Maslowsche Bedürfnishierarchie und Arbeitsentgelt: Unterschied zwischen den Seiten

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[[Datei:Einfache Bedürfnishierarchie nach Maslow.svg|mini|hochkant=1.4|Die bekannte ''Pyramide'' ist eine Interpretation von Maslows Bedürfnishierarchie.]]
'''Arbeitsentgelt''' ist – neben der Erfüllung weiterer Pflichten – die wesentliche Gegenleistung, die ein [[Arbeitgeber]] einem [[Arbeitnehmer]] für seine Arbeitsleistung aufgrund eines [[Arbeitsvertrag]]es schuldet.
Die '''Maslowsche Bedürfnishierarchie''', bekannt als '''Bedürfnispyramide''', ist eine [[Sozialpsychologie|sozialpsychologische]] Theorie des US-amerikanischen Psychologen [[Abraham Maslow]] (1908–1970). Sie beschreibt menschliche [[Bedürfnis]]se und [[Motivation]]en (in einer hierarchischen Struktur) und versucht, diese zu erklären.
''[[Entgelt]]'' ist eine nominalisierte Form von „entgelten“, was so viel heißt wie „vergüten“. Innerhalb der Schweiz, ansonsten selten, wird der Begriff ''Salär'' oder ''Entlöhnung''<ref>Duden online: [http://www.duden.de/rechtschreibung/Entlohnung Entlohnung], abgerufen am 22. Oktober 2012</ref> für eine geldwerte Entlohnung verwendet.


== Allgemeine Bedeutung ==
Historisch und umgangssprachlich werden zwei Formen des Entgelts unterschieden: das ''Gehalt'' eines [[Angestellter|Angestellten]] und der ''Lohn'' eines [[Arbeiter]]s. In der Gesetzgebung und in den [[Tarifvertrag|Tarifverträgen]] ist diese Unterscheidung vielfach aufgegeben, und es wird nur noch vom Entgelt gesprochen. Begriffe wie [[Lohnkosten]] oder [[Lohnfortzahlung]] im Krankheitsfall (heute konsequenterweise: [[Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall|Entgeltfortzahlung]] nach dem [[Entgeltfortzahlungsgesetz]]) beziehen sich gleichwohl stets auf beide Entgeltformen (Lohn, Gehalt).
Maslow gilt als der wichtigste Gründervater der [[Humanistische Psychologie|humanistischen Psychologie]], in der eine Psychologie seelischer Gesundheit angestrebt und die menschliche [[Selbstverwirklichung]] im Rahmen eines [[Ganzheitlichkeit|ganzheitlichen]] Konzepts untersucht wird, wobei er sich gegen die Verabsolutierung quantifizierender Modelle und Methoden in der Psychologie wandte. Sein Gesamtwerk war wesentlich weitreichender als das hier dargestellte Modell, obwohl diese einfache Darstellung ihn sehr bekannt gemacht hat.


Als psychologische Theorie begründet, fand Maslows Bedürfnishierarchie Eingang in andere Wissenschaften. Das Thema „menschliche Bedürfnisse“ kann fachübergreifend in den [[Sozialwissenschaft]]en, in der [[Theologie]] oder in der [[Philosophie]] behandelt werden. Insbesondere wurde die Theorie in den [[Wirtschaftswissenschaft]]en populär bzw. an den Schnittstellen von Wirtschaft und Psychologie (siehe auch [[Wirtschaftspsychologie]]). Hier untersuchen u.&nbsp;a. die [[Verkaufspsychologie]] oder das [[Marketing]] das [[Kaufverhalten]] von Personen.
Der in Deutschland verwendete steuerrechtliche Begriff '''Arbeitslohn''' bezeichnet alle [[Einnahme#Steuerrecht|Einnahmen]], die einem Arbeitnehmer aus einem Dienstverhältnis zufließen ({{§|2|lstdv|juris}} LStDV). Sozialversicherungsrechtlich gehören zum Arbeitsentgelt nach deutschem Recht alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung, gleichgültig, ob ein Rechtsanspruch auf die Einnahmen besteht, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie geleistet werden und ob sie unmittelbar aus der Beschäftigung oder im Zusammenhang mit ihr erzielt werden ({{§|14|sgb_4|juris}} Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 [[SGB IV]]).


== Geschichte und theoretischer Hintergrund ==
In vielen Ländern gibt es ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindest-Arbeitsentgelt ([[Mindestlohn]]). In Deutschland wurde zum 1. Januar 2015 ein [[Mindestlohngesetz (Deutschland)|allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn]] in Höhe von 8,50 € brutto je Zeitstunde eingeführt. Seit 1. Januar 2017 hat sich dieser erhöht auf 8,84&nbsp;€ brutto je Zeitstunde. In Österreich und der Schweiz gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn.  
Die erste Idee zu seinem Modell veröffentlichte Maslow 1943 unter dem Titel ''A Theory of Human Motivation'' im ''Psychological Review''.<ref group="Maslow 1943">Abraham Maslow: ''A Theory of Human Motivation''. In ''Psychological Review'', 1943, Vol. 50 #4, Seite 370–396</ref> Später entwickelte er sein Modell in seinen Büchern ''Motivation and Personality'' (1954) und ''Farther Reaches of Human Nature'' (posthum 1971) weiter, ergänzte und erweiterte es.


=== Menschenbild und psychologische Schulen ===
Die Bezüge von [[Beamtentum|Beamten]], [[Richter]]n und [[Soldat]]en fallen nicht unter den Begriff „Arbeitsentgelt“, sondern gelten als [[Alimentationsprinzip|Alimentation]]; bei der steuerlichen Behandlung gibt es aber keinen Unterschied.
Als erste dezidiert moderne psychologische Schulen entwickelten sich die [[Psychoanalyse]] (Ende des 19. Jahrhunderts; [[Sigmund Freud]]) und der [[Behaviorismus]] (Anfang des 20. Jahrhunderts; [[John B. Watson]]). Beide gingen von einem eher pessimistischen, negativen bzw. gestörten oder defizitären Menschenbild aus. Ähnliches gilt auch für die [[Ethologie]] (Vergleichende Verhaltenswissenschaft) jener Zeit. Der Mensch wurde animalistisch auf Triebe ([[Triebtheorie]]) und Reflexe ([[Konditionierung]], [[Black Box (Psychologie)|Black-Box-Modell]]) reduziert.


Maslow lehnte diese Schulen, ihr Menschenbild und ihre Untersuchungsansätze ab. Vielmehr war er der Ansicht, dass Menschen als grundsätzlich gut angesehen werden können (vgl. zu dieser grundsätzlichen Fragestellung die [[Philosophische Anthropologie]]). Der Mensch sei in seiner Ganzheit nicht durch niedere Triebe gesteuert, sondern werde ''durch ein angeborenes Wachstumspotential angetrieben'', um sein höchstes Ziel – die [[Selbstverwirklichung]] – zu erreichen (optimistische Sicht). Seine Arbeiten sowie die von [[Carl Rogers]] und [[Charlotte Bühler]] bildeten die Grundlage für eine neue Schule der [[Humanistische Psychologie|humanistischen Psychologie]] („dritte Kraft“). Einen ähnlichen Ansatz findet man später in der [[Positive Psychotherapie|Positiven  Psychotherapie]] von [[Nossrat Peseschkian]] und der [[Positive Psychologie|positiven Psychologie]] (Ende des 20. Jahrhunderts).
== Bestimmung der Entgelthöhe ==
Nach dem Grundsatz der [[Vertragsfreiheit]] ist die Höhe der Vergütung des [[Arbeitnehmer]]s frei vereinbar (soweit kein [[Mindestlohn]] gesetzlich oder tariflich vorgeschrieben ist). Dabei spielt die Marktsituation eine entscheidende Rolle, die durch die Fachkenntnisse des Arbeitnehmers, die Belastung am [[Arbeitsplatz]], die Verantwortung, die er trägt, und die Arbeitsbedingungen, unter denen er arbeitet (siehe: [[Entgeltdifferenzierung]] und [[Arbeitsbewertung]]), beeinflusst wird. Ebenso können grundsätzliche Überlegungen zum Lohnniveau eine Rolle spielen (z. B. das Spannungsverhältnis zwischen Mindestlohn und [[Effizienzlohn]]).


Obwohl das Verhalten von Tieren oder das neurotischer Menschen demnach nicht als zentraler Ausgangspunkt zur Erklärung menschlichen Verhaltens verwendet werden sollte, erkannte Maslow die Erscheinungsformen extremen Verhaltens an und bezog sie in seine Überlegungen mit ein:
Im 19. Jahrhundert führte die große Anzahl Arbeitsuchender und die strukturelle Unterlegenheit des einzelnen Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber bei uneingeschränkter [[Vertragsfreiheit]] zu extremen [[Niedriglohn|Niedriglöhnen]]. Dies führte zur Gründung von Gewerkschaften und der Durchsetzung von kollektiven Verträgen über Mindestlöhne ([[Tarifvertrag|Tarifverträgen]]). Diese sind grundsätzlich nur für [[Gewerkschaft]]smitglieder wirksam, können aber per [[Allgemeinverbindlicherklärung|Allgemeinverbindlichkeitserklärung]] wie ein gesetzlicher Mindestlohn wirken. Liegt das Entgelt circa 1/3 unterhalb des Üblichen, ist die Vergütungsabrede [[Sittenwidrigkeit (Deutschland)|sittenwidrig]] iSv. {{§|138|bgb|juris}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] und damit nichtig.<ref>Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 22. April 2009, Az.: 5 AZR 436/08; [http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&sid=3dfadbe3d0f9f62e068d3cbb7228b8cb&nr=13430&pos=0&anz=1 Pressemitteilung Nr. 38/09] BAG.</ref> Der Arbeitgeber schuldet dann die übliche Vergütung. [[Strafrecht]]lich kann der [[Lohnwucher|Wuchertatbestand]] {{§|291|stgb|juris}} Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|StGB]] erfüllt sein. Ist keine Vereinbarung über die Entgelthöhe getroffen worden, bestimmt sich die Vergütungshöhe nach der sogenannten „Taxe“ {{§|612|bgb|juris}} Abs. 2 [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]], bei Fehlen einer Taxe nach der [[Verkehrssitte|verkehrsüblichen]] Vergütung im Gebiet des Arbeitsvertrags.


{{Zitat|Destruktivität, Sadismus, Grausamkeit sind nicht inhärent (also sie sind keine ureigenen menschlichen Bedürfnisse wie etwa bei Freud), sondern wesentliche Reaktionen auf Frustrationen unserer inhärenten Bedürfnisse.|Abraham Maslow|''Psychologie des Seins – Ein Entwurf'', 1973, S. 21}}
Allerdings bilden zumindest für [[Arbeitsverhältnis]]se im Anwendungsbereich von [[Tarifvertrag|Tarifverträgen]] die in den [[Lohn- und Gehaltstarifvertrag|Entgelttarifverträgen]] vereinbarten Vergütungen ein Mindestentgelt, das für Gewerkschaftsmitglieder nicht unterschritten werden darf, wenn auch der Arbeitgeber [[Tarifbindung|tarifgebunden]] ist.


Schon in seiner ersten Arbeit von 1943 begann er mit dem Versuch, eine positive Theorie der Motivation zu entwerfen. Sie sollte allen Anforderungen einer Theorie gerecht werden und alle bis dahin bekannten Tatsachen (klinisch beobachtbare wie auch experimentelle) erklären können. Seine eigenen Erkenntnisse bezog er allerdings hauptsächlich aus der klinischen Erfahrung. Maslow selbst bezeichnet seine Theorie als ''holistisch-dynamisch'', da in ihr Ansätze des amerikanischen [[Funktionalismus (Philosophie)|Funktionalismus]] ([[William James|James]] und [[John Dewey|Dewey]]), des [[Holismus]] ([[Max Wertheimer|Wertheimer]], [[Kurt Goldstein (Neurologe)|Goldstein]]), der [[Gestaltpsychologie]] und der Psychoanalyse (Freud, [[Alfred Adler|Adler]]) zu einer Synthese zusammengefasst sind.<ref group="Maslow 1943">Abraham Maslow: ''A Theory of Human Motivation''. In ''Psychological Review'', 1943, Vol. 50 #4, Seite 370</ref>
Früher verbreitete, häufig geschlechtsspezifisch verwendete Entgeltfindungssysteme, wie die Anwendung von [[Leichtlohngruppe]]n vorwiegend für Frauen, sind heute wegen Verstoßes gegen [[Diskriminierung]]sverbote unzulässig. In Deutschland verdienen Frauen im Durchschnitt 23 % weniger als ihre männlichen Kollegen. Dieser sogenannte [[Gender Pay Gap]] ist zu etwa zwei Dritteln auf unterschiedliche Tätigkeiten und Qualifikationen zurückzuführen; bereinigt um diese Faktoren, bleibt ein Unterschied von 8 %. In den neuen Bundesländern fällt die [[Diskrepanz]] mit insgesamt 6 % deutlich geringer aus. Große Unterschiede bestehen auch zwischen ländlichen Gebieten mit 33 % und Großstädten mit 12 % Einkommensunterschied.<ref>[http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/themen-lotse,did=88096.html Entgeltungleichheit] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.</ref> Auch in Österreich zeigt sich mit 22 % Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen ein ähnliches Bild.<ref>Frauenbericht 2010, Seite 203;  {{Webarchiv|text=Einkommensunterschiede von Männern und Frauen |url=http://www.bka.gv.at/studien/frauenbericht2010/Frauenbericht_Teil1_4Soziooekonomie.pdf |wayback=20140409163051 |archiv-bot=2018-03-30 09:32:52 InternetArchiveBot }} (PDF; 1,8&nbsp;MB) Bundesministerium für Frauen und Öffentlichen Dienst.</ref> Leichtlohngruppen spielen außerdem eine Rolle bei der Diskussion über ein Niedriglohnsegment, das der Eingliederung schlecht ausgebildeter Arbeitnehmer in den [[Arbeitsmarkt]] dienen soll.


=== Untersuchungsmethode ===
Die Höhe der Löhne, soweit sie in Tarifverträgen vereinbart sind, wird in öffentlichen [[Tarifregister]]n dokumentiert, die jeder einsehen kann. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und alle Bundesländer führen Tarifregister. In den Bundesländern sind in der Regel die Arbeits- oder Sozialministerien zuständig. In Österreich wird über sogenannte "[[Einkommensbericht]]e" versucht mehr Transparenz zu erzeugen.
Entsprechend seinem Menschenbild studierte Maslow ''nur ausgewählte Persönlichkeiten'' (z.&nbsp;B. [[Albert Einstein]], [[Jane Addams]], [[Eleanor Roosevelt]] oder [[Frederick Douglass]]) mit weithin bekannten und bezeugten, dazu stabilen Profilen. Er bezog also bewusst keine [[Psychische Störung|psychisch gestörten]] oder auch nur labile bzw. unreife Personen in seine Untersuchung mit ein.<ref>Anmerkung, Zitat: „the study of crippled, stunted, immature, and unhealthy specimens can yield only a cripple psychology and a cripple philosophy.“ Maslow, Abraham (1954). Motivation and Personality. New York: Harper. pp. 236. ISBN 0-06-041987-3.</ref>


Maslow wusste um die mangelnde empirische Überprüfung seiner Studien, beschrieb deren Erkenntnisse für ihn persönlich aber als so erleuchtend und bereichernd, dass er sie trotz der methodologischen Mängel veröffentlichte.
Bei vorübergehender [[Arbeitsunfähigkeit]] wird Angestellten und Arbeitern ''[[Entgeltfortzahlung]]'' gewährt.


{{Zitat|Diese Art Forschung ist an sich derart schwierig […], dass wenn wir auf konventionelle, zuverlässige Daten warten müssten, wir für immer warten würden.|Abraham Maslow|Motivation and Personality (3. Auflage: 1987), Seite 150}}
== Steuern und Sozialabgaben ==
[[Datei:Arbeitsentgelt SV LST Anteile Single 2015 bis 8000.svg|mini|Anteile von Steuern und Sozialabgaben am Bruttoarbeitsentgelt 2015 für eine Einzelperson]]
[[Datei:Arbeitsentgelt SV LST Anteile Paar 2015 bis 8000.svg|mini|Anteile von Steuern und Sozialabgaben am Bruttoarbeitsentgelt 2015 für ein (Ehe)Paar]]
[[Datei:Reale Nettolöhne in Deutschland.png|miniatur|Entwicklung der realen Nettolöhne und -gehälter in Deutschland]]


In einer Zusammenarbeit mit E. Raskin und D. Freedman wurde eine über 2 Jahre angelegte Studie begonnen, die aber abgebrochen werden musste. Als Teilnehmer hatte man das gesündeste Prozent der Studentenpopulation gewählt.<ref>[http://jhp.sagepub.com/content/31/1/114.abstract Maslow's Study of Self-Actualization – A Reinterpretation] – von ''Willard Mittelman'' (abstract)</ref><ref>Abraham Maslow: ''Motivation and Personality'' (3. Auflage: 1987), Seite 150</ref>
Mit ''Bruttoarbeitsentgelt'' (''Bruttolohn'', ''Bruttoverdienst'' oder ''Bruttogehalt'') wird der gesamte, arbeitsvertraglich vereinbarte Lohn bezeichnet. Nach Abzug diverser Beträge, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer an verschiedene Instanzen weiterleitet, ergibt sich das ''Nettoarbeitsentgelt'' (auch ''Nettolohn'' oder ''Nettogehalt''), das an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird, ihm somit zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes zur Verfügung steht. Die Abzugsbeträge ergeben sich aus der gesetzlichen Pflicht des Arbeitgebers, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge einzubehalten und an folgende Stellen abzuführen:<ref>für die Lohnsteuer: § 38 Abs. 3 Satz 1 EStG; für den Solidaritätszuschlag in Verbindung mit § 1 Abs. 2 Solidaritätszuschlaggesetz 1995; für die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung: § 28 g Satz 2 SGB IV; für die Arbeitslosenversicherung in Verbindung mit § 348 Abs. 3 SGB III</ref>


Um den vagen Begriff der ''Selbstverwirklichung'' etwas zu präzisieren, stellte Maslow ein Kollektiv aus 60 Personen zusammen, von denen er meinte, diese hätten sie erreicht. Hierbei handelte es sich zum größten Teil um historische Persönlichkeiten und Personen der Zeitgeschichte. Da diese jedoch schwerlich zu Testzwecken herangezogen werden konnten, sondern lediglich Fremd- und Selbstzeugnisse vorlagen, mussten Gelegenheitsgespräche, Interviews und vereinzelt auch Tests benutzt werden. Eine einheitliche Auswertung war somit unter diesen methodologischen Voraussetzungen natürlich nicht zu leisten.<ref>[http://www.artikel32.com/sonstige/1/bedrfnisstruktur-und-selbstverwirklichung-a-maslow.php Bedürfnisstruktur und selbstverwirklichung: a. maslow] – Artikel über die Bedürfnisstruktur</ref>
* Abgaben an das [[Finanzamt]] ([[Steuer]]n)
** [[Lohnsteuer]] (diese ist eine [[Steuer-Vorauszahlung|Einkommensteuer-Vorauszahlung]])
** [[Solidaritätszuschlag]] (Ergänzungsabgabe zur Einkommensteuer)
** ggf. [[Kirchensteuer (Deutschland)|Kirchensteuer]]
* [[Sozialversicherung]]sbeiträge ([[Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung|VGR]]: Sozialbeiträge)<ref>http://www.sozialversicherungsbeitraege.sozialversicherung-online24.de/</ref>
** Beitrag zur gesetzlichen [[Gesetzliche Rentenversicherung (Deutschland)|Rentenversicherung]]
** Beitrag zur gesetzlichen [[Krankenversicherung]]
** Beitrag zur gesetzlichen [[Arbeitslosenversicherung]]
** Beitrag zur gesetzlichen [[Pflegeversicherung (Deutschland)|Pflegeversicherung]]


=== Die „Bedürfnispyramide“ und alternative Darstellung ===
Der [[Arbeitgeber]] hat zusätzlich zum Bruttolohn noch die Arbeitgeberanteile zu den [[Sozialabgaben]] zu leisten. Die Beiträge zur [[Gesetzliche Unfallversicherung in Deutschland|gesetzlichen Unfallversicherung]] muss der Arbeitgeber allein tragen. Außerdem hat der Arbeitgeber die sogenannte [[Umlage U2]] zur Vollfinanzierung des zu zahlenden [[Mutterschaftsgeld]]es und des Arbeitsentgelts an Schwangere bei Beschäftigungsverboten ({{§|1|aufag|juris}} Aufwendungsausgleichsgesetz) und die [[Umlage U3]] zur Finanzierung des [[Insolvenzgeld]]es ({{§|358|sgb_3|juris}} SGB III) zu tragen. Betriebe mit nicht mehr als 30 Arbeitnehmern zahlen zusätzlich die [[Umlage U1]] zur finanziellen Unterstützung bei der Lohnfortzahlung an Arbeitnehmer im Falle krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit.
[[Datei:Dynamische_Beduerfnishierarchie_-_Maslow.svg|mini|hochkant=1.5|Dynamische Darstellung der Bedürfnishierarchie – Überlappungen sind dabei möglich und zu einem Zeitpunkt oft mehrere Bedürfnisse (aus verschiedenen Kategorien) aktiv.]]
Die Darstellung der Maslowschen Bedürfnishierarchie in Form einer Pyramide wird ihm oft fälschlich persönlich zugeschrieben, ist aber tatsächlich eine spätere Interpretation seiner Arbeit durch andere. Sie wird u.&nbsp;a. [[Werner Correll]] zugeschrieben;<ref>Thomas Breyer-Mayländer: ''Einführung in das Medienmanagement: Grundlagen, Strategie, Führung, Personal''. Oldenbourg Wissenschaftsverlag (28. Januar 2004). ISBN 3-486-27594-1, Seite 149</ref> war aber auf jeden Fall schon 1970, in Maslows Todesjahr, bekannt.<ref>F. Divesta: ''Educational Psychology: Instruction and Behavioral Change''. Irvington Pub; Later Printing edition (April 1970). ISBN 0-89197-133-5, Seite 151</ref>


{{Zitat-en
Die Gesamtlohnkosten des Arbeitgebers (Bruttolohn + [[Lohnnebenkosten#Europäischer Vergleich|Lohnnebenkosten]]) liegen in Europa grob zwischen knapp 10 und knapp 50 % über dem vertraglichen Bruttolohn, in Deutschland bei derzeit (2017) ca. 28 %, in Österreich bei ca. 36 %.
| Text = So far, our theoretical discussion may have given the impression that these five sets of needs are somehow in a step-wise, all-or-none relationship to each other. We have spoken in such terms as the following: ‚If one need is satisfied, then another emerges.‘ This statement might give the false impression that a need must be satisfied 100 per cent before the next need emerges.
| Übersetzung = Bisher hat unsere theoretische Diskussion möglicherweise den Eindruck erweckt, dass diese fünf Sätze von Bedürfnissen irgendwie in einer sukzessiven Alle-oder-keine-Beziehung zueinander stehen. Wir haben es so formuliert: ‚Wenn ein Bedürfnis erfüllt ist, so entsteht ein anderes.‘ Diese Aussage könnte den falschen Eindruck schaffen, dass ein Bedürfnis zu 100 Prozent erfüllt sein muss, bevor das nächste entsteht.
| Autor = Abraham Maslow
| Quelle = A Theory of Human Motivation, 1943, S. 388-389
}}


Die Pyramidendarstellung verleitet vor allem zu einer ''allzu statischen Sicht'' auf Maslows dynamisches Modell. Das hat denn auch zu vielen Missverständnissen und unbegründeter Kritik geführt. Eklatantes Beispiel solch einer Fehlinterpretation ist etwa die Annahme, die Bedürfniskategorien seien streng [[diskret]] angeordnet, und eine Bedürfniskategorie müsse erst zu 100 % befriedigt werden, bevor die nächste Kategorie von Bedürfnissen motivierend wirken könne. Häufig reicht jedoch schon ein Befriedigungsgrad von 70 % oder weniger aus, um das nächsthöhere Bedürfnis in den Vordergrund treten zu lassen. Der empfundene Sättigungsgrad variiert zudem stark mit den individuellen Erwartungen.<ref name="Schreyögg">Georg Schreyögg, Jochen Koch: ''Grundlagen des Managements: Basiswissen für Studium und Praxis''. Gabler Verlag; Auflage: 2., überarb. u. erw. Aufl. 2010 (11. Juni 2010). ISBN 3-8349-1589-0, Seite 197/198</ref> Manche Lehrbücher<ref>Beispiel: ''Personalführungslehre: Grundlagen, Funktionen und Modelle der Führung'' (UTB) oder ''Motivation und Handeln'' (Springer)</ref> benutzen daher dynamische Darstellungen in Anlehnung an ''Krech, Crutchfield & Ballachey'' (1962, S. 72/77).
Beim Mindestlohn kommt es für die steuerliche Berücksichtigung als Betriebsausgabe nicht darauf an, ob die gezahlten Entgelte dem gesetzlich geforderten Mindestlohn entsprechen. Für die Besteuerung ist es unerheblich, ob ein Verhalten, das den Tatbestand eines Steuergesetzes erfüllt, gegen ein anderes gesetzliches Gebot oder Verbot verstößt.


== Beschreibung der Bedürfnishierarchie ==
In Baubetrieben müssen nach der [[Baubetriebe-Verordnung]] Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam zusätzlich eine [[Winterbeschäftigungs-Umlage]] tragen ({{§|354|sgb_3|juris}} SGB III)
=== Prinzip ===
Die Bedürfnishierarchie ist ein [[Motivation#Inhalts- und Prozessmodelle der Motivation|Inhaltsmodell der Motivation]] (kein Prozessmodell); sie beschäftigt sich mit Inhalt, Art und Wirkung von Motiven. Ferner wird eine [[Taxonomie]] von Motiven geboten und bestimmt, die angibt, nach welchen Gesetzmäßigkeiten welche Motive verhaltensbestimmend werden.


Maslow stellte fest, dass manche Bedürfnisse Priorität vor anderen haben. Luft und Wasser brauchen wir zum Beispiel dringender als ein neues Auto. Den Versuch, eine konkrete (Rang-)Liste von Bedürfnissen aufzustellen, hält Maslow allerdings für nicht zielführend.<ref group="Maslow 1943">Abraham Maslow: ''A Theory of Human Motivation''. In ''Psychological Review'', 1943, Vol. 50 #4, Seite 370:  ''8. Lists of drives will get us nowhere for various theoretical and practical reasons.'' und ''Thus it seems impossible as well as useless to make any list of fundamental physiological needs for they can come to almost any number one might wish, depending on the degree of specificity of description.''</ref> Deshalb ordnete er Bedürfnisse zunächst nach 5 größeren Kategorien, beginnend mit den grundlegendsten physiologischen bis hin zu den kognitiv und emotional hoch entwickelten humanen Bedürfnissen (''physiological needs'', ''safety needs'', ''love needs'', ''esteem needs'', ''needs for self-actualization'').
In der [[Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung|Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung]] sind die Bruttolöhne und -gehälter um die Sozialbeiträge der Arbeitgeber zu erhöhen, um so zum [[Arbeitnehmerentgelt]] zu kommen.


Anschließend nimmt er eine weitere Unterteilung der ersten vier Kategorien in '''Defizitbedürfnisse''' (oder ''Mangelbedürfnisse'') und der letzten in '''Wachstumsbedürfnisse''' (oder ''unstillbare Bedürfnisse'') vor, mit der Begründung, die Nichtbefriedigung bestimmter Bedürfnisse – der Defizitbedürfnisse – könne physische oder psychische Störungen zur Folge haben (z.&nbsp;B. Sicherheit – Angst, sozialer Kontakt – emotionale Störungen). Wachstumsbedürfnisse hingegen könnten nie wirklich befriedigt werden, allerdings ebenso psychische Störungen oder Minderwertigkeitskomplexe auslösen.
== Abrechnungsgrundlage ==
Das Arbeitsentgelt kann nach verschiedenen Kriterien vereinbart und ausbezahlt werden.


Nur so lange ein Bedürfnis unbefriedigt ist, aktiviert und beeinflusst es das Handeln. Dabei wird das Handeln weniger von innen angetrieben (»pushed«) als von den Befriedigungsfolgen angezogen (»pulled«).<ref name="Heckhausen">Jutta Heckhausen, Heinz Heckhausen: ''Motivation und Handeln''. Springer Berlin Heidelberg; Auflage: 4., überarb. u. aktualisierte Aufl. (16. August 2010). ISBN 3-642-12692-8. Seite 59</ref> Mit zunehmender Befriedigung eines Bedürfnisses nimmt also dessen motivierende Kraft ab (wenn man nicht mehr durstig ist, versucht man beispielsweise nicht mehr zu trinken).
; Jahresgehalt
: Für Geschäftsführer und höhere [[Leitender Angestellter|leitende Angestellte]] wird oft ein Jahresgehalt vereinbart, allerdings mit anteiligen monatlichen Auszahlungen.
; Monatsweise (z. B. Monatsgehalt)
: Es ist ein Betrag für einen ganzen Monat vereinbart, unabhängig von der Länge des Monats sowie der Anzahl an Sonn- und [[Feiertag]]en.
; Stundenweise Abrechnung (Stundenlohn)
: Das Arbeitsentgelt wird nach den tatsächlich gearbeiteten Stunden abgerechnet. Auch Urlaubsentgelt oder Feiertagsentgelt werden stundenweise verrechnet. Die Auszahlung erfolgt heute monatlich.
; verstetigter Monatslohn
: Als ''verstetigter Monatslohn'' auf der Basis einer vorgegebenen Stundenzahl unabhängig von der Anzahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden bei gleichzeitiger Verrechnung von Plus- oder Minusstunden auf einem Arbeitszeitkonto.
; Stück- oder Akkordlohn
: Das Entgelt richtet sich nach den fertiggestellten Stückzahlen. Urlaubs- und Feiertage werden mit einem Durchschnitt entlohnt.
; Pauschalentlohnung
: Diese Art ähnelt stark einer selbständigen Tätigkeit, da ein ganzes Projekt unabhängig von der Arbeitsdauer mit einem Gesamtbetrag entlohnt wird; sh. hierzu [[Werkvertrag]].
; Provisionsentlohnung
: bei unselbständigen [[Handelsvertreter]]n wird meist zusätzlich zu einem Grundgehalt ([[Fixum]]) ein bestimmter Prozentsatz des erzielten Umsatzes bezahlt. Allerdings ist es für ein Unternehmen meist besser, nicht nur den Umsatz, sondern auch den [[Deckungsbeitrag]], welcher durch den Umsatz erwirtschaftet wurde, in die Höhe Provision mit einzubeziehen. Somit wird der Handelsvertreter indirekt angehalten die [[Kopfkonditionen]] nicht zu Gunsten des Kunden zu verbessern, um einen höheren Umsatz zu generieren.
; Umsatzabhängiges Arbeitsentgelt
: Hier wird ein Teil der Einnahmen als Entgelt gezahlt (z. B. [[Taxi]]fahrer).


Unter der Annahme eines grundsätzlich messbaren Nutzens hatte der deutsche Volkswirt [[Hermann Heinrich Gossen]] bereits im 19. Jahrhundert seine ''Gesetzmäßigkeiten der Bedürfnisbefriedigung'' entwickelt (siehe dazu [[Gossensches Gesetz]]). Die Idee der Bedürfnishierarchie als solche war schon vor Maslow bekannt, z.&nbsp;B. im Werk von [[Lujo Brentano]],<ref>Lujo Brentano: Versuch einer Theorie der Bedürfnisse, München 1908, Neudruck in: ders.: Konkrete Bedingungen der Volkswirtschaft, Marburg: Metropolis, S. 86–158, ISBN 3-89518-401-2</ref> der sechs Ebenen der Bedürfnisbefriedigung unterschied.
Üblicherweise ist ein Gehalt ein über die Monate gleich bleibender Betrag, während die Löhne auf Stundenbasis berechnet werden und deshalb die monatliche Zahlung variiert. Seit der Einführung des gesetzlichen Mindestbruttostundenlohnes zum 1. Januar 2015 ist hierbei jedoch zu beachten, dass bei Vollzeitkräften (40 Std./Woche) mindestens ein monatlicher Betrag von 1.473,33 EUR brutto abgerechnet wird (Betrag errechnet auf Basis drei Monate = 13 Wochen). Zu beachten ist dabei jedoch die unterschiedliche Anzahl an Arbeitstagen je Monat; so hat z. B. der Monat Juli regelmäßig 23 Arbeitstage.
=== Die „klassischen“ fünf Ebenen ===
==== 1. Physiologische Bedürfnisse ====
[[Datei:Maslow Bedürfnispyramide.svg|rand|rechts|rahmenlos|420x420px]]Maslow (1943) unterscheidet hier eine Gruppe von Elementarbedürfnissen (Mineralien, Hormone, Vitamine usw.), die der Körper selbst reguliert (vergleiche dazu das [[Homöostase]]-Konzept von [[Walter Cannon]] (1932)). Insbesondere auf dieser Ebene sei es unsinnig, einzelne Bedürfnisse aufzulisten, denn deren Anzahl hänge lediglich von der Spezifität der Beschreibung ab. So können wir etwa nicht sicher bestimmen, ob das unspezifische Bedürfnis nach „Mineralwasser“ auf ein bestimmtes Element seiner Einzelbestandteile, z.&nbsp;B. Natrium, Calcium oder Nitrat, zurückzuführen ist. Man kann zudem nicht alle physiologischen Bedürfnisse auf eine Selbstregulation zurückführen. Schlaf, Sexualverhalten oder Mutterliebe lassen sich genauso wenig ausschließlich homöostatisch erklären wie sensorischer Genuss (Geschmack, Geruch, Kitzeln, Streicheln), zumal es sich dabei oft um hochkomplexe, nicht monokausale Verhaltensstrukturen handelt.


==== 2. Sicherheitsbedürfnisse ====
== Sonderbestandteile des Entgeltes ==
Sind physiologische Bedürfnisse relativ gut befriedigt, taucht eine neue Reihe von Bedürfnissen auf: Sicherheitsbedürfnisse.
Zu dem Grundgehalt können noch Zulagen wie zum Beispiel [[Provision]]en bei Außendienstmitarbeitern oder Sonderzahlungen wie [[Weihnachtsgeld]] oder [[Urlaubsgeld]] kommen. Ein weiterer Sonderbestandteil können [[Geldwerter Vorteil|geldwerte Vorteile]] und [[Deputatlohn|Deputate]] sein oder Zuschläge, etwa ein [[Zuschlag für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit]]. Ferner können [[Gewinnbeteiligung|gewinnabhängige Prämien]] vereinbart sein, die bei [[Aktiengesellschaft]]en beispielsweise auf der Basis der jeweiligen Höhe der [[Dividende]] berechnet werden.


Maslow beschreibt, dass es bezüglich der Untersuchung von Sicherheitsbedürfnissen besser ist, Kinder zu untersuchen. Ihre Reaktionen auf grobe Behandlung (plötzliches Fallenlassen) oder ungewöhnliche sensorische Stimulation (blinkende Lichter, plötzlicher Lärm) ist unverfälscht – im Gegensatz zu Erwachsenen, die durch Sozialisation oft gelernt haben, Angst oder Mangel an Sicherheit äußerlich nicht zu zeigen.<ref group="Maslow 1943">Abraham Maslow: ''A Theory of Human Motivation''. In ''Psychological Review'', 1943, Vol. 50 #4, Seite 377</ref>
== Sonderformen der Entgeltberechnung ==
Häufig ist eine monatlich gleich bleibende Vergütung vereinbart. Das Entgelt kann aber nach unterschiedlichen Grundlagen errechnet werden. Entsprechend gibt es den typischen Zeitlohn sowie die Leistungslohnarten Akkord- und Prämienlohn.


In der Gesellschaft seiner Zeit sah Maslow die Sicherheitsbedürfnisse als weitgehend erfüllt an. Eine weitere Untersuchung und direkte Beobachtung dieser Bedürfniskategorie hielt er daher nur bei neurotischen Personen oder wirtschaftlich und sozialen Außenseitern für sinnvoll oder gar möglich.<ref group="Maslow 1943">Abraham Maslow: ''A Theory of Human Motivation''. In ''Psychological Review'', 1943, Vol. 50 #4, Seite 380</ref>
''[[Zeitlohn]]:'' Bei dieser Art der Berechnung ist ausschließlich die ''Dauer der Arbeitszeit'' der Maßstab für die Entlohnung.


Im weiteren Sinn sei die Suche nach Sicherheit und Stabilität aber auch in der menschlichen Bevorzugung des Bekannten gegenüber dem Unbekannten präsent. Darüber hinaus bedinge das Sicherheitsstreben zumindest anteilig die Entstehung von Religionen und naturwissenschaftlichen Weltbildern: Der Mensch strebe auch in dem Sinne nach Sicherheit, dass er jedes Phänomen erklären und Zusammenhänge aufdecken wolle. Nur in einem Nebensatz erwähnt Maslow, dass Menschen, bei denen die Sicherheitsbedürfnisse aktuell motivierende Kraft haben, oft spezifisch dadurch charakterisiert sind, dass für sie Suche nach einem Beschützer, einer stärkeren Person, von der man abhängt, von großer Bedeutung ist.
''[[Akkordlohn]]:'' Hier gilt die Devise „''Je höher die Arbeitsleistung, desto höher der Lohn''“; die Zahlung erfolgt nach der Anzahl angefertigter Teile, unabhängig von der dafür benötigten Zeit (deshalb auch „Stücklohn“ genannt).


Personen, die an [[Zwangsstörung]]en (Reinlichkeitszwang, Zählzwang, Ordnungszwang usw.) leiden, sieht er als prototypische Vertreter der Kategorie der Sicherheitsbedürfnisse. Sie versuchen verzweifelt, durch Rituale und Regeln die Welt derart zu ordnen und zu stabilisieren, dass alles Unbekannte, Unerwartete und nicht Handhabbare verschwindet.
''Prämienlohn:'' Durch die zunehmende Automatisierung des Fertigungsprozesses verliert der Akkordlohn immer mehr an Bedeutung. Die computergesteuerten Fertigungsmaschinen übernehmen einen Großteil der Arbeiten. An die Stelle des Akkordlohns tritt der Prämienlohn. Der Prämienlohn berücksichtigt vor allem ''Leistungen qualitativer Art''. Er wird gezahlt, wenn
* [[Vorgabezeit]]en unterschritten werden,
* die zulässige [[Fehlproduktion|Ausschussquote]] unterschritten wird,
* die eingesetzten Betriebsmittel optimal ausgenutzt werden und sich dadurch die Wartezeiten verkürzen,
* es gelingt, Energie oder Materialien zu sparen.


==== 3. Soziale Bedürfnisse (Anschlussmotiv) ====
Dazu wird eine [[Normalleistung (REFA)|Normalleistung]] (besser wäre zu sagen: eine normale Leistung) zugrunde gelegt. Der Betrieb zahlt also einen Grundlohn (entweder als Zeit- oder als Stücklohn) und eine ''leistungsabhängige Vergütung''. Diese Vergütung kommt jedoch nicht wie beim Akkord dem Arbeitnehmer voll zugute; sie wird vielmehr ''zwischen dem Betrieb und dem Arbeitnehmer aufgeteilt''. Der Anteil des Arbeitnehmers heißt Prämie.
Sind die ersten beiden Kategorien weitgehend befriedigt, erlebt der Mensch einen starken Drang nach [[Soziale Beziehung|sozialen Beziehungen]]. Die Abwesenheit von Freunden, eines geliebten Menschen, des Lebenspartners oder der Kinder wird ein starker Motivator sein, diese Lücke zu überwinden oder eine nicht frustrierende Situation wiederherzustellen. Gleichzeitig wird er versuchen, eine bestimmte [[soziale Rolle]] zu erfüllen oder sich einen Platz in einer [[Soziale Gruppe|sozialen Gruppe]] zu sichern.


Maslow benutzt hier das Wort „Liebe“ und betont den Unterschied (nicht synonym) zum Wort „Sex“. Geschlechtsverkehr könne auch als rein physiologisches Bedürfnis untersucht werden. Gewöhnliches [[Sexualverhalten]] (nicht von der Norm abweichendes) ist nach seiner Ansicht aber mehrdimensional, d.&nbsp;h. dass es zusätzlich nicht erotisch definierte Komponenten wie ''Zuneigung'' und ''Geborgenheit'' enthält. Außerdem dürfe nicht vergessen werden, dass das Zuwendungsbedürfnis sowohl das Empfangen als auch das Geben von Liebe beinhaltet.<ref group="Maslow 1943">Abraham Maslow: ''A Theory of Human Motivation''. In ''Psychological Review'', 1943, Vol. 50 #4, Seite 381</ref>
== Fälligkeit des Entgeltes ==
Das Entgelt ist in der Regel (in Deutschland gemäß [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bgb/__614.html § 614 BGB]) im Nachhinein –&nbsp;also bei Monatsvergütung zum Monatsende&nbsp;– zu entrichten. Gelegentlich finden sich in Arbeits- oder [[Tarifvertrag|Tarifverträgen]] andere [[Fälligkeit]]szeitpunkte, z.&nbsp;B. in der Monatsmitte.


==== 4. Individualbedürfnisse ====
== Wirtschaftswissenschaftliche Betrachtung ==
Maslow versucht hier noch einmal, zwei Unterkategorien zu unterscheiden:
=== Volkswirtschaftliche Einordnung ===
* den Wunsch nach (mentaler/körperlicher) Stärke, Erfolg, Unabhängigkeit und Freiheit
Aus theoretisch volkswirtschaftlicher Betrachtung ist der Lohn der Preis für die Bereitstellung von Arbeitskraft auf dem [[Arbeitsmarkt]]. Dort trifft [[Arbeitsangebot]] und [[Arbeitsnachfrage]] aufeinander.<ref>vgl. Peter Bofinger: ''Grundzüge der Volkswirtschaftslehre'', Pearson Studium, 2003. S. 152ff. ISBN 3827370760</ref>
* den Wunsch nach Ansehen, Prestige, Wertschätzung, Achtung und Wichtigkeit, also eine passive Komponente unserer Selbstachtung, die nur von anderen Menschen für uns erfüllt werden kann.<ref group="Maslow 1943">Abraham Maslow: ''A Theory of Human Motivation''. In ''Psychological Review'', 1943, Vol. 50 #4, Seite 381/2</ref>


==== 5. Selbstverwirklichung ====
Insbesondere mit dem Plural ''Löhne'' bezeichnet man die Summe aller Zahlungsströme einer [[Volkswirtschaft]], die an Arbeitende für ihre [[Arbeit (Tätigkeit)|Arbeit]] fließen, also an den [[Produktionsfaktor Arbeit]] gezahlt werden. In der [[Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung|Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung]] sind die ''Bruttolöhne und -gehälter'' das [[Arbeitnehmerentgelt]] abzüglich der ''Beiträge der Arbeitgeber zur [[Sozialversicherung]]''. Zieht man von den Bruttolöhnen und -gehältern die ''Beiträge der Arbeitnehmer zur Sozialversicherung'' und die [[Lohnsteuer]] ab, dann erhält man die ''Nettolöhne und -gehälter''.
{{Hauptartikel|Selbstverwirklichung}}
Wenn bis auf diese Stufe alle Bedürfnisse befriedigt sind, wird nach Maslow eine neue Unruhe und Unzufriedenheit im Menschen erwachen: Er strebt nach Selbstverwirklichung.


Den Begriff ''Selbstverwirklichung'', den Maslow [[Kurt Goldstein (Neurologe)|Kurt Goldstein]] zuschreibt, versucht er als ein spezifisches und begrenztes Konzept zu definieren. Es geht dabei um den Wunsch bzw. die Tendenz, das eigene Potential auszuschöpfen, also das zu werden, was einem anlagebedingt überhaupt möglich ist. In welcher Form sich dieses Bedürfnis letztlich ausdrückt, ist somit im höchsten Maße vom Individuum selbst abhängig (eine gute Mutter sein, ein Athlet, ein Erfinder usw.).
Des Weiteren wird zwischen Effektivlohn und Tariflohn unterschieden. Der Effektivlohn unterscheidet sich vom Tariflohn durch freiwillige Mehrleistungen des Arbeitgebers, durch [[Überstunde]]nzuschläge, durch geringere Zahlungen bei [[Kurzarbeitergeld]] etc. Die [[Lohndrift]] ist die Differenz der Wachstumsraten des durchschnittlichen Effektivlohnes und des durchschnittlichen Tariflohnes. Sie gilt als [[Konjunktur]]-[[Indikator (Wirtschaft)|Indikator]].


Maslow sah die weitgehende Befriedigung der ersten vier Bedürfniskategorien in der Gesellschaft seiner Zeit eher als Ausnahme an und betrachtete den Untersuchungsgegenstand „Selbstverwirklichung“ als Herausforderung für die Forschung.<ref group="Maslow 1943">Abraham Maslow: ''A Theory of Human Motivation''. In ''Psychological Review'', 1943, Vol. 50 #4, Seite 383</ref> Er schätzte einmal den Anteil der Weltbevölkerung, die diese Stufe erreichen, auf etwa 2 %.<ref>Maslow 1954, S. 239 – indirekt zitiert nach: Patrick Metz: ''Modernes Markenmanagement für Luxusgüter aus Sicht des Neuromarketings''. Grin Verlag; Auflage: 1. (25. Juni 2008). ISBN 3-638-95140-5, Seite 11</ref>
Innerhalb der [[Mikroökonomie]] ist der [[Reservationslohn]] das Mindestgehalt, zu dem ein Arbeitnehmer gerade noch bereit ist, seine Arbeitskraft anzubieten.


=== Erweiterung 1970 ===
Der [[Reallohn]] ist in der Volkswirtschaftslehre der Lohn, der der tatsächlichen Kaufkraft entspricht, das heißt der Gütermenge, die bei gegebenen Lebenshaltungskosten mit dem [[Nominallohn]] tatsächlich eingekauft werden kann. Der Reallohn hängt eng mit dem [[Lebensstandard]] zusammen.
[[Datei:Erweiterte Bedürfnishierarchie (1970) nach Maslow.svg|mini|hochkant=1.4|Die bis zur Transzendenz erweiterte Bedürfnishierarchie (1970).]]
Maslow hat sein Modell 1970, also kurz vor seinem Tod, erweitert (posthum veröffentlicht in: ''Farther Reaches of Human Nature'', New York 1971):<ref>Vgl. Mark E. Koltko-Rivera: ''Rediscovering the Later Version of Maslow’s Hierarchy of Needs: Self-Transcendence and Opportunities for Theory, Research, and Unification.'' In: ''Review of General Psychology'' 10(2006)4, pp. 302-317 ([http://academic.udayton.edu/jackbauer/Readings%20595/Koltko-Rivera%2006%20trans%20self-act%20copy.pdf PDF])</ref><ref>Albert Garcia-Romeu: ''Self-transcendence as a measurable transpersonal construct.'' In: ''Journal of Transpersonal Psychology'', 42(2010)1, p. 26-47 ([https://www.researchgate.net/profile/Albert_Garcia-Romeu/publication/271706485_Self-transcendence_as_a_measurable_transpersonal_construct/links/5501b17d0cf2d60c0e5fdfeb.pdf PDF])</ref>


Die oberste Stufe der neuen Pyramide ist die „[[Transzendenz]], also die Suche nach Gott, nach einer das individuelle Selbst überschreitenden Dimension oder nach etwas, das außerhalb des beobachtbaren Systems liegt (vergleiche [[Niklas Luhmann]], ''Gott als Beobachter 2ter Ordnung''). Diese Erweiterung reflektiert Maslows Weg von der humanistischen zur transpersonalen Psychologie. Obwohl häufig das Datum 1970 angegeben ist, wird die Pyramide in der Literatur meist noch in der älteren Fassung, also mit der Selbstverwirklichung und nicht mit der Transzendenz an der Spitze, dargestellt.<ref>Philip G. Zimbardo: ''Psychologie'', Springer, Berlin 1999, 7. neu übers. und bearb. Aufl.</ref><ref>[http://chiron.valdosta.edu/whuitt/col/regsys/maslow.html Maslow’s hierarchy of needs]</ref>
=== Betriebswirtschaftliche Einordnung ===
In der [[Betriebswirtschaftslehre]] gilt bezogen auf ein Unternehmen oder Produkt ähnliches, wobei hier die Gehälter (im Sinne der Arbeitsentgelte für Angestellte) meist als [[Gemeinkosten]] einen Teil der gesamten ''Lohnkosten'' ausmachen. Aus Sicht des Empfängers des Arbeitsentgeltes ist es Teil seines [[Einkommen]]s.


Ferner erweitert er die Pyramide um die zwei Ebenen der ästhetischen und der kognitiven Bedürfnisse, die er über den Individualbedürfnissen einordnet.
== Alternative Theorien des Arbeitslohns und Kritik des Arbeitslohns ==
=== Marxistische Auffassungen vom Gehalt des Arbeitslohns ===
„Die Arbeit ist die Substanz und das immanente Maß der Werte, aber sie selbst hat keinen Wert.“ (K. Marx, [[Das Kapital|Kapital]] I, MEW 23, 559.)


Dies führt zu folgender achtstufigen Pyramide
[[Karl Marx]] vertritt eine [[Arbeitswerttheorie]], nach der nur [[Lohnarbeit]] wertschöpfend sein kann. Beim Einsatz von Maschinen entäußern diese durch ihren Verschleiß die in ihnen bei deren Erzeugung gespeicherte menschliche [[Arbeit (Philosophie)|Arbeit]]. Durch den „Produktionsumweg“ über eine Maschine kommt es zu einem effizienteren Einsatz der ''Arbeitskraft''. Marx erklärt das Arbeitsentgelt als den ''Preis der Arbeitskraft''. Dieser ergibt sich im Zweifel aus den Kosten, die zu ihrer Reproduktion erforderlich ist. Der Lohnarbeiter verkauft gerade nicht seine Arbeit an den Unternehmer. Das ist ihm unmöglich, weil seine Arbeit keine Ware außerhalb von ihm ist. Zum Zeitpunkt des Abschlusses des Arbeitsvertrages existiert die Arbeit, die er verkauft, noch nicht:
* 8. [[Transzendenz]]
* 7. Selbstverwirklichung
* 6. [[Ästhetik|Ästhetische]] Bedürfnisse
* 5. [[Kognition|Kognitive]] Bedürfnisse
* 4. Individualbedürfnisse
* 3. Soziale Bedürfnisse ([[Anschlussmotivation|Anschlussmotiv]])
* 2. Sicherheitsbedürfnisse
* 1. Physiologische Bedürfnisse


== {{Anker|Rezeption und Kritik}}Rezeption und Kritik ==
„Um als Ware auf dem Markt verkauft zu werden, müsste die Arbeit jedenfalls existieren, bevor sie verkauft wird. Könnte der Arbeiter ihr aber eine selbständige Existenz geben, so würde er Ware verkaufen und nicht Arbeit.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 558.)
Die Bedürfnishierarchie ist die bekannteste Klassifikation von Bedürfnissen und ein vielbeachtetes Motivationsmodell. Trotz – oder gerade wegen – der stark reduktionistischen Sichtweise versetzt uns Maslows Schema in die Lage, eine gewisse Ordnung in verschiedene Aspekte des motivationalen Erlebens zu bringen. Das Modell wird im Kanon der Motivationstheorien meist als einführendes Beispiel gewählt.


=== Allgemeine Kritik ===
Vielmehr stellt der Arbeiter sich per Vertrag für einen vereinbarten Zeitraum unter das ''Kommando'' des Unternehmers (siehe dazu [[Direktionsrecht]]):
* ''Theoretische Fundierung'' sowie ''empirische Evidenz'' für die Klassifikation der Bedürfnisse und die Hypothese der hierarchischen Motivaktivierung sind im Gegensatz zu ihrem Bekanntheitsgrad ''unzureichend''.
* ''Einmal gestillte Defizitbedürfnisse bleiben nicht auf Dauer gestillt.'' Die Pyramide stellt nichts dar, was dauerhaft zu befriedigen wäre, sondern vielmehr eine [[Infrastruktur]] oder [[Logistik]] zur Bedürfnisbefriedigung, die stets [[Arbeit (Philosophie)|Arbeit]] erfordert. Es wird damit nicht berücksichtigt, dass durch Moral und Ethik längerfristig befriedigende Entscheidungsmöglichkeiten existieren. Reines Aneignen von materiellen Gütern lässt sich soweit als erstrebenswertes/befriedigendes Grundbedürfnis bezeichnen, als dann die körperlichen und räumlichen Umstände als optimales Fundament fungieren, nicht als Teil der Selbstverwirklichung oder Individualität.
* Eine weitere Quelle von Missverständnissen ist, dass Maslows Bedürfnispyramide ''nicht das reale Verhalten von Bedürftigen darstellt,'' sondern eine Empfehlung für diejenigen, die sich um sie kümmern. Höhere Bedürfnisse können durchaus auch ohne ständige Befriedigung der Defizitbedürfnisse angestrebt werden. Aber die Zuständigen für die Versorgung einer Stadt oder einer Truppe können Kreativität nicht stärker gewichten als Sicherheit oder Religion nicht stärker als Brot, auch wenn die von solchen Zuwendungen Betroffenen selbst so handeln würden.
* Als Kritikpunkt lässt sich weiter ansehen, dass Maslows Bedürfnispyramide ein ''westlich-industriell sozialisiertes [[Sozialer Status|Statusdenken]] und einen [[Individualismus]] voraussetzt,'' die in anderen Kulturkreisen nicht selbstverständlich sind. Die Bedürfnispyramide zeigt eine Hierarchie, die ohne diese kulturspezifischen Voraussetzungen nicht existiert. In Gesellschaften, für die die unteren Bedürfnisse besonders wichtig sind, streben die Menschen keineswegs danach, primär ihre körperlichen Grundbedürfnisse zu stillen, bevor sie nach Sicherheit und sozialen Beziehungen streben. Vielmehr sind die sozialen Beziehungen in Form des Aufgenommenwerdens und Verbleibens in einer Gruppe, Familie oder Stammesgemeinschaft die Voraussetzungen für Sicherheit und die Befriedigung der körperlichen Grundbedürfnisse. Dementsprechend steht auch das Wohl der Gruppe über dem eigenen. Man ist bereit, für die Gruppe zu sterben, denn ohne sie ist man ohnehin nicht lebensfähig. Die drei unteren Bedürfnisebenen dürfen demnach nicht als hierarchisch gegliedert angesehen werden, sondern bilden eher gemeinsam eine ''Vorstufe der materiellen Statussicherung für den darauf folgenden Bereich der sozialen Anerkennung.''


''Dem lässt sich entgegenhalten:'' Maslow unterscheidet sehr klar zwischen Bedürfnis einerseits und dem gezeigten Verhalten andererseits, das nicht allein durch Bedürfnisse, sondern auch durch Rahmenbedingungen wie die jeweilige Kultur oder die individuelle Lerngeschichte bestimmt wird (Motivation und Persönlichkeit, 1968). Das Bedürfnis nach sozialen Beziehungen ''um ihrer selbst willen'' ist für ihn nicht identisch mit der Pflege der sozialen Beziehungen, um ein ''anderes Bedürfnis'' (wie das nach Essen oder Sicherheit) zu befriedigen. Im zweiten Fall ist das Verhalten instrumentell (also nur ein Mittel zum Zweck), ohne zwangsläufig durch das Bedürfnis nach Gemeinschaft motiviert zu sein. Oder aber das Verhalten ist ''multipel'' motiviert: es liegen einem Verhalten mehrere Bedürfnisse gleichzeitig zugrunde.
„Was dem Geldbesitzer auf dem Warenmarkt direkt gegenübertritt, ist in der Tat nicht die Arbeit, sondern der Arbeiter. Was letzterer verkauft, ist seine Arbeitskraft. Sobald seine Arbeit wirklich beginnt, hat sie bereits aufgehört, ihm zu gehören, kann also nicht mehr von ihm verkauft werden.(K. Marx, Kapital I, MEW 23, 558.)


=== Spezielle Kritik ===
In der Zeit, in der der Unternehmer über den Arbeiter frei verfügt, hält er ihn dazu an, möglichst viele Waren für ihn zu produzieren. Die Differenz des Wertes dieser Waren zu dem verausgabten Arbeitslohn, der [[Mehrwert (Marxismus)|Mehrwert]] stellt den Gewinn des Unternehmers dar. Der Gewinn hat seinen Grund also gerade in der ''Abweichung'' des Lohns vom Wert der verrichteten Arbeit.
* ''Optimismuskritik'': Zwar beschäftigte sich Maslow mit wichtigen Elementen des Erlebens, die von den traditionellen Ansätzen vernachlässigt worden waren (Liebe, Freude, Glück, Ekstase usw.). Genau dies wird von anderen Autoren aber kritisch gesehen, denn sie werfen ihm nun vor, seine Betrachtungsweise sei im Grunde genauso einseitig wie etwa die der Psychoanalyse, nur komme sie eben aus der entgegengesetzten Richtung. Eine insgesamt optimistische Sichtweise auf den Menschen könne überdies nicht aufrechterhalten werden, denn Menschen brächten auch Bedürfnisse nach Macht, Dominanz und Aggression zum Ausdruck.<ref>Philip G. Zimbardo, Richard J. Gerrig: ''Psychologie''. PEARSON STUDIUM; Auflage: 18., aktualis. Aufl. (20. März 2008). ISBN 3-8273-7275-5, Seite 421</ref>
* ''Kulturabhängigkeit:'' Selbstverwirklichung, wie Maslow sie beschreibt, sei nur in westlichen (individualistischen) Kulturen zu finden. Hingegen seien die meisten Kulturen Asiens, Afrikas und Südamerikas überwiegend kollektivistisch orientiert und stellten individuelle Bedürfnisse hinter die Bedürfnisse der Gruppe zurück, die dort als Träger der wahren Selbstverwirklichung angesehen werde.<ref name="Heckhausen" />
* ''Universalität ist auch innerhalb einer Kultur nicht gegeben:'' Die Hierarchie sei zum Teil willkürlich festgelegt und die Rangfolge der Bedürfnisse ''nicht universell''.<ref>David G. Myers, S. Hoppe-Graff, B. Keller: ''Psychologie''. Springer Berlin Heidelberg; Auflage: 2. erw. u. aktualisierte Aufl. (14. Juli 2008). ISBN 3-540-79032-2, Seite 515</ref> Menschen hätten sich schon zu Tode gehungert oder auf andere Art ihr Leben geopfert, um ihren politischen Standpunkt besonders intensiv zum Ausdruck zu bringen ([[Hungerstreik]], [[Selbstverbrennung]] usw.). Andere Extreme wie die Motivation zum [[Terrorismus]] oder [[Märtyrer]]tum verlangten außerdem grundsätzlich andere Analyseansätze.


=== Neuere Bewertung ===
=== Marxistische Auffassungen von der Höhe des Arbeitslohns ===
* Die ''mehrdimensionalen [[Motivation]]smodelle'' gehen auf die unterschiedlichen Zusammenhänge differenzierter ein, so dass man bei dem Modell von Maslow heute eher von einer allgemeinen Verständnistheorie spricht und für die praktische Arbeit mit [[Psychotherapie|psychisch kranken]] Menschen oder in der [[Personalentwicklung]], aber auch bei [[Systemische Therapie|familiären Systemen]] auf komplexere Modelle zurückgreift.
Nach Marx ist die Arbeitskraft eine Ware wie jede andere auch und unterliegt der gleichen Wertbestimmung:
* In der ''experimentellen Psychologie'' (zum Beispiel [[PSI-Theorie (Dörner)]]) werden zum Teil Ergebnisse produziert, die der Bedürfnishierarchie sehr nahekommen, obwohl das System nur wenige „Bedürfnisse“ kennt (beispielsweise Wasser/Nahrung und Neugierde/Langeweile). Die Frage ist aber, ob die Ergebnisse wirklich unabhängig von der Maslowschen Theorie entstehen oder ob sie nicht doch implizit sind.
* Hier ist auch zu bemerken, dass viele der „höheren Stufen“ in der Hierarchie ''einfach mehr Zeit (beispielsweise zum Nachdenken) beanspruchen'' als die niederen. Die Hierarchie gibt dann lediglich an, wie viel Zeit dem Durchschnitt der Bevölkerung für die einzelnen Stufen zur Verfügung steht.
* Maslows Konzept der Selbstverwirklichung konnte 1993 aus [[Jean Piaget]]s Theorie der kognitiven Entwicklung deduktiv hergeleitet werden.<ref>Kress, Oliver (1993): [http://www.academia.edu/663726/Oliver_Kress_-_A_new_approach_to_cognitive_development_ontogenesis_and_the_process_of_initiation ''A new approach to cognitive development: ontogenesis and the process of initiation.''] Evolution and Cognition 2(4): 319–332.</ref>


== Anwendungsfelder ==
„Der Wert der Arbeitskraft, gleich dem Wert jeder anderen Ware, ist bestimmt durch die zur Produktion, also auch Reproduktion, dieses spezifischen Artikels notwendige Arbeitszeit.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 184.)
=== Wirtschaftswissenschaften ===
Das Modell findet in vielen Disziplinen der Wirtschaftswissenschaften Anwendung. Letztlich ist es auch für fast alle Teildisziplinen relevant, denn das gemeinsame Untersuchungsgebiet aller Wirtschaftswissenschaften umfasst jene menschlichen Tätigkeiten, die der Bedürfnisbefriedigung dienen.<ref>Günter Wöhe, Ulrich Döring: ''Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre''. Vahlen; Auflage: 24., überarbeitete und aktualisierte Auflage. (2010), ISBN 3-8006-3795-2, Seite 1</ref> Die möglichst genaue Kenntnis der Bedürfnisse, der Möglichkeiten zu ihrer Befriedigung und der ihnen zugrunde liegenden Motivation ist elementar. Das gilt sowohl unternehmensextern (Stakeholderansatz, z.&nbsp;B. Kunden) als auch unternehmensintern (Mitarbeiter). Besonders betroffen sind dabei somit zwei praktische Bereiche:
* ''Arbeitswelt:'' Von [[Chris Argyris]] (1957) wurde Maslows Ansatz erstmals auf die Arbeitswelt übertragen.<ref>Joachim Hentze, Andreas Kammel, Klaus Lindert, Andrea Graf: ''Personalführungslehre: Grundlagen, Funktionen und Modelle der Führung (Uni-Taschenbücher S)''. UTB, Stuttgart; Auflage: 4., neu bearb. A. (1. Juni 2005). ISBN 3-8252-1374-9, Seite 114</ref> Es sollten Anhaltspunkte gefunden werden, um das Arbeitsverhalten und die Arbeitsleistung beeinflussen zu können. Auf die Praxis der Arbeitsgestaltung hat es wesentlich Einfluss genommen.<ref>[http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/beduerfnishierarchie.html Bedürfnishierarchie] – Definition im Gabler Wirtschaftslexikon</ref>
* ''Management- und Entscheidungslehre:'' „Für eine zielorientierte Verhaltenssteuerung der Mitarbeiter ist die Erkenntnis über individuelle Zielvorstellungen von zentraler Bedeutung.“<ref>Christoph Braunschweig, Dieter F. Kindermann, Ulrich Wehrlin: ''Grundlagen der Managementlehre''. Oldenbourg Wissenschaftsverlag (7. Februar 2001). ISBN 3-486-25643-2, Seite 215</ref> Für die interne Mitarbeiterführung ist es wichtig zu wissen, auf welchen Bedürfnisstufen Menschen jeweils agieren. Wenn in einer Marketingabteilung etwa neue Ideen generiert werden sollen, ist das dann relativ schwierig, wenn zum Beispiel ein Großteil der Mitarbeiter gerade um seine Jobs fürchtet. Kreative Lösungen entstehen nämlich vor allem in entspanntem, also durch äußere Faktoren unbelastetem Zustand (Easterbrook-Hypothese). „Auch werden wir uns nicht intensiver mit dem Einfluss höherer Ziele beschäftigen. Denn befindet sich ein Mensch auf diesen Ebenen, so liegt eine Entscheidungsunterstützung eher in einer Diskussion und Analyse von Werten und Weltbildern als in einem rationalen und systematischen Prozess der Entscheidungsanalyse, wie er speziell für ökonomische Situationen von Bedeutung ist.“<ref>Rüdiger von Nitzsch: ''Entscheidungslehre. Wie Menschen entscheiden und wie sie entscheiden sollten''. Schäffer-Poeschel Verlag (September 2002). ISBN 3-7910-2074-9, Seite 38</ref> Dabei wird auch deutlich, dass im Unternehmen meist weniger Wert darauf gelegt wird, dass sich die Menschen mit ihren individuellen Fähigkeiten voll entfalten; vielmehr soll jeder vor allem als Teil des Ganzen funktionieren. Teilweise wird inzwischen aber auch versucht, Mitarbeitern höhere Bedürfnisebenen zugänglich zu machen, indem sie verstärkt Anerkennung und Wertschätzung erfahren (Commitment erzeugen).


=== Anhang: Mitarbeit bei Wikipedia ===
Diese Reproduktionskosten eines Arbeiters sind nicht einfach zu ermitteln. Neben naheliegendem wie die Ernährung sind auch beispielsweise Wohnen, Erholen und die Aufzucht von Kindern zu arbeitsfähigen Individuen anzusetzen. Eine rein ökonomische Lösung müsste beispielsweise eine Aussage treffen, wann eine Krankenbehandlung günstiger ist als die Aufzucht eines Kindes als Nachfolger des unbehandelt Verstorbenen.
Eine Zuordnung der relevanten Bedürfnisse zur Mitarbeit bei der Wikipedia ist ebenfalls möglich.<ref>Ayelt Komus, Franziska Wauch: ''Wikimanagement: Was Unternehmen von Social Software und Web 2.0 lernen können'' Oldenbourg Wissenschaftsverlag (7. April 2008). ISBN 3-486-58324-7, Seite 96</ref>
* Etwa 25 % der Mitarbeiter von Wikipedia („WikipedianerInnen“) sind Studierende. Obwohl man im Allgemeinen davon ausgehen kann, dass deren Sicherheitsbedürfnisse (finanzielle Sicherheit während des Studiums, Abschluss, Arbeitsplatz) nicht vollständig befriedigt sind, kann Erfolg und Anerkennung in der Wikipedia zu Selbstvertrauen führen.
* Rund 40 % der Mitarbeitenden von Wikipedia („WikipedianerInnen“) haben eine Vollzeitbeschäftigung. Sollten ihre Bedürfnisse nach Sicherheit, Zuwendung und Wertschätzung erfüllt sein, so könnte man die Teilnahme an Wikipedia als Selbstverwirklichung betrachten. Es ist aber auch denkbar, dass eine Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeit zugrunde liegt; demnach würde die Teilnahme eher das Bedürfnis der dritten Stufe motivieren.


== Weiterentwicklung ==
Marx muss deswegen vage bleiben, wenn er schreibt: „Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 542.)
=== Die ERG-Theorie ===
{{WikipediaDE|ERG-Theorie}}


Die ''ERG-Theorie'' (Existence, Relatedness, Growth – Existenz, Verbundenheit, Wachstum) ist eine Weiterentwicklung der Bedürfnishierarchie. Sie wurde 1969 von [[Clayton Alderfer]] in einem Artikel des ''Psychological Review'' unter dem Titel „An Empirical Test of a New Theory of Human Need“ veröffentlicht.<ref>Clayton P. Alderfer: ''An empirical test of a new theory of human needs''. In Psychological Review. Volume 4, Issue 2, May 1969, Pages 142–175</ref>
Dass es in einer kapitalistischen Gesellschaft Arbeitskraft zu kaufen gibt, unterstellt, dass der Lohn nicht nur einzelne Arbeiter reproduziert, sondern die ganze Klasse:


Im Gegensatz zur Idee von Maslow, dass Zugang zu den höheren Ebenen seiner Pyramide Zufriedenstellung der Bedürfnisse auf den unteren Ebenen erfordert, sind die ERG-Bereiche von Alderfer simultane Bedürfnisse.
„Der Wert der Arbeitskraft war bestimmt nicht nur durch die zur Erhaltung des individuellen erwachsenen Arbeiters, sondern durch die zur Erhaltung der Arbeiterfamilie nötige Arbeitszeit. Indem die Maschinerie alle Glieder der Arbeiterfamilie auf den Arbeitsmarkt wirft, verteilt sie den Wert der Arbeitskraft des Mannes über seine ganze Familie. Sie entwertet daher seine Arbeitskraft.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 417.)


Bei dauerhafter Nichtbefriedigung eines höherrangigen Bedürfnisses entsteht [[Frustration]]; man fällt dadurch auf niedere Motivklassen zurück und verfestigt diese (Frustrations-Regressions-Prinzip).<ref name="Schreyögg" /> Damit versucht Alderfer das Modell flexibler zu gestalten und der großen Bandbreite beobachtbaren Verhaltens anzupassen. Als Beispiel galt dabei etwa der „hungernde Künstler“, der seine grundlegenden Existenzbedürfnisse seinen kreativen Wachstumsbedürfnissen unterordnet.
Im Unterschied zu anderen Waren enthält die Ware Arbeitskraft zusätzliche Bestimmungen, da es die einzige Ware ist, die mit einem Willen ausgestattet ist. Dieser Wille muss einwilligen, Arbeit zu verrichten, was unterstellt, dass der Lohn ihm seine grundlegendsten Bedürfnisse finanziert. Diese bestehen nicht nur in der nackten Existenz, sondern beinhalten je nach Nation und Kulturstand spezifische Bedürfnisse, ebenso wie sie sich auf eine gewohnheitsmäßige Lohnhöhe beziehen, die von vorherigen Arbeitergenerationen erkämpft wurde:


=== Weiterentwicklung von Joachim Stiller ===
„Andererseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter anderem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den anderen Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 185.)


Der Anthroposoph [[Joachim Stiller]] unternahm 2018 einen Versuch, die spätere Maslowsche Bedürfnishierarchie noch einmal zu erweitern, und zwar wie folgt:
=== Weitere Alternativen ===
Eine andere Idee zu der aktuellen Problematik von Arbeit und Einkommen ist das bedingungslose Grundeinkommen. Es ist eine staatliche, finanzielle Grundversorgung, zu der weiter dazuverdient werden kann, und basiert auf der Behauptung, dass es im Industriezeitalter möglich ist, durch den Einsatz von Maschinen die Arbeit komplett vom Einkommen zu trennen.
:(Siehe: [[Bedingungsloses Grundeinkommen]])


9. Transzendenz (Vergeistigung)
Die [[Christliche Gesellschaftslehre]] kennt seit der Enzyklika [[Rerum novarum]] den „gerechten Lohn“. Die Höhe dieses Lohnes muss einem „genügsamen, rechtschaffenen Arbeiter“ den „Lebensunterhalt“ ermöglichen (vgl. auch [[Katechismus der Katholischen Kirche]], KKK 2434).
 
8. Selbsttranszendenz (Altruismus und Hingabe)
 
7. Selbstverwirklichung (Lebe Deinen Traum)
 
6. Kognitive Bedürfnisse (Intellektuelle Bedürfnisse)
 
5. Individualbedürfnisse (Ästhetische Bedürfnisse)
 
4. Soziale Bedürfnisse (Anerkennung)
 
3. Soziale Bedürfnisse (Teilhabe)
 
2. Sicherheitsbedürfnisse (Frieden)
 
1. Physiologische Bedürfnisse [Existenzbedürfnisse)


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
* {{WikipediaDE|Maslowsche Bedürfnishierarchie}}
* {{WikipediaDE|Arbeitsentgelt}}
* {{WikipediaDE|Abraham Maslow}}
* {{WikipediaDE|Arbeitsbewertung}}
* {{WikipediaDE|Selbstverwirklichung}}
* {{WikipediaDE|Entgeltabrechnung}}
* {{WikipediaDE|Human Potential Movement}}
* {{WikipediaDE|Investivlohn}}
* {{WikipediaDE|Heinze-Frauen}}
* {{WikipediaDE|Lohnsteuer}}
* {{WikipediaDE|Lohnleitlinie}}
* {{WikipediaDE|Lohnkosten}}
* {{WikipediaDE|Personalkosten}}
* {{WikipediaDE|Nettolohnvereinbarung}}
* {{WikipediaDE|Sachbezug}}
* {{WikipediaDE|Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall}}
* {{WikipediaDE|Kinderkrankengeld}}
* {{WikipediaDE|Einkommensverteilung}}


== Literatur ==
== Literatur ==
'''Originaltexte'''
* Krell, Gertraude; Winter, Regine: ''Diskriminierung von Frauen bei der Entgeltdifferenzierung: Wege zu einer diskriminierungsfreieren Arbeitsbewertung''. In: http://web.fu-berlin.de/gpo/krell_winter.htm
* ''A Theory of Human Motivation''. In ''Psychological Review'', 1943, Vol. 50 #4, Seite 370–396; [http://psychclassics.yorku.ca/Maslow/motivation.htm ''A Theory of Human Motivation''] – online Ausgabe bei der York University
* Wolf, Gunther: ''Variable Vergütung: Genial einfach Unternehmen steuern, Führungskräfte entlasten und Mitarbeiter begeistern.'' Verlag Dashöfer, Hamburg 2005, ISBN 3-931832-67-8.
* Abraham H. Maslow: ''Motivation und Persönlichkeit'' (Originaltitel: ''Motivation and Personality'' Erstausgabe 1954, übersetzt von Paul Kruntorad) 12. Auflage, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1981, ISBN 978-3-499-17395-0 (= ''rororo sachbuch'' 17395).
* Eike Pies: ''Löhne und Preise von 1300 bis 2000 – Abhängigkeit und Entwicklung über 7 Jahrhunderte'', Wuppertal 2003, ISBN 978-3-930132-23-2
* Abraham H. Maslow, Henry Geiger, Bretha G. Maslow: ''The Farther Reaches of Human Nature (Compass)''. Arkana, New York, NY 1993 (ursprünglich bei Viking Press, New York, NY 1971), ISBN 0-14-019470-3.
* Abraham H. Maslow: ''Maslow on Management''. John Wiley & Sons, New York, NY 1998, ISBN 0-471-24780-4.
 
'''Sekundärwerke'''
* Martina Gürster: ''Mitarbeitermotivation: Die Bedürfnispyramide nach Abraham H. Maslow''. Grin, München 2010, ISBN 978-3-640-58601-1.
* Jutta Heckhausen, Heinz Heckhausen: ''Motivation und Handeln''. Springer, Berlin / Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-12692-5 (Kapitel ''3.3.3 Das Hierarchie-Modell von Maslow'').
* David G. Myers, S. Hoppe-Graff, B. Keller: ''Psychologie''. 2. Auflage, Springer, Berlin / Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-79032-7 (Kapitel ''12.1.4 Maslows Bedürfnishierarchie'' und Kapitel ''14.2.1 Abraham Maslows Konzept der Selbstverwirklichung'').
* Philip G. Zimbardo, Richard J. Gerrig: ''Psychologie''. Pearson, München 2008, ISBN 978-3-8273-7275-8 (Kapitel ''11.1.3 Eine Bedürfnishierarchie'').


== Weblinks ==
== Weblinks ==
{{Commonscat|Maslow's hierarchy of needs|Maslowsche Bedürfnishierarchie}}
* [http://www.lohnspiegel.de www.lohnspiegel.de – Löhne und Gehälter in über 380 Berufen]
* [http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/beduerfnishierarchie.html Bedürfnishierarchie] – Definition im Gabler Wirtschaftslexikon
* [http://www.statistik.at/web_de/services/stat_uebersichten/einkommen_loehne/index.html Österreich: Einkommen und Löhne] Bundesanstalt Statistik Österreich
* [http://www.social-psychology.de/do/PT_maslow.pdf Persönlichkeitstheorien – Abraham Maslow] – ausführlicher Artikel von ''PHD C. George Boeree'' (PDF; 208&nbsp;kB)
* [http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/04/blank/data/01/06_01.html Schweiz: Brutto- und Nettolohntabellen 2008] Bundesamt für Statistik Schweiz
* [http://www.social-psychology.de/sp/notizen/maslow-motivation Maslow, Abraham: Theorie menschlicher Motivation.] In: ''social-psychology.de''
* International Labour Organization (ILO)-[http://www.ilo.org/public/english/protection/condtrav/ Global Wage Report 2008/09] (Weltweiter Vergleich und Entwicklungen)
* [http://www.ingenieurkarriere.de/bewerberservice/beratung/gehaltscheck/gehaltscheck.asp VDI Gehalts-Check]
* [https://www.bmf-steuerrechner.de Lohn- und Einkommensteuerrechner] (Bundesministerium der Finanzen)
* [http://www.bmf.gv.at/service/Anwend/Steuerberech/BruttoNetto/_start.htm Brutto-Netto-Rechner Österreich (vom Bundesministerium für Finanzen)]
* [http://de.statista.org/statistik/diagramm/studie/236/umfrage/brutto-gehalt-als-arbeitnehmer-pro-monat-letztes-jahr/ Monatliches Bruttogehalt deutscher Arbeitnehmer] (Statistik des Sozio-oekonomischen Panels, 2006)
* [http://www.stendal.hs-magdeburg.de/project/konjunktur/konju_berichte.htm Löhne in den Neuen Bundesländern (Lage und Prognose in den jeweiligen Quartalsberichten)]
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Version vom 5. Juli 2018, 14:55 Uhr

Arbeitsentgelt ist – neben der Erfüllung weiterer Pflichten – die wesentliche Gegenleistung, die ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer für seine Arbeitsleistung aufgrund eines Arbeitsvertrages schuldet. Entgelt ist eine nominalisierte Form von „entgelten“, was so viel heißt wie „vergüten“. Innerhalb der Schweiz, ansonsten selten, wird der Begriff Salär oder Entlöhnung[1] für eine geldwerte Entlohnung verwendet.

Historisch und umgangssprachlich werden zwei Formen des Entgelts unterschieden: das Gehalt eines Angestellten und der Lohn eines Arbeiters. In der Gesetzgebung und in den Tarifverträgen ist diese Unterscheidung vielfach aufgegeben, und es wird nur noch vom Entgelt gesprochen. Begriffe wie Lohnkosten oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (heute konsequenterweise: Entgeltfortzahlung nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz) beziehen sich gleichwohl stets auf beide Entgeltformen (Lohn, Gehalt).

Der in Deutschland verwendete steuerrechtliche Begriff Arbeitslohn bezeichnet alle Einnahmen, die einem Arbeitnehmer aus einem Dienstverhältnis zufließen (§ 2 LStDV). Sozialversicherungsrechtlich gehören zum Arbeitsentgelt nach deutschem Recht alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung, gleichgültig, ob ein Rechtsanspruch auf die Einnahmen besteht, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie geleistet werden und ob sie unmittelbar aus der Beschäftigung oder im Zusammenhang mit ihr erzielt werden (§ 14 Abs. 1 Satz 1 SGB IV).

In vielen Ländern gibt es ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindest-Arbeitsentgelt (Mindestlohn). In Deutschland wurde zum 1. Januar 2015 ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 8,50 € brutto je Zeitstunde eingeführt. Seit 1. Januar 2017 hat sich dieser erhöht auf 8,84 € brutto je Zeitstunde. In Österreich und der Schweiz gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn.

Die Bezüge von Beamten, Richtern und Soldaten fallen nicht unter den Begriff „Arbeitsentgelt“, sondern gelten als Alimentation; bei der steuerlichen Behandlung gibt es aber keinen Unterschied.

Bestimmung der Entgelthöhe

Nach dem Grundsatz der Vertragsfreiheit ist die Höhe der Vergütung des Arbeitnehmers frei vereinbar (soweit kein Mindestlohn gesetzlich oder tariflich vorgeschrieben ist). Dabei spielt die Marktsituation eine entscheidende Rolle, die durch die Fachkenntnisse des Arbeitnehmers, die Belastung am Arbeitsplatz, die Verantwortung, die er trägt, und die Arbeitsbedingungen, unter denen er arbeitet (siehe: Entgeltdifferenzierung und Arbeitsbewertung), beeinflusst wird. Ebenso können grundsätzliche Überlegungen zum Lohnniveau eine Rolle spielen (z. B. das Spannungsverhältnis zwischen Mindestlohn und Effizienzlohn).

Im 19. Jahrhundert führte die große Anzahl Arbeitsuchender und die strukturelle Unterlegenheit des einzelnen Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber bei uneingeschränkter Vertragsfreiheit zu extremen Niedriglöhnen. Dies führte zur Gründung von Gewerkschaften und der Durchsetzung von kollektiven Verträgen über Mindestlöhne (Tarifverträgen). Diese sind grundsätzlich nur für Gewerkschaftsmitglieder wirksam, können aber per Allgemeinverbindlichkeitserklärung wie ein gesetzlicher Mindestlohn wirken. Liegt das Entgelt circa 1/3 unterhalb des Üblichen, ist die Vergütungsabrede sittenwidrig iSv. § 138 BGB und damit nichtig.[2] Der Arbeitgeber schuldet dann die übliche Vergütung. Strafrechtlich kann der Wuchertatbestand § 291 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 StGB erfüllt sein. Ist keine Vereinbarung über die Entgelthöhe getroffen worden, bestimmt sich die Vergütungshöhe nach der sogenannten „Taxe“ § 612 Abs. 2 BGB, bei Fehlen einer Taxe nach der verkehrsüblichen Vergütung im Gebiet des Arbeitsvertrags.

Allerdings bilden zumindest für Arbeitsverhältnisse im Anwendungsbereich von Tarifverträgen die in den Entgelttarifverträgen vereinbarten Vergütungen ein Mindestentgelt, das für Gewerkschaftsmitglieder nicht unterschritten werden darf, wenn auch der Arbeitgeber tarifgebunden ist.

Früher verbreitete, häufig geschlechtsspezifisch verwendete Entgeltfindungssysteme, wie die Anwendung von Leichtlohngruppen vorwiegend für Frauen, sind heute wegen Verstoßes gegen Diskriminierungsverbote unzulässig. In Deutschland verdienen Frauen im Durchschnitt 23 % weniger als ihre männlichen Kollegen. Dieser sogenannte Gender Pay Gap ist zu etwa zwei Dritteln auf unterschiedliche Tätigkeiten und Qualifikationen zurückzuführen; bereinigt um diese Faktoren, bleibt ein Unterschied von 8 %. In den neuen Bundesländern fällt die Diskrepanz mit insgesamt 6 % deutlich geringer aus. Große Unterschiede bestehen auch zwischen ländlichen Gebieten mit 33 % und Großstädten mit 12 % Einkommensunterschied.[3] Auch in Österreich zeigt sich mit 22 % Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen ein ähnliches Bild.[4] Leichtlohngruppen spielen außerdem eine Rolle bei der Diskussion über ein Niedriglohnsegment, das der Eingliederung schlecht ausgebildeter Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt dienen soll.

Die Höhe der Löhne, soweit sie in Tarifverträgen vereinbart sind, wird in öffentlichen Tarifregistern dokumentiert, die jeder einsehen kann. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und alle Bundesländer führen Tarifregister. In den Bundesländern sind in der Regel die Arbeits- oder Sozialministerien zuständig. In Österreich wird über sogenannte "Einkommensberichte" versucht mehr Transparenz zu erzeugen.

Bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit wird Angestellten und Arbeitern Entgeltfortzahlung gewährt.

Steuern und Sozialabgaben

Anteile von Steuern und Sozialabgaben am Bruttoarbeitsentgelt 2015 für eine Einzelperson
Anteile von Steuern und Sozialabgaben am Bruttoarbeitsentgelt 2015 für ein (Ehe)Paar
Entwicklung der realen Nettolöhne und -gehälter in Deutschland

Mit Bruttoarbeitsentgelt (Bruttolohn, Bruttoverdienst oder Bruttogehalt) wird der gesamte, arbeitsvertraglich vereinbarte Lohn bezeichnet. Nach Abzug diverser Beträge, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer an verschiedene Instanzen weiterleitet, ergibt sich das Nettoarbeitsentgelt (auch Nettolohn oder Nettogehalt), das an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird, ihm somit zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes zur Verfügung steht. Die Abzugsbeträge ergeben sich aus der gesetzlichen Pflicht des Arbeitgebers, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge einzubehalten und an folgende Stellen abzuführen:[5]

Der Arbeitgeber hat zusätzlich zum Bruttolohn noch die Arbeitgeberanteile zu den Sozialabgaben zu leisten. Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung muss der Arbeitgeber allein tragen. Außerdem hat der Arbeitgeber die sogenannte Umlage U2 zur Vollfinanzierung des zu zahlenden Mutterschaftsgeldes und des Arbeitsentgelts an Schwangere bei Beschäftigungsverboten (§ 1 Aufwendungsausgleichsgesetz) und die Umlage U3 zur Finanzierung des Insolvenzgeldes (§ 358 SGB III) zu tragen. Betriebe mit nicht mehr als 30 Arbeitnehmern zahlen zusätzlich die Umlage U1 zur finanziellen Unterstützung bei der Lohnfortzahlung an Arbeitnehmer im Falle krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit.

Die Gesamtlohnkosten des Arbeitgebers (Bruttolohn + Lohnnebenkosten) liegen in Europa grob zwischen knapp 10 und knapp 50 % über dem vertraglichen Bruttolohn, in Deutschland bei derzeit (2017) ca. 28 %, in Österreich bei ca. 36 %.

Beim Mindestlohn kommt es für die steuerliche Berücksichtigung als Betriebsausgabe nicht darauf an, ob die gezahlten Entgelte dem gesetzlich geforderten Mindestlohn entsprechen. Für die Besteuerung ist es unerheblich, ob ein Verhalten, das den Tatbestand eines Steuergesetzes erfüllt, gegen ein anderes gesetzliches Gebot oder Verbot verstößt.

In Baubetrieben müssen nach der Baubetriebe-Verordnung Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam zusätzlich eine Winterbeschäftigungs-Umlage tragen (§ 354 SGB III)

In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung sind die Bruttolöhne und -gehälter um die Sozialbeiträge der Arbeitgeber zu erhöhen, um so zum Arbeitnehmerentgelt zu kommen.

Abrechnungsgrundlage

Das Arbeitsentgelt kann nach verschiedenen Kriterien vereinbart und ausbezahlt werden.

Jahresgehalt
Für Geschäftsführer und höhere leitende Angestellte wird oft ein Jahresgehalt vereinbart, allerdings mit anteiligen monatlichen Auszahlungen.
Monatsweise (z. B. Monatsgehalt)
Es ist ein Betrag für einen ganzen Monat vereinbart, unabhängig von der Länge des Monats sowie der Anzahl an Sonn- und Feiertagen.
Stundenweise Abrechnung (Stundenlohn)
Das Arbeitsentgelt wird nach den tatsächlich gearbeiteten Stunden abgerechnet. Auch Urlaubsentgelt oder Feiertagsentgelt werden stundenweise verrechnet. Die Auszahlung erfolgt heute monatlich.
verstetigter Monatslohn
Als verstetigter Monatslohn auf der Basis einer vorgegebenen Stundenzahl unabhängig von der Anzahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden bei gleichzeitiger Verrechnung von Plus- oder Minusstunden auf einem Arbeitszeitkonto.
Stück- oder Akkordlohn
Das Entgelt richtet sich nach den fertiggestellten Stückzahlen. Urlaubs- und Feiertage werden mit einem Durchschnitt entlohnt.
Pauschalentlohnung
Diese Art ähnelt stark einer selbständigen Tätigkeit, da ein ganzes Projekt unabhängig von der Arbeitsdauer mit einem Gesamtbetrag entlohnt wird; sh. hierzu Werkvertrag.
Provisionsentlohnung
bei unselbständigen Handelsvertretern wird meist zusätzlich zu einem Grundgehalt (Fixum) ein bestimmter Prozentsatz des erzielten Umsatzes bezahlt. Allerdings ist es für ein Unternehmen meist besser, nicht nur den Umsatz, sondern auch den Deckungsbeitrag, welcher durch den Umsatz erwirtschaftet wurde, in die Höhe Provision mit einzubeziehen. Somit wird der Handelsvertreter indirekt angehalten die Kopfkonditionen nicht zu Gunsten des Kunden zu verbessern, um einen höheren Umsatz zu generieren.
Umsatzabhängiges Arbeitsentgelt
Hier wird ein Teil der Einnahmen als Entgelt gezahlt (z. B. Taxifahrer).

Üblicherweise ist ein Gehalt ein über die Monate gleich bleibender Betrag, während die Löhne auf Stundenbasis berechnet werden und deshalb die monatliche Zahlung variiert. Seit der Einführung des gesetzlichen Mindestbruttostundenlohnes zum 1. Januar 2015 ist hierbei jedoch zu beachten, dass bei Vollzeitkräften (40 Std./Woche) mindestens ein monatlicher Betrag von 1.473,33 EUR brutto abgerechnet wird (Betrag errechnet auf Basis drei Monate = 13 Wochen). Zu beachten ist dabei jedoch die unterschiedliche Anzahl an Arbeitstagen je Monat; so hat z. B. der Monat Juli regelmäßig 23 Arbeitstage.

Sonderbestandteile des Entgeltes

Zu dem Grundgehalt können noch Zulagen wie zum Beispiel Provisionen bei Außendienstmitarbeitern oder Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld kommen. Ein weiterer Sonderbestandteil können geldwerte Vorteile und Deputate sein oder Zuschläge, etwa ein Zuschlag für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit. Ferner können gewinnabhängige Prämien vereinbart sein, die bei Aktiengesellschaften beispielsweise auf der Basis der jeweiligen Höhe der Dividende berechnet werden.

Sonderformen der Entgeltberechnung

Häufig ist eine monatlich gleich bleibende Vergütung vereinbart. Das Entgelt kann aber nach unterschiedlichen Grundlagen errechnet werden. Entsprechend gibt es den typischen Zeitlohn sowie die Leistungslohnarten Akkord- und Prämienlohn.

Zeitlohn: Bei dieser Art der Berechnung ist ausschließlich die Dauer der Arbeitszeit der Maßstab für die Entlohnung.

Akkordlohn: Hier gilt die Devise „Je höher die Arbeitsleistung, desto höher der Lohn“; die Zahlung erfolgt nach der Anzahl angefertigter Teile, unabhängig von der dafür benötigten Zeit (deshalb auch „Stücklohn“ genannt).

Prämienlohn: Durch die zunehmende Automatisierung des Fertigungsprozesses verliert der Akkordlohn immer mehr an Bedeutung. Die computergesteuerten Fertigungsmaschinen übernehmen einen Großteil der Arbeiten. An die Stelle des Akkordlohns tritt der Prämienlohn. Der Prämienlohn berücksichtigt vor allem Leistungen qualitativer Art. Er wird gezahlt, wenn

  • Vorgabezeiten unterschritten werden,
  • die zulässige Ausschussquote unterschritten wird,
  • die eingesetzten Betriebsmittel optimal ausgenutzt werden und sich dadurch die Wartezeiten verkürzen,
  • es gelingt, Energie oder Materialien zu sparen.

Dazu wird eine Normalleistung (besser wäre zu sagen: eine normale Leistung) zugrunde gelegt. Der Betrieb zahlt also einen Grundlohn (entweder als Zeit- oder als Stücklohn) und eine leistungsabhängige Vergütung. Diese Vergütung kommt jedoch nicht wie beim Akkord dem Arbeitnehmer voll zugute; sie wird vielmehr zwischen dem Betrieb und dem Arbeitnehmer aufgeteilt. Der Anteil des Arbeitnehmers heißt Prämie.

Fälligkeit des Entgeltes

Das Entgelt ist in der Regel (in Deutschland gemäß § 614 BGB) im Nachhinein – also bei Monatsvergütung zum Monatsende – zu entrichten. Gelegentlich finden sich in Arbeits- oder Tarifverträgen andere Fälligkeitszeitpunkte, z. B. in der Monatsmitte.

Wirtschaftswissenschaftliche Betrachtung

Volkswirtschaftliche Einordnung

Aus theoretisch volkswirtschaftlicher Betrachtung ist der Lohn der Preis für die Bereitstellung von Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt. Dort trifft Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage aufeinander.[7]

Insbesondere mit dem Plural Löhne bezeichnet man die Summe aller Zahlungsströme einer Volkswirtschaft, die an Arbeitende für ihre Arbeit fließen, also an den Produktionsfaktor Arbeit gezahlt werden. In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung sind die Bruttolöhne und -gehälter das Arbeitnehmerentgelt abzüglich der Beiträge der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Zieht man von den Bruttolöhnen und -gehältern die Beiträge der Arbeitnehmer zur Sozialversicherung und die Lohnsteuer ab, dann erhält man die Nettolöhne und -gehälter.

Des Weiteren wird zwischen Effektivlohn und Tariflohn unterschieden. Der Effektivlohn unterscheidet sich vom Tariflohn durch freiwillige Mehrleistungen des Arbeitgebers, durch Überstundenzuschläge, durch geringere Zahlungen bei Kurzarbeitergeld etc. Die Lohndrift ist die Differenz der Wachstumsraten des durchschnittlichen Effektivlohnes und des durchschnittlichen Tariflohnes. Sie gilt als Konjunktur-Indikator.

Innerhalb der Mikroökonomie ist der Reservationslohn das Mindestgehalt, zu dem ein Arbeitnehmer gerade noch bereit ist, seine Arbeitskraft anzubieten.

Der Reallohn ist in der Volkswirtschaftslehre der Lohn, der der tatsächlichen Kaufkraft entspricht, das heißt der Gütermenge, die bei gegebenen Lebenshaltungskosten mit dem Nominallohn tatsächlich eingekauft werden kann. Der Reallohn hängt eng mit dem Lebensstandard zusammen.

Betriebswirtschaftliche Einordnung

In der Betriebswirtschaftslehre gilt bezogen auf ein Unternehmen oder Produkt ähnliches, wobei hier die Gehälter (im Sinne der Arbeitsentgelte für Angestellte) meist als Gemeinkosten einen Teil der gesamten Lohnkosten ausmachen. Aus Sicht des Empfängers des Arbeitsentgeltes ist es Teil seines Einkommens.

Alternative Theorien des Arbeitslohns und Kritik des Arbeitslohns

Marxistische Auffassungen vom Gehalt des Arbeitslohns

„Die Arbeit ist die Substanz und das immanente Maß der Werte, aber sie selbst hat keinen Wert.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 559.)

Karl Marx vertritt eine Arbeitswerttheorie, nach der nur Lohnarbeit wertschöpfend sein kann. Beim Einsatz von Maschinen entäußern diese durch ihren Verschleiß die in ihnen bei deren Erzeugung gespeicherte menschliche Arbeit. Durch den „Produktionsumweg“ über eine Maschine kommt es zu einem effizienteren Einsatz der Arbeitskraft. Marx erklärt das Arbeitsentgelt als den Preis der Arbeitskraft. Dieser ergibt sich im Zweifel aus den Kosten, die zu ihrer Reproduktion erforderlich ist. Der Lohnarbeiter verkauft gerade nicht seine Arbeit an den Unternehmer. Das ist ihm unmöglich, weil seine Arbeit keine Ware außerhalb von ihm ist. Zum Zeitpunkt des Abschlusses des Arbeitsvertrages existiert die Arbeit, die er verkauft, noch nicht:

„Um als Ware auf dem Markt verkauft zu werden, müsste die Arbeit jedenfalls existieren, bevor sie verkauft wird. Könnte der Arbeiter ihr aber eine selbständige Existenz geben, so würde er Ware verkaufen und nicht Arbeit.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 558.)

Vielmehr stellt der Arbeiter sich per Vertrag für einen vereinbarten Zeitraum unter das Kommando des Unternehmers (siehe dazu Direktionsrecht):

„Was dem Geldbesitzer auf dem Warenmarkt direkt gegenübertritt, ist in der Tat nicht die Arbeit, sondern der Arbeiter. Was letzterer verkauft, ist seine Arbeitskraft. Sobald seine Arbeit wirklich beginnt, hat sie bereits aufgehört, ihm zu gehören, kann also nicht mehr von ihm verkauft werden.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 558.)

In der Zeit, in der der Unternehmer über den Arbeiter frei verfügt, hält er ihn dazu an, möglichst viele Waren für ihn zu produzieren. Die Differenz des Wertes dieser Waren zu dem verausgabten Arbeitslohn, der Mehrwert stellt den Gewinn des Unternehmers dar. Der Gewinn hat seinen Grund also gerade in der Abweichung des Lohns vom Wert der verrichteten Arbeit.

Marxistische Auffassungen von der Höhe des Arbeitslohns

Nach Marx ist die Arbeitskraft eine Ware wie jede andere auch und unterliegt der gleichen Wertbestimmung:

„Der Wert der Arbeitskraft, gleich dem Wert jeder anderen Ware, ist bestimmt durch die zur Produktion, also auch Reproduktion, dieses spezifischen Artikels notwendige Arbeitszeit.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 184.)

Diese Reproduktionskosten eines Arbeiters sind nicht einfach zu ermitteln. Neben naheliegendem wie die Ernährung sind auch beispielsweise Wohnen, Erholen und die Aufzucht von Kindern zu arbeitsfähigen Individuen anzusetzen. Eine rein ökonomische Lösung müsste beispielsweise eine Aussage treffen, wann eine Krankenbehandlung günstiger ist als die Aufzucht eines Kindes als Nachfolger des unbehandelt Verstorbenen.

Marx muss deswegen vage bleiben, wenn er schreibt: „Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 542.)

Dass es in einer kapitalistischen Gesellschaft Arbeitskraft zu kaufen gibt, unterstellt, dass der Lohn nicht nur einzelne Arbeiter reproduziert, sondern die ganze Klasse:

„Der Wert der Arbeitskraft war bestimmt nicht nur durch die zur Erhaltung des individuellen erwachsenen Arbeiters, sondern durch die zur Erhaltung der Arbeiterfamilie nötige Arbeitszeit. Indem die Maschinerie alle Glieder der Arbeiterfamilie auf den Arbeitsmarkt wirft, verteilt sie den Wert der Arbeitskraft des Mannes über seine ganze Familie. Sie entwertet daher seine Arbeitskraft.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 417.)

Im Unterschied zu anderen Waren enthält die Ware Arbeitskraft zusätzliche Bestimmungen, da es die einzige Ware ist, die mit einem Willen ausgestattet ist. Dieser Wille muss einwilligen, Arbeit zu verrichten, was unterstellt, dass der Lohn ihm seine grundlegendsten Bedürfnisse finanziert. Diese bestehen nicht nur in der nackten Existenz, sondern beinhalten je nach Nation und Kulturstand spezifische Bedürfnisse, ebenso wie sie sich auf eine gewohnheitsmäßige Lohnhöhe beziehen, die von vorherigen Arbeitergenerationen erkämpft wurde:

„Andererseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter anderem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den anderen Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element.“ (K. Marx, Kapital I, MEW 23, 185.)

Weitere Alternativen

Eine andere Idee zu der aktuellen Problematik von Arbeit und Einkommen ist das bedingungslose Grundeinkommen. Es ist eine staatliche, finanzielle Grundversorgung, zu der weiter dazuverdient werden kann, und basiert auf der Behauptung, dass es im Industriezeitalter möglich ist, durch den Einsatz von Maschinen die Arbeit komplett vom Einkommen zu trennen.

(Siehe: Bedingungsloses Grundeinkommen)

Die Christliche Gesellschaftslehre kennt seit der Enzyklika Rerum novarum den „gerechten Lohn“. Die Höhe dieses Lohnes muss einem „genügsamen, rechtschaffenen Arbeiter“ den „Lebensunterhalt“ ermöglichen (vgl. auch Katechismus der Katholischen Kirche, KKK 2434).

Siehe auch

Literatur

  • Krell, Gertraude; Winter, Regine: Diskriminierung von Frauen bei der Entgeltdifferenzierung: Wege zu einer diskriminierungsfreieren Arbeitsbewertung. In: http://web.fu-berlin.de/gpo/krell_winter.htm
  • Wolf, Gunther: Variable Vergütung: Genial einfach Unternehmen steuern, Führungskräfte entlasten und Mitarbeiter begeistern. Verlag Dashöfer, Hamburg 2005, ISBN 3-931832-67-8.
  • Eike Pies: Löhne und Preise von 1300 bis 2000 – Abhängigkeit und Entwicklung über 7 Jahrhunderte, Wuppertal 2003, ISBN 978-3-930132-23-2

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Duden online: Entlohnung, abgerufen am 22. Oktober 2012
  2. Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 22. April 2009, Az.: 5 AZR 436/08; Pressemitteilung Nr. 38/09 BAG.
  3. Entgeltungleichheit Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
  4. Frauenbericht 2010, Seite 203; Einkommensunterschiede von Männern und Frauen (Memento vom 9. April 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft (bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis) (PDF; 1,8 MB) Bundesministerium für Frauen und Öffentlichen Dienst.
  5. für die Lohnsteuer: § 38 Abs. 3 Satz 1 EStG; für den Solidaritätszuschlag in Verbindung mit § 1 Abs. 2 Solidaritätszuschlaggesetz 1995; für die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung: § 28 g Satz 2 SGB IV; für die Arbeitslosenversicherung in Verbindung mit § 348 Abs. 3 SGB III
  6. http://www.sozialversicherungsbeitraege.sozialversicherung-online24.de/
  7. vgl. Peter Bofinger: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Pearson Studium, 2003. S. 152ff. ISBN 3827370760
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