Atmung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zeile 16: Zeile 16:
 
geregelte Atmen in der Meditation bauen wir unsern geistigen
 
geregelte Atmen in der Meditation bauen wir unsern geistigen
 
Leib auf. Tatsächlich atmen wir mit jedem Atemzug unser Ich
 
Leib auf. Tatsächlich atmen wir mit jedem Atemzug unser Ich
aus oder ein." {{Lit|{{G|266a|159}}}}
+
aus oder ein.
 +
 
 +
[[Datei:GA_266a_159.gif|center|600px|Atmung und Atma]]
 +
 
 +
Diese Zeichnung<ref>Zeichnung und Schrift von Rudolf Steiner.</ref> hilft uns veranschaulichen, was tatsächlich
 +
geschieht. Innerhalb unseres von den Göttern aufgebauten äußeren
 +
Leibes formen wir den geistigen Leib. Das Ich strömt in ihn
 +
hinein mit jeder Einatmung, und wieder heraus beim Ausatmen.
 +
Indem wir das Atmen regeln und an den verschiedenen Stellen
 +
unseres Körpers konzentrieren, versorgen wir unsern geistigen
 +
Leib mit den Kräften, die zu seinem Aufbau nötig sind. Mit der
 +
Stelle im Vorderkopf, hinter und etwas über der Nasenwurzel,
 +
steht das Ich selbst in direkter Verbindung; mit dem Kehlkopf
 +
das Denken, mit den Händen das Fühlen, mit den Füßen und
 +
überhaupt dem untern Körpergerüst das Wollen. Durchströmen
 +
wir mit Hilfe des geregelten Atmens unsern Körper mit diesen
 +
Kräften, so bauen wir an unserm geistigen Leib." {{Lit|{{G|266a|159}}}}
 
</div>
 
</div>
 +
 +
== Anmerkungen ==
 +
 +
<references/>
  
 
==Literatur==
 
==Literatur==

Version vom 10. Mai 2011, 22:59 Uhr

Die Atmung (lat. Respiratio) ist der erste der sieben grundlegenden Lebensprozesse, die Rudolf Steiner unterschieden hat und steht nach seinen Angaben unter dem kosmischen Einfluss der Saturnsphäre (Lit.: GA 170, S 113ff). Durch die Atmung wird Sauerstoff aus der Luft oder bei der Kiemenatmung aus dem Wasser aufgenommen und durch die biochemischen Prozesse der Atmungskette zu Wasser reduziert und zugleich körpereigene Kohlenstoffverbindungen zu Kohlendioxid oxidiert.

Die Atmung ist jener Lebensprozess, durch den wir am stärksten mit der Umgebung in Wechselwirkung treten. Er steht dadurch auch in enger Beziehung zur Sinnestätigkeit, die uns ebenfalls, aber auf andere Weise, mit der Umwelt verbindet.

"Da haben wir zunächst etwas, was in einer gewissen Weise in allem Lebendigen sein muß: die Atmung. Jenes Verhältnis zur Außenwelt, das die Atmung ist, muß gewissermaßen in jedem Lebendigen sein. Ich kann mich jetzt nicht im einzelnen darauf einlassen, wie es wiederum für die Tiere, Pflanzen und Menschen differenziert ist; aber in jedem Lebendigen ist in einer gewissen Weise die Atmung. Die Atmung des Menschen wird immer wieder erneuert durch etwas, was er von der Außenwelt aufnimmt; das kommt allen Sinnesbezirken zugute. Es kann nicht der Geruchssinn walten, der Sehsinn walten, der Tonsinn walten, wenn nicht das, was das Leben von der Atmung hat, allen Sinnen zugute kommt. Ich müßte also zu jedem Sinn «Atmung» dazuschreiben. Nicht wahr, es wird geatmet; aber was durch die Atmung als Lebensprozeß geleistet wird, das kommt allen Sinnen zugute." (Lit.: GA 170, S 113f)

Die Regulierung der Atmung auf dem geistigen Schulungsweg

"Unser physischer Leib ist aus dem Makrokosmos herausgeboren. Die äußere Welt hat ihn gebildet; aus unserem physischen Leib heraus muß unser Ich den geistigen Leib gebären. Atma heißt unser geistiger Leib. Atma bedeutet Atem. Durch das geregelte Atmen in der Meditation bauen wir unsern geistigen Leib auf. Tatsächlich atmen wir mit jedem Atemzug unser Ich aus oder ein.

Atmung und Atma

Diese Zeichnung[1] hilft uns veranschaulichen, was tatsächlich geschieht. Innerhalb unseres von den Göttern aufgebauten äußeren Leibes formen wir den geistigen Leib. Das Ich strömt in ihn hinein mit jeder Einatmung, und wieder heraus beim Ausatmen. Indem wir das Atmen regeln und an den verschiedenen Stellen unseres Körpers konzentrieren, versorgen wir unsern geistigen Leib mit den Kräften, die zu seinem Aufbau nötig sind. Mit der Stelle im Vorderkopf, hinter und etwas über der Nasenwurzel, steht das Ich selbst in direkter Verbindung; mit dem Kehlkopf das Denken, mit den Händen das Fühlen, mit den Füßen und überhaupt dem untern Körpergerüst das Wollen. Durchströmen wir mit Hilfe des geregelten Atmens unsern Körper mit diesen Kräften, so bauen wir an unserm geistigen Leib." (Lit.: GA 266a, S. 159)

Anmerkungen

  1. Zeichnung und Schrift von Rudolf Steiner.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte., GA 170 (1978), Siebenter Vortrag, Dornach, 12. August 1916
  2. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909, GA 266/1 (1995), ISBN 3-7274-2661-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.