &#039;&#039;Cerasus.&#039;&#039;: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&amp;amp;taxon_id=200010640 &#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039;, S. 409 – textgleich online wie gedrucktes Werk], In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): &#039;&#039;Flora of China.&#039;&#039; Volume 9: &#039;&#039;Pittosporaceae through Connaraceae&#039;&#039;, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003. ISBN 1-930723-14-8 (Abschnitt Beschreibung)&lt;br /&gt;
* Hildemar Scholz, Ilse Scholz: &#039;&#039;Prunoideae.&#039;&#039; In: Hildemar Scholz (Hrsg.): &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; Begründet von Gustav Hegi. 2., völlig neubearbeitete und erweiterte Auflage. Band IV Teil 2B: &#039;&#039;Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3) (Rosaceae, 2. Teil)&#039;&#039;, Blackwell, Berlin/Wien u.&amp;amp;nbsp;a. 1995, ISBN 3-8263-2533-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Prunus avium|Vogel-Kirsche}}&lt;br /&gt;
* [http://www.lwf.bayern.de/veroeffentlichungen/lwf-wissen/65-vogelkirsche/index.php Kompendium zur Vogelkirsche – LWF-Wissen 65] &#039;&#039;Informationen zu Waldforschung und Forstpraxis der LWF&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [http://linnaeus.nrm.se/flora/di/rosa/prunu/prunaviv.jpg Verbreitung auf der Nordhalbkugel] nach: Eric Hultén, Magnus Fries: &#039;&#039;Atlas of North European vascular plants&#039;&#039; 1986, ISBN 3-87429-263-0&lt;br /&gt;
* Thomas Meyer: [http://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Rosengewaechse/kirsch_heim.htm#Vogelkirsche Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei &#039;&#039;Flora-de: Flora von Deutschland&#039;&#039; (alter Name der Webseite: &#039;&#039;Blumen in Schwaben&#039;&#039;)]&lt;br /&gt;
* [http://www.waldwissen.net/dossiers/fva_vogelkirsche/index_DE &#039;&#039;waldwissen.net&#039;&#039;: Dossier Vogelkirsche]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4277177-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Laubbäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinobst (Prunus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vogel-Kirsche (Prunus avium)|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Obstbäume]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Vogelkirsche (Baum)}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Ulme_(Ulmus)&amp;diff=621709</id>
		<title>Ulme (Ulmus)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Ulme_(Ulmus)&amp;diff=621709"/>
		<updated>2025-04-10T11:49:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ Ziel in der Vorlage Wikipedia korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Ulmen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Ulmus&#039;&#039;), auch &#039;&#039;&#039;Rüster&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Rusten&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Effe&#039;&#039;&#039; genannt, bilden eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Ulmengewächse]] (Ulmaceae). In Mitteleuropa finden sich die drei Arten [[Flatterulme]], [[Feldulme]] und [[Bergulme]]. Das [[Ulmensterben]] droht die mitteleuropäischen Ulmen-Arten auszurotten. In den [[Niederlande]]n wurden zwar resistente Sorten gezüchtet, doch der drastische krankheitsbedingte Rückgang stellt [[Populationsgenetik|populationsgenetisch]] einen extremen Verlust dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Feldulme (Ulmus minor).jpg|mini|Feldulme]]&lt;br /&gt;
=== [[Baumspruch]] [[Mittwoch]] - [[Merkur]] ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der quecksilberne [[Merkur]] durch das lebendige Wachstum der [[Ulme]] und deren geflügelte Samen:&lt;br /&gt;
O Mensch, bewege dich, sei regsam, lebendig und schnell.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Habitus ===&lt;br /&gt;
Die Ulmen-Arten sind immergrüne oder laubabwerfende [[Baum|Bäume]] oder [[Strauch|Sträucher]], die Wuchshöhen von bis zu 35 Metern erreichen. An einigen Zweigen findet man die botanisch eher seltene [[Korkflügel-Rinde]], die auch beim Pfaffenhütchen ([[Gewöhnlicher Spindelstrauch|Euonymus]]) vorkommt. Sie sind nie mit Stacheln oder Dornen bewehrt. Die Knospen können behaart sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wurzel ===&lt;br /&gt;
Ulmen haben in der Jugend ein [[Pfahlwurzel]]&amp;amp;shy;system. Im Alter bildet sich ein [[Senkerwurzel]]&amp;amp;shy;system mit einer Tendenz zur [[Herzwurzel]] (viele Senker aus flach bis schräg streichenden Hauptwurzeln) aus. Selbst auf temporären Nassböden bilden Ulmen ein tiefes Wurzelgeflecht, dieses ist daher außerordentlich stabil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Plinio leaves2.jpg|mini|Wechselständig und zweizeilig angeordnete Ulmenblätter.]]&lt;br /&gt;
=== Blätter ===&lt;br /&gt;
Die wechselständig und zweizeilig am Zweig angeordneten [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind gestielt. Die asymmetrischen Blattspreiten sind breit verkehrt-eiförmig oder rundlich mit einfach oder doppelt gesägtem Blattrand. Sie sind fiedernervig und jeder Seitennerv endet in einem „Blattzahn“. Sie sind oft dreispitzig und werden daher oft mit der [[Hasel (Botanik)|Hasel]] verwechselt. Alle drei mitteleuropäischen Ulmenarten sind unschwer an ihren Blättern erkennbar, deren eine Hälfte immer größer und ungleich am Grunde des Blattstieles angesetzt ist. Junge Ulmenblätter sind essbar, zum Beispiel in Salaten. Es sind zwei häutige Nebenblätter vorhanden; sie fallen relativ früh ab und hinterlassen auf beiden Seiten der Blattbasis eine kurze Narbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ulmus wallichiana Bra51.png|mini|Illustration von &#039;&#039;[[Ulmus wallichiana]]&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
=== Blütenstände und Blüten ===&lt;br /&gt;
Die meist im Frühling (bei sommergrünen Arten vor den Blättern) erscheinenden Blüten sind mit zwei häutigen [[Tragblätter]]n in kleinen, bündeligen, [[Traube|traubigen]] oder [[Zyme|zymösen]] [[Blütenstände]]n angeordnet und oft bereits im Vorsommer fertig ausgebildet. Der kurze Blütenstiel ist meist behaart (lang gestielt bei der Flatterulme). Die meist zwittrigen Blüten besitzen ein einfaches [[Perianth]]. Die vier bis neun Blütenhüllblätter sind unscheinbar gefärbt und glockig verwachsen. Es sind gleich viele Staubblätter wie Blütenhüllblätter vorhanden. Die Staubfäden sind flach. Der meist sehr kurze Griffel endet in einer zweiästigen, behaarten Narbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ulmus rubra seeds.jpg|mini|Früchte von &#039;&#039;[[Ulmus rubra]]&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Früchte, Samen und Keimlinge ===&lt;br /&gt;
Es wird eine flache [[Nussfrucht]] gebildet, die ringsum einen breit-eiförmigen bis rundlichen, häutigen Flügel besitzt (solche Früchte nennt man [[Flügelnuss (Botanik)|Samara]]) und auf der noch die Narbe erkennbar ist. Es ist kein Endosperm vorhanden. Die Früchte werden vom Wind verbreitet. Die Samen sind nur wenige Tage keimfähig. Gleich nach der Reife gesät, keimen sie nach zwei bis drei Wochen. Die Keimblätter ([[Kotyledonen]]) sind flach bis mehr oder weniger konvex.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]en&amp;amp;shy;sätze sind meist n = 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ulmus fischeri.jpg|mini|Fossiles Blatt von &#039;&#039;Ulmus fischeri&#039;&#039;, einer tertiären Ulmenart]]&lt;br /&gt;
[[Fossil]] sind Ulmen schon im [[Tertiär]] nachgewiesen. Vor 10 Mio. Jahren zeigt ihr vermehrtes Aufkommen, etwa in [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimenten]] der [[Geologie der Niederrheinischen Bucht|Niederrheinischen Bucht]], eine langsame Abkühlung des bis dahin im Rheinland subtropischen Klimas an. Ein Rückgang der Ulmen lässt sich [[Pollenanalyse|pollenanalytisch]] bereits im [[Atlantikum]] beobachten, ob er krankheitsbedingt oder anthropogen ist, ist umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefährdung ==&lt;br /&gt;
Seit 1920 werden die Ulmen durch das [[Ulmensterben]] dezimiert. Betroffen sind vor allem die [[Bergulme]] und [[Feldulme]] aufgrund ihrer rauen Borke. Der [[Ulmensplintkäfer]] überträgt eine aus Ostasien eingeschleppte Pilzerkrankung: die Pilze wuchern im [[Splintholz]] und verstopfen die Wasserleitbahnen im Frühholz. Dadurch wird der Wasserfluss unterbunden und der Baum stirbt ab. Im Flachland führt dies zu einem Totalausfall, oberhalb von 700 Metern nur phasenweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
Viele Arten liefern gutes Holz. Die Früchte vieler Ulmenarten sind außerdem zum Verzehr geeignet. Medizinische Wirkungen wurden untersucht. Einige Arten werden in der chinesischen Medizin eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Holz der Ulme ===&lt;br /&gt;
Das Holz der Ulme wird „Rüster“ genannt. Ulme nennt man also nur den stehenden Baum, nicht das aufgeschnittene Holz. Die Ulme ist ein Kernreifholzbaum. Das ringporige Holz der Bergulme hat drei Zonen, die den Jahrringen folgen: ein gelblich-weißes Splintholz, ein ähnlich helles Reifholz und ein blassbraunes bis rötliches Kernholz. Es ist zäh, mäßig hart, sehr stoß- und druckfest und gut zu bearbeiten. Das wertvolle Holz wird zu [[Furnier]]en, [[Möbel]]n, [[Gewehr]]&amp;amp;shy;schäften, [[Parkett]] und [[Täfelung]]en verarbeitet. Früher wurden auch [[Langbogen|Langbögen]], Felgen, Räder, Speichen und [[Wagenkasten|Wagenkästen]] aus Rüster gefertigt. Das [[Schwindmaß (Holz)|Schwindmaß]] des Rüsterholzes gehört zu den geringsten aller Holzarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik und Verbreitung ==     &lt;br /&gt;
Ulmen-Arten sind vor allem in den gemäßigten Zonen der [[Nordhalbkugel]] beheimatet: [[Eurasien]] und [[Nordamerika]] bis nach Mexiko. Alleine in China kommen 21 Arten vor, 14 davon nur dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gattungsname &#039;&#039;Ulmus&#039;&#039; wurde 1753 durch [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;[[Species Plantarum]]&#039;&#039;, Band 1, Seite 225 veröffentlicht. Ein Synonym für &#039;&#039;Ulmus&#039;&#039; ist &#039;&#039;Chaetoptelea&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Ulmus|Ulmen (&#039;&#039;Ulmus&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.wald-in-not.de/download13/ulme.pdf Seltene Bäume in unseren Wäldern – Erkennen, Erhalten, Nutzen - Die Ulmen-Arten.] (PDF; 432 kB)&lt;br /&gt;
* [http://www.vor-der-haustuer.de/Bilder/Bestimmungtabelle%20Ulmus.pdf Bestimmungstabelle für Ulmen.] (PDF; 350 kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4186701-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Laubbäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Die sieben Planetenbäume|107]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ulmen}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Eichen_(Quercus)&amp;diff=621708</id>
		<title>Eichen (Quercus)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Eichen_(Quercus)&amp;diff=621708"/>
		<updated>2025-04-10T11:47:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ Ziel in der Vorlage Wikipedia korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Eichen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Quercus&#039;&#039;) sind eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Buchengewächse]] (Fagaceae).&lt;br /&gt;
[[Datei:Illustration Quercus robur0.jpg|mini|Illustration der [[Stieleiche]] (&#039;&#039;Quercus robur&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Baumspruch]] [[Dienstag]] - [[Mars]] ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der knorrige [[Eiche|Eichbaum]], der Diener des eisernen [[Mars]]:&lt;br /&gt;
O Mensch, wurzle in Tiefen und rage in Höhen.&lt;br /&gt;
Sei kraftvoll und stark. Sei Kämpfer, Ritter und Schützer.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Quercus petraea 04.jpg|mini|Blütenstände von &#039;&#039;[[Quercus petraea]]&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Quercus ithaburensis ssp.macrolepis MHNT.BOT.2004.0.80.jpg|mini|Eichel mit Cupula von &#039;&#039;[[Quercus ithaburensis]]&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;macrolepis&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Eichen-Arten sind sommergrüne oder immergrüne [[Baum|Bäume]], seltener auch [[Strauch|Sträucher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wechselständigen und spiralig an den Zweigen angeordneten [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind meist in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die dünnen bis ledrigen, einfachen Blattspreiten sind gelappt oder ungelappt. Die Blattränder sind glatt oder gezähnt bis stachelig gezähnt. Die unscheinbaren, extrapetiolaren [[Nebenblatt|Nebenblätter]] fallen früh ab (nur bei &#039;&#039;Quercus sadleriana&#039;&#039; sind sie auffälliger).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Eichen-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig ([[Monözie|monözisch]]). Die meist zu mehreren an der Basis junger Zweige sitzenden [[Blütenstände]] sind eingeschlechtig. Die [[Blüte]]n sind sehr einfach gebaut, wie es bei windbestäubten ([[anemophil]]en) [[Taxon|Taxa]] häufig der Fall ist. Die männlichen Blüten sind in hängenden Blütenständen (Kätzchen) zusammengefasst. Die [[Blütenhüllblatt|Blütenhüllblätter]] sind verwachsen. Die männlichen Blüten enthalten meist sechs (zwei bis zwölf) [[Staubblatt|Staubblätter]]. Die weiblichen Blüten enthalten meist drei (bis sechs) [[Fruchtblätter]] und Stempel. Jede Cupula enthält nur eine weibliche Blüte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eichen sind insbesondere an ihrer [[Frucht]], der Eichel, zu erkennen und in den einzelnen Arten zu unterscheiden. Die Eichel ist eine [[Nussfrucht]]. Sie reifen im ersten oder zweiten Jahr nach der Bestäubung. Jede Nussfrucht ist von einem [[Fruchtbecher]] eingeschlossen, der &#039;&#039;Cupula&#039;&#039; genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]engrundzahl beträgt x = 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon von alters her ist den Menschen aufgefallen, dass Eichen eine ungewöhnliche Vielfalt von [[Insekten]] beherbergen (bis zu 1000 Arten in einer Krone). Die Spezialisierung zahlreicher Insekten-Arten auf &#039;&#039;Quercus&#039;&#039;-Arten gilt als ein Zeichen des hohen entwicklungsgeschichtlichen Alters ([[Koevolution]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eichen-Arten ist [[Nahrungshabitat]] der Raupen von vielen [[Schmetterlinge|Schmetterlingsarten]]. Sie wird in Mitteleuropa nur von der [[Salweide]] übertroffen. Beide beherbergen über 100 Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Standorte der Eichen-Arten in Mitteleuropa ==&lt;br /&gt;
In [[Deutschland]] nehmen die Eichen nach der [[Bundeswaldinventur|Dritten Bundeswaldinventur (2012)]] mit einer Fläche von 1,1 Millionen Hektar einen Anteil von 11,6 Prozent an der Waldfläche ein. Die Eichenfläche in den [[Wald in Deutschland|deutschen Wäldern]] hat sich zwischen 2002 und 2012 um 70.000 Hektar vergrößert. Die Eichen sind damit nach der [[Rotbuche]] die zweithäufigste Laubbaumgattung in Deutschland. Es handelt sich dabei hauptsächlich um die einheimischen Eichenarten [[Stieleiche]] und [[Traubeneiche]]. Die aus Nordamerika eingeführte [[Roteiche]] nimmt mit einer Fläche von 55.000 Hektar nur einen Anteil von 0,5 Prozent ein.&lt;br /&gt;
Eichen-Arten traten bereits im [[Tertiär (Geologie)|Tertiär]] auf. Sie finden sich [[fossil]] schon vor zwölf Millionen Jahren, etwa in [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimenten]] der [[Geologie der Niederrheinischen Bucht|Niederrheinischen Bucht]]. Das im [[oligozän]]en/[[eozän]]en Baltischen [[Bernstein]] sehr häufige [[Trichom|Sternhaar]] wird ebenfalls Eichen zugeschrieben. Auch Eichenblüten sind im Baltischen Bernstein nicht selten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Informationen zu einzelnen Arten ===&lt;br /&gt;
Die in Mitteleuropa heimischen [[Stieleiche|Stiel-]] und [[Traubeneiche|Trauben]]-Eichen sind typische Vertreter der Weißeichen, wobei diese beiden Arten in weiten Bereichen gemeinsam vorkommen und zur Bastardisierung neigen, daher häufig nicht eindeutig zu differenzieren sind.&lt;br /&gt;
Sie haben Blätter mit abgerundetem Rand. Sie sind sogenannte Lichtbaumarten, das heißt, sie benötigen im Wachstum mehr Licht als etwa die [[Rotbuche]] und bilden selbst offene, lichte Kronen. Die Nutzung von Wäldern zur Waldweide ([[Hutewald]]) hat deshalb die Ausbildung von Eichenwäldern gefördert, weil die weidenden Tiere den Nachwuchs der Rotbuchen gehemmt haben. Das verkernende [[Holz]] der Weißeichen ist sehr dauerhaft und wurde viel im [[Schiffbau]] verwendet. Die heimischen Arten bieten etwa 350 Insektenarten einen Lebensraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprünglich im östlichen Nordamerika heimische Roteiche wird erst seit etwa 100 Jahren in Mitteleuropa angebaut. Man findet die Roteiche in Mitteleuropa in [[Park]]s und [[Botanischer Garten|Botanischen Gärten]], seltener werden sie in [[Forst]]en angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roteichen zeichnen sich durch spitze Blätter aus sowie durch Eicheln, die innerhalb von zwei Jahren reifen. Das [[Holz]] der Roteichen ist aufgrund von Porengängen nicht wasserdicht und daher weniger wertvoll als das der Weißeichen. Es wird aufgrund der lebhaften Maserung vielfach für [[Möbel]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Religion ===&lt;br /&gt;
In den alten [[Religion]]en, [[Mythos|Mythen]] und [[Sage]]n war die Eiche ein [[heilig]]er Baum. Häufig wurde sie mit blitztragenden Göttern oder Götterfürsten in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Christentum]]:  Die Eiche galt als Lebensbaum, sie stand in ihrem dauerhaften Holz und dem langen Leben des Baumes für das ewige Leben und das ewige Heil. Auch wurde der Baum mit der glaubensstarken Heiligen Maria in Verbindung gebracht. Die Eiche findet sich in der Gotik und der frühen Neuzeit etwa auf Bibeleinbänden.&lt;br /&gt;
* [[Antikes Griechenland]]: dem [[Zeus]] geweiht bei den Griechen (Eichenorakel von [[Dodona]])&lt;br /&gt;
* [[Römisches Reich|Rom]]: dem [[Jupiter (Mythologie)|Jupiter]] geweiht bei den [[Römisches Reich|Römern]],&lt;br /&gt;
* [[Kelten]]: Dem Himmelsherrscher und Wettergott [[Taranis]] gewidmet. Durch den römischen Geschichtsschreiber [[Plinius der Ältere|Plinius dem Älteren]] ist überliefert, dass die Kelten ohne Eichenlaub keine kultischen Handlungen vollzogen. Nach einer Herleitung könnte das Wort [[Druide]] für Priester von der [[Festlandkeltische Sprachen|festlandkeltischen]] Wurzel &#039;&#039;dru&#039;&#039; abgeleitet sein.&lt;br /&gt;
* [[Germanen]]: dem [[Gewitter]]gott [[Thor|Donar]] (= Thor) geweiht. Der Legende nach fällte der heilige [[Bonifatius]] (Apostel der Deutschen) im Jahr 723 die [[Donareiche]] bei Geismar, um den zu bekehrenden Heiden zu beweisen, dass ihr Gott ein ohnmächtiges Wesen sei, das nicht einmal seinen Baum schützen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Archäologie ===&lt;br /&gt;
In der Archäologie kann Eichenholz mit einer ausreichenden Anzahl von Jahressringen mit Hilfe der [[Dendrochronologie]] zur Datierung herangezogen werden. Dies ist insbesondere bei der Datierung von Ereignissen hilfreich, die in [[Prähistorie|vorgeschichtlicher Zeit]] stattgefunden haben. Die [[Archäologie Nordamerikas|nordamerikanische Archäologie]] muss sich zu einem sehr großen Teil auf solche Methoden verlassen, da es keinerlei schriftliche Quellen aus der Zeit vor der europäischen Besiedelung gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Ur- und Frühgeschichte|ur- und frühgeschichtlichen]] Siedlungen Europas gibt es viele Funde geschälter, verkohlter Eicheln allerdings selten in solchen Mengen wie in vielen Siedlungsgruben der [[Bronzezeit|bronzezeitlichen]] Siedlung in [[Oespel|Dortmund Oespel]]. Die Eicheln verkohlten vermutlich bei einem misslungenen Röstvorgang. Da Schälen und Rösten nicht erforderlich sind, wenn Eicheln als Schweinefutter dienen, ist anzunehmen, dass sie für den menschlichen Verzehr genießbarer gemacht werden sollten. Solche Vorgehensweisen kennen wir auch aus historischen Notzeiten. Das gehäufte Auftreten macht es jedoch fraglich, ob Eicheln nur in Notzeiten gegessen wurden. Eher waren sie eine leicht zu bevorratende Ergänzung im Speiseplan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonstiges ===&lt;br /&gt;
* Der Volksmund legt nahe, dass Eichen häufiger als andere Bäume vom [[Blitz]] getroffen werden („Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“). Diese Aussage ist unwahr, vergleiche auch den Artikel über [[Blitz#Verhalten bei Gewittern|Blitze, Abschnitt „Verhalten bei Gewittern“]].&lt;br /&gt;
* Der Künstler [[Joseph Beuys]] präsentierte in [[Kassel]] zur [[documenta 7]] das Werk „[[7000 Eichen]]“.&lt;br /&gt;
* Die Eiche ist der [[Baum des Jahres]] 2016 in Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eichenholz ===&lt;br /&gt;
Eichenstämme haben in ihrer Mitte das graubräunliche [[Kernholz]], welches durch die eingelagerte [[Gerbsäure]] den typischen sauer-würzigen Eichengeruch erhält; zur Rinde hin und scharf abgegrenzt sind zwei bis fünf Zentimeter helles, junges, noch saftdurchflossenes Holz, das [[Splintholz]]. Das Holz der Stiel- und Traubeneiche hat eine Rohdichte bei [[Darrfeuchte]] (p0) von 0,39 bis 0,93&amp;amp;nbsp;g/cm³, im Mittel 0,65&amp;amp;nbsp;g/cm³, es ist hart und gut spaltbar.&lt;br /&gt;
Weitere technische Daten:&lt;br /&gt;
* Elastizitätzsmodul aus Biegeversuch E [N/mm² ] 13000,&lt;br /&gt;
* Zugfestigkeit längs Sigma ZB [N/mm² ] 110,&lt;br /&gt;
* Druckfestigkeit längs Sigma DB [N/mm² ] 52,&lt;br /&gt;
* Biegefestigkeit längs Sigma BB [N/mm² ] 95,&lt;br /&gt;
* Bruchschlagarbeit Omega [kJ/m²] 60–75,&lt;br /&gt;
* Härte nach Brinell  [N/mm² ] längs 64–66, quer 34–41&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wertvolle Hartholz gut gewachsener Stämme wird bevorzugt zu Furnieren verarbeitet. Kernholz hat eine hohe Verrottungsbeständigkeit und wird selten von Wurmfraß befallen. Splint dagegen sehr schnell. Eichenholz wird für Möbel, Treppen, Fußböden, Außentüren und Fenster, Fachwerk und im Wasserbau eingesetzt.&lt;br /&gt;
Eichenholz gilt zudem als gutes [[Brennholz]] mit geringem Funkenflug. Sein Flammenbild ist jedoch nicht so schön wie bei [[Buche]]n- und [[Birke]]nholz oder bei Obsthölzern; außerdem ist der Heizwert etwas niedriger als bei der [[Rotbuche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mooreiche ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Naturerlebnisraum Burg Mooreichen IMG 8760.JPG|mini|Mooreichen im Naturerlebnisraum [[Burg (Dithmarschen)]] am Waldmuseum&amp;lt;br /&amp;gt;[[:Datei:Naturerlebnisraum Burg IMG 8758.JPG|Informationen zum Alter dieser Stämme]]]]&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit stellt die [[Mooreiche]] dar. Dabei handelt es sich nicht um eine Baumart, sondern um Eichenstämme, die über Jahrhunderte in Mooren, Sümpfen oder in Flussufern gelegen hatten und ausgegraben wurden. Die Gerbsäure des Eichenholzes verbindet sich mit den Eisensalzen des Wassers, wodurch das Holz sehr hart wird und sich stark verfärbt. Die Verfärbung kann sehr unregelmäßig sein und variiert von hellgrau über dunkelgelb, dunkelbraun, blaugrau bis tiefschwarz. Diese subfossilen Eichen können 600 bis 8500 Jahre alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eicheln ===&lt;br /&gt;
Die Früchte (Eicheln) sind reich an [[Kohlenhydrate]]n und [[Protein]]en und wurden zur [[Eichelmast]] genutzt. Man trieb die Schweine zur [[Waldweide]] in die Wälder. In ur- und frühgeschichtlicher Zeit sowie in Notzeiten wurden Eicheln von Menschen als Nahrungsmittel genutzt. Dazu müssen die geschälten und zerstoßenen Eicheln durch mehrmaliges Baden in Wasser allmählich von den wasserlöslichen [[Gerbstoff]]en befreit werden, was sich durch die ausbleibende Verfärbung des Wassers leicht erkennen lässt, wobei eine höhere Temperatur den Vorgang beschleunigt. Sie enthalten in hohen Mengen [[Tannine]]. Danach können sie, zum Beispiel als Mehlersatz für Breie und Kuchen oder als Kaffeeersatz „[[Ersatzkaffee|Muckefuck]]“, verarbeitet werden, wobei bei letzterer Verwendung die Gerbsäure wahlweise auch nicht oder nicht vollständig entzogen werden kann, etwa aus medizinischen Gründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rinde ===&lt;br /&gt;
Aus der jungen, glatten Rinde wurden Gerbstoffe für die [[Gerben|Lohgerberei]] gewonnen (Eichenschälwald). Die Borke der [[Korkeiche]] (&#039;&#039;Quercus suber&#039;&#039;) wird als [[Kork]] zur Herstellung von [[Korken]], Korkfußböden und mehr verwendet. Von allen Eichenarten eignen sich nur ungefähr 180 zur Herstellung von Weinfässern, siehe auch [[Barrique]]. In der Volksheilkunde wurde borkenlose Eichenrinde genutzt, um Entzündungen im Mund und der Schleimhäute zu heilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gallen ===&lt;br /&gt;
Aus den [[Gallapfel|Galläpfeln]], die von der gemeinen Eichengallwespe hervorgerufen werden, hat man früher dokumentenechte [[Eisengallustinte]] gewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medizin und Pharmakologie ==&lt;br /&gt;
Alle Teile der Eiche sind wegen der enthaltenen Gerbstoffe leicht giftig und können zu gastrointestinalen Symptomen (Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle) führen (siehe dazu den Artikel: [[Liste giftiger Pflanzen]]). Als [[Heilpflanze]] wurde und wird die Eiche allerdings geschätzt. Auch die bis ins Mittelalter für die Frucht des Eiche gehaltene [[Eichenmistel]] fand magische und therapeutische Verwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Eichenholz enthaltenen [[Tannine]] und [[Aldehyd]]e können beim Einatmen allergische Reaktionen ([[Rhinitis]], [[Asthma]]) hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine indirekte Gefahr besteht durch den auch in Mitteleuropa immer stärker auffindbaren [[Eichen-Prozessionsspinner]]. Dieser siedelt sich ausschließlich auf Eichen an und birgt für den Menschen Gefahren: Die Larven des Eichen-Prozessionsspinners tragen Gifthaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten toxische und/oder allergische Reaktionen hervorrufen. Die Beschwerden reichen von heftig juckenden Hautausschlägen (Raupendermatitis) bis zu [[Asthma bronchiale|Asthmaanfällen]]. Da die mikroskopisch kleinen Gifthaare hunderte Meter weit mit dem Wind vertragen werden können, stellen sie eine wichtige Ursache einer luftübertragenen Krankheit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Kevin C. Nixon: &#039;&#039;Fagaceae.&#039;&#039;: in der &#039;&#039;Flora of North America&#039;&#039;, Volume 3: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=1&amp;amp;taxon_id=127839 &#039;&#039;Quercus&#039;&#039; - textgleich online wie gedrucktes Werk], In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): &#039;&#039;Flora of North America North of Mexico&#039;&#039;, Volume 3 - &#039;&#039;Magnoliidae and Hamamelidae&#039;&#039;, Oxford University Press, New York und Oxford, 1997, ISBN 0-19-511246-6. (Abschnitt Beschreibung)&lt;br /&gt;
* Chengjiu Huang, Yongtian Zhang, Bruce Bartholomew: &#039;&#039;Fagaceaen&#039;&#039;: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&amp;amp;taxon_id=127839 &#039;&#039;Quercus&#039;&#039;, S. 370 - textgleich online wie gedrucktes Werk], In: Wu Zheng-yi &amp;amp; Peter H. Raven (Hrsg.): &#039;&#039;Flora of China&#039;&#039;, Volume 4 - &#039;&#039;Cycadaceae through Fagaceae&#039;&#039;, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1999, ISBN 0-915279-70-3. (Abschnitt Beschreibung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Joachim Krahl-Urban: &#039;&#039;Die Eichen. Forstliche Monographie der Traubeneiche und der Stieleiche.&#039;&#039; Parey, Hamburg 1959.&lt;br /&gt;
* Wolf Dieter Becker: &#039;&#039;Von verkohlten Nahrungsvorräten, geheimnisvollen Wällen und bitteren Mahlzeiten – Archäobotanische Untersuchungen in Westfalen.&#039;&#039; (S. 191–194) In: &#039;&#039;Ein Land macht Geschichte Archäologie in Nordrheinwestfalen.&#039;&#039; Köln 1995, ISBN 3-8053-1801-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Eiche}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Quercus|Eichen (&#039;&#039;Quercus&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.materialarchiv.ch/#/detail/244/eiche/ MATERIAL ARCHIV: Eiche] – Umfangreiche Materialinformationen und Bilder&lt;br /&gt;
* [http://www.uam.es/personal_pdi/ciencias/jcardiel/asignaturas/floraiberica/sabermas/quercus.pdf Bestimmungsschlüssel und Beschreibung der Eichenarten der iberischen Halbinsel.] (spanisch, PDF-Datei, 1,34&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4151140-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchengewächse (Fagaceae)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Laubbäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bäume]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Eichen}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Buchen_(Fagus)&amp;diff=621707</id>
		<title>Buchen (Fagus)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Buchen_(Fagus)&amp;diff=621707"/>
		<updated>2025-04-10T11:46:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Einzelnachweise eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Buchen&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Fagus&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Fagoideae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon2_Autor     = [[Wikipedia:Karl Heinrich Emil Koch|K.Koch]]&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Buchengewächse&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Fagaceae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Buchenartige&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Fagales&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Eurosiden I&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Rosiden&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Schäferbuche (Neu Dobbin).JPG&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Wikipedia:Schäferbuche|Schäferbuche bei Neu Dobbin]], Mecklenburgs größte und älteste [[Wikipedia:Rotbuche|Rotbuche]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.svz.de/nachrichten/uebersicht/groesste-buche-des-landes-stirbt-id4345861.html &#039;&#039;Größte Buche des Landes stirbt&#039;&#039; (SVZ 2011)]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:American Beech - Flickr - treegrow (2).jpg|mini|Zweig mit Laubblättern der [[Amerikanische Buche|Amerikanischen Buche]] (&#039;&#039;Fagus grandifolia&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Buchen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Fagus&#039;&#039;) sind die einzige [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] der Unterfamilie der &#039;&#039;&#039;Fagoideae&#039;&#039;&#039; innerhalb der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Wikipedia:Buchengewächse|Buchengewächse]] (Fagaceae). Die etwa elf Arten besitzen eine weite Verbreitung in den [[Wikipedia:Gemäßigte Zone|gemäßigten Gebieten]] der [[Wikipedia:Nordhalbkugel|Nordhalbkugel]] in [[Nordamerika]] und [[Eurasien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Baumspruch]] [[Samstag]] (Sonnabend) - [[Saturn]] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der bleierne [[Saturn]] durch die Bäume des dunklen Waldes, [[Tanne|Tannen]], [[Buche|Buchen]] und [[Zypresse|Zypressen]]:&lt;br /&gt;
O Mensch, fühle die Verantwortung für die Not deiner Zeit und der ganzen Menschheit.&lt;br /&gt;
Ergreife mit Innigkeit und Ernst die Aufgabe, die dir das Leben stellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fagus grandifolia - American Beech.jpg|mini|Zweig mit jungen Laubblättern und Blütenständen der [[Wikipedia:Amerikanische Buche|Amerikanischen Buche]] (&#039;&#039;Fagus grandifolia&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Buchen-Arten sind sommergrüne [[Baum|Bäume]], die Wuchshöhen von bis zu 40 Metern erreichen. Ihre [[Rinde]] ist grau und glatt und zeigt nur selten im Alter eine geringe [[Borke]]n&amp;amp;shy;bildung, sie gehört daher zu den [[Wikipedia:Peridermbaum|Peridermbäumen]]. Die dünn und hin- und hergebogenen Zweige besitzen eine braune Rinde. Die 1 bis 3 Zentimeter langen Knospen sind lang spindelförmig, oft spreizend, von brauner Farbe, mit zahlreichen Knospenschuppen bedeckt und silbrig behaart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] stehen wechselständig, an aufrechten Zweigen schraubig, an abstehenden sind sie mehr oder weniger zweizeilig angeordnet. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist glänzend grün, ganzrandig, leicht buchtig gezähnt, wellig gebuchtet oder fein gezähnt. Die [[Nebenblatt|Nebenblätter]] sind schmal und hinfällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blütenstände und Blüten ===&lt;br /&gt;
Buchen-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig ([[Monözie|monözisch]]). Die [[Blüte]]n stehen an jungen Zweigen und erscheinen gleichzeitig mit den Laubblättern. Die männlichen Blüten stehen in dichten, lang gestielten, hängenden Büscheln. Die männliche Einzelblüte besitzt eine vier- bis siebenspaltige Blütenhülle und acht bis sechzehn [[Staubblatt|Staubblätter]]. Die Pollen sind mehr oder weniger kugelig, etwa 20 bis 45 Mikrometer groß und zeigen drei von Pol zu Pol verlaufende Porenfalten. Die weiblichen Blüten stehen zu zweit oder dritt in aufrechten [[Blütenstand|Blütenständen]], sie bilden ein [[Sympodium|Dichasium]]. Die weibliche Einzelblüte besitzt eine behaarte, vier- bis sechsspaltige Blütenhülle und einen dreikammerigen [[Fruchtknoten]] auf dem drei [[Narbe (Botanik)|Narben]] sitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Früchte ===&lt;br /&gt;
Als [[Frucht|Früchte]] werden dreikantige, 1 bis 1,5 Zentimeter lange, glänzend kastanienbraune [[Nussfrucht|Nussfrüchte]], die [[Buchecker]]n, gebildet. Sie sitzen zu zweien, selten zu dreien, in einem stark verholzten, außen weichstacheligen, vierklappigen [[Fruchtbecher]] (Kupula). Die Bucheckern reifen im Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chromosomensätze ===&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]engrundzahl beträgt x = 12; es liegt [[Diploidie]] vor mit [[Chromosomenzahl]]en von 2n = 24.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Standortansprüche ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Sommergrüner Laubwald}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fagus sylvatica orientalis 3.jpg|mini|[[Orient-Buche]] (&#039;&#039;Fagus orientalis&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gattung &#039;&#039;Fagus&#039;&#039; ist mit acht bis elf Arten in der nördlichen [[Gemäßigte Breiten|gemäßigten Zone]] Europas, Nordamerikas und Asiens verbreitet. Eine Art reicht bis Mexiko. Die größte Artenvielfalt findet sich im Osten Asiens. Die Buchen-Arten bevorzugen ein wintermildes und sommerkühles, feuchtes ozeanisches [[Klima]]. Gebiete mit strengen Winter- und Spätfrösten und starker Trockenheit werden gemieden. In ihren südlichen Verbreitungsgebieten sind die Buchen auf die Gebirgslagen beschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Fossil]] sind Buchen seit dem [[Tertiär (Geologie)|Tertiär]] nachgewiesen. Vor 10 Mio. Jahren kennzeichnet ihr vermehrtes Aufkommen, etwa in [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimenten]] der [[Geologie der Niederrheinischen Bucht|Niederrheinischen Bucht]], eine langsame Abkühlung in Gebieten mit bis dahin subtropischem Klima.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Die [[Erstbeschreibung|Erstveröffentlichung]] des Gattungsnamens &#039;&#039;Fagus&#039;&#039; erfolgte 1753 in &#039;&#039;[[Species Plantarum]]&#039;&#039;, 2, S.&amp;amp;nbsp;997–998. [[Typus (Nomenklatur)|Typusart]] ist &#039;&#039;[[Rotbuche|Fagus sylvatica]]&#039;&#039; Ein Synonym von &#039;&#039;Fagus&#039;&#039; ist &#039;&#039;Phegos&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Fagus&#039;&#039; ist die einzige [[Gattung (Biologie)|Gattung]] der Unterfamilie Fagoideae innerhalb der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Buchengewächse|Fagaceae]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden etwa elf Buchenarten (&#039;&#039;Fagus&#039;&#039;) unterschieden, wobei die Zuordnung eines Taxons als Art oder Unterart diskutiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung von ähnlich benannten Gattungen ==&lt;br /&gt;
* Die Gattung der [[Hainbuchen]] oder Weißbuchen (&#039;&#039;Carpinus&#039;&#039;) ist den Buchen auf den ersten Blick ähnlich, gehört aber zur Familie der [[Birkengewächse]] (Betulaceae).&lt;br /&gt;
* Auch die Gattung der [[Hopfenbuchen]] (&#039;&#039;Ostrya&#039;&#039;), die den Hainbuchen ähnlich ist, gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae).&lt;br /&gt;
* Die Gattung der [[Scheinbuchen]] (&#039;&#039;Nothofagus&#039;&#039;), die den Buchen im Aussehen auch ähnelt, ist ausschließlich in der südlichen Hemisphäre heimisch und gehört zur Familie der [[Scheinbuchengewächse]] (Nothofagaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Während manche Arten wie Kerb-Buche oder Japanische Buche in der [[Forstwirtschaft]] eine untergeordnete Rolle spielen, ist die in Mitteleuropa heimische Rotbuche ein wichtiger Holzlieferant. Das [[Buchenholz]] ist in Deutschland mit einem [[Einschlag]] von jährlich etwa 7 Millionen Festmetern (ca. 1/6 des Gesamtholzeinschlages in Deutschland) eines der bedeutendsten Laubhölzer als Nutz- und [[Industrieholz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Buchen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [http://www.mobot.org/MOBOT/Research/APweb/orders/fagalesweb.htm#Fagaceae Fagoideae innerhalb der Familie der Fagaceae] bei der [http://www.mobot.org/MOBOT/Research/APweb/welcome.html APWebsite.] (Abschnitt Systematik)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Fagus|Buchen (&#039;&#039;Fagus&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/weidbuchen.html Weidbuchen im Schwarzwald]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Laubbäume|C]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchengewächse (Fagaceae)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchen (Fagus)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Buchen}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Buchen_(Fagus)&amp;diff=621706</id>
		<title>Buchen (Fagus)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Buchen_(Fagus)&amp;diff=621706"/>
		<updated>2025-04-10T11:45:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ Ziel in der Vorlage Wikipedia korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Buchen&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Fagus&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Fagoideae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon2_Autor     = [[Wikipedia:Karl Heinrich Emil Koch|K.Koch]]&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Buchengewächse&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Fagaceae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Buchenartige&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Fagales&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Eurosiden I&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Rosiden&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Schäferbuche (Neu Dobbin).JPG&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[Wikipedia:Schäferbuche|Schäferbuche bei Neu Dobbin]], Mecklenburgs größte und älteste [[Wikipedia:Rotbuche|Rotbuche]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.svz.de/nachrichten/uebersicht/groesste-buche-des-landes-stirbt-id4345861.html &#039;&#039;Größte Buche des Landes stirbt&#039;&#039; (SVZ 2011)]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:American Beech - Flickr - treegrow (2).jpg|mini|Zweig mit Laubblättern der [[Amerikanische Buche|Amerikanischen Buche]] (&#039;&#039;Fagus grandifolia&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Buchen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Fagus&#039;&#039;) sind die einzige [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] der Unterfamilie der &#039;&#039;&#039;Fagoideae&#039;&#039;&#039; innerhalb der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Wikipedia:Buchengewächse|Buchengewächse]] (Fagaceae). Die etwa elf Arten besitzen eine weite Verbreitung in den [[Wikipedia:Gemäßigte Zone|gemäßigten Gebieten]] der [[Wikipedia:Nordhalbkugel|Nordhalbkugel]] in [[Nordamerika]] und [[Eurasien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Baumspruch]] [[Samstag]] (Sonnabend) - [[Saturn]] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der bleierne [[Saturn]] durch die Bäume des dunklen Waldes, [[Tanne|Tannen]], [[Buche|Buchen]] und [[Zypresse|Zypressen]]:&lt;br /&gt;
O Mensch, fühle die Verantwortung für die Not deiner Zeit und der ganzen Menschheit.&lt;br /&gt;
Ergreife mit Innigkeit und Ernst die Aufgabe, die dir das Leben stellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fagus grandifolia - American Beech.jpg|mini|Zweig mit jungen Laubblättern und Blütenständen der [[Wikipedia:Amerikanische Buche|Amerikanischen Buche]] (&#039;&#039;Fagus grandifolia&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Buchen-Arten sind sommergrüne [[Baum|Bäume]], die Wuchshöhen von bis zu 40 Metern erreichen. Ihre [[Rinde]] ist grau und glatt und zeigt nur selten im Alter eine geringe [[Borke]]n&amp;amp;shy;bildung, sie gehört daher zu den [[Wikipedia:Peridermbaum|Peridermbäumen]]. Die dünn und hin- und hergebogenen Zweige besitzen eine braune Rinde. Die 1 bis 3 Zentimeter langen Knospen sind lang spindelförmig, oft spreizend, von brauner Farbe, mit zahlreichen Knospenschuppen bedeckt und silbrig behaart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] stehen wechselständig, an aufrechten Zweigen schraubig, an abstehenden sind sie mehr oder weniger zweizeilig angeordnet. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist glänzend grün, ganzrandig, leicht buchtig gezähnt, wellig gebuchtet oder fein gezähnt. Die [[Nebenblatt|Nebenblätter]] sind schmal und hinfällig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blütenstände und Blüten ===&lt;br /&gt;
Buchen-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig ([[Monözie|monözisch]]). Die [[Blüte]]n stehen an jungen Zweigen und erscheinen gleichzeitig mit den Laubblättern. Die männlichen Blüten stehen in dichten, lang gestielten, hängenden Büscheln. Die männliche Einzelblüte besitzt eine vier- bis siebenspaltige Blütenhülle und acht bis sechzehn [[Staubblatt|Staubblätter]]. Die Pollen sind mehr oder weniger kugelig, etwa 20 bis 45 Mikrometer groß und zeigen drei von Pol zu Pol verlaufende Porenfalten. Die weiblichen Blüten stehen zu zweit oder dritt in aufrechten [[Blütenstand|Blütenständen]], sie bilden ein [[Sympodium|Dichasium]]. Die weibliche Einzelblüte besitzt eine behaarte, vier- bis sechsspaltige Blütenhülle und einen dreikammerigen [[Fruchtknoten]] auf dem drei [[Narbe (Botanik)|Narben]] sitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Früchte ===&lt;br /&gt;
Als [[Frucht|Früchte]] werden dreikantige, 1 bis 1,5 Zentimeter lange, glänzend kastanienbraune [[Nussfrucht|Nussfrüchte]], die [[Buchecker]]n, gebildet. Sie sitzen zu zweien, selten zu dreien, in einem stark verholzten, außen weichstacheligen, vierklappigen [[Fruchtbecher]] (Kupula). Die Bucheckern reifen im Herbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chromosomensätze ===&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]engrundzahl beträgt x = 12; es liegt [[Diploidie]] vor mit [[Chromosomenzahl]]en von 2n = 24.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Standortansprüche ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Sommergrüner Laubwald}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fagus sylvatica orientalis 3.jpg|mini|[[Orient-Buche]] (&#039;&#039;Fagus orientalis&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gattung &#039;&#039;Fagus&#039;&#039; ist mit acht bis elf Arten in der nördlichen [[Gemäßigte Breiten|gemäßigten Zone]] Europas, Nordamerikas und Asiens verbreitet. Eine Art reicht bis Mexiko. Die größte Artenvielfalt findet sich im Osten Asiens. Die Buchen-Arten bevorzugen ein wintermildes und sommerkühles, feuchtes ozeanisches [[Klima]]. Gebiete mit strengen Winter- und Spätfrösten und starker Trockenheit werden gemieden. In ihren südlichen Verbreitungsgebieten sind die Buchen auf die Gebirgslagen beschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Fossil]] sind Buchen seit dem [[Tertiär (Geologie)|Tertiär]] nachgewiesen. Vor 10 Mio. Jahren kennzeichnet ihr vermehrtes Aufkommen, etwa in [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimenten]] der [[Geologie der Niederrheinischen Bucht|Niederrheinischen Bucht]], eine langsame Abkühlung in Gebieten mit bis dahin subtropischem Klima.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Die [[Erstbeschreibung|Erstveröffentlichung]] des Gattungsnamens &#039;&#039;Fagus&#039;&#039; erfolgte 1753 in &#039;&#039;[[Species Plantarum]]&#039;&#039;, 2, S.&amp;amp;nbsp;997–998. [[Typus (Nomenklatur)|Typusart]] ist &#039;&#039;[[Rotbuche|Fagus sylvatica]]&#039;&#039; Ein Synonym von &#039;&#039;Fagus&#039;&#039; ist &#039;&#039;Phegos&#039;&#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Fagus&#039;&#039; ist die einzige [[Gattung (Biologie)|Gattung]] der Unterfamilie Fagoideae innerhalb der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Buchengewächse|Fagaceae]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden etwa elf Buchenarten (&#039;&#039;Fagus&#039;&#039;) unterschieden, wobei die Zuordnung eines Taxons als Art oder Unterart diskutiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung von ähnlich benannten Gattungen ==&lt;br /&gt;
* Die Gattung der [[Hainbuchen]] oder Weißbuchen (&#039;&#039;Carpinus&#039;&#039;) ist den Buchen auf den ersten Blick ähnlich, gehört aber zur Familie der [[Birkengewächse]] (Betulaceae).&lt;br /&gt;
* Auch die Gattung der [[Hopfenbuchen]] (&#039;&#039;Ostrya&#039;&#039;), die den Hainbuchen ähnlich ist, gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae).&lt;br /&gt;
* Die Gattung der [[Scheinbuchen]] (&#039;&#039;Nothofagus&#039;&#039;), die den Buchen im Aussehen auch ähnelt, ist ausschließlich in der südlichen Hemisphäre heimisch und gehört zur Familie der [[Scheinbuchengewächse]] (Nothofagaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Während manche Arten wie Kerb-Buche oder Japanische Buche in der [[Forstwirtschaft]] eine untergeordnete Rolle spielen, ist die in Mitteleuropa heimische Rotbuche ein wichtiger Holzlieferant. Das [[Buchenholz]] ist in Deutschland mit einem [[Einschlag]] von jährlich etwa 7 Millionen Festmetern (ca. 1/6 des Gesamtholzeinschlages in Deutschland) eines der bedeutendsten Laubhölzer als Nutz- und [[Industrieholz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Buchen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [http://www.mobot.org/MOBOT/Research/APweb/orders/fagalesweb.htm#Fagaceae Fagoideae innerhalb der Familie der Fagaceae] bei der [http://www.mobot.org/MOBOT/Research/APweb/welcome.html APWebsite.] (Abschnitt Systematik)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Fagus|Buchen (&#039;&#039;Fagus&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/weidbuchen.html Weidbuchen im Schwarzwald]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Laubbäume|C]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchengewächse (Fagaceae)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchen (Fagus)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Buchen}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Zypressen_(Cupressus)&amp;diff=621702</id>
		<title>Zypressen (Cupressus)</title>
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		<updated>2025-04-09T07:47:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ Ziel in der Vorlage Wikipedia korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Zypressen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Cupressus&#039;&#039;), griech. κυπαρισσος &#039;&#039;kyparissos&#039;&#039; sind eine Pflanzen-[[Gattung (Biologie)|Gattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Zypressengewächse]] (Cupressaceae). In einigen Landschaften sind die Zypressen prägend für die Kulturlandschaft, etwa die [[Mittelmeer-Zypresse]] in der [[Toskana]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Cypress Halefka.JPG|mini|Zypressen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Baumspruch]] [[Samstag]] (Sonnabend) - [[Saturn]] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der bleierne [[Saturn]] durch die Bäume des dunklen Waldes, [[Tanne|Tannen]], [[Buche|Buchen]] und [[Zypresse|Zypressen]]:&lt;br /&gt;
O Mensch, fühle die Verantwortung für die Not deiner Zeit und der ganzen Menschheit.&lt;br /&gt;
Ergreife mit Innigkeit und Ernst die Aufgabe, die dir das Leben stellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zypressen sind immergrüne [[Baum|Bäume]] oder [[strauch]]förmige Gehölze. Die Wuchsformen der Zypressen-Arten und -Kulturformen variieren von verzwergt bis hoch, von hängend bis säulenförmig, von hochkronig bis ausladend. Ihr schnelles Wachstum und das dichte Laub machen sie zu einem geeigneten Windschutz. Die schuppenförmigen Blätter stehen kreuzgegenständig in vier Reihen an den Zweigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zypressen sind einhäusig ([[monözisch]]), bilden also männliche und weibliche [[Zapfen (Botanik)|Zapfen]] auf einem Baum. Die männlichen Zapfen besitzen 4 bis 10 Paare [[Sporophyll]]e. Jedes Sporophyll trägt 3 bis 10 [[Pollensack|Pollensäcke]]. Die weiblichen kugeligen bis eiförmigen Zapfen benötigen etwa zwei Jahre bis zur Reife, sie bleiben aber oft viele Jahre geschlossen, bis sie sich durch Feuereinwirkung öffnen. Die 8 bis 43&amp;amp;nbsp;mm großen Zapfen besitzen meist 3 bis 6 (2 bis 7) Paare dicker, holziger Zapfenschuppen. Jede Zapfenschuppe trägt je nach Art 3 bis 20 Samen. Die Samen besitzen zwei Flügel.&lt;br /&gt;
[[Datei:Cupressus glabra old cones.jpg|mini|links|Zapfen von &#039;&#039;Cupressus arizonica&#039;&#039; var. &#039;&#039;glabra&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Keimlinge besitzen zwei bis fünf Keimblätter ([[Kotyledonen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der 12 bis 15 Millionen Jahre alte Fund einer &#039;&#039;[[Taxodioxylon germanicum]]&#039;&#039;, nahe Verwandte der &#039;&#039;[[Echte Sumpfzypresse|Taxodium distichum]]&#039;&#039;, im [[Tagebau Garzweiler|Braunkohletagebau Garzweiler]] belegt das dortige Vorkommen der Zypressen während des [[Miozän]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Rückgang der [[Eiszeitalter|Vereisung]] des [[Holozän]] sollen Zypressen erst wieder von den [[Phönizier]]n aus Asien nach Europa gebracht und zuerst in Zypern angepflanzt worden sein. In der Antiken [[Mythologie]] ist die Zypresse ein [[Symbol]] und [[Attribut (Kunst)|Attribut]] vieler Gottheiten, sie steht für die Unterwelt, symbolisiert Langlebigkeit und wird seit jeher mit Tod und Trauer verbunden. Wie viele immergrüne Pflanzen wird sie als Ausdruck der Trauer zur Friedhofsbepflanzung verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mittelmeer-Zypresse]]n (&#039;&#039;Cupressus sempervirens&#039;&#039;) werden seit der [[Antike]] kultiviert. Sie sind, wie der [[botanisch]]e Artname sagt, immergrüne Nadelbäume (&#039;&#039;sempervirens&#039;&#039; bedeutet „immergrün“), die in ihrer Jugend rasch, mit zunehmendem Alter immer langsamer wachsen. Die der Gattung zugeordneten Arten und ihre zahlreichen Kulturformen vertragen Kälte nur eingeschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Zypressen-Arten findet man in allen warmen Klimazonen der nördlichen Hemisphäre, so im Westen [[Nordamerika]]s sowie [[Zentralamerika]], im nordwestlichen [[Afrika]], dem [[Naher Osten|Nahen Osten]], im [[Himalaja]], im südlichen [[Volksrepublik China|China]] sowie dem nördlichen [[Vietnam]]. Im [[Mittelmeerraum]] und in Vorderasien ist es heute schwer zu unterscheiden, welche Arten hier ursprünglich waren: Zypressenarten wurden bereits während des [[Römisches Reich|Römischen Reichs]] an verschiedenen Stellen angepflanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cupressus dupreziana1.jpg|mini|[[Sahara-Zypresse]] (&#039;&#039;Cupressus dupreziana&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
Einige Arten der Zypressen kommen mit sehr harschen Lebensraumbedingungen zurecht: Die [[Sahara-Zypresse]] kommt im [[Tassili n’Ajjer]]-Massiv in der [[Sahara|Zentralsahara]] [[Algerien]]s  vor. Sie bilden dort zusammen mit [[Sahara-Myrthe]] einen lichten Baumbestand, 300&amp;amp;nbsp;km von dem nächsten Baumvorkommen entfernt. Je nach Quelle gibt es an diesem einzigen Standort nur noch 153 bis 213 Individuen. Die wenigen Exemplare sind Teil des [[UNESCO]]-[[Weltnaturerbe]]s Tassili n&#039;Ajjer und stark vom Aussterben bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa sind an klimatisch bevorzugten Standorten zurzeit nur wenige Arten ausreichend frosthart. Dazu gehören die [[Arizona-Zypresse]] (&#039;&#039;Cupressus arizonica&#039;&#039;) und die [[Siskiyou-Zypresse]] (&#039;&#039;Cupressus bakeri&#039;&#039;), die den entsprechenden [[Winterhärtezone]]n (WHR) 7b, 7b und 8a zugerechnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Anzahl der Arten, die dieser Gattung zugeordnet werden, variiert von 16 bis 28 – je nach einordnenden Wissenschaftlern. Tatsache ist, dass die meisten Populationen sehr klein und isoliert sind und schwierig zu unterscheiden ist, ob eine einzelne Population als Art oder Unterart einzuordnen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaltsstoffe ==&lt;br /&gt;
Aus den Blättern und den jungen Zweigen wird durch Wasserdampfdestillation das ätherische Öl gewonnen. Es wird als Zypressenöl oder wissenschaftlich als &#039;&#039;Oleum Cupressi&#039;&#039; bezeichnet. Das Öl enthält [[Camphen]], [[Cedrol]], [[Furfural]], [[Pinen]], [[Sempervirol]], [[Sylvestren]] und [[Terpineol]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkungen ==&lt;br /&gt;
Das ätherische Öl wirkt desinfizierend, fiebersenkend, harntreibend, insektenvertreibend, krampflösend, schweißtreibend und wundheilend. Außerdem wirkt es ausgleichend auf das Nervensystem und gefäßverengend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zypressen sind nicht heimisch in Deutschland. Sie enthalten nicht nur Gifte, wie einige einheimische Pflanzen, sondern geben ihre Giftstoffe auch nach außen ab. Die Inhaltsstoffe dienen neben dem typischen Geruch auch als Fraßgift, als Parasitengift sowie als Gift- und Kontakt-Stoffe zu anderen Pflanzen in und um sie. Die einheimische Flora und Fauna wird von Zypressen abgestoßen bzw. kaum involviert. Gleichzeitig beherbergen Zypressen Pilzarten, die andere Pflanzen befallen und schädigen. Gerade in der Nähe von Obstpflanzen sollten sie nicht anwesend sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Amerikanische Zypresse Holz.JPG|mini|Holz der Amerikanischen Zypresse]]&lt;br /&gt;
Viele Arten werden als Zierbäume in Parks angepflanzt, in Asien um Tempel. Einige Arten, wie etwa die [[Monterey-Zypresse]], werden auch wegen ihres Holzes angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Leylandii(01).jpg|miniatur|Leyland-Zypresse (&#039;&#039;Cupressus&#039;&#039; × &#039;&#039;leylandii&#039;&#039;) (&#039;&#039;Cupressus macrocarpa&#039;&#039; × &#039;&#039;Xanthocyparis nootkatensis&#039;&#039;)]]Die schnellwachsende Hybride [[Leyland-Zypresse]] (&#039;&#039;Cupressus&#039;&#039; × &#039;&#039;leylandii&#039;&#039;), die vor allem in Großbritannien häufig in Gärten angepflanzt wird, ist eine intergenerische Kreuzung, also zwischen zwei Gattungen: der [[Monterey-Zypresse]] (&#039;&#039;Cupressus macrocarpa&#039;&#039;) mit der [[Nootka-Scheinzypresse]] (&#039;&#039;Xanthocyparis nootkatensis&#039;&#039;), auch Alaska-Zeder genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den nadelförmigen Blättern, Trieben und Früchten gewinnt man das Zypressenöl, das in der [[Homöopathie]] zur Behandlung von Kopf- und Gelenkschmerzen verwendet wird, außerdem in der Kosmetik- und Parfümindustrie. Extrakte aus Rinde, Früchten und Holz wurden als Adstringens, gegen [[Diarrhoe]], [[Bronchitis]] und Würmer, äußerlich gegen [[Varizen]] und [[Hämorrhoiden]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bauholz der Zypresse ist hart, dichtfaserig, von feiner rötlicher Farbe und sehr haltbar. Während der Antike wurde es für Pfosten, Dachsparren, Balken und für die Konstruktion von Weinpressen, Tischen und Musikinstrumenten verwendet und war in dieser Hinsicht so wertvoll, dass eine Zypressenplantage als zureichende Mitgift für eine Tochter galt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Koniferen}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Zypressen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Colin Tudge: &#039;&#039;The secret life of trees.&#039;&#039; Penguin Books, London 2006, ISBN 0-14-101293-5.&lt;br /&gt;
* Aljos Farjon: &#039;&#039;A monograph of Cupressaceae and Sciadopitys.&#039;&#039; Royal Botanic Gardens Kew, 2005, ISBN 1-84246-068-4.&lt;br /&gt;
* Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: &#039;&#039;Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. &#039;&#039;Band 2.&#039;&#039; Arten und Sorten.&#039;&#039; Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Cupressus|Zypressen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nadelbäume]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zypressengewächse (Cupressaceae)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zypressen (Cupressus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Koniferen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Zypressen}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Baumspr%C3%BCche&amp;diff=621701</id>
		<title>Baumsprüche</title>
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		<updated>2025-04-09T05:54:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ Archivlink gesetzt, da Website nicht mehr erreichbar war&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Buchenwald 1.jpg|thumb|100px|&#039;&#039;&#039;Samstag&#039;&#039;&#039;: [[Wikipedia:Rotbuche|Rotbuche]]nwald (&#039;&#039;Fagus sylvatica&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fraxinus excelsior 001.jpg|thumb|100px|&#039;&#039;&#039;Sonntag&#039;&#039;&#039;: [[Wikipedia:Gemeine Esche|Gemeine Esche]] (&#039;&#039;Fraxinus excelsior&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Süßkirsche Prunus avium.jpg|thumb|100px|&#039;&#039;&#039;Montag&#039;&#039;&#039;: [[Wikipedia:Vogel-Kirsche|Vogel-Kirsche]] (&#039;&#039;Prunus avium&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Alte Eiche Sababurg.JPG|thumb|100px|&#039;&#039;&#039;Dienstag&#039;&#039;&#039;: [[Wikipedia:Eichen|Eiche]] (&#039;&#039;Quercus&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Feldulme (Ulmus minor).jpg|thumb|100px|&#039;&#039;&#039;Mittwoch&#039;&#039;&#039;: [[Wikipedia:Ulmen|Feldulme]] (&#039;&#039;Ulmus minor&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahorn bluehend1.JPG|thumb|100px|&#039;&#039;&#039;Donnerstag&#039;&#039;&#039;: [[Wikipedia:Ahorne|blühender Ahorn]] (&#039;&#039;Acer platanoides&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Herne Halde Constantin birches.jpg|thumb|100px|&#039;&#039;&#039;Freitag&#039;&#039;&#039;: [[Wikipedia:Birken|Birken]]wald (&#039;&#039;Betula&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Baumsprüche&#039;&#039;&#039; für die den [[sieben Planeten]] zugeordneten &#039;&#039;&#039;Planetenbäume&#039;&#039;&#039; wurden von [[Johannes Hemleben]] (1899-1984), der [[Anthroposoph]] und Pfarrer der [[Christengemeinschaft]] war, nach den Angaben [[Rudolf Steiner]]s erstmals in seiner Schrift &#039;&#039;Symbole der Schöpfung. Ein Versuch, in den Offenbarungen der Natur zu lesen&#039;&#039; gegeben und sind in [[anthroposophisch]]en und [[waldorfpädagogisch]]en Kreisen weithin bekannt. Sie rufen in dichterischer Form den Zusammenhang zwischen den [[Planeten]] und den ihnen zugeordneten [[Baum|Bäumen]], den [[Wochentag]]en und den jeweils zu pflegenden [[Tugend]]en ins [[Bewusstsein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Samstag]] (Sonnabend) - [[Saturn]] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der bleierne [[Saturn]] durch die Bäume des dunklen Waldes, [[Tanne|Tannen]], [[Buche|Buchen]] und [[Zypresse|Zypressen]]:&lt;br /&gt;
O Mensch, fühle die Verantwortung für die Not deiner Zeit und der ganzen Menschheit.&lt;br /&gt;
Ergreife mit Innigkeit und Ernst die Aufgabe, die dir das Leben stellt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Sonntag]] - [[Sonne]] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht die durchlichtete, hochragende [[Esche]], der Baum der goldenen [[Sonne]]:&lt;br /&gt;
O Mensch, sei aufrecht und vornehm. Vergeude dich nicht an Unwürdiges.&lt;br /&gt;
Sei dir deines Menschenadels wohl bewußt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Montag]] - [[Mond]] ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der silberne [[Mond]] zur Maienzeit durch den blühenden [[Kirsche|Kirschbaum]], dessen Blüten im Sommer zu Früchten reifen:&lt;br /&gt;
O Mensch, verwandle gleich der Pflanze das Untere in das Obere,&lt;br /&gt;
läutere die Triebe, werde reif und ernte Lebensfrüchte.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Dienstag]] - [[Mars]] ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der knorrige [[Eiche|Eichbaum]], der Diener des eisernen [[Mars]]:&lt;br /&gt;
O Mensch, wurzle in Tiefen und rage in Höhen.&lt;br /&gt;
Sei kraftvoll und stark. Sei Kämpfer, Ritter und Schützer.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Mittwoch]] - [[Merkur]] ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der quecksilberne [[Merkur]] durch das lebendige Wachstum der [[Ulme]] und deren geflügelte Samen:&lt;br /&gt;
O Mensch, bewege dich, sei regsam, lebendig und schnell.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== [[Donnerstag]] - [[Jupiter]] ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht der [[Ahorn]] mit seinen gespreiteten Blättern, der Baum des [[Jupiter]], dem das Zinn heilig ist:&lt;br /&gt;
O Mensch, überwinde die Hast und die Hetze in dir.&lt;br /&gt;
Suche Stunden der Ruhe, in denen Güte und Weisheit geboren werden können.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== [[Freitag]] - [[Venus]] ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es spricht die kupferne [[Venus]] durch die jungfräuliche, weißschimmernde [[Birke]], die schwach wurzelt und viel Licht trinkt:&lt;br /&gt;
O Mensch, bilde an Deiner Seele.&lt;br /&gt;
In Zartheit bewundere liebend die Schönheit der Welt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Johannes Hemleben: &#039;&#039;Symbole der Schöpfung. Ein Versuch, in den Offenbarungen der Natur zu lesen&#039;&#039;, Verlag der Christengemeinschaft, Stuttgart 1931&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20170315220258/https://www.ihre-lebenswegbegleitung.de/wordpress/baumsprueche/ Die Baumsprüche von Johannes Hemleben.] In: &#039;&#039;ihre-Lebensbegleitung.&#039;&#039; (Archivlink)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waldorfpädagogik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturphilosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baumsprüche|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Forsythie&amp;diff=621648</id>
		<title>Forsythie</title>
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		<updated>2025-04-04T14:12:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: Fotos verkleinert wegen zu großer Anzeige&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Forsythien-roederbergweg-2011-ffm-032.jpg|thumb|330px|Forsythie (&#039;&#039;Forsythia × intermedia&#039;&#039;)]]&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Forsythie&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Forsythia × intermedia&#039;&#039;  &amp;lt;span class=&amp;quot;Person&amp;quot;&amp;gt;Zabel&amp;lt;/span&amp;gt;), auch &#039;&#039;&#039;Garten-Forsythie&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Goldflieder&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Goldglöckchen&#039;&#039;&#039; (in Süddeutschland selten auch &#039;&#039;&#039;Stangenblüter&#039;&#039;&#039;) genannt, ist ein häufig gepflanzter [[Zierstrauch]]. Es handelt sich um eine [[Hybride]] zweier [[Art (Biologie)|Arten]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] der [[Forsythien]]. Diese gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Der Strauch wächst aufrecht und erreicht eine Höhe von drei bis vier Metern. Die Blüten erscheinen noch vor dem Blattaustrieb im Frühjahr, je nach Sorte von März bis Mai. Die Blütenknospen bilden sich nur an den letztjährigen Zweigen. Die oval-länglichen Blätter treiben dann nach der Blüte. Im Herbst färben sich die Blätter gelblich-grün; selten gibt es auch eine weinrote Herbstfärbung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur ==&lt;br /&gt;
Die künstliche [[Hybride]] aus &#039;&#039;[[w:Hänge-Forsythie|F. suspensa]]&#039;&#039; × &#039;&#039;[[w:Grüne Forsythie|F. viridissima]]&#039;&#039; wird häufig in Mitteleuropa kultiviert. Sie wird hier erst seit 1833 angepflanzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig wird die Sorte &#039;&#039;Lynwood&#039;&#039; gepflanzt; neuere Züchtungen haben kleiner bleibende Pflanzen als Ziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ökologischer Hinsicht wird die Forsythie kritisch beurteilt, denn die meisten Sorten werden von [[Insekten]] gemieden. Alle Teile der Pflanze sind gering giftig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Bedeutung der Pflanze ==&lt;br /&gt;
Nach der Forschung von [[Heinz Grill]] lässt sich die geistige Bedeutung der Forsythie auf folgende Weise beschreiben:&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Initiatorische Schulung in Arco.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Die Herzmittelstellung und die Standposition im Leben.&#039;&#039; Lammers-Koll-Verlag, 2001, ISBN 978-3-935925-72-3, S. 120 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Forsythia turin.JPG|thumb|330px|„Die Forsythie schenkt ätherische, kräftigende, lebenserweckende Impressionen.“ (Heinz Grill)]]&lt;br /&gt;
{{Zitat| Jede Blume und Blüte besitzt eine spezifische Lebenskraft und eine einzigartige Gestaltung in ihrer physischen Expression. Die Forsythie oder der Barbarastrauch, wie sie im Volksmund genannt wird, blüht im April mit hell leuchtenden, frischen kleinen gelben Blüten. Der gesamte Strauch, der auch eine geringfügige Baumgröße von einigen Metern Höhe annehmen kann, erstrahlt wie ein einziges prächtiges, paradieshelles Kleid, nahezu wie wenn die Fülle und Zahl der leuchtenden Blüten alles Holz und Stengelwerk überdecken könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Bedeutung der Pflanze lässt sich aus dem Ätherschimmer erkennen, der dann am stärksten ist, wenn sie in der ganzen Pracht des Blütenstandes ist. Sie ist die Blume der kräftigenden Hoffnung, der ätherischen Fülle der lebensaktiven Willenssubstanzen, der Liebe zu Taten und der kommenden Weite der persönlichen Ideale. Wenn durch die lange Winterszeit oder durch Krankheit und Missgeschick der Wille keine Hoffnung versprüht, so schenkt der Blick auf die blühende Forsythie erneut lebensfreudiges, erleichterndes Aufatmen und ein Regewerden des erlahmten Stoffwechsels. Die Forsythie schenkt ätherische, kräftigende, lebenserweckende Impressionen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Forsythien (Forsythia)|Forsythien]], Pflanzengattung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Forsythia}}&lt;br /&gt;
* [http://www.gartendatenbank.de/wiki/forsythia-x_intermedia Infos und Pflegehinweise]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sträucher]]&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Weinreben_(Vitis)&amp;diff=621647</id>
		<title>Weinreben (Vitis)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Weinreben_(Vitis)&amp;diff=621647"/>
		<updated>2025-04-04T11:47:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ : entfernt, damit Link funktioniert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Weinreben&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Vitis&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Weinrebengewächse&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Vitaceae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Weinrebenartige&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Vitales&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Rosiden&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Kerneudikotyledonen&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Eudikotyledonen&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Illustration Vitis vinifera0.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[w:Edle Weinrebe|Edle Weinrebe]] (&#039;&#039;Vitis vinifera&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;vinifera&#039;&#039;), Illustration &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Weinreben&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Vitis&#039;&#039;), oder Reben genannt, sind eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Wikipedia:Weinrebengewächse|Weinrebengewächse]] (Vitaceae). Die etwa 60 Arten besitzen eine weite natürliche Verbreitung auf der Welt. Die [[w:Edle Weinrebe|Edle Weinrebe]] (&#039;&#039;Vitis vinifera&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;vinifera&#039;&#039;) wird in vielen unterschiedlichen [[w:Rebsorte|Rebsorte]]n zur [[Wein]]herstellung weltweit in passenden Klimagebieten ([[w:Weinbaugebiet|Weinbaugebiet]]e) kultiviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Weinreben-Arten wachsen als immer- oder sommergrüne, kletternde [[Strauch|Sträucher]] oder [[Lianen]]. Ihre [[Borke]] löst sich in Längsstreifen ab. Die meist zweigabeligen Rankenäste besitzen keine Haftscheiben und setzen gegenüber den Laubblättern an. Die wechselständig angeordneten [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind gestielt. Die Blattspreiten sind einfach, gelappt oder manchmal handförmig zusammengesetzt. Die [[Nebenblätter]] fallen meist früh ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Weinreben-Arten sind zwittrig und monözisch, oder getrenntgeschlechtlich-diözisch. Meist stehen viele Blüten in länglichen, [[Rispe|rispigen]] oder [[Thyrse|thyrsenförmigen]] [[Blütenstände]]n, botanisch falsch auch [[Traube]]n genannt, zusammen. Die [[Blüte]]n sind [[radiärsymmetrisch]] und fünfzählig mit doppelter [[Blütenhülle]]. Die fünf [[Kelchblatt|Kelchblätter]] sind winzig und stehen napfförmig zusammen. Die fünf [[Kronblätter]] sind an der Spitze verwachsen und heben sich beim Aufblühen als Ganzes mützenartig (Calyptra) ab. Es ist nur ein Kreis mit fünf [[Staubblatt|Staubblättern]] vorhanden. Am Grund des Fruchtknotens ist ein Diskus vorhanden, der auffällig und fünflappig oder ringförmig ist. Der [[Fruchtknoten]] besitzt zwei Fächer mit je zwei [[Samenanlage]]n. Der kurze, schlanke, konische Griffel endet in einer etwas erweiterten Narbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Fruchtstand|Fruchtstände]] der Weinreben sind die &#039;&#039;&#039;Weintrauben&#039;&#039;&#039;, die aus vielen einzelnen [[Frucht|Früchten]], den &#039;&#039;&#039;Weinbeeren&#039;&#039;&#039;, bestehen. Die Weinbeeren sind fleischige, kugelige [[Beere]]n, die zwei bis vier Samen enthalten. Die harten, verkehrt-eiförmigen, verkehrt-eiförmig-elliptischen bis birnförmigen Samen enthalten im Querschnitt M-förmiges Endosperm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Systematik und zur Verbreitung siehe auch ==    &lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Weinreben}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Bedeutung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cabernet Sauvignon Gaillac.jpg|mini|280px|„Die Signatur des Weinstockes ist die des hohen Jupiters.“ (Heinz Grill)]]&lt;br /&gt;
In meditativen Worten beschreibt [[Heinz Grill]] eine geistige Sicht zur Weinrebe mit den Trauben. Das Gedicht trägt den Titel „Der Wein und seine geistige Bedeutung“:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Heinz Grill|Titel=Der Hüter der Schwelle und der Lebensauftrag|Auflage=2.|Jahr=2009|Seiten=129–131|ISBN=978-3935925693|Verlag=Lammers-Koll-Verlag}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat| Der Wein mit seinen Trauben ist ein Sinnbild für das Süße,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
eine Süße mit einer seelenwarmen Besonderheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
enthält sie das zarte erdgerichtete Herbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Saft ist eine Quelle der lebendigen Nahrung,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die für den Körper eine weiche Erdung schenkt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er wirkt festigend durch seinen Kalk und plastizierend auf das Gewebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauben aber schenken nahezu das Bild des Trostes,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der süße Saft aus den reifen Beeren&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
schenkt eine Erinnerung an die gemeinsame Ich-Einheit allen Menschseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reben des Weinstockes sind wie ein Gerüst und wie eine Erde,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie sind wie der wilde zerklüftete Ort, an dem Zerrissenheit und Leidenschaft seit jeher tobt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aber die Blätter des Weinstockes schenken ein Bild der Ruhe und des Heimatlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauben aber tragen die reiche Sonnenfülle zu uns Menschen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und rufen eine Erinnerung für das ewige Gemüte wach,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Saft der Beeren ist lustvoll, herzhaft und bittet förmlich nach der ewigen Seligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Signatur des Weinstockes ist die des hohen Jupiters,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der für Freundschaft, Edelmut, Religion und Selbstbewusstsein spricht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Jupiter liebt alle schöne Kultur und das gute Menschsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen lieben den vergorenen Saft des Weinstockes&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und neigen uns sinnenfreudig und trunken der Freude hin.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unwissend, in Gedanken erdverhaftet, sind wir Teil der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott segnete den süßen Saft&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und gab ihm eine würdevolle Stellung im Pflanzenreich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und dies unabhängig von dem, was wir Menschen aus ihm gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Wein schmecken die Sinne in der Landschaft,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
damit wir in unserem verlorenen, gespaltenen Erdendasein&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die empfindsame Sinnesfreude im Blute und durch das Blut empfangen.}}&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Weinrebengewächse}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Weinreben}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Auswirkungen der Klimaveränderung auf den Weinbau}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hui Ren, Jun Wen: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&amp;amp;taxon_id=134649 &#039;&#039;Vitis&#039;&#039;, S. 210 – textgleich online wie gedrucktes Werk], In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): &#039;&#039;Flora of China&#039;&#039;, Volume 12 – &#039;&#039;Hippocastanaceae through Theaceae&#039;&#039;, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 19. November 2007, ISBN 978-1-930723-64-1. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)&lt;br /&gt;
* S. Nazimuddin, M. Qaiser: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=5&amp;amp;taxon_id=134649 &#039;&#039;Vitis&#039;&#039; in der &#039;&#039;Flora of Pakistan&#039;&#039;.]&lt;br /&gt;
* Siegmund Seybold (Hrsg.): &#039;&#039;Schmeil-Fitschen interaktiv&#039;&#039; (CD-Rom), Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6. (für Merkmale)&lt;br /&gt;
* Walter Hillebrand, Heinz Lott, Franz Pfaff: &#039;&#039;Taschenbuch der Rebsorten&#039;&#039;, 13. Auflage, Fachverlag Dr. Fraund GmbH, Mainz 2003, ISBN 3-921156-53-X. (für Systematik)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Vitis|Weinreben (&#039;&#039;Vitis&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Weinrebe|Weinreben}}&lt;br /&gt;
* [http://www.proplanta.de/web/themen.php?MOF1=1200149696&amp;amp;MRID=1202601805&amp;amp;MLF1=1142936212&amp;amp;MLID=1200331219&amp;amp;MHID=6&amp;amp;MUID=5&amp;amp;MOID=1&amp;amp;__utmc=77131348&amp;amp;__utmb=77131348&amp;amp;Fu1GrI=1142959699&amp;amp;Fu1=1142936212&amp;amp;con=&amp;amp;lasu=&amp;amp;&amp;amp;T=1203322481&amp;amp;&amp;amp;SITEID=1142936212&amp;amp;_404=; Wissenswertes zum Thema Wein.]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20190407144755/https://projekte.uni-hohenheim.de/lehre370/weinbau/weinbau/wbm_ndx.htm &#039;&#039;Weinbau und Reben in der Flora Mitteleuropas. Ein online-Lehrbuch.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;uni-hohenheim.de.&#039;&#039; (Archivlink)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4065174-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sträucher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kletterpflanzen, Schlingpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beerenobst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Weinreben}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://anthrowiki.at/index.php?title=Weinreben_(Vitis)&amp;diff=621646</id>
		<title>Weinreben (Vitis)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://anthrowiki.at/index.php?title=Weinreben_(Vitis)&amp;diff=621646"/>
		<updated>2025-04-04T11:42:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Robert Lindermayr: /* Weblinks */ Link repariert, anderen entfernt, da nicht mehr auffindbar&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Weinreben&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Vitis&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Weinrebengewächse&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Vitaceae&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Weinrebenartige&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Vitales&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Rosiden&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Kerneudikotyledonen&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Eudikotyledonen&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = ohne&lt;br /&gt;
| Bild             = Illustration Vitis vinifera0.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = [[w:Edle Weinrebe|Edle Weinrebe]] (&#039;&#039;Vitis vinifera&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;vinifera&#039;&#039;), Illustration &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;&#039;Weinreben&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Vitis&#039;&#039;), oder Reben genannt, sind eine [[Gattung (Biologie)|Pflanzengattung]] in der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Wikipedia:Weinrebengewächse|Weinrebengewächse]] (Vitaceae). Die etwa 60 Arten besitzen eine weite natürliche Verbreitung auf der Welt. Die [[w:Edle Weinrebe|Edle Weinrebe]] (&#039;&#039;Vitis vinifera&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;vinifera&#039;&#039;) wird in vielen unterschiedlichen [[w:Rebsorte|Rebsorte]]n zur [[Wein]]herstellung weltweit in passenden Klimagebieten ([[w:Weinbaugebiet|Weinbaugebiet]]e) kultiviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Weinreben-Arten wachsen als immer- oder sommergrüne, kletternde [[Strauch|Sträucher]] oder [[Lianen]]. Ihre [[Borke]] löst sich in Längsstreifen ab. Die meist zweigabeligen Rankenäste besitzen keine Haftscheiben und setzen gegenüber den Laubblättern an. Die wechselständig angeordneten [[Blatt (Pflanze)|Laubblätter]] sind gestielt. Die Blattspreiten sind einfach, gelappt oder manchmal handförmig zusammengesetzt. Die [[Nebenblätter]] fallen meist früh ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Weinreben-Arten sind zwittrig und monözisch, oder getrenntgeschlechtlich-diözisch. Meist stehen viele Blüten in länglichen, [[Rispe|rispigen]] oder [[Thyrse|thyrsenförmigen]] [[Blütenstände]]n, botanisch falsch auch [[Traube]]n genannt, zusammen. Die [[Blüte]]n sind [[radiärsymmetrisch]] und fünfzählig mit doppelter [[Blütenhülle]]. Die fünf [[Kelchblatt|Kelchblätter]] sind winzig und stehen napfförmig zusammen. Die fünf [[Kronblätter]] sind an der Spitze verwachsen und heben sich beim Aufblühen als Ganzes mützenartig (Calyptra) ab. Es ist nur ein Kreis mit fünf [[Staubblatt|Staubblättern]] vorhanden. Am Grund des Fruchtknotens ist ein Diskus vorhanden, der auffällig und fünflappig oder ringförmig ist. Der [[Fruchtknoten]] besitzt zwei Fächer mit je zwei [[Samenanlage]]n. Der kurze, schlanke, konische Griffel endet in einer etwas erweiterten Narbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Fruchtstand|Fruchtstände]] der Weinreben sind die &#039;&#039;&#039;Weintrauben&#039;&#039;&#039;, die aus vielen einzelnen [[Frucht|Früchten]], den &#039;&#039;&#039;Weinbeeren&#039;&#039;&#039;, bestehen. Die Weinbeeren sind fleischige, kugelige [[Beere]]n, die zwei bis vier Samen enthalten. Die harten, verkehrt-eiförmigen, verkehrt-eiförmig-elliptischen bis birnförmigen Samen enthalten im Querschnitt M-förmiges Endosperm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Systematik und zur Verbreitung siehe auch ==    &lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Weinreben}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Bedeutung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cabernet Sauvignon Gaillac.jpg|mini|280px|„Die Signatur des Weinstockes ist die des hohen Jupiters.“ (Heinz Grill)]]&lt;br /&gt;
In meditativen Worten beschreibt [[Heinz Grill]] eine geistige Sicht zur Weinrebe mit den Trauben. Das Gedicht trägt den Titel „Der Wein und seine geistige Bedeutung“:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Heinz Grill|Titel=Der Hüter der Schwelle und der Lebensauftrag|Auflage=2.|Jahr=2009|Seiten=129–131|ISBN=978-3935925693|Verlag=Lammers-Koll-Verlag}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat| Der Wein mit seinen Trauben ist ein Sinnbild für das Süße,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
eine Süße mit einer seelenwarmen Besonderheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
enthält sie das zarte erdgerichtete Herbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Saft ist eine Quelle der lebendigen Nahrung,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die für den Körper eine weiche Erdung schenkt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er wirkt festigend durch seinen Kalk und plastizierend auf das Gewebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauben aber schenken nahezu das Bild des Trostes,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der süße Saft aus den reifen Beeren&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
schenkt eine Erinnerung an die gemeinsame Ich-Einheit allen Menschseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reben des Weinstockes sind wie ein Gerüst und wie eine Erde,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sie sind wie der wilde zerklüftete Ort, an dem Zerrissenheit und Leidenschaft seit jeher tobt.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aber die Blätter des Weinstockes schenken ein Bild der Ruhe und des Heimatlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauben aber tragen die reiche Sonnenfülle zu uns Menschen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und rufen eine Erinnerung für das ewige Gemüte wach,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
denn der Saft der Beeren ist lustvoll, herzhaft und bittet förmlich nach der ewigen Seligkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Signatur des Weinstockes ist die des hohen Jupiters,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der für Freundschaft, Edelmut, Religion und Selbstbewusstsein spricht.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Jupiter liebt alle schöne Kultur und das gute Menschsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen lieben den vergorenen Saft des Weinstockes&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und neigen uns sinnenfreudig und trunken der Freude hin.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unwissend, in Gedanken erdverhaftet, sind wir Teil der Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott segnete den süßen Saft&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und gab ihm eine würdevolle Stellung im Pflanzenreich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und dies unabhängig von dem, was wir Menschen aus ihm gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Wein schmecken die Sinne in der Landschaft,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
damit wir in unserem verlorenen, gespaltenen Erdendasein&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die empfindsame Sinnesfreude im Blute und durch das Blut empfangen.}}&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Kategorie:Weinrebengewächse}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Weinreben}}&lt;br /&gt;
* {{WikipediaDE|Auswirkungen der Klimaveränderung auf den Weinbau}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hui Ren, Jun Wen: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=2&amp;amp;taxon_id=134649 &#039;&#039;Vitis&#039;&#039;, S. 210 – textgleich online wie gedrucktes Werk], In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): &#039;&#039;Flora of China&#039;&#039;, Volume 12 – &#039;&#039;Hippocastanaceae through Theaceae&#039;&#039;, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 19. November 2007, ISBN 978-1-930723-64-1. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)&lt;br /&gt;
* S. Nazimuddin, M. Qaiser: [http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=5&amp;amp;taxon_id=134649 &#039;&#039;Vitis&#039;&#039; in der &#039;&#039;Flora of Pakistan&#039;&#039;.]&lt;br /&gt;
* Siegmund Seybold (Hrsg.): &#039;&#039;Schmeil-Fitschen interaktiv&#039;&#039; (CD-Rom), Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6. (für Merkmale)&lt;br /&gt;
* Walter Hillebrand, Heinz Lott, Franz Pfaff: &#039;&#039;Taschenbuch der Rebsorten&#039;&#039;, 13. Auflage, Fachverlag Dr. Fraund GmbH, Mainz 2003, ISBN 3-921156-53-X. (für Systematik)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Vitis|Weinreben (&#039;&#039;Vitis&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Weinrebe|Weinreben}}&lt;br /&gt;
* [http://www.proplanta.de/web/themen.php?MOF1=1200149696&amp;amp;MRID=1202601805&amp;amp;MLF1=1142936212&amp;amp;MLID=1200331219&amp;amp;MHID=6&amp;amp;MUID=5&amp;amp;MOID=1&amp;amp;__utmc=77131348&amp;amp;__utmb=77131348&amp;amp;Fu1GrI=1142959699&amp;amp;Fu1=1142936212&amp;amp;con=&amp;amp;lasu=&amp;amp;&amp;amp;T=1203322481&amp;amp;&amp;amp;SITEID=1142936212&amp;amp;_404=; Wissenswertes zum Thema Wein.]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20160324055314/https://www.uni-hohenheim.de/lehre370/weinbau/weinbau/wbm_ndx.htm: &#039;&#039;Weinbau und Reben in der Flora Mitteleuropas. Ein online-Lehrbuch.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;uni-hohenheim.de.&#039;&#039; (Archivlink)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4065174-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sträucher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kletterpflanzen, Schlingpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beerenobst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Weinreben}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Robert Lindermayr</name></author>
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